Erscheint wöchentlich 2 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Pvstanstalten und Buchhand- lunzcn des In- und Au«- i lande« an. 1 Für Leipzig nehmen Be- stellungen an: »ie Expedition, Hohestraße 4. die GcnoffcnschaftS- «Uchdruckcrei, Zeitzerstraße 44. •J- Bebel, Petcrstraße 18. 3. Miiller, Bayerschestraße 8d, 111. Der VoMaat Äbonnemenisprets: Fiir Preußen incl. Stempel- steucr 17 Sgr., sür die übrigen Deutschen Staaten 12'/i Sgr. pro Quartal, pro Monat l'/z Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 12 Ngr. Filialcxpcditioncn fiir die Wer- einigten Staaten: F. A. Sorge, vor Ifil Ilodvkon, K. J, via Ncwyofk. G. A. Lonnccker, 15S W. Lake Chicago(Ul.) OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternattonalenGewerksgenossenschasten. Nr. 26. Sonnaöend, 29. Würz. 1873. Abonnements Eiilladung. Mit dein I. April 1873 beginnt ein neues Abonncincnt auf den„Bolkostaat". Wir ersuchen die verchrlichen Leser, dae Abonnciiicnt auf das Blatt sofort erneuern zu wollen, damit keine Unterbrechung in der Zusendung eintritt. Der Preis dcS Blattes ist wie bisher per Quartal 12'/» Ngr. wozu in Preußen noch der Zuschlag für den Zeitnngsslcinpcl kommt— bei wöchentlich zweimaligem Erscheinen. Krcuzbandscndungcn für Deutschland und Ocslrcich kosten für t Exemplar per Quartal 25 Ngr., für die Schweiz 1 Thlr., für Frankreich, Belgien, England zc. 1 Thlr. 8 Ngr. Zahlung pränumerando. „nationalen Arbeiter-Association und hören auf, Mitglieder „derselben zu sein." Der General-Rath' F. I. Bertrand, Fr. Bolte, C. Earl, S. Dereure, Fornaccieri, S. Kavanagh, C. F. Laurel, E. Leviele, F. A. Sorge, C. Speyer, E. P. St. Clair. Ne>v-2)ork, 26. Januar 1873. Der General-Secretar F. A. Sorge. Parteigenossen! \ Obgleich unser Organ, der„BolkSstaat", im verflossenen Quartal � abermals 5tK) neue Abonnenten gewonnen, so entspricht dieses Re- sultat doch nicht den Erwartungen, die wir in dieser Hinsicht bei beginn des Quartals gehegt haben. Ganz abgesehen von dem glänzenden Wahlresultate im 17. sächsischen Wahlkreise, auf welches gestützt allein in diesem Kreise ! tinige Hundert neue Abonnenten hätten gewonnen werden können, i tntspricht dieser Zuwachs auch noch nicht einmal dem Aufschwung, | tvelchen die Partei gerade im letzten Quartal genommen hat. In dieser Richtung, d. h. in der Agitation fiir Gewinnung neuer Abonnenten für de»„Volksstaat", mich im nächsten Quartal unbedingt inehr getha» werden, als dies bislang der Fall war. ! Jeder Parteigenosse muß es als seine ganz spezielle Aufgabe be- trachten, und Alles daransetzen, daß im nächsten Quartal doppelt so viel neue Abonnenten gewonnen werden, daß mit Jahresschluß unser Parteiorgan 10,000 Abonnenten zählt. i Wir wissen zwar sehr gut, daß an einzelnen Orten es nicht ' leicht ist, neue Abonnenten zu gewinnen, allein trotzdem ist cS doch nicht unmöglich. An andern, ja an vielen Orten,— eS thut uns leid dies sagen zu müsicn— hat man viel zu wenig getha», um neue Abonnenten zu gewinnen, liegt die Schuld nicht an örtlichen ■ Verhältnissen, sondern an der Lauheit, mit welcher die Agitation i für die Verbreitung des„Volksstaat" betrieben wurde. Wir haben Sorge getragen, daß der„Volksstaat" als Partei- vrgau Hinsort allen berechtigten Anforderungen der Parteigenossen �gerecht wird; insbesondere daß die Expedition in regelmäßigster � Weise geschieht, so wie daß die eingesandten Berichte in kürzester Zeit zum Abdruck gebracht werden; mit einem Worte, wir haben ; Alles aufgeboten, allen billigen Anforderungen an das Blatt ge- > eecht zu werden. Dagegen erwarten wir aber auch um so mehr, daß alle Parteigenossen ihre Schuldigkeit thnn und durch Gewinnung zahlreicher � neuer Abonnenten dazu beitragen werden, daß der„Volksstaat" j recht bald dreimal wöchentlich erscheinen kann. _ Mitarbeiter, Partei- und Gewerksgenossen! Rüstig anö Werk , eifriger Agitation und eS wird, eS muß möglich sein, im nächsten ! Ouartal 1000 neue Abonnenten für unser Parteiorgan, für den !'.Volksstaat" zu gewinnen! I Hamburg, den 23.. März 1673. Der Ausschuß der soz.-demokr. Arbeiterpartei. Ed. Prey, Vorsitzender. Th. B�rck, Eecrctär. An alle Mitglieder der internationale» Arbeiter-Afsoziation. Beschluß des Generalraths vom 26. Januar 1873. i In Erwägung, daß laut Artikel 3 der Statuten„der allge- lneine Kongreß die gemeinsamen Bestrebungen der Arbeiterklasse � verkündet, die für das erfolgreiche Wirken der Internationalen Association nothwendigen Maßregeln ergreift und den General- ! Nalh der Gesellschaft ernennt";' Daß laut Kapitel II, Z 2 der Verwaltnügs-Verordnungen„der General-Rath gehalten ist, die Kongreßbeschlüsse auszuführen";' j Daß laut Kap. V,§ 1 der Verwaltungs-Verordnungen„die . Sonderstatuten einer der I. A. A. angehörenden Gesellschaft Nichts � bcn allgemeinen Statuten und VenvaltungS-Berordnungen Wider- sprechendes enthalten dürfen"; In Erwägung, daß keine Gesellschaft oder Person einer Orga- nisation angehören kann, deren Gesetze sie venvirst,— also nicht Zu gleicher Zeit innerhalb und außerhalb der Organisation stehen kann; Daß im Falle erlittenen Unrechts oder vermeintlichen Schadens jede der I. A. A. angehörige Gesellschaft oder Person das Recht hat, aus dem nächsten allgemeinen Kongreß den Widerruf zu be- antragen; In fernerer Erwägung, daß laut dem Grundsatz der I. A. A. -.Keine Pflichten ohne Rechte, keine Rechte ohne Pflichten" jede bas Recht der Beschlußfassung ausübende Gesellschaft oder Person auch die Pflicht der Ausführung der gefaßten Beschlüsse hat;— AuS diesen Gründen erklärt der General-Rath: „Gesellschaften oder Personen, welche sich weigern, die „Kongrcßbcschlüsse anzuerkennen, oder wissentlich die durch die »Statuten und Verwaltungs-Vcrordnungen auferlegten Pflich- „ten verabsäumen,— stellen sich selbst außerhalb der Jnter- . ßiu dentschrr Muster-Professor. Zur„Rostockcr Zeitung" vom 29. Januar d. I. hat der dorfigv Professor Dr. E. D. H. Becker eine„Extrabeilage" geschrieben, betittelt:„Zur Arbeiterfrage." Darin druckte er einen Brief „An die Mecklenburger Hofkatenlcute" ab, den er 1849 hatte erscheinen lassen, und zwar anS folgendem Grunde:„Da derselbe dem Ver- nehmen nach zur Beruhigung der damals sehr erregten Gemüther beigetragen haben soll, es sich auch noch jetzt darum handelt, unsere �Landarbeiter, die ja leider zum Theil durch das Verlassen ihres Geburtslandes eine große IlnzuftiedenHeit mit seinen Institutionen an den Tag legen, damit auszusöhnen, dürfte es sich cmpfehlen, ihn abermals in einem viel gelesenen Blatte abdrucken zu lassen." Ter Inhalt des Briests ist der, daß der Herr Professor die Frage, „ob es denn auch wirklich wahr sei, daß ein so schwerer Druck ans einem Stande lastet, den Jeder als einen der nützlichsten im Lande anerkennt", verneinen müsse. Warum?„Ich hoffe, daß mir niemand widersprechen wird, daß eS sich gar oft ereignet, daß der Katenmann Ersparnisse macht, während der Gutsherr zusetzt." DaS ist �ungefähr so, wie wenn Jemand sagen wollte: Die gc- dicgenstc Bildung besitzen Diejenigen, welche weder lesen noch schreiben können. Warum?„Ich hoffe, daß mir Niemand widersprechen wird, daß eS sich gar oft ereignet, daß" ein des Lesens nnd Schreibens Unkundiger Mutterwitz hat,„wahrend" der und jener Professor ein Esel ist.— Es kann vorkommen, daß ein Hofkate ein„Ersparniß" macht und daß ein des Lesens und Schreibens Unkundiger Mutterwitz hat. Es kann vorkommen, daß ein Gutsbesitzer„zusetzt" und daß ein Professor ein Esel ist. Aber: nicht weil ein Professor ein Esel sein kann, darum ist es besser, lieber nicht lesen und schreiben zu können; nicht weil ein Gutsbesitzer mitunter„zusetzen" miiß, steht er sich schlechter als ein „Hofkate". Sondern: Trotzdem eö unter den Professoren Esel gibt, ist die Bildung ein unschätzbares Gut; trotzdem mancher Gutsbesitzer„zusetzt", ist es doch besser Gutsbesitzer als Hofkate zu sei»! Verstanden, Herr„Professor"? Weiter! Die Hofkatcnleute sollen sich um deö Himmels willen nicht„dem Arbeitsverband mit ihren Gutsherren entheben nnd auch insoweit ftcie Leute werden, daß sie arbeiten können, wo sie wollen. Was würde die Folge sein? Das Band der gegensei- tigen Uncntbehrlichkeit wäre zerschnitten. Ter Kateumann gäbe seine Miethe und ginge hin, wo er den besten Verdienst fände, der Gutsherr nähme Leute, die ihm am wohlfeilsten ar- beiteten. Sollte daraus wohl Vertrag und- Einigkeit entstehen? Ich glaube es nimmermehr, ja ich weiß es aus Erfahrung, daß in anderen Ländern daraus leicht Uneinigkeit entsteht. Wie das zu- geht, brauche ich wohl nicht weiter auseinander zu setzen. „Denkt Euch nun nur einmal, Ihr Hoskatenleute, die Ihr in der Nähe deS Hosts Eure Wohnungen habt, Ihr könntet in der Gegend keine Arbeit finden, und fremde Leute gingen an Eurer Thüre vorüber, um das Korn, was Ihr sonst gewohnt wäret, j Euer zu nennen, zu bestellen, zu ernten oder zu dreschen. Wie würde Euch wohl dabei zu Muthe werden? Würdet Ihr nicht denken: es wäre doch besser, wenn wir dahin gehen könnten, wo- hin wir so manches Jahr gegangen sind, als daß wir jetzt in Schnee und Regen weit über Feld gehen und zuweilen wohl ganz zu Hause bleiben müssen? Ich zweifle nicht daran, ja ich glaube, Ihr würdet denken: wenn uns die Arbeit auch zuweilen etwas schwer ankommt, so wissen wir doch jetzt, wo wir sie finden und 'wollen wir lieber etwas über uns ergehen lassen, als uns von einer Verbindung mit unserem Gutsherrn lossagen, die uns unser täglich Brot sicher gewährt." Es verdient der Welt aufbewahrt zu werden, wie ein deutscher „Professor" 84 Jahre nach der'stanzösischen Revolution über den Feudalismus dachte!„Das Band der gegenseitigen Unentbehr- � lichkeit wäre zerschnitten", wenn„der Katenmann dahin ginge, wo er den besten Verdienst fände!" Doch grämen wir uns nicht! Es liegt etwas Tröstliches in dieser Theorie! Nämlich die Ge- wißheit, daß auch Herr„Professor" Becker niemals sein Mecklen- bürg verlassen nnd etwa zu uns kommen würde! Denn sonst wäre ja„das Band der gegenseitigen Unentbehrlichkeit" zwischen dem Prügelland und solchem Denkervolksschädel„zerschnitten". Die gütige Natur schlägt Wunden und heilt sie auch!— Und wie idyllisch gar dieser„Professor" das Feudalwesen zu schildern weiß: „Während der Gutsherr sonst wie ein Vater von seinen Kindern sprach:„Das sind meine Leute", so müßte er ja nun sagen:„Das sind meine Micthsleute, die zahlen ihre Miethe und zehn mich weiter nicht» an!" Sträubt sich dagegen nicht Euer Gefühl und wenn auch nur ein Fünkchen davon übrig geblieben ist?" Es liegt wirklich Poesie in dieser Sprache! Der Gutsherr betrachtet seine Katenleute als seine„Kinder"! Sein?„Kinder" darf er prügeln— also die Katenleute auch! Folgsame Kinder dürfen nie fortlaufen, wenn der Vater sie prügeln will— und die Katenleute sollten dies dürfen?„Sträubt sich dagegen nicht Euer Gefühl, und wenn auch nur ein Fünkchen davon übrig ge- blieben ist?"— O über dieses wonnige, selige„Gefühl", sich einen Stock auf dem Rücken nnd dem Podex herumtanzen zu lassen!— Ter Herr„Professor" schließt seinen Nachtrag zum„offenen Brief" mit der Bemerkung, daß das Loos der mecklenburgischen Tagelöhner nicht eher besser würde, als bis die„wahrhaft christ- liche Liebe an Stelle der Menschenklngheit treten würde", und ge- steht freudigen Herzens: „Vor wenig Jahren würde eS kaum für passend gehalten sein, so zum größeren Publikum zu sprechen; seit aber unser jetziger all- verehrte Kaiser in den von Frankreich aus ergangenen Erlassen das Soli Deo Gloria*) in den Vordergrund gestellt hat, würde es ja keinem Deutschen Manne, deni eS mit seinem Deutsch- !thum rechter Ernst ist, geziemen, so oft sich dazu eine Gelegen- heit darbietet, eine damit nicht genau übereinstimmende Sprache zu führen und dieselbe allein den Theologen und theo- logischen Schriften zu überlassen, sie nicht in alle Lebensgebiete, welche das Christenthum ja alle durchdringen soll, einzuführen; indem wir dies hier thun, hoffen wir, jenem erhabenen Bei- spiele folgend, ein Mittel ergriffen zu haben, welches dazu beitragen kann, unser, dem Anschein nach ja leider großen Theils in Unglauben versinkendes Volk aufrichten zu Helsen." Auch wir, denen es mit dem„Deutschthum rechter Erust ist", wollen„eine damit übereinstimmende Sprache führen", und sagen: „Welche Fügung durch Gott", daß eine Nation, die ein„Denker- voll" sein könnte, so unglücklich ist, durch ihre Professoren aus den Hund gebracht zu werden! ')„Gott allein gebührt der Ruhm"!(„Durch Gottes gnädige Fü- zung", die in den Kriegstclegrammcn immer herausgestrichen worden.) Politische Uebersicht. Der Strike und Lockaut in Südwales scheint jetzt wirklich beendigt zu sein, und zwar durch einen Compromiß. Feststeht, daß die meisten Arbeiter in die Gruben zurückgekehrt sind und zwar unter der Bedingung, eine Woche zu dem von den Meistern ursprünglich angebotenen rcdnzirten Lohnsatz(wel- cher den Anlaß de» ConfliktS bildete), nach Ablauf der ersten Woche zu dem alte» Satz, bis man sich über eine Lohnerhöhung, die im Prinzip zugesagt ist, geeinigt hat. Näheres in der nächsten Nummer. Erwähnt sei hier nur noch, daß die Arbeiter unzweifel« hast den Strike gar nicht begonnen hätten, wenn die Grubenbesitzer von Anfang an zu solchen Bedingungen bereit gewesen wären. Die Verantwortlichkeit sür das furcht- bare Elend, welches diese zchnwöchentliche Arbeitseinstellung über eine Viertelmillion Menschen verhängt hat, fällt also auö- schließlich auf die Schultern der Hrn. Kapitalisten.— Zur Unparteilichkeit der Hrn. BourgeoiSgeschwornen. Ein Münchener Correspondent der„Deutschen Allgemeinen Zeitung— man merke den Titel!— schreibt unterin 20. d.M. über den bereits erwähnten Memminger'schen Prozeß: „Das mittelftänkische Schwurgericht in Ansbach, welches von allen Schwurgerichten am häufigsten mit Preßsache» sich zu befas- sen, dabei aber regelmäßig aus Nichtschuldig erkannt hat, hat vor- gestern zwei an einem sozialdemokratischen Blatt beschäftigte Personen zu 3 und linonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt. Tag« darauf wurde der Liedakteur des bekannten„Nürnberger Anzeigers" von demselben Gericht von der Preßvergchensklage fteigesprochen." Der Correspondent des nationalliberalen Bourgeoisblatts spricht zwar kein Urtheil auö, aber die Zusammenstellung der in seiner Notiz erwähnten Thalsachen bekundet unverkennbar seine Verwun- dernng. Der„Nürnberger Anzeiger" ist das unsere» Lesern be- kannte, in allen Farben des bürgerlichen Liberalismus— von blassester Fortschrittelei bis zu himmelblauer, bis an den Republi- kaniSmus anstreifender Demokratie— schillernde Organ deö Phi- listerthums. So viel wir wissen, hat dasselbe vor dem nämlichen Schwurgericht bereits acht nnd zwanzig Mal wegen Preßver- gehens gestanden und ist regelmäßig freigesprochen worden. Daö„sozialdemokratische Blatt", auf welches obige Correspondenz anspielt, ist das„Demokratische Wochenblatt", und die Ver- nrtheilten sind dessen Redakteur Memminger zu 3 Monaten, der Drucker Wörlein zu 1 Monat. Die bürgerliche Zeitung wird von den bürgerlichen Geschwornen freigesprochen, das sozialdemo- kratische Blatt wird von ihnen verurtheilt: das bürgerliche Blatt wird von den bürgerlichen Geschwornen fteigesprochen, obgleich eS schon mehrere Dutzendnial wegen Preßvergehens vor ihnen gestan- den; daö sozialdemokratische Blatt wird von den bürgerlichen Geschwornen verurtheilt, obgleich eS noch niemals wegen eines Preß- oder sonstigen Pergehns vor ihnen gestanden! Ist man nicht gezwungen, an Parteilichkeit zu glauben? ES scheint fast, die deutsche Bourgeoisie wolle den Bemühungen der Preußischen Regierung, das Schwur- gericht aufzuheben, Vorschub leisten, und dasselbe ab- sichtlich möglichst diskreditiren. Die Verurtheilung des„De- mokratischen Wochenblattes", der wahrhast unerhörte Skandal des Wildenhayn'schen Prozesses— ein Skandal, so groß, daß selbst daö Leipziger„Tageblatt" sich genöthigt gesehen hat, Hrn. Mücke, der auch der Held dieses Prozesses ist, anzugreifen—, der Pro- zeß Rammien, und endlich der skandalöseste der Skandale: der Leipziger Hochverrathsprozeß— das ist allerdiiigs ei» er- drückendes Belastungsmaterial gegen die heutigen Bourgeois- schwurgerichte.— Das Wolffsche Telegraphenbureau posaunte dieser Tage in die Welt hinein, daß in Braunschweig 120 nichtstrikende Buchdrucker jede Solidarität mit den Strikenden, den übrigen Gewerken und der Sozialdemokratie(aha!) zurückgewiesen hätten und zwar in einer„Erklärung" in einem dortigen Bourgeoisblatt. Wenn man bedenkt, daß der Tag, an dem diese Depesche die Runde durch die„unabhängigen" Blätter machte, gerade der letzte Termin der 14tägigen Kündigungsfrist ist, so liegt die Sache schon klar. Die nichtstrikenden Buchdrucker Brauuschweigs betragen aber nur 80, nicht 120 Mann. 45 davon ist der bewußte Revers gar nicht vorgelegt worden. Also ist die Zahl 120 vom Wolff'schen Büreau zum Zweck eines Schreckschusses vvllständig aus der Luft gegriffen; ohnedies war auch in der„Erklärung" keine Zahl angegeben. Daö Wolff'sche Bureau lügt also im Interesse deS Buchdruckcrprinzipalvercins, und die gcsammte von ihm bediente Presse lügt ihm nach. Solch freche Wirthschaft ist freilich nur durch die leider stets gelingende Spekulation aus die Dummheit des deutschen Publikums möglich.— In Wiesbaden fahndet die Polizei aus zwei adlige „Damen", die Spitzen, Regenschirme, Zahnbürsten-c. nicht etwa gratis ausgethcilt, sondern gestohlen haben. Leider nennt die Polizei die Namen der adligen Diebinnen nicht. Eine davon hat erst kürzlich mit einem Prinzen zu Darmstadt getanzt und die „allerhöchste Aufmerksamkeit" ans sich gezogen. Diebinnen- von Adel an der Hand von Prinzen— Tableau!— Der österreichische Kultusminister von Stremayr, ein Haupt- Held im Consisciren sozialistischer Blätter und im Auslösen sozia- listischer Vereine, gilt bekanntlich als„freisinnig". Zum Beweis dafür hat er das„deutsche Kinderbuch" von Simrock vcr- boten. Das hätte sich der alte harmlose Nibclungcnlciermann wohl nicht gedacht, daß sein„Kinderbuch" noch staatsgefährlich werden könne. DaS verpönte Werk enthält nichts als einfache, bekannte Kiudersprüchc in Reiumi, und wenn eine Staatsregierung solche „aus pädagogischen Rücksichten der gewichtigsten Art" verbieten kann, so ist sie eben einfach— kindisch.— •Ttf Der„Neue Sozialdemokrat" ist über die Erfolge unserer Agitation in neuerer Zeit in eine Wuth gerathen, die geradezu an Wahnsinn grenzt. Da die geistige Fähigkeit seiner Eapacitäten nicht mehr ausreicht, dem siegreichen Vorgehen der Mitglieder unserer Partei, die immer mehr einsehen, daß ohne rege Agitation nichts zu erreichen ist, erfolgreich entgegen zu treten, hetzt das Blatt seine Agitatoren au, die Agitation mit der Faust zu betreiben. Um seinen Lesern die Nothwendigkeit eines solche» Verfahrens klar zu legen, werden dann irgendwelche Unzuträglichkeiten provo- cirt, und dann berichtet der„N. Sozialdcmokr." in seiner Weise darüber, wie nachstehender Bericht auö vir. 33 genannten Blattes zur Genüge beweist: „Die Herren„Ehrlichen" scheinen durch die Braunschweiger Affaire, wo 300 dieser Gesellen über circa 10 Arbeiter dcö Allg. Deutschen Arbeitervereins hergefallen sind, in wahre Triuinphwuth verfallen zu sein. So ward Herr Hurleinann, Bevollmächtigter des Berliner Maurervereins, der zum Besuch in seiner Heimath Halberstadt gegenwärtig weilt, bei einem Ausfluge nach Quedlin- bürg von den„Ehrlichen" aus einer Versammlung hinausgeprügelt, zur Erde geworfen und unter dem Rufe:„Er muß sterben!" von mindestens 40 dieser Feiglinge ans das Acrgste gemißhandelt.— in näherer Bericht aus der Feder des Herrn Hurlemann selbst olgt noch. „Ebensalls wird Herr Hörig noch über die Braunschweiger Heldenthat des Herrn Bracke des Weiteren berichten; wir bemerken nur, daß ein„Grundehrlicher" der Bracke'schen Bande die Gelegen- heit wahrnahm und im Tumult mit Hörig's Hut und Regenschirm auf Nimmerwiedersehn verschwunden ist(!!!!). „Man sieht, die Herren machen in ihrer„Ehrlichkeit" erstaun- liche Fortschritte." Dem gegenüber wollen wir doch einmal den Sachverhalt dar- legen. Zum 8. März war Stelzer-Leipzig zu einer Holzarbeiter-Ver- sammlnng in Halberstadt eingeladen. Allein im Rath der beiden Herren Lampe und Hurlemann, beide Bevollmächtigte des Allg. Deutschen Maumwereius, wurde beschlossen, diese Versammlung in üblicher Weise zu sprengen. Hurlemann lief den ganzen Tag aus den Bauplätzen umher, die Arbeiter zu',.8 Uhr schon zu diesem Schurkenstreiche zu bestellen. Die von Lampe und Hurlemann ebenfalls an deni Abend an- beraumte Versammlung wurde nach Eröffnung sofort geschlossen, die dort versammelten Arbeiter nach der Holzarbeiter-Versammlung commandirt, dort das Büreau eingenommen, und unter einem Höllenscandal und.dem nur solcher Leute wie Lampe und Hurle- mann würdigen Rufe:„Ihr Hunde! keinen Fuß sollt Ihr mehr aus die Erde kriegen" aufgelöst. Am andern Tag, Sonntag, fand Versammlung in Quedlin- bürg statt, wohin auch„Herr Hurlemann einen Ausflug gemacht", um auch hier Scaudal zu provocircn. Allein die Quedlinburger Arbeiter verstanden das Ding verkehrt, und nach- dem Stelzer über Hurlemann's Heldenthat in Halberstadt berichtet, wurden die Herren Hurlemann und Dahle ganz einfach zur Thüre hinaus becomplimentirt. Wenn das in unzarter Weise ge- schah, so mag Herr Hurlemann das seinem nichtswürdigen Ver- halten in der Halberstädter Versammlung auf's Conto schreiben. Aber der„N. Soc.-D." sollte sich doch eigentlich freuen, daß die sonst so gemüthlichen Arbeiter Quedlinburgs seine Rathschläge befolgen, ohne sie nur gelesen zu haben. So hätten denn— merkwürdiges Spiel deS Zufalls— die Wirkung der Hetzerei des „Neuen Social- Demokrat" gerade die wüthendslen Hetzer zuerst büßen müssen? Wir bitten deshalb die Herren vom„R. S.-D." nur immer so fortzufahren, wir werden das jedesmal nachdrucken und werden sehen, welche wunderbaren Resultate das haben wird. *) Alle mit einem Sternchen versehenen Artikel ohne OnSnamen sind nicht von der Rcdaction versaßt, aber vom Ausschuß genehmigt. Gewerksl�enossenschaftliches. Verein der deutschen Steinmetzen. College» und Arbeiter Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz! Seit bereits vier Wochen haben die Steinmetzen von Zeitz und Umgegend den Kampf aufgenommen zur Wahrung ihres Rechts und ihrer Freiheit gegen die dortige Coalition der Arbeitgeber, welche sich nicht gescheut haben, in einer allem Recht und Billig- keit hohnsprechenden Weise ihre Arbeiter aufzufordern(Ihr Alle kennt ja bereits den UkaS), entweder aus dem Verein auszuscheiden und sich ihnen bedingungslos zu unterwerfen oder des Arbeits- ausschlusses gewärtig zu sein. Durchdrungen von dem Gefühl ihreS Rechts, vertrauend auf die Hilfe ihrer College» und aller Arbeiter, sind diese an harte Arbeit und Entbehrungen aller Art gewöhnten Männer, trotz ihrer äußerst ungünstigen materiellen Lage standhaft geblieben, und bereit, ihrer Ueberzeugung auch ferner treu zu blei- ben. Männer biS zu 60 Jahren, Väter zahlreicher Familien, 240 an der Zahl, erwarten unsere und Euere Hilfe, da auch das Letzte aufgezehrt ist. Durch die Opferfrendigkcit aller Mitglieder ist es unserem jungen Verein bereits gelungen, eine Unterstützung von circa 700 Thlru. abzusenden, doch waS ist das für so Viele? Auch in den benachbarten Districten, wie Harpersdorf bei Gera und Lodersleben bei Querfurt ist dasselbe Ansinnen unter Androhung des Arbeitsausschlusses von den mit Zeitz coaliprten Arbeitgebern an unsere College» gestellt worden. Auch diese Arbeiter sind ent- schlössen, ihre Rechte zu wahren und erwarten bei diesem Massen- auSschluß die Hilfe aller Arbeiter. Weder unberechtigte Forderung höherer Löhne(im Gegentheil wollen die Meister alle Preise zah- len, wenn die Arbeiter nur auS dem Verein austreten) noch son- stige Eingriffe in ihre Rechte konnten den Meistern Veranlassung zu solcher Handlungsweise geben, und so muß dieser Arbeitsaus- schluß als ein Akt brutaler Willkür bezeichnet werden, wie er wohl selten vorkommen dürfte. Ter Verein soll gesprengt werden, das ist daö Project unserer gesammten Meisterschaft, und scheut sich dieselbe nicht, zur Erreichung dieses Zieles mit allen Mitteln der rasfinirtesten Willkür einzutreten. Auch in Hamburg ist der Arbeits- ausschluß Thatsache; dort war es Zurücknahme des gegebenen Wortes seitens der Meister und das Verlangen bedingungsloser Unterwerfung unter die Willkür derselben, welche zum Arbeits- auSschluß führte. Mit srohcm Mnth, im unerschütterlichen Vertrauen auf unser Recht, sehen wir der Entscheidung entgegen, und möge der Ruf um thatkräftigc Unterstützung, den wir hiermit an alle Arbeiter ergehen lassen, nicht unerhört verhallen. Wir vertrauen auf Euch, Männer der Arbeit, schleunige Hilfe thut noth! Jedes auch noch so kleine Opfer ist ein Stein mehr am Tempel unserer Freiheit. Einzusendende Beiträge werden von Unterzeichnetem dankend ent- gegengenommen. I. A. des Ausschusses z. Berlin, P. Röhn, Secretair, Tieckstraße 23». d. 24. März 1873. Vom 1. April ab: Koppenplatz 1. Allgemeiner deutscher Schneidervercin. Zlünißerg. Kollegen! Wie bereits in einigen früheren Nrn. deS „Volksstaat" bekannt gegeben wurde, bestehen hier Differenzen zwischen uns und unseren Arbeitgebern, welche längst zu einem Strike An- laß geben konnten. Als wir im vorigen Frühjahr durch den Strike unö hikhere Löhne erzwangen, erkannten wir als dringende Noth- wendigkeit, daß wir das Einbringwesen in unseren Händen haben müssen. Die Gründe hierfür des Nähern auseinander zu setzen, würde zu weit führen. Wir übernahmen deßhalb das(wenn auch unter vielen Mißständen) noch existirende Arbeitsnachweisungsbureau. Im Anfang hatten wir keinen Widerstand, allein im Laufe des Sommers gründeten die hiesigen Schneidermeister einen Verein, welcher'wie alle Mcistervcreine den Zweck hat, gegen unsere Organisation zu kämpfen und dieselbe zu vernichten. Ein tz der Statuten lautet: „Wer einen Arbeiter auö einem andern, als dem von ihnen be- zeichneten Arbeitsnachweisungsbureau in Arbeit nimmt, verfällt in eine Conventionalstrafe von 700 Fl.(400 Thlr.)". Da die Herren jedoch bald zu der Einsicht gelangten, daß es für Manchen eine Unmöglichkeit sei� eine so hohe Strafe bezahlen zu können, so wurde dieselbe so reducirt, daß für das erstmalige Uebertreten des betrefsenden Z eine Strafe von 10 Fl., das zweitemal 20 Fl. tc. erhoben werden soll. Da wir jedoch unter keinen Umständen die Arbeitsvermittlung aus unseren Händen lassen wollen, so wurde in unserer letzten Versammlung eine Kommission von 5 Mann gewählt, welche die Aufgabe hat, auf gütlichem Wege eine Ver- einigung zwischen uns und den Arbeitgebern herbeizuführen.. Sollten die Meister jedoch die von uns gebotene Hand nicht annehmen, so bleibt uns nichts anderes übrig, als durch einen Strike unser Recht zu erzwingen. Wir warneu deßhalb vor allen« Zuzug. Kollegen! Die Zeit ist ernst, und sie erfordert ganze Männer, um der gerechten Arbeitersache zum endlichen Sieg zu verhelfen. Es ninß Alles aufgeboten werden, um unsere Reihen zu verstärken, um die Arbeiterbataillone zu vergrößern. So erfreulich es ist, daß in neuerer Zeit sich immer mehr Mitgliedschaften gründen, und uns anschließen, so sehr müssen wir eS beklagen, daß bisher in der Agitation so wenig geleistet worden ist. Laut Protokoll der Generalversammlung vom 17. bis 19. Juli 1870 hat jede Mitgliedschaft das Recht, allmonatlich den sechsten Theil des Rein- Überschusses zur Agitation zu verwenden. An uns liegt es also selbst, an unserer persönlichen Bequemlichkeit, wenn wir nicht vor- warts kommen. Auf denn rüstig ans Werk, keine Minute darf uns ungenützt vorUber gehen, keine Gelegenheit versäumt werden, immer und überall müssen wir an der Spitze der Bewegung stehen, von Stadt zu Stadt, von Torf zu Dorf muß agitirt werden, neue Mitgliedschaften müsse» gegründet, die bereits bestehenden ge- kräftigt, vergrößert werden, keine Ruhe und keine Rast dürfen wir unö gönnen, bis der Letzte unseres Geschäfts der Gewerkschaft an- hört. Unsere Gegner rüsten sich überall, um uns zu vernichten, unsere Aufgabe ist es, eine Organisation zu schaffen, welche allen Kämpfen und Anfechtungen gewachsen ist. Auf Kollegen! Denkt an den vergangenen, traurigen Winter, denkt an all die Unbill, die euch von euren Ausbeutern angethan worden ist, denkt an das Elend der Tausende von verheiratheten Arbeitern, der Frauen und Kinder, welche bei der gänzlichen Arbeitslosigkeit voin Hunger unerbittlich in die Arme der Confectionäre getrieben worden sind! Glaubt nicht, daß, weil die Sonne wieder scheint, euch die ßoldenen Aepfel von selbst in den Schoos fallen; arbeiten müssen wir, un- crmüdlich thätig sein, wenn wir siegreich aus den« Kampfe hervor- gehen wollen. Ein jeder Arbeiter mache eö sich zur heiligsten Pflicht, immer neue Mitglieder der Gewerkschaft zuzuführen, jede Mitgliedschaft inache es sich zur Ehrensache, in ihrer Umgebung neue Mitgliedschaften zu gründen, dainit wir bei der diesjährigen Generalversammlung aus allen Gauen Deutschlaitds uns die Hände reichen können zum internationalen Bnidcrbrund, zum gemeinsamen Kampf gegen unsere gemeinsamen Feinde! Doch nicht allein um uns handelt eS sich in dem großen Kampfe zwischen Kapital und Arbeit, sondern um das gesamnite Proletariat, um die große Masse der Enterbten; von allen Seiten dringt die Reaktion nnp die Bourgeoisie auf unsere Organisationen ein. Die beste und älteste Gewerkschaft, die Buchdrucker, wurden von ihren Arbeitgebern muthwillig in den Kampf getrieben, die ganze Linie steht im Feuer, die hochmüthigen Prinzipate wollen mit Ge- walt ihre Arbeiter vernichten, sie mit Gewalt zu Sclaven her- abwürdigen! Arbeiter! Hier ist es unsere unumgängliche Pflicht, unsere Solidarität zu beweisen; alle Arbeiter, gleichviel welcher Branche, müssen hier mit Rath und That den Buchdrucker beistehen, hier gibt es keine Sonderinteressen, keine Engherzigkeit. Alle für Eine», Einer für Alle. Siegen die Buchdruckergehilfen, dann siegen auch wir mit; siegen die Prinzipale, so werden wir den Rückschlag in der Arbeiterbewegung doppelt empfinden. Darum nicht gezögert, rasche Hilfe ist doppelte Hilfe. Wir ersuchen deßhalb unseren Aus- schuß in Chemnitz, schleunigst die nöthigen Schritte zu thun, sowjc alle Mitgliedschaften, nach Kräften zum Siege der Buchdrucker bei zutragen.—' Zugleich wird hiermit angezeigt, daß, da unser bisheriger W vollinächtigte Masel abgereist ist, in unserer letzten Versaminlu» vom 11. d. Mts. der Unterzeichnete als Bevollmächtigter gcwähl wurde. Mit sozialdemokratischem Brudergruß Joseph Rensing, Geiersbcrg Nr. 16 IV.. Auf den von C. Rick, resp. der Kontroll-Kommission gestellte: Antrag, anstatt der freiwilligen Beiträge zur Delegation uaä Brüssel dieselben zur Agitation aufzubringen, fordern wir hierinis die Mitgliedschaften auf, für diesen Antrag thatkräftig cinzustehen um dadurch eine Erweiterung unserer Organisation zu ermögliche« Hinsichtlich der Lohnerhöhungen mittelst Strikes legen wir alle: Berufsgenossen dringend ans Herz, wohl zu envägen, ob sie aufl zu diesem Kampf erforderlich organisirt und gerüstet sind. De»: schon seit Jahren sahen«vir Strikes aufeinander folgen, gleichsah eine Epidemie sozialer Krankheit, woraus«vir die Erfahrung g« macht haben, daß unsere ohnehin noch indifferenten Kollegen na>t einem mißglückten Strike gänzlich zurückschrecken und somit die Or ganisation schädigen. Ferner sind Diejenigen, welche außer der Organisation stehe» auch nicht geneigt, öfters Opfer zu bringen, vielmehr geben ß sich bürgerlichen Vorurtheilen hin,«vomit sie schließlich die Sach verurtheilen. Daher fordern wir hienuit alle Berufsgenosien auf, vor alle Dingen eine feste einheitliche Organisation erinöglichcn zu Helfer uin in Zukunft mit einer bis jetzt vermißten Waffe erfolgrei« kämpfen zu können. Ganz besonders fordern«vir die isolirt stehende Fachvereine auf, sich unserer Organisation anzuschließen. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Ausschuß G. Schösset, Geschäftsführer. ßhemnitz, 24. März. In der heutigen öffentlichen Versami» lung der Geivcrksgenossenschaft der Schneidergehilfen wurde folgend! Resolution einstimmig angenommen: Die heutige Versaimnlung erklärt, den raffinirten Plan de Buchdrucker-Principale in unserem vielgerühinten Deutschland al einen gegen die Arbeiter gerichteten Knechtungsversuch zu be; trachten und daher zu verdammen. Hingegen die Sache de: Gemaßregelten als eine gemeinsame aufzufassen und mit alle* Kräften zu unterstützen. Alle Mitgliedschaften«verde«« hierdurch verpflichtet, schleunigst im Sinne obiger Zeilen zu handeln und die Unterstützungen a» den Ausschuß einzusenden,«vorauf Quittung erfolgt. Gleichzeitig machen wir bekannt, daß bis zum 15. April di: Abrechnung des I. Quartals 1873 einzusenden ist, wobei wir er mahnen müssen, nicht wieder so säumig zu sein,«vie zum letzte« Quartal 1872. Für den Ausschuß G. Schöffel. Allgmeiner Deutscher Sattlerverein. Hamburg, 24. März. Sämmtliche Sattler und Beruft; genossen Deutschlands«verde» hierdurch in Kenntniß gesetzt, daß wir Hamburger uitd Altonaer College«« 5'/» Thlr. Minimalloh»! 50 Proccnt Erhöhung für Sonntagsarbeit, sowie 10 stündigt Arbeitszeit und sämmtliche Sattlergehülfen aus eigene Kost unt Logis gefordert habe». Sollten die Arbeitgeber jede gütliche Vev einbarung ausschlagen und die aufgestellte Forderung nicht bewib ligen, so sind«vir Hamburger und Altonaer Sattler und Berufs' genossen entschlossen, dieselbe durch Strike zu erzwingen. Da de« offene Kampf jeden Augenblick bevorsteht, so rufen«vir Euck College» Deutschlands, zu: Haltet den Zuzug von Hamburg unt Altona fern und unterstützt uns«nit allen Euch zu Gebote stehen' den-Mitteln.— College»! Unser Sieg ist der Eurige, wie unseft Niederlage auch euch schädigt!, Der Allgemeine Deutsche Sattlerverein in Hamburg sieht ft schönster Blüthe; es sind«venige Sattlergehilfen hier, die sich nick«! dem Verein angeschlossen habe». In« Auftrage des Comitös: W. Halder, Beyerstraße Nr. 13, IV. Etage rechts, St. Georg, Hamburg, j Aterkin.(Der Allgemeine deutsche Sattlerverein) hat» Sonnabend, den 22, in GraüveilS Bierhalle eine äußerst zahl' reich besuchte Versamnilung. Den ersten Gegenstand der VerHand' lung bildete ein vom Wiener Fachverein eingelaufenes Schreibe� ivorin die Wiener Sattler, die sich in einer Preisbewegung be' finden, bitten, jeden Zuzug fernzuhalten.'Nach kurzer Debatte; an welcher sich die Herren Auer, Berg, Capitan und Schröde» betheiligten,«vurde folgende Resolution angenommen:„Der Allgi deutsche Sattlerverein erklärt sich mit dem Vorgehen der Wiener Kollegen vollkommen einverstanden und ihre Forderungen für ge' rechtfertigt. Er verspricht daher, die Wiener Kollegen nach Kräfte» zu unterstützen. Zugleich erklärt der Verein es für Ehrenpflicht eines jeden Sattlers, bis zur Regelung der Preisbewegung Wie» auf der Reise nicht zu berühren, überhaupt jeden Zuzug nach dorh fern zu halten." Hierauf wurde über die Vorgänge auf der ai» Donnerstag stattgefundenen Meisterversammlung gesprochen und! hervorgehoben, daß besonders von Seiten des Jnnungs-Vorstandes das Gerücht kolportirt werde, daß die Sattler einen Strike mache» wollen. Alle Redner sprachen sich dahin aus, daß dies Gerücht- voin JnnungSvorstand erfunden sei und böswillig verbreitet Werves Die Versammlung beschloß durch folgende Resolution ihrer Ge» sinnung Ausdruck zu geben:„Der Allg. deutsche Sattlerverei» erklärt das vom Jnnungsvorstande verbreitete Gerücht, wonach der Allg. deutsche Sattlerverein Strike der Sattlergesellen herbei' «ihren wolle, für vollständig umvahr und erklärt ferner, daß del Verein an seinen Grundsätzen, welche«m Statut ausgesproche» sind, zwar unerschütterlich festhält, den Strike jedoch als zwei- 'chneidiges Schwert betrachtet, zu dem nur im äußersten Falle ge'> griffen werden darf, und dieser Fall tritt dann ein, wenn dit Meister den billigen Forderungen der Gesellen keine Rechnunzi tragen." Zum Schluß w«lrde noch, gegenüber der Mcisterkoalition, auf die Nothwendigkeit hingewiesen, daß sick auch die Gesellen fest vereinigen und folgende hieraus bezügliche Resolution zum Beschluß erhoben;„Der Allg. deutsche Sattlerverein erklärt es in Anbetracht der Meisterkoalition für Pflicht und Aufgabe eines jeden Sattler-! gehilfeu, dem Verein beizutreten, um gemeinsam die Rechte der Arbeitnehmer gegenüber den Machinatioiien einzelner Arbeitgeber zu schützen".(Dem. Ztg). t Wien, 24. März. Vor Zuzug wird gewarnt! Fachgenosseu- Der Strike der Sattler ist hierorts ausgebrochen und wir sink entschlossen, fest einzustehen für unser Recht, damit auch wir uw als Mitglieder der großen Arbeiterverbindung würdig zeigen und»ich* wie feige Memmen vor dem Kapital zu Kreuze kriechen. Genosse»- Wir ersuchen Euch, uns nach Kräften zu nnterstützea; vor alle«»! ist es aber nothwendig, daß der Zuzug nach Wien so lange fer»'i gehalten wird, als unsere Forderungen nicht berücksichtigt werde»- Genossen, thut daher Eure Schuldigkeit und wir siegen. Briese und Unterstiitzunzen sind zu richten: Ernst Lange, Taschner, Wien, 3. Bezirk, Löwengassc 29. Im Auftrage: Karl Hübner, Ausschußmitglied. rllv lfe« reil ude! c. mm1 end de! ) als bei des alle ingl l di! : er- chte« l. ms« das ich»! ibigj unI B-r !wil' :ufs- de« ruch, u»r heal aser� t i» nich 'rg.! aattk jahl' and-! ibeiik be« atch »de» llllD enel r ifte» slichl Sie» dorl ai» und ndes che»� mchtj irdes Ges :rci« nach ebei� de< che» wei- 3e' die iiing üoim fei hlu! reich tlcr- det> lebet jfeitij sint; uns nich fstni ll-ol erne den- Correspondenzen. Leipzig.(Berichtigung.) Nicht Herr Staatsanwalt Hoffmann, sondern Herr Staatsanwalt Schwabe hat im Wildenhayn'schen Prozeß fungirt. Auch soll derselbe in seinem Plaidoyer die Ver- urtheilung energisch befürwortet haben. Indem wir diese Berich- tigung veröffentlichen, bedauern wir, jene Notiz von einem Eor- respondentcn angenommen zu haben, der, wie wir jetzt erst ersah- ren, nicht der Verhandlung beigewohnt und sich daher in der Person des Staatsanwalts geirrt hat.— Der Jrrthum unseres Eorrespondenten ist uns sehr peinlich. Allein wir möchten Die- jenigen, die uns darüber zurechtweisen, fragen, wie oft sich die Herren Staatsanwälte„irren", indem sie mitunter �monatelang schuldlose Leute in Untersuchungshaft halten. Zlnrnberg, 18. März. Gestern Abend hatten wir in unserer, wie gewöhnlich von über 300 Personen besuchten Parteiversamm- lung die sehr zweifelhafte Ehre, eine der Hasenclever'schen In- telligenzen kennen zu lernen. Es war dies seit 3 Jahren das erste Mal, daß dieHerren vom�.Neuen" hier wieder das Terrain recog- nosciren ließen. Doch mußte das hiezu abgesandte Werkzeug hie- bei die Erfahrung machen, daß hier das Berliner Sprüchwort gilt:„Js nich." Nachdem Muth die sozialpolitische Rundschau gehalten hatte, meldete sich ein Herr Lesser, angeblich als Wanderbursche aus dem Schwarzwald über Bamberg nach Nürnberg kommend, Zum Wort. Derselbe benützte das Gehörte, um mit der bekannten Hasenclever'schen Phraseologie einzelne von dem Referenten etwas kurz behandelte Punkte breit zu treten, das Ganze aber zu wieder- holen und der Versammlung so vorzutragen, als ob eS sein eigenes Fabrikat wäre. Obwohl er vorgab, kein Agitator zu sein, so konnte man es doch an seiner theatralisch angelernten, markt- schreierischen Gestikulationsweisc und seiner wirklich schlagfertigen Suade, verbunden mit einer ziemlichen Fertigkeit, Anderen auf jesuitische Weise das Wort im Mund herumzudrehen, erkennen, daß das Tölcke'sche Dressursystem mit Erfolg an ihm angewendet worden sein muß. Bei seinem ersten Auftreten jedoch nahm er sich in Bezug auf unsere Partei ziemlich zusainmen, erklärte, daß er nicht gekommen sei, um Zwietracht zu säen, sondern blos im Interesse der sozialistischen Idee überhaupt ic.:c. Von einigen Anwesenden errang er sich auch wirklich Beifall, der ihn dann jedesmal anfeuerte, wieder einen frischen Anlauf zu nehmen, und so lange zu klappern, bis ihm der Athem ausging. Den Hassel- männischen Pferdefuß kehrte dieser„staubige Bruder" erst heraus, nachdem Grillenberger das zweite Referat:„Das erste Einigungs- amt und die ersten Schlachten des Proletariats" beendet hatte. Seine Behauptung, daß er noch in keiner Versammlung der svz.- dem. Arbeiterpartei eine so energische Bekämpfung der Bourgeois- demvkratie, wie er von dem Referenten gehört habe, war die Beran- lassung, daß mehrere Parteigenossen, namentlich Grillenberger, Muth und Siebert, ihm ganz gehörig ans den Pelz rückten. Er suchte das Vorgehen Bracke's sowohl bezüglich des demokr. Wahl- Vereins als auch der letzten Braunschweiger Ässaire hereinzuziehen, nannte den Großfabrifantcn Spindler in Berlin, bei dem er wegen Verbreitung des„Neuen" gemaßregelt worden sei, ein Ehrenmit- giied unserer Partei und erzählte auch, daß er erst kürzlich eine llmonatliche Gefängnißhaft verbüßt habe. Obwohl wir nun hier den„Neuen" sehr fleißig studiren, so konnten wir doch von dieser Strafe des Herrn Lesser nichts darin finden; höchstens müßte der- selbe n In Tölcke bestraft worden sein. Schwindel hinten und vorn. Da sieht man, welche Mährchcn die Herren vom„Allg. Deutschen" ihrer Zuhörerschaft zu bieten wagen. Gliicklicher Weise sind die süddeutschen Arbeiter an eine andere geistige Kost gewöhnt, und es dürfte deshalb den hasselmännischen Bauernfängern schwer werden, Boden zu gewinnen, selbst wenn sie alle Kräfte anspannen, wie dies z. B. gegenwärtig in München geschieht, wohin Herr Lesser sich begeben hat. Eine Probe höchst eigenthümlicher Logik gab Herr Lesser zum Besten, indem er sagte, er werde niemals aus dem Allg. deutschen Arbeiterverein austreten, weil ja die soz.- dem. Arbeiterpartei dasselbe wolle wie dieser. Und doch Volks- partciler! _ Die Versammlung schloß mit einem dreifachen Hoch auf die gefallenin Kommunekämpfer und auf unsere Jnhaftirten und mit dem Gesang: Arbeitend leben oder kämpfend den Tod. Zwölf Mann ließen sich in die Partei aufnehmen, darunter 2 ehemalige Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Was würde Lassalle sagen, wenn er die Corruption in seinem Werke sähe, und wenn er wüßte, daß ein Hasencleocr ihm das angethan hat, an seinem Grabe zu erscheinen! C. Grillenberger. A. Muth. Spandau. Seit langer Zeit wieder prangten am Montag, den 3. d. M., Plakate an den Straßenecken, die zu einer Bolksversamm- lung in Mendels Lokal, Schönwalderstr. 41, einluden. In überaus Zahlreichen Massen waren die Arbeiter— unter denen viele deko- rirte Wehrmänner sich befanden— erschienen. Auch die Orts- vereinler waren vertreten. Herr Stegemann wurde zum ersten, Lamprecht zum zweiten Vorsitzenden und Könnecke zum Schrift- sührer gewählt. DaS Büreau war, wip immer, ganz in unfern Händen. Herr Bernstein aus Berlin referirte Uber den 1. Punkt �er Tagesordnung:„Das hiesige Denkmats-Projekt und die Do- kationen der Generäle." In glänzender, oft satyrisch gewürzter �iede beleuchtete Redner geschichtlich die letzten Kriege unter don- uerndem Beifall. Er schilderte die großen Nachtheile, die solche Kriege für das Volk im Gefolge haben und welch riesige Geschäfte Börsenspekulanten dabei machten. Als zweiter Referent sprach Fischer über den Milliardenregen und die Wohnungsnoth. Auch Fischer sprach unter großem Beifall. Er geißelte scharf das jetzige �lnnexionSgebahren der Fortschrittspartei von 64 und 66, und wies durch Thatsachen nach, daß diese Partei niemals die wahren �olksinteressen vertreten habe und auch nie vertreten wird.. An Ler hierauffolgenden Diskussion betheiligte sich u. A. Herr Lam- brecht, welcher sehr treffend bemerkte, man solle den gefalleneu Brüdern zu Ehren 3— 4 Familienhäuser bauen, mit der Inschrift: »Zum Andenken der gefallenen Krieger." Weiter sprachen Könnecke, Mehrere OrtSvereinler, Bernstein und Fischer. Nachdem folgende Resolution einstimmig angenommen, fanden zahlreiche Abonnements »uf den„VolkSstaat" und Einzcichnungen statt. Die Resolution kautet: Jn Erwägung� daß die Lage der arbeitenden Klasse als der einzig Werthe schaffenden eine unwürdige ist; in Erwägung, daß die Errungenschaften des Krieges nicht zum Nutzen des Volks, Jondern für Militärzwecke verwendet worden sind; in Erwägung, daß durch das Militär-Wochenblatt neue Kriege in Aussicht ge- stellt sind; in Erwägung endlich, daß die Interessen der Arbeiter solidarisch sind, in Erwägung aller dieser Umstände erklärt die heutige Volksversammlung, daß die Arbeiter kein Geld für Kriegs- denkmäler haben. Daß es hingegen Pflicht jedes Arbeiters ist, in der sozialdemokratischen Arbeiterpartei für die Prinzipien der Menschheit zu wirken. W. Fischer, Vertrauensmann. Spandau. Am 10. März fand hier eine Versammlung des Allgemeinen Schuhmachervereins statt. Pioch sprach über den Strike der Mainzer Collegen, brandmarkte das Vorgehen der Fa- brikanten und forderte zu einer Sammlung auf. In ähnlichem Sinne sprachen sich die Herren Kückling und Grieben auS Giffey gab den verschiedenen Parteien im Allg. Schuhmacherverein die Schuld an den Zerwürfnissen. Einem gewissen Aurin, Mit- glied des Allg. d. Arb.-V., sei es gelungen, durch die größten Wühlereien eine Controlcommission zu Stande zu bringen, die nach seiner Pfeife tanze. Als Redner in einer von der Control- commission einberufenen Versammlung erklärte, dieselbe fei nicht berechtigt, einen Vertrauensmann zu wählen, wurde ihm bedeutet, daß er seine Knochen in einem Taschentuch nach Hause tragen würde, wenn er noch einmal so spräche. Die Redaction des „Neuen" unterstütze das Treiben dieser Controlcommission. Redner ermahnte zum Festhalten an der großen Sache. Pioch stimmte dem bei. Nachstehende Resolution wurde angenommen:„In An- betracht der zwischen der Controlcommission und dem Ausschuß ausgebrochenen Streitigkeiten sieht sich die Spandauer Mitglied- schaft des Allgcin. Schnhmachervereins genöthigt, der Control- commission ein vollständiges Mißtrauensvotum auszusprechen, indem dieselbe unter dem Commando der Herren vom Allg. d. Arb.-V. steht, Herrn Kühne dagegen wie dem gesammten Ausschuß, der gleiches Recht für Alle will, vollkommen ihr Vertrauen und ihre Anerkennung kundzugeben." Collegen Berlins! Nehmt die Statuten in die Hand und ihr werdet finden, daß diejenigen, die stets nach Einigung schreien, die Feinde der Einigung sind. Sie nützen uns so wenig, als die Republik uns durch ihren Namen allein nützen würde. Darum fort mit ihnen! Kjückling, Vertrauensmann. jJZcrki», 22. März. Wieder soll ein Gewerkschafts-Kongreß in Berlin stattfinden und zwar diesmal für die Gewerke der Maurer und Steinmetze. Einberufen ist derselbe durch ein vorder- Hand völlig namenloses Komite. In dem Aufrufe zur Be- schickung des Kongresses wird auf die Nothwendigkeit einer Ver- einigung hingewiesen, wird aufgefordert, jeden Fractionshaß fallen zu lassen, nur das gemeinsame Wohl im Auge zu behalten und dasselbe fördern zu helfen. Unterzeichneter ist nun, seit er der sozialdemokratischen Bewegung angehört und die Feindseligkeiten innerhalb der deutschen sozialdemokratischen Partei überhaupt kennt, ein entschiedener Vertreter der Versöhnung und der Verständigung und hat er dies schon oft durch die That bewiesen. Trotzdem ich nun so sehr für ein Verständigen bin, so habe ich doch mein Mißtrauen gegen diesen neuen Vorschlag zur Güte. Zwar zweifle ich nicht an der Ehrlichkeit und dem guten Willen der Einbernfer, aber ein gebranntes Kind fürchtet das Feuer, und wer wie ich Gelegenheit hatte, die Gewerkschafls-Kongresse zu Berlin im Laufe des vorigen Jahres zu beobachten, wer die Vorgänge ackf dem Tischler-, Schuhmacher-, Stellmacher-Kongreß mit erlebt, wer dort gesehen, wie von feiten der Mitglieder des Allgem. d. Arb.-V. Alles aufgeboten wurde, um die sozialdemokratische Arbeiterpartei zu verdächtigen und wie man die künstlich geschaffenen Majoritäten einfach nur dazu benutzte, um die„Internationalen" niederzu- stimmen; wer gesehen, wie auf dem Tischler-Kongreß, als ein De legirter aus Wien das einberufende Comite anklagte, daß mit der Kongreßeinbernfung zu überstürzt vorgegangen und dadurch eine große Anzahl von Delegirten aus der Schweiz und Oesterreich am Erscheinen verhindert worden seien, ein Herr Reinderö, Dele- girier für Breslau und Mitglied des Allg. d. Arb.-V., unter dem Jubel seiner Vereinsgenossen die Erklärung abgeben konnte, gerade diese Ueberftürzung rechne er dem einberufenden Konüte als Verdienst an; denn hätte man den Herren Internationalen Zeit ge� lassen, dann wären sie in größerer Zahl erschienen, und das hätte die gedeihliche Entwickelung gehindert, der erwartet nichts Gutes von diesem neuen Kongreß. Den Schweckendick, ReinderS und Genossen wäre dann freilich das Majoristren der anwesenden Vertreter der internationalen Holzarbeiter- Gewerkschaft nicht so leicht geworden. Bekannt ist der famose Beschluß, den„Volks- staat" nicht als Vereinsorgan zu betrachten, wodurch man die Mitglieder der Holzarbeiter-Gewerkschast, der großen Mehrzahl nach Tischler, einfach ausschloß. Dieser Beschluß ist durch den in einer der letzten Nummern des„Bolksstaat" von feiten des dem Allg. d. Tischler-Verein angehörenden Strike-Comitv's erlassenen Aufruf, Zuzug nach Berlin fernzuhalten, weil bei der Hartnäckig- keit der Tischleruieister ein Strike bevorsteht, treffend illnstrirt worden. Wenn man sich in der Macht fühlt, wie beim Kongreß, dann verspottet mid verachtet man die Internationalen, aber in Zeiten der Noth, wie jetzt am Vorabend des Strikeö, da sind auch selbst die Organe der„Ehrlichen" gut. Dann werden auch die Gelder der„Eisenacher Volkspartei" willkommen angenommen. Ich wäre sehr gespannt, wie sich der„Neue" in einem analogen Falle benehmen würde. Ich kenne einen Gewerkschafts-Verband, dessen Bekanntmachungen vom„Neuen Sozial-Demokrat" nicht aufgenommen werden, trotzdem derselbe als Vereinsorgan mit be- stimmt ist— blos deswegen, weil der Vorsitzende dieses Vereins zufällig ein„Ehrlicher" ist. Wer dieses Alles erlebt hat, wer sieht, daß nur blinder Haß entscheidet, der traut auch den schönsten Ver- sprcchungcn nicht, wenn sie von genannter Seite kommen. Die Vorspiegelung in dem Aufrufe zu dem Maurer- und Steinmetzen-Kongreß, daß vorerst eine Vereinigung auf gewerk- schaftlichem Gebiete stattfinden solle, dann finde sich dieselbe auch auf anderem Felde, ist die nämliche, welche Herr Ann» vor dem Schuhmacher-Kongreß Unterzeichnetem gegenüber auch gemacht hat. Nun, wie Herr Aurin und feine Freunde aus dem Allg. deutschen Arb.-V. die Versöhnung auffassen, davon kann mein Freund Metzner wohl ein Lied singen. Der Allg. d. Maurerverein bildet nun laut seiner Generalversammlungsbeschlüsse einen treuen Bundes- genossen des Allg. d. Arb.-V. Die säuuntlichen hervorragenden Mitglieder des Maurervereins sind Mitglieder und eiftige Agita- toren des Allg. d. Arb.-V. Ich bin sofort bereit, hundert Reso- lutionen, welche von Mitgliedern des Manrervercins eingebracht und angenommen wurden, beizubringen, in denen ausgesprochen ist, daß nur im Allg. d. Arb.-V. einzig Heil und Glückseligkeit zu erreichen ist und daß jeder Gegner des Allg. d. Arb.-V. und dessen Führer ein Feind der Arbeitersache sei. Nun sind aber die Einbernfer des Kongresses gerade Mitglieder des Allg. d. Maurer- und Allg. d. Arbeitervereins, also zweier Vereine, die laut ihrer offiziellen Beschlüsse mit uns sich»icht versöhnen können, deren Aufgabe es im Gegentheilc ist, unsere Partei und deren Organi- sation zu vernichten. Was sollen da die Versicherungen nützen, daß die Herren Versöhnung wollen, wenn dieselben die Vereinigung nur dann für möglich halten, wenn laut der eigenen Generalver- sammlungsbeschlüsse wir uns blindlings unterwerfen? Wollen die Herren wirklich, daß Friede unter den deutschen Arbeitern werde, gut, dann mögen sie feierlich und offiziell erklären, daß sie nnS als Sozialdemokraten anerkennen, wie sie das Gegentheil schon so oft gethan; sie mögen erklären, daß sie uns unrecht gethan, als sie uns stets die Eigenschaften einer sozialdemokratischen Partei absprachen. Wir wollen Garantien dafür haben, daß Vorgänge, wie sie auf dem Tischler-Kongreß vorkamen, nicht stattfinden werden. Dann, aber auch nur dann, dürfte es unsrerseits gerathen sein, daß wir für dieses neue Projekt eintreten. I. Auer. ßötu, den 11. März. Volksversammlung im Lokale des Hrn. Wißdorf. Tagesordnung: 1) die europäische Arbeiterbewegung; 2) der deuffche Buchdrucker-Verband und die Proklamation der Herren Prinzipale.— Herr Schumacher behandelte den ersten Theil der Tagesordnung, indem er zuerst auf den allgemeinen Ar- beiterdruck hinweist: wie dieser nicht lokal, nicht national, sondern international sei. Dann erläuterte er die geschichtliche Entwickelung der sozialen Verhältnisse, macht hauptsächlich auf die Unzugänglich- keit des politischen Studiums für den Arbeiter durch die von Staat und Kapital bezahlte Presse aufmerksam, sowie er auch die Unterrichtsfrage bespricht und durch die Behauptung:„Der Schul- meister war es, der bei KönigSgrätz den Sieg davon getragen hat" in treffender Weise charakterisirte. Sodann beweist er, daß die Interessen der Arbeiter solidarisch wie die der Völker sind. Er zeigt, daß man uns mit Unrecht den Vorwurf mache, wir seien kulturfeindlich und sagt:„Die können nicht kulturfeindlich sein, die die soziale Frage als eine brennende betrachten." In beredter Weise widerlegt er die Ansicht, wir beabsichtigten die Familie zu zerstören. Indem er.zur Besprechung der Religiosität übergeht, weist er darauf hin, wie man die religiöse Toleranz nur der Wirk- sanlkeit der Wissenschaft zu verdanken habe, und daß überhaupt nur durch die Macht der Jvem, durch die Macht der Aufklärung die Völker einander genähert werden. Der Arbeiter müsse nicht allein Theoretiker, sondern auch Praktiker werden. Er schließt, indem er insbesondere die Nothwendigkeit der Betheiligung an der Politik für alle Arbeiter betont.— Bei Besprechung des 2. Theiles der Tagesordnung gibt Herr Schumacher einen kurzen geschichtlichen Ueberblick zur Erläuterung der englischen und deutschen Gewerksgenossenschaften und der Fach- vereine, und gebt über zur Gründung des Buchdruckerverbandes 1366.— Um zu zeigen, wie die Bnchdruckerei-Besttzer beabsichtigen, den Verband zu sprengen, wie also unter den Kapitalisten alle religiösen und politischen Skrupel weichen, wenn cS gilt, sich zur Unterdrückung der Arbeiter zu vereinigen,(— so beabsichtigt z. B. die Redaktion der ultramontanen„Kölnischen Volkszeitung" ihr Blatt bei der Expedition ihrer Feindin, der iiationalliberalen „Kölnischen Zeitung" setzen zu lassen, weil dort keine Perbands- Mitglieder beschäftigt sind; eS haben die drei hiesigen Druckereien „die Kölnische Volkszeitung", die Actien-Buchdrnckerei und die Bibeldruckerei ihren im Verbände stehenden Arbeitern gekündigt, was die Nicht-Berbandsmitglieder zu freiwilliger Kündigung ver- anlaßte) verliest er die durch die„Kölnische Voltszeitung" vom 1. März Nr. 59 veröffentlichte Proklamation der Prinzipale(„Zur Aufklärung über die gegenwärtigen Zenvürfnisse in der Buchdrucker- welt"), indem er an den passendsten Stellen die meisterhaft kapi- talistische Logik kritisirt.—(. Hierauf ergreift Herr Ries das Wort und schildert der Ver- sammlung den Buchdruckerverband als einender ersten und Haupt- sächlichsten Gewerkschaften, macht ihm aber den Vorwurf, sich bis- her von der Politik ferngehalten zu haben.— Dies veranlasste einen der anwesenden Buchdrucker, darznthnn, daß sie als Verband die Politik ausschließen müßten, jedoch als Staatsbürger nach Kräften sich daran zu betheiligen strebten.— Herr RieS erklärt demnach, daß eben dies seine Meinung gewesen und fordert sie zufolge dessen zum Beitritt in die Partei auf, was denn auch am Schlüsse der Versammlung einige Resultate erzielte; zugleich fordert er die von der Kölnischen Zeitungs-Expedition anwesenden Drucker auf, den Druck der kölnischen Bolkszeitung zu verweigern. Herr Schumacher legt allen Anwesenden ans sHerz, der Organisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei beizutreten, soziale Schriften zu lesen und zu vertreiben und warnt vor schlechten Schriften. Herr Rittinghausen betont in einer kleinen Anrede die Nothwendigkeit der Bereinigung aller Arbeiter und die Betheiligung an der Politik und an der allgemeinen Arbeiterbewegung. Ein anderer Redner aus dem Gelehrtenstand sprach über das Koali- tionsrecht und über die Konkurrenz der Arbeitgeber, wie letztere jedoch plötzlich der Gemeinschaft Platz gemacht, um die Arbeiter zu unterdrücken. Er beleuchtet sodann jven Nachtheil des Kasten- stolzes unter den Arbeitern(was jedoch von den anwesenden Buch- drucken» als etwaige Anspielung auf sie energisch abgelehnt wird'( welcher in so hohem Grade bei der Klasse der Kopfarbeiter(Ad- vokaten, Aerzte, Gelehrten:c.) vorhanden sei, und wie diese es nicht verschmähten,„Katzenbuckel" zn machen, dem Triebe nach Reichchnm und Ehren folgend. Er schließt seine Rede, indem er ans die Waffe des Arbeiters, auf die Masse hinweist, mit den Worten:„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" Die Versaminlung beschließt zn der auf Sonntag, den 23. dieses M. festgesetzte Volksversammlung vom Stadtrathe die Be- nutznng des Gürzenich-Saales zn erwirken. Mit Brudergruß und Handschlag B i r n b a u w. Mssetdorf. Arn 18. Januar bilvete stich hier eine Partei- Mitgliedschaft; die Mitglieder waren alle Tischler und verlangten eine Holzarbeiter-Gewerkschast, die auch mit 33 Mitgliedern am 1. Februar desinitiv gegründet wurde. Ebenso befindet sich hier eine Mitgliedschaft der Internationalen Arbeiterassoziation. Unserer Sache stehen hier viele Hindernisse entgegen; der Ultramontanis- ninS herrscht vor, wie nirgendswo, und auf der andern Seite stehen die Nationalen. Außerdem sind noch etwa 20— 30 fanatische Lassalleaner vorhanden, die Jeden als„Bourgeois" nieder- schreien, der nicht beim zweiten Wort„Lassalle" sagt. Die Mit- gliedschaften des Allgem. d. A.-V. im Rheinland außer zu Düffel- dors und Neviges sind laut„Neuem" seit Monaten ihre Beiträge schuldig geblieben. Als Organ der Holzarbeitergewerkschaft ist einstimmig der„Volksstaat" angenommen worden; der ,Meue" nahm den Bericht nicht auf. Ans den 18. Januar hatten wir eine Arbeiterversammlung einberufen nach� Füßcr's Lokal. Die Plakate wurden überschmiert und ander» Tags das Lokal verwei- gert, unter dem Vorwand, die Polizei hätte dem Wirth mit Ent- Ziehung der Conzcsston gedroht. Der Wirth, Herr Füßer, ist nämlich nebenbei auch technischer Polier bei einem Bauunternehmer, welcher eine Schreinerwerkstatt mit 23 Arbeitern hält. Diese Werkstatt wird hier mit dem ehrenvollen Namen„Prison" bezeichnet. Sollte vielleicht--—??•— Am 2. März beriefen wir eine Volksversammlung in die Centralhalle am Bahnhofe ein. Die Herren vom„Allgem. Dtsch." erhielten das Büreau und setzten die Tagesordnung ab, trotzdem wir in der Abstimmung in der Majorität blieben. Ich zählte für uns 76, für die Andern 48 Stimmen. Ain andern Tag aztcn sie selbst, sie seien in der Minorität gewesen. Nun reserirte Obermann aus Neviges trotz der also unnöthig abgesetzten Tages- ordnung unter großem Beisall über die Tabakssteuer; hierauf sprach Trccsbach eben falls unter Beifall. Der bekannte Protest wurde angenommen. Die Herren vom„Allgem. Dtsch." haben auf diese Weise eine billige Volksversammlung gehabt, denn sie waren zu nobel, zu den Tageskostcn irgendwelche Beiträge zu liefern. Wir sind eben viel zu gutwillig. Raspe auS Essen sprach treffend über die Gewerkschaften. Ihm trat ein Herr Lichter mit blühendem Unsinn entgegen, dem indessen von Raspe und Obermann gehörig heimgeleuchtet wurde. Eine Resolution von TrecSbach wurde zum Schluß abgelehnt. Auf Wunsch unserer Vertrauensmänner will ich ein Agitationskomitv bilden; habe aber auf meine Briefe noch keine Antwort.— Noch Eins. Hier werden mehrere Fabriken, Bahnhöfe und Privathäuscr gebaut. Wer von den Parteigenossen unter den Maurern, Zimmerern, Schreinern, Schlossern:c. kommen will, möge bei mir vorher sich erkundigen. Die Löhne sind, besser als anderwärts. Ernst Reichel, Vertrauensmann. Bremerhaven. 19. März. Am gestrigen Abend fand in dem großen Saale des hiesigen Colosscnm zur Feier des 18. März 1848 sowie des 18. März 1871 eine große Volksversammlung statt. In das Büreau wurden als erster Vorsitzender Aug. Kaht, als Stellvcrtr. C. Stoppel und zum Schriftführer der Unterzeichnete gewählt. Parteigenosse Scheil hielt einen auf die Doppelfeier be- züglichen populären Vortrag. Hauptsächlich stellte es sich derselbe zur Aufgabe, klarzulegen, daß die Bourgeoisie, da sie die hei- ligsten freiheitlichen Prinzipien au die Gewalt vcrrathen, heute sich schäme, der gefallenen Kämpfer aus den Märztagen des JahreS 1843 zu gedenken. sicherung einer Lohnerhöhung zur Weitcrarbeit bewogen worden.— Darauf ist Folgendes zu entgegnen: Die Aufläder schickten eine Deputation von 3 Mann zu Herrn Meerfeld, um höheren Lohn zu verlangen, was schon einmal ohne Erfolg geschehen war. So auch diesmal wieder. Herr Meerfeld gab eine kurze Bedenkzeit; darauf wurden 10 Anfläder entlassen, die andern wurden wieder „gekauft" durch Herrn Hirschwitz.— Ter Wochenlohn betrug 3', a Thlr., abzüglich wöchentlich 7'.2 Ngr. für die Einschlagskasse; bleiben also täglich 13 Ngr. 8 Pf. Und damit soll man bei den heutigen Verhältnissen eine Familie mit 3— 4 Kindern erhalten! Dennoch will das Consortium der Lcipzig-Drcsdner Eisenbahn die erste Rolle in Leipzig spielen. Die acht Principale sind übrigens nicht einmal alle in der Angelegenheit befragt worden. Hr. Meer- feld hat sogar Schimpfworte gebraucht und die Arbeiter„Schurken" genannt. Wenn derselbe den Arbeitern ihren ehrlichen Namen nicht öffentlich zurückgibt, so werden dieselben gegen ihn Klage führen. Groß-Zschochrr b. Leipzig, Sonntag den 30. Mär; Nachmittag 4 Uhr im Griitzner'schcn Saal: Versammlung von Mitgliedern und Ncnauffunchmendcn. Tagesordnung: 1) Berichterstattung des provisorischen Vorstande« 2) Allgemeine Diskussion. Der prov. Vorstand. Sozial-dcmokratiischrr Arbeiterverein sBersammlung Montag den 3l. März Abend» 9 Uhr in Hansch'cS Clublokal, Schanenburgerstraße 14, 2. Etage. Tagesordnung: Vortrag von Praast über die Stellung des fleinea Handwerkers gegenüber dem Großkapital. Gäste haben Zutritt. Briefkasten der Redaktion- Vahlteich in nächster Nr.; ebenso Frankfurt, Ernst- thal, Ronsdorf, Cöln, Breslau, Erfurt, Limbach, Eßlingen, Wien. der Expedition: H. Müller in St. Micheln: die 4 Thlr. sind in Nr. 16 des Volksstaat irrihünilich unter St. Niclas quittirt. Lehmann in Rochlitz: 10 Ngr. Schütz in Lörrach: für Ab. I. Quart. 4 Thlr."ll Ngr., sür Schrift. 3 Thlr. 12 Ngr. Rosenbaum in Waldenburg: für Schriften 3 Thlr. 7 Ngr. 5 Pf. Rothbarlh in Slollbcrg: sür die striken den Buch- drucker gesammelt im Arb.-Bild.-Vcr. 2 Thlr. Dr. Weinmann in Brau- 1 dcnburg: für Schriften 6 Thlr. Arbeiterpartei in Berlin: für Annoncen Jan. 29 Ngr., Febr. 1 Thlr. 7 Ngr.; Arbeiterverein: 1 Thlr. 14 Ngr. I. Felder in Solingen: für II. Quart. 8 Thlr. 1 Ngr. 5 Pf., f. Annoncen 1 Thlr. Lämmerhirt in Gotha: für Schriften 1 Thlr. Hamburg. Zur Bcachtiing! Wegen Lohn-Differenzen haben die Kieler Schiffszünmcrleute sich genothigt gesehen, am 1. April 1873 die Arbeit auf der Norddeutschen Werste einzustellen. Eine geringe Lohn- Forderung von 4 Schillingen (3 Sgr.) und 1 Stunde Arbcits;citkllr;ung hat die Direction sich nicht verbunden erachtet zu bewilligen, angeblich„wegen Stciqcrunq des Materials". Wir ersuchen hiermit alle SchifsszimiMrlcutc:c. jeden Zuzug nach kiel zu vermeiden. Der Ausschuß _ de« A. D. Schiffszimmerer-Vereins. Allgemeine Stellmachcrvcrsammlung. .. Sonnabend, den 29. März, Kleine Windmühlenstr. Nr. 1 bei Carl Landgras. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwcndig. D. C Quittung. Für die strikendcn Buchdruckcrgeh. in Leipzig mit Dank empfangen: Vom Arbeiterverein zu Coburg durch Herrn Carl Krämer 4 Thlr. Von Mitgliedern der soz.-dcm. Arbeiterpartei in Duisburg durch Hrn. Heinrick' Fcnncmann 6 Thlr. S> 2 Gr.' G. Lamm. WM Die Versendung "�Den Schwerpunkt seines Vortrages legte derselbe jedoch cu'f 8. Heftes von. Hochverrathspro;. beginnt für die F-l-alen vom die Entstehung der Pariser Commune und ihre große Bedeutung-Q—'-'----- für die Zukunft. Die zahlreich besuchte Versammlung, in welcher sich auch viele Bürger befanden, legte durch ihr Verhalten und die Aufmerksamkeit, welche sie dem Vortrag schenkte, Zengniß davon ab, daß die Bestrebungen der Gegenwart in sozialdemokra- tjischer Beziehung allein der Beachtung für jeden denkenden Menschen werth erscheinen.— Der Vorsitzende forderte wiederholt auf: wer den Referenten zu widerlegen wünsche, möge sich zum Wort melden. Allein Niemand meldete sich. Nach einigen beherzigenden Worten des Vorsitzenden wurde die Versammlung, welche ungestörten Verlauf genommen geschlossen. Mit sozialdemokratischem Gruß Joh. Sältz, Schriftführer. Genossenschastsbuchdruckcrci. Antheilschcine bez. Anthcilquittungcn erhielten ferner: in Leipzig I. D. Thlr. 20, L.Jch.& Comp. 3; in Pfersee I. G. 2, A.B. 1, Js. St.% Erklärung. Nachdem der Parteiausschuß beschlossen hat, daß der in Nr. 15 des„Volksstaat" publicirte Erlaß in Betreff der Auflösung unserer Mitgliedschaft bis zum nächsten Congresse bestehenbleiben soll; die Kontrolkonnnission aber nur unter der Bedingung sich bereit er- klärt hat, auf die Prüfung unserer Vorstellungen und Beschwerden eiuzugehen, daß wir die von Aorck ausgesprochene Auflösung und Suspension als zurecht bestehend anerkennen, erklären wir unter- zeichnete Mitglieder der soz.-dcniokr. Arbeiter-Partei zu Fürth, daß F.B. 20 Ngr., F. F. 5 Ngr., Chr. L. 2 N. II. Thlr. 2; in Gotha W. B. 2, Hadlich. Fond für pol. Gcmaßrcgclte. Durch Nauert vom Arb.-Bild.-Ver. 7 Thlr. 10 Ngr. 0 Pf. Äligsburg. „Schützcnhallc". Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Montag, den 31. März: Versammlung in der I. A.: I. Endrcs. Der Unterzeichnete ersucht diejenigen hiesigen Parteigenossen und Leser des„BolkSstaat", welche noch mit Abonncntcngeldcrn im Rückstände sind, der Expedition des _______| W.........._ p|__________________ MM gebeten, allenthalben Partei betrachten, allen Pflichten gegen dieselbe pünktlich nachkom- für die Verbreitung des„Volksstaal zu wirken, danut der Abonnenten- men. und mit allen uns zu Gebot stchc..den Mittel., für dieselbe Pni,b auf bcr Höh--rhalt-n blnb�womögl.ch�noch»höht w.rd. I. Endrcs, 0.361, mittlerer Lech. wirken werden; daß wir ferner im Interesse derselben uns weiterer Erörterungen und Erwiderungen, sofern wir dazu nicht provocirt werden, enthaltend, uns darauf beschränken werden, die zur In- formation nothwcndigen Aktenstücke den Vertrauensmännern zur vorläufigen Kenntnißnahme und Mittheilung an die Parteimit- glieder zu stellen. Fürth, den 15. März 1873. Beckendahl, Institut cur; Bley, Fabrikarbeiter; Böhm, Drechsler; Cickweilcr, Drechsler; Fottinger, Schuhmacher- meister; Fröhlich, Schneider; I. A. Gastner, Müller; K. Gastner, Schreiner; Geb, Schneider; Götz, Metallschl.; Hartlöhner, Schreiner; Haßler, Metallschl.; Held, Tischler; Herbert, Schreiner; Hesse, Lithograph; Hiltel, Metallschl.; Hönack, Drechsler; Herpfer, Glätter; Jäcklein, Drechsler; Klein, Bader; Kreitlein, Schreiner; Kaiser, Schreiner; Kreß, Gürtler; Krug, Maurerges.; Lautner, Gürtler; Link, Gürtler; Löwenstein» Bortenmacher; G. Müller, Metallschl.; A. Müller, Schncidermstr.; Schreiner; A. Petz, Schuhmacher; I. H.Petz, Schuhm.; Post, Schreiner; Reuter, Scribent; Röhler, Metallschl.; Roth, Schreiner; Seidel, Dreher; I. A. Schreiber, Spiclw.-Verf.; K. Schreiber, Gürtler; Schott, Tischler; Steidtner, Gürtler; Spahn, Konditor; Schreier, Metall- schläger; Stein, Glasbeleger; Schmauß, Gürtler; Trapp, Schreiner; Uebel, Gürtler; Vogt, Kaufmann; Wallach, Comulis; Weghorn, Spiegelfabr.; Weigel, Buchbinder; Werthman», Dekateur; Wohlfarth, �Joh. Eberh. Zoll- höfer, Drechsler.' Erklärung. Serlin. Thonberg bei Montag den 31. März, Abends halb neun Uhr: Versammlung im „Gasthaus zum Thonberg". Vortrag: Die Selbstbestimmung des Volkes, Referent Nauert. Gäste willkommen. � t„„ m Der Vorstand. Sonntag den 30. Marz Abends 6 Uhr: Gesellige Zusammenkunft der Mitglieder mit Familien. Fachvcrrin sämmtlichcr Musik Jnstrumcntenmachcr.� *v*** Wir machen hiermit bekannt, daß sich unser Bercinslokal von jetzt ab 5. Bezirk, Zentralgaffe Nr. 14 in Wittels Gasthaus befindet. Sämmtliche Zuschriften sind dorthin zu senden.> Für den Ausschuß: Alois Trollmann Schriftführer. Ich suche einen Jungen, wclckier Lust hat, Schuhmacher zu werdest� unter günstigen Bedingungen in die Lehre. Leipzig. (4°) Joh. Heinr. Werner, Kleine Fleischcrgasse, Nr. 29, 4 Treppen. j Steinhauer- Gesuch. Ein sehr guter fleißiger Arbeiter von gutem Charakter, welcher aus Grabsteinarbeit in Granit und Sandstein geübt ist und nach Zeichnung arbeitet, kann in meiner zweiten neu eingerichteten Filiale bei gutem Lohn aus lange Jahre Arbeit erhalten. Auch Hab- ich nichts dagegen wenn derselbe als Genosse oder GeschästS-Antheilhaber, selbst im unvermögende» Falle, eintreten will. Steinmetz L. F. Petersen, _(26) in Haide(Holstein). Schnell und pünktlich liefern sämmtliche Artikel des Buchhandel? nnn der Golportagc, sowohl an Wiederverkäufer, als an Jedermann zu den billigsten Preisen Heinze&. Voigt in Leipzig. Aus gefl. Anfragen brieflich Näheres.(5bS.) Sozial- demokralischc Arbeiterpartei. Montag den 31. März, Abends 8 Uhr, bei Mowis.j Weberstraße 24a: Geschlossene Mitgliederversammlung.— Tagesordnung-' 1) Die Agitation in Berlin; 2) der Volksstaatvcrlrieb; 3) Verschiedenes. Sämmtliche Mitglieder müssen erscheinen. Die Karten sind vorzu- zeigen. Der Vertrauensmann. Man abonnirt auf den„BolkSstaat" vom 1. April ab in sämmtlichcn Postexpeditioncn vierteljährlich sür 16 Sgr. 9 Ps., frei ins Haus sür 19 Sgr. 3 Pf.; monatlich für 6 Sgr. frei ins Hans bei Herrn Buch- Händler Rüben ow, Brunnenstr. 31._ D. O. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Versammlung der Bvttckicrgehilfcn. Sonntag den 30. März, Bormittags 10 Uhr, im Heise'schen Lokal, Lands- bergcrstr. 15.— Tagesordnung: i) Vortrag des Herrn Auer; 2) Vcr- cinsangelegcnheiten. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Waldinger, HU. Da wir es doch veröffentlicht haben, daß in der Gcncralversamm- lang am 16. Februar Herr Holtmann als Vorsitzender gewählt worden ist, so können wir nicht begreifen, daß Briefe und sonstige Sendungen noch immer an die Herren Schulz und Holst gesandt werden. Daher bitten wir nochmals, Briefe und sonstige Sendungen an den Unterzeichneten zu adressiren. F.Holtmann, Engelufcr 6d bei Trautmann. Sozialdemokratische Arbeil erpartei. U. i Ulli* Montag den 31. d. MtS., Abends 3 Uhr: Versamm- lung in Schneiders Restauration, Klostcrstr. 73, Mauritiusplatz- Ecke.— Tagesordnung: 1)„Ist der Sozialismus kulturfeindlich?" 2)„Kommt •™ � der Sozialismus zur Verwirklichung?" Ref.: Ph. Wicmcr. Zürich, 11. März. An die Redaction des„Volksstaat"! In Die Parteigenossen fordere ich auf, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Nr. 10 der„Tagwacht" finden die Leser genannten Blattes eine Gäste haben Zutritt. H. Oehmc. Behauptung von Emil SzymanowSki, daß vor 2 Jahren im! HL. Von jetzt ab'jeden Sonntag Abend gesellige Zusammenkunft der 1 r v rw v /-v,•'.>-w-*•'\■.■ v,- f",",,• rv* ✓ s• s..c, Z....77. u..-* � �»> v»* l t*-V t Deutschen Ärb.- Bild.-Verein Zürich die Bürger Bebel und Lieb- knecht beschimpft worden seien. Unterzeichnete, welche der Versamm- long beigewohnt, in der erwähnter Szymanowskt) das gehört haben will, erklären diese Behauptung für eine erdachte Lüge. Man kann nicht unerwähnt lassen, daß gerade zu jener Zeit genannter Verein, einer Aufforderung des Parreiausschusses folgend, zu dem Reichstagwahlfond durch eine namhafte Steuer beitrug, auch später und bis in jüngster Zeit allen Parteiforderungen nach- gekonimen ist; er wird auch, unbekümmert um solche Verläumdun- gen, in Zukunft als Mitgliedschaft der social-demokratischen Arbeiter- Partei Deutschlands seinen vorgestreckten Principien nachzukommen wissen. Franz Sator. Ludwig Lötz. Julius Hädrich. Fritz Gehrung. Wilhelm Jennä. Adam Sittner. Jos. Baden- stein. Eh. Dölker. H. Stapelfeld. Johannes Beck. Ernst Ambach. Th. Dauer. Wilhelm Dahl. Christian Schipper. Herrmann Härtung. Karl Büttner. Obensteheude Erwiderung wurde in der Vereinssitzung am II. März d. I. vorgelegt und genehmigt. Das Original befindet sich im Vereinsarchiv. Für die Richtigkeit Der Präsident Der Schriftführer _ W. Ostermann. R. Kästner. Eingesandt? Die„Leipziger Nachrichten" theilten in ihrer Nr. 81 mit, daß am 19. März die Aufläder der Leipzig- Dresdner Eisenbahn die Arbeit eingestellt und höheren Lohn verlangt hätten. Es hätten darauf 10 Mann den Dienst verlassen, 13 aber seien durch Zu- Parteigenossen mit Damen in oben genanntem Lokale. Zu recht zahlreicher Betheiligimg ladet ein____ Der Obige. Für solide Handwerker Kost und Logis bei Gastwirth Joh. Dembach, Schnurgasse 34.(4d) Die Mitglieder des sozialdemokratischen Arbeitervereins, welche am 23. d. M. an dem Stiftungsfeste zu Hildesheim Theil nahmen, sagen de» dortigen Parteigenossen für den frcundlicken Empfang und die liebevolle Aufmerksamteit während des Festes ihren herzlichen Dank. Hannover, den 25. Mär; 1873. tlolksstlmtlialtildti' mit dem preußischen Stempel versehen, sind zuist Preise von 5 Sgr. pro Stück noch zu haben bei H. Oehme, Breslau, den 25. März 1873. Ohlauerstraße Nr. 52. Im Verlage der Buchhandlung und Expedition des„Volksstaat" ist erschienen, rcsp. von ihr zu bezichen: Alcott, Tie junge Mutter oder die Behandlung der Kinder und ihre Erziehung........... -- Die physische Lebenskiinst, praktische Anweisungen zur Verhütung von Krankheiten......... Hebel, A., Uissere Ziele. 3. Auflage....... -- Rede in der„Tonhalle" zu Leipzig den 14. Juni 1871 über die Leipziger Cointtiune -i. 20.-. 1. 10. -. 2. 5. -.......-..............—. 5. -- Unsere Vertreter im Reichstage......... 5. Heckcr, B., Der alte und neue Jcfuitismus e!—! —— Narional- ökonomische Raketen.........15._. -- Briefe deutscher Bettelpatrioten. In 5 Lief, ü..—' 7. 5. Der Draunschweiger Ausschuß der sozial-demokraiischen Ar- bcitcrpartei in Lötzen und vor Gericht 1871... 12. 5. Der ZZurgerkrieg in Zranlircich. Adresse des GcneralrathS der Internationalen Arbeiterassoziation....—. 2. 5. Der Zeitgeist...............—. 2. 5, Die dritte Uicderlage des französischen Proletariats...—. 2'. 5. Aiehgen, Religion der Sozial- Demokratie, 1. 2. 3...—. 1. 5. -- National-Oekoncmisches......... 5. Soeben ist in der Buchhandlung des Der .Volsstaat" erschienen: Ltipziger Hochverrathsproiei!. Preis siebentes und achtes Heft. Ngr. Wicdcr'vcrkSufer erhalten enssprechenden Rabatt. (Tflltt*ln*{t Tifchlergefellen Deutschlands! Wegen bestehenden Differenzen zwischen den Meistern und Gesellen, ersucht das unterzeichnete Comit« alle reifenden Tischlergcsellen,� Cöln nicht zu besuchen, da allem Anscheine nach eine Arbeitseinstellung� baldigst erfolgen wird. Alle Parteiblätter wollen hiervon gefälligst Kenntniß nehmen. ___ Das Comitö der Tischler CölnS. Sonnabend, den 28. März: Volksversammlung in der„Goldenen Krone".— Tagesordiinng:„Die Organisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei". Ref.: H. Ramm aus Leipzig. An- fang Punkt halb neun Uhr Abends. Alle Arbeiter, namentlich die Abonneuten des„Volksstaal", werden freundlichst eingeladen. Das Comitö. Die Filialexpcdition befindet sich bei Georg .VUi Ehni«, Kirchstraße 14(Hinterbau). Alle be- kanntercn Parteigenossen nehmen Bestellungen aus den„Volsstaat" an und übermitteln dieselben an Ehnis. Sonntag den 30. März findet im Saale der Restauration von Dietz Abends 8 Uhr eine Abendunterhaltung des sozial-demokratischen Arbeitervereins statt, wozu alle Freunde hier- mit freundlichst eingeladen werde». Alles Nähere durch die Lokalblätter. Sozialdemokratische Abhandlungen von !U. Kittinghausell. Fünftes Heft: Widerlegung der gegen die direkte Gesetzgebung durch daS Volk gerichteten Einwürfe. Preis, äußerst billig gestellt, 6 Silbergroschen. Mit diesem(6 Druckbogen starken) Hefte, welches sich den früher er- schienenen auch dem Inhalte nach anschließt, liegt nun der Leserwelt über die direkte Gesetzgebung durch das Volk ein vollständiges Werk vor, das erste in deutscher Sprächet Manch« für die Sozialdemokratie wichtige Frage, z. B. die Proudhou'sche Idee der Anarchie, wird in dem fünften Hefte gründlich besprochen. Gegen Franco- Einsendung von 6 Sgr. 8 Pf.(in Briefmarken:c.) an die Adresse: Rit inghauscn, Köln, Gcreonstraße 36, erhält dcr Be- steller das Heft portoftei unter Kreuzband. Zusammen bezogen aus diese Weise, kosten die fünf Hefte 17 Sgr. ,v Tie Redaktionen der Blätter, mit denen wie bisher im Taufchverhältnig standen, werden ersucht, daffelbe fortbestehen zu lassen. Redaktion des„BolkSstaat". Leipzig: Bcrantw. Redakteur R. Seiffert.(Redaktion und Expedition Hohestr. 4). Druck und Verlag der Genossenschaftsbuchdruckerei. Hierzu eine Beilage. lal: bei nbl nen: Meil'age zum DMskaat Nr. 26. Warnung für Auswanderer. In Nr. 97 des vor. Jahrgangs und Nr. 2 d. I. hatte der Berichts des . � aufs Neue. Herrn Winter(Altona) bestätigt diese Erfahrung - 19 anwesenden Delegirten gehörten nur 4 dem Allg. Deutschen Arbeiterverein ' an, die übrigen 13 gehörten theils der Internationale, theils der sich )cn zc» icht bei lach str. IN- im keS, nst kal vet. , Volksstaat" vor dem Auswandereragenten Allardt, der die Expe-! � b,a".»Wniter erhielf zur Berichterstattung zuerst das dition„Saxonia" nach Michigan leitet, gewarnt. Zur Charak- 1«"d«fenrte folgendermaßen:„Von den teristik des Herrn Allardt halten wir auch in Nr. 2 aus dem an uns gerichteten sackgroben Briefe des Herrn Agenten folgende � �„ Stelle abgedruckt- Hirsch-Duncker schcn Partei an und deshalb waren uns von „Daß der'„Volksstaat- jedem Versuch, die Auswanderung°° r>' h-«in, � u n. a u f d- mC° n g re ß für unsere Partei zu zu befördern, entschieden feindlich ist, ist mir bei den trostlosen) Schwierigkeiten in den Weg gesetzt, Arbeiterverhältniffen i» Deutschland höchst bcfremdenv. Dock uberhauxt herrscht unter den C,garrenarb-ll-rn die große Zerfahren- ziemt es mir nickt, nach den Beweggründe» zu fragen."}'' Bevor �Vinter aus die eigentliche Berichterstattung einging, Wir hatten die Frechheit d.eseS Se-l-nv-rkäusers sogleich ge- bemxti».daß das für den Congresz auSgel-gt- Geld»rcht weg- bührend abgetrumpft. Zu unserer großen Genugthuung hat aber sw hatten in politischer B-Ziehnng mehr ge- jetzt unser Crimmitschauer Parteiblatt den Schwindel des Herrn da m Sachsen 10 Volksversammlungen abgehalten worden Allardt eclatantest bloßgelegt. Es entnimmt-inen. Dresdener � d-r Organisation und den Gruudvr.nzip.en Blatte einen Artikel„Indirekter Sklavenhandel"� in welchem„der.*-. tl r' S1116 � p 11 r. si � u nd e n, u b�rall waren ausgewanderte, nunmehr aber gründlich belehrte und deshalb zurück-'ic nut 9lu9c" angesehen, für Blsmarcker und gekehrte delegirte Deutsche, E. Müller, Freibergerstr. 9, Dresden", d»aßische Spione gehalten worden, nach den Vortragen sei aber seine Michigan-Erfahrungen enthüllt.„Das Renomms, in welchen, � �sentliche Aendernng eliigetreten, und hegen sie nun die Herr Allardt bei allen Deutschen in Michigan steht, ist nicht rüh- b-ste H°M'ung. dag... Sachsen bald d.e Lassalle sche Lehre zum menswerth, und zwar um so weniger, als er seine Landsleute herablassend über die Ackseln ansieht und nur sein liebes, thenres Ich im Auge hat. Auf meine directe Vorstellung darüber gegen Herrn Allardt drohte er mir mit gerichtlicher Klage, die aber na- türlich nicht erfolgte, weil sie nicht subslantiirt werden konnte. Ich will nicht behaupten, daß die Herren Devies und Allardt, die, wie alle 1| r m' Durchbrnch kommen werde." Herr Winter und Consorten'können lange warten, bis ihre „beste Hoffnung" sich erfüllt. Die sächsischen Arbeiter haben das Treiben der Führer im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein zu gründlich kennen gelernt, um Verlangen zu tragen, in die Reihen dieses Vereins wieder einzutreten. Und hier wollen wir die Ge- ' gehen bene mctu vcvcuiuivc �umue aiuucipciaicre oaveu, aver oas ve-! n~r'•, r• Kt""rr kannte Wort von den„griinen Deutschen" haben sie doch gründlick«n The.l unserer eigene.. Gesintrungsgenosseft unter den C-garren- ausgebeutet. Weit entfernt, irgend wen beleidigen zu wollen, muß JÄ£te3 CCr.la"9*e; t»-'! w.r konstatiren«ollten, ick dennoch, ehe es zu spät w.rd, der Wahrheit die Ehre geben' w.r l-de Bestrebung e.ne Verstand.gnng unter den zerspalte- und hiermit offen bekennen, daß die Oerren Allardt und Deoies deutschen Arbe.tern herbe.zufuhren, unterstützen, auch wenn w.r Freunde der Wahrheit n.cht sind. Herr Allard hat ein„ameri- S-ge" d.e ehrl.chen Abj.chten e.nes The.les der En'berufer.«- kanischeS Herz", das nicht darnach ffagt, ob Hunderie deutscher hwe.sel haben; 3. we.l w.r überzeugt sind daß em unter der der Kastan.enallee tagenden Bez.rksvere.ns. aus sechs Mann �•..... v. i' Firma der Versöhnung und Einigung einberufener Congreß stets stehend, im„geschlossenen Zuge" ankam, dagegen einschritt, ans ma chll 'NN ven ind den am teil :lle Familien elendiglich verkümmern. Lasse sich demnach Jeder aus- j- c:- m c-l~' »ahmslos. der etwa Lust hat, nach dem amerikanischen Sibirien jlW d.eien.gen auSsallen w.rd, welche d.e Versöhnung»n auszuwandern. Vorstehendes zur Warnung dienen! Er beherzige �"'Sung nur als Vorwand zur Erreichung egoistischer Ab vielmehr das Wort: Bleibe im Lande und nähre dich redlich! s-cht-" b-nützen wollen. m e;., er 5s-r~ KÄS Ä " A* sn.r, w:« rc.____ ss«,q weiteren polizeilichen Geiiehmigung. Trotz all' dieser Verbote glich der gestrige Tag vollständig einem Festtage. Schon vom frühesten Morgen an durchbogen, vom schönsten Wetter begünstigt, dichte Schaaren, zumeist in festlichem Gewände, die Straßen Berlins, den Ruhestätten der Barrikadenkämpfer zuströmend. Dorffelbst hatten alle Grabhügel Zeichen liebevoller Verehrung aufzuweisen. Hier ein Ämmortellenkranz, dort ein Lorbeergeflecht, hier ein einfaches Blumenarrangement, dort eine künstlerische Ornamentatio», da- zwischen eine Anzahl schwarzrothgoldner und rother Schleifen und eine hin- und herwogende Menge rothbcschleifter Gestalten, die hier und da einen Kranz, eine Inschrift, eine Schleife niederlegten. Die große Trauerweide in der Mitte des Rondells war mit Kränzen und schwarzrothgoldnen Schleifen vollbesteckt. Im Gipfel prangte der Lorbeerkranz des Berliner Arbeitervereins, weiter unten ein riesiger Jmmortellenkranz, der die auf Tuch gestickten Worte enthielt:„�)en Freiheitskämpfern vom Jahre 1848, gewidmet vom allgemeinen deutschen Arbeiterverein." Daneben ein»mfangreicker Kranz mit den Worten:„Wir gedenken der Freiheitskämpfer von 1348— 1871. Mehrere Mitglieder des Arbeiter Frauenvereins". Der allgemeine Tischlerverein sandte einen Lorbeerkranz mit den WidmungSw orten:„Brod ist Freiheit— Freiheit Brod." Unter anderen Grabhügeln prangte die Inschrift:„Schmückt auch kein stolzes Testament der Freiheit blutige Saat, das Herz der deutschen Jugend brennt, gedenkt es Eurer That." Die Polizei, die nun aufs eifrigste bemüht war, die Feier ihres würdigen Charakters zu entkleiden, suchte und fand dabei Hilfe in ihrem rettenden Schutzengel— Stieber. Von einem unserer Partei feindlichen Mann, sowie von mehreren anderen Seiten wurde mir versichert, daß Hunderte von Geheimpolizisten, in Arbeiterkleidern einher- gehend, unaufhörlich die Menge gegen die Polizei aufzustacheln versucht haben. Trotzdem und. obgleich die offizielle Polizei eben- falls alles Mögliche that, um die Menge zu reizen, indem sie jeden Gesang, jedes laute Sprechen ic. verbot, unaufhörlich mit Verhaftungen drohte:c., ja selbst als eine Deputation eines in be- als pro >2. t" Weiter enthielt die„Chemnitzer Freie Presse" nachstehendes Eingesandt: „Achtung! „Ich bin froh, daß ich meine Steuern aus der Allard-Müller'- scheu„Saxonia" zurückbekam; den Thaler Einschreibegeld will ich gern einbüßen. Adieu„Saxonia! I. C. Gräuner." Hoffentlich werden die Arbeiter diese Warnung beachten! (Nachträglich geht uns aus Hamburg von einer Geschäftsfirma ein Circular zu, dem wir folgende wichtige Notiz entnehmen: �»So viel uns bekannt ist, liegt Marguette, wohin die„Colonie Saxonia" auswandert, im höcksten Norden Michigans, wo man »» Jahre 7 Monate strengen Winter und nur 5 Monate kühle Witterung hat. Das schönste»nd beste unbebaute Land in Arne rika kostet pr. Acker 2— 2'- Dollar und trotzdem kaufte die„Co- lonie Saxonia" von Herrn Davis das uncultivirte Land Acker zu 5 Dollar." Ob besagte Geschäftssirma(E. Kohn, conzess. Schiffs- und Passagier-Expedient) ein Concnrrenz-Jnteresse an dem AUardt'schen Unternehmen hat, ist uns unbekannt; jedenfalls verdient die obige Enthüllung alle Beachtung.) daß die eigentlichen Akacher des Congresses die Leiter des Allgem. Deuffchen Arbeitervereins waren, und daß sie die Gelegenheit be- nützen würden, Propaganda für ihren Verein zu machen. Aber die Gesinnung niid Stimmung der sächsischen Arbeiter war uns 1 zu gut bekannt, als daß wir auch nur einen Augenblick Befiirch- tu»gen hätten haben sollen. Die beste».Kräfte' des Allgem. Deut- scheu Arbeitervereins habe», wie Hr. Winter selbst berichtet, 10 Bolksversammlungen in Sachsen abgehalten»nd das Resultat ist — Null, das schöne Geld für die Reise wurde Fenster hinausgeworfen. und.handle es sich dabei um das'Sein und Nichtsein des durch den „heiligen" Krieg nun so„fest begründeten deutschen Einheits- staates", trotz alledem, bemerke ich, beobachtete» die Arbeiter die mnsterhafteste Ruhe. Aurin wurde, da er— jedenfalls einige „Spitzel"— zur Ruhe ermahnte, verhaftet, nach Feststellung seiner Personalien jedoch sogleich wieder freigelassen. Nachmittags gegen 3 Uhr war nun die Menschenansammlung eine unendliche geworden. Es mochten weit Uber 10,000 sein. Wahrhaft erhebend war der Anblick, hier alle Arbeiterparteien in friedlichster Weise durcheinan- der wogen zu sehen. Man konnte es den Meisten wirklich vom Gesichte ablesen, daß sie— ähnlich wie auf dem RUtliberge laut- los—- die Pickelhaube hatte ihnen den Mund verstopft— du- Gelübde ablegten: einig zu sein im Kampfe gegen ihre Unterdrücker zum und Ausbeuter. In Folge der immer größer werdenden Menschen- masse entstand plötzlich ein Drängen, das die Schutzengel Madai's ! schieden entgegen zu treten, wo diese einen Versuch machen, sich in unsere Reihen einzudrängen. Von der feindseligen und gehäs- sigen Stimmung gegen unsere Partei, die sick häufig bis zu den gemeinste» Verläudungen versteigt, liefert fast jede Nummer des „Neuen Soc.- Demokr." ein Beispiel. Die Agitatorenschaft des .Allg. Deutschen Arbeitervereins, die zugleich die Aemter inne hat und meist vom Vereine lebt, begünstigt dieses Treiben in ihrem eigenen Interesse. Die Mehrzahl� der Mitglieder des Allgemeine» |■. i Deutschen Arbeitervereins aber läßt eö sich schweigend gefallen. Dr. Gustav Rasch ist, nachdem seine Verurtheilung in dem bekannten Preßprozesse wegen Beleidigung des Generals Vogel! v. Falken stein als Mitglied der bewaffneten Macht auch in dritter Instanz stattgefunden hat, mit der Veröffentlichung einer Broschüre Mew-�orst, 28. Februar. Den Wählern deS 17. sächsischen 5, beschäftigt, lvelche unter dem Titel:„General Vogel v. Falken- Wahlbezirks! Durch die Wiederwahl Bebel's habt Ihr bewiesen, 5. siein und d ie preußische Justiz. Ein Beitrag zum Gesetz oder daß jenes aus reaktionären Elementen zusammengesetzte Schöffen- i Recht im»eilen deutschen Kaiserreich", im Verlag der Genossen- aericht nicht im Stande war, Eure Willenskraft zu brechen, denn Indem wir dieses Resultat mit Vergnügen konstatiren, fordern schnell beizulegen suchten. Es wurde Befehl gegeben: den Kirchhos wir aber zugleich auch unsere gesammten Parteigenossen ans, künftig' sowohl als auch sämmtliche Borhügel sofort zu räumen. Dies'"' den Agitatoren des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins en t- Befehle wurde auch sogleich, so gut es eben�anging, Folge geleist'�, ......—-----...--• � Es sollen jedoch einige„renitente", jedenfalls von„bekannter." A Itts Correspondenzen. einige„renitente", ledensalls von Seite herrührende Anstrengungen gefallen sein. Als nun w dreimaliger Aufforderung die Menge— was nämlich unmögl? war— sich noch nicht vollständig verzogen hatte, machte die un- j gemein zahlreiche Schutzmannschaft von der blanken Waffe Gebrauch, riß Alles nieder, was ihr in den Weg kam ic. Mit kurzen, dürren Worten gesagt: die Hüter der öffentlichen Ordnung geberdeten sich wie Rasende, hieben schonungslos auf Greise, Frauen und Kinder ei», drangen selbst in die angrenzenden WirthShäuser, wohin sich eine große Anzahl des Publikums geflüchtet hatte, und verfolgten die Menge mit fortwährend scharfen Säbelhieben bis in die ent- ferntesten Straßen der Stadt. Dieses rohe Gebahren wurde nun theilweise durch einige Steinwürfe beantwortet und ist solchergestalt ein Todter(wie mir mitgetheilt wird, ist es ein Tischlergeselle), sowie eine große Anzahl Schwer- und Leichtverwundeter aus beiden Seiten, jedoch zumeist ans Seiten deS Publikums zu beklagen. 33 Personen sollen verhaftet sein. Der Kirchhof wurde nun ge- schloffen, die Ftüchte des„Sieges" waren eingeheimst und nun glich die ganze Gegend vor dem Landsberger Thore fast einem Kriegsschauplätze, der soeben von den Todten und Verwundeten gesäubert worden isi. Jedoch selbst in den philisteriösen Kreisen ist es bekannt, daß dieser„Krawall" von der Polizei provocirt worden ist. Trotzalledcm war die Feier eine durchaus würdige, und hat diese widerliche Szene nur von Neuem den eklatanten Beweis geliefert, daß das napoleonische Regime in dem Staate der„Gottesfurcht und frommen Stiebersitte" sich vollständig copirt hat. Für die Sache der Sozialdemokratie ist dadurch jedoch neue Propaganda gemacht worden. Ich vergaß, Ihnen noch mitzutheilen, daß die„Demokratische Zeitung", �die gestern mit einem Trauer- rande erschien und u. A. an der Spitze das Gedicht von Freilig- rath:„Die Todten an die Lebenden" brachte, an sehr vielen Bäumen befestigt war; sie wurde natürlich von den Schutzleuten überall sofort hernntergerissen. Trotzdem man tausende von Exemplaren dieser Zeitung auf dem Friedhofe vertheilt hatte, Weise begangen Die Berliner Arbeiter bewiesen /daß trotz aller! wurden einzelne Nummern mit 15— 20 Gr. bezahlt. Abends fand hier herrschenden Siegesduselei und trotzdem man hier von allen im„Königsstädtischen Casino"(Gr. Frankfurterstr. 74 u. 75) eine Seiten mit allen offenen und versteckten Mitteln die Arbeiter zu überaus zahlreich besuchte Feier, von unserer Partei veranstaltet, corrumpiren versucht, ich sage: die Arbeiter bewiesen, daß trotz- statt, wobei u. A. die Parteigenossen Fischer aus Spandau und alledem der jedem Arbeiter gleichsam angeborene republikanische Kayser vortrefflich sprachen.— Die Mitglieder des Allgemeinen Geist noch in keiner Weise i» ihnen erkaltet ist. Schon zwischen deutschen Arbeitervereins waren im„Pavlllon-Theater(Greifs- Montag und Dienstag Nachts gegen 12 Uhr pilgerte eine große! walderstr. 8) und im Apollosaale am KUstriner Platze zu einer Anzahl von Arbeitern nach dem Kirchhofe„Friedrichshain", auf Feier versammelt. In beiden Lokalen war es gedruckt voll. In darauf war es abgesehen. Es wird hoffentlich die Zeit nicht fern sein, wo die deutschen Arbeiter im Allgemeinen, gedrängt durch die von Tag zu Tag sich vermehrenden Uebergriffe der Geldsäcke, so- wie geleitet durch Euer unerschrockenes Festhalten an dem muthizen Voikämpfer unserer Forderungen, Eurem Beispiele folgen werden, und dann wird es dem Reichstag ergehen, wie jenem Schwur- gericht, welches so Außerordentliches wider Willen fiir unsere gute Sache leistete. Wir sind weit entfernt, zu glauben, daß der Reichs- tag in Eurem Sinne Beschluß fassen wird, sondern derselbe wird sicher den Aiann, der ihnen die durch Mark und Bein dringende Wahrheit stets sagt, ruhig dem Kerker überlassen, ohne auf Eure Stimme zu höre», aber dies fördert unser Streben um so mehr. In diesem Sinne lassen wir Euch unsere vollste Anerkennung zu Theil werden. Mit sozialdemokratischem Gruß der hiesigen Jnter- nationalen TheiteS. Aerrin<. 19. März. Der Jahrestag der 1348er Revolution und'der Pariser Commune wurde diesmal in der dentsch-kaiserlichen Reichshauptstadt in äußerst würdiger und wahrhaft erhebender schaftöbuchdiuckcrei in Leipzig erscheinen wird. Die Broschüre soll, außer ver Darstellung seines eigenen Preßprozesses, eine Geschichte sämmtlicher von dem Generalgouverneur vorgenommenen Ein- kerkerungen sowie sämmtliche amtlichen Bescheide und Verfügungen Enthalten, in denen die gerichtlichen und militärischen Behörden ihm und den Gefangenen von Lötzen und Königsberg die Rechts- hülfe gegen den General Vogel v. Falkenstein verweigert habe». * Bor einiger Zeit brachte der„Botschafter", Organ der deut- !chen Cigarren-Arbeiter, ein Referat Uber die Berichterstattung der Herren Winter und Hörig in Altona, betreffend den vorigen Herbst in Leipzig abgehaltenen Cigarrenarbeiter- Kongreß. Dieser Kongreß, der angeblich eine Einigung der deutschen Cigarren- Arbeiter herbeiführen sollte, war, wie jetzt durch die Herren Winter und Hörig in naiver Offenheit eingestanden wird, nur dazu be- Nutzt, für den Allg. Deutschen Arbeiterverein Propaganda zn machen. Die Herren Winter, Hörig, Richter(Wandsbeck) und Consorten haben aus jenem Congreß eine Resolution angenommen des In- Halts, daß es Pflicht sei, die Spaltung unter den politischen Ärbeiterparteie» zu heseitigen, damit die Gewerkschaftsbewegung un. s» ungestörter sich entivickeln könne.*) In Wahrheit wollten aber diese Herren weder von einer Einigung noch von einer ge- sunden Gewerkschaftsbewegung etwas wissen, und wenn sie den- Noch der Resolution zustimmten, geschah eS, weil sie nicht wag- ken, dagegen zu stimmen und weil sie nach echter � � �_____ �_______,_____.....„.................„ M Iesuitenmanier hofften, dadurch sich den Boden für ///"///'! Gräbe"der �Märzgefallenen �befinden. Dieser Kirchhof ersterem hielt Hasenclever, in letzterem Grottkau die Festrede. Die Jhre hinterlistigen Zwecke um so dienstbarer zu machen.'. � 17 Abends gegen 9 Uhr mit zahlreichen Mitglieder des demokratischen Vereins, m Gemeinschaft mit den Treu und Glauben wie Ehrgefühl sind bei den Fuhrern des Allg. l � berittenen Schutzmannschaften besetzt, die Jedem den Ortsvereinen und dem Held'schen Sozial-Resorm- Verein hatten in Deutschen�Arbeitervercins überhaupt unbekannte Eigenschaften, sie �> �of verwehrten. Erst des Morgens gegen der Tonhalle(Friedrichsstr.) eine Feier veranstaltet, die sich eben- - CVY) Iii PrfriMipri IjcittC. jDovt5 von Eichenlaub *•'-----------------/— r--- � 1■ 1- ivintritt in nen A'necnOT veuutuv 44.11. vii 1 ccy iyiimtcu» uvutu j �jt'l*-vvlvvvrvv �—----- 1-„»v heucheln Freundschaft und brüderliche Gesinnung, wo ihnen eine der Zutritt gestattet. Die beabsichtigten Massenzüge falls eines äußerst zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. unverschämt. ��lichechits untersagt; selbst das Entsalten irgendeiner � selbst erhob sich �a»f der Rednertribüne inmitten von Ei anmaßend und gemein, wo ihre Partei die Majorität hat. �"b„e"w„°�e"sl�msle,.ö verboten'. Wenn' die Arbeiter gleich»n- eine sehr schöne Büste von Dr. Johann Jacoby mit der Märtyrer- Tlese Erfahrung haben wir, zur Schande e.neS Theils der deut- P'»„ibeits"- Studenten, die bei der gestrigen Feier vollständig kröne ans dem Haupte, serner wurde die Hinausführung Waldeck« blP bkPlPtt fei PiS llPlililt.'."V.'..____.r.. �...... �____ AI,-. fat+eMtÄ Viov t« otttpm !chen Arbeiter, die diesen Leuten Vertrauen schenke», sei es gesagt, sihon hundertfach gemacht, und der hier nachfolgende Auszug des *) Wie ehrlich die Agitatoren de» Allg. Deutschen Arbeitervereins es wit der Gewerkschaslsbewegung meinen, geht daraus hervor, daß voriges -tahr die Generalversammlung de« Allg. Deutschen Arbeitervereins beschloß, aus die Veruichtung der Gewerkschaften hinmarbeiten und auf ihren stritt in den Allg. Deutschen Arbeiterverein hinzuwirken.— durch Abwesenheit glänzten, den kaiserlichen Kronprinzen durch aus dem Gefangniß seitens einen Fackelzug hätten einholen wollen, so wäre dies ihnen stch.r- Lichtbilde treffend illustrlrt. sich erlaubt worden. Als 1870 die Nachricht von dem„Siege" Herren Franz Dnncker, Dr. bei Sedan in Berlin eintraf, ersuchte, resp. befahl d-r Maschinen-'...... baufabrikant Schwarzkopf seinen zahlreichen Arbeitern: der Königin vermittelst eines Aufzuges mit Fahnen zc. eine Ovation darzu- bringen. Zu diesem Aufzuge bedurfte es selbstverständlich keiner der Göttin Themis w. m einen, Die Festreden hielten dortsclbst die Guido Weiß und Redakteur Ed. Krämer(!!!).' Die freireligiöse Gemeinde feierte im Handwerker- vereinSsaale(Sophienstr. 15) ihr Stiftungsfest, verbunden mit der achtzehnten Märzfeier und hielt dortsclbst Herr Prediger Schäfer die Festrede. Die Ruhe wurde nirgends weiter gestört. KamVurg, 21. März. Während diese Zeilen den Lesern des „Volksstaat" bekannt werden, erfolgt hier die Ausgabe der ersten Nummer eines neuen sozialdemokratischen Wochenblattes. Die Herausgeber desselben, die oppositionellen Elemente des Allge- meinen' deutschen Arbeitewereins, haben dieses Blatt zum Träger der Opposition gegen die Herren vom„Neuen Sozialdemokrat" bestimmt, und schmeicheln sich mit der Hoffnung, auf diesem Gebiete �ganz Besonderes leisten zu können. Uebrigens wollen wir uns nicht vorlaut über das Unternehmen im Allgemeinen äußern, obgleich wir wissen, daß dasselbe leider von Bielen, welche eö fördern, als der Bahnbrecher für eine neue Fraktion der deutschen Sozialdemo- kratie betrachtet wird. Die oppositionelle Aiitgliedschaft des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, deren Leiter Herr Bräuer ist, konnte ihre Kräfte in letzter Zeit wiederholt abwägen, da die Polizei von dem Verbot der Versammlungen der beiden hiesigen Mitglied- schaften des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins abgesehen hat. Die Opposition zählt hier etwa 500 Mitglieder, ist also keineswegs von zu unterschätzender Bedeutung. Natürlich wächst ihre Stärke mit Förderung der aufrichtig gemeinten Einigungsbestrebungen und dazu scheint ein Theil ihrer Mitglieder nicht abgeneigt zu sein. Hoffen wir, daß ein Austausch der Gedanken der Opposition des Allgemeinen. deutschen Arbeitervereins mit nnsern Parteigenossen bald ermöglicht werde, um so die Abneigungen und Vorurtheile, welche hüben und drüben noch bestehen, Aug in Aug und siegreich bekämpfen zu könne'.'. Bremerhaven, 20. März. Der Haß und die Verfolgungs- sucht der Großindustriellen gegen die Arbeiter, welche sich unter- stehen, ihre Lage verbessern zu wollen, ist solidarisch. Der kürzlich verunglückte Strnke der Arbeiter des Bremer Lloyd weist darin wieder ein Beispiel auf. Nachdem der Strike verloren, reisten mehrere Derjenigen, welche die Arbeit unter den alten Bedingungen nicht wieder aufnehmen wollten, nach Hamburg und erhielten dort in der Schisfsmaschineiibauanstalt von Godcfrany Arbeit. Vor einigen Tagen wurde dem Maschinenbauer B., wel- (her an der Spitze des Strikes gestanden, von seinem Werkführer ei» Schreibe» der Direktion des Bremer Lloyd gezeigt, welches die Namen sämmtlicher Arbeiter enthielt, welche die Arbeit hier nicht wieder aufgenommen hatten. Am Schluß befand sich die Aufforderung, diesen Leuten keine Arbeit zu geben, event. dieselben wieder zu entlassen. Der betreffende Werkführer bemerkte jedoch, daß er sich daran nicht binden würde und ohne Unterschied, soweit Platz vorhanden sei, jedem Arbeiter Beschäftigung geben werde. Auch erhielt der betreffende Arbeiter den Auftrag, noch einige Zwanzig seiner strikenden College» hierorts aufzufordern, nach Hamburg hinüber zu reisen und dort in Arbeit zu treten. Man darf jedoch nicht glauben, daß dieses aus Humanität geschehen sei, sondern die beiden großen Schiffsbanfirmen machen einander nur Konkurrenz. Unter den Arbeitern des Bremer Lloyd zirkulirt das Gerücht, dem ersten Werkführer der Anstalt sei wegen zu großer Nachsicht gegen die strikenden Arbeiter seine Stelle von der Direktion gekündigt worden. Wremerhuven.*)„Endlich also haben sich in der Heimathstadt 5.unseres Lassalle die Arbeiter wieder aufgerafft, so daß die große im Schöpfung desselben, der„Allgemeine deutsche Arbeiterverein", auch ort zur Geltung kommt."— Also berichtet in Nr. 31 die Re mktion des„Lienen Sozialdemokrat", und weiter steht geschrieben: „Sonntag Vormittags besuchte der Vereinspräsideut mit mehreren Parteiaenossen die Grabstätte des großen Meisters." Unterzeichner, i» den Jahren 1868 und 69 in Breslau Bevollmächtigter sg.s Allgemeinen deutschen Arbeitervereins unter Schweitzer's Prä- grvium, und durch seine jahrelange agitatorische Thätigkeit mit de» �$llcn Verhältnissen Breslaus genau bekannt, hält es bei dieser Gelegenheit für seine Pflicht, die Ursachen, welche daö Erscheinen des Präsidenten Hasenklever in der Heimathstadt Lassalle's bei Ge- kegenheit eines Arbeiterfestes ermöglichen konnten, klar zu legen. Im Jahre 1869 entstand durch den bekannten Vertragsbruch Schweitzer's im August desselben Jahres eine Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiter- Partei(Eisenacher Programm) in Breslau, welcher sich im Sommer 1870, noch vor Ausbruch des Krieges, die letzten Reste der Mitglieder des dortigen Allgemeinen deutschen Arbeitervereins anschlössen. Seit jener Zeit bis Mitte 1872 war von einer„Mitgliedschaft des Allgemeinen deutschen Ar° beitervereins" keine Spur zu finden. Die früheren intelligenteren Mitglieder hatten sich fast sammt und sonders der Eisenacher Partei angeschlossen. Unverkennbar war, daß jeder vernünftige Mensch über den Fortschritt der Arbeiter. Breslaus damals sich freute. Fanatismus und Personenkultus schienen vollständig beseitigt zu sein, und dem großen Todten F. Lassalle(welcher in Breslaus Mauern ruht) wurde nach wie vor das ihm gebührende ehrenvolle Andenken ungetheilt bewahrt. Seit dem Anschluß an die Eisenacher Partei gehörten solche Auftritte, wie sie leider heute noch an vielen Stellen, wo der All- gemeine deutsche Arbeiterverein domizilirt, vorkommen, zu den Un- Möglichkeiten, da vorzüglich nur die anständigeren und gebildeten Elemente des Proletariats an die Partei sich anschlössen und für dieselbe wirkten. Aber Breslau ist eine große Stadt, und wie alle großen Städte Hauptquartiere des Lumpenproletariats sind, so ent- behrt auch diese Stadt nicht desselben.— Fr. Engels schreibt sehr richtig in seinem deutschen Bauernkrieg Seite 9:„Dies Gesindels ist absolut käuflich und absolut zudringlich ic."„Jeder Arbeiterführer, der diese Lumpen als Garde venvendet oder sich auf sie i stützt, beweist sich schon dadurch als Verräther an der Bewegung." Die Auftritte im Innern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, � wie sie die Hamburger Broschüre„Zur Aufklärung" von Bräner nachweist und kennzeichnet, beweist zur Genüge die vollständige Richtigkeit des obigen Ausspruches von Fr. Engels. Die Rohheit, und Rücksichtslosigkeit, mit der diese Leute in ihren Versammlungen' fortwährend gegen verwandte Parteigenossen predigen, müßte unbedingt, wenn es noch kein Lumpenproletariat gäbe, ein solches heranbilden, event. aber noch mehr verbestialisiren. Und ein solcher Führer— am Grabe Lassalle's—!?— Den Rainen des großen Meisters würdigen diese Leute der großen Masse gegen- über(welche sich ein richtiges Urtheil zu bilden nicht im Stande ist) zu einem Götzenbilde herab, und dies ist die Bedingung ihrer Herrschast über die Massen. Sie wissen sehr gut, daß das Volk von Jugend an im Autoritäts- Prinzip und Glauben erzogen ist und nur durch die Vertretung dieses Prinzips und seiner Conse- quenzen die ungebildete Masse des Volkes gefesselt werden kann. Einerlei, ob ihre Führer auch sagen: sie wollen den freien Volks- staat erstreben, aber nur mit keinem Ausschuß oder Direktorium, sondern wieder nach dem Autoritäts-Prinzip mit einem Präsidenten an der Spitze desselben, oder ob sie andere Firlefanzereien vor- predigen. Solche Führer des Lumpenproletariats en mininture hat auch.die Großstadt Breslau aufzuweisen. Kleinlicker Neid, Egoismus und Herrschsucht haben dieselben geboren, und über die Taufe hat der ExPräsident v. Schweitzer sie gehalten.— Haseiikllver •) Nur auf dringendsten motivirten Wunsch wird diese Corresponden; »hne Abänderungen zum Abdruck gebracht. Red. d. V. sein Nachfolger und jetziger Strohpräsident(siehe die Hainburger Broschüre) hat nur das Testament des Ersteren zu vollstrecken. Julius Schcil. StoWerg, 10. März. Am 2. März hatten wir Parteiver- sammlung, in der die Mitglieder den Beschluß faßten, vom 1. April d. I. an eine Filial-Expedition für den„Volksstaat" zu errichten. Näheres später. Ferner wurde der Webermeister Karl Ehrentraut zum Vertrauensmann für Stollberg und 8 weitere Mitglieder zum Ägitatiouscomit« für den 19. Wahlbezirk gewählt. Das Agita- tions-Comitv hat sich nun coustitnirt und beginnt seine Thätigkeit damit, daß es die Parleigenossen derjenigen Orte des 19. Wahl- bezirks, die hier nicht angeführt, auffordert, ihre zuverlässige Adresse an den Webermeister Karl Ehrentraut am Postplatz in Stollberg, au den von nun an alle Briefe k. in Parteisachen zu adressiren sind, baldmöglichst einzusenden, damit die nölhigeii Vorkehrungen zu einer demi-ächstigen regen Agitation getroffen werden können. Zuverlässige Adressen von Parteigenossen in dem 19. Wahlbezirk liegen dem Agitations-Comitv vor von Lugau, Oelsnitz, Mülsen St. Niclas, Loßnitz, Geyer, Grünhai», Dorfzwönitz, Auerbach, Hennersdorf und Thalheim. Ch. Friedrich Frenzel, I. Schriftführer. Slolliprg. Massenelend. Die„Chemnitzer'Nachrichten" er- halten von hier eine Correspondenz, welche wir nachstehend theil- I weise mitlheilen, weil damit bewiesen wird, daß selbst in den Reihen der Bourgeoisie sich eine Erkenntniß Bahn bricht, die noch vor zehn Jahren als die reinste Ketzerei vernrtheilt worden wäre; ! so schreiten wir vorwärts! In der fraglichen Correspondeuz heißt es:„-Weiter liest man, daß eine frühere Nachricht von hier, in Stollberg gebe es 80 Prozent arme Arbeiter, unrichtig sei. Das ist ganz richtig: denn hier gicbt es nicht blos 80 Prozent sondern , ganz bestimmt 90 Prozent arme Bevölkerung. Ein hiesiger Bürger, der Stollberg genau kennt, war vor 2 Jahren beauftragt', einer Hamburger Lotteriegescllschaft die Namen von 100 wohlhabenden l Familien zu notiren. Trotz alles Suchens fand derselbe zu seinem eigenen Erstaunen nur einige 80, die ihr gutes oder wenigstens ihr leidliches Auskommen hatten. Eine Stadt aber mit 6200 � Bewohnern und nur gegen 90 wohlhabenden Bürgern ist doch ' ganz bestimmt eine arme Stadt. Wenn sich schließlich der geehrte Herr Einsender zu der Behauptung versteigt:„Der größte Theil Stollberg's befindet sich in ziemlich angenehmen Verhältnissen; Armuth giebt es hier gar nicht. Hier findet Jedermann Arbeit und Verdienst zum Auskommen", so ist dies nicht nur ganz un- wahr, sondern doppelt und dreifach lächerlich. Es gehört wahrlich nicht viel Scharfsinn dazu, die Armuth Stollbergs, die sich in den vielen halb zerfallenen Häusern, i» der dürftigen Kleidung so vieler Kinder k. documentirt, zu bemerken. Wahr ist nur nocb, daß schon Kinder vom 3. Jahre an,„durch ausgegebene Arbeit" sich einige Pfennige verdiene» können. Und davon machen ja auch Familien Gebrauch, die sich gerade nicht zu den ärmeren Klassen gezählt wissen wollen." Das schreibt man einem Bourgeoisblatte, zu solchen Geständnissen müssen sich die herrschenden Klassen herbeilassen, wen» sie ausnahmsweise einmal ehrlich sind! Nun sind aber die Verhältnisse in Stollberg nicht eine Ausnahme, sondern die Regel, was freilich gewisse Schwätzer nicht abhält, von der Har- monie zwischen Capital und Arbeit zu faseln.(Chemn. Fr. Pr.) Kötzschenkroda, 18. März. Eine interessante Volksversammlung | fand gestern im hiesigen Gasthof zum Anker statt. Die irdische Ge- rechtigkeit hatte ihren ganzen Glanz entfaltet, indem Herr Assessor von Polenz nebst einem Stenographen mit eigener Equipage und gallonirtem Kutscher von Dresden eingetroffen war. Der Ort selbst hatte sein Contingent in Gestalt eines Gensd'armen gestellt. Schauer von Dresden referirte über die aufgestellte Tagesordnung: die Stellung der heutigen Volksvertretungen zur socialen Frage. Bei dem Passus, der die Schwierigkeit schildert, mit der der Un- ' bemittelte heutzutage Recht erlange, da auch dieses wie alles Andere erkaust werden müsse, unterbrach der aufsichtführende Assessor den Redner, indem er ihn aufforderte, zu revociren(widerrufen), da auch dem Armen, vermöge des Armenrechts, Gerechtigkeit zu Theil werde, und daß er ferner den Ausdruck„käufliches Recht" nicht dulden könne. Der Referent revocirte für den ersten Theil dieser Aufforderung, behielt sich aber Beweise vor und erklärte sich außer Stande, die Käuflichkeit des Rechts zu widerrufen, so lange es eine unentgeltliche Rechtspflege gebe. Nachdem er noch über den sächsischen Landtag und die Gemeindevertretungen gesprochen»nd j zum Eintritt in die socialdemokratische Partei aufgefordert, schloß er seinen Vortrag. Lyser aus Chemnitz ergriff hierauf das Wort. Als Redner auf die ungeheure Militärlast zu sprechen kam, wurde auch er von dem Beamten mit dem Bedeuten unterbrochen, daß dieser Punkt nicht zur Tagesordnung gehöre, wogegen sich aber ' Lyser verwahrte und dann seine eindringliche und von vielem Beifall unterbrochene Rede ebenfalls mit einer Einladung zum Beitritt in die socialdemokratische Partei schloß Schauer konnte sich nicht versagen, nochmals daS Wort zu ergreifen, um zum Min- desten gesagt, auf die Eigenthümlichkeit hinzuweisen, daß der Herr Assessor v. Polenz es als zur Tagesordnung gehörig erachtet habe, als der Referent Lyser über Schulze- Delitzsch gesprochen; dag es ihm(Redner) nicht beikomme, diese Nachsicht des Herrn Assessor ebenfalls in Anspruch zu nehmen, indem Schulze- Delitzsch aller- dings einst Landtagsdeputirter gewesen und seine Theorien gerade heutzutage die eines großen Theiles der sogenannte» Volksvertre- tungen seien; er wolle aber auch darauf hinweisen, daß der Arbeiter, wenn er nach der unvergleichlichen Schulzelehrc ein Sümmchen ge spart habe und später in einen Rechtshandel verwickelt werde, er dann diese Frucht langer Anstrengungen und bitterer Entbehrungen in den bodenlosen Sportelkasten des Gerichts verschwinden sehe, da er als fleißiger Sparer kein Armenrecht erlangen könne. Und weiter hätte dieses Sparen wohl auch keinen Zweck. Der Arbeiter aber habe das Vergnügen, wieder von vorn anzufangen.— Ein donnernder Beifallssturm folgte dieser Wendung.— (Nach dem„Dresd. Volksb.") Wötzig, Kleinpörthen, Kayna, Geußnitz-c. an der prenßisch-altenbnrgischen Grenze. In diesen Sandsteinbrüchen stri- ken seit 4 Wochen die Steinhauer, etwa 400 an der Zahl. Die Arbeiter verlangen, nachdem ihnen der Lohn um ein Weniges erhöht worden, gegenwärtig, daß die Meisler für das Werkzeug und das Schärfen desselben stehen sollen. Die Meister, welche bis jetzt nicht nachgegeben haben, sind zu der Anzeige an sämmt- liche Bauunternehmer genöthigt, daß sie vor der Hand Steinhaner- arbeiten nicht übernehmen und ausführen können. („Crimm. B. u. Bfd.") Deuben. Am 10. März fand hier wieder eine Volksversamm- lung mit einem Referat Ecksteins statt. In derselben wurde von den Arbeitern der sächsischen Gußstahlfabrik zu Döhlen die Kranken- assenfrgge derselben zum Vortrag gebracht. Diese Angelegenheit wird von uns weiter verfolgt und hoffentlich bald geordnet werden. Dresden. Am 15. März hatten wir hier Volksversammlung mit der Tagesordnung:„Die heutigen sozialen Mißverhältnisse, ihre Entstehung, sowie Mittel und Wege zu deren Abhilfe."! Referent war Biedermann.— lieber den Leipziger Buchdrucker-; � strike referirte das Verbandsniitglied Riesch. Krolienliain. Am 16. März war hier Volksversammlun« mit Referat Walsters. Zum Schluß ging man an die Grün» dung einer Parteimitgliedschaft. NiederfUhr. J Steigersschrcck.„Ein Strike der Landarbeiter männlichen und weiblichen Geschlechts ist in den Dörfern Delmschütz, Zschao* newitz, Gaschütz und Bennewitz unweit Mügeln ausgebrochen) Die Bourgeoiszeitungen berichten auffälliger Weise hierbei: das Gerichtsamt habe eine Bekanntmachung erlassen, worin auf die Ungesetzlichkeit der Arbeitseinstellungen seitens des ländlichen Dienst-j Personals hingewiesen sei. Jedenfalls ist hierunter nur das Breche-! eingegangener contractlichcr Verpflichtungen gemeint." So berichtet; der„Crimmitsch. B u. Bfd." Da„Mügeln" nicht weit von- Schweta, dem Rittergute unsers verehrten Geschworenen-Obmanns, :icgt, so glaubten wir, ihm zu Ehren diese Notiz aus„Steigers- schreck" datire» zu müssen. Wutila, 15. März. Die hiesige, erst zu Anfang dieses Monats entstandene Internationale Drechsler-(resp. Horn-Tabakspfeifen- macher-)Genosseuschaft, welche genan die sozialdemokratischen Prin- zipien verfolgt, hat bei ihren Arbeitgebern eine Lohnerhöhung von 25 Prozent errungen. Dies zur Nachricht stir unsere auswärtige» Fachgenossen, welche wir zu gleichen Schrillen anffordem und anfeuern, da die Branche des DrechSlergeschästs eine der schwerste» »nd am weitesten herabgedriickt ist. Mögen deshalb unsere aus- wältigen Collegcn nur mit Besonnenheit und Energie vorgehen, und sie werden gewiß zum Ziele kommen. Der Vorstand der Internationalen Drcchsler-Genossenschaft. I. Rudel. Wir bitten, daß Agitatoren zu nnS kommen. Kalverfladt, 46 März. Endlich haben wir es so weit gebracht, auch einmal über die Agitation in unsrcr Gegend zu be richten. Trotzdem wir hier nur eine sehr schwache Mitgliedschaft haben(wir sind jetzt 32 Mann stark), so sind es doch Männer, � die man als ganz tüchtige Kräfte für die Agitation bezeichnen kann, und so ist es uns denn möglich geworden, ganz gute Er- folge zu erzielen. Am Sonntag, den 16. Februar, hatte Partei- genösse Naters eine Arbeiterversammlung in Oschersleben einberufen. Wir fuhren unsrer 7 Mann per Eisenbahn dorthin. Auf dein Bahnhofe hier wurde uns die Ehre zu Theil, noch einen Concnr- reuten, den Bevollmächtigten vom Allgemeinen Deutschen Arbeiter- verein, Herrn Dahlen von Dohne, zur Gesellschaft mitgeschickt zu! bekommen. Wir fanden in Oschersleben eine sehr zahlreiche von- Arbeitern und Ausbeutern besuchte Versammlung vor. Um 33/a ?i B La tr, en in P re nc sä zu ar w v. k! B s» a. w d. P m d, ll di B w a a st ke a d lunf iin- ?ait« he». daS tu :nsi-, cbe» chtct� vo»! niis,I .er# wahrscheinlich auch den„gebildeten" Ständen Angehöriger eine Annonce im dortigen Krcisblatt veröffentlichen laffen,-dahin lautend: daß die von uns anberaumte Arbeiterversammlung nicht stattfinden könne, da der Saal anderweitig vermiethet wäre. Unter- Zeichnet: Naters. Aus Furcht vor der sehr erbitterten Bourgeoisie hatte der dortige Vertrauensmann Gehrmann die Beiträge der Polizei übergebe», welche aber der dort gewählte Cassirer wieder- holte, ins jetzt ist es uns noch nicht möglich gewesen, einen Saal Zu bekommen, wir hoffe» aber in nächster Zeit auf einem in der Nähe gelegenen Orte einen Saal zu bekommen, und dann, ihr Herren, werden wir Euch widerlegen. Naters wird sein Biöglichstes thun und auch Erkundigungen einziehen, wer der Verfasser dieser Annonce ist.— Nun noch Einiges über die Parteiangelegenheiten der beiden Parteien am hiesigen Orte. Die Leser des„Volks- staat" werden sich erinnern, daß in der Nr. 7 des„Volksstaat" in einer zur Bereinigung abgehaltenen Versammlung von Herrn Lampe eine Resolution eingebracht wurde, betreffend das friedliche Zusammengehn der beiden Parteien, und bei den Wahlen dahin zu wirken, daß der von der Majorität aufgestellte Candidat von der andern Partei mitgewählt würde. Dieses selbstständige Handeln des Herrn Lampe'mag wohl von dem sehr hohen Präsidium un- gnädig aufgenommen worden fein, denn alfobald sandte man ein un„Botschafter"(Organ der Cigarrenarbeitcr-Corporation) kriti- sirles Individuum, Namens Dohne, hierher, welches feinen eigene» Auslassungen zufolge die Tabakarbeiter-Corporation auflösen und die Ehrlichen hier am Orte in Grund bohren wollte. Sein Auf- treten war denn auch darnach, da er Herrn Lampe's selbstständiges Handeln tadelte. Es sind, seitdem dieser Mann sich hier befindet, sehr lebhafte Debatten über diese Resolution zwischen beiden vor- gefallen. Zur Umstoßung dieser Resolution sind jetzt zwei Ber- sammlungen abgehalten worden, und es find noch keine Resultate erzielt, sondern es haben sich Parteien dafür und dawider gebildet. Es bleibt aber fraglich, ob die Mitglieder der Vernunft folgen oder ob sie einem in einer Agitationsschule dresfirten Subject Folge leisten und so Herrn Lampe's auerkennenswerthcs Bemühen für die Einigung zu Schanden machen werden. Nach Herrn Dohnc's Willen sollen die Mitglieder am Orte selbstständig handeln bei den Wahle», es würde ihnen dann Hülse von Berlin kommen. So agitiren diese vom Präsidium des Allg. D. Arbeitervereins Abgesandten gegen die Sozialdemokratie, und die Mitglieder folgen ihnen und' bilden so daS Werkzeug zur Politik Bismarcks, die Arbeiter uneinig zu erhalten. Voigt, Vertrauensmann. tzovurg. Eine» Beweis, wie man sich bemüht, unS entgegen- zuarbeiten,' bot uns die Montag den 17. März früh 7 Uhr abge- haltene Coutrol-Versammlung am Schießanger. Nachdem Premier- Lieutenant Sensft- Pilsach seine Äriegsartikcl und weitere Befehle vorgelesen hatte, knüpfte er an, daß es sehr gut sei, Landwehr- und Knegervereiiie zu gründen, oder denselben beizu- treten, damit man der bestehenden Demokratie einen Damm entgegensetzen könne. Gut ist aber, daß es unter dem Pickelhut immer denkende Individuen gibt, welche die Staatsweisheit eines Premierlientenants nur humoristisch aufzufassen vermögen. �Ei» Reservist. Alraunschweig. In der am 9. März stattgefundenen sehr zahl- reich besuchten Parteivcrsammlung haben die hiesigen Parteigenossen nachfolgende Erklärung zu veröffentlichen beschlossen: Die Braun- schweizer Parteigenosse» erklären in Bezug aus de» in Nr. 18 deS »Volksstaat" abgedruckten Artikel betr. das Verhältniß derselben zu dem hiesigen Wahlvereiue Folgeudes:„Die Parteiorganisation am hiesigen Orte ist nicht identisch mit dem Wahlvereine. Erstere wird durch Letzteren gar nicht berührt, besteht vielmehr nach wie vor und entwickelt sich höchst erfreulich. DaS Eisenacher Programm ist gleichfalls unangetastet geblieben, und wie bisher so auch in Zu- knnft streben die hiesigen Parteigenossen im Bunde mit ihren Brüdern in ganz Deutschland dessen volle Verwirklichung an, indem sie vor Allem rückhaltlos für dasselbe agitiren. Die� Betheiligung an dem hiesigen Wahlvereine halten die Parteigenossen indeß für Nothwendig, weil es, wenn nicht das einzige, so doch jedenfalls das beste Mittel ist. daS hiesige mit vielen Punkten des Eisenacher Programms stimpalhisirendc Klsinbürgerthmn zunächst für die De- niori-.rtie und sodann für die Sozialdemokratie zu gewinnen. Der demokratische Wahlverein ist die Brücke.— Eine Partei der bürger- lichen Deitiokratie existirt hier nicht, es handelt sich lediglich um die Agitation im Kleinbürgerthum.— Die lokalen Verhältnisse Braunschweiizs machen das Verfahren, wie es eingeschlagen, noth- wendig, langjährige Ersahrungen sind es, die für die Tüchtigkeit Vüvnsv'i. spreche». In Bezug auf die Art und Weise der Agitation aber verlangen die hiesigen Parteigenossen Vertrauen von ihren auswärtigen Freunden. Dieselben mögen unbesorgt sein; wir haben keinen Kompromiß mit anderen Parteien geschlossen und schließen keine Kompromisse, geben auch nicht ein Titelchen unserer Prinzipen auf. Wir werden unsere Handlungsweise jederzeit vor dem Forum des Partei-Kongresses rechtfertigen können. Das Agitations-Comits. Kannover, 14. März.(Zum Buchbindcrkongreß zu Nürn- berg, Ostern 1873.) In der Generalversammlung des hiesigen Lokalvcreins der Buchbinder:c. vom 11. März d. I. wurde fol- gende Resolution einstimmig angenommen:„1) Der Lokalverein der Buchbindergehilfen zu Hannover erkennt die Gründung eines All- gemeinen Buchbinderverbandes als vollkommen zeitgemäß an und unterstützt den Antrag der Kollegen anderer Orte, auf dem Nürn- bcrger Kongreß zu Ostern d.J. mit der Gründung eines allgemeinen Buchbinderverbandes vorzugehen. 2) Der zu Ostern d. I. zu Nürnberg stattfindende Kongreß der Buchbinder und venvandte» Gewerke wird von den Kollegen Hannovers durch einen Delegirten beschickt werden. 3) Der Lokalverein der Buchbinder zu Hannover macht eS sich zur Aufgabe, namentlich die Kollegen aller Ortschaften der Provinz Hannover für den Verband zu gewinnen." Betreffs unserer Arbeitseinstellung bringen wir den Kol- legen allerorts die erfreuliche Nachricht, daß wir nach öwöchentlichein unermüdlichen Kampfe einen vollständigen Sieg errungen haben, — Dank dem festen Zusammenhalten unserer hiesigen Kollegen und der uns ppn außen reichlich zugegangenen Unterstützung. Abrechnung und definitiver Abschluß Dienstag 13. März. Oeffent- liche Abrechnung, Quittung und Bericht nächste Woche. G. S. Kannover j 16. März. Allen Freunden und Parteigenossen zur Nachricht, daß wir hier eine Genossenschafts-Tischlerei gegründet und bereits unsere Thätigkeit am 1. Februar begonnen haben. Die Genossenschaft zählt einige 3v Mitglieder und befitzt augenblicklich ein eigenes Anlage-Capital von 750 Thlr., welches sich durch monatliche Ratenzahlungen noch ergänzt. Unsere Antheil- scheine sind gleich denen der Leipziger Genossenschafts-Buchdruckerei auf 10 Thlr. festgestellt, geringere Beiträge werden durch Interims- scheine so lange belegt, bis der Antheilschein voll eingezahlt ist. Parteigenossen! Sollten einzelne' Vereine oder Mitglieder geneigt sein, sich bei der Genossenschaft zu betheiligen, so beliebe man sich »n unseren Vorsitzenden V. Fundstein, Blumenstraße Nr. 8, zu wenden. Derselbe wird das Statut übersenden, sowie jede Aus- kunft bereitwilligst crtheilen. Um das Geschäft zu vergrößern und es möglich zu machen, daß immer mehr Arbeiter den' vollen Arbeitsertrag erhalten können, wäre es wünschenswerth, daß die Parteigenossen sich unserem Unternehmen gegenüber nicht gleichgültig zeigen möchten. Die Tischler- Genosse»schaft zu Hannover. Eingetragene Genossenschaft. V. Fund stein. O. Stehr. R. S chütz. Kildesheiiu, 12. März. Am 2. d. M. hatten wir hier eine Volksversammlung, in der Parteigenosse Reichelt aus Hannover und I lins Scheil aus Breslau erschienen waren. Die Tages- ordnung lautete: DaS Programm der socialdemokratischen Arbeiter- Partei und die indirecten Steuern. Nachdem das Bureau gewählt war, ertheilte der Vorsitzende Schönberg Herrn Reichelt das Wort, welcher zuerst die Zeitnngsreporter und die Presse gehörig mit- nahm und sie ansiorderte, wahrheitsgetreue Berichte zu vcrosfent- lichen und die Verleumdungen bei Seite zu lasse». Redner er- läuterte alsdann Punkt für Punkt unseres Programms zur Zu- friedenheit aller Zuhörer; als er ans den Militärstaat zu sprechen kam und einen Vergleich ausstellte, was gegenüber dem Militär- budget für die Schulen verausgabt würde, hallte ihm ein don- nerndes Bravo entgegen. Nach 1's- stündiger Dauer schloß Redner seinen Vortrag mit der Aufforderung, sich der sozialdemokratischeii Arbeiterpartei anzuschließe». Hierauf meldete sich Herr Ahreus aus Hamburg(Hasselmann- Hasenclever) zum Wort, gab dem Referenten Reichelt seinen Bei- fall und ermahnte schließlich, daß sich die Arbeiter vereinigen sollten, forderte sie in herzlichen Worten auf, sich in unsere Listen einzeichnen zu lassen. Sodann kain unser Freund Scheil zum Wort. Redner cnt- wickelte die Entstehung der indirekten Steuern, welche er für den größten Diebstahl an dein armen Mann erklärte. Schon in frühester Zeit hatten Adel und Pfaffen die Steuern auf die Schullern des Volkes gewälzt.— Leider war es Scheil nicht vergönnt, fei» Referat zur Ausführung zu bringen, weil ein tanzlustiges Publikum schon mit Unruhe den Schluß der Versammlung cnvartete. Nach der Volksversammlung hatten wir Parteiversammlung, die uns in heiterer und froher Stimmung bis 11 Uhr vereinte. Möge unser Parteigenosse Scheil recht bald wieder zu uns kommen und uns mit seinem Vortrage erfreuen. Erwähnt sei hier, daß die meisten Fabrikarbeiter leider vor Furcht sich unserer Bewegung nicht anschließen, den» gleich nach der Bolksversammlnng vom 1. Sept. v. I. wurde der Buchhalter der Gebrüder Pfropfe'sche» Fabrik gemaßregclt und seiner Stelle entlassen, weil er Mitglied unserer Partei war. Auch jetzt sind die Mitglieder unserer Partei in der Fabrik der Gebrüder Sundmacher& Co. wieder gemaßregelt und aus der Arbeit entlassen. Der Sachverhalt ist folgender: Es wurde in genannter Fabrik ein Cirkular in Umlauf gesetzt wegen Ver- kürzung der Arbeitszeit; da der Lohn von 3 Thlr. 7'/» Sgr, nach den jetzigen Verhältnissen nicht mehr hinreichend ist, so wurden unsere Parteimitglieder beauftragt, die Sache in die Hand zu nehmen. Sämnnliche Arbeiter verpflichteten sich, im Falle der Maßregelung Alle für Einen und Einer für Alle einzustehen. Aber was erfolgte? In kriechender Demuth baten sie ihren Prin- zipal um Vergebung und ließen die Unterschrift ihres'Namens streichen. Der Prinzipal hat sich seiner Classe würdig betragen, indem er gleich von vornherein zu dem Conntv sagte:„Mit Ihnen habe ich nichts zu sprechen, Sie gehören zu den Sozialisten und find meiner Arbeit entlassen." Allen Webern und Maschinenbauern seien obige beiden Fabriken hiermit empfohlen.— Am 23. d. M. feiern wir hier ein Arbeiterfest mit Gesang, declamatorischen Vorträgen, Conccrt und Ball, wozu uns unsere Hannoverschen Parteigenossen'ihre Wirkung bereitwilligst zugesagt haben und wir alle Freunde, Partei- und Gesinnungsgenossen herzlich einladen. Paul Lichtenberger, Schriftführer. Öhringen, 18. März. Vergangenen Sonntag'Nachmittag fand hier eine äußerst zahlreich besuchte Polksvcrsammlung statt, in der die versuchte Sprengung des deutschen Buchdruckergehilsenverbandes durch den Prinzipalvereiu zur Besprechung kam.'Nach Eröffnung der Versammlung und Wahl des Bureauö referirten Didolf und Langmayer aus Stuttgart über den Gegenstand der Tagesordnung, denen verschiedene hiesige' und Stuttgarter Redner folgten. Nach längerer äußerst eingehender Debatte gelangte folgende Resolution zur Abstimmung, die mit allen gegen i Stimme angenommen wurde:„Die heute den 16. März versammelten Arbeiter Eßlin- gens erklären ihre Sympathie mit den Bestrebungen des deutschen Buchdruckerverbandes und versprechen, auch mit der That für den- selben einzustehen."— Der Zusatzantrag:„Vorstehende Resolution solle im„Volksstaat" und im„Correspondent" veröffentlicht wer- den", wurde ebenfalls angeuomme». Wen, 10. März. Es ist im Allgemeinen wohl eine Selten- heit, wenn mal ein höherer, abgehender Beamter von seinem untergebenen Arbeitspersonal nur mit Schmerzen vermißt wird. In einem solchen Falle wird der Scheidende tüchtig gelobt und herausgestrichen und was sonst nach alles geschieht; war derselbe indessen, was am häufigsten geschieht, nicht gut gelitten, dann macht man seinethalbeu gewiß kein Aufhebens, sondern man ist ftoh, einen launenhaften oder gar einen noch schlimmeren Kauz bei guter Gelegenheit losgeworden zu sein.'Nicht so diesmal in Essen, wo der bisherige Oberingenieur und Direktor des städtische» Gas- und Wasserwerks Heia Hagener durch Wahl nach Cöln berufen ist. Es muß unzweifelhaft eui nicht sehr lobcnSwerther Charakterzug des Herrn Hagener Schuld daran sein, daß derselbe fortwährend in Streitigkeiten, sowohl mit den untergebenen Beamte», als auch mit den Arbeitspersoual lag. Zur Beleuchtung dieser Annahme führen wir die Thatsache an, daß in verhällnißmäßig kurzer Zeit (innerhalb Jahresfrist) ungefähr 1V Beamte und nicht weniger als 30 bis 40 Arbeiter in Folge von Streitigkeiten die Entlassung nahmen, und zwar alle recht brauchbare und tüchtige Kräfte. Einem nach ihm folgenden Unterbeamten stellte z. B. Hagener Wache vors Haus, um zu erspähen, welcher Arbeiter oder Meister den Be- treffenden zu besuchen pflege. Der Weigerung von Zeugnissen von seiner Hand nicht zu gedenke». Ob die große Launenhaftigkeit des Herr» Hagener durch eine, wenn wir nicht irren, von ihm selbst konstruirten, aber wie man hört mißlungenen Gasrohrleitung hier in Essen entstanden ist oder ob andere Umstände diesen, für das Personal höchst unangenehmen physischen Zustand in dem Hrn. Direktor erzengt haben, das können wir nicht verbürgen. Jeden- falls aber wirst seine von ihm beharrlich verfolgte Absicht, die äl- tercn Arbeiter zu beseitigen, ein bedeutsames Streiflicht auf bis jetzt noch unerwähnte Vorkommnisse. Merkwürdig vock allen Dingen erscheint uns gerade der Abgang von Arbeitern, welche, natürlich unter städtischer Besoldung, allerhand Haus- und Küchen- geräth für den Bedarf des Herrn Direktors angefertigt haben. Wir waren zwar immer der Ansicht, daß der Posten eines städtische» Direktors vom Gas- und Wasienverk mit einer Baarbesoldung» sowie freier Wohnung und EinHeizung honorirt sei; indessen ist es aber auch möglich, daß dem Herrn Direktor vertragsmäßig das Recht zusteht, städtische Arbeiter und städtisches Material zu Privat- zwecken zu verwenden. Denn sonst würde gewiß der Herr Direk- tor Hagener nicht die Dreistigkeit besitzen', eiserne Wiege», Kaffee- brenner, Waschmaschine, Puddingsform u. dergl. auf oben ange- deutete Weise anfertigen zu lassen. Daß der Herr Direktor, wenn erforderlich, auch wohl einmal 4 Mann aus dem städtischen Ar- beitspcrsonal als Gärtner anstellt, scheint uns fast gerechtfertigt; denu wozu gibt die Stadt demselben überhaupt einen Garten? An und für sich hat letztere Angelegenheit kaum eine größere Be- deutung als die, daß ein Beamter in seiner ihm anvertrauten Stelle sich nicht als eine Art Halbgott benehmen darf, und daß ein solcher bedenken muß, wir szien alle sterbliche und fehlerhafte Menschen. Wir beruhigen uns für jetzt mit den Gedanke», daß die für dieses Jahr zu Recht bestehenden 175 Prozent Kommunal- stcueru noch nicht mit der Privatwirthschaft des Herrn Direktor Hagener in Verbindung stehen, und giatuliren hiermit unfern Kölner Parteigenossen, indem wir auf die Ankunft des obigen Herrn Direktors im städtischen Dienst aufmerksam machen. Anton Roth, besoldetgewesener Meister des städtischen Gas- und Wasserwerks, Martinsstraße 64. Aranksurt a. ZA.(Ein Seitenstückchen deutscher Ci- vilisation.) Es verdient wohl in die Oeffentlichkeit zu gelangen, ivasjei» Soldat des„herrlichen Kriegsheeres", jetzt Polizeibediensteter in Sachsenhausen, welcher die Prügel für daS beste Bekehrungsmittel hält und sich zu diesem Zwecke einen Farrenschwanz machen läßt, rühmend von sich aussagte. Ich greife folgendes Stückchen aus einigen Erlebuisseu, welche der betr. Held erzählte, heraus und lasse denselben sprechen: „In einer Stadt Frankreichs(den Namen derselben habe ich überhört) fahndeten ftanzösische Polizeiagcnten ans ein Individuum, welches eine Katze gestohlen und dieselbe verspeist hatte. Der Thäier war ermittelt, doch scheuten sich die Agenten, denselben im Wurthslokale bei. seiner Gesellschaft zu verhafte»!! Ich, so erzählte der Held weiter, erbot mich, den Verbrecher zu verhaften, drang in das Wirthslokal und redete den Dieb an: Heißen Sie Buch- holz? Ja! war die Antwort. In demselben Momente schlug ich ihm dermaßeu auf den Kopf, daß er zusammenbrach. Dann for- dcrte ich ihn auf, mir zu folgen. Im Hausgange packte ich ihn >m Genicke, wie mau eine Katze packt, warf ihn zu Boden, prü- gelte ihn derb durch, ohrfeigte ihn links und rechts, schlug ihm v>e Kette, mit welcher ich ihn dann schloß, mehrmals inS Gesicht und führte ihn zum Commissär. Dabei lamcntirte der Kerl wie ein kananitischeö Weibchen und flehte um Gnade, nachdem er den Diebstahl eingestanden hatte k."— Dies Alles wegen einer Katze, welche der Aermste gefangen, um seinen Hunger zu stillen. Kann man es den Franzosen Angesichts solcher Thatsachen noch verargen, wenn sie die Deutschen Barbaren nannten? A. M. ZZenshcim, 11. März. Wieder einmal hatten wir in Bens- heim eine Volksversammlung abgehalten, welche zahlreich be- sucht war, nämlich am 9. März. Feuchtmann war Vorsitzender. Er gab zunächst den Zweck der Versammlung bekannt und ertheilte dann zur Tagesordnung:„Die Ziele der Arbeiterbewegung" das Wort dem Referenten Hrn.-Löwenberg aus Wien. Als dieser das Programm der Partei erklären wollte, rief ihm der über- wachende Polizist zu: Mäßigen Sie sich, sonst wird die Versamm- lüng aufgelöst. Redner fährt fort:„Ja, so ist es, meine Herren. die Wahrheit wollen die Leute nicht hören. Steuern zahlen'je*' Soldat weiden— Maul halten!" Auf einmal aber kam der. Bürgermeister von Bensheim und sagte:„die Versammlu aufgelöst." Löwenberg ftagte: warum? und erhielt zur An „Weil Sie die Polizei verspottet haben.«' Mit socialdemokratischcm Gruß Tobias Müller. Klorsheim, 16. März. Die sog.„Kalkbauern", d. h. die- jenigen Fuhrleute, welche den Kalk in die benachbarten Städte befördern, haben das Fahren eingestellt. Seither wurden für eine einspännige Fuhre nach Frankfurt vier, für eine doppelspän- nige sieben Gulden bezahlt. Sie verlangen jetzt 5, resp. 9 st. Die Kalkbrciiner sind nicht gesonnen, diesen Forderungen nachzu- kommen, sondern beabsichtigen in Zukunft den Transport des Kalkes per Eisenbahn zu bewerkstelligen. Auch die in den Kalk- brennerelen beschäftigten Arbeiter haben Strikc gemacht. Sie beanspruchen täglich 1 fl. 30 kr. Lohn und verlangen nebenbei sämmllichen Kalkstaub. Auf auf diese Forderung wollen die Ar- beitgeber nicht eingehen.(Rheinischer Kourier.) Aaset, 18. März. Wie bereits in der„Tagwacht" zu lesen, haben hier in Basel die Zimmerleute einen Verein gegründet. Der Verein ist konstituirt und hat den„Volksstaat" und die „Tagwacht" als Vereinsorgane erklärt. Der Verein erfreut sich einer regen Theilnahme und eines steten Zuwachses von feiten unsrer Fachgenosfen. Aber er hat einen schweren Stand. In der letzte» Sitzung wurde die Lohnftage besprochen; ebenso einige An- träge, betreffend die Krankenkasse, welche wir Sonntag, 16. März, vor daS Handwerk brachten.(Handwerk ist nämlich die Kranken- kasse, wie man sie nach altem zunftzöpfigen Schle nennt.) Dies war kaum geschehen, als unser Bottmeister den Saal verließ, mit den Worten:„Wenn daS so fortgeht, kann der Herr(Z�. N.) Verwalter sein!" ohne ein Resultat abzuwarten. Zu bemerken ist nur, daß der jeweilige Bottmeister immer ein Arbeitgeber sein muß. Es ist das leider noch ein altes Ueberbleibscl aus der Zeit des Zunftzwangs, in Basel noch wie an vielen Orten in Deutsch- Und maßgebend, mit welchem es endlich Zeit wäre, gänzlich auf- zuränmen. Wir werden in Basel unser Mögliches thun, es zu beseitigen. Aber trotz dieses ungnädigen Benehmens wurde die Sitzung dennoch weiter geführt und unsere Anträge behandelt. ! Es wurde vorläufig nur die Lohnfrage besprochen, wobei Folgendes beschlossen wurde:„Es sollen die Tagelöhne von 3 Frks. 30— 50 Cts. auf 4 Frks. erhöht und zu diesem Zwecke eine Kommission gewählt ' werden, welche eine schriftliche Petition an sämmtliche Bieisterschaf- ten zu erlasse» hat. Diese Eingabe soll im Laufe nächster Woche erfolge». Daher erlauben wir uns, vorläufig sämmtliche College» aufmerksam zu machen und womöglich bis zum Austrag der Sache Base��neldcm_____ r An die Arbeiterpartei in Oesterreichs). Genossen! Die Anklage des Herrn Andreas Scheu in Nr. 22 des„Volks- staat", sowie das in demselben Sinne gehaltene, von seinen Freunden in Linz versandte Schriftstück zwingen mich zu folgender Erwiderung. Eö ist vollständig unwahr, daß Sehen„feit geraumer Zeit bestrebt war, eine gewisse deutschnational-liberale Richtung in der Tendenz unseres Parteiorgans zu unterdrücke» oder wenigstens *) Für diesen als bezahlte Annonce eingesendeten Artikel hat die Redaktion keine Verantwortlichkeit. abzuschwächen". Es konnte dies schon aus dem Grunde nie ge- schehen, weil das Blatt weder Mitarbeiter noch Redakteure hatte, welche diese Richtung verfolgt hätten. Zwar berief sich Scheu in der öffentlichen Ausscbuß- Sitzung des Vereins„Volksstimme" darauf, daß auf seine Intervention hin einmal im„Volkswille" eine Stelle gestrichen worden sei, die eine deutschnationale Tendenz verrathen habe, allein diese Sache verhielt sich in der That ganz anders, als wie Scheu sie darzustellen suchte. Im März v. I. sollte nämlich in der Tagesgeschichte unseres Blattes ein Auszug aus dem Berichte der Berliner„Demokratischen Zeitung" über die Demonstration am Grabe der Märzgefallenen aufgenommen werden. Jener Bericht enthielt auch eine am Grabe gehaltene Ansprache, in welcher die internationale Tendenz der Arbeiter-Bcwegung her- vorgehoben, zugleich aber auch betont war, daß zunächst eine nationale Organisation angestrebt werden müsse. Scheu bemerkte bei Durchlesung dieser Stelle, dieselbe könnte bei den weniger unterrichteten Arbeitern Zweifel an unfern internationalen Ge- sinnungen hervorrufen, und es wäre besser, wenn sie wegbliebe. Die Sache war zu unbedeutend, als daß darüber hätte eine weitere Auseinandersetzung erfolgen können, und es wurde daher der an- stößige Satz aus dem Berichte der Berliner Zeitung gestrichen. Sollte Herr Scheu mir nachweisen können, daß er noch einmal in irgend einem andern Falle als Censor habe austreten müssen gegen mich, so möge er es thun. Der einfache Hinweis auf meine Ver- bindung mit Dr. Ladendorf, aus der Scheu ebenfalls Capital zu schlagen gesucht, kann wohl in keinem Falle genügen, mich deutschnational-liberaler Tendenzen zu Uberführen. Scheu hat auch früher öffentlich, in meiner Anwesenheit, weder im Rcdaktions- Komits- noch in den Vereinen„Freiheit" und„Volksstimme" Be- schwerden gegen mich vorgebracht. Rur hinter meinem Rücken, um, wie er sich selbst im Verein„Volkswille" ausdrückte,„den Parteigenossen ans den Zahn zu fühlen, ob es Zeit sei, mich zu beseitigen", hat Scheu d>e bekannten, auch von Pater Florencourt, Pfeiffer, Mühlwasser, Reinthal und Consorten cultivirtcn Ver- leumdungen gegen mich ausgestreut. So hat er Gehrke gegenüber mich nicht nur wegen meiner Ver- bindung mit Dr. Ladendorf, sondern auch wegen meiner bekannten Beziehungen zu Simon Deutsch und Alexander Scharf ver- �dächtigt, obwohl er selbst mit den beiden letzten Personen in Ver- bindung gestanden. Baudisch gegenüber hat Scheu geäußert, daß die noch nicht erfolgte Ausweisung meiner Person auf Beziehungen zur Polizei schließen laste, und bei mehreren anderen Personen hat Scheu, der Praktikus der Bakunin'schcn Lehren, meinen Charakter auch noch in anderer Weise herunterzuwUrdigen gesucht. Daß Scheu und Genossen lange Zeit auf meine Ausweisung spcculirt haben und mich dazu drängen wollten, in Volksversammlungen agitatorisch auszutreten, was durch einen Beschluß des Vereines „Freiheit" verhindert wurde, ist vielen Parteigenossen in Wien bekannt. Ich habe mich über dieses Thema übrigens auch schon in meinem in Rr. 24 des„Volkswille" vom Jahre 1872 erschie- neuen Aufsatze:„Gegen das Lumpenthum" ausgesprochen. Der Ausstellungsverein, auf den ich vielleicht gelegentlich zurückkommen werde, war damals das Operationsfeld des Herrn Scheu. Daß ich diesem ehemaligen Genossen nicht Gleiches mit Gleichem vergolten habe, daß ich mir vielmehr den Vorwurf zugezogen habe, gewissen Neigungen dieses Herrn ancht energisch genug entgegen- getreten zu sein, ist eine bekannte Thatsache. Als Scheu im Sommer 1871 auf Kosten der Redaktion, jedoch ohne Wissen des Re- daktions-Komites, trotz meiner und Reitcr's Gegenvorstellungen nach Pest ging, wo eine Versammlung stattstnden sollte, die aber iWegraphisch abgesagt wurde, sprach sich ein Mitglied des Vereins rrd der mir ein Verbrechen daraus macht, daß ich für meine im Interesse der Partei und zum Zwecke der Propaganda in weiteren Kreisen ge- schriebenen Artikel in her„Neuen Freien Presse" Honorar empfangen habe, erhielt vor seiner letzten Jnhaftirung neben seinem Gehalt als Redakteur für seine Leistungen im Ausstellungsvereine baar über 100 Fl.; er erhielt ferner vom Unterstützungs-Komitä zu der- selben Zeit 30 Fl. Im Gefängnisse bezog er seinen Gehalt fort. Bei seinem Eintritte stellte er jedoch das Ersuchen an den Ans- stellungsverein und das Untcrstützungs-Komits, man möge ihm noch seinen vierteljährigen Mwihzins zahlen. Es wurde dies ver- weigert, jedoch die geforderte Summe als Darlehen von der Re- daktion gegeben und Scheu hievon verständigt. Daß seine Forde- rungen Anstand erregt hatten, verletzte jedenfalls Scheu- und deßhalb erklärte er bald daraus, er werde um seine Veihältniffe zu ordnen, von der Redaktion zurücktreten. Die Weltausstelluiigs- Arbeiten böten Aussicht auf großen Verdienst und er werde irgend eine Arbeit übernehmen. Das erklärte auch Scheu dem RedaktionS- Komitö, als er seiner Haft entlassen wurde, mit dem Bemerken, er werde wieder in die Redaktion eintreten, sobald er nicht das Gewünschte erreiche. Wenige Tage darauf trat Scheu in ein Ge- schäft ein und schloß Contract ab bis zur Beendigung der Welt- ausstcllungs- Arbeiten(1. April 1373). Allerdings blieb Scheu nicht bei seiner oben angegebenen Erklärung. Wenige Wochen j darauf sagte er öffentlich in der„Volksstimme", die Ner.,eleien gegen die Administration des Blattes seien der wahre Grund seines Rücktrittes.— Erst m der letzten Zeit hat Sckeu wieder einen anderen Grund gefunden, der seinen Rücktritt bestimmt haben soll. Vielleicht sagt er demnächst, er habe nicht für jeden Vortrag, den er gehalten, das bestimmte Honorar erhalten, oder die Geschenke, die ihm gemacht worden sind, wären Anlaß von Redereien gewesen und dies habe ihn bewogen, von der Redaktion zurückzutreten.■ Doch gehen wir weiter. Mit der ihm eigenthümlichen Dreistigkeit; stellt dann Scheu im„Volksstaat" folgende lügnerische Behauptungen � auf:„Nachdem ich am 29. September 1872 das Gesängniß ver- lassen hatte und in der Sitzung des Redaktions-Komitös vom 3. October— zum Schein— aufgefordert wurde, die Redaktion des„Volkswille" neuerdings zu übernehmen, erklärte ich auf das Bestimmteste meinen definitiven Rücktritt von der Redaktion. Im RedaktionS-Komite blieb ich jedoch noch, in der Meinung, in dem- � selben doch noch im Sinne unserer Prinzipien wirken zu können. Ans dem Artikel:„Die Arbeiterpartei in Oesterreich und die Ver- Hältnisse des Partei- OrganS" in Nr. S9 des„Volkswille" 1872,! in welchem Oberwinder die Thatsache, daß mein Bruder Heinrich während unserer Haft(1870— 71) das Partei-Organ auf feste Füße stellte, in das gerade Gegentheil fälschte und Weiterdas Redaktions-Komitä als Direktorium der sozial-demokratischen Partei in Oesterreich fälschlich hinstellte und ebenso zu denunziren suchte, wie er seinerzeit— ebenfalls während meiner Haft— den politischen Verein„Freiheit" ans Messer lieferte, ersah ick, daß Ober- winder, welcher von diesem Artikel dem Redaktions-Konnte auch nicht eine Silbe zur Genehmigung vorgelegt hatte, dasselbe als seine Marionette betrachtete, und trat darum auch aus diesem Komite, wie aus dem Ausschusse des politischen Vereins„Volks- stimme" zurück". Ich süge hinzu, daß bei den Debatten im Ausschusse des Ver- eines„Volksstimme" auch gesagt wurde, der Abonnentcnstand des „Volkswille" sei am bedeutendsten während der Führnng der Re- daktion durck Heinrich Scheu, der unter sehr schwierigen Verhält- nisten, zur Zeit des Hochverrathsprozesses, die Redaktion über- nommen und fortführte; er hatte in Folge dieser Verhältnisse mehr- mals die Absicht geäußert, zurückzutreten. Durch die Entziehung der Verschleißlicenz wurde vie finanzielle Lage des BlatteS noch trauriger. Dem Untersuchnngs-Komitv ging es damals nicht beller, denn das Deficit wurde immer größer. Da kam die Amnestie. Kaum war ich in Wien, als uns der Leiter der Gcnossenschafts- Buchdruckerei erklärte, daß unter allen Umständen eine größere Summe gedeckt werden müste. Durch meine Vermittlung wurden nun 1200 Fl. beschafft und erst dadurch das Unternehmen wieder auf feste Füße gestellt.— Einer der Geldgeber, Herr Alexander Scharf, erklärte mir damals:„Bald nach Ihrer Jnhaftirung habe ! ich den Vertretern der Redaktion einige hundert Gulden gegeben, ich würde auch später noch mehr gethan haben, wenn nicht von � den Persönlichkeiten, die Namens der Redaktion zu mir gekommen sind, einige Sie, den inhastirten Genossen, auf eine jwahrhaft bübische Weise heruntergewürdigt hätten." Ja, eS ist Thatsache und Viele der älteren Parteigenossen wissen es, daß schon während des Hochverrathsprozesses der Plan zu meiner Beseitigung gesponnen wurde, und er wäre bei meiner Entlastung ans der Hast auch Durchgeführt worden, wenn man mich damals bei dem traurigen Stande des Blattes nicht gebraucht hätte. Daß ich in einem Artikel das Redaktions-Komitö als Direktorium der sozialdemokratischen Partei denuncirt hätte,.ist doch auch eine gewagte Behauptung.— Herr Andreas Scheu, der allerdings alle Ursache hat, seine Handlungsweise zu bemänteln, wirft Anderen fortwährend Fälschungen und Denunciationen vor, obwohl nur er sie sich hat zu Schulden kommen lassen. Ich habe in jenem Artikel Uber die Verhältnisse des Partei- Organ cS im Auftrage des Re- daktions-Kvmitös nur ausgesprochen, daß man von allen Schritten, welche die Partei in Wien und in den Provinzen unternehme, die Redaktion des Parteiorganes verständigen niöge, daß diese die Schritte in Berathung ziehen solle u. s. f. Wir haben dies gerade deshalb ausgesprochen, damit das Partei-Organ, von dem Jeder- mann weiß, daß eS bei dem Mangel jeder factischen Partei-Orga- nisation(die Gcwerk- und Bildungsvereine dürfen sich nicht mit Politik befassen) das einzige Object ist, welches als Ausgangs- punkt aller Parteibestrebungen in Betracht gezogen werden kann, nicht verantwortlich gemacht wird für Schritte, von denen es nichts gewußt hat.— Waö den Verein„Freiheit" betrifft, so ist der- selbe anläßlich der zum Feste im Sophiensaale vom Auslande hier- her gelangten Begrüßungs- Telegramme aufgelöst worden. Durch die Auflösung hat die Partei nicht gelitten. Auch konnten keine strafgerichtlickcn Verfolgungen eintrete». Jedenfalls war aber das Fest nicht von mir allein arrangirt worden, sondern vom Vereine „Freiheit" nach vorheriger Berathung. Das Fest fand zu einer Zeit statt, wo seit Monaten keine Volksversammlung stattgefunden, zu einer solchen auch kein Saal aufgetrieben werden konnte. Man wollte aber, weil gerade damals die Gerüchte von einer Partei- spaltung in allen Blättern besprochen wurden— die„Brüderlichen" sorgten fortwährend für Scandale— durch ein ernstes i Fest die Einigkeit der Arbeiter kundgeben. Ten Abonnentenstand des„Volkswille" anlangend, so habe ich , in der„Volksstimme" durch Belege der Administration, beziehungS- weise der Druckerei nachgewiesen, daß das Blatt die meisten Ab- nehmer erst zu einer Zeit hatte, wo weder Herr Heinrich Scheu ! noch Herr Andreas Scheu auch nur das Mindeste mit der Re- � daktion zu thun hatten. Da ich gerade von den von Scheu uns zur Last gelegten Denunciationen spreche, will ich auch die anführen, in der gesagt jwird, Scheu und Genossen seien im AuSschußbericht der„Volks- ! stimme" als die„radicale" Partei denuncirt worden. Thatsache ' ist, daß nur eine diesbezügliche Aeußerung von Schäftner mitge- theilt wurde, aber ebenso auch die Entgegnung von mir, daß der ! revolutionäre Gedanke in der Arbeiterbewegung, die Durchführung i der Associationsidee, von Allen acceptirt werde. > Wie heißt es nun weiter im Scheu'schen Pamphlet: „Als ich gelegentlich der Kandidatur Kiehaupt's fiir das Re- daktions-Komitv(au meine Stelle) es wagte, an Stelle des Kan- didaten einen Arbeiter vorzuschlagen, brach einer der Leiblakaie» Oberwinder's(Gerbers) die Gelegenheit vom Zaune, um mein principielles Auftreten als„durch persönliche Gehässigkeit gegen Oberwinder begründet" hinzustellen. Es wurde in Folge dessen eine Kommission gewählt, wclcke die Aufgabe hatte, die Natur der Spannung zwischen mir und Oberwinder zu untersuchen." Scheu begeht hier zunächst die Unwahrheit, einen selbstständig denkenden Plann wie Hugo Gerbers(Obmann des hiesigen Buch- druckervereins und Redakteur deS„Vorwärts"), der durch seine Thätigkeit diesen»Verein zu einem der kräftigsten und stärksten Vereine emporgehoben hat, der in seiner Gewerkschaft in allgemeiner Achtung steht(das gerade Gegentheil ist bei Scheu der Fall, der Gewerkverein, dessen Obmann er war, verachtet ihn), den Titel „Leiblakai" beizugeben. Es ist doch allzukühn, Herrn Gerbers, einen gebildeten Plann, mit Herrn Janschek oder mit den Herren Werner und Kaufmann auf eine Linie zu stellen.— Rachtig ist, daß die von Scheu beliebte Taktik, das Wort Arbeiter im Gegen- satze zu Personen zu gebrauchen, welche sich durch geistige Arbeit 1 ihr Brot verdienen, eine Debatte hervorgerufen hat. Gerbers nannte diese Taktik Popularitätshascherei, und mit Recht. Denn allen älteren Parteigenossen ist es bekannt, auf welche Weise Herr Scheu sich einzuschmeicheln versteht, sich als den allein„ehrlichen" i und demokratisch denkenden Menschen hinstellt. Er macht, wie zahlreiche Beispiele beweisen, sogar die Rohheit und Unbildung für sich dienstbar, indem er ihnen schmeichelt.. lieber die Entstehung der Resolution über die Wahlreform habe ich(siehe AuSschußbericht der„Volksstimme" ini„Volkswille" vom 9. März) in der Ausschußsitzung Auskunft gegeben. Scheu spricht auch bei dieser Gelegenheit wieder von Fälschung, obwohl die weggelassene Stelle für die Resolution absolut von keinem principiellen Belang ist. Der in Bettacht kommende Passus ist der, daß die Durchführung der directen Wahlen ein Fortschritt ist gegenüber den Feudal-Clericalen. Dieser Passus ist in der Ver- sammlung nicht geändert worden. Daß die Einführung der directen Wahlen ein Fortschritt der modernen Staatsidee ist, wird kein Vernünftiger leugnen. Das dehnbare Wort„sittlich" hätte nur Sinn gehabt, wenn unsere Resolution sich mit ökonomischen Fragen befaßt hätte. Deshalb wurde es Anfangs weggelassen, doch Tri ] ersuchte ich den Ausschuß um Billigung dieser Weglasiung, was durch. Scheu verhindert wurde, und ich fügte mich dann sofort: Jeder Denkende kann in dem Verfahren Scheu's nichts Änderet erblicken als die Sorge, mir unter allen Umständen etwas anzu-s � hängen. Das wissen Alle, bei denen Scheu mich seit Jahren ver- lenmdet hat, und deshalb wurde die Untersuchuugs-Commissio» F eingesetzt. Der richtige Weg wäre nun der gewesen, der Unter- suchnngs- Commission allenfallsige Beschwerden vorzulegen. Aber die dies paßte Scheu nicht in seinen Kram und er veranstaltete lieber eine kleine Verschwörung und versuchte dann den Ausschuß der �„Volksstimme" zu überrumpeln. j g*; „Verkauft au die Bourgeoisie", das war das Schlagwort, mit dem Scheu die Arbeiter zu dupiren suchte. Und der Beweis? Weil die Resolution sagt:„Wir erblicken in der Einführung directet Wahlen einen Fortschritt." Daß die„Vorstadt-Zeitung" von einer I „Volkspartei" gesprochen und die„Neue Freie Presse" unser Vor- gehen nicht getadelt hat, sind Dinge, die schon bei anderen Gelegen« heilen vorgekommen sind. Ich verweise die Leser auf den Artikel in Nr. 9 der„Bolksstimme" vom 3. August 1869, betitelt:„Zur Volksversammlung."- Man findet darin Aeußerungen der„Neuer � Freien Presse" und der„Borstadt- Zeitung" anläßlich der Redl Liebknecht's in Wien. Liebknecht hatte nämlich gesagt:„Hier in Oesterreich, wo die ständische Gesellschaft noch nicht politisch todt ist, wie in anderen Ländern, ist die Stellung der Arbeiter zur Re- gierung(Bürgermiiiisterium) eine ganz eigenthümliche. Bis zu einem gewissen Punkte haben die Arbeiter Oesterreichs ein gemeinsames aui Interesse mit der Regierung, nämlich soweit dieselbe das Pfaffen- � lhum und den Adel bekämpft." Damals sagte die„Neue Fr. Presse"- ,. „Die Arbeiter sind in ein richtigeres Fahrwasser eingelenkt." Diel lil hatte sie auch gesagt in dem Berichte Uber den Arbeitertag, welche! der Sperl- Versammlung folgte. Die„Vorstadt- Zeitung" nahm_ sogar entschieden für uns Partei.*. Unsere Stellung zur liberalen Partei ist überhaupt sehr häufig in derselben Weise gekennzeichnet worden, wie in der Resolution. Ich verweise dieserhalb nur noch auf den Programmartikel dei z „Bolksstimme"(Nr.1 vom 11. April 1869). Damals war ich uo� kein„Verräther", damals war Scheu noch zu„grün" und di< Janschek, Werner u. Eons, noch zu dünn gesäet. Durch die Re- solution haben wir erst Stellung zur Wahlreform genommen, in- dem wir ausspracken, was ist. Nur die Böswilligkeit, unterstütz! von der Dummheit, konnte dies zu einem Verbrechen stempeln, wie sie es mir verargt hat, daß ich für das tägliche Blatt auch in an- deren Kreisen gewirkt habe.— Endlich sagt Scheu noch, daß! Schäftner meine Absetzung beantragt, daß wir durch zugetrieben« neue Mitglieder der„Volksstimme" die Majorität erlangt hätten! m und daß die„Intelligenten" für ihn gewesen. Die Linzer Erklär" rung stützt sich auf diese Lügen. Zunäckst hat Schäftner auch beantragt, daß Heinrich Scheu nach Wien berufen werde, obwol gesagt wurde, dieser könne nickt kom- men. Um ein„Schuldig" gegen mich zu erzwingen, hatte sich Scheu nämlich für mitschuldig erklärt und„seine Ehre zu Füßen der Partei niedergelegt." Der Edle! Durfte er doch erwarten, daß die Entdeckung des„Verraths" bald mit der Verzeihung füll � seine Fehler belohnt werde.— Also nun zu den Intelligenzen., Wer sind sie? Die Herren: Janschek, Orda, Odenal, Feldbauer) Bardorf, Malatt, Helmsky, Böhm, Werner und Kanffmann(Beide erst seit einigen Monaten in Wien und als Parteimänner nicht bekannt), Hauck, Schick, Göhre(niemals vorher in den Sitzungen der„Volksstimme" erschienen), Kuttil(seit Monaten von der � Partei ferne gehaltet, Stettner, Schwarzinger(Letzterer stets nun sichtbar, wenn es Krakehl gab, so bei Besetzung der Directorstellf der Buchdruckerei), Killian, Steiner, Hnßar(Hutmacher), Körbler, L Kirchner, Baudisch(wer kennt ihn nicht?), Spazierer, Schmidt! P (Spengler), Preuß und noch einige Andere. Wer hat sich nun für!-. die von Gerbers empfohlene Resolution erklärt? Fast ausnahmö-! los solche Genossen, die immer und schon seit Jahren in der! Partei thätig waren. Ich führe ihre Namen mit dem Bemerke»! an, daß sie nur für ihre Personen allein die Erklärung abgegeben haben. So Dorsch(Obmann des Arbeiter-BildnngSvereins), Neu- wirth(Obmann des Manufacturarbeiter-Vereins), Baierlein, Neu- mann, Jiretz, Karl Becker, Roscnbaum(vom Ausschüsse der Metall°v arbeiter), Hugo Schmidt(von Reichenberg, der nur auf dringendes siii pri gu T. gu in ein dei NU NN rei bv vo au we ter Tl „Ä ge> au W Ersuchen der Partei eine Stellung in der Administration äuge-! m, nommen hat), Reiter, Pabst(Letzterer hat sich nie um dic Director- stelle in der Druckerei beworben und hat ebenfalls nur über drin ! gendes Ersuchen diese Stelle angenommen), Gehrke(Obmann der! ! Sattler rc.), Messany(Jnstrumentenmacher), Peer(Vorstand der! Bilhaner), Andretzky, Sckwab, Karra, Hruza und Hirza(AuS-! schnßmitglieder der Schuhmacher- Gewerkschaft), Doctor(Hafner),! Künzel(Bildhauer), Gabriel(Taschner), Richter(Ciseleur, Aus- schußmitglied des Ausstellungsvereins), Metall, Denk, Nieder- berger, Holzinger, Birkmann und Gieber(die vier Letzten von dem Gewerkt, zu dem Scheu zählt), Breiter(Obmann der Gold- arbeiter), Brunner und Crispin(Schlosser), Herzog(Drechsler), Bonta und Schmidt(Ausschußmitglieder des Vereins der Buch- binder:c.), Baader(Lederarbeiter), Metzner(Graveur) u. s. f. Wir haben hier schon eine Majorität von Personen, welche nicht zu den Intelligenzen des Herrn Scheu gehören, aber doch alte Partei- Männer sind. Ich habe ihre Stellung in den Vereinen, die mit dem politischen Vereine„Volksstimme" durchaus nichts gemein hat, angeführt, um ihre Thätigkeit zu bezeichnen.— Ich begnüge mich für jetzt mit dieser Darlegung, indem ich mir vorbehalte, darauf zurückzukommen. Ich erwähne nur noch, daß ich bereits im Ausschüsse des Ver- eins„Volksstimme" durch Erzählung von Thatsachen, die von An- wesenden bestätigt wurden, nachgewiesen habe, daß Scheu, der Mann der Phrase, des Pathos und der„tragischen Effecte", der „reine" Charakter, sich stets nur von der persönlichen Eitelkeit und vom crasscsten Egoismus hat leiten lassen, daß sein ganzes Thun nur darauf berechnet war, sich einen Nimbus und ein Vertrauen zu erringen, die es ihm möglich machen sollten, alle Personen zu beseitigen, die seiner Herrschsucht im Wege standen. Als Beweis dafür, daß Scheu alle �möglichen Mittelchen an- wendete, um sich stets im Lichte der Uneigennützigkeit zu zeigen, dient seine Erklärung im„Volkswille", wonach er seit seinem Rück- ttitt von der Redaction keinerlei Honorar bezogen habe. Kaum war die Erklärung erschienen, so ersuchte er um das Honorar von einigen theilweise im Gefängnisse, theilweisc kurz nach seiner Eni- lassung verfertigten Arbeiten. Offen hat Scheu ausgesprochen, die Partei müsse noch mehr- mals zu Grunde gehen. Nnn ist er im Jahre der Weltausstellung, wo die Partei geeinigt dastehen sollte, an'S Werk gegangen. Mögen die Parteigenossen dafür sorgen, daß das Zerstörungswerk nicht gelinge. Wien, am 17. März 1873.. Heinrich Oberwinder. wc D bei % 22 un Ai A> dr Leipzig: Berantw. Redakteur R. Geisse rt.(Redatti-n und Expedition Hohestr. 4). Druck und Berlaz der tsenosseuschastsbuchdruckerei. un thi R an S de de % ra da A vc di ko in de V ni de a[i di ai T de di ge T na •tu la Tl