rat richl Brf�eint wöchmtlich 2 Mal in«Leipzig. Btstcllungen nchmni alle Pastanstalten und Buchhand- lungen de« In- und Au«- lande« an. Für Leipzig nehmen Be- stellungcn an: die Expedition, Hohestraße 4. die Genosicnschafts- bnchdruckerei, Zeitzerstraße 44. kl. Bebel, Peterstraße 18. 3. Müller, Bayerschestraße Ld, III. Der Vdlislkik Afonnewenfipra*: üt Preußen incl. Stempel- euer 17 Sgr., für die übrige« Deutschen Staaten 12>/, Sgr. pro Quartal, pro Monat 4>/, Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Nzr. Filialexpeditionen für die Be»- einigten Staaten: F. A. Sorge, Lor 101 Hoboken, N.J. Tia Newyork. G. A. Lönnecker, ISS Vf. Lake Chicago(III.) OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternaüonalenGetverksgenoffenschasten. Nr. 33. Mittwoch, 23. Aprit. 1873. Das allgemeine gleiche Wahlrecht und seine Gegner. (III. Reccnsionsartikel in der Serie: „Ter„modirne Sozialiemus" und das veraltete Vornrtheil".) Eines der Hauptmomente, das dem Verf. so argen Grusel vor dem„modernen SozialtSmuS" einflößt�ist das allgemeine gleiche Wahlrecht.„Der Götze des modernen Sozialismus ist das souve- raine allgemeine Stimmrecht und der darauf beruhende Staat. Was ist aber dieser Staat des absoluten allgemeinen Stimmrechts anders als die organisirte Sklaverei der Minderheit, die despotische Herrschaft der Mehrheit, ja in der Regel nicht einmal der Mehr- heit, sondern irgend einiger Bolksfllhrer? Es läuft bei derartigen Abstimmungen auch meist eine große Selbsttäuschung mitunter. Denn wenn nicht alle Berechtigten zur Urne gehen, so kann die Volksstimme nicht einmal formell vollkommen zum Ausdruck kommen. Nun aber sind die Wahlenthaltungen meist sehr zahlreich und in der Regel sind es die conservativen Elemente im Volke, die sich von der Agitation und den Wahle» fern halten. Eine Minderheit stimmt ab, ersetzt, was ihr an Zahl abgeht, durch Lärm und ge berdet sich als das„Volk" und preist die eigene Stimme als die „Volksstimme". Diese ganze Deklamation ist wieder so unlogisch wie nur mög- lich! Weil das allgemeine Wahlrecht gewisse Nachtheile im Gefolge haben kann, darum soll es— obschon eS besser ist als alle an- dern Wahlsysteme— dennoch verschwinden. DaS ist ungefähr so, wie wenn man sagen wollte: Weil bei einer schlecht verwalteten Eisenbahn viel Unglück passiren kann, darum darf man über Haupt nicht aus der Eisenbahn, auch auf der gut verwalteten nickt, fahren. Oder:'Weil das Kind, ehe es gehen lernt, oft fällt und sich dabei sehr wehe thun kann, darum darf es überhaupt nicht gehen lernen. Wie würde man sich mit solchen Doktrinen dem Gespötte überliefern! Und doch gleicht ihnen die Theorie deS Verf. auf's Haar! Er glaubt steif und fest, das heutige allgemeine gleiche Wahlrecht sei der Ausbildung und Verbesserung unfähig Und das ist nicht wahr. Daö allgemeine gleiche Wahlrecht ist ebenso verbesserungsfähig wie das Eisenbahiisystcm und wird— gleich diesem— verbessert werden durch die Fühlbarkeit seiner Mängel. Z.B. dadurch, daß die Wahlverpflichtung eingeführt, damit die„Wahlenthaltung" und der„Lärm der Minderheit" beseitigt wird und also die„Volksstimme formell vollkommen zum Ausdruck kommt." Ein weiteres Verbesserungsmittel, namenb lich um die„organisirte Sklaverei der Minderheit" unmöglich zu machen, ist von de» Sozialisten schon längst inS Auge gefaßt worden; es sei hier beiläufig auf die von Liebknecht wiederholt auseinandergesetzte Modifikation deS Hare'schen Wahlsystems hin- gewiesen, welche einigermaßen der vollständigen Majorisirung der Minderheit vorbeugt; sie besteht in der Aufhebung der Wahl- bezirke und der guotenweisen Vertheilung der Mandate an die einzelnen Parteien, je nach ihrer Stimnienzahl. Während heute beispielsweise die Sozialisten Sachsens nur 1 Vertreter im Reichs- tag haben, würden sie, wenn man auf jene Weise die in allen sächsischen Wahlbezirken zusammen durchgefallenen sozialistischen Mi- noritätsstimmeu addirt und sie in Verhältniß zur Gesammt- zahl der abgegebenen Stimmen bringt, den vierten Theil aller sächsische», also S Abgeordnetcnmandate erhalten müssen. Noch andere Verbesserungen des Allgemeinen gleichen Wahlrechts werden sich im Lause der Zeit ohne Zweifel entwickeln, und um so eher, als die vom Verf. geschilderte Nachtseite des heutigen allgemeinen gleichen Wahlrechts bereits vor uns liegt. Durch den gegen- wärtigeu, auö dem allgemeinen Stimmrecht hervorgegangenen „Reichstag" ist nämlich bereits die„organisirte Sklaverei der (sozialistischen) Minderheit" von Neuem besiegelt worden ntld„die despotische Herrschaft der Mehrheit, ja nicht einmal der Mehrheit, sondern irgend einiger(durch Besitz, Amt u. s. w. einflußreichen, antisozialistischen) Volksführcr." Diese Fälschung des Allgemeinen gleichen Wahlrechts ist(abgesehen von der Vereins- und Preßkne- belung) nur möglich gewesen durch die heutige Unbildung der Masse»; ist diese beseitigt, so kann auch das allgemeine gleiche Wahlrecht zu rciuercin Ausdruck kommen. Der Verf. glaubt das aber nicht.„Dieser Wahlmodus— so argumentirt man— bringe die unverfälschte Volksmeiuung zum Ausdruck und könne ferner auf die Dauer nicht irren, er trage fein Correktiv in sich selbst, er sei, wie Lassalle sagt, die Lanze, welche die Wunde», die sie geschlagen, wieder heilt; zuletzt werde, glaubt man, das Volk doch hinsichtlich der Personen und Sache» das Richtige treffen. Dieß möchte wohl der Fall sein bei einem materiell, intel- lectuell und moralisch gesunden Volke, niemals aber bei einem solchen, das von sozialistischen Ideen durchtränkt ist und dem Materialismus huldigt."(Da haben wir'ö wieder: die Grundursache alles Ucbels ist der sogenannte„Materialismus".) „Die Sozialisten begehen— und darin liegt einer ihrer Haupt- fehler— den großen Jrrthum, daß sie die Menschen nicht nehmen, wie sie sind."(Allerdings nehmen wir die Menschen nicht,„wie sie sind," sondern wie sie sein sollen und werden.— Wenn eine Entwickelung vom Affen bis zum heutigen Mensche» möglich war, warum soll sich dieser dann nicht um den tausendsten Theil jenes Abstandes noch weiter entwickeln können?)„Das allgemeine Stimmrecht in seiner unbeschränkten Anwendung wird stets die Waffe sein, womit die eine Partei die andere überstimmt, beherrscht und ausbeutet— auch im sozialistischen Staat." Eine Frage au den Verfasser: Kann er uns ein Mittel, das allgemeine Wahlrecht ausgeschlossen, nennen, wodurch die„Uebcrstimmung u. s. w. der einen Partei durch die andere" verhindert wird? Giebt es ein solches Mittel im heutigen Staat? Hat der Verf. nicht viel- mehr durch seine Anerkennung des statistischen Ergebnisses der „SS Prozent" und durch seine Phrase von der„Wiederherstellung der natürlichen Sozialordnuug" zugegeben, daß jene Uebclftände, die er nun lediglich auf das funkelnagelneue allgemeine Wahlrecht schieben will, bereits bestehen?— In Wirklichkeit liegen für den Sozialismus die Dinge so: Es ist selbstverständlich, daß der So- zialismus, ehe er zur Herrschaft kommen kann, erst die andern „Parteien" vernichten, d.h.„überstimmen, beherrschen und aus- beuten" muß! Denn wie kann anders der Sozialismus prokla- mirt werden, als dadurch, daß die Herren Grundbesitzer cxpro- priirt(also„überstimmt, beherrscht und ausgebeutet") und der Staatssäckel zunächst für die Arbeiter-Produktivassoziationen in Anspruch genommen wird? Ist aber der sozialistische Staat ein- mal proklamirt, so haben alle ehemaligen Parteien nur gleiche Rechte; wenn dann die eine, infolge ihrer Minderzahl, in gewissen Dingen durch die andere„überstimmt" wird, so ist das ihr Privat- malheur, aber der„Sozialismus" kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden, ebensowenig wie man Gott oder daS Königthum dafür verantwortlich machen kann, daß 2 noch einmal so viel wie 1 ist. Nur darf die Mehrheit nicht in den Fehler der heute Herr- fchenden Klassen verfallen: sich mehr Rechte zu vindiziren, als der schmollenden Minderheit; denn dann wäre dieser unbestreitbar das daS Recht gegeben, die„ewige Grundlage" der(Pfahlbauten-) „Civilifation" zu verlassen?„Willkür",„Absolutismus" einer „wechselnden Mehrheit", die,„ohne sich dabei um höhere, unver- jährbare Prinzipien zu kümmern, alles Recht, alle Ordnung und Stabilität" der Pfahlbautenzeit„vernichtet" hat. Schrecklich, aber wahr!—„Ewige Grundlagen" der„Civilifation"! Welches sind diese wohl?— Daß Jeder daS Gefammtheil gleich seinem eigenen Wohl im Auge haben solle? Dieser Grundsatz ist noch nie Maxime der herrschenden Regionen gewesen— von dem mythischen Urräuber Kain, der seinen Bruder Abel erschlug, bis auf un- sere Börsenschwindler, Blutundeisenpolitiker und I-aiases. kuire- Männer.— Der Allgemeine Volkswohlstand? Er hat noch nicht existirt.— Die allgemeine Volksbildung? Sie ist bis Dato noch verpönt? Was für„ewige Grundlagen" hat also Eure„Civili- sation", ihr Herren, daß wir sie Euch nehmen könnten? Wir Sozialisten finde» keine, und deswegen wollen wir eben neue „Grundlagen der Civilifation" errichten, hoffend, daß diese„ewig" sein werden—„ewig" freilich nicht in dem Sinne, daß sie uns- Recht der Revolution gegeben. Das„Ueberstimmen" aber läßt antastbar sein sollen, sondern„ewig" in dem Sinne, daß sie sich nicht abschaffen— weder mit noch ohne allgemeines gleiches der Entwicklung fähig sind.— Das ist der Unterschied zwischen Wahlrecht, und dem Sozialismus zumuthen, jenes Naturübel der Weltanschauung des Verf. und der unsrigen: Er glaubt, die beseitigen zu sollen, wäre ungefähr so geistreich, wie eine Forde-„Grundlagen der Civilisation" seien„ewig", d.h. unantastbar, rung,«solle dafür sorgen� daß die kleinen Kindchen, anstatt den und wir sagen, ihre„Ewigkeit" liegt in der Entwickclun armen Frauen so viel Schmerzen zu machen, lieber auf den Bäumen wüchse». Dieses Letztere wäre doch eigentlich auch ganz hübsch und ebenso nothwendig zur Vervollkommnung des mensch- lichen Glücks, wie die Verbesserung des allgemeinen Stimmrechts! Was in aller Welt ist es wohl, was unserm Verf. das allgemeine Stimmrecht so verhaßt macht? Ganz einfach der„Materialismus", der darin steckt und der„Abfall von der Autorität", der„fortwäh- rend neue Gesetze erzeugt".„Die Herrschaft des absoluten all- gemeinen Stimmrechts bedeutet die Vernichtung jeder feststehen- den Rechtsnorm(Ganz richtig! Das„Recht" ist eben nichts „Feststehendes", Absolutes, sondern etwas Schwankendes, Relatives; Andernfalls wäre es ja eine Sünde und Schande, jdaß das„jus primae noctis" abgeschafft ist!), jeder höher begründeten Sitt- lichkeit(Ganz richtig! Es giebt keine„höhere" Sittlichkeit, als die von der Gesellschaft selbst„begründete".), überhaupt die Be- seitigung jener ewigen Grundsätze(Was für welche sind das eigenlich?), aus denen allein Freiheit und Civilifation gedeihen können." Es ist unzweifelhaft, daß der Verf. mit dieser Phrase irgend eine„göttliche Weltordnung" im Auge hat, sich aber genirt, sein religiöses Bekenntniß offen abzulegen. Es geht dies fähigkeit und nicht in der„Stabilität." Aus dieser Differenz erklärt sich das Geschrei über den„Untergang der Civilisation", falls der Sozialismus siegen sollte. Das Wort„Civilisation" erneu Augenblick zugestanden, handelt es sich aber für uns gar nicht um die„Vernichtung" der Errungenschaften der Neuzeit, son- dern nur um eine Transsiguration derselben: das„Eigenthum" u. s. w. bleibt, es bekommt nur eine andere Form. Diese Form- Veränderung, welche Leben bedeutet, wird von unfern Gegner» als „Vernichtung der Civilisation" verschrieen, obschon die wahr� „Civilisation", wie wir oben zeigten, ganz andere„Grundlagen" haben muß als die gegenwärtige, welche gar kein Recht hat, sich mit„Civilisation" zu identifiziren. Was die wahre„Civi- lisation" anbelangt, so stehen ihre„Grundlagen" allerdings Uber dem allgemeinen Stimmrecht; und darum sind beispielsweise allgemeiner Volkswohlstand, allgemeine Volksbildung„Dinge, über welche selbst der größten Mehrheit und der höchst stehenden Per- sönlichkeit keine Gewalt zusteht." Der heutigen Gesellschaft fehlt aber diese„uaturrechtliche Grundlage" und deshalb darf ihr der Sozialismus dieselbe aufoktroyren, und zwar auch ohne das allgemeine Stimmrecht darüber zn Rathe zu ziehen. Das allge- auch auS Folgendem hervor:„Es giebt Dinge, über welche selbst ineme Stimmrecht tritt in volle Anwendung erst nach Oktroyirung der größten Mehrheit und der höchst stehenden Persönlichkeit keine Gewalt zusteht: dazu gehöre» die naturrechtlichen Grundlagen der Gesellschaft(Ganz richtig!), also(!?) auch(!?) das Privateigen- thum, ferner die großen Grundsätze des Rechts und der Moral." Der letzte Theil ist falsch. Wer hat denn diese„großen Grundsätze des Rechts und derMoral" geschaffen, wenn nicht jene„Mehr- heit" in Verbindung mit den„höckfft stehenden Persönlichkeiten"? Warum nun soll nicht, was die eine„Mehrheit" geschaffen hat, des Sozialismus, und nicht vorher, eben weil(wie der Verf. ganz richtig, nur mit falscher Anwendung, sagt)„es Dinge giebt, über die selbst der größten Mehrheit und der höchst stehenden Per- sönlichkeit keine Gewalt zusteht; dazu gehören die naturrecht- lichen Grundlagen der Gesellschaft"(den Nachsatz deS Verfassers:„also auch(?) das Privateigenthum, ferner die großen Grundsätze des Rechts und der Moral" haben wir oben bereits in sein Nichts verwiesen). Mit anderen Worten: die„naturrecht- die andere wieder abschaffen dürfen? Es kann doch nur jedes lichen Grundlagen der Gesellschaft" sind von einer„Mehrheit" Zeitalter über sich selbst disponiren, und nicht über die zukünf- bisher nicht anerkannt worden— Beweis: die„95-Prozent"—; tigen Geschlechter! Kein Grundsatz des„RechtS" und der„Moral", der uns von de» Ahnen überkommen, ist bindend für uns. Wir können ihn aeceptiren oder auch nicht, je nachdem es das soziale Bedürfniß erheischt.„Unrecht und Unsittlichkeit werden dadurch niemals(!) zu Recht und Sitte, daß eine Mehrheit von Menschen und selbst alle Menschen zusammen sie dazu erklären; sie sind Prinzipien und Kategorien höherer Ordnung." Hier haben wir's gauz deutlich, daß der Verfasser an eine„göttliche Autorität" glaubt, welche ein für allemal„Recht" und„Sitte" unabänderlich festgesetzt habe. Glaubt er nicht an Gott,— desto schlimmer dann für ihn; denn in diesem Falle zieht es gar nichts, worauf er allenfalls feine„höhere, sittliche Ordnung" u. f. w.„begründen" könnte. Von zwei Dingen Eins: Entweder giebt es keinen Gott und dann können wir die alten Gesetze ändern, so viel wir nur Lust haben. Oder es giebt einen Gott— und dann wären wir aller- dings geleimt. Glücklicherweise aber hat noch Niemand daS Dasein Gottes beweisen können; erxo müssen wir auch annehmen, daß die„Moral" und daö„Recht"— wie deren Gegensätze„Unsitte" und„Unrecht" — von Mensche n gemacht sind und darum auch von uns nach Bedürfniß abgeändert werden können. Und die sogenannten„ewigen Grundsätze", auch die bleiben nur so lauge bestehen, als wir sie für passabel halten.—„Welche Ketzerei! Auch den Todtschlag werden diese„Materialisten" noch für„moralisch" erklären, wenn sie nicht glauben, daß es„ewige Grundsätze der Moral" giebt!" Gemach, ihr Herren! Ihr selbst glaubt nicht an die�.ewigen Grundsätze der Moral"; ihr selbst erlaubt unter gewissen Um- ständen den„Todsschlag"(z. B- durch den Scharftichter); ihr selbst grade habt also an einem fulminanten Beispiel uns gezeigt, daß es keine„feststehende Rechtsnorm" giebt, sondern daß„Recht" und „Moral" relative Begriffe sind, die bald so bald anders gefaßt werden.—„An die Stelle der ewigen Grundlagen der Civilisation treten die Willkür und der Absolutismus einer wechselnden Mehr- heit" und dadurch wird, weil man sich dabei nicht„um höhere, unverjährbare Prinzipien kümmert, alles Recht, alle Ordnung, alle Stabilität vernichtet." Ganz richtig.„An die Stelle der ewigen Grundlagen der Civilisation" treten die wechselnden— mag man nun diesen Vorgang„Willkür" oder„Absolutismus" oder sonstwie nennen. Wären diese„ Grundlagen der Civilisation" nicht„wechselnd, sondern ewig", so müßten wir heute ungefähr noch in der Pfahlbauten-Periode stecken! Wer hat jenen Menschen crxo müssen diese„Grundlagen",, zu deren Beseitigung„selbst der größten Mehrheit und der höchststehenden Persönlichkeit keine Ge- walt zustand," der Gesellschaft eventuell auch ohne die„Abstim- mung" dieser„Mehrheit und der höchst stehenden Persönlichkeiten" aufoktroyirt werVen. Zu solchen Schlüssen müßte unfehlbar der Verf. kominen, wenn er den Much hätte, sich seine eigenen Aeußeruugen logisch zurecht- zulegen. Wir Sozialisten treibe» aber in Wirklichkeit die Konse- quenzen nicht einmal soweit, als sie in Vorstehendem theoretisch entwickelt sind. An eine„Aufoktroyrung" denken wir bis jetzt nicht, sondern wir hoffen noch,„die Mehrheit" für uns zu gewinnen. Wir haben die vorstehenden Erörterungen nur zu dem Zweck gemacht, um zu zeige», daß der Verf. selber die sozialistische Revolution unter Umständen für berechtigt halten muß.— Natürlich ist diese Zumuthung eine vergebliche; die Borurtheile deS Verf. erreichen mitunter eine unglaubliche Höhe.„Ein Staat, der dem allgemeinen Stimmrecht die souveraine Gewalt einräumt, wird niemals ein Staat der Freiheit sein."(Der Verf. glaubt wahrscheinlich, wir hätten die Absicht, auch darüber„abstimmen" zu lassen, ob allgemeiner Unterricht ertheilt werden soll oder nicht.) „Es ist eine leere Phrase(!), zu sagen, daß ein solches Volk sich selbst regiere. Kein Depotismus ist drückender als der der Majo- rität..."(Der Verf. meint also, daß der Einzelwille eines Monarchen milder fei, als die Beschlüsse einer Majorität!) „Der sozialistische Staat ist daher(!) der wahre Zwangsstaat(!). Der Einzelne ist der Sklave der Mehrheit; seine Fähigkeiten, sein Leben gehören nur(!) dem Staate." So viel Worte— so viel Borurtheile. Was speziell den letzten Satz betrifft, so harmonirt er mit dem anderweiten Ausspruch deS Verfassers:„Wehe dem Faulen, aber auch wehe dem Talent(im sozialistischen Staat)!"— Dies kommt daher, weil der Verf. von dem Vorurtheil besangen ist, im sozialistischen Staat müßt- die Freiheit der Berusswahl beschränkt, das Talent also an seiner Entfaltung behindert werden — ein Glaube, der durch nichts begründet ist. Und was den „Zwangsstaat" betrifft, so gehört schon eine ganz bedeutende Dosis von Heuchelei dazu, den sozialsstsschen Staat einen..Zwangsstaat" im Gegensatz zum heutigen Staat zu nennen, welcher es in daS Belieben eines einzelnen Beamten— wie des Staatsanwalts— setzt, Menschen in beliebiger Zahl grundlosen Verdachts halber monate- und jahrelang im Untersuchungsgewahrsani zu halten(bei schmaler Kost und Dunkellicht, bei schlechter Luft und im eigenen Koth), ihre Familien in Trauer und Elend zu versetzen und ihren Nahrungserwerb total zu ruiniren;— einem Staat, der den Armen, welcher die Steuern nicht erschwingen kann, noch das Letzte gewaltsam erpreßt;— einem Staat, der es der Lanne eines Einzigen anheimgiebt, Hunderttansende durch„Krieg" hinschlachten zu laßen! Ein solcher Staat ist nach des Verfassers Ansicht kein„Zwangs- staat", und zwar deshalb nicht, weil statt der vermaledeiten "'/««-„Majorität" ein Einzelner über Tod und Leben, Wohl und Wehe von Millionen gebietet.„Der Einzelne ist der Sklave der Mehrheit" sagt oben der Verf.; und heute? Heute ist um- gekehrt die Mehrheit Sklave des Einzelnen— voilä tont oder das ist der ganze Unterschied, wahrlich bedeutende Unter- schied, vorausgesetzt selbst, daß im sozialistischen Staate die „Mehrheit" über die Minderheit so viel Zwangsgewalt hätte, wie heute ein Einzelner über Alle— was im Wesen des Sozia- lismuS durchaus nicht begründet liegt. Der Verf. argumentirt ins Blaue hinein, ohne sich an die ein- fachsten Gesetze der Logik, die ein bestimmtes Verhältniß von „Schluß" zu„Voraussetzung" gebieten, zu kümmern. Selbst ein gewisses Maß von Zwang im sozialistischen Staat zugegeben, darf man diesen doch nur dann einen„Zwangsstaat" schelten, wenn jenes Maß von Zwang im heutigen Staate nicht existirte, beziehentlich es denkbar wäre, daß ein Staat ohne alle und jede Zwangsgewalt existiren könnte! Der Verf. thut aber so, als ob er das Recht jedweder Zwangsgewalt negirte und experimentirt mit seinem Vorurtheil sogar gegen die„Zwangsgewalt"— der Logik. Wir werden noch erbauliche Beispiele im folgenden(Schluß-) Artikel davon sehen. Politische Uebersicht. Invaliden. Am 30. deS vorigen Monats fand in Frank- fürt am Main eine„Märzfeier" statt, mit obligaten Festreden. Die eine derselben hielt Herr Carl Mäher, einst„Führer" der Süddeutschen Volkspartei, und verherrlichte darin die Bewegung von 1848, wogegen wir nicht viel einzuwenden gehabt hätten, wäre die Verherrlichung der Bewegung nicht schließlich auf Ver- herrlichung der 1848 er Worthelden innerhalb und außerhalb der Paulskirche hinausgelaufen— eine Verherrlichung, die, abgesehen von der historischen Wahrheit, auch geradezu unanständig war, sintemalen Hr. Karl Mayer höchst selbst zu jenen Helden gehörte. Es fällt uns nicht ein, die ParlamcntSschwätzcr von Frankfurt, Wien, Berlin für das sogenannte„Mißlingen" der 1848er Bewegung verantwortlich zu machen; denn erstens ist jene Bewegung ihrem wesentlichen Inhalt nach gar nicht„mißlungen", sintemalen die deutsche Bourgeoisie Alles erreicht hat, was sie damals erstrebte; und zweitens sind jene Mnndhelden— was wir ihnen gerne bezeugen wollen— in jeder Beziehung am Gang der �Dinge so un- schuldig gewesen, wie neugeborene Kinder. Von welchem Stoff diese Leutchen waren, das erhellt z. B. recht drastisch aus den soeben von der„Frankfurter Zeitung" veröffentlichten„Erinnerungen" Temme's. Wir lesen da: „Der 10. November 1848 war der schwerste Tag meines Lebens. Ich hatte Manches vorher erlebt; mir sollten noch schwerere �reigniffc bevorstehen, ich sollte verfolgt werden, wie Wenige meiner Zeit-, GesinnungS- und Kampfgenossen verfolgt und mißhandelt wurden. So bittere und schmerzvolle �Stunden, wie jener 10. November, hat bis heute, bis in mein fünfundsiebzigstes Lebens- jähr, mir kein Tag gebracht. Der Himmel wird ja wohl keine so schreckliche Stunden für mich aufgespart haben. Die Nationalversammlung war in ihrem Sitzungslokal, im Schauspielhause. Die Berliner Bürgerwchr hatte sich uns zur un- bedingten Verfügung gestellt. Die gestimmte Bürgerwehr umgab das Schauspielhaus, bedeckte den Gendarmenmarkt, hielt dessen Zugänge besetzt. Tausende bewaffneter Arbeiter, darunter an 5000 bis 6000 jener muthigen und kräftigen Maschincnarbeiter, hatten der Bürgerwehr sich angeschloffen. Es war Nachmittag. Jeden Augenblick wurde der Einmarsch Wrangels erwartet, durch daS . Brandenburger Thor, die Linden entlang, zum Gendarmenmarkte, zum Schauspielhause, um uns daraus zu vertreiben. Zweihundert und fünfzig bis sechzig Mitglieder der National- Versammlung befanden sich in der Sitzung. Es wurde darüber verhandelt, ob man der blos angedrohten Gewalt weichen oder es auf einen Kampf solle ankommen lassen. Die Verhandlung fand eigentlich nur statt zwischen den Fraktionen der Linken, von der Rechten war Niemand da. Die äußerste Linke hatte einen Aus- schuß von fünf ihrer Mitglieder bestellt, der in dringlichen Mo- menten zusammentreten, rasch berathen und beschließen solle und dessen Beschlüssen die ganze Fraktion, Mann für Mann, Folge zu leisten sich verpflichtet hatte. Ich gehörte zu dem Ausschüsse. Während der Verhandlungen trat ein Bureaudiener in den Saal, zu den Plätzen der äußersten Linken und meldete, der Major Rimpler sei draußen und habe eine dringende Mitheilung zu machen. Der Major Rimpler war damals der Commandant der Ber- liner Bürgerwehr. Der Ausschuß der äußersten Linken begab sich sofort hinaus zu dem Major Rimpler. Wir führten den Herrn Rimpler in das Cabinct des Präsi- deuten der Nationalversammlung. Er theilte uns dort mit, die gesammte Bürgerwehr sei noch immer entschlossen, die Nationalversammlung zu vertheidigen, wolle den Kampf mit den Truppen Wrangels aufnehmen. Er sei vor- her abgesandt, den Willen der Versammlung darüber zu ver- nehmen. Er bat nur noch um Eile, da Wränget jeden Augen- blick einrücken könne, und der Widerstand ihn schon am Thore empfangen müsse. Wir Fünf konnten dem Herrn Rimpler den Willen der Ver- sammlung kund geben. Die Versammlung war beschlußfähig im Saale; es waren 250 bis 200 Mitglieder da, wie ich sagte. Die äußerste Linke zählte 127 Mitglieder, hatte also die absolute Majorität; was sie be- schloß, war der Beschluß des Hauses; sie hatte uns Fünfen unbe- dingte Vollmacht ertheilt. Herr Rimpler ließ uns auf einige Minuten allein zu unserer Berathung. Nur d'Ester und ich waren für den Kampf. Ich übergehe hier die Debatte. Die drei anderen Freunde hatten gewiß'triftige, ehrenwerthe Gründe der Politik, der Ungewißheit des Ausganges, der Mensch- lichkeit, besonders im Hinblick auf den furchtbaren Kampf, der ent- stehen müsse. Die Bürgerwehr war 30,000 Mann stark, 11—12,000 ent- schlossene bewaffnete Arbeiter standen ihr zur Seite. War der Straßenkampf einmal entbrannt, die Greise, die Weiber, die Kin- der, die ihre Söhne, Väter, Brüder in dem Kampfe sahen, konnten nicht unthätig bleiben, mußten Beistand leisten; es ist das eine alte Erfahrung, Hunderte von Städten weisen sie auf in allen Ländern, aus alter, aus neuerer Zeit.—'Wrangel rückte ein mit 15,000 Mann; er führte sechszig schwere Geschütze mit sich, mehr als 30,000 Mrnm standen rund um Berlin, konnten spätestens in der Nacht folgen. Aber welches Volk hat seine Freiheit und Selbstständigkeit ohne blutige Kämpfe erlangt? Die Freiheit der Völker wird nur durch Blut gekittet. Die Lage war eine andere als in den letzten Tagen deS Octobers. Damals wurde uns ein ohne alle Veranlassung pro- vocirter Angriff zngemnthet; heute handelte es sich um Berthci- digung gegen einen nicht minder frivol provocirten Angriff der Contrerevolution. Rimpler ging mit dem Bescheide der Majorität. Wir kehrten in den Saal zurück. Aber d'Ester und ich mußten uns erst ausweinen. Denn— die Revolution war vorüber." So weit Temme, einer der Haupfaktoren. Da haben wir die Helden des Jahres 1348. Die Einen feig wo die That, mit dem sichern Sieg, sich förmlich aufdrängt— die Anderen weinend ob dieser Feigheit, statt in ihr die doppelte Verpflichtung zur That zu erkennen! So waren sie! Mögen die Todtcn ihre Todten begraben-— uns gehen sie nichts an!— Doch zurück zu Hrn/Carl Mayer. Im Lauf seiner Rede kam er auch auf die Tagespolitik zu sprechen, und stellte bei dieser Gc legenheit(nach dein in der„Demokratischen Zeitung" befindlichen Referat) unter Auderm folgende Punkte als Programm der„Volks- partei" auf: „Die Punkte sind unverbrüchlich festzustellen: 1) reines Land- rcsp. Volkswehrsystem, 2) direkte progressive Einkommensteuer, und 3) Zugehörigkeit Dcutsch-Oesterreichs zum Deutschen Reich." Bis zur Erfüllung dieses Mayer'fchen Z u ku n fts Programms, das zu formlos ist, um zur Kritik herauszufordern,„soll als eine Art Interimisticum— Zwischenzustand— ein ehrlicher Constitution a l i s in n s gelten, der nicht auf Compromissen basirt, sondern solche höchstens als in den Sachen liegend, nicht durch Personen und deren Einwirkung herbeigeführt, kenne. Die Volks partei hätte einstweilen zu warten, und sich den Boden durch die Jrrthümer und Thorhciten der Gegner selbst schaffen zu lassen. Vieles sei bereits erfüllt worden" u. s. w. Dies das Mayer'schc Gegenwartsprogramm. Der Phrasen entkleidet ist eS die einfache Anerkennung des Status quo;— einen „ehrlichen ConstitutionaliSmuS" wollen auch die ssiationalliberalen, die Clerikalen, die Feudalen, wolle» auch Stieber, Bismarck, Wagener, Roon; und daß Compromissc nicht„durch Personen und deren Einwirkung herbeigeführt werden", sondern„in den Sachen liegen", das ist ein Satz, der wohl von Niemand im „Reich der Gottesfurcht und ftommen Sitte" bestritten werden wird, nicht einmal von dem alten Gerlach, ein Satz, der beiläufig den Eck- ja Grundstein des NationalliberaliSmuö bildet. Ent- schieden neu ist nur die Anschauung, daß es einen Constitutio- nalismus gebe, der nicht auf Compromissen beruhe, während bis jetzt von den Zunft- und sonstigen Politikern einmüthig geglaubt wurde, der ConstitutionaliSmuS als solcher sei ein Compromiß ein Compromiß zwischen Republikanismns und Monarchismus, zwischen Bürgerthum und den Ueberresten des Feudalismus. Und merkwürdig: der Mann, der dieses unverständig-reaktionäre Zeug auftischt, gibt sich für einen Demokraten aus; noch merkwürdiger: er findet Leute, die es ihm glauben. Das ist ei»S der spezifisch deutschen Wunder. Wie schwer ist's doch oft, sich die Todten vom Hals zu schaffen!— Dem„Erkenntniß" in Sachen der KopenhagenerSozial demokraten zufolge ist die Verurtheilung deshalb erfolgt, weil die Durchführung der sozialdemokratischen Grundsätze nur durch Gewalt möglich sei, und folglich jeder Sozialdemokrat den gewalt- samen Sturz der bestehenden Verhältnisse, das heißt Hochverrath beabsichtigen müsse. Auch einö jener famosen„Erkenntnisse", die man deswegen geueris ueutrius*) gemacht hat, um zu bekunden, daß sie mit Erkenntniß geueris feminini**) nichts gemein haben. Es ist das die bekannte Logik der Schwachköpfe, die, weil unfähig, die Gewalt der Ideen zu begreifen, nur an die einzige Gewalt glauben, die sie begreifen können, die rohe, stupide Gewalt des Knüppels oder der Flinten. Freilich— solchen Harffchädlern kann die Gewalt der Ideen nur durch das urguiueutum uä llominem*�) der Knüppel und Flinten bewiesen werden.— Ordnung, der Heiligkeit der Ehe, der Familie, der guten Sitte» und des Eigenthums! Einer Polizei— die so viel herumschnüffelt wie die Leipziger-- sollte der„Tugend bund" nicht bekannt sein? Glaube das wer will! Wir unsererseits können uns nicht mit dem Gedanken be- freunden, daß das hochgestellte Ehrenmitglied der Narrengesellschaft „Jnsulanerriege" dem„Tugendbund" die Augen auszuhacken be- absichtigt hätte— auch wenn es um die Sache gewußt hätte. Bourgeoismoralität. Bei Luckhardt in Leipzig ist soeben von Emil Richter der erste umfangreiche Band eines Buches „Menschheit und Kapital" erschienen, in dem wir Seite 100 wörtlich Folgendes lesen: „Jene gerühmte und einst mit Recht behauptete Sittlichkeit unserer Nation hat harte Stöße empfangen; ebenso wie in Eng- land ist sie hier zum Theil zur Lüge geworden. Durchlöchert ist unser Familienleben, in den ärmeren Kreisen durch die Macht der Ar- muth, in den reichen Kreisen durch die des Reichthums, durch de» demoralisirenden Einfluß der Ueppigkeit. Sollte man es meinen, daß in einer der bedeutenderen Städte Deutschlands, welche nicht wenig stolz ist auf ihre Respectabilität, sich bilden konnte ein Verein verheiratheter Männer, welche sich gegenseitig geradezu verpflichteten, mindestens eine Maitresse zu unter- halten? Und doch ist es so; wir könnten hierbei auf Namen und Beziehungen hinweisen, über welche man staunen würde. Oder sollte man in Deutschland es für möglich halten, daß in einem öffentlichen Blatt, welches in Jedermanns Hände gelangt, mit dürren Worten von einem Herrn„ein hübsches Mädchen für Alles als Neisebeglciteriu" gesucht wird? Und doch kann sich Jedermann von dem Factum überzeugen, wenn er das„Leip- ziger Tageblatt" aus der Zeit vom 1. October 1869 bis 1. Februar 1870(die Nummer ist uns nicht mehr erinnerlich) durchsehen will. Dies ist in der That die Moral der vemi-moucke. Hier zeigt sich in der That, wie Goethe sagt, das Laster bereits unverhüllt, und ist darum doch nicht schöner geworden!" Die nahe Verbindung, in welche der(unseres Erachtens pseudo- nyme) Verfasser die von ihm nicht namhaft gemachte„eine der be- deutenderen Städte Deutschlands" mit dem„Leipziger Tage- blatt" setzt— machte uns ein Wenig stutzig. Wir forschten nach und erfuhren, daß unter„einer der bedeutenderen Städte" keine andere als Leipzig, und unter jenem„Verein verheiratheter Männer" kein anderer als der„tzugendbund" gemeint sei. Auch habe derselbe(erfuhren wir) ehemals in seinen Satzungen die Be- stimmung gehabt, daß die statutarische Maitresse nur als Jungfer angeworben werden dürfe. Und solche SchandthatenZpassiren in einer Stadt, in welcher die Polizei fortwährend in demonstrativster Weise unsere Versamm- lungen und Vereine auflöst und verfolgt, unsere Redner auf die Anklagebank bringt, mißliebige Kritiker ausweist— im Namen der *)„Sächlichen Geschlechts"(das).")„Weiblichen Geschlecht?"(die). '•*) Handgreiflicher Beweis. Ein Zcugniß aus Gegners Mund. Ueber das Elend, welches unter den sächsischen Halbwollenwebern existirt, entwirft der„Hamburger Korrespondent"— eines der anständigsten und- bestredigirten deutschen Bourgeoisblätter— folgende Schilderung: „Ich habe jetzt Gelegenheit gehabt, in diese Verhältnisse etwas tiefer hineinzublicken und muß Ihnen gestehen: Hier fällt einem das Herz vor die Füße, hier hört daS Dasein auf, ein men-� schenwürdiges zu sein! Bor Allem ist es die Lage der Hand-! weber, die eines Jeden Mitleid herausfordert. Wie die Maschinen- weberei die Löhne drückt, mögen Sie aus folgender Thatsache abnehmen: Für ein Stück Waare, 75 Ellen lang, 80 Schuß aus den Zoll— mithin eine dickste und solide Waare— an welchem Stücke ein Arbeiter eine volle Woche vom frühen Morgen bis in die späte Nacht zu arbeiten hat, setzt es einen Lohn von 2 Thlr. 20 Ngr. Von diesem Lohne gehen aber noch die Kosten für die 'Nebenarbeiten ab, so daß dem Arbeiter ein reiner Lohn von 1 Thlr. 20 Ngr. verbleibt; ein Wochenlohn, der dem Tazelohn eines Berliner Zimmerers entspricht und mit diesem Lohne, der vielleicht durch die Beihilfe der Familienglieder auf 2 Thlr. 15 Ngr. erhöht wird, soll eine Familie exisliren. Daß unter solchen Ver- Hältnissen die Auswanderung auch in unserer Gegend um sich greift, ist nicht zu verwundern; so haben am 26. März mehrere Familien— 33 Köpfe stark— die Stadt Werdau verlassen, um nach Brasilien zu gehen, und es sind mit ihnen an demselben Tage aus den benachbarten Städten Zwickau und Crimmitschau dort 100 und hier 80 Personen gezogen. Dem Vernehmen na' werden ihnen auS Werdau und Crimmitschau Mitte Mai noi gegen 400 Personen folgen. Die Familienhäupter sind lauter junge und kräftige Arbeiter im Alter bis zu 36 Jahren. Sie klagen sämmtlich, daß sie bei den kärglichen Lebensmitteln und der im- mensen Theuerung aller Lebensbedürfnisse hier außer Staude seien, ihre Familien zu ernähren und rechtlich durchzukommen." Man sieht, daß diese Schilderung noch viel greller ist, als unsere Originalmittheilungen über das Elend der sächsischen In- dustriearbeiter.— Die Parteigenossen Dorn und Reichelt in Weimar sind, wie schon gemeldet, wegen sogenannter„Majcstätsbeleidigung" zu je zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Reichelt hat Ende Februar seine Haft angetrten, Dorn ersuchte um Aufschub, da seine Frau ihrer Niederkunft entgegensehe und sein Geschäft noth- wendig leiden müsse, wenn er in Haft und seine Frau im Wochen- bette sei. Das Ministerium hat dieses wohlbezründete Gesuch abgeschlagen, und so hat Dorn am 3. April seine Haft antreten müssen. Dieselbe moderne„Ordnung", die schon so oft im Namen deS Eigenthums und der Familie gerettet worden, entblödet sich also nicht, den Gegner der bestehenden Gcsellschaftsorganisation an Eigenthuni und Familie auf's schwerste zu schädigen, wenn et sich um die Sühne einer beleidigten„Majestät" handelt. Und das„von Rechtswegen"!— Noch einmal die Bestechnnss der Presse durch die Preußische Regierung. Auf unsere Enthüllung in Nr. 29— inwiefern durch die „Deutsche Allg. Zt.z." im Jahre 66 die preußische Regierung zur „Unterstützung und Kräftigung" der sächsischen Annexionspresse „erniuthigt" worden sei— antwortet Herr Biedermann persönlich in Nr. 85 des gedachten Blattes mit einer sehr schüchternen Er- klärung, durch die er sich nur noch mehr hineinreitet. Zunächst versichert er uns hoch und heilig, daß die„Deutsche Allg. Ztg."! nicht zu denen gehöre,„welche entweder bestochen sind oder bestochen werden wollen." Letzteres ist aber auch nie von unS behauptet worden; man weiß im Gegentheil sehr gut und genau— nicht nur, daß Herr Millionär Brockhaus sich seine Zeitung manche? Geld kosten läßt, sondern auch, daß Herr Biedermann bereits vor 25 Jahren ein so enragirter Borussomane war, wie er heute ist. In Bezug ans diesen Punkt also brauchte sich Herr Biedermann nicht zu rechtfertigen. Falsch dagegen ist es, wenn er jetzt behaup- tet, die„Deutsche Allg. Ztg." hätte anno 66 jenen Preß-„Unter- stützungs"- und„Krästigungs"- Artikel nur darum aus der„Nord- deutschen Allgemeinen" abgedruckt, „weil(wie sie ausdrücklich dazu bemerkte) dieser„an bevor- zugter Stelle" in dem„Organ der preußischen Regierung" enthaltene Artikel„mehr oder weniger deren Anschauungen entsprechen dürfte"— also zur Orientirung ihrer Leser über die in Berlin herrschenden Stimmungen." Wir sagen: Dieser Grund— den Herr Biedermann jetzt vor- schützt— ist falsch. Wir verweisen dieserhalb zunächst auf das in Nr. 29 citirte gerichtliche Erkenntniß, worin Herrn Biedermann ausdrücklich zur Last gelegt wird, daß er niemals sein Nicht- einverständniß mit den Annexion'sartikeln an den Tag gelegt habe; dann aber verweisen wir auch auf das corpus cketicti selber. Es heißt da nicht, daß(wie Herr Biedermann jetzt behauptet) der fragliche Artikel aus der„Norddeutschen" in die„Dlsch. AUgem." aufgenommen worden sei,„weil er in dem Organ der preußischen Regierung enthalten ist u.s.w.", sondern„schon weil er u. s.w." Dieses„schon weil" bedeutet doch wohl dem Wortlaut und Sinne nach, daß für den Abdruck noch ein Motiv maßgebend gewesen ist, und dieses zweite Motiv war eben das(auch vom Gericht angenommene) Einverständniß der Redaktion der„Deutschen Allgem. Ztg." mit den Intentionen der„Norddeutschen".— Mancher Leser wird diese Auseinandersetzung vielleicht für über- flüssig halten und fragen: Wozu diese„Düstelei" und„Wort- klauberei"? Daraufhin erwidern wir, daß die Sache doch ihre sehr ernste und wichtige Seite hat. Herr Biedermann verwahrt sich blos dagegen, daß er die preußische Regierung zur Bestechung der Presse habe auffordern wollen; aber er hat kein Wort des Tadels dafür, daß die Bestechungsparole ausgegeben worden war von— wie er selber sagt—„dem Organ der preußischen Regierung und also mehr oder weniger deren Anschauungen entsprechen dürfte." Das nun ist die Regierung, für die die„deutschen" Borussiaken(darunter Herr Prof. Biedermann) schwärmen! Eine Regierung, die durch ihr„Organ" indirekt Bestechung an- und ausbietet! Und da will man es uns noch verargen, wenn wir eit Jahr und Tag behaupten, durch das preußische System werde alle gute Sitte, alle wirkliche„deutsche Biederkeit" untergraben, das deutsche Volk corrumpirt!— Noch Eins: Vor 3 Jahren— während des Kriegs— wurden wir von den Biedermännern deS„LandeSverraths" geziehen, weil wir gegen den Krieg und gegen die Annexion, gegen die Ver- Zuckerung Napoleons aufs Himmelhöhe und gegen die Besudelung der französischen Nation protestirten. Unser„Landesverrath" be- schränkte sich auf die Sympathien, die wir der Wahrheit und Gerechtigkeit schuldig zu sei» glaubten� Nicht Einen Brief haben wir während des ganzen langen Krieges aus Frankreich erhalten und ebensowenig einen dorthin geschrieben.— Hätten wir uns aber damals erlaubt, die französiscke Regierung zur„Unterstützung" der deutschen Anti-AnnexionSprefse aufeusorder», wie 1866 Herr Biedermann die preußische Regierung zur„Unterstützung und Kräf- tigung" der sächsischen Annexionspresse crmuthigt hatte,— wie viel Jahre Juchthaus hätten wir woht damals nach Kerrn Niedermanns und Hcnossen Ansicht bekommen müssen! U. A. w. g. Gewerksgenossenschaftliches. Internationale Metallarbeiter-Gewerkschaft. Ehemnitz. Nachdem durch Uebereinstimmung der Mitglied- schaften mit dem Ausschuß die diesjährige Generalversammlung auf den ersten und zweiten Psingstfeiertag nach Dresden fcstge- setzt worden, fordern wir umsomehr zu einer recht zahlreichen Bc- theiligung auf, als die Punkte, welche diesmal auf der Tages- ordnung stehen werden, von weitgehendster Bedeutung sind, deS- gleichen auch die Lage der Metallarbeiter sich zu einer derartigen gestaltet, daß das Zusammengehen sämmtlicher Betheiligten zu einer dringenden Nothwendigkeit geworden, wenn nicht dieselben in «inigen Jahren in vollständige Sclaverei gerathen wollen. Oeffnet Eure Augen! sehet um Euch, wo ist der Nimbus, mit welchem Ihr Euch immer so gern umgebt? Wo ist Eure Selbst- ständigkeit? Wo Eure Freiheit? Gewerksgenossen! Tausende und aber Tausende zählt Ihr; Eurer Arbeit, Eurem Fleiße dankt die heutige Industrie größten- theilS ihr Bestehen, und was habt Ihr dafür? Einen hochmüthig hingeworfenen Hungerlohn, welcher kaum ausreicht, Eure Kräfte Zu erhalten, welche die Ausbeutung von Euch verlangt, und Wehe über Euch! wenn Ihr Euch unterstehen solltet, um nicht eines lang- samen Hungertodes zu sterben, eine bessere Behandlung zu ver- langen! Nicht genug, daß die Ausbeutung florirt, gründeten Eure Ausbeuter unter sich einen Bund, dessen Aufgabe eS ist, den Ar- beiter, welcher sich als Mensch fühlt, sogleich auf die Straße zu werfen und bei Conventionalstrafe ihm keinen Verdienst mehr geben. Habt Ihr Euch noch nicht gefragt: Ist es möglich, daß in unserm civilisirten 19. Jahrhundert ein Verhungerungsbund bestehen kann, der selbst Frauen und unschuldige Kinder dem Elende preisgibt? Seht zurück auf die Weltgeschichte und eine solche nichts- würdige systematische Untergrabung aller Menschenrechte werdet Ihr nirgends finden! Gewerksgenossen! Nur ein Weg steht unS offen: das ist die Betheiliguug Aller an der internationalen Metallarbeitcrschaft. Blicket hin auf die Buchdruckcrbewegung, diese allein sollte Euch maßgebend sein, tausendweise beizutreten. In welch traurige Lage würden die Buchdruckergehilfen kommen, wenn sie nicht so gut organisirt wären; sie wären dem vollen Despotismus preisgegeben! Euch Allen sollte dies eine Beispiel zeigen, welchen hohen Werth eine solche Organisation besitzt; sonst würde man sie nicht mit dem Aufwände von Millionen bekämpfen. Der Gründe sind noch so viele: Betrachtet Eure Arbeitshäuser, deren gesundheitsschädliche Räumlichkeiten, Eure Zwangskassen, die durch die Ausbeutung herbeigeführten Unglücksfälle, das herbeige- führte Elend der Familien! Also vorwärts! Aufgewacht! Tretet ein in den Riesen- kämpf der Arbeit gegen Kapital und Ausbeutung! Gerechtigkeit ist unsere Losung. Unser ist vrrSieg, sobald jeder von Euch die Sache zu der seinigeu macht. Frisch an's Werk, gründet Mit- gliedschaften wo noch keine sind, wo solche vorhanden, wirkt mit der Fackel des Lichts und der Aufklärung, auf daß es Tag werde! Jeder Augenblick ist Verlust; sammelt Euch und sendet zahlreich Eure Detegirten nach Dresden, damit nach Verlauf der General- Versammlung unsere Organisation fest dasteht und eine lebendige, tüchtige Agitation ins Werk gesetzt wird. Wir fordern also die Mitgliedschaften auf, ungesäumt ihre etwaigen Anträge au den Ausschuß, resp. an die Adresse G. Schubert, Lindeustr. S, einzusenden. Da wir von Dresden noch keine bestimmte Nachricht haben, werden wir das Lokal später bekannt geben. Für den Ausschuß: G. Schubert. Gewerkschaft der Holzarbeiter. ßircukar Nr. 3 ist allen Bevollmächtigten zugesandt und von diese» in Empfang zn nehmen. Zugleich ersuchen wir die Mit- gliedschaften zu Dresden, Eisenach, Köln, Berlin, Leipzig. Magde- bürg, dringend um baldige Einsendung der fälligen Abrechnung pro 1. Quartal, damit der statistische Bericht für das nächste Cir- kular rechtzeitig angefertigt werden kann.— Die an uns gerichtete Anfrage/ ob Augsburg der Gewerkschaft beigetreten ist, müssen wir mit Nein beantworten;� dieselbe Antwort leider auch in Bezug auf Mainz geben. � Unter Beifügung eingehender Motivirung haben wir die Control-Commission verständigt, warum wir es nicht für zweck- mäßig gehalten, daß zu Pfingsten die Generalversammlung der Gewerkschaft stattfinde. Es wird die Versicherung genügen, daß wir im Einverständniß mit der Control-Commission die General- Versammlung zu geeigneter Zeit und an zweckentsprechendem Orte einberufen werden. Schließlich fordern wir noch alle Gewerks- und Parteigenossen auf, für die Ausbreitung der Gewerkschaft in solchen Orten, wo wir bislang noch keine Mitgliedschaften haben, ganz entschieden thätig zu sein. In den nächsten Tagen werden wir diesbezügliche Schriftstücke versenden, die nicht uä actsi zu legen, sondern in entsprechender Weise zu verwenden ww recht sehr bitten. � r,. Hamburg-Altona. Der Ausschuß der Gewerkschaft der Holzarbeiter. Attona, 18. April. Von folgenden Orten sind Gelder nebst Abrechnungen für das 1. Quartal 1873 eingegangen: Altona Thlr. 24. 5.—; Hannover 8. 3. 8.; Chemnitz 22. 5. 5.; Bram,- schweig 1. 21.—; Stade 43. 21.—; Gießen 9. 17.; Erfurt 118. 5.—; Wolfenbüttel 4. 5.—; Gotha 13. 20. 6. Indem ich die Bevollmächtigten, resp. Kasstrer, welche bisher ihren Pflichten gegen die Hauptkasse noch nicht nachgekommen, auf § 5 der Geschäftsordnung aufmerksam mache.' Hermann S o m a n n, Kasstrer, Adolphstraße 32. Wien. ES diene den Holzarbeitern zur Kenntniß, daß alle Jene, welcke gesonnen sind, nach Wie» zu reisen, sich direkt an die Zentrale der Holzarbeiter in Wien, Maria Hilf, Stumpergassc, Gasthaus zum Florian, wenden wollen, wo täglich die Arbeits- vcrinittelung geführt wird, sowie auch in der Alservorstadt, D'Orsay- gasse,„Gasthaus zur ungarischen Krone", in welch letzterem Schlaf stellen zu haben sind. Wir machen die Holzarbeiter jedoch aufmerk- sam, daß in Rücksicht auf die jetzige große Ueberproduktion in unserem Fache und rücksichtlich des Standes der hohen Preise der Lebensmittel und der herrschenden Wohnungsnoth, der Durchschnitts- verdienst in keiner Weise günstig ist. Im Namen des Ausschusses der Gewerkschaft der Holzarbeiter Wiens. O. Domaschko, Schriftführer der ArbeitS-Vcrmittlungs-Sektion. Allgemeiner deutscher Sattlerverein. Kamöurg, 18. April. Wir bringen hiermit allen deutschen Berufscollegen zur Kenntniß, daß, nachdem sich die Meister weiger- ten, die von uns gestellten Forderungen zu bewilligen, die Arbeit am Sonnabend den 19. April eingestellt wird. Wir richten daher an alle deutschen College» die Bitte, den Zuzug von hier abzu- halten. Mit collegialischem Gruß G. Todenhagen. XL. jAllen Vertrauensmännern die Anzeige, daß meine Adresse jetzt„Neuer Wall Nr. 17" ist. W. Flacksbarth, Vertrauensmann. Correspondenzen. Leipzig, Zum Prozeß Rüder-Seiffert(s. 28 u. 30) ist er- gänzend zu bemerken, daß das Oberappellationsgericht Seiffert freigesprochen hat, falls er schwören könnte, daß er weder Verfasser noch Einsender des den Polizeidirektor betreffenden Artikel ist. Diesen Eid kann und wird Seiffert leisten. Die erste Instanz war— wie dies beim Gerichtsamt leider so auffallend häusig vor- kommt— über ihr: Competenzen Hinausgezangen und hatte ver- langt, Seiffert solle schwören, daß er von dem Artikel vor Abdruck desselben keine Kenntniß gehabt habe. Diese Forderung ist vom Oberappellgtionsgericht für nichtig erklärt worden. LnpZ'g, 10. April.(Zum Buchdruckerstrike. Anstand und Wahrheitsliebe der Bourgeoispresse.) Im„Correspondent" finden wir nachstehende Notiz:„Die Redaktion des„Leipziger Tageblatt" lehnte folgendes Inserat, das gegen Bezahlung eingesandt wurde, ab und lieferte dadurch einen eklatanten Beweis seiner„llnpartei- lichkeit":„„Telegramm. Wien, 4. April. Prinzipalversammlung hat den vereinbarten Tarif angenommen und tritt derselbe am Montag in Kraft. Mindestens 100 Setzer sofort gebraucht.""— Wenn die„Mehreren Verehrer"-der„schönen Frau im Kupfer- gäßchen Nr. 2" wieder eine Annonce einschickten, würde sie nicht beanstandet werden. Aber die Leipziger Schriftsetzer dürfen durch das„Amtsblatt" nicht erfahren, wie es um ihre Sache steht. Wcerane, 12. April. In der heutigen Volksversammlung stand auf der Tagesordnung: 1) Protefterhebung gegen das Vorgehen des deutscheu Reichstags resp. des sächsischen Justizministeriums gegenüber unserem Reichstagsabgeordneten Aug. Bebel. 2) Grün- dung einer Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiter-Partei. In das Büreau wurden Karl Binder als erster, Aug. Söllner als zweiter Vorsitzender gewählt. Der Vors. meinte, wir seien heute nicht besser daran, als vor der Wahl, welche das Urtheil des Leipziger Schöffengerichts kassirte, da der Reichstag und das säch- fische Justizministerium es für gut hielten, unfern Abgeordneten auch während der ReichstagSscssion gefangen zu halten. Referent Motteler führte aus, daß wir durch einen Protest unfern Abgeordneten freilich nicht frei bekämen, daß aber durch diesen Protest Klarheit in die Massen zu bringen sei, da die gegnerische Presse sich bemüht habe, die Reden der Abgeordneten Sckraps und Sonnemann zu dem Antrag auf Freilassüng Bebel's nur verstümmelt wiederzugeben, wozu er den stenographischen Be- richt über die betreffende Reichstagssitzung vorlas. Die Majorität des Reichstags hätte unbedingt das gegen Bebel angewendete Strafverfahren berücksichtigen und ihn ftei fordern sollen. In- dem die Majorität dies nicht that, hat sie frei erklärt, daß sie die wahren Volksinteressen nicht vertritt. Das Gleiche hat die national- liberale Partei von sich bewiesen, welche nie in dem Sinne handelt, wie sie spricht. Es wird scbon noch die Zeit kommen, wo diese Herren unsere Principien anhören müssen, ohne unruhig zu wer- den, wie sie es bei der Rede des Abg. Schraps thaten, während sie die Bemerkungen des blauen Republikaners Sonnemaun über Bebel ganz in der Ruhe hinnahmen. Nachdem das Urlaubsgesuch Bebel's an das sächsische Justiz- Ministerium aus dem„Botksstaat" verlesen war, wurde der be- kannte Protest in einer veränderten Form einstimmig angenommen. Der überwachende Beamte legt- sehr viel Gewicht darauf, den Satz:„Zeichen jämmerlicher Ohnmacht" in„namenloser Ohnmacht" umzuwandeln, sowie im zweite» Punkt„Mißachtung" wegzulassen. Die Gründung einer Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiterpartei konnte wegen vorgeschrittener Zeit nicht mehr vor- genommen werden. Dieselbe wird in kürzester Frist iu's Werk ge- setzt werden. HUichenöach i. N- Die gestrige Besprechung in'Lengenfeld, von über 100 Vertretern aus 17 Orten des 22. Wahlkreises besucht, war vom besten Geist beseelt und einigte sich dahin, mehrere Mo- uate fortan durch regen Verkehr und in möglichst allen Orten ab- zuhaltenden Versammlungen die Agitation zu betreiben, um überall Leute zu gewinnen, welche die Nothwendigkeit einer wirklichen Ver- tretung der Arbeiter im Reichstag durch Sozialdemokraten immer erkennen und demgemäß handeln. Ein Polizeimann suchte die Ver- sammlung für„unstatthaft" z» erklären, was wir unter Hinweis aus die von uns richtig erfüllten Formalitäten ablehnten. So konnten wir ruhig tagen, bis es uns gefiel, zu schließen. Kainichen, 11. April. Gestern fand hier wieder eine gut be- suchte Volksversammlung statt. Lyser sprach Uber die Gewerk- schaften und den Buchdruckerstrike und fanden seine Ausführungen großen Beifall. Es ließen sich wieder viele Arbeiter in die sozial- demokratische Partei aufnehmen und fand außerdem eine Samm- lung zu Gunsten der Jnhaftirten statt. Bremerhaven, 18. April. Unsern auswärtigen Collegen zur gefälligen Notiz, daß die Tischler in Bremerhaven und Umgegend zum Strike gezwungen sind und warnen wir vor Zuzug. '»» v' Im Auftrage W. Tank. Kamvurg, 14. April. Kaum hat sich der allgemeine deutsche Schrffszimmrerverein constitnirt, so sind auch schon die Verfolgungen gegen denselben in vollem Gange, ein Beweis, daß mit der Grün- dung desselben der wunde Fleck unserer Gegner getroffen ist. So werden z. B. die Mitglieder der norddeutschen Werft in Gaarden bei Kiel, welche wegen verweigerter geringer Lohnerhöhung zum Niederlegen der Arbeit gezwungen wurden, überall hin steckbrieflich verfolgt, damit ibncn nirgends ein Arbeitsasyl eröffnet wird; ja, die Leute sollen, wie der Direktor der k. Werft sagte,„erst auch- gehungert werden", und auf ihr Anhalten um mehr Lohn er- kielten sie von demselben zur Antivort:„sie bekämen keinen Groschen mehr!"(Angesichts der fünf Milliarden doch auch ein netter Trost!) Mehrere von den Strikenden gingen nach Elshorn; nach dort- hin war be'.eits die Proscriptionsliste gesendet, aber sie erhielten dennoch Arbeit. Ein nicht zuni Verein gehörender Zimmerer ist nach Wilhelmshaven, nach Vegesack und nach Bremerhaven ge- wesen, um Arbeit zu suchen; an allen Orten wurde ihn,, nachdem er seinen Fremdenzettel producirt, der Bescheid: es gäbe Arbeit genug, aber von diesen Leuten werde Keiner beschäftigt. Aus diesen Thatsachen spricht wohl deutlich genug die Nothwendigkeit, daß sich die Arbeiter zunächst unserer Corporation auf das In- nigste verbinden müssen, und Pflicht jedes deutschen Schiffs- Zimmerers ist es, in seinem eigenen Interesse, sich diesem Verein anzuschließen, wie auch der Verein, seinen Statuten gemäß, die Verpflichtung übernommen hat, seine Mitglieder gegen Maßrege- lungen zu schützen. Wünschenöwcrth wäre es, da unser Verein noch sehr jung ist, daß sich die bereits besser situirten Mitglieder zu einer freiwilligen Extraunterstützung bereit finden ließen, denn waS wir für unsere bedrängten Mitbrüder zur Durchführung ihrer gerechten Sache thun, das kommt durch unsere Bereinigung ftüher oder später un» Allen wieder zu Nutzen. Diese Zeilen werden genügen, um Zuzug nach Gaarden und Kiel fernzuhalten und alle unsere Collegen zu kräftigster Unterstützung anzuspornen. Der Ausschuß deS allgemeinen deutschen Schisizimiurervcreins. Kamburg, 16. April. Sämmtlichen College» Deutschlands zur Nachricht, daß wir Schuhmachergesellen von Hamburg, St. Pauli, Altona, Ottensen und Wandsbeck eine Lohnerhöhung von unser» Arbeitsgebern fordern. Sollte diese uns bis zum 21. d. M. nicht bewilligt werden, so sehen wir uns genöthigt, noch an demselben Tage die Arbeit einzustellen, und ersuchen da- her alle Collegen, den Zuzug fern zu halten. Das Comite. Kcharmbelk bei Bremen, 6. April. In der heute hier ab- gehaltenen Volksversammlung referirte Scheil aus Bremerhaven über die indirekten Steuern und die projektirte Tabakösteuer. Er schilderte in ausführlicher Weise die Verwerflichkeit aller indirekten Steuern und wie der Staat zu der Einführung dieser Steuer sich genöthigt gesehen. Redner erläuterte sodann, wozu der Staat so viele Stenern gebrauche, wobei er die ungeheueren stehenden Heere und den bureaukratischen Apparat, sowie die Civillisleu erwähnte. Bezüglich der projektirte» Tabakssteuer erklärte Redner, wie gerade diese Steuererhöhung dazu angethan sei, die Geduld der Arbeiter auf die höchste Probe zu stellen, indem dieselbe das dem Arbeiter einzig und allein übrigbleibende Genußmittel auf das Unerhörteste vertheuere. Hierauf ergriff Unterzeichneter das Wort und wies durch Zahlen nach, wie die Tabakssteuer und die projektirte Er- höhung derselben de» Arbeiter viel härter treffe als den Kapita- listen, indem die seinen Qualitäten ja nicht höher versteuert wür- den als die ordinären. Namentlich die Tabaksarbeiter wird diese Stenererhöhung sehr stark schädigen. Er erinnert an die Steuer- Veränderungen in den letzten Jahren und fordert zur Wwdez- begründung einer Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiter- partei auf. Günter aus Vegesack schildert in ausführlichen Worten die Nützlichkeit einer einzigen progressiven Einkommen- steuer. Hr. Escherich wirft einen Rückblick auf 1348 und meint, daß die soziale Revolution erst noch kommen werde. Schließlich empfahl Scheil den von Fritzsche verfaßten Protest gegen die Tabakssteuer und forderte zur Einzeichnunz in die anszelegteu Listen auf. Es zeichneten sich auch Verschiedene als Mitglieder ein. Bei der Wahl des provisorischen Ortsoorstandes wurde Unterzeichneter als Vertrauensmallu gewählt. W. G. Schwetzke. München, 13. April. Laut Beschluß des ArbeitertageS vom vom 17. November 1872 gründeten wir im Vereine mit AugS- bürg, Regensburg und Landshut ein AgitationS-Comitv zn dem Zwecke, in Süddeutschland, resp. in Bayern, eine geregelte Agi- tation zu schaffen. Ich fordere daher im Interesse der Partei die obgenannten, sowie auch weitere Orte ans, vorzüglich Landshut, welchem der Vorort übertragen wurde, sich zu erklären, in welcher Weise sie die Agitation in die Hand zu nehmen gedenken und ob Landshut gesonnen ist, für weiteres den Vorort zu behalten, sowie die geschäftlichen Angelegenheiten pünktlich besorgen. Parteigenos- sen! wie Ihr wißt, gehen in nicht allzuferner Zeit die Wahlen zum Deutschen Reichstag vor sich und ist somit eine in einander greifende Agitation nothwendig. Also thut Eure Pflicht. Mit sozialdemokratischem Gruß Graßmann. München, 16. April. Der Ausbruch des SchuhmacherstrikeS in hiesiger Stadt ist im„Volksstaat" durch Versehen nicht ver- ösfcntlicht worden.*) Die Forderungen der Gehilfen von 30 Pro- zent Lohnerhöhung und Einsührung der zwytsstündigen Arbeitszeit scheiterte nämlich an der Halsstarrigkeit der Meister. Deßhalb wurde in einer allgemeine» Schuhinacherversammlung am 22. Marz der Strike erklärt, bis dato in taktvollster Haltung fortgeführt; und ist bei dem guten Verlauf der Sache der Sieg jetzt schon unser zu nennen. Bis heute haben bereits ca. 91 Meister den von uns aufgestellten Lohntarif genehmigt, ivelche über 2S0 Ge- Hilfen beschäftigen; 140—150 sind abgereist. Somit fällt un» gegenwärtig der geringste Theil der Gehilsen zur Unterstützung an- heim. Aber unsere Kasse ist fast gänzlich erschöpft, da wir von Ansang an viele Reise- und Strike-Unterstützungen zu leisten hatten. Wir richten daher an Euch, College» allerorts, die dringende Bitte, uns noch ferner nach besten Kräften zn unterstützen, sowie den Zuzug möglichst fern zn halten und zwar»och länger als der Sttike dauert. Collegen! Unsere Gegner von ganz Süddeutschland richten ihr ganzes Augenmerk aus den Verlauf unseres Strikes; bei einem schlimmen Ende wäre unsere Bewegung auf lange Zeit gelähmt. Darum, Collegen, thut Euer Möglichstes; werde» wir genügend unterstützt, so können wir in drei Wochen gesiegt haben, die Ver- hältniss« sind günstig. Auch wir werden stets für Eure Interessen einstehen. Darum schnelle Hilfe. Im Auftrag des Strike-Comits's: Euch. Chloni, Vors. München. In voriger Nummer haben wir gesehen, wie die Agitatoren deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, die jetzt wieder in Gewerkschaftskongressen„machen" wollen, nicht bloß hier in München, sondern auch in AngSburg, Cöln und Mainz ab-' getrumpft worden sind. Und so muß es diesen Leuten überall er- gehe». Offenbar ist es auf einen systematischen Feldzug gegen un» abgesehen: die Gewerkschaften sollen als Keil benutzt werden, um unsere Organisation zu sprengen. Anfangs ölt man das dünne Ende des Keils mit brüderlichen Einheits- und Versöhnungs- phrascn, und glaubt man ihn tief genug eingetrieben zu haben, so *) Wir haben keinen Bericht erhalten. Red. d. B. läßt man die Maske fallen, stempelt uns zu„volksparteilichen" und sonstigen Verräthern, und benutzt die mit unserer Hülfe ge- gründeten oder ausgebreiteten Gewerkschaften als Waffen gegen unS. Die Geschichte der Berliner Kongreffe und der mit dem All- gemeinen deutschen Arbeiterverein in Verbindung stehenden Gc werkschaften giebt eine fortlaufende Reihe von Beweisen hierfiir; Hr. Grottkau selbst hat gleich seinem Freund Kapell schon zahl- reiche Proben von Haffelmännischem Fanatismus abgelegt. Also Parteigenoffen, seid auf der Hut! Behandelt jeden Agitator einer mit dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein in"Verbindung stehenden Gewerkschaft gleich den Agitatoren des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins so lange als Feind, bis er in den un- zweideutigsten Ausdrücken seine Mißbilligung des hetzerischen Trei bens der jetzigen Leiter des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins erklärt und öffentlich sein Wort verpfändet hat, mit aller Kraft aus Entfernung der betreffenden Persönlichkeiten und auf Einigung der deutschen Sozialdemokratie hinzuwirken. Keidcltierg, 5. April. Der hiesige Herr Amtmann macht sehr viel in„Auflösung">— von Versammlungen nämlich. Kürzlich rückte er mit sechs Polizeidienern an und löste eine Versammlung auf, wo das Gebühren der Polizei kritisirt wurde, indem er mit amtlichem Pathos ausrief:„Ich dulde keine Kritik über mich!" In einer zweiten Versammlung wurde sein Verfahren in einer Resolution als durchaus willkürlich gekennzeichnet.„Das„will- kürlich" dulde ich nicht", rief er;„nehmen Sie„ungesetzlich", sonst löse ich auf!" Also„ungesetzlich" nach eigenem Geständniß! Die Sache erhielt dadurch eine heitere Wendung, daß ein Redner ausrief:„Ein Staat, der keine Kritik ertragen kann, ist auch keine Kritik wcrth." Damit schien auch der auflösende Herr Amtmann einverstanden zu sein. Lörrach, S.April. Die social-demokratische Arbeiter- Partei uiacht hier erfteuliche Fortschritte. Die Agitation fällt auf fruchtbaren Boden, und zählt unsere Mitgliedschaft, die vor un- gesähr drei Monaten erst gegründet wurde, nahe an IVO regel- mäßig steuernde Mitglieder, die mit regen Eifer für die Prin- zipien der Sozialdemokratie thätig find, daß es einem alten Partei- genossen'wirklich Freude macht. Am 9. März hielten wir eine zahlreich besuchte Arbeiter-Ver- sammlung ab, in welcher ein Parteigenosse aus Basel unter großem Beifall über„die Ausbeutung des Proletariats durch das Capital" referirte. Zahlreiche Einzeichnungcn in die Mitgliedschaft fanden an die- fem Abend statt. Am 18. März feierten wir mit Basler Parteigenoffen gemein- schaftlich die Märtyrer des Volkes durch Volksgesang und Vorträge in einem Schweizer Dorfe. Auch durch diese Feier wurde unsere Mitgliedschaft gekräftigt, überhaupt wird es hier immer Heller in den Köpfen, die Herzen und die Geister glühen, und mit Sehn- sucht erwarten wir agitatorische Unterstützung, um in öffentlicher Volksversammlung unseren Prinzipien in weiteren Kreisen An- Hänger zu verschaffen. Parteigenossen allerorts, agitirt unermüdlich für die Ausbreitung unserer Ideen und für die Ausbreitung und ®" äftigung unserer Organisation. Täglich, stündlich muß jeder Parteigenosse bestrebt sein, neue Mitglieder zu werben, dem Partei- vrgan neue Abonnenten zu gewinnen, damit die sozialdemokratische Arbeiterpartei bei den nächsten Wahlen Achtung gebietende Erfolge erkämpft. Mannheim, 31. März. Heute vor acht Tagen hatten wir eine Versammlung sämmtticher Gewerkschaften einberufen, um Ge- Werkschaftsangelegenheiten zu berathcn. Die Herren vom Allg. deutschen Arbeiterverein, die seither Alles aufgeboten, um die von uns gegründeten Gewerkschaften zu sprengen, glaubten, der Augen- blick sei jetzt auf einmal da, wo sie unsere seit einem halben Jahre mit großen Kosten und vieler Mühe gemachten Fortschritte mit einem Schlage vernichten könnten. Sie telegraphirten sofort nach Frankfurt und Darmstadt, und Prinz und Frohme erschienen. Es waren nun alle möglicken Vorkehrungen von jener Seite getroffen, um einen„glänzenden Sieg" zu seiern, und siegesgewiß mar- schirte pünktlich das zu wählende Bureau, mit großer Glocke und Schreibmaterial- versehen, im Saal vorn auf. Aber welche Ent- täuschung; die Herren hatten sich arg verrechnet, denn sie wurden mit Glanz abgewiesen und mußten den Saal verlassen, ohne die große Glocke gebraucht zu haben. Es wird den Leuten doch nun endlich klar geworden sein, daß hier in Mannheim, nachdem die tüchtigeren ihrer Mitglieder ohnedies schon ausgetreten, mit Schim- psen und Versammlungsprengen nichts mehr zu machen ist. Mannheim, im März. Unter'm 24. d. Mts. hielten die ver- einigten Gewerkschaften hiesiger Stadt öffentliche Versammlung ab, auf deren Tagesordnung die Bcrathung der Central-Gewerkschasts- Unions-Statuten und der Buchdrucker-Conflict stand. Nach gründ- licher Diskussion bezüglich des Statuts wurde beschlossen, daß die definitive Annahme desselben von dem am 30. d. Mts. abzuhal- tenden Gewerkschaftstage erfolgen soll. In Betreff der Maßregelung der Bu chdru ckergchülfen.Seitens der vereinigten Buchdrucker-Prin- zipate wurde nach beendeter Debatte einstimmig nachstehende Reso- lution angenommen:„Die heute stattgefundene Arbeiterversamm- lung erklärt, daß die Aussperrung der Buchdruckergehülfen Seitens der koalirten Prinzipale ein Gewaltakt, sowie daß die Ausbeutung der arbeitenden Klaffe durch das Kapital eine einheitliche ist und die Niederlage der Buchdruckergehülfen eine solche für sämmtliche Arbeiter wäre; sie beschließt deshalb, die Sache jder ausgesperrten Buchdruckergehülfen als die ihrige zu betrachten und verpflichtet sich, mit allen moralischen und materiellen Mitteln dieselben zu unterstützen." Für die gemaßrcgelten Buchdruckergehülfen wurden in Mann- heim bis jetzt folgende Gelder gesammelt: Ertrag einer am 24. März durch die vereinigten Gewerkschaften einberufenen öffentlichen Ver- sammlung 13. Fl. 38 Kr.; von der Mannheimer Maschinenfabrik 2 Fl. 24 Kr.; von der Gewerkschaft der Tapetendrucker 9 Fl. 21 Kr.; von der Gewerkschaft der Schniiede 3 Fl. 40 Kr.; von der Ge- werkschaft der Metallarbeiter 4 Fl. 30 Kr.; von der Gewerffchaft der Cigarrenmacher 2 Fl. 24 Kr. Summa 35 Fl. 57 Kr., oder 20 Thlr. 1« Sgr. 3 Pf. Mainz. Eröffnung der ersten Arbeiter- Gewerbeansstellung in Mainz am 2. Juni d. I., verbunden mit einer vom großherzogl. heftischen Ministerium genehmigten Verloosung ini Gesammtwerthe von 3000 Gulden. Preis des Einzellooses 30 kr.— Diese Ausstellung besteht aus von Arbeitern und Kleinmeistern selbst gefertig- ten Gegenständen, welche sämmtlich zur Verloosung bestimmt sind und von den Ausstellern hierzu gratis geliefert werden, weil mit dem Reinertrag der Verloosung ein Arbeiterorgan für Mainz und Umgegend gegründet werden soll. Da nur Gegenstände von bedeutendem Werthe zur Verloosung gelangen, einige sogar den Werth von 200 fl. erreichen, ist zu erwarten, daß sämmtliche Loose in den ersten Tagen vergriffen sind; der Beginn des Looseverkaufs wird noch veröffentlicht, wie alles hieraus Bezügliche, und zwar ftir Mainz durch Plakate. Eine Preisvertheilung findet bei dieser Ausstellung nicht statt. Dagegen wird an jedem Gegenstande der Name des VerfertigerS, sowie der der Werkstätte, aus welcher der- selbe hervorging, sichtbar angebracht. Um jede weitere Auskunft wende man sich an A. Zirfas, große Weißgasse 22, oder Fürstenbergerhofstraße 9. Die Ausstellungs- Commission. Mainz, 17. April. Der Schuhmacherstrike in der Wolf'schen Fabrik ist zu Ende. Wir haben unS geeinigt, für den früheren Lohn wieder zu arbeiten. Also den Lohnabzug von 15 Prozent hat der Fabrikant zurückgenommen, mit der Bemerkung, daß die zurückbleibenden 5 Prozent später nach besserem Geschäftsgang be- zahlt werden. Auch hat der Fabrikant eine Entschädigungssumme von 250 fl. uns eingehändigt, um sie unter seine Arbeiter zu ver- theilen. Wir haben dieses Geld gut angewendet. Weiterer Bericht nebst Abrechnung folgt. Mit Brudergruß G.Fuchs. Köln, 6. April. Heute hatten wir hier eine allgemeine Tischler- Versammlung. Erster Punkt der Tagesordnung war: Der Fach- verein, dessen Zweck und dessen Ziel. Hr. Hellebrandt sprach über die Verkürzung der Arbeitszeit und die gegenseitige Eon- curreuz der Meister, die es unmöglich macht, den Gesellen den gebührenden Lohn zu zahlen. Sodann sprach Hr. Heinrichs über die Lage der Tischlergesellen am hiesigen Ort und beantragte einen partiellen Strikc vorzunehmen und mit aller Kraft und Energie durchzuführen, was einstimmig beschlossen wurde.— Somit werden alle reisenden Tischlergesellen ersucht, Köln so lange zu mei- den, bis die Differenzen zwischen Meister und Gesellen geregelt sind. A. Ulrich, Schriftführer. Frier, 16. April. Die Verhältnisse der hiesigen Lohgerber- gesellen haben solche Formen angenommen, daß es selbst bei dem besten Willen unmöglich ist, bei der anstrengendsten Arbeit dem Lebensbedarfe und den Anforderungen der Familie Rechnung zu tragen. Es ist ihnen daher in jedem Falle geboten, eine Lohn- erhöhung von mindestens 25 Prozent zu beantragen und auch durchzuführen.— Ein einzelner Mann kann aber gegen die Macht dcS Kapitals nicht aufkommen und die hiesigen Gerbergehülsiti bemühen sich deshalb, eine Organisation der Gerber in Deutsch- land in's Leben zu rufen, um späterhin mittelst eines Strikes zu einem gedeihlichen Resultate zu kommen. ßonstanz, 27. März. Nicht genug damit, daß die Sozial- demokratie gegen Bourgeois und Pfaffen, den Kampf führen muß, auch gegen Arbeiter, die, durch die süßen Schmeicheleien der liberalen Blätter eingelullt(denn die Nasenstüber, die ihnen dieselben direkt oder indirekt versetzen, verstehen sie nicht oder wolle» sie nicht ver- stehen), gegen den„Unverstand der Massen" hat sie den Krieg zu führen und von einem solchen Scharmützel können wir hier berichten. Die meisten hiesigen Parteigenossen sind nämlich Mitglieder des hiesigen Arbeiter- Fortbildungsvereins(Schattirung:„Harmonie- Flöter"). Dem Hochwohlweisen Vorstand genannten Vereins wurden nun die Sozialdemokraten ein wenig zu„fühlbar", wie aus fol- gendem Bericht über die letzte Versammlung, den einer seiner Getteuen, oder auch vielleicht er selbst, im hiesigen„AmtSverkün- diger" veröffentlicht, ersichtlich ist: „Der hiesige Arbeiter- Fortbildungsverein hatte gestern eine außerordentliche Versammlung, in welcher der Ausschluß(!) der sozialdemokratischen Elemente auf der Tagesordnung stand. Der Vorstand, Herr Bohle(Schuhmachermeister) betonte in seiner An- spräche, daß die Sozialdemokraten im Vereine sich immer fühlbarer machen, daß sie einen Verein im Berein gebildet haben und eigene (Sollen wir erst den Vorstand um Erlaubniß fragen? Fällt uns nicht ein.) Versammlungen halten, daß aber ihre Prinzipien(Die der Vorstand nicht kennt) mit dem Grundprinzip(Welchem?) des Arbeiter- Fortbildungsvereins nicht im Einklang ständen(Sehr scharfsinnig!) und deshalb(Warum? darum!) deren Ausscheiden (blos?) aus dem Vereine wünschenswerth(Aber wie bescheiden!) sei. Von Seite der sozialistischen Wortführer wurde in sehr heftiger(!) Weise erwidert, der Arbeiter-Fortbildungsverein sei nur der Unterdrücker der Arbeiter(Bezog sich in einem gewissen Sinne auf den gedachten Schuhmachermeistcr) und werde geleitet durch einen Mann, Herrn Amnion, der in seiner Zeitung nicht für daS Wohl der Arbeiter eintrete.(Vor der hiesigen Katholikenabstim- mung waren die Arbeiter, laut Zeitung, brave, gebildete Leute!) Von anderer Seite wurde dies mit Lebhaftigkeit(Es hatte sich eine Knüppelgarde ii La Tölcke gebildet, die durch Rufe: Raus mit ihnen! Schmeißt sie raus! ihr Dasein verkündete) als unwahr an- gefochten. Nach vielem Hin- und Herreden(In Wirklichkeit sprachen nur' Sozialdemokraten) wurde beschlossen: Ausschluß der Sozial- demokraten und Bericht an den Vorort. Die Versammlung verlief im Ganzen ruhig.(„Sehr" ruhig, sehr!)" Soweit unser corre- spondirendcs Element. Wir sind allerdings nicht gesonnen, uns so. ohne Weiteres„rausschmeißen" zu lassen, sondern wollen erst die Entscheidung des Vorortes abwarten, indem es uns unbegreiflich ist, daß man Mitglieder ohne genügengen Grund, blos wegen ihrer Gesinnung, auS einem„Bildimgs"' Verein ausschließen will.— Im Uebrigen macht unsere Sache hier bis jetzt gute Fortschritte. Am 18. März hatten wir auch Zusammenkunft trotz„Andern" und zum sogenannten„Kaiserfeste" hielt uns Herr Schädle Vortrag über die Buchdruckerbewegung. Die Abonnentenzahl des„Volks- staat" ist auf 16 gestiegen. Wir ersuchen hiermit zugleich den Vertrauensmann in Lörrach und den Abonnenten des„Volksstaat" in Waldshut(falls der- selbe geneigt sein sollte, behufs weiterer Agitation mit unS in Verbindung zu treten) um Zusendung ihrer Adressen an den Unter- zeichneten. Alle hier zu- oder durchreisende Parteigenossen machen wir aufmerksam, daß sie bei Herrn Ricg,„Gasthaus zum Lamm", woselbst auch der„Volksstaat" ausliegt, nähere Auskunft erhalten. Wir hoffen, daß auch die Konstanzer Mitgliedschaft kräftig erblühen und die Prinzipien der Sozialdemokratie energisch vertteten wird. C. Schröder, bei Gebr. Müller, Möbelschreiner. Constanz. kann, ohne Hunger zu leiden. Da wir noch in Erfahrung gebracht, daß derselbe nach Würzburg um Arbeiter geschrieben hat, so bitten fast wir unsere dortigen Berufsgenossen, dahin zu wirken, daß ihm und seinen Phrasen dort kein Gehör gegeben wird. Im Namen der Schneider-Settion Winterthur das Comits. B. lung Fi die i Briefkasten der Expedition. Rdke Königsberg: in Nr. 28 irrthümlich von mir quittirt, es muß heißen 7 Thlr. 18 Gr. s. Abonn. statt 2 Thlr. Von Klb Frankfurt a. M.: f. Abonn. 2. Qu. 7 Thlr. 23 Gr., f. Schr. 4 Thlr. 25 Gr. V. Ellnr daselbst: f. Abonn. März, April 16 Gr. V. Bierbrauerver. da- selbst: f. Annonc. 4 Gr. V. Httr: f. Schrf. 5 Gr. V. sPli Straßburg: f. Abonn. April 8 Gr. V. Brtm hier: f. Abonn. 10 Gr. B. Rlr Ge- lenau: f. Schrs. 2 Thlr. 1 Gr. V. H. Stlle Mcerane; für Abonn. 1. Qu. 28 Thlr. 27 Gr. 5 Pf., f. Schrs. 3 Thlr. 5 Pf. V. Lesever.„Concotdia": Oligs: f. Schrf. 4 Thlr. 6 Gr. V. WasenSka HelsingsfvrS: f. Abonn.! 2. Qu. 12 Gr. 5 Pf. V. G. Nmnn Neundorf: f. Abonn. 1. Qu. 5 Thlr. 5 Gr. V. G. Mnr Pforzheim: f. Abonn. 2. Qu. 1 Thlr. V. Jkt Heidelberg: f. Schrf. 10 Gr. B. G. Jkwtz Baden-Baden: f. Abonn. 2. Qu. 27 Gr. 5 Pf. W. Bcke jun. Braunschweig: f. Ann. 6 Thlr. 11 Gr. B. I. Bmbrgr Berlin: f. Ann. 6 Gr. V. F. Tbr Wieda: f. Schr. 5 Gr. 4 Pf. V. F. Fn; Glauchau: f. Schrf. 9 Gr. V. E. Brnwld Schuldschein 1ö4 gratis zurück. F. Dflr Linz: f. Schrf. u. Abonn. 5 Fl. öst-rr. W. Von Nwd hier. f. Abonn. 2. Qu. 12'/;. Gr. V. A. Ttmnn Berlin: f. Ann. 1 Thlr. 21 Gr., f. Abonn. März 3 Thlr. 10 Gr. 5 Pf., f. April 4 Thlr. 16 Gr. 5 Pf. V. Krzntr München: f. Schrf. 1 Thlr. 26 Gr. V. Arb.- Bild.-Ver. Salzburg: f. Abonn. 2. Qu. 2 Fl. 15 Kr. oft. W. V. Smn Aalen: f. Abonn. 1. u. 2. Quart. 19 Thlr. 6 Gr. B. C. Zrp« Rentlin- gen: f. Ab. 2. Qu. 5 Thlr. V. C. Lmmrht Gotha I. Qu. 17 Thlr. 15 Gr. der Redaktion. Gelenau: Artikel bereits in Nr. 31. E. F. Wald heim: Dank; wird benutzt. Greulich: In nächster N. Duisburg, Wien, P. Gr. in Berlin: In nächster Nr. Th. Kaiserslautern: Wir müssen erst weit nachschlagen, hoffen es jedoch in einigen Tagen zu finden. B.: Un- ser Artikel über Sonncmann-„Neuer" mußte für nächste Nr. zurückgelegt werden. buch t. i 3. 5 Genossenschaftsbuchdruckerei. AntheilSscheine bez. Antheilsquittungen erhielten ferner: in Mainz B. I. Lm. 1, I. Lm. 1. C. Lm. 1, I. Ldk. 1, I. Gzl. I. F.W.Zch.1 Hnn. M. 2, K. Kr. 2; in Stötteritz: E. Gr. Thlr. 10; in Leipzig: L. Wtt. und Comp. Thlr. 4, in Luxemburg W. Lbfrd. Thlr. 30, in Hamburg H. B. 3; in Frankfurt a. M. H. Qp. 5, L. Op. 2; in Bockenheim F. I. 1; in Neundorf b. Staßsurt G. N. 3'/,; in Leipzig E. Ssth 2, Fr. Ehr. Ssth. 4; in Wcrdau F. Zcksch. 15 Thlr. 5 Gr.; in Borna I. Rtsch. 5. Hadlich. Fond für pol. Gemaßresselte. Von Nauert hier ges. 4 Thlr., von Hammer hier 2 Thlr. B. Slzmnn. Neuschönefcld 6 Thlr. Von Seiffcrt 2'/, Gr. Anzeigen ze. Wi»rTt1t Internationale Metaübrbeitergewerkschaft. ■Ovlllll» Den Mitgliedern in Berlin zur Nachricht, daß das Kassen. lokal von Jnvalidcnstraße Nr. 16, Cafe Hübner,»ach der Anguststr. 80, Cafe Macke, verlegt ist._ Der Bevollmächtigte. «x-t-l ttt Gewerkschaft ver Manufaktur- Arbeiter. Ol.l.lk.N Sonnabend den 26. April, Abend« 8 Uhr: Versammlung bei MöwiS, Weberstraße Nr. 24.a. Vortrag des Herrn Kaiser. Die Mtglieder werden ersucht, Zahlreich zu erscheinen und gleichzeitig für Zuführung neuer Mitglieder zu agitiren. Gäste haben Zutritt. Der Vertrauensmann. sog tun ist «lü ttlti W, Ei die Gc Hai de: Ar da lin un S: Vc na na Lei D un l" sch be 24 ü E lu �tuttgnrt �iistungSsest des sozialdemokratischen Arbeiter- Sonntag den 4. Mai in sämmtlichen oberen Räumen der„Liedcrhalle Alle Parteigenossen und Freunde des Vereins von nah und fern wer- den hierzu freundlichst eingeladen._ I. A.: Der Vorstand. Zur Beachtung für Malergehülfeu. Wegen anhaltenden Strikes wird vor Zuzug gewarnt. Bremen, 19. April 1873._________ Für Schuhmacher. Den Herren Schuhmachern(Prinzipalen und Gehilfen) Berlins wie auswärts zur Nachricht, daß das Arbeits-NachweiS-Burcau des Allgem. Schuhmacher-Vereins sich vom 15. April 1873 an Langestraße 17— 19 bei Herrn Krüger, 1 Treppe, befindet. 2 gute Damenschnetder-Geljülfeu auf Stückarbeit sucht F. Weichardt in Frankfurl an der Oder. MhereS brieflich._ Elise Bernstein Jacob Bambergcr Verlobte. Berlin Mär; 1873.' Vertrauensmänner und Mitglieder der sozial- demokraüfchen Arbeiter- Partei werden gebeten, behuf« Zusendung der gedruckten„Aktenstücke in Sachen der ausgelöst erklärten Fllrther Mitgliedschaft" dem Unterzeichneten ihre Adressen baldigst angeben zu wollen. Beckendahl, Fürth b. Nürnberg. �s3b Wien, 10. April. Das Redactions-Comttö des„Volkswille' zeigt iit einem Circular an, daß das Blatt�vom 15. Mai ab tag lich erscheinen werde, nachdem es gelungen sei, densellen Mann, welcher einen Theil der Caution für das Blatt erlegt, zu bestim- men, die zum täglichen Erscheinen des Blattes nöthige Summe gegen fünf Prozent Verzinsung leihweise vorzuschießen. Königsverg, 3. April. Mit den Arbeitern der Ostbahn striken auch die Hiilfsweichensteller und Bodenmeister. Die Direktion will gegen diese, da sie vereidet sind, die„strafrechtliche" Untersuchung beantragen. Winterthur, 16! April. Unseren Berufsgenossen in Deutschland zur Nachricht, daß der Sttike der hiesigen Schneider beendigt und in den größeren Werkstellen die Tarife vollständig angenommen sind. Gleichzeitig machen wir daraus aufmerksam, daß ein Arbeitgeber, Herr Wettengcl(ftüher Mitglied und Geschäftsführer der hiesigen Schneidergenossenschaft) sich weigerte, den Tarif anzunehmen, und sich der Worte bediente:„Die Arbeiter werden schon wieder- kommen, wenn sie Hunger haben." Die Arbeit ist also bei ihm noch nicht wieder aufgenommen worden, und wir ersuchen alle Collegen, demselben zu zeigen, daß der Arbeiter ohne ihn sein Dank, herzlichen Dank allen Freunden und den Mitgliedern des sozial-demokr. Arbeiter- Verein« und der im Entstehen begriffenen internationalen Gcwerksgcnosscuschast der Schuhmather für die aufopfernde Liebe und Ehre, welche mir an mei- nem 80jäbrigcn Geburtstag, den 11. April 1873, zu Theil wurde. Ich wünsche Allen Gesundheit und bringe ein dreifaches Hoch der Sozial demokratie mit dem Wunsche, daß Jeder treu und fest zur Fahne der Ge rechtigkeit halten möge bis ans Ende und bis der Sieg errungen! Ich werde ein Gleiches thun. Es lebe die Freiheit! Rochlitz, 17. April 1873. Chr. Befthaus, Schuhmacher. Genoffenschaftsbuchdruckerei. An Stelle des, aus dem Vorstand geschiedenen Herrn R. Cramer ernennen wir hierdurch laut Z 23 de« Statuts bis zur nächsten General Versammlung Herrn Otto Richter, Zylograph in Leipzig, zum 2. Bor! fitzenden. Hamburg, den 19. April 1873. Der Aufsschtsrath. Ed. Prep, Vors. Th. 2)orck, Schriftf. Soeben erschienen: Becker, Bernhard, Briese deutscher Bettelpatrioten, 2. Lieferung. Da« Werk ist in 5 Lieserungen complctt. Bei directem Bezüge kostet die Lieferung 7'�, Gr., 10 Stck. 2 Thlr. Necker, Bernhard, Der alte und der neue JesuitiSmu«, 3. Auslage. Dircct bezogen 4 Gr., 10 Stck. 1 Thlr. Diejenigen, welche Exemplare der ersten Lieferung von Becker, Briese w. auf Lager haben, ohne sichere Aussicht aus Absatz, wollen dieselben freund- lichst zurücksenden; Buchhändler gefälligst über Leipzig. Gleichzeitig bitte ich um Mitthcilungen des Bedarfes von der zweiten Lieferung. Meine übrigen VerlagSartikcl bringe ich in Erinnerung. Preis«» rante gratis. Wiederverkäufern Rabatt. Braunschweig, 17. April 1873. s2aMs W. Bracke jun. Leipzig: Berantw. Redakteur E. KaSper.(Redaktion und Expedition Hohestr. 4). Druck und Verlag der Genoffenschaftsbuchdruckerei. Li !! B öß de G vc wi tei t« S-