cht. teil int Erscheint wüchentsich 2 Mal in Leipzig. Bestkklungtn nehmen alle Vostanpallen und Buchhand« lunzen des In- und AuS- landcs an. Für Leipzig nehmen Be- stellungen an: bie Expedition, Hchesiraße 4. —, die Gcnossenschafts- tuchdruckerei, Zeitzerstraße 44. Bebel, Pcterstraße 18. I. Müller, Bayerschestraße Nr da rg Se� ilu. >u an. ilr >el< Hu. B. Pf. o4 ton an. ,lr b.. mn in- Nr. ld cn, erst In» egt inj . 1 L. m» am 2, I. an �lonnemenisprcis: Für Preußen inel. Stempel- steuer 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12'/, Sgr. pro Quartal, pro Monat 4'/, Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal Ii! Nzr. Filialexpcditioncn für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Hör 101 Hobokcn, N. J. via Newyork. G. A. Lönnecker, löst W. Lake Chicago(III.) 8b IIL G. A. ponneaer, 150 W. Lake Chicago(III.) OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternMonalenGmerksgenossenschasten. "Nr. 34. Sonnaöend, 26. Iprit. 1873. res >n Die Fortschrittspartei und das Vereins- und Versammlungsrecht. Die Fortschrittspartei im Reichstag, dieser„linke" Flügel der sogenannten„liberalen" Partei hat einen Bereins- und Lersamm- lunasgesetzentwurf dem Reichstag unterbreitet, der zu bezeichnend ist siir den Liberalismus der Löwe-Calbe, Ziegler, Schulze-Delitzsch und Consorten, als daß wir ihn nicht zum Abdruck bringen und mit einigen Bemerkungen begleiten sollten. Er lautet: Z 1. Alle Deutschen haben das Recht, sich friedlich und ohne Waffen zu versammeln und Vereine zu bilden. Der vorgängigen Einholung obrigkeitlicher Erlaubniß bedarf es nicht. Beschränkungen dieses Rechws finden nur insoweit statt, als dieselben durch dieses Gesetz vorgeschrieben oder zugelassen sind. tz 2. Bon öffentliche» Versammlungen zu politischen Zwecken hat der Unternehmer mindestens 24 Stunden vor dem Beginne der Versammlung unter Angabe deö Orts und der Zeit derselben Anzeige bei der Ortspolizeibehörde zu machen. Diese Behörde hat darüber sofort eine Bescheinigung zu erlheilen. Schüler und Lehr- linge sind nicht berechtigt, solchen Versammlungen beizuwohnen, und können aus denselben entfernt werden. tz 3. Die Vorsteher politischer Vereine sind verpflichtet, die Statuten des Vereins binnen drei Tagen nach der Stiftung des Vereins und jede Aenderung der Statuten binnen drei Tagen, nachdem sie eingetreten ist, der Ortspolizeibehörde zur Kenntniß nähme einzureichen. Personen weiblichen Geschlechts, Schüler und Lehrlinge dürfen nicksi als Mitglieder aufgenommen werden. Die Ortspolizeibehörde hat über die erfolgte Einreichung der Statuten und die Abänderung derselben sofort eine Bescheinigung.derselben zu ertheilen. tz 4. Wenn für die öffentlichen Versammlungen eines politi scheu Vereins(§ 3) Zeit und Ort statutenmäßig oder durch einen besonderen Beschluß im Voraus feststeht, und dieses wenigstens 24 Stunden vor der ersten Versammlung zur Kenntniß der Orts Polizeibehörde gebracht worden ist, so bedars eö einer besonderen Anzeige, wie sie der tz 2 erfordert, für die einzelneu Bersamm lungen nicht. § 5. Die Ortspolizeibehörde ist befugt, in jede öffentliche Versammlung zu politischen Zwecken einen oder zwei Polizeibeamte iu senden, i ieselben müssen sich als amtlich Beauftragte durch christliche Ordre ihrer vorgesetzten Behörde legitimiren. Diese» Beamten muß ein angemeffener Platz eingeräumt werden. tz 6. Die beauftragten Polizeibeamten sind befugt, sofort jede öffentliche Versammlung zu politischen Zwecken auszulösen/bezüglich deren die Anzeige(ßtz 2 und 4) nicht rechtzeitig erfolgt ist. Ein Gleiches gilt, wenn iu einer solchen Versammlung die Erörterung von Anträgen oder Vorschlägen durch den Vorsitzenden zugelassen wird, welche eine Aufforderung zu strafbaren Handlungen enthal- ten, oder wenn in der Versammlung Bewaffnete erscheinen, die zu entfernen den Polizeibeamteu mit Hülfe der Versammlung nicht gelingt. 7. Sobald der beauftragte Polizeibeamtc die Versammlung für ausgelöst erklärt hat, sind alle Anwesenden verpflichtet, sich sofort zu entfernen. Der Beamte, welcher die Versammlung unge- fetzlicher Weise auflöst, verfällt in eine Ordnungsstrafe bis zu SO Thalern. § 8. Oeffentliche Versammlungen unter freiem Himmel, in nicht geschloffeuen Räumen, bedürfen der vorgängige» schriftlichen Genehmigung der OrtSpolizeibehörde. Die Genehmigung, welche Mindestens 48 Stunden vor dem Beginn der Versammlung nach- Zusuchen ist, darf nur versagt werden, wenn aus der Abhaltung der Versammlung eine dringende Gefahr für die öffentliche Sicher- heit oder Ordnung zu befürchten ist. Die Leiter der Versammlung sind jedoch verpflichtet, den von der Polizei im Interesse der öffentlichen Ordnung und des Verkehrs getroffenen Anordnungen nachzukommen. Dieselben Bestimmungen greifen Platz in Bezug aus öffentliche Aufzüge in den Städten und Ortschaften oder aus öffentlichen Straßen. Leichenbegängniffe und Züge der Hochzeits- Versammlungen, wo letztere hergebracht sind, bedürfen der Anzeige und Genehmigung nicht. � § 9. Uebertretungcn der Bestimmungen dieses Gesetzes werden an den Vorstehern und Leitern der Vereine und Versammlungen mit Geldstrafen bis zu 100 Thlrn. und an den Theilnehmern mit Geldstrafe bis zu 50 Thlrn. gestraft. Auf Schließung des Vereins kann erkannt werden, wenn die Zwecke oder Beschlüffe deffelben den Bestimmungen des Strafgesetzbuches widersprechen. Eine vor- läusige Schließung ist in diesem Falle der Polizeibehörde gestattet, weiche binuen 8 Tagen die richterliche Entscheidung über die Auf- rechterhaltung der Schließung einzuholen ist. tz 10. Die beschränkenden Bestimmungen dieses Gesetzes über die Anzeige der Versammlungen und Vereine(§§ 2, 3, 4), sowie über die Ueberwachung derselben(§ 5), beziehen sich nicht aus die im Reichöwahlgesetze§ 17 zum Betrieb der den Reichstag betref- senden Wahlangelegenheiten gestatteten Vereine und öffentlichen Versammlungen der Wahlberechtigten. Daffelbe gilt in Betreff der Wahlen zur Landes- und Gemeindevertretung. tz 11. Alle Gesetze und Verordnungen in den einzelnen Bun- desstaalen, welche den Bestimmungen dieses Gesetzes widersprechen, sind aufgehoben.— In der guten alten Zeit des Liberalismus, d. h. zu der Zeit, wo er noch ein Bischen Idealismus und vielleicht auch etwas mehr persönliches Interesse an dem Vereins- und Versammlungsrecht hatte, als heute, wo die Blaffen sich immer mehr von ihm ab- wenden, würde dieser Gesetzentwurf von der Fortschrittspartei selbst als reaktionär bezeichnet worden sein. Allein die Zeiten haben sich geändert. Die Bourgeoisie ist bescheiden, sehr bescheiden ge worden, seitdem sie ihre sozialen Rechte und Freiheiten und Vor- theile erlangt hat und in der ausstrebenden Arbeiterklasse ihren Todfeind erblickt. So kommt eö, daß sie heute sich hinter die Polizei versteckt und ihr Befugniffe zuweist, welche sie vor 10 Iah- ren noch mit Entrüstung zurückgewiesen. Wollte die Fortschrittspartei ihrem eigenen/ ftllheren Standpunkt gemäß verfahren, dann durfte das Gesetz nur einen einzigen Para- graphen enthalten, der etwa so lautete:„Alle Deuffchen haben das Recht, sich zu versammeln und Vereine zu bilden. Hierbei began- gene Vergehen und Verbrechen werden nach den Bestimmungen des Strafgesetzes beurtheilt. Alle entgegenstehenden Gesetze und Be- stimmungen sind aufgehoben." Das war kurz, bündig und„zwei- felsohne", und war wenigstens keine Verschlechterung für die weiter vorgeschrittenen deuffchen Staaten. Denn würde dieser obige Gesetzentwurf, selbst unverschlechtert, vom Reichstag und den Re- gierungen angenommen: Staaten wie Würtemberg, Weimar und verschiedene andere deutschen Länder, die sich in Bezug auf Vereine und Versammlungen bis jetzt absoluter Freiheit erfreuten, würden dadurch der Polizeifuchtcl unterworfen. So wird die polizeiliche Anmeldung der Versammlungen anstecht erhalten,— warum? sehen wir nicht ein. Die Polizei erfährt so gut und auf dieselbe Weise, wie das übrige Publikum, wann und wo eine Versammlung stattfindet; sie kann also, wenn sie Geschmack daran findet, ihre Vertreter hinsenden und sich Bericht erstatten lassen. Aber sie hat kein Recht zu einer Ausnahmestellung. Die Fortschrittspartei ist reaktionärer als der ehemalige Berliner Polizeipräsident von Wurmb, denn dieser übte iu den letzten Jahren seiner Amtsthätigkeit die Praxis, Polizeibeamte, wenigstens ofsiziell, nicht in die Bersamm- lungen zu senden. Nach tj 3 sollen die Vorsteher politischer Vereine verpflichtet sein, Statuten und Aenderungen derselben binnen 3 Tagen der Polizei anzumelden. WaS aber hat die Polizei mit den Statuten zu thun? Will ein Verein ungesetzliche Handlungen begehen, dann setzt er dies sicher nicht in die Statute»; begeht er solche Handlungen, dann ist es Sache der Behörden, sie ausfindig zu machen, und Sache des Staatsanwalts, sie zu verfolgen. Der Eifer, der bisher in dieser Hinsicht entwickelt worden ist, macht besondere Bestimmungen künftig überflüssig. Kindisch aber ist die Bestimmung, daß Frauen von politischen Vereinen ausgeschloffen sein sollen. Das sächsische VereiuSgesetz ist das reaktionärste in Deutschland, aber bis zu einer solchen Rückwärtserei hat es sich denn doch nicht verstiegen. Ahnt denn die Fortschrittspartei gar nicht, welch ein ArmuthSzeugniß sie sich ausgestellt, indem sie eine solche Bestimmung aufnahm? Fühlt sie denn nicht die Ent- ehrung, die sie dem weiblichen Geschlecht im Allgemeinen und ihren Frauen und Töchtern im Speziellen authut, indem sie dieselben für unfähig oder unwürdig erklärt, sich um öffentliche Ange- legenheiten zu bekümmern und an der Lösung der politischen und sozialen Fragen, die das Interesse des weiblichen Geschlechts eben so tief, oft noch tiefer berühre», wie das des männlichen, theilzu- nehmen? In England steht seit Jahren daö Frauenstimmrecht und die Zulassung der Frauen zum Parlament auf der Tagesorduuug, in Amerika hat man in verschiedenen Staaten der Union ihnen das Stimmrecht bereits ertheilt und sie zur Bekleidung selbst öffent- licher Aemter, wie des Geschworenendienftes, zugelassen, die„deutsche Fortschrittspartei" aber schämt sich nicht, die Frauen mit Uiimün- digen auf eine Stufe zu stellen, sie iu der Pariastellung, welche sie in der heutigen Gesellschaft einnehmen, festzubannen, und ihnen die thätige Theilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten zu untersagen. Wohin eine solche Bestimmung führen kann und wird, mögen folgende Beispiele zeigen.� Nach einer Verordnung der Oberpostbehörde sollen Frauen beim Postdienst zugelassen werden. Gesetzt nun den Fall, die Postbeamten bildeten einen Verein zur Beralhung ihrer Interessen, zu dem natürlich auch die weiblichen Beamten gehörten. Dieser Verein beschlösse eine Agitation für Ausbesserung seiner Lage, er hielte Versammlungen ab, in denen er befürwortete die Postüberschüsse statt für daö Militärbudget, daS verwerflich und dem Volke nachtheilig sei, zur Ausbesserung der Postbeamtengehälter zu verwenden und er petitionirte in diesem Sinn an den Reichstag. Die weiblichen Postbeamten wären— ganz abgesehen von den Maßregelungen, die Herr Stephan schon an und für sich oppositionellen Beamten angedeihen läßt— gesetzlich davon ausgeschlossen. Oder: Frauen treten in die Gcwerk- jchasten ein, wie das sehr häufig schon der Fall ist. Die Gewerk- jchaften verlangen vom Staat Verbesserung der Sozial-Gesetzgebung. Da sie sehen, daß der jetzige Reichstag, inclusive der Herren von der„Fortschrittspartei", ihre Wünsche nicht erfüllen, beschließen sie, Candidaten aus ihrer eigenen Mitte aufzustellen und für ihre Wahl zu wirken. FlugS kommt die Polizei, sagt: die Gewerk- schafteu sind politische Vereine, die Frauen müssen heraus. Man komme uns nur nickt mit dem Einwand: Gewerkvereine und Fachvereine sind keine politischen Vereine, da kann den Frauen die Theilnahme nicht verboten werden! Larifari. Vorerst muß man unS zeigen, worin denn das Kriterium eines politischen Vereins besteht. Die sächsische Polizei hat an vielen Orten die Gewerk- schafteu ohne alle Gewisseusscrupel für politische Vereine erklärt und die oberen Verwaltungsbehörden bis zum Ministerium hinauf haben dem zugestimmt. Nun, was in Sachsen möglich, ist auch im„Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" möglich, sintc- malen die sächsische Regierung in ihrem Feuereifer zur Verfolgung der Sozialdemokratie von Berlin aus direkt und indirekt inspirirt worden ist und wird. Ebenso verwerflich wie die Ausschließung der Frauen aus po- litischen Bereinen, ist es die von„Schülern und Lehrlingen". Nach dem bisherigen preußischen Vereinsgesetz muß Jemand 18 Jahre alt sein, wenn er einem politischen Vereine beitreten will; jetzt darf er älter sein und er darf doch nicht beitreten, wenn er zu- fällig Lehrling oder Schüler ist. Es giebt nicht Lehrlinge über 18 Jahre alt.und unter den Besuchern von Real-, Polytech- nischen-, Kunst-, Gewerbe-, Kaufmännischen Schülern ic. giebt eS ebenfalls sehr viele, die über 13 Jahre alt sind. Alle sind nach dem Entwurf der Fortschrittspartei ausgeschlossen. Eine schöne Freisinnigkeit.— Aber die Polizei soll auch die Versammlung sofort auflösen dürfen, wenn die polizeiliche Anzeige nicht erfolgt, Erörterungen von Anträgen oder Vorschlägen zugelassen werden, welche eine Aufforderung zu strafbaren Handlungen enthalten. Und, da die Antragsteller diese ihre eigne reaktionäre Bestimmung und die Gefahr leichten Mißbrauchs fühlen, setzen sie hinzu:„Der Polizeibeamte, der eine Versammlung ungesetzlich auflöst, soll m eine Ordnungsstrafe bis zu 30 Thalern verfallen." Wer ist's denn, der meist die Versammlungen überwacht? Gensdarmen und Polizeidiener, überhaupt Subaltcrnbcamte, also Leute, deren Bildungsstandpunkt häufig ein dürftiger ist, Leute, die oft in reaktionärer Gesinnung erzogen sind und die namentlich dann, wenn sie einen strengen Vorgesetzten über sich haben, in ihrem Diensteifer lieber etwas zu weit gehen als zu nachsichtig handeln. Ueber die wunderbare Auffassungs- und JnterpretirungSkunst nie- derer und höherer Polizeibeamten hat die Geschichte der letzten 25 Jahre zahlreiche und haarsträubende Beispiele geliefert. Aber für die„liberale" Fortschrittspartei sind sie verloren. Die An- drohung der Ordnungsstrafe ändert gar nichts, denn wer vollstreckt diese? Der Vorgesetzte der Polizeibeamten und der wird in diesem Falle gar gnädig und glimpflich verfahren. Auch die in Z 9 angedrohte Strafe, wonach Uebertretungen des Gesetzes bis zu 100 Thlr. an den Vorstehern und Leitern der Vevsanmilungen geahndet werden können, ist doppelt so hoch wie die ähnliche Be- stimmung im preußischen Vereinsgesetz. Dieser Gesetzentwurf reprä- sentirt also das höchste Maß des Liberalismus, zu welchem sich der fortgeschrittenste Theil der deutschen Bourgeoisie hat erheben können. Wundern kann uns das nicht. Die herrschende Klasse in allen ihren politischen Nuancen ist angefressen von der Furcht vor der Sozialdemokratie. Diese ist's, die sie lahm legt, ihr deck Schlaf raubt und allen ihren Handlungen den Stempel der Halb- heit und der Unfähigkeit aufdrückt. Die Fortschrittspartei hat diesen Gesetzentwurf wie ihren Preß- acsetzentwurf als Köder ausgeworfen, um die Dummen und Gimpel bei der nächsten Reichstagswahl damit zu fangen. Die Sozial- demokratie wird auf dem Posten sein und den Heuchlern die Larve der politischen„Freisiunigkeit" herunterreißen. Politische Uebersicht. Die Kaiseridee der Hohenzollern. Der alte Historiker von Ranke in Berlin hat zur Erinnerung an daS 25jährige Jubiläum der Berliner Märztage den Briefwechsel zwischen dem „romantischen" König Friedrich Wilhelm und seinem Gesandten von B unscu veröffentlicht. Von diesen Briefen(die„Demokr. Ztg." hat die zwei interessantesten abgedruckt) behandelt einer die deutsche Kaiserkrone, welche von dem„Romantischen" bekanntlich seinerzeit abgelehnt worden ist. Das denkwürdige Aktenstück, daS zweifelsohne nicht nach Schnaps riecht, lautet folgendermaßen: „Potsdam, 13. Dezember 1843. „Mein theuerster Bunsen! Ihre letzten Briefe bestätigen mir, waS ich schon zu Brühl merkte und möglichst bekämpfte, daß wir unS in Germaniana(in Angelegenheiten Deutschlands) nicht ver- stehen oder vielmehr, daß Sie mich nicht begreifen können. ES ist dies ein schweres Wort, ich fühle es, aber der Freund muß sich's vom Freunde gefallen laffen. Ich verstehe Sie und Ihre Rai- sonnements(Urtheile); Sic aber nicht die meinigen, sonst hätten Sie nicht so schreiben können, da« heißt, Sie hätten dann nicht (was Sic gelhan haben) den absoluten Hindernissen, die zwischen mir und der Kaiserkrone!!! stehen, einen leichten und leicht zu beseitigenden Namen gegeben. Sie sagen(wörtlich wie Herr v. Gagern mir sagte am 26. und 27. v. M.):„Sie wollen die Zustimmung der Fürsten; gut und recht, die sollen Sie haben." Aber, mein theuerster Freund, da liegt der Hund begraben: ich will weder der Fürsten Zustimmung zu der Wahl, noch die Krone. Verstehen Sie die markirten Worte? Ich will Ihnen daS Licht darüber so kurz und hell als möglich schaffen. Die Krone ist erstlich keine Krone. Die Krone, die ein Hohenzollern nehmen dürfte, wenn die Umstände es möglich machen könnten, ist keine, die eine, wenn auch mit fürstlicher Zustimmung eingesetzte, aber in die revolutionäre Saat geschossene Versamm- lung macht(ckans Is genrs de la couronne des pavds de Louis Philippe*), sondern eine, die den Stempel Gottes trägt, die den, dem sie aufgesetzt wird nach der heiligen Oelung,„von Gottes Gnaden" macht, weil und wie sie mehr.denu 34 Fürsten zu Königen der Deutschen von Gottes Gnaden gemacht und den Letzten immer der alten Reihe gesellt. Die Krone, die die Ottonen, die Hohenstaufen, die Habsburger getragen, kann natürlich ein Hohenzollern tragen, sie ehrt ihn überschwänglich mit tausend- jährigem Glänze. Die aber, die Sie— leider meinen, ver- unehrt überschwänglich mit ihrem Ludergeruch der Revolution von 1843, der albernsten, dümmsten, schlechtesten— wenn auch, Gottlob, nicht bösesten dieses Jahrhunderts. Einen solchen imaginären Reif, aus Dreck und Letten gebacken, soll ein legi- timer König von Gotteö Gnaden und nun gar der König von Preußen sich geben lassen, der den Segen hat, wenn auch nicht die älteste, doch die edelste Krone, die Niemand gestohlen worden ist((Jui s'excuse, s'accuse! R. d. V.) zu tragen? Greifen Sie in Ihren Busen, liebster Bunsen; waS würden Sie, altes Glied der preußischen Diplomatie und mein wirklicher Geheimer Rath, also mit dem Range des HochadelS bekleidet, sagen und thun, wenn Sie, etwa iu Korbach zurückgezogen lebend, ') Nach Art der Siraßenpslasterkrone Ludwig Philipp». von der Waldeckischen souveränen Landesversammlung zur Excelleuz erhoben werden sollten? Da haben Sie das treue Bild von meiner Lage vis-ä-vis Gagern und seiner Fraktion. Sie würden der souveränen Walbecke höflichst schreiben:„Was Ihr mir geben wollt, habt Ihr nicht zu vergeben, ich aber Hab' es ans gutem Schrot und Korn.» Und gerade so werde auch ich antworten. ... Ich sage eö Ihnen rund heraus. Soll die tausendjährige Krone deutscher Nation, die 42 Jahre geruht hat, wieder einmal vergeben werden, so hin i ch es und meines Gleichen, die sie ver- geben werden. Und wehe Dem, der sich anmaßt, was ihm nicht zukommt!" So urtheilte der vorige König von Preußen über daS deutsche Kaiserthum und die deutsche Kaiserkrone. Berglichen mit dem jetzigen König war er bekanntermaßen noch freisinnig; er brauchte nicht am 18. März 1343 aus Berlin zu flüchten, er leitete nicht den Standrechtsfeldzug gegen die Badisch-Pfälzischen ReichSversassungSkämpfer; er»ahm nicht die Krone direkt„vom Tische des Herrn". Allerdings, seine Verachtung für einen„auS Dreck und Letten gebackenen Reif", dargereicht von Vertretern des Volks, konnte nicht übertroffen werden. Wenn aber einer der exdcmokratischen Speichellecker des Junkers Bismarck sich noch ein- mal zu behaupten erfrecht, das„neue Reich" der Herren Wagener und Stieber sei die„herrliche Erfüllung" des 1648er Kaisertraums, dann reibe man dem schaam- und ehrlosen Gesellen unter die Nase den„Ludergeruch der Revolution von 1848". Was wir gleich zu Anfang der NeichStagssession betr. deS Preß- und deS Vereiusgesetzcs sagten, erfüllt sich jetzt wörtlich. Obgleich noch ganz vor Kurzem in den offiziösen Blättern auf das Bestimmteste versichert wurde, die Regierung denke nicht daran, die betreffenden GesctzeSvorlagen noch in dieser Session zu machen, und zwar weil das Material noch nicht Hinlängsich durchgearbeitet sei, so wird jetzt plötzlich von den nämlichen offiziösen Blättern angedeutet, es sei doch nicht unzweckmäßig, schon in dieser Session mit den betreffenden Gesetzen vorzugehen. Gewiß ist's nicht„un- zweckmäßig"— für die Herren Bismarck, Stieber u. Compagnie. Einen so knechtseligen, pudelfrommen Reichstag, wie diesen, be- kommt man nicht mehr, und ist auch nicht daran zu denken, daß der nächste eine anti-biSmarck-stieberischc Majorität enthalten werde, so doch gewiß eine Minorität, die stark genug ist, sich nicht wund- todt machen zu lassen. Und die betreffenden Gesetzentwürfe ver- tragen keine Debatte.— Wie gut mit dem gegenwärtigen Reichstag fertig zu werden, das hat sich soeben wieder recht eklatant gezeigt. Von„liberaler" Seite ist bekanntlich ein„selbstständiger" Preßgesetzentwurf ein- gebracht worden, zu dem der Leipziger Profeffor und Brockhaus'- sche Zeitnngs-Redakteur Biedermann den übriggebliebenen Senf seiner jugendticheu Freiheitsbegcisterung hergab. Die Regierung trug in der dem preußischen Krautjunkerthum eigenen Weise auf's Brüskeste ihre Verachtung für den Entwurf zur Schau und, mit derselben„Naturnothwendigkeit", welche bei gewissen Vierfüßlern auf einen Fußtritt die schweifwedelndste Freundlichkeit und Ge- sügigkeit folgen läßt, sind die Urheber des Entwurfs, vor Allem „unser Biedermann" durch diese„moralischen" Unteroffiziers- Fußtritte in so gute Laune uud so glühende Loyalität versetzt Avordcn, daß sie aus ihrem Opus jede anstößige Faser zu ent- ferne« suchen. Hr. Biedermann hat bereits die Kühnheit gehabt, das Recht der polizeilichen Beschlagnahme zuzugestehen. Aller- dings nur„für Ausnahmefälle"— aber aus welchem Fall kann ein Stieber nicht einen„Ausnahmefall" mache»?— In diesen Preßgesetzentwurf hatte sich der Rest des Biedermann'schen Liberalismus geflüchtet, wie bei einem Fuchs, der in'S Waffer geht, die Flöhe sich in das Stückchen Moos flüchten, daS er zu diesem Zweck mitunter im Maul tragen soll. Sobald die Flöhe hübsch drin sind, läßt der Fuchs das Stückchen Moos fallen, und ist die Plage loö.— Hr. Biedermann scheint sich diese sinnreiche Prozedur zum Muster genommen zu haben, um die für einen Redakteur der „Deutschen Allgem. Zeitung" doch etwas gönanten liberalen Flöhe für immer los zu werden.— Die Asiaire LaSker-Wagener ist genau so weit, wie vor 4 Wochen, und wie vor 8 Wochen— und genau so weit, wie sie in 4 Wochen, in 8 Wochen und in 8 Jahren sein wird, falls bis dahin nicht ein vollständiger Systemwechsel eingetreten ist. Es ist Lasker ähnlich ergangen, wie im vorigen Jahr der Schildwache in der Wiener Hosburg. Er hat einen Spitzbuben gefaßt, und da er ihn hat und sich denselben bei Licht betrachtet, merkt er, daß dieser Spitzbube kein gewöhnlicher Spitzbube ist, sondern ein sehr un- gewöhnlicher, den man nicht der Gerechtigkeit überliefern kann, ohne das ganze herrschende System mit ihm auf das Armesünder- Stühlchen zu setzen. Am Wagener hängen die Stieber, die Bis- marcke, die StrouSberge, ja noch höhere Perfonagen,— am Wagener hängen die Miguel, die Bennigsen, die Bamberger,, die Unruh,— am Wagener hängt der ganze heutige Staat und die ganze heutige Gesellschaft. Da muß man es wohl machen, wie mit dem Wiener Hofburg-Gespenst; und will es sich die allznwachsame Schildwache nicht ruhig gefallen lasten, so giebt'S ja Mittel, sie znni Schweigen zu bringen.— Genug: es ist eine politisch-soziale Unmöglichkeit, daß Wagener auf die Anklagebank und in's Zuchthaus kommt, so lange seine College» und Freunde die Herrschaft in den Händen haben. Freilich— ganz so schamlos, als sie es thut, brauchte die Bismarck'sche Leibzeitung, die „Norddeutsche Allgemeine" nicht für Wagener einzutreten. Man sollte doch den öffentlichen Anstand ein klein bischen wahren.— Nun— Fürst Bismarck beurtheilt die Welt nach seinen„Sau- Hirten", für welche der öffentliche und sonstige Anstand allerdings eine terra mcoAiiita— unbekannte Domäne ist.— Deutsch- Venetien ist in vollster Blnthc. Der Maire von Straßburg, der„urdeutschen", dem„wälschen Räuber im heiligen Krieg wieder entrissenen" Stadt, ist wegen franzosenfreundlicher Gesinnung soeben abgesetzt worden, woraus hin die meisten Mitglieder des Gemeinderaths ihre Entlastung genommen haben. Die Stadt wird jetzt„provisorisch" von einem Polizeibeamten verwaltet, der seinerseits unter dem Militärkommando steht. So sieht's in Elsaß- Lothringen aus. Worte darüber zu verlieren, wäre über- flüssig. Jeder Vernünftige sah voraus, daß es so kommen mußte und nur Idioten oder Stipendiaten des Reptilienfonds können noch längnen, daß die ungeheure Mehrzahl der Elsaß-Lothringer von der Stieber- Bismarck-Wagener'schen Reichsherrlichkeit nichts wissen will— was ihnen wahrhaftig auch nicht übel zu nehme». Die jüngsten Vorgänge in Straßburg sollen beiläufig, wenn nicht alle Anzeichen trügen, dazu ausgebeutet werden, die Dikta- turperiode für das„neue Reichsland", welche Ende dieses Jahreö erlischt, nochmals zu verlängern. Der Reichstag wird wohl einen dahin zielenden Antrag„apportiren". Die nationalliberalen Pudel machen schon die nvthigen Anstalten.— Am Ostersonntag fand in Newcastle, welches in der poli- tischen Bewegung Englands stets eine hervorragende Rolle gespielt hat, eine großartige Reform- Demonstration statt. Achtzigtausend Personen zogen in Reih und Glied nach dem Ort der Versammlung, wo sich außerdem noch über 100,000 Menschen einfanden, so daß die Zahl der Personen, welche dem Riesen- Meeting— oder richtiger den Riesenmcetings— beiwohnten, auf 200,000 angegeben wird. Von verschiedenen Tribünen, die in passender Entfernung von einander angebracht waren, wurde zu- gleich geredet, und die auf mächtigen Plakaten gedruckten Resolu- tionen zur Annahme empfohlen, welche auch unter stürmischer Be- geisterung erfolgte. Die Resolutionen sind: 1) Allgemeines directes Wahlrecht; 2) gleichmäßige Vertretung nach der Kopfzahl; 3) Bil- dung von Bereinen durch ganz England, welche diese Forderungen durchzusetzen haben; und 4) Mittheilung der Resolutionen an das Parlament. Es ist dies unzweifelhaft die großartigste politische Demonftra- tion in England— seit dem Meeting auf Kennington Common (April 1348). Die kolossale Betheiligung des Volks liefert den besten Beweis dafür, daß die Massen in Fluß zu kommen beginnen. Und das ist Alles, waS noch thut!— In England sind die fünf Gasheizer, deren Verurtheilung durch einen parteiischen Gerichtshof vor mehreren Monaten oie Entrüstung eincS jede» Meiffchen mit einem Funken von Gcrechtig- teitSsinn erregte, in Freiheit gesetzt worden—„begnadigt" durch die Regierung des„arbeiterfrenndlichen" Gladstone, welche der Ansicht war, daß 12 Monate Gefängniß eine zu harte Strafe, 4 Monate Gefängniß aber das nöthige Strafminimum sei— für das Verbrechen— Arbeiter zu sein. In Maidstone, wo diese Opfer der Bourgeoisjustiz ihre Hast zu verbüßen hatten, gab ihre Freilassung zu einer großartigen Feier durch die Gewerkschaften Anlaß.— Die Partei der Ordnung. Der„Corsaire" schreibt in seiner Nr. vom 12. April über die spanischen Angelegen- heiten:„Es wird von Tag zu Tag klarer, daß wenn die spani- sche Regierung nur mit den angeblichen„sozialistischen Wühlereien" zu thun hätte, die Ruhe im Lande sehr bald wieder hergestellt sein würde. Die monarchistischen Blätter haben so viel Lärm über die Demonstrationen in Malaga, Barcelona u. s. w. gemacht, daß Jedermann schon zu glauben ansing, die spanische Revolution sei in vollem'Zug,„ihre Kinder aufzufressen". Die letzten Tele- gramme aus Madrid und Barcelona beweisen, daß dem nicht so ist. Barcelona ist vollkommen ruhig und in den großen Städten des Südens haben die föderalistischen Strebungen der Demokratie durchaus nichts Drohendes für die öffentliche Ordnung. „Es wird also für Hrn. Castelar sehr leicht sein, seine ganze Energie gegen die Carlisten zu richten, wenn das Ministerium wirklich geneigt ist, eine entschlossene Haltung anzunehmen. ,,Was den reaktionären Zeitungen besonders unangenehm sei» muß, ist, daß die„TimeS", das Organ der Bourgeoisie pur ex- cellence*), die guten Nachrichten, welche unS aus Spanien zugehen, bestätigt. Laut Briefen, welche die„TimeS" von in Spanien ansässigen Engländern erhalten hat, ist auch kein wahres Wort an den Sensationsnachrichten, die von den spanischen Correspondenten der monarchistischen Blätter in Umlauf gesetzt worden sind. Die sozialistische und agrarische*�) Bewegung, welche man fürchtete(daS heißt, der— um Robcspierre's Wort- zu ge- brauchen— von Schuften für Thoren erfundene Popanz. R. d. V.), ist ausgeblieben; Andalusien und die Südprovinzen sind vollkom- mcn ruhig und die Lage ist weder mehr noch weniger schlimm als seit langer Zeit.(Daß sie nicht weniger schlimm, ist aber schon schlimm genug. R. d. V.) „Wahr ist: die Carlisten verwüsten die Distrikte des Nordens und die Anhänger des legitimistischen Kronprätendenten sind die einzigen wirklichen Feinde der öffentlichen Ruhe und Ordnung. Man kann es nicht oft genug wiederholen: die unruhigen Vorgänge(Iss tronbleä) in Barcelona waren nur der Gegenschlag der karlistischen Insurrektion. Die Einwohner von Barcelona nnd von Catalonien überhaupt sahen sich von der Regierung verlassen und ihre Erbitterung äußerte sich in mehr oder weniger ernsten Gewaltthätigkeiten. Das Ministerium that selbst nichts, um den legitimistischen Aufstand zu unterdrücken, und wollte auch den Lokalbehörden nicht erlauben, mit der nöthigen Energie zu han- deln. Unter solchen Umständen ist es ganz natürlich, daß die Re- publikaner Cataloniens ihr eine erste Warnung(un Premier avei-tiasement) zu crtheilen für nöthig hielten. „Es handelt sich jetzt einfach darum, die carlistische Jnsurrectio» zu ersticken. Waö die angeblichen Drohungen der Internationalen und die Gefahren eines sozialsiuschen Aufstands betrifft, so weiß man heutzutage, was davon, zu halten ist. Diese Einschüchterungs- mittel bringen nicht mehr dieselbe Wirkung hervor wie 1871. Alles läßt im Gcgentheil darauf schließen, daß die Föderalisten (und die Jnternationaleii Spaniens sind, den dortigen Verhält- nisseu entsprechend, fast ausnahmslos föderalistisch. R. d. V), gerade weil sie das Prinzip der lokalen Aulonomie(örtlichen Selbstverwaltung) vertreten, die Ordnung noch energischer auf- recht erhalten würden, als das unitarische System(System des zentralisirten Einheitsstaats) es vermöchte." Zu diesen Ausführungen des„Corsaire" haben wir nur wenig zu bemerken. Daß die sogenannte Partei der Ordnung in Wirk- lichkeit die der Unordnung ist, das wissen die Leser des„Volks- staat" seit Langem, und daß ganz besonders die Partei des König- lhums von Gottesguaden eine Partei der Gewaltihat und des Blutvergießens ist, nun— das kann in jedem Lehrbuch der Ge- schichte nachgelesen werden und liegt außerdem handgreiflich in der Natur der Sache. Eine Partei, die sich dem organischen Fortschritt der Me-ffchheit entgegenstemmt, kann ihre Existenz nur durch rohe Gewalt fristen— die Waffen der Vernunft fehlen ihr ja.— Bei- läufig sei hier noch erwähnt, daß vor Kurzem in Madrid, unter dem Titel: Lws Decarnisados***) ein Blatt erschien, welches in tollster Weise die Arbeiter zu einem Putsch aufzuhetzen versuchte. Die Arbeiter waren unhöflich genug, keinen Putsch zu machen, sie trauten den„Hemdlosen" nicht recht, und siehe da, eines schönen Morgens entpuppten sich die Schreiber„wie Marat schreibt" als carlistische Soldbuben.— Tont cornrae cbez uous!— Uebrigens haben die Carlisten in jüngster Zeit eine tüchtige Schlappe erlitten, jedoch nicht durch die Regierungstruppen, son- der» durch die Bürgerwehr des Städtchens Puycerda, die sich die Freiheit nahm, das royalistische Räuber- und Mordgesindel auf eigene Faust ohne Erlaubniß der Herren Castelar und FigueraS zu schlagen. Es erinnert uns dies an einen Vorgang im Krim- feldzuge. Man munkelte von einem Sturm auf Sebastopol; drei englischen Soldaten, die auf ihre Offiziere sehr wenig Vertrauen hatten— und mit Recht— behagte die Ausficht nicht; stürmen wollten sie wohl, getrauten sich auch die Russen aus ihren Erd- werken herauszuwerfen, aber— die Offiziere!— das war bedenklich. Die Soldaten steckten die Köpfe zusammen, und daö Resultat war: eines schönen Morgens kam zu Lord Raglan eine Deputation mit der Bitte, wenn eö zum Sturm komme, solle man den Offi- •) Von allen anderen, in besonderem Grade. *•) Auf Umgestaltung der Grundeigentbumsvcrhältnisse hinzielend. •M) Eigentlich die Hemdlosen, die Aermsten der Armen. zieren befehlen, in ihren Zelten zu bleiben; sich selbst überlassen i wollten die Soldaten schon siegen, aber nicht unter ihren Offizieren.( — Nun, Lord Raglan machte ein kurioses Gesicht; die Bitte der g Soldaten wurde nicht gewährt und was die Soldaten befürchtet,( trat bekanntermaßen ein.— Die Spanier scheinen in ähnlicher li Lage zu sein wie die englischen Soldaten in der Krim. Die Philisterblätter sind seit 8 Tagen gefüllt mit Berichten über den Mannheimer und den Frankfurter Bicrkrawall, die. theilweise offen, theilweise versteckt die Insinuation enthalten, die! Sozialdemokratie wäre schuld an jenen Excessen. Unsere Parteis hat es nicht nöthig, sich gegen solche alberne Anschuldigungen zu vertheidigen. Sie braucht nur darauf hinzuweisen, daß alle Excesse, die in den letzten Jahren in Deutschland vorzekommeu sind(wir erinnern nur an„Königshütte", Braunschweiger und Halberftädter Butterkrawall, Berliner Bliimenstraßentumult) auf das Evidenteste ans Tageslicht gebracht haben, daß die Sozial-! demokratie mit solchen Lappercwn nichts zu schaffen hat. Excesse werden nur da verübt, wo die Sozialdemokratie noch nicht in Blüthe ist und wo eine unaufgeklärte Masse durch die Taktlosig leiten oder die Böswilligkeit der Behörden aufgestachelt wird.— Ueber den speziellen Urgrund der Mannheimer und Frankfurter Affaire wissen wir zwar noch nichts Zuverlässiges— unsere Correspondenten haben uns vollständig im Stich gelassen—; nur so viel können wir den um ihr„Bierchen" besorgten Philistern sagen: Uns Sozialdemokraten liegt das Bier nicht so sehr am Hewen, wie ihnen, daß wir unS feinethalben blutige Köpfe zu holen Lust hätten. Wenn die Sozialdemokraten einmal dies und noch mehr riskiren sollten und müßten, so würden sie sich an ganz andere Dinge als an Bierbrauereien und Bäckerläden halten. Und am allerwenigsten würden sie in Mannheim und Frankfurt zuerst krawalliren.— In Pforzheim erscheint zur Zeit eine Wochenschrift„der Fortschritt",(nach rückwärts nämlich!) die als Organ eines „sozialen Reformvereins" die Interessen der Kapitalisten, der Bour- geoisie und des Muckerthums vertritt und an den Arbeitern unter dem heuchlerischen Deckmantel spießbürgerlicher„Moral" und„Sitt- lichkeit" das edle Handwerk der Bauernfängerei ausübt. Dieses übel nach Frömmigkeit duftende Papier entblödet sich nicht, die Sozialdemokraten„Betrüger" zu nennen. Wo die Betrügerei aber auf Stelzen einherzeht, das zeige nachstehende Stelle aus dem „Fortschritt", wo es, nachdem die Lage der Arbeiter als„gar nicht so schlimm" dargestellt ist, folgendermaßei! heißt:„Wie wäre eS sonst zu erklären, daß gerade diejenigen Arbeiter, die am ärgsten die sozialdemokratischen Phrase» nachschreien und am entrüstetsten klagen über die Ausbeutungsjucht der Fabrikanten, Geld genug zur Verfügung haben, um gewisse kollegiatischc Spaziergänger in Wien over Genf zu unterstützen, das theure(!) Abonnement für den „Volksstaat" zu bezahlen, oder den Redakteuren desselben zur Abwechslung in ihrer trockenen Arbeit artige Fäßchen Weins(?l! zu spendiren."— Nur fromm die Augen verdreht, ihr Herren: „Wir kennen die Weise, wir kennen den Text, „Wir kennen auch die Verfasser, „Wir wissen, sie trinken heimlich Wein „Uud predigen öffentlich Wasser!" Prosit!—_ Von Bernhard Vecker's deutscher Ausgabe des Bordier'scheu L'Allemagne aux Tuileries(„Briefe deutscher Bettelpatrioten a» Louis Bonaparte") ist soeben(Verlag von Bracke in Braunschweig) das zweite Heft erschienen.— In der Brüsseler„Internationale" vom 13. April findet sich li ver Sitzungsbericht des belgischen Föderalraths vom 30. März,! v der zum Curiosesten gehört, was Fanatismus und kleinlicher Per- 8 sonenhaß je hervorgebracht haben. Es wird nämlich berichtet, daß in der Sitzung vom 30. März— an welcher übrigens nur 1 (uns ganz unbekannte) Personen theilnahmen— ein Brief des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins aus Berlin vorgelesen wor- den sei, welcher die„Jntriguen von Karl Marx" enthüllte und den t! Wunsch Jenes aussprach, mit den Belgiern in Correspoudenz zu treten. ei Darauf nun habe der belgische Foderalrath— beziehendlich die i 7 Mitglieder— beschlossen, den Allgemeinen deutschen Arbeiter-; h verein zu„beglückwünschen".— Worin die„Jntriguen von Karl j, Marx" bestehen, daS ist weder aus der„Internationale" noch aus � dem„Neuen"— der bei dieser Gelegenheit den Mund wieder so voll nimmt, daß er an den faustdicken Lügen(Marx habe die Haager Mandate gefälscht u. dergl.) zu ersticken droht— zu er- h sehen. So viel scheint uns jedoch festzustehen: Würde in dem z; fraglichen Briefe auch nur eine Zeile gestanden haben, die das � Licht der Welt nicht zu scheuen brauchte, so würde der„Neuewohl nicht gezögert haben, ihn zu veröffentlichen. Daß er die� nicht gethau, kann wohl als Beweis dafür gelten, daß wir es mit einem der gewöhnlichen Manöver zu thun haben, welche Diejenige» � fortwährend unternehmen müssen, bei denen„das Klappern zni» z, Handwerk gehört". Heute eine dumme Stänkerei �»ach Brüssel schreiben— morgen einen blödsinnigen Beileidsbrief'a» den ko»-� sj servativen Oekonomen Rodbertus(s.„Neuen" vom 23. April), nur um von sich reden zu machen,— das ist Alles, was Leute vom Kaliber des Jesusnazarethlaffalleanismus zu leisten ver- mögen. Wir gönnen dem„Neuen" dieses Plaisirchen— aber wir bedauern die belgischen Arbeiter, daß sie ihre Leitung in die Hände solcher unwissenden Menschen— wie jener 7— gelegt haben, die, ohne alle Kcnntniß von der internationalen Bewegung, auf de» Schreibebries des„Neuen" lediglich darum„reingefallen" sind,s si weil die darin enthaltenen Schimpfereien auf Marx ihrer kindr scheu Wuth gegen den Genannten Beftiedigung gewährten. Jen« 7 Herren mögen vor Allem Folgendes bedenken: Sie hassen Marx als den vermeintlichen„autoritaire"— Anhänger des ÄutoritätswesenS— und„beglückwünschen" den Alljs deutschen Arbeiterverein, der das Autoritätswesen mit seiner „strammen Centralisation" und Präsidial-Allmacht bis zum Despotismus ausgebildet hat! Ferner haben jene 7 Herren wahrscheinlich keine Ahnung davon, daß die Urheber des Briefs 1870 in's nationalkriege- rische Horn geblasen und uns, den Feinden des Kriegs,„Landes- verrath" vorgeworfen haben wegen unserer internationale» Haltung. Drittens wissen jene 7 Herren nicht, daß der„Neue Sozd. alliirt ist mit Vesinier und Landeck in London— welche bei de» Belgiern ja berüchtigt genug sind. Viertens wissen jene 7 Herren nicht, daß die„Führer" deS Allg. deutschen Arbeitervereins die MUftrolche deS Polizeiagenten Herrn von Schweitzer sind.— Mögen die belgischen Internationalen künftig Leute an ihre 1-»- F en Spitze stellen, die etwas mehr Verstand und etwas mehr Wisien _(nanienllich von der intemationalen Arbeiterbewegung) haben, als die gänzlich unerfahrenen 7 Herren: Maigray(Verviers), Cornet et,(Ceutre), Warnotte(Charleroi), Verrpcken, Flauhaut, Standaert »er und Pierron. Zum Ueberfluß haben wir Nr. 53 p. Bl. vom vorigen Jahre — worin das Protokoll der Generalversammlung des Allg. deutschen Arbeitervereins abgedruckt ist— an die Redaktion der .Internationale" abgesandt. Hoffentlich ist dort noch Jemand der so viel kritischen Blick hat, um die versuchte Uebertölpelung Zu Paralysiren.— ea sie sie tei ZU le eu ad uf i(. sie in er ics ir- ter tt- ses sie >er !w chh es en en ur ea en ur er- r >es ir- cn :n. Gewerksgcnossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. ßhemnitz, 23. April. Da sich in kiirzester Zeit niehrere Mit gliedschaften konstituirt haben und einige Bevollmächtigte der bis her bestandenen Mitgliedsckaften abgereist sind, machen wir hiev mit die uns gegenwärtig angezeigten Bevollmächtigten bekannt: Berlin: an Stelle unseres schon seit geraumer Zeit erkrankten Freundes Reimann, A. Mendt, alte Schöuhauserstr. Nr. 1l Eingang Mulackstr., 3 Tr. Bayreuth: A. Lauterkorn, Nr. 4Sl, Hein'sche Werkstatt. Chemnitz: Doberenz, Sonnenstr. 747, 1 Tr. Fürth b. N.: Wolf, mittlere Königstr. 23. Frankfurt a. O.: Blaudow, Forstcrstr. 3. Nürnberg: I. Rensing, Geiersberg 16, 4 Tr. Leipzig: M. Stumpf, Neukirchhof 31. Schweinfurt: G. Jmhos, Fischerrain 511. Regensburg: C. Rick, goldne Sonne, beim Brückthor. Pirna: H. Franke, Obere Burgstr. 2. Großenhain: A. Kunath, Marktgaffe 252, 1 Tr. Stade: I. Lindloh, Burgstr. Gießen: G. Miltenberger, Neustadt, lit. ä 201. Würzburg: Herbig, Bleicher-Pfarrgasse 12, 2 Tr. Landshut in Baiern: Wünsch heim, Regimentsschneider, Kürassier- Kaserne. Gotha: F. Knopf, am Berg 41. Pforzheim: I. Becher, bei Schneider Wacker, Kronenstr. Nachdem wir um Einsendung der Abrechnung bis 15� d. M aufgefordert hatten, dieses aber noch wenige Mitgliedschaften gc- than haben, so fordern wir nochmals zur ungesäumten Einsen- dung auf.s Gleichzeitig sei bemerkt, man möge auf den Abrechnungsfor mularen die am Orte befindlichen Bücher angeben, um ein Ver jeichniß der ausgesandten Bücher führen zu können. Die Quittung der eingegangenen Gelder für die zur Zeit strikcnden College» in Stade folgt bei der Veröffentlichung der Abrechnung. Durch die Verhält» isie der übermäßigen Arbeitszeit bei gegen wärtiger Saison, scheint in der Agitation sowohl, als auch in der Correspondenz eine Ferienzeit eingetreten zu sein, und fordern wir daher alle Mitgliedschaften aus, Alles aufzubieten und für Unsere Organisation zu wirken. Jede Mitgliedschaft hat ihre besten Kräfte zu betrauen, mit den Nachbarorten zu korrespondiren und sie zur Gründung von Mitgliedschaften zu bewegen. Zum Betrag der AzitationSkosten muß in Zukunft uubedingt, sowohl von den Ortskassen, sowie von der Hauptkasse, etwas mehr ausgeboten wer- den, sonst können Jahre vergehen, ehe unsere Organisation er- weitert wird. Mit sozialdemokratischem Gruß G. Schöffel. Internationale Mctallarbeiter-Gewerkschaft. ßhemnih. Die vorläufige Tagesordnung der Geueralversamm- ich lung ist 1. Rechenschaftsbericht: 2. Statutenabänderung, resp. noch- rz, walige Vorlage der im November bekannt gegebenen Statuten. 8. lieber Organisirung der Krankenkasse in Lokalverbänden. Der Ausschuß. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Pforzheim, 20. April. Der Sckuhmacherstrcke ist nach sechzehn tägiger Dauer beendigt, und man kann im Allgemeinen sagen, daß er zu Gunsten der Arbeiter ausgefallen ist. Nach dem Tarif von � 1872 wurde von den Arbeitern eine Lohnerhöhung von 20 Prozent verlangt. Es wurden nun durch den Strike die Arbeitgeber ge- �«öthigt, eine Lohnerhöhung von 15 Prozent zu bewilligen. Unter " diesen Umständen wurde dann die Arbeit wieder aufgenommen. Beifolgend wollen wir den Rechenschaftsbericht veröffentlichen: Gelder gingen ein durch H. Zilger aus Dresden 26 st. 15 kr., durch H. Rütschler aus Nürnberg 10 st., durch H. Schäfer aus Offenbach 8 st., von der Gewerkschaft der Gold- und Silber- � arbeiter dahier 11 st., von der sozialdemokratischen Arbeiterpartei dahier 5 st. 5 kr., von der internationalen Metallarbeiter-Gewerk- schaft dahier 3 st. 36 kr., Summa 63 st. 56 kr. Ausgaben für Unterstützung, Plakate, Briefe und Annoncen 122 st. 8 kr. Es wurde bei dieser Gelegenheit unsere ganze Kaffe ln Anspruch genommen. Auf Verlangen mehrerer Städte wollen wir unser» Tarif in Bälde im„Volksstaat" veröffentlichen. Mit collegialischem Gruß I. Dittus, Bevollmächtigter. Dillstciner Str. Nr. 256. Dresden, 22. April. BerufSgenoffen! Ostern ist bereits vor- Über und die Zeit unserer Generalversammlung kommt immer näher. Wir bitten unsre Collegen allenthalben(auch diejenigen Orte, denen wir au» Mangel einer bestimmten Adresse keine ge- druckten Aufrufe zuschicken konnten), AllcS aufzubieten, um die Be- ch' fchickung der Generalversammlung zu ermöglichen und die Dele- isirtenwahlen nunmehr ungesäumt vorzunehmen, damit jeder bis Zum 7. Mai bei uns augemeldet ist und wir in der Lage sind, Über die Zahl und die zur Generalversammlung andenveit nöthlgcn Kräfte klar zu werden, und verweisen wir bez. Ausfertigung und Einschickung der Mandate auf Vorschrift im Aufrufe(siehe unter Tagesordnung). Anträge gingen bis jetzt ein: Offenbach. Präzisere Statuten, sowie regere Agitation. Gotha. Aenderung der Firma. Fürth. Festsetzung einer normalen Arbeitszeit. Leipzig. �Mitgliedschaft.) Ausnahme anderer Gewerksmit- glieder, resp. Vereinigung mit anderen Gewerken. Vom AussichtSrath I die 10 Stunden-Arbeit. . Vom Aussichtsrath II; Ausgabe gleichmäßiger Caffenbücher an � die Mitgliedschaften durch den Vorort. Zu letzterem Antrage bemerkt die jBerwaltung, daß die Ver- fchickung der Mitglieds-Caffenlisten sofort nach der Generalver- fammlung erfolgen muß und erfolgen wird. Ferner sind Neuwahlen der Bevollmächtigten angemeldet. '*] Leipzig: Moritz Hörtzsch, Hainstraße Nr. 25, Hof 3. Etage. ies nii IC» IM 1-l Stuttgart: Joh. Dümmel, bei Fischer, Langestr. 3. Wander- Unterstützung in RegenSburg zahlt aus Herr Melzt, W-ingasse 77 bei Zicklcr. 'Neue Mitgliedschaften sind angemeldet: Langensalza, Eisenach, Großenhain, Bayreuth, Harburg, Heidelberg, Stade. BerufSgenossen! Ihr seht, die Compagnien vermehren sich, die Bataillone werden stärker. Envachct denn, ihr noch Schlafenden, und schließt euch als pflichtgetreue Rekruten einer Armee an, deren Fahne die Inschrift trägt:„Hebung des Gewerkcs, Ver besserung unsrer traurigen Classenlage durch Brüder lichkeit". Beeilt Euch, Brüder, schließt Euch der Vorhut an, die seit Jahren für Eure Jntereffen auf Posten steht, seid brav und wachsam! Die herzlichsten Grüße allen Collegen von nah und fern! Für die Verwaltung: H. Zilger, Reitbahnstraße 5. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Leipzig. Nachstehender interessante Brief ist an hiesige Böttcher gerichtet worden: „Berlin, 17. März 1873. Da sich bis dato 30 Städte Deutschlands gemeldet haben, so haben wir gestern einstimmig be- schloize», den 1., 2. und 3. Pfingstfeiertag einen Congreß einzu- berufen, bitten Euch daher, ob Ihr einen Delegirten schicken werdet. Oder wollt Ihr Euch so an der Nase rum führen lassen von der Gewerkschaft, wie es uns jetzt zweimal gegangen ist? Nur auf unsere Selbsthilfe*) können wir uns verlassen. Wir haben einen deutschen Tischlerverein und einen deutschen Stellmacherverein. Schwindel mit der ganzen Gewerkschaft! Die Leipziger Stellmacher haben sich auch nicht dem deutscheu Verband angeschlossen. Sie werden es jetzt wohl sicher bereuen; die Tischler Berlins führen oder wollen jetzt die 8stUndige Arbeit einführe». In der Hoffnung, unsere Wünsche erfüllt zu sehen, grüßt der Vor- stand Berlins: Fr. Holst." Auf den uns zugesandten, theilweise sehr confus gehaltenen Brief von Hrn. Holst in Berlin haben wir folgende Anfrage zu richten: Wie kommen Sie dazu, indem die dortigen Böttcher sich der Gewerkschaft der Holzarbeiter angeschlossen, daß Sie zu Pfing- sten einen Congreß nach Berlin einzuberufen sich erlauben? Ist es Ihr Interesse, welches im Hintergrund sich versteckt hält, oder ist es blos Modesache?— Ferner erklären Sie die Gewerkschaften für Schwindel, welche die Arbeiter nasführen; als Beweis geben Sie an, daß die Berliner schon zweimal auf diese Weise angefiihrt sind. Nun, welche Gewerkschaften waren es denn, welche die Ar- beiter mißbraucht haben? Unsererseits meinen wir, hätte die Gewerkschaft beim Strike in Berlin das ihrige gethan. Ist viel- leicht noch nicht genug an Ihren Händen kleben geblieben? Wir denken dabei an die schöne Abrechnung und an die Strikegelder von Mainz.— Geben Sie mit einem deutschen Böttcher-Strike- Verein die Garantie, stets hohen Lohn zu erhalten? Dann dürfen Sie als Lassalleaner auch nicht mehr vom ehernen Lohngesetz sprechen. Wir haben die Ueberzeugung, daß die beste Einrichtung, die.beste Vereinigung in Händen gewissenloser„Führer" zu Grunde gehen wird; deshalb haben wir auch eine solche Abneigung vor dem Berliner Congreß, daß wir allen Collegen hiermit anrathen, genau zu prüfen, ob eine solche Vereinigung in solchen Händen nicht mehr angethan ist, das Wohl der Arbeiter zu Grunde zu richten, alö zu fördern. Mehrere Böttchergesellen Leipzigs ') Das riecht ja nach Schultze-Delitzsch I Red. d. T Leipzig, 19. April.(Generalversammlung der Gewerks genossenschaft der Holzarbeiter.) In der heutigen Versammlung eröffnete H. Stelzer'/»10 Uhr die Sitzung. Nach einer kurze» Debatte bezüglich des CongresseS stellt Stelzer einen Autrag: „Der nächste Congreß soll beauftragt werden, den Ausschuß auf- merksam zu machen, mehr für Agitation und Ausbreitung der Ge- werkfchaften thätig zu fein, in welcher Sache von Seiten des Ausschusses allzuwenig geschehen sei. Mosemann stellt einen An- trag, welcher sich aus den Stelzer'schen stützt, und zwar: Der Aus- chuß möchte von Hamburg verlegt werden. Nach einer Erklärung Stelzer's zieht Mosemann seinen Antrag wieder zurück. Beyer befürwortet den Mosemann'schen Antrag und sucht die Vernach- lässigung des Ausschusses hinsichtlich der Gewerkschaften zu begrün- den. Stelzer's Antrag wird angenommen.— Stelzer stellt nachdem noch einen neuen Antrag:„Die betreffenden Delegirten möch- ten sich mit Preiötarifen, die aber gut und zuverlässig ausgearbeitet sein müßten, zum nächsten Congreß versehen, wovon der Ausschuß die Corporationen der einzelnen Gewerkschaften noch frühzeitig be- »achrichtigen soll." Der Antrag wird nach längerer Debatte ein 'timmig angenommen und damit die Versammlung geschlossen. Korrespondenzen. Chemnitz, 16. April.(Vierteljahrsbericht.) Die Agitation ist in den letzten 3 Monaten von hier auS sehr rege betrieben worden. Ueber die einzelnen Versammlungen wurde bereits berichtet, cS soll deshalb hier nur eine Zusainmenstellunz gegeben werden. Im Ganzen wurden 58 Versammlungen von hier aus arrangirt und abgehalten. Hierin sind nicht inbegriffen die regelmäßigen Ver- ammlungen der Partei und der verschiedenen Gewerkschaften. Auch die Versammlungen, die während der Agitation für die Wahl Bebels im Januar von hier aus beschickt wurden, sind nicht mit verzeichnet. Im Monat Januar fanden Versammlungen statt am 5. m Reichenbach(Vahlteich und Wolf)*), ß. Burgstädt(Uhle), 20. Ruttloff(Vahlteich und Bachmann), 25. Chemnitz(Vahlteich über die Selbstversicherung der Arbeiter und die hies. Fabrik- krankenkasse), 26. Leukersdorf(Lyser), 26. Köthensdors(Vahlteich), 31. Chemnitz(Amand Gögg über amerikanische Zustände; Wolf, Vahlteich und Dietze über den Nutzen der Gewexkjchaften.)— Am 1. Februar fand statt das Stiftuogöfest der„Freien Presse", bei dem Lyser die Festrede hielt. Außerdem wurden Versammlungen abgehalten: 2. Stollberg(Lyser), 8. Chemnitz, Vers, der Former (Lyser und Wo'f), 8. Dresden(Vahlteich über Religion und So- zialdemokratie), 9. Dresden(Stiftungsfest des Arbeiterbildungs- vereinS, Festrede Vahlteich), 9. Niederftohna(Lyser). 15. Chemnitz (eine von den Mitgliedern des„Allg. deutschen Arbeitervereins" versuchte Volksversammlung, die mit entschiedener Niederlage dieser Herren endete), 16. Wittgensdorf(Vahlteich), 17. Schönau(Vahl- teich und Lyser), 28. Chemnitz(Vahlteich über die Zustände in der Zwickauer Strafanstalt).— Im März fanden folgende Ver- ammlungen statt: 1. Oederan(Lyscr), 1. Arnberg(Uhle), 2. Zscho- pau(Opposition gegen den„Allg. dtsch. Arbeiterverein", Uhle), 3. Frankenberg(Lyser), 4.' Gelenau(Auer), 5. Chemnitz, Bauhand- werkcr(Vahlteich, Auer, Uhle), 6. Hainichen(Auer), 7. Chemnitz (Auer über die Arbeiterverhältnisse Berlins), 8. Oederan(Lyser und Uhle), 8. Mittweida(Auer), 9. Zschopau(Vahlteich, Auer, Uhle), 9. OelSnitz und Lugau(Lyser), 10. Frankenberg(Uhle), 15. Hohenstein(Vahlteich). 17. Kötzsch-nbroda(Lyser), 20. Chem- ') Die eingeschlossenen Stamm nennen die Referenten. nitz, Bauhandwerker(Lyser), 22. Chemnitz(Lyser über den Arbeits- ausschluß der Buchdrucker), 22. Limbach(Wolf), 22. Oederan(Uhle), 22. Zwickau(Vahlteich), 23. Schellenberg(Lyser), 23. Clanßnitz (Wolf), 23. Glauchau(Vahlteich), 23. Zschopau(Uhle), 24. Alten- dors(Wolf), 24. Gelenau(Uhle), 29. Freiberg(Uhle), 30. Witt- gensdorf(Lyser), Burgstädt(Lyser), 30. Nenkirchen(Uhle), 30. Ober- rabenstein(Wolf), 31. Gelenau(Uhle und Demmler). Auer hat außerdem noch gesprochen am 13. in Leisnig, 14. Falkenstein, 15. Plaue», 16. Mylau, 17. Hof. Im Monat Januar hat noch eine Versammlung der hies. Krankentassenvorstände stattgefunden, die ca. 13,000 Mitglieder vertraten und die beim hies. Stadtrath um die Erlaubniß eingekommen sind, ihre Vereinskranken, die dem hies. Stadtkrankenhaus in Pflege gegeben werden, jederzeit besuchen und deren Abwarlung kontroliren zu dürfen. Eine Antwort hierauf zu geben, hat der löbl. Stadtrath noch nicht für gut befunden.— Dann haben die hiesigen Bahnarbciter eine Lohnerhöhung durch- gesetzt pro Tag von 16 auf 13Ngr. und später von 18 auf 24Ngr. Die letztere Erhöhung wurde nicht gleichmäßig, sondern nach der Anciennität gewährt.— Die Wiede'schen Arbeiter beschlossen, eine Kasse zu gründeu, um sich in Unglücksfällen gegenseitig zu unter- stützen, sie gingen damit der hiesigen UnfallverficherungSgesellschaft, die von Bourgeois geleitet wird und in deren Verwaltung die betheiligten Arbeiter nichts mit hineinzureden haben, außer Wege.— Unter den hies. Wolldruckern brach ein Strike aus, um die Mädchen- arbeit abzuschaffen; sie drangen siegreich durch. Im Monat März tagte hier der Weberinnungstag, der sich dem„Allg. deutschen Weber- und Manufacturarbeiterbund" anschloß, und Glauchan zu seinem Vorort erwählte.— Seit Februar befinden sich die hiesigen Bauhandwerker mit ihren Meistern im Kampf. Die Letzteren wollen ihren Arbeitern eine Krankenkasse aufoktroyircn, in der die Arbeiter nur Pflichten, aber keine Rechte haben, ganz besonders nicht das Recht der Selbstverwaltung. Die Arbeiter verweigern die wöchent- lichen Einzahlungen in diese Kasse und stehen bis jetzt fest. Die Meister hoffen trotzdem ihren Willen durchzusetzen und verlassen sich auf die böhmischen Maurer, die jedes Frühjahr fchaarenweise mit ihren Frauen hierher kommen und den Sommer über hier bleiben. Diese Böhmen sind für die Arbeiterbewegung noch sehr wenig reif. Die einheimischen Arbeiter werden natürlich nicht faul sein, die Böhmen für ihre gemeinsame Sache mit zu interessiren und bleibt der Verlauf dieser Angelegenheit noch abzuwarten.— Was den Kamps der Buchdrucker anbelangt, so ist derselbe für hier zu Gunsten der Arbeiter entschieden.— Die Verwaltung der hies. Kraiikcnkasse für Maschinenfabriken und Gießereien befindet sich in den Händen der Fabrikanten oder doch in den Händen vo» den Fabrikanten ergebenen Individuen. Die Arbeiter streben auch in dieser Kasse nach Selbstständigkeit. Der Kampf um diese» Preis währt schon längere Zeit. Der erste Sieg wurde im Monat März erkämpft. In dem aus 12 Personen bestehenden Verwal- tungsrath sind bereits 6 Sozialdemokraten. Diesem Sieg werden bald weitere folgen.— Die Bewegung wächst hier und in der Umgegend fast täglich, die Zahl der Parteimitglieder nimmt in jeder Versammlung zu, bedeutend mehr aber stehen mit ihren Sympathien noch hinter uns, das beweist auch das stete Steige» der Abonnentenzahl der„Chemn. Fr. Pr." Der„Volksstaat vijl hier in 75 Exemplaren verbreitet.— Wie die Gewerkschaften stehen, ist mir weniger bekannt. Die Bauhandwerker sind fest organisirt und nicht unbedeutend an Mitgliederzahl. Auch die Manufacturarbeiter-Gewerkschaft soll sich so leidlich stehen. Ueber die Verwaltung der Metallarbeller-Gewerkschaft hört man öfters wegen Saumseligkeit klagen. Ich bin nicht unterrichtet, inwieweit diese Klagen begründet sind; zu verwundern ist es aber, daß, wenn sie begründet, die entschiedenen und eiftigen Sozialdemokraten, die sich in dieser Gewerkschaft befinden, ihre Beamten nicht ganz ge- hörig antreiben.— Im Monat Mai(wahrscheinlich am 4.) soll eine Landparthie nach Jahnsdorf, in der Nähe Stollbergs, statt- finden. Das Nähere wird noch bekannt gemacht werden. AuS Allem, was hier berichtet wurde, können die Mitglieder anderwärt» ersehen, daß wir in Chemnitz auch für die gesammte Partei ein- ftcheu und für sie thätig sind. Im alten Jahre war Vahlteich allein hier, da war es rein unmöglich, eine größere Thätigkeit z» entfalten, Vahlteich und Wolf haben im alten Jahre so viel agitirch als ihnen eben möglich war; daß jetzt mehr geschehen konnte, ist leicht erklärlich, da Lyser und ich seit Neujahr hinzugekommen sind. Es bleibt nun noch übrig, darauf hinzuweisen, daß die Verurthei- lungen unserer Parteigenossen Most, Dietze und Geilhof ihren Zweck, uns möglichst lahm zu legen, nicht erreicht, sondern daS Gegentheil bewirkt haben. Ein Gleiches gilt von der Ausweisung Most's. Gerade die Unterdrückungsversuche machen uns die Sache, die wir verfechten, nur um so theurer. Hoffentlich kann ich Ende dieses Monats von einer gleich regen Thätigkeit berichten. Mit sozialdemokratischem Gruß A. Uhle. Mylau. Am 16. März hielten wir eine zahlreich besuchte Volksversammlung ab mit der Tagesordnung:„Die Prinzipien der Sozialdemokratie unv die Arbeiterverhältnisse überhaupt."— Auer aus Berlin referirte, sein Bortrag wurde mit Begeisterung aufgenommen, und er erntete allgemeine» Beifall. Nach Becndi- gung des Vortrags wurde vom Vorsitzenden Reichelt so«, zum Parteibeitritt, sowie zum Lesen der Parteiorgaue aufgefordert, und ließen sich in Folge dessen Viele in die Liste einzeichnen; Viele» wurde es aber in Folge des großen Andranges unmöglich, indem der Saal so angefüllt war, daß ein großer Theil gar nicht hinein kommen konnte. Im Auftrage des soz.-demokr. Arbeitervereins F. L. Reichelt»an. ZZerlin, 23. April. An sämmtliche Schuhmacher Deutschlands! Mit dem gestrigen Tage haben 3000 unserer Kollegen in Berlin die Arbeit eingestellt, nachvem alle gütlichen Versuche, eine Lohn- aufbcsserung unseres Berufszweigs zu erzielen, an der Hartnäckig- keit und Engherzigkeit der Arbeitgeber gescheitert sind. Unsere auf- gestellte Forderung von 33'/- Prozent Lohnerhöhung sollte unsere Löhne nur annähernd denen der andern Bernfsklassen gleichbringen; die ganze Welt muß unS zugestehen, daß unser Geschäft in jeder Beziehung hinter allen andern Berufszweigen weit zurückgeblieben ist. Seit Jahren arbeiten wir an einer Verbesserung unserer Lage. Es ist uns gelungen, jetzt eine noch nie dagewesene Einigkeit un- erer Kollegen in der Residenzstadt herzustellen. Sämmtliche un- verheiratheten Kollegen haben sich verpflichtet, morgen auszuwandern; dieselben werden von den strikcnden bis Charlottenbnrz begleitet. Die strikcnden haben sich gelobt, 8 Tage ohne Unterstützung auS- zuharrcn! Große Opfer sind nöthig, um unser berechtigtes Princip zum Durchbruch zu bringen. Jahrelang haben wir nicht nur u»sere Collegen allerorts in ihren Striks unterstützt, sondern auch allen anderen Berufsarten haben wir bei ähnlichen Gelegenheiten nach Kräften unter die Arme gegriffen. Darum, ihr College» allerorts, jetzt fordern wir Euch auf, uns nach Kräften zu unter- üitzen, denn ein Sieg in der Centralstadt ist rückwirkend auf alle Vrovinzialstädtc. Beruft schleunigst Versammlungen ein und laßt uns nicht im Stiche! Und namentlich Ihr, Arbeiter, die Ihr Euch in besserer Lage als wir befindet, kommt uns zu Hülse. Unsere Colltgen sind stets, wenn auch früher in geringer Anzahl, als Pio nitre in der Arbeiterbewegung, vorangeschritten. Darum schnell gehandelt, der Augenblick ist günstig. ES lebe unsere gerechte Sache! DaS Strite-Comitv: Tokclc. Armborst. Schulze. Haerling. Engter. ÜB. Alle Gelder sind an unfern Kassirer H. Schulze, Zimmer- straße 23 zu senden. Alle Briefe an den Vorsitzenden Tokele, Skalitzer Straße 72. Aller Zuzug ist fernzuhalten. Sämmtliche arbeiterfreundlichen Blätter werden ersucht, diesen Aufruf abzudrucken. jJäertin. Proletarier aller Länder, vereinigt Euch! Immer mächtiger tönt dieser Ruf an unsere Arbeiter, immer mehr und mehr findet er Widerhall in ihren Herzen. Auch unter den Gärt- uern Berlins beginnt die Erkenntniß in erfreulicher Weife zu wirken. In einer von über S(M1 Gärtnergehilfen besuchten Versammlung wurde beschlossen, nachdem die sehr mäßigen Forderungen von den Prinzipalen abgeschlagen worden, die Arbeit einzustellen. Leider leisteten diesem mit allen gegen vier Stimmen angenomme- nem Beschlüsse nur Wenige Folge, und machte sich der Mangel einer festen Organisation in solcher Weise fühlbar, daß es nölhig wurde, von einer Wetterführung des Strikes vorläufig abzusehen und eist eine feste Organisation zu schaffen; zu diesem Zwecke wurde eine Commission von fünf Mitgliedern gewählt, und nach- dem diese ein Statut entworfen, am 19. April in einer sehr zahl- reich besuchten Versammlung ein„Verein der Gärtnergehilfen Berlins" gegründet. Das im Sinne der Arbeiterbewegung ver- faßte Statut wurde mit wenigen Aenderungen angenommen und ein Vorstand, bestehend aus den Herren Sack und A. Schmidt, Borsitzende, Teßner und Bernard, Schriftführer, R. Mielenz und Lachmund, Kassirer, und Noack, Beisitzer, gewählt. Nachdem die ausgelegten Listen geschlossen, ergab es sich, daß der Verein bereits 125 eingeschriebene Mitglieder zählt; gewiß ein erfreuliches Zeichen. Mit einem dreifachen Hoch auf de» Verein schloß die Versamm- lung unter den Klängen der Marseillaise. Kamöurg, 21. April. An die Schuhmacher Deutschlands! College»! Durch die fortwährend steigenden Preise aller Lebens- bedürsnisse sahen wir uns gezwungen, an unsere Arbeitsgeber mit der Forderung einer Lohnerhöhung von 22 Procent heranzutreten. Mit wenigen Ausnahmen ist unsere Forderung hartnäckig verneint worden und somit haben wir, gestützt auf unsere feste Organisation, heute die Arbeit eingestellt. Collegen, wir fordern Euch auf, den Zuzug der Schuhmacher von Hamburg fern zu halten und uns mit allen Euch zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen. Etwaige Unterstützung wolle man senden an die Adresse: I. Walter, große Rosenstraße Nr. 52, 2. Etage, bei Parge. Mit collegiali- schem Gruß die Schuhmacher Hamburgs. ÜB. Unser Arbeitsnachweisungsbureau befindet sich große Rosen- straße Nr. 37, bei Hübner. Kranksurt. Herr ReichStagSabg. Sonnemann in Franks, a. M., Eigenthümer u. Mitredaktcur der Frankfurter Zeitung, ist, wie jetzt durch die Zeitungen mitgetheilt wird, cbensalls unter Denjenigen, welche dem Gründungsschwindel ihre Unterstützung für schönes Getd geliehen haben. Es wird ihm vorgeworfen, und Herr Sonne- -zin hat den Thatbestand zugeben müssen, für die Ausarbeitung eines Statuts für eine Mecklenburgische Hypothekenbank sich eine bedeutende Absindung in Gestalt der Ueberlassung einer Anzahl Aktien zum Nominalwerth ausbedungen zu haben. In Folge des deutsch-französischen Krieges 1870 wurde die Gründung der Bank verhindert, sie trat erst gegen Ende des Jahres 1871 unter einem neuen Consortium, in welchem sich auch einer der früheren Eon- ressionssucher befand, mit dem etwaS veränderten Sonnemann'schen Statut ins Leben. Herr Sonnemann, dem das neue Consortium die eingegangenen Verpflichtungen des alten zu erfüllen verweigerte, hatte gegen das crstere eine Klage erhoben und forderte von dem- selben für seine„geleisteten Dienste"'/« Prozent des 3 Millionen Thaler betragenden Aktienkapitals, was das hübsche Sümmchen von 7500 Thlr. ergiebt. Gegenwärtig schwebt vor dem Frankfurter Gericht eine neue schmutzige Gründcrgeschichte, in der Herr Sonnemann als Kläger wegen Verleumdung aufgetreten ist; wir werden das Resultat seiner Zeit mittheilen. Der Berliner„Neue" hat den Fall Sonnemann contra Mecklen- burger Hypothekenbank benutzt, unserer Partei etwaö am Zeuge zu flicke», weil wir bci der letzten Reichstagswahl in Frankfurt für Sonnemann gegen Rothschild und den Candidaten des Allg. d. Arbeitervereins gestimmt haben. Allein, was der„Neue" hierbei sagt, ist nur ein Lufthieb. Unsere Partei stimmte für Sonne- mann, weil er Candidat der bürgerlichen Demokraten, der weit- gehendste der ernsthaft in Frage kommenden Candidaten war. Für den Candidaten des Allg. d. Arbeitervereins stimmten wir einfach deßhalb nicht, weil kaum dreiviertel Jahre zuvor in der Vorstands- sitzung des Allg. d. Arbeitervereins unter dem Präsidium des Hrn. v. Schweitzer und mit Zustimmung der jetzigen Leiter des „Neuen", der Herren Hasselmann und Hasenclever, be- schlössen worden war, lieber einem national- liberalen Bourgeois als einem„Ehrlichen" dieStimmen zu geben. Der Fußtritt, den also von unfern Parteigenossen in Frankfurt der Candidat des Allg. deutschen Arbeitervereins bekam, war ein wohl- verdienter uud wir könuen die Herren vom„Neuen" versichern, daß wir— auch ohne für Herrn Sonnemann zu stimmen— ihre Candidaten bei der nächsten Reichstagswahl ganz ähnlich behan- deln werden, wenn sie die perfide, vo« der preußischen Regierung inspirirte Taktik vom Jahre 1871 wieder befolgen sollten. Ver- standen ihr Herreu!— Pforzheim. Bei der Vorstandswahl deö hiesigen, 800 Mit- glieder zählenden Arbeiterbildungsvereins haben wir vollständig gesiegt. Bericht in nächster Nummer. Zürich. Die Schuhmacher in Zürich beabsichtigen in nächster Zeit eine Lohnerhöhung zu erzielen, es werden daher alle unsere Berufsgenossen auf's Dringendste ersucht, bis auf weitere Anzeige Zürich zu meiden. Das Comits. HZukarest. 23. April.(Telegramm des„Volksstaat".) Wir Arbeiter aus der Bahnhof-Werkstätte zu Bukarest bitten alle Fach- kollegen, Zuzug hierher fern zu halte»; wir stehen wegen Lohn- erhohung mit der Direction in Unterhandlung. Näheres brieflich. Sämmtliche Arbeiter. Erklärung. Nachdem nicht nur wiederholt im„Volkswille", sondern auch von Anhängern der derzeitigen Redaktion dieses Blattes auf össent- lichen Versammlungen ein besonderes Gewicht darauf gelegt wurde, daß von unserer Seite das Zusammentreten einer sogen.„Unter- suchungs-Commission" verhindert worden sein soll und auch in der neuesten Kundgebung des Red.-Com. des„Volkswille"(in Bezug auf das„tägliche Blatt") abermals der Satz vorkommt: .....„Der Conflikt in Wien ist persönlichen Motiven entsprungen. Er ist, nachdem die Friedensstörer dckS Schiedsgericht verhinderten, als durch den Verein„Volksstimme" ent- schieden zu betrachten"..... fühlen wir uns zu folgender Erklärung veranlaßt: 1) Ein Schiedsgericht wurde von uns nicht verhindert. Die „Untersuchungs-Commission", welche vom Ausschusse deö pol. Vereins„VolkSstimme" am 7. Februar gewählt worden war und welche es bis zum Ausbruche des Prinzipien streiteS (am 28. Februar) noch zu keiner Sitzung gebracht, hatte blos die Aufgabe, zu untersuchen, ob zwischen Oberwinder und Scheu ein persönlicher Zwiespalt bestehe oder nicht. 2) Mit der Resolution des pol. Vereins„VolkSstimme" vom 20. Februar über die Wahlreform, durch welche einer von Oberwinder lange verfolgten Politik die Krone aufgesetzt werden sollte, wurde unS klar, daß es sich hier nicht um persönliche Feindseligkeiten handle und die Thätigkcit der „Untersuchungs-Commission" gegenstandslos geworden sei. 3) W.r konnten die Abstimmung im pol. Verein„VolkSstimme" um so weniger als entscheidend betrachten und die Sache auf sich beruhen lassen, als wir in dem Berichte über die Sitzungen des Vereins(„Volkswillc" vom 8. März Nr. 20) vor den uneingeweihten Parteigenossen als selbstsüchtige Kra- kehler(„Brutalität gegen Intelligenz") hingestellt wurden. 4) Um aber den gegen uns gerichteten Anschuldigungen— als trachteten wir auS selbstsüchtigen Gründen die Partei zu spalten— die Spitze abzubrechen und zu zeige», daß u»S lediglich um die Erhaltung der Partei und ihres sozial- demokratischen Programmes zu thun ist, verlangen wir hiermit die Einsetzung eines Schiedsgerichtes, welches die Natur der Spaltung zu untersuchen und die Streitfrage endgiltig zn lösen hat. 5) Dem Spruche dieses Schiedsgerichtes, welches zur Hälfte aus Genossen unserer Anschauung, zur anderen Hälfte aus Ver- tretern der jetzigen Richtung des„Volkswillc" zu bestehen hätte und welchem ein gänzlich Unparteiischer(z. B. ein Mitglied der sozialdemokratischen Partei in Deutschland) präsi- diren müßte, werden wir uns fügen. Indem wir den Abdruck dieser Erklärung im„Volkswille" ver langten, und zugleich, daß das dortige Redaktions- Comit6 unter Einem die Annahme oder Ablehnung deö Schiedsgerichtes kund- gebe, machten wir demselben auch bekannt, daß wir diese Erklä- rung auck im„Volksstaat" und in der„Gleichheit" veröffentlichen werden. Wien, am 16. April 1873. Adolf Göhre, Zeichner; Heinrich Preuß, Metallarbeiter; Adolf Böhm, Silberarbeiter; Georg Schill, Goldarbeiter; Johann Duda, Färber; Jos. Bardorf, Färber; Anton Hager, Nothgcrber; Johann Hussar, Hutmacher; Sig- mund Feldbauer, Färber; Franz Kaufmann, Tapezirer; Karl Killian, Maurer; Rudolf Körbler, Steinmetz; Joses Spazirer, Holzarbeiter; Franz Kicsewetter, Schmied; Fr. Gregoritsch, Gießer; Lonis Werner, Tapezirer; Fcrd. Schmied, Spangler; Franz Janschek, Tischler: Gustav Kirchner, Drcschler; Jos. Scheu, Musiker; And. Scheu,*) Zeichner und Modelleur; Ernst Härtung, Tischler; Christian Lang, Franz Gstetner, Spengler; Josef Ohdenal, Nothgcrber; Franz Hauk, Musikinstrunientenmacher; Leopold Schästner, Bildhauer; Josef und Johann Schwarzinger, Schriftsetzer; Rudolf Kutill, chir. Jnstru- mentenmacber. ') Herr Andrea» Scheu ersucht un» mitzutheilen, daß er aus die Angriffe de» Herrn H. Oberwinder(Beilage von Nr. 26 de«„Bolls- staal") in Nr. 1 der„Gleichheit"(Wiener Neustadt) erwidert hat. D. R. Sozial-demokratische Arbeiterpartei. vJHIiU Montag, den 28. d., Abends 8 Uhr: Partei-Bersammlung bei Möwi«, Weberstraße 24a. Vortrag. Verschiedenes. Fragekasten. Um zahlreiche« Erscheinen wird gebeten. A. H e i n s ch, Vertrauensmann. 4�01*1 ttt Generalversammlung. Sämmtliche Böttcher Berlin« werden ersucht, Sonntag den 27. d. M., Vormittag« 10 Uhr im Heise'schen Lokal, Landsberger- straße Nr. 15 zu erscheinen. Tagesordnung: 1. Abrechnung der Gewerkschast«kasse. 2. Vor« berathung zum Congrcß, welcher aus den 1., 2. und 3. Pfingstfeiertag c. in obigem Lokal anberaumt ist. Der Vorstand. Breslau. Erklärung. In Nr. 16 d. Bl. bezweifeln die Herren Grillenberger und Muth(Nürnberg), daß ich eine neunmonatliche Gefängnißhast ab- gesessen habe. Und doch ist meine Behauptung wahr, daß ich in WallerSdors bei Landshut(Baiern) gesessen habe. Freilich ist dar- über nichts im„Neuen Sozialdem." erschienen; allein ich war da- mals noch nicht Mitglied des Allgcm. deutschen Arbeitervereins. Emil Lesscr, Färber auS Berlin. Erklärung. Henf, 19. April 1873.(An die Redaktion des„Volksstaat" in Leipzig.) Mit Erstaunen lese ich im„Volksstaat" vom 17. April einen Auftus zu einer Sammlung für mich; derselbe ist gegen meinen Willen erlassen worden. Ich habe bisher keine Unter- stützung erhalten und verlange auch durchaus keine. Ich ersuche Sie, diesen Protest sofort in den„Volksstaat" einzurücken. Achtungsvoll Adele Boruttau, Kue de la Navigation 4. Briefkasten der Redaktion: Mülsen St.-N. Anonyme Zusendungen können nicht berücksichtigt werden. F. B. Pforzheim: Brief dem Ausschuß über- sandt. Zimmermann Hann.: Bitten um Mitthcilung, von welcher Ge- werkschast Sie Schriftf. sind, u. die einen Cvngreß abhalten will. der Expedition: Bon Hpfr Fürth Schr. 8 Thlr., von Neukirchner h. Schr. 7 Thlr. 14. 2, von Bcher h. 2. Qu. 1 Thlr., Lhmnn Rochlitz: Annoncen kosten 18 Gr.,„Für Schuhmacher, Berlin": Annonce kostet 6 Ggr., v. Stckr h. 2. Qu. 12 Gr. 5 Pf., v. Schfr Main; f. 1. Qu. 41 Thlr. 12. 8., von S. Mllr Chemnitz f. 2. Qu. 15 Thlr., v. I. Hffl Kreuznach Schr. 18 Gr. 6 Pf., v. Schbrt Chemnitz Ann. 3 Gr., von Dtzr Zwickau 2. Qu. 27 Gr., von Ass.„Lucas" Dresden Ann. 6 Gr., von EdrS Augsburg 2. Qu. 20 Thlr., von W. Kl« Magdeburg 1. Qu. 10 Thlr. 15 Gr., von Mb« Stcsanau 2. Qu. 18 Gr., von H. Mllr Glauchau Schr. 18 Thlr., v. Schneidcrverein Szburg 2. Qu. 1 Thlr. 9 Gr., v. Feldl Rchbg 1. Qu. 14 Thlr. 12 Gr., v. Zpke Breslau 1. Qu. 2 Thlr. 13. 5 lfiehe Erklärung d. Frau B.; 3 Thlr. zur Verfüg.l, von I. Mllr h. 2. Qu. 15 Thlr., Pchstn Geithain: Post liefert nach; Jk Hcidelb. 9. Hst v. Marx übernächste Woche, von Ptrs Par. f. Ann. 15 Gr., f. Ab. 10 Gr.(jetzt 13mal bez.), von Hrsch das.: Schuldschein 5 Thlr. gratis zurück; von Rörig Manche Ab. u. Schr. 28 Gr., von Dtzr Zwickau Schr. 1 Thlr. 17. 5., von Cohn Berlin Schr. 7 Gr. 5 Pf., von Springer Berlin Schr. 20 Gr. Gcnossenschaftsbuchdruckerei. Antheilscheine bez. Quittungen erhielten in Reutlingen: C. Zirp« Thlr. I, Wl; 2, Stern 2, in Magdeburg: W. Kl» 1, H. Krs 1, W. Hrbm 1, A. Krll 2, Frau Krll 2, in Leipzig: H. Schllg 2, Fr. Schllg 2, Fr. Schrzr 2, in Hamburg: H. Schltz 1, Ä. J«coby sen. 2, Alb. Merten« 6, in Altona: H. Smnn 3. Cbr. Hadlich. Sozial-demokratische Arbeiterpartei. ♦'lUtzÖÜUrjJ Samstag, den 26. d., Abends 8 Uhr: Oesfentliche Mitgliederversammlung in der Schützenhalle. Tagesordnung: Das Programm der Arbeiterpartei. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Joh. Schüsle. Ti Ifnttft Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 26. April, Abend« 9 Uhr: Versammlung im Schuhmacheramihau«, große Bergstraße. Vortrag von ?)orck. Der Bevollmächtigte. Sozial-demokratische Arbeiter- Partei. Montag, den 23. d. M., Abends 8 Uhr finden zwei Versammlungen statt. Die erste in Schneider'« Restauration, Klo- sterstraße 73. Tage«-Ordnung: Die Fortschrittspartei und da« freie Verein«- und Versammlungsrecht. Vortrag von B. G e i s e r.— Die zweite in Kuhnert'« Restauration, Vorderbleiche 7. Tagesordnung: Der Zunftzopf und seine Vertreter. Vortrag, Diskussion und Fragen« beantwortung. Parteigenossen und Freunde ladet zu recht zahlreicher Be- theiligung an beiden Versammlungen ein H. Ochme. (£j)CWUi� Internationale Vauhandivcrkrr-GewcrkS- Den hiesigen und auswärtigen Mitgliedcm zur Nachricht, daß stch von jetzt ab meine Wohnung Lerchenstraße 9, 1 Treppe befindet, worauf ich alle correspondirenden Genossen aufmerksam mache. 2as H e i n r. H e r r m a n n, Beo. Heidelbcl'g Ich zeige hiermit an, daß ich am hiesigen Ort eine Filial-Expedition des„Volksstaat" errichtet habe und Abonnement« auf diesen wie auch Be> stellungen aus sozialistische Schriften entgegennehme. s2aZ I. E. Jkert, Vertrauensmann. HolMilidcn. Unser Versammlungslokal und Verkehr für sämmtliche Gewerbe, die Maurer ausgenom- tuen, ist beim Gastwirth Hrn. König. Versamu lung jeden Dienstag. sübS (tatllitit Sozialdemokratischer Arbeiter-Verein. Freitag, d. 25. April: Oefscntliche Versammlung bei Zeidler, Windmühlenstr. 7. Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht. Referent: Rauscher. Diskussion. Der Vorstand. Internationale Mctallarbeiierschost. Jeden Montag Abend« 8 Uhr Sitzung, Reudnitzerstr., bei Arnold. Mitglicderaufnahme. ÄilllWA Äafe-Krasserie-Kuisse Eh. Wust. "r 35 rue de l'Arbre See 35 nahe am Louvre. Dejennera et Diners ä taut prix. Kalte und warme Speisen za jeder Tageszeit.„Volksstaat",„Berner Bund" und französische Zeitungen liegen auf. Hier Zureisenden wird bereitwilligst jede erwünschte Auskunft ertheilt.(mk2] Thonlierg bei Leipzig. Montag, 28. April, Abend« Punkt halb 9 Uhr: Versammlung im großen Saale de«„Gasthauses zu Thonberg". Tagesordnung: Die er- höhten Gewerbe- und Gemeindesteuern. Gäste willkommen. Der Vorstand. OjJilht-snkitkä Sonntag, den 27. April, feiert der Arbeiter� WllllUisUD. bildungsverein sein Erstes StiftunstSfest mit Ball, wozu auswärtige Freunde und Gesinnungsgenossen eingeladen werde» Fcstlocal: Louis Beier. Anfang Nachmittag 5 Uhr. Der Borstand. Ein Tischler (Parteigenosse) wird auf fournirte, leichte Arbeit gesucht Windmühlenstr. 48, II. in Leipzig. 15 bis 20 tüchtige Schneider-Gehülfen finden bei höchsten Löhnen dauernde Beschäftigung. W. Kamrath& Sohn, Braunschweig. 2a Schnell und pünktlich liefern sämmtliche Artikel de« Buchhandel» und der Colportagc, sowohl an Wiederverkäufer, al« an Jedermann zu den billigsten Preisen Heinze& Voigt in Leipzig. Auf gcfl. Anfragen brieflich Näheres._____(5 eS)_ Vertrauensmänner und Mitglieder der sozial-demokratischen Arbeiter-Partei werden gebeten behufs Zusendung der gedruckten„Aktenstücke in Sachen der ausgelöf erklärten Fürther Mitgliedschaft" dem Unterzeichneten ihre Adresset baldigst angeben zu wollen. Beckcndahl, Fürth b. Nürnberg.[3c Herr Mucke, vormals in Marienberg, wird ausgefordert, unser Guthaben für Liederbücher sofort einzusenden. * Erp. der„Chemn tzer Freien Presse." Geburtsanzeige. Gestern Abend wurden wir durch die Geburt eine« muntern Kna ben erfreut. Leipzig, 22. April 1872.___ Chr. Hadlich u. Frau. Kmikic Ikach Karl Jriedrich Wannek Verlobte. Rochlitz und Freiberg, April 1873. Von dem im Verlage de« Unterzeichneten erschienenen,(mit so vielem Beifall aufgenommenen Bilde: Ftrinmd fassalle der Kämpfer gegen die Kapitalmacht hat ein zweiter Abdruck die Presse verlassen und ist zu den früheren, be» kannten Bedingungen zu beziehen: 1 Exemplar 7'/, Sgr.. 11/10 Exemplare zusammen bezogen 2 Thlr. Als würdiges Pendant zu obigem Bilde erschien in demselben Verlage ölmdcslied der deutschen Sozialdemokratie. Treffend illustrirt von<5. Klein, demselben, welcher da« Bild L a s falle'« entworfen. Preis 1 Exemplar 7'/, Sgr. 11/10 Exemplare zusammen bezogen 2 Thlr. Beide Bilder sollten al» passende Z mmer- Zierde in der Wohnun« eine» wahren Sozial-Demokraten nicht fehlen. Gegen Franca- Einsendung de« Betrage« werden dieselben den ge> ehrten Bestellern sofort per Post zugesandt. Elb/rfeld, im April 1873. Z. H. Born, Verleger. l4a« Leipzig: Verantw. Redakteur E. Kasper.(Redaktion und Expeditio Hohestr. 4). Druck»nd Verlag der Genoffenschaftsbuchdruckerei.