Erscheint wöchentlich 2 Mal «• in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstaltcn und Buchhand- lungen des In- und Aus- us lande« an. Für Lciptig nehmen Be- £1 stellungen an: J die Expedition, Hohestraße 4. ™ die Gcnossenschasts- 't1 tuchdruckerei, Zeitzerstraße 44. >e.! A. Bebel, Peterstraße IL. >ei I. Müller, Baverschestraße 'ie � 8d, III. Der WlisKaat ASonnemenispreis: Für Preußen incl. Stempel- steuer 17 Sgr., für die übrige» Deutschen Staaten 12>/z Sgr. pro Quartal, pro Monat 4'/. Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Ngr. Filialexpcditioncn für die Wer- einigten Staaten: F. A. Sorge, Lox 101 llobokon, 17.3. via!7evxork. G. A. Lönnecker, 155 W. Lake Chicago(III.) OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternationalenGewerksgenoffenschastm. Nr. 40. Sonnaöend, 17. Wai. 1873. Praktische Emanzipationswinke. i. Die geschichtliche und natürliche Nothwendigkeit der Gewerksgenossensch asten. Karl Marx hatte im Jahre 1847 schon in seiner gegen Proudhon gerichteten Schrift:„Slisers de la Philosophie" jc. den exakten Beweis geliefert, daß die englischen Gcwerkvercine für die Organisation der Arbeiterklasse dieselbe Bedeutung haben, wie die Gemeindebildung des Mittelalters für die Mittelklassen der bürgerlichen Gesellschaft. Seitdem haben auch andere National- ökonomcn, wie z. B. Lujo Brentano in seinen„Arbeitcrgilden der Gegenwart", niit großer Ausführuchkeit nachgewiesen, daß die heutigen Organisationen der Arbeiter, die Gewerkvereine oder Gewerksgenossenschafte», für die Lösung der sozialen Frage die- selbe Wichtigkeit haben, wie die Handwerkergilden des Mittelalters für das Emporkommen der bürgerlichen Gesellschaft. Wenngleich auch Brentano in seinen Raisonnements sich heftig gegen Unter- schiebung sozialdemokratischer Tendenz steift und sträubt, und wenngleich auch derselbe Nationalökonom der gesammten Sozial- demokratie und der„Internationalen" i» die Schuhe schiebt, daß zwischen den praktischen Bestrebungen der englischen Arbeiterklasse und der sozialdemokratischen Bewegung weder ein geistiger, innerer noch äußerer Zusammenhang bestehe, bemerkcnswerth bleibt immer- hin die Thatsache, daß die bedeutendste wissenschaftliche Capacität der Sozialdemokratie über die Gewcrkvercine einig ist mit einem Nationalökonomen, der als Lehrer an der BreSlawer Hoch- schule fungirt. Auch Brentano konstasirt, daß, wenngleich die Gewerkvereine in ihren Ansängen mit den Handwerkergllden das Ausschließen rein politischer Zwecke gemeinsam haben, dieselben dennoch auf die Politik der Regierungen und auf die Herrschaft der Starken und Mächtigen einen heftigen Druck ausüben können. So waren also die Handwcrkergilden des Mittelalters unbewußt das Mittel zur Emanzipation der bürgcr- lichcn Gesellschaft. In gleicher Weise sind noch heute eine größere Anzahl der englischen Gewerkvereine das Mittel zur Emanzipation der Arbeiterklasse. Es müssen beide Sätze von uns festgehalten werden, um so mehr, da nicht nur die englischen Gewcrkvereinc oder Gewerksgenossenschasten, ebenso wie die alten Handwerkergilden, alle politischen ReaktionS- Perioden, alle Gegenkombinationen der Besitzenden und Herrschen- den, alle Theuerungen und Handelskrisen überlebt haben, sondern auch, weil vorstehende Sätze uns den Beweis ein- für allemal liefern, daß trotz Berfolgung, Reaktion, Polizei und Militarismus es möglich ist, die Organisation der Arbeiterklasse zu befördern und ihrer Emanzipation entgcgenzuführen. Die internationale Arbeitcrassociation hatte dies schon bei ihrer Gründung vollständig begriffen, und mögen auch die Wogen der Berlcumdung, der Lüge und der Berblcndung heute über sie schäumend zusammenschlagen, auf einen Tag des Sturmes folgen die Sonnentage der besseren Ueberzcugung und Anerkennung. Nicht nur wurde schon im Jahre 1366 von de» zu Sheffield tagenden Gewerkvereinen dem Bestreben der internationalen Arbeiter- »ssoziation, die Arbeiter aller Länder durch ein gemeinsames Band der Brüderlichkeit zu vereinigen, volle Anerkennung gezollt, sondern man empfahl auch allen vertretenen Gesellschaften aus da« Eindring- lichste, sich mit dieser Körperschaft zu verbrüdern, in der Ueber- zeugung, daß dies von äußerster Wichtigkeit für den Fortschritt und das Gedeihen des gesammten ArbciterstandcS sei. Die inter- ationale Arbeitcrassociation wurde aber zugleich auch den cngli hchen Gewerkvereinen gegenüber die Bcruuttlerin für den histori- chen Satz, daß dieselben die natürlichen und aus historischen fThaffachen entwachsene Organisationen seien, mittelst deren politi- sche und soziale Forderungen durchzusetzen die Möglichkeit gegeben sei und dies brachte diesen Satz zur bewußten Erkenntnis, In der That sind heute schon die vorgeschrittensten englischen Gewerk- vereine angekommen bei dem Bewußtsein, daß sie bei ihren nächsten Zwecken die politische und soziale Emanzipation der Arbeiterklasse nicht vergessen dürsten. Ans dem Genfer Congreß im Jahre 1866 wurde von der internationalen Arbeiterassoziation Folgendes zum Beschluß erho- ben:„Die Errichtung und Förderung von Gewerkvereinen muß u»d soll daher die Hauptaufgabe des Arbeiterstandes für die Gegenwart und nächste Zukunft bleiben; abgesehen davon, daß sie den Uebergrifsen deS Kapitals entgegenwirken, müssen sie lernen, bewußter Weise als Brennpunkt der Organisation der Arbeiter- klassc zu handeln, im Interesse ihrer vollständigen Emanzipation; — sie müssen jede soziale und politische Bewegung, welche auf dieses Ziel lossteuert, unterstützen und sich selbst als die handeln- den Kämpfer und Vertreter der ganzen Klasse betrachten und sich sorgfältig um die Interessen der am schlechtesten bezahlten Ge- schäfte bekümmern, z. B. um die Ackerbauarbeitcr, welche in Folge dvn ausnahmsweise ungünstigen Umständen, durch Zerstreuung und niederen Bildungsgrad, nicht den geringsten organisirten Widerstand leisten konnten.— DieS muß unfehlbar die außerhalb der Gewerksorganisationen Stehenden anziehen und der großen Masse der Arbeiterklasse die Ueberzeugung ausdrücken, daß ihr Ziel, weit entfernt, ein begrenztes, selbstsüchtiges zu sein, die allgemeine Bcfteiung der niedergetretenen Millionen ist." Der Congreß zu Basel 1869 beschloß, daß die Bildung von Gewerksgenossenschasten(Gewerkvereinen) energisch angestrebt wer- den solle; die verschiedenen Geiverksgruppcn sollen sich zu natio- nalen Verbänden einigen und gemeinschaftlich zu ergreifende Maßregeln berathen, um das heutige Lohnsystcm zu beseitigen durch die genossenschaftliche Arbeit. Der Gcneralrath soll die internationale Verbindung vermitteln. Auf der Dclcgirtenkonferenz zu London am 17. bis 23. Sep- tember 1871 ist der Wichtigkeit der gewerkschaftlichen Bewegung abermals Ausdruck gegeben worden, gleichwie der letzte Congreß im Haag die Gewerksgenossenschasten aller Länder auf den General- rath als Vermittler von internationalen Beziehungen aufmerksam macht. Anschließend hieran muß noch auf die offizielle Bekannt- machung deS Generalraths in Newyork.vom 26. Januar 1873 aufmerksam gemacht werden. Es erhellt aus vorstehenden geschichtlichen Daten, Beschlüssen und Zusammenstellungen zur Genüge, welche Tragweite die Gewerk- vereine oder Gewerksgenossenschasten auf die gesaminte Arbeiter- bewegung haben müssen und wie verkehrt und gehaltlos die An. siaft derjenigen sozialistischen und nichtsozialistischen Arbeiter ist, welche glauben, die Aufgabe der Gewerkschaften erledige sich mit der Thätigkeit in Widerstands-, Schutz- und anderweitigen Unter- stützungszwccken und könne schließlich als exekutive Organisation bei Verabredungen mit Unternehmer-Coalitionen angesehen werden. Der Arbeiterkongreß zu Erfurt im Juni vorigen Jahres, welcher einberufen worden war, um eine„Gewerkschafts-Union" zu gründen, welche unabhängig von der rein politischen Partei- bewegung dastehen sollte, ist weder von den meisten unserer Partei- genossen in seiner ganzen Tragweite begriffen, noch viel weniger aber zur praktischen Durchführbarkeit gekommen. Wollen wir ein- mal sehen, worin dies seinen Grund hat. Haben wir die Ursache dieser Erscheinung gefunden, dann werden wir suchen, in Zukunft es besser zu machen. Lassalle sucht uns in seinen" Schriften jbegmslich zu machen, daß eine lebhaste, energisch geleitete, rein politische Agitation dem Arbeiterstande schnell zu seinen Rechten verhelfen müsse. Auch unter unseren Parteigenossen ist diese Ansicht deshalb eine so weit verbreitete, weil nicht nur unsere Partei sich ans spezifischen An- hängcrn Lassalle's fortwährend rekrutirt, sondern auch, weil unser Parteiprogramm einen hervorragend politischen Charakter trägt. In demselben sind die sozialen Forderungen zwar scharf genug betont, allein die einzelnen Punkte für praktische Agitation nicht speziell genug gegeben. Bedenke man wohl, daß der Mißbrauch, welcher mit den Arbeitern getrieben wurde, dieselben vielfach po- litisch gleichgültig gemacht und Viele sogar dazu bewogen hat, ihre Forderungen entgegengesetzt, d.h. rein sozial zu Präzisiren. Eines- theils ist es also der durch Lassalle hervorgerufene Satz,„politi- sche Agitation", welcher die Gewerkschaftsbewegung vielenZunocr- ständlich macht, andererseits ist es das Mißtrauen der Arbeiter vor politischen Parteien. Erstere eilen der Bewegung, welche alle Elemente des Arbeiterstandes erfassen und einigen sollte, 10 Jahre im Sturme voraus; Letztere begreifen nicht, daß die gewerks- genossenschaftliche Organisation mit einem rein sozialen Programm schließlich doch auf die Gesetzgebung, also auf die Politik, von unendlicher Tragweite sein muß. ES sind zwei Wege, die zu einem Ziele gelangen. Und, nachdem wir dieses gefunden haben, nachdem wir zuerst aber erfuhren, daß die gewerkschaftliche Orga nisation die natürliche und historische Handhabe ist, um die Ar beiter zur Abschaffung der Klassenherrschaft zu befähigen, warum sich dann überhaupt noch um die Form, den Namen und die Acnßerlichkeit streiten? Der Geist, das Wesen, der Inhalt einer Sache muß festgehalten werden. Darum ist eS auch unendlich schwer, mit Leuten zu streiten, welche den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Indem sie lächelnd und überlegen auf einen Strikc oder auf eine Arbeitsanssperrung herabsehen, ftcuen sie sich wohl über den ausgebrochenen Kampf, der die Phrasen der Gegner und Schönredner vernichtet, aber das wollen sie nimmermehr zugeben, daß die gewerkschaftliche Organisation dazu berufen ist, allen Parteihader unter den Arbeitern zu beseitigen, sowie daß sie letztere zur sozialen und politischen Emanzipation reif macht. Im Gegen- theil. Derartige rein theoretische Plänkler halten die praktische und gesunde Gewerkschaftsbewegung für etwas Fehlerhaftes, Reaktionäres und RUckbildendeS, welche die gesaminte Arbeiterbewegung nur auf- halte, zersplittere und eine Masse Geld und Kräfte in Anspruch nehme, welch' letzteres viel besser in der politischen Agitation ver- wendet werden könne. Es kommt leider dabei nicht selten vor, daß derartige Parteigenossen täglich 12 bis 13 Stunden in der Werkstatt arbeiten oder auch sich einer widerlichen Hausordnung unterwerfen und womöglich noch Frau und Kind mitarbeiten lassen. Ein mir bekannter Tischler, der sich einen guten Sozialisten nannte, sagte eines TageS zu mir, er könne der Gewerkschaft nicht beitreten, denn das ließe das eherne Lohngesetz nicht zu. Erst müsse man Staatshülfe(Credit vom Staate zu Assoziationen habe»), dann würde es schon anders werden. Traurig genug, so etwas hören zu müssen, von einem Manne, der alle Volksversammlungen bc- suchte und— seiner Meinung nach— Lassalle's Antwortschreiben aus dem Kopfe hersagen konnte. Die Art Arbeiter sind das ge- rade Gegcntheil von Jenen, welche Lassallc bei seinem ersten Auf- treten in's Gesicht spieen. Die Phraseologie der Fortschrittspartei hatte das Gehirn der Arbeiter Berlins mit einem dicken Schleim umgeben, der sie zum selbstständigen Denken nur in Ausnahme- fällen kommen ließ. DaS rein theoretische Bearbeiten von sozial- politischen und ökonomischen Sätzen von Seiten der dogmatischen Anhänger Lassalle's hat diese wieder aus einer Ecke in die andere gejagt und leider mit dem Teufel hat man Belzebub ausgetrieben. Die Menge Derer ist auch noch groß, welche die gemerkliche Bewegung als einen Schweif an der politischen angesehen wissen will, auch diese werden vor der Wucht unabänderlicher und schwerwiegender Thatsachen die Segel streichen müssen. Es liegt klar auf der Hand, daß Derjenige, welcher praktische Erfolge haben und erreichen will, auch mit allen thatsachlichen Verhältnissen und Zuständen rechnen muß, die sich der Aussühr- barkeit praktischer Versuche zur Organisation der Arbeiterklasse entgegenstellen. Es ist vorher schon bemerkt worden: Die bei weitem große Mehrzahl der Arbeiter hat keinen Sinn für politische Bestrebungen, d.'h. dieselben interessiren sich nicht für Reichstag und Gesetz- gebung, für Zoll-, Steuer-, Verkehrs-, Landes- und Fürsten- fragen, für Republik oder Monarchie. Es ist auch schwer, die- selben aufzuschütteln. Am Besten sind dieselben zugänglich für Lohnerhöhung, kurze Arbeitszeit, Reise- und Krankenunterstützung. Dieser durchaus rein praktische Sinn des Arbeiterstandcs muß von Denjenigen benutzt werden, welche erfahren und erkannt haben, daß die gewerkschaftliche Organisation das natürliche und historisch gegebene Mittel ist, um der Arbeit allmälig zur Herrschaft zu ver- helfen. Es ist eine Thatsache, daß diejenigen Gewerkschaften, wie z.B. die der Buchdrucker, Hutmacher und Goldarbeiter deshalb so rasche Fortschritte machen, weil sie keiner politischen Parteirichtung angehören und allen politischen Hader grundsätzlich fern halten, ohne jedem Mitgliede das Recht zu nehmen, außerhalb der Ge- werkschaft sich rein politischen Parteien anzuschließen. Durch schlimme Erfahrungen in socialen Kämpfen gewitzigt, bricht sich bei solchen Arbeitern die Ueberzeugung selbstständig politischer Organisation und Vertretung Bahn, und derartige Elemente schützen nicht nur vor Putschen und Revolten, sie drängen vielmehr zu ernsterer Arbeit, zum Pflichtgefühl und zur Beschleunigung fester Organi- sationen der Arbeiterklasse. Sie geben dem politischen Parteileben schon im heutigen Staate feste ökonomische und soziale Unter- lagen, ohne deren Ausbildung und mit deren Verhinderung blutige Dramen geschichtliche Nothwendigkeit werden. Die Partei des vierten Standes muß letzteres zu verhindern suchen, trotz der Provocation der Herrschenden und Besitzenden. Nach diesen Ausführungen soll nun bewiesen werden, daß es ein verhängnißvoller Jrrthum ist, die Gewerkschaftsbewegung der rein politischen Parteibewegung unterzuordnen. Ich werde diesen Beweis zu liefern suchen, indem ich mich zugleich bestrebe, da« geistige und innere Wesen der Gewerksgenossenschasten mit Rück- ficht auf das Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei klarzustellen, jum Schluß aber Fingerzeige zur Ausbildung und Verbreitung der Gewerksorganisation zu geben. Politische Uebersicht. Ba m berg er hat in den„Preuß. Jahrbüchern" einen Aufsatz veröffentlicht, worin er das allbekannte Faktum behandelt, daß wir durch den Milliardenregen nichts gewonnen haben, und zur Ver- hütung des wirthschaftlichen Ruins in Deuffchland nur'einen Ausweg anzuempfehlen weiß: die Franzosen zu bitten, daß sie nicht so schnell zahlen sollen; sie zu bitten, daß sie die letzte Milliarde erst nach dem Truppenabzug zahlen sollen— weil durch den zu raschen Geldzufluß einerseits eine kolossale Geldentwerthung, andererseits eine erhöhte Gründungssucht entsteht. Schließlich werden wir wohl noch die Franzosen bitten müssen, daß sie die Milliarden behalten und ihnen eventuell dafür noch etwas heraus- zahlen! — In Wien ist endlich an der Börse ein großer„Krach" zu vernehmen gewesen, d. h. eine Menge von Bankhäusern und zwar darunter von den„solidesten" Firmen, haben die Zahlungen ein- gestellt. Eine Menge Gründer, Gauner, Stroußberg's und Wageucr's sind plötzlich„brodlos" geworden. Die Börsen- und Actiencorruption hat in Wien alle„Stände", auch die„besten», angefressen, d. h. Hoch und Niedrig hat sich nicht gescheut,„gesetz- lickier" Räuber und Pieb zu werden. Natürlich haben die meisten der„brodlos" gewordenen Börsenjobber einen ansehnlichen Theil ihres Raubes in Sicherheit gebracht, so daß sie als„ehrliche" Rentiers ganz gemüthlich sich weiter mästen können. Auch ein „EntbehrungSlohu"! Auch„entsagende" Kapitalisten! Da« Finanz- Ministerium macht den Versuch, der Börsenkrise durch„Staats- hülfe" beizukommen,— indeß unter den Brünner beschäs- tigungslosen Manusacturarbeitern der TyphuS wüthet. Hieran denkt die ossizielle Welt natürlich gerade so viel, wie an den Noth- stand in Verviers, der eine bedenkliche Dauer zu bekommen droht.— — Nach telegraphischen Nachrichten aus Spanien sind die Corteswahlcn, die Anfangs dieser Woche statthatten, zu Gunsten der föderalistischen Republikaner ausgefallen. Sollte sich dies bestätigen, dann hätten wir allerdings einen glänzenden und die bedeutungsvollsten Folgen in Aussicht stellenden Sieg des re- publikanischen Prinzips zu verzeichnen.— — Man wird sich erinnern, daß vor mehreren Wochen die Bismarckpresse gegen Amerika wüthete, weil Grant in einer ofsi- ziellen Rede den(nachher theilweise dementirten) Ausspruch gethan haben sollte, daß sich die europäischen Staaten dem friedegaraa- tircnden RepublikanismuS zuneigten. In diesem Satze erblickte man natürlich eine Benedetti'sche HeldengreiSverletzung und Verhöhnung des neuen Reichs. Als ob ein Amerikaner gezwungen sei, vor der Monarchie und deren Vertretern Respekt zu haben! Im Gegen- theil: Jeder, der amerikanischer Bürger werden will, muß einige Jahre, eh- er das Bürgerrecht erlangt, die Monarchie und die Monarchen formell abschwören. Ein Berliner Parteigenosse, der selber vor einem Jahre einen solchen Bürger-Voreid in New- Bork geleistet hat, war so freundlich, uns das bezügliche, amtliche Dokument, welches eine Bescheinigung der Eidesleistung enthalt, zu übermitteln. ES lautet in der Ueberschrist:„State ok New- York.„In the Court of Common Pleas for the City and County of New- York." Dann folgt der Eid, der also lautet: „I, N. N., do declare on oath(Ich N. N. erkläre eidlich), that it is bona fide my Intention to beeorne a Citizen of the United States(daß es meine bona-tide-Absicht ist, Bürger der Ver- einigten Staaten zu werden) and to reuounce forever all allegi- ance and fidelity to any Foreign Prince, Potentate, State or Sovereignty whatever j(und für immejr abzuleugnen Gehorsam und Treue jedem fremden Fürsten, Potentaten, Staate, oder welcher Gewalt es fei), uuä particulary to the King of Prussia, of whoral amasubject(insbesondere dem König von Preußen, dessen Unterthan ich bin)."(Folgen dann die Unterschriften, der AmtSstcmpel u. dgl.) AuS diesem Eide geht also wohl hervor, daß jeder Amerikaner verpflichtet ist, die Monarchie zu hassen. — Aus den: letzten„Beehive" ersehen wir, daß die Gruben- besitzer in Sndwales noch im letzten Moment nachgegeben haben und den versprochenen Lohnzuschlag von 10 Prozent nun wirklich bezahlen. Nach dem ganzen bisherigen Benehmen dieser Leute ist nicht zu bezweifeln, daß nur Furcht vor einem aber- maligen Zusammenstoß mit der Kohlenarbeiter-Gewerksgenosscnschaft, die bei dem ersten Anzeichen kapitalistischer Widerspenstigkeit kräftig in'S Mittel trat, einen schmachvollen Wort-Vertragsbruch Seitens der Herren Grubenbesitzer verhindert hat. Sic werden nun bis zu gelegenerer Zeit warten. Denn Friede kann nicht herrschen zwischen Kapital und Arbeit— bloß ein Waffenstillstand, der jedesmal zu Ende geht, sobald der Besiegte wieder Kräfte zu neuem Kampf gewonnen hat.— Erwähnt sei hier, daß die Erscheinungen des StrikeS von Südwales den englischen Ar- bcitcrn die Nothwcndigkeit einer festen Verbindung der Gewerk- schasten unter einander klar gemacht haben; und es sind schon vor- bereitende Schritte in dieser Richtung gethan. Daß die englischen Gewerkschaften durch eine, beiläufig schon früher, jedoch nicht unter so günstigen Bedingungen wie jetzt, versuchte föderalistische Eon- centration noch wesentlich an Macht gewinnen würden, liegt auf der Hand.— — Im englischen Unterhaus stellte am vorigen Dienstag der bekannte republikanisircnde Aristokrat Dilkc einen Antrag auf „gleichmäßige Vertheilung der Wahlgcwalt"(of votiug power), mit anderen Worten, auf gleichmäßige Vertretung nach der Kopf- zahl. In England, Irland und Schottland gicbt es ein doppeltes Wahlrecht— eins der Grafschaften und ein städtisches, für welche ein verschiedener Census existirt. Viele Städte haben gar kein Recht, als Städte im Parlament vertreten zu sei», sondern bloß als Theilc von Grafschaften; während die Städte, welche das städtische Wahlrecht haben, auch als Grafschaftstheile sich an den Wahlen bctheiligen, so daß derjenige Wähler solcher Städte, welche auch den(höheren) grafschastlichcn Censusbedingungen genügen, das Wahlrecht zwiefach ausüben: als städtische Wähler für die städtische Wahl, und als Grafschaftswähler für die Graffchaftswahl. Doch das ist nur die gernigste Ungerechtigkeit. Der Hauptskandal des englischen Systems ist, abgesehen von dem Census, der mindestens 60 Prozent— das heißt je 6 von 10 volljährigen Männern von der Wahlurne ausschließt— daß die Zahl der Wähler, welche in den verschiedenen Grafschaften und Städten je 1 oder mehrere Parlamentsmitglieder zu wählen haben, keine gleichmäßige ist. Wie groß das Mißverhältniß, erhellt aus folgender Ziffer: Das Unterhaus besteht ans 656 Mitgliedern; davon werden 329, also die Mehrheit, von Wahlbezirken(Grafschaften und Städten) mit zusammen 500,000 Wählern, und die übrigen 327, also die Minder- heit, von Wahlbezirken mit zusammen 2 Millionen Wählern ge- wählt. Kurz die Minorität des Parlaments ist von viermal so viel Wählern gewählt, als die Majorität. Wenn man bedenkt, daß gerade die Arbeiterbcvölkerung und das demokratische Klein- bürgerthum es sind, die so majorisirt werden, so wird man be- greisen, daß in diesen„Mißbräuchen", trotz ihrer„namenlosen Absurdität", doch Methode ist. Natürlich wurde die Dilkc'sche Motion mit großer Mehrheit— 268 gegen 70 Stimmen— verworfen.„Es ist zu spät in der Session", spottete der Premier- minister Gladstone. Es ist aber auch eine polizeiwidrige Naivität, zu glauben, die Vertreter des klassischsten modernen Klassenstaats würden einen An- trag wie den Dilke'schen anders, denn als einen guten vdcr schlechten Spaß auffassen. Ernst wird die Forderung gleichmäßiger Ver- theilung der„Wahlgewalt", welche schon bei dem beschränkten Stimmrecht von heute eine vollständige Umgestaltung, wenn auch noch nicht die Vernichtung des Klasscnstaats bedeuten würde,— ernst wird diese Forderung und werden ähnliche, aus das gleiche Ziel hin gerichtete Forderungen den Herren im Unter- haus erst dann erscheinen, wenn das englische Volk, wenn, die englischen Arbeiter an die Thorr des Parlaments klopfen. Das Parla- ment wird und kann sich nicht von innen heraus refonniren; es muß von außen her reformirt werden. Mit anderen Worten: das Parlament wird nur der Gewalt weichen, der physischen oder moralischen gleichviel. Und um dieses Resultat herbeizu- führen, gilt es demnach, eine Gewalt zu organisiren, welche stark genug ist, die des Parlaments zu überwinden. Diese Gewalt liegt m dem englischen Proletariat. Nur ist sie noch latent; sie muß entwickelt, für die politische Bewegung organisirt und richtig verwandt werden. Dann ist der Sieg gewiß.— Das Strikefieber und die„Organisation". -Leipzig. Es ist irgendwo gesagt worden, der„Volksstaat" sei in seinem Arbcitertheile der getreue Ausdruck der deutschen Arbeiterbewegung. Das ist vollkommen richtig. Die deutsche Arbeiterbewegung, wie sie sich im„Volksstaat" widerspiegelt, ist frei von aller Bevormundung, aller Mache. Da ist nichts zu be- merken von statuarischen Beschränkungen, die den Arbeiter hindern, seine Blicke von dem Interesse des Berufs hinüberschweifen zu lassen auf das allgemeine Klasseninteresse; da.siebt es kein Dogma, das ihm vorschreibt, aus den Namen eines Mannes zu schwören. Urwüchsig, wie die Verhältnisse sie gebären, tritt in dem Arbeiter- theile des„Volksstaat" die deutsche Arbeiterbewegung zu Tage mit allen ihren Vorzügen und allen ihren Schwächen. Mit allen ihren Schwächen! Eine die deutsche Arbeiterbewegung charakteri- sirende Hauptschwäche ist der Mangel guter geschlossener Organi- sationen. Es sei hier abgesehen von de» politischen Organi- sationen, die bei ihrem diSkussiven Charakter immer nur die avancirten Elemente in sich aufnehmen können. Das lehrt in Deutschland eine mehr als zehnjährige Erfahrung. DaS schließt aber keineswegs aus, daß die Massen dereinst doch die Wege wandeln werden, die ihnen die Theorie gegenwärtig ebnet. Aber die Attraktionskraft für die Massen liegt nicht in den politischen, sonden, in den gewerkschaftlichen Organisationen.„Die Gcwerks- genossenschaften sind der erste praktische Athemzug", rief jüngst auf einem Gewerkschafts-Stiftungsfeste in Leipzig ein Festredner aus, und„ein Quentchen Praxis ist mehr Werth als hundert Pfund Theorie" ist der Ausspruch eines achtungswerthen ManneS. Nun wohl, die Gewerksgenossenschaften sind berufen, die Theorie in die Praxis zu übersetzen; und ist deren Thätigkeit gegenwärtig auch eine nur mehr negative zu nennen, da sie mehr auf die bloße Ab- wehr der verderblichen Wirkungen der kapitallstischeu Produktions- weise gerichtet ist, so wird diese Thätigkeit über kurz oder lang den positiven Charakter um so sicherer annehmen müssen, als mit der bloßen Bekämpfung der verderblichen Wirkungen die Ursachen nicht beseitigt werden. Aber wie sieht es gegenwärtig mit den Gewerkschaften aus? Möge der„Volksstaat" uns Ausklärung geben. Unter vielen wollen wir nur die Nr. 34 von diesem Jahre herausgreifen. In dem Arbeiterthcile dieser Nummer finden wir eine Correspondenz aus Berlin und eine aus Hamburg, und in beiden Corrcspondenzen wird ein Strike der Schuhmacher angesagt.„Darum, ihr College» allerorts, jetzt fordern wir euch auf, uns nach Kräften zu unterstützen, denn ein Sieg in der Centralstadt ist rückwirkend auf alle Provinzialstädte. Beruft schleunigst Versammlungen ein und laßt uns nicht im Stiche! Und namentlich ihr Arbeiter, die ihr euch in besserer Lage als wir befindet, kommt uns zu Hilfe. Unsere College» sind stets, wenn auch früher in geringer Zahl, als Pio- niere in der Arbeiterbewegung vorangeschritten. Darum schnell ge- handelt, der Augenblick ist günstig. Es lebe unsere gerechte Sache." So riefen 3000 strikende Schuhmachergehilfen Berlins aus.— „College», wir fordern euch auf, den Zuzug der Schuhmacher von Hamburg fern zu halten und uns mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen." So schallt es aus Hamburg wieder. Und dabei reden die Hamburger von einer„festen Organisation." Aber zum Henker, wo steckt denn da die feste Organisation, wenn in einem Gcwerke an allen Ecken und Enden StrikeS zu gleicher Zeit ausbrechen? Hätten die Schuhmacher— und daS haben sie und die meisten andern Arbeiterbranchen eben nicht— eine gute„Organisation", es wäre absolut unmöglich, daß iu zwei Srodten von der Bedeutung Berlins und Hamburgs zu gleicher Zeit ein Massen- strike ausbrechen könnte. Zu einer guten GewerkschastSorganisation gehört das planmäßige Handeln der Berussgenossen eines ganzen Landes. Andernfalls ist eS nicht zu verhüten, daß die StrikeS in Berlin und Hamburg mißglücken, es sei denn, daß besonders günstige Umstände zu deren Gelingen beitrügen. Und wenn diese StrikeS mißglücken aus Mangel an Unterstützung, dann haben die Stükenden keineswegs berechtigten Grund, ihre'Niederlage der Theilnahmlosigkeit der übrige» Arbeiter in die Schuhe zu schieben. Zum Gelingen derartiger Strikes gehört eben eine gute wcitver- zweigte Organisation und, was sich von selbst versteht, gefüllte Kassen. Oder meint man, es genügten ein paar kräftige Reden und die einstimmige Proklamirung eines Strikes, um die Arbeit- geber zum Nachgeben zu zwingen? Die Zeiten der Wunder sind vorüber. Von einem windigen Posaunenschall stürzen heutzutage keine Mauern mehr ein, es gehört dazu das Gebrüll der Kanonen und ein sehr reelles Stück Eisen. Mögen sich die deutschen Arbeiter das merken, und mögen sie sich vor Allem diejenigen Personen genauer ansehen, die den Strikes unter allen Umständen das Wort reden. Eine iu der Beilage der Nr. 35 unter Berlin bezüglich ihrer Stellung zu den Gewerkschaften näher charaktcrisirtc Sippe ist gegenwärtig drauf und dran, das auf politischem Gebiet ver- gebenö erstrebte Ziel mit Hilfe der Gewerkschaften zu erreichen, und die wahrhaft skandalös-sinnlosen Strikes dienen ihr als Mittel zum Zweck. Die deutsche Arbeiterbewegung soll zweifelsohne an Berlin gefesselt und unter die Controle Bismarck-Stieber gestellt werden. Das Werk Bismarcks, der deutsche Einheitsstaat der Junker und Bourgeois, wäre ja auch nur halb gekrönt, wenn es nicht gelänge, die Arbeiter zu gewinnen. Und was moralisch nicht durch die politische Propaganda, das versucht man jetzt durch die Gewerkschaften materiell zu erreichen. Die deutschen Arbeiter lieben die Freiheit, als das unveräußerliche Vermächtniß der nach politischer wie ökonomischer Emanzipation ringenden Menschheit, viel zu sehr, als daß es einem fahrenden Jndustrieritterthum ge- lingen sollte, die deutsche Arbeiterbewegung an den SiegeSwagen der Reaktion zu spanuen....... t. Znnere Partei-, Verwaltnugs- nnd Orgauisations- Angelestenheitcu. An die Parteigenossen! In Folge des Austritts von E. Sieden- topf aus der Partei wurde in der am 11. Mai stattgehabten Versammlung der Parteimitglieder zu Hamburg nebst einmeiligem Umkreise der Parteigenosse Jahnckc in WandSbeck zum Beisitzer in den Ausschuß gewählt. Die Wahlkommission: Wall, Paulsen, Meyer. Der Vorsitzende der Versammlung: August Geib. Gewerksqenosienschaftliches. Internationale Gewerkschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Hand-Arbeiter. Wertin, 8. Mai. Sonntag, den 4. d. M. tagte hier eine Versammlung der Stuhlarbeitergesellen; anwesend waren über 600. Tagesordnung: Die Lohnsrage. Der Referent Herr Schulz sprach über die Nothwendigkeit einer festen Organisation, indem er hervorhob, daß es nur dem Mangel an solcher zuzu- schreiben, daß unser Strike von 1871 nicht in der Weise gelungen sei wie wir mit Recht erwarten dursten. Dagegen erklärte C. Gersten- berg, daß keineswegs der Mangel einer festen Organisation, son- der» blos die Engherzigkeit und der erbärmliche Egoismus eines Theils der Meister die Schuld trüge, daß die Erfolge unseres Strikes so wenig befriedigend waren. Redner wies dann auf die zwischen Meistern und Gesellen herrschende Spannung hin und betonte» daß hauptsächlich von Ersteren Alles gethan würde, die Spaltung noch zu erweitern, indem sie durch kleinliche Uebervor- theilungen u. s. w. die Gesellen immer mehr reizten und zu dem rücksichtslosesten Vergehen gegen die Meister förmlich zwängen. In diesem und ähnlichen Sinne sprachen sich noch die Herren Becker(Vorsitzender), Steinmetz, Flämig, Stahlberg, Gladewitz und Schuster aus, welch letzterer hauptsächlich gegen daS JnnungS- Unwesen loszog und den anwesenden Vertreter derselben, Hrn. G. Brand, aufforderte, in seinem Kreise dahin zu wirken, daß die verschrobenen Anschauungeu der Jnnungsmeister sich mehr den Zeitgeist u. s. w. anpassen möchten. Ein Antrag des Referenten— Wahl eineS Comitös, welches die Interessen der Stuhlarbciterge- sellen zu wahren und zu fördern hat— wurde angenommen. Ein weiterer Antrag Gerstenberg's: Einen Aufruf an alle Kollegen von nah und fern zu richten mit dem Ersuchen, Berlin im Laufe die- ses Sommers zu meiden und somit den Kampf der hiesigen Ge- sellen gegen die Anmaßungen der Meister zu unterstützen, wurde von der"Versammlung mit Beifall aufgenommen, konnte aber der vorgeschrittenen Zeit halber nicht zur Diskussion gebracht werden und wurde daher nebst noch zwei anderen mittlerweile eingegangenen Anträgen, der Commission zur weiteren Berathung überwiesen. Eine zur Deckung der Einberufuugskosten und Unterstützung des Schuhmacherstrikcs veranstaltete Sammlung ergab die Summe von 17 Thlr. 20 Sgr. 6 Pf. Im Austrag der Gewerkschaft der Manufaktur-Arbeiter: Clemens Gerstenberg. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Der Gewerkschaft sind beigetreten resp. Mitgliedschaften haben in neuester Zeit sich gebildet in Mühlhausen in Thüringen und in Kaiserslautern. An letzterem Orte sind die Tischler mit einer For- dcrung um Lohnaufbesserung an ihre Meister herangetreten; indeß, wie dies ja auch ganz selbstverständlich war, vergeblich. Es wird also höchst wahrscheinlich zum Strike kommen, da selbst die Jnter- vention des Magistrats, der eine Vermittlerstelluug übcrnommeu und Meister und Gesellen vor sich bescheiden hat, um Frieden zu stiften, vergeblich war. Die Meister kamen einfach nicht. Wir ersuchen deshalb, den Zuzug nach dort fern zu halten und nöthigen- falls anck mit materieller Unterstützung der Ausstehenden nicht zu\ säumen, sobald dazu aufgefordert wird. Noch bemerken wir, daß es nothwendig ist, in erster Linie die Strikenden zu unterstützen, die_ zu unfern Gewerkschaften gehören. Die Mitglieder müssen wissen, daß sie vor andern uns fern Stehenden dies voraus haben, und daß sie, wenn sie nicht zu einer Gewerkschaft zählen, auch nicht auf Unterstützung der Gewerkschaftsmitglieder rechnen können. Sobald diese Maxime conscguent durchgeführt wird, wird die Ge- werkschaftöbewegniig bald größere Fortsckrittc machen als dies bis- lang der Fall war. Aber auch die Parteigenossen im Allgemeinen, die Vertrauens- männer insbesondere, fördern die Gewerkschaften viel zu wenig. Was nützen denn alle spaltenlangcn Aufforderungen im„Volks- staat", die, in neuerer Zeit von einigen Gewerkschafts'Berwaltungen erlassen, fast eine stehende Rubrik bilden, wenn Nieinand sich darum kümmert und die Sache fördert. Dies ist Aufgabe der Partei- genossen, Pflicht der BertraucnSmänncr. Wahrlich es stände besser mit den Gewerkschaften, wenn die Parteigenossen etwaS mehr für die Förderung derselben gethan hätten. Also Hand ans Werk ge- legt, Mitgliedschaften gegründet und die bestehenden Fachoereiue zum Anschluß«n die Gewerkschaften aufgefordert. Das ist Pflicht Aller. Der Ausschuß: I. A.: Th. 9)orck. Dresden. Durch Verhältnisse genöthigt hielt die hiestge Mitgliedschaft am 3. Mai ihre Generalversammlung ab, welche sehr i zahlreich besucht war. Die Tagesordnung lautete:„Neuwahl der Beamten". AlS Bevollmächtigter wurde fast einstimmig gewählt: I. I. Peters, Schreibergasse 8, 2. Etage, als dessen Stcllver- Vertreter: Louis Scheuffenhaucr, zum Gcwerkschafts-Kassirer: Friedrich Hermann, Körnerstraße 4, im Hose, zum Kranken- Kassirer: Edmund Vogt, Schesiclgasse 33, 3. Etage, als Schrift- führer: Julius Vater, Schützenplatz 13, 2. Etage, und als desseu Stellvertreter: Robert Nitzsche. Außerdem wurden den beiden Kassircrn noch neun Mitglieder beigegeben als Revisoren, und zwar dem Gewerkschasts- Kassirer drei Mann und dem Kranken- Kassirer 6 Mann; die letztern haben gleichzeitig die Revision der Kranken mit zu übernehmen. Der Bevollmächtigte gab eine Heber- ficht über den Stand und Forsschritt der hiesigen Gewerkschaft. DaS Resultat war ein allgemein beftiedigendes. In Dresden ist die Holzarbeiter-Gewerkschaft von allen Gewerkschaften die stärkste und das hat sie der regen Agitation zu danken. Wünschenswert wäre es, wenn auch in andern Städten etwas reger vorgegange» würde. Es wurde ferner der Allgemeine Tischlervcrein und dessen Tendenzen mit denen der Gewerkschaft verglichen, und die hiesige Mitgliedschaft war der Ansicht, daß der Allgemeine Tischlerverein mit den Tendenzen, die er bis jetzt verfolgt hat, in nächster Zeit zu Grunde gehen muß. Sein erstes Lebenszeichen war die Pro- vokation des Berliner StrikeS. Wie planlos derselbe war, wird ein Jeder, der die Tischlervcrhältnisse kennt, wissen. In den mei- sten Städten und namentlich in den Provinzialstädten besteht noch die 12-, man kann sagen die 14stündigc Arbeitszeit. Die Berliner aber hatten voriges Jahr die Sstündige Arbeitszeit erlangt. War es nun nicht ihre Pflicht, erst danach zu streben, daß auch in dea: kleineren Städten weniger gearbeitet werde? Aber dies haben die Herren Schweckendick und Schmitz nicht für nothwendig gefun- den, oder nicht einsehen wollen. Von einer Planmäßigkeit, von welcher sie auf dem Kongreß jetzt faselten, ist hier keine Spur. Das haben die hiesigen Tischler auch erkannt und schließen sich aus diesem Grunde der Gewerkschaft immer fester an, weil sie sehen, daß die Gewerkschaft ruhig Schritt für Schritt ihr Ziel zu er- reichen bestrebt ist. Wir sehen, wie unsere Gewerkschaft von Tag zu Tag an Umfang gewinnt. Hier heißt es aber nicht nachlässig sein, sondern Diejenigen, die der Gewerkschaft einmal angehören müssen die Ideen und Bestrebungen der Gewerkschaft deu uns noch Fernstehenden vor Augen führen, sie müsse» bestrebt sein, immer neue Mitglieder heran zu ziehen. Erst dann, wenn Jeder seine Pflicht erfüllt, gelangen wir zum Ziele. Darum noch einmal: Auf, ihr Holzarbeiter, erwacht und prüft, unv schließt Euch der Holzarbeiter-Gewerkschaft an. Mit Brudergruß und Handschlag I. I. Peters. Wraunschweig, 13. Mai. Die in der flkr. 37 d. Bl. eut- haltenc Notiz, betreffend die Abhaltung der ordentlichen General» Versammlung zu Braunschweig, bemerken wir: daß die hiesige Mit- gliedschaft sich einstimmig für diesen Vorschlag erklärt hat. Sollte der Ausschuß resp. Kontrolkommisfion diesem Wunsche Rechnung tragen, so ersuchen wir freundlich, die nöthigen-Schritte zu thun. Es wird alsdann sofort Vorkehrung getroffen, die ankommenden Delegirten u. f. w. gastlich aufzunehmen, unv für Freiquarticre Sorge getragen werden. Zur Abhaltung der Generalversammlung schlagen wir die Zeit vom 1. bis 15. Juli er. vor, da eS i» den Pfingsttagen schon zu spät ist. Der Bevollmächtigte: D. Allgemeiner deutscher Schuhmacherverein. Werki», 10. Mai.(Generalversammlung.) Da sich die Majorität der Mitglieder dafür ausgesprochen, daß die General- Versammlung des Vereins in Berlin stattfinden soll, so beruft die Kontrol-Kommfsion laut Statut die Generalversammlung am 22., 23. und 24. Juni d. I. nach Berlin ein. Jede Mitgliedschaft ist verpflichtet, Dclegirte zu senden und ist die regste Betheiligung erforderlich. Die Unkosten für die Delegirten inüsseii durch die Mitglieder an den einzelnen Orten getragen werden. Nur Mitglieder können delezirt werden. DaS Mandat ist von dem am Orte befindlichen Bevollmächtigten wie Revisoren zu be- glaubigen; die Zahl der Mitglieder genau anzugeben; Anträge zur Generalversammlung sind beim Vorsitzenden Herrn Fockele, Ska- litzcrstraße 72 in Berlin einzusenden. DaS Lokal wird später be- stimmt und für freie Quartiere Sorge getragen werden. Dft Bevollmächtigten sind verpflichtet, Vorstehendes den Mitglieder» bald zur Kenntniß zu bringe» und genau nach den Statut z» verfahren. Mit demokratischem Gruß für die Kontrolkommissio» Carl Conrad, Annenstraße 1a in Berlin, F. Aurin, Königs Graben 15 in Berlin. '"Allgemeiner deutscher Schiffszimmrerverein. Kamvurg. 12. Mai. Abrechnung. Eingegangen für de» Apenrader Strike zur Unterstützung von sämmtlichen Ortschafte» des Allgemeinen deutschen Schiffszimmrervcreins. Hamburg Btg. 235, Altona durch F. Seidel Big. 54, Bremerhaven durch H. Bohlß Btg. 125, Harburg durch H. Witt Btg. 29, Lübeck durch P. Rieh Btg. 30, Biel durch Ad. Hasenbalg Btg. 148. 12, Fin- kenwändcr durch B. Böttcher Btg. IS. 8, Este durch Joh. Wiepper Btg. 14. 12, Reiherstieg durch P. Prahl Btg. 104. 12, Nien- städten durch I. Pein Btg. 37. 4. Lamm»: Btg. 794. Die Apenrader erhielten unter folgenden Daten: den 8. März Btg. 125, den 13. März Btg. 400, den 2S. März Btg. 145, den 15. April Btg. 37. 8. iSumnui: Btg. 707. 8. Einnahme Btg. 794, Ausgabe Btg. 707. 8, bleibt p. Kassa-Betrag 868. Der Ausschuß des Allgemeinen deusschcn Schiffzimmervereins. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Kurth. Eine Arbeitseinstellung steht hier in Aussicht; Zuzug ist also fernzuhalten. Georg Wagner, Schristsiihrer. Correspondenzen. Leipzig, 11. Mai. Die Ausweisung Hepner'S an» dem Ge- richtsamt 11 ist nun thaffächlich erfolgt. Nachdem er vom Gerichts- amt nachträglich die Erlaubniß, bis zum Eingaug des kreisdirec- tionellen Entscheides in Connewitz zu wohne», erhalten hatte, traf dieser gestern ein, also lautend:„Mag auch dahin gestellt bleiben, ob die Verordnung vom 15. April 1352(wonach, wer in Leipzig nicht wohnen dürfe, auch in den beiden Gerichtsämtern nicht ge- duldet sei. Red. d. V.), aus welche das Gerichtsamt die Aus- Weisungsmaßregel allein gegründet hat, nach den inzwischen ein- getretenen wesentlichen Veränderungen der einschlagenden Gesetze gegenwärtig überhaupt noch als in Wirksamkeit bestehend angesehen werden kann, so erscheint doch die gegenwärtige Ausweisung Hepner'S, da derselbe innerhalb des letzten Jahres bestraft worden ist, schon nach K 3 des FreizügigkeitSgesetzes vom 1. November 1867 auS- reichend gerechtfertigt.— Auch kann sich der Recurrcnt uin des- willen, weil das Gerichtsamt dem von ihm eingewendeten Rechts- mittel Suspensivkraft nicht beigelegt habe, mit Grund nicht de- schwert erachten, da eine derartige Entschließung dem Gerichtsamte, wenn dasselbe solche im öffentlichen Interesse nach seinem pflicdt- mäßigen Ermessen für nothwendig erachtet, nach§ 26 des Gesetzes D das Verfahren in Administrativjustizsachen betreffend, vom 30. Ja- nuar 1835 unzweifelhaft zustand." Daraufhin nun befahl das Gerichtsamt Hcpnern, innerhalb 24 Stunden— d. h. bis heute Nachmittag 5 Uhr—„zur Vermeidung der Arretur" den Amtsbezirk zu verlassen. Dem gegen den kreisdirectionellen Entscheid eingewendeten Rechtsmittel des Recurses wurde(auf Anfrage) Suspensivkraft verweigert. Den Rccurs begründete Hcpner damit, daß das Gerichtsamt einen Be- schluß— wonach er auf Grund von tz 3 des Freizügigteitsgesetzes ausgewiesen werden solle— bis dato noch gar nicht gefaßt habe. Es taßt sich indeß an den Fingern abzählen, welcher Art der Mi- nisterialentscheid sein wird. Leipzig. Die Mitglieder des Vereins der deutschen Stein- metzen zu Leipzig feierten am 26. April d. I. den ersten Gedenk- tag ihrer Erhebung und der damit entstandenen Organisation durch -entsprechende Festlichkeiten in den Räumen der Tonhalle. Die Feier, welche aus Conccrt, Prolog, Festrede, Gesang und daraus- folgenden Balle bestand, wurde noch besonders durch Anwesenheit unferS Vorsitzenden, Herrn Zabel aus Berlin, sowie durch Gäste, resp. Deputationen auS Berlin, Rochlitz, Halle und Wittgendorf, und durch die, aus vielen Mitgliedschaften des Vereins einge- Sangenen telegraphischcn Glückwünsche erhöht. Möge diese Feier ei den Mitgliedern aufs Mue die Ueberzeugung stärken, daß nur durch geschlossenes und festes Zusammengehen Etwas erreicht wer- den kann, und daß es unser eifrigstes Bestreben sein muß, an Stelle der modernen Ausbeutung das zu erringen suchen, was derselben ein Ziel setzt:„die ftcie Arbeit". Leipzig, 6. Mai. In der Versammlung der Töpfer bei Schäfer('Nikolaistraße) kam ein Schreibe» der Töpfergewerks- genossenschast zu Dresden nebst Statuten zur Verlesung, sowie ein Auftuf aus Hamburg, worin aufgefordert wurde, an der in Dres- �»en bestehenden Töpfcrgcwerkschaft Theil zu nehmen. Herr Stclzer, als Gast anwesend, erläuterte das Vcrhältniß zwischen Arbeiter und Prinzipal und schilderte die Bedrückung der arbeitenden Klasse durch die Bourgeoisie; weiter besprach er die Statuten und daS Wesen der Krankenkasse», sowie die Produktivgenossenschaften und das Lehrlingswescn. Es wurde ein provisorischer Borstand gewählt, bestehend auö den Herren Graichen, Pohle und Mainhard.— Triefe sind zu richten an Louis Graichen, Schletterstraßc 4, 3. Et. H. Wellcr, Schriftführer. Leipzig. Herr Meher, Redakteur der Berliner„Revue", er- sucht uns um Berücksichtigung der nachstehenden, in der„Revue" vom 10. Mai enthaltenen Erklärung: „An die Redaktion des„Volksstaats". Der„Bolksstaat" wirft mir vor, ich hätte Herrn Liebknecht persönlich angegriffen, obwol ich gewußt hätte, daß er persönlich nicht antworten dürfe und ihm die journalistische Thätigkeit verboten sei. Personalien, die in den sozialistischen Blättern eine große Rolle spielen, pflege ich höchst flüchtig zu lesen; über Gefängnißwesen habe ich allerdings eine Menge Artikel in solchen Blättern gesehen, aber meist überschlagen. Die Prinzipien und das Thatsächliche hatte für mich mehr Jnter- esse. Ich habe so nicht Kenntniß davon genommen, daß Herr Liebknecht jetzt literarisch wehrlos ist, und kann nur mein auftich- tiges Bedauern darüber aussprechen, daß mir dieser Umstand ent- gangen ist;— obschon vom„Volksstaat" gröblich gereizt,(!!!) würde ich doch niemals einen unter schwerer Strafe Leidenden und gur Vertheidigung Ohnmächtigen angegriffen haben, weil daS ebenso gemein ist, wie ein Weib(!) beleidigen. Ich wünsche also, ich hätte über Herrn Liebknecht Nichts geschrieben, und bitte meine Leser, auf dasselbe weiter kein Gewicht legen zu wollen. N. Meyer." Diese„Erklärung" ist nichts weniger als„ritterlich". Herr Meyer bedauert nur, jenen Angriff während Liebknechts Haft ge- schrieben zu haben, nimmt aber seine unwahren Behauptungen nicht Zurück.— Leipzig. Das große Sttike— resp. die Aussperrung— der Mitglieder des deutschen Buchdruckerverbandes ist zu Ende, indem von beiden Parteien ein gemeinsamer Tarif vereinbart wor- den ist. Näheres über diesen Ausgang eines für die gesammte Arbeiterbewegung so wichtigen und interessanten ConfliktS werden wir aus sachkundiger Feder in nächster Nummer bringen. Verlin. Herr Grottkau verdient unser» Dank, daß er die Freundlichkeit gehabt, alles, was der„VolkSstaat" über ihn ge- bracht, so kräftig zu bestätigen. Er hat also das„gebundene Mandat" gehabt— wie der„Neue" erzählt— gegen die Ver- «inigung zu stimmen. Nichts charakterisirt schärfer die durch die Hasselmänner gepflegte Corruption deS Allgemeinen deutschen Ar- beitervereins, als dieses„gebundene Mandat" gegen die Einigung der deutschen Sozialdemokratie. Wahrhaftig Sticber- Wagener müssen ihre Freude daran haben!— Noch ist zu erwähnen, daß der„Neue" es als Beweis des Nichtzusammenhangs mit der Regierung verkündet, die Mcyer-Versammlung sei einen Tag vor der Bismarck'schen Pauke gegen die Internationale abgespielt worden. — Der Spitzel bekommt wohl öffentlich seine"Instruktionen? 0 sauetn siraplicitas! Wie fest muß aber der„Neue" seinen Lesern gegenüber an den„Erfolg" seines famosen Nedaktions- und Erziehungssystems glauben! Merlin, 9. Mai. Die„Demokratische Zeitung" schreibt: „Die sozial-dcmokratischc Arbeiterpartei hielt Montag den 5. drei BezirkSvcrsammlungen ab. Die Bezirksversammlung bei Globig, Nannystraße 31, war sehr zahlreich besucht. Da Herr Schramm am Erscheinen verhindert war, so reserirte Herr Kayscr über die Bestrebungen der sozial-demokratischen Arbeiterpartei unter Zu- grundelegung des Eiscnacher Programms. Die Versammlung, in der auch viele Mitglieder des„Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins" erschienen waren, gab dadurch, daß nach dem Vortrage sich Niemand zum Worte meldete, ihre völlige Uebereinstimmung mit demselben zu erkennen. Angeregt von Mitgliedern deS Allge- meinen deutschen Arbeitervereins wurde hierauf die Frage besprochen, ob sich nicht in Bezug auf die Wahlen ein gemeinsamer Opera- tionSplan finden lasse, um so Sozial-Demokraten in den Reichs- tag zu bringen. Von beiden Seiten gab sich der Wunsch zu erkennen, gemeinsam operiren zu können, und wurden von den Parteimit- gliedern Besteck, Trautmann, Heinsch und Kaiser die Mitglieder deS Allgenieinen deutschen Arbeitervereins darauf hingewiesen, auf der am 19. Mai stattfindenden Generalversammlung einen dahin zielenden Einfluß zu üben. In die Partei traten 21 neue Mit- glieder ein. In der Be�irksvcrsammlung bei Brcttschneider refe- rirte Herr Mctzner. Hier war eine sehr große Anzahl von Mit- gliedern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins unter„Anfüh- rung" des Herrn Hurlemann erschiene». Herr Hurlemann schimpfte recht weidlich auf den„Volksstaat" als„Judcnblatt". Die Partei- Mitglieder seien„Kapitalisten-Agenten". Er drohte, wenn der „Volksstaat" nicht bescheidener werde, so werde er— Hurlemann — jede Versammlung von Mitgliedern der sozial-demokratischen Arbeiterpartei sprengen. Die Herren Auer(in sehr leidendem Zustande), Metzner und Göphcy widerlegten die von den„An- führern" aus dem„Allgemeinen deutschen Arbeitervereine" gemachten Verleumdungen.— In der Bezirksversammlung bei Möbes, Weber- straße 24a, waren eine bedeutende Anzahl Mitglieder deS Allge- meinen deutschen Arbeitervereins unter Anführung des Herrn Grottkau erschienen. Herr Grottkau nahm widerrechtlicher Weise daS Bureau in Besitz, was seltsamer Weise von den Mitgliedern der sozial-demokratischen Arbeiterpartei geduldet wurde. Herr Bernstein sprach über die„Harmonielehre in der Volkswirthschaft Hierauf sprach Herr Grottkau, jedoch nicht zum Thema, sondern begann zu schimpfen. Als Kern der Kraftausdrücke des Herrn Grottkau heben wir hervor, daß er die Mitglieder der sozial- demokratischen Arbeiterpartei„Galgcngesindel" nannte. Diesen Ausdruck rektifizirte Herr Grottkau später dahin, daß er nur die „Herren vom Volksstaate" für„Galgengesindel" halte. Herr Grott- kau sprach nicht weniger, als„acht Mal." Die Herren Windthorst, Kleist, Alt, Fließ, Schmidt und Bernstein wiesen die Angriffe des Grottkau zurück. Achnlich dem Herrn Hurlemann äußerte Herr Grottkau:„Seine Aufgabe wäre es, die sozial-demokratische Ar beiterpartci zu vernichten, und dieser Aufgabe werde er sich entledigen,„so wahr er Grottkau heiße." Wir enthalten uns aller weiteren Bemerkungen über diese Grottkau'sche Renommage."— ßötn, 21. April. Heute fand eine zahlreich besuchte Versamm- lung der hiesigen Maurergewerkschaft statt. Tagesordnung: 1. Prinzipiell einer Gewerkschaft; 2. Zweck und Nutzen einer Ge- werkschaft. Referent zu Punkt 1: Schuhmacher. Zunächst verlas er die Statuten der internationalen Maurergewerkschaft, denen er einzeln eine kurze entsprechende Erläuterung folgen ließ, lieber Arbeitervereine und Gewerkschaften werde Seitens der Kapitalisten nur Falsches zu verbreiten gesucht, um die Prinzipien derselben zu verdächtigen und dadurch eine allgemeine Betheilignng, wenn nicht unmöglich zu machen, so doch nach besten Kräften wenigstens zu erschweren. Die Arbeiter— sagt man— hätten gar nicht nöthig, sich zu vereinigen und Gewerkschaften zu bilden, weil dadurch die Arbeit selbst nicht gefördert, wohl aber gehemmt würde. Ein Blick in unsere heutigen Verhältnisse belehrte uns jedoch eines Anderen. Während der Reiche durch den Schweiß des Arbeiters immer reicher wird und Kapital auf Kapital häuft, bleiben wir Arbeiter immer arm, die Meisten von uns haben kaum für eine Woche Vorrath, trotzdem leider bei den Vcrheiratheten auch die Frauen noch großen- theils mitverdienen, so daß ein Familienleben gar nicht mehr cxistirt— denn wo der Mann, die Frau und sogar die arbeits- fähigen Kinder den ganzen Tag über hier und dort arbeiten, Niemand also zu Hause ist, da giebt es kein Zuhause, kein Fa milicnleben. Auch ftüher arbeiteten wir für einen ganz geringen Lohn; dennoch aber kannten wir damals die Roth und Sorgen, mit denen wir nun täglich zu kämpfen haben, nicht, denn obschon wir heute einen Thaler und mehr pro Tag verdienen, so ist unser Leben bei den jetzigen Preisen der Lebensbedürfnisse und Wohnungen weit sorgenvoller als ehemals,— wir kommen immer mehr herunter, anstatt hinauf. Auch bei den Kleinmeistern ist dasselbe der Fall; sie haben ihre fiühere Selbstständigkeit längst verloren, sie sind nicht mehr, was sie waren, und müssen daS LooS aller übrigen Arbeiter theilcn. Ebenso— sagte Redner— sieht es auf dem Lande aus, und da gerade viele Maurer vom Lande anwesend sind, muß erwähnt werden, daß man früher einen Arbeiter vom Lande hier in der Stadt mit scheelen Augen ansah und sogar meistentheils nicht einmal duldete. DaS ist nun anders geworden; seit der Arbeitermangel überhaupt eingetreten, war eS eine gebotene Nothwendigkeit, Zuzug vom Lande zu gestatten; außerdem aber war dieser Zugang vom Lande vielfach durch Mangel an LebcnS- Mitteln, durch Äioth verursacht, denn früher geschahen die Verpach- tungen der Ländereien von Domainen und größeren Gütern an die zunächst gelegenen anstoßenden Ortschaften; der einzelne Bauers- mann konnte da um einen mäßigen Preis so viel Land Pacht« als er zu seinen Bedürfnissen gebrauchte— jetzt aber wird der kleine Bauer durch Fabrikanten überboten, wie z. B. die hier domici- lirte„Rheinische Actien-Gesellschaft für Zuckerfabrikatiou", die dem armen Bauer durch Nachgebot ganze Ländercomplexe wegschnappt und zu ihren Zwecken benutzt; dadurch kann der unbemittelte Landmann nicht allein keinen genügenden Winterbevarf erzielen, sondern auch nichts zu Markte bringen und ist obendrein auch vielfach noch gcnöthigt, zu solchen großen„Herren" in den Tagelohn zu gehen, um seine nöthigsten Bedürfnisse und Abgaben bestreiten zu können. Da aber treten wieder eigcnthümlichc Verhältnisse ein: diese Herren haben Dampfpflügc, Näh-, Mäh-, Dreschmaschinen zc., deren Nutzen überhaupt nur ausschließlich dem Reichen in die Tasche fließt. Alles wird mit Maschinen verrichtet, und so kommt es, daß durch eine Handvoll Leute binnen wenigen Tagen mittelst der Maschinen die- selbe Arbeit vollbracht wird, zu deren Fertigstellung ftüher mehrere Dutzend Arbeitslcute wochenlang im Lohne standen. Dies veran- laßt und zwingt die ärmere Klasse der Landbewohner, sich in der Stadt nach Arbeit umzusehen, und darum muß man die Maurer vom Lande nicht wie in ftüheren Zeiten mißachten,'weil es eben Bauern sind, sondern sie vielmehr in Schutz nehmen; denn sie kommen wahrlich nicht zum Vergnügen am frühen Morgen 2 bis 3 Stunden Wegs zu Fuß nach der Stadt. Im Großen und Ganzen erstreben wir hauptsächlich Einigkeit, um vereint durch die große Masse den Druck auf unsere Arbeit- geber auszuüben, dessen Resultate ein höherer Lohn und Abkürzung der Arbeitszeit sind; denn gerade die Abkürzung der Arbeitszeit ist eines der wesentlichsten Mittel zur Verbesserung der heutigen Lage des Arbeiters. Ferner erstreben wir die Aufklärung der Arbeiter, die aber nur dann möglich ist, wenn sie sich organisirt haben, wcnu eine allgemeine Verbrüderung zu Stande gekommen ist. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung— Zweck und Nutze» einer Gewerkschaft— sprach ein anderer Referent. Derselbe führte aus, wie vom größten Theile der Arbeitgeber behauptet würde, Zweck der Gewerkschaften sei hauptsächlich: die Arbettcr gegen ihre Herren„aufzuhetzen". Gegen diesen Vorwurf kann ein Blick auf den Strike nützen. Es ist niemals Zweck einer Gewerkschaft, leicht- sinniger Weise einen Strike zu verursachen; sind aber Verhältnisse eingetreten, die das Fortbestehen dieser oder jener Klasse von Ar- beitern durch Mangel an� cutsprechenden Löhnen gegenüber deu Preisen der Lebensbedürfnisse in Frage stellen und ein Lehnzusatz auf gütlichem Wege nicht zu erreichen, so ist es Zweck und Pflicht einer organisirten Gewerkschaft, den Strike anzusagen und durch- zuführen, und nur eine organisirtc Gewerkschaft vermag dies zu Staude zu bringen. Unsere Bewegung überhaupt ist nicht leicht- sinnig oder künstlich hervorgerufen, sondern organisch aus den Vcr- Hältnissen hcrvorgewachsen und kann folgerichtig nicht eher auf- hören, als bis die Ursachen derselben entfernt sind. Sozialistische Productiv-Genossenschaftcn zu gründen, das heutige Lohnverhältniß und mit ihm zugleich die Arbeitgeber abzuschaffen, soll unser Hauptzweck sein. Wir verkennen nicht den Vortheil der konzcntrirteu Production; wir wissen, wie die Zusammenarbeit den Ertrag der Arbeit steigert. Wir wollen deshalb die Vortheile der heutige» Großproduction erhalten, aber wir wollen auch diese Vortheile auf Alle gleichmäßig ausgedehnt haben, nicht Monopol einiger Wenigen bleiben lassen. Besteht die heutige ProductionSweise in der bis- herigen Gestalt fort, so eilen wir Zuständen entgegen, wo zuletzt aller Besitz in den Händen von einigen Dutzend Menschen ruht. Wann werden die Arbeiter einmal anfangen zu begreifen, daß scho« heute vier Prozent der Bevölkerung 96 Prozent durch das Kapital, das Product' der Arbeit, beherrscht? Nicht mechanische, sondern or- ganische Veränderungen sind es, waS wir erstreben. Ist einmal die Gesellschaft in Bezug auf Production und Consumtion, also in Industrie und Handel genossenschaftlich organisirt, so ist dem Privatkapital der Lebensnerv vollständig abgeschnitten. Der Borsitzende, Herr Nitsch, ergriff nun das Wort und gab die heutigen Preise für Maurerarbeiten specisicirt an; sodann auch die wöchentlichen Bedürfnisse einer Arbeiterfamilie von fünf bis sechsPersouen folgendermaßen nach den jetzigen Preisen: 3'/, Schwarz- brode 27 Gr. 6 Pf., 2 Pfd. Butter 28 Gr., 50 Pfd. Kartoffel« 14 Gr., 1 Pfd. Schweinefleisch 10 Gr., 21/s Pfd. Ochsenfleisch 17 Gr. 6 Pf., für Gemüse durchschnittlich 20 Gr., Fett zum Gemüse 15 Gr., Brennöl 5 Gr., Kaffeebohnen 12 Gr., Weißbrod 14 Gr., Salz, Pfeffer, Gewürze:c. 3 Gr., Milch, sowie Zucker für die Kinder 8 Gr., Brennmaterial durchschnittlich 25 Gr., Verbrauch an Schuhwerk 12 Gr., Leinewand, sowie Kleidung«- stücke 18 Gr., Verbrauch an HauSgeräthen, Möbel 5 Gr., wöchent- ttch durchschnittliche Miethe 1 Thlr., Wäsche, Seife, Mangeln:c. durchschnittlich 12 Gr. Sa. 9 Thlr. 6 Ggr. Wo bleiben di« Schulgelder, Beitrag zur Krankenkasse und der Verzehr eine« Mannes, welcher die ganze Woche schwere Arbeit verrichtet, außer dem Hause?— Hieraus sand eine Diskussion statt, an welcher sich die Herren Nitsch, Schuhmacher und Ries betheiligten.— Nachdem ver Vorsitzende zum Beitritt in die Internationale Maurergewerk- schaft crmahnt hatte, wurde die Versammlung geschlossen. Mit sozialdemokratischem Gruß Ries, Schriftführer. ?. 8. Der Ausschuß der Internationalen Maurergewerkschaft in Dresden scheint aus seinem Wintcrschlafe noch nicht erwacht zu sein; bis dato hat derselbe noch kein Lebenszeichen von sich ge- geben. Anstatt allen Anderen kühn und mnthig als Beispiel voran- zugehen, in diesem ungewohnten Kampfe Stand zu halten, bleiben wir unS selbst überlasse». Stade. In Betreff des BersammlungSberichteS der Leipziger Mitglieder der Holzarbeiter-Gewerkschaft in Nr. 34 des„Volks- staat", und da die Leipziger Genossen schon wiederholt ähnliche Beschlüsse dem Ausschüsse gegenüber gefaßt und veröffentlicht haben und denselben verantwortlich machen, daß die Gewerkschaft sich nicht genügend ausbreite, möchten wir allen Mitgliedschaften den Satz von Lassalle in seinem„Die Feste, die Presse"(Seite 33) em- pfehlen, welcher heißt:„Nicht aus unsre Bevollmächtigten dürft Ihr Euch verlassen, sondern jeder Einzelne von Euch muß diese Agi- tation zu seiner Aufgabe machen u. s. w." Ferner dürfte eS auch von einigem Interesse für die Gesammtheit sein, zu erfahren, welche Resultate auch auf diesem Wege zu erzielen sind. DieS bezitglich wollen wir den Genossen die Entstehung und den jetzigen Stand der Arbeiterbewegung in Stade mittheilen, ohne uns einzubilden, dasjenige gcthan zu haben, was möglich war.— Die hiesige Mitgliedschaft der Holzarbeiter-Gewerkschaft ist ge- gründet 1869 am 19. September. Anlaß hierzu gab ein Aufruf von Herrn Aorck im ftüheren„Demokratischen Wochenblatte"(das den ältern Mitgliedern noch bekannt sein wird). Dies war der Agitator, welcher die Stadcr Arbeiter aus ihrer Duselei aufweckte. (Stade ist beiläufig bemerkt ein Ort von 7500 Einwohnern). Die Mitgliedcrzahl der Gewerkschaft war bei der Gründung 15 Mann; sie beträgt gegenwärtig 120 Mann. Außerdem hat sich hier später eine Mitgliedschaft des Allgemeinen deutschen Schneidervereins mit 30 und vor kurzem eine Mitgliedschaft der Schuhmacher-Gewerkschaft mit 18 Mitgliedern gebildet. Ferner hat Stade sich seit April d. I. der Parteiorgarnsation angeschlossen.— Es hat sich die Arbeiterbewegung hier am Orte ohne„Wüh- lerei" ui|d„Umtriebe", gewissermaßen aus sich selbst, entwickelt; e« hat hier blos eines Funkens bedurft, um zu zünden. Den Ge- werkSgenosscn wird Vorstehendes zeigen, daß kleine Ursachen große Wirkungen haben können, wenn nur guter Wille und Ausdauer da ist und daß durch eine kostspielige Agitation allemal daö nicht erreicht wird, was aus diesein einfachen Wege möglich. Möge« deshalb diejenigen Orte, wo bereits Mitgliedschaften der Gewert- schaft bestehen, die detaillirte Agitation Ihätig und mit Ausdauer betreiben, damit ihre Mitgliederzahl, welche an einigen Orten eine sehr niedrige ist, sich immer mehr sammeln. Insbesondere de« Leipziger Genossen möchten wir empfehlen, doch aus ihrer Mit- gliedschaft die Sektionseinthellung fallen zu lassen, da diese Ein- richtung doch durchaus nicht nothwendig ist, dieselbe auch bei keiner zweiten Mitgliedschaft cxistirt, sondern nur störend wirkt. Rur erst dann, wenn die einzelnen Mitgliedschaften ihre Pflichten voll und ganz erfüllen, kann auch der Ausschuß nutzbringend wirken. Was nützt es, neue Mitgliedschaften zu gründen, wenn die alte« sich nickt lebendig zeigen? Deshalb thuc Jeder, waS er kann! Dann ist das Werk schon gethan. Mit Brudergruß E. Wildstacke. 'Neutkingen, 2. Mai. Die hiesigen Parteigenosten ersuchten Hm. Motteier aus Crimmitschau, bei seiner Durchreise der hie- sigen Bevölkerung Gelegenheit zu geben, sich zu überzeugen, daß die Verdächtigungen der Sozialdemokraten bezüglich der jüngsten Bierkrawalle von gegnerischer Seite(der Philisterblätter überhaupt) erfunden sind, um unsrer Bewegung in den Weg zu treten. Eine durch Plakate(welche aber eiligst durch große und kleine Buben herabgerissen wurden) einbemfcne Bolksversannnlung mit der Tagesordnung:„Vortrag über die wahren Ursachen der jüngsten Bier- krawalle" klärte über den wahren Ursprung der Excessc in Mann- heim und Frankstirt auf. Gleichzeitig zog Hr. Motteler in seinem 1'/- stündigen gediegene« Vortrag die Organisation der Agitation in der Partei herein, die auch von Parteigenosse Ziebs, der den Vorsitz führte, befürwortet wurde. Es wurde ein Agitationscomitä von lv Mitgliedern mit 4 Ersatzmännern gewählt, welches die Verpflichtung übernahm, durch planmäßiges Vorgehen sowohl die industrielle wie die ländliche Bevölkerung im Bezirk Reutlingen für unsere Prinzipien zu bearbeiten. Hr. Motteler gab uns noch Änstruktionen, die, wenn sie vom AgitationSkomit6 richtig befolgt werden, ihren Zweck nicht verfehlen können. Mit sozialdcmokra- tische»! Grnß der Schriftführer: Earl Renz. Amlierg. In einer dieser Tage einberufenen Versammlung der Schuhmachergehülfen, wo die Bedrückungen der Arbeiter durch die Arbeitgeber auf der Tagesordnung standen, referirte Geier aus Nürnberg. Derselbe erörterte unter Beifall die Tagesordnung, und forderte auf, uns an die internationale Gcwerksgenostenschaft anzuschließen. Nachdem Hr. Muzbauer auch über diesen Punkt gesprochen, nahm Unterzeichneter das Wort, betonte, daß es un- möglich sei, ohne Anschluß vorwärts zu kommen und stellte den Antrag, daß die Schuhmacher Ambergs sich fest organisiren und an die internationale Gewerksgenossenschaft ohne Zögern anschließe» sollten, was einstimmig beschlossen wurde. Wir rufen unfern Freunden zu, Amberg nicht außer Augen zu lasten. Mit colle- gialischcm Gruß I. Steiner, Schriftf. Wien.(Arbeiter-Wohnungs-Comitä.) Arbeiter! Parteigenosten! Mit Rücksicht auf die jetzt in Wien stattfindende Weltausstellung und der damit verbundenen Wohnungsnoth hat sich, in Wien ein Comits gebildet zur Beschaffung von unentgeltlichen oder doch zum mindesten sehr billigen Wohnungen für die die Weltausstellung besuchenden Arbeiter. Wir ersuchen daher alle jene Arbeiter, welche die Weltausstellung besuchen und auf Wohnungen von unserer Seite Anspruch machen wollen, uns ihre Ankunft 14 Tage vorher bekannt zu geben. Gleichzeitig erlauben wir uns darauf aufmcrk- sam zu machen, daß die Weltausstellung, d. h. die Ausstellung der Ausstellungsobjekte erst biö Mitte Juni beendet sein dürfte und es daher für die Besucher geboten scheint, in ihrem eigenen Interesse diesen Termin abzuwarten. Briefe und Anfragen find zu richten an Adolf Gvhre, V. Bez., GrieSgasse 13 in Wien. Das Arbeiter- Wohnungs-Comit6. Wir ersuchen alle arbeilersreundlichen Blätter um Nach- druck dieses Aufrufes. Wien, 11. Mai. Allen fremden Arbeitern, welche die Welt- auSstellung in Wien besuchen, diene zur Nachricht, daß sich behufs Ermittelung von Quartieren und sonstigen Bcguemlichkeiten alö auch in Hinsicht von Auskünften jeglicher Art ein Comitö in Wien von Seite des Arbeiter-Bildung«-Vereins gebildet hat; daher etwaige Anfragen und Bekanntgaben direkt unter der Adresse: WeltauSstellungs-Comitö dcS Arbeiter-BildungS-VcreinS in Wien, VI. Magdalenastraße 104 zu richten sind. Für das WeltauS- stellungScomitä des Arbcitcr-Bildungs-VereinS: Jos. Reiter. Budapest, 11. Mai. Gestern wurde der Gesammtausschuß der ungarländischen Arbeiterpartei vor die Stadthauptmannschaft zitirt und ihm hier auf Grund eines Erlasieö des Ministeriums des Innern jede weitere Thätigkeit untersagt, die Constituirung, sowie alle bisherigen Beschlüsse wurden annullirt. Ferner wurde über jeden Emzelnen ein Protokoll ausgenommen. Mit Brudergruß A. Jhrlinger. Basel, 12. Mai. Der Strike der hiesigen Zimmerleute ist ausgebrochen. Zuzug ist fern zu halten. Briefe und Gelder an Gehring, Rheingasse 18. New- HjorK. Nach einem Bericht der hier erscheinenden „Arbeiterzeitung" sprach sich der Generalrath der Internationalen Arbeiterassociation in seiner Sitzung vom 21. März über die AuSwanderungsfrage folgendermaßen aus:„Das Ziel der Internationalen Arbeiteraflociation ist die Befteiung der Arbeiter- klaffe, und die Auswanderung der Arbeiter trägt durchaus nichts bei zu dieser Befteiung, fondern verlegt blos den Kampfplatz; die ausgewanderten Arbeiter find in der neuen Hei- math schwächer und weniger widerstandsfähig, da sie erst Gesetze, Gebräuche und Sprache des Landes kennen lernen müssen, bevor sie gut gezielte Anstrengungen machen können. Die mehr als problematische„Verbesserung dcS Looses Derjenigen, welche zurückgeblieben", wird also theuer bezahlt.(Siehe Irland.) Die Arbeiterklasse kann niemals ihre Lage durch Auswanderung ver- bessern und muß ihr Heil da suchen, wo es ist, um so mehr, da sie in dem einen Lande denselben Zustand der Dinge, dieselbe Klassenherrschaft und Wirthschaft findet, denen sie entrinnen will." Und nun fragen wir die deutschen Arbeiter, auf welcher Seite die Wahrheit ist: ob auf Seite des von Arbeitern aller Länder mit der Wahrung der Interessen der Arbeiterklasse beauftragte» General- rathö der Internationalen Arbeiterassociation oder auf Seite der im eigenen Vortheil und im Vortheil der Bourgeoisie wirkenden AuswanderungSagenten. Nicht die Auswanderung, nicht die De- fertion rettet uns. Durch Kamps zum Sieg, das sei unsere Losung.___ Grottkau's durch Körner anbelangt, so wird dieser wohl auS den Beiträgen für Jnhaftirte die nöthige Pünktlichkeit zu beachten, weil e« ein neuesten Thatsachen sich belehrt haben, wie es um Jenen steht. Erklärt doch der„Neue" vom 9. Mai sogar, Körner habe Grottkau„verleumdet", indem er ihm zumuthcte, Vereinigunzs- gelüste zu haben. Grottkau habe im Gegentheil auf der General- Versammlung laut gebundenem Mandat„gegen jeden Bereinigungs- vorscklag nut den„Ehrlichen" gestimmt!" D. Red. d. V.) dringendes Bcdürfniß zu unserer Selbsterhaltung ist. Mit Brudergruß Heinrichs, Vertrauensmann, Tbieboldsgasse 88. Frankfurt a. M. Die Parteigenossen versammeln jeden Samstag Abends 9 Uhr Gasthaus zur Stadt Kreuznach, Dominikanergasse 10. d>'B. Im Gastzimmer liegt der„Volksstaat" aus.(m) Hamburg. Tozial-demokratischer Arbei ervcrcin. Montag, d. 19. Mai, Abends e> Uhr: Versammlung in Hansch's Clublokal, Schauenburgerstr. 14.— Tagesordnung: Ursacke, Verlauf und Ende des Buchdruckersmkes in Deutschland. Referent C. Hill- mann. Gäste haben Zutritt. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Dienstag, den 20. Mai, Abends 8 Übt: Versammlung bei Herrn Hietschbold Gewandgäßchen Nr. 4, I. Zahlreiches Erscheine» der Mitglieder wird erwartet. Ter Bevollmächtigte. K, erlin, 4. Mai. Parteigenosse Körner findet cS für gut, in Nr. 30 des„Volköstaat" eine Lanze für den bevorstehen, von den Herren Grottkau, Hurlemann jc. einberufenen Maurer- und Stein- metzkongreß zu brechen, und sucht derselbe den Nachweis zu führen, daß es sehr unrecht von den Parteigenossen sei, dieses Unternehmen nicht zu unterstützen. Freund Körner macht zunächst mir einen Vorwurf, daß ich mich, wie er sich ausdrückt, berufen fühlte, aus die Gefahr hinzuweisen, die der Partei durch die Beschickung des Kongresses droht. Nun spreche ich aber im ganzen Artikel in Nr. 26 mit keiner Silbe von einer Gefahr für die Partei, sondern ich theilc meinen Parteigenossen nur meine Erfahrungen über die hier stattgefundenen, von Mitgliedern des A. d. Arbeitervereins einberufenen Gewerkschaftskongresse mit, führe dann den Beweis, daß auch dieser Kongreß von genannter Seite einberufen und daß, bevor nicht frühere Beschlüsse im Maurerverein umgestoßen, ma» von uns nicht verlangen kann, in die gebotene Hand einzuschlagen...... Denn„trau, sckau, wem?"— Was Herrn Grottkau selbst betrifft, Montag, den 19. Mai. Abend« 8 Uhr. S'tzung.Reud' ,o stimme ich mit H-reund Korner ganz uberein; auch ich halte lnitzerstraße, bei Arnold. Fortsetzung der letzten Tagesordnung. Leipzig. Montag, de» 19. der Kürschner. Versammlung de? Fachvereins F. Trost. Allgemeine Tischlerversammlung. vH-pjlfs. Dienstag, den 20. Mai, Abends 8 Ubr, in Zeidler'S Lokal, gr. Windmllhlcnfir. 7.— Tagesordnung: Die Tischlcrbcwegung im Allgemeinen.— Gründung eine« Arbeitnachwcises. Zahlreiche« Erscheinen ist Pflicht. Das Comits. Erklärung. Werkin, 6. Mai. Den mir bezuglich meines Artikels in Nr. 36 deS„VolkSstaat" seitens der Redaction gemachten Vorwurf der bodcn- und grundlosen Verdächtigung der Tendenz der Partei weise ich hiermit zurück, enthalte mich jedoch jedes Nachweises meiner aufgestellten Behauptungen. Es sollten damit nur Jrrthümer aufgeklärt werden, in denen sich meine Parteigenossen meiner Ansicht nach befanden. Das ist keine Verdächtigung! Körner, Maurer. (Wir haben hierauf zu erwidern: Herr Körner hatte in seinem Artikel(Nr. 38) wörtlich behauptet, daß die Redaction dcS„Volks- staat"„dieselben Verhältnisse, die wir im Allg. D. Arb.-Verein verdammen, in der eigenen Partei zu nähren versucht." Diese» unS gemachten„Vorwurf" deS Herrn Körner haben wir allerdings eine„bodenlose Verdächtigung" genannt.-— Ferner hatte Herr Körner behauptet:„Die besten unserer agitatorischen Kräfte glauben den schimpfenden Elementen des Allg. D. Arb.-VereinS womöglich noch Concurrenz machen zu müssen." Dies haben wir ebenfalls „grundlose Verdächtigung" geheißen.— Was die Inschutznahme Hrn. Grottkau für einen der Vernünftigsten und versöhnlich Ge- stimmten*), und ist meiner Ansicht»ach derselbe durchaus nicht mit den Herren Tölcke, Hassclmann, A. Kapell(von der Stroh- puppe Hasenklever nicht zu reden) in einen Topf zu werfen, sowie ich auch in Herrn Hurlemann nur einen braven Parteigenossen wenn auch nicht ohne große Vorurtheile gegen uns, kennen gelernt habe. Aber, frage ich, ändert dieses Alles etwas an der vvrhan- denen Thatsache, daß in den Vereinen, deren Agitatoren und „Führer" genannte Herren sind, Beschlüsse existircn, laut welchen uns jede sozialdemokratische Eigenschaft abgesprochen und wir als Verräther an der Arbcitersache hingestellt werden? Und selbst auf die Gefahr hin, meinen Freund Körner noch einmal zu ärgern, muß ich Dem hinzufügen, daß genannte Herren an manchem der- artigen Beschlüsse ihren redlichen Antheil haben.— Unterzeichneter erinnert sich noch recht gut jeuer zur Zeit des vorjährigen Tischler- kongrcsses von uns einberufenen Parteiversammlung, zn welcher die Hrn. Hasselmann, Grottkau und Klinkhardt nebst„Ordnuugs"- Mannschaft und sonstigem Gefolge als ungeladene Gaste erschienen, uns in bekannter Tölckemanier terrorisirten, die Tagesordnung und den Referenten absetzten und den ganzen Abend damit»uSfülllen, unsere Partei, deren Jnhaftirte(Bebel und Liebknecht) und speziell die Berliner Mitglieder der Partei auf's Aergste zu beschimpfen. Es war jene Versammlung, wo Herr Hasselmann den famosen Ausspruch that: Bebel und Liebknecht seien nicht würdig, dem Hrn. Dr. Schweitzer die Schuhricmen aufzulösen. All diesem wohnte Herr Grottkau(er spielte Sckriftführer) bei, und jekundirte wacker, l»»em er sich über die„Intelligenzen" der Eisenacher nach seiner Art lustig machte. All dieser und manch anderer Dinge weiß ich mich noch zu entsinnen, und deshalb bleibe ich auf meinem Aus- spruch stehen. Erst Garantie dafür, daß Vorgänge, wie die geschil- derten nicht wiederkehren; ernsthafte Verständigung und dann ge- meinsames Wirken. So lange aber keine Garantie, so lange Vorsicht.„Gebrannte Kinder fürchten daS Feuer." I. Auer. ') Die Briefe Grottkan's an uns dürften die« nicht gerade bekräftigen. Red. d. V. Hiermit wird da« Buch Nr. 118 der Internationalen Metall- arbeitcrschaft, von Franz Rullmann aus Potschappel, am 22. März 1873 in Dresden eingctreten, für ungiltig erklärt. � Sonntag, den 18, e �Atäntet Sonntag, den 18. Mai: r Große« Arbeiter sest in den Räumen der Restauration zu Gorschmitz b. LeiSnig, Anfang Nachmittag 3 Uhr. Entree für Mannet 2'/», für Frauen 1 Sgr. Bei jedem ankommenden Zug werden zwei Mann am Bahnhof dle auswärtigen Parteigenossen erwarten.— Um zahlreiche Betheiligung namentlich der Leipziger». Chemnitzer Freunde bittet das Comitö. Wüßerg ki Lcipjig. Montag, den 19. Mai, Abend« halb 9 Uhr: Bcreins-Versammlung im„Gasthaus zum Thonberg". Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Berichtigung. Im letzten Absatz der politischen Ucbersicht in der vorletzten Nummer des„Volksstaat" sind hinter:„Mücke, SchwurgerichtSpräsident" die Worte: „im Leipziger Hochvcrrathsprozcß" ausgelassen worden.— Fünf Pfund Sterling sind ferner nicht 32 Tblr., sondern 33 Thlr. 10 Gr. Briefkasten der Redaktion. Mehrere Soz.-Dcm. Nürnberg: Anonyme Zu- schristen werden nicht berücksichtigt.„Neuer Soz.-Dcm." in Berlin: Die Versammlungen in Kreuznach finden, wie Sie aus Nr. 39 he»„Volks- staat" sehen, 3lt Stunde von der Stadt aus hessischem Gebiet statt, da in Kreuznach kein Lokal zu bekommen ist. Wenn Sie also behaupten, wir ließen Preußen von Hcsjcn-Darmstadt annekliren, so ist das einfach — dumm. Sehr bezeichnend ist noch dabei, daß Sie sich betresss der Kriegervereine auf den gleichen Standpunkt mit der„Nordd. Allgcm." stellen. K. in Königsberg: In nächster Nummer. der Expedition. Von E. Mchal Dresden: Abonn. 2. Qu. 25 Gr., Schr. 13 Gr. 5 Pf. Vom Arb.-Bild.-Ver. hier: Ann. Thlr. 1. 26. Von S.Brdn Zürich- Ab. 2. Qu. 25 Gr. Von R. Pfil Zittau: Ab. Mai 6 Gr. Von H. HS Mastricht: Schr. 8 Gr. Vom Arb.-Ver. Neuschöne selb: Ann. 23 Gr. Von Gtthdt München: Schr. 11 Gr. 5 Pf. Von P. Hss Philadelphia: Ab. 1. Qu. 25 Thlr. 2. Qu. 12 Gr. 5 Pf. Von A. Bl Ohlau: Abonn. Genofsenschastsbuchdruckcrei. Antheilscheine bez. AntheilquitMngen erhielten serner: in Dessau: F. Plg Thlr. 3, A. Bckr 2; in Leipzig: Fr. Ehr. Mllr 1, W. Rlsch 1, B. Atsch 1; in Stötteritz H. Plzr 1, E. Grd 1, E. Pttzl 1; in Dresden: R. Frisch 2, A. Hpl 1. E. Brq 15 Ngr. Ehr. Hadlich. ■ßjM'lm Sozial-demokratische Arbeiterpartei Z»«vl IIU- xrsirltsversammlitngen. Uhr: Montag den 19. Mai, Abends 8 Gartenstr. 13 14 bei»rrtischneiver: Vortrag.— DiScnssion.— Verschiedene». Landwehrstraße 11 bei Meister: Vortrag des Herrn Kleist. Verschiedenes. Naunynfir. 31 bei Globig: Vortrag des Herrn Metzner. Discussion. Verschiedene». Nur Mitglieder unsrer Partei haben Zutritt. Gäste iönnm durch Mitglieder eingeführt werden. Um zahlreiche Betheiligung rege Agitation bittet__ Da» AgitationScomitü. nur und Berlin Böttchergesellen-Verein. Sonntag, den 18. Mai, Vormittags 10 Uhr: Versammlung im Heise'schen Lokal, Landsbcrgerstraße 15. Tagesordnung: Vorberathung zum bevorstehenden Congreß. Innere Angelegen» Hecken. Um zahlreiche« Erscheinen bittet_____ Der Vorstand. m'vrtSirt« Allgemeine Arbeiterpersammlung, OrC»Ulll Montag, den 19. d. M., Abends 8 Uhr, in Kuh- nert's Restauration, Vorderblciche 7. Tagesordnung: Zweck und Nutzen der Gewerkschaften. Alle Arbeiter, besonders aber die Holz- arbeitet, als Tischler, Drechsler, Stellmacher, Böttcher w. werden zu recht zahlreicher Bcthciligung eingeladen. H. Oehme. tfT rillt Ich bringe hiermit den Parteigenossen zur Kenntniß, daß unser Vcrkehrslokal nicht mehr bei Wißdors, sondern von jetzt ab bei Hubert Weber, Kämmerergasse 36 sich befindet, woselbst auch sämmtliche Arbeiter-ZeiMngenZaufliegen. Ich ersuche daher alle hiesigen Sozialdemokraten, diese« Lokal sllr den gewöhnlichen Verkehr ,n benutzen. Parteiversammlungen werden durch Plakate bekannt gemacht. Ferner richte ich an die Parteigenossen die dringende Bitte, künftighin mit den Zahlungen der Partei-Bciträge sowohl wie mit den fteiwilligen Zur Beachtung Alle in Sachsen bestehenden Agitalions-Komitce's werden ersucht, be- Huf« Versendung eines Schriftstückes ihre Adressen an Unterzeichnetem einzuschicken. Jost. Klrmp, d. z. Vorsitzender des Dresdner Agitation»-Komitee'«, Brüdcrgasse 12, II. Allen Freunden und Parteigenossen zur gef. Nachricht, daß wir hier eine Genossenschafts- Maschinenstickem und Stepperei mit beschränkter Hastpflicht gegründet haben. Wir empfehlen unser Lager, als: Stickerei, Garnituren, Röcke, Kragen, Chemisette», Herren- und Damen- Manschetten und alle anderen in das Weißwaarensach einschlagende Artikel zur geneigten Berücksichtigung, und stellen bei solider und prompter Ausführung die billigsten Preise. Auerbach i. Vojgtl. Pick sozial-demokratischem Gruß Die Nerwaltuncz. s3aSj Emil Löwe. Gustav Hcllinger. h wegen mir die Avis nach Eßlingen! Einen Brief erhalten, habe denselben verlegt, kann folglich mangelnder Adresse da« Gewünschte nicht schicken. Ersuche, Adresse sofort mitzutheilen. Ernst Knof, Vorsitzender der Intern. GewerkSgenoffenschast der Maurer u. Zimmerer, Palmslraßc Nr, 55, III. bei Lindner, Dresden. Sekanntmachimg. Die Generalversammlung der Jnterulitioualcn Gewerksgenosscnschaft der Maurer und Zimmerer findet den 7. und 8. Juni im Saale zur„Stadt Cöln", untere Hain- straße in Khemnitz statt.— TagcS-Ordnung: 1) Rechenschaftsbericht; 2) Wahl des Vororts und der Verwaltung; 3) da« Verhalten dei� von erwähnter Genossenschaft gegründete» BauauSführungSgesellschaften gegen- über der Genossenschaft; 4) Geschäftsordnung; 5) Bcrathung über Agi- tationSverbreitung. l4aIj D. V. Von dem im Verlage des Unterzeichneten erschienenen, jmit so vielem Beifall aufgenommenen Bilde: Fdiiulllld fassalle der Kämpfer siegen die Kapitalmacht hat ein zweiter Abdruck die Presse verlassen und ist zu den srühercn, be» kannten Bedingungen zu beziehen: 1 Exemplar 7'/- Sgr., 11/10 Exemplare zusammen bezagen 2 Thlr s f« ■\ . Als würdige« Pendant zu obigem Bilde erschien in demselben Verlage ig Simdeolied d der deutschen Sozialdemokratie. Tressend illustrirt von C. Klein, demselben, welcher da« Bilv Las- s a l l e' S entworfen. Preis 1 Exemplar 7'/, Sgr. 11/10 Exemplare zusammen bezogen 2 Thlr. Beide Bilder sollten als paffende Zimmer- Zierde in der Wohnung. eines wahren Sozial-Dcmokraten nicht fehlen. Gegen Franco- Einsendung des Betrages werden dieselben den ge- sii ehrten Bestellern sofort per Post zugesandt. 3 Elberfeld, im April 1373. I. H. Born. Verleger. j4bS j, Zur gefälligen Beachtung. Zwei alte Leute im Besitze eines Vermögens«ou 1500— 2000 Thlr. ohne Erben, fucken auf diesem Wege einen Erben oder Erbin. Letztere wird zur Unterstützung der Frau vorgezogen. Das Nähere brieflich. Hierauf reflektirendc junge Leute mit Angabe ihrer Vermögcnsverhält- nisse und bisherigen Thätigkeit wollen sich an den Rcstaurateur Johann Blum zu Wiltowya'bci Jarocin wenden.__ M? a «eine Adresse ist jetzt:.. Theodor Yor», Erste Borsepen, Hof 13, Hamburg. Filialexpcditionen, welche im Besitz von überzähligen Nummern v. 34 und 36 find, werden gebeten, dieselben umgehend an uns zu retourniren. Expedition des„Bolksstaat". Leipzig: Berantw. Redakteur E. EaSper.(Redaktisn und Expedckt-w Hshestr. 4). Druck und Verlag der GeuossnischaslSbnchdruckerei.