;t( eq. Erlchnnt wöchentlich 2 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle �»stanstalten und Buchhand- lungen de« In- und Aus- lande« an. Für Leipzig nehmen Be- stellungen an: die Expedition, Hohcstraße 4. die Genosicnschasts- buchdruckerei, Zeitzerstraße 44. tI1 8. Bebel, Peterstraße 18. " 5. Müller, Bayerschestraß« 8d, III. ad HVonncmenlspreis: Fiir Preußen incl. Stempel« steucr 17 Sgl., für die übrigen Deutschen Staaten 12>/z Sgr. pro Quartal, pro Monat I'/a Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 12 Nzr. Filialexpeditioneu für die Ver- einigten Staaten: F. A. Sorge, Loa 101 Uodolcon, II. J. via Newyork. G. A. Lönneckcr, ISO W. Lake Cliicago(III.) OrgandersozialdemokratischenArveiterparteiundderinternationalenGeiverksgenossenschasten. Nr. 43. Wittwoch, 28. Wai. 1873. Abonnements auf den„Volksstaat" sör den Monat Juni zu 4'/, Neugroschen werden bei allen sächsischen Postanstalten, für Leipzig bei der Expedition Zcitzerstraße 44. PcterSstraße 18 und bei Colporteur Müller, für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditioren: für Bolkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefeld'.c. bei O. Stelzer, Reudnitz, Kapcllcngasse 11,2 Tr., für Plagwitz und Linde- nau zc. bei dem Uhrmacher Meinhard in Lindenau, für Eon- newitz zc. bei Teubert, Bornaische Straße 197, für Klein- zschocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst ent- gegcngenommen und die Gemeinde, in der ähnlichen Weise, wie die Ungleichheit zwischen Meister, Geselle und Lehrling bei den Zünften maßgebend für die Vorrechte der Meister und für den Triumph des Groß- bürgerthums wurden, so haben wir vor uns daS Ideal der Sozialdemokratie:„Den Staat mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten, den freien„Volksstaat." „Die ökonomische Abhängigkeit deö Arbeiters von dem Kapi- talisten bildet die Grundlage der Knechtschaft in jeder Form und eS erstrebt deshalb die sozialdemokratische Partei unter Abschaf- fung der jetzigen Produktionsweise(Lohnsystem) durch gc- uossenschaftliche Arbeit den vollen Arbeitsertrag für jeden Arbeiter."— Die Gewerkvereinc oder Gewerkschaften erstreben die materielle Besserstellung und geistige Hebung ihrer »rts nach Kräften zur Wcitcrverbreitung des Parleiorgans bei- Zutragen. Die Redaktion und Eipedition des..volkskaat". Parteigenossen! Wir können mit Befriedigung auf das» nun Mitglieder und da dieselben in ihrem engeren und weiterem Ziele bald verflossene Quartal blicken; die Aboniientenzahl ist von eintreten für die UnabhängkFkeit des gesammten Arbeiterstandes, so «KlS auf 7350 geilieqc»; ermüdet nicht, auch fernerhin aller- kämpfen sie gegen den Kapitalisten mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln und fast alle Statuten, die zur Bearbeitung dieser Artikel reiches Material und ausgiebigen Stoff geben, sogar die Gewerkvercine Hirsch-Dunckcr, betonen nachdrücklich die„ge- uossenschaftliche Arbeit" oder befürworten mindestens, die Gesetzgebung der Gewerkschaften auf dieselben auszudehnen, abge- sehen davon, daß einzelne sogar dieselben durch„alle Mittel", also auch dnrck Staatssubvention gefördert haben wollen.— Bon dem Tage a», sagt unö die einfache Logik, an welchem Organisa- Praktische Emanzipationswinke. m. Das Wesen der Gcwcrksgenossenschaften und daö Pro- tionsbestimmungen der Gewerkschaften acceptirt werden sitr Gesctz- gramm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. gebung, ist die gewerkschaftliche Bewegung eine politische geworden Zuerst einen Lorbeerkranz um dasgesalbteHauptdesWunderdoktorS Max Hirsch, der, weil er sich mit der Organisation des Arbeiter- standes und mit der Errichtung von Gewerkvereinen abgicbt, Freund der Emanzipation dcS Arbeiterstandes und deshalb unser Beweis für die Richtigkeit des ferneren Satzes in unserem Partei- Programm, daß die soziale Frage untrennbar ist von der politischen und daß die Gewerkschaften, weil soziale Organisa- tionen, in zweiter Linie politische Zwecke haben. Also mich hier und mein Freund ist. Für diese Freundschaft, die wir dem großen'wieder Uebereinstimmung des Wesens der Gewerkschaften mit dem Wunderdoktor entgegcutragen, werden wir zwar nicht selten mit politischen Parteiprogramm. berufsmäßigen„Sozialdemagogen" in einen Topf geworfen, aus Die Lösung der sozialen Frage ist nur möglich im dcmokra- dem Grunde nämlick, weil uns der Herr Wunderdoktor die schöne tischen Staat, sagt unser Parteiprogramm weiter. Betrachten Phrase von der Harmonie zwischen Arbeit und Kapital noch nicht wir uns das Wesen der GcwerkSorganisation nochmals, so werden hat plausibel mackicu können. Bringt uns auch der„Gewerkverein" wir finden, daß dieselben eine solche ureigenste volksherrschaftliche des Herrn Dr. Max Hirsch mit jeder Nummer den Beweis von(demokratische) Organisation sind, wie sie besser nicht gedacht werden der Lächerlichkeit dieser Theorie— macht nichts— eS wird weiter kann. Die Venvaltungsbehörden derselben sind nur mit ausfüh- harmvnirt. Der Anwalt der deutschen Gewerkvercine, Herr Dr. render und nicht mit gesetzgebender Gewalt bekleidet, ihre einzige Max Hirsch, bestreitet näml ch im Verein mit noch mehreren ge- Autorität ist der Wille der Gesammthcit. Die gesetzgebenden Be- lehrten Herren ganz entschieden die politische Tendenz der Gcwerk- Hörden find die Generalversammlungen, die Kongreffe, in beson vereine. Nun freilich, die Gewerkschaften sind keine politischen Clubs, in dem Sinne, um über Republik oder Monarchie, über Reichs- Herrlichkeit und über Nützlichkeit oder Zwecklosigkeit der Klein- staaterei oder über großstaatlich militärische Heldenthaten und schöne Reitergefechte zu streiten. Aber den Gcwerkvereinen die politische Tendenz abzustreiten, hat sich Herr Dr. Max Hirsch selbst vorgelogen, und der zweite BerbandStag deuffcher Gewerkvercine am 17. April hat den Beweis selbst dazu geliefert. Die 25 Dele- girten der harmonischen Gcwerft'ereine Deutschlands nahmen näm- lich eine Resolution für Betheiligung an den Reichs- und Land- tagswahlen an. Die Resolution spr.cht sich für Aufstellung eigener Kandidaten auS, und verwirft jedes Kompromiß mit gewerkvereins- feindlichen Parteien. Zugleich aber hielt man an der Erklärung fest, daß den Eewerkvereincn ein politischer Charakter nicht bei- wohne.— Erst also Harmonie zwischen Arbeit und Kapital und bann Verwerfung jeden Kompromisses mit gewerksvereinsfeind- llchen Elementen, letzteres also gleichbedeutend mit Kampf! Dann haben die Gewerkvercine keinen politischen Charakter und Vertreter btrsclben lassen trotzdem ex oküoio eine Resolution für Betheili gung an den Reichs 'N den Verdacht der deren Fällen ein Ausschuß oder eine Kontrolkommission und die Urabstimmung der Mitglieder. DieS sind zugleich die Grundzüge für die direkte Gesetzgebung durch daS Volk, die nothwen- digc Vorschule, um das Vorschlags- und Verwerfungsrccht durch das Volt üben und ausbilden zu können. Alle diejenigen Gewerkvercine oder GewertSgenosscnschaften, welche aus dem Stadium des embryonischen ZustandeS herausge- treten sind, haben aber ihrer Organisation einen streng ein- heitlichen Charakter gegeben, welcher einestheils durch den Kampf der Bourgeoisie, andernthcils durch Sparung von Vcrwal- tungskosten:c. schließlich sich von selbst durch praktische Beweg- gründe entwickelt. DieS ist ein weiteres Moment für die Richtig- keit des Satzes im Programm der sozialdemokratischen Arbeiter- parte!, nach welchem die politische und ökonomische Befteiung des ArbeiterstandeS nur möglich ist, wenn dieser gemeinsam und einheitlich den Kamps führt und sich zu diesem Zwecke eine einheitliche Organisation giebt, die einheitliche Organisation der einzelne» Gewerke ist aber die Vorbedingung und Grundlage zur Verwirklichung einer einheitlichen Gesammtorganisation, und Landtagswahlen los. Um aber nicht wie z. B. die« in England schon der Fall ist und in Deutschland —.............Sozialdemogogie" zu gcrathen, giebt ein angestrebt und von Vielen im Sturme zu erreichen für möglich ge- �chlußpassuS die Erklärung ab, den Gcwerkvereinen wohne kein halten wird, ein Ding, das der natürlichen Entivickelung der Ge- politischer Charakter bei! Man sieht, daß diejenigen Gelehrten, wcrkschaftSbewegung widerstrebt. Die cuternationale Organi- welche sich bewußt oder unbewußt weigern, aus einer Sache logische. sation der Gewerkschaften ist nicht denkbar ohne einheitliche Konsequenzen und Nutzanwendungen z» ziehen, mit ihren eigenen nationale Organisation. Die erstcre ist von der letzteren abhängig Handlungen und geschichtlichen Thatsachcn immer in Conflikt ge "■atheii werden. Das Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei läßt od) zusammenfassen in den Satz: Gleiche Rechte, gleiche Pflich- sn! und deshalb betont unser Programm unter Punkt I1>.Alinea 2: Der Kampf für die Befteiung der arbeitenden Klassen ist nicht Kampf für Klassenprivilegien und Vorrechte, sondern für gleiche Rechte und gleiche Pflichten und für die Abschaffung �ler Klassenherrschaft."— Halten wir diesem Punkte ent- Aigen daS ideale Ziel der Gewerkvereinc oder Gewerksgenossen- Aasten, welches dahin geht, an Stelle der Desorganisation der �isellschast die Orgarrisation zu setzen und wie C. Marx und Brentano dies auseinandergesetzt haben— halten wir weiter baran ftst, daß, wie in gleicher Weise die Handwcrkergilden des Mittelalter« unbewußt daö Mittel zur Emanzipation der bürger- ucben Gesellschaft waren, so sind auA die heutigen Gewcrksgc- oossenschaften das Mittel zur Emanzipation der Arbeiterklasse. Fvlg- "ch wird und muß ebenso, wie sich der feudale Staat dazu be- jjUkmeil mußte, die Organisation der Zünfte anzuerkennen und kren Gesetze und Bestimmungen auf das Gemeinde-, Staats- "fc Polizeiregime auszudehnen, auch die Organisation der Gewcrk- cwiiie oder GewerkSgenossenschasten vom Staat über kurz oder •Wg anerkannt werden müssen; anerkannt nicht allein nur, sondern die Form der Organisation der Gewerkschaften wird vom wate ans das ganze Staats- und Gemeindelebcn ausgedehnt müssen. Nun weiß ja ein Jeder, der einer Gewersschaft 'gehört, daß dieselben ebenfalls den Grundsatz:„Gleiche Rechte, Pflichten" bis ins Kleinlichste durchführen, als da sind gleiche Steuern, keine Bevorrechtung Einzelner, möglichst gleiche «Nvaltung, gleichen Genuß von Rechten!" Denken wir unS dieses........—-------.. �"stem ausgebildet, ausgewachsen und ausgedehnt auf den Staat wie die Gewährung von Diäten für Vertreter und Dele und die Arbeiter der verschiedenen Nationalitäten werden sich durch kein Mittel der ganzen Welt abhalten lassen, internationale Ver- bindungen anzuknüpfen sobald nur erst einheitliche n a t i o- n a l e Organisationen sich herausgebildet haben. In der That sind die vorgeschrittensten Gewerksgenossenschaflen Deutsch- lands, welche keiner politischen Partei äußerlich angehören, der internationalen Organisation, welche besonders auf Gegenseitigkeit in den Vereinsstatutcn in Bezug auf Rechte und Pflichten der Mit- glicder basirt ist, der internationalen Organisation thatsächlich viel näher, als diejenigen, welche daö unschuldige Wörtchen„in- ternational" in ihrem Titel aufgenommen haben, welches den Staats- und Polizcimännern fortwährend Gelegenheit giebt, Pro- birstückchen von der Lebensfähigkeit der Gewerkschaftsbewegung zu erleben. Das Wesen der Gewerkschaften und die Solidarität der Interessen der Arbeiter aller Länder treibt nicht nur die Gewerk- schaften, sondern auch die Koalitionen der Kapitalisten zur intcr- nationalen Organisation. Ein weiterer Beweis für die Le- bensfähigkeit der internationalen Arbeiterassoziation, die sich ja weiter nichts zur Aufgabe macht, als daß die Arbeiter bewußt und unabhängig diesem Ziele zustreben lernen. ES ist jetzt kaum weiter nöthig, die nächsten 10 Forderungen der Sozialdemokratie vergleichend mit dem Wesen der Gcwerkö- genossenschaften nebeneinander zu halten. Das Prinzip der Gewerks- genossenschaften,„Gleiche Rechte, gleiche Pflichten", hat nicht nur die Vorrechte des Meister- und Gescllenstandes aufgehoben, son- dern auch die Kapitalien und das Eigenthum der Gewerkschaften sind Gemeingut aller Mitglieder; Katholik, Lutheraner, Juden und religiöse sowohl als soziale Sektionen sind ohne Ausnahmen und ohne Vorrechte in ibnen vereinigt.— Das allgemeine gleiche, direkte und geheime Wahlrecht ist ebenso in ihnen durchgeführt, girte, sowie die direkte Gesetzgebung(Vorschlags- und Ver- werfungsrecht) durch das Volk. Die Errichtung der Volks- wehr an Stelle der stehenden Herre ist zwar in keinem Gewerk- schastsstatut ausgesprochen, ebenso wenig wie die Trennung der Kirche vom Staat und Trennung der Schule von dex Kirche,— aber alle organisirten Gewerkschaftsmitglieder, gleichviel nnter wel- chcr Firma sie figuriren, schwärmen so wenig für stehende Heere »nd Bibclstunden in der Schule, daß man sich von allen Seiten Mühe giebt, diese althergebrachten Sitten den Arbeitern als Roth- wcndigkeit vorzudemonstriren. Der obligatorische Unterricht in Volksschulen und unentgeltlicher Unterricht in allen öffent- lichen Bildungsanstalten ist in dem Zweck der Gewerkschaften, geistige und materielle Hebung seiner Mitglieder, enthalten. — Da ferner die Gewerkschaften für die Unabhängigkeit deS ArbeiterstandeS im Allgemeinen kämpfen, so kämpfen sie insbe- sondere mit für die Unabhängigkeit(Demokratisirung) der Ge- richte, Einführung der Geschwornen- und Fachgewerbegerichte, öf- fentliches und mündliches Gerichtsverfahren und unentgeltliche Rechtspflege und haben hierin die Vorbilder Englands schon viel Rachahmungswerthes in dieser Beziehung geleistet und die Eini- gungSämter insbesondere sind als Vorläufer für Fachgewerbegerichte und für Vereinfachung der Rechtspflege anzusehen.— Die Verfolgung der selbstständigen Arbeiterpresse von Seiten der Polizei und der Regierenden weckt endlich das Verlangen nach Abschaf- fung aller Preßgesetze. Die Maßregelung und daS Knebeln der Bereine und Koalitionen reift den Gedanken nach Beseitigung der Verein«- und Koalitionsgesetze. Der Normalarbeits- tag, die Einschränkung der Frauen- und Kinderarbeit, Beseitigung der durch die Zucht- und Arbeitshausarbeit den freien Arbeitern geschaffenen Konkurrenz sind für die Gewerkschaften selbstverstandcne Dinge und die sozialen For- derungen der Gewerkschaften sind bei Weitem noch spezialisirter »nd ausgebildeter, wie z. B. die Reglung der Arbeitspreise, der Arbeitszeit, der Sonntags- und Nachtarbeit, das Lehrlings- und Unterstlltzungswescn, statistische Erhebungen über Löhne, Arbeitszeit, Lebensmittelpreise, Krankheiten und Todesfälle zc.— Auch in Bezug auf die Steuer» negiren die Gewerkschaften das indirekte System und einige sogar haben progressive freiwillige Einkommen- steuer ihren Mitgliedern auferlegt(wie z. B. der Verein der Buch- druckcrg-hilfeu in Berlin und Hamburg-Altona während der Zeit des Kampfes mit den deusschen Buchdruckerprinzipalcu).— Wa« endlich den letzten Punkt des Parteiprogramms, stattliche Förderung deS. Genossenschaftswesens und Staatskredit für fteie Produktivge- nossenschaften unter demokratischen Garantien anbelangt, so ist darüber weiter kein Wort zu verlieren, da dies im Vorstehenden schon berührt wurde. Drei wesentliche Punkte der Gewersschaftsbewegung sind also hervorgehoben worden, erst die natürliche und geschichtliche Roth- wendigkeit der Gewerkschaften, dann der Beweis ihrer Unabhängig- keit nud Gleichstellung mit der politischen Agitation, endlich die Jdentificirung des politischen Programms der sozialdemokratischen Arbeiterpartei mit der Gewerkschaftsbewegung. Es ist das, was bis jetzt hier darüber gesagt, nichts Neues. Nicht nur die Bourgeoisie haßt und verfolgt die Gewerkschafts- bcwegung und sucht dieselbe zu unterdrücken, weil sie den politft scheu Charakter und die Bedeutung derselben in praktischer und prinzipieller Hinsicht kommt, auch die Gelehrten und hohen Staats- männer verfolgen dieselbe mit Aufmerksamkeit und suchen die Ar- beiter zu zersplittern, getreu dem Grundsatze des Jesnitismus, die Schwächen und Leidenschaften der Personen und der Massen zu Gunsten der Herrschenden und zu Ungunsten der Unterdrückten aus- zubeutcn. Rückwärts kann der Weg nicht mehr gehen. Die Rechte der Coalitions- und Vcrsammlungsfteiheit kann man wohl den Arbeitern schmälern, aber nicht mehr nehmen. Wollte daö wirklich eine Klassenregierung unternehmen, dann müßte, weil Druck Gegen- druck erzeugt, der permanente Kriegs- und Belagerungszustand er- klärt und der Arbeiterstand aus die Barrikade» gelockt werden. Solchen Verlockungen werden die Arbeiter durch Organisation widerstehen lernen, und da keine Regierung aus die Länge der Zeit sich mit dem Volke im Belagerungszustand halten kann, so bleiben nur zwei Dinge übrig: Die Regierungen müssen entweder das Volk zur Organisation selbst mit anleiten, um Katastrophen zu entgehen und die demokratisch-sozialen Prinzipien praktisch an- wenden,— oder: das Volk wird sich feine Rechte erkämpfen durch Organisationen, wie sie die Welt noch nie gesehen! Beide Wege führen in ihrem Endziele zur Lösung der sozialen Frage und somit zur Abschaffung der Klassenherrschaft; zum Sieg der sozialdcmo- kratischcn oder Arbeiterbewegung, zum Untergang der überlieferten Traditionen, des persönlichen Autoritätencultus und zur Besei- tigung der Ausbeutung der Volksmassen. Das sind keine Utopien! Politische Uebersicht. — Die„Vossische Zeitung" berichtet:„Von sächsischen Abge- ordneten wird aus Grund genauer Ermittelungen ihrer Wahl- komitös über die Stimmung der meisten Wahlkreise bcrichiet, daß aus dem Königreich Sachsen mindestens 5 Sozialdemokraten in den nächsten Reichstag gelangen werden." Das„Organ für Jedermann", die„Berliner Volkszeitung" betrachtet diese Notiz als eine Art Schreckscbuß, der die liberalen Wähler zu größerer Thätigkcit anspornen soll. Verlorne Liebesmühe! Die„liberale" sowie die„conscrvativc" Partei sind thatsächlich bei der Arbeiter- klasse in Sachsen tief verhaßt, so daß wir hoffen dürfen, bei den nächsten ReichstagSwahlen nicht nur 5, sondern auch noch mehr Siege verzeichnen zu können. Die sächsischen Arbeiter werden den Wahlkampf mit der äußersten Energie fuhren; darauf können sich ihre Feinde verlassen! — Die Lösung der sozialen Frage durch den Repti- lieufond. Uebcr unseren alten Bekannten Herrn Meyer von der Berliner„Revue" finden wir in der„Tribüne" folgende nickt uninteressante, wenn auch nichts weniger als überraschende Notizen: „Das Blatt entstand in der finstersten Reaktionszeit nach 1348 unter Subvention von adligen Gutsbesitzern und war damals ein ultrakonservatives Partciblatt; jetzt nennt sie sich„sozial-politisch" und beschäftigt sich von demselben konservativen Standpunkt aus- schließlich mit der Sozialdemokratie. Das Blatt erscheint wöchent- lich in zwei Bogen, kostet 1 Thlr. 25 Sgr. vierteljährlich und hat K2— sage zwemndsechszig— Abonnenten, von denen man noch nicht einmal weiß, ob sie alle bezahlen. Es hat hiernach nur 300 bis 400 Thlr. jährliche Einkünfte, denn Inserate erhält es auch nicht, und da uns die Frage doch interessirte, von was für Mit- teln denn eigentlich dies Blatt lebt, so forschten wir nach und entdeckten zu uuserm Erstaunen, daß eS von keinem Geringeren als dein bekannten Geh. Ober- Regierungsrath Hermann Wagener unterhalten wird. Hat er vielleicht die 40,000 Thaler von der Pommerschen Centralbahn zu dem löblichen Preßzweck verwandt, die Sozialdemokraten zu bekehren? fragten wir. Doch weit ge- fehlt. Herr Geh. Regierungsrath Wagcner bezieht aus dem ge- Heimen Preßfond ca. 6000 Thlr. jährlich, und hiervon wird die„Revue" möglichst billig unterhalten. Seit 12 Jahren hat das Blatt 70,000 Thlr. Staatsgelder verschlungen." Ob die Angaben der„Tribüne" in allen Details richtig sind, können wir natürlich nicht verbürgen; unzweifelhaft aber ist— in den Artikeln„Gegen die Provinzialkorrejpondenz"(und„Sozial- demagogisches"), die beiläufig nächstens zum Abschluß gelangen werden, findet sich das Nähere darüber— daß Herr Wageucr, seit sein Schüler und Freund Bismarck am Nuder ist, dem geheimen Ministerium der Sozialdcmagogie als oberster Chef vorsteht, als solcher über bedeutende Geldmittel zu verfügen hat und daß— "Revue"-Meyer mir Wagener'schc Waare auf den Markt bringt. Oder doch zu bringen sich abquält, denn, wie wir sehen, will Nie- mand sie ihm abkaufen. Run, thnt nichts! Der Reptilicnfonds ist ja immer noch auf der Welt; Wagener sitzt an der Quelle, und Laster ist Laster.— — Das deutsche Mordspatriotenthum feierte am vorigen Freitag im Berliner Reichstag wieder einmal einen Ehrentag. Der Abgeordnete Sonnemann, welcher in einer durchaus ruhig und sachlich gehaltenen Rede die skandalösen Zustände iii Elsaß- Lothringen aufdeckte, wurde von den„Geutlenieu"-VolkSvertre- tern in so pöbelhafter Weise teaktirt, daß man außerhalb deö Ber- liner Reichstags wohl schwerlich eine Gesellschaft finden würde, in welcher derartige Rehheiten möglich sind. Um der Gemeinheit die Krone aufzusetzen, ließ man eure Anzahl Redner— voran den Hanswurst Bamberger, der sein parlamentarisches Jauchenfaß bis auf den letzten Tropfen entleerte— über Sonnemann herfallen, und schnitt diesem dann, als er sich gegen die Kläffer wen- den wollte, das Wort ab. Wir verzeihen gern politische Lei- denschaft— aber von solch ehrloser Feigheit können wir uns nur mit Verachtung abwenden.— In der nämlichen Freitags- sitzung hatte Fürst Bismarck ein paar unglückliche Scharmützel mit den„Ultramontanen" Windthorst uud Mallinckrodt, die ihren„genialen" Widerpart durch verschiedentliche wohlgezielte Be- merkungen gänzlich aus der Fassung brachten und zu rhetorischen Extravaganzen veranlassten, die�jur seine Feinde ebenso ergötzlich als für seine Freunde schmerzha t waren. Der„große Staatsmann", dem in der Hitze des Gefechts das fatale Geständniß entfuhr, die Annexion von Elsaß-Lothringen sei vom politischen Gesichtspunkt aus nicht zu vertheidigen, und nur durch militärische Gründe geboten worden(ein Geständniß, auf das wir gelegentlich zurückkommen werden), wußte schließlich nichts anderes zu thun, als mit dem Säbel zu rasseln, wozu weder Genialität, noch Staats- Mannschaft gehört, und was sich,»ach gewöhnlichen Begriffen, selbst für einen Unteroffizier nicht schicken würde. Um zu zeigen, welche Begriffe von„Anstand" man in gewissen Kreisen hat, sei noch erwähnt, daß das Leiborgan des Fürsten Bismarck, die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung", die Rede Sonnemanns eine„po- litische Ehrlosigkeit" zu nennen die Stirn hatte!— — Für die Wähler des 19. Wahlbezirks. Der„Dresdener Volksbote" schreibt: „Der Dresdner Stadtrath und Advocat, auch NeichStags-Ab- geordnete für den 19. sächsischen(früher Liebknechts) Wahlkreis, Herr vr. zur. Minckwitz, hatte neben seinen vielen Aemtern und Obliegenheiten auch noch Zeit genug übrig, eine Aktiengesellschaft „Germania" im Jahre 1370 zu gründen, welche 14,433 Quadrat- ruthen Bauplätze in Berlin kaufte und später so günstig wieder verkaufte, daß sich daS Kapital in dieser kurzen Zeit um 130 Prz. verzinst hat. Die Gesellschaft hat nach Bollbringung dieser ge- meinnützigen Thätigkeit einstimmig ihre Liquidation beschlossen. Was hat nun dieser Demokrat mit seiner Gründung bewirkt? Grund und Boden ist natürlich nicht verbessert, aber die Bau- Plätze sind auf den dreifachen Preis hinaufgeschraubt worden. Wundert sich da noch Jemand, wenn wir Wohnungsnoth und Wohnungstheuerung haben? Es ist doch gut, wenn man spekula- tive Köpfe als ReichstagS-Abgeordnete nach Berlin schickt. Vom Profite lebt der Mensch, wenn er auch Demokrat ist." Hoffentlich wird dieser vortreffliche GeleitSbries den Herrn Minck- witz davor behüten, auch bei der nächsten Wahl von seinen Wäh- lern der Unabhängigkeit, Frcisinnigkeit und Uneigennützigkcit ver- dächtigt zu werden. — In Folge eines von der Nationalversammlung erhaltenen Mißtrauensvotums ist der diplomatische Mörder der Kommune, Thiers, von der Präsidentschaft zurückgetreten, und der militärische Mörder der Kommune, Mac Mahon, zunr Präsidenten gewählt worden. Ob die„Spitze" der ftanzösischen Bourgeoisrepublik Thiers oder Mac Mahon heißt, kann dem ftanzösischen Proletariat gleichgültig sein; der„tausendarmige Riese" wird sich schon wieder rege», um mit allen Schüssen aufzuräumen. — Ueber den Ausfall der Spanischen Wahlen fehlt es zur Zeit, da wir dies schreiben, an bestimmten und detaillirten Nach- richten. Gewiß ist aber, daß die föderalistischen Republi- kaner(die Republikaner, welche den einzelnen Provinzen größere Selbständigkeit geben, und aus Spanien eine Bundesrepublik, nach dem Muster der Schweiz und der Vereinigten Staaten, nicht aber eine centralistische Einheitsrepublik nach ftanzösischcm Muster zu machen beabsichtigen, die große Mehrheit in den konstituirenden Cortes haben, die Anfangs Juni zusammentreten werden. Bon der Brüsseler„Internationale",— die beiläufig in ihrer politischen Uebersicht regelmäßig zu vergessen pflegt, daß es für Bakunisten eine Todsünde ist, Politik zu treiben,— ist es aber etwas stark naiv, das spanische Wahlergebniß als einen glänzenden Sieg des internationalen Sozialismus auszuposaunen, weil die„bakunisti- schen" Internationalen zufällig nebst anderen geduldigen Worten auch daS Wörtchen:„föderalistisch" zum Spielzeug erkoren haben. Ganz abgesehen davon, daß die„föderalistischen" Internationalen, nach dem Herzen der Brüsseler„Internationale", ja kraft ihres Programms, sich an den Wahlen gar nicht betheiligen durf- ten, ist das eigentliche Arbciterelement, das dem Sozialismus seine Armee stellt, auf der pyrenäischen Halbinsel in einer so verschwin- denden Minorität, daß wir sehr zufrieden sein wollen, wenn unter den Gewählten, wie ein Telegramm meldet, acht Internationale sind. Ein Jahrhunderte lang allen„Segnungen" eines„ritter- licken" Königthums und schrankenlos herrschenden PfaffenthumS preisgegebenes Volk springt nicht mit Einem Satz in die sozialdemokratische Republik hinein. Auf politischem Gebiet an Wunder glauben, ist nicht vernünftiger als der religiöse Wunderglaube. Die große Mehrheit der spaniscken Bevölkerung>— mit geringen Ausnahmen die gesammte La nv bevölkerring— hat von dem Abc der Demokratie, geschweige dem der Sozialdemokratie keinen Bc- griff; und die republikanische Mehrheit bei den letzten Wahlen läßt sich blos daraus erklären, daß die Mehrheit der Bevölkerung sich der Wahl enthalten hat. Das hindert nun freilich nicht die Republikaner, die Republik foruiell zu proklamiren, und alle möglichen„Grundrechte" in die neue Verfassung zu bringen; aber es ist mit mathematischer Bestimmtheit zu erwarten, daß die mo- mentan unthätigen, wenigstens auf der öffentlichen Bühne nicht thätigen Feinde, den Kampf aufnehmen werden, sobald sie den Augenblick für günstig erachten. Wenn nun die Re- publikaner die Zeit, während deren sie daS Feld frei haben, mit Klugheit und Energie ausnutzen— wenn es ihnen gelingt, ihre eigenen Klassen-Vorurtheile zu überwinden und das tiesbcgründete Mißtrauen der Arbeiter durch ehrliche Schutzmaßregeln gegen die Ausbeutung des Kapitals zu beseitigen— dann wird die Repub- lik sicherlich ihren vereinigten Gegnern siegreich die Stirn bieten können. Wenn nicht, nicht. Mit der Energie ist's leider noch sehr schlecht bestellt. Die Karliften verwüsten nach wie vor die nördlichen Provinzen und haben neuerdings sogar verschiedene„Erfolge" davon getragen, die militärisch zwar höchst unbedeutend sind, aber durch ihre„mora- tische" Wirkung dem Aufstand sehr sö»dcrlich sein werden. Ob in Madrid ein paar Hundert föderalistische Republikaner„sitzen", die sich Cortes nennen, und ob die„provisorische Republik" in eine „definitive Republik" umgetauft wird, ist für die Feinde der Republik— und zwar nicht blos die Karlistcn— vollkommen gleichgültig— es gibt ihnen keine Kraft und nimmt ihnen keine.— ~— Abenteuer eines Reichs tags abgeordneten. Für die Leipziger Wählerschaft, die so selten etwas von der parlamen- tarischeu Thätigkeit ihres Vertreters,'des VicebürgermeisterS Stephani zu hören das Vergnügen hat— seitdem er(1370) durch Bebel in der Schützenhauö-Versammlung eine so schmähliche Niederlage erlitten, wagt er es nicht mehr, öffentlich aufzutreten— dürfte der weiter unter„Leipzig" folgende Bericht über ein außer- parlamentarisches Abenteuer des besagten Reichsboten nicht ohne Interesse sein. Der Bericht, welcker die Charaktereigenthrim- lichkeiten unseres„allverchrteu" Hrn. VicebürgermeisterS recht klar hervortreten läßt, und unzweifelhaft geeignet ist, in der Brust jedes Wählers desselben ein Gefühl des Stolzes und der Befriedigung zu erwecken.„Voika uu homme!"„Das ist ein Mann!" rief 'Napoleon aus, als er vou seiner berühmten lliiterredmrg mit Göthe zurückkehrte. Nun— wenn die Leipziger Wähler unsern heutigen Leipziger Bericht gelesen haben, können sie auch, jedoch mit etwas anderer Betonung, ausrufen: Das ist ein Mann! Ja, ja, von solchem Holz schnitzt inan nationalliberale Volksvertreter.— Ein kommunistisches Experiment. Wir brauchen unS nicht gegen die Unterstellung zu verwahren, als glaubten wir, daß inmitten der heutigen Gesellschaft soziali- stische oder kommunistische Organisationen und Gemeinschaften ge- gründet werden können, die allmälig die alte Gesellschaft über- wuchern und dem Sozialismus die Alleinherrschaft erringen. ES geht solchen Organisationen wie den Oasen in der Wüste, die be- kanntlich ohne Ausnahme unrettbar versanden; nur mit dem Unter- schied, daß der Versandungsprozcß dieser sozialistischen Oasen ein weit rascherer ist. In Amerika, wo die Bedingungen noch relativ am günstigsten sind, hat man verschiedentliche derartige Versuche gemacht, die aber sämmtlich ein mehr oder weniger klägliches Ende genonimeu haben, oder durch die Macht der Verhältnisse von dem sozialistischen Gedanken abgedrängt worden sind. � Vielleicht bietet sich einmal Gelegenheit zu einer kurzen Skizze der betreffenden Versuche. Jndeß läßt sich auch ans solche Weise die Bourgeois- welt nicht überblicken, nicht wegeskamotiren, so sind die betreffenden Experimente voch zum Theil höchst interessant und lehrreich und bekunden, selbst im Schiffbruch, die Macht des sozialistischen Ge- dankenö. Bon einem der merkwürdigsten Experimente dieser Art, daS allerdings in sehr kleinem Maßstab ist, und sich deshalb, und weil Leute mit bedeutendem Privatvermögen ihre Mittel ge- widmet haben, auch in seinem jetzigen Umfang noch eine Zeit lang behaupten kann, giebt nackstehcnder Bericht eines anierrkanischen BlatteS, der„New-York Sun", vom 30. April 1369 Kunde. Wir finden denselben in einer der letzten Nummern des„Jnter- national Herald" von London, des Organs der englischen Jnter- nationalen, abgedruckt. Was darin von Mr. Oliphhant gesagt wird, ist beiläufig keineswegs übertrieben. Im Uebrigen spricht der Bericht für sich selbst. Er lautet: „Die Broctoner Gemeinde liegt 9 Meilen jenseits von Dunkirk, an dem südlichen Gestade des Erie-SeeS. Der Gründer der Ge- mcindc ist Thomas Lake Harris, ein Engländer von Geburt, dessen Eltern aber um das Jahr 1832, wo er 3 Jahre alt war, nach Amerika kamen. Während seines Lebens ist er Universalistcn-*) Prediger, Bankier und Landwirth gewesen. Er ist 45 Jahre alt und gesund, kräftig und thätig. Die Strecke Land, welche der Gemeinde gehört, umfaßt ein wenig über 1600 Acres. Die Hälfte davon wurde von Mr. Hanns mit eigenem Gelde angekauft, das Uebrige mit dem Gelde der Ge- meindeglieder, und auf ihr Verlangen ist es auf seinen Name», aber als Eigenthum der Gemeinde eingetragen. Ein tiefes Thal zieht sich durch die Besitzung und längst der Thalsohle windet sich ein Bach, an dessen User eine Sägemühle steht, welche eine un- unterbrochene Beschäftigung für ihre Zähne zu haben scheint. Un- gefähr 80 Acres des Landes sind Rebenland(arg irr grapea). Es ist die Absicht der Gemeinde, sich dem Milcherei- Geschäft zuzu- wenden, und es sind bereits Fortschritte in dieser Richtung gemacht worden. Die Gemeinde zählt ungefähr 60 erwachsene Mitglieder, außer einer Anzahl Kinder. Unter den Mitgliedern befinden sich„Lady" Oliphant, die Wittwc deö Baronet Anthony Oliphant, früheren Justiz-ChesS von Ceylon, Lawrence Oliphant, ihr Sohn, fünf ehe- ') Die Untversalisten find eine der in Amerika sso zahlreichen religiösen Sekten. malige orthodoxe Geistliche, einige amerikanische Damen von feinster Bildung und mehrere Japanesen,„Lady" Oliphant und ib« frühere Dienerin leben auf dem Fuße vollkommener Gleich- hjeit, ohne irgend welche Herablassung auf der Seite deö einen, oder Unterwürfigkeit auf der Seite des anderen Theils. Und Mr. Oliphant! Das Schooßkind der britischen Regierung, ein l vollendeter Gelehrter und an Erfolgen reicher Schriftsteller, eins junger Mann, dessen außerordentliche Befähigung Beranlassnnz war, daß er sckon im Knabenalter zur Ausbildung für die höchsten Würden der Diplomatie beftinimt wurde; er, der Lord Etgin's Geheimsecretär während dieses Edelmanns merkwürdiger Sendunz nach China war; er, der nachher, in einem Alter vou weniger als 30 Jahren, als britischer Gesandter nach Japan geschickt wurde, von wo er zurückkehrte, weil er während des denkwürdigen An- griffs ans die fremden Gesandten ernstlich venvundet wurde; er, der dann für Stirling in das Parlament gewählt wurde,— dieser Mann, dem die verlockendsten weltlichen Ehren in vollem Maße dargeboten wurden und noch werden, arbeitet an der Seite und auf dem Fuße vollkommener Gleichheit mit Mit- arbeitern, welche ohne jegliche Schnlerziehung(orrlturo) oder Vermögen sind. Das sind starke Dinge! Was bedeuten sie?- Noch andere Thatsachen giebt es, die nicht weniger überraschend und bedeutsam sind. Nehmen wir z. B. jene ehemals götzen- diencrischen Japanesen. Wir statteten dem einen von ihnen einen kurzen Besuch ab. Der gelbbraune Heide schien wirklich neugeboren zu sein, körperlich sowohl als geistig. Wre glücklich er war! Wir wollen ganz offen sein und gestehen, dag wir in diese» ein- fache(ronglr) Zimmer traten mit Spott ans unseren Lippen und! höhnischer Geringschätzung(cprieal eraotions) in unserem Busen,! und daß wir herauskamen mit Thränen in den Augen und Be-s sckämung in- dem Herzen. Eines der japanesischen Mitglieder ist in seine. Heimath gegangen, da er, wie eö hieß, bestimmt worden war, als einer der Commissionärc die Angelegenheiten auf der! heimathlichen Insel zu untersuchen und zu ordnen. Was uns aber als die überraschendste Thatsache aussiel,>va- daS harmoniscke Zusammenwirken der ehemaligen ortho doxen Geistlichen— einer davon früher ein Sklaven haltender orthodoxer Geistlicher; er war auch reich und hatte 30 Sklave» gehalten. Und doch ist dieser Mann, welcher Jahre hindurch den Satz predigte, daß die Bibel die Sklaverei rechtfertige, jetzt cir liebevoller, demüthiger Arbeiter mit keiner Spur vor etwa zurückgebliebener Mcnschenverachtung(suvklrer/): Er glaubt>ctzt an die allgemeine Brüderschaft del; Menschheit, die Neger nicht ausgenommen, und daß dii| Religion eine Sacke des täglichen praktischen Lebens(ckailx lite 1 sei und'darin bestehe, gut zu handeln."— i Der Bnchdruckerstrike.' In Nr. 41 des„Volksstaat" bespricht ein Herr— e auS Lcip', zig den jüngstbeendigten Buchdruckerstrike, besonders in der zweite» s Hälfte seines Artikels, in einer Weise, welche keineswegs gecigne-< ist, die Sympathie unserer Partei für die Gewerksgenossenschafte»< förderlich zu illustriren. Ja, ich sage es geradezu, Herr—t ha! z mit seinem Artikel der Partei keinen besonderen Dienst erwiesen\ Schon seit Jahren sind wir bestrebt, die Gewerksgenoffeuschaften\ jene Cadres der Arbeiterbataillone, aus den Anfangsstadien heraus t zuhebcn und die Arbeiter in großer Zahl für dieselben zu gewin 1 neu; wie schlecht entspricht es daher unserer Taktik, über die aner-\ kannt tüchtigste aller deutschen Gewerkschaften, diejenige der Buch k drucker, gleich dem Herrn— e rücksichtslos die Peitsche der Knü S zu schwingen. Was konnte diese Kritik nützen? Sollte sie beweisen c daß nichts vollkommen unter de�Sonne ist, so war dies zwecklos z denn noch nirgends haben die Buchdruckcrgehilfen die Organisation s ihres Verbands für unverbesserlich erklärt, im Gcgentheil waren st t bemüht, durch die Erfahrung bestätigte Mängel ihrer Verbands s Organisation zu beseitigen und insofern ist dieselbe trotz alledcis h unter allen Gewerkschafworganisationen die am weitesten vorgeschris I terre. Hat die Leitung des Verbands während �des Strikes»ich a überall beftiedigt, so möge man nicht vergessen, daß der Stein � o der Weisen, die richtige Mitte zwischen Centralisation und Decer tralisation zu finden, bis heute allenthalben vergeblich gesuö worden ist. Unglücksfälle, wie der Abfall des Magdeburger Ga> s Vereins, haben sich bisher noch in jeder, dem Kampf preisgegebene g Organisation ereignet; wollte man daraus aber schließen, daß di n js „feste Organisation(Hassachlich nicht existirt" und von„Uebel � zeugungstreue bei den Mitgliedern kaum die Rede sein kann", nü f dann wäre man einer von Denjenigen, welche das Kind mit dei j Bade ausschütten und die großen Anstrengungen und Opfer, welch j neben den Berliner Buchdruckergchülfen vcrhältnißmäßig beftiedi f gend auch deren College» in Hamburg(2400 Thlr.), Mccklenbur< (1000 Thlr.) rc. während des Strikes aufgeboten haben, nicht a<< Früchte der Organisation, sondern des Zufalls würdigen. Da � bei der Handhabung der Verwaltung des Gchülfenorgaus Fehl«' � vorkommen, ist erklärlich, aber nur dann sind diese Fehler unve< zeihlich und„bezeichnend" für die betreffende Handhabung, wen' � deren Abbestellung absolut unmöglich gemacht oder verhindert wirk � Die Behauptung, daß in der Verwaltung des Verbands der G« j hülfen und deren Organ„Manches faul sein muß", macht in d<] Form, in welcher Herr— e sie vorgebracht hat, auf die Arbeit«- sicherlich einen entmuthigenden Eindruck, der schließlich der gesammte< GewersschaftSbewegung zum Nachtheil gereicht. Wollte Herr S nicht zersetzen, sondern refonniren, dann hat er mit seinem Artib keinen Schuß inö Schwarze gethan. Die Arbeiter topffcheu mache< ist leicht, der Arbeiterbewegung damit aber nickt gedient. Ass; man ihr dienen, so zeige man, wie das„Faule" ausgeschnit� j und daS Vorhandene verbesiert werden kann. Das ist wahr, Kritik. August Geib..} Gewerksqenossenschaftliches. Internationale Metallarbeiterschast. Zlürnverg, 22. Mai. Die Nürnberger Mitglieder stellen zu de!, Generalversammlung den Antrag: Dem ersten Satz des H i der GewerksschaftSstatuten folgende Fassung zu geben: Stirbt ei j berechtigtes Mitglied, so erhalten seine nächsten Verwandt( 12 Thlr. Beerdigungsgeld. Mit soz.-demokr. Gruß!, Albr. Wolf, Bevollmächtigter. Allgemeiner deutscher Sattlcrverein. A Leipzig, 26. Mai. Allen auswärtigen College» hierdurch Nachricht, daß auch die hiesigen College» nach vielfachem Anreg«i � sich dem gemeinsamen Bunde angeschlossen haben, indem sie �• Mitgliedschaft deS„Allgem. deutschen Sattlervereins" gründet� Möge dieselbe wachsen und gedeihen, damit sie ein würdiges Gml des großen Bundes aller Berussgenossen ganz Deutschlands IR und möge sich die Erkenntniß, daß nur durch Einigkeit das sch�l' 1 Ziel erreicht werden kann, welches die Gründer des Vereins in ! Aussicht stellten, immer mehr Bahn brechen, damit unsere Stellung in Zukunft eine menschenwürdige genannt zu werden verdient. l Wertin. Aus Stuttgart wurde der Ausschuß in Kenntniß ge- ! setzt, daß die dortigen Kollegen niit ihren Prinzipalen in Unter- i Handlung getreten sind wegen Einführung des lOstündigen Nor- ( malarbeitstags. Unsere Kollegen in Stuttgart hoffen, ohne Strike ihre Forderung durchzusetzen; doch kann man nicht wissen, wie es kömmt, und es werden deshalb sämmtliche Vertrauensmänuer, so- wie Vereins- und Parteigenossen ersucht, Alles aufzubieten, um den Zuzug nach Stuttgart fernzuhalten. Zugleich warnen wir vor i Zuzug nach Hamburg, wo die Forderungen unserer Kollegen noch nicht bei allen Pieistern bewilligt find und ein Theil derselben sich noch im Strike befindet.— Jene Kollegen aber, die, obwohl sie wissen, daß eine Organisation der Sattler über ganz Deusschland besteht, kleinlicher Rücksichten wegen sich uns nicht anschließen, ver- weisen wir aus die Erfolge, die wir durch unsere obwohl noch junge Verbindung bereits erreicht haben. In Dresden endete der Strike unserer Kollegen siegreich; ebenso in Braunschweig; dem größten Theil der Hamburger Kollegen sind ihre Forderungen ebenfalls bewilligt, und die kleine Zahl der noch strikenden Kol- legen muß siegen, denn das Abhalten des Zuzugs von anderwei- tigen Arbeitskräften zwingt die Bieister zum Rachgeben. Ein Strike der hiesigen Kammmacher ist ebenfalls siegreich beendet, und so Zeigen sich überall die Wirkungen unserer Vereinigung. Aber nicht blos auf dem Gebiete der Arbeitseinstellungen haben wir etwas erreicht, sondern auch auf anderm Felde waren wir thätig. Die Krankenkassen in Dresden, Hamburg und Berlin befinden sich in i unfern Händen, in Dresden gründeten Mitglieder des Vereins eine Produktivgenossenschaft, und die Summen, die an reisende Kollege» i ausbezahlt wurden, erreichen schon eine bedeutende Höhe. Darum Kollegen schließt Euch alle au, je mehr wir sind, desto größer ist unsere Kraft, und desto mehr können wir beitragen, zu unserm ge- meinsamen Ziele, der Emanzipation der arbeitenden Klasse. I. Auer, 1. Vorsitzender, Linienstraße 125. W. Wirths, Kassirer, Alexandriuenstraße 116. NB. Alle Vertrauensmänner werden aufgefordert, für die größt- möglichste Verbreitung unserer Bcreinsorgane zu sorgen. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Die Generalversammlung steht nahe bevor, und wir bitte» nochmals alle dabei Betheiligten, rechtzeitig am Platze zu sein, l damit die Vorversammlung den ersten Feiertag gegen Mittag statt- ; finden kann. Mögen die Delegirten, vom Geiste der Brüderlich-' keit beseelt, nnsre Aufgabe lösen Helsen; Wir haben gethan was in unfern Kräften stand. Sache aller Delegirten wird es sein, I für weitere Verbreitung der Gewerkschaft sorgen zu helfen. Mit voller Befriedigung sahen wir auf die Zeit unsres Wirkens zurück; mit Zagen schickten wir unsre erneuten Anftufe an die Redaktion ! und wenn uns dafür der Vorwurf treffen sollte, daß dieselben r spaltenlang und unnütz gewesen, so glauben wir, daß da, wo l Gleichheit und Brüderlichkeit walten soll, es auch den materiell am Meisten gedrückten Mitbrüdern erlaubt, keinen Weg unversucht zu lassen, um zum Ziele zu kommen. Wir selbst müssen am Besten wissen, ob oder wieviel eS genützt hat. Stur noch ein solches Jahr wie das letzte, und unsre Gewerkschaft ist ein Faktor, mit welchem die Gegner rechnen müssen: darum mulhig vorwärts. Gel- der zur Hauptkasse gingen ein: Mitgliedschaft Stade Thlr. 2. 8, Mitgliedschaft Apolda Thlr. 2, Mitgliedschaft Nürnberg Thlr. 7. 8. 6, Mitgliedschaft Braunschweig Thlr. 6. 27. 7, Mitgliedschaft Mühlhauscn Thlr. 5. 25, Mitgliedschaft Erfurt Thlr. 4. 28, Mit- ■ gliedschast Bayreuth Thlr. 4. 23, Mitgliedschaft Offenbach Thlr. 4, Mitgliedschaft Gotha Thlr. 2, Mitgliedschaft Königsee Thlr. 4. L3, Mitgliedschaft Schwcinfurt Thlr. 1. 4. 2. Der Bevollmäch- tigte G. Greß und Kassirer Stadler in Fürth wohnen Alexander- straße sRr. 19 bei Hohner. In Leipzig ist Kassirer Wilh. Jülich bei Gerhard Härders, Reichsstraße 16, Hinterhaus 2 Treppen. Verkehr und Arbeitsnachweis in Nürnberg ist im grünen Stern am weißen Thurm. Herzlichen Gruß von der Verwaltung an alle College»! Zilger. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. ßhemnih, 21. Mai. Geehrte Berufsgenossen! Von der Mit- gliedschaft Nürnberg wurde uns am 12. d. Mts. folgendes Bittge- such eingesandt: Ein Familienvater mit sechs unmündigen Kindern, welchem als altem bewährtem Mitglied das beste Zeugniß auszu- stellen ist, befindet sich schon seit mehre en Monaten durch eine Krankheit in der traurigsten Lage. Bitterstes Elend und Ver- Zweiflung zwangen denselben an die Humanität seiner Berufs- genossen zu appelliren und hoffen wir, daß diese Zeilen menschen- freundliche Herzen finde» werden, um zu helfen, wo die Roth am Größten. Unterstützungen sind zu senden an den Kassirer Fr. � Fischer, Augu stusb urgerstraße Nr. 54 b, worüber Quittung folgt. Für den Ausschuß G. Schöffel. Chemnitz, 21. Mai. Abrechnung des 1. Quartals 1873. .Einnahme. Kassenbestand vom 4. Quartal 1872. Thlr. 175. 12. 5. Anschluß des Fachvercins Landshut in Baiern mit Kasse ; Thlr. 3. 23., Pirna Thlr. 1. 13. 2. Landshut in Baiern Thlr. 3. kl), Stade Thlr. 3. 6. 5. Frankfurt a. O. Gr. 28. 5, Berlin Thlr. 3. 10, Leipzig Thlr. 3. 15. 6, Nürnberg Thlr. 44. 14. 8, Gießen Thlr. 5, 18. 5, Chemnitz Thlr. 5. 18. 2. Summa: Thlr. 246. 28. 8. Ausgabe. Für 1000 Stück Quittungsbüchcr nebst Anhang, Satz, Druck und.Papier Thlr. 19. 10. Für Buchbinderarbeiten Thlr. 18. Sterbegeld für C. Fermer in Nürnberg Thlr. 12. Für sämmtliche Porto und Schreibmaterialien Thlr. 4. 23. 1. Aus- lagen des KassirerS für Porto und Kassabuch Gr. 7. Summa: Thlr. 56. 8. 1, bleibt Kassenbestand für nächstes Quartal Thlr. 190. 20. 7. Die Mitgliedschaften Negensburg, Schweinsurt und Bay- keuth haben sich entschuldigt mit der Verpflichtung, zum nächsten Quartal ihrer Pflicht nachzukommen. Neu konstituirte Mitglied- schaften sind: Pforzheim, Großenhayn und Gotha. Unterstützungen t an Strikegeldern für Stade sind eingegangen: Nürnberg Thlr. 14. !«- 5, Bayreuth Thlr. 3, Regensburg Thlr. 4, Leipzig Thlr. 8, l Pirna Thlr. 2, Chemnitz Thlr. 7. 11, Schwcinfurt Thlr. 2. 25. Summa Thlr. 41. 14. 5. Hiervon die Ausgabe Thlr. 15 nach Stade, bleibt an Kasse Thlr. 26. 12. 5. Mit sozialdemokratischem Gruß G. Schöffel. Correspondenzen. Leipzig. Was für einen gescheidten Mann wir zum 2- Bürgermeister und ReichStagsabgeordneteu haben! Herr Dr. Stephani wurde— nach einem wahrscheinlich von ihm selbst Erfaßten Bericht im hiesigen„Tageblatt" vom 21. Mai— am l9. März ds. IS. im Berliner Thiergarten von einem Strolch (vielleicht auch„Louis") angefallen, der ihm Geld abpreßte.„In diesem Momente",— lautet der„Tageblatt"-Bericht,— trat aber auch der zweite Mann, der schon vorher Stephani aufgefallen war, an ihn heran, beschuldigte ihn, er habe mit dem ersten Manne Unzüchtigkeiten begangen, und forderte ihn, indem er sich als Poll- zeibeamten gerirte, auf, mit zur Wache zu gehen, oder— ein Douceur von beiläufig 50 Thalem zu zahlen. Stephani sah sich, ohne jede Waffe, in der Gewalt dieser Menschen, nahm in der Nähe keine Hülfe wahr, hatte obendrein das unbestimmte Gefühl eines ihm drohenden Skandals, und gab als Pfand für die ans dem Hotel zu holenden 50 Thlr. seine Uhr hin. Der Gauner war ftech genug, darauf einzugehen, und folgte Dr. Stephani bis an sein Hotel. Der Letztere, den der Gedanke einer Perfidi?(??!!??) auch dem Verbrecher gegenüber anwiderte(!), holte die 50 Thlr. herbei und übergab sie dem Letztern, indem er zugleich die Rückgabe seiner Uhr verlangte. Diese ver- weigerte aber der Unbekannte und forderte vielmehr, wenn er die Anzeige unterlassen solle, noch weitere 400 Thlr., welche andern Tages Mittags ans Siegesdcnkmal gebracht werden sollten. Dr. Stephani zeigte nunmehr(!!) die Sache beim Polizei-Präsidium an. �Es gelang auch wirklich der Polizei, den Mann, zwar nicht am Siegesdenkmal, sondern im Hotel, in welchem Dr. Stephani wohnte, zu ergreifen, als er, frech genug, den Letztern der 400 Thlr. halber aufsuchte." Eine solche Kopflosigkeit, wie sie Herr Dr. Stephani in dieser Schauergeschichte gezeigt habe, würde nicht einmal dem dümmsten Bauern vom Lande, der das erste Mal in Berlin wäre, passiren. Nachdem Herr Dr. Stephani dem Strolch zum Schein die goldene Uhr gegeben hatte— was ganz in der Ordnung— und mit ihm nach der Stadt gegangen war, mußte er ihn von den ersten besten Leuten, die er auf der Straße traf, festhalten lassen und an den nächstpostirten Schutzmann ausliefern. Wollte er das nicht, um Straßenskandal zu vermeiden, sv konnte er mindestens den Strolch im Hotel mit Leichtigkeit festnehmen lassen,— sei es direkt durch die Kellnerschaft oder durch eine mittelst List bewirkter Ein- schließnng des Gaunerö in ein Zimmer. Aber dem Spitzbuben noch die versprochenen 50 Thlr. auszahlen, um ihn, wenn er die Uhr hergäbe, wieder lausen zu lassen,— bloß, well es eine „Perfid ie" sei, ein abgegaunertes Versprechen nicht zu erfüllen, — das geht offenbar über den Horizont alles menschlichen Denkens und ist unS so unverständlich, daß wir zu der Vermuthung ge- drängt werden, es müsse Etwas— wenn auch vielleicht Harmloses — vorgegangen sein, was Herrn Dr. Stephani wünschen ließ, die Sache im Stillen zu begraben.— Wenn Herr Stephani so edel- müthig ist, daß er das Vorenthalten der dem Räaiber versprochenen 50 Thaler für eine„Perfidie" hält— warum weiß man in Leipzig nichts von diesem Uebermaaß von Edelmuth des geehrten Herrn Bürgermeisters?— Gesetzt aber: Unsere Vermuthung wäre unbegründet und der Vorgang verhielte sich wirklich so, wie er im„Tageblatt" beschrieben— kann man dann diesen Mann, der eine so grenzenlose Kopflosigkeit an den Tag gelegt hat, noch als zweiten Bürgermeister und als Reichstagöabgeordneten wählen? Leipzigs Die hiesige Handarbeiter-Genossenschast, die am 18. Mai ihr Stiftungsfest feierte, gedachte an jenem Tage ihrer Gründer, die jetzt in Hubcrtusburg sitzen, mit wärmstem Dank. Mit Gruß Fritz Helbig. ZSildenfeks. Am 27. April feierte der hiesige„Arbeiterbil- dungsvereiu" sein erstes Stiftungsfest, wobei Engelhardt aus Zwickau die Festrede hielt. Freunde aus Stollberg unterhielten die Anwesenden durch Declamationen ernsteren und heiteren In- Halts, Gesänge und ein sehr belebter Ball beschlossen das Fest, in sehr würdiger Weise. Möge, dasselbe dazu beigetragen haben, die Ideen der Sozialdemokratie unter den hiesigen Arbeitern immer weiter zu verbreiten. Mit Gruß und Handschlag Der Borstand. I. A.: Puschmann, Schriftführer. Zkiette�en bei Halle a. S. Am Sonntag, den 11. Mai fand hier eine, von hiesigen Parteifreunden einberufene Volksver- sammlung statt, in welcher Naucrt(Leipzig) über die Arbeiterbe- wegung und deren Ziele referirte. Stelzer(Leipzig) erläuterte in klarer Weise das Programm der sozialdemokratischen Arbeiter- partei. Zum Schluß wurde eine Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiterpartei gegründet, zu welcher 22 Mann beitraten. Das Resultat liefert den Beweis, daß auch hier guter Boden für die Bestrebungen der Sozialdemokratie vorhanden ist. Leisnig. Sonntag den 18. Mai fand zu Gorschmitz ein Arbeiterfest statt. Becker aus Leisnig trug mehrere Gedichte vor. Im Tanzsaale richteten Blos und Rauscher aus Leipzig An- sprachen an die Anwesenden. Die Betheiligung war schwach; doch verlief das Fest sonst befriedigend. Werlin. Der Redaktion des„Volksstaat" geht aus Berlin mit der Bitte um Veröffentlichung Nachstehendes zu: Warnung an Eltern und Vormünder in Stadt und Land: Der unterzeichnete Generalrath deS Gewerkoereins deutscher Stuhlarbeiter und verwandter Berufsgenossen bringt hierdurch an alle Eltern und Vormünder die dringende Bitte zum Ausdruck, ihre Kinder und Pflegebefohlenen von der Erlernung der Stuhlarbeiterbranche (sei es Wollen» und Baumwollenweberei, Leineweberei, Tuchmacherei, Seidenweberei oder Strumpfwirkerei u. f. w.) zurückzuhalten, wenn sie um das Wohl der Kinder und deren Zukunft besorgt sind. Durch die moderne Großproduktion und Verwerthung der mechanischen Maschinen im Webcfachc ist es schon heute dem größten Theil der Stuhlarbeiter unmöglich, ein menschenwürdiges Dasein zu fristen, und bunderte von Genoffen gehen angesichts dieser traurigen Verhältnisse täglich zu andrer Erwerbsthätigkeit über, wenn sie überhaupt noch die in dem ftüheren Berufe ge- schwächten Kräfte dazu besitzen. Rur durch Zurückhaltung von Lehrlingen kann der Ueberproduktion einigermaßen Halt geboten werden, und eine Aufbesserung der seit Jahren nicht erhöhten, sondern herabgedrückten Löhne in der Webe-Jndustric, ent- sprechend den immer mehr steigenden Lebensbedürfnissen stattfinden. Möchten doch Alle, welche ihre Kinder für unfern Berns bestimmt haben, Vorstehendes beherzigen und alle Berufögenossen für weiteste Verbreitung dieser Mittheilung thätig sein; es dürfte nicht um- sonst geschehen sein! Alle arbeitcrfteundlichen Zeitungen werden um Abdruck dieser Zeilen gebeten. Berlin, im Mai 1873. Der Generalrath deS Gewerkvereins der deutschen Stuhlarbeiter und verwandter Berufsgenosscn." Es ist also aus mit der„Harmonie"! Gut, daß es die Arbeiter selber erklären. Herr Dr. Max Hirsch würde— wenn er jene „Warnung" abzufassen gehabt hätte— sie jedenfalls„versöhnlicher" zugespitzt haben.— Werkin. Der„Neue" vom 18. Mai schreibt:„In der letzten Nummer sprachen wir von einem Briefe des Herrn Dr. I. B. von Schweitzer an die Bräuer'schen in Hamburg. Einen Absatz, der das Einverständniß deS Herrn von Schweitzer mit den„Ehrlichen" beweist und somit ein rührendes Schlaglicht auf die ftüher so orthodoxen Schweitzer-Bräuer'schen in Hamburg wirft, müssen wir hier noch zum Abdruck bringen. Derselbe lautet: „Der„Volksstaat", der mich früher in jeder Nummer ver- dächtigte, hat, seitdem durch das Auftreter der Hamburger die Frage der Vereinigung zu einer brennenden geworden ist, jene Verdächtigungen fast gänzlich eingestellt." „„Das ist köstlich! Herr von Schweitzer thut sich also etwas darauf zu gut, daß er mit den Volksstaatredakteuren einen Pakt abgeschlossen hat, wie seinerzeit mit der Gräsin von Hatzfeldt. Nun: Gleich und gleich gesellt sich gern!" Es wäre eine Beleidigung unserer Parteigenossen, wollten wir diese Niedertracht zu widerlegen versuchen. Kamburg, 15. Mai.(Verspätet.) Herr Amand Gögfg hielt auch während seiner Anwesenheit in Hamburg vor einer mäßig besuchten Versammlung in Hansch's Clublokal einen Vortrag über Die politischen, religiösen und sozialen Zustände Amerkas. Im Wesentlichen erfuhren wir dasselbe, was der Redner auch in anderen deutschen Städten schon hervorgehoben. Bei Besprechung der so- zialen Zustände?lmerikas stellte sich Redner auf den sozialistisch- radikalen Standpunkt, nach welchem der Staat von dem Grund und Boden Besitz zu ergreifen und denselben an Genossenschaften, Private*) und Gemeinden auf bestimmte Zeiträume zu verpachten habe. Auch für die industriellen Unternehmungen stand er auf den mit unserem Parteiprogramm übereinstimmenden Prinzipien. Wir fühlen uns verpflichtet, gegenüber anderen Behauptungen die» anzuerkennen und hervorzuheben. Kamvurg. Der Sttike der Schuhmacher dauert fort; vor Zuzug wird gewarnt. Unser Arbeitsnachweisungöbüreau befindet sich große Rosengasse 37 bei Hübner. Stettin. Ein Tischler-Strike ist am 20. Mai ausgebrochen. Wir bitten, etwaige Briefe oder Untcrstütznngsgelder an das Strike-Comitä der Tischler Stettins, Mohr, Breitestcaße Nr. 61, adressiren zu wollen. Vor Zuzug wird gewarnt. B. Schneider, Schriftführer. Wremcrfiavcn. Die Direktion des„N. D. Lloyd" wollte vor einiger Ztit mit den Arbeitsbüchern, welche sie den Eisenarbeitern schon längst aufgedrängt, auch die am Lloyd beschäftigten Schiffs- zimmerer beglücken. Die Schiffszimincrer, welche schon eine gute Organisation hatten, dankten für diese Art von Beglückung und kündigten, ungefähr 60 Mann, sämmtlich die Arbeit. Die hiesigen Helgenbaase nahmen die aus der Arbeit Getretenen mit Freu- den auf, wodurch der„N. D. Lloyd" gezwungen war, die noch- wendigen Reparaturen, sowie früher, von den hiesigen Schiffsbau- meistern verrichten zu lassen. Dieser Zustand dauert bereits schon 2 Monate. Die Direktion deS„N. D. Lloyd" macht nun aller- Vings die größten Anstrengungen um Schiffszi.nmercr zu erhalten, bis heute aber ohne Erfolg. Wir möchten nun alle unsere Col- legen überall warnen, sich durch irgend welche Versprechungen von Seiten der Lloydgesellschaft irre macheu zu lassen, denn das ist eine Ausbeutergesellschaft. Dülken, 18. Mai. Heute, den 13. Mai fand hier eine sehr zahlreich besuchte Volksversammlung statt. Zum Vorsitzenden wurde Unterzeichneter gewählt; als Referenten waren anwesend Fr. Obermann aus Crefeld, Jos. Sauren aus M.-Gladbach. Die Tagesordnung lautete: 1) Die allgemeine Armuth des Vor- kes, und ihre Ursachen; 2) Die bevorstehenden Reichstagswahlen und die Aufgabe der Sozialdemokraten. Die Referenten sprachen abwechselnd und erhielten allgemeinen Beifall, so daß sich die Ar- bester in großer Anzahl in die Listen unserer Partei einschreiben ließen. Unsere Mitgliedschaft besteht aus 60 Mann. Wenn die Agitation in hiesiger Gegend fortgesetzt wird, was sehr am Platze ist, so werden wir sehr günstige Resultate erzielen. Mit sozial- demokratischem Gruß P. Joseph Ernst, Vertrauensmann. Arfurt. Die hiesige„Thüringer Zeitung" brachte neulich einen Artikel über„die Rohheit der Arbeiter". Die bürgerlich-demo- kratische„Rhön- und Werrazcitung" bemerkt dazu ganz richtig, daß es bei den„gebildeten Ständen" weit mehr Rohheit gäbe, als bei den Arbeitern, wie z. B. der Leipziger„Tugendbund" be- weise, und bringt dazu als Illustration folgenden Vorfall zur Kenntniß: In einer hiesigen Lampenfabrik ist ein Lakirer, der da- selbst lange Jahre gearbeitet, an der Bleikolik, im Volksmund „Blutvergiftung" genannt, erkrankt. Die Aerzte glauben, daß er jedenfalls mehrere Jahre, möglicher Weise zeitlebens arbeitsunfähig sein wird. Er beanspruchte nun seine Unterstützung aus der Fab- rikskrankenkasse, welche laut Statut 3 Monate lang danern soll. Da aber keinem Arbeiter das Statut bekannt ist, so wird dasselbe Seitens des Fabrikanten gehandhabt nach Belieben. Nun sollte genannter Arbeiter ebenfalls nur drei Monate Unterstützung erhal- ten, sind aber jedoch Fälle vorgekommen, daß man 4 Monate lang Krankengeld auszahlte nebst Kurkostcn. Der Arbeiter wurde daher klagbar bei dem gewerblichen Schiedsgerichte, welches die Sache untersuchte und beide Theilc vorlud. Der Kläger erschien, der Angeklagte dagegen nicht, gab vielmehr buchstäblich folgendes Schriftstück ein:„Ich zeige hiermit an, daß ich zum Termin nicht erscheinen will und bitte den ic. Schaller auf den Rechtsweg zu verweisen." Hochachtungsvoll Klm. Das Schiedsgericht fällte hierauf sein Urlheil, gemäß dem Autrag deS Klägers, daß also der Fabrikant 4 Monate lang Kran- kengeld nebst Kurkosten zu bezahlen habe. Tags darauf schickt nun der Arbeiter sein Kind hm, um die Recepte abstempeln zu lassen. Dieses Kind läßt er 50 Minuten lang stehen und gibt endlich zur Antwort: Der Vater sollte nachher selber kommen. Welche Zeit braucht nun nach diesem Exempel ein Fabrikant, um seinen Geschäftsstempel aus ein Stück Papier zu drücken? Nach kurzer Zeit geht nun der Arbeiter in die Fabrik, um seine Recepte zu holen, wobei er mit höcksst barschem Ton nach seinem Begehr gefragt wird. Nachdem dieses in Ordnung gebracht, wird dem Arbeiter noch folgende Antwort zu Theil:„Betreten Sic meine Fabrik noch mit einem Fuß, dann lasse ich Sie durch die Hunde hinausbringen." So etwa« darf sich ein Bourgeois erlauben gegenüber einem Proletarier, der sich in seinem(deS Bourgeois)„Dienste" jahrelang abgerackert und eine schwere Krankheit geholt hat. Wie ausgedrückte Schwämnte werfen die Ausbeuter das Mcnschenfleisch weg, wenn sie es nicht mehr brauchen können. Und das„Haftpflichtgesetz"— welcher Hohn in diesem Fall? Ja, der Fabrikant trägt nach Bourgeois-Begriffen in diesem Fall nicht die Schuld an der Zerstörung des Proletaricrkörpers, denn der„freie" Arbeiter kann ja hingehen, wo er will. Und damit basta! Ailingen. In der Sonntag, den 4. Mai stattgefundenen *) Da wir wissen, daß der Einsender sich über die Ziele der Sozial- demokratie klar ist, so muß entweder Amaud Gögg sich nicht genau aus- gedrückt, oder der Einsender ihn falsch verstanden haben. Eine Ber- Pachtung de« Boden« an Private dürste wohl in keinem radikal- sozialistischen Programm, um den Ausdruck des Einsender« beiznbe- halten, zu finden sein. Die Vorstellung de« Eollektivbesitze« schließt doch alle«„Private" au».(Red. d.„Bolksst.") Btrsammlung der Buchbinder referirte Dietrich aus Stuttgart über unsere Lage und gab Bericht über die Verhandlungen und Be- schlüsie des Kongresses. Mit aufrichtiger Freunde wurde die Grün- dung deö Verbandes begrüßt und sümmtliche Kollegen erklärten sofort ihren Eintritt. Mit froher Genugthuuna konnte Einsender dieses die Beobachtung machen, wie sehr die Kollegen Eßlingens die Arbeiten des Kongresses zu würdigen wußten und mit welchem Vertrauen sie in den Verband eintreten, der auf solcher Basis be- ruht. Nach Schluß der Versammlung wurden noch einige Stun- den in gemüthlichem Zusammensein zugebracht, in welchem Toaste dem Verbände und den Gründern desselben gebracht wurden. Möge überall die Erkenntniß der Nothwendigkcit des Verbandes so Platz greifen, wie sie in Eßlingen Platz gegriffen hat; möge aber auch überall ein solches Vertrauen dem Verbände entgegen- gebracht werden, so wird Garantie geboten sein, daß unsere Lage durch die Bestrebungen des Verbandes sich zu einer wirklich bessern gestalten kann. Das Vorgehen Eßlingens könnte mehreren Städten zur Nachahmung empfohlen werde». Pforzheim. Für die hiesigen Schuhmacher ist folgender Ar- beitölohn- Tarif festgesetzt worden und zwar auf Werkstatt bei freiem LogiS: 1) Herren-Arbeit. Reitstiefel mit Doppelfohlcn, wenn Futter und Sttupfer mit der Maschine eingesteppt werden 1. Kl. ff. 3. 36, 3. Kl. fl. 3; do. wenn der Schaft zur Naht gemacht ist mit Ausnahme der Hinternaht und Kappen fl. 3; Safianstiefel fl. 3. 48(für Steppen 30 kr. weniger); Schafftstiefel 1. Kl. fl. 2. 42, 2 Kl. fl. 2. 30(für Steppen des Futters oben und unten 12 kr. weniger); Vorschuhe 1. Kl. fl. 1. 42, 2. Kl. fl. 1. 30(mit Kappen 6 kr. mehr); Stifeletten-Böden I.Kl. fl. 1. 36, 2. Kl. fl. I. 24; Pantoffel mit Absätzen I.Kl. fl. 1. 12, 2. Kl. fl. 1; do. mit Ab- fätzen 1. Kl. fl. 1.; 2. Kl. kr. 54.(für genähte Doppelsohlen 12 kr., für genagelte 18 kr., für Spornkapseln 18 kr. und für t internähte und Strupfen bei Stiefeletten 9 kr. mehr).— 2) naben-Arbeit. Schaftstiefeln Nr. 38— 32 fl. 1. 54— 1. 48, Nr. 31—24 fl. 1. 36— 1. 24; Zeugstiefeln Nr. 38—32 fl. 2. 6 — 2., Nr. 31—24 fl. 1. 48— 1. 42; Vorschuhe Nr. 38—32 fl. 1. 18—1. 9, Nr. 31—24 54—48 kr.; Böden 33—32 fl. 1. 12— 1., Nr. 31—24 48 kr.(für Doppelsohleu 6—9 kr. mehr).— 3) Damen Arbeit. Böden mit Absätzen 1. Kl. fl. 1. 12, 2. Kl. fl. 1. 6., 3. Kl. fl. 1.; do. ohne Absätze 1. Kl. 54 kr., 2. Kl. 48 kr.; Feine Damenschuhe(gleich den Stiefeletten); Pan- toffel ohne Absätze I.Kl. 45 kr., 2. Kl. 40 kr.; Arlas-, Englisch- leder- und Chevreaux- Schuhe ohne Absätze 1. Kl. fl. 1. 9(für Befestigung der Holzabsätze 6 kr. mehr),(für Doppelsohlen und sehr hohe geschweifte Absätze je 9 kr. mehr).— 4) Mädchen- u. Kinder- Arbeit. Nr. 35—28 Böden 1. Kl. 2 fl., 2. Kl. 48 kr., Nr. 27 —21. Böden 1. Kl. 45 kr., 2. Kl. 36 kr.(ohne Absätze 9 kr. weniger).— 5) Reparaturen. Vorderblätter in. Sohlen u. Fleck für Herren sl. 1— 1. 6, für Knaben 36— 38 kr., für Damen 36 — 42 kr., für Mädchen und Knaben 24, 30, 36 kr.; Sohlen u. Fleck für Herren 26— 28 kr., für Knaben 22— 24 kr., für Damen 22— 24 kr., für Mädchen u. Kinder 15, 13 kr.; Fleck für Herren 8 kr., für Knaben 6 kr., für Damen 6— 8 kr.; Ganze Rahmen für Herren 6 kr., für Knaben 4 kr., für Damen 4 kr.; Riester für Heren 3 kr.(für Steppen von Herren-Vorderblätler 8 kr. we- niger),(für Steppen von Damen- u. Knaben-Vorderblätter 4— 6 kr. weniger),(bei Borderblätter u. Sohlen sind kleine Repara- turcn inbegriffen). chra�. Ter Strike der Tischler dauert fort. Unterstützungen sind dringend nothwendig, selbige werden seinerzeit dankbarst im „volkswille" quittirt. Der Zuzug ist dringend abzuhalten, da davon größter.theils die Erringung unserer Forderungen abhängt. Eingehender Bericht wird im„Volkswille" folgen. Zusendungen find zu richlen an Joses Frank, Tischler, 5. Bezirk, Grcnadiergaffe Nr. 1, Graz. Für das Strikccomilv Kraschkowitz. Kens. Die Generalversammlung der Schuhmacher in Genf hat am 17. April einstimmig eine Revision des alten Tarifs an- genommen und am 25. gleichen Monats mit Begleitschreiben allen unsern Arbeitgebern zur Genehmigung unterbreitet. Die nach dem- selben gestellten Forderungen verlange» im Durchschnitt 15 Proz, für die Wochcnarbeiter Einführung der Normalarbeitszeit von 11 Stunden und Abschaffung der Sonntagsarbeit.— Nach bereits dreiwöchentlichen Unterhandlungen erzielten wir endlich das Resultat, daß unser Tarif von unseren Herren Arbeitgebern im Prinzip angenommen wurde, daß diese sich jedoch weigerten, den- selben zu unterzeichnen. Schon im Jahre 1866 gaben uns diese Herren die gleiche Antwort, womit wir uns auch begnügten; die Folge davon aber war, daß nur sehr Wenige ihr Versprechen hiel- ten, und folglich nach wie vor wieder bezahlten, wie sie wollten. Gestützt auf diese Erfahrung und an der Forderung festhaltend, daß unser Tarif vom 17. April von den Herren Meistern zu unterzeichnen sei, hat unsere aus über 300 Mitgliedern bestehende Generalversammlung einstimmig den Strike beschlossen. Wir stehen Alle wie ein Mann, aber Hülfe thut Roth, sollen wir den Sieg erringen. Mit Verttauen wenden wir uns deshalb auch an unsere Brüder in Deutschland, welche noch immer eingestanden sind, wo es galt, die Rechte der Arbeiter schützen. Briefe und Gelder bitten wir zu richten an den Kassier un- screr Gesellschaft S. Gasser, Grütliverein, Genf. Mit Brudergruß Namens der Schuhmacherarbeiter-Gesellschaft. Der Präsident: R.Sommer. Der Sekretär: Jos. Delarue. Agitation, von Chemnitz vom alten Stamm Thlr. 2. 20. Extra- steuer, von Erbach von E. u. B. Thlr. 1. Mit sozialdemokratischem Gruß H. Benneke, Hamburg, Kl. Schäferkamp 34. Briefkasten der Redaktion. R. L. in Leipzig: Wir werden später auf diese Sache zu sprechen kommen. A. B. in Spandau: Das Gedicht ist nicht zur Aufnahme geeignet. D. in Mülsen St. Niklas: Wir erinnern uns nicht an da« belr.„Eingesandt".„Freund und Abonnent" in Leipzig: Wir haben die Wiener„StaatShÜlfe" für das Börsenjobberthum bereits in Nummer 40 de«„Volksstaat" besprochen. Wenn wir dabei Lassalle nicht erwähnt haben, so geschah dies deßhalb, weil un» stets mehr um Thatsachen als um Personen zu thun ist. Zurückgestellt mußten werden: Spandau, Wiesbaden, Wandsbeck, Kreuznach, Cöln. G. in Mannheim: Sie haben vergessen, mitzutheilen, was in der betr. Schuhmachergewerk- schaftsverfammlung verhandelt und beschlossen wurde. L. in Rocklitz: Gedulden Sie sich»och einmal, wir müssen erst die nbthigcn Erkundigungen einziehen und das ist uns im Augenblick nicht so leicht. Faktor Beyer in Ernstthal: wir müssen Ihre„Entgegnung" bis auf weitere« zurück- stellen, glauben übrigen« kaum, daß wir den für dieselbe nöthigen Raum herauskriegen können. Ihre„Eutgegnung" übersteigt den Artikel au« Hohenstein um da« Dreifache. Wir bemerken Ihnen übrigens im Borau«, daß 4 Thlr Lohn für täglich 12 stündige Arbeit durchaus kein so glan- endes„Verdienst" find, wie Sie glauben. Sie selbst;. B. stellen sich Ängsliurg Sozial-demokratische Arbeiterpartei. xJ'Uflvl Jeden Montag findet im Lokal des Hernr Gastwirth Weber(vor dem Frankfurtcrthor) Mitgliederversammlung statt, wo in der Regel Vorträge gehalten werden. Auch versammeln sich die Mit- glicdcr dorsselbst jeden Samstag. 3bs H. D r e s e l. Vertrauensmann. Quittung. Für die Jnhaflirten, die Agitation u. f. w. ging ferner bei uns ein: von Hamburg durch Lindinger auf Liste Ztr. 101 Thlr. 1 12, von Reutlingen durch Kreuser Thlr. 18. 8. 6, von der Eppe- dition des Bürger- und Bauernftcund durch Mchlhorn Thlr. 4. 20, von Dalmstadt durch Ehnis von W. D. Gr. 17, von Cöln durch Heinrichs Thlr. 2, von Braunschweig durch Müller Thlr. 10, von Augsburg durch Sch. fl. 5, von den übrigen Parteigenossen p. 1, von Fürth durch Löwenstein Thlr. 14, von Spandau durch Fischer Thlr. 1. 3. 6, von Coburg durch Ochrl Gr. 26. 6, von Hildesheim durch Vespeimann Thlr. 1. 11. 6, von Harburg durch Janutsch auf Liste 112 Thlr. 2, von Hainichen durch Hosemann Thlr. 1. 12. 5, von Frankfurt a. M. durch Grimm Gr. 27. 6, von Leipzig durch O. Richter von A. B. U., Familienbeitrag Thlr. 6. 2l, von Limbach durch Schuhmann Thlr. 1. 19. 5, von Hohenstein durch Pößnck Thlr. 1 und von L. Neubert zur Agita- tion Gr. 15, von Luckenwalde durch Ehrhardt Gr. 21, von Nürn- berg durch Scherm Thlr. 4. 7. 6, von Glauchau durch Albert von List. 265 Thlr. 1. 4. 5, von Saalfeld durch Kellner Gr. 26. 6, von Cöln durch Heinrichs Thlr. 1. 5, von Dresden durch Grundig, 3. Sendung Thlr. 5, von Augsburg durch Endcrs, Er- trag einer Sammlung in der Volksversammlung vom 30. April Thlr. 10, von Meerane durch Hübner Thlr. 8. 9. 6, von Mainz durch Lcmoisne fl. 9. 26, von Magdeburg durch W. Klees Thlr. 3. 21, von Rochlitz durch Lehmann Thlr. 1, von Hamburg durch Leidingcr Thlr. 1. 6, von Glauchau von A. Bonitz Thlr. 2 zur gewiß besser. E. H. in Paris: Leider zu spät für diese Nummer; also in nächster. der Expedition: Von Rtr. hier f. 2. Qu. 13 gr.; v. Stlzr. in Reudn. f. 1. Qu. 9 Thlr.; v. Ihn. in Königssee f. 2. Qu. 25 gr.; v. K. Lerra Sz. Tamüs s. Schrift. 18 gr.; Th. Älb. in Franks, a. M. f. 2. Qu. 13 Thlr. 1 gr., f. Schrift. 3 Thlr. 15 gr. 3 Pf.; v. H. Grmm. das. f. Schrift. 8 Thlr. 13 gr. 9 Pf.; v. I. Flher. in Wien s. 2. Qu. 15 Thlr.; v. Lpld. in Ettcnhenhcim s. Schrift. 6 gr.; v. I. Stnbch. in Bärenbrog f. 2. Qu. 25 gr.; v. O Nbrt. in Stollberg f. 2. Qu. 5 Thlr. 12 Gr. 5. Pf.; v. Trst. in Kleinzschocher f. An. 12 Gr.; v. Sektion der Glaser hier f. An. 9 Gr.; v. L. Schtz. in Lörrach f. 2. Qu. 5 Thlr. 8 Gr. 5 Pf.; v. Dnr. in Elberfeld f. An. 14 Gr.; v. Schlz. in Lindenau f. Schrift. 22 Gr.; v. Fldr. in Solingen f. Schrift. 1 Thlr.; Mdrkc. in Zittau f. 2. Qu. 12 Gr. 5 Pf.; o. Amclang« Verl, in Berlin f. Schrift. 1 Thlr. 21 Gr. 5 Pf.; v. Gd. in Kopenhagen f. Schrift. 28 Gr.; v. A. Thl. in Wien f. 2. Qu. 12 Gr. 5 Ps.; v. A. Ptrs. in Berlin f. 2. Qu. 12 Gr. 5 Pf.; v. W. Rbenw. in Berlin f. Schrift. 3 Thlr.; v. H. Gldmmr. f. Schrift. 10 Gr.; v. Hdlch. hier f. An. 4 Gr.; v. S. Lske. in Jnowraklaw f. Schrift. 1 Thlr.; v. Sftt. hier f. Schrift. 18 Gr.; v. Hnze. u. Vgt. hier f. An. 1 Thlr.; v. Ulrch. hier f. An. 6 Gr.; v. H. Mth. in Lichtenstein f. Phvtogr. 2 Gr. 5 Pft; v. I. Mllr. hier f. Schr. 3 Thlr._ Fond für pol. Gemaßregelte. B. F. Tscher. in Görlitz d. S'. 1 Thlr.; v. F. Wttke. in Leipzig 15 Gr.; v. der Wcbergenossenschast in Gcringeswaldc d. Gldinmcr. 1 Thlr. 5 Gr.; v. Arb.-Bild.-Vcr. hier d. Neri 6 Thlr. 8 Ngr.; Samml. beim Stiftungsball d. Arb.-Bild.-Ver. Lichtcnstcin d. Cllnbrz. 1 Thlr. 13 Gr. Genossenschaftsbuchdruckerei. Antheilscheine bez. Antheilquittungcn erhielten ferner: In Reichen- bach M. L. 1 Thlr., C. N. 1, A. S. 1, in Leipzig F. Wttke. 2, in Lichtenst. Callnberg H. M. 1 Thlr. Hadlich. Gcwcrkschafts-Adressen. Gewerkschaft der Holzarbeiter(Tischler(Schreiners, aller Art, Pianoforte- Arbeiter, Stellmacher(Wagners, Böttcher(Küpers, Glaser, Korb- macher-c.) Hamburg: Theodor Uork, Erste Vorsetzen 13. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Donnerstag, den 29. Mai, Abends 8 Uhr: Ausschuhsitzung bei Zeidler, gr. Windmühlenstraße Nr. 7. O. Stelzer, Borstand. Allgemeiner Arbeiter-Bund. Samstag, den 31. Mai, Abends 8 Uhr, Generalversammlung im gewöhnlichen Local, Gasthans„zur Krone", wozu sämmtliche Parteigenossen von Lörrach und Umgegend freundlichst eingeladen sein. Tagesordnung: 1) die Strikes, 2) Gemaßrcgelte, 3) Ausnahme neuer Mitglieder. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Jeder Arbeiter hat freien Zutritt. Der Vertrauens eann. Gleichzeitig bemerken wir, daß der„Bolksstaat" bei den Parteige« nossen Ree« und Willistein in der Wirthsstnbe offen liegt. Ich bringe hiermit dem Parteiausfchuß sowie sämmtlichcn Parteigenossen zur Kenntniß, daß wir vom 25. Mai an unsere Parteiversammlungen nicht mehr im Gast- Hause zur„goldenen Sonne", sondern im Saale des Cassee Setz in der Fischgasse abhalten. Mit social-demokratischem Gruß der Vertrauensmann, Jos. Jblagcr. Auch liegen dort sämmtliche Arbeiterblätter ans. Der hiesige Fachvercin der Tischler macht den Herren Tischlergehülfen und Eollegen in allen Städten Deutschlands die ergebenste Anzeige, daß seine Herberge nicht mehr im „Goldncn Kreuz", sondern im„Gasthaus zur Gans"(links des Main«) sich befindet. Der Vorstand. __ Im Auftrage: I. Lang. Für Berlin. Deutscher Böttcher-Congreß. 1., 2. und 3. Pfingstfeiertag, Vormittag« 10 Uhr im Heise'schen Lokal LandSbcrgerstraße 15. Um allgemeine Betheiligung bittet Der Berliner Böttchergesellen-Berein. XU. Die Herren Delcgirten, welche sich noch nicht angemeldet haben, werden hiermit ersucht, bei ihrer Ankunft sich bei Herr Segger, kleine Frankfurterstraße Nr. 7 3 Treppen, zu melden. Einladung zur Bezirks-Versammlung des 18. Wahlkreiscs Montag, als zweitem Pfingstfeiertag, Vormittag 10 Uhr, im Zaale des„Deutschen Hauses" zu Zwickau. Tagesordnung: Wahlbesprechung. Das AgitationS-Comite zu Crimmitschau. RB. Jeder Ort hat 3 mit Mandaten versehene Delegirte zu __ schicke». Parteigenossen haben Zutritt, f2a] Anfrage. Wir ersuchen das Wahl-Connls des 14. sächsischen Wahl- kreises, Vorort Pen ig, uns über seine Thätigkeil näher zu berichten. Wo nicht, müssen wir eine andere Organisation schaffen. Die Prohdurger Parteigenossen. Zur Nachricht an die Narteigenolsen! Nachdem ich nunmebr das Marnisenpt zu dem Walstcr'schen Romancr jv»t Welistuhl der Zeit su e Ran drin inne Ich, F8 Plan >»usz Kai lstru Die Versammlung de» Literarischen-VercinS findet erst Sonntag, den 8. Juni statt, in der Schützenhalle(Wintergasse), wozu freundlichst einladet_ Der Ausschuß. >l>ir Berlin Gewerkschaft der Manufacturarbeitcr. Sonnabend, den 31. Mai, Abends 8 Uhr: Versammlung hei Möwis, Weberstraße 24a.— Tagcsordnug: 1) Bortrag de« Herrn Auer. 2) Untersuchung der Verdächtigung gegen unsere ehemalige Bcr- waltung. Die Mitglieder werden aufgefordert sämmtlich zu erscheinen. Gäste erhalten Zutritt.'_ W. A. Schuster. lein °uß der s �roi icgli dual Seu rCItiMttmfe Internationale GewertSgenossenschast der Maurer si? IJtItUlllj. und Zimmerer. Die Unterzeichneten machen den Mitgliedschaften der Internationalen GewcrkSgeuossenschaft der Maurer und Zimmerer die Anzeige, daß den 7. und 8. Juni die Generalversammlung stattfindet, und fordert selbige auf, die Anmeldung ihrer Dclegirten, welcl e wir recht zahlreich erwarten, recht- zeitig an uns ergehen zu lassen. Das Tomite, welche« mit rother Schleife am Rocke als Kennzeichen versehen ist, wird bereit sein, obengenannte Delegirte vom Bahnhofe abzuholen. Sollte ein Dclegirtcr kein Eomitö- Mitglied am Bahnhofe antreffen, so hat er sich gefälligst in da« Verkehrs- local, Färberstraße 10, Streller« Restauration, oder später erscheinende im Versammlungslocal, Stadt Cöln, untere Hainstraße, zu bemühen. Die Eröffnung beginnt den 7. Juni, Abend« 7 Uhr. Gefällige Anmeldungen erbitten wir an den Bevollmächtigten Heinrich Herrmann, Lcrchenstr. 9, 1 Treppe, rechtzeitig gelangen zu lasscir_ Das Comilö. ÖFnllltrit Vorläufige Anzeige. Mr machen die Parteigenossen von nah und fern auf- merksam, daß den 6. Juli d. I. hier ein Arbeiterfest stattfinden wird. Näheres darüber folgt. Der Vorstand des Arbeiter-Vercins. erhalten, erscheincn die 4., 5. und 6. Lieferung sofort. Im Ganzen werden c« etwa 13 Lieferungen. Preis ii 2 Gr., bei hu z Partien Rabatt. maf Demnächst erscheint auch, beide« in 3. Auflage: Der Alitzkrauch der!lationalitätenlehre, von Beruhard Becker Preis 10 Sgr.(4 Stck. 1 Thlr.); Die Reaction in Deutschland gegen die Revolution des Jahres 1848 Preis 20 Sgr.(4 Stck. 2 Thlr.), welche ich den Parteigenossen zu beigesetzten ermäßigten Preisen anbiete. Von Briefe deutscher Lettelpatrioten, von Bernhard Becker erschien jetzt die 3. Lieferung. Der 5.(Schluß-) Lieferung wird ein Namensverzeichniß beigefügt. Preis jede Lieferung 7>/2 Sgr.(10 Stck. 2 Thlr.) Meine übrigen Verlagsartikcl, als: Ja stalle, Ferd. Arbeiterlesebuch. a Stck. 3 Gr., 20 Stck. 1 Thlr. 15 Gr. —— An die Arbeiter Berlins, ä Stck. 2 Gr., 25 Sick 1 Thlr —— Erwiderung auf eine Rcceufion der Kreuzzeitung, h Sick 1 Gr. 5 Pf., 30 Stck. 1 Thlr. Pracke fr., W., Der Braunschw. Ausschuß der sozial- demokratischen Arbeiterpartei in Lotzen und vor dem Gericht. Mit einem Gruppen- bilde.» Stck..2 Gr. 5 Pf., 30 Stck. 1 Thlr. Gruppenbild aus vorstehendem Werke(13 Köpfe, ausgezeichnet), ä Stck. 3 Gr., 13 Stck. 1 Thlr. Hufarcnlirodproceß gegen den„Braunschweiger Vvlksfteund". ä Stck. 1 Gr. 5 Pf., 40 Stck. 1 Thlr. Vecker, Bernhard, der alte und der neue Jesuitismus, 3. Aufl. ä Stck. 4 Gr., 20 Stck. 2 Thlr. Anti-Iyllabu»(Gedicht). Auf Druckpapier, ä Stck. 5 Pf., 100 Stck. 20 Gr ——— Auf Velinpapier, ä Stck. 1 Gr., 100 Stck. 1 Thlr» 10 Gr. Bericht be» Lonbonee Geneealrath« der Internationalen Arbeiteraffociation ä Stck. 5 Pf. ftilrtttrhrtlt Scnmag(als den 1. Pfingstfeiertag) beabsichtigt der \Z/UlUlljU(l Volksverein zu Glauchau, bei günstiger Witterung, einen„Massenausmarsch" mit Musik nach dem Gasthof zur„Katze" bei Hohenstein auszuführen und ladet hierzu alle Nachbarvercine, besonders aber von Hohenstein- Ernstthal, Oberlungwitz, Langenberg, Hermsdorf, Lichtenstein-Callnberg, Röblitz, Bernsdorf, St. Egidicn, Remse, Waldcn- bürg, Gesau, Wernsdorf u. w. zu recht zahlreicher Betheiligung ein. Am Bestimmungsort findet Eoncert statt. Liederbücher sind mitzn- bringen. Die auswärtigen Festtheilnehmer haben a Person 1 Sgr. die Glauchauer Festlheiknehmer hingegen a Person 1'/- Sgr. Festbeitrag zu zahlen. Den an Abzeichen erkenntlichen Festordnern ist unbedingt Folge zu leisten. Abmarsch von Glauchau Mittags Punkt 1 Uhr. 2aj Der Vorstand des Volksverein. Kleinzschocher«w Konstituirende Versammlung bei„Lange".— Tagesordnung: Rechen« fchasts-Bericht des prov. Vorstandes. Neuwahl des Vorstandes. Da« Erscheincn sller Mitglieder ist nothwendig. Für den prov. Vorstand F. Trost. an den Congreß im Haag, Septbr. 1872. 100 Stck. 20 Gr. bringe ich in Erinnerung. Von Lassalle erscheinen in Kurzem noch: Eriminalproceß III. ä Stck. 3 Gr., 20 Stck. 1 Thlr. 15< Andirecte Steuer, ä Stck. 4 Gr., 10 Stck. 1 Thlr. Antwortschreiben, ä Stck. 1 Gr., 40 Stck. 1 Thlr. Die Mlosoplsie Sichte's, ä Stck. 2 Gr., 20 Stck. 1 Thlr. Die bei mir gedruckten Lassalle'schen Schriften find rollständiz;?ftel und sauber ausgestattet. fsitu Die hier verzeichneten Preise sind die für die Partei ermäßigte» sie, Preise. Braunschweig, 10. Mai 1873.(4b( W. Brack« jr. Pai, »lo 'vari hattl her &rd Seil die 1 »Her Ht im teeld Hur de« >»vr Vittl Vtil So; Ittrie Mr Leipzig Sozial- demoträtische�Arbeitervereiuj Freitag, den 30. Mai, halb 9 Uhr: Oepentliche Sitzung bei Zeidler, gr. Windmühlenstraße Nr. 7.— Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht. Referent Nauert. Diskussion. Montag, den 2. Pfingstfeiertag, früh halb 6 Uhr: Landpattie nach Knauthain. Sammelplatz: Johannapark, Weststraße. Alle Arteitervereine werden zu zahlreicher Betheiligung eingeladen. Der Vorstand. Soeben erschienen: Leipziger Hochllerrathsprozeß. Neuntes Heft. Preis 2>/, Ngr. Wiederverkäufcr erhalten entsprechenden Rabatt. Heft 10, enlhallcnd die PlaidoycrS der Herren Vertheidigek/ erscheint demnächst. Marr, Kapital. 9- Znr gefälligen Beachtung! Alle Gewerkschaft« Central- Venvaltungen, die Vorstände aller Fach' vereine, sowie der Arbeiter-Productivassociationen werden hierdurch dringen» aufgefordert, je ein Exemplar ihrer Statuten ,c. an Unterzeichneten ein- zusenden. Theodor Port. � Hamburg, Erste Vorsetzen, Hol' tydi 'hre v>ari d-in deru aar sine iide. Lvivzia:»eronto. Redakteur E. CaSper.(Redaktion und SxPtditw" Hohtstr. 4). Druck und»Klag dir Genossenfchaftsbnchdruckerei. Wt z. v die H �le sich i»