i Irschtjnt wöchentlich 2 Mal in L-ipiig. l—> Bestellungen nehmen alle i �ftanstalten und Buchhand- «- feigen de« In« und Au«« lande« an. Wr Leipzig nehmen Be« stellungen an: Expedition, Hohestraße 4. die Genoflenschast«- druckerei, Zeitzerstraße 44. Bebel, Peterstraße 18. Mittler, Bayerschestraße Ld, IU. Der\kh\imt Rösnnemenisprets: Für Preußen incl. Stempel- stcncr 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12'/- Sgr. pro Quartal, pro Monat 4'/- Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Nzr. Filialexpeditioncn für die Ver- einigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hobokcn, N. J. via Newyork. G. A. Lonnecker, IK» W. Lake Chicago(Dl.) den -ten im de« 44. ------------ rgandersozialdemokrattschenArbeiterparteiundderintermtionalenGewerksgenossenschasten. Sonnabend, 31. Mai. 1873. Abonnements auf den„Bolksstaat" den Msuat Juni z>k 4'/> Neugrosche:i werden bei allen liichsischen Postanslaitci� für Leipzig bei der Expedition ötitzerslragc 44, Pelerestraßc 18 unv vet Eolporteur Müller, für die Umgeaend von Leipzig bei den Filialexpediliv! en: für �»lkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefeld:c. bei O. Stclzer, Reudnitz, Kapellcngassc 11. 2 Tr., für Plagwitz und Linde- »au zc. bei dem Uhrmacher Meinhard in Lindenau, für Eon- >kal ine I�witz w. bei Tcubert, Bornaischc Straße 197, für Klein- ischocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst ent- .«i iltgengenonmicn. »öl Parteigenossen! Wir können mit Befriedigung auf das nun idld verflossene Quartal blicken; die Abonnentenzahl ist vm "0 'de hr« ZU 6ti 15 auf 7350 ge> liegen; ermüdet nicht, auch fernerhin aller- *k>s nach Kräften zur Woiterverbreitung des Parteiorgans bei lutragcn. Die Redaktion und Ezcpedition des„Polksstaat". bei Gedenktage des Proletariats. 21.— 28. Mai 1871. ., Gleich bei der Geburt von mächtigen Feinden umringt, die sie s1' i» erwürgen suchte, hatte die Kommune einen ununterbrochenen EC'??�pf um ihre Existenz zu führen. Mit der Rechten das an- singende Heer abwehrend, blieb ihr nur die Linke zur Ordnung der toteren Angelegenheiten. Unter dem Druck der eisernen Nothweudig- ' tot, gehörte sie in erster Linie der Praxis, nicht der Theorie; und es Kugt von absoluter Perkcnnung der Umstände, wenn man der Kom- ncr dune daraus einen Vorwurf machen will. Il kalluit vlvre. Sie toißte leben! Und um jeden Moment ihres LebenS kämpfen, sich ihn kämpfen. Wurde das Leben endgültig dem blutdurstigen Feind ab- lkrungen, dann war eS an der Zeit, den Sozialismus im Großen u verwirklichen. Bis dahin mußte man sich mit GelegenheitS- Maßregeln und Proklamirung der Prinzipieu begnügen. Ein ander- "itl von der gesetzgeberischen Thätigkeit der Kommune— für henl tor so viel: 1 Während der zwei Monate ihreS Bestehens half die Kommune rem in Paris als Nachwirkung der Belagerung herrschenden Außerordentlichen Elende wirksam ab; regelte das Berhältniß Arbeiter zu den Arbeitgebern und bahnte die genossenschaftliche Produktion an, organisirte die Volkserziehung, entzog der Kirche ' �glichen Einfluß auf die Schule, und stellte die Lehrer ökonomisch �abhängig; sorgte für die öffentliche Sicherheit; reinigte daS �eincbabylon von den Schmutz der Prostitution, indem man den toniger Verderbten unter den Prostituirten eine ehrliche Existenz er- �oglichte, die übrigen nach Versailles zu ihren gefellschaftsrettenscheti Patronen schickte; führte die allgemeine Volksbewaffnung, mit Aus Mluß eines stehenden Heeres, ein, schaffte die Todesstrafe ab. Paris wurde billiger und besser verwaltet als je zuvor; ete. Sr. nie � sparen Person und Eigenthum so wenig gefährdet— die Männer Hees Proletariats, welche die Leitung der Geschäfte übernommen Jatten, bezogen den Lohn von Arbeitern und ließen die Schätze pr Bank und der Münze unberührt. . Und dabei unablässigen, ruhelosen Krieg mit den Söldnern der �adnungSparteien. Umsonst wurden von bürgerlich-dcmokratischer �eite mehrere Einigungsvcrsuche gemacht— Paris konnte nicht P Republik, nicht sein Programm opfern; und die Vertreter der �lten Gesellschaft konnten nicht dulden, daß der Sozialismus feine Lebensfähigkeit bethätigte; das Beispiel wäre ihr tödtlich geworden, Um so tödtlicher durch die Mäßigung des Pariser Proletariats, tolcheS die Sache der Humanität durch kein Verbrechen an der Humanität besudeln wollte— das unverzeihlichste Verbrechen in Augen der Bourgeoisie. Eine Kommune, die geraubt, gc to>rdet, blödsinnige Orgien des Geistes und deS Körpers inszenin Me, sie wäre der Bourgeoisie ein wahrer Godsend, ein Geschenk � Himmels gewesen, sie wäre von ihr gehegt und gepflegt, mit Millionen und Milliarden bezahlt worden, denn sie hätte die �?zial,demokratie todtgeschagen. Doch diese Pariser Prolc- Usier, welche die Bank nicht bestahlen, die Münze nicht aus- plünderten, die Weiber nicht für Gemeingut erklärten, sondern um- i g,bUihrt einen fast donquixotisch-idealen Tugendkrieg gegen die Pro- 'dutivn führten, sie paßten nicht in die beste We't der Bourgeoisie, tn i"e Mußten um jeden Preis auö ihr herausgeschafft werden. Der eingehegte Löwe mußte müde gehetzt und dann gctödtct torden. Seit dem 3. April kein Tag ohne Scharmützel, Gefechte, Überfälle, Bombardement. Freudig thaten die„Arbeiterbataillonc" �Xt Schuldigkeit. Kein Zweifel, die militärische Leitung war i in mnchxr Beziehung mangelhaft; wenn große Armeen im Nu aus Boden gestampft, improvisirt werden müssen, ist das nicht zu i �weiden! Trotz all dieser Mängel ist die Vcrtheidigung von .x durch die Kommune, nach dem Zeugniß kompetenter Militärs '' Je Leistung, welcher die Kriegsgeschichte keine ruhmvollere gegen- �Zustellen hat. Was den Führern an Geschicklichkeit abging, !'fPftn die Soldaten durch ihre Aufopferung. k�eiteilS der Kommune beobachtete man im Kampf die gewissen- 3 J'ft Menschlichkeit. Die Verfailler fuhren fort, wie sie am lie n'l begonnen hatten; sie mißhandelten, verstümmelten, tödteten gefangenen und Verwundeten. tobr* Interesse der Selbstcrhaltung entschloß sich die Kommune W» � e'' e 1'! P' nehmen, die für menschliche Behandlung der � �ersaillern in die Hände gefallenen Pariser bürgen sollten. 1% r�sailler, die Humanität ihrer Gegner kennend,' kümmerten �"'cht um.die Geiseln, und mordeten weiter. Darauf hin ward Kommune der Antrag gestellt, einige der Geiseln als Repressalien erschießen zu lassen, damit Thiers sehe, daß die Pariser Ernst machten. Damals erklärte der so schmachvoll verlästerte Raoul Rigault wörtlich:„ich meine, daß wir auf die Mord- thaten der Verfailler mit Bestrafung dev Schuldigen, nicht aber der ersten Beste» autworten müssen; ich?gestehe, lieber wollte ich noch Schuldige entrinnen lassen, als einen einzigen Un- schuldigen verurtheilen, wie dies bei der Entscheidung durch das Loos geschehen würde." DicS schlug durch. Keiner der Geiseln wurde ein Haar gekrümmt, und so lange die Kommune bestand, vergoß sie, außer im Kampf, keinen Bluts- tropfen.— Der eingehägtc, unablässig gehetzte Löwe ermattete... Die Armee der Verfailler war Dank des Vorschubs, denen Fürst Bis- marck ihnen leistete, allmählich auf 120,000 Mann gebracht worden, daS dreifache der vertragsmäßig festgesetzten Stärke. Am 9. Mai unterzeichnete Bismarck in Frankfurt den definitiven Friedensver- trag, dessen erster Paragraph lautete: „Die Französische Regierung zahlt die erste halbe Milliarde Kriegsentschädigung dreißig Tage nach der llnterwerfung von Paris." Am 20. Mai wurde der Vertrag ratifizirt; als Fürst Bis- marck am 22. durch Weimar fuhr, sagte er auf dem dortigen Perron: Wir haben die Verfailler nach Paris hineinge- lassen; sie mögen zusehen, ob sie sich darin halten." Aui 21. waren die Verfailler, unterstützt von Berräthern im Innern, in Paris eingedrungen— wobei die deutsche Armee ihnen in jeder Weise behülflich gewesen. Das Morden en müsse begann nun. Heldenmüihig vertheidigte sich das Proletariat; acht Tage lang dauerte der furchtbare Todeskampf. Am 23. Mai, genau 2 Monate nach Proklamirung der Kommune fiel die letzte Fahne deS Proletariats auf dem Pere Lachaise; 10,000 Kommunekämpfer waren auf der Barrikade gefallen— zum mindesten die dreifache Zahl Verwundete und Gefangene war von den Siegern nieder- gemetzelt worden; dazu viele Weiber und Kinder— im Ganzen 50,000 Menschen. � Dreißig Tage später zahlte Thiers getreulich an Bismarck die stipulirten 500 Millionen,— 10,000 Franken per Kopf. Das Blutgeld war verdient! Praktische Emanzipatiouswinke. iv. Die Organisation der Gewerkschaften. Nach den vorheigehHden Auseinandersetzungen braucht nicht mehr über die Wichtigkeit over Zwecklosigkeit der gewerkschaftlichen Organisation gestritten zu werden. Dieselbe ist nicht nur von natürlicher und geschichtlicher Nothwendigkeit bedingt und kein Machwerk einzelner Hetzer und Wühler, sondern sie ist zugleich, wenn auch erst in zweiter Linie, politischen Natur und das Wesen der Gewerkschaften stimmt überein mit dem Programm der sozial- demokratischen Arbeiterpartei. Es wurde schon vorher ausgesprochen, daß alle diese Gründe eine Gleichberechtigung der gewerk- schaftlichen Bewegung mit der rein politischen Parteibewegung nicht nur zweckmäßig, sondern sogar nothwendig machen. Es bleibt mir nun übrig, über die gcwerklichc Organisation selbst noch einige Andeutungen zu geben, die man aber nicht als erschöpfend und allein maßgebend betrachten und behandeln darf. Jedem Beobachter der sozialen Bewegung wird die Thatsache bekannt fein, daß es insbesondere gelernte und besser gestellte Arbeiter sind, welche die Begründung der gewerklichen Organisa- tionen in die Hand nehmen. Trotz der früheren schlechteren Ge- setze und des beengenden Einflusses der Zünfte, welche sich in Deutschland am längsten erhielten waren es insbesondere die Hut- macher, die Schiffbauer, die Buchdrucker und Schriftgießer, die Maurer und Zimmerleute, die Maschinenbauer und Eisenarbeiter, welche noch innerhalb der ftüheren Zünfte sich von den Meistern schon halb und halb losgesagt und unter sich Gesellenverbindungen, Verbrüderungen u. f. w. anknüpften, deren Zweck es war, den Bedrückungen der zu Wohlstand und Reichthum gelangten Meistern Widerstand zu leisten. Meist waren dies nur lokale Verbände und sie erstreckten sich selten über die Grenzpfähle der Städte hin- auS. Man verständigte sich gewöhnlich durch Stichworte und auS- gegebenen Parolen bei Quartalsversammlungen, Kasscnauflagen und Herbergszusammenkünften. Wenn es galt, einem ten'vristischen Meister die Zähne zu zeigen, so genügten einige Worte im Herbergs- zimmer, um dies allen verständlich zu machen. Die Gesellen suchten das Haus eines solchen Tyrannen zu meiden. Die Zu- schiebung von schlechten Arbeitskräften, die Entziehung ftisch zu- gereister Arbeiter brachten einen solchen Meister schon damals zum bessern Berständniß für die Ansprüche der lebendigen, denkenden, fühlenden und handelnden Waare.— Nach der inneren Demo- ralisation und endlichen Auflösung der alten Zünfte durch Ge- Werbefreiheit und Freizügigkeit, bekamen die lokalen Vereinigungen der Gesellen durch die Coalitionsfteiheit die Möglichkeit, die Fühler besser ausstrecken zu können. Einer nicht geringen Zahl von Meistern, welche sich vom Jnnungsleben zurückgezogen hatten und theils grollend und schmollend dem Zeitgeist die Thür verschlossen, anderntheils aber auch wieder im tausendjährigen Reich der Frei- hcit der Concurrenz zu schwelgen anfingen, wurde von denjenigen Gesellen, welche die Wichtigkeit der Coalitionsfreiheit begriffen, das Ilnterstützungswesen, die Kranken- und Sterbekassen entzogen und man sing an, diese Institutionen selbstständig zu verwalten. Leider haben die meisten Gewerke die Gelegenheit unbenutzt vorübergehen lassen, um diese Kassen in die Hände der Arbeiter zu spielen, von denen schon in früherer Zeit der bei Weitem größte Kassenbeitrag geleistet wurde. Es waren eben nur wenige Städte und wenige Gewerke, welche hier die Vormundschaft der Meister abschütielten.— Diese Gescllenverbindungen mit der Unterlage von Kranken- und Unterstützungskasseu sind die Vorläufer und der Untergrund für eine nationale GewerkSvereinigung. Diejenigen Gewerke nun, welche bis jetzt versäumten, auf diesen Grundlagen weiter zu bauen, mögen vor allen Dingen darauf bedacht sein, die örtlichen Organi- sationen in den einzelnen Städten zu stärken und wo sie nicht verhanden, neue Bereinigungen zu bilden. Die gebildeten und auf- geklärten Arbeiter haben hier aber die Pflicht, vor Allem nicht nach dem politischen oder religiösen Glaubeusbekenntniß jener Leute zu fragen. Sie sollen vor allen Dingen dafür sorgen, durch populäre Vorträge, Schriften und belehrende Blätter die Mitglieder zu fesseln. Sie müssen sich bestreben mit ihren Fachgenossen in anderen Städten Fühlung zu gewinnen und die in Lethargie ver- sunkenen autzurütteln suche». Ihr Zweck muß sein, womöglich alle Mitgenossen eines Zweckes durch alle Mittel, wie Arbeitsnachweis, Reiseunterstützung zc. an sich heranzuziehen.— Die schlimmen Er- sahrungen haben gelehrt, wie unklug es ist, derartige Vereine mit äußerlichen Namen zu umgeben, die für uneingeweihte Arbeiter einen politisch klingenden Anstrich haben. Wie mißtrauisch die Arbeiter gegen solche Aeußerlichkeiten sind, ist schon in ftüheren Aildeutungen erörtert worden. Nenne man sich einfach Schuhmacher-, Schneider-, Tischler-, Zimmerer-, Böttcher-, Klempner-:c. Verein oder Gewerk- schaft. Da diese Vereine in zweiter Linie immer politisch sein werden und da das Soziale untrennbar überhaupt ist vom Poli- tischen, so kann ein Statutenparagraph gern ausdrücken: Religion und Politik sind fernzuhalten. Die gemeinsamen Interessen führen die Arbeiter zusammen. Diejenigen, welche gemeinsam ihre Jnter- essen wahren und verfolgen, treiben schon Politik. Keine eisernen Paragraphen sind dazu im Stande, diese Politik mit ihre Kon- jeguenzen fernzuhalten und zu unterdrücken. Sobald als diese lokale» Bereinigungen sich zu einem nalionalen Verbände einigen, tritt die politische Tendenz mehr in den Vordergrund. Man bc- schästigt sich dann schon mit Gesetzen über kurze Arbeitszeit, Volks- Unterricht, Frauen-, Kinder- und Zuchthausarbeit zc. Hier tritt ein Gewerkverein oder eine Gewerkögenossenfchaft schon aus dem natürlich-embrhoniscken Zustande heraus und macht sich durch aller- lei Bewegungen fühlbar, die sich in heftigen Zuckungen durch Strikes und Aussperrungen bethätigen. Die Verfolgung die ihnen von Seiten der Polizei und der Regiemden zu Theil wird; die Schmähungen, mit denen sie die TageSpresse überhäuft, endlich die Weisheit, mit welcher sie der Wein- und Bierphilister meistert, lassen sie mehr, als je, die Abhängigkeit empfinden, worin sie der heutige Staat im Bunde mit der Bourgeoisie zu erhalten trachtet, Durch eine unabhängige Zeitung, durch eine Volksversammlung, durch die Wahlen werden die Gewerkschaften inne, daß ihre Be- strebungen mit denen der Sozialdemokraten sich identisch verhalten. Das Eis deS Mißtrauens weicht dem besseren Berständniß und der UebcrzeugungStreue, daß die Organisationen deS Volkes nur ausgebildet und kultivirt zu werden brauchen, um den absterbenden Organismus deS heutigen Staates durch einen neuen zu ersetzen. Dieser neue Organismus aber enthält alle Vorbedingungen zur gedeihlichen Entwickelung und Lösung der sozialen Frage. Je mehr der Arbeiter sich in denselben hineinlebt, um so mehr erschließen sich ihm die Schätze der Volkswirthschaft des sozialen Zusammen- Hanges aller Menschen, die Gesetze von der staatlichen Einheit aller öffentlichen Einrichtungen, lieber das, was ihm einst von den wohlgemeinten, aber träumerischen Vorschlägen eines Fourier und Cabet in die Ohren geklungen, geht er zur Tagesordnung über; gewitzigt durch die eigenen Erfahrungen, sowie durch die sichtbaren, fertigen und im Werden begriffenen Ergebnisse der Arbeiterbe- wegung aller Kulturländer drängt sich ihm die Ueberzeugung auf, daß die Vergesellschaftung oder her Sozialismus eine geschichtliche Nothwendigkeit ist, die nur planmäßig gefördert zu werden braucht. Mit dieser Ueberzeugung aber wird er sorgsam die jungen Gebilde schützen und hüten, um deren Frühgeburt zu vermeiden, aber dann zu geeigneter Zeit die Geburt der neuen Gesellschaft möglichst schmerzlos beschleunigen zu helfen. Mit diesen fteudigen Gedanken w rd der Arbeiter zu seinen Brüdern eilen, die durch die Theilung der Arbeit, durch Kapitalisten und Ausbeuter zu Parias herabgewürdigt worden sind, deren Kinder und Frauen am Webstuhl, im Bergwerk, auf dem Acker entmenscht und in ftüher Jugend vom Tod inmitten Seuchen, Hunger und Krieg dahingerafft werden. Er wird sie auffordern, sich der großen Culturbewegung anzuschließen und hinzeigen auf die englischen Ackerbau-, Berg- und Handarbeiter, welche in Sturm- kolonnen ihren Brüdern auf den Continent zuni großen Ent- scheidungstage voraneilen. Der Groll, den man heute zwischen die Kämpfenden gestreut hat und die Erbitterung, welche unnütze Schlagwörter und Wort- sechtereien hervorgerufen, wird der Erkenntniß von dem gemein- samen Ziele Aller weichen, das um so schneller erreicht werden kann, je mehr man die geschichtlichen Thatsache» und embryonischen Organisationen benutzt als Mittel, welche am besten geeignet sind, in den Arbeitern das nach Befriedigung ringende Klassenbewußtsein zu wecken und zu fördern. Und hierzu gehört als bewährtes Agi- tationsm Ittel auch der Hinweis, daß die moderne Gesellschaft die Selbstständigmachung der Gehülfen als Meister täglich mehr ver- hindert und nur wenige Ausnahmen von der Regel:„Was Lohn- arbeiter(Proletarier) ist, soll Proletarier bleiben," ermöglicht. Bei der Organisation von Gewerkschaften müssen besonders nachfolgende Punkte betont werden: 1) Die lokalen Gesellenverbindungen müssen berücksichtigt und.die fast durchgehends durch Altgesellen diktatorisch und absolut kommandirten Verbindungen aus ftüherer Zeit demo- Akratisch organisirt werden. Der Grundsatz„gleiche Rechte, gleiche Pflichten" ist unter allen Umständen auftecht zu er- halten. Auch dem Vorsitzenden darf man keine Vorrechte einräumen. Er darf nur als ausführende und nicht als be schließende Person angesehen werden. Der Vorstand mu dem Vorsitzenden zur Seite stehen und ihm müssen Macht befugnisse in untergeordneten und verwaltenden Angelegen heiteu bis zu einem gewissen Grade eingeräumt werden. Eine Kranken-, Sterbe- und Reisekasse muß, wenn nicht schon vor Händen aus früherer Zeit, mit der Gewertsgenossenschaft ver bunden werden. Lege man bei allen diesen Sachen keinen Werth aus die Namen die Aeußerlichkeiten und die Formen. halte man immer den Geist und den Inhalt eines Satzes bei Statutenberathuugen fest.— Eine Kontroll- oder Revisionskommission muß bei lokalen Bereinigungen vorgesehen werden, die unabhängig vom Vorstand die Mitglieder ver tritt, Beschwerden über Verwaltung entgegenzunehmen und Rechenschastsberichte»c. zu kontrolliren hat. 2) Bevor man zur nationalen Einigung eines Gewcrkes übergeht, muß vor allen Dingen Sorge für möglichst gleich artige Bestimmungen in den lokalen Vereinigungen Sorge getragen werden; die lokalen Bereine müssen deshalb Statuten austausiben, den ab- und zureisenden Mitglievern Legitima- tioncn für geleistete Beiträge ausstellen und zugleich den Ort, den Zeitraum und den Namen desjenigen Lokalvereinö bezeichnen, wo der Betrestende Mitglied gewesen. Wo an einem Orte nicht genügend Gewerksgeuoüen zu einem Vereine vorhanden sind, da müssen die verschiedenen Orte eines Kr est es oder einer Landschaft zusammentreten. Habe man sorgfältig Acht auf die Uiib�schvltenheit der Mitglieder, dulde man keine Ueberhebung, keine Anmaßungen, keine rohen Ge- waltstreiche. Mrt Schlichtung von Streitigkeiten unter den Mitgliedern müssen Schiedsgerichte betraut werden. Aen derungen in der lokalen Organisation dürfen nur mit Stimmenmehrheit vorgenommen und für alle Handlungen müssen die Mitglieder der lokalen Organisation verantwort- lich werden. 3) Sind diese geistigen Vorbedingungen für die nationale Organisation in den lokalen Vereinen geschaffen, dann kann man aus diesem festen Grunde in Formen weiter bauen. Ein Kongreß oder eine Versammlung von Vertretern der verschiedenen lokalen Vereinigungen kann die einzelnen Glie- der durch ein Zentralstatut vereinigen, dem sich alle Vereine unterzuordnen haben. Um die Gleichberechtigung und Un- abhänzigkeit von politischen Parteien zu konstatiren und auf- recht zu erhalten, müssen sich die größeren Korporationen (wie dies z. B. die Cigarrenarbeiter, die Buchdrucker, die Hutmacher, die Goldarbeiter schon gethan), eigene Organe und Blätter zu schaffen suchen. Kleinere und verwandte � Gewerte können dabei Hand in Hand gehen. Haben erst alle Gewerke ein Organ, dann wird ebenso, wie sich über der loka'en die nationale und über der nationalen die intcr nationale Organisation bildet, über die Organe der eim zelnen Gewerke sich ein Zentralgewerksorgan erheben. Der Beschluß des Gewerkschasis- Kongresses in Erfurt hat das Richtige in dieser Beziehung getroffen. Leider aber fehlt es noch an guten lokalen und nationalen Verbänden, um ein solches Unternehmen zu stützen. Auch hier muß immer erst die unabhängige gewerkliche Organisation vorarbeiten. Sind alle diese Vorbedingungen erfüllt, dann wird die ge werkschas'.liche Organisation in Fluß kommen und die internatio- nalcn Verträge und Gegenseitigkeitseinrichtungen werden Platz greifen. Wer' ein HauS baut, muß von unten anfangen und darf sich keine Mühe verdrießen lassen, den Grund tüchtig auszugraben. Wer dies nicht thut, wer entgegengesetzt die gewcrkschafllnhc Bewegung alS bloße pielerei betrachtet, der darf sich auch mickt wundern, wenn trotz aller Anstrengungen bei bester Gelegenheit Alles wieder zusammenbricht. Der Verfasser dieser Artikel ist ein jahrelanges Gewerkschafts Mitglied und hat die EntwickelungSftadien der gewcrklichen Organi- fation durchlebt, ohne die politstchen Bewegungen ignorirt zu haben. Zu der Ueberzeugung ist er gekommenr Ohne soziale Borarbeit keine nachhaltige politische Organisation und Agitation und des- halb von vornherein keine politische Färberei junger Organisationen, die, einmal herangereift, ihrer Natur und ihrem Wesen nach, ohnehin als beachtcnswerthes GesellschastsgUed auf die Politik einwirken werden. ES ist ein vergebliches Bemühen, eine Sisyphusarbeit, kulturgeschichtliche EntwickelungSstadien überspringen zu wollen. Wer es dennoch zu thuu versucht, darf sich nicht wundern, enttäuscht zu werden. Umwege bring. n auch ihn zur Einsicht, daß junge Ge- sellschaftskeime sorgsam gehegt und gepflegt werden müssen', um in ihrem Wachslhum und ihrer Ausbildung für verrottete und ver- altete Zustände schließlich ganz eintreten zu können. Möge diese Einsicht unter den deutschen Arbeitern endlich lebendig werden! Politische Uebersicht« — Militärstaatliches. In vorletzter Nummer gedachten wir des Hölder'schen Ausspruchs, daß dem Kriegszweck— dem„höch- sten Zweck des Reichs"—„Alles geopfert werden" müsse. Die rauhe Wahrheit dieses Wortes— daß der„Militärstaat" den „Jntelligcnzstaat" todt schlägt— haben wir wiederholt hervorge- hoben. Der Verfall der Berliner Universität ist ein ekla- tanter Beweis dafür. Die„Berliner Volkszeitung" vom 22. Mai schreibt darüber in einem lichten Augenblick: „Bereits an anderer Stelle unseres Blattes haben wir unsere Ansicht über die Verminderung der Frequenz an hiesiger Univer- sität dahin ausgesprochen, daß die WohnungStheuerung sicher nicht die einzige Ursache davon ist, daß vielmehr außer manchem Anderen, was sonst noch hervorgehoben wurde, besonders ein Nachweis- barer, Vürch die überwiegende Fürsorge für den Militär-Etat herbeigeführter Mangel an Pflege deS gefammten UuterrichtswesenS den Rückgang, wie sämmtlicher preußischer, so auch der hiesigen Universität herbeigeführt habe. Aber auch in den inneren Ver waltungsvorgängen scheint mancher unklare, das Gedeihen der Hoch schule nicht' gräde fördernde Punkt sich geltend zu machen. Wie lkönnte eS sonst vorkommen, daß, um nur Eines hervorzuheben, ein Professor, der für das laufende Semester eine Vorlesung über an- organische Ehnnie angekündigt hatte, der Prof. extraord. Schneider, diese Aitküi dizung bei Beginn der Lektionen wieder zurückziehen mußte,- es ihm nicht möglich geworden, ein Auditorium zu bekommen"—? Wie wäre es sonst erklärlich, daß die von Prof. Albrecht ins Leben gerufene zahnärztliche Polyklinik, eine Anstalt, welcher jährlich mehr als 12,000 Kranke zu Gebote standen, diese Ostern hat geschloss-�n werden müssen, weil die dazu bisher ge- brauchten Räumlichkeiten aufgegeben werden mußten, ohne daß Er- satz dafür zu schaffm gewesen wäre?" Die„BolkSzeitung" hat ganz Recht. Sie vergißt nur Eins: daß die Existenz des heutigen Preußen auf d'm Schwert ruht, und dgß Preußen, um existiren zu können, die Wissenschaft ver- nachlässigen muß. Erst das Hemd und dann erst der Rock. Die „Volkszeituug" vergißt aber noch etwas anderes: nämlich, daß sie die Politik, welche den Verfall cer Berliner Universität zur noth- wendigen Folge hat, aufS Eifrigste unterstützt, und Jeden, der ihr prinzipiell entgegentritt, in gehäßigstcr Weise anzugreifen und zu verdächtigen pflegt. Die„Volkszeüung" trägt also die Mitschuld an dem Uedel, daS sie beklagt. Und ihre Klagen sind unter sol- ch.m Verhältnissen eitel Gedankenlosigkeit oder Heuchelei. Tertiurn non äatur. Ein Drittes gibt eS nicht. — Zum Bismarck'schen Geständuiß vom 17. Mai, daß die 1870er Annexion nur auS milckärischen, nicht aber aus„natio- nalen" Gründen— d. h. aus bloßer Großmachtssucht— erfolgt ist, haben wir nach dem stenographischen Bericht noch den voll- ständigen Satz nachzutragen, der den Autor der„politischen Heu chelei" als die reine Plaudertasche hinstellt.„Wenn nicht militä- rische Gründe es nöthig gemacht hätten," sagte er,„so würde ich mich aus politischen Gründen der Erwerbung der zwei Provinzen widersetzt haben." Und ein Mensch, der sich fortwährend vor Europa so und noch ärger blamirt, soll„genial" sein. Bam- berger— der in seiner Reichstagsrede vom 16. Mai unser SchmerzenSlaud„lieber entvölkern als verlieren" will— nannte an jenem Tage den„Genialen" nur:„Kein dummer Mann". Durch diese Tiwlar wollte Herr Bamberger jedenfalls nur be- weisen, daß vom Erhabenen zum Lächerlichen blos ein Schritt sei.— — Bei Herrn von Bismarck ist eS Usus, die ausrangirten Preßhusaren, die sich als dienstunfähig erwiesen, d. h. zu viel Geld verpulvert und nichts zu Stande gebracht haben, in den Consul- stand zu erheben. So geschah eS vor Jahren mit Rudolf Schramm, welcher Eonsul in Mailand wurde, und so jetzt mit rem Exhvchrothen Julius Fröbel, dessen„Süddeutsche Presse" in München trotz energischester Subventionen eingehen mußte. Fröbel genießt jetzt frohe Juvalidenjahre als ReichS-Conful in Smyrna. — Wir unsererseits hätten nur den Einen Wunsch: Herr von Bismarck möge recht schnell so viel Eonsnlate errichten, daß wir innerhalb eines Jahres sämmtliche„Sauhirtcn" los werden.— — Friedrich Hecker, der einst von allen Orgelmännern ver- ehrte Maulheld von 1843, wird Europa mit einem Besuche be- ehren. Bon Bremen aus hat er sofort an den Redakteur der „Gartenlaube", Herrn Ernst Keil— edle Seelen finden sich — telegraphirt:„Hellauf Deutschland!" In Mannheim, seiner einstigen Wirkungsstätte, bereiten ihm die„Demokraten" festliche Tage. Wir möchten gern wissen, was dieser Mann eigent- Uch zu feiern hätte! W-ll er seine eigene Glorie feiern, der famose Held von Kander, der mit dem tragikomischen Ausruf:„Jetzt ist mein großesLeben zu Ende!" seinen SarraS zur Erde und ein Herz in die Hofen fallen ließ und nach Ainerika durchbrannte? Oder will Herr Hecker, der Republikaner von 1848, die„neue Entwicklung" in Deutschland feiern? 184S sangen die badischen Orgelmänner:„Hecker, Struve, Robert Blum— kommt und bringt die Preußen um!"— Und ihr Held schreit dem„Garten- Iaubeu"-Keil in's Ohr:„Hellauf Deutschland!" Hier hat sich'S wieder„herrlich erfüllt!" —„Als Soldat und als ehrlicher(!) Mann werde ich mit Hülfe Gottes die moralische(!) Ordnung aufrecht erhalten," so ungefähr schrieb Mac Mahon an den Präsidenten der Versailler Krautjunkerversammlung. Diese„moralische Ordnung" ist sofort durch einen Preßprozeß gegen ein republikanisches Blatt zu Lyon „wegen Aufreizung gegen die Regierung" sanktiouirt worden, ähn- lich wie unser St. Roon sein Ministeiportefeuille mit einer ZeitungS- razzia zu Neujahr einweihte. Der„Soldat" kündigt das Gelüste nach einer Säbelwirthschaft an; der„ehrliche Mann" verräth den DiebSsinu der Bande, welche jetzt den Rahm der melkenden Kuh,„Staat" genannt, abzuschöpfen trachtet;„Gottes Hülfe" läßt die allzeit gierigen Pfaffen im Hintergrund erblicken. Ist doch, Bewegung zusehend« an Breite und Tiefe gewinnt, seien t kan letzten Nummern der„Revista Social'-, die allein wir vollstänl zu erhalten haben, nachstehende Einzelheiten entnommen. Auf all Gebieten suchen die Arbeiter sich zusammenzuschließen, sich gewer her schaftlich zu organisiren, um dem Kapital die Stirn bicl aus zu können. Die stärkste Gewerkschaft, jedenfalls die beftorganisü erkc scheint unö bislang die der Manufakturarbeiter zu sein, der die — bis auf die sich mitunter breit machenden bakumstischen Duws Arl heiteu— vortrefflich redigirtes Organ die„Revista Social"> Diese Gewerkschaft hat sich jetzt die Aufgabe gestellt, einen scb im Jahr 186S entworfenen, jedoch damals undurchführbaren Tar durchzusetzen. Anfangs schien Alles auch ganz glatt abgehen wollen. An verschiedenen Orten fügten die Fabrikanten sich oh Widerstand; und auch in Barcelona, dem ausschlaggebend Eentrum der spanischen Industrie erklärten sie nicht blos ihre reitwilligkeit, sondern schlössen sogar eine förmliche llebercinku»! wer mit den Arbeitern ab. Von dieser Ucbereinkunft sind sie jed» selb wieder zurückgetreten. Nur eine Minderheit von 14 Fabrikat ss't ihrem Wort treu geblieben, und eS handelt sich nur darrl nat die zu einer Coalition ziisammengetretene Mehrheir zu Paaren! treiben. Auf einer Massenversammluiig, die am 6. d. M.* die Theater Zarzuela stattfand und auch von zahlreichen Nichtivebn bemcht war, wiche ihre Sympathie auf das begeistertste zu rec wei fori de» unt sich kennen gaben, wurde von den Arbeitern Barcelonas beschloß Bel Verl ist Zu Zu in «A' NUI Ges steh drei Zösi soll Die die Nack Int die an den Gouverneur der Stadt eine Deputation zu schicke», wü ihm zu erklären habe, daß, falls die Fabrikanten ihr Wort n hielten, auch die Arbeiter sich aller durch die Uebereinkunft üfc nvmmenen Verpflicbtungen ledig erachteten, und für die Folg nicht einstehen könnten. Nach den neusten uns vorliegen! Berichten hatten die Fabrikanten noch nicht nachgegeben, r bestand auf Seiten der Arbeiter die Absicht eines allgeinci» Strikes.— Einen rascheren Erfolg hat die Bewegung Maurer von Barcelona und Uingezeird gehabt, denen eS lungen ist, den Sstündigen Arbeitslag durchzusetzen. Ebe haben die Böttcher den 9stündigen Arbeitstag nebst Lohnerhöh« an vielen Orten durchgesetzt, und erwarten einen baldigen S in ganz Spanien.— Die Hntmachcr Barcelona« sind im Str um den östündigen Arbeirstag und» eine Lohnerhöhung.— Granada erscheint seit Anfang dieses Monats ein neues zialistisches Wochenblatt unter dem Titel:„Rl Obrcro de G uada"(Der Arbeiter von Granada).— — Bezeichnend für die Einwurzelung internationaler Gru sätze unter den spanischen Arbeitern sind die Proteste gegen Feier des zur Erinnerung an die Nationalcrhcbung von Ii (zur Vertreibung der Franzosen*) gestifteten Festes vom 2. f Der Protest der Internationalen von Madrid ist zu lang, von uns veröffentlicht werden zu können. Hören wir, was „Revista Social" sagt:„WaS bedeutet das Nationalfest des 2. M Herr Es feiert daS Gedächtniß eines SiegS über die Franzosen, dem die Ausbeuter, die Patrioten prunken, um den s zu verewigen, der die Völker von einander tre« Jedes Land hat seine Nuhmeserinnerungen. Frankreich hatte Bendomesäule, errichtet von Kanonen, die dem Feinde auf Schlachtfeld abgenommen waren. Die Commune von Paris die Vendomesäule niedergeworfen. Unsere Pflicht ist es, Siegesmonunient deS 2. Mai in Madrid niederzuwerfen und je' Nationalfest abzuschaffen. Die Erinnerungen der Krie und Eroberungszeiten enthalten nichts, waS wir lieben hätten. Die Bourgeois allein haben Beranl sung, Nationalfeste zu feiern. Wir Arbeiter haben internationalen Feste zu feiern. Vor Allem aber haben die soziale Revolution in unser Herz zu schließen. Die« unser Patriotismus".— So die„Revista Social". Da� obiger Erklärung gebrauchte Wort„Bourgeois" ist beiläusiz einem weitern Sinne zu nehmen, als Inbegriff aller Gegner sozialistischen Gesellschaft, ähnlich wie in der großen französis keit das die Zu „m. „W Aus übei nach ven mit erril wür höre Ver reut so> die nach Talleyrand, die Sprache nur dazu da, um die Gedanken zu�Reoolution das Wort„Aristokrat" für alle Gegner der N daß sein aus dusi neu dies verbergen! Die parlamentarische Katzbalgerei, welche der„Kata- j lution gebraucht wurde, gleichviel ob sie der eigentlichen Ar fam strophe" vorausging, wird dem künstigen Geschichtsschreiber unschätz- kratie(dem Adel) angehörten oder nicht. Der Kürze halber n des bares Material zur Kennzeichnung der Verkommenheit der heutigen Staats- und Gesellschaslsspitzen liefern. Statt eines geriebenen, mit allen Hunden gehetzten Jntriguanten, ein stupider Gamaschen- knöpfer— statt des Fuchses der Esel— das ist der neueste Dekorationswechsel. Für Liebhaber des parlamentarischen Komödien- spielS mag dieses„Ereigniß" von sehr großem Interesse sein; auf rem Gang der Entwicklung ist's ohne jeglichen Einfluß. Die reaktionäre Kammermajoritäl ist in Bezug auf die Vertheilung des Bäreufells unter Mac Mahon gerade so uneinig wie sie unter Thiers war; der Bär: Republik, ist von letzerem gerade so leicht und gerade so schwer todtgeschlagen, wie von ersterem, und der traurige Hcld von Sedan hat sid>eriich nicht weniger Ansprüche aus unsere Sympathieen, als der fluchbeladene, blutbespritzte Ur- Heber der zweiten und größeren Pariser Bluthochzeit.— — Auf nächsten Montag— den zweiten Pfingstsciertag,— wird eine Massendemonstration der Londoner Gewcrk- schaften„zu Gunsten deS völligen Widerrufs deS Criminal-Gefetz- Amendements*) und aller gegen die Arbeiter gerichteten Sonderge- ctze", stattfinden. Die Arbeiter werden, nach Gewerkschaften ge- ordnet, in den Hydepart ziehn, wo ein Meeting abgehalten wird, welches, was die Zahl der sich Betheiligenden anbelangt, wohl kaum hinter dem Rlesenmeeling von Newcastle zurückbleiben dürfte. In anderer Beziehung ist freilich nicht viel zu erwarten. Schon die Tagesordnung beweist die Halbheit der Veranstalter. Man will den„völligen Widerruf der gegen die Arbeiter gerichteten Son- dergesetzc"— aber wer soll sie denn„widerrufen?" Gemacht hat sie das Parlament, gemacht in der bewußten Absicht, die Ar- beitcr zu unterdrücken—„widerrufen" kann ein Gesetz, nur wer es gemacht hat. Statt, wie die Newcastler dem Parlament selbst, als dem Schlußstein des cngliscben Staats- und Gesellschaftssystems zu Leibe zu gehn, fordern die Veranstalter der Londoner Demon- stration Hülfe vom Parlament— gegen das Parlament! Nun, das Widersinnige solcher Agitation ist. so augenfällig, so mit Hän- den zu greifen, daß auch in London die Bewegung sich unzweifel- hast sehr bald von dieser jämmerlichen Halbheit emanzipiren, und vielleicht schon die Pfingstversammlung einen höheren Flug nehmen wird, als die Herren„Führer" beabsichtigen.— man, wenn man von den Feinden spricht, den Hauptfeind. — Das sozialistische Organ zu Madrid, die„Emancipati das einzige spanische Arbciterblatt, das mit den bakunist. scheu � gespinnsten nichts zu thun hatte, ist leider, wie uns dessen R« teur mittheilt, eingegangen. Hoffentlich ist die Pause nur kurze. Nack und — In München erscheint jetzt unter der Redaktion von Al Kiefer ein tägliches Blatt, der„Zeitgeist",„welches die sj zipien der sozialdemokratischer Arbeiterpartei vertritt. Wir wüni den besten Erfolg. — Wenn's gegen den„Volksstaat" geht, da hört bei Dr. i Hirsch die Harmonie auf. Durch einen Artikel in der Be der Nr. 24 des„Volksstaat" d. d. Berlin, hat sich der( Harmonieapostel beleidigt gefühlt und gegen die Redaction klage erheben lassen. Dr. Max Hirsch hat nämlich behauptet, 3 stehe mit den Welsen und Ultramontanen in Verbindung, wo hin ihn jener Artikel als einen Verläumder bezeichnete. garantiren dem Harmonieapostel einstweilen im Boraus den Z weis dafür, daß eine solche Behauptung, wie er sie gegen � gerichtet, wirklich eine Berläumdung enthält, und registriren nebenbei unter diejenigen großen und kleinen„Herren", ni und Sch Ho Sch Pl- Jos für R. P. fort die zur Aufrechtcrhaltnng ihres öffentlichen„Ansehens" öffentliche abwasckungen durch die Polizei und Staatsanwaltschaft vorne zu müssen glauben. *) Am 2. Mai 1808 brach der Ausstand in Madrid au« 1200 Franzosen dem Volkszorn zum Opfer fielen. Die französischen Arbeiter auf der Durchreis! nach Wien. In Folge unseres Aufrufs in Nr. 37 des„Volksstaat" h sich in Pforzheim und in Augsburg Komitvs zum Em? unserer französischen Brüder gebildet. Auch Stuttgart k Di' fp-nischen Arbest«-Zeituugm g-h'n�n-- wohl � � Schuldigkeit thun. afc wir auper �iaiioc juid, oie reser des sJiürnberg-5ürtb luy|t Zwar eta\a� jJ B. Uber die Arbeiterbewegung in Spanien � theilweise in Folge des Karlistenaufstandes— seit einiger � so unregelmäßig zu, daß wir außer Stande sind, die Leser des „Bolksftaat a� dem Laufenden z7 halten, zumal d?e w' den Bourgeois- � Lf'te* Regierungsblättern sich findenden Mitthcilungeu durchaus unzu- laden, sie auf de Hi oder Ruckfahrt zu besuchen..> °°riässig sind. Nachdem wir im Allgemeinen bemerkt, daß SÄ *) Criininal Law Arneudmcnt— die vor zwei Jahren erlassene Bill, welche angeblich den Arbeilern, namentlich der gewerkschafiluben Be- wegung mehr Freiheit gewähren sollte, sie aber in WirNichteit der Polizei- und Bourgeois-Willkühr preisgegeben hat. munjpracye zu nepincnr �»e gaoriranlcn von �uriy uuv berg behaupten ja immer, die Pariser Konkurrenz arbeite so � und verhindere sie dadurch, die niedrigen Löhne zu erhöhenwäre ja jetzt abzuhelfen. Entweder bringen die.Pariser Ä' das Rezept mit, wie eine Familie mit 3 Franken täglich auSo 23. ford tari Sch in l rück stall Arb ieni il tvur Sir Loo- de« som Alle den Äa tu t stänl f ai ;roer biet anift , de, Duo! il" u sch lue chen h od« ibeck! >reN �kue� jed� -ika- daril> iren! M. webe- Zu kann, oder man beweist ihnen, daß sie Andere schädigen, indem sie zu billig arbeiten. Dasiclbe gilt von der Offenbacher Industrie. Die französischen Arbeiter haben, wie aus den dortigen Blättern hervorgeht, die ihnen zugegangenen Einladungen mit großer Freude aufgenommen. Auch die republikanische Prelle verhält sich, wie an- erkannt werden muß, sympathisch. So insbesondere der„Rappel", die„Röpublique franyaise", der„Peuple souverain" und die Arbeiterblätter im Süden. Selbst die klerikale und bonapartistische „Ratne" kann nicht uinhin, es sehr natürlich und sehr be- rechtigt zu finden, daß die Arbeiter„eines Landes aufgefordert werden, die von außerhalb kommenden zu empfangen und zu fördern," und beansprucht lediglich dasselbe Recht gegenüber den deutschen und schweizerischen Ultramontanen. Freilich kann sie nicht unterlassen, eine kleine Denunziation hinzuzufügen.„Es versteht sich von selbst", sagt sie, daß man in mllssigen Augenblicken ein wenig Internationalismus treiben wird." Wenn es sich„von selbst versteht," wozu sagt sie eS? Auffallend ist daö Berhalten des„Corsaire" und des„Avenir national" gegenüber der Kundgebung der deutschen Arbeiter. Der „Corsaire" erwähnt die Sache mit keinem Wort. Warum? Weit die Einladungen an den„Rappel" gerichtet wurden! Ist das verletzte Eitelkeit oder Interessirtheit und Krämergeist? Jedenfalls ist es eine gute Lehre für die Pariser Arbeiter, sich, sobald der Belagerungszustand ausgehoben ist, von individuellen Beschützern zu emanzipireu und, wie die deutschen Arbeiter, ihre eigene Zeitung �u gründen, die ihre Interessen vertritt. Was Herr Portalis nicht in seinem„Corsaire" zu sagen wagt, das bringt er in seinem „Avenir national" zum Porschein. Hier wird das kleine De- nunziatiönchen der„Patrie" begierig aufgenommen und mit einer Geschicklichkeit, auf die sich Herr Portalis ganz besonders zu ver stehen scheint, zu einer hübschen, großen, verständlichen Denunziation breitgcknetet. Nach diesem Biatt haben wir der Delegation fran- zösischer Arbeiter nach Wien einen schlechten Dienst erwiesen. Sie sollte„eine ausschließliche Arbeitersache und rein französisch bleiben." Die„Organisatoren der Subskription"(d. h. Herr PortaliS)„haben die Absicht, dafür zu sckrgen, daß die französischen Arbeiter, die nach Wien reisen,„nicht nur von Arbeitern, sondern auch von Industriellen und Fabrikbesitzern gut aufgenommen und über die deutsche Industrie nützlich sfür wen?) belehrt werden." Aber —„der ängstliche Perdacht der Regierung"...„die Böswillig- keit der reaktionären Presse"...„die dlcude Strenge Derer, du das Gesetz über die Internationale erlassen und noch neulich gegen die„Gazette de france" angewendet haben"(dieses Blatt wurde zu 50 Franken verurtheilt, in zweiter Instanz freigesprochen!). „machen die größte Vorsicht und Zurückhaltung nothwcndig". „Wie zu erwarten war, hat die Wiedergabe des„Volksstaat Aufrufs im„Rappel" sofort das Gespenst deö Internationalismus hervorgerufen u. dgl.- Möchte vielleicht Herr Portalis die Pariser Arbeiter zu Wasser über den Bosporus und das schwarze Meer, die Donau herauf, nach Wien schicken,„um den Verdacht des Internationalismus" zu vermeiden? Oder will er sie, wie die Regierung von Versailles mit den Arbeitern gethan hat, die den französischen Pavillon zn errichten hatten, bei Nacht nach Deutschland führen? Auch dann würde wohl das„Phantom des Internationalismus" nicht auf hören, die guten Gewcssen und den französischen Patriotismus der Verfailler Regenten zu erschrecken. Da wir aber einmal, i» Frank reich wie in Deutschland, so wie so„verdächtigt" sind und bleiben so wollen wir wenigstens unsere Schuldigkeit thun; mögen dann die Herren von Versailles und Berlin thun, was ihnen gut dünkt! Gewährt eS dem„Avenir national" Befriedigung, zu erfahren, daß die arbeiterfeindliche Presse in Deutschland sich beeilt hat, seinen Angriff auf den„Rappel" abzudrucken und zu kommentiren, ausgenommen die Stelle, wo er die Unterstützung deutscher In dustriellen und Fabrikanten verspricht? Wir wären in der That neugierig, zu sehen, welche Sympathien für die französischen Arbeiter dieser Klasse innewohnen, die während des Kriegs unsere Per- sammlungen schließen, unsere Führer einsperren ließ und uns, Dank des Belagerungszustandes, verhöhnte und mißhandelte, weil wir nach der Schlacht von Sedan gegen die Fortsetzung des Krieges und gegen die Annexion protestirten. Alles in Allen, scheint es uns nicht, daß die Polemik des „Avenir national"„dtait pnremcnt ouvriere et tonte framjaise." Jnuerc Parter-BerwnltnnffS- und Organisations- ?lngclegenheiten. Im verflossenen Monat haben sich Mitgliedschaften gebildet und sind Vertrauensmänner ernannt für Gr. Mühlingen: Karl Schäfer; Werdau: Herrm. Vögler; Niet leben: Aug. Heide; Hornhausen: Heinr. Hopfgarten; Harzgerode: Karl Oertel; Schmölen: Moritz Saupe; Netschkau: August Pauly; Nieder- Planitz: David Hoch; Schweinau: Christoph Bauer; Amberg: Joseph Steiner. Ferner sind Vertrauensmänner ernannt worden für Coburg: H. Läsyker; Cassel: Ä. Dressel; Elberfeld: R. Diener; Magdeburg; Fürth: M. Cchmüller; Hildesheim: P. Lichtenberger." Alle Vertrauensmänner werden hierdurch anfge- fordert, für regelmäßige und pünktliche Einsendung der Beiträge, die allmonatlich erfolgen muß, Sorge zu tragen: Ter Ausschuß: Th. Gewerks�enossenschaftliches. Zntcrnationalc Gewerkschaft der Schuhmacher. Wannheim. Nach den Beschlüssen unserer Versammlung vom 23. d. M. werden heute, den 25., die Schuhmachermeister aufge- fordert, Ihr Ja oder Nein, über den von uns aufgestellten Lohn- tarif abzugeben. DaS Resultat wird Montag in der allgemeinen Schuhmacherversammlung bekannt gegeben und die weiteren Schritte in derselben beschlossen. Zuzug ist also streng fern zu Halten! Joseph Gans Horn, Vorsitzender, I. 7. 12. Allacmeiner deutscher Schneidervercin. Lhemnih, 25. Mai. WertheSerufögeuossen! Blicken wir zu Aick und fragen wir uns, wie sich seitdem unsere Situation ge- staltet hat, so finden wir, daß trotz langer und über anjlrengender Arbeitszeit wir kaum die Uebel des Winters heilen konnten. On genug war unser Körper erschöpft; aber um der Aufgabe und den Millen des Arbeitgebers und seiner Kundschaft Folge zu leisten, wurde oft manche Nacht nicht nur gearbeitet, sondern im wahren Sinne deö Wortes gerackert. Aber was ist trotz alledem'unser iloos? Schwere Krankheiten, welche unsere Krankenkassen heimsuchen, deren Lasten wieder auf die Mitglieder des Vereins fallen und, somit arbeiten wir an dem Nagel unseres eigenen Sarges. DaS Alles kümmert aber den Arbeitgeber nicht, weil er weiß, daß nach den Feiertagen wieder Angebot nach Arbeit vorhanden ist. Nicht Manöver und Strohfeuer genügen, unsere materielle und geistige Lage zu verbessern, sondern eine durch Agitation emporwachsende Organisation. Wenngleich unserer Organisation noch viel zu wünschen übrig bleibt, woran wir keine Schuld tragen, sondern rcr Jndifferentismus und Egoismus unserer uns fern stehenden College», so haben wir doch in diesem Frühjahr mehrere Erfolge zu verzeichnen, z. B. Stade, Schweinfurt, Rcgensburg, Gießen, Braunschwcig und Landshut i. B. In Leipzig wurden die For- eerungcn, welche voriges Jahr zum Strike gestellt waren, dieses Jahr größtentheils bewilligt; demnach hat unsere schwache Organi- sation immerhin ihre Früchte getragen. Leider giebt es viele unter unseren Fachgenossen, denen man ihre Naivetät verzeihen muß, in- dem sie schon Früchte genießen wollen, ehe sie einen Baum pflanzen, aber wir sind überzeugt, daß sie der Geist der Zeit und ihre eigenen Verhältnisse lehren werden, welche Wege sie zu wandeln haben. Gleichzeitig machen wir hiermit bekannt, daß wir zur diesjährigen Generalversammlung Gotha in Aussicht genommen haben, da dessen geographische Lage für die baierischen Mitglied- jchaften am besten geeignet sein dürfte; als Zeit würden wir, wenn die Mitgliedschaften damit einverstanden sind, Anfang August fest- stellen. Vor allen Dingen muß unsere Ausgabe sein, bis dahin mehrere neue Mitgliedschaften zu gewinnen. Deshalb haben wir eine kräftige Agitation beschlossen..Eine jede Mitgliedschaft hat ihre besten Kräfte zu sammeln und nach den Nachbarstädten aus Agitation zu schicken. Zur Reisekvstendecknng ist der sechste Theil res Ueberschusses ans der Ortskasse zu entnehmen. Solche Mit- gliedschafren, die nicht in der Lage sind, von dem sechsten Theil des Ueberschusses die Kosten aufzubringen, haben sich an den Aus- schuß zu wenden. Ob die Orte zu weit entfernt oder die Reise- kosten zu hoch kommen, entscheidet die betreffende Mitgliedschaft. Wir fordern hierdurch alle Mitgliedschaften auf, Vorstehendes that- kräftig und gewissenhaft auszuführen. Collegen! Vergeßt unser krankes Mitglied Zeiöler, Vater von sechs unmündigen Kindern in Nürnberg, nicht. Unterstützungs- gelder sind zu senden an F. Fischer, AugustuSburgerstraße 54 b, Chemnitz. Mit sozialdemokratischem Gruß G. Schöffel. Verband für Buchbinder und verwandte Geschästsiweige. Ilnrnberg. Am 13.— 15. April waren folgende Orte in Nürnberg vertreten: Bremen, Cöln, Dresden, Eßlingen, Frankfurt, Fürth, Hannover, Leipzig, Landshut, München, Nürnberg, Stutt- gart, Würzburg, Wien, welche 2013 Stimmen repräsentirteu. Ist auch die Zahl Derer noch eine geringe zu nennen, welche begriffen haben, daß ohne Organisation dcr Ärbeiter in keiner Weise selbst- bestimmend für seine Lage mitwirken kann, so wird man doch,— wenn man einen Blick in die Verhandlungen des Buchbindertages wirft— zu dem Glauben gebracht, daß, wenn sich die Buchbinder in Zukunft bemühen, eine prinzipielle Einigkeit zu erhalten, der neugegründete„Verband", welcher sich keiner politischen Partei anschließen soll, eine Zukunft hat. Die Lage der Buchbinder wurde— wie auch hinlänglich bekannt als eine der schlechtesten aller Gewerke geschildert, und die Gründung eines Verbandes mit Einstimmigkeit beschlossen. Als Grundlage für die neue Organi- sation wurden die Statuten der Buchdrucker angenommen und wünschen wir, daß der Verband der Buchbinder zu ähnlichen Re- sultaten gelange. Leipzig wurde als Borort, Stuttgart als Sitz der Controlkommission gewählt, Frankfurt für den nächsten Ver- bandStag als Vorort bestimmt. Zu Organen des Verbandes wurden„Volksstaat",„Volkswille" und„Neuer Sozial-Demokrat" ernannt; die Thatigkeit des Verbandes soll mit 1. Juni beginnen; auch wurde der Ausschuß beauftragt, Statuten für eine Invaliden- und Viaticumskasse zu entwerfen, welche als Bindemittel, ein integrirender Bestaudtheil des Verbandes sein soll. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Neue Mitgliedschaften sind angemeldet und haben Material erhalten: München-Gladbach, Kaiserslautern, Wiesbaden, Hildes- heim, Gablenz bei Chemnitz, Mühlhausen in Thüringen, Bürgel bei Jena, Berka in Thüringen, Crefeld. Die Vertrauensmänner und Genossen werden hierdurch dringend ersucht, diese Mitglied- schaften mit Rath und That zu unterstützen, sowie an allen Orten für die Gründung von Gewerkschaftsmitgliedschaften und Anschluß der Fachvereinc an die Central-Gewerkschaft zu wirken. Circulac Nr. 4 kommt nächste Woche zur Versendung. Hamburg, den 24. Mai 1873. Der Ausschuß der Gewerkschaft der Holzarbeiter. Kaiscrstautcrn, 18. März. � Es ist mir gelungen, am hie- sigen Ort eine Gewerkschaft der Holzarbeiter zu gründen. Um die Einigkeit herzustellen, mußte ich zuerst an den nicht zeitentspre chenden Lohnverhältnissen rütteln, was bei den Meistern böseS Blut verursachte, so daß sie mich geschäftlich maßregelten. Damit nicht zufrieden, liefen sie in oorpore aufs Bürgermecsteramt und verlangten— gelehrige Kinder des I)r. Rüder— Stadtverweis. Als sie von besagtem Amt erfuhren, daß ich schon 13 Jahre hier wohne und noch nie gesetzwidrige Handlungen mir hätte zu schulden kommen lassen, auch meine jetzigen Versammlungen ge- setzlich erlaubt seien, da machten die Herren schiefe Gesichter und sagten einfach:„Wir bezahlen doch nicht mehr". Unter dieser Zeit hatte ich aber schon, unterstützt von Ehrhart, den Grundstein zur Gewerkschaft gelegt, und wir zählen ca. 70 Mann, und haben am 24. d. Mts. Versammlung, um den AuS schuß zu wähle». Die Meister besannen sich, gaben 5 Proz. Lohn erhöhung und versprachen innerhalb 3 Monate noch 20 Prozent zu bewilligen. Mögen sie Wort halten! Gruß und Handschlag Georg Groß. Internationale Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer. Presden. Die Mitgliedschaft Chemnitz beantragt zur General- Versammlung Folgendes: l. Daß der Abschnitt II. der Kranken- kassen-Statuten in Kraft treten möge. II. Den Titel der Genossen- schaft zu ändern in„Internationale Bauhandwerker-Gcnossenschaft." III. Quittungsbllcher der Krankenkasse mit dem Statut zu ver- binden. Die Mitgliedschaft Braunschweig beantragt§ 4 des Krankenkasscnstatuts dahin zu ändern, daß das Eintrittsgeld auf dem Selbstkostenpreis des Statuts reduzirt werde. Die unten bezeichneten Mitgliedschaften, welche zur Generalversammlung keinen Delegirten senden, werden ersucht, Mandat so wie Zahl der Mit- glieder bis spätestens den 3. Juni anher einzusenden: Augsburg, Breslau, Braunschweig, Coburg, Cöln, Eßlingen, Gotha, Geeste»- dorf, Gr. Bremerhafen, Halberstadt, Leipzig, Nürnberg, Paffau, Rezensburg, Schwarzenberg a. S.; diejenigen Mitgliedschaften, welche theils noch i» der Gründung begriffen sind, theils mir von ihrem Bestehen noch keine Mitthcilung gemacht habe», werden ersucht, selbiges sofort zu thun. Hauptsächlich Heidelberg und Eise- nach will ich hier nennen. Bürger Eckstein sowie Bürger Ufert werden ersucht, den durch sie gegründeten Mitgliedschaften oben Erwähntes mitzutheilen. Ernst Kno f, Vorsitzender. Palmstr. 55 bei Lindner. Nürnberg, 23. Mai. Hier hat sich eine Mitgliedschaft der internationaleil Gewerksgenossenschaft der Maurer und Zimmerer und verwandter Berufsgenosscn im Anschluß an das Dresdner Stawt gegründet. Correspondenzen. Mochkitz.(Anfrage.) Wenn wir auch in Rochlitz und i« halbstündigen Umkreis durch die Machinationen unsrer Gegner keinen Saal mehr zu einer Volksversammlung bekommen, so müssen wir doch die Auftage stellen, wo die Windstille im 14. sächsischen Wahlfteis hinsichtlich der Agitation für die nächste ReichstagSwahl (Vorort Penig) he, kommt? Wilh. Lehmann, Schuhmachermstr. ZKuflen, im Planenschen Grund bei Dresden. Im Nachbar- ort Nieder Häßlick hielt den 16. d. MtS. die hiesige Partei- genossenschafc eine öffentliche Volksversammlung ab. Herr Schauer aus Dresden sprach über Arbeits- Ertrag und Arbeits-Lohn und bewies, daß der Arbeiter, der Schöpser alles vorhandenen Werthes, in seinem vollen Rechte sei, wen» er den vollen Ertrag seiner Ar- beit fordere; und daß hingegen daS von der Bourgeoisie aufge- stellte„eherne Lohngesetz", welches, aller Vernunft und Sittlichkeit entgegen, dem Arbeiter nur so viel bewillige, als er nothwendig zum Leben brauche, darauf hinwirke, daö Elend der Massen unter dem Arbeitcrvolk zu vergrößern. Er weist darauf hin, wie»oth- wendig es daher sei, daß sich die Arbeiter organisirten, denn nur in Masse sei es möglich, den Gegner zu bekämpfen. Es ergriffen hierauf mehrere Parteigenossen daS Wort, zum Eintritt in die so- zialdemokratische Arbeiterpartei auffordernd, und zum Schluß nahm Referent Schauer nochmals dasselbe, uzn das uns so oft zum Vorwurf gemachte Th eilen(hierTheelen genannt) eines Näheren zu beleuchten und zu beweisen, wer eigentlich der„Theiler" sei, der Arbeiter oder der Bourgeois, was ihm auch völlig gelang. Es traten von der nicht allzu stark besuchten Versammlung dennoch ca. dreißig Mann in die Partei ein. Mit Gruß und Handschlag Julius Weber, Schriftführer. jStrlin.(An die Schuhmacher allerorts!) Collegen! Hiermit.zur Nachricht, daß unser Strike siegreich beendet ist. Der Altmeister war der letzte, welcher kapitulirte, hat aber auch unsere Forderung von 33 Proc. bewilligt. Auch der Meifterbund hat Schiffbruch gelitten. Die Herren haben eingesehen, daß gegen die Macht der Arbeiter Nichts auszurichten ist. Wir haben vermöge unseres festen Zusammenstehens, trotz vielfacher Machinationen von Seiten der feindlichen Presse, eine Lohnerhöhung von 25— 33'/., Proc. durchschnittlich erzielt. Trotzdem bitten wir aber den Zuzug noch fern zu halten, damit das Angebot von Arbeitskraft nicht zu groß und dadurch der Lohn wieder heruntergedrückt wird. Nur vor- wärts Collegen! Seid einig und organisirt Euch. So ist unsere Macht unwiderstehlich. Für die so zahlreich geflossenen Unter- stützungen sagen wir im Namen der Collegen unseren innigsten Dank. Näherer Bericht wie genaue Abrechnung folgt. Das Comitä der Schuhmacher. Alle arbciterfreundlichen Blätter werden gebeten, Obiges ab- zudrücken. Lübeck. Den IS. Mai brach hieZelbst ein Strike der hiesigen Maurer aus, nachdem dieselben von ihren Meistern wegen Lohn- forderung von 3 Proc. und Verkürzung der Arbeitszeit um 1 Stunde abgewiesen worden. Die ledigen Leute sind abgereist. Die Strikenden sind meist Familienväter und gehören dem Allge- meinen deutschen Maurervercin an. Damit ihnen der Kampf er- leichtert ist, werden die Collegen allerorts gebeten, den Zuzug nach Lübeck fern zu halten. Die hiesigen Maurermeister hoffen aus Schweden Ersatz für die Shikcndcn zu erhalten. Mit sozialdemo- kratischem Gruß A. Lnstermann. ßök», 21. Mai. Da wir in Folge von Bedrohungen der Lokalinhaber durch die Polizeibehörde im Augenblick kein Ver- sammlungslokal haben, so haben eine Anzahl hiesiger Partcigenos- sen zur Beschaffung eines eigenen Lokals bereits Vorbereitungen getroffen, um dies in der Form einer Genossenschaft zu organisiren. Die Zweckmäßigkeit einer solchen Einrichtung wird wohl Jeder, der die hiesigen Verhältnisse kennt, anerkennen müssen und bei de» jetzigen Anschauungen der Gewerffchaftsbewegung ist es auch außer allem Zweifel, daß daS Geschäft ein rentables werden wird. Zu- gleich finden die Gewerke eine bessere gegenseitige Stütze und sind nicht den Launen der Wirthe ausgesetzt. Es sind zu diesem Zwecke von verschiedenen Parteigenossen namhafte Beiträge gezeichnet wor- den, welche nach einem später noch zu bestimmenden Modus raten- weise eingezahlt werden sollen, und ich richte daher im Auftrage der Betheilcgtcn an die Parteigenossen, welche in der Lage sind, innerhalb eines gewissen Zeitraums sich mit einem bestimmten Be- trag an dem Unternehmen betheiligen zu wollen, die dringende Bitte, sich baldmöglichst bei mir melden zu wollen. Ferner bitte ich diejenigen Freunde und Parteigenossen, welche im Besitze eine» Statnien-Entwurss für genossenschaftliche Zwecke sind, mir so bald als möglich ein Exemplar entweder gegen Vergütung oder leihweise zusenden zu wollen, damit wir bei der Statutcnberathung eine leichtere und bessere Arbeit haben. Alle Briefe für Partei- und Ägitationsangelegenheiten bitte ich, nur direkt an meine Adresse senden zu wollen. Die Bekanntmachung in Nr. 40 des„Volks- staat", betr. da« Verkchrskokal, ist durch die väterliche Fürsorge der Polizei als illusorisch zu betrachten. Brudergruß! Gustav Heinrichs, Vertrauensmann, Thiebaldsgasse 88. Kranüsnrt a. M., 25. Mai. Dem Polizeikommissar B., langem Beherrscher des Reviers, in dem unsre Partei ihre Vev- sammlungen abhält, hat die Bourgeoisie zu seinem 25jährigen Ämtsjubiläum einen großen silbernen Pokal mit 1000 Gulden ge- schenkt. Sehr viele anständige Leute, namentlich die Arbeiter und Kleinbürger, haben selbstverständlich Nichts dazu gegeben. Das hiesige Witzblatt, die„Laterne", überliefert die Geber und den Be- schenkten der verdienten spöttischen Beachtung.-- Wainz.(Zum Schuhmacherstrike.) Arbeiter! Collegen! Wie Euch schon bekannt, hatte unser Strike nach achtwöchentlichem Kampfe sein Ende erreicht. Die Arbeiter unserer Corporation in 'Mainz haben die Feuerprobe bestanden. Man hatte uns zu einem Strike gezwungen mit der Absicht: die Einigkeit und Organisation der Arbeiter zu sprengen. Der Fabrikant I. S. Wolf hat aber kennen gelernt, daß durch alle die Hebel, welche er ansetzte, die Organisation der Arbeiter nickt zu zerstören ist. Collegen! Es ist dieses der zweite Strike, den wir Arbeiter im Zeitraum von einem Jahr bestanden haben, und zweimal haben wir gezeigt, was Organisation heißt. Als am achtzehnten Februar in der Fabrik von Herrn I. Wolf die Erklärung ertheilt wurde, daß von heute an 15 Proc. Lohnabzug in Kraft treten, so erklärten die Arbeiter, daß sie unter diesen Bedingungen durchaus nicht arbeiten und unter dem Machtspruch des Kapitals sich durchaus nicht beugen würden, sondern es lieber auf das Acußerste ankommen lassen wollten. Nach achtwöchentlichem Widerstande kam eS zu Unter- Handlungen und wurde nach Zurücknahme des Lohnabzugs von IS Proc. und mit einer Entschädigung von 2S0 fl. von Seiten deS Fabrikanten von den noch strikenden Arbeitern die Arbeit wieder aufgenommen.(Hierzu folgt in nächster Nummer die Ab- rechnung.) Mainz. Aus dem„Mainzer Anzeiger" vom 20. Mai 1373. 1) Ter Pensionsetat des GroßherzoglhumS Hessen beträgt a) für Eivilpersonen 295,000 fl., b) für Civilgnadenpensionen 24,000 fl., c) Hofgnadenpcnsionen 6,500 fl., d) Militärpersoncnfrage Bismarck, ich denke nicht unter 100,000 fl. 2) Eisenbahnunfall bei Bingen am 17.— 18. d. Mts. 3 Todte und ca. 20 Verwundete -— die Tantiemen- Könige der Ludwigsbahn mögen nur so fort- fahren— in der letzten Düte wird sich'S finden, wohin sie es bringen,— während Viele, welche die Tantieme verdienen helfen müssen, quasi am Hungertuche nagen. 3) Für Nachlässe, Nekla- mationen an direkten Steuern rechnete das Finanzministerium des Großherzogthumö Hessen bisher 1 Prozenr des Steuererträgnisses, jetzt— mehr als 2 Prozent. 4) Waiscnanstalt in Mainz. Seit dem Bestehen dieser Anstalt gab es darin höchstens 45 Zöglinge. Jetzt sind es deren 72. Nur Geduld,„Ptitbürger", rufen da- gegen unsere Stadterweiterungs- Patrioten(die durch diese Erwei- terung die schönsten Dividenden zu machen hoffen), der„allgemeine Wohlstand"(goldenes Mainz) ist gestiegen, und wenu's schief geht, können„wir" dann auch die erhöhten Steuern vertragen. Mannheim, 27. Mai.(Per Telegramm.) Schuhmachcrstrike in Aussicht; Zuzug fernzuhalten. Münnich. Ehlingen. In letzter Versammlung des sozialdeinokratiscken Vereins wurde beschlossen, eine Landesversammlung unserer Partei nadi Göppingen auf Sonntag, den 29. Juni einzuberufen; die Mi'gliedschaften und sonstige Parteigenossen werden ersucht, Ihre Ansichten und Wünsche hierüber im„Volksstaat" zu veröffentlichen, oder an den Eßlinger Vertrauensmann, Tuchmacher Thomas Banz- haf, Landolinsstraße gelangen zu lassen. Das AgitationSkomits. München. Auf Anregung des Fachvereins der Schneider wurden hier bereits 4 Arbeiterinnen-Versammlungen abgehalten und in denselben die Mittet zur Besserung der sozialen Lage aller Arbeiterinnen, insbesondere der Näharbeiterinnen besprochen. Wenn auch die Betheiligung der Arbeiterinnen an diesen Versammlungen unfern Erwartungen gerade nicht entsprach, so konnten wir doch schon in der letzten Versanimlung am Sonntag, den 11. Mai zur Bildung eines Arbeiterinnen- Bildungsvereins schreiten, welchem so- fort 22 Mitglieder beitraten. Als Vorsteherin wurde einstimmig Fräulein Finauer gewählt, welche sich mit vieler Energie der Sache annimmt. Wenn auch der Anfang schwer ist, so hoffen wir den- noch, in kürzester Zeit den jungen Verein zu erweitern und zu einer Bedeutung zu bringen. Wie alles, was auf sozialem Gebiete neu ist, so gab auch dieser Verein unserer„bekannten" Presse willkom- menen Anlaß, denselben zu bemängeln, uns zur Zielscheibe ihrer einfältigen Witze zu machen, und uns für„Petroleusen" zu erklä- ren. Auch der Polizei scheint dieser Verein bange zu machen; sonst ließe es sich nicht erklären, aus welchem Grunde dieselbe zu unfern Versammlungen zwei Polizeibeamte in Uniform absandte, zu deren Schutz eine entsprechende Anzahl GenSdarmen in das Nebenlokal kommandirt waren; dazu kommt noch, daß die Polizei bei Vorlage der Statuten durch unsere Vorsteherin nicht nur Name, Stand und Wohnort aller Mitglieder zu wissen verlangte, son- dcrn auch deren Alter und Heimaths-Behörde, waS aber von Frl. Finauer, abgesehen von der Unmöglichkeit der Erfüllung dieses Verlangens, unter Hinweis aus das Bereinsgesetz entschieden ver- weigert wurde. Unsere Agitation wird hauptsächlich darauf gerichtet sein, das weibliche Proletariat zur Einsicht ihrer sittlichen und materiellen Lage, gegenüber der Ausbeuterwuth der Arbeitgeber, zu bringen. Die Arbeiterinnen werden einsehen lernen, daß sie bis jetzt in sttt- licher Beziehung nur als Schutzmauer für die„Tugend" der Töch- ter der Reichen, und in materieller Beziehung als billiges Kon- kurrenzmittel gegenüber der männlichen Arbeitskraft verwerthet wurde». Im Auftrage des Ausschusses Frau Lina Klessinger, Schriftführerin. Kens. Am ersten, zweiten und dritten Juni findet in Ölten der erste allgemeine Congreß der Schweizer Arbeiter statt. ES soll ein schweizerischer Arbeiterbund gegründet werden. Tie Tagesordnung lautet: 1) Wahl des Bureaus. 2) Berichterstattung des Ausschusses, Regelung der Congreßkosten. 3) Referat und Diskussion über das Programm. 4) Feststellung der Organisation. 5) Allgemeine Kranke»-, Invaliden- und Sterbekasse. 6) Bestimmungen über die Bundesorgane. 7) Wahl des Sitzes des Bundcscomitvs.— West. Auf Pfingstsonntag ist nach Pest ein ungarländischer Schuhmachertag einberufen. Daselbst sollen besprochen werden: 1) Die Lage der Schuhmacher im Allgemeinen. 2) Abschaffung des Sitzwesens und Einführung von Arbeitslokalen. 3) Der Nor- malarbeitstag. 4) Das Lehrlingöwesen. 5) Gründung von Unter- stützungs- und Krankenkassen. 6) Gründung eines allgemeinen ungarländischen Schuhmachervereins. 7) Gründung von ArbeitSver- mittlungs-Bureaus. 8) Besprechung behufs Gründung von Pro- duttiv-Assoziatiynen. 9) Die Presse. 10) Etwaige Anträge. Aew-Hfork, 8. Mai. Die deutsche Schuhmacher-Loge Nr. 166 hat sich veranlaßt gefühlt, der hiesigen Corruption im Arbeits- markt einen Damm zu setzen und zwar dadurch, daß dieselbe von Montag, den 12. d. M. ab ein Schuhmacher-Arbeits-Bureau eröffnet hat, wo alle etwaige eingewanderten Arbeiter sich insor- miren und wenn möglich, Arbeit erhalten können. Collegen! Wo überall Ihr auch sein möget, laßt Euch nicht überreden durch spitzbübische Agenten, die Euch auszunützen suchen und Euch goldene Berge vormalen, womöglich noch gebratene Tauben dazu. Es ist nicht so! Hier wie überall, Collegen, müs- scn wir arbeiten, um nur vegetiren zu lönnen, denn„Leben" kann man unsre Existenz wirklich nicht heißen; das versteht das Geld- protzenthum am besten. Das schwelgt und praßt hier wie in Europa, um die Wette; wer am meisten herausschinden kann, spielt auch die erste Geige. Collegen! wenn Ihr nicht durchaus ge- zwungen seid, auszuwandern, so möchten wir Euch rathen, daheim zu bleiben.— Von unserem Strike werdet Ihr wahrscheinlich ver- nommen haben. Unsere feile Presse hat gelogen, indem sie sagte, wir wollten 8 Stunden Arbeitszeit und Gott weiß wie viel Proc. Lohnerhöhung haben. In Wahrheit betrifft unsere gerechte For- derung im Durchschnitt nur 10— 12 Proc. Lohnerhöhung, was auch die größeren Geschäfte gleich bewilligt haben, nur einige sträuben sich, welche, wenn der Geist so bleibt, in Kurzem nachgeben wer- den. Mit Brudergruß und Handschlag Das Comitö: A. Hofimann, G. Steiger, W. Scheurich, C. Steinich, H. Brandenberger. ElU. Sämmtliche arbetterfteundlichen Blätter sind gebeten, Dies aufzunehmen. Adresse des Bureaus: 205 Forspth St. bei Joseph Dengler. Zireska«. Der hiesige HandelSkammersecretär, der bekannte Nichtswisser und Denunziant Dr. EraS, denunzirt wieder den Prof. Brentano in der Lindau'schen„Gegenwart" vom 29. März wegen dessen Parteinahme für die sKikenden Buckdrucker. Bei dieser Gelegenheit möchten wir darauf aufmerksam machen, daß der kluge Herr Eras es nun ziemlich mit allen Parteien verdorben hat. Sogar das nationalliberale, von dem servilen Professor Zarnckc in Leipzig herausgegebene„Literarische Centralblatt für Deutschland" vom 18. April haut ihn schonungslos nieder. EraS hat nämlich ein Buch geschrieben, betitelt:„Ans der Praxis. Volks- wirthschaftliche Studien und Skizzen."(Breslau, 1872.) Dieses Buch wird in gedachtenv„Literariscken Centralblatt" also kritisirt: „Herr HandelSkammersecretär Eras hat sich veranlaßt gesehen, elf in den letzten Jahren von ihm in irgend welchen ZeitungS- feuilletons bereits veröffentlichte Artikel nnter dem Titel„Ans der Praxis" zu sammeln und sie seinem geistesverwandten Freunde und „Mit-VolkSwirth" in den Reihen der Manchesterpartci, Carl Braun, als Geschenk darzubieten, wobei er nicht umhin kann, das Publikum in Mitleidenschaft zu ziehen. Diesem kann es ja nur willkommen und nützlich sein, auS der Praxis eines BolkSwirths etwas mitzu- lernen! Ader leider ist nur diese Praxis die ganz gewöhnliche und noch dazu ungeschickt vertretene Freihandelstheorie, wie sie der Journalist jedes Winkelblättleins, dessen volkswirthschaftliche Praxis sich auf Schuster-, Schneider- und andere Rechnungen und den Skattisch beschränkt, mit Hülfe von etwas Altwerber- Philosophie und eines populären Lehrbuchs der Volkswirthschaft, z. B. von Max Wirth, leicht entwickeln kann. Und doch hätte der Verfasser in seiner Stellung bei Handelskammer und Börse mancherlei Ge- legenheit zu Einblicken in die Praxis. Aber man muß fteilich nicht mit einem vorgefaßten Schema im Kopf an die Sachen heran- treten und sich damit begnügen, wenn bei oberflächlicher Betrach- tung die Thatsachen mit den vorräthigcn Formeln scheinbar über- einstimmen. Herr Eras bringt uns aus seiner Praxis: 1) Be- trachtungen aus dem Kricgsjahr. Betreffs des dort über Cassahalten Gesagten vergleiche Nasse, Bankanweisungen und Banknoten; Tübing. staatsw. Zeitschr. 1872. 4. Betreffs des unpraktischen Raisonue- ments über Consumtions- Creditc sei der Verfasser gefragt, ob er wohl weiß, was Decompte bei der Lohnzahlung ist, und ob er ohne Consumtions- Credit leben kann, wenn er sein Einkommen postnumerando bezieht? 2) Spiel und Handel. Abgestandene Deklamationen gegen die Lotterie, und Seite 52 der köstliche Satz: „Wer Prämienanleihen kauft, ist gewissermaßen der nationalliberalc HauShalter." Treffendes über Differenzgeschäfte— von Michaelis entlehnt. 3) lieber Actü ngesellschasten und Gründungen. S. 42: „Wenn sich Jemand im freien Staate eine Reihe von Jahren hin- durch im Besitz von ererbtem Vermögen zu erhalten weiß, so liefert er den Beweis, daß er den Genuß seiner Güter verdient." Haus- backne Warnungen vor Gründern, gegen welche moralisch entrüstet zu sein im Lager der Freihändler jetzt erlaubt ist, s. auch Oppen- heim. 4) Arbeitercoalitionen, Schiedsgerichte. Anrufung der Staats- gewalt gegen die Strikcs. 5) Verkehrte Verkehrspolitik. Eifert gegen die Erhöhung der Fahrpreise, bei verstärkter Nachfrage. Wo bleibt das„Naturgesetz" von„Nachfrage und Angebot"? Schöner Freihändler! 6) Für Differenzialtarife. 7) Ueber Notenemissionen. Viel nach Goethe's Faust gearbeitet. S. 114:„Daß man über diese Principien so schwer in's Reine kommen kann, das ist ein Fingerzeig für die Unthunlichkeit der Zettelbankfteihcit." Sehr praktische Argumentation! Warum nicht gegen? 8) Bedenken gegen den Patentschutz. 9) Praktische Gesichtspunkte des Freihandels. Vertheidigung der Handelsthätigkcit als einer volkswirthschaftlich aufbringenden. Gegen wen? Alte stumpfe Argumentation betr. Schutzzoll und Frechandel. 10) Die Handelspolitik des Herrn Thiers. 11) Uebersetzung eines Artikels von(1. de Ziloliuari: La nouvelle carnpagne des protectionnistes. ___________ H. S." Aeumark im Voigtlande. Ein tüchtiger Agitator wirkt seit längerer Zeit am hiesigen Orte für die Prinzipien der Sozial- demokratie mit gutem Erfolg, ohne daß den Parteigenossen etwas davon bekannt sein dürfte. Schon, mehrmals berichteten unsere Kinder aus der Schule, daß ihr Lehrer, Herr Kantor Forbriger, ihnen von dem wüsten Treiben der Sozialdemokraten erzählt und dieselben kürzlich in der Bibelstunde mit dem Inhalt der Stelle Titus 1, 10. 11:„Denn es sind viele steche und unnütze Schwätzer und Verführer, sonderlich die auS der Beschneidung; welchen man muß das Maul stopfen, die da ganze Häuser verkehren und lehren, das nicht taugt, um schändlichen Gewinns willen", verglichen hätte. Dies veranlasste uns, mit den Sozialdemokraten in Reichenbach Umgang zu pflegen, um urtheilcn zu können. Ersteulicher Weise fanden wir an diesen Leuten durchgehends ordnungsliebende Män- ner, allerdings mit dem ernsten Bestreben, die heutige mißliche Lage der Arbeiter in eine bessere zu verwandeln. Um auch unfern Ort in den Kreis der jetzigen lebhaften Bewegung zu bringen, findet schon am Sonntag den 4. Mai eine Volksversammlung statt, woselbst das Kirchenbacher Agitations- Comite thätig sein und Herrn Forbriger dazu einladen wird. Wir bieten dem Manne dadurch Gelegenheit, seine stuchtbare Agitation von der Schulstube in die Volksversammlungen zu verpflanzen, um dadurch an dem Wohle der Menschheit rüstig mit arbeiten zu können; zugleich kann er dort erklären, weshalb seit der geringen Lohnzulage der Arbeiter AlleS theurer geworden sei, nachdem seit Jahrzehnten alle Beamten wegen fortwährender Theuerung Gehaltserhöhungen forderten. ___(„Cr. B. u. Bfd.) Darmstadt. Berichtigung. J» istr. 39 bemerkte die Redaktion mit Recht zur Darmstädter Correspondenz— wo gesagt wird, ich hätte in den Pfungstadter Versammlungen empfohlen, außer den Jesuiten mit langen Röcken auch- die mit Schurzfell und Kelle auszutreiben—: daß unsere Partei als Gegnerin alle Ausnahms- gesetzgebung auch die Austreibung der Jesuiten nicht gutheiße. Im Berichte befand sich nämlich eine kleine Ungenauigkeit. Ich hatte gar nicht über die Regierungsmaßnahmen gesprochen, sondern nur über die Presse, besonders jene der„Fortschrittspartei". Hier sagte ich nun, diese Presse soll, wenn sie schon einmal für Austteibungen agitirt, auch jene der„Brüder" befürworten, dies sei aber jedenfalls deshalb nicht gut thnnlich, weil der Redakteur entweder selbst„Bruder" oder dock Söldling sei. F. Löwenberg, Schrifffetzer. Briefkasten der Redaktion. Zurückgestellt mußten diesmal werden: Stötteritz, Berlin, Breslau, Creuznach, Wiesbaden, Landsbut, Wandsbeck, Spandau, die in nächster Nummer berücksichtigt werden. Th. K. in Berlin: Mangel an Raum hielt Ihren Artikel leider bis jetzt zurück. Kalb in Nürnberg: Der andere Theil des Artikels wird noch berücksichtigt.„Freund und Abonnent" in Leipzig: Theilen Sie uns gefälligst Ihre Adresse mit. Es ist für uns natürlich nicht unwesentlich, aus jener„anderen Welt", die für uns so ziemlich hermetisch verschlossen ist, zuweilen etwas Näheres zu erfahren. der Expedition. B. H. Dtzr Zwickau f. Phot. Thlr. 1 6;»o« Arb.«Vcr. Tbonberg s. Ann. 28 Gr.; von Horn das. f. Ab. Gr. 15 5; v. F. Kler Znsbruck 2. Qu. Tblr. 1 4; v. S. Hbrt in Bergrath f. Schr. 4 Gr.; v. G. Nm Neundorf 2. Du. Tblr. 5; v. Petnn Mecrane f. Ann 12 Gr.; v. Klsdi liest f. Schr. Thlr. 1; v. A. Rter Gelenau f. Schr Thlr. 1 11; v. A. Plsn Hamburg f. Ann. 4 Gr.; v. Mahl das. f. Ann 5 Gr.; v. Zckl New-Aork f. Sckr. 7 Gr. 5 Pf.: v. Arb.-Berein Rochlitz f. Ann. 19 Gr.; a Zeile kostet 1 Gr.; besten Dank f.„Kapital"; Ebt Dresden u. Bckrt, Stolberg: Die Annoncen sind früher berichtigt, nm in Zukunft Jrrth'im zu vermeiden, bitten wir bei Geldsendungen genau zu notiren, ob f. Schriften, Abonnement oder Annoncen! v. F. A. Sorgt Hoboken f. Ab. 100 Thlr. Berichtigung. Nicht 22, sondern 92 Mann zählt die neue Mitgliedschaft in Nictledcn. Wfiltttit- Ten Tchuhmachergcsellcn /illUUU zur Nachricht, daß wir am 20. d. M. ein Arbeitsnach� weisiingsbiirean im Ritter St Georg, gr. Rosenstraße 6 bei Herrn Rode errichtet haben. Der Bote Johann Meier bringt die Gesellen von 9—11 Ubr Morgens in Arbeit. Auch find alle Briefe an denselben in obigem Lokal abzugeben. Das Comite. So;ial-demokratische Arbeiterpartei. Ii) VV 4 III* Donnerstag, den 5. Juni, Abends 8 Uhr: Geschlossene Mitgliederversammlung in Brettschneider's Lokal, Gartenstraße 13/14.— Tagesordnung: 1) Rechnungslegung. 2) Unsere Agitation in Berlin. 3) Vertrieb des „Volksstaat". Zu dieser Hauptversammlung werden die Mitglieder aller drei Bezirke dringend eingeladen. Karte legitimirt. A. Heinsch, Vertrauensmann. Zum sog. 2. Pfingstfeicrtag, Nachmittags: chemüiljliche Zusammenkunft mit Familie im obigen Lokal. Bitte zahlreich zu erscheinen. s2aj Der Obige. Sozial-demokratische Arbeiterpartei. Jeden Montag findet im Lokal des Herrn Gastwirth Weber(vor dem Frankfutterthor) Mitgliederversammlung statt, wo in der Regel Vorträge gehalten werden. Auch versammeln sich die Mit- gliedcr dortselbst jeden Samstag. 3cj_ H. Dresel. Vertrauensmann. Dienstag, den 3. Juni, sowie jeden Montag, Abends 8 Uhr: Zusammenkunft der sozial- demo- kratischcn Arbeiterpartei im Locale des Herrn A. Casper bei der Hat- pcler Brücke. Reinhard Diener, Verkranensmann. Ellierfeld N kl� Ii Sonntag(als den 1. Pfingstfeierlag) beabsichtigt der Volksverein zuGlanchau, bei günstiger Witterung, einen„Massenausmarsch" mit Musik nach dem Gasthof zur„Katze" bei Hohenstein auszuführen und ladet hierzu alle Nachbarvereine, besonders aber von Hohenstein- Ernstthal, Oberlungwitz, Langenberg, Hermsdorf, Lichtenstein-Callnberg, Röblitz, Bernsdorf, St. Egidien, Remse, Waiden« bürg, Gesau, Wernsdorf u.'. w. zu recht zahlreicher Bctheiligung ein/ Am Bestimmungsort findet Concert statt. Liederbücher find mitzn- bringen. Die auswärtigen Festtheilnehmer haben ä Person 1 Sgr. die Glauchauer Festtheilnchmer hingegen ä Person l'/j Sgr. Fcstbcitrag zu zahlen. De» an Abzeichen erkenntlichen Festordnern ist unbedingt Folge zu leisten- Abmarsch von Glauchau Mittags Punkt 1 llbr. 2bj Der Vorstand des Volksverein. � Soziil-demokratische Arbeiterpartei. VtHlUlvljllUl Jeden Freitag, Abends präzis 8 Uhr, finden unsere Parteiversammlungen bei Herrn Brinkop in der„Sonne" statt. Der Vertrauensmann: P. Lichtenberger. Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer. Dienstag, den 3. Juni, Abends 8 Uhr: Mitglieder»� sammlung bei Zeidler, Windmühlenstraßc 7, hinteres Lokal. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Bevollmächtigte. WKiltlUt Die vertrauliche Consercuz, «Vllllilji welche von Frankfurter Parteigenossen in Betreff der Arbeiter- Gewcrbe-Ausstellung annoncirt wurde, findet den 2. Pfingflfeiertag, Nach- mittags 2 Uhr nicht in der alten„Krone", sondern im Brauhaus„zur Rose", Gaugasse, statt. Im Auftrag: B. I. Lemoisne. Qtlltlfittt Sozial-demokratische Arbeiterpartei. �lUlullU Unsere Mitgliederversammlungen finden bis auf weitere) jeden Dienstag, Abends 8 Uhr, im Lokale der„Volkshalle", bei Herr» Dotzauer, statt. s2aS.j Der Vertrauensmann. Einladung zur Bezirks- Versammlung dcö 18. Wahlkreises Montag, als zweitem Pfingstfeiertag, Vormittag lO Uhr, im Zaale des„Deutschen Dauses'' zu Zwichaii. Tagesordnung: Wahlbesprechung. DaS Agitations-Comite zu Crimmitschau. dIB. Jeder Ort hat 3 mit Mandaten versehene Delezirte z» schicken. Parteigenossen haben Zutritt. j2bs eine Allen Freunden und Parteigenossen zur gef. Nachricht, daß wir hier Genossenschasts- Maschinenstickerei und Stepperei mit beschränkter Haftpflicht gegründet haben. Wir empfehlen unser Lager, als: Stickerei, Garnituren, Röcke, Kragen, Chemisettes, Herren- und Damen- Manschetten und alle anderen in das Weißwaarenfach einschlagende Artikel zur geneigten Berücksichtigung, und stellen bei solider und prompter Ausführung die billigsten Preise. Auerbach i. Voigtl. Mit sozial-demokratischem Gruß Die Verwaltung. s3bSj Emil Löwe. Gustav Hellinger. Mltnntilllichnnjj. Die Generalversammlung der Internationalen Gewerksgenossenschaft der Maurer und Zimmerer findet den 7. und 8. Juni im Saale zur„Stadt Cöln", untere Haim straße in Chemnitz statt.— Tages-Ordnung: 1) Rechenschaftsbericht; 2) Wahl des Vororts und der Verwaltung; 3) das Verhalten der vo» erwähnter Genossenschaft gegründeten Bauausführungsgescllschaften gegen«! über der Genossenschaft; 4) Geschäftsordnung; 5) Berathung über Agi«. tationsvcrbreitung._ s4bSs____ D. V. � Soeben erschienen: Leidiger Hochvermthsprozeß. Neuntes Heft. Preis 2'/, Ngr. Wiedcrvcrkäufer erhalten entsprechenden Rabatt. Heft 10, eulhatrcnd die Plaidoycrs der Herren Vcrtheidiger, erscheint demnächst. fiapitaL" Exped!' d.„Bolksstaat." Leipzig: Verantw. Redakteur E. Casper.(Redaktion und Expedttio» Hohcstr. 4). Druck und Verlag der GwoffenschastSbnchdruckerei.