■------ 3W 5; hr- tri. h'. m. «S m im aa cgr tn. de erjthrwt wöckemlich 2 Mal '»-Leippg. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand« lungen de» In« und*u«. lande« an. Kstr stripziz nehmen Bc- stellnngen au: hie Ezyedition, Hohcstiaße 4. die Genossenschaft»- duchdruckerei, Zeitzcrstraße 44. A. Betel, Pcterstraßc 18. I. Müller, Bayerfchestraße 8d, III. Der VoMiurt �vonnemcnispreis: Für Preußen incl. Stempel- steuer 17 Egr., für die übrigen Deutschen Staaten 12'/, Sgr, pro Quartal, pro Monat 4'/, Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal IL lligr. Filialexpeditionen für die Ber- einigten Staaten: F. A. Sorge, Loi 101 Nvdoke», lü. J. via Nowyork. G. A. Liinnccker, 155 Lake Chicago(Hl.) OrgandersozialdemokratlschenArveiterparteiundderinternattonalenGeverksgenoffenschasten. Nr. 45. Abonnements ans den„Volksstaat" für den Monat Juni zu 4'/, Neugroschcn werden bei allen sächsischen Postanstalten, sür Leipzig bei der Expedition Zcitzerstraße 44. PetcrSstraße 18 und iici Eolporteur Müller. für die Umgegend von Leipzig bei den Fitialcxpcditioi en: für Bolkmarsdorf, Reudnitz, Ncuschöueftld:c. bei O. Stclzer, Reudnitz, Kapellengassc 11, 2 Tr.» sür Plagwitz und Linde- nau rc. bei dein Ulirmachcr Meinhard in Lindcpau, für Con- newitz jc. bei Teubert, Borna ische Straße 197, für Klein- Schocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst cnt 'legcngenommen. Parte ge ivss n! Wir können mit Befriedigung auf das nun bald vcrftvssenc Quartal blicken; die Abonnentenzahl ist von 0015 auf 7350 gestiegen; ermüdet nicht, auch fernerhin allerorts»ach Kräflen zur Weiterverbrcitung des Parteiorgans bei- zutragen. Die Redaktion und Expedition des„Dolksltaat". Bericht des Generalraths an die Mitglieder der Internationalen Arbeitcr-Affoziation. Mitarbeiter! Die Arbeiter Englands begreifen mehr und mehr die Roth- srendigkcit politischer Thätigkeit und handeln danach. In nicht zu ferner Zeit werben sie durchdrungen sein von der Wahrheit,„daß die Eroberung der politischen Macht die oberste Pflicht der Arbeiter- klaffe ist" und„daß sie eine besondere Partei bilden mitffen im Gegensatz zu allen alten bürgerlichen Parteien". Die Perfidie der bürgerlichen Parteien wird den nur zu vertrauensseligen Arbeitern die Augen öffnen und ein Ungewitter erregen, welches alle ftei- willigen und bezahlten Gegner einer ausschließlichen Arbeiterpolitik hinwegfegen wird. In Spanien lernen die Arbeiter soeben die Hohlheit einer andern parlamentarischen Republik, dieses Ideals der BourgeoiS-Wünsche und Bestrebungen, kenne». Die Redeküuftler an der Spitze der Regierung in Madrid beweisen anfS'Neue die Wahrheit jenes Spruchs,„daß die Worte nur gut sind um die Gedanken zu ver- bergen" und daß all' die gepriesene Beredtsamkeit die elende Lage der Arbeiter nicht im Blindesten erleichtert. Ohne länger auf die Herablassung und Gnade ihrer neuen Herrscher zu warten, gehen die spanischen Arbeiter jetzt vorwärts und verlangen Erfüllung ihrer dringendsten Forderungen, besonders Herabsetzung der Ar- beitszeit. Die Vereinigung und Centralisation der verschiedenen Gewerks- genossenschaften in Portugal macht große Fortschritte. Eine wahnsinnige Vcrfolgungswuth gegen die Internationalen tobt im offiziellen Frankmch. Verfolgungen und Prozeffe von Arbeitern sind an der Tagesordnung, während alte und neue Prä- tendenten offen ihre Pläne schmieden, um die Regierungsgewalt an sich zu reißen. Die Internationalen in Holland organisiren eine thätige Pro- paganda für die Sache der Arbeit und der Assoziation auf dem Lande und in kleinen Städten.>. Die Arbeiter in Dänemark sind betrogen worden von den bürgerlichen Demokraten und Radicalen, denen sie zu Amt und Stellung verhelfen hatten,— eine neue Bestätigung der Erklärung unsrer Statuten:„Die Befreiung der Arbeiterklasse muß durch die Arbeiter selbst erobert werden." In Deutschland verlangt die kaiserliche Regierung die kleine Eckrasumme von 65 Blillonen Thalern zu militärischen Zwecken, besonders zur Sicherung jener„Bürgschaft deS Friedens", des Besitzes von Elsaß und Lothringen, während die Volksschullehrer, „die Sieger von Sadowa und Sedan" in Folge der elenden Be- soldung so selten werden, daß in verschiedenen Regierungsbezirken Hunderte von Stellen leer oder mit Leuten besetzt sind, denen die nöthige Befähigung abgeht.— Die von den Arbeitsgebern ver- fügte große ArbeitSaussperrung der Drucker und Setzer in ganz Deutschland beweist aufs Neue die Solidarität der besitzenden Klaffen sowohl als der arbeitenden Klassen, welch' letztere einmülhig für ihre bedrängten ArbeitSgcnoffcn einstehen.— Der Geist der herrschenden Regierungskreise zeigt sich unvcrhüllt in dem brutalen Gewaltstreich gegen die Berliner Arbeiter und ihre Familien, welche den 18. März 1848 und 1871 durch einen Besuch der Gräber der Märzopser im Fricdrichshayn feierten. Auf der andern Seite Zeigt sich das erwachende Bewußtsein der arbeitenden Massen in der glänzenden Wiederwahl A. Bebel's, des furchtlosen Vertheidi- gers der Rechte der Arbeit, zum deutschen Reichstag, der seine eigene Stellung als Vertreter der besitzenden Klaffen dadurch bloß- legte, daß er sich weigerte, Bebel's Freilassung aus dem Kerker selbst während der Reicbstagssitzungen zu veranlassen.— In Rußland machen die arbeitenden Masse», die Landbebaucr, ihre tiefe Mißstimmung kund durch häufig wiederkehrende verein- zelte Ausstandsversuche gegen das auf ihnen lastende eiserne Joch. In Oester-reich versuchen die herrschenden Klassen etwas Kapi- tal zu schlagen aus unbedeutenden liberalen Reformen, während sie den arbeitenden Klassen jedes wichtige Recht bis zum Recht der Vertretung hinab beharrlich vorenthalten. Tie„Weltausstellung" vermehrt die NotH der Wiener Arbeiter durch Vergrößerung der schon herrschenden WohnungSnoth und die Besucher der Ausstcl- lung werden Gelegenheit haben, den Abstand zwischen Reichthnm und Armuth, zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Arbcitshcrrn und Arbeitern kennen zu lernen, wenn sie ihre Blicke von den glänzenden Palästen des Handels und der Industrie auf die eleu- de» Wohnstätten Derjenigen richten, welche Alles erzeugen.— Mittwoch, 4. Juni. In der Schweiz findet nächstens ein Arbeiter-Kongreß statt, der wahrscheinlich eine Vereinigung der verschiedenen vereinzelten Arbeiter-Gescllschaften herbeiführen wird. Die Genfer Goldarbeiter haben nach einem hartnäckigen Kampfe von über 3 Monckten die Neun- Stunden- Arbeit errungen, und die wohlthätigen Folgen die- ses wichtigen Sieges werden sich bald an andern Orten fühlbar machen. Alle Achtung-vor den braven Goldarbeitcrn und den Arbeitern aller Länder, welche sie unterstützten! In Italien wurde die Sectio» zu Aguila auf Befehl des Pro- vinzial-Präfecten aufgelöst und ihre Fahne, statistische Arbeiten und Kasse konsiscirt. Die Mitglieder der Sectio» haben den Muth deshalb nicht verloren und setzen das Werk eifrig fort. Verschiedene Wuchergesellschaften, welche ungeheure Strecke» Landes in den Vereinigten Staaten an sich gerissen haben, machen große Anstrengungen, um europäische Arbeiter als Ansiedler auf ihre Ländereien zu gewinnen. Mögen sich die europäischen Arbeiter vor diesen und ähnlichen Anschlägen hüten, wodurch man sie ver- anlassen will, ihre Zeit und Arbeitskraft in der Wildniß unter- rauhen und ungewohntem Klima zu vergeuden.— Die Arbeiter in einer der größten Gasfabriken der Stadt New-'Jork verlangten die 8-Stundcn-Arbeit, und wenn irgendwo die Verkürzung der Arbeitszeit gerechtfertigt ist, so ist sie es sicher- lich in der ungesunden und unreinlichen Arbeit der Gas-Bcreitung. Die nlenschenfreundlichcn Besitzer dieses Monopols, nicht zufrieden mit ihren bedeutenden Gehältern und enormen Dividenden, dachten anders und schlugen die Forderung ab, worauf die Arbeiier zum Ausstände schritten. Da erschien die Einwa«derungs-E»mmission des Staates New-Aork, eine zum Schutz und Schirm der armen Einwanderer eingesetzte Behörde, auf dem Platz und schützte und schirmte die arme GaSkompagnie, indem sie derselben einige Hundert italienischer Einwanderex zusandte, um an die Stelle der Aus- ständigen zu treten. Aus lauter zarter Rücksicht auf ihr Wohlbefinden wurden die Italiener in der Gasfabrik eingeschlossen zum Arbeiten, zum Essen und zum Schlafen und als sie thöricht genug waren, die schmutzige und ungesunde Arbeit zu verweigern und gar die Fabrik verlassen wollten,' hinderte sie die außen aufgestellte Polizeimannschaft daran und überlieferte sie wieder der väterlichen Fürsorge ihrer gefühlvollen Arbeitsherren. Einige der Italiener versuchten dieser sinnreichen neuen Auslegung des Gesetzes iiber „Angebot und Nachfrage" zu entrinnen, indem sie über die Mauern kletterten und erlangten dabei die ewige Freiheit durch den Tod in den Gewässern deö East River, welcher die Mauern der Fabrik bespült. Arbeiter! Können wir je solche Verbrechen verhindern, so lange die Arbeiter einer Nationalität von unfern Arbcitshcrrn mißbraucht werden können, um die gerechten Bestrebungen der Arbeiter einer andern Nationalität zn vereiteln? Ist es nicht hohe Zeit, unsere Kräfte zu vereinigen und Alle, ja Alle der Internationalen Ar- beiter-Assoziation beizutreten? Die Sessionsbewegung, von der politischen Halbwelt(äemimoncke) (siehe unsere Adresse vom 20. Oktober 1372) geplant und von »en herrschenden Klassen unterstützt, findet keine Gunst bei den ächten Arbeitern. In England ist sie thatsächlich erloschen und in Spanien verliert sie mit jedem Tage Boden. Die Arbeiter erkennen die unsägliche Sinnlosigkeit und Albernheit des LoosungS- wertes„Anarchie" und' begreifen, daß die herrschende ökonomische Anarchie nicht durch Desorganisation beseitigt werden kann, daß zur Herstellung ökonomischer Ordnung wir unsere Kräfte vereinigen und centralisiren müssen.— Unsere belgischen Brüder, mißleitet durch hochtönende Phrasen und übel berathen durch angebliche Freunde, werden im Lauf der Dinge dieselbe Erfahrung machen und dann ihren alten Ehrenplatz in unseren Reihen wieder ein- nehmen. New-York, 25. April 1373. Der Gencral-Rath: F. I. Bertrand, Fr. Bolte, C. Carl, S. Dereure, S. Kaavnagh, E. F. Saurel, F. A. Sorge, C. Speyer. Der Gcneral-Sekretär: F.?l. Sorge. 1873. Seelenveckänferci. Nach mancherlei Bemühungen ist es uns gelungen, ein Exemplar der deutschen Uebersetzung des„Vertrags" zu erlangen, welchen die in diesem Blatt mehrfach erwähnte„Kolonie Saxonia" mit einer amerikanischen Gesellschaft, der �luvisin� Iron Company abgeschlossen hat,— ein Vertrag, auf welchem die ganze Existenz der genannten„Colonie" ruht. Wir können auö dem Aktenstück, das wir mit Staunen und Entrüstung durchgelesen— Staunen über die gedankenlose Leichtgläubigkeit auf der einen, Entrüstung über die schaam- und gewissenlose Uebervortheilung unerfahrener Mitmenschen auf der andern Seite— wir können aus den: Aktenstück bei dem beschränkten Raum des„Volksstaat" nur das Wesentliche mittheilen. Aus dem„Vertrag" ersehen wir: 1) die„Kolonie" hat von der„Knnisinx Iron Company" ein Stück Land„gekauft", gn dem Preise von 5 Dollar der Acre, während Land von mindestens gleicher Güte, und in weniger ungünstiger Lage in Hülle und Fülle von der Vereinigten Staaten Regierung für V/t Dollar, also fast viermal billiger gekauft «erden kann, und zwar mit den darauf befindlichen Bäumen, was bei dem„Vertrag" der„Saxonia" mit der �lunisinx Iron Company unerhörter Weise nicht der Fall ist. 2) DaS„gekaufte" Stück Land liegt am Superior-See(Ober- see) in der Connty(Grafschaft) Sohoolkraft, d. h. in demjenigen Theil Michigans, welcher wegen seines„russischen" Klimas in den Vereinigten Staaten so verrufen ist, daß kein Amerikaner sich dort niederlassen will. 3) Die„Kauf"-Bedingungen sind derartig, daß sie unmöglich von den„Kolonisten" eingehalten werden können. Der„ge- kaufte" Landkomplex umfaßt 23,040 Acres und ist zu bezahle» in fünf gleichen, jährlichen Zahlungen, mit jährlichen Interessen zu 7 Prozent(!) auf alle fälligen und unbezahlten Summen. Es ist aber hiermit das Uebereinkommen getroffen, daß auf 16,000 Acker des so gekauften Landes die Interessen am 1. Mai 1873 beginnen sollen, und die erste jährliche Zahlung der Hauptsumme und Interessen, innerhalb eines Jahres von diesem Datum(der„Ver- trag" wurde den 4. Februar 1873„abgeschlossen") fällig sein soll, und�auf 7040 Acker so gekauften Landes sollen die Interessen am 1. Januar 1874 anfangen und die erste jährliche Zahlung der Hauptsumme und Interessen, innerhalb eines Jahres von diesem Datum fällig sei».„Nach der vollen Zahlung der Hauptsumme und Interessen" verpflichtet sich die �Muniaiug Iron Company der Kolonie Saxonia einen vollständigen Besitztitel ausfertigen zu lassen."-- Laut dieses„Vertrags" haben die„Kolonisten" bis zum 4. Februar 1874 die Summe von 23,040(oder vielleicht auch bloß— die Bestimmung des betreffenden Paragraphen ist nicht ganz klar— von 16,000 Dollars) zu bezahlen; können sie dies nicht, so ist der Vertrag ungültig. Und wie sollten sie eS können? Finden sie etwa fruchtbares, blos deS Pflugs harrendes Land vor, das ihnen sofort die Arbeit mit üppigen Ernten vergilt? 4) Mit Nichten! Denn der Distrikt, in welchem das be- treffende Grundstück liegt, gewährt nach den Erkundigungen, welche die sächsische Regierung eingezogen, und deren Ergebniß sie im „Dresdner Journal" veröffentlicht hat,„nicht diejenigen Vortheile, welche sich die Auswandernden versprochen haben dürften. Der Boden ist unfruchtbar und steinig, namentlich aber für die Kultur von Weizen, Roggen, Hafer:c. nicht günstig, das Klima rauh und kalt und daS Roden der aus überaus harten Hölzern bestehenden Waldungen sehr schwierig." Daß daS Klima ein sehr rauhes, wurde bereits oben bemerkt und ist eine unzweifelhafte Thaffache. Was die Qualität deS Bodens angeht, so werden die Angaben des„Dresdner Journals" in dem Hauptpunkt durch den„Vertrag" selbst bestätigt, welcher in F 5 besagt:„und die genannte �lnnising Iron Company reprä- sentirt und garantirt, daß ihre benannte» Ländereicn erster Klasse, Agrikulturländereien, mit starkem Baumwuchs bestanden, sind, und vorzüglich geeignet sind für die Erzeugung von Weizen, Roggen, Gerste, Gras, Kartoffeln und Gartengemüse der Zone. Im Falle die benannten Ländereien anders sind, als hiermit repräsentirt und garantirt wird, soll genannte Kolonie nicht an diesen Kontrakt gebunden sein, und die genannte �lumaing Iron Companiy verpflichtet sich für alle Schäden, welche der Kolonie durch eine solche falsche Darstellung erwachsen, aufzukommen." Klingt sehr schön und ehrlich— für Gimpel. Daß zwischen dem„starken Banmwuchs", mit dem nach eigenen Geständniß der tlunisiug Iron Company daö der„Kolonie"„verkaufte" Land bestanden ist, ganz gutes Land sein mag, wollen wir nicht bestreiten; nur muß der„starke Baumwuchs" erst abgeschlagen und ausge- rodet sein, ehe das Land„erster Klasse" zu Ackerbanzwecken benutzt werden kann, und zum Abschlagen und Ausroden„schweren Baum- Wuchses" gehört viel Zeit und gehören Hinterwäldlerfäuste, und Hinterwäldler-Konstitutionen; die fast ausnahmslos schwächliche» und an Arbeiten dieser Art absolut nicht gewöhnten Mitglieder der „Saxonia" werden sich an dem„starken Baumwerk" sehr schnell zu Schanden gerackert haben. Und noch eins— 5) Die Bäume, welche der„Kolonist" im Schweiß seines An- gesichts glücklich gefällt hat, sind nicht sein Eigenthum, sondern das der Mir» Ising Iron Company, welche sich in Z 1 ausdrücklich von je 40 Ackerparzellen(die der einzelne„Kolonist" erhalten soll)„35 Acker des darauf befindlichen Holzes als ihr Eigenthum reservirt hat!" Die„Kolonisten" haben also das Vergnügen, für die Muniaing Iron Company Holz zu fällen; wofür ihnen diese den„landesüblichen" das heißt auf dem Gebiet der Zlnnising Iron Company üblichen, das heißt der Alnnising Iron Company beliebenden Tagelohn zu bezahlen die Gnade haben will. Und wenn der 4. Februar 1874 kommt, und diejenigen der„Kolonisten" welche die Strapatzen überstanden, und dem vermeintlichen Paradies nicht enttäuscht den Rücken gekehrt haben, 32,040(oder unsertwegen auch bloß 16,000 Dollars bezahlen sollen— woher nehmen und nicht stehlen? Selbst bei geeigneten Arbeitskräften, kann das Land bis dahin nicht urbar gemacht sein; an eine Ernte, deren Ueberschuß zu verkaufen wäre, ist dieses Jahr nicht mehr zu. denken— die„Kolonisten" müssen ftoh sein, wenn sie so viel ziehen, daß sie den Winter über zu essen haben; das Holz, ihre Haupternte, müssen sie der Munising Iron Company schenken, und: Bezahlen sie nicht am 4. Februar 1874 die 23,040(oder unsertwegen bloß 16,000) Dollars, so ist der Lanze Kauf- Kontrakt ungültig, alle Arbeit, die in daS„gekaufte" Land gesteckt worden, ist verloren und die Kolonisten haben nur die Wahl, sich zu trollen und ihr Glück anderswo zu versuchen, oder sich in die Dienste der Mnnising Iron Company pressen zu lassen, die Arbeiter, welche so freundlich gewesen ihr 3U Jahre lang so gut wie umsonst Holz zu liefern, vortrefflich gebrauchen kann. Von Verklagen kann nicht die Rede sein; denn: Erstens ist der Kontrakt so.gehalten, daß die Mnnising Iron Coiupany die Kolonisten vertragsmäßig ganz und gar in der Tasche hat. Zweitens ist der„Kontrakt" von der Mnnising Iron Company mit Herrn Wilhelm Ehregott Müller persönlich abgeschlossen, welch letzterer folglich allein das Recht zu klagen hat, aber sicherlich die wenigste Veranlassung haben wird, zu klagen. Und Drittens endlich, ist der-ganze Kontrakt nicht das'Stück Papier werth, auf welches er geschrieben oder gedruckt ist, deni� wie die sächsische Negierung ermittelt und im„Dresdner Journal", die Sache schon weiter„machen" lassen. Wir haben bei den zahl- veröffentlicht hat, die Nuiüsina Iron Oompuii)- ist erst am 5. März�los-n Jnhaftirungcn, welche die Sozialdemokratie zu erleiden ge- dieses Jahres organisirt und am darauf folgenden Tag(also dem, habt, noch niemals„Gnade", sondern nur Recht verlangt; es ist K. März d. I.) unter den Gesetzen des Staats Michigan inkor- uns nicht zu Theil geworden. Wohl uuS aber, die wir es ver- porirt und ermächtigt worden, Kontrakte abzuschließen, schmähen, uns an allerhöchsten Gnadensonnen zu wärmen, denn wir — der Uber vier Wochen vorher zwischen der Älunisin� Iran hätten uns des Gesindels zu schämen, das unter ihren Lompanj' und der Kolonie Saxonia abgeschlossene angebliche„Ler- Strahlen wandelt.— trag" ist demnach juristisch null und nichtig. Ties bringt�— Die jüngste Coulisienversänebung in Frankreich hat die uns auf den Boden des Strafgesetzbuchs. � gesammte deutsche Presse außer Rand und Band gebracht. Rainent- Bisher haben wir es bloß mit einem moralischen Betrug, einer lich die liberalen, ja selbst„demokratische" Blätter sind ganz un- moralisch verwerflichen Handlung zu thun gehabt— hier liegt, glücklich Uber den Rücktritt deS H-ldengreiseS Thiers, an dem die die Karte so, daß unsere Partei die stärkere Partei ist, daß wir in einer ganzen Reihe von Bezirken in Sachsen, Thüringen, Braun- schweig, Süddeutschland u. s. w. Aussicht haben, bei energischer Agitation zu siegen, einerlei, ob die Handvoll Anhänger des„Neuen" in jenen Gegenden für uns stimmt oder nicht, während umgekehrt der„Neue" mit Ausnahme vielleicht eines einzigen Bezirks— Altona und dieser ist nicht sicher— ohne unsere Hülse nirgends durchkommen kann. In Berlin, Hannover, der Harz- gegend, Rheinland-Westphalen, von Hamburg erst recht nicht zu sprechen, überall muß er auf unsere Unterstützung, rechnen, andern- falls ist ihm die Niederlage gewiß. Unter solchen Umständen ist 1 nicht Zügel gefai Adre Jede mäch juristischer Betrug vor, hier haben wir es mit einer kriminell Berliner„BolkSzeitung" sogar„edle Eigenschaften" entdeckt hat/ dem„Neuen" zu rathen, den Mund nicht zu voll zu nehmen; strafbaren Handlung zu thun. Und wir fordern die sächsische Mit dieser wunderbaren Aufregung der deutschen Kannegießer Oberstaatsanwaltschaft auf, ungesäumt gerichtliche Verfolgung ein zuleiten gegen: kontrastirt in fast komischer Weise die absolute Gleichgültig- keit des französischen Volks, das denn doch Zunächst bei der „Julius Davis", der im Auftrag der MunisiuA Irou Com- Sache interessirt ist, oder doch intereffirt wäre, wenn sein Jntcr- psnv dem betrügerischen„Kontrakt" abgeschlossen hat und gegen esse dabei irgend im Spiel wäre. DaS französisöbe Volk hat eben den AuswandenmgSagenten M. H. Allardt, der das betrügerische Geschäft eingefädelt hat. Politische Uebersicht. — In Bezug auf das außerparlamentarische Abenteuer„un- seres Stephani" schreibt man uns noch:„Wie ich sehe, ist Ihnen ein interessantes, und wohl das kompromittirendste Moment dieser mysteriösen Affäre entgangen: nämlich!der Versuch des Herrn Stephani, einen Beamten zu bestechen. Daß die Person, welche er zu bestechen versuchte und theilweise wirklich bestochen hat, kein Beamter war, ändert an der Sache absolut nichts. Herr Stephani hielt ihn für einen Beamten, und machte den Be- stechungsversuch in dem Glauben, einen Beamten vor sich zu haben. Wir überlassen eS den Bürgern der Stadt Lech- zig, zu beurtheilcn, ob sie einen, seinem eigenen Gcständniß nach der versuchten Beamtenbcstechunz schuldigen Mcn- scheu für würdig erachten, ihnen als Vizebürgermeister vorzustehen. — Dem hohen„Reichstag" ist im wunderschönen Monat Mai von seinen allerhöchsten Freunden und Gönnern eine Haupt- und Staatskneiperei mit obligater Spritztour nach Wilhelmshave n und Bremen bereitet worden. Wahrscheinlich sind die einfachen Soireen bei Bismarck, wo es blos„Bier und Wurst", auch„manch- mal Thee" giebt, nicht mehr so ganz geeignet, sich mit den Herren Gedächtniß und Logik, zwei Dinge, die unfern Kannegießern vollständig abhanden gekommen zu sein sibeine». Sein Gedächtniß sagt ihm, daß Thiers, nachdem er ein halbes Jahrhundert lang Geschichte gefälscht und reaktionären Parlamentsscbwindel mit StrouSberg'scher Virtuosität und Unverschämtheit getrieben, vor jetzt gerade 2 Jahren die Hauptstadt Frankreichs mit einem Feuer- Hagel übergoß und in Blut schwimmen ließ, weil sie die Rc- publik vertheidigte; und seine Logik sagt dem ftanzösischeu Volk,-daß der Mann, welcher in S Tagen mehr Republikaner ab- schlachten ließ, als alle monarchischen Regierungen, die Frank- reich je gehabt, zusammengenommen in einem halben Jahr- hundert haben abschlachten zu lasse», nicht wegen Anhänglich- keit an die Republik gestürzt worden ist. Kurz— das französische Volk begreift, daß die Ersetzung des Thiers durch Mac Mahon die Republik weder besser noch schlechter mrcht— letzteres schon deßhalb nicht, weil das einfach unmöglich>— und den Gang der politisch-sozialeu Entwickelung nicht im Blindesten affizirt. Mac Mahon ist ein Gegner der Republik— wie Thiers es war; Mac Mahon ist ein Feind des arbeitenden Volks— wie Thiers es war; Mac Mahon wird Alles thun was in seinem Mitteln steht, um die Republik auS der Welt zu schaffen und das arbeitende Volk niederzudrücken— wie Thiers es gethan hat, und, wäre er Präsident geblieben, bis zum letzten Athemzug gethan haben würde. — Der einzige Unterschied zwischen den zwei Ehrenmännern ist, daß Thiers mehr Verstand und weniger„Moralität" hat, aber jedenfalls der gefährlichere von Beiden war. Mac Mahon wird Volksvertretern über bevorstehende Anträge und Abstimmungen zu �........™ Ö-,..................................... „verständigen." Dies scheint man maßgebenden Orts erkannt Zw p'i e Roll e d cä' T hier?' f o vi s e y e'n ,' und swar plump, täp- haben, und darum stößt man auch in den erhebenden SchildertingenM� rot ungeschickt, dafür aber aucb relativ harmlos. Jeden- dieses„urdeutschcn" Ausflugs zumeist auf Worte wie:„Opulentes� h�t das Volk bei dem Taus» nichts verloren. Gabelfrühstück"—„reich besetzte Tafeln"—„ftohes Mahl"—— Am 1. und 2. Pfingstfeiertag tritt in Manchester der „gehobene Stimmung"— ,/veutsch-gcmüthlicheS Kneipen."� Beim Zweite Jahreskongreß des brittischen Bundes(Föderation) „Festmahl" an Bord des„Königs Wilhelm" erklärte der Marine- Internationalen Ärbeiter-Ässoziation zusammen. Die minister Stosch, als wohl viele Braven schon„angesäuselt" sein...... mochten, die künftige Marine für die Ehre und Ruhe(!) Deutsch- lands und wünschte, die Reichstagsmitglieder möchten„die Kraft zu weiterem Gedeihen" haben, d.h. zum Bewilligen von Flotten- geldern! Natürlich allgemeine Zustimmung. So wird an„reich- besetzter Tafel" bei„gehobener Stimmung" über die wichtigsten militärischen Fragen des Reichs entschieden, so daß nun daö Nach- spiel in der bekannten„Börsensilialc" zu einer bloßen Komödie wir hängen nicht von ihm, er aber wohl von uns ab. Für unsere Partei entsteht aber die Frage, ob sie die Fuß- tritte, welche die Leitung des„Neuen" und des Allg. D. A.-V. beständig ihr versetzen, ruhig einstecken und zum Dank dafür die Herren bei den Wahlen noch unterstützen will, oder ob sie es nicht für passender hält, mit gleicher Münze zu vergelten. Unsere Parteileitung hat seiner Zeit offen und loyal einen Einigungsvorschlag gemacht; glaubten die Herren vom„Neuen", diesen nicht annehmen zu können, dann mußten sie wenigstens ein freundschaftliches Nebeneinandergchen der beiden Parteien ermög- lichen, die Verständigung bei den Wahlen war dann leicht, und eine große Zahl von Siegen der Arbeiterklasse gewiß. Die Führer und Leiter des Allg. D. A.-V. und des„Neuen" haben jede Ber- ständigung schroff zurückgewiesen; nun bleiben die Folgen nicht«us und wir hoffen, daß die Mitglieder ihre Führer zur Verantwor- tung ziehen. In unserer Partei dürfte die Geduld der Geduldigsten gegenüber diesen ewigen Hetzereien endlich erschöpft sein. Sache des Parteicongresses als oberster Parteibehörde wird es sein, zu erwägen, ob nach all dem Vorgefallenen noch die Partei mit dem Allg. D. A.-V. bei engeren Wahlen gemeinschaftliche Sache machen will. Wird diese Frage im Allgemeinen bejaht— wofür auch wir sind — dann entsteht die zweite und wichtigere Frage: ob solche Can- didaten des Allg. D. A.-V., welche jede Verständigung zurückweisen und unsere Partei nicht einmal als sozialdemokratische Partei an- erkennen wollen, und namentlich ob die Leiter des„Neuen", welche notorisch im Interesse der preußischen Regierung die Spaltung und Verhetzung der Arbeiter betreiben, davon nicht ausgeschlossen sind. Die Ehre der Partei gebietet einen solchen Beschluß. Jede Nummer des„Neuen" legt Zcugniß ab über die perfide Art, womit er unsere Partei behandelt. Das Auftreten der Herren Grottkau und Hnrlemann gegen niisere Parteigenossen in Berlin: das gebundene Mandat, weiches Erstcrer von der Berliner Mit- gliedschaft des Allg. D. A.-V. zur Generalversammlung in Frank- furt a. M. erhielt und wonach er jeden Antrag auf Versöhnung oder Verständigung zurückweisen soll, sind die neuesten Früchte dieser Verhetzungsmethode. Es wird Sache des Parteicongresses sein, zv beweisen, daß unsere Partei nicht aus gntmüthigcn Schafen besteht. mit denen die Herren vom„Neuen" ihr Spiel beliebig treiben gend Der des einv! svwo m d (mW Mach klein. einer Tagesordnung umfaßt: 1) Organisation des brittischen Bundes. 2) Mittel und Wege zurVerwirklichung der Zwecke der Internationalen Arbciter-Assoziatiou. 3) Beziehungen der Internationalen Arbeiter-. können. Assoziation zu den Gewerkschaften. 4) Die politische Aktion der-... � Arbeiterklasse. S) Allgemeine Erziehung, v) Die Land frage. 7) Ab- schasfung des Erbrechts. 8) Aneignung aller- Arbeitsmstrumente' Internationale Gewe'rksgenossenschaft der Ecln.hmacher. herabsinkt. Und schamlose Gesellen nennen diese Wirthschast, welche durch den Staat. 9) Das Recht der Arbeiter auf Staatskredit zur Organisation der korporativen(genossenschaftlichen) Produktion. den Hohn des gesammten Auslandes auf sich zieht,—„deutschen Parlamentarismus!" —- Zum Kapitel der Ausweisungen. Vor einigen Btonaten wurde in Straßburg der Generalvikar Rapp ausgewiesen wegen angeblich ultramontan- regierungsfeindlicher Wühlereien. Die Aus- Weisung machte viel Aufsehen und ein Theil die Presse tadelte leb- hast diesen mit dem sogenannten deutschen Freizügigkeitsgesetz sehr schlecht stimmenden Schritt. Die Angelegenheit kam kürzlich im Reichstag bei Gelegenheit der Debatte über den Regierungsbericht bezüglich des Elsaß zur Sprache. Dabei äußerte sich Windthorst- Meppen folgendermaßen:„Wie will man es rechtfertigen, daß deutsche Staatsbürger ausgewiesen sind? Ich frage nicht deßhalb, ich ftage nur: wie konnte das geschehen dem deutschen Freizügig- kcitsgesetz gegenüber? Diese bescheidene Frage hat die ganze Presse, hat selbst Onkel Spener gestellt.(Heiterkeit). Weßhalb ist General- vikar Rapp ausgewiesen? Hatte er sich eines Vergehens, eines Verbrechens schuldig gemacht, so mußte man ihn vor die Gerichte stellen. Ihn durch eine einfache Maßregel der Verwaltung ausweisen, ist eines Kulturstaats unwürdig.... An dem Tage, an dem die Reichsverfassung für Elsaß in Kraft tritt, muß es unsere erste Aufgabe sein, diese exorbitante Be- stimmung aufzuheben. Sge ist unerhört, sie darf in einem zivilisirten Staate nicht vorkommen."— So Windthorsi- Meppen über die Ausweisung Rapp's. In Elsaß-Lothringen gibt eS eben keine Verfassung; es ist der junkerlichen Willkür Bis- marckS preisgegeben; die Diktatur; d. h. der Säbel und der Gensdarm regieren. Passiren in einem solchen Lande Dinge wie die Rapp'fche Ausweisung, die Windthorst„eines Kulturstaats un- würdig nennt", dann kann mau sich nicht wundern, die Willkür herrscht eben. Was soll man aber sagen, wenn ein Staat mit einer geregelten Verfassung, der in normalen Verhältnissen sich befindet, dem das sogenannte'deutsche Freizügigkeitsgesetz Landesgesetz ist, zu solchen Schritten seine Zuflucht nimmt, und nicht einmal, sondern dutzendmal? Ist den Vertretern der sächsischen Regierung und den sächsischen Reichstagsmitgliedern vielleicht die Schamröthe ins Gesicht gestiegen als sie jene Worte Windthorst'ö hörten? Sagten sie sich nicht, daß der Vorwurf in zwanzigfach höherem Grade„unser" Sachsen trifft? Der Junker Bismarck suchte diesen Ausweisungsukas wenigstens zu entschuldigen mit der Aus- nahmstelluug des Landes; er erklärte, daß ein solcher Fall nur ganz ausnahmsweise eintreten dürft. In Sachsen aber sind die Ausweisungen System; der ehrenhafteste Mann, wenn er nur durch eine dem Regierungssystcm feindliche Gesinnung sich aus- zeichnet, wird, nachdem man ihmjzlücklich einen Prozeß gemacht, wie ein Vagabund von Ort zu Ort bis Uber die Landesgrenze Setrieben. Welch herrlicher Stück„moderner Kultur", dies System! lnd die sächsischen Abgeordneten haben geschwiegen, sie wollen keine Ohren haben zu hören, wo die Thatsachen so furchtbar- laut reden!— Bei solchen Leistungen einer Regierung ist es natürlich, daß die Unzuftiedenheit und der Haß gegen die bestehende Ordnung der Dinge sich immer tiefer in die unterdrückten Klassen einftißt; die Früchte werden nicht ausbleiben. Man fahre nur immer so fort; je ärger, desto besser, wer Wind säet, wird Sturm ernten. — Wir berichteten jüngst aus Wiesbaden von zwei�hoch- adligen Diebinnen, welche wegen(großartiger Annection von Spitzen zu hohen Zuchthausstrafen verurtheilt worden sind. An allerhöchster Stelle hat man den Strafvollzug auf dem „Gnadenwege" sistirt, d. h. die beiden Diebinnen„Von" brauchen die Straft nicht anzutreten, und da sie beide reich sind, wird sich Es freut uns mittheilen zu können, daß die Internationale Ar- beiter- Assoziation in England seit dem Haager Congreß, trotz aller Zersplitteruugsversuche und Verdächtigungen beständige F.rt- schritte macht. Ueber den Eongreß werden wir eingehend be- richten.— Wegen des Aufrufs, der nach dem Leipziger Hochverraths- Prozeß vom Ausschuß der sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Nr. 3t) vor. Jahrg. deS„Volksstaat" erschien, ist Hepner am 23. Mai zu vier Wochen Gefänguiß in(erster Instanz verurtheilt worden.— Bis zur Generalversammlung gingen zur Hauptkasse noch Gelder ein: Großenhain 16 Ngr., Arnstadt Thlr. 8. 4, Ehemnitz Thlr. 2, Rochlitz Thlr. 2. 14, Dresden Thlr. 13. 9. Für die Verwaltung: Zilger. Zu den Wahlen. * Wir haben uns heute mit einem interessanten Erguß des„Neuen" vom 11. Mai etwas ausführlicher zu beschäftigen/ Er kündigt in der erwähnten Nummer an, daß der Verstand des Allg. Deutschen Arbeitervereins in seiner Sitzung in Hamburg beschlossen hat,„daß es Pflicht jedes Mitgliedes sei, bei engeren Wahlen, die zum beut- scheu Reichstag stattfinden, immer für den politifch radikalsten Can- didaten zu stimmen." Da nun nach der wohlwollenden Ansicht des„Neuen" von allen politischen Parteien nächst dem Allg. D. A.-V. die„Eiscnacher Volkspartei" die radikalste ist, so sollen die Mitglieder deS Allg. D. A.-V. bei der engeren Wahl für einen Candidaten dieser Partei stimmen, wenn ein solcher in Frage kommt. Der„Neue" hat ferner die Güte, zu erklären, daß von einer Einigung erst dann die Rede sein könne, wenn unsere Partei „aus ihrem Halbsozialismus herausgekommen und bei dem Lassalleanismus angelangt ist," d. h. auf gutes Deutsch: wenn die sozialdemokratische Arbeiterpartei Lassalle als Gott-Vater, Sohn und heiligen Geist, die Herren Hassclmann und Hasenclever als seine Propheten und den„Neuen" als geosfenbartes Gotteswort und Bibel anerkennen will. Was diese traurigen Gesellen sich nicht Alles einbilden! Aber der„Neue" versichert weiter, der Allg. D. A.-V. werde an diesem Beschlüsse festhalten, tpotzdem unsere Duisburger Parteigenossen im„Volksstaat" erklärt haben, gegen' sefau »Dei hielt In' Herr toczii der j Auer Bort theil, land glitb Ichne des 1 verw ?nge; hatte heret hart toahl svrtn Harb fe halt gente Antr Znternationale Gewerkschaft der Mannfaktur-, Fabrik und Hand-Arbcitcr. ßrimmitschan. Den Gcwerksgeiiosien ist mitzutheilen, daß die versandten Ergänzungsblätter an die Inhaber alter Statuten- bücher gratis, neue Statuten nur mit 2 Ngr. pro Stück und Protokolle mit Vit Ngr. pro Stück abzugeben sind. ErgänzungS- blätter sind genau nur so viel gedruckt und versandt worden, als bestellt waren, Säumige müssen also neue Bücher lösen. Dss nach Maaßgabe eingegangener Bestellungen gedruckte Statutenauf- läge ist gleichfalls vergriffen, eine zweite also in Arbeit, wonach sich die Vertrauensleute, die Material brauchen, richten wollen. Protokolle sind höchstens noch 500 Stück vorräthig und da ge- uaue Kenntniß des Inhaltes für jeden Genossen von Wichtigkeit ist, so steht zu erwarten, daß verspätete Besteller zu kurz kämen Es mag also für rechtzeitige und allseitige Bestellung unv Ver- breitung das Nöthigc erfolgen, waS den Vertrauensleuten beson- ders ans Herz gelegt wird. Die richtige Angabe der Adresse» unserer Beamten, sowie Derjenigen, wo die Wandcrgcld-Erhebung stattsindet, bitten wir jetzt in aller Kürze vollends zu bewirken; einige neue geben wir nachfolgend. Mit den Monats- und Vierteljahrsrechnungen muß pünktlich eingehalten werden, hauptsächlich sind auch die Mitgliederlisten ge- ordnet hierher zu melden. Dem Verlangen um persönliches Erscheinen zur Agitation kan» der Unterzeichnete mit bestem Willen nicht allseitig willfahren, d» durch seine längere Abwesenheit von Hause, viel Geschäftliches wss Außergeschäftliches nachzuholen, außerdem aber unser Genosse Stehfest schon über S Wochen krank, der Unterzeichnete also tu» so mehr(als dessen Vertreter in der Webgenossenschaft) ins Haut gebunden ist. Die Vertrauensleute wollen sich an die nächste» Stationen um Agitatoren wenden; weite Entfernungen sind für uns an Zeit und Geld entschieden unerreichbar. Gewerkszenosscn' Abtei luttg von Müh der. ihren sabbt Kala J den Präsidenten des Allg. D. A.-V. stimmen zu wollen, �sintematen Berücksichtigt, daß wir nur mit unsrer freien Zeit hauszuhalte» haben und laßt unsre Sache nicht vom Autoritätsglauben abhänge». „die„ehrlichen" Redner unter dem Denkmantel der Versöhnung sich in den Kreis Duisburg einschleichen wollten, um die Wahl Hasenclever's durch allerlei Stänkereien überhaupt unmöglich zu machen." Gemach, lieber„Neuer"; wir haben nicht nöthig, uns erst in den Kreis Duisburg einzuschleichen, da wir von jeher Parteigenossen in demselben besessen haben und sicherlich bis zu den Wahlen noch mehr besitzen werden, demnach der uns gemachte Vonvurf nicht mit Unrecht ans die Herren vom„Neuen" zurück- fällen dürfte. Das Heiterste aber ist folgende Tirade:„Trotzdem also diese angeblichen Sozialisten ganz unsozialistisch, ja nicht einmal demo- kratisch handeln, trotzdem sie verleumden und verdächtigen, trotz alledem wollen wir dem Beschlüsse des Vorstandes treu bleiben und bei allen engeren Wahlen, wo ein Eisenacher concurrirt, für denselben stimmen." Dieser hier skizzirte Artikel des„Neuen" ist eine amüsante Umschreibung jener Fabel vom Fuchs, der die Trauben für sauer erklärte, weil er sie nicht erlangen konnte. Um' zu den Trauben zu gelangen, versichert uns der„Neue", wenigstens bei den Wahftn unter Umständen Hand in Hand mit uns zu gehen, aber natürlich nur in der Absicht, um seine zweifelhaften Wahlsiege durch unsere Stimmen gesichert zu erhalten. ES ist ein Nothschrei des Herrn Hasenclever�ür den Herrn Hasenclever. In Wahrheit steht, trotz aller Aufschneidereien des„Neuen", tnan mdei sehe Ear und tvurt chem wo der Wir wir saget Men geoi« weni Utit i den »lach Klar und willenfest kann Jeder seine Klinge führen. Es muß jss nicht immer die Neugierde durch auswärtige Namen gekitzelt werden. Wir fordern Alles zur Regsamkeit und Ausdauer an/ anders ist kein ersprießliches Kämpfen möglich. Die neueste» BolkSstaat-Artikel sind besonders zur Agitation unv allseitigen Aus klärung geeignet. Benutzt sie gründlich und überall. Gruß unk Hand. I. A. der VorortSverwaltung: I. Motteler, z. Z. I.B. Bischofswerda: Vertrauensmann: Ernst Petermann; Dresde» Vertrauensmann: Otto Hofsmann, Christstraße 16, 4. bei WitHsj Knieliug, Controleur: Carl Witschold, Beitragsammler: Eri Berger, Schäferstraße 74 2 Tr.; Friedersdorf b. Gr.-Breite» bach(Thür.): Vertrauensmann: Ch. Löhlein; Großenhain: Vit» trauensmann: Wilhelm Günther, Amalien-Alee 563, Beitrag' sammler: Herrn. Thieme, Gartenstraße 582, Controleur: Ehregot' Hesse, Topfmarkt 167, Wandergeld beim Vertrauensmann; Crit»' mitzschau: Vertrauensmann:.Herrn. Pötzfch, Jakobsgasse 344, Bei' trags ammler: Franz Gerold, Untere Mühlgasse, Controleur: R»»' i König, Johannesgasse 55, Wandergeld in Seipels Restauratio»' Ritterstraße; Stollberg: Vertrauensmann: Friedrich Gotthilf Oefte» reich, Webermeister, Schloßgassc, Beitragsammler: A. Otto NeubeA Controleur: Ernst Kaufmann(Wandergeld?). Zufl solch lftha Vers «leick Kreil letzte Send Mei n°ch die l svga von die den Arb( was heit IL erst Unte dam ihr Wels e« o auf den. arbe Wels eure Gewerkschaft der Holzarbeiter. Alle die Orte, welche das versandte Gewcrkschaftscirkular Nr. 4 nicht erhalten haben sollten, insbesondere die der Gewerkschaft neu Zuaetretenen Orte, denen wegen fehlender Adresse dasselbe nicht zn- zesand werden konnte, werden hierdurch ersucht, unter Angabe der Adresse und Zahl der gewünschten Exemplare sofort zu rcklamiren. Jedes Mitglied der Gewerkschaft kann das Blatt vom Bevollmächtigten unendgcldlich in Empfang nehmen. Der Ausschuß der Gewerkschaft: Th. Ä)orck. Verband für Buchbinder. Aresdcn, 24. Mai. In heutiger Versammlung gelangte fol- gende Resolution zur Debatte und wurde einstimmig angenommen: Der hiesige Fachverein erklärt sich niil den Prinzipien und Satzungen des zn Ostern in Nürnberg gegründeten Verbandes vollkommen tinverstanden und spricht den Willen aus, durch thätige Agitation sowohl hier als auch gemäß der Wahl Dresdens als Gauvorort, m den benachbarten Städten die Eollegen zum Anschluß zu ver- anlassen, resp. mit den Prinzipien des Verbandes bekannt zu machen. Zugleich ersucht der Verein alle in den umliegenden kleinen Städten oder vereinzelt arbeitenden Eollegen zur Anknüpfung einer Corrcspondeuz ihre Adressen gelangen zu lassen an G. Biller, kl. Brüdergassc 10, 1. r. ieii: 3 letf' 3ef i ;00 im' 3 ei' tob' ißfli stell >ert Correspondenzen. Aerkin, 28. Mai. Am Montag ließen Hasenclever und Has- selmann wieder ihre„Sprengkolonne" los. Ich berichte nach der »Demokratischen Zeitung":„Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hielt Montag, den 26., wiederum drei Bezirksversammlungen ab. In der Bezirksversammlung bei Globig, Naunynstraße 31, referirtc Herr Kleinecke. Es folgte hierauf eine sehr anregende Debatte, Mozu besonders die eingelaufenen Fragen Veranlassung gaben. In der BezirkSversammlung bei Meister, Landwehrstraße 11, hielt Herr Auer über Punkt 1. und 2. des Eisenacher Programms einen Vortrag. An der sich an denselben knüpfenden Diskussion be- theiliglen sich die Herren Bruchmüller, Streit, Gladewitz und Fried- lander. In beiden Versammlungen wurden mehrere neue Mit- glieder aufgenommen.— In der Bezirksversammlung bei Brett- schueider, Gartenstraße 13— 14, wurde, als man den Mitgliedern des Allgemeinen deutscheu Arbeitervereins den Einlaß in daS Lokal verwehrte(die Versammlung war als eine Mitgliedervcrsammlnng angezeigt, wozu Gäste nur durch Mitglieder eingeführt Zutritl hauen», dasselbe gestürmt. Die Thüren wurden„gesprengt" und herein stürzte eine Kolonne unter„Anführung" des Herrn Klink- Hardt. Natürlich GeschäftSordnuugsdebatten wegen der Bureau- h-ahl. Der Einberufer der Versammlung, Herr Friese, hatte sick> fortwährender Bedrohungen zu erwehren. Die Anführer Klink- Hardt und Höppner wurden schließlich gewählt. Aus der Versamm- lang heraus wurde von einem Mitglicve de« Allgemeinen deutschen Arbeitervereins der Antrag gestellt, über den Grund des Zwic- IPaltS zwischen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei und dein All- gemeinen veutschen Arbeitervereins zu berathen. Auf Wunsch des »Ansührers" wurde der Antrag abgelehnt. Ebenso erging es einem Antrage des Herrn Baumann, über die bevorstehenden Reichs- lagswahlen zu sprechen. Auch hier verlangte der„Anführer" die Ablehnung und es geschah demgemäß. Hierauf wurde die Versamm- lung geschlossen. Auf der Straße wurden mehrere Parteigenossen von den Manneu Klinkhardt's überfallen und konnten sich nur mit Mühe vor Mißhandlung schützen". Diese krampfhaften Anstrenguugen her„Führer" des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, den unter ihren Füßen weichenden Boden durch einen allwöchentlichen Hexen- sabbath festzubalten, sind das untrügliche Vorzeichen nahender Katastrophen im Schooße des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Uerkin. Da ich aus Nr. 39 unseres Parteiorgans ersehe, daß wan unfern Parteigenossen in Creuznach mit Gewalt entgegentritt, «ldem man die Bauern und andere Leute gegen sie aufhetzt, so sthe ich mich veranlaßt, eine Erklärung des so„gebildeten" Herrn Earl Cauer zu veröffentlichen, um Licht in die Sache zu bringen, ünd die Ursachen solcher Vorkommnisse klar zu legen. Osterdienstag lvurdeu Parteigenosse Schöne und ich von Herrn E. Cauer, bei wel- chem wir als Bildhauer arbeiteten, in sein Arbeitszimmer gerufen, A'v derselbe uns in arroganter Weise wegen der Theilnahme an Ijer auf Ostersonntag stattgehabten Versammlung zur Rede stellte. Wir erklärten dem Herrn indeß, daß wir hingehen könnten, wohin bnr wollten, und daß er in dieser Hinsicht uns absolut nichts zu sagen hätte. Unter Anderem bemerkte dieser„sich gebildet denkende" Mensch Folgendes:„Wir,(von Geldsacksgnaden Vollblut-Bour- gevis von Creuznach), haben gestern noch darüber gesprochen, und d>enn solcke Versammlung nochmals stattfindet, dann werden Sie ütit Knüppeln herausgeschlagen. Die Arbeiter müssen noch 25 aus °eu Hintern haben, wen» sie sich rühren. So müsse man es Machen und es kommt auch noch dazu." Ich dachte freilich nicht, baß diese Menschen zu solchen gemeinen und rohen Mitteln ihre Zustucht nehmen würden, und glaubte, er hätte das nur so gesagt; solcher infamen Handlungen hätte ich diese Leute doch nicht fähig gehalten. Allein, wenn man die Vorgänge in der betreffenden Versammlung mit dem, was Herr C. Cauer uns angedroht, ver- gleicht, so erscheinen dieselben doch in eigenthümlichcm Lichte. Freilich, wenn die Arbeiter sich nicht ruhig ausbeuten, nicht den letzten Schweißtropfen auspressen lassen wollen, wenn sie die fau- genden Vamphre abzuwälzen versuchen, dann müssen sie nach der Meinung dieser Herren Knutenhiebe bekommen. Traurig, daß sich »och Arbeiter aushetzen lassen, um Arbeiter durchzuprügeln; denn bie Bourgeois selbst sind viel zu feig dazu. Diese Herren wagen sogar auszusprechen, daß der Arbeiter keine Rechte besäße. Und von solchen Menschen(?), die so denken, so handeln, lassen sich bie Bauern, welche ebenfalls von dem großen Grundbesitz und ben Hypotheken-Gläubigern ausgebeutet werden, aufhetzen gegen Arbeiter, gegen ihre leidenden Mttgeuossen. Freilich! Wer weiß, Mas diese Bourgeois-Bande den Leuten vorgeschwindelt; die Wahr- �eit haben sie sicherlich nicht gesagt. Doch, noch ist nicht aller Tage Abend; wehe Euch, Ihr Drohnen der menschlichen Gesell- schaft, wenn die Landbevölkerung einsehen lernt, daß Ihr sie be- schwindelt, und warum Ihr sie beschwindelt, wenn die Bauern ttst einsehen, daß sie in den Augen der Bourgeoisie noch weit unter dem Thicre stehen. Das Thier muß sein gutes Futter haben, bamit es gesund und kräftig bleibt. Ihr Landarbeiter aber, die chr euch Menschen nennt, müßt euch mit einer Nahrung begnügen, Melche nicht besser ist, als das Futter der Schweine. Was schadet ks aber, wenn die Arbeiter ausgemergelt sind? Dann werden sie auf die Straße geworfen, so gut wie die industriellen Arbeiter, benn die„Herren" können ja andere haben. Seht, ihr Land- arbeiter, wenn ihr also gegen die städtischen Arbeiter vorgeht, Melche den Kampf aufgenommen haben gegen den Geldsack, gegen Uwe Unterdrücker, dann kämpft ihr gegen euch selbst, gegen euer eigenes Fleisch und Blut, und eure Lage wird sich noch verschlim-! mern. Und warum hetzten die Herren die unwissenden Arbeiter auf? Weil sie trotz aller ihrer Schlauheit nicht im Stande sind, uns im Kampfe auf geistigem Gebiete entgegenzutreten, und schlau sind die Bourgeois in Creuznach ganz so wie an andern Orten. Zeit ist Geld, denkt ein Gerber, und schlägt Nägel in das Sitzbrett des Closet's der Arbeiter.— Wenn die Leute sich eine Fa- milie gründen und dadurch an die Scholle gebunden sind, kann man dieselben besser knutcn, denkt derselbe Schlauberger und em- psiehlt seinem Herrn Schwiegersohn, Sorge zu tragen, daß dessen Arbeiter sich schnell verheirathen. Merkt euch dies, ihr Arbeiter; betrachtet diese Leute einmal bei Lichte! Mit der Bourgeoisie im Bunde ist die Polizei; über deren Willkür könnte ich auch manches Stückchen erzählen. Doch es fällt mir nicht ein, den Raum un- seres Organ deshalb in Anspruch zu nehmen. Zur Characleristik ver AuSbeutungswuth indeß muß noch Folgendes erwähnt werden: In der bei Creuznach liegenden Glashütte befinden sich eine Menge Kinder, die anstatt in die Fabrik in die Schule gehören. Ich war selbst in der Fabrik und habe gesehen, wie die Kinder in dieser Höllenhitze arbeiten müssen. Wenn man bedenkt, wie anstrengend diese Arbeit ist, und welchen schädlichen Einfluß dieselbe auf die Kinder ausübt, so muß man mit Abscheu über solche Zustände erfüllt werden. Einem Freund von mir, welcher dort arbeitet, ist ein Mädchen von 8— 9 Iahren behülflich; dasselbe muß eben- falls 11 Stunden, incl. 1 Stunde Pause, dort arbeiten. In dieser Glashütte ist es nun so eingerichtet, daß ein Theil der Arbeiter Nachts und der andere Theil bei Tage arbeitet. Auch das Mäd- chen muß sich dieser Ordnung fügen; es arbeitet also des Nachts 10 Stunden und— besucht des Morgens noch die Schule. Der- artige Gesetzesübertretungen zu verhüten, wäre fteilich Pflicht der Polizei; aber, Bauer, das ist etwas Anderes. Den Gypsarbeitern und Bildhauergehülfen will ich noch be- merken, daß die Löhne in dem Cauer'schen Fabriketablissement in Creuznach mit am niedrigsten stehen. Es sind Leute mit 3 Thlr. die Woche abgespeist worden und haben nach neunjähriger Thätig- keit in dem Geschäft es glücklich bis zu 6 Thlr. 10 Sgr. gebracht. Wer nicht pünktlich in der Arbeit ist, wird wie ein Schulbube aufnotirt. I. Hochgürtel. •Bcrkiit, Ende Mai. Es ist im Staate der Gottesfurcht und ftommen Sitte schon sehr weit gekommen; man begnügt sich nicht mehr, unsere Ideen in der Presse zu verunglimpfen, nein, man nimmt noch das Adreßbuch zu Hilfe. Dieses vom Jahre 1873 bringt unter„Statistik" u. A. Folgendes:„Das Jahr 1366 hat in Bdtreff des BerbrecherthumS die Wirkung eines Nothjahres ge- habt. Durch das Stocken der Geschäfte beim ersten Schrecken des ausbrechenden Krieges sind viele Arbeiter und kleine Handwerker in Nvth und durch sie i»'s Verbreckerthum gerathen. Ganz ent- gegengesetzte Wirkungen hat das Kriegsjahr 1870 gebracht. Die Erfolge des Jahres 1866 und die patriotische Begeisterung ließen die Furcht des Jahres 66 nicht aufkommen und die Geschäfte wurden ruhig weiter geführt. Auf das Erstere in Betreff des Jahres 1866 können wir wohl nichts entgegenhallen; dagegen wird wohl das Jahr 1870 hinter dem Jahre 1866 nicht zurückvleibeii. Die Beleidigung des Königs von Preußen durch Benedetti— die übrigens als unwahr dasteht—! hat demnach das deutsche Volk von Verbrechen abgeleitet!—„Welche Wendung durch Gottes Fügung!" Ferner wird gesagt: „Berlin, die Metropole des neuen deutschen Reichs, scheint auch immer mehr eine solche der Verbrechenvelt zu werden. Ein Beweis für die weitverzweigten Verbindungen der hiesigen Verbrecher ist der schnelle Vertrieb gestohlener Gegenstände in ferne Gegenden. Daher kommt es auch, daß in vielen Fällen, wo die Diebe ent- reckt und zur Bestrafung gebracht werden, dennoch das gestohlene Gut nicht wieder in die Hand seiner Eigenthümer gelangt. Die Diebe selbst wissen wohl, an wen das gestohlene Gut aus ihren Händen gelangt sei, aber sie wissen auch, daß dasselbe durch viele Hände gegangen ist und daß ihre Aussagen nur zur Verdächtigung von Personen führen, deren Verlust ihre ganze Genossenschaft schmerzlich empfinden würde. Ja man hält es in den Berbrecher- kreisen für die höchste Ehrensache, verschwiegen zu sein. Ja es giebt Beispiele, daß sich Personen zn Verbrechen bekannten(etwa Prügelknaben der Redacteure?!), die schwere Strafen nach sich zogen, um durch solches falsche Bckenntniß nur Andere vor der Entdeckung zu schützen. Ob eine einheitliche Leitung und Organi- sation der Verbrecherwelt Berlins vorhanden ist, läßt sich nicht nachweisen, doch werden sie alle mehr oder minder von einem Prinzip getrieben, und das ist der Haß gegen die Gesellschaft, von der sie ausgcstoßenworden, der Kampf gegen die gesellschaftliche Orb- nung, die ihnen, wie sie sagen, die Möglichkeit einer ordentlichen Existenz entzieht.— Die Verbrecher sind die eifrigsten Anhänger der sozialistischen Ideen.— Die verwegensten Verbrecher fühlen sich in ihrer Frechheit beftäxkt nndjjehoben durch den Beifall ihrer Gesinnungsgenossen, sie sind der Stolz der Genossenschaft ge- worden." Eine Antwort auf diesen Artikel verdient der Verfasser nicht, wohl aber einen Orden, welchen ich in aller Kürze in dem Reichs- anzeiger— für feine hohen Verdienste, welche er dem Staate und der Gesellschaft leistet— zu finden hoffe. Erwähnen will ich nur noch, daß im Jahre 1872 in Berlin 15,064 Frauenspersonen inhaftirt wurden, und zwar: 646 wegen verbotenen Aufenthalts, 715 wegen Nichtgestellung zur ärztlichen Untersuchung, 12,659 wegen Anlockens von Männern und Umher- treibenS, 12 im Polizeibericht Gesuchte, 468 wegen Aufenthalts bei Kupplerinnen, 564 wegen Verdacht der Syphilis, Sa. 15,064. Mögen sich die Leser ein Bild davon machen, wie weit die Herren, die immer und immer uns Anstand und Sitte predigen, es in dieser Beziehung gebracht haben. Mit Gruß und Handschlag I. Bamberger. Wertin. Die Mißbilligung, welche Freund Geib in vorletzter Nummer über den Artikel:„Der Buchdruckerstrike", in Nr. 41 aus- spricht, wird in hiesigen Buchdruckerkreisen nicht getheilt, wie Sie aus dem beiliegenden Bericht über di� letzte Versammlung unseres Buchdrucker- und Schriftgießervereins ersehen können.(Es ist der Bericht in Nr. 113 der„Demokratischen Zeitung", und heiß't es darin:--„Sodann ergriff Hr. Milke daS Wort, um einen sehr interessanten Artikel über den Strike der Buchdrucker aus dem„Volksstaat" vorzulesen— in Nr. 41—, der von den Ver- sammelten mit Beifall aufgenommen wurde.") Es ist mir absolut unmöglich, einen Augriff auf den Buchdruckerverband, oder irgendwo auch nur den leisesten Versuch zu einer Herab- setzung desselben in dem ftaglichen Artikel zu entdecken, dessen Kritik sich gegen Nichts richtet, was nicht unter Vielen der eis- rigsten und regsamsten Mitglieder des Buchdruckergehülfenverbands längst der Kririk verfallen wäre.— Königsberg. In der Generalversammlung der Maurer wurde beschlossen, nach Pfingsten die Arbeit einzustellen. Zuzug ist fern- zuhalten. Zusendungen sind zu richten an die Maurergesellen- schaft Altgesell Kammann, Maurerherberge, Todtenstraße. Wrestan. Vor Kurzem traf Herr Am and Gögg in BreS- lau ein, um auch hier einen Vortrag über die Zustände in den Vereinigten Staaten von Nordamerika zu halten. Mit Hülfe eines politisch ziemlich radikalen Mitgliedes der hiesigen Fortschrittspartei gelang es, den„Springer'schen Saal", der wie jede andere größere Lokalität in Breslau für unsre Versammlungen längst verloren ist, zu miethen. In demselben versammelten sich iii Folge der Einladung durch Zeitungen und Plakate etwa 1500 Menschen beider Geschlechter und aller Stände, vom Obersten in Uniform und der Ofsiziersfrau bis zur Arbeitcrftau und dem Landarbeiter in seinem Arbeitskostüme. Der 1 Vi-stündige Vortrag behandelte in skizzenhafter Weise die politischen, religiösen, intellcctuellen und ökonomischen Verhältnisse der transatlantischen Republik. Die Einleitung, weiche das Sonst der amerikanischen Zustände mit dem Jetzt— in spezieller Berücksichtigung deö deuffchen Elements — verglich und sehr gewagte Blicke in die Zukunft zu Gunsten der Deutschheit in Amerika enthielt, wollte dem Unterzeichneten nicht recht behagen. Dieselbe trug ganz das Ansehen einer nicht von Herzen kommenden oaptatio benvvolsutiae, gerichtet an die neu- deutsche Großmannssucht, welche der Vortragende bei der Mehr- heit der Anwesenden vermuthen mochte. Die Forffetzung aber söhnte mit der Einleitung aus„Opportunitätsrücksichten" völlig aus, indem sie bei der Betrachtung der bezüglichen amerikanischen Verhältnisse die Darlegung und Begründung einer Anzahl der wichtigeren Punkte des sozialistischen Programms, soweit es eben die Zeit erlaubte, versuchte. So plaidirte Gögg für die Besei- tigung der Präsidentschaft' in den Vereinigten Staaten wie in jeder wahren Republik, ferner für die Verdrängung der Religion aus der Schule, für die Abschaffung des Klassenunterschiedes und die Einführung des Collectiveigenthums an Grund und Boden. Dabei beleuchtete er kurz aber treffend einzelne wesentliche Nachtheile der schrankenlosen Concurrenz und überrumpelte die doch zum guten Theil ans Mitgliedern der„besseren" Gesellschaftsklassen bestehende Versammlung, zum Schluß mit der wie aus der Pistole geschossene» Erklärung, die Abschaffung der Lohnarbeit sei die einzige Mög- lichkeit, zu vernünftigen wirthschaftlichen Verhältnissen zu gelangen. Uebrigens war es Gögg wirklich durch seinen Vortrag gelungen, auch die Nichtdemokraten mit einem Tropfen sozialistischen Oels zu tränken, so daß sowohl am Schluß wie im Verlauf seiner Rede allseitiger lebhafter Beifall gezollt wurde. Wir, die Breslauer Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiter- Partei, waren natürlich mit Gögg, bis auf die angedeuteten Aus- führungen in der Einleitung, durchaus einverstanden und haben nur bedauert, daß der Zeitmangel und der weite Rahmen des Vortrages eine tiefere Begründung der einzelnen Punkte unmöglich machte. Geiser. chu.'dtinkmrg. Am 3. Mai Abends fand hier eine sehr stark besuchte Versammlung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei statt. Es erschienen als Referenten NaterS aus Halberstadt und Fischer aus Spandau. Fischer geißelte den Druck der Bourgeoisie und den Hochmuth derselben gegenüber den Arbeitern, die sie zur AuS- beutung benutzten. Redner wurde oftmals durch rauschende BravoS unterbrochen. Das war etwas für unsere lieben Quedlinburger. Ferner sprach NaterS, wie„fromme Seelen" den Armen mit dürren Worten Trost zu spenden pflegen, wie aber in der That die „frommen Seelen" keine Mittel zur Verfügung stellen wollen oder können. Fischer brachte ein dreimaliges Hoch auf die soziale Demo- kratie auS, worein die Ntenge jubelnd einstimmte. Zahlreiche Ein- Zeichnungen fanden statt. Die Versammlung endete in froher Stimmung in der Hoffnung, Freund Fischer bald wieder in unsrer Mitte zu sehen. Mit sozialdemokratischem Gruß der Vertrauensmann. Wandskeck. Anfang Mai hielt hier Herr Praast aus Ham- bürg einen Vortrag über„das Kleinbürgerthum und das Kapital." Er wies zuerst auf die alten Sklavenhalter hin, bei welchen daS Handwerk auch schon, wenn auch unorganisirt, bettieben morden sei. Die Organisation des Handwerks wäre erst unter Ludwig IX., welcher bestimmte Gesetze zum Schutze desselben erlassen, und die Abgaben zum Bettieb desselben sehr gering gestellt hätte, vor sich gegangen. Weil aber die späteren Könige durch ihre übergroße Verschwendung in immer größere Geldverlegenheiten gerathen wären, hätten sie schon den wahren Grund der Handwerkerorganisation, ihre Familie anständig zu ernähren, beeinträchtigt, indein sie die Privilegien theurer verkauft hätten. AuS diesem Grunde seien auch im 15. Jahrhundert die Zünfte mit ihrem Mißbrauch(Meister- rechte und 7jährige gesetzmäßige Lehrzeit in England) entstanden, aber trotzdem hätte zu jener Zeit noch eine gewisse„Harmonie" zwischen Meister nyd Gesellen stattgefunden, welches daraus er- sichtlich, das sie gemeinschaftlich die Stadt vertheidigt hätten. Redner erklärte ferner, daß unter den Zünften das Recht der Arbeiter durch einen Amtspatro», besser einen gesetzgebenden Körper, gewahrt worden sei, ja daß selbst schon im Jahre 1484 ein Zimmergeselle in Frank- reich im gesetzgebenden Körper getagt hätte. Als die Zunftbe- wegung modern wurde, hätte man schon angefangen, die Gesetze, welche nur eine bestimmte Anzahl Gesellen zu beschäftigen, vor- schrieben, zu umgehen. Im 16. Jahrhundert hätte man zuerst ver- sucht, die Theilung der Arbeit einzuführen. Redner kam nun auf das Kapital zu sprechen, welches, sich nur dann bilden könne, wenn mehr produzirt, als konsumirt und der Ueberschuß fortwährend auf die Arbeit geworfen würde. Er erwähnte ferner, daß schon im Jahre 1455 die Gewerbefreiheit beanttagt, im März 1676 durch den französischen Minister eingeführt, aber bald wieder zurückge- nommeu worden sei. Der erste Hebel zur Beseitigung des Hand- Werks war die Theilung der Arbeit und die Erfindung der Maschinen und deren Folge die franzöfische Revolution. Redner hob noch hervor, daß durch die Theilung der Arbeit(z. B. eine Stecknadel müsse durch 18 Arbeitshände, und eine Spielkarte durch 72 gehen, bis sie zum Verkauf geeignet seien), der Geist des Arbeiters, durch die einförmige Arbeit, abgestumpft werde, und des- halb auch viel leichter in das Joch der Bourgeoisie zu spannen wäre. Er erwähnte, wie im Jahre 1860 in Oestreich, 1865 in Hamburg die Gewerbefreiheit und in Preußen die Gewerbeordnung eingeführt und im Jahre 1862 der Weberbuud gegründet worden. Und durch einmüthiges Zusammenhalten aller Arbeiter könne der Bourgeoisie und der Reaktion kräftig entgegengetreten werden. Zum Schluß forderte Redner die Gäste auf, in den sozialdemo- kratischen Verein einzutreten, was auch sofort geschah. Mit sozialdemokratischem Gruß I. Jahncke, Vorsitzender. WiilKljausen, im Mai. Ihr Artikel„Deutsch-Venctien" gab mir den Gedanken,-Ihnen Einiges über die Stimmung der hie- sigen Bevölkerung zu schreiben.— Ja, man verachtet hier die „Preußen" und Alles ist und bleibt französisch gesinnt, wie der Bürgermeister von Straßburg, mit der festen Ueberzeugung, ein- mal wieder„erlöst" zu werden; darum wird Alles erdacht, um unsere Unterdrücker zu erzürnen.— Am Kaiserfeste mußten die Kinder festlich gekleidet in die Schulen; sie sollten ein„Hoch" dem Kaiser bringen; natürlich thaten es die Kinder nicht, im Gegen- theil: an etlichen Orten antworteten sie mit einem kräftigen„Vive la France!"(Es lebe Frankreich!) und durchzogen die Stadt, die Marseillaise singend. Schon etliche Male sah man mit Erstaune» aus den größten Pappelbäumen des Morgens die ftanzösische Fahne flattern; sogleich ist es in der ganzen Stadt bekannt, tausendweise strömen die Leute hin, die geliebte Trikolore zu sehen und zu be- grüßen. Darüber erzürnt sich die Polizei fürchterlich; Niemand wagt es, die Baume zu besteigen, besonders da man schon gesehen hat, daß die Aeste weit hinauf halb durchgesägt und dn Baum mit Koth beschmiert ist. Natürlich sahen die Elsäsier die Fahne zu gern» als daß sie sie selber holten.— Am 13. April war denn wieder eine Fahne auf einer Pappel. Kreisdircctor, Polizeiinspector, Evmmisiäre u. s. w. fragen einen Kleinen:„Kannst Du nicht hinaufklettern?"„Ja, ftcilich!" antwortet der Kleine. „So Hot' die Fahne herunter, Du sollst einen Thalcr haben!" Der Knabe antwortet aber schnell:„Nein, nein, die hol' ich nicht, dort oben das ist mehr als zch» Thalcr wcrth."— Endlich nach vielem Hin- und Herratben wurde der Baum umgehauen und er- zürnt entfernten sich die Vertreter des civilisirten Landes. Alles stürzte sich auf den Baum, in einem Nu war kein Blatt, kein Ast mehr daran; dagegen sah man Erinnerungen daran in vieler Leute Knopfloch. Am Ostersonntag dasselbe Spiel. Der Baum wurde aber erst halb vier Uhr umgehauen und die ganze Nacht noch be- wacht, da auf dem Stumpf des erstgedachten ein Kreuz aufgepflanzt worden war mit den Worten:„�lort pour la patrie!"(Tod für'S Vaterland!) Seither muß jede Nacht patronillirt werden. Trotzdem war am 24. April wieder eine Fahne aufgepflanzt und sogar auf der neuen katholischen Kirche, und am 27. wieder auf einer Pappel; nur wurde diese um halb 7 Uhr Morgens schon umgehauen und die Straße bewacht, so daß Niemand durch konnte.— Man sollte wirklich meinen, die Preußen wollten Elsaß nicht behalten; denn Alles, Alles machen sie zu Geld. Dieses Jahr zahlt Jeder 25 bis 30 Gr. Steuern mehr, als voriges Jahr, und da zahlte mau schon viel mehr, als unter der Napoleonischen Spitzbubenregierung.— Die Preußen haben sehr schlechte Arbeit gemacht, indem sie Elsaß- Lothringen anncctirten; nirgends mehr als hier war man für den Frieden, besonders mit Teutschland; jetzt ist es ganz anders; Jung wie Alt schaut auf Frankreich und wünscht ihm Glück zu seinem Erholen, auf daß es endlich den Revanche-Krieg anfangen könne; fürchterliche Feinde findet Preußen dann hier; alle Militärpflich- tigen mit sehr wenig Ausnahmen gehen immer noch fort nach Frankreich, um dort Soldat zu sein. Arnstadt, 25. Mai. Am 3. Mai tagte hier eine stark besuchte Schuhmacherversammlung. Herr Wilhelm Bock aus Gotha refe- rirte. Sein Vortrag wurde mit allgemeinem Beifall belohnt. Hierauf wurde zur Constituirung einer Gewerksgenosscnschaft für Schuhmacher geschritten; es erfolgten viele Einzcichnungen, ein deutlicher Beweis, daß die hiesigen Collcgen den Vortrag des Hrn. Bock richtig verstanden haben. Wir hoffen hier groß und stark zu werden bei einigermaßen reger Agitation. Mit Gruß und Handschlag Ernst Jüngling, Schriftführer. Würzöurg. Die Spicgelbelegcr— vorzugsweise in Fürth einheimisch— werden darauf aufmerksam gemacht, daß die wissen- schaftlichc Abtheitung für das Medizinalwefen in Berlin ein Gut- achten folgenden Inhalts erlassen hat: Die Arbeit des Spiegel- belegenS soll stets in den kältesten und luftigsten Räumen der Fabrik vorgenommen werden, in Räumen, die mit glattem, geöl- tem, mit Wachs abgeriebenem Fußboden versehen sind; die Arbeiter sollen der größten Reinlichkeit sich befleißigen, das Amalgam(d. h. daS Quecksilber) nicht mit den Händen anfassen, und unter keiner Bedingung innerhalb der Werkstätten Nahrung zu sich nehmen; die Ventilation soll energisch veranstaltet werden. Es ist statistisch nachgewiesen, daß die mit Quecksilber beschäftigten Arbeiter nicht alt werden; nach den statistischen Angaben ist ein Mensch im All- gemeinen nicht im Stande, länger als zwölf Jahre bei dem Be- legen der Spiegel auszuharren, serner erreichen diese Arbeiter selten das zwanzigste Lebensjahr und die Kinder, die in solchen Fabriken thätig sind, leiden meistens an Scrophulofe. Meiner Ansicht nach dürfte kein Arbeiter täglich länger als 6 Stunden in der Spiegel- sabrik wirken, und während eines Monats höchstens 12 Arbeits- tage darin zubringen. I)r. R. W. (Im Fürther Demokrat. Wochenblatt.) Wiesöadcn. Am Donnerstag, den 15. ds. Mts. fand im Schwalbacher Hof dahier eine von circa 350 Personen besuchte Boltsversammlungmit: 1. Ter deutscheRcichstagundseine Beschlüsse, 2. die in letzter Zeit vorgefallenen Krawalle und die Hetzereien der liberalen Partei und 3. Allgemeines, statt. Ueber den ersten Punkt sprachen Barbchcnn, Stück, Kaiser und Engelhard. Es wurde das heutige Wahlrecht, die heutige Zusammensetzung des Reichstags, die Diätenftage, die Wiederwahl Bebel's, sowie die in unbekannt); von München d. Wiitmann 20 fl; von Leipzig d. Müller 5 Thlr; von Mannheim d. Sch'mmels 7 fl., 2. d. dens. 10 fl., 3. d. dens. 16 fl. 23 kr., 4. d. Wiegand 6 fl., 5. d. dens. 5 fl.; von Fürth d. Rothlaus 8 fl.; von Spandau d. Fischer 1 Thlr. 5 Gr., 2. d. Grieben 3 Thlr. 6 Gr., 3. d. dens. 3 Thlr. 3 Gr.; von Braunschweig d. Krotegast 10 Thlr., 2. d. dens. 8 Thlr.; von Stade d. Göhsler 5 Thlr. 9 Gr. 6 Pf., 2. d. Wildstackc 1 Thlr. 16 Gr.; von Bonndorf d. Dillenz 26 fl. 30 kr.; von Frankfurt a. M. d. Haers 15 fl.; von Wiesbaden d. Reuter 9 Thlr.; von Leipzig d. Müller 4 Thlr.; von Berlin d. Konrad 7 Thlr., 2. d. Fockcle 7 Thlr. 13 Gr.; von Landshnt d. Steinbüchler 4 fl. 12 kr.; von Chemnitz d. Goldhan 9 Thlr., 2. d. dens. 5 Thlr.; von Erfurt d. Rudolph 10 Thlr., 2. d Maeder 5 Thlr., 3. d. dens. 5 Thlr.; von Baden-Baden d. Schwörcr 3 fl.; von Pest d. Hekmann 8 fl. Summa: 552 fl. 44 kr. Einnahmen von Eorporationen aus Mainz vom Karne- valverein„Hoffnungsvolle" 6 fl. 35 kr.; Arbeiter-Verein„Vorwärts" d. Hirsch 10 fl., 2. d. dens. 10 fl. 7 kr., 3. d. dens. 6 fl. 8 kr., 4. d. dens. 13 fl. 16 kr., 5. d. dens. 10 fl., 6. d. dens. 5 fl. 23 kr.; Tüncher-llnion 2 fl. 31 kr.; Räder'schcn Schreiner- Werkstätte 1 fl. 36 kr.; Schuhmachcr-Werkstätie 15 fl., 2. 11 fl. 38 kr.; Schreiner-Univn 18 fl. 48 kr.; Schncider-Union 20 st.; Verein-Bereinigung 1 fl. 51 kr.; Maurer-Union 1 fl. 34 kr.; Sozialdemokratische Arbeiter- Partei 12 fl.; Maurer-Verein in Bretzenheim 5 fl. Summa: 151 fl. 27 kr. Eine Anleihe gemacht von 293 fl. 8 kr.; Entschädigung von Herrn I. Wolf, Schuh- fabrikant, beim Abschluß: 250 fl.; fteiwillige Beiträge der Schuh- machergesellen von Mainz 232 fl. 15 kr. Summa: 782 fl. 15 kr. Einnahme insgesammt: 1753 fl. 15 kr. Ausgabe für Reise und tägliche Unterstützung 1399 fl., für Porto, Papier und sonstige diverse Ausgaben 26 fl. 5 kr., Ausgaben für Flugschriften und Annoncen 47 fl. 32 kr., Ausgaben für Hausmiethe der Verhei- ratheten 277 fl 30 kr. Summa: 1750 fl. 7 kr., bleibt Kassen- bestand 3 fl. 8 kr., bleibt noch an der Anleihe zu decken 290 fl. Das Strikc-Eomitö: G. Fuchs, M. Götz, I. Kilb, PH. Rosenberg. Für richtig befunden: H. Bolz, Frankenberg, Joseph, Nauheimer, Revisoren. Allen unseren auswärtigen und hiesigen Freunden und Collegen, welche uns so reichlich mit Unterstützung bedachten, sagen wir hiermit unfern besten Dank.— Alle Briefe sind zn richten an den Vorsitzenden Michael Göy, Balthascrmalcrgasse 5. Landshut, 25. Mai. Nachdem, wie bekannt, die hiesige sozialdemokratische Arbeiterpartei durch Magistratsbcschluß aufgelöst wurde, so glaubten wir durch eine öffentliche Kundgebung von unserem bescheidenen Nochvorhandensein etwas vermerken lassen zu müssen. Das geschah am Sonntag, den 19. Mai durch eine Volks- Versammlung, bei welcher Unterzeichneter als erster, Herr Niggl als zweiter Vorsitzender, und Herr Stein als Schriftführer von etwa 300 Anwesenden gewählt wurden. Die Tagesordnung war-„die Stellung der Arbeiter im heutige Staate" und wurde durch Herrn Rick auS Regensburg mit einer Gründlichkeit, Umsicht, und Be geistcrung behandelt, welche alle Anwesenden mit Bewunderung er- füllte und dem Herrn Referenten alle Anerkennung verschaffte. Außer einer Aufforderung des anwesenden Polizeikommisiär's Herrn Rechts- rath Wagner an den 1. Vorsitzenden, den Redner zur Mäßigung zu ermahnen, verlief die Versammlung in größter Ruhe, und habcu wir den Beweis geliefert, daß wir uuS nicht mundtodt machen lassen. Nachdem ich noch die Versammlung aufgefordert, unser Programm zu prüfen und die Parteigenossen zur Ausdauer ermahnt, wurde die Versammlung geschlossen, und wir werden uns durch die Gründung von Gewerksgenossenschaften und Abhaltung politischer Versammlungen auch in Zukunft der Partei würdig zeigen. Mit sozial-demokratischem Gruß Wünschheim. Schleltstadt.„Unter der Weberbevölkerung im Weiler- thal"— berichten die Blätter—„herrscht ein so großer Noth- stand, daß bereits die Verwaltungsbehörden demselben ihre Auf- merffamkeit haben zuwei den müssen(!!!) Viele der Nothleidcnden sind durch daö Aufzehren ihrer bemessenen Wintervorräthe an Kar- tosfeln außer Stande, sich Sctzkartosfeln für ihre kleinen Aecker anzuschaffen. Ein Theil der Männer, Frauen und Kinder(!) kann wegen zu geringer Arbeitsfähigkeit nicht zu Feldarbeiteu im Tagelohn verwendet werden. Im Einverständniß mit einem zur Beseitig»ng dieser Ucbelstände in Weiler gebildclen Comitö soll(!!) die Verwaltung die Anschaffung von Setzkartosicln für die Bedllrs- tigen bewirkt und die nöthigen Schritte gethan habe», daß arbeits- schwache Männer, sowie Frauen und Kinder durch geeignete Bc- schäftigung aus den Straßen oder im Walde gegen ausreichenden verein, Mariahilf, Windmühlengasse 37, Gasthaus zum„goldene« Fasse!" zu wenden, wo wir nach bester Möglichkeit jeden Kollege»* mit anfe Tfmt miterftiifcen werden. 1 P � mit Rath und That unterstützen werden. __ Für den Ausschuß: R. H ü b ne r. lue Briefkasten der Redaktion. Grillenberger in Forchheim: Hcpner wird die Sach«! dem Congrcß überweisen. ES sei indeß noch bemerkt, daß eS doch weit gekommen wäre, wenn ein Redakteur des„Volksstaat" nicht das Recht der fteicn Meinnngsäußerunz haben sollte. G. in Markranstädt: Da« WeltausstellungScomitv des Arb.-BildungSvereinS in Wien hat sich wohl| erboten, den;ur Weltausstellung reisenden Arbeitern LogiS zu verschaffe» 2- nicht aber Arbeit. Wenn Sie daher von demselben verlangen, daß es Ihnen Arbeit verschaffe, so ist es nicht verpflichtet, daraus einzugehe» und wir können also in der Antwort desselben an Sie keine Unkorrekt- heit entdecken. der Expedition. Bckrt Stollbcrg: 17 Gr. 7 Pf. gut. Rtke König«- berg: der Jrrthum ist berichtigt; v, I. Stckbrg hier: f. Ab. Juni 4 Gr. 5 Ps.; v. A. Rchlt Apolda: f. Ann. 10 Gr.; v. Wgl Lindenau: s. Ab. st 2. Qu. Thlr 1 29 5; v. F. Lbrmn Erefeld: f. Ab. 2. Qu. 1 Thlr t 5 Gr.; v. E. Bchmn hier: s. Ab. Juni 4 Gr. 5 Pf.;». H. Schndr Mar- bürg: f. Schr. 20 Gr., f. Ann. 1 Thlr. 20 Gr.; v. Hbr Stuttgart: f Schr. 4 Thlr., Ann. IThlr. 22 Gr.; Sattlcrverein das.: f. Ann. 10 Gr v. Ehrtrt Heyersdorf: f. Schr. 1 Thlr 28 Gr.; v. Arb.-Per. Veltheia b. Winterthur Ab. 2.». 3. Qu. 2 Thlr; v. N. Mrcoc Pancsowa: Ab. 2 Qu. Thlr. 1 4 5. Fond für pol. Gemaßregelte. V. F. Stakelberg hier 15 Gr. B. E. Krieger Borna 15 Gr. Genosscnschaftsbuchdruckerei. Antbeilscheine bez- Antheilquitümgcn erhielten ferner: Ju Neundor b. Staßsurt: G. Rmn. 2 Thlr.; in Borna E. Krgr. 1. Hadlich. Berichtigung. Bracke's„der Ausschuß der so;.-dem. Arbeiterpartei in Lötzen un> vor Gericht" betr.: nicht 30(wie in Nr. 43 irrthümlich anzeigt) kostet 1 Thlr., sondern 3 Ex. dieser Session verhandelten Gesetzesvorlagen kritisirt und eine von Engelhard eingebrachte Resolution, dem dermaligen Reichstag ein Mißtrauensvotum zu ertheilcn, sowie bei der nächsten Reichstags- wähl nur einen Arbeiter-Kandidaten die Stimme zu geben, ein- stimmig angenommen.— Ueber den zweiten Punkt des Tages- ordnung sprachen Hammerschmidt, Kaiser, Stück und Engelhard. In diesem Punkt wurden die Mannheimer, Frankfurter und Wies- badener Exzesse sowie das Vorgehen der Polizei kritisirt. Engel- hard brachte eine Resolution ein, daß die von die von dem„Rhein. Kurier" gebrachten Artikel Verläumdungen gegen die Sozialdemo- kratie enthielten, welche man mit Verachtung strafen müsse. Auch diese Resolution wurde einstimmig angenommen.— Zum 3. Punkt wurde Verschiedenes über die demuächstige Reichstagswahl ge- sprechen, es wurde gum Abonnement auf den„Volksstaat" und zur Einzeichnung in unsre Partei aufgefordert. ES ließen sich auch 11 Personen als Mitglieder aufnehmen. Die Versammlung nahm einen ruhigen Verlauf und waren die Anwesenden sehr für unsre Sache eingenommen. Noch einige solche Versammlungen und wir werden bei der demnächstigen Reichstagswahl kräftig eingreifen können. Es wäre sehr zu wünschen, daß unsre Nachbarstädte mit uns dahin strebten, in Städten unsreS Wahlkreises, namentlich der Fabrikstadt Höchst, Mitgliedschaften zu gründe». Mit sozial-demokratischem Gruß Phil. Engelhard. Mainz.(Abrechnung des Schuhmacher- StrikeS.) Kassenbc- stand der Schuhmacker-Union bei Ausbruch deS Strikes 273 fl. 42 kr.— Einnahme von auswärts von Gotha: 1. S. durch Vokerodt 5 Thlr., 2. d. Bock 6 Thlr. 3. d. L. Dllgare 5 Thlr. 17 Gr.; von Offenbach: d. Mühsig 1. 20 fl., 2. d. dens. 20 fl., Tagelohn vor Mangel geschützt werden.— Außer diesen Maßregeln sollen(!!) noch weitere Pläne zur dauernden(!) Besei- tigung der Ursachen(!) deS Nothstandes in Berathung gezogen, wie auch ein größerer Geldbeitrag aus dem von der Regierung für die Nothleidenden im Weilcrthalc zur Verfügung gestellten Credit« kürzlich zur Auszahlung gelangt sein. Daß die Berathungen nur nicht zu lange dauern und das Geld an die rechte Adresse und zur rechten Zeit gelange!"— Die„dauernde Beseitigung der Ursachen des Nothstandes" durch eine Regierung, die die Kinder auf Tagelohnarbeit schicken will,— das ist ungefähr so geistreich, wie wenn ein Demokrat vorgeben wollte, die Monarchie würde dadurch am ehesten gestärkt werden, daß man einem Dutzend Fürsten die Köpfe abschlüge. ZSien, 21. Mai. � Ter Gewerkschaftsvcrein der Sattler:c. Quittung. Aus besonderen Wunsch bescheinige hierdurch nachträglich, von Hrfll Ensgraber und Genossen in Fvrbach 1 Thlr. zu Bebel'« Wahlagiialio erhalten zu haben. H. Bennecke, kl. Schäferkamp 34. An Lon dvm Grü (die tvelö öewi weh- iaht rege Anzeigen:c. Sprint Sozial-demokratische Arbeiterpartei � 4 i44» Donnerstag, den 5. Juni, Abend« 8 Uhr: Geschloffcne Mitgliederversammlung in Brcttschneidcr'S Lokal, Gartenstraße 13 14.— Tagesardnunz 1) RechnungSlegimg. 2) Unsere Agitation in Berlin. 3) Bertrieb de „Bolksstaat". Zu dieser Hauptversammlung werden die Mitglieder aller drei Bezirk dringend eingeladen. Karte leginmirt. A. Heins ch, BertrauenSmann. It Die Parteigenossen versammeln fik �stNistsNta II««vi« jeden Samstag Abend» 9 Uhr Gasthaus zur Stadt Kreuznach, Dominikanergasse 10. >U. Der„Bolksstaat" liegt aus in der Wirthschaft bei Schwai Papageigasse.'(m) Itathltit Sozial-demokratischer«rbeitervereiu. Ö Freitag, den 6. Juni halb 9 Ubr: Lessen lliche Sitzu»! bei Zeidler, gr. Windmühlenstraße Nr. 7.— Tagesordnung: Sozial politischer Wochenbericht. Diskussion.' Der Borstand Ardeiwrdiloungsierein. Deutsche Sektion der Jaternationaleu Arbeiterassoziation Unser Lokal befindet sich jetzt:»1 liluo l�oat Xcwrnan Street 0« ford Street W. C.— E« finden abwechselnd Borträge über soziale»»l politische Fragen statt.— Im Skamen de« Vereins: der Sekretär. Meine Adresse ist: F. Leßurr, 2 Fitzroy Str. Fitzroy Sq. eingi tage, ohne »roß um Aboi tverd scheu »erw dir Zu la der s tergr stntei diins Sektion 1. der Jnteruatioualen Arbeilerassoziatio« vll.Uk"�|i|.|»(Allgemeiner deutscher Arbeiterverein) zu Rew-M versammelt sich jeden Sonntag Abend 3 Uhr im 10. Ward Hoü Corner(Ecke) of Broorne& Forsyth Str. Paris. Case-Krasserit-Suisse Ch. Dust. 35 ras de l'Arhre See 35 naüe am Loarre. Dejeuners et Diners tout prix. Kalte und wanne Speisen jeder Tageszeit.„Volksstaaf1,„Berner Bund" und französische 74 hingen liegen auf. liier Zureisendeu wird bereitwilligst jede wünschte Auskunft ertheilt.[mk2] «1 t 16, fkOgi 3 berec die i in d s.Z. SS !iitgtllsöUrg Die Hectag�'t'estVifcc' ffch�m�Joh. Achncr'fchf Gasthause am PeterSlhor, ArbeitSvennittelung jeden Tag Abend« 8 Ud' Versammlung, im Kleeschen Lokal, Graßgasse, jeden Samstag Adcu 8 Uhr. Der Ausschuß � l. 3/ MI Klempner(Spengler), die gewilligt sind, an einem bestimmten Ort Süddeutschlands in Arb> zu treten, wollen Ihre Adresse der Expedition d. Bl. einsenden. Zur Beachtung. Bislang sind erst folgende Bereine der Aufforderung»achgekon»»� und haben Statuten eingesandt: München: Preßverein; Erimmitsch� Genossenschast Stehfest& Eemp.(Manufacmrarbeiter- Gewerkschaft JJ deren Krankenkasse); Dresden: Gewerkschaft der Schuhmacher.— f..° x andern Gewerlschasten, Fachvereine, etc. Protuctivgenossenschasten weri A F,,( luat ar •iera •n � 5R Parte Jfschei «er tz Wen, Jftien «iter. te« »Volk mehrmals zur Einsendung ihrer Statuten etc. ansgesordert. Hamburg._ Th. Porck, Erste Borsetzen, Hos Ij; Jir v" ttetialig, Sozialdemokratische Abhandlungen von W. Kittinghausen. Hierselbst sieht sich veranlaßt, da die in Wien stattfindenden In- dustrie-AuSstellung uns einen großen lleberschuß von Arbeitskräften zuführt, alle nach Wien reisenden Kollegen auf die jetzt Hierselbst herrschenden, meist durch die Ausstellung hervorgerufenen llcbel- Fäuste» Heft: Widerlegung der gegen die direkte Gesetzgebung »»tZ togan H das Volk gerichteten Einwürfe. Preis, äußerst dillig gestellt, 6 Sildergroschen. v-»r'', V I, L, I. uuu Vvill x>iiyuiic 11 UU4 Uli llctsl II IUI vlt j stände aufmerffam zu machen. Es wuide nebst anderen Forderungen die direkte Gesetzgebung durch das Boll ein vollständige« Werk vor,.....-—°°" mit 10 fl. wöchentlich zu leben. Um ein Bild von unfern Zu- ständen zu geben, wollen wir dieselben so klar�alS möglich�darzu- w,u.. 8,e � 1. Im Verlag der Unterzeichneten erschien soeben: � legen versuchen. Ein Zugereister ohne jede Lokalkenntnisse, der genöthigt ist in einem Gasthanse zu logiren, zahlt 30 bis 50 kr. vstrcichschcr Währ, für die Nacht;(notabene zwei Personen in einem Bett) gelingt eS ihm jedoch, vom Glück begünstigt, eine Privat- Schlafstelle zu finden, so ist der mindeste Preis 2 fl. wöchentlich, 3. d. dens. 10 fl., 4. d. dens. 24 fl.; von Dresden: 1. d. Zilger ein Mittagsmahl kostet zum wenigsten 50 kr. Rechnet man hinzu »v ert o v Tt. 1 rv rf-<<. o-..... w cir«...___ � �. Q.____ w fJA Vsl/* Qif«..«. Gegen Franc»-Einsendung von 6 Sgr. 8 Pf.(in Briefmarken � Jr Mit diesem(6 Druckbogen starken) Hefte, welche« sich den früher schienenen auch dem Inhalte nach anschließt, liegt nun der Leserwelt an die Adresse: Ritliughausen, Köln, Grreonstraße 3tt, erhält der�>� r steller das Heft portofrei unter Kreuzband. Zusammen bezogen auf Weise kosten die süns Hefte 17 Sgr. Wisse» ist Macht- Macht ist Wisse». � 7 Thlr., 3. d. Thamm 10 Thlr.; von Herrn Freund aus Alzey 1 Thlr.; von Regensburg: l. d. Gcßldingcr 1 fl., 2. d. die Gewerkschaft der Schuhmacher l fl. 18 kr., 3. d. die Gewerkschaft der Schuhmacher 6 fl.; von Nürnberg: 1. d. Rietschel 10 fl., 2. d. dens. 15 fl.; von Würzburg: l. p. Heinrich 5 fl., 2. d. dens. Heinrich WWI 5 fl., 3. d. dens. 5 fl. 30 kr.; von Regensburg: 4. d. die Gewerk schaff der Schuhmacher 1 fl. 12 kr.; von Stuttgart: 1. d. Weber 15 fl., 2. d. dens. 11 fl.; von LoniS Koch 3 fl. 18 kr.(Stadt noch Frühstück. Vesper, und Abendessen so beziffern sich die Aus gaben zum Lebensunterhalt auf 1 fl. � kr. per Tag, hierzu den trotz der Ausstellung sehr flauen Geschäftsgang, den schon vorhin angedeuteten Zudrang von Arbeitskräften— ist es voraussichtlich, daß wir mit nichts weniger als günstigen Verhältnissen zu thun haben. Indem wir Euch Kollegen auf das von uns hier Mitge- theilte aufmerksam machen, erssucken wir alle alle Diejenigen, welche gesonnen sind nach Wien zu reisen, sich nur an den Gewerkschafts- gehalten 5. Februa Wrirag zum Stistungssest bc« Dresdener ArbeiterbildungS-VereM«»s� 1 >r 1872, und zum Stistungssest des Leipziger Arbeilcrditdu»» j W Verein« am 24. Februar 1872 Jfi„lVf Nach dem in von W. Liebknecht. i.-j< tz, � Dresden aufgenommenen stenographischen Bericht bear�-