!NN m -ach«! weil 'iech! Dai vohl� ffen- raz! ehenl reklf ig« Gr. Ab. Wt] Rat' ■J Erscheint«gchentlich 2 Mal in Leipzig. vesicllnngen nehmen alle Poftaustallcn und Bachhemd- lungcn deS In- und AuS- landcs an. Für Leipzig nehmen Be- stellunge» an: tic Expedition, Hohcstrafje 4. die Gcnossenschasts- huchdruckerei, Zdtzerstraße 44. 8. Bebel, Peterstraße 18. 3. Müller, Bayerschestraße 8b, III. Der VolKsstaak Äöoilnemenlsprns: Für Preußen incl. Stemvel- steuer 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12>/2 Sgr. pro Quartal,, pro Monat 4>/z Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal Ii» Nzr. Filialexpeditionen für die Ber» einigten Staaten: F. N. Sorge, Box 101 Hoboken, N. J. via Newyork. G. A. Lönnccker, löö IV. Bske Lkiengo(Iii.) OrgandersozialdemokratischenArbetterparteiundderinternationalenGetverksgenossenschaften. Kv. 4C>. Honnavend, 7. Juni. 1873. dop b unli est-1 Hr>Ü An die Mitglieder nud Frevnde der sozial-demo- ratischrn Arbeiterpartei! Parteigenossen, Arbeiter! Im Einverständniß mit der Kontrol- Kommission unsrer' Partei haben wir beschlossen, den„Bolksslaat" dem 1. Juli ab dreimal wöchentlich erscheinen zu lassen. Die Gründe, welche uns zu diesem Schntt bewogen haben, sind folgende: ; Die Herstellungskosten des Blattes, Papier und Druckpreise chie Druckerei des„Volksstaat" war bekanntlich eine der ersten, «relche den Verbandstarif der Leipziger Buchdrucker bedingungslos bewilligte), sind so bedeutend in die Höhe gegangen, daß es kaum mehr möglich war, ohne eine enorme Steigerung der Abonnenten- Zahl daS Blatt zu dem alten Preise zu liesern. Hierzu kam noch der Umstand, daß in Folge der durch eine ., rege Agitation geförderten Ausbreitung der Partei und der da- mit zusammenhängenden geistigen Regsamkeit die zum Abdruck M eingesandten VersammlungSbcrichte, Korrespondenzen je. öfters Beilage» nothwendig machten, wodurch die Verwaltung, sollte die alte, ohnehin nicht unbedeutende Schuldenlast deS BlatteS nicht ver- größert werden, gezwungen gewesen wäre, den Preis deS Blattes um mindestens 1 Sgr. zu erhöhen. Ein rapides Steigen der Abonnentenzahl, durch welches diese Maaßnahmc hätte verhindert werden können, war nicht zu erwarten, weil den nur zweimal er- scheinenden Blättern diePost die Annahme von MonatS-Abonncments bttweigert. In Anbetracht dieses Umstandes, richtiger Uebelstandes, habe» dir es vorgezogen, de»„Vollsstaat" dreimal wöchentlich erscheinen Zu lassen, hoffend, durch diese Maaßnahme, sowie durch Erschließung ber MonatsabonnementS, den Leserkreis des BlatteS ansehnlich zu dergrößern. Jedenfalls ist eine Vermehrung der PostabonnementS im Interesse der Verwaltung und der Expedition des Blattes düns-ben�werth. In U.'bereinstimmung mit Letzterer haben wir den Preis des �l ttes b.'i dreimaligem Erscheinen in seitherigem Format auf lb Sgr. pro Quartal festgesetzt, zu welchem Preise noch daS Be- hellgelb und in Preußen die Stempelsteuer hinzukommen. Den Filial-Erpeditionen wird das Blatt mit IZ'/o Gr. .berechnet; es kommen jedoch mit der neuen Einrichtung die bis jetzt gewährten Freicremplare in Wegfall. Näheres "'n dieser Aug legcnheit wird der Unterzeichnete den Ver- �ztraueusmännern und Filial-Expcditionen mittelst Circulair» s. Z. bekannt geben. Paiteigenosse»! Wir hoffen, daß dieser Schritt nicht nur Eure Billigung finden, daß Keiner von Euch die geringe Mehrausgabe Kl'eue» wird, sondern wir erwarten vielmehr, daß Alle, denen die uusbrcitung und Verwirklichung unsrer sozialdemokratischen Ideen ?>» Herzen liegt, um so mehr mit regem Eifer für Verbreitung deS «laues durch Gewinnung neuer Abonnenten Sorge tragen und Aälig fein werden, als ein dreimaliges Erscheinen des„Volks- »aar- ja euren bedeutenden Schritt vorwärts auf der betretenen Bah» bekundet. Ist doch das Blatt nicht nur Euer Organ, son- «er» Euer Eigenthum, und von diesem Gesichtspunkte aufgefaßt, '-«y*..---- rr.------ a------ ang« J n »fll 7A ld. tioas 0* tili»] S' 'S 'M � bedarf es wol kaum weiterer Worte der Ermunterung, für dasselbe ld' ih.r.ii....v f..:-inliiireten 'h m 1 überall und bei jeder Gelegenheit einzutreten. . Nur einen Punkt wollen wir noch hervorheben: unsere Partei wie dies ausdrücklich auch der Name besagt, eine Arbeiter- Partei, der„Volksstaat" ein Arbeiter-Blatt. Je öfter daS Blatt scheint, um so wirksamer wird dasselbe für Euch, für die Klasse � Enterbten eintreten, Euren Hoffnungen und Klagen Ausdruck b«ben, d« Müden und Zaghaften crmuthigen, die Känipfenden zu «tuen Thaten begeistern; mit einem Worte, die Pflicht eines Ar- �lter-Organs in jeder Weise erfüllen können. Und darum wen- niM? to'r un® n0Ch»zanz besonders an Euch, an die Arbeiter, weil itt£ das höchste Interesse daran habt, daß Euer Organ, der "ÄÜ �aat", öfter als bisher erscheint, und fordern von Euch, IP N) Ihr schon jetzt mit dreifacher Kraft und Ausdauer das drei- gasige Erscheinen Eures Organs vorbereitet und für dasselbe Pro- "ganda macht! Hamburg, den 18. Mai 1873. Der Partei-Ausschuß. 0. A.: Ed. Prey, Vorsitzender. Th. Uorck, Sekretair. >3. Dschaggernaut.�) In englischen Blättern finden wir folgenden Auszug aus einer die der bekannte aibeiterfteundliche Harmonie- Bourgeois ».undella neulich im Unterhaus über die Nothwendigkeit der Urchfithrung des Werkstättengesetzes(Bestimmung der Arbeits- K) ch>e für die Fabriken) hielt. Um die Folgen der übermäßigen J«ck an einem Beispiel klar hervortreten zu lassen, sagte er: il�j�"Ein kürzlich veröffentlichter statistischer Bericht hat die er- r»a»?«ckende Wahrheit an den Tag gebracht, daß in den Landbczirkcn »"Viihufti i»h«irfcn aber nicht weniaer •ra �reichS 14,000, in den Ändusttiebezirken aber nicht weniger �'�00 zur Rekrutenstellung herangezogen werden mußten, im diensttaugliche Soldaten zu erhalten. Im erftcren Jl' J�isten 4000 und im anderen 14,K00 zurückgewiesen werden, bie entweder überhaupt zu schwächlich, oder doch unfähig waren, �Ostnngungen des Exerzirplatzes und des Lagers zu ertragen. Thatsache würde nichts Erschreckendes haben, wenn die '' Armee nur Leute von der Statur unserer Grenadiere Leihen aufnähme, aber in Wahrheit begnügt sie sich mit MjVe �eit beÖ Körperbaues, welche ihren Truppen für das Htti Engländers oder Deutschen ein fast knabenhaftes Aus- Bebt. Thatsache ist, daß das Körpcrmaaß in Frankreich mi |,'n� wdische Gottheit, der Waffen. Menschen. Opfer gebracht wmden. �affeu von Menschen fich fmw.lig opferten. jlti Allgemeinen sehr niedrig ist, daß die Durchschnitts-Körperstärke für dieses Land als beunruhigend gering zu erachten ist, und daß man mit gutem Grunde annehmen darf, eS werde die physische Entartung dieses Volkes sich in hohem Grade steigern. Wir haben auch gar nicht nöthig, die eine der Hauptursachen weit zu suchen. Sie liegt— wir sprechen es unbedenklich aus— in der geradezu rücksichtslosen(recklcss) Weise, in welcher die Franzosen ihren Ge- werbfleiß bethätigen. Gewerbfleiß ist unter ihnen ebenso entschieden ein Laster geworden, wie die Verschwendung unter uns. Das ganze Streben eines ftanzösischen Bauern ist: Arbeiten, Zusammen- scharren und Sparen. Verführt durch die Thatsache, daß der von ihm bestellte Grund und Boden sein Eigen ist, plackt er sich vom Morgen bis in die Nacht, sich nur an den Sonn- und Feiertagen eine kurze Ruhe gönnend. Sein Weib schindet sich mit ihm; saue Töchter und Söhne gehen auf das Feld, sobald sie nur die ge- ringste Hülfe leisten können. Und dieselbe Leidenschaft für das Erwerben sieht man in den Jndustriebezirken, wo der gesnndheits- schädliche Charakter der Arbeit die Sache noch viel schlimmer macht. Vom Morgen bis zum Abend hält hier das Placken beider Ge- schlechter, alter und junger Leute an, und dies venvüstet ihre Körperconstitution in einer sehr betrübenden Weise. Diese That- sache war von schwerm politischen Folgen, als die leichten Ba- taillone der Franzosen gegen die massigen Colonnen der Deutschen geführt wurden. Solche eine rücksichtslose Vergeudung der Kraft der Jugend ist die kurzsichtigste Habsucht; denn sie untergräbt die wahre Grundlage der nationalen Stärke." So weit Herr Mundella. Er braucht sich nicht die Mühe zu nehmen, wegen eineö»bschreckenden Exempels nach Frankreich zu gehen. Sein heimisches England hatte ihm Stoff für sein Thema in Hülle und Fülle geboten. Trotz der Zehnstundenbill >st die englische Fabrikbevöikerung in körperlicher Beziehung entsetz- lich heruntergekommen; und daß es uni das englische Landprole tariat nicht viel besser steht, ist ja neuerdings in eklatantester Weise konstatirt und wahrhaft haarsträubende Details sind an'S Licht ge- zogen worden. Bei den schiefen Bemerkungen deS Herrn Mundella wollen wir uns hier nicht aufhalten. Daß er annimmt, die Franzosen arbei- teten sich zum Plaisir, zu ihrem, Privatvergnügen zu Schanden, ist eine Sonderbarkeit, die einem Hannonie-Apostcl nicht verargt werde» kann. Die Thatsache existirt offenbar nicht für ihn, daß schon vor zwanzig Jahren fast die Hälfte der ftanzösischen Bauer» so arm und verschuldet war, daß sie ihre directen Steuern nicht bezahlen konnte, mit anderen Worten: iw Wirklichkeit, wenn auch nicht dem Namen nach in'S Proletariat herabgesunken war. Trotzdems sind, wie die mitgetheilten Ziffern angeben, die Gesundheitsverhältnisse dieser hungerleiderischcn, sich bis auf's Blut abrackernden prole- tarischen Scheinlandeigenthümer noch ungleich günstigere, als die des eigentlichen Jndustrieprolctariatö, ein Unterschied, der zur Ge- nüge durch die Inhumanität des heutigen Industriebetriebs, der auf das körperliche wie sonstige Wohl der Arbeiter absolut keine Rücksicht nimmt, erklärt wird. So sehr auch der Bauer sich über- anstrengen mag, er thut es durchschnittlich nicht in dem Maaß, wie der Lohnarbeiter, dem der kapitalistische Zuchtmeister und Sklavenaufseher direkt im Nacken sitzt, und außerdem arbeitet er in fteier Luft, statt in vergifteten und vergiftenden Werkstätten und Fabrikräumen. Genug, was uns interessirt, ist, daß in Frankreich, einen der vorgeschrittensten„Kulturländern" von 14 jungen Bauenisöhnen vier und von je 24(den Bruch lassen wir weg) jungen Industrie arbeitern gar vierzehn so verkrüppelt oder schwächlich sind, daß sie nicht einmal einen Schießprügel ordonanzinäßig tragen können. Bedenken wir, daß die größere Hälfte der Menschen vor Er- reichung deS Alters, wo die Militärziehuug stattfindet, in Folge mangelhafter Nahrung, Wohnung und Bekleidung!,— meist im frühsten Kindcsalter— wegsterben, so können wir den mörderischen Charakter unsrer modernen„Kultur" annähernd ermessen. Wir sagen: unsrer modernen„Kultur",— denn, mit Verlaub des Herrn Mende:c., cS ist kein„French fact",(ein spezifisch französisches Faktum) mit dem wir es hier zu thun haben. Daß in England die Menschenverwüstung keine geringere, haben wir schon angedeutet. Ja, �sie ist entschieden noch brutaler und toller. Wer sich näher darüber unterrichten will, der sehe nach im Engels „Lage der arbeitenden Klassen", und in Marx's„Kapital." Und auch wir patriarchalischen Deutschen marschiren auf diesem Gebiet recht wacker„an der Spitze der Civilisation". Zahlen sprechen: In Preußen wurden 1860 von den jungen Leuten die sich gestellt hatten 48, 3S Proz., 1861 45,11 Proz., und 1862 43,46 Proz. dauernd dienstuntauglich befunden, d. h. im Jahre 1360 von je 100 über achtundvierzig, 1861 über fünsund- vierzig und 1862 über dreiundvierzig! Es ist dies ein noch ungünstigeres Resultat, als das ftanzö>ische, wobei fteilich nicht außer Acht gelassen werden darf, daß die Anforderungen in Preußen höhere sind. Immerhin ist konstatirt, daß auch in Preußen nahe- zu die Hälfte der Männer im kräftigsten Alter nicht kräftig genug sind, die an sich für keinen gesunden Menschen zu großen Strapatzen des Militärdienstes zu ertragen. In Sachsen mußten bei der Frühlingsstellung von 1667 43,353 Proz., bei der Herbststellung 1867 46,635 Proz., und bei der Herbststellung 1868 34,609 Proz.— also resp. von je 100 über dreiundvierzig, über sechsundvierzig eine über vier- unddreißig als körperlich untauglich, dauernd zurückgestellt werden. Und zwar sind eS die Weber, welche das stärkste Kon- tingent der Untauglichen(der„allgemeinen Körperfchwäche", d. h. mangelhafter Ernährung und anormalen Körperbildungen leidenden) bildeten; und— wir empfehlen dies der besonderen Aufmerksamkeit unseres geschworenen Freundes Steiger in Schweta — auch die Landarbeiter nehmen eine sehr respektable Stelle ein auf der„schwarzen Liste". Ihr Körperzustand ist zwar, Dank dem Aufenthalt in der freien Luft, durchschnittlich ein günstigerer als der deS städtischen Proletariats, aber dieses vcrgleichungS-- weise günstig ist an sich haarsträubend ungünstig. Man lese nur: Bei der Herbststellung 1867 waren von 3410 Ackerbautrei- benden(fast ausnahmslos Söhne kleiner Bauern und Knechte) 1311, das heißt von je 100 zweiundvierzig absolut untüchtig, und sind unter den an„allgemeiner Körperfchwäche" d. h. an mangelhafter Ernährung Leidenden 188 Dienstknechte. Ein ähnliches Resultat liefert die Statistik der übrigen Stellungen. Und Sachsen will doch für ein Bauern-Paradies gelten. Nun— es ist in Sachsen, wie in Preußen, und England und Frankreich. Der Landproletaricr verhungert langsam— denn mangelhafte Ernährung ist langsames Verhungern— inmitten der wogenden Waizenfeldcr; nicht für ihn ist ihr goldener Segen; nicht für ihn ist das saftige Fleisch des Rindes, daS er gepflegt, nicht für ihn ist das weiche Vließ des Widders, der unter feinen Häuden groß geworden. In der Lage dieser Sklaven des Ackerbaus hat sich nichts ge- bessert seit unvordenklichen Zeiten. Schon vor 3000 Jahren zu den Zeiten des göttlichen Homers war der Ackerknecht der AuS- bund des Elends. Antwortete doch im Reiche der Schatten der schnellfüßige Achilles auf den diplomatischen Trost des vielgewandten Odysscus, daß er doch König sei über all die Todtcn: „Nicht mir rede vom Tod ein Trostwort, edler OdysseuS, Lieber ja wollt' ich das Feld als Tagelöhner bestellen, Einem dürftigen Mann, ohn' Erb' und eigenen Wohlstand, Als die sämmtliche Schaar der geschwundenen Tobten beherrschen." «Das Feld als Tagelöhner bestellen"— das war das schlimmste Loos, das der Pelide sich vorstellen konnte. Und in seiner hellenischen gesunden Lebenslust, die nicht ver- schwindsüchtigt ist durch Einimpfung„nazarenischen" oder sonstigen Fleischtödtungs- Gifts, zieht er der Herrschaft im Himmelreich der seligen Heiden,— zieht er dein unvergänglichen Nachruhm das elendeste, erbärmlichste Leben auf dieser Erde vor, zieht er vor die Existenz eines Lohnsklaven in diesem irdischen Jammerthal, daS aber so schön ist,„trotz alledem", und das von„alledem", was eS zum„Jammerthal" macht, so gründlich geheilt werden könnte, wenn die Menschen nur Augen hätten zu sehen, und Hände zu handeln! „Lieber ja wollt' ich da« Feld als Tagelöhner bestellen, Einem dürftigen Mann"-- Den„dürftigen Mann" hätte der homerische Held fteilich weg- lassen können. Auch einem nicht„dürftigen Mann"„daS Feld als Tagelöhner bestellen", ist gerade kein paradiesisches Dasein. Die englischen Tagelöhner aus den Pachtzütern der Millionen- LordS wissen ein Lied davon zu singen, und auch unsere deutschen Äckerknechte aus den wohlgerundeten Landkomplexen wohlgerundeter „Rittergutsbesitzer" und„RittergutSpachtcr". Nicht wahr, Herr Steiger? Doch lassen wir Achilles, und Homer, und Herrn Steiger, der hoffentlich davon überzeugt sein wird, daß Homer der Kaiser, der Wilhelm, der Bismarck ist unter den Dichtern; und prägen wir es uns tief ein: Die Mehrzahl Derer, die den Nationalreal) thum schaffen, sind in unserer„besten der Welten" laut amtlicher Statistik noto- risch verkrüppelt und siech,— weil die auserwählten Wenigen, welche in Folge menschenunwürdigen Staats- und Gesellschafts- einrichtungen das Land und die übrigen Produktionsinstrumente monopoiisiren, ihren Lohn- und Zinssklaven nicht die zu des Le- benSnothdurft erforderlichen Subsistenzmittel zukommen lassen, wäh- rend sie selber im Ueberfluß schwelgen. Wrrd das arbeitende Volk sich ewig vor Dschaggernaut's Rädern zu Boden werfen, um von ihnen zermalmt zu werde»? Politische Uebersicht. — Zupft Euch an der eigenen Nase. Die Leipziger „Deutsche Allgemeine Zeitung" erwähnte neulich mit sittlicher Entrüstung der zahlreichen politischen Denunziationen, welche der Regierung Mac Mahon's, gleich rn den ersten Tagen ihreS Be- stehens zugegangen sind, und erblickte darin natürlich mit Behagen einen neuen Beweis für die„Verkommenheit" der französischen Nation� Nun, nun— gewisse Herrchen haben ein kurzes Ge- dächtniß. Oder haben sie vergessen, daß, als die Preußen im 1866er Bruderkrieg hier in Leipzig einzogen, dem preußi- schen Stadtkommandanten die Denunziationen so massenhaft zugegangen, daß er sich nicht enthalten konnte, seinen Ekel über die niederträchtigen Schufte zu äußern. Waren diese„nationalen" Denunzianten etwa„verkommene" Franzosen? Apropos, damit nichü uns keine Ungelegenheiten mache■— das Wort„Schuft" ist keineswegs ein unjuriöscs; in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", die ja in solchen Dingen Autorität ist,— Beilage vom 6. Februar ds. Js.— ist nachgewiesen, daß„Schuft" aus dem Hebräischen stammt, wo es Schofet lautet und eigentlich Ehren- mann, Biedermann, braver Mann bedeutet.— — Durch die Zeitungen geht eine„Börsengcschichte": der neue französische Finanzminister habe stch'S 3 Millionen Franken kosten lassen, um den Präsidentschaftsantritt Mac Mahon's mit einer Hausse— Steigen der Werthpapicre— zu begrüßen. Diese „Börsengeschichte" ist jedenfalls nicht auf dem Börsenmist gewach- sen, sondern das Phantasteprodukt irgend eincS naiven Grünlings, der von der Natur unserer modernen Bourgeoisie gerade so viel versteht, wie die Kuh vom Spanischen. Warum soll die Hausse denn eine künstliche gewesen sein? Ist die Bourgeoisie etwa nicht überall und seit Jahrzehnten des parlamentarischen Humbugs müde, und klammert sie sich nicht krampfhaft au den Säbel, der die Geld- kistc mit dem erschwindelten, geraubten oder anderweit„erwor denen" Eigenthum zu beschiitzcn hat? Lag sie nicht— die Eng tische und Deutsche so gut wie die Französische— fast 20 Jahr auf den Knien vor dem Säbel Boustrapa'S? Und küßt unsere Deutsche Bourgeoisie nicht seit Jahren inbrünstig den Kavallerie säbel dcS„genialen Staatsmanns", dessen„Genialität" genau so groß ist wie sein Säbel? Ist Mac Mahon unmoralischer, real- tionärcr,„genialer" als Bonapartc oder Bismarck? Ist„unser Bismarck nicht speziell das Schooßkind der Berliner Börse— in mehr als einer Beziehung? Warum nicht Mac Mahon der Pariser? WaS dem Einen recht, ist dem Zlnderen billig. Also wozu nach künstlichen Erklärungen suchen, wo die natürliche uns unter der Nase liegt? Die Bourgeoisie hat den alten Idealen Balet gesagt — am Parlamentarismus hält sie noch fest, und zwar aus Nütz tichkeitSrückfichten; aber sie weiß, daß es Komödie ist, um dem „dummen Plebs" etwaS vorzumachen. Wer den Parlamentaris muS ernst nimmt, ist nicht ihr Man». Hat der Betreffende, gleich Freund LaSker, keinen politischen Einfluß, nun gut, so ist er ein fach komische Figur— ernsthafter Hofnarr; hat er aber das Staats- rüder in den Händen— nun, dann wird die Sache bedenklich� Man stelle sich nur den Schrecken unserer Börsen- und sonstigen Spekulanten vor, wenn der Preußische oder Deutsche Staat auf der Zungenspitze LaSkcrS balancirte! Und diese Unbehaglichkeit empfand die Franzöpsche Bourgeoisie, so lange Thiers seine parlamentarischen Jongleurkunststücke mit Frankreich machte. Kein Wunder, daß sie sich erleichtert fühlte, und vor Lust die Fonds in die Höhe schnellte� als sie den stupiden fadengeraden Mac Mahon den Französischen Staat auf den stupiden sadengeraden Säbel spießen sah, wie einen holländischen Käse auf ein Käsemesser... Das ist stupid, brutal gemein— aber es ist solid, nnd es ist Realpolitik, die ein- c, die es für unsere Herren Bourgeois noch gibt. lles Andere ist Phrase und Schwindel. — Außer verschiedenen neuen Siegen, welche die Spanischen Arbeiter in dem Kampf um verkürzte Arbeitszeit und erhöhten Ar beitslohn errungen haben, berichtet die letzte„Nevista Social" von eineiü Congreß �spanischer Landarbeiter, der einen über raschend günstigen Verlauf genommen hat. Der Congreß fand in Barcelona statt; cS waren ü0 Delegirte, hauptsächlich aus Cata- lonien nnd Andalusien, versammelt, welche Beschlüsse zum Ausbau und der Ausbreitung der bereits feit anderthalb Jahren bestehenden, jedoch bis vor Kurzem ziemlich schwachen Landarbeitergenossen schaft faßten, und schließlich sich einstimmig für den Anschluß an die Internationale Arbeiterassoziation erklärten.— Wir wollen die praktische Bedeutung dieses Beschlusses keineswegs überschätzen; die„Internationale", an welche der Anschluß bewerk- stelligt worden, sst obendrein der unter bakuniftischem Einfluß stehende Sonderbund, welcher die Politik von seinem Programme gestrichen hat, allein immerhin bleibt die wichtige Thatsache, daß sich in einem Theil Spaniens innerhalb der Landbevölkerung, die man völlig von den Pfaffen beherrscht glaubte, genug aufgeklärte Elemente gefunden haben, um einen solchen Congreß zu Stande zu bringen, der, bei der unzweideutigen Stellung der Jnternatio- nalen aller Schattirungen zur Religion»- und Kirchcnfrage aus alle Fälle als eine wichtige und zu den besten Hoffnungen berech- tigeude Demonstration gegen das Pfaffenthum betrachtet werden muß. — Einige Wochen vor Pflingsten stellten in irgend einer En g� tischen Grafschaft(bei Chipping Norton— wir nennen den Ort, weil er durch den Vorgang, von dem wir reden, berühmt gewor� den ist) die Tagelöhner eines Farmers die Arbeit ein, weil der selbe ihnen nicht den von der Gewerkschaft(Union) festgesetzten Wochenlohn zahlen wollte. Dem Farmer gelingt es, zwei andere, der Gewerkschaft nicht angehörige Tagelöhner zu miethen. Die strikenden Männer verhielten sich ruhig, nicht so ihre Frauen und Mädchen. Diese empfingen die„schwarzen Schafe", als dieselben da« erste Mal zur Arbeit gehen wollten, am Eingang der Farm, setzten ihnen das Unrechte ihrer Handlungsweise auseinander und überhäuften sie dann, als diese Ermahnungen fruchtlos blieben, mit Vorwürfen, die vermuihlich nicht ganz in den Schranken des Parlamentarismus blieben. Die ungalanten Tagelöhner ließen sich aber nicht bekehren und die Urheberinnen des originellen Propagandaversuchs mußten unverrichteter Sache abziehen. Natürlich wurden sie die Zielscheibe mancher scherzhaften Bemerkungen; doch das Lachen dauerte nicht lange— am anderen Morgen erhielten alle Frauen und Mädchen, die bei der Affaire gesehen worden waren, eine Vorladung vor die Friedensrichter, d. h. unbe zahlte aus der herrschenden Klasse genommene Richter, die, wie sich das von selbst versteht, in schamlosester Weise Klassenjustiz üben. In diesem Fall waren eS zwei Pfaffen— Harris und Carter sind ihre Namen; nach kurzem Verhör wurden von den an- geklagten Frauen und Mädchen sechzehn wegen„Einschüchterung"(!) zu je zehntägiger Einsperrung mit Zwangsarbeit ver- urtheilt, und sofort ins Gefängniß abgeführt. Die End rüstung und Wuth über diesen schamlosen Mißbrauch der richter lichen Gewalt ist unter den Englischen Arbeitern so groß, daß die „Times" es für nöthig erachtet hat, den betreffenden zwei Pfaffin die Leviten zu lesen, ein Stückchen„politischer Heuchelei", durch das sie das Odium von den infamen Gesetzen ablenken will, nach denen die Chipping Nortoner Friedensrichter das Urtheil ge sprechen haben. Nicht mindere Entrüstung hat die Entlassung einer Anzahl von Landarbeiter aus dem Diensst der Königin von England erregt; die Gemaßrcgelten hatten sich nämlich„er- frecht", eine Lohnerhöhung von wöchentlich S— schreibe fünf— Groschen! zu ihren bisherigen Lohn von 14 Schilling(4 Thlr. 20 Gr.) zu fordern! Wöchentlich für harte Arbeit vier Thaler fünfundzwanzig Groschen beanspruchen— da« ist freilich ein todeS- würdiges Verbrechen in den Augen eine« WcibeS, das jährlich von dem Schweiße des arbeitenden Volks an die drei Millionen Thlr. empfängt und dafür nicht zu arbeiten braucht! Die zwei soeben erzählten Vorgänge sind ein vollständiges Kulturbild. Sie bilden aber auch; treffliches Material für die Englischen Arbeiterbewegung, die solcher Anstachlungk be- raf.— — Zur Nachahmung der großen Buchdrucker-Aussperrung sin Deutschland sind in Holland jetzt circa 1600 Cigarrenarbeiter ausgesperrt worden, weil sie dem Verband angehören. Aber nicht die Bourgeoisie allein ist solidarisch, sondern auch die Arbeiter, denn die Ausgesperrten werden von ihren Kollegen in andern Ländern, namentlich in Deutschland, kräftig unterstützt. — Zu Vlotho in Westphalen sind etwa 300 Tabaksar- beiter ausgesperrt worden. Dieselben sind fest entschlossen, den Uebermuth der Fabrikanten zu brechen und waren nicht'wenig erstaunt, als„lebendige Staatshülfe" von der wohlbekannten Pickelhauben-Gewerkschaft anlangte. Da die Ausgesperrten strenge Ordnung einhielten und noch einhalten, so konnten sie sich den Zweck dieser„Staatshülfe" nicht anders erklären, als dieselbe wolle weiteren Prügeleien der Fabrikanten vorbeugen, da solche wirklich vorgekommen find. — Der frühere Redakteur des„Fürther demokratischen Wochen- blattes", A. Memminger, ist wegen seiner Broschüre„Die Frei- maurer", vor das mittelftänkische Schwurgericht verwiesen worden; die Anklage lautet auf„Majcstätsbeleidigung". So melden bayrische Blätter. Gewerksgenossenschaftliches. Internationale Gewerkschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Hand-Arbeiter. �Aerki». In der am 31. Mai stattgefundenen öffentlichen Versammlung der Gewerkschaft der Manufakrurarbeiter stand aus der Tagesordnung: 1. Die gewerkschaftliche Bewegung. Referent Herr Auer. 2. Untersuchung der Verdächtigungen gegen die frühere Verwaltung.— Herr Auer entledigte sich seiner Aufgabe in trefflicher Weise und es entspann sich nach dem Vortrage eine lebhafte Debatte. AlS der 2. Punkt der Tagesordnung an die Reihe kam, erklärten sofort einige Mitglieder, daß seit Bestehen der Gewerkschaft Haupt- sächlich von Seiten der Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter- vereinS nichts unversucht gelassen worden sei, um dieselbe in den Augen der Berliner Manufakturarbeiter herabzusetzen und wo möglich ihre Auflösung herbeizuführen; unrer andern: war auch behauptet worden, der frühere Vertrauensmann habe niemals Rechnung gelegt und nach Belieben über die eingegangenen Gelder verfügt. Da nun der frühere Vertrauensmann abgereist ist und sich nicht verantworten konnte, erhoben sich die Mitglieder der Konttolkommission und erklärten, daß sie voriges Jahr während seiner Leitung genaue Einsicht in die Bücher genommen und die- selben für richtig befunden hätten. Damit waren also die Ver- läumdungen der Gegner zu nichtc gemacht und ein Antrag von Leupold kam zur Annahme, dahin lautend:„Um den Mitgliedern der Gewerkschaft keinen Anlaß zu Klagen über schlechte Leitung zu geben und den gegen die Gewerkschaft ausgesprochnen Verdäch- tigungen auf immer die Spitze abzubrechen, wird der Vertrauens- mann aufgefordert, allmonatlich die Kassenbücher zur Einsicht der Mitglieder auszulegen. Mit sozialdemokratischem Gruß G. Gladewitz, Schriftführer. Verband der Buchbinder und verwandter Geschäftszweige. Leipzig. Allen Mitgliedern zur Nachricht: Der„Neue Sozialdemokrat" rcsp. dessen Redaktion hat aus wieder- holte Anfrage keine Antwort gegeben, auch den an sie gesandten„Bericht" bis dato noch nicht zum Abdruck gebracht. Der Ausschuß wird nun, falls die Kontrolkommission einverstanden, als drittes Organ des Verbandes die„Demokratische Zeitung" in Berlin wählen. Für den Autschuß: H. Richter. ßökn. In der am 28. Mai stattgehabten Velsammlung unscrs Vereins ward nachstehende Resolution zum Beschluß erhoben:„Auf Grund der Bcrbands-Statuten, die wir ihrem ganzen Inhalte nach anerkennen, erklären wir uns unter dem heutigen Datum bereit, dem Buchbinder-Verbande beizutreten. Wir erblicken in der Ver- einigung das einzige wirksame Mittel, das geistige und materielle Wohl aller Berussgenossen zu sichern und zu wahren. Als Gau- Verband werden wir jederzeit bereit sein, durch alle unS zu Gebote tehenden gesetzlichen Mittel die Mitglieder des Verbandes in ihren Rechten vor jeder Beeinträchtigung zu schützen." Wir hoffen und wünschen, daß alle Kollegen Deutschlands unscrm Beispiel folgen, damit Jeder die Frucht seiner Arbeit und seines Fleißes erndte. Im Namen des Rheinischen Gauverbandes: gez. I. Bungarth, Vorsitzender. Büttermarkt 6. Stuttgart. In der Samstag, den 10. Mai abgehaltenen Versammlung deS hiesigen OrtsvereinS der Buchbinder zc. wurde die bei dem stattgehabten Kongresse in Nürnberg für den Verband nöthig befundene Konttolkommission dem hiesigen Gauverbande übertragen und solche in obengenannter Versammlung wie folgt, gewählt: Hirsch, Seebald, Dietrich, Kolb, Wirth, Leibius, Roggen- tiel, Mauz, Vischingcr.— Dieselben wählten unter sich Hirsch alS Vorsitzenden und Seebald als Schriftführer. Alle Zusendungen, die Konttolkommission betreffend, sind an Unterzeichneten zu senden. I. Ed. Hirsch. Sophienstraße Nr. 22 A. Correspondenzen. Leipzig. Wir bringen hier noch die Warnung zum Abdruck, welche die sächsische Regierung gegen die„Saxonia" erlassen hat: „Warnung, die Auswanderung nach dem Staate Michigan in Nordamerika betteffend. Bereits in cineni, sowohl im„Dresdner Journal" Nr. 105 als in der„Leipziger Zeitung"?tt. 108 ver- öffentlichten Artikel ist auf die Nachtheilc hingewiesen worden, welche die Mitglieder des Auswanderungsvcreins Saxonia bei ihrer beabsichtigten Auswanderung nach dem Staate Michigan in Nord- amerika theil« wegen des zweifelhaften KontraktsverhältnisseS, in welches der Verein zu der Munising Jron Company in Michigan getreten ist, theil« wegen der ungünstigen klimatischen und Bodenverhältnisse dieses Staats, voraussichtlich treffen werden. Wenn nun neuerlich dem Ministerium des Innern zuverlässige Mit- »Heilung darüber, daß die ausgesprochenen Befürchtungen vollständig begründet seien, zugegangen ist, so findet sich dasselbe veranlaßt, alle Diejenigen, welche den bereits ausgewanderten Mitgliedern des gedachten Vereips noch nachzufolgen etwa beabsichtigen sollten, hiermit vor einem solchen Schritte auf daS Eindringlichste zu warnen. Sollten dennoch Auswanderer nach dem Staate Michigan Ich begeben wollen, so ist von dem Kaiserlichen Deutschen General- onsulate zu New-?)ork, mit welchem dieserhalb das Kaiserliche Konsulat zu Chicago in Vernehmung getteten ist, dahin Einleitung j ettoffen worden, daß den Ankömmlingen schon in New-�ork Ge- legenheit gegeben wird, sich auf dem dortigen Generalkonsulate Rath und Auskunft zu verschaffen. Dresden, am 24. Mai 1873. Ministerium des Innern. Für den Minister: Koerner." Wir wollen diese Erklärung nicht im Einzelnen kritistrenz können un« aber nicht der Bemerkung enthalten, daß die sächsische Regierung vielleicht Dutzende von Menschen vor schwerem Unglück bewahrt hätte, wenn die Erklärung einige Wochen früher gekomme» wäre. Leipzig. In der letzten Versammlung deS FachvereinS der Kürschner und Mützenmacher von Leipzig uud Umgebung wurde Kürschner. Die beiden Uebelstände werden aber nur durch Ueber- arbeit und das gcisttödtende Kartenspiel provocirt. Fr. Trost. Kkeinzschocher. Bei der gestern Abend stattgefu»denen kon- stituirenden Versammlung des deniokratischtzii Arbeitervereins fan- den sich trotz aller Bekanntmachung nur Wenige ein, um eine Institution gründen zu helfen, die den Bewohnern Kleinzschocher« sehr nothwendig wäre. Bon den Anwesenden ließen sich 9 Man» einschreiben und erhielten ihre Karten. Es ist nicht zu leugnen, daß Viele gern beitreten möchten, aus Furcht cS aber unterlasse». Vielleicht bewirkt dies dieAusmerksamkeit des Gerichtsamts II, da« un« jetzt stets, wo möglich doppelt überwacht, damit ja nicht etwa hochvcrrätherische" Gedanken bei uns Eingang finden. Eines* theil« sind wir dem GerichtSamt für die Anfmerksamkeit zu Dank verpflichtet; eS bleiben uns wenigstens die bekannten Ruhestörer vom Halse. Hoffentlich wird übers Jahr hinter der Mitglieder- zahl 9 eine 0 stehen. Als Organ wurde der„VolkSstaat" a»- genommen. F. Trost. Stötteritz.(An die Cigarrenarbeiter Sachsens.) Da« Leipziger und Dresdner AgitationScomits hat beschlossen, a» 29. Juni einen Cigarrenarbeitertag zu Dresden abzuhalten. Darum, Collegen allerorts, ersuchen wir Euch nach Kräften dahin zu wirken, daß zahlreiche Delegirte dahin gesendet werden. Haltet überall Versammlungen ab, wo Ihr den Zweck dcS Arbeitertag« hervorhebt. Und Ihr, die Männer, die Ihr erkennt, welch eiserner Druck von Seiten de« Kapitals auf dem Arbeiter lastet, � zeigt, auf welchem Wege eS möglich ist, den schrecklichen Druck von un» zu wälzen. Tretet ein für die Rechte der Arbeiter und sucht in Euren Versammlungen es dahin zu bringen, daß die Arbeiter erkennen, daß wir nur durch die Einigkeit und in geschlossene» Reihen unsere Rechte erlangen könuen; darum Collegen aller- orts, sendet Vertreter zum Arbeitertag und es wird unS nicht schwer werden, die Mängel und Fehler, welche an verschiedene» Orten Sachsens zu Tage getreten, zu beseitigen. Wir erwarten» daß Ihr unserm Aufruf folgen werdet, und werden wir unter- dessen auch nicht müssig sein, sondein alles aufbieten, daß der Arbeitertag durch zahlreiche Delegirte besucht wird. Die Tages- ordnung des Cigarrenarbeitertages ist folgende: 1) Besprechung der Lage der Arbeiter im Allgemeinen. 2) Der deutsche Tabak-Arbeiter- verein und seine Organisation. 3) Die Wickelmacherfrage, sowie die Frauen- und Kinderarbeit. 4) Die Concurrenz durch die Zuchthausarbeit. 5) Die Beschränkung der CoalitionSfteiheit und der Fabrikantenverband. In Anbetracht der Wichtigkeit des Ar- beitertags hoffen wir, daß alle Orte Sachsens und der Umgegend Delegirte zu derselben schicken werden. Anträge und Einsprüch« für den Cigarrenarbeitertag sind an Damm in Dresden, Bischofs weg 11, und an Unterzeichlieteul zu sende», damit dieselben zur DiScussion kommen können. Sollten Ortschaften es für nöthig finden, daß ein Mitglied des Agitationscomites ihren Versammlungen beiwohnt, so haben sich dieselben so schnell als möglich a» die hier angegebenen Adressen zu wenden. Weitere Bestimmnnge» folgen in nächster Nummer. Fär das AgitationScomits: Franz Hofmann, Holzhäuserstr. 2 iu Stötteritz. Spandau. Donnerstag, den 1. Mai in Halberstadt ange- langt, wurden mir folgende MittheUungen über Parteilage und Verhältnisse gemacht: Durch das rohe, scandalöse Auftreten der Allgemeinen Deutschen ist kein Versammlungs-Lokal mehr zu finde» Ein Theil der Mitglieder besagten Vereins gehören zur fanatischste» Klique, und feiern neben Kriegersesten auch den kaiserlichen Ge- burtstag, ja, ihr sozialdemottatischer Eifer ging während de« letzten Krieges so weit, eins der von' unserm damaligen Ausschuß verfaßten Manifeste aufs Polizeiamt zu ttagen, mit dem Bemerke», obS nicht Zeit sei, dem internationalen Volksverräther(NaterS) den Laden zu schließen. Hier werden die Spreng-Rekruten für Berlin gedrillt. Freitag Abend fand eine Parteiversammlung i» der Wohnung eines Mitgliedes statt, wo ich über Organisatio» und Agitation sprach. Sonnabend war eine gut besuchte Ver- sammlung in Quedlinburg, wo ich und Naters über die Reich«' tagSthätigleit und was derselbe für die Arbeiterklasse gctha», referirten. Von 6 bewaffnet anwesenden Polizeiern veranlaßt» erläuterten wir unter donnerndem Beifall das preußische Vereins' gesetz. Bor Schluß fanden Masseneinzeichiiuiigen statt. Sonntag gingö nach Dittfurt, wo wir zunächst ein Lokal für Montag Abend zugesagt bekamen, was leider aber wegen eineS„plötzlichen" Besuche« de« Schulzen unter keinen Uiiiständen mehr zu erlangen war. Dü Schulzen sind hier zu Lande große Leute und die Gastwirtht erbärniliche Feiglinge. Von dort nach Wegeleben! Hier betaM NaterS endlich von einem bekannten Wirth einen Saal zu Mitt' woch zugesagt, der aber in letzter Stunde auch noch abschrieb- Dienstag nach Osterwick zur Volksversammlung. Dort besteht eine 31 Mitglieder zählende Mitgliedschaft vom Allgemeine� Deutschen; aber wie gewöhnlich bekamen wirS Bureau. Al< erstct Redner sprach ich in 1'/-stündiger Rede über die Bestrebungen der Sozialdemokratie und Naters über die Allgemeinen Deutschen oß unter vieler Zustimmung. Schlosser Rönnekamp aus Brau»' schweig machte hier„zu Gunsten" des Allgemeinen Deutscheu ft unheilvolle Dummheilen, daß seine eigenen Parteigenossen sagte»- er habe ihnen den GarauS gemacht. Durch angestrengtes mühen gelang es, Mittwoch Nachmittag den Saal, wo der Allgt' meine Deutsche tagte, von 3— 7 Uhr zur öffentlichen Ardeitervep sammlung in Halderstadt zu erhalten. In meinem 1'/-stündiger Bortrag beleuchtete ich die Thäligkeit deS Reichstags und was 0 für die große Masse des Volkes gcthan. Nachdem ich scharf dal Gaukelspiel kritisirt, welches mit der Person nnd dem Nawel LassalleS im Allgemeinen deutschen Arbeiterverein gettieben wirb ging ich auf die Einigung aller deutschen Abeiter über und wib nach, daß alle Vereinsspielerei uns nicht helfen kann; in geschl»! sener Partei müssen wir den Feinden entgegentreten, darum sei» Pflicht aller Arbeiter, in die sozialdemokratische Arbeiterpartei eijT zutreten. Dahle, Lampe und Kamigann suchte» für den Aü gemeinen deutschen Arbeiterverein Propaganda zu machen, wurdd aber von Martini und mir widerlegt und ihre in Sachen d» „unfehlbaren Organisation" eingebrachten Resolutionen wandert� selbstverständlich unter den Tisch. Ich fühle mich hier veranlaß' den Parteigenossen G. Naumann und G. Röder in Neundon Naters, Martini, Voigt in Halberstadt und Tops auS O»/* linburg sowie allen Freunden und Parteigenossen, die thatttäf» durch ihre Unterstützung in persönlicher Hinsicht auf meiner mitwirkten, öffentliche Anerkennung zu zollen. In Harzger� beschlossen, in der am zweiten Psingstfeiertag abzuhaltenden Ver- j sprachen ich und NaterS ain Donnerstag über soziale Frage ammlung die Kassabücher zu revidireu, sowie die leere Kassa, Arbeiterbewegung; es bildete sich auch hier eine Mitgliedsch� und dann die Auflösung des Vereins zu beschließen. Da aber Viele Aufforderungen mußten, da meine Zeit zu Ende ging, u»� -■-= r--:■<•»« rücksichtigt bleiben. Aber haltet Euch nur eine Zeit lang � der gute Boden wird nicht unbesät bleiben. Für die Allgemei»� Deutschen ist dort kein Boden mehr, denn diese Leute wow nichts von PersonenkultuS wissen. Stets hoch das Banner unft� Partei, denn alle Vereiusspielerei nützt uns nichts; als geschttll� sozialdemottatische Arbeiterpartei werden wir über alle andere des Vereins zu am 2. Feiertage sich kein" Mitglied sehen ließ, so blieb mir nichts anderes übrig, als alleiniges Mitglied und Kassirer die Auflösung zu beschließen, daS heißt die Bücher zu schließen und an die Ver- cinsbuchdruckerei abzuliefern. Daß der Verein einen solch schmäh- lichen Tod nach seinem kaum 1' ,jährigcn Bestehen nehmen mußte, ludet seine Ursache in der totalen geistigen Versumpfung der Herren - Parteien den Sieg davon tragen. Dieser Weg führt zum Ziel. Mit Brudergruß W. Fischer. Aertin. Bei den„Sprengungen" zeichnet sich hier naywnt- lich ein gewisser Klinkhardt aus, ein gänzlich unbedeutender, ja geistig unter Null stehender Mensch, der eS aber versteht, papagciartig zu plappern und recht oft„Lasialle" zu sagen, weß- halb er auch als„Agitator" besoldet wird. Die hiesigen Partei- genossen sind zu gutmnthig. Hasselmann und Hasenclever machen zu Gunsten Bismarcks den kümmerlichen Rest von Vereins- und Versammlungsrecht, den wir noch haben, vollständig illusorisch. Was liegt nun daran, ob diese Gesellen in den Reichstag gewählt werden, oder reaktionäre Junker und Nationalliberale? Die Einen wie die Andern arbeiten wacker an der Vernichtung des letzten Restes von Freiheit, freilich jeder nach seiner Art und zwar die Hasselmänner auf die gemeinste Art. Die„Ehcmn. fr. Presse" begleitet den Bericht über die letzte Sprengung der Versammlung unserer Parteigenossen durch die„Knüppelgarde" des„Neuen" mit folgenden Worten:„Die Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiterpartei aller Orte werden gut thun, sich diese Rohheiten der Tölckianer zu merken und die Rücksicht, welche sie bisher den Agenten des„Neuen" gegenüber noch walten ließe», künftig bei Seite zu setzen, denn ans einen groben Klotz gehört ein grober Keil und gegen die offenbare Bestialität kann man mit Humanität nicht aufkommen". Wir unterschreiben das vollständig, hoffend, daß die Parteigenossen darnach handeln. Königsberg. Hier striken die Maurer, da ihr Gesuch um Lohnerhöhung(I'/z Thlr. die Woche) in höhnischer Weise zurück- gewiesen worden ist. Zuzug ist fern zu halten. Die Maurer werden sich der internationalen Gewerkschaft anschließen, da sie mit Berlin schon„reingefallen" sind. Kamvurg, 30. Mai. Mit der Arbeiterbewegung, sofern sie sich durch die Strikeö äußert, geht es hier stetig vorwärts. Fast u»n Monat zu Monat treten neue, bisher unbeachtet gebliebene Geweibsgruppen in die Oeffentlichkeit, theils um sich in Vereinen Zu organisiren oder auch um schon bestimmt formulirte Lohn- und Arbeitszeit- Forderungen zu erheben. Der Hohn der Philister, welcher vor der Börsenkrisis fast ausschließlich den Strikern galt, suchte vergeblich die Arbeiter in ihren Bestrebungen irre zu machen. Zuerst hieß es, daß die„Fremden" die Aufsässigen wären, der „ruhige Hamburger" wollte nichts von ihren„Segnungen" wissen; dann, als in den Gewerksversammlungen selbst das kernige ham- burger Plattdeusch gesprochen wurde, flüchtete man zu der dummen Verdächtigung, die Arbeiter vertheuerten alles durch ihre Strikes, und endlich griff man, als die Milliardensprache durch die Börsen- krisis auch in s Plattdeutsche übersetzt worden war, zu dem Roth- anker jener Lehre, wonach es wenig Herren und Diener geben wird und muß. Doch, in Folge ihres höheren Standpunktes, weiter- sehend als unsere Philister, griff unsere gesetzgebende Bürgerschaft durch einen ihrer Ausschüsse kühn über diesen Nothanker hinaus Und förderte einen Antrag zu Tage, dem zufolge die Arbeiter folgendem Paragraphen an's Messer geliefert werden sollten:„In Fällen widerrechtlicher Einstellung der Arbeit abseiten eines Ge- sellen, Gehülfen oder Fabrikarbeiters, oder widerrechtlichen Ver- lassens der Lehre abseiten eines Lehrlings, kann, falls nicht ge- uügende Sicherheit für die alternativ neben der Verpflichtung zur Rückkehr in das Arbeits- oder Lehrverhältniß vom Gericht von AmtSwegen festzustellende Entschädigung sofort geleistet werden kann, auf Antrag des Berechtigten die Erfüllung der ersten Ver- hflichtung bei einer im Ungehorsamssalle durch die Polizeibehörde sofort zu vollziehenden Haft bis zu 8 Tagen auferlegt werden." Entsprechend diesem langathmigen Paragraphen ist der ganze Ge- sctzentwurs, dessen Tendenz dem Arbeiter gegenüber sich in die Worte„Haut ihn" zusammenfassen läßt. Von den Arbeitgebern ledoch schweigt dieser edle Entwurf, nur da, wo sie als Richter sungiren, spricht er von ihnen, echt feudal und patrimonial, da bcr„Herr" wieder Richter seines„Dieners" werden soll. Nur ein einziges Bürgerschaftsmitglied, Winterfeldt, hatte diesem Gesetz- entwurf durch Gegenanträge gesunder Art die Spitze abzubrechen siesucht, was mindestens zur Folge hatte, daß die Mitglieder deS betreffenden Ausschusses sich vor der Debatte scheuten und dieselbe von Sitzung zu Sitzung hinausschoben. Endlich, am verflossenen Mittwoch wagte sich das Haupt dieses Ausschusses, Dr. Engel, heraus, um unter Tralratra anzukündigen, daß er mit dem Gesetz- entwurf in den deutschen Bundesrath retirirc, sintemal dort jetzt Un ähnliches drakonisches Gesetz für das ganze„Reich" ausgearbeitet werde. Alle unsere„Vertreter" waren damit einverstanden, selbst "r. Buchheistcr, der geniale Entdecker der„Straßendeputirten", wahrscheinlich weil Vundcsrath und Reichstag das Gesetzmachen »och besser verstehen, als er und seine salonfähigen Freunde. unsere hiesigen Blätter haben zu dieser ganzen tragikomischen Ge- Mtichte geschwiegen; eS schien, als ob sie sich an dem heiklichen ihema die Finger nicht verbrennen wollten. Und so hätte es leicht über Nacht geschehen können, daß den Arbeitern, ohne daß sie davon eine Ahnung gehabt, neue Handschellen wären angelegt Worden. Was kümmert aber das unsere hiesigen„populären" Blätter? die„Reform" z. B. hat wichtigeres zu thun, als solche Gesetzentwürfe am Schopf zu fassen. So quält sie sich unter Inderm schon geraume Zeit ab, ihren Lesern das Wesen und die Ziele der Demokratie darzulegen; dabei ist sie dann zu dem Er- gebniß gelangt, daß die Demokratie mit der Monarchie sehr wohl bereinigt werden könne! Uebrigens will ich mich hierbei keineswegs �kifern, es ist ja doch nur„Sand in die Augen."— Zum Schluß lassen Sie mich noch erwähnen, daß jetzt hierorts unter den sozial- demokratischen Arbeitern der Zug nach Einigung immer mächtiger wird. Die von Hascnklcver mit dem Bannfluch belegten Mit- hlieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins nähern sich mehr sind mehr unser» Parteigenossen und es dürfte wohl der Tag nicht fart sein, an welchem beide Theile behufs dauernder Verständigung siimeinschaftliche Versammlungen abhalten werden. Hoffentlich wird w diesen Versammlungen der Geist, welcher die sozial-demokratische Arbeiterbewegung trägt und hebt, alle Köpfe zum Guten erleuchten. ßrefetd, 27. Mai.(Zur Agitation im Kreise Düffel- dors.) Unsere Parteigenossen in Düsseldorf hatten von Samstag, �n 24. bis Montag, den 26. Mai verschiedene Volksvcrsamm- langen in Düsseldorf und Umgegend veranstaltet. Die erste, eine �siintliche Gewerkschaftsversammlung, fand Samstag, den 24. Mai w der Centralhalle statt. Jos. Sauern und Unterzeichneter rese- �Nen über das Gewerkschaftswesen und hatten die Freude, zu sehn, sich viele neue Mitglieder einzeichnen ließen. Sonntag, den 2?- Mai war Versammlung in Erkrath, wo eS sehr bunt herging. <>le Clerikalcn suchten uns den Vorsitz zu nehmen, was ihnen denn uch gelang, indem ein Pastor zum Vorsitzenden gewählt wurde. zunächst sprach RieS aus Cöln über die Lage des Ärbeiterstandes, obei man denselben öfter zu stören suchte. Nachdem Ries sowie Unterzeichneter gesprochen, suchte einer der anwesenden„Pastöre" J14 Zu widerlegen; man sah eS dem guten Manne an, daß er J-w die Sozialdemokratie eben so wenig Berständniß hatte, oder "�oen wollte, wie die meisten seines Gleichen. Als ich mich wieder zum Worte meldete, um den Diener des unsichtbaren Gottes auf seine unrichtigen Folgerungen aufmerksam zu machen, wurde schnell die Versammlung geschlossen. Unter allgemeinem Tumulte, gefolgt von einer Piasse sanalisirter Clerikaler, marschirten wir schließlich zum Bahnhose hin. In der am Montag Abend in Düsseldors stattgefundeuen großen Volksversammlung gings ebenfalls sehr stürmisch her. Die Herren vom Allgemeinen deutschen Arbeibeiter- verein, Dresbach und Harms, leisteten was noch nie dagewesen. Schon bei Eröffnung der Versammlung fand es Dresbach für nöthig, einige Seitenhicbe auf die Eisenacher zu thun, indem er versuchte, die� Versammlung zu überzeugen, daß wir Friedensstörer sein. Säuern und Pieper(letzterer ist unserer Partei beigetreten) protestirten jedoch entschieden gegen dieses Verfahren; doch der Tumult wurde allgemein, und als Sauern und Unterzeichneter entschieden das Wort verlangten, kam Dresbach und erklärte, die Verlammlung. sei vom anwesenden Polizeicommissar aufgelöst worden! Da ich nun wußte, daß dies rein erlogen war, und Dresbach dieses Manöver nur machte, um sich aus der Klemme ziehen, machte ich die Versammlung hierauf aufmerksam und vrderte die Anwesenden auf, dagegen zu protestiren. Aber die Versammlung sollte aufgelöst werde». Der Schriftführer versuchte mich mit Gewalt zum Schweigen zu bringen, indem er versuchte, mich von der Tribüne hinunter zu stoßen. Nun wurde die Auf- regung Immer größer, bis schließlich die Versammlung wirklich aufgelöst wurde. Die rheinischen Arbeiter werden aus dem Er- zählten ersehen, wohin es die Bedienten der Herren Hasenklever und Genossen bereits gebracht haben. Sind sie in einem Orte in der Minorität, dann wird gewinselt; da aber, wo sie eben stark genug sind, geberden sie sich uns gegenüber wie ein Wahn sinniger. F. Obermann. Kreuznach. Am 12. April begab ich mich zu dem hiesigen Bürgermeister, Rüppers ist der Name dieses Ehrenmannes, um mit Lamberti die Erlaubniß zur Anschlagung von Plakaten betreffs Anzeige der Volksversammlung unsrer Partei einzuholen. Derselbe verweigerte uns diese zuwider dem§ 57 der Gewerbeordnung und wir schlugen dieselben am Ostersonntage dennoch an. Aber siehe, am Ostermontage, einem FeierUge, erhielten wir schon eine Ladung wegen„Anschlags von Plakaten ohne Erlaubniß und Ver- gehenS wider die Ordnung der Feiertage."— Also wir werden belangt wegen Vergehens gegen die Ordnung des Feiertages und die wohllöbliche Polizei begeht, in dem sie uns am Ostermontage, doch gewiß auch einem Feiertage, laden läßt, dasselbe„Vergehen." Wir kamen vor und wurden nach heftiger Vertheidigung und trotz- dem wir den Herrn klar machten, daß die ganze Schuld doch nur an dem Herrn Bürgermeister liege, in eine Geldstrafe von 25 Thlr. oder zu Haft von 3 Tagen verurtheilt. Preußische Gerechtigkeit!! Am 18. April Nachmittags 4 Uhr wollte ich mit Hochgürtel eine Versammlung anmelden, trafen aber den Bürgermeister nicht und wurden aus später verwiesen. Als wir nun um etwa'IS Uhr uns wieder hinbegaben, war das Bureau schon geschlossen, wir begaben uns deßhalb in die Wohnung desselben, wurden aber nach überreichter Anmeldung und da wir Bescheinigung verlangten, mit den Worten:„Ihr Lümmel! wollt ihr euch wohl aus meiner Wohnung scheeren, ich werde euch wegen„Hausfriedensbruch" be langen", abgewiesen. Preußisches Vereins- und Versammlungs recht!!! Am 2. Mai rief mich ein Wirth, ein Raufbold erster Art, Namens H. Hönes in sein Local. In der Meinung, er hätte etwas in geschäftlicher Beziehung mit mir zu sprechen, trat ich ein und wurde sogleich in eine politische Diskussion mit demselben ver- wickelt. Derselbe rief unter Andern auS:„Wenn ich auf dem Hos(D«rmstädter Hos) komme, so schlage ich die ganze demokratische Gesellschaft zusammen, ich war 4 Jahre„Soldat", woraus ich ihm erwiderte,»aß ich nie geglaubt hätte, daß das CommiSbrod solche Riesen erzeugen könne und machte ihm überhaupt den Standpunkt klar. Doch da er mir geistig nicht beikommen konnte, so stürzte er mit einigen gleichgesinnten Creuznacher Knüppelgardisten über mich her und nur meiner Gewandtheit hatte ich eS zu verdanken, daß ich mit heiler Haut davonkam.— Doch man denke sich mein Erstaunen als ich bald darauf auf Ansuchen des öffentlichen Ministeriums eine Ladung wegen groben. Unfuges in öffent- licher Wirthschaft vors Polizeigericht erhielt. Also wenn ein Gast, nicht ahnend, daß er in eine Räuberhöhle gefallen, in eine Wirth- schaft tritt, von dem Wirthe überfallen, mit Lebensgefahr die Flucht ergreifen muß, so verübt er„groben Unfug." WaS ist doch in Ereuznach noch möglich. Ich komme vor. Nach kurzer Vertheidigung in der ich den Wirth ins gehörige Licht stellte, trug der beisiyendc kluge Polizeikommissar als Vertreter deS öffentlichen Ministeriums, da ein grober Unfug meinerseits vorliege, auf eine Geldstrafe von 5 Thalern an, aber der Richter konnte auf meine Aufforderung, mir näher zu definiren, in was der Unfug bestehe, keinen Unfug herausfinden, und ich wurde freigesprochen. Und so geht es hier in einem fort. Parteigenosse Lamberti singt in einer Wirthschaft mit dem Willen der Gäste die Arbeiter- Marseillaise. Das be- leidigte das Nationalgefühl des sich in der Wirthschaft befindenden Polizisten Mähr; Lamberti erhält andern TagcS eine Ladung mezen„groben Unfugs," wurde aber da er Zeugen bringen will, daß kein Unfug stattfand, a»f die Sitzung in 14 Tagen verwiesen Parteigenosse«chncider kommt etwas spät mit ein paar Kameraden aus dem Wirthshause. Auf dem Wege begegnet ihm ein Partei- genösse. Er drückt ihm die Hand und wünscht ihm wohl etwas laut Gute Nacht! Polizist Funke springt aus einer Ecke und will Schneider wegen nächtlicher Ruhestörung verhaften. Schneider opponirt und widersetzt sich gegen dieses Verfahren. Rasch springen noch ein paar behilfliche Individuums bei und Schneider wird in das Arrestlokal geschleppt und zwar auf so manierliche Weise, daß ihm kein Knopf an« Hemde mehr blieb und blaue Flecken ihm noch deS andern Tages die Stellen seines Gesichtes zeigten, welche in die sanfte Berührung mit den Transportirendcn gekommen waren. Er kam vor und wurde wegen nächtlicher Ruhestörung und Widerstand gegen den Beamten zu 3 Wochen Arrest verurtheilt. Schneider bat um seine einstweilige Freilassung, da er Berufung einlegen werde, ward ihm aber nicht bewilligt, sondern ihm erklär», das könne er, wenn er wünsche, vom Arrestlvtale aus zu jeder Zeit thun, er müsse aber wieder als der Flucht verdächtig abgeführt werden. Hierauf erklärte Schneider, daß wenn er ja doch sitzen müsse, ihn die Berufung nichts helfen würde und er dann davon Abstand nehmen werde. Ein Polizist führte ihn nun wie einen Landstreicher geschlossen wieder ab.— So sucht man uns hier mit allen Mitteln mürbe zu machen, aber wir wollen ihnen zeigen, daß wir fest sind und die Polizei sich selbst zu unserm besten Agitator macht. Mit sozialdemokratischem Gruße I. Hessel jr. Apokd«. Für den 2. Mai als den Tag nach meiner Haft- entlassung— hatten die hiesigen Parteigenossen ftnc_ Volksversammlung einberu en und die Besprechung der Presse auf die Tagesordnung gestellt. Parteigenosse Müller aus Weimar hatte das Referat übernommen. Die Versammlung welche sehr stark besucht war, hatte sich des Besuche« von 6— 8 bewaffneten Gcnsdarmen und Polizisten zu erfreuen. Als das Büreau constituirt, und Herr Müller in längern Vortrag die Preßzustände besprochen und die Presse als den größten Gegner der Arbeiterbewegung mit bezeichnet. erkannte man die Zustimmung der Versammelten an den nicht enden wollenden Beifall. Der Sattlermeister Conr«di fühlte sich be- rufen, durch rohe Ausdrücke gegen unsere Parteigenossen zu glänzen; derselbe wäre an die Luft gesetzt worden, hätten jene es nicht ver- hindert. Am 4. Mai erschien im hiesigen„Tageblatt" ein Artikel über besagte Versammlung, welcher von Lügen und Verdrehungen, Entstellungen und albernem Gewäsch strotzte. Wir werden auf solch' obskure Schreiberseelen keinerlei Rücksicht mehr nehmen, da sie ja doch nicht den Muth haben, die Maske der Anonymität abzulegen. Wir halten eS nur für unsere Pflicht, öffentlich zu erklären, daß das ganze Machwerk darauf berechnet war, Haß zu säen und so der Partei Schaden zuzufügen. C. A. Reichelt. Müksen St. Niclas, 24. Mai.„O heiliger deutscher Bis- marck und Stieber, steht unS bei mit Pickelhaube und Bajonnet!" Solch einen Jammerruf glaubt man zu vernehmen, wenn man in dem von einem Confusionsrath Grohmann„redigirten" Zittau'schen „Monatlichen Tagebuch" also liest:„In letzter Zeit gab es in Wiesbaden, Mannheim und Frankfurt a. M. arge Krawalle, die namentlich in letzter Stadt einen sehr ernsten Charalte; angenommen hatten. Hauptsächlich ließen die aufgeregten Massen ihre Wuth an den Brauereien aus, welche einen Preisausschlag ihrer Produkte angezeigt hatten, nnd von denen 16 demolirt wurden. Um den Aufruhr zu dämpfen und der Plünderung der Läden Ein- halt zu thun, wurden die Garnisonen der Umgegend herbeigezogen, und gab eS bei den sich entwickelnden Kampf Seiten der Revol- tirenden 27 Todte und zahlreiche Verwundete. Jedenfalls rührt dieses„Borspiel" von den Sozialdemokraten her, deren Gebahren immer ftecher wird und welche in ihren Zeitungsorganen eine Sprache führen, die allerdings an Deutlichkeit nichts zu wünsche« übrig läßt. Krieg gegen die Besitzenden! Krieg gegen Staat und Kirche! daS ist ihr tägliches Geschrei, welches wüst an uns heran- klingt und immer drohender sich erhebt. Von Ort zu Ort tragen die„Sendboten der Internationalen" den Giftstoff, eine Volks- Versammlung jagt die andere, wo die ewig sich gleichbleibenden Phrasen abgeleiert werden, wo der durch dieselben irre geleitete Bolköhaufen jedem auch nach so unbegründeten Aussalle gegen Staat und Kapital zujauchzt. Hoffentlich werden die Regierungen nun bald zu der Einsicht kommen, daß eine Beschränkung de» freien Bereiils- und Versammlungsrechtes unbedingt nvthwendig ist, soll die Bewegung nicht immer größere und gefährlichere Dimensionen annehmen." Man weiß nicht, ob man die komische Wuth oder die Einfalt des Herrn Confusionsraths belächeln, oder ob man einem„menschlichen Rühren" nachgeben und dem Zittauer Denunziations-Angstmeier rechtzeitig einen Arzt senden soll. Mit sozialdemokratischem Gruß W. Döhne. Keidetverg i. V., 1. Juni. Am vorigen Sonntag den 25. Mai hatte die hiesige Partei eine Volksversammlung in Neckargemünd, in der Nähe von hier einberufen. Ich hatte den ersten Punkt der Tagesordnung:„Das allgemeine Wahlrecht", übernommen und die Versammlung war auf 3 Uhr anberaumt. Leider verirrten wir uns auf dem Wege und kamen erst um 5 Uhr nach Neckargemünd. Der Referent über den 2. Punkt:„die indirekten Steuern," war, da er voraussetzte, daß ich die Versammlung eröffnet habe, erst um 4 Uhr angekommen und fand eine sehr ausgeregte Masse von Bauern, welche, als er die Versammlung eröffnen wollte, schrieen: „Herunter mit dem Lumpen" w. Er erkundigte sich nun genauer und erfuhr, daß Tags zuvor eine Versammlung getagt habe, welche beschlossen hätte, unsere Versammlung zu sprengen. Er trat deß- halb nochmals auf und erklärte, daß, da der Referent ausgeblieben sei, die Versammlung nicht stattfinden könne. Kurze Zeit darauf kam ich an, trat in den Saal, und ging dann, da ich ihn leer fand, in das Wirthzimmcr, und forderte die Bauern auf, jetzt noch meinen Bortrag zu hören, wozu sie sich auch bereit erklärten. Die hohe Polizei wollte die Versammlung verbieten; da sich aber in kurzer Zeit etwa 100 Leute eingesunden hatten, so erklärte ich, daß sie nicht das Recht dazu habe. Die Leute wollten mich auch an- hören, bis einer unter ihnen auftrat und schrie:„Wenn es die Polizei nicht leidet, daß wir ihn anhören, so dürfen wir es auch nicht." Darauf gingen wir, mein Freund und ich unter Schimpfen und Püffen der Menge weg, und fuhren über den Neckar nach Kleingemünd, Während der Ueberfahrt boten uns 7 Personen, die uns gleich verdächtig erschienen, ihren Schutz an und riethen uns, mit ihnen durch den Wald zu gehen. Wir lehnten es ab und mit Recht, denn kaum waren wir in Kleingemünd angelangt, als unS eine Schaar von circa 50 Kerlen empfing und mit Steinwürsen traktirte. Als wir uns in ein Haus flüchten wollten, holte der Besitzer deßhalb seine Büchse, und drohte uns niederzuschießen, wenn wir nicht augenblicklich sein Haus verlassen würden. Wir zogen das letztere vor und nahmen unseren Weg durch die wüthende Menge. Mein Freund entkam, ich wurde vor den Bürgermeister geschleppt. Inzwischen hatte ein Fremder, welcher wahrscheinlich auch angefallen worden war, einem der Kerle ein Loch in den Kopf geschlagen. Ich hatte dieses nicht gesehen und eS wurde sogar von den Rädelsführern der Bande bestätigt, daß ich es nicht gesehen haben könnte. Trotzdem wurde ich von 2 Polizeidienern am Rockkragen gepackt und inS Gefängniß geschleppt, nachdem mir auf offener Straße die Uhr abgenommen worden war. Als Grund meiner Verhaftung wurde angegeben, ich sei ein Schwindler, weil ich ohne NamenSunterschrift eine Volksversammlung einberufen habe und mich jetzt nicht einmal legitimiren könne. Montag Morgen wurde ich nach Heidelberg transportirt, und nach dem Verhör vor dem Amtsrichter entlassen. Aus dem Verhör ging hervor, daß ich verhaftet war, weil ich mich geweigert hatte, den Namen de» Fremden zu nennen, welcher dem Obenerwähnten das Loch in den Kopf geschlagen hatte. So geschehen im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte und im Jahre des Heils 1673. Umland. Mannheim. Am 27. Mai ist hier ein Strite der Schuh- macher ausgebrochen. Ein Theil der Meister hat die Forderungen der Arbeiter bereits unterschrieben. Dagegen wurden in einer Versammlung des Meistervereins alle niedergeschrieen, die nur ein Wort zu Gunsten der Arbeiter sprachen. Wir werden aber den Kampf durchführen, bedürfen aber dazu Unterstützung.� Arbeiter, tretet für uns ein! Die Verhältnisse sind bis jetzt günstig für unS, wir dürfen auf Sieg hoffen. Briefe u. s. w. sind zu richten an den Unterzeichneten im grünen Haus zu Mannheim. Mit Gruß , I. Ganshorn. Göppingen. In der hiesigen mechanischen Weberei, Firma Kauf- mann& Söhne, ist letzten Freitag Nachmittag 4 Uhr ein Strike ausgebrochen. Nachdem schon Mitte Januar dieses Jahres ein Abschlag von 6 kr. perjStück erfolgt, wurde am 26. Mai aber- mals um 6 kr. per Stück abgeschlagen. Am 17. Mai wurde folgende Verordnung in den Weblokalen angeschlagen:„Vom nächsten Montag an wird um 5 Uhr angefangen zu arbeiten, um unser Versäumtes nachzuholen. Pünktliches Erscheinen wird er- wartet." Am 23. Mai wurde angeschlagen:„Wer von morgen an UM 5'/« Uhr nicht im Geschäft ist» wird um 6 kr. gestraft. Hingegen Diejenigen, welche pünktlich erscheinen» werden mit bes serer Arbeit berücksichtigt, dagegen sind Diejenigen, welche nicht pünktlich erscheinen, ihrer Prämie verlustig". Den Tag darauf, den 29. Mai:„Bei schmaler Waare beginnt die Prämie(statt wie seither bei 8 Stück) beim 10. Stück;(14tägige Arbeit) 10 Stück zahlen 1 st. Prämie, 11 Stück zahlen 1 st. 12 kr. Prämie, 12 Stück zahlen 1 st. 24 kr. Prämie. Bei ungalanter Waare werden 3 Stück für 5 Stück gezählt". Für GewerkSge- uosscn mag es nicht uninteressant sein, wenn wir noch bemerken, daß von 1 Stück Plümeau(Schuhfutter) breit, 13— 14 Schuß auf V« Zoll, 1 st. bis 17 Sgr., von»/« breit, Drill 18— 19 Schuß auf'U Zoll, 1 st. 24 kr. biö 24 Sgr. bezahlt wird. Die breitere Waare wird etwas besser bezahlt. Der 14tägige Verdienst eines Arbeiters ist daher 12 bis 13 fl.— Bevorzugte Arbeiter verdienen mitunter 18 bis 20 fl. auf zwei Stühlen, doch sind diese nur wenige, wie überall.— Letzten Winter wurde dieses Geschäft um die Summe von 600,000 Mark an eine Aktiengesellschaft ver- kaust, und die ftüheren Besitzer, Julius und Max Kaufmann, mit der Geschäftsführung betraut. Um nun die bei dem Berkaus garantirten 60/o auf die Dauer von. 5 Jahren womöglich zu ver- doppeln, wird der Lohn heruntergedrückt, gleichviel ob die Arbeiter von ihrem kümmerlichen Verdienst ihr Leben noch fristen können oder nicht. Was ftagt der Kapitalist darnach! Es gibt ja genug Arbeiter, gerade wie beim Militär, wo beim Sturz eines Pferdes zuerst nachgesehen wird, ob es dem Pferde nichts geschadet; der Mann mag zu Grunde gehen. Es feiern 30 Arbeiter und Ar- beitcrinnen, eine kleine Anzahl Angstleute arbeiten«och, meistens solche, welche seither bevorzugt wurden, etwa 15 Personen. Unsere Forderung geht nun dahin, daß der anfangs dieses Jahres be- ßandene Lohn wieder bezahlt, die Prämie wieder beim 8. Stück beginnen, und vpn 6 Uhr an gearbeitet werden solle. Letztere Forderung, die Arbeitszeit, wurde bewilligt, dagegen die alten Zahlungöverhältnisse verweigert. Wir sind nun Willens, unsere Forderung durchzusetzen und ersuchen unsere Parteigenossen, Briefe u. f. w. zu senden an August Mäher bei Metzger Schmidt, Karls- straße, Göppingen. Aaset. Ein Strike der hiesigen Schreiner ist ausgebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. Unterstützungen werden mit bestem Dank entgegengenommen, da viele Familienväter betheiligt sind. Im Auftrag der Schreinergewerkschaft: Ringli, Vorsitzender, Hammer, Sekrstär, Adresse: Hotel Simon, Basel. Wie». Das Wohnungsc omits(nicht das Weltaus- stellungskomits des Arbeiterbildungsvcreins;„Volksstaat Nr. 40) ist durch die Machinationen der Behörden zur Auflösung ge- zwungen worden. Ter Schriftsührer desselben, Adolf Göhre, V. Bezirk, GrieSgasse 13 in Wien, vermittelt indeß dennoch Wohnungen. Wer sich an denselben wendet, möge eine Retour marke beilegen. Zur VolkSschulsrage. Kannover. Die Stadtverordneten zu Crefeld sind i welche den deutschen Communen mit gutem Beispiele vorangegangen, indem sie am 14. December 1871 beschlossen, daß daselbst der Volksschulunterricht unentgeltlich crtheilt werden solle. Auch in unserer Verfassung heißt es:„Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei". Dies Gesetz ist bis jetzt aber immer noch leider ein todter Buchstabe geblieben, nie in Ausführung gekommen, da die Sorge für das Militär alles Denken und Sinnen, hauptsächlich aber das Geld, in Anspruch zu nehmen scheint. Wie lange muß unserm Geschlcchte noch gepredigt werden, und zwar von den Halblingen, „daß der Bolksnnterricht nach dem feierlichen Anerkenntniß unserer Berfassungsurkunde öffentliche Pflicht, öffentliches Recht und allge- meines Interesse nach jeder Richtung hin geworden ist."(Gneist.) Wenn die„gebildeten" und besitzenden Klassen für die Volksbil- dung Opfer bringen, so handeln sie nickt blos human gegen die leidende, daibendc Volksklasie, sondern klug im weitesten Sinne des Wortes, weil in ihrem eigenen Vortheile. Oder bilden nicht alle Volksschichten zusammen einen nationalen Organismus, dessen Glieder sich ebensowenig entbehren können, als die Glieder eines Leibes? Aber trotzdem sind fast alle feudalen und bürgerlichen Parteien darin einig, nichts für die Volksschule zu thun, dieselbe nicht hoch kommen zu lassen. Wollte man der Volksschule gereckt «erden, so müßte man wenigstens ebensoviele Millionen an die Bolkserziehung als an das Militär wenden. Aber welch ein Unter schied ist da! Für das Heer werden 89 Millionen, für die Schule aber etwa nur 8 Millionen ausgegeben. Wird etwas für'S Heer gefordert, so kommt cS auf ein paar Millionen mehr nicht an; muß nothgedrungen aber auch einmal etwas für die Schule gethan werden, so knausert man mit einer halben Million, macht für jeden Lehrer etwa 10 Thaler. Für jeden Soldaten berechnet sich die Regierung 225 Thlr., wobei aber noch bemerkt wird, daß «an dafür kaum einen Bedienten halten könne, also nächstens mehr fordern müsse; dagegen bekommt mancher Lehrer in Städten 200, auf dem Lande oft nur 50 bis 100 Thlr. Und doch ist der Lehrer genöthigt, wenn er sein Ansehen erhalten will, sich an- ständig in Kleidung zu erhalten, und seine Bücher kosten ihm auch viel Geld. Für Bückcr bleibt ihm oft aber fast gar nichts übrig, fo daß er für seine Weiterbildung wenig thun kann; ja, wenn er auch eine ganz gute Bibliothek hätte, so bliebe ihm zum Studium doch gar zu wenig Zeit, da er gezwungen ist, durch Nebenverdienste einen guten Theil seines Unterhaltes zu erwerben. Und doch erfor- dett der schwere Beruf des Lehrers, alle seine Gedanken der Schule zuzuwenden, wenn er etwas Tüchtiges in derselben leisten will. Kann er aber in der Schule mit Freudigkeit arbeiten, wenn er mit NahrungSsorgcn zu kämpfen hat? Der Tagelöhner, der Hand- werker, der Landwirth, der Schreiber und viele Andere können ihre Nahrungssorgen, können Kummer und Verbissenheit zeitweilig wenigstens in ihrer täglichen Arbeit vergraben, ohne daß diese selbst dadurch erheblich beeinträchtigt oder andern Menschen Schaden dadurch zugefügt wird; aber ein von Nahrungs- und andern Sorgen völlig darniedergebeugter Lehrer muß absolut den aller- verderblichsten Einfluß auf seine Umgebung, auf die frische, ftöh- liche, bildungsfähige Kinderschaar üben. Es mag„christlich" sein, einem unverschuldet in Bedrängniß gerathenen Familienvater Ge- duld, Ausdauer und Hoffnung zu predigen, aber einem Lehrer, der mit seiner ganzen Thätigkeit auf seinen Beruf und mit seinem fortwährend steigenden Bedürfniß auf das eher sinkende als stei- gende Einkommen mehr und mehr angewiesen worden ist, zu solcher Ausdauer, Geduld und Berufstreue, zur Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit, zum Selbststudium und zu frischer, energischer Thätigkeit des Geistes anhalten zu wollen, wäre nicht allein vergeblich, fondern zugleich ungerecht; ihm vollends auf Grund von Da- niel IL, 30 einen Wechsel auf das Jenseits auszustellen, ist ein- fältig und grausam zugleich, da bekanntlich solcher Wechsel hienieden nicht honorirt wird. Glücklickerwcise befinden sich heute die Lehrer, wenigstens der Rberwiegenden Mehrzahl nach, noch nicht in solcher verzweifelten Lage. Allein sollten denn Diejenigen, welche um des täglichen Brotes willen ihre Hauptarbeit oder doch die halbe Arbeit außer- halb der Schule suchen müssen, sei es in Privatunterricht, oder in Schreiberei und Recknungsstellerei, oder in Acker- und B>ehwüth- schaft, mit ganzer Seele ihrem Berufe obliegen können? Und welche hohe und schwierige Aufgaben hat die Volksschule in dem heutigen Culturleben zu lösen? Wo die Wissenschaften und Künste so unendlich gestiegen sind, sich vervollkommnet und verallgemeinert haben, wo alle Feudal- und Gildeschrankcn gefallen sind, wo jeder Staatsbürger auf seine eigenen geistigen und leiblichen Kräfte in der schrankenlosen Gewerbesreiheit angewiesen ist, wo er zu poli tischen und communalen Verwaltungen und Abstimmungen berufen wird, da ist es in erster Linie die Bildung, auch die der Massen, welche ftei und gesittet macht; da hat die Volksschule, der 96 Proz unserer bildungsfähigen Jugend zugewiesen sind, so gut ihren An- theil an der Arbeit, als die höhere Schule, die nur 2 Proz. unserer Jugend im schulpflichtigen Alter erzieht. Ja, ihre Aufgabe wächst mit der Schwierigkeit der sozialen Frage. Je mehr für die all- gemeine and technische Ausbildung der höhern Klassen geschieht und je weniger die Bildung der die große Mehrzahl bildende» mittleren und unteren Volksklassen damit verhältnißmäßig Schritt hält— sind wir doch schon so weit gekommen, daß auf die höheren allgemeinen Lehranstalten 54 Thlr. jährlich per Schüler verwandt wird, wovon nur'U durch Schulgeld gedeckt wird, während der Volksschüler 3/8 Thlr. kostet— desto größer wird die Kluft zwischen Gebildeten und Ungebildeten, zwischen Wohlhabenden und Dürf- tigen, ja zwischen Freien und Unftcien. Wächst etwa nur bei einem Fünftel oder Zehntel Wohlstand und Bildung, dagegen bei fast allen andern Unwissenheit, Rohhcit, Stumpfsinn und Armuth, denn an den Stillstand ist überall der Fluch des Rückschritts ge- knüpft, so gerathen wir trotz aller Humanitätsbcstrebungen der Gegenwart, trotz aller auf Freiheit abzielenden Einrichtungen wie- der mitten in die verrottetsten Zustände der Vergangenheit. Kein Capital trägt so gute Zinsen, als das, welches für die Schule angelegt wird, denn beim Militärbudget würde man die Millionen, die mehr für die Schule angewandt würden, dreifach wieder sparen können, da aus derselben noch tüchtiger ausgebildete Knaben entlassen würden, waS zur Folge haben würde, daß die Dienstzeit bedeutend verringert würde, wenigstens werden könnte. (Aber obgleich man 1866 sich vorredete, daß nicht das preu- ßische Zündnadelgewehr, sondern die vreußische„Schule" die Oesterreichcr geschlagen habe, so melden unS doch die statistischen �Nachrichten über mehrere Regierungsbezirke, daß daselbst der Durch- schnittsgehalt der Lehrer verringert sei, z. B. im Regierungsbezirk Oppeln hatten die Lehrer 1859 durchschnittlich 160 Thlr., 1864 hatten sie nur noch 153 Thlr.) Sehr grell ins Auge fällt, wie wenig man für die Schule zu thun geneigt ist, wenn man das Gehalt eines Snbalternbeamten mit dem eines Lehrers vergleicht. Die Subalterubeamten haben ein viel höheres(wenn auch noch lange nickt ausreichendes) Durch- schnittsgehalt als die Lehrer; das der Ersteren wird auch allgemein als nicht ausreichend anerkannt, da verschiedentlich eine Aufbesserung bis 100 Thlr. durchschnittlich für jeden Beamten im Werke war. Was thut man da für den Lehrer, dessen DurchschnittSgehalt weit von jenem Durchschnittsgehalte entfernt ist? Man bessert das DurchschnittSgehalt um eine Lappalie höchstens auf. Hahen etwa die Subalternbeamten, mit denen die Lehrer wenigstens doch gleich- gestellt werden müßten, für ihre Ausbildung mehr angewandt, oder leisten sie dem Staate niehr? Jeder gebildete Mann wird diese' Frage recht beantworten können, besonders wenn er daran denkt. daß die Subalternbcamten meistens aus der Volksschule Herten, gehen. Freilich, wenn man nicht bald mehr für die Lehrer thuv wird auch die Lehrerbildung noch bedeutender heruntersinken al» bisher, mit ihr zugleich aber auch die Volksbildung, denn beide kann nicht von einander getrennt werden. Ein bedeutsames Zeichen von der Gefahr für das allgemeine Wohl ist der in neuester Zeit fast in allen Provinzen eingetretene empfindliche Lehrermangel. Es ist dies die Folge der überaus kläglichen materiellen Lage der Volksschule. Nach dem bekannten volkswirthschaftlichen Gesetz:„je geringer der Lohn, desto schwä- cher die Arbeil", kann dies auch gar nicht anders sein. Es wäre bei der durchgängig ungenügenden Besoldung der Volksschul- lehrer, die nach deS Herrn Ministers eigenem Zeugnisse„nicht mehr mit den Anforderungen der Zeit und den billigen Ansprüchen eines jetzt größere Vorbereitung erfordernden und schwierigeren Aufgaben gegenüberstehenden Berufs in Einklang steht", in der That auch zu verwundern, wenn«die durch zu wenig günstige Aussichten niedergehaltene Lust zum Eintritt in den Lehrerberuf wieder in vollem, dem Bedürfnisse genügenden Umfange erwachte", ohne eine außerordentliche Verbesserung der Besoldungen. Es muß „der schon beginnende und nothwendig in schneller Progression wachsende Lehrermangel bald einen gefährlichen Grad erreichen, eine Schädigung der allgemeinen Volksbildung herbeiführen und später zu um so größeren Auswendungen nöthigen." Statt aber durch Verbtfferung der Stellen die Lust zum Eintritt in den Lehrer- beruf wieder zu erwecken, wandte der Minister lieber das söge- nannte Werbeftistem an, ließ einigen Präparandenbildnern eine Summe von einigen Thalern zukommen, wie in einigen der alten Provinzen geschehen ist, damit desto eiftiger für den Beruf ge- worden wurde, um die Reihen der sich dort immer mehr und mehr lichtenden Lehrer zu füllen. Daß mit solchen Geworbenen, welche sich dann später in ihren Hoffnungen bitter getäuscht sehen, der Schule nichts gedient ist, wird man leicht einsehen. In eini Sie, wenn wir den Abdruck Ihrer Einsendung noch um eine oder zwei 'Kümmern aufschieben. Wir werden jetzt zuerst, wie es die Umstände er- heischen, Stellung zu der Spaltung in der österreichischen Arbeiterbewegung nehmen und dann auch Ihre Angelegenheit zur Sprache bringen.„Wochen- olatt" in Ruhla: Wenn ein Redalteur, gleichviel von der Feder oder von der Schcere, um die Gunst der Bourgeoisie buhlt und deßhalb der Sozialdemokratie feindlich gegenüber tritt, so nennen wir ihn einen Re- aktionär. Berstandcn, Herr Wendel! Also zieren Sie sich nicht und schaffen Sie sich ein Stück Eourage an, damit Sie offen eingestehen kön- ncn, daß Sie am Strang der Reaction ziehen. Und weil Sie's nicht selbst gesagt haben, deßhalb haben wir es gesagt.„Hoser Zeitung" und „Zeitgeist" in München: Wir bitten, regelmäßig je 1 Exemplar an unsere Hubertusburger Gefangenen zu schicken. der Expedition. Bon Mth Nürnberg Ann. 10 Gr.; v. E. Schbrt Berlin Ann. 16 Gr. 5 Pf.; v. Ä. Rdk Königsberg Ann. 12 Gr.; Allg. d. Sattlerver. Berlin Ann. 20 Gr.; v. Hhff Hüffe Schr. I Thlr. 21 Gr.; v. C. Bhn Emstthal Ann. 6 Gr.; v. A Pl Straßburg Ab. Juni 8 Gr; v. F. Mllt das. 8 Gr.; v. E. Rchlt Düffeldorf Sehr. 24 Gr.; v. E. Rdl Ruhla Schr. 7 Gr.; v. B. Crsr Barmen Schr. 1 Thlr 12 Gr.; v. Jo. Ischl Dresden 2. Qu. 25 Gr.; v. G. Horn Thonberg Schr. 29 Gr.; v. E. Rchtr Stötteritz 2. Q-t. 12 Thlr. 15 Gr., Schr. 10 Gr. 8 Pf.; v. H. Krtz hier Ann. 10 Gr.; v. E. Lzzrt Lantshut Schr. 2 Thlr. 17 Gr. 5 Pf., Ann. 6 Gr.; v. F. Mb« Stefanau 2. Qu. 17 Gr. 5 Pf.; Lorck'-- schc Buchh. hier Schr. 7 Gr. 5 Pf.; v. A. Thl Wien Schr. 18 Gr.; v. Rrg Manche Schr. 1 Thlr.; v. F. Brg Barmen Schr. 6 Gr.; v. F. Schtz Lörrach Ann. 6 Gr.(die Maiannonce 9 Gr.); v. E. Bernst. Berlin „B." 14 Gr._ Gcnossenschaftöbuchdruckerei. Anteilscheine bez. Antheilquiltungen erhieltet ferner: In Ernstthal E.B. 5 Thlr.; in Leipzig H. R. 25 Thlr., A. L. 100 Thlr.; in Hamburg E. H. 5 Thlr.; in Wandsbeck E. S. 1 Thlr. Hablich. Berichtigung. Im Aufmf der Berliner Sattler(Nr. 43 d. Bl.) muß es nicht Kammacher, sondern Kummtmacher heißen. Berlin Sozial- demokratische Arbeiterpartei. Zlesirkiversammlnugen. Montag den 9. Juni Abends 8 Uhr: Gartenstr. 13/14 bei Brct schneiver: Bortrag v. Kleist.— Fragekasten. Landwehrstraßc 11 bei Meister: Bortrag von Bernstein.— Fragekasten. Naunynstr. 31 bei Globig: Vortrag von Auer.— Fragekasten. Nur durch Mitglieder eingeführte Gäste haben Zutritt. Das Erscheinen der Mitglieder ist nothwendig. Das Agitationscomits.� ttt Generalversammlung sämmtlicherBöttchergehilfen Berlin?. VJvillU Dienstag, den 20 Juni, Abends halb 8 Uhr im Heise'schen Lokal LandSbergcrstraße 15.— Tagesordnung: Bericht über dcn Eongreß. A. Hinze, Schriftführer. Braunschweig nosienschast finden jeden Mittwoch Abend regelmäßig bei Schellbach» alte Knochenhauerstraße 13 statt. sS.j Der Bevollmächtigte: E. H. Müller, Scharnstraße 22, 11. Düffeldorf hahn(Ecntralhalle). Sozial-deniolralische Arbeiterpartei. Versammlungslokal bei Herrn Woringen am Wehr- Zusammenkunft der Mtgliedcr jeden Montag Abend 3 Uhr. Gäste willkommen. Der„Bollksstaat" liegt aus bei den Herren Gastwitthen; Rentwitz, Ratingerfiraße; Th. Becker, Flinzerstraße Woringen, am Wehrhahn; Schuhmacher, Ostfiraße 123. s2aj Ernst Reichelt, Vertrauensmann, Mittelstr. Nr. 2. Sozial- demokratischer Arbeiterverein. Samstag, den 14. Juni: Abend« 8 Uhr Versammlung im Saale zum„SLilden Mann". Zahlreiche« Erscheinen der Mitglieder und Freunde ist erwünscht. Aitmftttvrt Sozial-dcmokralischer Arbeiterverein. �IllUUUiy Montag, den 9. Juni: Abends 9 Uhr Versammlung iu Hansch's Elublokal, Schaucnburgerstraße 14.— Tagesordnung: Innere Angelegenheiten. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. ftrtiiitilhi»** Sozial-demokratische Arbeiterpartei. �/UUUIIUI.4- Jeden Mutwoch und Sonnabend 8 Uhr Versammlung im Lokale de« Herrn Bartling, Knochenhauerstraße 59, Mittwoch Lese- abend, Sonnabend abwechselnd Vortrag und Diskussion. Freunde der Sache können durch Mitglieder eingeführt werden. Der Vertrauensmann. Internationale Metullarbeilrrschaft. Montag, den 9. Juni: Sitzung bei Arnhold, Reudnitzer- straße.— Tagesordnung: Berichterstattung de« DelegiNen von der Generalversammlung. Da« Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig.__ Itathttrt Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 7. Juni, Abend« 8 Uhr: Versammlung bei Zeidler, gr. Windmühlenstraße Nr. 7. D. B. � MsMlUtft Schneidergehilsen! Montag, den 16. Juni «ommervergnügen mit Concert und Ball im Gasthau« zur„Stadt Naumburg" in Gohlis. Ansaug Nachmittag» 3 Uhr. Zahlreiche« Erscheinen wird erwattet. H. Creuzer. LtUtdadl Vorläufige Anzeige. v/ Die Partei- und Gesianungsgenossen von Nah und Fern werden hierdurch aus da« am 29. Juni, bei uns stattfindende „Allgemeine Arbeitersest" aufmerksam gemacht und schon vorläufig z« recht zahlreicher Betheiligung eingeladen. Das Nähere folgt später. DaS Festcomilö. I. A.: Carl Schumann. Thonberg Arbeiterverein für Thonberg und Umgegend. Montag, den 9 Juni, Abend» halb 9 Uhr: gen Regierungsbezirken, wo der Lehrermangel im fortwährendem Vortrag des Herrn Voigt. Wachsen begriffen ist, sieht man sich schon genöthigt, alles an-»nd i Reue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstands aufzunehmen, was sich anbietet, nicht blos unfähige Jungen von Sozial-demokratische Arbeiterpartei. 14—17 Jahren, sondern selbst 17— 22jährige Jünglinge, die es Unsere Mitgliederversammlungen finden bis auf weitere« ''•- tt1"'1 1'.- ,el>en Dienstag. Abend« 8 Uhr, im Lokale der„Volkshalle", bei Herr» Dotzauer, statt._[®j_ Der Vertrauensmann. erst mit einer andern Carriere versucht habe». Darum urtheilen wir mit einem Ministerial-Rescript vom 31. Juli 1868, wo die Roth nicht die gegenwärtige Höhe erreicht hatte,„daß eine erheb- liche, den veränderten Preisverhältnissen und der fortschreitenden Entwicklung auf den übrigen Gebieten des Lebens entsprechende Aufbesserung der unzulänglich dotirtcn Lchrerstellen im Allgemeinen ein höchst dringendes Bedürfniß und unerläßlich ist, um bei Zeiten von dem nationalen Schulwesen und von der Nation selbst die Gefahren fcnizuhalten, die sonst bei dem immer fühlbarer werdenden Lehrermangel zu besorgen stehen."_ N. M. Briefkasten der Redaktion. Herr Amand G'ögg wird gebeten, uns feine genaue Adresse anzugeben, da wir einen Brief für ihn haben. A. S. in Hamburg: Die Weltgeschichte von Struve ist allerdings vom spießbürgerlich. demo- kratischen Standpunkte au« geschrieben; indeß ist sie von Servilismu« gänzlich frei. Struve war dekanntlich Vegctarianer(Pflanzenesser) und wenn Sie feine Weltgeschichte lesen, werden Sie oft auf einen Pastu« stoßen, der ebenso fade schmeckt, wie Pflanzenkost. Der Abschnitt über die französische Revolution z. B. gehört dahin. Sonst ist aber auch viel kräftige Nahrung in dem Werke zu finden und e« kann Ihnen deßhalb schon empfohlen werden, wenn gleich die Interessen der arbeitenden Klaffe speziell darin nicht vertreten find. Adolf Göhre in Wien: Entschuldigen Gesucht wird ein geübter Arbeiter auf chirurgische Instrumente. crtheilt die Expedition d. Bl. Nähere Auskunst Ein Korbmachergehilfe wird gesucht aus Export- und geschlagene Arbeit. Glauchau. s3as Eduard Lehmann, kl. Färberstraße 3. Für Schuhmacher Ein guter Herren arbeitet und ein desgl. Damenarbeiter(Sozial' demokraten) finden bei hohem Lohn dauernde Beschäftigung bei Eleve a. Rhein. Heinrich Korbacher. Briefliche Zusagen find erwünscht. Zu vcrmicthcn ein Zimmer mit Bett zc. um 4 Thlr. per Monat. Leipzig, Hohe Straße 4. Leipzig:«erantw. Redakteur E. Ca, per.(Redaktion u»d Expeditt»« Hohestr. 4). Druck«ud«erlag der»«uoffeuschastsbuchdruckerei.