schrillt»Schtntlich 2 Mal in Leipzig. BkKellungtn n«hmm alle «ftanstalttn und Buchhand- «igtn dt» Zu« und Aus- laude» an. Fiir Leipzig nehmen B«- flellungtn an: « Expedition, Hohcstraße 4. die Genossenschaft«- »chdruckerei, Zeitzerfiraßt 44. in» � Bebel, Peterstraße 18. a Müller, Baperschcstraßt 8b, m. fett- rf.V nen e. iu»- vv, tll.' i ev.«. ronncaer, 1K» W. Lake Chicago(Hl.; OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternationalenGetverksgenossenschasten Nr. 49. cl-!— ung i. unkt Abonnntttnisprns? iflr Preußen in ei. Stempel» .ieuer 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staate« 12'/, Sgr. pro Quartal, pro Monat 4'/, Sgr. ?ür Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Zkgr. Filtaleppeditioncn für die Ver- einigten Staaten: K-»- Sorge, Loa 131 Hoboken, X. J. via Newyork. G. A. Lönnccker, 153 IV. Lake Chicago(III.) Mittwoch, 18. Juni. Älionntincnts-Eillladnng. Parteigenossen! Mit dem 1. Juli wird das Parteiorgan wöchentlich dreimal ungi�ichmien, und zwar Mittwoch, Freitag und Sonntag. mg.'. Der Preis wird 16 Sgr.(56 Kr. rh.) pro Quartal ' � Sgr.(21 Kr. rh.) pro Monat betragen. e nächste Sitzung zu beauftragen. Zu gleicher Zeit wurde aber beschlossen, nochmals direkt an die Mitglieder der Internationalen Arbeiter-Assoziation in Frankreich, Deutschland, Oesterreich, Polen und Rußland die Aufforderung zu richten, dem Generalrath Per- sonen als Bevollmächtigte vorzuschlagen.— Diese Aufforderung wurde auf Verlangen auch dem Heddeghem geschickt.— In der Sitzung vom 8. Dezember wurde der Generalsekretär ermächtigt, an andre Personen, al« den Heddeghem in Pari« zu schreiben und Auskunft zu verlange». Die Borlage de« Mandatkomitö« hin- gegen wurde zurückgelegt auf eine andre Sitzung und in der Sitzung vom IS. Dezember geschah dasselbe.— In der Sitzung vom 22. Dezember wurde endlich die Form der Mandate festge- stellt, aber mit ausdrücklicher Hinzufügung de« Worte«„provisorisch" und zu gleicher Zeit wurde gegen die Stimmen der französischen Mitglieder A. Serraillier in London znm Bevollmächtigten de« GcneralrathS für Frankreich ernannt.— Am 23. Dezember lief da« SecessionS-Pamphlet der Blanquisten von London ein. In der Sitzitng vom 30. Dezember wurde Dereure aufgefordert, sich über seine Stellung zu den Blanquisten zu äußern, worauf er offen seine entschiedene Mißbilligung de« Pamphlets erklärte, es einen schlechten Schritt(mauva!« pa») nannte, und ans Befragen hinzufügte, daß er Heddeghem(der notorisch mit den Blanqnisten in Verbindung stand) für einen tüchtigen und entfchiedenen Parteigenossen halte.— Jetzt wurde der Generalsekretär angewiesen, da« provisorische Mandat an Heddeghem abzusenden und offne Erklärung von ihm zn verlangen über seine Stellung zu den Blan quisten. Da« Schreiben nebst Mandat(provisorisch) wurde ab gesandt am 3. Januar 1873. Dies der aktenmaßig festgestellte Sachverhalt. Uns« Mitarbeiter werden daraus erkennen: 1) Daß der Generalrath in seiner Mehrzahl von voniherein Mißtrauen gegen den Heddeghem hegte, indessen dem Drängen der zunächst Bethciligten, der französischen Mitglieder, nachgab, die Absendung deö Mandats aber so lange als thunlich verzögerte, um zuverlässige Reformation von andrer Seite zu erlangen, welche leider nicht zeitig genug eintraf. 2) Daß DentraygueS in Toulouse kein Mandat vom Gene ralrath hatte, die Anschuldigungen gegen ihn aber von Freunden Heddeghem'« ausgingen. 3) Daß der Generalrath eiftig und gewissenhaft bemüht war, Vollmachten nur an solche Leute auszustellen, welche von den be- treffenden Distrikten selbst al« Vertrauensptrsoneu bezeichuet wurden,— wofür allen Mitgliedern genügende Beweise vorgelegt werden können. Die Behauptung, daß der Generalrath von Sectionen in Frank- reich die Einsendung der Mitgliederliste verlangt habe, ist einfach erlogen.— Schließlich erinnern wir unsre Mitarbeiter an den von uns streng innegehaltenen, ihnen im Rundschreiben vom 27. Oktober 1872 mitgetheilten Beschluß des Generalraths, wo nach alle Schriftstücke wörtlich in der Sitznng des GeneralvthS vorgelesen werden, ehe sie zur Berscndunä durch den General- sekrctär kommen, also jeder Eigenmächtigkeit de« Geileralsekretärs vorgebeugt ist.— Der Generalrath: F. I. Bertrand, F. Bolte, C. Carl, S. Dereure, S. Kavanagh, C. F. Saurel, F.A.Sorge, C.Speyer. New-Uork, 23. Mai 1673. Der Generalsekretär: F. A. Sorge. Klassenherrschaft. So gern die Bourgeois ableugnen, daß sie eine ausbeutende, aneignende Klasse sind, so oft sie heuchlerisch von ihrem„Ent- behrungSlohn" reden und das Bild jenes lächerlichen Gesellen, deö„entsagenden Kapitalisten" an die Wand malen, so gern sie sich al« die privilegirtcn Pächter der„Bildung" zur Schau stellen, so roh und plump platzen sie heraus, wenn ehr Klaffeninteresse in Frage kommt, und so widerlich schmeicheln sie Dem, der sich zum Protektor ihres Klasseninteresses aufwirft. Mit unverhüllter Frivolität jubelt daher ein Leipziger Bour- geoiS und Correfpondent des„Chemnitzer Tageblatt" zener gesell- IchaftSrettenden That deS sächsischen Ministeriums zu, welche letzteres vollbracht hat, indem eS verordnete, daß kontraktbrüchige Arbeiter auf Antrag ihrer Arbeitgeber ohne alle weiteren Um- stände bis zu sechs Monaten hinter Schloß und Riegel gebracht werden können, damit sie auf diese Weise gezwungen werden, die Bedingungen des Kontrakts einzuhalten. Die Verordnung fußt auf einer gesetzlichen Bestimmung vom Jahre 1833, die glücklich au« der juristischen Rumpelkammer wieder hervorgeholt worden ist. Wenn schon dieser Umstand allein auf die Verordnung oder „Enscheidung", wie der Leipziger Bourgeois es nennt, ein eigeuthümlicheS Licht wirft, so erscheint dieselbe noch weit mehr den ganzen heutigen Gesellschaftszustäuden angemessen, indem sie gänzlich nur im Interesse der besitzenden und ausbeutenden Klasse wirken kann. Wenn der Arbeitgeber den Kontrakt bricht, was kann da der Arbeiter macken'? Kann er ihn auch bis zu sechs Monaten einsperren lassen? Und immer nur ist es der Arbeiter, der solch harten Be- stimmungen unterworfen wird. Der größte Schwindler und Lump, wenn er nur in großem Maaßstabe gegaunert hat, kann das Resultat der Untersuchung auf freiem Fuße abwarten; der arme Arbeiter muß, wenn sein„Kontraktbuch" vom menschlichen Standpunkt auS noch so sehr berechtigt ist, ins Gesängniß. Und die Herren Arbeitgeber? Wenn sie zur Zahlung einer Entschädigungssumme an den gemaßregelten Arbeiter gezwungen werden, was macht daS den„großen Herren" aus, die in Folge ihres AuSbeutungSsystcmS eine solche Bagatelle mit Lachen be- zahlen können? Der Correfpondent deS„Chemnitzer Tageblatt" findet natür- lich dies«„Thatsache" sehr erfreulich und nennt sie einen„Rechts- 1873. schütz, ein Repressivmittel, um nöthigenfalls die Arbeitgeber gegen Benachtheiligungen und Eigenmächtigkeiten ihrer Gchülfeu zu schützen". „Rechtsschutz", der den Arbeiter vogelfrei macht! ES wird noch so weit kommen, daß unsere Bourgeois, die in Begriffs- und Wortverdrehung so Außerordentliche« leisten, die Pickelhaube für identisch mit dem Palmzweig de« Frieden« erklären.• Fllr da« arbeitende Volt aber ist die Bourgeois-Frivolität ein wohl zu beherzigender Wink, sich zusammen zu schaaren und durch die Macht der Massenorganisation die schmähliche Klassen- Herrschaft zu brechen. Politische Uebersicht. Rückwärts, rückwärts, Don Rodrigo! lautet jetzt da« Stichwort auf allen Gebieten des offiziellen Lebens. Auch da« Bischen Freiheit, da« die„Gewerbeordnung" den Arbeitern ge- währte, soll ihnen nun wieder genommen werden. Wir lesen in der„Demokratischen Zeitung":„Daß die Interpellation der Konservativen in Betreff legislatorischer Maßnahmen gegen den Kontraktbruch der Arbeiter auf fruchtbaren Boden gefallen, ersehen wir auS dem so eben dem Bundesrath vorgelegte» Entwurf, betr. die Abänderung einiger Bestimmungen der Gewerbeordnung. Derselbe zerfällt in zwei Artikel. Der erste Artikel hebt den tz 108 der Gewerbeordnung auf und formulirt denselben dahin neu: „§ 108. Streitigkeiten der selbststandigen Gewerbetreibenden mit ihren Gesellen, Gehülfen oder Lehrlingen, die sich auf den Antritt, die Fortsetzung oder Aushebung deS Arbeits- oder Lehrverhältnisses, auf die gegenseitigen Leistungen während der Dauer desselben oder auf die Ertheilung oder den Inhalt der in den 113 und 124 erwähnte» Zeugnisse beziehen, sind, soweit für diese Angelegen- heilen besondere Behörden bestehen, bei diesen zur Entscheidung zu bringen. Insoweit solche besonderen Behörden nicht bestehen, erfolgt die Entscheidung durch die Gemeindebehörde oder durch eine iDeputation derselben, welche auf Anordnung der höhereu Ver- waltungSbehörde gebildet wird. Durch die Centralbchörden können an Stelle der vorbezeichneten Behörden Gcwerbegerichte mit der Entscheidung betraut werden." Die folgenden§§ 108*— 108h handeln von der Bildung, Zusammensetzung, Kompetenz und dem Versahren der Gewerbegerichte, gegen deren Entscheidung nur Nich- tigkeitsklage zulässig ist.— Der zweit« Artikel des Gesetze« betrifft den Ersatz der 133 und 131 der Gewerbeordnung durch drei neue Paragraphen, welch« die Theilnahme an der Arbettsein- stellung, bczw. die Verabredung oder den Zwang dazu bestrafen und dieselbe auch aus die Besitzer bczw. Arbeiter- von Bergwerken, AufbereitnngSanstalten und unterirdisch betriebenen Brüchen oder Gruben ausdehnen".— Diese Bestimmungen macheu selbstver- standlich da« Wort„Coalitionsfreiheit" zum Hohn. Der BundeSrath, der eine so bewundernswürdige Halsstarrigkeit be- weisen kann, wenn Diäten für den Reichstag gefordert werden, hat dem konservativen Frömmler- und Muckerthum natürlich be- reitwilligst auch noch mit„Motiven" zu obigen Abänderungen sekundirt. Eine Liebenswürdigkeit ist der andern Werth und eS geht ja gegen die Arbeiter. In diesen„Motiven" heißt eS: „Der Geist der Znchtlosigkeit und Ungebundenheit, welcher bei manchen Arbeitern in Folge der Strafkosigkeit absichtlicher Rechts- Verletzungen immer mehr zur Herrschaft gelangt, und das Gefühl des mangelnden Rechtsschutzes auf Seiten der Arbeitgeber drohen die Achtung vor dem Gesetze in weiten Kreisen des Volke« zu untergraben, und der in Folge dessen bei den Strikes überhand nehmende TerrorismuS wird zu einer ernsten Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit." „Mangelnder Rechtsschutz auf Seite der Arbeitgeber" — man sollte wirklich meinen, die gesammte Intelligenz deö preu- Zischen„Rechtsstaates" fei in die große steife Cravatte de« Herrn BundesräthlerS Delbrück hineingefahren! — Die schlechte Aufnahme, welche der preußische Preßkncbel- gesetz- Entwurf in der gesammte», nicht; offiziellen oder nicht offiziösen Presse gefunden hat, scheint den Urheber desselben doch etwas verblüfft zu haben, und es ist spaßig, wie sich die„Sau- Hirten" jetzt Mühe geben, dem Publikum den Bären aufzubinden, Bismarck sei unschuldig an dieser gesetzgeberischen Monstrosität. Als ob man den„Genialen" und seine Collegen Wagener und Stieber nicht kennte! bli ungne— Stieberum— an den Pfoten den Stieber!— —„Wer da« Eigenthum, die Familie jc. in einer den Rechtssinn untergrabenden Weise angreift, wird bis zu zwei Iahren Gcfängniß bestraft", heißt e« in dem BiSmarck'fchen Preß- gesetzentwurf. Rechtssinn! In Berlin sprach dieser Tage ein Mann zwei Schutzleute an, die ein Mädcken verhaftet hatten, und erhielt als Antwort einen Schlag, daß ihm Hut und Cigarre da- von flog. Als der Geschlagene sich in einem höflichen Schreiben beim Polizeipräsidium beschwerte, wurde er wegen wissentlich falscher Denunziation angeklagt und zu vier Woche» Gefängniß verurtheilt. Wir wollen hier Nichts hinzufügen; wir wollten unfern Lesern nur ein praktisches Pröbchen von dem BiSmarck'fchen„Rechtssinn" vorlegen, den die Presse nicht untergraben soll. — Wenn schon die„liberale" Presse im Allgemeinen trotz Bismarcks nun doch offenbarer Preßknebelgclüste im ServiliSmuS unerreichte Leistungen aukuwcisen hat, so thut Hr. Biedermann — welche ächte deutsche KncchSseele weint nicht schon Thränen der Rührung allein über diesen schönen Namen!— im Bcsondern geradezu Wunder. Die„Nationalzeitung" hatte nämlich anläßlich deö PreßzesetzentwurfS einen„geharnischten" Artikel losgelassen, worin eS hieß:„Wenn das Preßgesetz Manteuffels und Westpha- lenS uns mit Ruthen peiffchtc, der Entwurf Bismarcks würde uns mit Skorpionen züchtigen." Herr Biedermann druckte den Artikel der„Nationalzcitung" ab, sagte aber:„Der Entwurf würde unS mit Skorpionen züchtigen". Welch zarte Anstands- dämlichkeit! Welch rührende Trenct Der unterthänigste Verehrer entstellt den Artikel eines andern Blattes seiner eignen Partei, nur um bei dem„genialen" Herrn und Meister nicht anzustoßen. Unö däucht, jener schwäbische Poet sei ein Prophet gewesen, der vor 25 Jahren sang: „Es klingt ein Lied wie Orgelton, Das rühmen alle Kenner, Das kxäh'n im Mntterleibe schon Die deutschen Biedermänner; Das alte Lied, das dumme Lied, Sie singen'S stets aufs Neue, Das alte Lwd, daS dumme Lied, DaS Lied von der deutschen Treue." Eine Englische Gewerkschaft. Dem„Beehive" ent- nehmen wir Folgendes:„Als der englische Gewerkverein der„ver- einigten Maschinenbauer" Enquieers' tr*de-union) den großen Strike von 18SS in Scene setzte, da meinte die hoch- weise Times und andere Schulmeister des arbeitenden Volks, daß die hier gemachten Anstrengungen den Gewcrkoerein der Fähigkeit berauben würde, noch fernerhin den Arbeitgebern Widerstand zu leisten. Zu jener Zeit zählte dieser Gewcrkoerein 7000 oder 8000 Mitglieder. Aber der kürzlich erschienene Jahresbericht seines Ge- neralsekretärS V. Allen theilt uns mit, daß am Schluffe des vorigen Äahreö 41,075 dem Vereine angehörten, von denen 5,294 während der letzten 12 Monate beigetreten seien. Dieser Mitgliederzunahme entspricht natürlich auch das WachSthum der Geldmittel. Zu den 116,326 Pfund Sterlimz 6 Schillinge, welche sich am Beginn de« Jahres 1872 in den! Kasten befanden, sind im Laufe desselben Jahres weitere 103,373 Pfd. St. 14 Sch. hinzugekommen, sodaß die ge- sammten Aktiven des Jahres 1872 sich auf 221,704 Pfd. Sterl. oder 1,496,502 Thlr. belaufen haben. Hiervon sind in derselben Zeit 63,390 Pfd. 5 Sch. oder 427,884 Thlr. für die Zwecke der Gewerkschaft ausgegeben werden, in welcher Summe als Haupt- Posten inbegriffen sind 15,377 Pfd. St. für Unterstützungen an unbeschäftigte Mitglieder und 18,563 Pfd. St. für Unterstützungen in Krankheitsfällen. Demnach betrug der Kastenbestand am Schlüsse des vorigen Jahres nicht weniger al» 158,313 Pfd. St. 15 Ich. oder 1,068,619 Thlr. Und wenn wir die Ausgaben dieses Ge- Vereins par exccllence während der letzten 22 Jahre summiren: welche gewaltige Beträge treten uns da entgegen! JnSgesammt betragen die Ausgaben während dieses Zeitraumes 986,436 Pfd. Sterl. oder 6,608,443 Thlr., worunter die hervorragendsten Posten die Unterstützungen an unbeschäftigte Mitglieder mit 546,265 Pfd. (3,787,239 Thlr.), diejenigen an Kranke mit 234,419 Pfd. Sterl. (1,482,328 Thlr.), die Pensionen an Altersschwache mit 80,379 Pfd.(542,553 Thlr.), die Begräbnißkostcn mit 74,120 Pfd. Sterl. (500,310 Thlr.) sind. DaS sind allerdings Zahlen, welche besser, wie alles Andere, die Widerstandsfähigkeit einer guten Organisation beweisen." Möge der Beweis für die deutschen Arbeiter nicht ver- loren sein! — Ueber den Congreß der Englischen Internationalen (in Manchester) liegt unS noch kein authentischer Bericht vor; der „International Herald" gibt in der letzten Nummer nur einige kurze Notizen. Ngch einem in Reynold's Newspaper befindlichen Referat waren 26 Delegirte anwesend, welche zusammen 23 Sek- tione» oder affiliirte Vereine repräsentirtcn.(Drei Delegirte waren als Vertreter de» Britischen Föderalraths anwesend.) Der Verlauf deS Congresscs war ein durchaus befriedigender. Da die gefaßten Beschlüsse in verschiedenen Blättern verschieden wiedergegeben sind, so wollen wir mit der Mittheilung warte», bis wir im Besitz der nächsten Nummer des„International Herald" sind. — Gott behüte mich vor meinen Freunden! mögen i» letzter Zeit manchmal die Gelehrten deS„Neuen" bei sich gedacht haben. Da spielt ihnen zuerst Freund Meyer(von der„Revue") den Possen, und veröffentlicht in seinem neuesten Heft einen Artikel über den„Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" welcher— von der au» jeder Zeile sprechenden Zärtlichkeit für dessen jetzige Leiter ganz abgesehen— über die innere Verwaltung ,c. Einzelheiten enthielt, welche der Verfasser nur durch einen der Leiter des Vereins erfahren haben kann. Dieselben finden sich allerdings zum größten Theil im jüngsten Rechenschaftsbericht des Verein»; dieser Bericht ist aber nur Eingeweihten und Vertrauens- Personen zugegangen; und er ist obendrein von Hrn. Meyer in schönfärberischster Weise bearbeitet worden. Noch schlimmer,— weil corarn publice, in aller Oeffentlich- keit vollbracht— ist der biederbe Händedruck, den Herr Braß, weiland von der„Nordeutschen", jetzt in der„Post" die Bis- marckische Arbeit verrichtend, vor einigen Tagen dem„Neuen" er- theilt hat. Nach Bekanntwerden des famosen Preßgesetz-Monstrums hatte der„Neue" nämlich einen Artikel gebracht, in dem er, an daS sehr unglückliche�) Wort Lassalles: Bismarck ist wenigstens ein Mann-c. anknüpfend, fast weinerlich erklärte, er könne jetzt Bismarck nicht mehr als„Mann" anerkennen, denn der Preßgesetz- entwurf beweise, daß er(Bismarch Furcht habe und zwar vor ihm (dem„Neuen"). Gleichzeitig schrieb die(klerikale)„Germania":„eS sei abzu- warten, ob die(Preßgesetz) Vorlage die wahnsinnige Liebe der Unabhängigen liberalen Presse für gewisse politische Größen nicht einigermaßen abkühlen werde." Diesen Artikel der„Germania" druckte nun Herr Braß ab, und darunter den oben erwähnten Erguß deS„Neuen" mit dem Bemerken:„Was die„Germania" andeutete, scheint sich bereits verwirklicht zu haben, denn der„Neue Sozialdemokrat" schreibt Folgendes ic. In seiner Verlegenheit über diese brüske Umarmung durch Herrn Braß wird nun der„Neue" von einem hysterischen Lach- Kampf erfaßt und stößt nachstehende Tölckiade aus: „Also wir haben bis jetzt eine wahnsinnige Liebe zu Bis- marck gehabt! Es ist reizend, es ist köstlich!— Und nun erst � nach dem Preßgesetzentwurf fängt auch unsere Liebe an, zu erkalten. So deduzirt Braß— der Oberoffiziöse, der Bis- marcker cowme ü kaut. Jetzt fangen wir allerdings bald selbst an, an unsere seitherige wahnsinnige Liebe zu Bismarck zu glauben und bitten allerunterthänigst den„Volksstaat" und die„Ehrlichen" überhaupt, uns zu verzeihen, daß wir manchmal ihnen grob auf ihre ungeschlachten, schmierigen Finger klopften, wenn sie uns„Bismärcker" nannten. Der Renegat Braß hat's gesagt— nun muß es doch wohl wahr sein!" Ja» ja,„der Renegat Braß hats gesagt", lieber„Neuer", und außer Wagener, Stieber und Bucher ist Keiner mit den Bismarck'- ') Man wird uns zugeben, daß man kein„Mann" zu sein braucht, um mit den„altern Weibern" der Fortschrittspartei fertig zu werden. D. Red. scheu Geheimnissen so vertraut, wie„Renegat Braß", kennt Keiner namentlich die Preßreptilien so gut, wie„Renegat Braß". Der „Neue" braucht sieb also um unsere„ungeschlachten, schmierigen Finger" nicht zu bekümmern, wir überlassen ihn gemüthlich den geschlachten oder ungeschlachten, jedenfalls der Aufgabe gewachsenen Fingern des„Renegaten Braß". Kuriosum. Verschiedene Berliner ZeitungSredaktenre haben einen Protest gegen den Preßgesetzentwurf veröffentlicht, in dem sie erklären, kein unabhängiger Mann könne noch ZeitungSredakteur werden, wenn der Entwurf durchgehe. Mitunterzeichnet ist Herr Wehrenpfennig, Redakteur der Spener'schen Zeitung, die no- torisch aus dem Preßbüreau bedient wird. Ferner heißt es, die Regierungen hätten allseitig die patriotische Haltung der Presse während deS Kriegs anerkannt und sie verdiene daher keine solchen Maßregeln; und diesem jammervollen Stoßgebet haben auch bürger- lich-demokratische Blätter zugestimmt! Wer begreift»och nicht, wie Bismarck-Stieber es wagen konnte, der Presse einen solchen Knebel zu bieten? Gewerksgenossenschaftliches. Internationale Gewerksgenossensckiaft der Schuhmacher. Da es nach Mittheilung der Redaktion nicht möglich ist, daS GewerkschaftS-Krankenstatut im„Volksstaat" bekannt zu geben, so ist es daS Sicherste, das Statut wörtlich im Protokoll aufzuneh- men. Ich bitte deshalb nochmals, mir umgehend die Stückzahl der zu brauchenden Protokolle mit Krankenstatut anzugeben, damit die Auflage danach bestellt werden kann. Das Protokoll selbst wird dadurch bis auf das Wichtigste und Nöthigste beschränkt werden, was die geehrten Delegirten und Mitglieder berücksichtigen wollen. — Nebenbei gebe ich den Delegirten der Generalversammlung bekannt, daß ich auf gestern Donnerstag Abend eine Sitzung deS BenvaltungSrathS sowohl mündlich, wie auch durch Extraannonce im„Bolksboten" anberaumt. Trotz der Nothwendigkeit und mästen- haften Arbeit, wie sie jetzt vorliegt, waren außer mir nur Kassirer Kreische und Konttolleur Stengel zur rechten Zeit amjßlatze, alle Uebrigen hatten es vorgezogen, eine Aufsichtsraths-Sitzung der Produktiv-Assoziation zur selben Zeit abzuhalten. Alle Arbeiten bleiben deshalb mir allein überlassen. Ich werde dem Beschluß der Generalversammlung gemäß nach besten Kräften Alles zu ord- neu suchen. Bitte aber eine etwaige Verzögerung der Arbeiten nicht mir anzurechnen. Grüße an Alle! H. Zilger, biöh. Vorsitzender d. VorortS-Bcrwaltung. Verband für Buchbinder. Leipzig. Da die Statuten und Quittungsbücher an alle Gauvororte bereits versendet sind, so ersuchen wir diejenigen Ver- eine, welche sich noch keinem Gauverband angeschlossen, sich dirett qn den Ausschuß zu wenden. Ferner: die Protokolle kommen in den nächsten Tagen zur Versendung; es wollen daher alle Bereine, wo Personenwechsel mit dem Vorstande vorkommen, uns sofort die Adressen zukommen zu lassen. Auch ist eS sehr nothwendig, alle Schriftstücke an den Ausschuß, wo die Eorrespondenz durch die Schriftführer besorgt wird, vom Vorsitzenden zu unterzeichnen. Zu den Mitgliederlisten werden„Bogen" zum Ausfüllen versendet werden. Für den Ausschuß: H. Richter. An freiwilligen Steuern für die Verbandskasse sind ferner ein- gegangen von Hannover 10 Thlr.; von Frankfurt a. M. 4 Thlr. 8 Sgr. 6 Pf.; Sa.: 14 Thlr. 8 Sgr. 6 Pf. Fr. Hirst, Kassirer, Antonstr. 15. Internationale Gewerkssienossenschaft der Maurer und Zimmerer. Koöurg, 12. Juni. Im April bekamen die hiesigen Zimmer- leute ein Eircular von Berlin, worin sie aufgefordert wurden, sich an dem Zimmerercongreß zu betheiligeu. Einige Wochen später be- kamen sie ein[zweites, daß der Congreß zu Pfi«gsten in Berlin stattfände und mit diesem Ausruf war auch noch ein provisorisches Statut nnt gekommen. Wir erfuhren dies und auch zu gleicher Zeit, daß ein Agitator des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins in Coburg sich auf den Zimmerplätzen herumtrieb, um für einen Zimmererverein im Sinne des Allgemeinen Deutschen zu agitircn. Wir ließen uns sogleich von der Internationalen Maurer- und Zinimerergewerkschaft Statuten von Dresden kommen, welche wir noch vor der Versammlung Einigen zum Durchlesen gaben, und sind dann in ihre Versammlung gegangen, wo die Statuten auch gleich nach kurzer Aufklärung angenommen wurden. ES hat sich nun eine Mitgliedschaft der internationalen Maurer- und Zim- merergewerkschaft gegründet, in welche sich gleich ca. 90 Mann einzeichnen ließen. Diese 90 Mann bestehen aus lauter Zimmerern. Wir werden nun nächstens an die Maurer gehen und haben die Hoffnung, in kurzer Zeit 200 bis 300 Mann zusammen zu bringen. Was die Leute vom Allgemeinen deutschen Arbeiterverein anbelangt, so sollen sie sich in Coburg keine Mühe geben, für sie ist bei unS kein Boden. Wir sehen hieraus, daß auch hier die Arbeiterbewegung immer mehr Boden gewinnt, denn unser Arbeiterverein, welcher in den letzten Jahren nicht über 50 Mitglieder zählte, ist schon über auf 100 Mann gestiegen. Mit Sonneberg haben wir in jüngster Zeit Verbindung angeknüpft und hoffen, daß wir in dieser Fabrikstadt auch Boden gewinnen. H. Läßker, Vertrauensmann. Correspondenzen. Meichenöach i. V.(Halbjährlicher Bericht.) Trotz des um Weihnachten hauptsächlich durch die Annexion Elsaß- Lothringens in unserer Weberei, Spinnerei u. s. f. herrschenden faulen Geschäfts- gangS und der deshalb von vielen„humanen" Fabrikanten be- liebten Reducirung der Löhne unternahmen wir es, durch Grün- dung einer Filial-Expedition dem„Voltsstaat" einen größeren Leserkreis, der Partei mehr Mitglieder zu gewinnen. Wir hatten die Freude, den Abonnentenstand auf 63 steigen zu sehen, während die Mitgliedschaft solche Fortschritte durch neue Einzcichuungen nicht aufweisen kann. Es liegt dies wohl auch in der Natur der Sacbe. Durch die Unzulänglichkeit des Lohnes für Verheirathete muß viel gearbeitet und schlechte Kost, welche in der Regel aus Kartoffeln und Hering, höchstens 2 Mal'/- Pfund Fleisch mit etwas Gemüse in der Woche besteht, genossen werden. DaS„Ge- schäft" geht jetzt besser. Fabriken„blühen" auf, welche jugendliche Arbeiter gern und viel beschäftigen. Wohnungönoth ist an der Tagesordnung, weshalb man Weber mit ihren Stühlen aus um- liegende Dörfer wandern sieht, da viele Hausbesitzer den Einsturz der Häuser durch das Geklapper befürchtend, Weber ungern auf- nehmen und nach einer Wohnung oft 10 Familien haschen, ob- leich nicht immer im B.-rhaltniß zur Nachfrage gebaut wird. Eiu kapitalistischer Wohnung �bauvcrcin soll sib„gründen" wollen; ma» hört und sieht aber nichts. Durch solche Verhältnisse und die durch die Milliardenzufuhr entstandene Geldeutwcrthung ist natürlich AlleS theurer geworden, während Philister meinen, die Arbeiter seien Schuld daran. Es fehlt nicht an Gimpeln, die solches Zeug glauben und nicht sehen wollen, daß, wie schon seit langer Zeit den Beamten aller Art Zulagen, Gratificationen bewilligt wurden wegen vectheuerter Lebensmittel, und die Fabrikanten nach wie vor! gut leben, auch den Arbeitern mehr gehört. Die jugendlichen Ar- beiter beiderlei Geschlechts haben noch ein leidlicheres Auskommen, sind aber mit wenigen Ausnahmen ernsten Bestrebungen erst zu- gänglich, wenn es zu spät ist. Seit Auflösung der Juternatio- nalen Gewerksgcnossenschaft der Manufakturarbciler haben wir hierorts keine Gewerkschaft, wohl aber hat der sozialdemokratische Ar- beiterverein sich aller Angelegenheiten angenommen und Rath und Hülfe nach Kräften ertheilt. In allernächster Zeit wird mit Gründung gewerkschaftlicher Organisationen localcr Natur vorge- gangen, da nur bei ganz geringer Steuer, vielleicht per Monat 1 Sgr., eine Massenbetheiligung zu erwarten ist. Die Fabrik- arbeiterkrankenkassc ist mehr von Arbeitern beeinflußt worden und hat den Zwang zum Beitritt für Diejenigen abgeschafft, welche schon einer Krankenkasse angehören.(Sehr nachahmenSwerth und überall zu empfehlen. Red. d. V.) Im Stadtverordneten-Collegium sitzen seit 1'/, Jahren 8 Arbeiter, welche redlick bemüht sind, die Lasten gleichmäßiger zu vertheilen, d. h. die Steuern meist von Denen zu erheben, die viel und leicht entbehren können, sowie ferner die Steuerlast überhaupt zu vermindern, waS ihnen aber schlecht gelingt, da die Hauptposten, Schule, Armenunterstützunz, Stadtschulden, Straßen- und Wayerunterhaltunz immer größere| unabweisbare Posten verlangen. Im Bewilligen von GehaltS- Zulagen wurde immer gegeizt; nur bei den Lehrern schien ihnen dies nicht am Platz, aber bei Höheren Beamten wie Bürgermeister rt> reichten die Summen nicht. Andrerseits wurde für Abschaffunz � der 2. Bürgerschule gewirkt, eS konnte aber bloS der ComproimÜ j erreicht werden, daß es den Eltern erlaubt wird, ohne Erhöhun» � des Schulgeldes ihre Kinder in die 1. Bürgerschule zu schicket i Cin Antrag auf Abschaffung deS Schulgeldes erhielt die Majorität, � stieß aber höhern Orts auf Widerstand. Trotz alledem öffnen si konnte jedoch erst nach geraumer Zeit in Besitz der ZeuzennawS � gelangen und wurde unterdessen zu 20 Thaler Geldstrafe � urtheilt. Natürlich erhob Schauer gegen dieses erstinstanzliche � c kenntniß Einspruch und am 6. d». MtS. fand vor dem hikssÄ! Bezirksgericht die öffentliche Verhandlung statt. Wie sehr»i»? aber der Angeklagte staunen, als die vorangehende Berichterstatt«'* � aus den Akten ergab, daß deren Hauptklagepunkt, den Kohlendick � stahl betreffend, aus der Klage verschwunden war, und daß d«( sich nur noch an einige weniger wesentliche Bemerkungen über>' l Kellner klammerte, die ziemlich naturgemäß aus der ominösen Kohl«' affaire einerseits und dem Auftreten ,c. Kellners gegen die Arbeit; andererseits hergeleitet werden mußten. Schauer stellte daher a»'' bevor er sich auf eine Vertheidigung Hiergegen einließ, den Änttl( auf Abbörung der von ihm bezeickneten Zeugen, war aber kel» � Augenblick darüber in Zweifel, daß ebensowohl diesen Antrag a( gelehnt, als auch daS 20 Thlr.-Urtheil bestätigt werden w»«?, und er hatte die undurchdringliche Weisheit des Dresdner Best«" j gerichtS trefflich beurtheilt, eS blieb beim Alten. Nun aber,? � man gegen das„literarische Freibeuterthum," wie Herr eine„gewisse Presse" zu nennen beliebte, eine so unvergl-i-bl>- � Gerechtigkeit geübt, sollte man glauben, daß auch da«„industr� � Freibeuterthum", auf das Schauer in seiner Vertheidigung. scharfen Worten hinwies, vom Arme der heiligen Justiz erre', worden wäre. Mit Nichten! die 12 Schlick'schen Arbeiter V heute noch nicht zu ihrem Rechte gelangt. Nachdem das G-w«�. Sericht, ohne sich auf daS Wort„ordnungsgemäß" einzulassen, �, hieben, daß die Atteste nicht auf Entlassung, sondern auf'ss, 1 willigen Austritt der Arbeiter zu lauten hätten, appellirten"V,> Parteien und wurden an das Bagatcllgericht verwiesen, da»»'«j, j um erklärte, in der Sache nicht competent zu sein. Auf aberi« � Appellation des Advokat Ledener, Sachwalters der 12 Arb«',■ refolvirte das AppellationSgericht, daß nur mit ZustiM««�, des beklagten-c. Kellners der Prozeß auf dem Baga« � rechtswege erledigt werden könne, andernfalls aber a»! � großen oder Ordinarprozeßwege fortzustellen sei. Natürlich ,, weigerte Herr Mathäi hierzu seine Zustimmung und Herr Ledener mußte sick als Jurist und vernünftiger Mensch sag«"' p an eine definitive Durchführung dieses Prozesses nickt zu. sei, daß eine Genugthuung für die erlittene Unbill, die Erlang� des guten Rechts den Arbeitern in eine unbereckenbare F-rn« rückt werde, und gab den Prozeß auf. DaS ist die reichSh«� Gleichheit vor dem Gesetze!. � Atttin. Sonntag, den 8. Juni fand hier eine Vers" j mng der Weber-, Tuckmacker- und Rasckmacher-Jnnung sta"' fitf IIB lrch lich itek mz xn ?eB -sr fr wurde anfangs nicht eingeladen. Später gelang es mir indeß dennoch, der Versammlung beizuwohnen. Tagesordnung war: Bericht des Jnnungs-VorstandeS über die Antwortschreiben der Herren Fabrikanten auf die ihnen zugesandte höchst human gc- hattcne Aufforderung, die Löhne der Stuhlarbeiter aufzubessern, es hatten aber nur 7 geantwortet. 1) Haller. Derselbe ent- schuldigt sich mit den hohen Garnpreisen, und schlägt schließlich jede Aufbesserung rund ab. 2) Herr Hessel. Derselbe steht ein, daß die Stnhlarbciter sich in einer sehr traurigen Lage befinden, arbeitet aber jetzt auch ohne jeden Verdienst, bloS der Arbeiter wegen. ZU- io- er- (f ind mit ind [che ind um die JOB wie iber ng, jerr ItS-i neBl ,cj UN« mi« £«,((Herr Hessel ist immer so„human", sonst hätte er nicht in einem Zeitraum von kaum 20 Jahren eS von einem armen Webergesellen bis zu einem' sder reichsten hiesigen Fabrikanten bringen können.) 3) Hirschfcld& Zickel haben in höchst„humaner" Weise in ihrem Comtoir gleich angeschlagen, vom 1. Juli ab 10 Proc. mehr zu geben(wenn die Herren diese 10 Proc. geben, so geben sie den- noch kaum den Lohn, den andere Firmen von jeher zahlten). Aehnlich antworteten die übrigen Firmen, eS ist also zusehen, daß nat Ulit„Humanität" nichts zu machen ist. Die JnnungS-Vorstände legten auf Gaind dessen nach längerer Debatte einen von ihnen ausgearbeiteten Lohntarif vor, der von der Versammlung eu Kloo angenommen wurde, und den Fabrikanten sowohl wie den Meistern gedruckt übermittelt werden soll. Am Mittwoch Abend 6 Uhr findet die nächste Versammlung statt, mit Hinzuziehung der selbst- ständigen Stuhlarbeiter. H. Döring. Königsberg, 12. Juni. Zu der gestern stattgefundencn Ber- faiumlung sämmtlicher Arbeiter aus hiesigen Maschinenbauanstalten mögen wohl auch sämmtliche auf den Beinen gewesen sein; leider faßte das Lokal, der Gemeindegartcn, nur ca. S00 Mann, doch waren hie Vorhallen und Treppe bis zur Straße dicht besetzt. Auf ber Tagesordnung stand: Einführung der 10stiindigen Normal- arbeitszeit und Festsetzung des Minimal-Lohn- resp. Accordsatzes. Zu Vorsitzenden wu den Schwarz und LauruS aus der kgl. Ost- bchn- und der Uniongießerei, der größten Fabrik hier, gewählt gegen den Ortsvereinsvorsteher Blank. Als Referent war von der Provisorischen Commisston Eckstein aufgefordert und sprach derselbe Zur allseitigen Zufriedenheit und Einstimmung über den ersten Punkt, rieth möglichste Enthaltung von Strikes, aber auch feste Organisation. Nachdem noch mehrere Arbeiter einige demnächst aufzustellende Forderungen— eine Erhöhung des Lohnes um 25 Proc., für Ueberstunde i 33'/- Proc. und SonntagSarbeit gegen doppelten Lohn— erwähnt, entschied man sich zur Wahl eines Comit6s, welches die nöthigen Erkundigungen Uber d:n festzu- setzenden Minimallohn einziehen und demnächst größere Versamm- lungen anberaumen solle. Es wurden aus jeder Fabrik je 4— 5 Mann ernannt; statt der sich zurückziehenden Ortsvereinsvorstands- Mitglieder, deren verletzte Eitelkeit darüber, daß diese Sache nicht vom Ortsverein ausgegangen, von der Versammlung gebührend gewürdigt wurde, Andre, die daS Vertrauen der Collegen haben und sich nicht scheuten, öffentlich an die Spitze zu treten. Die Furcht der Gegner ist täglich im Steigen begriffen, weshalb wir große Hoffnung haben, zu den ReichStagSwahlen. Krefeli». Montag, den 2. Pfingstfeiertag fand in Grecfrath (Kreis Kempen) eine große interessante Volksversammlung statt, die erste, welche überhaupt von sozialdemokratischer Seite dort veranstaltet worden ist. Jos. Sauren und Unterzeichneter referirten, von öfterem stürmischen Beifall unterbrochen, abwechselnd über die Grundsätze der Sozialdemokratie; als wir schließlich aufforderten, sich in die Listen einzeichnen zu lassen, wurden alle unsere Er- Wartungen übertroffen. 80 Personen traten der Partei bei und die Zahl wäre sicher noch bedeutend höher gekommen, hätten wir Nur noch mehr Material bei uns geführt. Die Sache wird sich dort� gut machen, zumal tüchtige intelligente Leute die Sache in die Hand nehmen. Auch waren viele Arbeiter der Nachbar-Städtc anwesend, welche uns ersuchten, auch bei ihnen derartige Versamm- lungen abzuhalten, welchem Wunsche wir natürlich gern nachkom- wen werden. Unter Hochs auf das Gedeihen der guten Sache wurde die Versammlung um 10 Uhr von dem Borsitzenden Hrn. Nobken geschlossen. E. Obermann. ßök». Ende Mai waren die beiden Kapell'S und Finn auf der Rückreise von Frankfurt hier, um unter der Firma„Zimmer- gesellen" Propaganda für die Herren vom„Neuen" zu machen. •fl. Kapell sagte in einer Versammlung, die Sozialdemokratie hätte so große Fortschritte gemacht, daß wenigstens 5 NeichStagSkan- didaten das näckste Mal gewählt würden. Natürlich sagte dieser Schlaumeier nicht, daß es zwei sozialdemokratische Parteien gibt. sich hierauf einer unsrer Parteigenossen zum Worte meldete, schlössen die edlen Brüder Kapell, die sich nicht sicher fühlten, sofort die Versammlung. Kärlh. Parteigenossen von Nürnberg und Fürth hatten vor einiger Zeit in dem etwa 4 Stunden entfernten Städtchen �ngenzenn eine Volksversammlung angekündigt und abgehalten. Schon die Ankündigung derselben hatte die Honoratioren der Stadt »ilt Gefühlen banzer Sorge erfüllck; doch hatten die Hochmögenden ffch gesagt, daß auch unter ihnen eS Männer gäbe, ja studirte Männer, dib zu sprechen verständen und vor einigen Handwerkern A?scht in« MauSloch zu kriechen brauchten. Die ankommenden „(i Sozialdemokraten fanden das Städtchen zwar nicht beflaggt, aber j! doch die Notabeln der Stadt und eine große Menge Neugieriger Sauf dem Bahnhofe versammelt und ihrer Ankunft harrend, in deren Mitte sie sich nach dem Versammlungslokal begaben. Parteigenosse je Schwanebeck erläuterte das Programm der Sozialdemokratie. Klei- d-«Vc Störungen abgerechnet verlief die Versammlung befriedigend. iif Die Gegner blickten vorwurfsvoll einander an, weil Niemand A das Wort ergriff, die Sozialdemokraten zu widerlegen.„Ich," »i sagte Einer, dem ein dahin zielender Vorwurf zu Ohren bekommen it sein mochte,„ich habe keine Veranlassung, diesen Leuten zu wider- \i ffwechcn, weil ich mit dem größten Theil des hier Gesagten einver- standen bin; aber Ihr, die ihr die ganze Woche daS große Wort i,«sführt habt, jetzt stehe Einer von Euch auf und spreche!"— Am Schlüsse der Versammlung meldeten etwa 20 Personen ihren Ein- tritt in die Partei an. Bon diesen wurden jedoch der größere Theil durch Drohungen und andere Beeinflussungen im Laufe der uächsten Tage bewogen, wieder zurückzutreten und den Inhabern größerer, zur Abhaltung von Versammlungen geeigneter Lokale bc- deutet, daß sie in Verruf erklärt werden würden, falls sie nochmals ihr Lokal den Sozialdemokraten zur Verfügung stellen würden. Nachdem die Richtigkeit dieser Verhältnisse konstatirt worden war, begaben sich Sonntag, den 4. Mai Nürnberger und Fürther Parteigenossen zum Theil mit Familie nach Langenzenn zu einer ver- traulichen Besprechung mit den dortigen der Partei treu gebliebenen Genollen. DaS Lokal, in welchem sie einkehrten, war kein von der Langenzenner Aristokratie frequcntirtes. Dennoch stürmten lese, der Müller und der Dorsbanquier an der Spitze, trotz der vmahnung des Wirths in das Gastzimmer, überfielen die Hand- voll Leute, und zwangen sie durch Mißhandlungen der rohesten rt auf die Sfraße zu flüchten. Hier aber wurden sie von dem »usgestachelten Janhagel empfangen, mit Pflastersteinen beworfen. th» -l» £ Ül� tl» flf ßr i ]it: , tf jZ und mit Knitteln geschlagen, zu Boden gerissen und an der Erde liegend mit Füßen getreten. Die Verfolgung erstreckte sich bis zum Perron der etwa 10 Minute» von der Stadt entfernten Eisenbahn- Station. Keine Polizei hatte sich blicken lassen. DaS Haus des Bürgermeisters, in welche sich einige hart Verfolgte geflüchtet hatten, bot keinen Schutz, da der würdige Magistrat nicht daheim und auch nicht aufzufinden war. Einem in Langenzenn wohnhaften Par- teigenossen wurde am Abend eine Katzenmusik gebracht und mit Stangen und Steinen die Fenster zertrüinmert.— Mehrere der Mißhandelten sind arbeitsunfähig; fast alle tragen die sichtbaren Spuren dessen, was sie erlitten haben. Bon feiten der Orts- Polizei ist bis heute nicht einmal eine Anzeige erstattet. Daß aber die Herren von Langenzenn noch lange an die Suppe denken werden, die sie sich eingebrockt haben, ist gewiß. So bald werden sie keinen Sozialdemokraten mehr anrühren. München. An sämmtliche(Spengler-) Klempnergchilfen Deutsch- lands, Oesterreichs und der Schweiz! Da bereits in allen größe- ren Städten Deutschlands Fach- oder Ortsoereine der Klempner- gchilfen sich gebildet haben, welche sich zur Aufgabe machen, sowohl ihre materiellen als geistigen Interessen zu wahren und zu fördern, so sehen sich die Klempner Münchens veranlaßt, einen Aufruf an alle Collegen ergehen zu lassen. Da wir bereits die Erfahrung machten, daß eine lokale Bereinigung nicht hinreicht, unsere Be- strebungcn mit Nachdruck durchzuführen, sehen wir uns veranlaßt, an sämmtliche Collegen die Ausforderung ergehen zu lassen, sich aufzuraffen, Bereine zu gründen, und mit uns vereint einen Ver band zu schaffen, welcher einerseits unsere materiellen wie intellek- tuellen Interessen kräftigst wahrt und fördert, andererseits es er- möglicht, dem Streben des bereits bestehenden Prinzipal-Verbands, in so fern er unsere Interessen schädigt, energisch entgegen zu wir- ken, da wir schon in dieser Richtung traurige Erfahrungen mach- ten. Wie bereits bekannt, war die erste Frucht dieses Verbandes eine neue, äußerst inhumane Werkstätte Ordnung, welche in ganz Deutschland eingeführt werden soll, und womit die Frankfurter Collegen zuerst beglückt wurden. Der Fachverein der(Spengler-) Klempncrgehilfe» Münchens hat nun ein Statut ausgearbeitet, welches alle Collegen Deutschlands vereinigen soll; in demselben wird angestrebt, eine Centralstellc zu schaffen, von welcher aus alle ! Vereinsangelegenheiten geleitet und für daS materielle sowie intellek- 'tuelle Gedeihen derselben gesorgt werden soll; eS ist hierin Borsorge getroffen für Reise-, Krankheits-, Sterbefälle und Reiseuntcr- stützung. Wir fordern daher wiederholt alle College» auf, sich zu vereinigen und sich zu dem abzuhaltenden Congresse vorzubereiten Die Bekanntgabe der Zeit und des OrtS zur Abhaltung des Eon- gresscs wird in kürzester Zeit sowohl im„Zeitgeist", als auch im „Volksstaat" veröffentlicht werden, � und erlaubt sich hiesiger Fach verein folgende drei Orte hierzu in Borschlag zu bringen: Frank- surt a. M., Erfurt oder Eisenach. Wir ersuchen sämmtliche Col- legen, sich für einen dieser Orte zu erklären, mit dem Bemerken, daß sich die Collegen des betreffenden OrteS auch den Vorberei- tungcn, welche ein Congreß in Betreff des BerathungSlokaleS, so- wie der Unterkunft der Delegirten erfordert, unterziehen wollen. Alle Anfragen hierüber sind zu richten an den correspondirenden Sekrctair des Vereins, Jacob Kastner, Spenglergehilse, Thal 5, 1. Rückgebäude, in München. Mit collegialischem Gruß I. Kastner. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden ersucht, vorstehenden Aufruf aufzunehmen. Htegensvurg, 8. Juni. Am Psingstfonntag beriefen die Par teigenosien RegensburgS eine Volksversammlung im Laumbacher- Saale in Stadtamhof ein, welche ziemlich gut besucht war und wo Unterzeichneter als 1., Moser als 2. Vorsitzender und als Schriftführer Dannhauser gewählt wurden. Alö Referent war Rick aus Landshut erschienen, welcher über die ausgestellte TageS- ordnung:„Der Arbeiter im Staate", referirte und durch öfteren Beifall die Anerkennung der Anwesenden erhielt. Nur mußte Vorsitzender den Referenten auf Antrag des Anwesende» Herrn As- sessor Wagner zur Mäßigung erinnern.- Den zweiten Punkt der Tagesordnung:„Politische Rundschau", führte Referent in Bezug auf die jetzigen französischen Verhältnisse mit einer scharfen Kritik aus, indem er den alten Sünder Thiers und den Nachfolger des- selben, den Säbelrassler Mac Mahon ins gehörige Licht brachte. Nachdem noch zwei Redner, Grunewald und Morawetz, zur Sache gesprochen, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Mit sozialdemokratischem Gruß Jos. Jblager. * Aus dem Wiesenthare. Bor einiger Zeit brachte die „Concordia", ein Organ der Arbeitgeber, welches die Richtung der„Katheder-Sozialistcn" vertritt, mehrere Artikel aus der Feder eines Fabrikanten, welche über die Arbeiterverhältnisse im Wiesen- thal, insbesondere über die„Humanität" der Fabrikanten das rosigste Licht zu verbreiten bestimmt waren. Hören wir, was die Arbeiter selbst sagen. Der südliche Einschnitt im Schwarzwald, von der Wiese durch- strömt, wird das Wiesenthal genannt. An den Ufern des Flusses ! liegen hübsche Städtchen und Dörfer; auch�etwa 40 Fabriken recken die Schlote empor und dienen dem Thal zur Zierde(?), gewähren aber den Anwohnern desselben nur spärliches Verdienst. Das Wicsenthal ist ciue der schöusten Gegenden Badens und stark be- völkert; die Bewohner treiben Landbau, Viehzucht, Handel, Industrie. In der Nähe von Lörrach sehen die Ruinen des mittelalterlichen RaubschlosseS Rötteln kollegialisch auf die Zwingburgen herab, welche die industriellen Raubritter und Schlotjunker des 19. Jahr- Hunderts im Thale errichtet haben. In diesen„Fabriken" sind circa 7000—8000 Arbeiter be- schäftigt, ihr Verdienst ist durchschnittlich bei den Druckern, Formen- stechern, Webern, Spinnern und Seidenarbeitern von 12 bis 21 Gulden in 14 Tagen oder 3'/, bis S'/, Thlr per Woche, bei den Tagelöhnern von 40 kr. bis 1 fl- per Tag für oft 16— 18stündize Arbeitszeit. Die Arbeiter müssen zufrieden(?) sein mit diesem „Verdienst"— der ihnen nur ein kümmerliches Auskommen(??) ge- währt, weil daS patriarchalische Berhältniß zu ihrem Arbeitsherren von diesen nach Kräften ausgebeutet wird. Manche von diesen Fabrikarbeitern suchen noch eine kleine Ersparniß zu machen,(das heißt aus Unkosten ihres Leibes und Gesundheit), sich etwas am Munde abzudarben.-- Auch Consum- Vereine, von Arbeitern gegründet, sollen dieses Sparsystem vervollständigen, den Arbeitern billigere Lebensmittel ver- schaffen-- eine„Wohlthat" für die Arbeiter sein— während in der That unter den obwaltenden Verhältnissen der Nutzen dieser Consumvereinc nur den Arbcitsherren zu Gute kommt, wie wir gleich sehen werden. Freilich sind hier wie anderwärts diese Con- sumvercine errichtet, um den Arbeiter billigere und bessere Lebens- bedürfnisse zu verschaffen, allein abgesehen davon, daß es falsch ist dem Arbeiter auf diese Weise helfen zu wollen, weil dies nicht möglich ist,— Wasser in ein Sieb schöpfen heißt, dienen dieselben in hiesiger Gegend dazu, die Arbeiter noch mehr zu drücken, als sonst wohl möglick wäre. Fast alle diese Consumvereinc werden unterstützt von den Fabritshcrren, die, wie wir hier überzeugend nachweisen wollen, nicht ans Humanität, sondern im eignen wohlverstandenen Interesse handeln, wenn sie diese Consumvereine fördern. Ganz abgesehen davon, daß die Arbeiter, je billiger sie leben können, um sö billiger zu arbeiten im Stande sind, daß also die Consum- vereine, indem sie den Arbeitern ermöglichen, billig zu leben, den Fabrikherrn um so billigere Arbeitskräfte liefern, sehen wir auch, daß durch die Consumvereinc die Fabrikanten in den Stand ge- setzt worden, bei Heller und Pfennig zu berechnen, wie wenig der Arbeiter zu verdienen braucht, um nicht zu verhungern. Durch die Consumvereinc, deren Vorstände, wenn nicht gerade Beamte von verschiedenen Fabrikanten, so doch von diesen abhängig sind, wer« den die Fabrikanten genau unterrichtet, was eine Familie in 14 Tagen verbraucht und wie viel Kreuzer jedem Mitglied gut ge- schrieben wurden. Auf Grund dieser Erkundigungen berechnet der Fabrikherr seine Löhne, denn er weiß dann sehr genau, wie viel ver Arbeiter braucht, um sich kümmerlich durchzubringen. ES darf uns freilich nicht wundern, wenn die artigen Einrichtungen wie z. B. Consumvereine, Snppenanstalten in den Zeitungen als Be- weis für die humanen Bestrebungen der Fabrikantcu bezeichnet werden, wenn besonders die Lage der Arbeiter in hiesiger Gegend als eine, durch die Humanität der Fabrikanten zufriedenstellende, bezeichnet wird; die Leute, welche darüber schreiben, urtheilen wie der Blinde über die Farbe; statt selbst klar zu sehen,(treuen sie den Leuten, die so etwas lesen und glauben, Sand in dc« Augen. Ja wohl, eS sind schon öfter Fremde, höhere Beamte sc. hier ge- wesen, um die sehr gepriesene Glückseligkeit hiesiger Arbeiter von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen, aber wenn ein Gast in ein Haus kommt, so wird er nur da eingeführt, wo alles sauber und geputzt ist. So ist es auch hier. Man würde Vieles entdecken, würde man den nächtlichen Schleier lüftend hinter die Coulissen sehen. Warum fragt man denn nicht auch die Arbeiter und schenkt ihnen mehr Glauben? Sähe man statt der schönen Räume und der hübschen Arbeit auch die Lohnbüchelchen der Arbeiter und die Länge der Arbeitszeit*), in welcher sie den in den Lohn- büchern verzeichneten Hungerlohn verdienen, durch, dann würde gewiß Mancher das Paradies des Wiesenthals für eine Dante'sche Hölle halten. Doch weiter. In unseren Thale sind auch nach mehrere andere WohlthätigkeitSanstalten von den betreffenden FabrikSherren, natürlich nur— aus Liebe zu den Arbeitern— gegründet, nehmlich: Arbeitenvohnungen, Fabrikskrankenkassen und in Lörrach haben wir noch besonders zu bemerkcn: eine Klein-Kinderschule, ein Kinderspital und noch eine Kleinkinder-AufsichtSanstalt; hier können die Eltern ihre Kinder den Tag über hingeben, damit die Frauen in die Fabrik gehen, und für den Fabrikpascha arbeiten, weil der Verdienst des Mannes nicht reicht, um die Familie zu ernähren. Daß die Arbeiter es für eine große Wohlthat halten, wenn die Ausbeuter solche Anstalten ins Leben rufen, beweist, wie sehr dieselben noch zurück sind in der Erkenntniß ihrer Lage als Menschen. Die Krankenkassen werden hauptsächlich durch Einlagen ans den kärglichen Verdienst der Arbeiter erhalten, damit die kranken Arbeiter dem„Herrn", der sie ausgebeutet, oder der be- treffenden Gemeinde, der sie Steuern bezahlen, nicht zur Last fallen. — Die hier gebauten Arbeiterwohnunzen sind nur errichtet, da- mit der Arbeiter an die Fabrik gefesselt, durch eine billigere Hau»- miethe in den Stand gesetzt wird, billig zu arbeiten. Ganz ähnlich verhält eS sich mit den Arbeitcrhäusern, die von den Unter- »ehmern gebaut worden, um dem Arbeiter zu ermöglichen, sich Eigenthum zu erwerben. Es liegt ja klar auf der Hand, daß die Arbeiter durch die Uebernahme einer solchen Wohnung mehr an die Fabrik gekettet sind.— Abgesehen davon, daß die wenigsten Arbeiter in der Lage sind, alle 14 Tage 4— 5 fl. baar einzube- zahlen, um in etwa 20 Jahren, wenn sie mittlerweile nicht etwa durch Krankheit am Zahlen verhindert, oder gar gestorben sein sollten,„HauSeigenthümer" geworden zu sein, so haben diese vom Glück außerordentlich begünstigten Wenigen durch ihre Abhängig- keit, in welcher sie so lange Zeit hindurch den Fabrikanten gegen- über gehalten sind, einen höchst nachtheiligen Einfluß auf die Lebenshaltung aller andern Arbeiter ausgeübt und diese in gleicher Abhängigkeit niedergehalten, so daß die Erbauer einen doppelten Vortheil haben. Ja, ja! es ist doch etwas Schönes um die Humanität unserer heutigen Bourgeoisie. Das Geld, welches die angehenden„HauSeigenthümer" zahlen, trägt dem Erbauer von der Stunde der Einzahlung an den Zins, so zwar, daß ein Hau», welches in 14 Jahren bezahlt wird, dem Erbauer den doppelten Betrag mit Zins und ZinseSzinS aufbringt.— Also der Ausgebentete muß noch obendrein dem Ausbeuter sein Kapital mit 5 Prozent verzinsen, und bekommt dafür als Prämie einen niederen Lohn, weil er an die Scholle, d. h. an sein Haus gebunden, nach der Lohnpfeife seines Herren tanzen muß.— Wenn man alL diese Räume in denen die Arbeiter in Stickluft und Feuchtigkeit, von GotteS freier Natur abgeschlossen, Tage und halbe Nächte arbeiten, um nur ihr elendes Leben durchzubringen, nicht nur im Vorüber- gehen besieht, so ist zu bewundern, wie die Arbeiter da» so ge- duldig ertragen. Sehen wir, wir die Frauen oft bis zum Tage ihrer Niederkunft für wenige Kreuzer sich plagen müssen, um die Familie(?) besser(?) durchzuschlagen, ihren Kindern die mütter- liche Sorgfalt entziehen, und sie anderen Leuten überlassen, so daß sie oftmals aus den Straßen umher irren wie verlorene Schafe, so müssen wir doch fragen, wo da die so gepriesene Humanität steckt. Ist das nicht schlimmer, oder mindestens eben so schlimm als zur Zeit der Leibeigenschast? Und was wird dann aus den Kindern, welche so erzogen werden? WaS sind solche Familien? Können sie wohl glücklich sein? Nun ja das ist daS„Glück" einer Arbeiter-Familie im gesegneten Wiesenthale. Doch noch ein Wort über die Handhabung der Gesetzgebung, die Beschäftigung der jugendlichen Arbeiter in den Fabriken betreffend. Nach Artikel 4 dieses Gesetzes sollen keine jungen Leute, welche das 14. ein- schließlich bis zum 16. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt, länger alS bis Abens 8'/- Uhr arbeiten; das Gesetz wäre nicht so übel, obschon es besser sein könnte. Allein obgleich die Arbeitszeit schon zu lange ist, so gibt es doch solche jugendliche Arbeiter, welche die ganze Woche von Morgen« 6 Uhr bis Abends 10 und 12 Uhr arbeiten müssen. Dieses Gesetz ist ein Gesetz für die Fabrikanten. Die Inspektoren gehen bei Tage um nachzusehen, damit sie auch genau sehen, d. h. damit sie auch sehen wo sie hintrcten, denn e« ist oftmals gefährlich in diesen Räumen wo Arbeiter schassen, und da kann man Nachts nichts hingehen.-- ES ist freilich auch schon geklagt worden über diese? Fabrikanten-Gesetz, aber„eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht auS"— und so müssen auch wir uns hiermit begnügen, bis— nun ja doch,— bis wir stark genug sind, die Abhülfe uns zu erzwingen. Wie überall giebt es auch hier mehrere Vereine als da sind:„Katholischer Gesellen- Berein",„Sänger-Vercin" und ein„Allgemeiner Arbciter-Verein". Letzterer hat sein Lokal in dem„Consumvercin", steht in erster Linie unter dem Vorstande der Verwaltung des ConsumvereinS; in •) Es gibt hier Arbeiter welche täglich 16—18 Stunden arbeite» müssen. Z.u zweiter Linie hat der Verein einen eigenen Vorstand, steht aber unter vorgenannter Verwaltung, welche zugleich Mitglied des Consum- Verein» ist. Dieser Verein hat eine Bibliothek, einen großen Saal in welchem die Herren Fabrikanten aufgehängt sind— wohlverstanden ihre Portrait»— sie halten viele Zeitungen und haben auch früher den„Volksstaat" gehalten, der aber seit circa 1 Jahr von einem Arbeitgeber verboten worden ist.— Dieser Saal wird den Arbeitern unentgeltlich überlassen.— So weit der Bericht eines Arbeiters, aus dem wir ersehen, wie wenig Gold au dem glänzenden Berichte über die Lage der Arbeiter im Wiesenthalc ist, die auS der schönfärbenden Federn der Vertreter der Harmonie- lehren geflossen; die Lage der Arbeiter in allen Gauen Deutsch- landö ist eine miserable, und wird erst dann gebessert werden, wenn die Arbeiter selbst Haud an daS Werk ihrer Befreiung au« den Ketten der Lohnsklaverei legen. Zürich. Auf dem ersten allgemeinen schweizerischen Arbeiter- Congreß waren über 80 Dclcgirte anwcsend, welche über 10,000 Arbeiter vertraten. Das Bureau war zusammengesetzt aus Büchi (Winterthur), Frey(Genf, franz.) und Gutsmann(Gens) als Prä- sideuten, ferner Greulich(Zürich), Thanning(Basel) als deutsche, Täuber(Gens), Durand-Savoyat(Montier) als franz. Sekretäre, Dumas(Basel) und Moham(St. Gallen) als Stimmenzähler. In die Mandat- und Kongreßrechnun�S-PrüfungSkomimssion wurden gewählt: AmSler(Bafel), Hubeli"(Zürich) und L. Schwitzguebel (Sonvillici). Nach eingehender Debatte einigte man sich über das Programm des schweizerischen Arbeiterbundes. Der Zweck desselben ist die Vereinigung aller Arbeitergesellschaften einem Bunde, nm sick über die Mittel zur einstweiligen Verbes Serung deS ArbeiterlooseS zu verständige» und zur endlichen Er etzung deS Arbeitslohnes durch den Arbeitsertrag mittelst Pro duktivgcnossenschaften und damit zur Aufhebung aller Klassenhcrr schaft zu gelangen. Demzufolge unterstützen seine Mitglieder in geeigneter Weise alle auf die geistige und materielle Hebung der Arbeiterklasse gc- richteten Bestrebungen und suchen ferner durch Gründung von «Lgemeinen Gewerkschaften Nachstehende« zu erreichen: I) Ber- Minderung der Arbeitszeit auf ein der Gesundheit und der geistigen Entwicklung zuträgliches Maß. Normalarbeitstag von 10 Stunden, Ueberstunden doppelt bezahlt. 2) Feststellung der Arbeitslöhne au: die Höhe einer angemessenen Existenz mit Berücksichtigung lokaler Verhältnisse. 3) Möglichste Beschränkung der Kinderarbeit in Fabriken. 4) Durchführung de« Grundsatzes, daß das gleicht Quantum Arbeit, ob von Männern oder Frauen geleistet, gleich bezahlt werde. 5) Gründung von Productivgenosscnschaften, die Eigenthum der betreffenden Gewerkschaften sind. 6) Gründung von ArbeitSnachweisungsbureaus. 7) Gründung einer Arbeiter- und Arbeiterinnen- Kranken-, Invaliden- und Sterbe-Kasse 8) Schutz der Arbeiter gegen Unterdrückungeu von Seiten der Arbeitgeber. 9) Maßregeln zum Schutz der Gesundheit und des Lebens der Arbeiter. 10) Statistische Erhebungen über die allge- meine Lage der Arbeiter mit besonderer Berücksichtigung deS Ver hältnisscs der üblichen Arbeitslöhne zum Preise der Lebensbedürf nisse. 11) Gute technische und geistige Ausbildung der Lehrlinge und Arbeiter. Gründung von technischen Bildungsanstalten, die Eigenthum der Gewerkschaft sind. 12) Publikation von Arbeiter- organen, welche die Interessen der Arbeiter in jeder Beziehung vertreten und Eigenthum des Bundes sind. Die„Tagwacht", welche vom Congreß als Organ angenommen wurde, wird vom 1. Juli ab wöchentlich zweimal erscheinen. Der Sitz des Bunde« comitss ist Genf. Auda-Hkest. Wie bekannt, sollte am 1. Juni l. I. der er „ungarische Schuhmachertag" in Buda-Pest abgehalten werden wie die Art des Verbots, werde ich den Lesern mitiheilen.— Seit längerer Zeit war cS Zweck der Arbeitgeber, bei ihren Sitzungen und Versammlungen sich lediglich nur mit dieser Ange legenheit zu befassen, auf welche Weise sie unterdrückt und ver boten werden könnt«; sie setzten auch alle Hebel in Bewegung, scheuten keine Mühe, ernannte» auch einen Correspondenten, der die Aufgabe hatte, an alle„Zwangsgenossenschaften" die Auffor- derung zn richten, den Gchülfen jede Versammlung zu vereiteln; dieß konnte aber nicht zu Stande kommen, denn trotz aller Mühe- walwngen wurden von Städten Delegirle gesandt, wo noch gar keine Vereine existirken. Den Druck aber suhlten Alle und alle Schuhmacher Ungarns wünsche» eine Organisation. Nun, die ganze Bourgeoisie fing zu zittern an, so auch die Minister(die doch in alle Welt hinaus posaunen, Ungarn be- nöthigt keine„Arbeiter-Bewegung", da sie ja Lohn genug bekom- men), daß au diesem Tage sie Lügen gestraft und ihre Schand- thaten vor der Oeffentlichkeit gebrandmarkt werden könnten. Der Stadthauptmann Thais trug auch viel bei und so wurde uns der Bescheid Sonntag, den 31. Mai, Abend S ein halb 8 Uhr zuge- sandt, aber welche Ausreden fand da der Minister?(Wir zeigten den Schuhmachertag wie üblich beim Oberbürgermeister an und die Anzeige kam von dort zum Minister.) Näml ch wie folgt: 1) haben sich die Einberufer nicht als Schuhmacher legitimirt; sie stnd auch keine, weil dieselben nicht als solche bei der Polizei auf- genommen(eine Lüge; alle sind Schuhmacher). 2) sind solche Personen nicht berechtigt, einen Schuhmachertag einzuberufen 3) könne dieser Schuhmachertag schon aus dem Grunde nicht ge- stattet werden, weil die in der Anzeige angegebenen Punkte(bei Ausführung) den in Ungarn wohnenden steuerzahlenden Arbeit- geben« als nachtheilig erscheinen, auf Grund dessen derselbe ver- boten sei. Im Auftrage des Ministers, Thais:c. Ist hier nicht die Willkühr im höchsten Grade vorhanden? Hier ist es doch klar zu �erkennen, welche Furcht man besitzt vor einigen schlichten Schuh- machergehülfen. Doch wollen wir dies vorläufig nickt nur so leer hinnehmen, n»ir werden durch den Abgeordneten I. Helft) einen Pro- test dem Parlament vorlegen lassen; vielleicht wird es doch anders «erden; denn solche Zustände koininen doch nicht so leickt vor außer im constitutionellen(despotischen) Ungarn. Gesetze haben wir nicht, trotzdem das Parlament nie geschlossen wird, thut man doch nichts, ein mildes Vereinsgesetz werden wir nie, andere Ge- setze noch viel weniger erhalten, aber für Börsen- und Banken- schwindet sind solche in Masse vorhanden. Ich will keine weiteren Worte hierüber verlieren, da ich doch weiß, daß Ungarns„Frei- hcit" einem Jedem bekannt sein dürfte, sondern will nur den Be- weiS liefern, daß in Ungarn trotz alledem die Arbeiter auf den Beinen sind, um ihre Rechte zu fordern. Nachfolgende Städte Ungarns waren durch Delegirte vertreten: Preßburg durch Misch- nak, Szlgeivür durch Carl Welz, Groß Kanischar durch Kapo- fchwar, Fünfkirchen durch Manko und Carl Koväts(letzterer aus Pest)» Agram durch I. Esseg, Hermannstadt, Schäßburg und Me- drasch durch I. Umch, Arad durch I. TelcS, Szegedin durch Han- kay, Essegg durch Korn au« Ofen, Werschetz durch Lurz aus Pest. Steinamanger durch Cr. Szeifert. AuS Oesterreich waren ver- treten: Wien, Baden durch Köst und Schwab, Gratz, Leoben, Voitzbcrg, Bruk a. M., Fürstenfcld, Judenburg, Klagenfurt durch Pravdicza, für Budapest waren ernannt: Korn, Farkafch, Jvanka, stc Knieth, Albrecht, Pelzner, Sarv, Litschko, Mathek, Rantschitsch, Lurz, Badclt und Hcckmann; die Stimmenzahl wurde angegeben 6055. Telegramme sind eingegangen(wohlgemerkt: cS konnte nicht« bekannt gegeben werden, weil eö schon zu spät war): Hoch der Schuhmachertag! Haltet hoch die Fahne des Fortschritts! Nur muthig kämpfen fürs allgemeine Recht, mit Euch sind stets die Fachgenossen aus Agram.— Delegirle! vereinigt Euch zu einem Wall und streitet gegen das Capital! Brndergrnß und Handschlag der College» Esseggs.— Gruß und Handscklag! Glück zu Eurem Werke. Hoch der Schuhmachertag! Die Schuhmacher Fürsten- feldS.— Ein Hoch Euren Beschlüssen; sie sind auch die unsrigen. Wir stehen fest zu Euch. Die College» Bruck a. M., Steiermark.— Hoch der ungarländische Schuhmachertag! ES stehen Euch treu zur Seite die Schuhinacher von Steinamanger.— Zu bemerke li ist nur noch, daß trotz deS Verbots unsere Meinungen ausgetauscht wurden und haben wir sicheren Erfolg von Seite der Schuhmacher Ungarns zu erwarten, keine Mittel dürfen gescheut werden; allerorts muß unser Prinzip Anklang finden, die Ideen durch unsere Organe verbreitet werden. Schuh- machcr Ungarns! Laßt Euch nicht zurück schrecken! Wir werden eingedenk sein, nichts soll gescheut werden. Bilden wir einen festen Bund, und der Sieg ist uns gewiß! Hoch die Organisation! Es lebe die internationale Vereinigung! Nachträglich wurde uns eine freie Versamnilung verboten, mit dem Bemerken, eS könnte zu Demonstrationen Anlaß gegeben werden. Mit sozialdcinokratischem Gruß__ St. H. Bescheidene«»frage. Ist denn ber Betrag von 1 Tskr. sitr die palitisch Gemaßregeltens vom den Manufactur- Arbeiterbund zu Burgstädt noch nidt eiugesand' worden? Für Buchbinder. Der Ardeitsnaetwei« befindet sich jetzt Bartliug'» Sasthau«, Knochenbauerstraße 59.— Jeder znreisende College hat sich bei seine Ankunft sofort daselbst zu melden, widrigensall» er jede« Anrecht au Unterstützung verliert. Da« Vereinslokal befindet sich im Ballhof, Ballhofpr. 17, unt finden daselbst jeden Montag nach dem 1.»nd 15. jeden Monat« Ber< einsversamm lungeu statt. Jeden Montag nach dem 1. de« Monat«: Hauptversammlung. Je bei Montag»ach dem 15. de« Monats: Bortrag u»d Diskussion. Hanu»»cr. Der Vereinsvorstand. Für Vercinsbililiothekt». Briefkasten der Redaktion. Gissey in Berlin: Wir haben bezüglich Ihre« Artikel« erst da« Gutachten de« Ausschusse« einholen zu müssen geglaubt. Gladcwitz in Berlin: Beruhigcu Sie sich; wir werben Sie mit einer Legitimation verschonen. der Expedition. B. A. Sppl. Burgstädt f. Ann. 6 Er. Buchb.-Ver. Hannover Ann. kostet 12 Gr.;». Khl Luckenwalde Ann. 5 Gr.; v. Manusakiurareiterver. Burgstädt Ann. 3 Gr.; v. Klg Czienskowltz Ab. 2. Qu. 25 Gr.; v. Lischt hier Ab. Juni 4 Gr. 5 Pf.; v. Fr. Zürich Echr. 20 Thlr.; v. Vgl Miilsen St. Jacob Schr. 2 Thlr 4 Gr. 3 Pf. v. Fschr Thonberg Schr. 29 Gr.; Buchbindcrver. Hannover, wir haben weder Berichte noch 8 Gr. f. Ann. erhalten; v. R. Engm. hier Aun. 3 Gr.; v. W. R« Stade Ann. 5 Gr.; Gglr hier Schr. 16 Gr.; P. Slbrm Pest Schr. 2 Thlr. 14 Gr., Ab. 2 Thlr. 8 Gr.; Schuhmchgew. Ann. 4 Gr,; v. Chr. Mllr Großzschocher 2. Qu. 6 Thlr. 9 Gr. Ann. 11 Gr. V. Fond für pol. Gcmaßregelte. Wust Brcitenfeld 5 Sgr. Bö�W ien Juni, Abend« halb 8 Uhr, Bersamm lung der Böttcher Berlin», im Heiscschen Local, Landsberger- straße 15.— Tagesordnung: 1) lieber den Strike der Bülfelder Eollegen, welche sich dem Verband mit anschließen wollen. 2) Ucber den Arbeit«- Nachweis. kiv. Die rcstirendcn Mitglieder werden hiermit aufgefordert, bis zum 1. Juli ihre Beiträge zu zahlen, da sie sonst kein Recht mehr an die alte Kasse haben, und' nur al«„Neue Mitglieder" ausgenommen werden können. Der Bevollmächtigte. Internationale MelallarbeitergewerkSgenosienschast. Die Mitglieder versammeln sich Sonnabend, den 21. Juni, 9 Uhr, Auguststraße Nr. 80, bei Macke. Bericht de« Delegirten von der Generalversammlung. Alle Mitglieder sind dringend ersucht zu erscheiuen und neue Mitglieder zu zusühren._ Der Bevollmächtigte. Berlin Abend« halb Sonntag, den 6. Juli, Abend« von 8 Uhr abfindet im deutschen \? UMl Kaisersaale, Komödicnstraße, ein großer Festball der vereinigten Cigarrenarbeiter, statt. Bei eintretender Dunkelheit Triumpheinzug de« Mohren-Königs und Feuerwerk. Karten sind bei allen hiisigen Fach- und Gewerkschaft«-Vorsitzenden unentgeltlich vorher in Empfang zu nehmen. Für da« Comitn Entre 5 Sgr. 1 Dame frei. I. A.: H. B» d d e lm e y er. Crimmitschau Nächsten@cm«�!\Vn'22. Juni Großer Massenausflug. Es werden hierzu die Parteigenossen beiderlei Geschlecht« von Nah »nd Fern freundlichst eingeladen, Nachmittag« 3 Uhr in der Brauerei zu Mosel bei Zwickau zu erscheinen. ES wird Alle« aufgeboten werden, um den Parteigenossen einen vergnügten Tag zu bereiten! An Festbeitrag zahlen die auswärtigen Parteigenossen 1 Sgr. pro Person, welcher an das Fcstcomitv(an rothen Schleifen erkenntlich) zu entrichten ist. Da» Festeomit« be« VolkSvereiu« z« Crimmitschau. Bon Dr. G. Lommel'S Roman Die alten Franken habe noch eine» geringen Porrath auf Lager. Das Werk enthält einei vollkommenen Abriß der fräukifchen Geschichte in romantischen Bildcri vom republikanischen Standpunkte aus geschrieben. Al« eigentliches Dranil ist die Periode von 1525— 1528 geschildert,„welche Würzburg« letztet Ringen um da« entrissene Palladium, seinen Schutz- und Trutzbuub W dem Hcerhauscn schwäbischer und fränkischer Baner», sodann den Fai seiner entschlossensten Bürger aus der Wahlstatt und dem Blutgerüste sah/ In 8 Lieferungen erschienen 5 2'/' Sgr., komplett 346 Seiten 20 Sg« oder st. 1. 10 kr. Bei Bestellungen bitte den Betrag in Briefmarken beizulegen od«« per Nachnahme zu»erlangen. Conrad Rüll, Nürnberg, Kaiserstr. 23 Aufforderung. Die Parteimitglieder resp. deren VertrauenSniäniier de» 18. Hau növcrfche» Wahlbezirks, vorzüglich S ch a rm b e ck-O st c r h o l z, werden ersucht wegen Wahlangclegenheit ihr« Adressen so schnell wie möglich a> Unterzeichneten cinznsenden. Stade. Da» Comito. Im Auftrag: Resc, Drechsler, Langelwiete Nr. 673.a. Zur"Nachricht an die Parteigenossen! Nachdem ich nunmehr da« Mauuscript zu dem Walster'schen Roma«! Äi» Webstuhl der(Zeit Canstadt Parteigenossen zur� Nachricht, daß Unterzelchiiitcr vom I. Juli an, von Brühl bei Eßlingen nach Can- stadt gezogen ist. Jakob Schweizer, wohnhast in der Glockengießerei, Ludwig«- bmgerstraße.______ hilft Dienstag, den 17. ds«. Abend«, 8 Uhr: JlÖ Allgemeine Versammlung der Mitglieder der hier bestehenden Gewerksgenossenschasten u. Fachvcreine, im Leipziger. Saal. Kreutzstrabe 5. Tagesordnung: Besprechung über die Verbreitung und dm Nutzen der Gewerkschaften. Da« Comits. £hnlmdl Allgemeines Arbeiterfeß. ' Sonntag, den 29. Juni, in jämmtlichen>ie»s neupwcorirten Localitäien de« Schützenhaust« zu Limbachs bestehend in Instrumental- und Vokal-Concert, Festrede und Ball. Da« Concert wird ausgcsührt vom Limbacher Mufikchor unter Leitung de« Herrn Musikdirektor Richter und vom Gesangverein„Lyra" hier unter Leitung de« Herrn Direktor Solbrig. estrede gehalten von I. Vahlteich au« Chemnitz. ür dellamatorische Vorträge ist Fräulein Steude au« Chemnitz sowie noch mehrere tüchtige Kräfte gewonneu. Ansang Nachmittag 3 Uhr. Snir« 5 Person 2'/, Sgr. Herren, welche sich am Ball betheiligen, zahle» extra 5 Sgr. E« werden die Parteigenossen, sowie alle Arbeiter von Nah und Fern hierdurch zu recht zahlreicher Betheiligung freundlichst eingeladen. Beb den um 11 Uhr 40 und 2 Uhr 10 Minuten ankommenden Zügen werden Camite.Mitglicdcr, an Abzeichen kenntlich, am Bahnhose sein. Diejenigen, welche zu Fuß kommen wollen sich direkt nach dem Fcstplatze begeben. Von Seiten de« Comits'» sowie de« Wirthe« wird alle« aufgeboten werden, um den Betheiligtm womöglich nach allen Seiten hin gerecht zu werden. JiU. Der Reinertrag ist für den Reichstagswahlfond bestimmt. Mit sozial-demokratischen Gruß 4as Da« Fcstcomite. m Allen Freunden, Verwandten und Gesinnungsgenossen ruft bei seiner Abreise ein herzliche«„Lebe Wohl" zu. R. E n g e l m a» n Steindrucker. Ein geübter Arbeiter auf chirurgische Instrumente gesucht. Nähere Auskunft ertheilt die Sxp- diese« Blatte«._ Parteigenossen, welche SSgeblätter verfertigen, werden ersucht ihre Adressen cm die Cxp. d. Bl. einzusenden. erhalten, erscheinen die 4., 5. und 6. Lieferung sofort. Im Ganzen werden c« etwa 13 Liescrungen. Prci» k 2 Gr., f Partien Rabatt. Demnächst erscheint auch, beide« in 3. Auflage: Der Niißbrauih der jintionalitätrnlehrt, von Bernhar« Becker Prei, 10 Sgr.(4 Stck. 1 Thlr.); Die Rcactio« in Deutschland gegen die Revolution des Jahres 1848 Prei, 20 Sgr.(4 Stck. 2 Thkr.), welche ich den Parteigenossen zu beigesetzten ermäßigtm Preisen anbiö Bon Briefe deutscher Kettelpatrioten, von Bernhar» Becker erschien jetzt die 3. Lieserung. Der 5.(Schluß-) Lieferung wird ein NamenZverzeichniß beigesügt. Prci« jede Lieserung 7'/, Sgr.(10 Stck. 2 Thlr.) Meine übrigen BerlagSartikel, al«: � Lassaile, Ferd. Ärbeiterlesebuch. 5 Sick. 3 Gr., 20 Stck. 1 Thlr. 15 U —— An die Arbeiter Berlin«. 5 Stck. 2 Gr., 25 Sick 1 Tblr —— Erwiderung auf eine Recension der Krcuzzcitung. 5 Sick 1 4 5 Ps., 30 Stck. 1 Thlr. Pr«te)r., W., Der Braunschw. Ausschuß der sozial- demokratisch Arbeilerpartei in Lotzen und vor dem Gericht. Mit einem Gruppe bilde. 5 Stck. 12 Gr. 5 Ps., 30 Stck. 1 Thlr. «ruppenhüd au« vorstehendem Werke(13 Köpfe, ausgezeichnet). 4 3 Gr., 13 Stck. 1 Thlr. Husartudrodproces! gegen den„vraunschweigtr Bolkifteund". 5& 1 Gr. 5 Ps., 40 Stck. 1 Thlr. Zlecher, Bernbard, der alte und der neue Jesuiti«mu«, 3. Aufl. 5 5 4 Gr., 20 Stck. 2 Thlr. Anli-Kyüabu»(Gedicht). Auf Druckpapier. 5 Stck. 5 Pf.. 100 Stck. 20' ——— Auf Velinpapier, a Stck. 1 Gr., 100 Sick. 1 Tb 10 Gr. Gericht»e, Londoner«tneralr«th, der Internationalen Arbeiter« ssociad an den Congreß im Haag, Septbr. 1872. 5 Stck. 5 100 Stck. 20 Gr. bringe ich in Erinnerung. Von Lassalle erscheinen In Kurzem noch: Criminalprocetz III. ä Stck. 3 Gr., 20 Stck. 1 Thlr. 15 Gr. Indirecte Steuer, i Stck. 4 Gr., 10 Stck. 1 Thlr. Antwortschreiben, i Stck. 1 Gr., 40 Stck. 1 Thlr. Sit Plsilosoplsie lichte'«. 5 Stck. 2 Gr., 20 Stck. 1 Thlr. Die bei mir gedruckten Lassall e'schen Schriften find vollstän und sauber«»«gestattet.. Die hier verzeichneten Preise sind die für die Partei ermäßig' Preise. Braunschweig, 10. Mai 1873.__[4t]_____ W. Bracke A Von dem im Verlage de« Unterzeichneten erschienenen, mit so«ic� I Z * f Beifall aufgenommenen Bilde: Ferdinand Lassalle, der Kämpfer gegen die Kapitalmacht hat ein zweiter Abdruck die Presse verlassen und ist zu den früheren, kannten Bedingungen zu beziehen:____ � 1 Exemplar?'/, Sgr., 11/10 Exemplare zusammen bezöge» 2 Al« würdiges Pendant zu obigem Bilde erschien in demselben sZuildesIied der deutschen Sozialdemokratie Treffend illustrirt von C. Klei«, demselben, welcher da« Bild* falle« entworfen. Preis 1 Exemplar?'/, Sgr. 11/10 Exemplare zusammen bezogen 3 Thlr., Beide Bilder sollten al» passende Zimmer- Zierde in der W» eine» wahren Sozialdemokraten nicht fehlen. K Gegen Franco-Einscndung de« Actragc« werden dieselben den S ten Bestellern sofort per Post zugesandt.� � m 1 t Elberfeld, im April 1873. Z. H. Barn, Verleger� [--5- » sÄn die Parteigenossen und Korrespondenten', Wir bitten dringend, alle Briefe, welche für Redaktion, Expedition bestimmt sind, doch nicht an einzelne Persn i sondern einfach direkt an die Redaktion oder Expfdili� v adressiren, andernfalls wir für Verzögerung und sonstigt � � träglichkeiten, namentlich bei recommandirten Briefen, nick stehen können. .._- m- m~ Die Redaktion und Expedition des„Volks elvi ig:«erantw.«rtalmit E. Ca«per.(Redaktion und W Zeitzerstr. 44). Druck und Verlag der Genossenschast»b»chdrnckere>- Verlag der Genossenschasttbuchdma