Erschewt wöchnitlich 3 Mal inr>zm Deutschen Staaten IL Sgr. pr» Qnartal, pro Mouat L Sgr. Für Leipiig und ilmgegeud pr» Quartal 11 Ngr. incl. Brtngerlohn. Für Leipzig nebmen Be- pellungcn an: die Expedit,»« (Zeitzerstr.cht)— I. M ü l l er tBayerschestraße 8b, IV.) OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternationalenGewerksgenossenschasten. Xr. SK. Mittwoch, 9. Juti. 1873. nde and Ken eit- die dea av -e» »nz Sic „nz g-n zten a» ,eld ulif lli« !an' r-c� A« die Partcigrnossen! Bezugnehmend auf unsere Bekanntmachung in Nr. S2 und 63 bS. Bl. die Abhaltung des diesjährigen H�arteiKongresses in Nürnberg betreffend, theilen wir hierdurch mit, daß folgende Anordnungen be- schlössen sind: Der Kongreß soll Sonntag, den 24. August vnd die daraus folgenden Tage stattfinden. Am Sonnabend(Samstag), den 23. August, Abends wird eine �orversammlung abgehalten. Die Dclcgirtcn sind deshalb ver d flichtet, schon an diesem Tage in Nürnberg einzutreffen. Es soll nur Kme öffentliche Versammlung(Volksversammlung) abgehalten werden. Die Zeit, wann dieselbe stattfindet, so wie Tagesordnung, wird spater bekannt gegeben. Für die gcschloffenen Sitzungen zur Lcrathung und Beschluß saffung über innere Parteiangelegenheiten ist folgende vorläufig sol gende Tagesordnung scstgestcllt: 1. Wahl dcS Büreau und der verschiedenen Kommissionen. 2. Bericht de« Ausschusses, und der Kontrolkommisfiou sowie Bericht über den Stand de««Bolksstaat- und de« literarischen llntrr nehmen«. 3. Diskussion über Nr. 2 und Erhebung von Beschwerden gegen Ausschuß, Kontrolkommission, Redaktion und Expedition de«„Volks staat.* ;■. 4. Bericht der Mandatsprüfungskommisfion. 6. Feststellung der Wahlkreise, in welchen von Parteiwegen Kam bidaten aufgestellt werden sollen und Verständigung über die den Wahlkreisen zu empfehlenden Kandidaten. 6. Die Beschlußsaffung Uber diverse Anträge, soweit solche durch vorstehendes nicht bereit« erledigt sind. 7. Bericht der sonst noch ernannten Kommissionen. 8. Wahl des Orte« für den Sitz de« Ausschusses und der kontrolkommission, sowie des Ortes, wo der nächste Partcikongreß stattfinden soll. Zu den geschlossenen Sitzungen haben nur Mitglieder gegen Borzeigung ihrer Parteikartc Zutritt. Wir fordern alle Parteigeuossen auf, etwaige Anträge für den Kongreß schleunigst an den Unterzeichneten einzusenden. Anträge, welche nicht bi« spätestens den 1. August in unfern Händen sind, können nur dann zur Verhandlung gelangen, wenn ber Kongreß die Dringlichkeit derselben anerkennt. Alle Mitglieder, insbesondere die Vertrauensmänner werden aufmerksam gemacht, daß nach 8 9 der Geschäftsordnung nur d ie Parteigenossen der Orte auf dem Kongreß vertreten sein können, Welche ihre Parteisteuer ordnungsgemäß entrichtet haben. Wir bitten sehr, dies beachten zu wolle», und dafür zu agr �iren, daß eine recht zahlreiche, der Stärke und Achtung gebietenden Stellung der Partei entsprechende Betheiligung stattfindet. Parteigenossen! Rüstet Euch zum Kongreß. Auf nach Nürnberg! Der Ausschuß der sozial-demokratischen Arbeiterpartei. Ed. Prey, Vorsitzender. Th. L)orst nur zum Theil befriedigend, obgleich im Ganzen gegen srüher rine wesentliche Besserung Eingetreten ist. Befriedigend ist der Stand der UnterstützungSkasse, die in- klusive eines Kassenbestandes von 067 Thlr. am 1. September, , ist. btit 1278 Thlr. 16 Gr. 9 Pfg. am 31. März abschließt. Die --- svrtgesetzten Verfolgungen der Partei machen die stetige Fürsorge für diesen Theil der Parteikasse den Parteimitgliedern zur Pflicht. Wo die Veranlassung sich bietet, und namentlich bei Festen muß bie Gelegenheit benutzt werden, im Interesse unserer Gefangenen i» wirken. Haben die Parteigenossen, welche durch Wort und Schnft für die Verbreitung der Parteigrundsätzc eintreten, die .trag Überzeugung, daß sie im Falle der Veruriheilung durch unsere x,«einde der Hülfe und der Unterstützung sicher sind, dann wird Aeder von ihnen mit um so größerem Mnth und um so höherer pl Wck" da« ldigteit den Kampf führen. Hier ist der Punkt, wo das Ge der Solidarität am besten sich zeigen kann. Weniger befriedigend als der Stand dcS UntcrstützungSfondö sind die regelmäßigen Stcuer-Bciträge. Es ist wahr, die Ein- "ahme ist eine beständig steigende, und auch die Zahl der beitrag 'kistenden Orle ist eine respektable; sie könnten aber viel größer sein, bsinn die Parteigenossen überall, wo sich eine neue Mitgliedschaft bildet, dieser als ersten Grundsatz pünktlichste Erfüllung ihrer Pflichten gegen den Parteiausschuß-inimpfen wollten. Leider aber > �'fl das sehr häusig nicht der Fall, sonst müßte die Zahl der Orte limi sine weit größere sein. Kommt man aus cincr Agirationsreisc in "den Bezirk, z. B. nach Sachsen oder nach Thüringen, hört dort, ."b welchen Orten überall Parteigenossen sind und wirft dann «Nien Blick auf die Listen des Ausschusses, so sieht man. wie viele «Dtb; noch in der Liste fehlen. Wir müssen aber immer und immer P�derholen, daß eS nicht genügt, sich Parteigenosse zu nennen, in "• J'UssljHfritdener Beschaulichkeit vielleicht einem Localverein beizu- __ � b'ltii, sondern daß es durchaus nolhwendig ist, daß jeder Ort ?bd jeber Einzelne seiner Pflicht gegen die Gcsammtpartei nach- piff«* üitut, und der erste Schritt hierzu ist die regelmäßige Steuer- �hlung. , Auch wiederholen wir, daß die Localvercine für eine schlag- ™Pge auf die Agitation und den Kampf gerichtete Parteiorganisation durchaus nicht förderlich sind, daß überall da, wo das Gc- setz ihre Organisation nicht geradezu nolhwendig macht, sie aufge- löst und nur Mitgliedschaften gebildet werden müssen. Für eine Partei wie die unsrige kommt e» nicht allein darauf an, möglichst fest an jedem einzelnen Ort zu sitzen, sondern wir müssen auch unsere Partei zu einer ganz Deutschland umfassenden, machen. Wo nur die Möglichkeit vorhanden ist, Parteigenossen zu gcwznnnen, müssen die Agitation der Partei auf dem Platze s in. Ohne Mittel läßt sich da« nicht machen. Die regelmäßige Pflichterfül- lung in der Steuerzahlung hat e« möglich gemacht, daß der Par- teiausschuß Agitatoren in den verschiedensten Gegenden inS Lebe» rief»nd, wie wir sehen, mit dem besten Erfolg. Größeres könnte erreicht werden, wenn alle Orte ihre Schuldigkeit thun. Achtzig Orte haben nach dem Bericht am 31. März ihre Beiträge geleistet; es könnten recht gut doppelt so viele sein, denn 60— 70 Orte müßte ohne große Anstrengung allein das Königreich Sachsen stel- len. Es handelt sich aber nicht bloS um die Zahl der Orte, svn- dern auch um die Höhe der Beiträge, richtiger die Zahl der steuernden Mitglieder. Diese genau zu bestimmen ist nicht mög- lich, da uns die Steuerlisten des Ausschusses nicht zu Gebote stehen und die Höhe der Beiträge vielfach eine geringere ist, als das Statut vorschreibt. Einigermaßen einen Maßstab bietet hier- für das Vcrzcichniß der Extra-Steuern und dieses hat uns theil- weise nicht angenehm überrascht. Nicht allein fehlen viele Orte, die sonst ihre Verpflichtungen regelmäßig erfüllten— eine Anzahl sollen noch nachträglich sie geleistet haben, konnten aber in dem Bericht keine Aufnahme mehr finden— sondern auch die Zahl der angegebenen Mitglieder ist für eine Reihe Orte eine blamable niedrige. Mag sein, daß nicht alle Mitglieder in dem lausenden Monat die Extra-Stcuer entrichtet haben, bedeutend wird das Re- sultat dadurch nicht geändert. So ist z. B. die Zahl der bei den letzten ReichStagwahlcn für die sozialdemokratischen Caudidatcn ab- fegebenen Stimmen in Mecrane und Chemnitz eine ca. dreißig- ach höhere, als die aufgeführte Mitglicderzahl und in letzterer sind doch viele Mitglieder unter 25 Jahren. Orte wie die beiden erwähnten, ferner Wiesbaden, Mainz, Weimar, Augsburg, Bres lau, Hannover, Frankfurt a. M. und andere werden durch das an Einwohner- und Arbeiterzahl weit hinter ihnen zurückstehende Landshut in Baicrn in Schatten gestellt. Da« mag vielen unserer Parteigenossen nicht erbaulich sein zu hören, aber eS ist noth- wendig, eS zu sagen. Augenscheinlich ist auf die Stärke der Mit- gliedschafteu meist zu geringes Gewicht gelegt worden, man hat sich begnügt, den Stamm der Rührigsten und Tüchtigsten zu sam- meln und war zufrieden, wenn die Massen bei den Wahlen uns unterstützten. Es ist auch zuzugeben, daß die Gewerkschaften an vielen Orten aus die Zahl der Parteimitglieder bedeutend influiren, denn die Opfer für mehrere Organisationen sind Vielen zu groß; aber dennoch könnte und müßte unter den Tausenden von Ar- beitenr an den meisten der hier aufgeführten Orte ein größerer Stamm der Parteiorganisation angehören, als es thatsächtich der Fall ist. Die Parteigenossen werden gut thun, hieraus mehr Ge- wicht zu legen, als bisher. Der Ausschuß wäre nicht zur AuS- schreibung einer Extra-Steucr gezwungen worden, wenn die regcl- mäßigen Beiträge reichlicher flössen. Man beachte, daß das Opfer für den Einzelnen um so geringer wird, je größer die Zahl der- jenigen ist, welche zu opfern bereit sind; wollen also die Partei- genossen die Ausschreibung von außerordentlichen Steuern künftig vermeiden, dann müssen sie die Zahl der regelmäßig Sleuernden zu verdoppeln, zu verdreifachen, zu verzehnfachen suchen. Die täg- lich sich immer mehr zuspitzenden sozialen Verhältnisse machen eS uns allen zur Pflicht. Mittel zu beschaffen, damit den Massen der Weg gezeigt wird, der sie allein vor dem Untergänge retten kann. Kommen einmal Katastrophen, dann hängt die Schöpfung bessrer Zustände nicht von den blinden Massen ab, die instinktiv daS Alte hassen, weil sie darunter litten, sondern von der Zahl, der Klarheit und der Festigkeit Derer, welche die Zustände in ihrem ursächlichen Zusammenhang begriffen und die neue Gesellschafts- form bereits in sich ausgenommen und geistig durchgearbeitet haben. Darum rastlos vorwärts; der Erfolg hängt von der Größe und der Stetigkeit unserer Anstrengungen ab! Merkt Geschichtsschreiber Tölcke(Hasselmann, Hasenklever) bald, welchen Geniestreich er gemacht hat? Es ist wahr, die RobcSpierre, Eavaignac, Thiers sprechen eine sehr verschiedene Sprache, tragen eine sehr verschiedene Tracht, aber des zufälligen Außenwcrk«, der Zierrathcn, der Schnörkeleien und deS Flitterkrams entkleidet, produziren sie sich alS Wesen von gleichem Stoff, als Verkörperungen der nämlichen Idee, als Männer der bürgerlichen„Ordnung", „Familie",„Religion",„Ruhe"— in diesen Schlagwörtern em- ander sogar gleich. Geschichtsschreiber Tölcke(Hasselmann, Hasenklever) glaubt uns uä ubsuränm zu führen, indem er auf die Kardorff'sche Ver- gleichung RobeSpierrc'S mit LaSker hinweist. Ei! der Vergleich war Eine kleine Lektion. (Fortsetzung.) Die Hebertisten erstrebten, wenn auch in unsystematischer Weise, Umgestaltung der Gesellschaft, die Jakobiner waren Doktrinäre, die in politischen Formen und GcsetzeSformeln daS Heil erblickten, und, trotz einiger auf Unklarheit beruhender, schon bei Rousseau zu findender Gleichheitsphrasen in Wirklichkeit nur die„Gleichheit vor dem Gesetz" wollten, an den ökonomischen Gescllschaflsgrundlagen aber festhielten. Die Hebertisten sind daher die Väter der Juniinsurgenten, die Großväter der Kommunekämpfer, die Jakobiner die Ahnen der„honncten Republikaner" von 1848, und der„bürgerlichen Demo- kraten" von heute. Und Robespierre nahm gegenüber den Hebcrtisten genau dieselbe Stellung ein wie Eavaignac gegen- über den Juniinsurgenten, und wie den Kommunekämpfern gegenüber Thiers, der au lbnck ein„bürgerlicher Demokrat" ist (wenn er sich auch nicht so betitelt), und von unseren„bürgerlichen Demokraten" verschämt oder offen mit Recht angebetet wird. Wer süx RobeSpierre in die Schranken tritt, muß, will er nicht inkonsequent sein, auch für Eavaignac und Thiers in die Schranken treten, muß Partei ergreifen gegen die Hebertisten, die Robespierre aufs Schaffott schickte, und gegen die Juniinsur- genten, die Eavaignac, gegen die Kommunekäuipser, die Thiers niedermetzeln ließ. Mit einem Wort: er stellt sich auf Seiten des Bürgcrthums gegen das Proletariat. ar nicht so übel. Beiläufig lange vor Kardorff hatten wir selber aSker einen„beschnittenen RobeSpierre" genannt(wir hätten auch verschnittener RobeSpierre" sagen können!)— LaSker oder RobeSpierre, es ist„dieselbe Kouleur in Grün", nur hier ein bischen Heller, dort ein bischen dunkler. Bürger ist Bürger, und RobeS- pierre ist nur ein potenzirter LaSker, ein von den Wogen der Revolution in die Höhe geschlenderter LaSker, LaSker aus dem lammftommen Deutsch ins Französische der tza iru- und Carmagnole- Zeit übersetzt. Und wer weiß, ob„unser" Laster nicht die Rolle Robespierre's ganz gut gespielt hälte; soll er doch auf den Wiener Barrikaden gefochten haben— ein Beweis von Courage, wie RobeSpierre ihn nie abgelegt hat. Doch davon später. Jedenfalls hat Geschichtsschreiber Tölcke(Hasselmann, Hasenklever) durch Auf- nähme Robespierre's unter die Heiligen deS„Neuen" das unbe- absichtigte Wunder zu Wege gebracht, daß Tölcke's Knüppel mit LaskcrS Knüppel Brüderschaft trinkt— hoffentlich in„Fusel- fteiem"— Wohl bekomms! Es fehlt unS natürlich hier im„Volksstaat" der nöthige Raum, um dem Geschichtsschreiber Tölcke,(Hasselmann, Hasenklever) inS Einzelne gehende Aufklärung und Belehrung über das Verhältniß Robespierre's zu den Hebertisten und seine schmachvollen Jntrigucn gegen sie zu ertheilen; wir müssen unS begnügen, einige Haupt- punkte hervorzuheben, und die Thatsachen anzuführen, welche daS Knochengerüste der Ereignisse bilden. Glaubt unser„Kollege" vom „Neuen" uns nicht, so möge er sich folgende Bücher ansehen(und in sie hineinsehn): den sechsten Band von Michelet's Histoire de la Revolution Fraugaise, wo über die Hebertisten zwar viel dummes Zeug geschwatzt, über RobeSpierre aber ziemlich klarer Wein eingeschenkt wird; den 32. Band von Buene? et Ronx' Hintoire•Parlarnentaire, der den Prozeß gegen die Hebeitisten enthält, und endlich Tridon's„Lm Commune de Paria de 1793. Lea Heberti tea". Tridon war Mitglied der Pariser Kommune, und war— denn leider starb er 1372 nach kurzem Exil zu Brüssel— einer der Begabtesten der jungen französischen Sozialisten- schule, und sein Urtheil über RobeSpierre ist daS Urtheil aller revolutionären Französischen Sozialisten. Wir sagen „Aller", denn Louis Blanc, dessen 13-bändige RevolutionSge- scbichte eine Verherrlichung Robespierre's ist, wird vom GeschichS- schreiber Tölcke,(Hasselmann, Hasenklever) doch wohl nicht als revolutionärer Sozialist betrachtet werden. Die leidenschaftliche Ungerechtigkeit, welche bei Tridon mitunter gegen Robespierre, „den Nachfolger des heiligen Dominikus und Loyola'«" hcrvorge- bracht, müssen wir dem begeisterte» Fürsprech deö unterdrückten und leidenden Volks oerzeihen, dem die noch nicht vernarbten Wunden der Junischlacht das an den Hebertisten begangene Ver- brechen in brennenden Farben vor die Seele führen, und den die gewittrige Luft der sechziger Jahre(die erste Auflage der Schrift erschien 1864), neue, furchtbarere Katastrophen ahnen ließ, in welchen der künftige Robespierre den künftigen Hebertisten daS LooS der alten zu bereiten suchen würde. Die Broschüre ist ge- schrieben zn Paris, zwischen der Junischlad, t und der Kommuneerhebung— das erklärt den wilden, zornigen Ton. Der Stil ist nicht bloß der Mensch,— der tfetil ist auch die Zeit, die aus dem Menschen spricht. TridonS Ungerechtigkeit ist Gerechtigkeit. Empört über die Ungerechtigkeit der Mit- und Nachwelt, empört über die Ungerechtigkeit der Gesd,id,te, die das „Weltgericht" sein soll, und ein ebenso parteiisches Gericht ist, wie die sonstigen Gerichte der Welt, reißt er in seinem glühenden Ge- rechtigkeilsgcsnhl die viele Jahrzehute lang mit Füßen Getretene», mit ledem Schimpf Überhäuften� zu sich empor an seine Brust, „wäscht Blut und Schmutz von ihnen ab", und schlägt dann in kochendem Zorn, ohne die Schuld genau abzuwägen, ohne den Umständen vollauf Rechnung zu tragen, den triumphirenden Feind zu Boden, der seine Opfer doppelt gemeuchelt hat— ihren Körper und ihr Andenken!(Forts, folgt.) Politische Uebersicht. Die„Sauhirten" deS Fürsten Bismarck sind jetzt mit der lieb- lichen Doppelaufgabe betraut, cinestheils ihres BrotgcbcrS stark reduzirtes Prestige zurechtzuflicken und aufzubügeln— Mühlen- dammer Arbeit, um eine Lieblingsmetapher des„Neuen" zn gc- brauchen;— anderntheilS den„Ehrlichen" im Ministerium, namcnt- lich dem Grafen Roon, der die Eigenheit hat, lange Finger nicht leiden zu können, etwelche Löcher in den Tugendmantel zu reißen, damit die Welt doch nicht sagen kann:„Seht hier den Mann mit den langen Fingern, und mit dem Gönner und Freund, der ihm Gönner und Freund ist trotz der langen Finger; ui.d dort seht die„Ehrlichen", die zwar den Jtzenplitz'schen Zeugen nicht haben verhören lassen, der weiß, welcher Minister Aktien hat und welcher nicht", die aber doch den Mann mit den langen Fingern nicht in ihrer Mitte dulden wollen!"--- der unliebsame Vergleich muß unmöglich gemacht werden, was nur möglich, indem man den Gegensatz aushebt. Demgemäß brachten die„Sauhirten" des Fürsten Bismarck vor einigen-Ziagen eine Notiz, welche den Grafen Roon In der perfidesten Weise des korrupten LandschacherS anklagte (er habe mit großem Profit und zu großem Mißvergnügen des KönigS ein aus der Dotation herführendes,„nicht zur Spekn- uns ungemein darüber, denn der öffentliche Anschlag hal fnr unser Blatt jedenfalls nicht übel Propaganda gemacht, und es dürste latioi» bestimmtes Gut an den Bankier Blcichröder verkauft.) Düfse sich einpfehlen, den„Polksstaat" jcdcömal�am jchwarjen Brett au- Notiz, welche tei Grafen Rovn auf das moralische Niveau- d>S zuschlagen, wenn cH�Artn�l über„maHürgerticke Professoren solche Anklage inS Gesicht schleudern lassen kann, das zeigt so recht eklatant, wie weit die Korruption in den höchsten Kreisen gediehen ist.>,Zn Frankreich, dem„ver- sunkencm", ist Solches uuseieS Wissens niemals dagewesen. Dw allgemeine GeschästSkrise, deren Symptom und Wirkung nicht aber Ursache, beiläufig bemerkt, der Wiener„Börsenkrach' war, macht sich bereits so ziemlich in ganz Deiztschland fühlbar am heftigsten bis jetzt im Bausach, welches ivjfhl am Innigste» mit dem Grundnngsschwindel verwachsen war."Udvdrall sind die Preise der Bauplätze und Häuser zum Theil sehr namhaft gefallen und da unter solchen Umständen nur wenig gebaut wird, die Nach' frage nach Bauarle ter» also eine relativ geringe ist, so haben die röhne im Baufäch eine entsprechende Reduktion erlitten. Auch in Berlin ist letzteres der Fall, und zwar waren der Allgemeine deutsche Maurer- und der Allgemeine deutsche Zimmerer-Bercin so klug, die Nothwendigkeiten der Situation zu begreifen und die Lage der Arbeiter nicht durch einen unter den jetzigen Berhältnissen hosinungsloseu Widerstand zu verschlimmern. Es gibt eben keine auf dem Boden der heutigen Gesellschaft stehende Organisation. und wäre sie noch so zahlreich und gut diSziplinirt, welche die Arbeit de» Fluktuationen des Markts, den Folgen der Ueber- Produktion und Krise entziehen könnte. Und nichts liegt uns also ferner als über die jetzige Haltung der beiden genannten Vereine einen Tadel aussprechen zu wollen; um Eins aber mochten wir die Leiter derselben bitten: in Zukunsl, wenn die Konjunkturen sich wie- der bessern und die Löhne steigen, den Arbeitern nicht wieder vor- zureden, es sei dies daS Werk deS Allgemeinen deutschen Maurer und Zlmmerervereiiis. Erstens ist dies unrichtig— und de: Wahrheit muß man doch die Ehre geben, auch wenn man nicht zu den„Ehrlichen" gehört— genau so unrichtig, als daß beide Ver eine am gegenwärtigen Lohnfall schuld; und zweitens ist es reaktionär, weil geeignet den Glauben zu erwecke», daß durch Gewerkvcreine, also aus dem Boden der heutlgen Gesellschaft inner- halb des Lohn- und kapitalistischen AuSbeutungssystemS, dem Arbeiter eine menschenwürdige Existenz geschaffen werden könnte, waS mit derVernrtheilung der sozialdemokratischenBewegung gleichbedeutend wäre.— — Ein Prachtexemplar von einem sogenannten„wohlmeinenden Bourgeois" sucht in der„Concordia" in fünf BvckSsprüngen (»lins Thesen) über die soziale Frage und die Arbeiterbewegung fnnwegznspringen, springt aber jedesmal zu kurz. Nachdem der- elbc„wohlmeinend" sich dahin ausgesprochen, daß eine vollstän- dige Gleichheit aller Menschen unmöglich sei— natürlich, die Herren Bourgeois können und wollen sich nicht vorstellen, wie es aussieht, wenn einmal der Arbeiter selbst und nicht der Bour geois den Ertrag von seiner(des Arbeiters) Arbeit an sich nimmt!— appellirt er an die Weisheit der Gesetzgeber und versteigt sich dabei zu nachstehender Expektoration: „Nach dem bekannten Satze, waS Einem recht, ist dem Andern hillig, übersehe der Gesetzgeber nicht länger, daß nach Beseitigung per Jesuiten, weil sie ihre Freiheit zur Unterdrückung der Freiheit Anderer mißbrauchen, eine gleiche Beseitigung der Sozial- demokraten und ihrer ans Gewalt und FreiheitS-Unter- drückuug gegen Andere berechneten Grundsätze um so weniger unterlassen werden kann, alS deren Versammlungen und Schrisien — wenn allerdings meist auch nur als Ausfluß von Kurz- .sichtigkeit und Halbbildung— geradezu zur Vergiftung geistig- sittlicher Bildung in Gegenwart und Zukunft beitragen. Läßt man es hierin länger gehen wie eS geht, so trifft den Gesetzgeber allein die Schuld, wenn früher oder später die Ausschreitungen jener durch Unverstand oder wohl auch durch Demagogie Verleiteten blutige Bestrafung zur unvermeidlichen Fol�e haben." �, msstn(Sorr'JVnmilirtti nkt. fiftt"! n( Anternationale Gewerksgenossenschaft der Schuhmacher. Holha, 5. Juli. Nachdem dcp Dresdener Kollegen den Vor- ort abgelehnt und Gotha laut Beschluß der Generalversammlung in zweiter Linie ernannt wurde, so hat sich in der a»i 3. d. M. diesem literarischen Autodafe erst nachträglich gehört und freuen ten. Das Resultat derselben wird feiner Zeit veröffenkticht werden. ZLürsen St. Aickas, 2. Juli. Am 23. Juni reserirte Hr. Otto Walster aus Dresden hier über I. Die allgemeinen Mcn- .... ä*. m. sa R.....'mra—'-r, P-- schcurechte oder die Prinzipien der Sozialdemokratie und ihre Ziele. ivulgo„breimäiiltge Faselhänse") zum Abdruck gelangt ist. Wir IL Was hat der Reichstag für die Arbeiter gcthan? Redner bc- tonte zunächst die Nothwendigkeit, die Arbeiter über die Verleum- dzuigen, welche namentlich durch die Presse der Gegner gegen die Sozialdemokraten geschleudert nmrden, aufzuklären. Mau brauche! bitten, darauf zu achten t J— x'*. H 18— 3— iBg j MW**' Gewetksgenossenschaftliches. Internationale GewerkssienoADschaft der Maurer und Zimmer r. nur die Arbeiterbewegung� zu beobachten, um zuerkennen, daß. die-' selbe nicht- von einigen unruhig*� Köpfen gemacht worden sei, selbst die Regimingen seien davon überzeugt, und nur Diejenigen, die Dresden. 5. Juli. Avis für Coburg. 1) Ja. 2) Wenn sie sich gar nicht um die Arbeitcrsache bekümmerten, sagten,„die Leute veriangt werden, sind sie vorzulegen. 3) Dieselben sind ansgc wollen theilen". Es sei aber noch keiner Partei und selbst nicht ggiigen. Im Uebrigen theile ich Ihnen mit, daß ich bereits dem CoiumuuiSmuS— der als schärfster AuSdrnck d-S Sozialis ziöciural diese Frage-r beautworttt habe. St» of, Vorsitzender.-"-a...«*2 mns gelte— eingefallen, diese confufe Idee aufzustellen. Der Sozialismus will, daß die allgomeinen Menschengüter jedem Meu- scheu zugute kommen, daß z. B. Grund und Boden StaatSeigeu- thum werde und daß derselbe Denjenigen, die sich der Laudwirth- schaft widmen wollen, pachtweise überlassen werde. Der Staat habe aber- auch dafür zu sorgen, daß de» Pächtern die beste» Ma- einberufenen Extraversammluiig der VerwaltungSraih wie folgt schinen und Instrumente von StaatSwegen beschafft werden. Es konstituirt: Bock erster, Vockrodt zweiter Porsitzender, Köllei» sei klar, daß Grund und Boden bei rationellerer Bewirthschaftung erster, Schäppe zweiter Kassirer, Koch erster, Köhler zweiter Schriftführer; alS Ersatzmänner und Revisoren wurden gewählt die Herren Weida, Baier, Groß, Postclt und Opetz. Kollegen allerorts! Wir sind fest entschlossen, soweit nur un- serc Kräfte eS gestatten, für unsere gerechte Sache jederzeit und wo eS gilt, in die Schranken zu trete»,»nd zwar um so mehr, als unsert! Lage audcreii Gewerken gegenüber immer trauriger wird. So. wie wir uns unserer Pstichr voll und ganz bewußt sind, werden wir für die Fortentwickelung unserer Gewerkschaft, auch mehr Früchte tragen würden, die dann allen Menschen zugute kommen müßten. Redner erklärt die Begriffe Demokratie und Sozialdemokratie. Die Demokratie fordere, daß der Wille deS gcsammtcn Volke» s durch die Gesetze anertanlit werde, während die Sozialdemokratie außerdem auch die wirlhschastlichen Verhältnisse regeln und die Erträgnisse der nationalen Arbelt für den Gesammtgcuuß deS Volkes bestimmt wissen will. Redner entwickelt hieraus die verschic- denen Phasen der Produktion und die Eiitstehiing der Arbe.ter- ! welche in dem verflossenen Jahre bedeutenden Zuwachs gewonnen, bewegustg, die Bcdingnngeu des Weltmarktes, Konkurrenz der Sorge tragen lind hoffen ein Gleiches von sämmtlichen Kollegen. Kapitalisten, Krieg derselben gegen einander, die Herabdrückung Ja, mein Herr, die Denunziation„sitzt"! Die geistig-sittliche „Bildung", welche die Bourgeoisie vertritt, muß unter allen Um- stände» d irch das sozialistische„Gift" verdrängt und vernichtet werden. Dieselbe Bourgeois-Klaffe. welche durch ihre Produktions- weise dem Aibciter das Familienleben zerstört, und ihn so aussaugt, paß ihm weder Zeit noch Mittel zu seiner Ausbilduiig übrig bleiben, hat dann noch die Frechheit, wie oben, von„Kurzsichtigkeit" und „Halbbildung in Versammlungen und Schriften" zu sprechen. Die„Schriften" wollen wir dem„wohlmeinenden" Bourgeois verzeihen, denn er hat jedenfalls keine solchen gelesen. Wenn»un der große Schnaps- und Papierproducent Bismarck, zu dem unser Bourgeois sein Stoßgebet um Hilfe gegen unS emporsendet, ihn erhören und die Sozialdemokraten wirklich aus Deutschland aus- treiben würde?„Tann hätten wir Ruhe!" antwortet unser„Wohl meinender". Ja, diese Querköpfe glauben allen Ernstes daran, daß man die soziale Frage durch eine ÄuStreihungsmaßregel todtmachcn und die Arbeilerbcwegni g lahmlegen könne! Fortwährend preisen sie den„verkommencn" Franzosen daS„mächtige Reich" an, in dem sie sich nicht einmal vor der„Handvoll Sozialisten", wie sie sich auszudrücken pflegen, sicher fühlen. Um effektvoller zu erscheinen wird der„Wohlmeinende" auch Prophet und prophezeit„blutige Bestrafungen" der„Verleiteten", für welche die Gesetzgebung allein die Verantwortung zu übernehmen hat, wenn sie kein Aus- weisungSgesetz für die Sozialisten inS Werk setzt!— In diesem Fall kommt uns der Umstand wirklich zu Gunsten, daß ein Pro- phet in seiücui Vaterlande gewöhnlich ausgelacht wird.— Noch eins: Unser„Wohlmeinender" behauptet, die Grundsätze der So ziäldemvkratie beruhten auf„Gewalt und Freiheitsunter' drückung gegen Andere". Bewiesen hat er seine Behauptung nicht, kann es auch nicht. Wir forder» ihn aber auf, seine Bc- hauptung zu beweisen und wollen ihm dann die Gefälligkeit thun, zu beweisen, daß chie Grundsätze seiner Klaffe nicht nur auf Ge- walt urch Freih itSberaubung berechnet sind, sondern daß seine Klaffe in Wirklsichkeit daS arbeitende Volk nicht nur gcwalt- sam an der Freiheit, sondern auch an seinem Eigcnthum schädigt. DaS wollen wir dem Herr»„wohlmeinenden" Böur- geois beweise.,! � — Wir brachten vor Kurzem einen Artikel: „Ein Bonner Professor contra Artikel deS„Voltsstaat", vom Verfasser der„Mordspatrioten", in welchem dem Bonner Profes- sor Held die i» seinem Buche„Die Arbeiterpresse der Gegenwart", bekundete Unwissenheit zu Gemüth geführt wurde und zwar auf sehr schlagende Weise. Dabei fiel einmal der Ausdruck„mast- bürgerliche Studenten", und dieser erregte den Grimm der studireuden Jugend Leipzigs so sehr, daß sie nicht nachließ, bis die betreffende Nummer des„Volksstaat"— man höre!— an das schwarze Brett angeschlagen wurde. Wir haben von Namciittich rrsuchen wir die Dclegirten, die auf der Generalver- sammlung die Ausbreitung der Gewerkschaft durch energische Agi- tation befürworteten, ihr Wort ru bethätigcn, serner werde» die Bevollmächtigten und Kassirer ersucht, durch pünktliche Einsendung der Beiträge, mit Angabe für welchen Monat, die Arbeit deS KafsirerS zu erleichtern. ES ist hohe Zeit, daß die Kollegen ein- s en lernen, daß nur durch festes und treues Zusammenhalten unsere traurige Lage gebessert werden kann, und daß wir nicht der Energie unserer Feinde, die uns tagtäglich in immer diückendere Fesseln schmieden, Muthlosigkeit entgegensetzen dürfen, wollen wir nicht in Schande untergehen. Darum auf zu gemeinsamer Ar- beit. Die bestehenden Lokal- und Fach-Vereme mögen auch von uns den Wunsch entgegen nehmen, sich der Gewerkschaft anzu- schließen und so die Kampfesreihen zu vermehren. Alle Angelegen- heilen, die BerwÄtmig betreffend, sind zu adressiren an W.Bock, Berg 37. Alle Gewerkschaftsgelder an August Köllein, Hützels- gaffe 16. Zugleich machen wir die Kollegen auf ein neues Mitglied, Georg Schnhmann aus Maroltervda bei MUhlhaafen i. Th. auf- mertsam; derselbe hat sich hier großer Betrügereien gegen seinen LogiSivirch u. f. w. schuldig gemacht, und bitten wir, unS über de» Aufenthalt dieses Menschen Nachricht zu geben. W. Bock. 1 l Correspondenzen. Leipzig, 4. Juli. Dem„Leipziger Tageblatt" wird von ver- schiedenen Seiten mitgetheilt, /.daß auch hier seit mehreren Monaten in verschiedenen gewerblichen Branchen, namentlich im Bauhand- werk, in Bezug auf Angebot und Bedarf von Arbeitskräften eine wesentliche Aendcrung eingetreten ist. Wenn auch nicht gerade ein vollständiger Ueberfluß an Arbeiter» sich bemerklich macht, so ist eö doch den Bauunternehmern und Bauleitern viel leichter geworden, ielt hätten. So z. B. habe Minckwitz bei Berathung deS Haft- sich die nöthigen Arbeitskräfte nach freiem Ermessen zu verschaffen, pflichtgesetzes von den KohlenwerkSbesitzern Zwickaus Petitionen als dies in den letzten Jahren möglich war. Ohne Zweifel hat zur Abschwächunz der Pflicht durch Amendements k. entgegen ge- der Lohne durch die Anwendung der Maschinen. Durch alles Da» seien die Arbeiter in'S Elend gerathcn, der Lohn reicke nicht aus, um den Anforderungen an daS Leben zu genügen; diese Fordcrun- gen seien keineswegs überspannt und beruhten nur auf der jewei- � ligen LebenSanschauung eines Volkes, auf dem Bewußtsein, daß jeder Mensch ein Recht auf die materiellen Güter dieser Erde habe; die Arbeiter verlangten nicht abgeschmackte Lebensgenüsse, aber sie brauchten ausreichende sowie anständige Kleidung und Wohnung. Sobald der Arbeiter aber diese»öthigsten Lebensbedürfnisse irch; befriedigen kann, so entsteht ein Gefühl deS Unbehagens, des Unterdrückiseins, und obgleich die materieü Gedrücktesten am spä- testen zum Klassenbewußtsein kommen, so schreitet doch die Mensch- heit rasch vonvärts. Je rascher, desto besser! Hauptbediugung sei die Organisation; laut müßten die Arbeiter ihre Ktagen vortragen und immerfort wiederholen durch ihre Vertreter im Reichstag; so lange freilich die Arbeiter keine» Vertreter im Reichstag haben, so lange dürfen sie auch Nichts ftir sich erwarten. Was habe der Reichstag für die Arbeiter gethan? Soviel als Nichts! Habe der Vertreter des 19. Wahlbezirks, Minckwitz, etwas von sich hören ip; lasse»? Derselbe habe mit mehreren Abgeordneten eine Aktien-! h, gesellschaft gegründet, um Bauplätze um Berlin herum anzukaufen Ist und dieselben thencr wieder zu verkaufen. Statt daß der Reichs- ifc, tag hätte Maßregeln zur Linderung der Wohnungsnoth treffen H sollen, haben Abgeordnete dieselbe verschlimmert. Die Arbeiter„i sollten nicht murren, ohne sich gefragt zu haben: hast du Alles gethan, waS deine Pflicht war? be An der Debatte betheiligtc» sich: der Unterzeichnete, Wirth aus c» Wieseln und Thomas aus Röblitz. Allerseits wurde die Roth-«r wendigkeit hervorgehoben, einen Arbciter-Candidaten in den Reichs- tag zu wählen, da der Reichstag Nichts für die Arbeiter gethan m habe, und die Nationalliberalen die Regierungsvorlagen uingemo- y, zu diesem Umstände der beträchtliche Zufluß auswärtiger Bauhand werker beigetragen, während eine Verringerung von Neubauten in unserer Stadt nicht erfolgt ist. Eine weitere Folge des vermehrten Angebots von Arbeiter» zeigt sich in der größeren Höflichkeit, die jetzt den Arbeitgebern seitens der von ihnen beschäftigten Leute all- mälig wieder zu Theil wird." Sodann entlehnt das„Leipziger Tageblatt" dem„Dresdner Anzeiger" noch folgende„bedeutungs- volle, wenn auch nicht unerwartete" Bekanntmachung an alle Baumeister Architekten und Bauherrn in Dresden und Umgegend: DaS bedeutende Angebot von Bauhandwerkerli und Arbeitern hat uommen und im Reichstag eingebracht— daß für die Arbeiter fast Nichts übrig geblieben sei. Nachdem noch ein Hoch auf die Sozialdemokratie ausgebracht und zum Eintritt in die Partei und den Arb.-Bild.-Verein aufgefordert war, wurde die Versammlunz geschloffen, von der wir erwarten, daß die Saat nicht unter die Dornen gefallen sei» inögc, sonst werden wir gelegentlich fragen: Hast Du denn Deine Pflicht gethan? Mit sozialdemokratischem Gruß: A. W. Döhn. Wlohsdors, 2. Juli. Fabrikauten-Spiegel. Im Monat November 137c) trat ich im Contor'Neu- Schweizerthal als Ar Ist uns veranlaßt, hier in Dresden ebenfalls, so wie jetzt in Berlin, heiter ein. Kaum einige Tage dort, war es allgemein bekannt, n,.. evi_______ � � i � � 4(*:....w_____ v..—__ w... ar..«. den Lohn für Bauarbeiten wieder in das richtige zeitgemäße Ver- Paß ich ei» Sozialdemokrat sei und ich wurde von den Arbeiter» si hältniß zurückzuführen, mnd ist in der letzten Versammlung be- wie ein Wunderthier betrachtet. Als ich das Personal einiger- schloffen worden, vom und Zimmerarbeiten 3 D zu bezahlen." Demgegenüber weiker rathen lassen, in der„größeren Höflichkeit" zu den Arbeit gebern nicht zu weit zu gehen, denn sonst konnte eS leicht geschehen, kam, erkühnten sich zwei Burgstädter Parteigenossen, im Schweizer- thal von Stube zu Stube Stimmzettel für Spier zu vertheile«,£ daß sie-in Folge des„vermehrten Angebots" von Arbeitskräften was den Lager-Dircktor Herrn Rädel, 48er Angedenkens, vcra»- z, auS purer„Höflichkeit," gleich ihren Dresdner Genossen, in eine laßtc, eine Wählerversammlung für Schweizerthal in dasiger � Lohnreduktion willigen müssen Im Anschluß hieran, sei noch einer Volksversammlung Er- wähnnng gethan, die die Dresdner Bauarbeiter am 3. Juli gegen die beabsichtigte Lohnreduzirnng abhielte». Der„Dresdner Volks- böte" sagt über die Betheiligung an dieser Versammlung, daß der die Gallerien und Nebenräumc bis aus den lcyteii Platz Restaurasson zu berufen. eröffnete dieselbe mit einer kurzen Ansprache, worauf Herr gkäcel das Wort ergriff. Er rühmte sich der persönlichen Bekanntschaft deö Candidalen Biedermann von 48 her und strich ihn und seine Handlungen im vortheilhastesten Lichte heraus. Aul Schluß seiner Saal, die Gallerien und Nebenräume bis aus den letzten Platz � Rede forderte er die anwesenden Arbeiter auf, für denselben z» dichtgesüllt waren, auch die Treppen, der Hof k. wäre« von stimmen, und er ließ auch gleich abstimmen. Da war— o wel- p Hunderten besetzt, welche in dem 4— 5900 Personen fassenden Saale cher Schrecken— ich der einzige, welcher dagegen stimmte. Das keinen Platz finden konnte». Die Haltung der Bauarbeiter war glänzend und wird den Maurecmeistern den Much benommen Resultat der Abst niniung hatten hauptsächlich zwei Tonnen Frei-( bier bewirkt. Meine Abstimmung mochten diese Herren für eins h haben, die beabsichtigte Lohnreduzirnng, welche Gegenstand der Herausforderung betrachten, denn man stürmte aus mich cur und* Tagesordnung war, eintreten zu lassen.— Die Versammlung erklärte endlich den Caiididaten Spier für einen Verbrecher. R«ßjj richtete eine telegraphische Anfrage an die Bauhandwerker zu Berlin, um zu erfahren, wie die dortigen Verhältnisse der Berussgenossen sich gestalten; darauf traf, leider zu spät, um noch verlesen zu werden, folgende telcgraphische Antwort ein:„Berlin. Alles gut, wir kennen keine Furcht. Eine große Versammlung hat die Einig- keit befestigt und man wird fest stehen. Watlher."— lind was gedenken die Leipziger Bauhandwerker zu thun, um einer eveu- tuellcu„zeitgemäßen" Lohnreduktion zu begegne»? -kdipzig. Zu den Landtagswahlen. Der Leipziger Landkreis hat den Reudnitzer Konsumvereinövorsitzenden, Kaufmann und Hausbesitzer Sparich zum Wahlkandidaten für den Landtag vor- geschlagen. ES ist dies derselbe Aiann, der in der Eldorado- Wählerversammlung vom Oktober v. I. den von unserm Freunde Stelzer an das Bureau beförderten Zettel, durch welchen dieser „um's Wort" bat, unbefugter Weise zerriß und dadurch zu den Szenen führte, welche TagS darauf den hiesigen beiden Lokal- blättern derartigen Stoff zu Verläumdungcn gegen unfern Verein gaben, daß gerichtliche Klagen gegen sie angestrengt werden muß- trat ich für denselben ein, widerlegte in kräftigen Worten dieft Behauptung, und legte das Manifest des Brannschweiger Aus- schusscs klar. Darauf entspann sich eine heftige Debatte; ich hatte eö mit vier der höchste» Offizianten zu thun, ich trug aber de» Sieg davon. Nach der Wahl gaben die Chess, die Herren Herr- mann Boigtläiidcc-Tetzncr»en. und Herr Wilhelm Kreßner heil»- lich den Befehl, mich bei der geringsten Beranlassuiig sortzujagc», was ihnen aber trotz aller Jntrignen in einem Zeitraum vo» zwei ei» Viertel Jahren nicht gelingen wollte. Da endlich war der Stein des Anstoßes gefunden. Ich hatte als unverbesserlicher Sozialdemokrat die unerhörte Frechheit, eines Sonntags Nach»»1' tagö einer Volksversammlung in Wittgensdorf und denselben A)e»»( einer Abendunterhaltung des Manufaktur-Arbeiterbundcs' in Burg'\ städt beizuwohnen. Ein wackeres Parteimitglied, NarnenS Müller,! begleitete mich. AbcndS halb 11 Uhr nach Hause gekomme»,, wurde Müller von seiner Frau mit heftigen Vorwürfen empfange»; und am andern Tag hatte dieselbe nichts Eiligeres zu thun, al; i dem Herrn Direktor zu berichten, daß ich der Urheber sei, ich vel-! j ( führte ihren Mann, ich bringe ihm den„VulkSstaat" und zwinge ihn zum Mitgehen. Das war nun Grund genug, mich zu ent sttnen. Herr Direktor Caro kündigte mir auf 8 Tage. Auf meine Frage, was ich verbrochen habe, antwortete er mir wörtlich: »Iis ist doch nicht nur, daß man produzirt, man muß doch auch ionkurriren können-. Nun, ei» schöneres ArmuthSzeuzniß konnte sich die weltberühmte Firma„C. A. Tetzner& Sohn in Schwei- Mhal bei Burgstädt- nicht ausstellen. Die eigentliche llrfachc meiner Entlastung mir mitzutheilen, dazu hatte Herr Caro nicht de» Muth. Kanin war ich anderwärts in Arbeit, so ließen es sich Herr Emil Boigtländer-Tetzner jun. und Herr Verwaltungsdirektor Hirlh sehr angelegen sein, meine Frau während meiner Abwesenhelt mit dem ÄuSzieheu zu plagen;-«sterer hatte sogar die Sinz besondere Gewogenheit, meiner Frau, nachdem diese ihre Entbindung l0 Tage hinter sich hatte, anzuzeigen, daß er fic mit ihren Kindern heraussetzen lasse, wenn sie nicht binnen 6 Tagen die Stube geräunit habe. Wäre dieser Herr des Sonntags zu mir gekommen, so würden wir wohl mit einander fertig geworden sei», aber mit einem Manne Stirn gegen Stirn zu verkehren, d«zu war dieser Herr nach ächter Bourgeoismanier viel zu feig. Er zeigte seineu ganzen Muth darin, eine schwache Wöchnerin zu peinigen, und die schamlosesten Verleumdungen in Bezug ans meine Person loszulassen. Dies Alles kennzeichnet aber die Herren Chefs auf daS Trefflichste. Herr Kreßncr hat als Schöfsenrichter noch »ichjj gelernt, daß man einen Angeklagten erst hört, bevor man ihn vcrurtheilt, und Herr Voigtländer-Tetzner seu. konnte es mit seiner Rilterehrc und seiner königl. friedcnsrichterlichcn Würde vireiubareii, ein solches Unheil gut zu heißen. Wersen wir nun einen Blick in die Fabriken(cS gehören zwei Fabriken, Alt- und Neu-Schweizcrthal daz»), und treten wir z. V. im Sommer in einen der oberen Säle, so finden wir eine erdrückende, dicke Luft darin, welche sehr nachtheilig auf die Gesundheit der Arbeiter wirken muß. Im Winter hingegen eine strenge Kälte. Das ist sehr natürlich. Die Dämpfe sind theucr, sie müssen ge spart werde», und es werden eben nur so viel Dämpfe in die "Säle geleitet, um die Maschinen in Gang zu bringen. Ob sich ch ein langes Thal vor; rechts den Chemnitzfluß, links steile Fel- sen, an welch letzteren fich die Wohnhäuser lehnen, welche die Herren Chefs für die Arbeiter bauen ließen. Die Arbeiter wohnen »der nicht etwa gratis, bei Leibe nein, sie zahlen eine ziemlich hohe Miethe, welche alle 14 Tage vom Lohne abgezogen wird, damit die Arbeiter nicht etwa in die Verlegenheit kommen, die Äiethe nicht bezahlen zu können. Mittendurch geht die Straße, die bei nur halbwegs ungünstiger Witterung einen Morrast bildet, daß kaum fortzukommen ist. Da kann sich Jeder denken, daß diese Wohnungen kalt und feucht sein müssen, und es ist thatsäch iich so. In diesen dumpfen Löchern müssen nun die Arbeiter, die den ganzen Tag in schwüle» Sälen arbeiteten, de» Abend und k» die Nacht zubringen, kein Wunder, daß sie durchgängig siech und 11' hohlwangig aussehen. Und dennoch wolle» diese Leute nicht ein- ! sehen, daß wir für ihr Wohl einstehen. Noch Eins möchte ich bemerken: Eines Tages kam ein Arbeiter ins Contor zum Direktor t" Herrn Caro mit der Klage, daß er seinen ihm zugesicherten Lohn ter nicht erhalten habe. Dieser antwortete ihm, daß er, wenn er nicht leS dafür arbeiten wolle, gar nicht wieder in den Saal an die Ar- beit, sondern gleich fortgehen könne. Einige Zeit daraus blieb uS ei» anderer Arbeiter eineu Tag von der Arbeit weg, um sich nach Ih' anderer Arbeit umzusehen; am nächsten Morgen wollte er sein >*' Attest haben, welches ihm aber der Direktor mit dem Bemerken aü!«erweigertc, daß er 14 Tage zuvor kündigen müsse. Dem Arbeiter cholltc das nicht einleuchten und er ging wieder. Sofort wurde seiner Frau, welche zu Hause für die Fabrik arbeitete, die Arbeit entzogen und die Wohnung gekündigt, ja sogar seiner ca. 10 Jahre alte» Tochter, die Wollabgängc auslas� dieselben wieder abgenom- Nun. Will man nun auf der einen Seite Kündigung eingehalten wissen, so darf man auch einen Arbeiter nicht gleich so ohne Aiciteres fortjagen. GejäUt man sich hingegen, dergestalt mit den Arbeitern umzuspringen, so muß uian es sich auch gefallen lassen, wenn ein Arbeiter sofort abgeht. Noch habe ich hinzuzufügen, daß die Arbeitszeit von ftüh 6 bis Abends 7 Uhr ohne Frühstücks- und Besperzeit festgestellt ist, l>nd nur mit einer Stunde Mittag unterbrochen ist, welche nach Umstände» sogar noch auf eine halbe oder dreiviertel Stunde rer- Airzt wird. Heinrich Schenk. Neichenverg, S. Juli. Wir Arbeiter in den Eisenbahn-Wert- hätten Neichenbergs(Böhmen), ZL0 Mann, wurden von der Ge- »erat-Direktlon in Wien mit einer Wcrkstatt-Ordnung bedacht, l>nd man forderte mit kurzen Worten von uns, die neue Werkstatt Ordnung zu unterschreibe» oder wir würde» entlassen.— Einige Arbeiter hatten dieselbe auch wirklich unterschrieben, ohne fu gelesen zu haben. Es sind Bestimmungen in dieser W.rkstatt- e"' Ordnung enthalten, die jeden Arbeiter verpflilbten, Tag und Nacht llli N arbeiten, wenn eS die Vorgesetzten wünschen, ja selbst seinen i** Gedanken find Grenzen gesteckt. Und so wäre alles dazu angc- lha», de» Arbeiter zum Leibeigenen des Arbeitgebers zu machen. % H» einer Versammlung am 23. Juni wurde von sämmtlichen Ar- beitern beschlossen, diese Werkstatt- Ordnung nicht anzunehmen; der Beschluß wurde der General-Direktion schriftlich überreicht und Lleichzeitig eine verbesserte Werkstatt- Ordnung vorgelegt. Montag, den 1. d. M., wurde unS einfach gesagt: Denjenigen, el' welche nicht unterschreiben, ist von heute bis zum IS. gekündigt. .— Wir Arbeiter nahmen selbstverständlich die Kündigung an.— Gestern, den 4. Juli, wurden 6 Lehrlinge plötzlich entlassen, weil :'|te bieselben ebenfalls nicht unterschrieben halte».— Heute, den 11 S- IuU, wurde von sämmtlichen Arbeitern erklärt, wenn die 6 iu» Lehrlinge nicht sofort wieder iu Arbeit genommen würden, so itft würden sie sämmtlich die Arbeit einstellen. Die Vorgesetzten fügten sich und werden wir bis zum 15. Juli noch arbeiten. Heute sind nun nach allen Gegenden Agenten nach Arbeitskräften OuSgefcndet worden und namentlich nach Deutschland.— Wir warnen daher alle Holz- und Metallarbeiter vor Reicheubcrg (Böhmen). Unser Lohn ist von 80 kr. bis 1 fl. 40 kr. Fachgenossen! Arbeiter! haltet Zuzug fern. Mit Brudergruß für das ComitS: Bernhard Köhler, Gasthaus zum„Hirschen", Nollgasse, Neichenberg. Aerkin, 4. Juli. Durch die Lokalpresse und durch einzelne en j Correspondentcn werden Sie wohl schon benachrichtigt sein, daß "P to' gtsauimte» hiesigen Stuhlarbeiter die Arbeit niedergelegt haben. ' Bei per Wichtigkeit dieses Ereignisses glaube ich gut zu lhun, wenn ii bcm»Bolksstapt" einen chronologisch geordneten Bericht über den Dtrlauf der Bewegung bis dato liefere. Vor zwei Jahren brach *'» einigen Weberbranchen ein partieller Strike aus, der damals pe für die an demselben Betheiligten ein nur wenig beftiedigendeS Resultat zur Folge hatte. WaS aber noch viel schlimmer für die Weber war, sie hatten nichts aus der Bewegung gelernt. Der zur Zeit des Strikes blühende Strikeverein ging fast ein, ohne daß bessere Organisationen aus demselben hervorgegangen wären. Nur eine kleine Anzahl von Weber» trat zu einer Mitgliedschaft der ..Internationalen Mannfacturarbeiterschaft" zusammen, ohne Wesen t- lichen Einfluß auf ihre Berufsgenossen ausüben zu können. Was war natürlicher, als daß die wenigen unbedeutenden Früchte deS Strikes bei der nächsten GeschäftSkrists verloren gingen. So kam es nun, daß die Weber trotz der Preissteigerung aller Lebensmittel in Betreff deS Lohnes auf derselben schon damals sehr niedrigen Stufe stehen wie vor S Jahren. DaS soll und muß geändert .verde»! Zuerst, zu ihrem Lobe sei es ausgesprochen, rüttelte» die Gesellen au ihrem Joche. Am 4. Mgi riefen sie eine Versammlung zur Besprechung ihrer Lage ein. Ursprünglich gelangte» nur Frage» von verhaltnißmäßig nebensächlicher Bedeutung zur Besprechung. Doch fanden sich Einige, die darauf aufmerksam machten, daß die Lage der Weber im Großen und Ganzen schlecht sei und daß, be- vor Ncbenfragen erledigt werden, ein höherer Lohn e zielt werden müsse. Einige Tage später tagten die Meister zu demselben Zwecke; ihre Versammlung nahm einen ähnlichen Verlauf, es wurve sogar in dieser Versainuilung die in den meisten Punkten reaktionäre Petition des Dresdner Handwerkertages angenommen. Einige Meister besseren Schlages wiesen jedoch daraus hin, daß reaktionäre Maßregeln gegen die Gesellen den Stand nicht halten können.— In beiden Versammlungen wurden Kommissionen gewählt um weitere Schritte zu thun. Die Kommission der Meister entwarf einen Tarif, der eine Lohnerhöhung von 50—60 Proz. invotvirte. Dieser Tarif wurde zuerst in einer Versammlung der Jnnungs- meister am ö. dS. Mts. dann am 11. dS. MtS. in einer Ver- jaminlung sämmtlicher selbstständiger Stuhlarbeiter berathen und für annehmbar gefunden. In der letzten Versammlung wurden folgende wichtige Beschlüsse gefaßt: 1) Daß, um einer Zersplilte- rnng vorzubeugen, nicht die einzelnen Meister, sondern nur die gewählte Kommission mit den Fabrikanten unterhandeln sollte. 2) Wenn die Fabrikanten die Forderungen nicht bewilligen, so sollen die Werkstätten am 1. Juli geschlossen werden. Die Gesellen schloffen sich diesen Forderungen an.— Auch die Umgegend wurde bearbeitet und von den dortigen Berufsgenossen das Versprechen gemeinsamen Zusammengehen« gemacht, was hossnitlich auch gehalten werden wird. Die Fabrikanten sahen jetzt ein, daß sie den gemüthlichen Webern gegenüber etwaS thu" müßten. Der erste >aft »iie »er X us' alt« de» -rr' in«' zeib voa rat cher nib wenig gethan werden kann, ist die Agitation nach außen in letzter Zeit um so lebhafter betrieben. TheilS sind die alten Positionen befestigt, theil« neue gewonnen, namentlich trug das Erscheinen Horcks sehr viel dazu bei. Am 10. d. M. war Volksversammlung in Quedlinburg, wo A orck(Hamburg) und RUbner(Braun- schweig) unter großem Beifall referirten. Am 14. d. M. fanden drei Versammlungen statt."JJorrf und Pfilipp sprachen in Thale, Rübner in Harzgerode, wo durch Naters und Fischer eine Mit- gliedschaft vor einigen Wochen gegründet ist. Hagemann und Unterzeichneter wirkten in Quedlinburg, wo über daS in Aussicht genommene Arbciterfest beschloffen wurde. Den 15. d. M. sprachen Voigt und Pfilipp in einer Volksversammlung in Hornhausen. Sonntag den JJ2. Mai findet wieder eine Volksversammlung in Thale statt. Sämmtlichc Versammlungen waren von dem besten Geiste beseelt. Parteigenossen! unsere Sache gewinnt hier immer mehr Boden. Darum wirkt überall» so viel ihr nur könnt, für die Organisation unserer Partei sowohl, als für Verbreitung de« „Volksstaat" und Gewinnung neuer tüchtiger Mitglieder. Mit sozialdemokratischem Gruß I. A.: Das Agitations-Comitö, Martini, Schriftführer. Kornhause» bei Hscherskeven. Den IS. Juni fand hier wieder eine öffentliche Versammlung statt, und da Jedermann Zu- tritt hatte, war dieselbe zahlreich besucht, auch war der Herr Schulze sowie verschiedene Groß- und Kleinbauern anwesend. Auf der Tagesordnung stand:„Die Lage der Arbeiter und ihre Verbesse- rung." Hierzu waren als Referenten Voigt und Pfilipp au« Halberstadt erschienen. Zuerst hatte Pfilipp da« Wort. Derselbe legte unter allgemeinem Beifall klar, wie eö zugehe, daß der Ar- bester trotz aller Anstrengung, selbst wenn er es sich am Munde abdarbt, eS zu nichts bringen kann, ja nicht einmal, trotz seiner vielen Arbeit, als Mensch epiftiren kann, weil der Arbeitgeber drei Theile vom Ertrag der Arbeit als Gewinn in die Tasche stecke und dem Schaffer des Werthes ein Drittheil, in den meisten Fallen noch weniger, als Lohn in die Hand drücke. Dies sei aber un- gerecht und könne nur geändert werden durch genossenschaftliche Arbeit, die dem Arbeiter den vollen Ertrag seiner Arbeit garantire. Ein hiesiger Oekonom, auch Schafmeister nebenbei, erklärte. mit dem Vortrag Pfstipp'S nicht einverstaudeu zu sein; wir wollten nur theilen. Der gute Mann meinte, er wolle behalten waS er hätte. Hierauf widerlegte Pfilipp denselben in dem oben schon anaedeuteten Sinuc. Er betonte namentlich, daß die Theiler nicht auf unserer, sondern auf jener Seite zu suchen seien. Der gute Schritt ihre» liebevollen Entgegenkommens bestand darin, daß sie, Mann aber sowie mehrere Seinesgleichen, von den Ausführungen du sich auf so und so viel Fabrikaulentagen geeinigt hatten, nicht..............-— wollten, daß die Meister und die Gesellen einig seien, sie ver- weigerten deshalb mit den Komm.ssivnen zu unterhandeln. Den Einzelnen wollten sie eine Zulage gewähren. Diese Einzelnen de- saßen aber ManncSmuth genug, dieses Danaergescheut, das sie um ihre Einigkeit bringen sollte, auszuschlagen. Die biederen Patrioten, Rälhc und Geheimräthe ließe» sich nicht herab mit de» Vertretern derer, die für sie arbeiten, zu unterhandeln und so ist es zum Aeußersten gekommen. Am 1. ds. Mts. legten über 4000 Stuhlarbeiter ihre Arbeit nieder. Es ist allerdings viel, daß die Stnhlinchatcr 50 Proz. Lohnzuschlag verlangen, es ist aber der vesteBeweiS ihrer traurigen Lage, daß sie dieses verlangen müsse», renn mit dem Zuschlag würden sie erst einen Lohn von 6— 7 Thlr. haben. Ist dies den Herrn Bourgeois zu viel, so möge» ein Dutzend aus ihrer Mitte beweisen, wie man eine Familie billiger ernährt, eher werden, und hoffentlich brauchen die Stuhlarbeiter nicht von ihrenForderungeu abzulassen. Wid gratuliren den Webern zu ihrem Heldenmuthe und hoffen, daß sie jetzt geeint aus ihrer Bewegung vaS Nölhige für die Zukunft lernen werden. F. Kakverstadt. Da seit geraumer Zeit über die Thatigkeit am Orte wie außerhalb im„Bolksstaat" nichts veröffcistlicht worden, werden die auswärtigen Parieigenosseu annehmen, wir lägen müßig auf der Bärenhaut. Dem ist nicht so! Allerdings kann hier am Orte nicht durchgreifend für die Sache der Arbeiter gewirkt wer- den, denn es gehört vorläufig zu den Uumöglichkeite», ein Lokal zu einer Versammlung zu erhalten; so hat es die Polizei hier ver- standen. Dieselbe scheint im Reich der Gottesfurcht und fromme» Sitte allmächtig zu sein, die Wirthe zu beeinflusse» und zu solchen Maßregeln wird von Seiten der Geldsäcke der größtmöglichste Vorschub geleistet.— Sogar daS hiesige Intelligenz- und Käse- blast versuchte in mehreren Jeremiaden, überschrieben„ Der Sozialis- mus, das Grab aller Kulturgüter", Slaat und Gesellschaft zu retten, wohl wissend, daß unS kein Lokal zu öffentlichen Bersamm lungen zur Verfügung steht, um den Schreiber sowohl, wie sein Geschreibsel iu das gehörige Licht zu stelle». Nachdem im besagten Artikel dem Sozialismus allerhand Unsinn, sogar„gemeingefähr- liche" Eigenschaften unterschoben, wie z. B. das Zerstören von Religion, Eigenlhum, Patriotismus und anderer schöner Dinge, was manchem Ausbeuter, Aktionär, Börsenschwindler und sonstigen Beutelschneider Gruseln und Gänsehaut verursacht haben mag, wird auch den wissenschaftlich gelehrte» Leute» angerathe», in den Versammlungen uns entgegen zu trete» und uns eines Besseren zu belehren. Es heißt umer Auderm: Die Leistungen der Arbeiter werden immer geringer und ihre Ansprüche immer größer; wo will das zuletzt noch hin? Der Verfasser führt als Beispiel deu Loh» eines Berliner SlciuträgerS an, welcher nach feiner Behauptung im Accord täglich 6 Thaler verdient. Dies mache jährlich eine runde Summe von 1500 Thaler, während ein Kreisrichter nur 500 bis 600 Thaler Gehalt hätte, der aus seine Ausbildung sehr v.el Zeit und Geld verwandt hätte. Der Verfasser führt an, daß die heutigen Zustände ganz gerecht seien. Das Verhältniß des Arbeiters zum Arbeitgeber sei noch nie so günstig in Bezug des Lohnes für mangelhafte und wenige Arbeit, die der Arbeiter liefert, gewesen. Dem sozialen Uebel sei nur dadurch abzuhelfen, daß mehr gearbeitet werde und daß sich die Arbeiter die unnvthigen Bedürs- nisse abgewöhnten. Welche„Bedürfnisse", sagt der Verfasser nicht, jedenfalls genügen demseldeu 12 bis 16 Stunden Arbeitszeit noch nicht, um die wenige schlechte Rahningju verdienen, welche der Arbeiter zu sich nimmt, und die paar Stunden Ruhe, damit der Körper zum audereu Tage wieder die erforderliche Kraft besitzt, die Arbeit fortzusetzen. Bei alledem muß der Arbeiter»och froh sein, mit seiner Familie knapp Kanosfeln und trocken Brod zu habe». Nicht genug, daß der Arbeiter sich abschindet Tag für Tag beinharter, ja sehr oft Leben und Gesundheit gefährdender Arbeit in Schacht, Feld, Fabrik oder Werkstatt, wo ihm bei aufreibender Anstrengung der Hunger die Eingeweide durchwühlt, nein er soll sich noch Bc- dürsnisse abgewöhnen. Ist das nicht der frechste Hohn, dessen ein Mensch fähig ist? Schließlich verlaiigt__ der Verfasser vom Staat wirksame Maßregeln, dem Treiben der Sozialdeinokraten zu steuern und schließt seinen Bericht mit dem�srommen Wunsche:„Wenn nichts hilft, dann hilft die Krupp'sche." Merkt cS Euch, Ihr Ar- beiter, dies sagen Leute, welche eure Arbeit als gesetzlich und rechtlich erworbenes Eigenthum als Kapital aufspeichern. So ist's im Reich der Gottesfurcht und ftommen Sitte, das eben da« Reich der Reichen ist.— Obgleich am Orte selbst vor der Hand sehr») Hoffentlich werden fich die Bielefelder Parteimitglieder um die Pfilipp's nicht überzeugt, wandten sich zum Ausschank, um i;ren Groll über die verführten Arbeiter hinab zu spülen. Ein schlichter Arbeiter bemerkte noch, daß, wenn auch Mancher hier im Saal sei, dem die Worte Pfilipp's nicht gepaßt hätten, doch den armen Leu- ten der Vortrag sehr gefallen habe. Sodann sprach Voigt über Organisation und forderte zum Anschluß an die Partei auf. E» wurde sodann folgende Resolution abgefaßt und fast einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung beschließt und erachtet es für nothwendig, daß sämmtliche Arbeiter HornhausenS sich der so- zialdemokratischen Arbeiterpartei anschließen." Es traten dann auch sofort noch 31 der Partei bei, so daß die hiesige Mitgliedschaft circa 80 Mann stark ist, und hoffen wir in kurzer Zut noch mehr zum Eintritt zu bewegen. Mögen die Parteigenossen überall in gleicher Weise thätig sein. Mit Brudergruß der Vertrauensmann. Erefetd, 5. Juli. Der Färberstrike dauert fort. Wir machen die Färber anderer Städte darauf aufmerksam, daß die hiesigen Fabrikanten Seide nach anderen Orten abgeschickt habe». Wir ersuchen die Genossen uns in dieser Beziehung, namentlich die Elberfelder und Schweizer, nicht Konkurrenz zu machen. Für daS Comitä der strikenden Färber: Buttermann. Aiekefekd, 21. Juni. Auf Wunsch mehrerer hiesiger Partei- genossen entschloß sich Scheil von Bremerhaven aus hier nieder- zulassen. Die hiesigen Mitglieder des AUg. deutsch. Arbeiterverein» fanden sich in Folge dessen veranlaßt, überall ausznsprenze», Scheit sei von den hiesigen Bourgeois cngagirt, um die Mitgliedschaft deS Allg. deutschen Arb.- Vereins zu untergraben resp. denselben zu sprengen. Unbekümmert um die Lächerlichkeit sowie die Erbärmlichkeit dieses ausgesprengten Gerüchte! entfalteten wir sofort unsere Agi- tation, und gelang eS uns in dem benachbarten Ort Brakenwede am 15. d. M. trotz der Anstrengungen der Anhänger Hasenklever'S, welche zahlreich erschiene» waren, eine Mitgliedschaft zu gründen. Am 14. d. M. stattete Scheil dem Allg. d. Arb.-Verein in öffentlicher Mitglieder-Bersammlung einen Besuch ab und erklärte den guten Leuten, daß er, unbekümmert um ihre boshaften An- griffe und Verleumdungen, die Agitation betreiben würde, wie er es für Recht halte. Auf die sinnlosen Angrisse der Anhänger deS„Neuen" hier näher einzugehen halten wir im Interesse unserer Fraktion für überflüssig. Kurz und gut, die hiesigen Unfehlbaren schwebten in großer Gefahr, und eS mußte Alles aufgeboten werden, ein RettungS- mittel für die Bedrängten herbeizuschaffen. Plötzlich, Freitag am 20. d. M., wurde von ihnen eine große Volksversammlung einberufen. Richter ans Hannover war Referent. Er sprach über den Preßgesetz-Eutwurf und die Beschluß- Unfähigkeit des Reichstages. Sein Vortrag war ein wahres Seil- tänzer-Kunststück.— Nach ihm ergriff Scheil das Wort und brachte einige Logik hinein. Am Schlüsse wies derselbe aus die Ungerechtigkeit hin, welche in der Ablehnung des Antrages der Offenbacher Mitglieder auf der letzten General Versammlung de« AUg. d. Arb.-VereinS zu Frankfurt a. M. lag. Jetzt verlor,»ach- dem noch Parteigenosse Scheil und Unterzeichneter gesprochen, der große Agitator Richter den letzten Rest von Logik, und stellte in böchst eigner Person den Antrag, daß der Beschluß gefaßt werden möge, den Scheil in keiner Volksversammlung mehr sprechen zu lassen. Trotzdem daß ein Mitglied bei Allg. dcutfchen Arb.-Verein« (Bohle) sowie der Unterzeichnete dagegen sprachen und auf die Unsinnigkcit eines solchen Beschlusses aufmerksam machten, ließ der Vorsitzende(Bevollmächtigte Zw in er) darüber abstimmen und die Majorität nahm den Antrag an. Richter war befriedigt. denn er sprach nicht mehr, und nach dieser Hcldenthat wurde die Versammlung unter großer Aufregung geschlossen. Die guten Leute werden bald einsehen, daß sie(wie ihnen vor der Abstimmung vorher gesagt wurde) sich durch einen solchen Beschluß in daS eigne Fleisch geschnitten haben. Wir besitzen hier einen Sozialdemokratischen Arb.-Verein und die fanatischen Anhänger des„Neuen" thun alles Mögliche, dem- selben neue Mitglieder zuzuführen.*) Mit sozialdemokratischem Gruß: Heitbrinck, Vertr. �ZamHerg, btn 29. Juni. Am 24. Juni hielten wir hier eine fjrüßc Volksversammlung ab, in welcher Herr Dcmmler auS Geyer refcrirte. Tagesordnung war:.Die Sozialdemokratie und ihre Gegner." Auch H. Grillenbcrgcr au« Nürnberg war anwesend Die Versammlung war gut besucht. Demmlcr wie« nach, daß gerade die Gegner der sozialdemokratischen Partei Diejenigen seien, welche alles Elend über die darbende und bedrückte Menschheit durch die Ausbeutung und Verdummung verschuldet haben. Dann ging er über auf die Pariser Kommune; in die Beifallsrufe stimm- ten auch Viele von der Bourgeoisie mit ein. Schließlich forderte Redner auf, den.Volksstaat" und daS.Demokratische Wochen- blatt" steißig zu lesen.— Grillenbcrger schilderte die heutigen Zustände der menschlichen Gesellschaft und wie« nach, daß gerade das Geldprotzenthum die wahren.Theiler" seien und nicht die Sozialdemokraten. Sodann rügte er noch auf Interpellation die alberne Behauptung de«.Bamberger VolkSblatteS", die Sozial- demokraten sagten, daß Kopfarbeiter keine Arbeiter seien. Unter- zeichneter forderte dann zum Einzeichnen in die Parteiliste auf, welcher Aufforderung auch vielseitig entsprochen wurde. A. Mamme, Vertrauensmann. Speyer. Schon seit der vorjährigen VolkS-Berfammlung glaubten sich die hiesigen Winkelblätter, voran der.Speyerer An zeiger" berufen, bei jeder ihnen passenden Gelegenheit über die Sozialdemokraten herzufallen. Letztgenannte« national-scrvile Käse- papier entblödete sich nicht, dieselben theilS direkt als Wühler, Strolche, Lumpen, Diebe, Räuber, Mörder:c. hinzustellen. Da, auf einmal kam Hülse in der Person des Parteigenossen Weiß, welcher un« über daS Thema:..Die jetzigen gesellschaftlichen Zu- stände und die Bestrebungen der Arbeiter" einen fast zweistündigen, gediegenen Vortrag hielt. Er geißelte zuvörderst daS saubere Benehmen dcS.Speyerer Anzeiger«", refp. des Redakteurs desselben, indem er dessen tollen Uusiun klarlegte und die Verleumdungen zurückwies. Dann richtete er sich an die Kleingewerbetreibenden und suchte diesen zu beweisen, daß ihre Lage mit der der Arbeiter identisch sei, indem sie eben so im Sklavendienste des Kapitals ständen wie Letztere und von diesem über kurz oder lang in die Reihen de« Proletariats gedrängt würden, wobei er die wirth- schaftlichen Zustände Englands, die Lage der schlesifchen Weber, die Frauen- und Kinderarbeit in den Fabriken und die daraus entstehende Zerstörung des Familienlebens beleuchtete, die Statistik Engel« citirte und zeigte, in wie tiefem Elende die Arbeiterklasse trotz allen Schaffens sich befinde, er besprach die Bierkrawalle in Mannheim und Frankfurt, die u»S vom Redakteur des.Speyerer Anzeigers" in die Schuhe geschoben wurden, betonte, daß wir Sozialdemokraten sehr genau wüßten, daß mit der Zertrümmerung eines Stuhles oder Fensters nicht im Mindesten etwas gebessert werde, sondern daß die Ursachen, die zu solchen Wirkungen Anlaß gäbe», ganz wo anders zu suchen seien und forderte besagten Re dakteur aus, ihm auch nur den Namen eines einzigen Sozialdemo kraten anzugeben, der dabei betheiligt gewesen wäre, was dieser natürlich schuldig blieb. Redner berührte die Pareser Commune, von der er einige in der Schweiz lebende Mitglieder kenne und ging dann auf daS Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei über, welches er Punft für Punkt erläuterte.— Die Ar beiter waren etwas schüchtern, sie hatten die Maßregelung deS Ein berufcrS der vorjährigen Versammlung noch fast ebenso frisch im Gevächtniß, als die permanenten, niederträchtigen Angnsse der hiesigen Presse; doch eS sollte etwas besser werden.— Oben angezogener Redakteur meldete sich nun zum Wort und stammelte uu- gcfähr Folgeudes hervor: Er wolle auf den Vortrag dcS Herrn Weiß nicht näher eingehen(Hört!), aber er lege die Hand auf die Brust und erkläre, daß er noch nie auf die Arbeiter geschimpft, er sei blo« gegen den ConmiuniSmuS, gegen daS Theilcn; er kenne, außer Herrn Weiß, keinen Menschen, der mit der Pariser Commune, die so viele Schandthaten begangen und Paris mittelst Petroleum in Flammen aufgehen ließ, fraternisire. Die Jnternatlonalen feie» Schuld an dem Unglück in Spanien. Weiß fanatisire die Arbeiter u. s. w. Ein mageres Bravo einiger Spießbürger erfolgte. Nun bestieg unser Freund Weiß mit einigen Prachtexemplaren des .Speyerer Anzeigers" in der Hand die Tribüne, zunächst kon- statirend, daß eS keine Arbeiter wären, welche dem Herrn Redakteur ihr Bravo zugerufen, las dann demselben sein eigenes unsinniges und tolles Machwerk, sowie noch andc,e liebliche Corrcspondenzen der gleichen Art vor, um ihn dann Satz für Satz, der Lüge und Unwissenheit überführend, zu widerlegen und zu geißeln, so daß dieser, von den Hieben unseres Freundes gut getroffen, dasaß wie ein begossener Pudel und die Versammlung unter rauschendem Beifall sich dcS Lachens nicht erwehren konnte.„Voila tout!"— so rief der Redner aus—„der saubere Redakteur des.Speyerer Anzeiger", der die Hand auf die Brust legt, und erklärt, daß er noch nie die Arbeiter beschimpft habe." Es zeichneten sich achtzehn Mann in die aufgelcgte Liste ein. Trotz dieses Resultats und der Thatsachc, daß die von unserm Freunde ausgethcilten Parteipro- grammc und.VolkSstaate" demselben förmlich au« der Hand ge- rissen wurden, dürfen wir uns vorzeitigen sanguinischen Hosfnungen nicht hingeben, denn wir sind fest überzeugt, daß es noch mehrerer folchen Persammlungen bedarf, uni einigermaßen in dem hiesigen Augiasstall aufzuräumen. Die großen und kleineu Bourgeois sind voller Wuth und der Versammlungsbericht im„Speyerer Anzeiger" wimmelt von Entstellungen, Beschimpfungen, Denunziationen und den gehässigsten persönlichen Angriffen auf unsere Freunde, sowie von übergroßer Dummheit des Verfassers. ravensburg, 24. Juni. Letzten Sonntag kam Parteigenosse hier an, um am Montag eine allgemeine Arbeitervcrsammlung abzuhalten. Aber wa« geschah? Derselbe wurde vor daS Stadt- schulthcißenamt geladen, und ihm dort bedeutet, daß er so schnell wie möglich Ravensburg verlassen solle; dem Wirth wurde ver- boten, die Versammlung in seiner(von der Stadt gepachteten Wirthschaft) abhalten zu lassen; und so blieb es und konnte auch keine Perfammluug stattfinden, da nicht eine Person hier ist, welche für unsrc Ideen als Redner austreten könntt. Einen Nutzen hat diese unerhörte Einseitigkeit des Stadtraths dennoch gebracht, es wird sich hier nämlich eine Mitgliedschaft bilden und mit den Agitationscomits in Eßlingen in Verbindung treten. Wien.(An sämurtlichc Holzarbeiter Oesterreichs: Tischler, Wagner, Binder, Zimmerleute, Korbflechter, Clavier- und Orgel- baucr, Drechsler!) Fachcollcgen! In Erkenntuiß, daß die Holz- arbeiter� Oesterreichs für die organische Fortentwicklung, überhaupt ihrer Sachlage noch nicht am Ziele sind, um im Großen und Ganzen der Ueberproduktion einen Damm zu setzen; und in wei- tcrer Erkenntniß der mangelhaften Organisation sowie der großen soziale» Uebelstände, welche noch heute in jeder Fabrik und Werk- statte herrschen, ist es unsere Pflicht und heilige Ausgabe, in der Zeit, wo sich die Produktion immer mehr und mehr vervollkomm- uet, sich neue Bahnen bricht, wo die Maschine immer mehr und mehr an die Stelle des Arbeiter» tritt, seinen Werth verringert und seine Lebensexistenz von Tag zu Tag mehr bedroht, endlich einmal Hand an's Werk zu legen, um eine stramme Organisation, eine feste Einigkeit zu schaffen.— Aber wie können wir nun zu solch' einem Schritt gelangen, welcher uns die Garantie für Ver- besscrung der so überaus gedrückten sozialen Lage und fiir Besei- tigung der vielnamigen anderen Uebelstände bietet? Die Antwort, zu welcher wir nach reiflicher Ueberlegung gelangte», lautet: am sichersten durch einen allgemeinen österrcicbische» Holzarbeitertag. Derselbe findet den 8., 9. und 10. September 1873 statt.— Den Tagungsort sowie die Tagesordnung zu bestimmen, stellen wir Eurem Ermessen und Bedürfnisse anheim, doch müssen Eure Beschlüsse hierüber bis längstens den 2«. Juli 1873 eingesendet werden. Die Porschläge der Tagesordnung«erden mit den unse- rcn verglichen und sofort bekannt gegeben; gleichfalls wird der Tagungsort nach dem Wunsche der Mehrheit sestgestellt.— College»! An Euch ist eS nun, diesen Holzarbeitertag zu verwirk- lichen; der Weg ist Euch gebahnt, die Lage der Holzarbeiter zu besprechen, um Mittel und Wege zu finden, daß eine normale Arbeitszeit überall und auch auf dem Lande eingeführt wird.— Die ArbeitSvermittlungS-Bureaux, welche für den Arbeiter von so großem Nutzen sind, in'S Leben zu rufen, das Lehrlingswesen zu besprechen sowie ihre bedauernSwerthe Lage zu verbessern zu suchen, den Werth der Kranken- und llnterstützungskassen sowie auch daS Wesen der Produktiv-Associationen zu besprechen und, wenn mög- lich, einen Verband sämmtlicher Holzarbeiter in'S Leben zu rufen. — Euer Trachten sei dahin gerichtet, möglichst viele Deleg'rte zu senden; unterstützt einen Jeden nach Kräften; wo jedoch keine Kräfte vorhanden oder selbige nicht ausreichen sollten, so vcrbin dct Euch von mehreren Orten, um doch einen Vertreter zu senden, womöglich von allen Fächern. Zeigt, daß Ihr Männer seid, die bereit sind, für Ehre und Recht in die Schranken zu treten, um dereinst eine bessere Stellung in der Gesellschaft einzunehmen. Mit Gruß und Handschlag die Vertrauensmänner der Wiener Holzarbeiter: V. Ocenazek, Tischler; Ant. Kandler, Wagner; Walter, Binder; Kopp, für Claviermacher und Orgelbauer; Wenzel Haudck, Drechsler; Nemetz, Korbmacher. Briefliche Anfragen sind zu richten an Josef Zuchri stian, Wien, VI. Bzk., Liniengassc 6, 2. Stiege, 1. Stock. Wir ersuchen um möglichste Weiterverbrcitung dieses Auftufes. NarrenSpvssen de« Bummler« Richter nicht«inen Deut kümmern und tüchtig weiter agitiren. Red. d..B." Lird der Internationalen. Zum Bund, den keine Macht kann sprengen, Sei sie auch noch so hoch gestellt, Laßt nun in feurigen Gesängen Aufrufen uns die ganze Welt. Die ganze Welt, hurrah, erwache, WaS selbstbewußt sich drängt und regt, WaS stolz das Meuschenantlitz trägt, Auf, auf, zur großen Bölkersache! Die Arbeit ist's, die diesem Bunde Verleiht sonst nie geahnte Kraft, Sie, die auf unserm Erdenrunde Allein nur alle Werthc schafft; Mit ihren Söhnen, ihren Helden Tritt sie nun auf und ruft: ich bin Allein nur eure Königin, Geht, allen Völkern es zu melden!" „Ein neues Recht der Menschen bring ich, Mein Recht, daS alle glücklich macht, Drum zürnend mit dem Vorrecht ring' ich, Horcht, wie'« in seinen Fugen kracht! Die Freiheit steht mit mir zusammen, Sie, die wir sonst von fern nur sah'n, Und Liebe ebnet mir die Bahn, Entzündend der Begeistrung Flammen." .Die Welt zu wecken, komm ich heute, Die taube Welt, ein schweres Mühn', Die Glocken drum zum Sturmgeläute Muß ich auf allen Thürmeu zieh'»; Und immer neue Jünger werben Will ich, mein Banner hoch entrollt, Ihr, Unterdrücker, habt's gewollt, So sei es: Siegen oder sterben!' Wohlan, wir haben eS vernommen Und unser Bund ist Antwort jetzt, Den Feinden sein soll's nimmer frommen, Ob sie ihn noch so sehr gehetzt; Ihn schlägt man nicht im Waffentanze, Nicht im Gericht, vor'm Standrecht nicht, Ein Höh'rer einst ihm'S Unheil spricht: Der Arbeck Volk im Siegeskranze! C*. FAuf unsere Reclamatien bezüglich de« Mouatsabenncment« erhielte» wir folgenden Bescheid: „Aus da» an da« tkaiserliche General-Postamt gerichtete, de« Post-Zeitung»amt zur Erledigung zugegangene Schreiben vom 2. d. 3)0«. wird der Wohllbbl. Expedition ergebenst erwidert, daß die Post- anstalten bereit« durch den am 11. Juni e.«»«gegebenen 6. Nach- trag davon in Kcnntuiß gesetzt worden find, daß bei dem„Volk«- staat" vom 1. Juti«. ab außer den»ieNeljährlichen Abonnement», nach Ablauf de« ersten Ouartalabennement» ei» zweimonatliche« und nach Ablauf de« zweiten Ouartalmonat« ein einmonatliche« Abonnement zuläsfiz ist. Ein Exemplar de» betreffenden Nachtrage» ist hier beigefügt. Kaiserliche« Post-Zeitung«amt." Briefkasten der Expedition. Prt« Eutritsch Schr Ab. 6 Gr. S Pf.; Frzl Aussig Ab. 13 Gr.; Sehl Geithain Ann. 12| Gr. Gutsbesitzer Brthl Janooic 3. Qu. 1 Tblr. 21 Gr.; Gbrl Gratz 3. Qu. 2 Thlr 4 Gr.; L. Mkrk Mylau 3. Qu. 2 Thlr. 18 Gr.; Schr. I Thlr. 7 Gr. 4 Pf.; Frk hier Ann. 9 Gr; E. Hrsch Pari« 3. Qu. 3 Thlr. 18 Gr.; Bennwitz Ober- lungewitz Schr. 1 Thlr.; Dr. Je Königsberg Ab. 3 Thlr.; A. Rdke Ab. 6 Tblr. 4 Gr.; Arbeiterbildungsverein Leipzig Ann. 1 Thlr.; Hdlch hier 3. Qu. 3 Thlr. 1b Gr.; Mth Lichtenstein Schr. 5 Gr.; Bck Hannover Ab. 13 Thlr.; W. Zpk Breslau 2 Qu. 17 Thlr. 10 Gr.; Fdst Hannover Sämmtliche bei un« zu habenden Schriften kosten ohne Lassalle« Syste» der erorbenen Richte circa 20—22 Thlr.; Wiltstck Stade: Da« Abonne« ment 3. Qu. macht mit Porto 16 Thlr. 20 Gr.; Hffm Agram 3. Qu. 1 Thlr. 4 Gr. Wenn Sie wöchentlich nur einmal gesandt haben wollen» kostet e« nur 25 Gr. per Quartal. Genossenschaftsbuchdruckerei. Antheilscheine bez. Antheilquittungen erhielten ferne« In Leipzig B. M. 10, in Spandau I. G. b, M. Kl. Oberlungenwitz 2, in Hohen- stein I. S. 1, G. Mr. 1, L. Pö« 1, in Lichtenstein H. Mth. 1 Thlr. H a d l i ch- Anzeigen ze. Berlin Man abcnnirt vom 1. Juli ab auf den„Bolksstaat" monatlich<>/, Sgr. ftei in« Hau«, bei den Herren Traut- mann, Engeluserstraße 6d, 4 Tr.; Friese, Schwedlerstraße 28, Hos part.; Mctzncr, Lmienstraße 79; Heinsch, Lindenstraße II, Hos 4 Tr. bei Eweft; Rcyher, Koppcnfir. 26; Schwoide, Stellinerstr. 43, Hos Part. sjNs Vraunschwcig»'"'"'"""Sxl™' Hiermit bringen wir allen Mitgliedschaften zur Kenntniß, daß vom 7. Juli 1873 ab Braunschweig al« Borort obiger Gewerkschaft in Kraft tritt, laut Beschluß der letzten Generalversammlung zu Chemnitz(aw 7. u. 8. Juni). In einer von un« einberufenen Mitgliederversammlung ist die Wahl der Borort«« Verwaltung dem Statut gemäß von un» ge- schehen, und ist au» folgenden Personen zusammengesetzt: Erster Bor- fitzender: Heinrich Rieke, Maurer, Schöppensiedierstr. Nr.bO. Haupt- kaisircr der Gewerkschaft, sowie der Krankenkasse: Wilhelm Weißcnsce, Kupsertwelc Nr. 8, 3Tr. Schristsührcr: August Bennau, Magnithor Sir. 2. Deren Stellvetreler, sowie Controleure und Beisitzer find nach dem§ 13 unsere« Statut« ebcnfall« gewählt. Ferner find laut Beschluß der letzten Generalversammlung auch zwei Aufsichtsrähe, Göhmann und Köhlen, Maurer hiereldst, gewählt. Andere drei Mitglieder de« Bus- ficht«rathc» find zu wählen je einer in Köln, Augsburg und Chemnitz- Wir fordern nun alle Mitgliedschaften resp. deren Bevollmächtigte dringend aus, genau auf diese Adressen zu achten und ihre Beiträge a» die Hauptkasse pünktlich abzuführen resp. an den Hauptkassirer. Briese für Forderung von Statuten uud sonstige» Material w. find direkt ZU senden an Heinrich Rieke, Schöppcnstedterstraße SO. Schließlich ersuchen wir alle Gtwerk»genossen und Parteimitglieder dringend, für die weiteste Verbreitung unserer jungen Gewerkschaft kräftig einzutreten, damit alle un» noch fernstehenden Fachgenossen sich mit un» vereinigen und unsere Gewerkschaft in Deutschland festen Boden gewinnt. Thue also ein Jeder seine Schuldigkeit! Im Austrage: Heinrich Rieke, 1. Volfitzcndcr, Schöppenstedterstraße SO. Wilhelm Weißensee, Hauptkassirer,«upsertwete 8. _ August Rennau, Schristsührcr, Magnithor 2._[3a] «t ßHfl«heimIch-Westphalischcr«rteitertag. U* JHj« Derselbe findet aus Anregung verschiedener Mitgliedschaften Sontag, den 2 0. Jnli in Crefeld statt. Morgen« Punkt 11 Uhr: Geschlossene Sitzung bei Zillenbach in der Bockhalle, zu der nur D-lcgirte und Parteigenosse» Zutritt haben. Nachmittag» Punkt b Uhr: Große Volksversammlung unter freien Himmel. Die Tagesordnung, sowohl die Geschlossene Sitzung wie die Volk«- Versammlung wird nächsten« bekannt gemacht werden. Wir ersuchen die Parteigenossen für Masscnvcrtrelung thätig zu sein. Die R.jercnten werden freundlichst eriuchl, in den ersten Tagen on» Ihr Erscheinen anzuzeigen, sowie auch geeignete« Material zur Tages- ordnung bestimmt einzusenden.[3a] Die Crefelder Parteiginosse«. An die Parteigenossen! Für die Jnhastirteu gingen serner bei uns ein: Von Ham- bürg durch Schulz 10 Thlr., ferner durch Geib auf Liste 653 10 Thlr. 15 Gr. Von Kamenz durch Wendt 17 Gr. 2 Pf. Von Altona durch Günther auf Liste 114 19 Gr. 6 Pf. Von Köln durch Heinrichs 3 Thlr. Bon Fürlh durch Lowenstein 15 Thlr. Von Zwickau durch Hosmann 1 Thlr. Von Coburg durch Laßker 27 Gr. Von Buckau von 2 Parteigenossen A. Fr. 1 Thlr. Zur Agitation: Von Reichenbach durch Müller 5 Thlr. 28 Gr. Von Frankfurt a. Bt. durch Kalb 1 Thlr, 4 Gr. Von Dresden durch Klcmp 4 Thlr. 16 Gr. Von Llchtenstein durch Petterlein aus Liste 331— 335 3 Thlr. 9 Gr. 5 Pf. Von Spandau durch Fischer 15 Gr. Von Rvchlitz durch W. Lehmann 5 Gr. und 5 Gr. zur Agitation und der eine Thaler ist schon in Nr. 43 quittirt. Bon Bremerhaven durch Behr zur ReichStagSwahl 5 Thlr. 6 Gr. 5 Pf. Bon Jht. FrdergS in Geestendorf zur Agitation 20 Gr. Bon Zürich durch Bültner 20 Thlr. 23 Gr. zur Agitation. Von Hau- stein, Hamburg: Schuldschein Nr. 41 1 Thlr. gratis zurück. Mit sozialdemokratischem Gruß Hamburg, 4. Juli. H. Benneke, Parteikassirer. Kl. Schäferkamp 34. Berichtigungen in Nr. 54. Der Congrcß der englischen Internationalen zu Manchester dauerte nicht einen, sondern zwei Tage.— General Peel ist kein Pserdcmarkt-, sondern ein Pserbewcttrenner.— Vor dem letzten Absatz aus Seite 2 (Pvlit. Uebersicht) blieb durch ein Versehen weg:„Ehe die, übrigen« noch nicht amtlich bestätigtcn, Nachrichten über da« Ausscheiden Bismarck« an« dem preußischen Ministerium ihre gegenwärtige Eonfistenz angenommen hatten, wurde un» geschrieben: E« heißt u. s. w." ftnnttilh«*«* Sozial. demokratische Arbeiterpartei. Svnnabend, den 12. Juli, Abend« 8 Uhr: Heschtossene Nitgliederversammlung im Bartling'schm Lolale, Knochenhauerstraßc 59.— Tagesordnung.' 1) RechlimigSdericht. 2) Verschiedene«. Jeden Mittwoch u»d Sonnabcno Versammlung. Mittwoch Leseabend, Sonnavenb Vortrag und Ti»lusfion- Der Vertrauensmann. Urtitittft Sozial-demokratischer Arbeitervereia. Freitag, den 11. Juli, Abends 8 Uhr: Geschiosstne Mitgliederversammlung. Tagesordnung:„Die Reichstagswahl betreffend". Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. Der Borstand. Gewertschasl der Holzarbeiter Sonnabend, den 12. Juli, abeud» 8 Uhr: Versammlung bei Zeidler, gr. Windmllhlenstr. 7. Zahlreiche« Erscheinen ist nothwendig. D. B. Ein tüchtiger Bürstenmacher-Gehilfe [womöglich Parteigenosse) findet unter vortheilhasteu Bedingungen dauernde Beschäftigung bei G. Hoffmeister, 26] Bürstenfabrikant in Sora» N. L. Sonnabend, den 5. Juli, hat da« 2. Quartal de» in Hamburg wöchentlich ein Mal erscheinenden „Social-Demokrat" .Qrgan zur Vereinigung sämmtlicher Arbeiter Deutschland»" begonnen.— Preis in Hamburg pr. Nummer 1 Schilling; pr. Peft belogen 10 Sgr.(36 kr. rheinisch) exclusioe Stempelsteuer �_ Die Commisston. Die Geburt eine» kleinen Sozialdemokraten zeigt hiermit allen be- freundeten Parteigenossen an. Constanz. Schneider Därleth und Frau. Leipzig: Verautw. Redakteur E. Ca»p«r.(Redaktion und Expedit!»" Zeitzerstr. 44). Drack und Verlag der Genossenschaftsbuchdruckerei.