Erscheint wcibentlich 3 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buch- Handlungen de» In« und Auelande» an. Filial-Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Lvir 101 Hobolren, N. J. G. A. Lönnecker, S8 3. tlnrlret»tr. com. Madison str. Chicago, 111. Köonnementspreis: Für Preußen incl. Stempel« steuerLISzr., für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal, pro Monat 6 Sgr. Für Leipziz und Zlmgcgend pro Quartal 17'/z Ngr. incl. Bringerlohu. Für Leipzig nehmen Be- stellungen an: die Expedition (Zeitzerstr.44)—I. Müller (Baherschestraße Ld, IV.) OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternationalenGeioerksgenossenschasten. lM n» I" ,s« pt' t, lOt ich uß nh jfr 'S- 3,r a« ese z»! berj t'g n* nt. Nr. 57. Kreitag, 11. Juli. 1873. wt se» An die Parteigenoffen! Bezugnehmend auf unsere Bekanntmachung in Nr. 52 und 53 ds. Bl. die Abhaltung des diesjährigen UarteiKongresses in Mrnberg betreffend, theilen wir hierdurch mit, daß folgende Anordnungen be- schloffen sind: Der Kongreß soll Sonntag, den 24. August und die darauf folgenden Tage stattfinden. Am Sonnabend(Samstag), den 23. August, Abends wird eine Horversammkung abgehalten. Die Delegirten sind deshalb ver- pflichtet, schon an diesem Tage in Nürnberg einzutreffen. Es soll nur Eine öffentliche Bersammkung(Volksversammlung) abgehalten werden. Die Zeit, wann dieselbe stattfindet, so wie Tagesordnung, wird später bekannt gegeben. Für die geschkoffenen Sitzungen zur Berathung und Beschluß- faffung über innere Parteiangelegenheiten ist vorläufig folgende Tagesordnung festgestellt:. 1. Wahl des Bureau und der verschiedenen Kommissionen. 2. Bericht des Ausschusses, und der Kontrolkommission sowie Bericht über den Stand des„Volksstaat" und des literarischen Unternehmens. 3. Diskussion über Nr. 2 und Erhebung von Beschwerden gegen Ausschuß, Kontrolkommission, Redaktion und Expedition des„Volks- staat." 4. Bericht der Mandatsprüfungskommission. 5. Feststellung der Wahlkreise, in welchen von Parteiwegen Kan- bidaten aufgestellt werden sollen und Verständigung über die den Wahlkreisen zu empfehlenden Kandidaten. 6. Die Beschlußfassung über diverse Anträge, soweit solche durch Borstehendes nicht bereits erledigt sind. 7. Bericht der sonst noch ernannten Kommissionen. 8. Wahl des OrteS für den Sitz des Ausschusses und der Kontrolkommission, sowie des Ortes, wo der nächste Parteikongreß stattfinden soll. Zu den geschloffenen Sitzungen haben nur Mitglieder gegen Vorzeigung ihrer Parteikarte Zutritt. Wir fordern alle Parteigenoffen auf, etwaige Anträge für den Kongreß schleunigst an den Unterzeichneten einzusenden. Anträge, welche nicht bis spätestens den 1. August in unfern Händen sind, können nur dann zur Verhandlung gelangen, wenn der Kongreß die Dringlichkeit derselben anerkennt. Alle Mitglieder, insbesondere die Vertrauensmänner werden aufmerksam gemacht, daß nach ß 9 der Geschäftsordnung nur d ie Parteigenoffen der Orte auf dem Kongreß vertreten sein können, tvelche ihre Parteisteuer ordnungsgemäß entrichtet haben. Wir bitten sehr, dies beachten zu wollen, und dafür zu agi- tiren, daß eine recht zahlreiche, der Stärke und Achtung gebietenden Stellung der Partei entsprechende Betheiligung stattfindet. Parteigenoffen! Rüstet Euch zum Kongreß. Auf nach Nürnberg! Hamburg, den 6. Juli 1873, Der Ausschuß der sozial-demokratischen Arbeiterpartei. Ed. Prep, Vorsitzender. Th. Horck, Sekretair, Erste Vorsetzen 13. mg ive ms lost be- i«* Die wahre Bedeutung der Wiener Weltausstellung Und ihre Beziehungen zum sozialistischen und inter- nationalen Gedanken. Seitens der Bourgeoisie werden bekanntlich die internationalen Ausstellungen mit ihrer ausgedehnten Pracht dazu benutzt, den Gedanken an den sozialen Bankerott, welch letzterer unaufhaltsam dordringt, in der großen Masse zu verscheuchen; ähnlich wie man- ches am Vorabend des Fallissements stehende Individuum zur He- bung seines geschäftlichen Kredits das Auserlesenste ins Schau- fenster stellt.— Daß jedoch„nicht Alles Gold ist, was glänzt", haben nun in auffallend freimüthiger Weise die„Hessischen Blät- ter"— in einem bis auf einige Details sehr gelungeneu Artikel über die Wiener Ausstellung— den Optimisten vordemonstrirt; ts heißt daselbst: „Wollt Ihr uns ein wirkliches Bild unserer Industrie geben, Ivarum stellt Ihr nicht neben den schimmernden und reizenden Stoffen von Wolle und Seide, von Baumwolle und Leinen, auch eine Weberfamilie in ihrer Hütte zur Schau, und neben jedem Produkte ein entsprechendes Exemplar? DaS dürfte wahrhaftig be- lehrender sein, denn so sehen wir erst die Industrie wie sie leibt Und lebt. Oder ist nicht die in jedem Industriezweige beschäftigte Bevölkerung die lebendige Industrie selbst? Statt dessen sehen wir Zlvar die Gewebe, aber nicht den Weber, wir die Töpfe, aber dicht den Töpfer, und lesen dabei nur die Firmen der großen lfabrikherren, welche alle die schönen Sachen einsandten; von dem Zustande der Menschen aber, durch deren Fleiß und Schweiß das Alles zu Stande kam, erfahren wir nichts. Nichts von dem gan- z-n hohlwangigen Elend, nichts von der leiblichen und geistigen Ber- >vmmniß, nichts von dem moralischen und religiösen(!!) Verder- den, worauf doch gleichwohl diese Triumphe unserer modernen Industrie beruhen. Im Gegentheil, man will durch diese Pracht l>er ganzen Szenerie unsere Sinne dergestalt fasciniren(bczau- bern), daß, wir gar nicht mehr daran denken können, wie unter ler glänzenden Hülle noch etwas ganz Anderes verborgen liegen lochte, denn wir sollen ja den Fortschritt der Menschheit daran �wundern. „Da mußte wirklich erst der Sozialismus kommen, um sol- ü>«n„Fortschritt" die Larve vom Gesichte und den ganzen Auf "Utz, womit er uns über sein inneres Wesen täuschen will, vom clbe zu reißen. Ja, das haben die Sozialisten gethan! Und wie sehr sie sich dann auch selbst wieder verirrten(?), es bleibt den- noch ihr unstreitbares Verdienst: diese so einfache, aber gleichwohl so sehr verdunkelte Wahrheit zur Anerkennung gebracht zu haben, daß es nicht auf den Fortschritt der Produktion, sondern auf das Wohlsein der mit der Produktion beschäftigten Menschen an- komme. Unsere zunftmäßige Wissenschaft hingegen, unfruchtbar in allen praktischen Fragen, wie sie sich seit lange schon erwiesen, hat hinterher nichts weiter vermocht, als diese Erkenntniß utiliter (nützlicher Weise) zu akzeptiren. Nachdem sie dann ihren akademi- schen Senf hineingethan und die Brühe ihrer Gelehrsamkeit dar- über geschüttet, sind daraus unsere heutigen Kathedersozialisten entstanden, die nun vielmehr gerade so thun, als hätten sie glück- lich das Mittel entdeckt, den Sozialismus zu bewältigen und hin- fort unschädlich zu machen. „Dabei scheinen diese Gimpel nicht einmal zu bemerken, in wel- chem inneren Zusammenhang gerade die Industrieausstellung mit dem Sozialismus steht. Ist aber die einfachste Sache von der Welt. Wurden dort die Produkte der verschiedensten Industrie- zweige neben einander gestellt, um so die Industrie als ein zu- fammenhängendes Ganze zur Anschauung zu bringen, so gehörte wohl kein Genieblitz dazu, noch ein besonders bösartiger und ras- sinirter Agitator, um in Folge dessen auch die Arbeiter, welche alle diese Produkte hervorgebracht, auf den Gedanken zu bringen, daß sie nicht minder ein zusammenhängendes Ganze bil- deten. So lange sie dann das Gefühl ihrer Menschenwürde noch nicht ganz verloren hatten, mußte ihnen bald auch der weitere Gedanke entstehen, daß eben dieses Ganze, d. h. der Zustand der arbeitenden Klassen, am Ende noch mehr der Beachtung und des Studiums werth sei, als die Gesammtheit der todten Produkte der großen ProduktionSmaschinen. Mochte auch dieser Gedanke selbst wieder nur nach seiner materialistischen Weise ausgesponnen werden, insofern es dabei nur auf materielle Besserstellung der Arbeiter abgesehen war, so galt es doch wenigstens lebendigen gesellschaftlichen Verhältnissen und nicht blos Rohstoffen und Ka- pital oder dem Abstraktum von Arbeitskraft und Werth, womit sich die Universitätswissenschaft so lange abgequält und worüber sie noch heute so viel zn dociren hat. Nur daß ihr der Sozia- lismus doch hinterher einige Knochen aus der wirklichen Welt vorgeworfen, woran sie seitdem um so begieriger nagt. Doch dies nur beiläufig. „Nun niachte es sich ferner ganz natürlich, daß mit dem Fort- schritt der Kommunikationsmittel und der immer weiteren Ver- zweigung des Handels die anfänglich bloö auf einzelne Länder be- schränkten Ausstellungen sich zuletzt zur sogenannten Weltausstel- lung steigerten. Nicht minder natürlich aber mußte allmälig auch in den arbeitenden Klassen daS Bewußtsein erwachen, daß sie sich ebenfalls als ein über alle zivilisirten Länder sich verzweigendes Ganze zu betrachten hätten, und die Verbesserung ihrer Lage von Bedingungen abhinge, welche weit über die Grenzen einzelner Länder hinausführten. Oder hatte solches Bewußtsein noch ge- schlummert, so mußten gerade die Weltausstellungen dazu dienen, es zu erwecken und zugleich Anhaltspunkte zu bieten, woran sich eine Art von System anspinnen konnte. Sogar die Regierungen selbst halsen dazu, indem auf öffentliche� Kosten aus allen Ländern auserwählte Arbeiter zu dem großen Weltschauspiel geschickt wur- den. Freilich nur in der Meinung, daß dieselben sich dadurch technisch vervollkommnen sollten. Wer konnte es aber verhindern, daß diese Arbeiter, die doch gewiß immer zu den geweckteren Köpfen gehörten, durch die Betrachtung der Wunderwerke der Weltindustrie auch zu allerlei Reflexionen über die Weltlage der arbeitenden Klassen angeregt wurden? Und um wieviel mehr muß- ten erst Diejenigen auf solchen Gedankengang geführt werden, welche ausdrücklich als Repräsentanten von Arbeitervereinen dahin geschickt waren? So schien die Weltausstellung wie ausdrücklich dazu bestimmt, die Elite deS gesammten Weltproletariats auf die Idee einer Weltreform zu bringen. „Siehe da die Internationale!" Sie ist wirklich nur die Rück- feite der Medaille. Auch liegt die Thatsache vor, daß die ersten Anfänge zu einer positiven Organisation der Internationale von der Londoner Weltausstellung im Jahre 1862 Herdatiren. „Das aber geht unseren Kathedersozialisten ebenso gegen ihr nationalliberales Pflichtgefühl, als es zugleich den Horizont ihres Denkens Uberschreitet. Für den Welthandel zwar haben sie selbst ein warmes Herz: die Produkte aller Zonen sollen zu einer ge- meinsamen Gütermasse zusammenfließen, immer neue Dampfer- und Telcgraphenlinien, wie andererseits Handels- und Postver- träge, sollen dazu helfen, und wenn die großen Handels- und Fabrikherren auf Börsen und Biessen ihre Konzentrationspunkte finden und endlich auf der Weltausstellung die ganze von ihnen beherrschte Gütermasse wie hergezaubert sich auf einmal vor Augen halten, so ist das in der Ordnung. Daß aber nicht minder auch die ganze Arbeiterwelt dadurch einige Lichtblicke über ihre gemein- samen Verhältnisse und Bedürfnisse gewinnen und in Folge dessen auf den Gedanken gemeinsamer Bestrebungen kommen sollte,— das geht diesen Herren gegen den»strich. Es ist Hochverrath gegen den Nationalliberalismus und streitet gegen den Untertha- neneid, der natürlich gerade für das Proletariat im allerstriktesten Sinne genommen werden mußte. Nur die Kathedersozialisten, in- sosern sie doch Gelehrte sind, haben als solche das unbestreitbare Privilegium, sich als eine internationale Sippschaft zu fühlen und zu geriren. Denn so wenig Ersprießliches auch die bisherigen in- ternationalen scientisischen(wissenschaftlichen) Kongresse geleistet haben mögen, so ist es doch ein unantastbarer Gemeinplatz, daß die Wissenschaften eben dadurch von um so höherer Bedeutung wären, als sie, gleichwie sie alle unter sich zusammenhingen, so auch ein alle Völker umschlingendes und vereinigendes Band bil- den. Daß es aber auch praktische Lebensfragen geben könne, und wären es sogar nur Proletarierfragen, welchen dieselbe universale und internationale Bedeutung zukäme, als den Fortschritten in der Gelehrsamkeit,— das freilich darf einen honetten Katheder- sozialisten, der noch obendrein in Amt und Brod des national- liberalen Staates steht, nur als Ausgeburt eines verbrannten Ge- Hirns gelten. „Und doch ist gerade das Streben nach einer internationalen Geineinschaft das Allerbedeuwngsvollste an dem modernen Sozia- lismus. Noch mehr ist es zugleich der Faden, wodurch er, wenn auch unbewußt, inmitten seiner atheistischen Tendenzen, noch im- mer mit dem Christenthum(!) zusammenhängt, welches die Ver- brüderung aller Völker lehrt. Allein was kümmert das unsere nationalliberalen Oekouomisten? Der nationalliberale Staat selbst hat innerlich mit dem Christenthum gebrochen, oder was davon noch in ihm fortlebt, wird zur Heuchelei. Während man also dem Sozialismus sein internationales Streben zum allerschlimmsten Vorwurf macht, wird hingegen an der Weltausstellung gerade ihre internationale Wirkung am meisten gepriesen. Der handgreiflichste Widerspruch, doch begreiflich genug. Hier handelt es sich eben nur um die Vereinigung aller Jndustrieprodukte, will sagen aller kapitalistischen Interessen, und der nationalliberale Staat ist eben der Kapitalistenstaat, welchem das Nationalitätsprmzip nur als wünschenswertheste Schminke dient." Daß alle„Kathedersozialisten" so beschränkt seien, wie der Verfasser meint, ist nach den positiven Leistungen Einiger derselben zwar nicht anzunehmen; ebensowenig ist uns einleuchtend, wieso der Sozialismus mit dem Christenthum zusammenhänge. Trotz dieser und anderer Ungenauigkeiten aber kann man doch sagen, daß sonst eine anti-sozialistische Zeitung einen derartigen Artikel nicht so leicht aufnehmen dürfte. Inwieweit jedoch die„Hessischen Blätter" etwa„christlich-sozial" mit Speck Mäuse fangen wollten, das steht freilich außer dem Bereich unseres Wissens. Eine kleine Lektion. (Fortsetzung.) Entnehmen wir zunächst der Tridon'schen Schrift einige Stellen zur Charakteristik der Hebertisten auf Seite 19 ff.:(Zu- meist sind es Auszüge aus dem von Hebert redigirten„Pere Duchesne"): „Die Herrschaft der Hebertisten war die Herrschaft der Wissen- schaft und der Vernunft, unter ihrer kräftigsten, volksthümlichsten Form, aber auch unter der Form, welche allein den endgültigen Triumph sichern konnte. Die Wissenschaft, welche die Girondisten, die Doktrinäre von damals, zum Monopol einer gelehrten Oligarchie machen wollten, ward aus dem Boudoir hervorgezogen und auf den Marktplatz geworfen. Die Hebertisten wandten sich an das Volk und sagten ihm:„Die Wissenschaft ist deine Eroberung; die Wissenschaft gehört Allen! Komm und nimm!" Der leidenschaft- liche Kampf, welchen sie gegen die autoritäre Metaphysik, diesen Eckstein jeder Unterdrückung, begannen, zeigt, daß sie allein das Bewußtsein der Revolution hatten; sie allein begriffen Sinn, Gang und Ziel der Revolution. Die Menschheit' der Zukunft erschien ihnen in einer erhabenen Viston; und müde der eitlen Versprechungen, forderten sie das sofortige Reich des Menschen auf Erden,(lv rö�uv iwmöäiat äo l'Iromme). Sie haben bis heute auf Gerechtigkeit gewartet. Werden sie noch lange zu warten haben? „Ich appellire an die Nachwelt!" rief Cloots*) auf demZBlut- gerüst aus. Die Nachwelt hat bis jetzt nur mit Schimpf geant- wortet:„Ruhm den Henkern! Haß den Opfern!" singen Dichter und Geschichtsschreiber. Die Schlächter waschen das Pflaster, werfen die Todten in die Löcher, und, sich die Hände abwischend, sagen sie zu der versammelten Menge: Welches Verbrechens zeiht man uns? Unsere Hände sind rein." „DaS größte Unglück des Menschen, sagt Hebert, ist die Un- wissenheit; sie ist die Ursache aller Dummheiten(sottisvs), und aller Verbrechen, die auf der Erde begangen werden. Sie hat alle Uebcl erzeugt, unter denen wir leiden. Der Despotismus ist ihr Werk; der Fanatismus ihr Meisterstück." „Die Tyrannen, heißt es im„?öro lluoliosno", welche wohl wissen, daß ihre Macht sich auf die Unwissenheit stützt, sorgen ge- flissentlich dafür, sie zu erhalten; denn eS bedarf nur eines Hauchs der Vernunft, um ihre Kartenhäuser zusammenzublasen. Sie be- fördern den Aberglauben, weil der Aberglaube ven Menschen zum Vieh macht(abeutit), ihm den Muth und die Thatkraft raubt. Der Mensch, dessen Kopf voll ist von Hexenmeistern, Gespenstern und all dem Schnickschnack von Teufel und Hölle, denkt nicht an die wahrhaftige, wirkliche Hölle: an die Hölle der Knechtschaft. DaS größte Verbrechen in den Augen der Despoten ist darum auch, Vernunft zu reden und die Wahrheit zu predigen. „Ich habe in der unglücklichen Zeit gelebt, wo es den Sans- kulotten(steht hier für Volk) nur erlaubt war, den„Almanach von Lüttich" oder den„Hinkenden Boten"(das würdige Vorbild des Lahrer Namensvetters) zu lesen. Wehe dem armen Tropf, der eS wagte, in seiner Dachkammer ein Buch zur Aufklärung deS Volks zu schreiben. Ich erinnere mich gesehen zu haben, wie alle Schriften der Braven, die uns ftei zu sein gelehrt haben, von Henkershand verbrannt wurden.---„-- Das große Geheimniß der Tyrannen ist die Menschen in der Unwissenheit zu erhalten. Jeder Kerl(die Sprache des„?erc> Ducllssue« war derb, wie die Kost, welche er dem Leser bot), der Blut in den Adern hat und weiß, daß die Vernunft der Tod der Tyrannei ist, niuß darum ohne Unterlaß Vernunft predigen; wer die Wahrheit auftichtig will, muß *) Ein Freund Hebert's geköpft wurde. ein Deutscher von Geburt— der mit ihm Aberglauben und Borurtheile bekämpfen, ersticken; man muß alle Menschen unterrichten, erziehen. Wenn wir den Sans- kulotten, den Leuten vom Volk nicht die Mittel geben, sich eben so viel Kenntnisse zu verschaffen, als es die Reichen vermögen, so werden sie bald wieder Sklaven sein. Die Reichen werden das Wissen monopolisircn und die Armen werden für immer den Bettelstab zu schleppen haben. „Ihr habt," ruft Hebert dem Convent zu,„die Freiheit ge- gründet, aber das ist nicht genug, Ihr müßt uns lehren, sie zu bewahren. Befteit uns von der Lüge und der Unwissenheit, und ihr gebt jeder Art der Tyrannei den Gnadenstoß!-- Wir haben nur wenig zu erwarten von Menschen, welche die Milch des Des- potismus eingesogen haben, iind von der Knechtschaft geduckt und verkrüppelt worden sind. Wir werden keine guten Generale, keine guten Magistrate haben, so lange nicht eine gute Erziehung, die Menschen umgeformt hat. Erziehen wir drum unsere Kinder in republikanischen Grundsätzen! Die Mütter seien die Ammen ihrer Kinder, die Natur befiehlt es. Freiheit und Gleichheit seien die ersten Worte, welche die Mutter ihr Kind stamnieln lehrt! Statt Feenmärchen und Gespenstergeschichten, soll die Großmutter dem Enkel in der Wiege die Verbrechen der Könige erzählen! Und vor Allem, daß keine Pfaffen dem Kinde nah kommen, denn sie machen es heuchlerisch, verlogen, hochmüthig, ränkesüchtig.—„Während wir Herz und Geist unserer Kinder bilden, müssen wir sie gleich- zeitig an die Arbeit gewöhnen! Sie müssen Anstrengungen, Kälte, Hitze ertragen lernen. Sie müssen die Arme üben im Gebrauch der Waffen, damit sie das Vaterland vertheidigen, und die Erde von allen Despoten und Ungeheuern, welche dem Glück der Mensch- heit im Wege sind, reinigen können! Welche Männer werden wir in 20 Jahren haben! Dann ruht die Republik auf unerschütter- lichem Felsengrund. Stoßen wir jetzt auf so viel Hindernisse, so ist es nur, weil die Menschen noch nicht reif sind. „Muth also, Ihr braven MontagnardS(Männer des BergS)! Fahrt fort den Segen des Volks zu verdienen, indem Ihr gute Gesetze macht. Während Ihr mit der Einen Hand den Donner- keil schwingt gegen die Tyrannen und ihre niederträchtigen Sklaven, reicht die andere Hand den Unglücklichen, sichert allen Bürgern Arbeit, sorgt für die Greise und Arbeitsunfähigen und, um Euer Werk zu krönen, organisirt rasch den öffentlichen Unter- richt— das wird Euer Meisterstück sein. Denn ohne Volks erziehung keine Freiheit!"(Forts, folgt.) Politische Uebersicht. — Von„Einem, der dabei gewesen", geht uns Folgendes zu: „In der Berliner„Volközeitung" vom 3. d. Mts. stoße ich auf nachstehende Notiz: „Die neueste amerikanische Post bringt eine sehr ausführ- liche Beschreibung des glänzenden Festes, mit welchem der„Verein der deutschen Patrioten von 1848 und 1849" in New-Vork die 25jährige Erinnerungsseier an die deutsche Revolution vön 1848 begangen. Das Fest wurde am 13. Mai unter Theilnahme des gesammten deutschen Elements von New-Ä>ork und der weitern Umgebung begangen. Nach verschiedenen Musikvorträgen bekränzte die Gemahlin des Generals Weber die Gedenktafel von 1348 und 1849, und General Franz Sigel, einer der hervorragendsten Revolutionsmänner von 1848, hielt die Festrede, welche den Um- schwung seit 1848 in drastischer Form schilderte. Wir heben fol- gende Stellen heraus:„Der alte deutsche Bund ist mausetodt; er hatte ein zähes Leben und starb nach und nach— bei Sadowa und Königgrätz, bei Wörth und Gravelotte und vor den Mauern von Paris. An seine Stelle trat das deutsche Reich von 41 Mil- lionen mit Schleswig-Holstein fest umschlungen und dem alten Besitzthum Elsaß-Lothringen wieder gewonnen. Und an der Spitze Deutschlands ein deutsches Parlament, der Kronprinz Wilhelm von 1843 als deuffcher Kaiser, an seiner Seite Bismarck als Minister und als Vorkämpfer deutscher Einheit, politischer und religiöser Selbstständigkeit. Der einst vom Volke vertriebene Prinz Friedrich von Baden ist einer der liberalsten Fürsten seiner Zeit, die preußische Pickelhaube thront auf den Köpfen der badischen Kanonerie und sogar auf den Köpfen eines deuffchen Landwehr-Vereins und Milizregiments hier in Amerika. Der alte Freischärler Hecker und der Befreier Kinkels befinden sich auf einer Erholungsreise nach Deutschland, und Friedrich Kapp ist Polizeipräsident von Berlin in spe! Wir, die wir für deutsche Reichsverfassung gekämpft haben, wir selbst können jetzt wohl sagen, daß wir mit dem ge- schaffenen Werk einstweilen zufrieden sind. Es wäre lächerlich, den Einfluß bestreiten zu wollen, den die revolutionäre Partei in Deutschland und die Emigration in Amerika auf die heutige Ge- staltung der Dinge in beiden Welttheilen ausgeübt hat. Eine That erzeugt die andere, ein Gedanke den andern, und die Gegen- wart ist nichts als ein Kind der Vergangenheit. Die Revolution von 1848 und 49 war ebenso ein sehr natürliches Produtt der Verhältnisse, wie die Kriege von 1866 und 1870 und wie der große Kampf für die Erhaltung der Union. Und was hält uns heute noch zusammen nach 25 Jahren? Es ist das Bewußtsein in uns mit freudiger Erinnerung,� mit persönlicher Aufopferung für die Einheit und Freiheit Deutschlands nicht nur mit Wort und Feder, sondern auf offenem Felde gekämpft zu haben. ist das Bewußtsein, in Zeiten der Gefahr in den Reihen von 200,000 Deutschen für bie Erhaltung der Union eingestanden zu sein und dieses Land vom Verderben gerettet zu haben. Wir feiern dieses Fest auf amerikanischem Boden unter dem Sternen- banner der Republik, wir fühlen, daß unsere Interessen innig ver- Hunden sind mit den Interessen des ainerikanischen Volks."— Unter steigendem Enthusiasmus seiner Zuhörer ging der Redner sodann auf amerikanische Verhältnisse über und schloß seine Rede unter donnernden Hochs der Anwesenden. Ein Tanz im Freien beendete das Fest." So weit die betreffende Notiz. Die Richtigkeit des Mitge- theilten anzuzweifeln, habe ich keinen Grund; von den Leistungen „deutscher Patrioten" in Amerika haben wir schon so zahlreiche erstaunliche Proben bekommen, daß man sich über nichts mehr wundern kann; und was speziell„Freund Sigel" angeht, so zitterten schon 1848 und 1849 seine Freunde, wenn er ven Mund aufthat— namentlich als er das Kommando führte. Doch davon heute nicht. Seine transatlantischen Freunde, die„Pattioten von 1848 und 1849" haben sicherlich nicht gezittert, es sei denn vor Freude, denn, wie schon der Name besagt, gehören diese Leutchen dem Spieß- und„Mastbürger"-Element an, auch wenn sie in ihrer Jugend einmal mißverstandener und zufälliger Weise„Revo- lution" gemacht haben sollten, zu ihrem eigenen Vergnügen, und der Revolution Schaden. Mag Freund Sigel, und mögen diese „Patrioten" für die neueste deutsche Aera schwärmen so viel sie wollen— ich habe absolut nicht das Mindeste einzuwenden. Jedermann hat das Recht, nicht bloß nach seiner Fayon selig zu werden, sondern auch nach seiner Fayon sich lächerlich zu machen; und hätten die Herren gleich stehenden Fußes eine Deputation an Bismarck abgeordnet, um ihm ein paar Dutzend Spucknäpfe, ent- haltend allen von ihnen schon geleckten Speichel, zu überbringen, so würde ich daS ganz in der Ordnung gefunden haben. Aber dagegm muß ich, als Einer der 1848 und 49 auch mit dabei gewesen, auf das Energischste Protestiren, daß die Volks-Erhebunz von 1848 und 1849 mit dem dynastischen Krieg von 1870/71 irgend welche Verbindung gebracht wird. Für viele der Herren Führer war jene Erhebung allerdings bloß ein Mittel empor zukommen, und für solche Persönlichkeiten ist eS natürlich völlig gleichgültig, ob sie ihren Zweck in einer Republik oder Monarchie erreichen, ob sie Hecker Hoch! brüllen oder Bismarck Hoch! Aber mit verschwindenden Ausnahmen haben Diejenigen, welche damals die Waffen für die Revolution führten, gerade gegen daS System»— theilweise sogar gegen die Männer— gekämpft, welches jetzt an der Herrschaft ist; und eben so sicher, als der jetzige Kaiser von Deutschland die gefangenen Freischärler anfangs ohne Urtheil erschießen, hernach regelrecht standrechteln ließ, würde er niemals deutscher Kaiser geworden sein, wenn er in die Hände der Freischärler gefallen wäre! Und wenn Herr Siegel meint, sei„lächerlich, den Einfluß der revolutionären Partei" auf das Bismarck'sche Werk bestreiten zu wollen, so hat er in obigem Sinn nicht so ganz unrecht. Es gelang den Freischärlern nicht, den damaligen Prinzen von Preußen zu fangen, und in so fern haben sie es ihm freilich möglich gemacht, den deutschen Kaiserthron zu besteigen. Doch Scherz bei Seite! Es sind 1848 und 1849 viel Dumm- heilen und auch viel Schlechtigkeiten auf revolutionärer Seite be- gangen worden; aber die Schlechtigkeiten fallen ausschließlich, und die Dummheiten zum größten Theil auf die Herren Führer; unter dem kämpfenden Volk, unter denen, welche ihr Leben in die Schanze schlugen, war aber meines Wissens kein Einziger, der bei aller sonstigen Unklarheit nicht begriffen hätte, daß Deutschland nur als Republik einig und frei werden konnte, und daß, um eine Republik zu ermöglichen, die Geschlechter„Derer von"! marck, Jtzenplitz und Co. erst unschädlich gemacht werden müßten. Hier eine kleine Reminiszenz: Unter den in Rostock von den Preußen Gefangenen war der alte Böning von Wiesbaden, ein Mann mit langem schnee- weißem bis zum Gürtel seiner Blouse herabwallenden Haar. Er wurde zum Tod verurtheilt: das Zündnadelgewehr, das an uns „probirt" worden war, sollte an ihm sein bekanntes Wunder ver- richten. Er wurde des Morgens hinausgeführt in einen Festungs- graben;-- die Freischärler, welche als Zuschauer zur Exe- kution kommandirt worden waren, um die Annehmlichkeiten der staatsrettenden Standrechtelei aus nächster Nähe kennen zu lernen und einen Vorgeschmack zu bekommen, erzählten es hernach, mit geballter Faust und zornglühendem Auge:— der„alte Böning", so wurde er von seinen Leuten genannt, sollte niederknieen.„Nein! Sich die Augen verbinden lassen.„Nein!"„Schießt zu!" Nie der mit dem infamen---! Es lebe die Republik!' Noch dröhnten die Worte durch die Lust, da hatten die Kugeln ihm die Brust zerrissen und den Schädel zerschmettert, und blutend sank er zusammen, während die abgeschossenen Locken langsam vom Wind fortgettagen wurden.--„Nieder mit dem infamen --- Es lebe die Republik!" Wer es war, den der sterbeude deutsche Republikaner von 1849 der Infamie weihte, das kann ich in keiner deutschen Zeitung veröffentlichen.--- Und für das hohenzoller'sche Kaiserreich, soll einBöning, sollen die Trützschler, Dortu gestorben sein? Für diese Kopie des französischen Empire, ebenso korrupt, ebenso knechtisch, nur mit prononcirterem Kasernen� geruch und mehr muckerischem Augenverdrehen, was doch gerade keine Verbesserung ist—„unter Gottes gnädiger Fügung?" Auch die Februarrevolution brachte Männer an die Oberfläche, welche die französische Republik ruiniren halfen, und dann dem Empire dienten, sagend, cS sei die Erfüllung dessen, was sie angestrebt. Aber von den Pariser Proletariern, die am 22., 23. und 24. Februar ihre Brust den Kugeln des Bürgerkönigs aus- setzten, hat Keiner sich später vom Empire kaufen lassen. Und von den Tausenden aus dem Volk, die 1848 und 49 in Deutsch- land unter der Fahne der Revolution kämpften, hat Keiner für das Reich des Herrn Bismarck kämpfen wollen. Herr Siegel mag mit Bismarck's Werk„einstweilen zufrieden" sein; das ist seine Sache, er beschmutze aber nicht daS Andenken an einen— trotz alledem— großen Kampf, in dem er selber allerdings eine sehr kleine Rolle gespielt hat. Einer der dabei gewesen. — In vielen Blättern begegnen wir einem Jammergeschrei, daß die Schäden, welche die badische Stadt Kehl im„heiligen" Krieg erlitten, immer noch nicht restaurirt seien. Kehl liegt be- kauntlich Straßburg gerade gegenüber. Im Herbst 1370 wurde nun Straßburg mit den bekannten 24pfündigen„asttonomischen Instrumenten" so eingehend und so eifrig bettachtet, daß die ver- zweifelnde Besatzung sich nicht anders zu helfen wußte und Kehl zusammenschoß, was ihr freilich eigentlich nichts half. Bekanntlich erklärten damals die deutschen Michel, während sie selbst Straß- bürg bombardirten, daS Bombardement von Kehl für eine„Ver- letzung des Völkerrecbts"! Ueber die noch sichtbaren Folgen dieser „Völkerrechts-Verletzung" wird nun geschrieben:„Der Reisende, welcher in den Kehler Bahnhof einfährt, ist erstaunt und noch schmerzlich überrascht, an den dortigen Staatsgebäuden zerbrochene Fensterscheiben, zerstörtes Mauerwerk, zusammengeschossene Dächer und das Jammerbild einer ehemaligen Uhr zu bemerken. Hat der Staat kein Geld mehr, um die notlyvendigen Herstellungen zu machen? Kommt er zu keinem Entschlüsse? Steht er vielleicht auch unter der elsässer-lothringischen Diktatur, welche befiehlt, daß der Kehler Bahnhof nicht aufgebaut werden soll? Solche Fragen, drängen sich auf. Tritt man in das Innere des Gebäudes, überall sind die nämlichen Verwahrlosungen zu bemerken. Selbst die Warte- säle und die Restauration I. und II. Klasse werden von rohen Holzwänden gebildet und sind mit einem Ameublement ausgerüstet, welche eines Bombardements würdig ist. So sind die Dinge jetzt seit drei Jahren und keine Hand rührt sich, um sie zu ändern." Welche Hand sollte sich auch rühren? den herrschenden„Händen" liegt Alles daran, den Nationalhaß unter den Völkern zu er- halten, damit das„Draufgehen" in der Mode bleibt. Wenn so ein stierköpfiger Ur-Teutone(„töte carre" sagen die Franzosen) nach Kehl kommt und ftägt, warum noch Alles in Trümmern liegt, so wird ihm wohl oder übel geantwortet:„Die Franzosen haben daS Völkerrecht verletzt und Kehl zusammengeschossen." Und der tetv carre macht eine Faust in der Hosentasche und murmelt zwischen den Zähnen:„Wartet nur ihr verkommenen Franzosen, die ihr nicht einmal die Bestimmnngen des Völkerrechts kennt, wir wollen euch stopfen, wenn'S wieder losgeht."— Wißt ihr nun, warum Kehl ttotz der 5 Milliarden so lange nicht wieder herge- stellt wird? — Wo irgend eine Aussicht besteht, etwas haschen zu können, da halten die preußischen Schnapphähne gierig die Fänge offen und ihre literarischen Raubvögel und Falschmünzer, die stets da- bei sein müssen, stoßen dazu ihr heiseres Geschrei aus. DaS steine k «es. Ivo hat rei tret Dp Braunsckweig, das rings von dem Gebiet der Pickelhauben um- schlössen ist, ist den preußischen Annexionisten schon lange ein Dorn im Auge und da der alte Herzog wohl Kinder, aber keine„eben- bürtigen" besitzt, so ist Braunschweig von den preußischen„Sau- Hirten" schon dutzendmal auf dem Papier annektirt worden. Braun- schweig ist allerdings ein hübsches Ländchen, reich und fruchtbar, und namentlich mit einem seltenen Marstal l versehen, welcher den bekannten Stallgelüsten und Stallgewohnheiten gewisser preußischer Junker ungemein Vorschub leisten würde. Wenn daher die preußischen Junker heißhungrig nach Annektion von Braunschweig schreien, so ist das aus der Natur der Sache erklärbar; etwas Anderes aber ist es, wenn ein deutscher Professor— der auch nur„mastbürger liche" Zuhörer hat, ihr Herren Studiosen von Leipzig— wenn ein Treitschke plötzlich von einem Ängftschauer überlaufen wird, die Welsen möchten das hübsche Brauuschweig in Besitz nehmen, und von seinen grenzenlosen Servilismus sich zu folgendem wider- lichen Geschrei hinreißen läßt:„Sollte," meint Herr Treitschke, „nach deö Herzogs Ableben der Exkönig von Hannover oder sein Sohn nach Braunschweig kommen, so ist Preußen nach Völker- recht unzweifelhaft befugt, durch die braven Siebenundsechziger, die dort in Garnison liegen, den Eindringling ergreifen und, wie einst den Kurfürsten von Hessen, als Kriegsgefangenen auf eine Festung führen zu lassen. Sollte aber das Land diesen Pr denten als seinen Herzog anerkennen, so wird der Staat Bi schweig kiiiegführende Macht gegen Preußen." Uns kann es ganz gleichgültig sein, ob die Welsen in eine Festung gesteckt werden oder nickt; jedenfalls hätten wir nichts dagegen, wenn den Exkönig von Hannover nach seinen vielen Schandthaten eine gesunde Sttafe treffen würde. Wenn aber ein deutscher Professor, der leider berufen ist, die akademische Jugend heranzubilden, sich erfrecht, die Annektion— denn etwas anderes bedeutet oben angerathene„Fest- nahine" doch wohl nicht und der Schluß der Treiffchke'schen Worte macht dies zweifellos— auf das Völkerrecht zu basiren, so muß doch endlich auck in den dicksten Schädel die Erkenntniß eindringen, daß unser deutsches Professorenthum nur noch dazu da ist, zu Gunsten der herrschenden Gewalten Geschichte und Be- griffe zu fälschen. Prozentpatriotismus. Durch die Blätter geht folgende Notiz: „Ein kürzlich bei dem Reichs-Oberhandelsgerichte verhandelter Prozeß aus L. gab Gelegenheit zur Beurtheilung des ganz außer- ordentlichen Gewinnes, welchen die Armeelieferanten im deutsch- französischen Kriege gemacht haben. Ein solcher Lieferant hatte einen Agenten zum Einkaufe von Lebensmitteln aller Art in Frantteich engagirt und ihm als Belohnung 10 Prozent des bei dem Wiederverkaufe erzielten Reingewinnes zugesagt. Obwohl der Agent in dieser Eigenschaft nur etwa 14 Tage thätig gewesen ist, wurde ihm doch nach freundschaftlicher Abrechnung als sein Gcwinn-Antheil der Betrag von 10,000 Thalern ausgezahlt. Nun hatte aber jenes Haus noch andere Einkaufs-Agenten und bezog große Massen von Waaren aus Deutschland, aus welche Geschäfte sich der Gewinn-Antheil des Agenten gar nicht bezog- Hat der Lieferant allein an den von jenem Agenten während 1� Tagen in Frantteich vermittelten Geschäften 100,000 Thaler rein verdient, so muß sich dessen Gesammtgewinn während deS ganzen Krieges auf eine ungeheure Summe belaufen haben." Daß diese Sorte von Menschen für den„heiligen" Krieg ichwärmte und schwärmt, finden wir unter so bewandten Umstan- den sehr begreiflich; nur sollen sie nicht verlangen, daß auch Die- jenigen, welche ihr Blut und ihren Schweiß in dem Krieg zu opfern haben, von der nämlichen Schwärmerei besessen seien. Doch das nur im Vorbeigehen. Wichtiger ist für uns die Frage: mit welchen Beamten sind diese betrügerischen Liescrungs- kontrakte abgeschlossen worden? Wir sagen mit Borbedacht: be- trügerisch, denn em Kontrast, bei welchem ein einzelner Lokal- agent binnen 14 Tagen 100,000 Thaler„Reingewinn" mache« kann, läuft auf Prellerei und Betrug hinaus. Der, oder die betreffenden Beamten haben bei Abschluß des Kontraktes ennveder ohne Kenntniß oder mit Kenntniß der Preise gehandelt. In er- sterem Falle haben sie sich einer schweren und strafbaren Nach- lässigkeit schuldig gemacht, und im zweiten Fall sind sie des direkten Betrugs schuldig. Eine dritte Möglichkeit gibt's nicht.— — Ein„Volksvertreter". Der bekannte frühere rotht Republikaner und jetzige Bismärcker Ludwig Bamberger erstattete dieser Tage seinen Wählern zu Mainz Bericht über seine„Thätig- keit" im Reichstage.„Es sei", sagte der Herr Reichsbote„so viel über die Militärausgaben deklamirt worden, allein darüber habe nur Moltke zu entscheiden. Wenn dieser sage:„Soviel brauche« wir"— so könne der Reichstag, der daS ja nicht verstünde, ihw nicht entgegentteten." Dieser Bamberger scheint wirklich Anfalle vo« „Ehrlichkeit" zu haben, während welcher er offen eingesteht, daß er und die ihm geistesverwandten Gesellen nicht viel oder gar nichts taugen, während er früher mit beneidenswerther Offenheit das ge- lügelte Wort:„Hunde sind wir ja doch!" der Welt überliefert ind mit dieser freimüthigen Selbstkritik jedem Gegner für künftig ein Urtheil leicht gemacht hat, stellt er im Fluß der Rede dein Reichstag das citirte Armuthszeugniß aus. Wahrlich, es ist Zeih daß das Volk endlich jene berufsmäßigen Parlamentler btt auz Seite wirft, die vom Militärwcsen nach eignem Geständniß Nichts Sü verstehen und den Moltke schalten und walten lassen wollen, wft ihm beliebt. Mögen sichs die Mainzer Wähler, namentlich die Arbeiter, merken: Sei ein Jeder zu stolz, seine Stimme für solche� Menschen abzugeben, die nach eignem Geständniß im Reichstage nur als Bewilligungsmaschinen fungiren.— — Vor Kurzem tagten in Frankfurt die Vegetarianer eine Vereinigung, welche ausschließlich von Pflanzenkost(Leget» bilien) lebt, den Fleischgenuß für schädlich erklärt und die Tödtung der Thiere zum Zweck der Berspeisung verwirft. Die ganze Sache ist höchst harmlos, denn wer die Mittel hat, kann ja essen was et will, und wie viele Arbeiter sind jahrelang unfteiwillige Vegeta- rianer! Lächerlich wird die Sache manchmal nur dann, wenn ei« Vegetarianer glaubt, er hätte eine welthistorische That verrichtet, wenn er drei Jahre lang stets Mehlpfannkuchen statt Schweins« knöcheln und Apfelbrei statt Kalbsbraten gegessen hat, was aber eltener vorkommt. Auf der Versammlung der Vegetarianer Z« Frankfurt lief nun von einem Parteigenossen, der auch Beget» � rianer ist, eine sehr vernünftige Resolution ein, worin entschiede« verlangt wurde, die Versammlung möge sich dahin ausspreche«, daß die Mitglieder des Vegetarianerbundes Milde und Humani« tät nicht allein den Thieren angedeihen zu lassen sich besttebe«, andern daß sie auch die Menschen ins A»ge fassen sollten.& gäbe, namentlick in den industriellen Etablissements, heutzutage eine Unzahl von Menschen, erwachsene und unerwachsene, männliche und weibliche, welche der Humanität und ihres Schutzes weit des dürftiger seien als die Thiere. Die industrielle Ausbeutung ft' thatsächlich eine Aufzehrung des Proletariats, ein langsamer, raft inirter Mord.— Was thaten die Herren Vegetarianer, die st1* >aS »n tioi die! ev hal Sä 1"' ko heil Mi toel am son tim etw Ko .L §u M, tvel agi seh' der «a »nl Sri] «a Fal spie Bei uns TOI Be. bie Ge al der ihre thei vor zu Au 'ihn Em Nr. dild best tooi ben sich em iun Kai H i« Itai »» bie hlie »er isg. «in, '43 Leben der Thiere so besorgt sind, als sie ihre„Humanität" Menschen bethätigen sollten? Sie gingen über die Resolu- iion zur Tagesordnung über, indem sie sagten, dieselbe zöge zu diele„disparatc Fragen" mit in Betracht. Ols waren eben Bourgeois, die zur Schaustellung ihrer„Humanität" sich wohl um die Thiere kümmern, für das Elend der Menschen aber kein Herz haben. Ja, das ist die„Humanität" der Bourgeois. n >, t, n ti ie it i- i» »J :n '8 f- e- ie t- te -ß n, .« e- de er t- h- tte in jet i« ea in lt. nd h- '8- t4 er ,es ieg m- ie- Ä lit s' »e» al- ,ea die eer er- ch- -es eit the lete Z abe hen hin zon -er Correspondenzen. Gewerksgenossenschaftliches. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Leipzig. Nachdem schon oft ausgefordert worden ist, daß die Schuhmacher allerorts sich rühren und sich unserer Organisation anschließen möchten, sehen wir immer und immer wieder, daß unsre Kollegen leider sich nur am Ort organisiren. So lasen wir seit Kurzem von Fachvereinen in Landshut, Mann- heim, Wiesbaden ec. Bor einiger Zeit wurden die Kollegen in München und Mainz aufgefordert, die Gründe anzugeben und welche Wohlthaten und Vortheile sie genössen, wenn sie sich nur am Ort organisirten. Wir warten heute noch auf Antwort, be- sonders von München. Die genannten Kollegen haben es nicht einmal der Mühe werth gehalten, zu unserer Generalversammlung etwas für oder wider kund zu geben, wohingegen unsere Mainzer Kollegen wenigstens ein Mandat mit verschiedenen Bedingungen, «Wenn" und„Aber" ausgeschmückt, eingeschickt hatten, und für die Zukunft ihren Beitritt erklärten. Als ehrenhafte Kollezeu und Männer werden sie Wort halten. Ich frage aber nun die Kollegen der drei erstgenannten Städte, welche Gründe sie haben, nur lokal sich zu organisiren und zu agitircn? Was soll das heißen? Habt Ihr nicht Augen um zu sehen, wie sich die Meister und Arbeitgeber in ganz Deutschland vereinigen und organisiren, und begreifen, daß sie über die Stadt- Mauer hinausgehen müssen, um zu einer Macht, zu einem Ganzen und Großen zu gelangen? Fast möchte man glauben, Eure Be- griffe, Urtheile und Ueberlegung reichten nicht über die Stadt Mauer hinaus. Oder ist es auch bei Euch, wie bei vielen andern Arbeitern der Fall, daß Ihr von einigen Wenigen, die eine hervorragende Rolle spielen wollen, ins Schlepptau genommen seid? Nun allerdings sagen die Wenigen mitunter: Gehören wir auch nicht direkt zu Euch,5so sind wir doch Alle da, wenn es gilt. Das ist Alles leicht gesagt, aber gethan wird Nichts. Wir leben aber in einer Zeit, Mo hs gilt alle Opfer gemeinschaftlich zu bringen, um durch Vereinigung mächtig zu werden, um unsere Stellung als Arbeiter, Uasie Ehre und Rechte zu wahren und ein menschenwürdiges Da- sein zu erreichen. Das sind unsre Ziele. Und die Eurigen? Beweist uns, daß Eure Einrichtungen besser und praktischer als bie unsrigen sind. Die beste Gelegenheit hierzu bot Euch unsere Generalversammlung, wo Ihr, falls Ihr etwas zu tadeln hattet, hättet erscheinen, oder schriftlich uns benachrichtigen sollen. Es ist freilich sehr leicht, eine Einrichtung ohne Weiteres zu tadeln. Wir können also suchen wie wir wollen, wir finden keine stich- haltigen Gründe, mit denen Ihr Euch, Kollegen, entschulden könnt. Der Wille muß da sein und es wird trotz aller Hindernisse etwas gu Stande zu bringen sein. Darum, Kollegen obengenannter Orte und Kollegen allerorts, tretet ein in unsere Organisation und vergeudet Eure Kräfte und Opfer nicht nur am Ort, sonst können wir Euch das Verständniß bcr Arbeiterbewegung nicht zuerkennen! Ich bitte die genannten Kollegen, München nicht ausgeschlossen, ihre Bedenken uns zukommen zu lassen, ich will Ihnen dann aus- führlicher beweisen, welchen Schaden sie durch solch vereinzeltes Vorgehen der Bewegung zufügen und welchen Nutzen und Bor- theil es hat, wenn wir uns verständigen und gemeinschaftlich die vorliegenden Hindernisse wegräumen. > Hat Josef Heckmann, Pest Rosengasse, den am 14. März an ihn abgeschickten Brief erhalten? Bis heute noch keine Autwort. Endres in Augsburg wird um seine Adresse gebeten. Aug. Schäfer, Gewandgäßchen 5. Hotha. Alle Angelegenheiten, die Benvaltung betreffend, sind Zu adressiren an W. Bock, Berg 37. Alle Gewerkschaftsgelder an August Köllein, Hützelsgasse 16. Internationale Mctallarbeitcrgewerksgcnossenschaft. Leipzig. Bon Seiten der hiesigen Mitglieder wird der in Nr. 50 des„Bolksstaat" verössentlichte Artikel, resp. Antrag, zu- Rückgezogen. D. B. ferf ftig wie die lche nze Allgemeiner Deutscher Schneiderverein. Chemnitz, 8. Juli. Bon der Mitgliedschaft Nürnberg sind betreffs unserer Generalversammlung folgende Anträge gestellt dorden: 1) Den§4 der Geschäftsordnung dahin zu ändern: statt den 4. Theil deö ganzen KassenbestandeS, blos den 4. Theil der ich ergebenden Einnahme pro Quartal an die Hauptkasse einzu- lenden. 2) Den tz 9 der Statuten, die Rechte der Mitglieder be- seii>!treffend, dahin zu ändern: gleiche Pflichten, gleiche Rechte zu ge- ,eit,kvähreu und den Ledigen gleich den Berheiratheten das Sterbegeld bei auszuzahlen. 3) Zu dem in Lüttich abzuhaltenden europäischen hts Schneiderkongreß einen Delegirten zu schicken und diesen aus der Mitte der in Gotha zur Generalversanimlung anwesenden Dele- Zirten zu wählen; es würde auf die Schneider Deutschlands kein chtes Ächz werfen, wenn sie ihre Interessen nicht durch einen Delegirten vertteten würden. Die Kosten dazu sind durch den ge- lammten Verein aufzubringen. Alle weiteren Anträge der Mit- iliedschaften sind schleunigst einzusenden. Für den Ausschuß: G. Schöffel, Zimmerstraße Nr. 16, 2. Etage. er, eta- unz achi i et eta ei» ins- »bet ZU eta- we» hei», ni� bei», & tagt lich be s filt Allgemeiner deutscher Sattler-Verein. Ntrfin. Sämmtlichen Vertrauensmännern sowie Mitgliedern c�es Pereins diene zur Nachricht, daß der diesjährige Congreß des stet' Trents am 17., 18. und 19. August zu Offenbach, im Gasthause '- ihm grünen Baum, Landgasse, stattfindet. Dortsclbst werden die eintreffenden Delegirten von dem Empfangs-Comits empfangen, hnd werden die Herren Delegirten ersucht, sich bei ihrem Eintreffen � Offenbach sofort dorthin zu begeben. Wir fordern die Ver- Aauensmänner auf, sofort die nöthigen Versammlungen anzube- AfUmen, in welchen die Delegirten zu wählen sind. Näheres durch lc Zirkulare. Mit collegialischem Gruß I? Auer, Vorsitzender, W. Wirths, Kassirer. Sonnabend, den 12. Juli, Abends 8 Uhr. Geschlossene Mit- bliederversammlung.(Bei Gratweil, Kommaudantensttaße.) Tages- jjvdnung: 1) Ergänzungs Wahl der Control-Commission. 2. Wahl ver Delegirten zum Eongreß nach Offenbach. 3) Bereins-Ange- 'ssstnheiten. Einlaß nur gegen Quittungsbücher; das Erscheinen '»es Jeden ist nothwendig. Der Vorstand. Leipzig. Am Sonntag, den 6. Juli hielt die„Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung" im Trianonsaale des Schützen- Hauses die dritte Generalversammlung ab. Aus welchem Lager diese Gesellschaft stammt, darüber sind unsre Leser sofort klar, wenn wir ihnen sagen, daß der bekannte Schulze-Deliysch den Vorsitz führte. Gewiß, das Streben für Verbreitung von Volksbildung ist ein gutes und verschiedene von Arbeitern ins Leben gerufene Bildungsinftitute haben auch schon wirklich schöne Resultate erzielt. Aber obengenannter Gesellschaft ist es nicht um die Volksbildung schlechthin, als um diejenige Bildung zu thun, die den Arbeiter— und aus den ist es ja doch nur abgesehen— mit den heutigen politischen wie sozialen Zuständen aussöhnt. Mit Einem Wort, die Gesellschaft zur Verbreitung für Volksbildung bildet nicht, sondern verbildet, kräftigt nicht, fondern entnervt das Volk. An der Spitze der Nummer 56 ds. Bl. steht das Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei; dort wird unter Abschnitt III als sechste und vorläufige Forderung aufgestellt:„Obligatorischer Unterricht in Volksschulen und unentgeltlicher Unterricht in allen öffentlichen Bildungsanstalten." Eine Forderung, die wie keine andere für Verbreitung von Volksbildung eintritt. Die„Gesell- schaft für Verbreitung von Volksunterricht" kennt diese Forderung an den Staat nicht. Den Staat läßt man vielmehr hübsch bei Seite liegen; man gründet lieber ein Vereinchen, stellt Wander- lehrer an und klatscht dann„stürmischen Beifall", wenn so ein „lehrender" Wanderer ruhniredig von sich sagen kann, er habe im ersten Semester ds. Js. 77 Orte besucht und 94 Vorträge gehalten. Den Staat, als den einheitlichen Repräsentanten des Volks, für den geringen Bolksbildungsgrad verantwortlich zu machen, das fällt den Herreu nichl ein. Im Gegentheil, sie sehen nicht nur ruhig zu, sie bieten sogar noch die Hand zur Herabdrückung der Bildung. Oder heißt es etwa für die Fortbildung gewirkt, wenn die krie- gerischen Errungenschaften der letzten Jahre als Resultat der Kul- cur bezeichnet werden? Wenn man durch Betonung des nationalen Standpunktes den fürstlichen Annexionsgelüsten Vorschub leistet und die Harmonie der Völkerinteressen vernichtet? Aber wie kann man von Leuten wie Schulze-Delitzsch, Franz Duncker, Max Hirsch verlangen, daß sie den Staat verantwortlich machen sollen für alle Unbildung und alles Elend im Volke. Das hieße ja diese Herren sich selber anklagen. Natürlich wird die„Gesellschaft für Verbreitung von Volks- bildung" ihren Zweck, die Arbeiterklasse für das politische und soziale Elend unempfänglich zu machen, nicht erreichen, ebensowenig wie es dem heutigen reaktionären Staate durch keinerlei Repressiv maßregeln gelingen wird die Arbeiterbewegung zu unterdrücken. Diejenigen Theile der Gesellschaft, die ein Interesse daran haben, daß die politische und ökonomische Ungleichheit fortbestehe, sind un- rettbar dem Untergange geweiht, und zwar um so unrettbarer, als wir gewillt sind, die Menschheit frei und glücklich zu sehen. Lassen wir also diese Quacksalber ruhig fortquacksalbern. Werden sie uns unbequem, dann wollen wir sie fassen. Leipzig. Am Sonntag, den 6. Juli, hielten die Steinmetzen Leipzigs und Umgegend eine Versammlung in der Gesellschafts- Halle, Mittelstr. 9, ab. Die Tagesordnung war: Vereinsangele- genheiten, Einsiedels Werkplatz und die dort erfolgte Maßregelung eines Vereinsmitgliedes. Der Vorsitzende Herr Fischer legte dar, wie sich eine Eoalition der Arbeitgeber gebildet habe, die unter sich das verabscheuungswürdige System angenommen haben, durch Einführung der Nadelstich- Arbeitskarte jeden ihnen mißliebigen Arbeiter(d. h. diejenigen, welche gegen das Ausbeuterthum käm- pfen) zu entlassen, und demselben durch Ausstellung einer solchen Karte die Möglichkeit zu nehmen suchen, irgend wo anders in Ar- beit zu treten. Gegen diese Maßnahmen der Arbeitgeber nahm die Versammlung folgende vom Unterzeichneten verfaßte und durch den Vorsitzenden noch ergänzte Resolution an: „In Erwägung, daß die jetzigen Arbeitskarten höchst infam und ein das Recht der Arbeiter untergrabendes Instrument sind, erklärt die heutige Versammlung mit aller Energie und gesetzlichen Mitteln dagegen zu kämpfen, und ist es Pflicht eines jeden�Bereinsmitgliedes, bevor es hier in Arbeit tritt, sich mit den Spitzen der hiesigen Mitgliedschaft in's Einvernehmen zu setzen." Diese Resolution wurde gegen 1 Stimme angenommen. Da nun eine Maßregelung betr. der Arbeitskarten auf dem Einsiedel'- schen Werkplatz vorgekommen ist, beschloß die Versammlung, eine Deputation von 3 Mann nochmals hinzuschicken, um eine Zurück- nähme dieser Maßregelung zu envirken, die aber von dem betr Arbeitzeber abgeschlagen wurde. Demzufolge kündigten die dort arbeitenden Gehilsen heute die Arbeit. Da der Strike vielleicht noch größere Ausdehnung an- nehmen kann, ersuchen wir Alle, den Zuzug nach Leipzig fern zu halten. Hermann Eichhorn, Schriftführer. Leipzig. Am 17. Juni fand im Leipziger Saal eine Ver- sammlung sämmtlicher hiesiger Gewerkschaften und Fachvereine statt, mit der Tagesordnung: Verbreitung und der Nutzen der Gewerkschaften. Das Referat hatte Stelzer übernommen. Der- selbe betonte vor Allem die Wichtigkeit der gewerkschaftlichen Or- ganisation und forderte die Mitglieder auf, Alles daran zu setzen, die in Deutschland noch sehr im Argen liegende Gewerkschaftsbe- wcgung zu fördern; bis jetzt sei eben sehr wenig dafür gethan worden. Auch sei es nothwendig, daß in nächster Zeit in Sach- sen eine Landesversammlung der Gewerkschaften stattfinde, um eine energische, gemeinsame Agitation zu entfalten. An der Debatte betheiligten sich: Pötzsch, Nauert, Jang, Seyfert, Caspar und Junge, welche sich alle den Ausführungen Stelzer's an- schlössen, bis auf Jang, welcher die Menschen für viel zu versumpft hält, um etwas Ersprießliches mit ihnen zu erzielen*). Zum Schluß wird ein Antrag, jeden Monat eine Versammlung sämmtlicher hiesigen Gewerkschaften abzuhalten, in welcher ein so- zial-ökonomischer Vortrag gehalten werden soll, einstimmig ange- nommen. �..... t. Dresden. 2. Juli. Am 29. und 30. Juni wurde hier der sächsische Eigarrenarbeitertag abgehalten. Vertreten waren auf demselben die Orffchaften Leipzig, Altenburg, Mittweida, Lö- bau, Bischofswerda, Großenhain und Dresden, bei der Wichtig- keit des Cigarrenarbcitertags gewiß eine schwache Betheiligung. Es wurde beschlossen, in den kleinen Ortschaften fortwährend zu *) Ob die Menschen versumpft sind, darüber wollen wir mit Herrn Jang nicht rechten: da« Proletariat aber hat bewiesen, daß es die auf ihm ruhenden Lasten nicht gewillt ist länger zu tragen. Wir erin- nern an den Heldenmuth der Pariser, an die Ausdauer der englischen und an die Rührigkeit der deutschen Arbeiter. Wenn wir die Hände in den Schoost legen wollten, dann fteilich würde der gesellschaftliche Ver- fall bald jene Stufe erreichen, die un« aus der einen Seite eine rohe genußsüchtige Minorität und auf der anderen Seite eine körperlich und geistig herabgekommcne Majorität zeigte. Dahin wird e« nun fteilich nicht kommen, dessen kann sich Herr Jang versichert halten. Red. d. V. agitiren, um Aufllärung unter die Cigarrenarbeiter zu bringen. Es soll namentlich auch auf Beschränkung der Frauen- und Kin- derarbcit hingewirkt werden. Allseitig und selbst von Gegnern der Gewerksgenofsenschaften wurde anerCannt, daß man sich erst korporativ vereinigen müsse und daß die Gewerkschaften eine Vorbildungsschule für den künf- tigen Volksstaat sind. Der Lohn in den Ortschaften Sachsens ist ein erbärmlicher, und der Durchschnittslohn eines Leipziger CigarrenarbeiterS beträgt sogar nur 3 Thlr. 15 Gr. Gegen die Frauen- und Kin- derarbeit wurde folgende Resolution angenommen:„Jedem Cigar- renarbeiter es zur Pflicht zu machen, dem Vereine beizutreten, be- tteffs der Straf- und Korrektionsanstalten sich an die sächsische Regierung, falls solches ohne Erfolg sein sollte, an die Reichs- regierung zu wenden." Zur Wahrung der Arbeiterinteressen beschloß man, es als Pflicht aller Kollegen anzusehen, bei der nächsten Reichstagswahl mr die Wahl der Arbeiter-Kandidaten einzutreten. Schließlich fordert das Azitations-Comits sämmtliche Cigarrenarbeiter auf, in den Bruderbund einzutreten und überall zur Kräftigung der Or- ganisation Versammlungen einzuberufen. Limbach. Am 29. Juni hielten wir hier ein allgemeines Arbeiterfest ab, welches, vom herrlichsten Wetter begünstigt, so man- chem Widersacher bewiesen hat, daß der Arbeiter es versteht, sich aus derartigen Festen zu bewegen. Schon vom frühen Morgen an fanden sich schaarenweise die ftemden Gäste ein. Der Mittag brachte uns gegen 400 Chemnitzer Parteigenossen, an welche sich die Rabensteiner angeschlossen hatten. An Burgstädt hatten sich die andern benachbarten Orte angeschlossen; den tiefsten Eindruck aber machte es, als der lange Zug Hohenstein-Ernstthaler, an den sich die Lunzenauer und andere Orte angeschlossen hatten, sich dem Festplatze näherte. Dieser Zug mag manchen der Ausbeuter, welche zugegen waren, mit Wuth erfüllt haben. Die Festrede Vahlteich's hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Im Uebri- gen verlief das Fest, trotz des großen Andranges, in schönster Har- monie. Dieses Fest hat für die nächsten Reichstagswahlen tüchtig vorgearbeitet, und wenn Muth und Ausdauer nicht verschwinden, dann wird der 15. Wahlkreis einen glänzenden Wahlsieg zu ver- zeichnen haben. Mit sozialdemokratischem Gruß: H. Kühn, Vorsitzender des Festcomitö'S. Stossöerg, 30. Juni. Ein eigenthümlicheS Gerichtsver- fahren. Am 25. Juni ds. Js., Vormittags war ich und meine Mutter wegen Kaufangelegenheit auf Vorladung in der Hypotheken- stube des GerichtSamts Stollberg. Da alles in Ordnung war und somit von keiner Seite Einwendung erhoben wurde, verlief die Zeit in größter Ruhe und Stille. Als ich nun gegen eine Stunde dagestanden, wurde mir auf einmal unwohl; eS überkam mich eine förmliche Schwäche. Diesen Zustand suchte ich durch etwas Bewegung in der Hypothekenstube zu beseitigen, indem ich auf den Fußspitzen hin und her ging, ohne aber auch nur die geringste Störung zu verursachen. Darnach stellte ich mich wieder dem Protokollant, Herrn Hamann, gegen- über und lehnte meinen Arm, weil ich eben noch sehr schwach war, aus das Geländer, welches den Schreibtisch des Hern Hamann ad- sperrend, umgab. Herrn Hamann konnte dies gar nicht stören und doch rief er mir im barschen Tone zu:„Lehnen Sie sich nicht hier an!" Ganz erstaunt- über dies Verbot des Anlehnens und an mir den Schwächezustand immer noch wahrnehmend, trat ich sogleich lautlos vom Geländer zurück. Nach kurzer Zeit sagte ich ganz leise zu meiner Mutter:„Ich kann das lange Stehen hier nicht aushalten; mir ist unwohl; wenn ich länger hier stehen soll, werde ich umfallen;" und das kann doch jedenfalls kein Verbrechen sein? Kaum, daß ich diese Worte gesprochen, stand Herr Hamann auf, ging eiligst zur Thürk hinaus, kehrte indeß nach kurzer Zeit in Begleitung des Gerichtsdieners Partzsch wieder zurück. Hamann befahl nun dem GerichtSdieuer Partzsch, er solle sich ein bischen hier in der Hypothekenstube aufhalten. Nach längerem Aufenthalt des Gerichtsdieners befahl Hamann selbigem eine Verrichtung mit dem Bemerken: wenn ich Sie brauche, klingle ich! Kurze Zeit darauf stand Hamann auf und klingelte. Der Gerichtsdiener Partzsch trat ein und nahm aus abermaligen Befehl seine frühere Stellung wieder ein, worauf sich Hamann dann entfernte. Nun wurde uns allerdings die Ueberwachung auffällig und meine Mutter wendete sich an den Gerichtsdiener und sagte:„Erlauben Sie mir, daß Sie hier stehen ist mir recht aüffällig, das sieht doch aus, als wenn wir etwas verbrochen hätten; weßhalb stehen SK hier?" Hierauf gab der Gerichtödienen Partzsch zur Antwort:„Ja wenn Ihr Euch nicht aufführt, wie sich'S gehört! Das ist ja noch nicht dagewesen, daß in der Hypothekenstube Aufsicht stehen muß, betragt Euch, wie sich'S gehört!" Jetzt erst wurde uns klar, daß wir der Willkür eines Subalternbeamten es zu verdanken hatten, daß wir den übrigen Anwesenden gegenüber wie Diebe oder Verbrecher über- wacht wurden. Beamter Hamann schien mir überhaupt seinem ganzen Benehmen nach selbst in Schwächezustand verfallen zu sein. So mußte ich denselben z. B. erinnern, nachdem er bereits den Kauf" ausgefertigt hatte, daß ich nicht der Käufer, sondern der Verkäufer sei, obgleich er doch sehen mußte, daß ich keine Frau, wohl aber Mann sei. Anstand und Humanität,(den Begriff �Bildung" will ich links liegen lassen) das darf jeder unbescholtene und im Besitz aller bürgerlichen Ehrenrechte befindliche Einwohner Deutschlands in jeder Gerichtöstube und von jedem Beamten doch ganz bestimmt fordern, mit mir und meiner Mutter verfuhr der Protokollant Herr Hamann, als wenn wir ein mit vielen Jahren Zuchthaus zu bestrafendes Kriminalverbrechen begangen hätten. Herr Hamann mag mich darüber belangen lassen. Daß sich der Diener auf Befehl seines Vorgesetzten hinstellen mußte, weiß ich recht gut, wie dieser indeß Leute zu behandeln hat, das sollte er doch selber wissen. E. S. Crimmitschau, 1. Juli. In einer am 23. v. M. hier abge- haltenen Fabrikarbeiterversanimlung wurde nachstehende Resolution einstimmig angenommen:„In Erwägung, daß die allwöchentliche Lohnauszahlung dem Arbeiter hie Führung seines Haushaltes er- leichtert, daß er durch dieselbe, wenn sein Arbeitgeber in ConcurS geräth, weniger empfindlich berührt wird, daß endlich derselben ein gesetzlicher Hmderungsgrund nicht entgegensteht, da der Lohnaus- Zahlungstermin dem freien Uebereinkommen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer überlassen ist,— spricht die heute im Saale des Odeum tagende Versammlung von Fabrikarbeitern beiderlei Geschlechts aus Crimmitschau und Umgegeud den Wunsch auS, daß die hiesigen Fabrikbesitzer, soweit die allwöchentliche LohnauS- Zahlung nicht schon jetzt bei ihnen Gebrauch ist, dieselbe möglichst bald einführen mögen." Zu dem zweiten Erwägungsgrunde hat ein vor wenigen Wochen vorgekommener Fall Anlaß gegeben. Eine Fabrik ist in ConcurS gerathen, und nun müssen die Arbeiter auf einen 14tägigen Lohnrückstand wer weiß wie lange warten. Mochkitz. Den Parteigenossen des 14. sächsischen Wahlkreises erlauben sich einige ältere Mitglieder in Folgendem zu beweisen, daß es bei einer umsichtigen und tüchtigen Agitation ein nicht un- möglicher Fall sein würde, einen Candidaten unserer Partei durch zubringen, vorausgesetzt, daß bei der nächsten Wahl wieder drei verschiedene Candidaten der gegnerischen Parteien im Kreise auf- gestellt werden. Aber trotz aller Rührigkeit brachte es die Fort- sthrittspartei nur auf 3378 Stimmen und die conservative auf 3834 Stimmen; unser Bonhorst hatte 823 Stimmen, 67 waren ungiltig, 53 zersplittert, macht also zusammen 8655 Stimmen Bedenke man nun die mangelhafte Organisation unserer Partei In Lunzenau und Rochlitz gab es allein Vereine unserer Partei, sonst im ganzen Kreise nicht einen. In Penig agitirten 3, in Wechselburg und Frohburg je 1 bis 2 Mann; ferner waren die Stimmzettel und Wahlaufrufe erst 3 Tage vor der Wahl in un- sere Hände gelangt; wenn diese nur 10 Tage zuvor hätten aus- gegeben werden können, wir würden es sicher auf 12- bis 1400 Stimmen gebracht haben. Auch die oben erwähnten ungiltigen Stimmen gehörten alle uns, was wir aus sicherer Quelle wissen. So viel über die letzte Wahl! Runmehr haben sich aber die Dinge geändert; in allen Städten unseres Kreises gibt es Vereine unserer Partei, die für diese Wahl ein weit günstigeres, wenn nicht ein siegreiches Resultat erringen werden, immer vorausgesetzt, die Agi- tation beginnt frühzeitig. Der südliche Theil des Wahlkreises besteht aus den folgenden Orten(Dorsschasten) Rochsburg, Cursdorf, Kaufungen, Wolkenburg, Langenleibaoberhain, Obergräfenhain, Genandstcin, Ascha, Zettlitz, Döhlen, Milkau, Zcttritz ,c. Ueber die Ortschaften des nördlichen Wahlkreises Pegau, Borna, Lausigk und Colditzer Amtsbezirk können wir nicht so genau Rechenschast geben und überlassen das dem Hauptwahlcomite in Geithain. Aber ein massenhaftes Proletariat liefert dieser Theil des Wahlkreises durch die Kalkwerke, Torf- und Braunkohlenwerke. Sollten die Ortschaften des ganzen Kreises nicht 1500 bis 2000 Stimmen für uns zählen, die Städte und Marktflecken auf jeden Fall 2000 und noch mehr. Dieses wäre für uns hinreichend, denn die ab- gegebenen Stimmen zur Stichwahl betrugen bei der letzten Wahl in Summa 10,060, und die Stimmen, die wir diesmal mehr er- reichen wollen, gehen doch sicher allemal unfern Gegnern ab. Darum auf, Parteigenossen! laßt allen Zweifel fahren und den Muth nicht sinken; geht tapfer an's Werk. Wenn wir alle unsere Pflicht er- füllen und zur Zeit mit Agitationskräften versehen werden, dann siegen wir sicher. Geldmittel bedürfen wir nicht. Mehrere ältere Parteigenossen des 14. sächsischen Wahlkreises. Zwickau, 6. Juli. Da nach der letzten Versammlung dei Tischlergehilsen noch keine Vereinbarung mit den Herren Arbeit- gebern stattgefunden hat, im Gegentheil noch Maßregelungen vor- gekommen sind, werden alle Kollegen ersucht, so viel als möglich unsere Sache zu unterstützen. Das Comits der Tischlergehilfen. Dresden, 7. Juli. In Erwägung, daß wiederholt von Seiten Zilgers Beschuldigungen gegen Verwaltungsraths-Mitglieder so- wie gegen die hiesige Produktivgenossenschaft im..Volksstaat" ver- öffentlicht worden sind, die hiesigen Mitglieder nicht gewillt, vor dem Publikum eine Polemik zu führen, sind von der hiesigen Mit- gliedschast folgende Beschlüsse gesaßt worden: 1. Die Redaktion des„Bolksstaat" hiermit zu ersuchen, alle Einsendungen von Seiten Zilgers, welche Beschuldigungen gegen die hiesige"Mitgliedschaft oder einzelne Mitglieder enthalten,"nicht mehr zu veröffentlichen sondern genannten Herrn an den Aufsichts- rath zu verweisen. 2. Erhebt die hiesige Mitgliedschaft mtschieden Protest gegen die willkürliche Suspcndirung des Verwaltungsraths, indem sämmtliche Mitglieder desselben das vollständige Vertrauen der hiesigen Mit- gliedjchaft besitzen und die Begründung der Suspendirung aus ganz einseitiger Anschauung beruht. 3. Beantragt die hiesige Mitgliedschaft alle von dem derzeitigen Vorsitzenden des Verwaltungsraths(vom 1. Juni bis zur Ueber- gäbe der Verwaltung an Gotha) an Mitglieder geschriebenen Bliese sofort an den Aufsichtsrath einzusenden damit dieselben der nächsten ordentlichen Generalversammlung vorgelegt werden können. I. Witthauer. Z. Z. Bevollmächtigter. (Wir geben nunmehr unsere aufrichtige Versicherung, daß wir über diesen unerquicklichen Zwist MchtS mehr veröffentlichen wer den. Um beiden Theilen gerecht zu werden, haben wir Vorstchen- des noch zum Abdruck gebracht. Wir ersuchen nunmehr, die häus- lichcn Zwistigkeiten auch im häuslichen Kreise, nicht aber vor der Oeffentlichkeit, zur Freude der Gegner, abzumachen. Red. d.„Volksstaat") HZerkin, 7. Juli. Aufruf! Arbeiter und Berussgenossen Deutschlands! Nachdem wir Monate lang Alles versucht haben, um auf gütlichem Wege durch Vermittelung unserer Meister eine Lohnerhöhung von den Fabrikanten zu erlangen, blieben doch unsere Anstrengungen erfolglos, und wir sahen uns genöthigt, am 1. Juli die Arbeit niederzulegen.— Berufsgenossen! Arbeiter! Wir glauben nicht nölhig zu haben, Euch die Mißstände, welche innerhalb unserer Branche herrschen, vorzuführen, um Eure Sym- pathie zu erlangen. Es genügt, auf die Gewebe hinzuweisen, welche die Schaufenster der Hauptstraßen aller Orte zieren, um zu ermessen, welche Ausdauer erforderlich ist, alle diese Gegenstände hervorzubringen. Wenn wir nun erwägen, unter welchen geradezu schimpflichen Bedingungen wir gezwungen sind, diese Gewebe zu fertigen, und wenn wir weiter erwägen, daß es gerade unsere Un- terdrücker sind, die sich mit den Produkten unserer Hände Arbeit Änd zwar auf Kosten unserer Gesundheit zieren, so ,st das Wort schimpflich keineswegs übertrieben. Und Leidensgenossen, Ihr müßt bedenken, daß wir Weber oft einen, auch mehrere Tage der Woche mit Nebenarbeiten hinbringen müssen, für die wir nicht einen Pfennig erhalten, während doch jeder andere Arbeiter, sobald er in seinem Geschäft thätig ist, bezahlt wird. Darum, Arbeiter und Berufsgenossen Teutschlands, gedenket unser und auch wir werden Eurer gedenken, wenn Ihr an unseren Brudersinn appellirt. Macht unsere Sache zu der Eurigen, denn der Kampf der Stuhl- arbeiter(Weber, Tuchmacher, Raschmacher und Seidenweber) ist ein schwerer. Roch ist das Ende des Strikes, in welchen nahe an 12000 Personen(Berlin und Nachbarorte) eingetreten sind, nicht abzusehen. Materielle Hülfe ist schnell und dringend nöthig, da der Verdienst dieser Arbeiter seit langer Zeit, in Anbetracht der Preise der Lebensmittel und Mielheu, derart war, daß er dem Einzelnen durchaus nicht gestaltet, längere Zeit aus eigenen Mit- teln zu leben.— Arbeiter allerorts! Sorgt für schnelle Hilfe, denn schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe. Thut Eure Schuldigkeit! Unterstützungen sind zu senden au Bruno Scholz, Berlin, Kl. AndrcaSstr. 20, 2 Tr. links, und Cafe Hosmann, Andreasstraße 49. Die Commission der strikenden Stuhlarbeitergesellen: Br. Scholz, Cl. Gerstenbcrg, Vors.; Gladewitz, Müller, Schristf.; Schnabel, Kassir.; Schuster, Flemig, Becker, Beis. Alle arbeiPrfteundlichen Blätter werden ersucht, vorstehenden Auftuf abzudrucken. Gleichzeitig ersuchen wir die Kollegen aller- orte, den Zuzug nach hier fernzuhalten. ßöt», 8. Juli. In der Möbelfabrik bei Pallenberg haben gestern sämmtliche Tischlergesellcn die Arbeit eingestellt. Die Ur- fache ist die Weigerung der schon am ersten Januar versprochenen allwöchentlichen Auszahlung des Lohnes. Die Tischlergesellen wer- den daher ersucht, Cöln zu meiden, bis der Kampf beendet ist. I. A.: Das Comite der Tisch lergescllen Cölns. Menndorf bei Staßfurt. Allen Freunden und Parteigenossen von hier und Umgegend meldet Unterzeichneter seine Uebersiedlung von Spandau nach hier mit dem Bemerken an, daß die Agitation in den verschiedenen Orten reger wie bisher betrieben werden wird und ersucht bei allen vorkommenden wichtigen Volks- oder Parteiversammlungen, Unterzeichnetem oder dem Schriftfiihrer des hiesigen Agitationskomite's, Maurer Gottlieb Röder, in Kenntniß zu setzen, damit zur rechten Zeit mindestens 1 Redner am Platze sein kann. Ebenso ist es dringend zu wünschen, daß die verschiedenen Mitgliedschaften genügend fteiwillige Beiträge an die hiesige Agi- tationskasse abfiihren, damit endlich einmal die Arbeiterpartei hier in der Provinz Sachsen und Auhalt emporkommt, massenhaften An- hang gewinnt. Das Proletariat muß, um zum Siege zu gelangen, eine Partei aller Besitzlosen, gestützt auf ihre produktive Arbeits- kraft gegen das besitzende Faullenzerthum bilden, um endlich zur Freiheit, zum Frieden und zum Rechte zu gelangen, Partei gegen Partei, Unterdrückte gegen Unterdrücker! Hoch die Sozialdemokratie'. W. Fischer. Nr. 145. Irankfurt a. M., 5. Juli. Unsere Polizei ist eine kluge An- stalt. Als nur Plakate vom Allgemeinen deutschen Arbei- tervercin oder ausgesprochenen Anhängern desselben an die Ecken geschlagen wurden, las man fast immer hinter der Tages- ordnung verschiedene Bemerkungen, als z. B.: Es ist Pflicht eines jeden Arbeiters u. s. w. Kürzlich hat denn auch die� sozial- demokratische Arbeiter-Partei sich beikommen lassen, eine Versammlung durch Plakate anzuzeigen, aber siehe da! die Be- merkung: Zu zahlreichem Besuch wird eingeladen, durste nicht ge- druckt werden, denn, hieß es, das sehe der Herr Polizeipräsident nicht gerne! Aehnlich erging es dem Buchbindervereiu, dessen Mit- glieder theilweise zugleich unserer Partei angehören. Merkwürdiger- weise hat— wohl der Gleichheit wegen— von derselben Zeit ab auch der Allgemeine deutsche Arbeiter-Verein und dessen Ge- werkschaften keine Zusätze mehr auf den Plakaten machen dürfen; das ging einige Wochen, bis man kürzlich wieder Zusatzbemerkun- gen auf den Plakaten des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins prangen sah. In den letzten Tagen wieder Frontveränderung, die Bemerkungen werden ihm abermals nicht gestattet. Durch das Preßgesetz läßt sich übrigens eine solche Censur schwerlich rechtfertigen.— Die Schwurgerichtsverhandlungen wegen des Bier- krawalls sind vor der Thür, sie beginnen am 14. d. M. Kreuznach, 4. Juli. Zuvörderst: Der hiesige Bürgermeister heißt nicht Rüppel, sondern Küppers. Jedem seine Ehre und seinen rechten Namen!— Die Maurer haben vor einiger Zeit größere Forderungen gestellt und ihren Willen durchgesetzt. Der Lohn war aber auch im Verhältniß zu anderen Städten gering. Jetzt regen sich die Bäcker. Sie verlangen Abschaffung deS Teigmachens auf Feiertage, 8-tägigc statt 14-tägige Lohnbezahluug und— jetzt kommt das Schrecklichste— statt des Spreusacks ein Bett!! Das ist Alles, also gewiß sehr bescheiden.— Die Arbeiter einer hiesigen großen Cigarrenfabrik werden flott gcmaßregelt, so- bald der„Herr" bemerkt, daß sie den„VolkSstaat" lesen oder Mitglieder der sozial-demokratischen Partei sind. Die Bezahlung in dieser Fabrik ist schlecht, der Besitzer ein sehr reicher Plann. Wir empfehlen Letzteren der fteundlichen Beachtnng des Herrn Fabrikanten Graes in Bingen. Dieser Bingcr Graes ist ein be- kannter Harmonieapostel, Freund von Max Hirsch und Schulze- Delitzsch, sowie gleichzeitig ein Bruder des oben erwähnten hiesi- gen Cigarrensabrikanten.— Das hessische Ministerium hat auf die Beschwerde wegen der untersagten Versammlung noch immer nickt geantwortet. Wir sind doch begierig, ob das Ministerium Hofmann das ungesetzliche Verfahren seiner Untergebenen in Alzey billigt, welche„preußische Agitatoren" nicht„in's hessische Land" lassen wollen! Solch' eine preußenfeindliche Motüoirung unter der preußischen Regierung, die je in Hessen geschaltet hat, das ist doch eigenthümlich! Crefeld a. Mitgliedschaften Sontag, den 2 0. Juli in Crefeld statt. Morgen« Punkt 11 Uhr: Geschlossene Sitzung. bei Zillenbach in der Bockhalle, zu der nur Dclegirte und Parteigenosse« Zutritt haben. Nachmittag« Punkt 5 Uhr: Große Volksversammlung unter fteien Himmel. Die Tagesordnung, sowohl die Geschlossene Sitzung wie die Volkes Versammlung wird nächstens bekannt gemacht werden. Wir ersuchen dl Parteigenossen für Massenvertretung thätig zu sein. Die Rcserenten werden freundlichst ersucht, in den ersten Tagen unej Ihr Erscheinen anzuzeigen, sowie auch geeignete« Material zur Taze-i ordnung bestimmt einzusenden. s3bs Die Crcfelder Parteigenossen. Briefkasten der Redaktion. Beckenthal in Fürth: Da« Eingesandte ist dem Aus- schuß übermittelt worden. Wer die Miltbeilung über den„Kulturkamps" gemacht hat, ist Bl. au« dem Gedächtnis} entfallen; dcßhalb hat er Ihnen keine weitere Mittheilung machen können. Die Sache ist ja schon sehr lange her.— Kr. in Breslau: Ihr Manuscript baden wir erhalten und dasselbe wird auch noch berücksichtigt werden. Halten Sie un« zu Gute, wenn wir die dringlichen Artikel zu erst verössemlichen.— S. F. in Berlin: Durch einen Zufall in dieser Nummer nicht möglich; aber in näcbstcr Nummer. L. in Darmstadt: Wir haben das betr. Schriftstück erst dem Ausschuß eingesandt. Fr. Fr. in Stoüberg: Wir werden un« über die Sache erkundigen. Leider ist F-'tti Augenblick verreist. der Expedition. G. Jrkwtz Baden-Baden: Sie sandten unterm 19. April 27 Gr. 5 Pf. da» 2. Quartal beträgt 25 Gr., haben Sie gut 2 Gr. 5 Pf., da« 3. Qu. kostet 1 Thlr 5 Gr. Ein Abonnement bei dorrtiger Postanstalt würde Jbnen bedeutend billiger kommen. Die Nummer 53—56 werden Sie erhalten baden. I. Hllmnr Mllhlhauscn: Bei wöchentlich einmaliger Sendung kostet da« 3. Qu. 25 Gr. da« 2. 18 Gr. Die ftagl. Bilder kosteten früher 10 Gr. jetzt 7 Gr. 5 Pf. C. Schhmnn Limbach: Bei Annoncen von Festen wie GeschästSanzeigen wird die Zeile zu 2 Gr. berechnet. �tlzr Reudnitz Ab. 21 Thlr. W. Hnrchs Cöln 2. Qu. 8 Tblr. 24 Gr 1 Pf. Maurcrver. das. Ann. 8 Gr. I. Mllr Colp. hier 3. Qu. 50 Thlr. Wkpf Hannover 2. Qu. 24 Thlr. A. Msl 2. Qu. 4 Thlr. 17 Gr. I. Hllm Mühlhausen Ab. 10 Gr. I. Pl Straßburg Ab. 20 Gr. Fachverein der Tischler Salzburg 3. Qu. 1 Thlr. 4 Gr. Allg. Arbeitervcr. Fünfkirchen 3. Qu. 2 Tblr. 25 Gr. Mrtg Lindenau 2. Qu. 1 Thlr 19 Gr._ Rtzl Lößnitz Schr. I Tblr. 10 Gr. G. Hnn Eßlingen Ab. 11 Thlr. Sft hier Schr. 7 Thlr. O. Nbrt Stollberg 2. Qu. 7 Thlr. 2 Gr. 5 Pf. L. Nnsity Werschetz Schr 2 Thlr. 25" Gr. Bchr Janowitz Ab.17 Gr Tdrt Ennewitz Brnncm Görpingen Ab. 9 Tblr. 21 Gr�jMst—---- Für den Wahlfond Liebknechts. Von Rötzel Lößnitz 3 Thlr.__ Ouittung. Für die strikenden Weber in Gera von L. Nanesity in Basarbelv 5 Thaler erhalten. Expedition des.Volksüaa.» � hVlitvIi,» Gewerkschaft der Holzarbeilcr. Sonntag, den 13. Juli, Vormittag« 10 Uhr: Versamm- lung im Locale de« Herrn Stachum, Köpnickerstraße 152. Tagcsord Neue Ptitglitder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet_ D» Vorstand CKuvfitt Ämernationale Met-llarbeilergewerkSgenossenschasl. -Oll Uli Sonnabend, den 12. Juli, Abends halb 9 Uhr: t■ ar,*«, ManatSversammlung bs' Macke, Auguststraße 80.- Tagesordnung: 1) Monatsbericht de« Berttagiammlers und der Revisoren; 2) der Strikt der chiefigen Weber. Der Bevollmächtigte. �an a�0nn'rt_S0m 1- Juli ab auf den„Bolksstaat; monatlich 7'/s Sgr. frei ins Hau«, bei den Herren Trauls mann, Engeluferstraße 6d, 4 Tr.; Friese, Schwedterstraße 28, Hof pari., ....----..........{ Metzner, Linien straße 79; Heinsch, Lindenstraße 11, Hof 4 Tr. bei Ewest Reyher, Koppenstr. 26; Schwoide, Stettinerstr. 43, Hof pari. sjNs Vraunschwcig.......... Hiermit bringen wir allen Mitgliedschaften zur Kenntniß, daß von 7. Juli 1873 ab Braunschweig als Vorort obiger Gewerkschaft in Kras tritt, laut Beschluß der letzten Generalversammlung zu Chemnitz(au 7. u. 8. Juni). In einer von uns einberufenen Mitgliederversammlung ist die Wahl der Vorort«-Verwaltung dem Statut gemäß von uns ge schehen, und ist aus folgenden Personen zusammengesetzt: Erster Vor sitzender: Heinrich Rieke, Maurer, Schöppenstedterstr. Nr.50. Haupt kasfirer der Gewerkschaft, sowie der Krankenkasse: Wilhelm Weißensee, Kupfertwcte Nr. 8, 3Tr. Schristsührer: August Bennau, Magnithoi Nr. 2. Deren Stellvctreter, sowie Controleure und Beisitzer sind na4 dem§ 13 unseres Statuts ebenfalls gewählt. Ferner sind laut Beschluß der letzten Generalversammlung auch zwei Aufsichtsrähe, Göhmann util Köhlen, Maurer hier elbst, gewählt. Andere drei Mitglieder des Au' fichtsrathes sind zu wählen je einer in Köln, Augsburg und Chemni Wir fordern nun alle Mitgliedschaften resp. deren Bevollmächtig» dringend aus, genau auf diese Adressen zu achten und ihre Beiträge i die Hauptkasse pünktlich abzuführen resp. an den Hauptkassircr. Bril für Forderung von Statuten und sonstiges Material sc. sind direft senden an Heinrich Rieke, Schöppenstedtcrstraße 5V. Schließlich ersuchen wir alle Gewerksgenossen und Parteimitglied! dringend, für die weiteste Verbreitung unserer jungen Gewerkschaft kräsch einzutreten, damit alle uns noch fernstehenden Fachgenossen sich mit uni vereinigen und unsere Gewerkschaft in Deutschland festen Boden gewinn! Thue also ein Jeder seine Schuldigkeit! Im Auftrage: Heinrich Rieke, I.Vorsitzender, Schöppenstedtcrstraße 50. Wilhelm Weißensee, Hauptkassircr, Kupfertwete 8. August Rennau, Schriftführer, Magnithor 2. s3bs Breslau Sozialdcmokraiischr Arbeiterpartei. Montag, den 14. d.M., Abends Punkt 8 Uhr: Geschlossene Mitgliederversammlung iu Kuhnert'« Restauration, Borderbleiche 7.— Tagesordnung: 1) GuatjJ" talsabrechnung der Partei- und Volksstaatkaffe; 2) Bcrathung und Bewim schlußsi.ssung über die zu stellenden Congreß- Anträge; 3) Mitthcilungi's des Ausschusses. bme Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung fordere ich die Mitglieder au vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Die Kanen sind vorzuzeigen. H. O-hme. �'' Rheinisch-Wcstphalischer Arbeiterlag. «Hlj* Derselbe findet aus Anregung verschieden� Das schon erwähnte Fest der Gewerkschaft der Holis 13/ i| U 1 1- arbeiter, bestehend in Concert, Ball, ernsten und komisches Vorträgen sc. findet Sonntag, den 13. Juli in den Räumen der Karlhau'f bestimmt stalt und werden hierdurch GewerkS- und Parteigenossen reif nah und fern zu reger Theilnahme freundlichst eingeladen. Zum Empfang der auswärtigen Gäste werden Comitv-Mitglieder, rothen Schleifen kenntlich, bei allen bis Nachmittag ankommenden Züze> am Bahnhof sein. Das Festcomit«. __ I. A.: I. Rudolphs Cfcrrtttfflirt- It W Alle Diejenigen, welch» ihren Abv«�?H III Iiis Uli- II»»vi» ncmcntsbetrag für das zweite Quaru ißt noch nicht entrichtet haben, sowie Diejenigen, welche Schriften von'arl bezogen und noch nicht bezahlt haben, werden hiermit ersucht, dies i»>ia, aller Kürze zu thun.__ K a l b�)tt ftrtittftttvit Sozial-Vcmotrarischcr Arbeiterverein. Pen II Ulli Iiis) Sonnabend, den 12. Juli, Abends 9 Uhr: VersamiUm� lung in Hansch's Clublokal, Schauenburgerstraße 14.— Taac«ordilu»zli.r Fortsetzung der Debatte über die Gewerkschaften..... 1 f Gäste haben Zutrat.____'________ August Geii� fölrtiiftttfitW Wir bringen hiermit allen Parteigenossen zur Änzcig�. «lllljjllls U II das in Klagenfurt ein Parteiblatt, vom 15. an, unter dem Titel, „Sociakpolitifches Dotksvlatt' !-.rf in das Leben tritt. Dasselbe wird' am 1. und 15. eine» jeden Monfl'J� herausgegeben und wird seine Aufmerksamkeit namentlich der Organisa»� der Massen zuwenden. Anton Ridel�'■ Itatltliit Internationale Metallarbei erschafr. It jI,) Montag, den 14. Juli: Sitzung bei Finsterbusch, Rci�s!� straße Nr. 11(Souterrain).— Tagesordnung: 1) Wahl der � comm.ssio»; 2) die Arbeiterbewegung der«-rganzeuheit und Zukuns? � Aufnahme neuer Mitglieder.__ Arbeiterbildungsverciu. LelMg Sonntag: 1-3 Uhr Zeichnen. Montag: Gesa t M v—-.....-o**- o-"*.......T' nnltCr Turnen, Stenographie, Rechnen. Dienstag: Deutsche, englische"/prie französische Sprache; Schönschreiben. Mittwoch: Diskussion oder irag. Donnerstag: Gesang, Stenographie, Turnen, franz. Spts�iric, Freitag: Buchführung, engl. Sprache, Wechselkunde. Sonnabr"' Vortrag oder Diskussion._ swlas___-fc|( Sozial-demokratische Arbeiterpartei....Mq Sonnlag, den 13. Juli, Abend« 1 u'ji � Mitgliederversammlung im„Roscnmüller'schcn Gasthos." Tagcsordnu'wP. 'nd ----------- Mfl, Landesversammung in Chemnitz. H Sonnabend, den 12. Juli, Abend«: Cammers und EmPfavS'. Delegirtcn im Garten bez. Saale des„Gasthauses zur Linde", Jei des Bahnhofs.„""i Sonntag, den 13. Juli, von Vorm. 10 Uhr an in„Stadt Ma» he heim, innere Rochlitzerstraße: LandrSvcrsaminlung. Bon 8—19 U>d Vormittags daselbst Berkehr und Ausnahme der Präsenzliste.. ch Die am Sonnlag eintreffenden Delegirtcn wollen sich an das t,. *->%••.-.f..._____..ii__ w«Lt.'i»».a..... j /n— tl(V-:' l Wartesaal dritter Klasse, gegenüber dem Büffet, versammelte Comitee wenden. Die Mitglieder desselben sind an rothen Bändche»' Knopfloch kenntlich. firfc* Die am Sonnabend eintreffenden Dclegirten wenden sich an die l o pedition der„Chemnitzer Freien Presse", Lindenstr. 5. J' Das Comitee zur Einberufung der Lantesvcrsammluug sächsisch�?et Sozial-Demokraten. j": pr. Adr.: Redaktion der„Chemnitzer Freien Presse".____«1 Herr L— g in D.! Warum keine Antwort; sollen wir vielleicht J?1'' z Namen im„Volksstaat" veröffentlichen? St. in SCI' Leipzig:«eraotw. Redakteur E. Casper.(Redaktion und W e, 4 J\ AN_ ja L_>.., i_____ I •• T-a• n• �—■...» v�wMt.4KU4. �eoaiiivii Zeitzerstr. 44). Druck un» Verlag der Geuossinschastsbuchdracktr»>- ut