Utl dig ä«' ar» Zer. Erscheint wSchentlich 3 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buch- Handlungen de» In- und Auslände» an. Filia!-Expeditionen für dt« Bereinigten Staaten: ' F.«. Sorge, vor 101 Hoboken, V. J. 0. A. Lönnecker, 98 S. Market gtr. coro. Madison sfr. Chicago, lU. Abonnementsprrl«: ftür Preußen incl.Stempel- steukr2ISgr.,sürdieübrigcn Deutschen Staaten IL Sgr. pro Quartal. ZUouato-Ztlioiimemeiit» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2. u. 3. Monat u. aus den 3. Mo- nat besonders angenommen, im Kgr. Sachsen u. Hrjgth. Sachs.-Altenburg auch auf den 1. Monat h S'/z Sgr. angenommen. ? Organ der sozialdemokrattschenArvetterpartei und der internationalenGeiverksgenossenschaften. �r. 61. Sonntag, 2V. Juli. 1873. ozu wd die die r»>» er- zen ach id« sw sechster Allgemeiner Äongrest der Internationalen Arbeiter-Asioriation. In Ausführung deö vom fünften allgemeine» Kongreß im Haag gefaßten Beschlusses, daß der nächste allgemeine Kongreß in der Schweiz stattfinden und der General- Rath den Versammlungsort bestimmen solle,— dernft der General-Rath hiermit den Sechsten Altge in einen Kongreß der JnternationalcnArbeiter-Asso- ciation auf Montag, den 8. September 1873, Vormittags 9 Uhr, »ach Gens in der Schweiz. Gemäß s 9 Kap. 1 der Verwaltungs- Verordnungen verössent- licht der General-Rath die folgende Tagesordnung des Kongresses: 1) Revision der Statuten. 2) Organisation der Internationalen Gcwerkögenossen- schaften. 3) Organisation der Arbeiter-Klasse auf internationaler Grundlage. A) Politische Stellung der organisirten Arbeiter. 5) Arbeits-Statistik. Die Abgeordneten sind ersucht, ihre Beglaubigungsschreiben Sonntag den 7. September von 2 bis K Uhr Nachmittags der pro- disorischen Kommission�im Temple Unique zu Genf einzureichen. Alle Föderationen, Sectionen und Bevollmächtigte sind aufge- fordert, laut§ 14 Kap. 1 der BerwaltungS- Verordnungen schleu- »igst ihren genauen Jahresbericht einzusenden. New-York, 1. Juli 1873. Im Namen und Auftrag des General-RathS: F. A. Sorge, Generalsekretär. l Eine kleine Lektion. (Fortsetzung.) Er hatte sein Ziel erreicht,„der fanatische Kleinbürger"— er hatte mit dem scharfen Guillotinenmesser weggeschnitten, was ihm rechts und links hinderlich war, und triumphirte auf seiner„rich- ligen Mitte"..._ „Er triumphirte," schreibt in heiligem Ingrimm Tridon, der Kämpfer der Commune, der Rächer der gemeuchelten Hebertisten, ..er triumphirte nachsHerzenSlust, der Nachfolger(eoutinnateur— eirentlich noch schärfer) des heiligen Dominikus und Loyola'»*), dräpirt in seinem gebürsteten Leibrock, vergöttlicht in dem höchsten Wesen, nach rechts und links seine Streiche führend. Hebert starb durch Camille Desmoulins, Chaumette riß Danton mit. Adelige und Priester athmeten aus unter dem Schutz des Oberpriesters*). Entmannt durch die Tugend des„Unbestechlichen"*), katechisirt durck die Moral Saint Just's, für alle Zukunft den Freuden des AszetismuS geweiht, röchelt- der Genius der Revolution, und Ka- tharina Theot, Buchez vorauseilend, verkündete der Welt den neuen Messias*V ..Er*) stirbt am Kreuz den 9. Tb.dor, und steht wieder auf nach 1330. Er*) lebt in dem Herzen des gemeinen Ehrgeizi- l-n(de l'ambitieux vulgaire), des Menschen, welcher um zeden ßreis herrschen will-- er lebt in der haß- und neidvollen Seele, in dem niedrigen und boshaften Geist. Sein Schatten, ber nicht mehr tödten kann, beschimpft und befleckt.-- „Robespierre lebt geehrt in Mitten der Wolken des ftommsten ....hrauchs, während seine Opfer auf dem Schindanger liegen' vor seinem kalten Blicke gestiert das Herz und das Hirn Frank reichs, während die Vertreter deS Lebens und des Fortschritts, die Geliebten der Natur, deren edelmüthige Utopie nichts wollte, als Wirklichkeit werde», mit Schmutz und mit Blut beschmiert, unter den Beschimpfungen der verbündeten Feinde der Menschheit fast Zusammenknicken(plieut), und Jedem, der ihren Namen kennt, Äbscheu einflößen." So Tridon.„Er triumphirte", der Schlächter der Hebertisten und der Commune,„er triumphirte",— und sein Triumph brachte ihm den Untergang und schmachvollen Tod. Wohl ist„der Ge- kreuzigte wieder auferstanden", künstlich in's Leben erweckt durch die Epigonen(Nachwuchs) der Revolution; wohl sind feine Opfer bis auf die neueste Zeit, nach allgemeinem Uebereinkommen, der Schande und Verachtung geweiht worden, doch allmählich„bohrt sich die Wahrheit durch", und, wie den Märtyrern der Junischlacht und der Commune, so wird die Geschichte auch den Hebertisten Gerechtigkeit widerfahren lassen. Noch haben die Feinde des unterdrückten Volks das Wort, noch ist die Geschichte die kable con- venue(das verabredete Lügenmährchen) der herrschenden Klassen — allein die Zeit naht, wo die Ausgebeuteten, die mit Füßen Getretenen, die Enterbten die Geschichte machen und schreibe.» Vierden. Dann wird erniedrigt werden, was hoch ist, und erhöht, was niedrig; den Mördern des Körpers und des Geistes wird das unverlöschliche Brandmal auf die Stirne gedrückt, und den Blutzeugen der leidenden, vorwärts strebenden Menschheit der ewig grünende Lorbeer um die Schläfe gewunden werden. Lange genug haben die Mörder das Wort geführt;— die Reihe kommt an die Rächer der Gemordeten. Und sie werden das letzte Wort haben: das jüngste Gericht wird sich aizf Erden vollstrecken, und das Weltgericht wird die Weltgeschichte sein.--- „Er triumphirte"— die Hebertisten auillotinirt, die Danton lsten guillotinirt, hatte Robespierre die Richtigkeit seiner„richtigen Mitte" in der überzeugendsten, eindringlichsten, sieghaftesten Weise demonstrirt. Er war«bnbestrittener Herr der Situation, das heißt der„richtigen Mitte". Das revolutionäre Paris hatte den Strick »m den Hals, die RevolutionSanuee war aufgelöst; und der Ber- liner Reichstag apportirte nicht gefügiger dem„genialen" Bismarck, *) RobeSpierre, lieber Tölcke(Haffelmann, Hasenklever)! als der Convent dem„unbestechlichen" Dictator von Tugend-Gna den apportirte. Die„Kröten des Sumpfs" folgten jedem seiner Winke mit der affenartigen Geschwindigkeit deutscher Nationallibe ralen. Doch leider haben die Thatfachen ihre Logik, die sich ein- mal auch mehrere Male zur Thürc hinaus werfen läßt, aber durch's Fenster wieder herein kommt, und diese Prozedur hartnäckig so lange fortsetzt, bis der Gegner ermattet und lebendig oder todt vom Platze entfernt ist.— Robespierrc merkte bald, daß seine„richtige Mitte" eine geo metrische Linie war— eine unkörperliche Vorstellung— ein Strich ohne Breite und Ausdehnung. Aus Bajonnette», die doch sehr körperliche Dinge sind, ist schon sprichwörtlich schwer sitzen; und nun erst auf einer mathematischen Linie, die nicht so viel Stütze gewährt, wie ein zwischen zwei Kirchthurmspitzen auSgespann- tcr Zwirnsfaden! Da scheitert die Kunst des geschicktesten Seil tänzeiö— er muß ohne Gnade den Hals brechen. Die Anstrengungen RvbeSpierre's, auf der mathematischen Linie seiner„richtigen Mitte" Fuß zu fassen, wären hochkomisch, wüßten wir nicht, daß der Fall unvermeidlich ist, und tödtlich mit der Sicherheit des antiken Fatums. Er versucht, und versucht— umsonst. Dem Boden der realen Verhältnisse entrückt, findet er keinen Stützpunkt in seiner luftigen Höhe, auf seiner lustigen Linie; verzweiflungSvoll greift er um sich, und greift— in die leere Luft, nämlich in den Himmel. Was ihm die Erde versagt, soll ihm der Himmel gewähren. Hatte er sich nicht Verdienste um den Himmel erworben? Hatte er nicht den Atheismus als„aristokratisch" geächtet, die atheistischen Hebertisten, die ungläubigen Kantonisten mit ketzerrichterlichem Glaubenseifer auf's Schaffst geschickt, obgleich sie zum Theil ihm durch die innigsten Bande der Freundschaft verknüpft gewesen? Ein Brutus und ein Großinquisitor dürfe» sich durch's schmei- chelnde Herz zu keiner Schwäche verleiten lassen— geschweige denn ein„Unbestechlicher", der Brutus und Großinquisitor in Einer Person. Bier Wochen nachdem Chaumette's Kopf gefallen, am 7. Mai 1794, erschien Robespierre in feierlichem Anzug und Ernst in dem Convent und hielt seine famose Rede über das„höchste Wesen". Der Brei deS Rousseau'schen„Vicaire Savoyard", mit Tugcndwasser verdünnt, mit Anspielungen auf die Guillotine gepfeffert und als spartanische Suppe ausgetischt— das ist die Rede! Dieselbe Tribüne, von welcher herab drei Jahre vorher der Royal ist Mirabeau sein berühmies: Z>ie Nmokuti».» uiufc entchriftlicht werden!— il kaut ddchristiauiaer la Revolution! — den erschreckten Pfaffen in die Ohren gedonnert hatte— wird von dem„gewaltigen Volkstribun" zur Kanzel herabgewürdigt, und muß zu einer Predigt herhalten, die— mit unwesentlichen Abänderungen— der konfuseste unserer Deutschkatholiken oder fteigemeindlichen CoufusionSrälhe seinen gefühlseligen ZuHörerinnen und spießbürgerlichen Zuhörern zu gegenseitigem Behagen»ordekla- miren könnte. Und als die Predigt heruntergelesen war— denn RobeSpierre sprach selten frei, wie übrigens die meisten Redner der ftanzösi- scheu Revolution— und die„Kröten des Sumpfes" sich vor Weinen nicht fassen konnten, da packte der Tugendhafte die Gele- genheit beim Schopf, und des Grundsatzes eingedenk: Schmiede das Eisen, so lauge es heiß ist, zog er folgenden Antrag aus der Tasche und setzte ihn dem verblüfften Convent auf die Brust:- Artikel I: Das französische Volk erkennnt die Existenz des höchsten Wesens und die Unsterb- lichkeit der Seele an. (Le peuple franyais reconnait l'exisience de l'Etre su- preme et l'immortalit� de l'ame.) Artikel II: Das französische Volk erkennt an(reconnait — stellt als Grundsatz auf), daß der würdigste Gottes- dienst(euite) des höchsten Wesens die Verwirklichung(la pratique) der Menschenrechte ist. Dieser Antrag wurde von dem Convent„mit Aeelamation" angenommen, und also die Existenz Gottes parlamentarisch festge- setzt— sicherlich wohl der größte Narren- und Hanswurstenstreich, dessen der Parlamentarismus, so reich er an Narren- und HanS wursten streichen, sich jemals schuldig gemacht! Um dem Volke daS„höchste Wesen" ad oculos(vor die Augen) zu führen, und ihm die Mysterien der neuen und einzig wahren „Vernunft- und Naturreligion" RvbeSpierre's zu erschließen oder doch mundgerecht zu machen, beschloß der Convent sofort auf An- trag des neuen Religionsstifters, oder genauer: deS„Wiederher- stellers" der Religion, daß am 8. Juni ein öffentliches Fest deS höchsten Wesens stattfinden solle.-- Die Pfaffen jubelten. Die Revolution, vom Blutverlust erschöpft, hatte sich auf die Kniee geworfen, klammerte sich in ihrer Zioth an Gott. Was der ihr helfen würde, das wußten die Pfaffen. Am 8. Juni 1794 hat Paris sein Feierkleid an— das Paris, welches vor 16 Monaten in die Hände geklatscht, als Louis Capet auf's Blutgerüst stieg; welches gestern die Hebertisten im Henker- karren mit Koth beworfen, und welches morgen--? Kurz, das Paris des Niedern und vornehmen Pöbels hat sein Feierkleid >n— das revolutionäre Paris, daS Paris des Proletariats, steht grollend bei Seite. Robespierre, einen Strauß Blumen und Äehren in der Hand, wandelt, dem Convent voran— dessen Präsident er gerade war—, feierlichen Schrittes von den Tuile- rien nach dem Festplatz,— alle Augen sind auf den ernsten Mann mit dem übernächtigen, sorgenvollen, brütenden Antlitz gerichtet, das so sonderbar absticht von dem himmelblauen Rock, den er sich ür den Ehrentag hatte anfertigen lassen und den er nur noch wei Mal tragen sollte,— auch bei ernsten Gelegenheiten, jedoch ehr verschiedener Art. Ein Lächeln der Zufriedenheit überfliegt ein Gesicht— die Gedanken an das„morgen", die dichter und dichter ihn umschwirren, sind für einen kurzen Moment verscheucht. Strahlenden Blickes legt er die Fackel an die symbolischen Bildnisse der Zwietracht, der Selbstsucht, des Atheismus; und hinter den in Flammen auflodernden Dämonen des UebelS erhebt sich gigantisch die Göttin der Weisheit. Doch nicht in der flecken- losen Reinheit, die das Programm vorgeschrieben hatte und einer Göttin der Weisheit geziemt«— nein schmutzig, vom Rauch ge- schwärzt. Ein böses Vorzeichen! Und es klingt nicht unwahrschem- lich, daß RobeSpierre sichtlich erblaßte, zumal einige seiner Herren College«, Freunde des geköpften Danton, höhnisch zu lachen began- nen. Die schwarzen Gedanken sollten Robespierre nicht mehr ver- lassen. Als er seine Rolle zu Ende gespielt hatte und nach Haus eilte, begleitete ihn Niemand, und nur die zornigen Drohworte Leeointre's und anderer ConventSmitglteder folgten ihm wie par- thische Pfeile auf dem Heimweg, die zornigen Drohworte:„Ich verachte und hasse ihn!",„Der Schurke! Nicht zufrieden, daß er Herr ist, will er auch noch Herrgott sein!" Am Abend wurde die Guillotine, die bei Tag' über, um die Hannonie nicht zu stören, entfernt worden war, wieder an ihren Platz gefahren.—(Schluß folgt.) Champagner und Klaviere jnr Arbeiter. Wer erinnert sich nicht deS HallohS, welches die Bourgeoispresse vor einigen Wochen anstimmte, als irgend ein schnüffelnder Penny- a-liner die Entdeckung ausposaunte, von Berliner Maurern sei— Champagner getrunken worden. Ganz etwas Aehnliches spielte kürzlich in England. Mit sitttlicher Entrüstung und ftommem Augenverdreheii wurde von den Organen der besitzeilden und aus- beutenden Klassen gelegentlich deS Strikes und Lockouts in Süd- wales die Nachricht kolportirt und kommentirt, die Kohlenar- beiter, welche die Unverschämtheit hätten, für eine Besserung ihrer Lage zu käuipfen, befänden sich in Wirklichkeit„zu wohl", sie schwämmen im Luxus, tränken Champagner, hätten Klaviere und Harmoniums, und würfen das Geld zum Fenster hinaus. Die Sache kam schließlich sogar zur offiziellen Besprechung. Bekanntlich hat daS englische Unterhaus ein Comitö niederge- fetzt, um die Ursachen der Kohlentheuerung zu untersuchen. Unter den beftagten Zeugen ist auch der Sekretär der Birg» arbeiter-Bereinigung von Süd-Horkshire(Minei-s Association of South Yorkshire), Mr. Normansell. Die von dem- selben rrtheilten Antworten, in denen auch das Champagner- thema abgefertigt wird, sind so interessant, daß wir sie nach dem .Beehive" im Auszüge wiedergeben. „Alle Lohnerhöhungen in den letzten zwei Jahren sind den Steigerungen des Kohlenpreises gefolgt, aber eS giebt kein regel- mäßiges Berhältniß, welches zwischen dem Steigen des Preises und dem des Lohnes beobachtet worden wäre.— Während der neulichen Periode des Auffchwuugs hat die Bergarbeiter-Bevölkerung in jeder Beziehung unleugbar Fortschritte gemacht. Insbesondere werden die Schulen gut besucht.-Bor 15 Jahren konnte kaum ein Arbeiter seinen Namen schreiben; jetzt kann es jedes Kind. Ueber nachlässigen Schulbesuch ist keine Klage geführt worden. Die Kinder bleiben in der Regel nicht bis über das 12. Jahr in der Schule. Viele Bergarbeiter haben ihr eigenes Häuschen und sind Freisassen(freebolders); die Zahl derselben nimmt zu. Es giebt mehr Harmoniums und mehr Pianinos in den Häusern, als je zuvor, und auch mehr Kinderwagen". Auf die Frage des Vorfitzenden Mr. Lidell, ob Zeuge das Piano noch einen Grad über den Kinderwagen stelle, antwortet Mr. Normansell„Ja". „Was den Champagner betrifft", giebt derselbe weiter zur Antwort, so„glaube ich nicht, daß die Kohlenarbeiter ftüher etwas von Champagner wußten, als bis Sie, meine vornehme Herren, davon sprachen. Seitdem sind Leute zusammengekommen, um in Gemeinschaft eine Flasche Champagner zu öffnen und zu sehen, wie das Zeug schmeckt. Ich sehe nicht ein, warum Kohlen- arbeiter nicht ebenso gut Champagner trinken sollen, als andere Leute. Es mag auch sein, daß wir zuweilen in Ejsenbahu-Wagen erster Klasse fahren, wir glauben aber, daß wir hierzu ein ebenso gutes Recht haben, wie Diejenigen, bei welchen dies Gewohnheit ist. Es giebt 22000 oder 23000 Arbeiter in meinem Distrikt, von denen 20,000 der Ge- werkschaft angehören. Die Ausbeute(Output) an Kohlen ist in 94 Gruben meines Distrikts während der letzten Jahre fort- während gestiegen. Meiner Ansicht nach würden die Kohlen für die Konsumenten billiger sein, wenn sie direkt vom Grubenbesitzer bezogen würden, ohne den Zwischenprofit des Händlers.— Die Lohnzahlungen finden wöchentlich statt und Vorschüsse werden nicht verlangt. Die Leute arbeiten acht Stunden täglich, und Diejenigen, welche ein eigenes Häuschen besitzen und eS zu behalten wünschen, arbeiten 6 Tage in der Woche; blos Wenige arbeiten nur 3 Tage, die Durchschnittszahl der Arbeitstage ist fünf. Ich habe 5 Jahre lang Doppelschichtsystem gearbeitet, aber ich liebe es nicht. Ich glaube nicht, daß ein anderes Comitö in diesem Zimmer Sitzung halten könnte, nachdem Sie bereits 8 Stunden lang in demselben gewesen sind. Lufterneuerung ist aber in den Kohlen- gruben noch nöthiger, als in Zimmern.— Die Leute arbeiten nicht mehr so angestrengt, sie gedenken auch nicht und sollten auch nicht gedenken, wieder so angestrengt zu arbeiten, als ehedem. Sie pflegten„wie Teufel" zu arbeiten, jetzt arbeiten sie wie menschliche Wesen, und überhaupt, je mehr Bildung die Ar- beiter erlangen, desto weniger physische Kraft wenden die Herren Kapitalisten aus ihnen herauspressen, und auch giNiz mit Recht."— Hierzu bemerkt nun Lloyd Jones, einer der englischen Har- moniker, im„Beehive": WWWWWI „Kem�Wunder, daß der Vorsitzende gutmiithig(?) bemerkte, es würden solche Ansichten wahrscheinlich eine lebhafte Erörterung hervorrufen, aber die Frage, um die es sich handele, ist: Ist der Standpunkt des Mr. Normansell berechtigt oder nicht? Glauben die Kohlenarbciter ein ebenso gutes Recht auf die Luxusgegenstände deS Lebens zu haben, als andere Leute? Und, wenn dem so ist, werden sie sich diese Luxusgegenstände zu verschaffen suchen? Und weiter, werden mit zunehmender Bildung die Arbeiter es allgemein für ihre Pflicht halten, auf vermehrter Big uemlichkeit(com- fort) des Lebens bei geringerem Aufwand schwerer Körper- arbeit zu bestehen? Die Lehre, welche solchen Annahmen zu Grunde liegt, ist die„schrecklichste Demokratie." Wenn Hans(Jack) sich „als ebenso gut wie sein Herr" betrachtet, wie werden Beide zu- sammen auskommen? Und wenn Hans sagt, er wolle nicht länger sich mit den Brosamen begnügen, welche von einer überladenen Tafel fallen, wie soll dann der Proviant getheilt werden, damit Jeder genug haben, genießen und sich befriedigt fühlen kann, ohne ein Verlangen, den Anderen zu schädigen? ES würde gefährlich sein, sollten wir zu einem rohen Abwägen(roussli weighin�-up) gelangen, um den Werth eines jeden Menschen und einer jeden Klaffe zu finden und dem geleisteten Dienste die gerechte Belohnung anzupassen. Was ist der Werth eines Bischofs, eines Lords, eines Generals, eines wirrköpfigen Staatsmannes, eines Advokaten oder Schauspielers, verglichen mit dem Manne, welcher Kohlen gräbt, die Erde bebaut, Maschinen fabricirt, oder durch seine Geschicklich- keit einem unserer vielen Rohmatcriale Werth verleiht? Nach web eher Vorschrift der Vernunft, oder der Offenbarung, oder des Gesetzes, oder selbst der Gewalt müssen gewisse Klaffen von Menschen die guten und schönen Dinge der Erde genießen, ohne sehr schwere Arbeit, die anderen dagegen, deren Arbeit in Wirklichkeit erst den Neichthum schafft leer ausgehen? Es mag gute Gründe geben, warum die Dinge sein sollen, wie sie sind, aber wenn die arbeitenden Klaffen verlangen, daß ihnen diese Gründe vorgeführt werden, dann würde es weit besser sein, sie auch wirklich vorzubringen, anstatt erstaunt aufzublicken und Geschrei zu erheben. Wir wollen kein allgemeines Geraufe(scrarnble) in der Gesellschaft, und wir sind fest überzeugt, daß Mr. Normansell und seine Gleichgesinnten, selbst mit ihren stolzen Absichten ans Pianos und Champagner, hierin mit uns übereinstimmen. Aber wir sind der Meinung, daß das Comitö, wenn es ihn bezüglich seiner Idee, daß die schwere ArbeitS-Plackerci durch höhere Aus- bildung des Geistes abgekürzt und gemindert werde, näher befragt hätte, es eine Erklärung erhalten haben würde. Es ist nicht immer richtig, die Weisheit derjenigen anzugreifen, welche regieren, aber sehr wahrscheinlich hatte Mr. Normansell begriffen, daß eine größere Intelligenz auf Seite der Arbeiter eine größere Gehirnarbeit auf Seite Jener, welche das Land regieren, nothwendig machen und sie befähigen würde, Mittel und Wege zur Regelung des gewerb- lichen und commerciellen Lebens ausfindig zu machen, um eine Produktion über unsere Bedürfnisse hinaus zu verhindern/'' „Es ist ein sonderbares soziales Räthsel, daß wir, sobald wir mehr produciren, als wir brauchen, gezwungen sind, uus mit weniger zu beHelsen. Die Mitglieder des KohlenkomitsS schienen nicht zu sehen, daß Mr. Normansell einen Gevanken dieser Art im Hintergrunde haben konnte. Möglicher Weise dachten sie, daß Kenntnisse zur Ermunterung der Trägheit benutzt werden möchten, und unter diesem Eindruck erbebten sie innerlich vor der Gefahr, welche dem Lande durch die„Fortschritte des Schulmeisters" drohe. Mr. Normansell's allgemeine Bemerkungen über diesen Punkt werden allerdings durch die Thatsache Kraft gewinnen, daß unsere höher gebildeten Klassen in der Regel Nicht-Arbeiter sind, und daß Wissen und Rang heutzutage die Menschen nur zu häufig dazu verleiten, ihren sozialen Pflichten aus dem Weg zu gehen. Die hauptsächlichste Rechtfertigung liegt aber in der Thatsache, daß es einer höheren Bildung, als de jetzt vorhandenen bedarf, um die uns zur Verfügung stehenden Produktionsmittel so anzuwenden, daß allgemeiner Wohlstand entsteht und die Armuth ver- mindert wird."— So weit der englische Harmonieapostel, der, wie die Leser aus dieser Probe ersehen, gerade so konfus ist, wie seine kontinentalen Collegen.„Verminderte" Armuth bei„allgemeinem Wohl- stand".— Diese Phrase allein kennzeichnet den Mann. Auf eine eingehende Kritik seiner Bemerkungen müssen wir verzichten. Hervorgehoben sei bloß, daß wir nicht unter Ueberpro- duktion leiden, sondern unter ungerechter Vertheilung der Produkte; und daß dieser ungerechten Vertheilung nicht durch vermehrte„Bildung" der herrschenden Klassen abgeholfen werden kann, die sehr gut wissen, auf welchen Grundlagen ihre Herr- schaft beruht, sondern einzig durch planmäßige, in richtiger Erkennt- niß der Verhältnisse wurzelnde, des Ziels sich bewußte Aktion der Arbeiterklasse— eine Aktion, zu der in England die Gewerkschaften das unwiderstehliche Kriegsheer stellen werden, wenn und sobald sie ihre Aufgabe begreifen, und sich von Eon- fusionsräthen a la Lloyd Jones nicht länger ein X für ein U vor- machen lassen. Was die Antworten Normansell's betrifft, so hätten sie wohl ein wenig schärfer sein können; er steckt eben, gleich den meisten leitenden Persönlichkeiten der englischen Gewerkschaften, noch tief in spießbürgerlichen Ansichten. Nicht ein so guteS Recht, wie „andere Leute" hat der Arbeiter auf Champagner, sondern ein weit besseres Recht. Ja, er allein hat ein Recht darauf. Die„anderen Leute" das sind die Nichtarbeiter; und wer nicht arbeitet, ohne durch Alter oder Krankheit daran gehindert zu sein, hat kein Recht zu leben, geschweige denn ein Recht auf die Ge- nüsse des Lebens. Statt daß die reichen Müssiggänger die Ar- beiter fragen, mit welchem Recht sie Champagner trinken, haben die Arbeiter die reichen Müssiggänger zu fragen: Wer gibt Euch das Recht Champagner zu trinken, ihr vornehmen Herren Faul- lenzer? Wir Arbeiter haben Werthe erzeugt, für die wir Cham- Pagner eintauschen können. Doch welchen Werth habt Ihr erzeugt? Wo ist Eure nützliche Arbeit? Habt Ihr den Nationalreich thum geschaffen? Ihn vermehrt? Wäre die Gesellschaft um einen Pfifferling ärmer, wenn Ihr Alle durch eine Sündfluth weggeschwemmt würdet? Was aber würde umgekehrt aus der Gesellschaft werden, wenn wir, die Arbeiter, durch irgend eine Katastrophe vertilgt würden? Müßtet Ihr nicht verhungern? Lebt Ihr nicht von uns? Und verdient der, welcher Andere nährt, nicht eher einen Genuß, als der Schmarotzer, der sich von Anderen nähren läßt?-- Hätte Normansell f o geredet, was hätten die Herren des Parlamentskomitös ihm erwidern können?—.— Ehe wir schließen noch ein Wort an unsere deutschen Bergarbeiter: Ihr seht aus den Antworten Normansell's, wie englische Kohlenarbeiter jetzt leben. Vergleicht ihre Lage mit der Eurigcn. Sie leben nicht mehr wie Hunde. Und Ihr?-- Wie sie gelebt haben, noch vor nicht langer Zeit, das lest nach in Engels„Lage der arbeitenden Klassen." Sie lebten wie Hunde und wurden behandelt und getreten wie Hunde— ungefähr so wie Ihr bis auf den heutigen Tag. Wodurch haben sie sich zu einer menschenwürdigeren Lage emporgearbeitet, so daß sie dann und wann Theil nehmen können an des Lebens Genüssen? Wodurch? „Es gibt 22,000 oder 23,000 Arbeiter in meinem Distrikt, von denen 20,000 der Gewerkschaft angehören." Da habt Ihr das Gcheimniß. Sie sind organisirt,— Ihr seid es nicht. Sie müssen behandelt werden wie Menschen, — und Ihr werdet behandelt wie Hunde. Sie können mit- unter ein Glas„Champagner" trinken, der Eine oder Andere kann seiner Frau oder Tochter ein Klavier kaufen, hat einen Kin- derwagen, damit die Frau sich mit den Kleinen nicht abzuschlep- pen hat. Und Ihr?— Wollt Ihr ewig bleiben was Ihr seid? Habt Ihr keinen Mannesstolz? Habt Ihr keinen Ehrgeiz? Fühlt Ihr Euch wohl in diesem Hundeleben? Ist Euch gleichgültig, daß Frau und Kind in stumpfsinnigem Elend dahinschmachten, ver- kümmern? Rafft Euch auf! Organisirt Euch! Folgt dem Beispiel Eurer Englischen Brüder, und Ihr werdet dieselben Früchte ern- tcn. Ihr habt gegenwärtig einen vergleichsweis erträglichen Ver- dienst— die Brodherren sind vergleichsweis zahm— wohlan, benützt den Moment zur Wiederaufrichtung Eurer Ge- werkschaft! Jetzt könnt Ihr es unter den günstigsten Be- dingungen, die Ihr vielleicht je gehacht und je haben werdet! Freilich— die Gewerkschaft ist nicht Alles. Doch habt Ihr sie, so habt Ihr eine mächtige Waffe; und wißt Ihr dieselbe zu führen, wird sich das Uebrige allmählig finden. Nur erst die Armee geschaffen! Und werdet Ihr dann etwa vor ein Reichstags-Comits gela- den, und ein Lasse nimmt sich heraus, Euch den Champagner vor- zuhalten, den Ihr dann möglicherweise einmal gekostet habt, so antwortet munter und keck: „Ja, Ihr Herren, wir trinken Champagner, wenn wir kön- neu, und haben uns dessen nicht zu schämen, weil wir uns das Recht dazu durch unsere Arbeit erworben haben. Die Nichts- rca Cr des fia ält Da stimmen wir übrigens mit überein. Regelmäßig„Mittel Punkt eines Carnevals" zu sein ist heutzutage, wo ja Bismatt und andere„große", auch„bekannte" Männer Ehrenmitgliedei von Narreugesellschaften sind, ein Verdienst, daS geradezu die Unsterblichkeit verleiht.— Durch die bekannten Colportageanstalten richtiger Volksconum- pirnngsanstalten wird jetzt ein rechter Sudelroman von einem ge- wissen Dr. Max Grohn verbreitet, betitelt:„Die Schwindler unc Gauner der Welt, oder: der Kampf ums tägliche Brod." Wn warnen die Arbeiter ganz nachdrücklich vor Ankauf dieses Buchs, in welchem die Arbeiterbestrebungen auf das Schnödeste herab- gewürdigt werden. Die hier denuncirte Schrift ist nicht die ein- zige, womit eine Reihe gewissenloser Buchhandlungen, welche her- untergekommene Literaten und verkommene Subjekte als Fabri- kanten dieser Schandliteratur in Dienst genommen haben und aus- beuten, die arbeitende Klasse überschwemmen. Hunderte von Col- porteuren durchziehen im Dienste dieser Buchhandlungen Stadt und Land und suchen in der Form von billigen Lieferungen— die aber in Bezug auf Inhalt und Umfang viel zu theuer sind— der Arbeiterklasse daS Geld aus der Tasche zu locken und Verstand und Moral zu vergiften. Die Staatsgewalt, die die Trägerin der Cultur und Civilisation sein soll, hat bis jetzt gegen dieses Treiben nichts einzuwenden gehabt; �sagt aber ein sozialdemo- kcatisches Blatt im Dienste wirklicher Cultur und Civilisation die Fg; thuer haben zu lang uns„ehrlichen Leuten" den Cham- pagner weggetrunken. Das soll nicht länger so sein. Ihr und Eueres Gleichen habt die Gesellschaft auf den Kopf gestellt; wir wollen sie wieder richtig auf die Füße stellen. Eurer verkehrten Welt, in der nur für den Faullenzer der Tisch gedeckt ist, während der fleißige Arbeiter hungernd zusehen und sich mit den abfallenden Brosamen begnügen muß, haben wir Vernichtung ge- schworen und wir werden nicht eher ruhen, ass bis wir eine ge- rechte Ordnung der Dinge erkämpft haben. Nicht für die schlem- wenden Drohnen soll der Tisch der Gesellschaft gedeckt werden, sondern für die fleißigen Arbeitsbienen, und die Faullenzer, die heute im Fett schwimmen und das oben schwimmende Fett ab- schöpfen, sie sollen eine heilsame Hungerkur durchmachen, um von der Krankheit des Müssiggangs geheilt zu werden. „Verschlemmen soll nicht der faule Bauch, Was fleißige Hände erwarben." Drum, meine Herren, denken Sie bei Zeiten daran, nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft zu werden.— Unsere Losung ist>— und wir sagen es frisch, fröhlich und frei: Champagner, Klavier, Kinderwagen und die sonsti- gen schönen Dinge dieser Welt für das arbeitende Volk, und dem Volk der Nichtsthuer das Zusehen! Wer von Ihnen Vergnügen dran hat, mag unsere Kinderwagen schieben!" Politische Uebersicht. — Anläßlich des bekannten Reichspreßgesetzentwurfes, der o viel Staub aufwarf, fühlt sich ein sogenannter„Kunstkritiker", Fr. Pecht, berufen, seinen künstlerischen Leisten zu verlassen und einen Abstecher auf das politische Gebiet zu machen. Der„Kunst- kritiker" benutzt das geduldige Papier der AugSb.„Allgemeinen Zeitung", um seinen künstlerischen Blödsinn darauf zu laichen.— „Die deutsche Nation", meint er,„und vielleicht jede, kann nur das Größte erreichen, wenn sie einem großen Führer unbedingt vlgt, sobald ihn ihr daS Glück wie jetzt geschenkt, aber sicherlich nicht, wenn eine blöde Menge Alles besser verstehen will als er, während sich doch jeder Einzelne von ihr von jeder Verantwort- lichkeit für fein dummes Geschrei im gegebenen Falle wegdrückt, und die Herren von der„Presse" gerade am allermeisten!"......" „Unsere Ehre soll eS sein, jenem großen Manne bewußt und willig uns unterzuordnen und seine Zwecke nach allen Kräften zu ordern, seine Mitarbeiter zu sein, nicht aber uns wie unge- zogene Kinder gegen die Medizin zu sperren, wenn sie einmal bitter schmeckt. Jeder ehrliche Mann in Deutschland hat jetzt die Pflicht, konservativ zu sein, wo fortwährend die höchsten Güter der Gesellschaft wie der Nation in Frage gestellt erscheinen."— Wenn dieser Gesell den„genialen" Staatsmann als seinen Leithammel betrachten und als Schaf durch dick und dünn hinter ihm herlaufen will, so wird ihn Niemand daran hindern. Nur muthe er das nicht Andern zu. Nicht Jeder ist solch ein Künstler" und hat gleich die„Kunst" los, vor„großen Männern" auf dem Bauche zu kriechen, und, weil sie einen Karren in den Dreck geschoben, sich deshalb gleich auch in den Dreck hinein zu wälzen. Das überlasseu wir und Unzählige mit uns den„ehr- lichen Männern" des Herrn Pecht.— — Die Bourzeoisblätter, namentlich diejiberalen, pflegen unS vorzuwerfen, daß wir keine„anständige Sprache" führten und „persönlich" würden, weil wir nämlich manchmal Dinge sagen, die den Bourgeois sehr unangenehm sind. Als Beleg, welche „anständige Sprache" die Bourgeoisblätter führen und wie sie „persönlich" werden, diene folgende Correspondenz der„Dresdner Nachrichten" aus Leipzig, die auch sonst nicht uninteressant ist: „Wie ich Ihnen schon früher schreiben konnte, daß die Plag- witz-Lindenauer:c. von dem Insulaner und letzten Carnevals- Präsidenten Sparig nichts wissen wollen, so bestätigt sich dies jetzt officiell. Von den Anti-Reudnitzern ist heute im Schweins- knochen-Moniteur eine Erklärung gegen die Aufstellung gedachten Insulaners und die hierbei vorgekommenen Schummeleien erlassen worden.> Wer für Leipzig ins Auge zu fassen, ist noch immer nicht estgestellt; am meisten»nrd ein anderer Insulaner, ftüher Falstaff bei der Feuerrüpel-Brigade, der bekannte Seilermeister Luther, vulgo„Seeler-Ernst", genannt. Der Mann hat viel Chancen, ist in rhetorischer Hinsicht von gleich großer Begabung wie sein würdiger Freund Sparig, kann aber dem Lande ungleich mehr nützen durch seine nicht unbedeutenden Erfahrungen in der Bind- äden-Jndustrie. Außerdem hat sich derselbe auch als Stadtver- ordneter mehrere Jahre hindurch die entschiedensten Verdienste um Leipzig erworben, war regelmäßig der Mittelpunkt des Carnevals, und die Insulaner blicken mit Stolz auf diese ihre Perle. Auch durfte er die von dem Advocaten Segnitz verfaßte Insulaner- Adresse an den Iubel-Bürgermeister mit überreichen." ahrheit, dann schreitet sofort die Polizei und der Staatöan walt ein und setzen den verantwortlichen Redacteur hinter Schloß und Riegel. Die Lüge hat ftcie Bahn, die Wahrheit wird verfolgt. Das ist heut an der Tagesordnung.— „Die gegenwärtige Lage der spanischen Republik", schreibt die„Solidarite Revolutionnaire" von Barcelona,„ist nicht ohne eine gewisse Analogie(Aehnlichkeit) mit dem Anfang der fran- zösischen Republik von 1870, Männer, die in den Reihen der Opposition das Vertrauen des Volks gewonnen hatten, leiteten da- mals die Geschicke Frankreichs. Sie hatten alle Freiheiten zu achten versprochen, die Nothwendigkeit sozialer Reformen anerkannt. Einer von ihnen(Simon) war sogar Mitglied unserer Assoziation gewesen(?). Im Angesicht des FemdeS riefen diese Männer aus: „Weder ein Stein von unseren Festungen! Noch ein Zoll von unserem Land!"„Lieber Moskau als Sedan!"„Der Gouverneur von Paris wird nicht kapituliren!" „Man weiß, wie sie Wort gehalten haben. Wir Arbeiter wissen, wie sie die Freiheit der Versammlung und der Assoziation(Ver- einigung) achteten. Die Presse wird sagen, wie hoch sie die Preß- fteiheit geschätzt; der Preuße, wie gewissenhaft sie ihre patriotischen Schwüre gehalten. Und die Wittwen und Waisen der 20,000 Märtyrer, deren Blut das Pflaster von Paris röthete, werden sagen, wie sie das Glück deS Volkes verwirklicht. „In Spanien deutet Alles darauf hin, daß wir derselben Ent- wicktung zueilen; und zweimal in wenigen Jahren hätte also die Weltgeschichte bei zwei verschiedenen Völkern die nämliche Lektion wiederholt. An Versprechungen haben es die Männer der Re- gicrung hier in Spanien so wenig fehlen lassen, als ihre Collegen in Frankreich. Jetzt endlich ist der Moment gekommen, das Wort: Föderation zur Wahrheit zu machen, das sie tausendmal uus in die Ohren gerufen, das sie in all ihren Reden herdeklamirt, in all ihre Devisen eingeschrieben hatten. Und„die soziale» Reformen, welche die vollständige Befreiung des Proletariats herbeiführen müssen", sind von Hrn. P i y M arg all vor kaum 8 Tagen für dringend erklärt worden. DaS Volk, welches sein Heil von oben erwartet, klatscht Beifall und hofft. ES hat das Verttauen noch nicht verloren. Allein da kommt nun der Entwurf der neuen Ver- fassung. Die Hauptpunkte sind bekannt: Armee, Marine, Tele- graphen, Douanen(Mauth), Finanzen, Steuern— die säm ältlichen Grundlagen der bürgerlichen Gesetzgebung bleiben in den Händen der Centralgewalt. DaS ist die Förderation, welche diese Reformatoren dem spanischen Volk zu geben beabsichtigen. „Man darf sich also keinen Täuschungen überliefern: diese be- rühmte föderalistische Verfassung ist nichts anderes als ein Bastard- Föderalismus, und wird in der Geschichte als ein neues Blend- werk figuriren, eine bittere aber nothwendige Frucht der politischen Gewalt.-- „Die Ereignisse in Sevilla haben mit einer Niederlage unserer Freunde geendigt, und zwar einer Niederlage, welche die Folge des Verraths. Carvajal, Kommandant eines Bataillons Freiwil- liger von Malaga, welcher sich in die Stadt begeben hatte unter dem Vorgeben, den Arbeitern Helsen zu wollen, machte in Sevilla sofort Kehrtum und bot der Regierung seine Unterstützung an. Der Widerstand war nun hoffnungslos. Die sogenannten„Rädels- führer" der Besiegten wurden gesangen und an Bord eines Kriegs- schiffs, der„Diana", gebracht. Aber in San Lucas de Barra- meda sind unsere Freunde bis jetzt siegreich. Die Regierung hatte die dortige Lokal-Föderation der Internationalen gewalssam aufge" löst.(San Lucas ist eine Stadt von 25,000 Einwohnern). Die Föderation erhob sich, jagte den Gemeinderath fort, rief die Wähler zusammen, und ließ neue Wahlen vornehmen. Wir haben nicht nöthig zu erwähnen, daß die tapfere Föderation das Prinzip der munizipalen Autonomie protlamirt hat. „Aus diese Befreiungsversuche des Volks antwortet die Rc- gierung mit Suspension der verfassungsmäßigen Bürgschaften zur Wahrung der persönlichen Freiheit. Diese Maßregel, welche sie gegen die Carlisten noch nicht zu ergreifen gewagt hat, wird ungescheut gegen das Volk verhängt, weil es Zeichen der Ungeduld zu erkennen gibt. Uebrigens hat die Minorität der CorteS sich nach Notirung dieses Ausnahmegesetzes auS der Kammer zurück- gezogen, so daß in den Cortes nicht mehr die nach dem Reglement erforderliche beschlußfähige Mitgliederzahl vorhanden ist und folglich kein gültiger Beschluß mehr von ihnen gefaßt werden kann. „Die Lage ist eine sehr ernste, und wird von der Madrider „Discusion", einem reaktionär(bürgerlich-zenttalistisch) republi- kanischen Journal also definirt:„Zwei Mächte stehn sich feindlich gegenüber: Die Gesetzlichkeit, vertreten durch die Regierung und die CorteS— und die Macht der Demagogie. Jene wm das Prinzip der Autorität kräftigen; diese das Prinzip der Anarchrr entwickeln. Die Anhänger der Demagogie wollten das stehende Heer auflösen und die Garnisonen aus den Städten entfernen. ie. Regierung will die DiSciplin in der Armee wieder herstellen, n sie für Conflikte bereit zu halten. Wenn die Depu- tirten der Minorität sich den Weg der Gesetzlichkeit zu verschließen, und den der Revolution zu betteten wünschen— wohlan! denn je eher der unvermeidliche Kampf losbricht desto besser- So daS Organ der Regierung. „In der That scheint der Tag des unvermeidlichen Kampfe» zu nahen. Wie wir erfahren, ist ein Theil der Deputirten der Minorität in die Provinzen geeilt, um eine Volkserhebung zu organisiren. Die Regierung ihrerseits trifft ihre Vorbereitung« Sie organisirt„Bataillone der Ordnung", und gibt den Ofr Ka seil Si »S der ds. (ich gib den drei Si heb den auf Ak den po> När revi wie pro doö Na soch fiei sich hat Dil Gej d Sp in wv> die, «rii vnl stri: und ?är De wa, für Ter D rat »at De. lchn »Ül iivlj ftw »e» «na «n um en. er- Üb» öti teh au 'äs irir »lle dt. Hai '14 tat be vi in >41 »ri ta l-l lel tu' k eu HI iei ie * befthl über die in den Provinzen befindlichen Streitkräfte notorisch reaktionären Generalen. Unter andern hat der berüchtigte General Crespo ein Kommando erhalten, der Held der Havanna, an defien Händen das Blut von 8 Kindern klebt.(Er ließ 8 Gymna- siasten wegen einer harmlosen Demonstration erschießen.) Das älteste seiner Opfer zählte nicht 20 Jahre. „Man sieht eS: die..Kampfregierung"*) Spaniens rüstet zum Kampf, und macht obendrein kein Geheimniß daraus. Das Boll seinerseits hat begriffen, daß Flinten und Pflastersteine seine letzten Argumente sein werden, und es schickt sich an, sie zu gebrauchen. Mit Energie und Muth ist auf den Sieg zu hoffen. Btöge dieser letzte Kampf dem rettenden Prinzip der modernen Gesellschaft, der Anarchie, dem�*) Vorspiel der sozialen Revolution zum Triumph verhelfen!" Dies der Artikel der„SoM-rnts Revolutionnaire" vom 8. ds. MtS. Wir haben ihn mit Ausnahme weniger unwesent- licher Sätze ganz übersetzt, weil er ein Bild der Situation gibt. Auch die konfusen Phrasen von„Anarchie" gehören dazu, denn unter den spanischen Arbeitern haben dieselben einige Ber- breitung gefunden. Freilich nicht das richtige Verstäudniß im Sinne der Herren Bakunisten, die jeden StaatsorganiSmus auf- heben wollen und jede politische Thätigkeit für eine Sünde wider den heiligen Geist der„Revolution" erklären. Daß die„tapfere �Föderation" von San Lucas sich nicht ruhig auflösen ließ, sondern " auf eigene Faust Revolution machte, war ein eminent politischer Akt; und wenn der Appell an die Flinten und Pflastersteine, mit dem der Artikel der„Solidsrits Kevolutionnaire" schließt, kein politische- revolutionärer Auftuf zu einer politisch-revolutio- nären That ist, dann wiffen wir nicht, was überhaupt„politisch- revolutionär" sein soll. Es geht eben den Spanischen Arbeitern, wie den Französischen Cabetisten und Proudhonisten, die auch programmmäßig auf jede politische Aktion verzichten mußten, aber doch, wenn es zum Barrikadenbau kam, die gemein- revolutionäre Natur nicht verleugnen konnten und programmwidrig tapfer niit- fochten. Nicht ganz begründet scheint uns die Bermuthung der„Solid-mte fiövolutiounaire", daß die Suspension der Verfassung ausschließlich gegen die Arbeiter und Föderalisten sich richte. Pi y Margall hatte wohl jedenfalls in erster Linie die Carlisten im Auge. Die Dinge haben sich aber allerdings so gestaltet, daß die Spitze des Gesetzes sich zunächst gegen das Proletariat kehrt; und lenkt Pi h Margall nicht rasch und nachdrücklich ein, so wird er der Spanische Cavaignac werden, und einem beliebigen Abenteurer en in Epauletten den Kaiserthron zimmern.— — Gegen Advokat Schraps in Crimmitschau ist auf Grund bes ß 360 deS R. Str.-G.-B.„Polizeiunterfuchung" eingeleitet >vorden. Der Stadtrath von Meerane hat denn auch Schraps zu vier Wochen Gefängniß verurthcilt. Schraps hatte gegen diese «richterliche Behörde", die doch nicht zugleich Verletzter, Kläger und Richter sein könne, protestirt und ihre Competenz be- stritten, was ihm aber nichts half. Der Stadtrath verurtheilte Und zwar„wegen Erregung groben Unfugs und ungebührlichen Carmens". Wenn man freilich bedenkt, daß dies in Sachsen, in Deutschland im„Rechtsstaat" unter der glorreichen Aera Bis- Aarcks vorgefallen, so wird sich Niemand wundern wollen, der *lr die herrschenden Gewalten und Verhältnisse nur einigermaßen erständniß hat.—_ Verein der deutschen Stcinmehen. Leipzig. Es wird jedenfalls allen Mitgliedschaften in unserm Verbände durch den Vororts-Ausschuß sckon hinreichend bekannt �sein, in welchen Wirren wir uns hier befinden. Wir haben schon in Nr. 57 des„Volksstaat" bekannt gegeben, daß wir die Resolu- tion annahmen, keine solche von den Arbeitgebern eingeführte Ar- beitökarte anzunehmen. Da die Rücknahme der Maßregelung eines Verbandsmitglicdes, betr. der Arbeitskarte, nicht geschehen ist, so kündigten die Gehilfen bei Herrn Einsiedel die Arbeit. Obwohl nun von den coalisirtcn Arbeitgebern die Behauptung aufgestellt wurde, die Einführung der Arbeitskarte verfolge bloö den unschul- digen Zweck: die Einführung der Kündigung. Inwieweit Dieses auf Wahrheit beruhte, zeigte sich sehr bald, denn die coalistrten Arbeitgeber— bis auf fünf, welche die Bestrebungen der Gehilfen noch nicht für schädlich anerkannt haben— faßten sofort eine Re- solution, welche die Unschuld der Arbeitskarte in'S grellste Licht stellte; eS wurde uns einfach zugeschickt: Wer nicht aus dem Ver- band der deutschen Steinmetzen tritt, dem ist am 12. Juli ge- kündigt. ES wird jetzt jeder Arbeiter klar heraus sehen, was das Prinzip des Arbeitgeberbundes ist, und was mit der Arbeitskarte bezweckt wird. Wir wissen sehr wohl, daß wir diesen Herren etwas zu ftüh kamen; sie hätten lieber eine Zeit abgewartet, die für sie günstiger war, a la Schkeuditz und Wittgendorf. Wir haben natürlich die Kündigung auf den betr. Arbeits- Plätzen, bis auf fünf, allgemein angenommen. So gefährlich für uns immerhin ein Strike ist, so ist derselbe doch immer lehrreich. Einige kleinere auf dem Dorfe existirende und ihr Leben fristende Geschäftsinhaber waren vor kurzer Zeit selbst noch Verbandsmit- glieder, und waren jetzt die Ersten mit, die unsere Organisation zu unterdrücken sich einbildeten. Es ist hier nun noch zu berichten, daß den 26. Juli die Stein- metzen Leipzigs ihre Arbeit niederlegen müssen, weil wir Verbands- Mitglieder bleiben wollen, trotzdem uns die Arbeitgeber eine Krankenkasse stiften(?) wollten an Stelle der allgemeinen. Was wir Arbeiter von einer Kraukenkasse der Arbeitgeber halten, ist bekannt.— Als Zugmittel ist eS sehr empfehlend. Collegen! Ihr wißt Alle, was wir für Kämpfe zu bestehen hatten in diesem Jahre, zeigt auch jetzt, daß Ihr nie ermüdet, wo es die Existenz des Ber- bandes gilt. Was uns gilt, gilt Euch Allen! I. A.: Hermann Eichhorn, Schriftführer. — Redakteur A. Memminger ist wegen seiner Broschüre: »Die Freimaurer" vom mittelsräuksschen Schwurgericht zu 3 Mo- vaten Gefängniß verurtheilt worden, so daß er im Ganzen 6 Mo- nate Gefängniß zu verbüßen hätte. Die Ausführung des„Fürther Demokr. Wochenbl.", daß Memminger, wenn er vor den Ge- ichworenen erschienen wäre, eine härtere Strafe erhalten haben oürde, ist durchaus unstichhaltig, denn bekanntlich werden gegen e. Abwesende(in contumaciam) ganz natürlicher Weise stets härtere «trafen verhängt, als gegen einen anwesenden Angeklagten. *) Die Scptemberregicrung Frankreichs nannte sich bekanntlich so. ') Anarchie— hier im Sinn Proudhon's und seiner„kollek- 'Vistischen"(bakunistischen) Nachbeter: Abwesenheit jeder Regierung- �«aatlosigkeit. d- d- en rer lge il- ter lla in. Is- 1«- 4» tte 1? )i« lacht -er !e- ur s'° rd ilv ich ck- hl hr -er Ii- ier Hilden. en, (U- en, n» !* ft« d« zu en. er- Gewerksgenosseuschaftliches. Verband für Buchbinder. , Leipzig. Um weiteren Anftagen an den Ausschuß zu begeg- '-n, antworten wir hierdurch öffentlich. Es haben Gauvorstände '"gefragt, ob es nicht zweckmäßig sein würde, Stempelmarken, lassabüchcr, Stempel:c. von der Ccntralleitung auf Kosten der �uptkaff« für alle Vereine anzuschaffen. Wenn wir auch die Zweckmäßigkeit und den Vortheil nicht verkennen, der dadurch cnt- liht, wenn alle Bedürfnisse in Masse und nach einer Form ange- ""st werden, so müssen wir doch die Collegen ersuchen, sich in der lächsten Zukunft noch etwas mehr der Jugend des Verbandes zu Nnnern! Es fehlt dem Ausschuß keinesfalls an dem guten Wil- jeden Vortheil für die Gefammtheit zu benutzen— doch fta- i" wir: woher soll die Hauptkasse bis dato in der Lage sein, ßie Bedürfnisse der Lokalvereine zu beftiedigen? Die Hauptkassc üsteht'bis jetzt aus den bis dato eingegangenen fteiwilligen steuern, welche sogar von 2 Gauvororten bis jetzt noch nicht ein- "al eingegangen sind!— Ordentliche Steuern hat nur ein Vorort jetzt für den Monat Juni eingesandt. Wir wollen hiermit '"r andeuten, daß wir gegenwärtig noch nicht in der Lage sind, "en angeführte Wünsche zu erfüllen. Geordnete Cassenverhältnisse ">d der sicherste Grundstein für die Organisationen!— Wir wer- auch, um den Collegen bald Einblick in die Ausgaben der �"Ptkasse zu geben, schon für den Monat Juni abrechnen. Die- �en Einwürfe gelten auch der Frage, ob die Kosten für die Wation von der Hauptkasse getragen werden. Wir empfehlen " diesem Zweck die in Hannover und Leipzig eingeführten söge- ""nten Pfennigsammlungen in den VereinSvcrsammlungen. Dieser -"ge stellt sich noch§ 19 des Verbandsstatuts entgegen. Das mag ein /Aje stellt sich noch§ 19 des VervanvSslalms enigegen. �ao mag ein -beistand fein, doch dürfte schon der nächste BerbandStag dussen -belstand zu beseitigen haben. Ferner: da uns aus unsere letzte 'ufsordcrung gar keine Adressen von Ortsvereinen, welche sich ""Vororten angeschlossen haben, eingegangen sind, so müssen wir -"te die Vororte dringend ersuchen, uns über diese Vereme Auf- ?t"ß zu geben. Die in den nächsten Tagen vom Ausschuß zur .--sendung kommenden Flugblätter mit der Statutenvorlage ftir - Invaliden- und Viaticumökasse wollen die Vorstände möglichst .verbreiten suchen, und zwar auch in Orten, wo Vereine noch "fl bestehen, damit sie ihren Zweck erfüllen können. . Mit collegialischem Gruß Für den Ausschuß: H. Richter. Correspondenzen. Stolkberg, 3. Juli. Obgleich der Siegestaumel über die Erfolge des„heiligen Krieges" unter den Arbeitern von Stollberg und Umgegend nicht so tief Wurzel gefaßt, wie an anderen Orten (denn das beweisen die Wahlen), so war doch Vieles, was unsere Partei und die Arbeiterbewegung anging und was mühsam zu Stande gebracht worden war, derartig zerstört, daß erst jetzt die Bewegung wieder anfängt in die Höhe zu gehen. Es herrscht gegenwärtig Begeisterung für unsere Sache, die Sache der Arbeiter überhaupt und insbesondere für die kommende Reichstagswahl. Hie und da sind die Arbeiter allerdings noch etwas schüchtern; diese Schüchternheit wird sich aber ganz bestimmt in kürzester Zeit verlieren, weil die Bewegung den miserablen Arbciterverhältnissen entsprossen ist und hier, wie überall, der arbeitende und dabei darbende Theil der Bevölkerung allerhand Maßregelung von Seiten der Besitzenden und Herrschenden ausgesetzt ist und immer mehr zu der Einsicht gelangt, daß er, trotzdem er alle Lasten zu tragen hat, döch jederzeit schütz- und rechtlos dasteht und ihm kein Gott und kein Bismarck hilft, wenn er nicht seine Kräfte conccntrirt und eine mächtige Organisation mit schaffen hilft. Stollberg hat immer als Ccntralort für den 19. sächsischen Wahlkreis gegolten und ist auch jetzt in einer Versammlung von Betretern verschiedener Orte des 19. Wahlkreises im Februar d. I. dazu ernannt worden. Es hat sich seitdem ein Agitations-Comitö Hierselbst constituirt, welches aber leider über sehr beschränkte Mittel und Zeit zu ver- fügen hat, es sich aber in Allem sehr angelegen sein läßt und auch bereits Erfolge erzielt hat.(Betreffs der Mittel könnte allerdings die Organisation dergestalt getroffen werden, daß jeder Ort etwas dazu beitrüge. Es könnte ja über Einnahme und Ausgabe Rech- nung abgelegt werden.) Partei- und Volksversammlungen sind hier in Stollberg immer fleißig abgehalten worden, und wenn ein Hilferuf erging, so hat gewiß Stollberg auch sein Scherstcin mit- gebracht. Erst vor Kurzem hat auf Veranlassung des Agitations comitc's Herr Otto Walster aus Dresden den ganzen 19. Wahl kreis agitatorisch bereist und mit viel Geschick und unter der unvermeidlich strengsten Polizeiaufsicht an allen Orten, wo Partei- genossen oder Freunde unserer Richtung waren, Volksversammlung gen abgehalten. Die alten Arbeiterorganisationen sind dadurch neu gekräftigt worden und vier neue sind in der Gründung be- griffen, darunter auch Schneeberg, und von 5 Orten liegen bereits wieder Anftagen um Abhaltung von Volksversammlungen vor, die in nächster Zeit auch stattfinden sollen, und wobei es keinem Zweifel unterliegt, daß sich allda Mitgliedschaften gründen werden. Daun sind hauptsächlich noch vier Orte mit sozialistischem„Gift" zu tränken, und wenn uns das gelungen, besitzt kein Teufel, geschweige denn ein Dr. Minckwitz, die Macht, uns den Sieg zur nächsten ReichstagSwahl streitig zu machen. Der„Stollberger Anzeiger", der Lunte riecht, sagt eS seinen„Leuten", daß die Sozialdemokraten schon frühzeitig auf den Beinen sind, womit er fteilich auch sagt, daß er die Sache nicht ändern kann. Der Bürgermeister von Lößniy sah den Staat oder die gute Stadt in Gefahr und löste die Versammlung, in der Walster referrrte, auf, um sich so recht zu blamiren und dem dortigen Arbeiterbildungsvereiu 39 neue Mitglieder zuzubringen. In Dorfzwönitz, wo der Geist für unsere Bewegung ausgezeichnet ist und wir einige unermüdliche Partei- genossen haben, war zur Abhaltung einer Volksversammlung kein Saal zu erlangen; einer der Herren Wirthe hatte sogar über un- sere dortigen Parteigenossen, als dieselben um den Saal bei ihm anfragten, geäußert:„Einen Verrückten(er meinte Walster; wer lacht?) ließ er in seinem Saal mcht sprechen". Man mache sich nun von diesen beiden Männern ein Bild. Der Eine, dem aller- dings die Fähigkeit nicht abgesprochen werden kann, daß er ein Faß Sauerkraut einschneiden kann, nennt den Anderen„verrückt", weil derselbe eine Mandel Jahre auf sein Studium verwandt. Dabei ist der Erflere, der Wirth, aber nichtsdestoweniger„freireligiös". Nun, sich„freireligiös" nennen, weil andere dies auch thun, und, statt denken und prüfen, blos schimpfen, weil andere auch schimpfen, am meisten der„Schneeberger Weisling«, diese Moral wird von den Sozialdemokraten allerdings verworfen. Wer nicht die volle Gleichberechtigung seiner Mitmenschen anerkennt(die Devise der Sozialdemokraten lautet: Gleiche Rechte, gleiche Pflichten!), viel- mehr als Besitzender mit Geringschätzung und Verachtung auf den Besitzlosen blickt, dessen Freireligiosität heißt mit anderen Worten: Eigennutz, Betrug, Egoismus! Trotzdem in Zwönitz also kein Saal zu haben war, so wurde doch in Herrn Viehweger'S Nestau- ration eine Volksversammlung abgehalten und auch eine Mitglied- schast allda gegriindet. In Schneeberg referirte Herr Walster in einer sehr zahlreich besuchten Volksvei-fammlung in der„Sonne", mit Ausnahme eines Einzelnen(Lasch), zur allseitigen Zufriedenheit. 5 Tage darnach findet sich indeß außer Lasch lLasalleaner) noch einer, dem das Walster'scbe Referat g ir nicht paßte, der zwar Alles mit angesehen und angehört, dem aber leider zu spät erst der große Gedanke beigekommen war, daß die sozialdemokratischen Agitatoren„Jgno- ranten" seien, die nie und nimmermehr dem Arbeiterftand zu hel- fen vermögen. Er selbst aber bietet insbesondere den Schneeberger Arbeitern das Univcrsalmittel,„die heilsame Lehre" an:„Spare in der Zeit, so hast du in der Roth!" Sintemalen die Schnee- berger Arbeiter das beneidenswerthe Glück besitzen, zufrieden zu sein mit dem, was ihnen Gott beschieden und der große Brotherr vom Tische fallen läßt, was man auch Lohn nennt.„Die Be- sitzenden sind ja größteuthcils dem Arbeiterftand entsprossen", und es kann somit doch jeder Arbeiter reich werden, wenn er sich sei- nen großen Brotherrn zum Vorbild nimmt. Am 5. Tage ist's ihm erst noch beigekommen� daß Dr. Walster gar keine Rednergabe und keine Geschichtskenntnisse besitzt, auch die Prinzipien der So- zialdemokratie gar nicht zu erklären, vermochte. Weshalb der „Schneeberger WeiSling" nicht gleich in der Versammlung daS Wort ergriff, um die Anwesenden eines Besseren zu belehren und den Dr. Walster gehörig niedersetzte, kann man sich nur dahin erklären, daß der„Weisling" seine Weisheit nicht im Kopfe, son- dcrn in irgend einem Buche zu Hause oder sonst wo in einer Bibliothek aufgespart hat. In den Worten:„Dem erstaunten Publikum"— Artikel im„Erzgebirgischen Volksfteund" Nr. 149 — liegt allerdings tief vergraben, daß das in der Versammlung anwesende Publikum nicht gebildet genug war, um den„Schnee- berger Weisling", wenn er das Wort ergriffen hätte, zu verstehen. Alles in Allem hat sich der„Sparapostel" gründlich verrechnet, denn wie_ uns unsere Schneeberger Freunde schreiben, wünschen sie, daß Herr Dr. Walster bald wieder kommen möge. Auch ist eine Mitgliedschaft allda im Entstehen begriffen, die für die ge- bührende Würdigung des„Schneeberger Weisling" unter dem Ar- beiterstand sorgen wird. Freilich sieht man es dem betreffenden Artikel an seiner Umfänglichkeit an— da der Quartalwechsel be- vorstand—, daß er auch als Reclame, als Geschäftsannonce dienen muß. Kauft! kauft ihr Herrn! den„Erzgebirgischen Volks- freund"; er lehrt dem Arbeiter die richtige Moral, die ihm„heil- sam" ist und die da lautet: arbeite billig, darbe und— spare, dann kaufst du dir auch eine große Fabrik und läßt Andere billig für dich arbeiten ic. Wir wünschen dem Sparapostel fernerweit bestens Glück, damit es ihm nicht ergehe, wie unlängst einem Dorfschulmeister, der im„Stollberger Anzeiger" ein für uns ganz neues Sparproject producirte, indem derselbe daS„Sparen" in der Schule eingeführt wissen wollte und zwar derart, daß der Lehrer die Pfennige von den Kindern entgegen nahm, wofür er dann die reichliche Hälfte Sparzinsen für sich beanspruchte;— und das war allerdings der Zweck der Sache:„damit ich auch was habe!" Und das merkt Euch, Ihr lieben Schneeberger Ar- beiterbrüder, überall wo ein solcher Sparapostcl aufttitt, wird derselbe daS alte Lied anstimmen: arbeite, darbe und spare; sich wird er aber jederzeit mit dem Rücken an die Wand stellen; es ist das alles eine Nummer. Bemerken will ich noch, daß obigem Dorffchulmeister von einem Schalk etwas derb heimgeleuchtet wurde. Parteigenossen des 19. Wahlkreises! Nur muthig vor- wärts. Ein sehr grobes, aber auch nöthiges Stück Arbeit hat Herr Walster verrichtet; wollen wir einen schönen Acker haben, so müssen wir nun die Lücken ausfüllen und dann planiren. Für das Agitations-Comitö: Eh. Fr. Frenzel, I. Schriftf. Laustgll, 14. Juli. Ein Reiterstückchen gelungenster Art zeigte den Bewohnern der Stadt Lausigk die Segnungen des Mi- litarismus im schönsten Gewände. Unser Städtchen feierte näm- lich am 11. d. M. sein Schützenfest und, wie üblich, vergnügten sich die Bewohner bei dieser Gelegenheit ein Jeder nach semer Weise. Die hier garnisonircnden Reiter, voran die Offiziere, glaubten sich noch ein ganz besonderes Vergnügen bereiten zu müs- ;en, daS Vergnügen nämlich, das Schützenfest in der brutalsten Weife zu stören. Ein Separatabdruck der„Nachrichten für Lau- sigk" berichtet über das Bravourstück Folgendes: „Freitag, den 11. Juli, Abends halb 8 Uhr kommt der Avan- tageur von Schweinitz zu dem Besitzer des Zeltes„Zur Arche Roah" und bestellt für die Herren Offiziere einen Tisch und acht Stühle. Bekannt waren Herrn Restaurateur Tauscher die Herren Rittmeister v. Schwanewede, Rittmeister Schulz, Lieutenant Rei- chard, Premierlieutcnant Borsdorf und AvantageurjjSchweinitz. Letzterer kommt wieder zu Herrn Tauscher mit der Bitte, die Sängcrgesellschaft zu ersuchen, die beiden komischen Szenen„Der gemüthliche Sachse" und„Die Meßmusikanten" zur Aufführung zu bringen. Diesem Wunsche wurde von dem Musikus Großer, dem Direktor der im Zelte anwesenden Sänger, Gewährung zu- gesagt. Einige Zeit später geht die 20-jährige Säugerin Anna Bachmann an dem Tisch der Offiziere vorüber und wird von einem dieser Herren aufgefordert, etwas Gemeines vorzutragen, und da das Mädchen ziemlich pikirt daS Verlangen mit:„so etwas kommt bei uns nicht vor"— abschlägt, sagt ihr derselbe: Nun so singen Sie wenigstens etwas, was zu Ihrem Busen paßt. Un- mittelbar darauf wird in ähnlicher Weise das ebenfalls vorüber- gehende 14 einhalbjährige Mädchen, Anna Großer, Tochter des Direktors, insultirt. Dieselbe wird von demselben Offizier ebenso aufgefordert: etwas Gemeines zu singen, und da das kleine, kaum der Schule entwachsene Mädchen vor Schreck und Scham ver- wirrt stehen bleibt und nichts antwortet, sagt ihr derselbe noch ge- meine Worte. Indem das Mädchen weinend davon geht, um ihren Eltern das Empörende zu klagen, beginnt ein neuer Vor- trag, der Gesang eines ernsten Liedes, was aber gestört wird, da am Offizierstisch laut gesprochen, gesungen und gemiaut wird. Der Komiker K., welcher an der Kasse steht, ruft Pst! Ruhe! Rittmeister von Schwanewede winkt hierauf sofort den mitanwe- senden Reiter Sproß zu sich und flüstert ihm etwas zu, worauf dieser zu dem Komiker geht und demselben eine durch das ganze Zelt hörbare Ohrfeige applizirt. Der Komiker Kreich, der noch ganz überrascht ist und sich sofort den ganzen Vorgang nicht zu crllären vermag, verlangt ziemlich laut und entschieden die Eni« fernung des Reiters Sproß. Der in diesem Augenblick eintretende Unteroffizier Treumann setzt Sproß zur Rede und fordert ihn auf, sofort das Lokal zu verlassen. Zivilpersonen verlangten ebenfalls, indem sie Sproß umringten, seine Entfernung und als dies ziem- lich energisch geschah,— ohne irgend welche Dhätlichkeiten— stand v. Schw. und die übrigen Offiziere auf, drangen in den Knäuel und Schw. würgte nebst einem Offizier den betreffenden Komiker K. am Halse und befahl den Reitern, das Lokal nicht zu verlas- sen, obgleich der größte Theil ohne Nachtzeichen, also schon straf- fällig, war, gewährte er ohne Weiteres allen auf dem Platze be- findlichen Rettern Urlaub und ermächtigte den Retter Sproß, auf feine, des p. p. Schw. Rechnung nach Wunsch zu trinken. Hierzu find Zeugen vorhanden; verschiedene Reiter bestätigen dieS; dem Lohnkellner I. aus Würzen gestand Sproß unter Anderem: Ich bin zu der Ohrfeige kommandirt worden;„hätte ich eS nicht ge- than, säße ich morgen im Kasten. Geben Sie nur Bier her, ich bezahle Alles". Während der Borgänge im Zelte waren draußen vor dem Eingange eine ziemliche Anzahl Retter aufgestellt und erwarteten weitere Befehle. Da plötzlich entwickelte sich auf dem Platze draußen eine Schlägerei, welche sich bald darauf auch auf das Tauscher'fche Zelt ausdehnte. Der anwesende Kommandant der Schlltzengilde, Stadtrath Winkler, ersucht in ernsten, aber ge- mäßigten Worten den Rittmeister Schwanewede, er möge seinen Leuten Ruhe gebieten— wird aber kurz abgefertigt und ihm gc« sagt: er habe nichts zu ersuchen, worauf Kommandant Winkter den anwesenden Schlitzen befahl, sofort das Lokal zu verlassen. Was auch von den im Zelte anwesenden Schlitzen sofort befolgt wurde, indem der hiesige Schlltzenkommandant ungemein beliebt ist. Der Tumult war nun heftig,— da plötzlich drängen— wie auf Kommando— die vor dem Zelt aufgestellt gewesenen Retter mit lautem Hurrahgeschrei ein und nur dem energischen Entgegen- treten des Rittmeisters Schulz gelang eS, den Angriff zu verhin- dern. Da plötzlich läßt Rittmeister v. Schw. antreten, mitten durch die Bude Front machen, indem er die Anwesenden auffor- dert:„das Publikum hat sofort das Lokal zu verlassen; ich werde dreimal auffordern, und wer sich nicht fugt, wehe dem!" Das Publikum» welches sich schon während der ganzen Affaire ruhig verhalten, verließ sofort nach der erstmaligen Aufforderung das Lokal. Schon als die Reiter stürmisch eindrangen, entwickelte sich am Büffet eine wahrhaft gräßliche Szene. Die anwesenden Frauen und Mädchen jammerten und schrieen um Hilfe und flohen, unter- stützt von dem Tauscher'schen Personal, über das Büffet in das Freie. Damen aus allen Ständen LausigkS, hochschwangere Frauen mußten diesen Weg nehmen. Als endlich das Zelt ge- räumt war, brachte Rittmeister v. Schw.,— als ob er einen Aufruhr unterdrückt hätte und sich mit seinen Getreuen als Sieger fühlte— ein Hoch aus auf Se. Maj. den König, woraus er zum Abmarsch konimandirte." Dresden, 14 Juli. Von Seiten der Arbeitgeber wird in den arbeiterfeindlichen Blättern gegenwärtig sehr geschäftig die Lüge verbreitet, daß am hiesigen Platze für Tischlerarbeit die höchsten Löhne gezahlt würden. Es darf wohl nicht erst gesagt werden, daß die Verbreitung dieser Unwahrheit keinen anderen als den Zweck hat, eine Menge Arbeitskräfte nach hier zu ziehen, um die ohnedies, niedrigen Löhne noch mehr herabzudrllcken. der Lohn steht hier factisch nicht höher als 3 Thlr. IS Gr. bis 6 Thlr. die Woche, ein Lohn, der den gesteigerten Preisen aller Bedürfniffe nicht im Entferntesten entspricht. So werden z. B. für eine ein- fache Schlafstelle monatlich 2 Thlr. IS Gr. bis 3 Thlr. gefordert, für Kaffee 12 bis IS Pf., für einfaches Mittagöbrod 4 Gr. S Pf. bis S Gr. Ein Pfund Brod kostet 12 bis IS Pf., ein Glas ein- faches Bier 8 Pf. bis 1 Gr., ein halbes Pfd. Butter 8 bis 10 Gr. u. f. f. Auch der Stadtrath läßt es an der strammen Handhabe der Steuerschraube nicht fehlen. Die Arbeiterfamilien sind derart belastet, daß die vereinte Arbeit von Mann und Frau keine Bürg- schaft mehr bietet für das Fortkommen der Kinder. Und doch trachten die Arbeitgeber durch allerlei Manipulationen die Löhne noch mehr herabzudrücken. Alles das veranlaßt die Tischler Drcs- dens, an alle Borstände der Gewerkschaft der Holzarbeiter, an alle Altgesellen von Tischlerkaffen sowie an die Tischler Deutschlands überhaupt die dringende Mahnung zu richten, den Zuzug von Tischlern nach Dresden zu hintertreiben. Wir wissen nicht, ob diese Mahnung irgendwelchen Erfolg haben wird; wirkungslos bliebe dieser Appell an den Brudersinn der Arbeiter aber sicherlich nicht, wenn die Arbeiter durchdrungen wären von den Grundsätzen der Sozialdemokratie und wenn sie geschloffen dastünden in den Gewerkschaften. Mit Gruß und Handschlag A. Krause, z. Z. 1. Vors. des Tischlerkomitö'S. Alle arbeiterftenndlichen Blätter werden ersucht, diesem Mahn- ruf ihre Spalten zu öffnen. Dresden, S. Juli. Die im„Volksstaat" schon erwähnte Ver- sammlung der hiesigen Bauhandwerker faßte gegen die beabsichtigte Lohnreduttion der Meister folgende Resolution: Die heutige Ver- sammlung beschließt: 1. Den Vorstand deS Vereins für Bauende aufzufordern, seine Aktivität öffentlich im„Dr. Anz." bekannt zu geben. 2. Beschließt die Versammlung der Bauarbeiter, den gegen- wärtigen Lohn beizubehalten und dieses öffentlich bekannt zu geben. Falls die Meister auf ihrem Beschluß beharrten, würden sämmtliche Maurer und Zimmerer die Arbeit niederlegen. Weiter: In Er- wägung, daß der Vorstand des Vereins für Bauende beschloffen und öffentlich bekannt gegeben, den Lohn verkürzen zu wollen, fühlt sich die heutige Versammlung bewogen, in kürzester Zeit eine Versammlung einzuberufen, in welcher die Herabsetzung der Mieth- preise besprochen wird. Chemnitz, 14. Juli. Nach einem Bericht der„Chemnitzer freien Presse" hat die Landesversammlung der Sozialdemokraten Sachsens dem besten Verlauf genommen. Sonntag, den 13. d. M., waren in der geschlossenen Sitzung im Saale zur„Stadt Mann- heim" S8 Ortschaften durch 96 Delegirte vertreten. Den Vorsitz führten Mottelcr und Vahltcich. Es wurden für 22 Wahl- kreise offizielle Kanditaten festgestellt und einem Wahlkreise über- lassen, noch Vorschläge zu machen. Für die Agitation wurde ein Landesausschuß erwählt, der seinen Sitz in Dresden haben wird. Die Delegirten werden mit Bcftiedigung auf den Kongreß zurück- blicken und die guten Erfolge werden sich am Tage der Wahl S'gen. Die Landesversammlung wurde nach einer feurigen Ab- iedsred« Moteller's gegen 9 Uhr geschloffen. Apolda, 16. Juli. Nach achttägigem Strike nahmen sämmt- liche Konditvrgehilfen der Fischer'schen Fabrik die Arbeit wieder auf nachdem ihnen von Herrn Fischer eine Preiserhöhung und sonstige Begünstigungen gewährt wurden. Richter. Lodter. Kilian. Aus Thüringen. Bourgeois-Bildung. Der größte Theil der Thüringer Parteigenossen weiß, daß ich gegenwärtig aus Agi- tation in Thüringen bin. Obgleich von Seiten des Thüringer Agitations-Comitö ein Bericht über meine Thätigkeit gegeben wird, so will ich doch schon jetzt den Verlauf einer Volksversammlung zu Triptis mittheilen, zumal die Berliner„Trübünc," sowie die per Scheere zusammengesetzte„Geraer Zeitung" es für nöthig gehalten haben, sich über obige Versammlung lustig zu machen. Die Volksversammlung, anfangs von einigen Bourgeois besucht, zeigte gleich, daß sie einen stürmischen Charakter annehmen würde, denn bevor nur der Vortrag begann, forderte mich einer dieser Herren auf, mit meinem Vortrag zu beginnen, da den Anwesenden der Genuß,„meinen Vortrag zu hören" nicht entzogen werden solle. Ich erwiedcrte, daß auch die Arbeiter den Bortrag hören wollten und diese bei jetziger Jahreszeit bis um 8 auch halb 9 Uhr arbeiten müßten. Der Vortrag begann nun. Doch hatte ich kaum eine halbe Stunde gesprochen, da erhob sich ein Trommeln, Pfei- fen, Schreien u. s. w., daß an ein Weitersprechcn gar nicht zu denken war. ES versuchte nun ein gewisser Herr mich zu wider- legen, und erfteute sich natürlich des Beifalls seiner Mitkumpane und Zechbrüder. An eine Entgegnung meinerseits war nicht mehr zu denken, denn schon wurden die Knittel in der Luft sichtbar, und Ausrufe wie„schmeißt'»'rauS," wurden hörbar. Trotzdem nun der dortige Kantor und Bürgermeister zu ihren Umstehenden sagten: es ist eine Gemeinheit, eine Flegelei, sich einem ftemden Mann gegenüber so zu betragen, so hat doch die dortige Bour- geoisie gezeigt, welchen Grad von Bildung sie besitzt. Erklärt sei den Triptischen Bourgeois aber, daß mit Hilfe der Parteigenossen aus der Umgegend es mir dennoch gelingen wird, eine Mitglied- schaft der sozialdemokratischen Partei zu gründen. Jmhos. HL.-chkadvach, 8. Juli. Am 6. d. MtS. tagte unter Vorsitz des Unterzeichneten in Crcfeld eine Delegirtcn-Konferenz der Mit- glieder der sozial-demokratischen Arbeiterpartei aus den Kreisen Crefeld, Gladbach und Kempen, deren Zweck war: 1) Berathung zur Feststellung einer planmäßigen Agitation. 2) Gründung eines Zeutralwahl-Agitations-Comitö'S für obige Kreise bei der nächsten Reichstagswahl. Nachdem das Comite durch Akklamation von der Versammlung gewählt, wurde über die Mittel zur Bekeibung der Wahlagitation berathen. Es wurde beschloffen, die Agitation energisch in die Hand zu nehmen, um erstens der sozial-demokra- tischen Partei immer mehr Mitglieder zuzuführen und andcrnthcils in jeder Versammlung Sammlungen abhalten zu lassen, und den Betrag der Einnahmen in die Zentralkasse nach Crefeld zur Be- treibung der Wahlagitation einzuschicken. ES verdient dieses Vor- gehen der genannten Kreise allenthalben Nachahmung. Wir rich- tcn daher an alle Arbeiter Deutschlands das dringende Ersuchen, sich zu organisiren für den nächsten Wahlkampf; wir sehen ja, wie unsere Gegner sich überall rüsten, unS die Spitze zu bieten. Ueberall ist man bedacht, den sozial-demokratischen„Wühlereien", wie sie es nennen, hindernd in den Weg zu treten. Aber, Arbei- ter, laßt Euch durch das Geschwätz der Bourgeoisie nicht irre führen, laßt Euch nicht von Eurer Uebcrzeugung abbringen; wir wol- len feststehen für unser Recht. Wir wollen, daß das arbeitende Volk im Reichstage vertreten sei. Wir müssen uns den Gesetzen unterwerfen; nun, so wollen wir wenigstens, daß unsere Stimme gehört werde, wenn mau Gesetze macht. Wohlan denn, Ihr Männer der Arbeit in den Fabriken sowohl als in den Werk- stätten und auch Ihr Bauern, rafft Euch aus und wirkt schon jetzt dahin, daß wir Arbeiter-Kandidaten für den Reichstag durch- bringen. Wenn Jeder nur feine Schuldigkeit thut, so wird unser Sieg bei den nächsten Wahlen gewiß sein. Mit sozial-demokratischem Gruß und Handschlag. I. A.: Sauren. Stuttgart. Dienstag, den 8. Juli fand vor dem hiesigen Kreisgericht die öffentliche Hauptverhandlung gegen unfern Partei genossen Th. Burckhardt(aus Leipzig, vormaliger Parteikasstrer) statt. Derselbe war wegen einer Rede, die er hier am 23. April in einer Versammlung gehalten, von Polizeibcamten denuncirt worden und, nachdem von der Staatsanwaltschaft die Untersuchung eingeleitet worden war, angeklagt wegen„Vergehens wider die öffentliche Ordnung« im Sinne deS§ 131 des ReichSstrafgesctzes. Der tz 131 lautet:„Wer erdichtete oder entstellte Thatsachen, wissend, daß sie erdichtet oder entstellt sind, öffentlich behauptet oder verbreitet, um dadurch Staatseinrichtungen oder Anordnungen der Obrigkeit verächtlich zu machen, wird mit Gefängniß bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bis zu zweihundert Thalern be- straft." Bei der zweiten Borladung wurde Burckhardt in Haft genommen, jedoch nach kurzer Zeit, gegen eine entsprechende Caution aus der Haft wieder entlassen. Bei der Hauptvcrhandlung, zu welcher 13 Zeugen vorgeladen waren, sah sich der Staatsanwalt genöthigt, die Hauptanklage auf Grund der Aussagen der Be- lastungSzeugen, aus Mangel an Beweisen, fallen zu lassen. Da- gegen caprizirte sich derselbe auf eine weniger gravirende Aeuße- rung deS Angeklagten und beantragte eine Gefängnißstrafe von einem Monat. Der Gerichtshof erkannte nach langer Berathung auf Freisprechung, vcrurthcilte aber Burckhardt zur Tragung der Prozeßkosten, weil derselbe„genügenden Anlaß" zur gerichtlichen Untersuchung gegeben habe.— Wir empfehlen den Parteigenossen dringend den tz 131 deS Reichsstrafgesetzes zum Studium; er ist ein würdiges Pendant zum§ 20 des neuen Bismarck'schen Preß grsetzes.___ Briefkasten der Redaction. Zilger Dresden: Wir haben Ihnen sowohl schriftlich als mündlich erklärt, daß wir über die bekannte Streitsache Nicht« mehr veröffentlichen werden und die Sache als abgeschlossen betrachten. Wenn Sie sich daher an die Expedition wenden, die mit den redactionellen Geschäften gar Nichts zu thun hat, so hat da» weder Sinn noch Zweck. Wir haben eine Menge Erklärungen von Ihnen gebracht und nur eine einzige von Ihren Gegnern. Dennoch werfen Sic uns Ungerechtigkeit vor! Wir erklären also ein für alle Mal: Wir nehmen betreffs des bewußten Streites weder von der einen noch von der andern Seite Er- klärungen auf und ersuchen Sie, die Sache unter sich aus> zu machen. Wtr können also auch die eingesandte Erklärung nicht aufnehmen. der Expedition. Mllr Solingen: Ann. 11 Gr. gut. C. L. Hos: 2. Qu. kostet Thlr. 8. 18. 3. Wß Mühlhausen: Beruht auf Mißver- ständniß; 3. Qu. bei 3 mal. Zusendung Thlr. 1. 5., bei Imal. 25 Gr.; sür 2mal aus Versehen zu hochnotirten Preisen für Bilder Thlr. 1.22.5. als Zahlung gut geschrieben. Selbstverständlich müssen Sie da« Porto beim Verkaufspreis mitderechnen, d. h. denselben um den Betrag des Porto nnd sonstigen Spesen erhöhen. P. S. Mainz: Die gewünschte Brochürc bei uns nicht aus Lager, werden aber un« bemühen, solche sür Sie zu erlangen. Ed. Schnitt Fünskirchcn: Wir sandten Ihnen das Gewünschte am 10. ds«. und so regelmäßig fort. I. Schsr. Mainz: 2. Qu. 40 Thlr. Fnk hier: Ann. 4 Gr. G. sttmnn Neundorf: 2. Qu. Thlr. 6. 19 Gr. P. Grbn Spandau 2. Qu. Thlr. 9. 3. Bswk Schwelm: Schr. 7 Gr. ArbciterbildungSver. Leipzig. Schr. 1 Thlr. Bttch hier: 2. Qu. 27 Gr. Fschr hier: Schr. 12 Gr. 5. W. APk Breslau: 3. Qu. 12 Thlr. Po- samentirver. Hamburg: Ann. 20 Gr. Allg. deutscher Arb.-Vcr. cbendas.: Ann. 2 Thlr. Schndlr Berlin:? Schr. 19 Schr. A. Thl Wien: 3. Qu. Thlr. 2. 4. Stgr New-Uork: 3. Qu. Thlr. 1. 2. Ngl Riesa: 3. Qu. 16 Gr. Stcnographen-Elub Arbeiterbild.-Ber. Leipzig: Ann. 6 Gr. I. Hllnmr Mühlhausen: In Ihrem Briefe theilen Sie uns mit, daß Sie 5 Frc«.(1 Thlr. 10 Gr.) sandten, während auf der Postanweisung nur 10 Gr. verzeichnet und wir auch nur 10 Gr. erhielten. Bitten um Aus- schluß und geeigneter Recherche bei der Post. Mldst. Stade Die Ann. be- tragen 18 Gr. K. Neukirchner: P. aus B. angekommen. Sst. Gcnosscnfchaftsbuchdruckerei. Antheilscheine bez. Antheilquittungen erhielten serner in Neundorf b. Staßsurt: G. Nmn 1, in Hmbrg: R. Prst 5 15, E. Pr2, R. Jcb sen. 2, I. Wd 1 Thlr. 15 Gr. Hadlich. Allgemeiner Böttcher(Super)-Bereiu. OtlHkl Dienstag, den 22. Juli, Abends 8 Uhr: Versammlung im Heise'schen Local, LandSbcrgerstr. 15.— Tagesordnung: 1) Ueber die Kaution der Berliner Böttchergcsclleu- Krankenkasse. 2) Vortrag. 3) Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bevollmächtigte. UesWltf Man abonnirt vom 1. Juli ab auf den„Bolksstaat «VJl-l-llH monatlich 7>/» Sgr. frei ins Haus, bei den Herren Traut- mann, Engeluferstraße 6b, 4 Tr.; Friese, Schwedterstraße 28, Hof Part.; Metzner, Linienstraße 79; Heinsch, Lindenstraße 11, Hos 4 Tr. bei Ewest; Reyhcr, Koppenstr. 26; Schwoide, Stettincrftr. 43, Hof Part. ljNs Berlin Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonntag, den 20. Juli, Vormittag« 9 Uhr: Versamm- lung im Locale de« Herrn Stachun, Köpnickerstraße 152. Tagesordnung: Wahl de« Gesammt- Vorstandes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Braunschwcig � Die Versammlungen finden jeden Mittwoch Abend regelmäßig bei Schellbach, alte Knochenhauerstraße 13 statt. S.s Der Bevollmächtigte: C. H. Müller, Slbarrnstraße 22, ll. Sozialdemotralische Arbrücrpartri. Den Mitgliedern zur gest. Beachtung, daß vom Juli an jeden Monat durch die Beitragsammler 3>/, Kr. für die Hauptkasse nach Hamburg eingesammelt werden. Um pünktliche Zahlung wird gebeten, damit wir rechtzeitig unseren Verbindlichkeiten nackkommen können. Der Ausschuß. » Nv Jeden Montag, Abend« halb 9 Uhr: l« � k» Mitgliederzusammenkunft der social- demokratischen Arbeiterpartei. Pünktliche» Erscheinen sämmtlicher Mt< glieder ist Ehrensache, sowie pünktlich« Zahlung der Beiträgt. Sammlungen zur Kostendeckung für unseren Vertreter auf dem Partcicongreß nimmt Unterzeichneter, sowie unser Eolporteur Goldarbeiter Namczpnovski entgegen. Die Parteigenossen in der Provinz werden hieraus besonders auf- merksam gemacht. Der Vertrauensmann: A. Radtke, Steindam 81/82. förttlirtäliitVft i ttJt« In meinem Bierkcller, Altstädt. Markt l. unter der Glashalle, liegen der „Bolksstaat« und socialdemokratische Sckriften auf. I. Müller. Jnicrnationale Metallarbeiterschaft. Montag, den 21. Juli 1873: Sitzung bei Arnhold, Reudnitzerstraße.— Tagesordnung: 1. Vortrag über die Arbeiterbewegung! in der Vergangenheit und Gegenwart. 2. Feststellung der Tagesordnung, zu einer öffentlichen Versammlung. Alle Mitglieder werden aufgefordert zu erscheinen. D. B. ftistHttit Maurer und Zimmerer von Leipzig und Umgegend! Dienstag, den 22. Juli, Abends 8 Uhr: Oeffeutliche Mitgliederversammlung der Internationalen Gewerkschaft der Maurer und Zimnierer, bei Zeidler, Windmühlcnstraße 7.— Tagesordnung: Das heutige Lohnsystem und der Nutzen der Gewerkschaften, Ref.: Fink. Allgemeiner Deutscher Schneidervcrein. Dienstag, den 22. Juli, Abends 8 Uhr: Versammlung bei Hietzschold, Gewandgäßchen Nr. 4, 1 Tr.— Tagesordnung: 1. Wahl eine« Delegirten zur Generalversammlung. 2. Bericht der Revisoren. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. D. B. Central Commission der Jnieruationaleu Metall- � t? arbeitet Gewerkschaft. Sonntag, Vonnittag 10 Uhr: Zusammenkunft in der Restauration des Herrn Arnhold, Reudnitzerstraße 10. A. P e t z s ch. OiledUnbnrg Arbeiterfest. Sonntag, den 20. Juli, beabsichtigen diesh,� Quedlinburger Parteigenossen ein Stiftungsfest im Steinholz Lokale abzuhalten und laden die Parteigenossen in nächster Umgegend hierzaibew freundlichst ein. Als Festredner wird H. Bremer au« Magdeburg er- ver scheinen. Einige Eomits-Mitglieder, kenntlich an rothen Schleifen, werden � am Bahnhof die ankommenden Fremden in Empfang nehmen. Nach�.„ hon ftnhof rCrtnoov* itnh h oos n, �.4 kX. o CO...— h CWt. s «Ii 3 da lich Ec dis> s»r »ig Zill: ßlie den Vorträgen findet Concert und dcclamatorische Vorträge und Abends Tanzvergnügen statt. Um zahlreiche Bethciligung auch der auswärtigen Gesinnungsgenosse«!?uf bittet mit sozial-demokratischen Brudergruß[26*] Da» Comitee. 'Wh Mi dlir Freitag, den 25. Juli, Abend» halb 9 Uhr: �arteiverfammtung bei C. Tietjen», zum Gutcnberg, wozu die Parteigenossen zu recht zahl'P� reicher Betheiligung einladet: E. Wildstacke, Vertrauensmann.]2< ThrtttfutVif Arbeiterverein für Thonberg und Umgegend. Montag, den 21. Juli, Abends 8 Uhr: Versammlung- Tagesordnung: 1. Vortrag über Materialismus und Sozialismus- 2. Besprechung über einen Lescabend. Der Vorstand. Sonntag, den 27. Juli: Allgemeiner Harzer Arbeitertag bei Hrn. Gastwirth Egger«. Tagesordnung: 1) Die Entstehung der Arbeiterbewegung. 2) Da« Programm der focialdcmokratischen Arbeiterpartei. 3) Die nächsten Reichstagswahlen. Abends Ball. E« werden hierzu sämmtliche Parteigenossen, denen es möglich ist erscheinen, freundlichst eingeladen. ßeit _____ Im Austrag de« Comite's: F. T ä u b e r. 'st. ol «ll Der Schriftsetzer Zaibei aus Marburg sowie dich"" Schreiner P. Steincrt uud Lieber« au« West-ßsi phalen sämmtlich bis vor Kurzem hier in der Arbeit, werden ersuchistlu ihre Adressen so schnell al« möglich im„Bolksstaat« bekannt zu gebemda außerdem angenommen wird, daß sie auf ihren Gewinnantheil der Mainze� Verloosung verzichten._ jhj Qhltlfittt Sozial-demokratische Arbeiterpartei. st'h Jü UIUU Unsere Mitgliederversammlungen finden bi« aus weiterefpes jeden Dienstag, Abend« 8 Uhr, im Lokale der„Volkshalle", bei Herrath Dotzauer, statt._ jS.j_ Der Vertrauensmann. m V! ive! tili Von dem im Berlage de« Unterzeichneten erschienenen, mit so Vielehen Beifall aufgenommenen Bilde: Ferdinand Lassalle, der Kämpfer gegen die Kapitalmacht hat ein zweiter Abdruck die Presse verlassen und ist zu den früheren, be»la kannten Bedingungen zu beziehen: ve 1 Exemplar 7'/, Sgr., 11/10 Exemplare zusammen bezogen 2 Thlr>a -- idj Al« würdiges Pendant zu obigem Bilde erschien in demselben Verlag üe Sundeslied der deutschen Sozialdemokratie. Treffend illustrirt von<£. Klein, demselben, welcher da» Bild Las salles entworfen dm bn 'ei >ei ve Je Be Beide Bilder sollten al» passende Zimmer"- Zierde in der Wohnu»! eil eine» wahren Sozialdemokraten nicht fehlen. eff Gegen Franco-Einsendung des Betrage» werdest dieselben den geeh« e> ten Bestellern sofort per Post zugesandt. ra Elberfeld, im April 1873. Z. H. Born, Verleger.[m2H>„ Preis 1 Exemplar 7l/2 Sgr. 11/10 Exemplare zusammen bezogen 2 Thlr. �«Z Le ipzig: Veraotw. Redakteur E. Easper.(Redaktion uud Expeditl« at Zeitzerstr. 44). Druck uud Verlag der GenossenschastSbuchdruckerei. g«,