ri* -S. NS hr ceß- iit' at' Lrschtwt wöchmtlilb 3 Mak in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalteu und Buch- Handlungen de« In- und Auslände» an. Filial-Expeditivnen für d>« Vereinigten Staalen: F. A. Sorge, Lor 101 Hoboken, N. J. S. A. Linnecker, 36 S. Harket str. coro. Uadiaoa*tr. Chicago, lU. Alxinnenleiltsprei«: Rür Preußen incl. Stempel« p«llcri!ISgr.,f!irdieübrigen Dmtschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. ZIlonaU- ZUanmement» werden bei allen Deutsche» Postanstalien aus den 2. u. 3. Monat u. aus den 3. Mo« nat besonder» angenommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den 1. Monat li 5>/z Sgr. angenommen. OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternattonalenGevlerksgenossenschasten. Xr. 63. Areitag, 25. Juli. 1873. ti est: M Abonnements-Yinladung. Die Parteigenossen werden dringend aufgefordert, für die �eitervcrbreitung des„Bolksstaat" unablässig thätig zu sein Mit den bisherigen Erfolgen können wir wohl Alle zufrieden fein iter es darf trotzdem kein Stillstand in d.m Aufschwünge des »VolkSstaat" eintreten. Es muß den Arbeitern allüberall begreiflich unMemacht werden, daß sie nur dann stark sind, wenn die ihre °ci> Veresien vertretende Dresse einen zahlreichen Leserkreis besitzt. �.Tine starke Presic ist der sicherste Maßstab für die Stärke einer seitchartei. Und wenn jeder Parteigenosse seine Schuldigkeit thut, n wird der„Volksstaat" in allen Arbcitcrkreisen bald ein unent- rliches Blatt werden. Abonnementspreis: Für Preußen ind tcmpelsteuer 21 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. v Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen Deutschen ivstanstalten auf den 2. und 3. Monat und auf den 3. Monat 'onders angenommen, im Königreich Sachsen und Herzogthum �.. rchsen-Altenburg auch auf den 1. Monat a ü'.z Sgr. ange- l?Wmmen. An die Parteigenoffen allerorts. Genosien! Den 24. August und die folgenden 2 Uder 3 Tage gr dird, wie Euch Allen bekannt, der diesjährige Parteikongreß m Mrnberg stattfinden. Es handelt sich nun darum, daß die Mit- »icdcr der Partei an allen Orten dafür Sorge tragen, sich au rttilfttn Congreß vertreten zu lassen. Und zwar wäre es wünschenS- t. serth, wenn von einem jeden Orte, wo eine Mitgliedschaft existirt, in Delcgirtcr erscheinen würde. Gerade in hiesiger Stadt ist es >»thwendig, daß die Partei auf ihrem Congreß würdig vertteten st, denn mit gespannter Aufmerksamkeit folgen unsere Gegner uns cert, tos Schritt und Tritt und würden jedenfalls nicht ermangeln, den ttoz�vngreß, wenn er schlecht besucht wäre, in der üblichen Weise zu Mrheln. Schon auö diesem Grunde also, Parteigenossen, ist es w�hringend geboten, daß Ihr Euere Pflicht thut. Noch mehr aber Drften Euch die aus der Tagesordnung deS Congresses stehenden Punkte bestimmen, zahlreich Euere Vertteter zu senden. Parteige- �iffcssen! Rüstet Euch zum Congreß! Auf, nach der alten Noris! Mit sozialdemokratischem Gruß Im Austtage: Hans Wörlein, Bergstraße 17. Die Delegirten werden ersucht, sich baldigst anmelden zu men, damit zu rechter Zeit für Quartiere gesorgt werden kann. ]2« lt Zuschriften sind an obige Adresse zu richten. D. O. Zur gefälligen Beachtung. Da in letzter Zeit ausnahmsweise oft für den Partcikassirer tstimmte Geldsendungen statt an diesen an Unterzeichneten einge- »det wurden, so bitte ich recht sehr, für die Folge alle für die arteikasse bestimmten Geldsendungen ausschließlich und ordnungS- tinäß an Herrn H. Benneke, Kl. Schäferkamp 34 zu adres ttn. Gleichzeitig bitte ich recht sehr, kleinere Bettäge in Brief �.starken, größere Summen nur durch Baareinzahlung mittelst �.Postanweisung einzusenden. Th.'Norcf lche� Die Arbeiterbewegung und die Frauen. Ort Leider muß man cö zu den Seltenheiten rechnen, wenn an >zend einem Orte das weibliche Geschlecht das Wesen der Ar- ndK'iterbewegung erfaßt und in größerer Anzahl sich derselben ange- blossen hat. Die Organisationen, welche bis jetzt unter den Ar- 'terinnen bestehen, sind schwach an Zahl sowohl, als auch ent- !ren sie zum großen Theil des inneren Halts wegen mangelnden rständnisses. > Der ftivole Hohn, mit welchem die Soldschreiber der Bour- Wiste die Arbeiterinnen überschütten, sobald sie sich an einer Be- bti-�öung betheiligcn, mag Viele abschrecken. Gleich sind jene trau- igen Gesellen mit dem>schimpfwort„Petroleuscn" bei der Hanv. Iber das ists nicht allein. Viele von den Arbeiterinnen haben so �.tnig Verständniß für die Arbeiterbewegung, daß sie sich ärgern i iurtfc dagegen eifern, wenn ihr Mann, das Familienoberhaupt, Ver- Ich- nnmlungen besucht und keine versäumt. Es erscheint ihnen dies ieichbedeutend mit der Wirthshaus-Bummelei. Wieder andere Döllen durchaus nicht einsehen, daß gerade ihr Mann, gerade der dnährer ihrer Kinder es sein soll, welcher Reden hält, sich den der�ngarmen der Polizei und der Staatsanwaltschaft aussetzt.„Das ... innen Andre thun". Mann und Frau zusammen am Ende der Woche nicht so viel Lohn nach Hause bringen, als früher der Mann allein gebracht hat. Da müssen dann auch die Kinder arbeiten gehen, sobald sie nur können. Und die Familie? Es bedarf keiner weiteren Ausführungen, um den Arbeiterinnen begreiflich zu machen, daß sie ebenso in die Arbeiterbewegung hin- eingehören, wie die männlichen Arbeiter. Die Gleichgültigkeit vor allen Dingen muß aufhören, mit welcher die Frauen heutzu- tage der Entwicklung der Dinge zuschauen. Wenn die Maittcsse eines Bourgeois in ihrem Staatskleide über die Straße fährt und die sechs Näherinnen, die sich halb blind gearbeitet, damit es noch „zur rechten Zeit" fertig geworden, sehen ihr nach, so bewundern die sechs Proletarierinnen die StaatSdame, denn„Kleider machen Leute;" keine aber denkt:„wie übel bin ich daran, daß ich für solch ein verworfenes Geschöpf mich abrackern muß und meine „Arbeitgeberin" den Erttag meiner mühsamen Arbeit zum großen Theil einstecken, mich aber mit einem Hundelohn abfinden darf." Das ist Nichts. Den Frauen der arbeitenden Klasse gebührt vor Allem ein menschenwürdiges Familienleben, freilich nicht in dem Sinne, wie der Bourgeois den Begriff Familienleben auf saßt. Der Bourgeois versteht unter seiner„Familie" eine Jw stitution, die Darauf berechnet ist, das Eigenthum„unter den Seineu" festzuhalten. Unter der„Fauiilie" des Arbeiters versteht der Bourgeois eine Institution, die dazu dient, stets neue Arbeits- kräfte für die Auöbeutungssucht der Herren Kapitalisten zu züchten und möglichst viel Mcnschenfleisch auf den Arbcitsmartt zu senden. Und in der That, die Wirklichkeit entspricht in diesem Zeitpunkte den Begriffen der Herren Bourgeois. Darum muß auch das weibliche Geschlecht kräftig mit eintteten in den Kampf gegen die Macht des Mammons. Jede Niederlage der männlichen Arbeiter trifft ja in ihren Folgen das weibliche Geschlecht mit und umgekehrt. Die niedergetretene Menschen- würde wieder aufzurichten ist eine Verpflichtung beider Geschlechter und erst nach Erfüllung dieser Aufgabe vermögen sie eine Gens ration zu erzeugen, mächtig genug, um die Schlacht„am Birken bäum" zu schlagen! Tie Hausbesitzer. Wer die Wohnhäuser, wie sie jetzt in den großen Städten ge baut werden, etwas genauer bettachtet, der kann aus diesen stum� mcn, steinernen Massen die ganze heutige Gesellschaftsorganisation, die auf der systematischen Ausbeutung Vieler durch Wenige oder gar durch Einzelne beruht, herauslesen. Der unverschämte Baustellen-Wucher, der heute getrieben wird, läßt nicht zu, daß überhaupt jemand Anderes als de rufsmäßige Spekulanten oder Kapitalisten mit sehr gc wichtigem Säckel es unternehmen, neue Häuser zu bauen. Früher konnte auch der mäßiger bemittelte Mann, der etwas wohlhabende Kleinbürger, sich ein Häuschen bauen. Die Uebcrreste aus dieser„besseren Zeit" für den Kleinbürger sind die vielen, von Manchem als„gemüthlich" aufgefaßten ein- und zweistöckigen Häuser, von denen jetzt nur noch sehr wenige oder gar keine mehr gebaut werden. Das Großkapital und die Spekulation haben das Klein- bürgerthum von dem Baugebiet verdrängt. Dies gilt natürlich nur von den großen Städten. Das Kleinbürgerthum, das seine soziale Stellung mit fast unglaublicher Beschränktheit größtentheilS nicht begreifen will, könnte hier wiederum ersehen, daß eS unab weisbar den Weg zum— Proletariate wandelt. Die poetische Zeit der ein- und zweistöckigen Häuschen ist in den großen Städten vorüber. Die Hausbesitzer richten ihre Wohnungen nicht mehr gemüthlich ein, sonders sie lassen sich Miethkascrnen hinstellen. Sobald heute ein Hausbesitzer sein HauS nicht ausschließlich für sich gebrauchen will— im andern Fall werden die Wohn- Häuser manchmal noch zwei-, gewöhnlich dreistöckig in Villenform gebaut— sondern dessen Räume zum Vermiethen bestimmt, läßt er so viele Stöcke auf einander pfropfen, als überhaupt thunlich Ja, es hält heutzutage schwer, dem Einzelnen begreiflich zu ,,u-l»chen, daß sein Einzelinteresse dem Gesammtwohl untergeordnet �„-ftden muß, wenn wir dahin gelangen wollen, wo sowohl der inzelne an und für sich, als auch die Massen in ihrer Gesammt- ht eine menschenwürdige Existenz finden. 1—' Die heutige Produktionsweise zerstört das Familienleben von rund aus. Wenn Mann und Frau den Tag über sich abrackern llssen und Abends todtmüde nach Hause kommen, wo bleibt da >» Tag über die„Familie"? Der Kapitalismus hat sie illusorisch Rk'dliacht. Und doch retteten die Herren Bourgeois schon so oft Staat im Namen der„Familie", welche sie täglich zer- Ren. Die Kapitalisten sehen eö freilich ungemein gern, wenn die lauen ihre Arbeitskraft auf den Markt bringen. Das„schwache �schlecht" ist ja selbstverständlich viel gefügiger und unterwürfiger daS„starke", bei den sich oft trotzig die Faust ballt und wild __ ls Auge blitzt, wenn sich der„Htrr" etwas zu viel heraus nimmt; dch hat daS weibliche Geschlecht durchschnittlich weniger Bedllrf- �*fie und begnügt sich mit einem geringen Lohn. So müssen die sbeitcrinnen den Herren Kapitatisten dazu dienen, durch ihre dncurrenz den Lohn ihrer männlichen Genossen herabzudrücken K an vielen Orten haben sich die Verhältnisse so gestaltet, daß ist. Bier bis fünf Etagen ist das Gewöhnliche. Exste Etage Bewohnt der Hausbesitzer und Bourgeois höchstselbst mit Familie. Ist hübsch geräumig, von allen Etagen die gesündeste und die bequemste. Zweite Etage: Kommt der ersten so ziemlich gleich. Hier wohnt eine„Herrschaft",„die es machen kann" und welcher der Herr Bourgeois und Hausbesitzer deshalb ungeheure Bücklinge macht, denn der„Herrschaft", die Geld genug hat, ist es gleich- gültig, ob sie alljährlich mit St) Thlrn. übersetzt wird oder nicht. Miethpreis 500— 600 Thlr. Dritte Etage: Wenn keine„Herrschaft" sich findet, wird die dritte Etage an verschiedene Familien vertheilt. Der Hausbesitzer ist hier noch höflich, aber vergibt sich durchaus Nichts von seiner Bourgeois-Würde. Ist sein Rücken von der zweiten Etage noch etwas krumm, so wird er in der dritten augenblicklich bolzgerade und steif. Miethpreis für eine Familie 30t)— 400 Thlr. Vierte Etage: Der Herr Hausbesitzer hat nicht Zeit, sich mit all den Leuten abzugeben, die hier wohnen; er sieht sie nur bei seiner„Arbeit", beim Einstreichen des Miethzinses und ver- gißt deshalb, da er sie nicht kennt» zuweilen in der vierten Etage ihren Gruß zu erwiederu; Rücken korporalsmäßig steif. Miethpreis 150— 200 Thlr. Fünfte Etage: Man kennt sich gar nicht. Der Miethzins wird mit abgewandtem Gesicht empfangen. Ueberhaupt ist es nur der besonderen„Humanität" der Herren Hausbesitzer zu verdanken, daß man da oben solche Leute wohnen läßt. Miethzins 80 bis 120 Thlr. Unter der Erde: Habenichtse, Arbeiter, die eigentlich gar keine Wohnung brauchten, wenn die Herren Hausbesitzer nicht wieder so„human" wären und ihnen ihre stinkenden, feuchten dumpfen Kellerlöcher überließen. Bei der geringsten„Störung der Hausordnung" werden sie mit bekannter Humanität auf die Sttaße geworfen. Miethpreis 40— 50 Thlr. Das wäre der„Himmel auf Erden", den sich solche Kapita- listen und Hausbesitzer zu errichten pflegen. Gibt eS ja doch eine Menge bornirter Menschenkinder, welche das höchste Glück auf Erden im„Nichtsthun" erblicken. Die Armen ahnen nicht, daß sie sich dadurch auf gleiche Stufe mit jenen noch wenig über dem Thiere stehenden aftikanischen Stämmen stellen, welche Tage lang „in süßem Nichtsthun" unter einem Baume sitzen und vor sich hinstarren können. Der blödsinnige, von Nichtswissern und Arbciterfeinden oftsmalS so leichthin cittrte Satz, daß das Kapital „sich selbst fortzeuge", hätte den meisten Anschein von Wahr- scheinlichkeit bei unfern Herren Hausbesitzern. Der Herr Hausbe- sitzer hat sein Kapital in sein Haus gesteckt; seine einzige„Arbeit" besteht darin, die Miethzinse einzustreichen und zu quittiren. Sehen wir einmal zu. Die„Herrschaft" in der zweitenj Etage sei ein höherer Offizier, etwa ein General mit seiner Familie. Dieser Mann wird vom Staat bezahlt, dessen regelmäßige Einkünfte sämmtlich, durch die fleißigen Hände des arbeitenden Volkes erzeugt werden; wo nicht direkt, so doch indirekt. Also der General und der Staat be- zahlen mit der angesammelten Arbeit des arbeitenden Volkes. der dritten Etage mögen pensionirte Beamtenfamilien wohnen. Gilt ganz dasselbe, wie von der zweiten Etage. Die Familien der vierten und fünften Etage und die Prole- tarier unter der Erde geben direkt einen Theil ihres Arbeitslohnes. Die Arbeit also ist es, welche das Kapital befruchtet, daß es goldene Eier legt. Das genirt aber unsere Herren Hausbesitzer— wohlgemerkt, wir charakterisiren die Hausbesitzer der großen Städte von heute im Allgemeinen; eS gibt ja eine Menge Ausiiahmen— nicht im Mindesten. Der dümmste Hausbesitzer ist doch genial genug und hat„sittliches Bewußtsein" genug, auf daS arbeitende Volk mit Verachtung herabzublicken. Es gibt unter den Hausbesitzern Typen, welche Stoff zu un- sterblichen Genrebildern liesern könnten. Man sieht da oft die personifizirte Hartherzigkeit auf Gesichtern ausgeprägt, die für die Darwin'kcke Theorie von nuschöNb�rer Ren,ei«kra0 Muckerthum, Darwinsche Theorie von unschätzbarer Beweiskraft. politischer„Radikalismus", Kuust-DilettantiSmuS, Gottesfurcht und Königstteue— Alles findet sich bei den Hausbesitzern vor und schleicht sich stets in die Berttäge hinein, welche die Miether mit dem„Hausherrn" abschließen müssen. Eine gute Anzahl frömmelnder Hausbesitzer hält es für„unsittlich", einzelnen Damen Wohnungen zu geben. Die unbescholtensten Damen kommen da- durch oftmals in nicht geringe Verlegenheiten.„ Fast alle Hausbesitzer aber haben große Abneigung gegen Miethsleute mit Kindern. Wenn es nach den Hausbesitzern ginge, müßte die Kindererzeugung aufs Aeußerste beschränkt oder ar ganz unmöglich gemacht werden, nur damit kein ftemdeS lindergeschrei an die hochwohlgebornen Ohren des Herrn HauS- besitzerS schlüge. Eine der schönsten Tugenden der Hausbesitzer ist das Steigern der Miethpreise, in Leipzig„Uebersetzen" genannt. Gewöhnlich zu Neujahr kommt der Hausherr, gratulirt, wenn er nicht zu hoch- müthig ist, jammert über die theuren, stets steigenden Preise aller Lebensbedürfnisse, die durch die Strikes und die bösen Sozial- demokraten in die Höhe getrieben worden seien, meint, er könne mit seinem„Verdienst" nicht mehr auskommen und schlägt„in Gottes Namen" so ein vierzig oder fünfzig Thälerchen auf den Miethzins drauf. Gott wird ja weiter helfen. Wehe den Be- amten, den Arbeitern, die eine Erhöhung ihres Gehaltes oder Ver- dienstes erreicht haben und dies laut zujubelnd zu ihrer Familie zurückkehren! Der Hausherr hörts und bald kommt eine Hiobspost, die den Miethzins erhöht und die Aufbesserung zum Theil oder auch ganz verschlingt.— Daß ein solch wichtiger, integrirender(unentbehrlicher) Theil der Lebensbedürfnisse, wie die Wohnungen, dem Privatbesitz und damit der Privatlaune, ja dem Privat-Muthwillen anheimgegeben, ist einer der schwersten ökonomischen Fehler und Mißstände in unfern gesellschaftlichen Verhältnissen. Das schauer- lichste Gespenst der großen Städte, die Wohnungsnoth, ist daS Kind des Privatbesitzes, erzeugt mit der Spekulation. Diesem Uebel ist nicht so leicht abzuhelfen. Die Lösung der Wohnungsfrage kann sich erst im freien Volksstaat vollziehen. ES muß eine Menge anderen ökonomischen Schuttes weggeräumt werden, bevor das Wohnungswesen geregelt werden kann. DeS« halb ist es unsinnig, bei Wohnungsnoth an die heutigen herrschenden Gewalten und Klassen zu appelliren. Die„Heiligkeit des Eigen- thums" gestattet diesen keine gesunde Reform, auch wenn sie den guten Willen dazu hätten. Diesen haben sie aber nicht. Die preußische Polizei trieb Hunderte von Familien aus den Baracken j,!! Berlin und riß die Baracken nieder, damit diese stehenden Zeugen der Wohnungsnoth das Auge eines Czaren nicht beleidi- gen sollten. Mit einem„Ochscnkopf" zu Berlin aber löst mau die Wohnungsfrage nicht. Noch ein Beispiel: das alte Nürnberg, dessen alterthümlicheS Aussehen alle verrückten Engländer anzieht und alle vorsündfluth- lichen Poeten begeistert, ist von einem tiefen Graben umgeben. Es wurde schon oft der Anttag gestellt, diesen Graben auszufüllen, allein der„Alterthümlichkeit" halber läßt man ihn wie er ist. Ueber dem Graben hinaus werden nur Bourgeoiswohnungen, Villen und auch vielleicht Arbeiterwohnungen gebaut, mit welch letzteren bekanntlich die Kapitalisten„ihre" Arbeiter zu lebenS- i länglichen, an ihre Scholle gefesselten Lohnsklaven machen. Inner- i halb des Stadtgrabens aber wächst die Bevölkerung und wird stets in demselben Raum zusammengcspreßt, schon seit langen Jahren Die Bevölkerung wird größer, der Stadtgraben spannt sie auf demselben Raum zusammen. Etwas helfen, die Vorstädte ab, aber die Wohnungsnoth ist groß in Nürnberg und das Alles einer „alterthumtichen Schnurre" wegen! Die heutigen herrschenden Gewalten und Klassen haben kein Interesse, dem Elend des arbeitenden Volkes zu steuern. Im Gegentheil: ans Elend gewöhnt sind die Massen leichter auSzu- saugen. Es wird von„Oben" nichts gethan, wo leicht etwas geschehen könnte; was soll man da erwarten, wo die Hülfe schwierig ist? Noch ist nicht das ganze Volk zur Erkenntniß seiner Klassen- läge gekommen; ist dasselbe erst einmal so weit, dann ist eine Besserung nicht mehr fern! Politische Uetiersicht. Zur Preßcorruption, die sich bei dem Spitzeder'schen Pro zeß in ihrer ganzen widerlichen Nacktheit enthüllt hat,-�schreibt der „Braunschweiger Volksfreund": „Gegenwärtig wird der Prozeß gegen die bekannte Adele Spitz' eder und Genossen vor dem Schwurgericht zu München verhandelt. Unter den in der Verhandlung verlesenen Schriftstücken befindet sich auch eine Quittung von Rudolph Moste über 300 Gulden gegen die Verpflichtung, keine der Adele Spitzeder nachtheilge An nonce aufzunehmen. Wenn man nun bedenkt, daß Rudolph Moste die ausgedehnteste Annoncen-Expedition hat und selbst Eigenchü- mer der Annoncen-Beilage des„Kladderadatsch" sowie einer andern Berliner Zeitung ist, so sieht man, unter welcher Einwirkung die Presse der Bourgeoisie steht. Solche Thatsache, wie die erwähnte, wird einfach todtgeschwiegen, oder es wird höchstens mit einer milden Bemerkung über dieselbe hinweggegangen, denn das An- noncenwesen bringt der Zeitung Geld ein, und welcher Zeitungs- Verleger will eS mit Rudolph Moste verderben? Und das ist derselbe Rudolph Moste, der gegen Bezahlung anständige Annoncen zurückweist und gegen Bezahlung die schamlosesten Annoncen(siehe Beilage zum„Kladderadatsch") aufnimmt. s Die gesammie Presse der Bourgeoisie steht unter der Herrschaft des Schwindels, des industrielle» Raubritterthums. Hat auch ein oder das andere Blatt eine gewisse Unabhängigkeit, so ist es doch genöthigt, diese und jene Concession dem herrschenden Schwindel zu machen. Der Schwindel gebietet über Millionen, Tausende von ihnen fallen der Reclame durch die Presse zu und die Re- clame selbst haben Einzelne sich dienstbar zu machen gewußt, unter denen wieder Herr Rudolph Moste hervorragt. So«st es möglich, daß die Lüge tausende Organe findet, wäh- rend die Wahrheit kaum ein Blatt findet, das für sie eintritt, es sei denn ein sozialdemokratisches, dessen bloßer Anblick das Spießbllrgerthum schon aufregt. Wir theilten bei Gelegenheit deS Buchdrücke, strikeS das schamlose Gaunerstück eineS hiesigen Agenten des Wolss'schen TelegraphenbureauS mit, welcher wissentlich eine falsche Depesche schmiedete, die nun in fast sämmtlichen Bourgeois- Zeitungen Raum fand. Eine Berichtigung erließ das Wolff'sche Telegraphenbureau nicht. Wir konuken damals den Ztamen deS Depeschenfälschers nicht mit der Gewißheit erfahren, daß wir den Betrüger periönlich brandmarken konnten; aber das Publikum sieht auch an solchen Kunststückchen, welches Spiel die Bourgeoispresse mit der öffentlichen Meinung treibt." So unser Braunschweiger College. Bemerkt sei nur noch, daß die Zahl der im Prozeß sigurirenden, notorisch von der Spitzeder bestochenen Zeitungen und Literaten Legion ist. Bei Ge- samnit-Besprechung des Prozesses, dessen öffeutliche Verhaudlung sich voraussichtlich in die Länge ziehen wird,*) werden wir Einzel- heilen geben. Thatsache ist: diese schamlose Schwindlerin, deren „Bank" so offenbar schwiudelhaft war, daß Jeder, der von der- artigen Dingen auch nur den oberflächlichsten Begriff hat, auf den ersten Blick die Schwindelhastigkeit einsehen mußte, hat Jahre lang die Presse beherrscht, und mit Hilfe der Presse ihr beutet- schneiderisches Handwerk geübt— und nicht bloS die Presse hat sie beherrscht,— nein, auch die„gebildete", die„vornehme Well" überhaupt, ja sogar bis zu einem gewissen Grad die Staats- gemalt! Jetzt wird die gefallene Betrügerur natürlich von denen mit Koth beworfen, die einst vor ihr un Korhe gekrochen; und dieselbe Presse, die sich dieser— Dirne dirncnhaft prostiluirte, sie schreit heute in wüthendem Tugendfanatismus das: Kreuzige sie! Wir zweifeln nicht, die zwölf Männer der Bourgeoi|ie, welche in diesem Moment über Adele Spitzeder zu Gericht sitzen, werden sie schuldig finden, sie zu schwerer Strafe verurtheile». Aber fragen wir: ist Adele Spitzerer schuldiger als die lausende und abertausende von Börsenspekulanten und Gründern(unpoliti- scheu und politischen), die, um emporzukommen, sich wesentlich der nämlichen, wenn auch der Form nach verschiedene», Mittel bedien» haben und täglich bedienen, und dennoch nicht blos von den Gerichten unbehelligt sind, sondern sich sogar allgemeiner Achtung erfreuen? Ist Adele Spitzerer schuldiger als die taufende und abertausende Fabrikanten und Arbeitgeber, die reich weiden von der unbezahlten, d. h. gestohlenen Arbeit ihrer Lohusklave»? Mit Einem Wort: ist Adele Spitzeder schuldiger als die ganze moderne, auf Ausbeutung beruhende, Bourgeois gesellschaft? Die Bourgeoisie übe sich selbst zu Gericht sitzend — das ist der Spitzeder Prozeß. Und um sich selber zu schonen, wird die R chterin unbarmherzig sein gegen ihre Per onifikatiou. Adele Spitz.der muß sich hergeben zum Sündenbock der Bour- geoisie.„Fort uut der Unreinen! Wir haben nichts mit ihr zu schaffen, wir Reinen!" Und sie waschen sich die Hände Unschuld, die wohlgenährten, sittlichen Pharisäer.. In einer Eklärung, die gegenwärtig die Runde durch die Blät- ter macht, verwahrt sich Rudolf Moste gegen die in dem Spitzeder'- scheu Prozesse erhobene Beschuldigung der Bestechlichkeit. Es sei nicht wahr, daß er gegen ein Entgeld von 300 Fl. sich verpflichtet habe, keine gegen die Spitzed.r gerichteten Annoncen zu befördern. Hierzu haben wir eii.stweilen, bis das Resultat der Untersuchung Tag liegt, nur zu bemerken, daß die Existenz eines das R 'kosse'sche Annoncengeschäft kompromittirende», unter den spitze- der'jchen Papieren gefundenen Aktenstücks nicht zweifelhast ist; daß es sich also bloß daium handeln kann, festzustelleu, ob Herr Mosse selbst diesen schmachvollen Handel abgeschlossen hat oder hat abschließen lassen.— oder ob Herr Mosse von einem seiner Agenten mißbraucht worden ist. Der Unterschied wäre genau genommen nur persönlicher Natur, und würde die Mora- lität deS unzweifelhaft abgeschlossenen Geschäfts in keiner Weise alteriren.— Eine Wahrheit.„Hat einmal eine Partei sich auf die schiefe Ebne der Prinziplosigkeit gesetzt, so muß sie dieselbe hinabrutschen, um, am unter» Eiche angekommen, Alles hinzunehmen, was die herrschenden Gewalten ihr bieten. Sie thut das, nennt es aber„mit Thatsache« rechnen", *) Der Prozeß ist inzwischen beendet und ist die Hauplangeklagt« Spitzeder zu einer Zuchthausstrafe von 3 Jahren vcrurtheilt worden. mit denselben Thaffachen, welche sie mittelst der eigenen Erbärm- lichkeit möglich machte." Der Mann, der unseren Nationalliberalen und Fortschrittlern diese bittere Pille zu schlucken gibt, ist Nie- mand anderes als unser guter Freund Johannes Scherr. Wir haben das duftende Veilchen, welches der Urheber sowohl wie die unfreiwilligen Adressaten sicherlich gern im Verborgnen hätte blühen und welken lassen, in dem vor 5 Jahren erschienenen„Von 4S bis 51, eine Komödie der Weltgeschichte" gefunden, und zwar S. 155, Bd. 2. Zweite Hälfte.— — Ab und zu dringt eine Nachricht von den zur Verbannung, zur„trocknen Guillotine" verurtheilten Kämpfern der Com- mune zu unS, freilich nur durch das Sprachrohr der Bourgeois- blätter, von denen, nebenbei bemerkt, auch die„intelligentesten die Anhänger der Commune stets als„Commuuisten" bezeichnen, obwohl man von einem nur halbwegs gebildet sein wollenden Li- teraten verlangen kann, daß er weiß, daß die Commune nicht den Communismus, sondern vorläufig nur die Selbstständigkeit der Gemeinden, die Auftechterhaltung der Republik und die Auflösung der Krautjunkerversammlung anstrebte, zur Organisation der Ar- beit und Abschaffung der modernen Produktionsweise aber konnte sie keine Zeit finden, da sie stets kämpfen mußte. Lassen wir es dahingestellt, ob die Bourgeoisblätter aus Dummheit oder um das rothe Gespenst an die Wand zu malen, stets von„Commu- nisten" sprechen; wir lesen in verschiedenen Zeitungen: „Ueber die Leiden der 500 französischen Communisten, welche zur Deportation nach Neu-Caledonien verurthcilt, am 19. Januar von Brest absegelten und im April Melbourne berührten, enthält ein Brief, den die Ueberwieseneu, trotz der Vorsorglichkeit der Wachmannschaft, der Redaktion des„Melbourner Argus" zu über- Mitteln wußten, traurige Mittheilungen:„Auf unserer Fahrt von Brest nach dem Senegal vom 19. bis 30. Januar"— so heißt es in demselben—„war unsere Behandlung menschlich. Kaum jedoch hatten wir den Senegal verlassen, als das Mitleid sich in Gleichgiltigkeit verwandelte und schließlich in jenes bekannte Raub- und Unterdrückungssystem, welches man seit zwei Jahren uns gegen- über beobachtet hat, ausartete. Ungefähr 510 an der Zahl wur- den wir in verpesteten, luft- und lichtlosen Gemächern eingepfercht und von unseren Wächtern, frühereu Galeeren-Auf- sehern, mit allerhand Ränken und Anschlägen gequält. Die Nahrung war bitterschlecht, ungesund, ungenügend. Etwaige Klagen wurden nicht angehört oder mit Einsperrung geahndet. In Neu-Caledonien soll es uns noch schlimmer ergehen. Wir dürfen nicht in Satory erschossen werden, sollen langsam auf den Pon- tonS, von keines andern Menschen Auge gesehen, hinsterben. Aber eines Tages wird die Wahrheit ans Licht treten und die Buße für unsere Tyrannen anheben. Ich harre diesem heiß ersehnten Tage entgegen." Das ist die Rache der Bourgeoisie! Das ist die moderne Cultur! Aber wir wissen, daß die Schurken und Narren, die da glauben, mit ihrer achttägigen Straßeuschlächterei, mit ihren Füsil- laden von Satory nnd mit ihren Deportationen die Revolution aus der Welt geschafft zu haben, in nicht allzulanger Frist deren wuchtige Hand wieder verspüren sollen nnd zwar das nächste Mal etwas weniger sanft, als im April und Mai 1871.— Nach den letzten Nachrichten aus Spanien hat die„bürgerliche Demokratie"— oder unseretwegen auch„BourgeoiSdemv tratis"— ein sehr schlaues Manöver gemacht, um den Unannehm- lichkeiten der Säbcldiktatur zu entgehen: sie hat sich gleich selbst einen Säbeldiktator gewählt, der ihrem Herzen genehm ist, den alten Espartero. Ob diese homöopatische Kur, oder richtiger: diese politische Schutzpockenimpfung aber anschlagen wird, ist noch sehr die Frage— die Carlisten sind schon auf dem slld- lichen Ufer des Ebro, die Radikalen werden sich wohl kaum gut willig einer wandelnden Mumie unterwerfen, die, als sie noch jung und bei Kräften war nur einer byzantinischen Schmeichelei den Beinamen des„Siegesherzogs" verdankte— ein Beiname, der durch die Lcbensgeschichte besagter wandelnden Mumie zu einer beißenden Ironie gemacht wurde—; und außerdem wissen wir, daß die Schutzpockenimpsung mitunter ebenso schlimm, ja noch schlim- mere Krankheiten erzeugt, als die Krankheit ist, welcher sie vor- beugen soll. Pi y Margall hat zurücktreten müssen.„Ob er sich so ohne Weiteres von den säbeldiktaturlustigen Schönrednern bei Seite wird schieben lassen, das müssen wir abwarten. Jedenfalls aber iind die Annalen der Menschheit um ein sehr interessantes und lehrreiches Kapitel reicher geworden.— — In mehreren Städten der römischen Mark hat das Publikum Strike gegen die Bäcker und Fleischer gemacht. Natürlich ist staatsrettend die Polizei eingeschritten und hat Ver- jchiedene, welche Andere vom Kauf von Lebensmittel» in bestimmten Lokalen und Läden abhalten wollten, auf Wummero Sicher gc bracht. Die Ursache des„Strikes" waren einfach die hohen Preise, welche Fleischer und Bäcker vom Publikum verlangten. Wenn ein Arbeiter einmal vazu kommt, sich ein Pfunds Fleisch zu kaufen— und noch keiner wird sich beklagt haben, daß er mit Knochen zu kurz gekommen sei—, und wenn Jeder wüßte, was er heutzutage Alles im Brode mit essen muß, er würde staunen. Ueberall im Publikum hört man klagen und jammern über das theuere Fleisch und Brod und daß man für sein Geld so wenig und dies Wenige lo schlecht erhalte. Das sind die Nachlheile der privaten Speku- lation; mit einem Worte: diese ganzen Übeln Thatsachen sind die unausbleiblichen Folgen der heutigen EigenthumSverhälinisse. Das wird aber im Klassenstaat nicht anders werden: Erst wenn der Staat für Alle gleichmäßig die Leitung der Produktion und den Vertrieb der Lebensmittel in die Hand nimmt, wird der Verfälschung der Lebensmittel und der mit denselben täglich ver- übten Betrügerei ein Ende gemacht werden können.— — In Sachen der„Demokratischen Zeitung" veröffentlicht die Königsberger„Hartung'sche Zeitung" noch nachstehenden Brief Jacoby's an Guido Weiß: „Königsberg, den 2. Juli 1373. Mit Freude ersehe ich aus Ihrem Schreiben von 25. Juni, daß wir in der Sache übereinstimmen(?) und nur in Worten aus- einancergehen, über einen bloßen Wortstreit werden wir uns leicht verständigen.— I» dem Aufruf vom 17. Juni kündigt sich die„Demokratische Zeitung" als—„ein Organ der bürgerlichen Demokratie" an. Daß Sie, werther Freund, diese Worte„im besten Glauben— ohne Hinneigung zur Bourgeoisie in ihrem ftanzösischen Sinne niedergeschriebeu", davon war ich im Voraus überzeugt; da„bürger- liche Demokratie" aber nur zu oft in dieser Weise verstanden wird, hätte die Zeitung— nach meiner Ansicht— den mindestens zweideutigen Ausdruck entweder gar nicht oder wenigstens nicht ohne nähere Erklärung gebrauchen sollen. „Sic sagen in Ihrem Briese:„Die bürgerliche Demokratie erkenne die politischen Forderungen deS Eisenachcr Programms vollständig nnd ohne Rückhalt an: siejünterfcheide sich aber von der Arbeiterpartei, „indem sie das allgemeine gleiche StaatSbürgerthum(daher ihr Name), nicht aber den Kampf einzelner Gesellschafts- klaffen proklamirt,— indem sie die exclusive Scheidung der Gesellschaft in Arbeitgeber und Arbeitnehmer als un- klar und nicht erschöpfend zurückweist,— indem sie die ökonomische Aufgabe deS künftigen Staates nicht eis- feitiz gesondert behandelt(nicht die Schweitzer'sche Maze»- ftaze), sondern sie unter�die allgemeine ethische Missio» subsumirt." „Gewiß liegt es Ihnen fern, der„sozialdemokratischen Arbeiter- Partei" Unrecht rhun zu wollen; ist es aber richtig, daß diese Partei das allgemeine gleiche Staatsbürgerthum nicht gelten läßt, sonder» den Klassenkampf proklamirt? Daß sie der exclusiven Scheidung der Gesellschaft in Arbeitgeber nnd Arbeitnehmer das Wort redet? Daß sie die ökonomische Aufgabe des künftigen Staats einseitig gesondert behandelt und die ethische Bedeutung der sozialen Frage unterschätzt? Das Eisenacher Programm fordert für Alle„gleiche Rechte und gleiche Pflichten"; was ist dies anders, als das allge- meine gleiche StaatSbürgerthum? Es sagt ausdrücklich:„unser Kampf ist nicht ein Kampf für Klassenprwilegien und Vorrechte, sondern für die Abschaffung aller Klassenherrschaft"; heißt dies den Kampf einzelner Gesellschaftsklassen proklamiren? Es will,„daß genossenschaftliche Arbeit an die Stelle der jetzigen Produktions- weise(Lohnsystem) trete"; wird nicht gerade dadurch die exklusiv« Scheidung der Gesellschaft in Arbeitgeber und Arbeiter aufgc- hoben? Endlich spricht das Programm sich klar darüber aus, daß—„die soziale Frage untrennbar ist von der politischen, daß ihre Lösung nur im demokratischen Staate möglich ist"; kan» darnach von einer Unterordnung des ethischen Zwecks unter die Magenfrage, von einseitig gesonderter Behandlung der ökonomischeu Aufgabe die Rede sein? „Die demokratischen Grundsätze, welche von jeher meiner poli- tischen Thätigkeit als Richtschnur dienten, sind in den Reden: „Das Ziel der BolkSpartei"(1863) und„Das Ziel der Arbeiter- bewegung" 1370) ausgesprochen; es sind, wie ich weiß, auch die Ihrigen, und ich finde nicht, daß das Eisenacher Program» andere Grundsätze kundgiebt. „Darin, verehrter Freund, pflichte ich Ihnen bei, der Name: „sozialdemokratische Arbeiterpartei" ist nicht gerade glücklich gewählt (schon in der Eisenacher Versammlung selbst wurde auf die mög- liche Mißdeutuim des Namens aufmerki'am gemacht); rechtfertigt dieS aber den Ausdruck:„bürgerliche Demokratie"? Jedenfalls ist letzterer keine glücklichere Wahl; auch hier wird, fürchte ich, Miß- verständniß und Spaltung die bedauerliche Folge sein. „Ein Wort noch über meinen Beitritt zur Eisenacher Partei!. Als Bebel und Liebknecht ihrer politisch-sozialen Ansichten wege» vcrurtheilt wurden, hielt ich es für meine Pflicht, mich der ver- folgten Partei, deren Ansichten ich theile, durch öffentliche Erklärung anzuschließen. Man hat den Schritt fälschlich so aufgefaßt, als wäre ich damit zugleich aus der„demokratischen oder BolkSpartei" ausgetreten. Hätte ich Letzeres beabsichtigt, so würde ich es, wie Sie mit Recht bemerken, in gleich offener Weise erklärt haben, wie im Jahre 1868 meinen Austritt aus der Fortschrittspartei. Wer sich übrigens die Mühe nicht verdrießen läßt, meine oben er- wähnten Reden unbefangen— mit einiger Aufmerksamkeit zu lesen, wird darüber nicht im Zweifel sein, daß ich für nieine Perso» ebenso gut der BolkSpartei angehörn, wie der sozial-demokratische» Arbeiterpartei; denn beide Parteien haben— meiner lleberzeugung nach— dieselben(?) Grundsätze unbedingter Selbstbestimmung und Gleichberechtigung— und Ein ethisches Ziel: das edle fteie Menschenthum. Mit herzlichem Gruß Ihr Dr. Johann Jacoby." Wir haben kein Interesse daran, uns in eine nähere Unter- suchung darüber einzulassen, ob die geschraubte Weiß'sche Definition des Begriffs„bürgerliche Demokratie" als einer„staatsbürgerlichen" von auch nur einem Halbdutzend Politiker in ganz Deutschland für haltbar befunden werden würde. Wenn aber irgend Einer, so hat der Stylmeister der„Zukunft" gewußt, daß alle Welt unter „bürgerlicher Demokratie" die Bourgeoisdemokratie,, im Gegensatz zur Sozialdemokratie versteht.— Wir miffzen es sodann dahingc- stellt sein lassen, ob Jacoby die Ansichten seines Feundes richtig mterpretirt habe oder nicht, d. h. ob— wie Jacoby meint— � wirklich die beiden Freunde„in der Sache übereinstimmen"; nur das können wir zugeben, daß die Ziele unserer Partei im obigen Schreiben sachgemäß gewürdigt sind. Dagegen wird mit aller Entschiedenheit die Jacoby'sche Eigenansicht zurückzuweisen sein, daß wir und die„Volkspartei"„dieselben Grundsätze" hätten. Dir ..Volkspartei" selber hat im Gegentheil Jacoby in dieser Be- ziehung schon mehr als Ein Mal in bündiger Weise berichtigt; ja sie hat sich sogar gegen seine obgedachte Rede:„Das Ziel der Arbeiter- bewegung" mit einer Entschiedenheit verwahrt, die sich von de« fortschrittlichen Entrüstungsprotest der„Bolkszeitung" in nichts unterschied. Dem gegenüber glaubt nun Jacoby persönlich aller» Vings noch immer an die Möglichkeit, daß die„Volkspartei" Ilch aus Humanitätsrücksichten und durch die Einsicht getrieben, de« sozialistischen Prinzip anschließen werde; und aus diesem Grunde hat er sich von der Volkspartei noch nicht formell losgesagt. Man kann gegen diese Taktik fteilich Fragen der Opportunität geltend machen; keineswegs aber ist die Jacoby'sche Stellung nach den den Mann auszeichnenden HumanitätSanschauunaen befremdend. S« deuwngsfähig eS auch wäre, wenn ei» Anderer als Jacoby sagte „Ich bin Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Volkspartei"— so wenig auffällig kann dennoch eine derartig Position bei einem Jacoby sein, dessen ganze lange LebenSgeschicht« die Entwicklung des philanthropischen Liberalen zum bewußte» Sozialisten darstellt.— Juuere Partei-, Berwaltuugs- nnd Organisations- Angelegenheiten. Trotz vielfacker Aufforderung, die Partristeuern allmonatlich einzusenden, sind doch noch eine große Anzahl Orte, die sich dazs nicht verstehen können. Allein auch die Orte, welche die Partei» beiträge nur alle drei Monate an die Parteikasse einsenden, komme» ihren Verpflichtungen so wenig und höchst unregelmäßig nach d»« wir uns gezwungen sehen, die säumigen Orte öffentlich an ihre Pflicht zu erinnern. Es wird sich dann ja herausstellen, die Mitglieder selbst, oder die mit der Einsammlung und.1»' sendung der Beiträge beauftragten Personen die Schuld tragen. daß die Mitgliedschaften der betteffenden Orte als säumig am der Restantenliste prangen. Laut§ 7 der Geschästsordnun mußten bis zum 16. Juli nicht nur die Beitiäze für o»« von den Orten, die monatlich die Steuern einsenden, sonder» auch von den Orten, welche die üble Angewohnheit haben,»u alle drei Monate ihre Steuern einzusenden, für daS 2. Ouart in den Händen des KassirerS sein, leider aber sind kaum der dril kheil von den der Organisation beigetretene» Orten dieser Ber- �Achtung nachgekommen, und wir müssen es als eine unerhörte Nachlässigkeit bezeichnen, daß bis jetzt nur folgende Orte ihre Pflicht erfüllt und bis Juni bezahlt haben: Altwaldenburg, Augs bürg, Aalen, Breslau, Cöln, Cassel, Duisburg, Ernstthal, Eßlingen, Frankfurt a. M., Freiberg i. Sachsen, Greiz, Gaithain, Göppingen, ließen, Grefrath, Gleishammer, Hannover, Heidelberg, Hohenstein, Holzminden, Heddernheim, Hornhausen, Jüterbogk, Kothens- borf, Limbach i. S., Lörrach, Lechhausen, Magdeburg, Meerane, Nürnberg, Neustadt a. H., Niederplanitz, Ncukirchen b. Ch., Oederan, Dlbernhau, Pforzheim, Reichenbach, Reutlingen, Spandau, Schw. Gmünd, Stollberg, Sckmölln, Weimar, Wiesbaden, Zwickau.— Müssen St. Micheln, Erfurt, Landshut i. B., Witten, Hamburg. Noch nicht bezahlt haben für Juni: Auerbach, Apolda, Altona, Arnstadt, Amberg, Berlin, Bamberg, Bielefeld, Bensheim, Berka, l!elle, Camenz, Coburg, Chemnitz, Constanz, Crefcld, Darmstadt, Dresden, Dessau, Düsseldorf, Dülken, Deuben, Dahme, Döbeln, Gifenach, Elstra, Essen, Elberfeld, Frohburg, Fürth, Frankenbcrg, Forst, Frankenhauscn, Finsterwalde, Freiburg i. Schl., Frankfurt O., Giengen, Gera, Glauchau, Gotha, Geyer, Geestendorf, Gr. Mühlingen, Großenhein, Gesau, Heinichen, Hildesheim, Halber- staDt, Hersfeld, Herborn, Harburg, Hof, Harzgerode, Herbede, Hänichen, Königsberg, Kirschhausen, Kreuznach, Kötschenbroda, Kaiserslautern, Lunzenau, Luckenwalde, Lichten stein, Leukersdorf, mbcck, Landau, Münchenbernsdorf, Marburg, Mainz, Mannheim, Betzingen, Mylau, Müssen St. N., München, Markcrch, Marienberg, M.-Gladbach, Neubielau, Neviges, Neundorf, Nesschkau, Oberlungwitz, Offenback, Ohlau, Pössneck, Peniz, Pfersee, Plauen, Pirna, Pcilau, Quedlinburg, Ronneburg, Ronsdorf, Rochlitz, St. legidien, Saalfcld, St. Fonis, Scharmbeck, Solingen, Stuttgart, Süchteln, Stade, Schwabing, Stadt Remda, Staßfurt, Schweinau, Dübingen, Thalbeim, Viersen, Wandsbcck, Wittgendsd orf, Walden- bürg, Wieda, Weida, Würzburg, Werdau, Wölkau. Für Mai haben noch nicht bezahlt: Auerbach, Apolda, 'lltona, Amberg, Bischvfswerda, Berka, Celle, Coburg, Chemnitz, Dessau, Düsseldorf, Deuben, Essenach, Elstra, Frohburg, Fürth, Frankenhausen, Giengen a. B., Gotha, Geyer, Gr. Müh- folgen, Hildesheim, Halberstadt, HerSfeld, Hcrborn, Herbede, Kcrfch- �ufcn, Kreuznach, Kötschenbroda, Kaiserslautern, Luckenwalde, fonzenau, Lichtenstcin-Callnberg, Landau, Münchenbernsdorf, Mar- �urg, Mainz, Metzingen, Markirck, Marienberg, M.-Gladbach, !angenbielau, Neviges, Neundorf,'Nesschkau, Ncetleben, Oberlung- «tz, Offenbach, Pössneck, Penig, Pfersee, Plauen, Pirna, Peclau, ionsdorf, Rochlitz, St. Aegidien, Saalfeld, Solingen, Stutt- art, Süchteln, Stadt Remda, Schwabing, Staßfurt, Tübingen, -halheim, Viersen, Wittgensdorf, Waldenburg, Weida, Würzburg, Gerdau, Wilkau. Für April, also seit März haben noch keine Beiträge bezahlt: Imberg, Berka, Burgstädt, Celle, Dessau, Döbeln, Düsseldorf, Gisenach, Elstra, Essen, Froburg, Fürth, Frankenhausen, Giengen, �yer, Hcrborn, Harburg, Herbede, Kirschhausen, Kötschenbroda, ; Kaiserslautern, Lichtenstein Callnberg, Münchenbernsdorf, Mctzingen, I Narienberg i. S., Langenbiclau, Neandorf, Ncetleben, Neustadt a. \)rla, Oberlungwitz, Offenbach, Pössneck, Penig, Pfersee, Plauen, �irna, Ronödorf, St. Aegidien, Solingen, Stuttgart, Schwabing, Bübingen, Viersen, Waldenburg i. S.» Weida, Werdau, Wilkau, IVolsenbüttel, Weigelsdorf, Wechselburg. Wir fordern dce Parteigenossen der säumigen Orte auf, dafür ivorge zu tragen, daß die rückständigen Beiträge sowohl als auch bie fälligen Steuern für Juli bis spätestens am 15. August an «en unterzeichneten Parteckassirer eingesandt werden, andernfalls die Mitglieder es sich selbst zuzuschreiben haben, wenn sie beim Kongreß als stimmberechtigt nicht anerkannt werden. Hamburg, den 18. Juli 1873. Der Ausschuß der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. H. Benneke, Kassirer. Kl. Schäferkamp 34. Correspondenzen. GewerkSgenosienschaftliches. Allgemeiner Deutscher Schncidcrverein. Chemnitz. 21. Juli. Aus mehreren Numniern des„Volks- staat- dürste genügend bekannt sein, daß unsere Generalversanun- fong den 10. August zu Gotha stattfindet. Die eingegangenen Anträge liefern uns aber eine so reichhaltige Tagesordnung, daß wir urS genöthigt sehen, Sonntag den 10. und Montag den ll. August zur Erledigung aller vorliegenden Punkte zu bean- spruchen. Die Generlversammlung ist einberufen im Lokal Kalt- wasser's Restauration, Sundhäustr Allee Nr. 7, Nachmittag 2 Uhr. Tagesordnung: 1. Empfang der Delegirten; 2. Wahl eines Bu- *iaus; 3. Mandalsprüfung und Feststellung der Präsenzliste; RcchnungSablage über das Benvaltungsjahr 1372— 1873, sowie sonstige VerwaltuiigSangclegeiiheiten; 5. Bestimmung des Vororts und Sitz der Coiitroll-Commissioil; 6. Statutenänderung; Gründung einer centralisirten Gewerksgenosscnschafts Kranken fosse; 8. Einführung einer Statistik über Lohnvcrhältnisse; S. Be raihung über weitere Schritte der von der Leipziger Commission Ausgearbeiteten Verbandsstatuten; 10. der Schneiverkougreß der Europäischen Föderation zu Lüttich(Belgien). Wir erwarte», daß die Mitgliedschaften zur Delegirtenenssen- dung schon jetzt vorbereitet sind.'Nach der Generalversammlung findet 7 Uhr Abends daselbst eine öffentliche Schneiderversamm- fong statt. Berufsgenossen Deutschlands! Es handelt sich bei unserer Generalversammlung nickt um Theorien, sondern um praktische Mittel und Wege zur Stärkung v»d Erweiterung unserer Organisation. . Aue isolirt stehenden Fachverelne fordern wir auf, einzutreten w das allgemeine Ganze; denn eS ist höchst ungerecht, zur Zeit der Roth an das Allgemeine und an die Solidarität zu appelli- len, wenn man vorher sich um nichts gekümmert hat. Ferner �suchen wir die Agitations Comitö's, sowie die Parteigenossen, kür Gründung von Gewerssckaften unseres Vereins thätig zu sein. Collegen! rafft Euch aus aus Eurem JndiffereutiSmus; aus fon, gemeinsamem Kampfe gegen den grassirenden Schwindet; auf Aigen das uns ausbeutende Kapital! Auf zur Generalvers amm- fong! Auf, organisirt Euch! Mit sozialdemokratischem Gruß Für den Ausschuß: G. Schösset, Zimmcrstr. 16, II. Etage. Internationale Mctallarbeitergewerksgcnossenschast. �leip.ig. Zur öffentlichen Kcnnlniß der Mitglieder diene foermit, daß die Controll Commission sich Hierselbst, laut Beschluß der Generalversammlung, constiturrt hat und aus folgenden Per Innen besteht: Adolph Petzsch, 1. Vorsitzender, wohnhast: Antonstraße 19, �Treppen; Oscar Stephany, stellvertr. Vorsitzender, wohnhaft: �ornerstraße 6d, 3 Treppen. Als Bcisitzende: Friedrich Löbel; August Lange; Emil Kolbe. A. Petzsch. Langenviekan, 18. Juli. Endlich, nachdem ich 6'/- Monate ver Ruhe hinter Essengittern verlebt, bin ich wieder in der Lage, meinen Freunden und Parteigenossen ein Lebenszeichen von mir zu geben. Am 1. Juli verließ ich das Gefängniß; am 2. hatten meine Parteigenossen ein allgemeines Arbeiterfest arrangirt, ein Festzu« lollte damit verbunden werden. Derartige Aufzüge mit Musil and Fahnen, manchmal auch im Narrenkostüm, werden hier von ven einzelnen Corporationen jeden Sommer aufgeführt. Ich selbst habe voriges Jahr zwei solcher allgemeinen Festzüge arrangirt und auch die Genehmigung der Polizeibehörde erhalten, diesmal jedoch konnte es der hochweise Polizeiverwalter von Langenbiclau nicht über sich gewinnen, meinen Parteigenossen die gesetzlich erforderliche Genehmigung zu ertheilen, trotzdem daß das Gesetz doch nur dann ver Polizei die Verweigerung der Genehmigung gestattet, wenn Gefahr für die öffentliche Ruhe und Ordnung zu befürchten ist. Die Ortsbehörde hatte jedoch nicht den geringsten Grund, dies vorauszusetzen, und weil bisher alle unsere Unternehmungen in ver größten Ordnung verlaufen, wandte sich auch Parteigenosse Ad. Wald beschwerdeführend an das Landralhamt, ohne ein Re- sultat zu erzielen, selbst eine auf telegraphischem Wege bei dem Regierungspräsidenten in Breslau angebrachte Beschwerde hatte kccnen andern Erfolg, als daß eS bei dem Verbot der Polizeibe- Hörde verblieb. Keine der drei hier in Rede stehenden Behörden hat es der Mühe werth gehalten, das Verbot irgendwie zu moti- viren. Man ersieht hieraus, wenn dies überhaupt noch zweifelhaft sein könnte, daß alle Gesetze, welche der Polizei irgend welchen Spielraum gestatten, wohl niemals für alle Staatsangehörigen gleichmäßig gehandhabt werden. Der Boden ist für unsere Sache in hiesiger Gegend entschieden günstig, jedoch können wir an vielen Orten nur nach großen Mühen ein Lokal zu Versammlungen bekommen, weil die Polizei den Wcrthen alle möglichen und unmöglichen Maßregelungen in Aussicht stellt, wenn sie uns aufnehmen. Man weiß wirklich nicht, ob man das Nichtachten der Gesetze seitens der Behörden oder die knechtische Furcht der Wirthe mehr bewundern soll. Die meisten Wirthe möchten uns gern ihre Lokale geben, nur die Furcht vor der Polizei hindert sie daran; würde nur einer den Muth haben, mir die ausgesprochenen Drohungen vor Gericht zu bestätigen, so würde ich keinen Augenblick säumen, die Denuncia- tion wegen Mißbrauch der Amtsgewalt anhängig zu machen. Am 14. Juni wurde ich bereits wiederum in erster Instanz zu einer Geldbuße von 25 Thlrn. oder zu 13tägigem Gefängniß veruriheilt, weil ich Organisation und Mitgliederverzeichniß bei der Ortsbchörde nicht eingereicht und in Verbindung mit andern Vereinen gestanden und endlich vor Eingang der polizeilichen Ge- nedmigung zu einem Festzuge öffentlich ausgefordert habe. Ich habe dagegen Appellation angemeldet und werde das Resultat zeiiicr Zeit bekannt geben. Die Leser des„Volksstaat" am hiesi- gen Orte, wie überhaupt alle Parteigenossen, ersuche ich dringend, für die weitere Verbreitung desselben thätig zu sein. Äug. Kühn. Witten. Der alte Harkort, unser„alter Fritze" fortschritl lichen Angedenkens, der sich boriges Jahr beim Essener Strike durch seine Jnvectiven gegen die Arbeiter und seine Moralprcdig- te» so blamirt hat, erläßt jetzt wieder ein derartiges Schreibstück im„Wittener Anzeiger". Er sagt:„Die Arbeiterfrage sängt an in sittlicher Beziehung eine bedenkliche(!) Richtung zu nehmen. Ein englischer Minister sagte jüngst:„Die Folgen der hohen Lohne(der Bourgeois?) unv verminderte» Arbeitszeit(der Bourgeois?) sind geringere Ptvduttion unv fleißigerer Besuch der Wirthshäuser!" und daS paßt auch auf unsere Zustände. Mit dem höheren Verdienst wächst leider die Zügetlosigkeit(!) der Arbeiter; fast täglich(und nicht: so lange die Welt steht?) hört man von Todtschlag, Messelstichen. Uebersällen, Mißhaudlungen, Wider- stand gegen die Polizei, mulhwilliger Beschävigung des Eigen- thums und Diebstahl. Angriffe und Beleidigungen der Frauen stehen fast auf der Tagesordnung(ver Bourgeoisie?), und Sicherheit der Person geHort zu den frommen Wünschen. Nicht auf die Eingeborenen fällt die Hauptschulv, sondern aus das Völkergemisck von Einwanderern, Holländer», Belgiern, Schweben, Polen, Schle siern» Italienern, Wasserpolacken und Genossen, welche die Jndu strie und Eiscnbahnbauten durch hohe Lohne angelockt haben. (Soll man also wieder den Einwandererzoll einführen?) Das ein- geborene Conlingcnt liefert das junge Volk, das, aus der Schule entlassen, durch guten Verdienst rasch eine gewisse Selbstständigkeit erlangt, den Eltern den Gehorsam kündigt und die fteie Zeit zum Besuch der Kneipen und Kegeldahnen verwendet und stets zum Unfug geneigt ist, da der Mangel an Scdulkenntnissen jede geistige Beschäftigung verleidet.(Wer nun ist au dem„Mangel an Schulkenntn.ssen" schuld, wenn nicht Ihre Klasse, Herr Harkort, die die Arbeiter am Schulbesuchs hindeit?) Hier tritt schlagend der Mangel an obligatorische» Fortbildungsschulen, Schul- und Volksdibl.otheken heivor. Diese UnlerlassungSlünden fallen dem Staat zur Last, der organisirend eiujch»eilen muß, um der Ver wtldcrung vorzubeugen.— 1872 fanden in Dortmund 843 Ver Haftungen statt wegen VerÜbung graben Unfugs, Trunkenheit jc. Der Aufruhrtumult am Frohnteicknamstage auf dem Bahnhof Barop möge ein Wahrzeichen für die Behörden fein! Auch die Polizei gehött zu den EiziehungSmitteln des Voltes; gerecht, allein mit unerbittlicher Strenge muß sie den Gesetzen Achtung verschaffen und Sicherheit der Person und des Eigenthums ver bürgen! Le�er offenbart sich ihre Schwäche in de» Industrie- Bezirken. Was nützt ein etiizelftchender Gensd'anu l» einem großen Amtsbezirk, oder ei» Polizeidiener, der ineilenweit Steuer zettel umherlrägt und Colleclen aller Art einsammelt? Die Po- llzcimackt muß verstärkt werde», den» die Requisition von Militär ist stets ein Zeichen,„daß etwas faul ist im Staate Dä ncmark". In England werden für besondere Fälle Bürger als Constabler cingeschworen. Rasch muß die Strafe dem Vergehen folgen; die Erkenntnisse der Polizeigerichle sind häufig zu gelinde. — DaS WirlhshauS ist nicht die Stätte, um menschenwürdig zu leben(sondern der AusternkeUer!), wohl aber d>e Familie, Gesang-, BildungS- und Turnvereine; öffentliche Vorträge über gemein- nützige Gegenstände sind bessere Culturmittel, als lärmende Volks- Versammlungen, dere» Leiter man für die Ruhe streng veranl wortlich machen sollte. Dre W rche haben großes Interesse an der Biervertilgung; man bemcsie die Polizeistunde so, daß der zechende Arbeiter(nicht auch die Bourgeois?) am andern Morgen unbencbelt zum Geschäft schreiten tan»; der blaue Montag ist ein Krebsschaden für die Gesundheit, Sittlichkeit, den Wohlstand und die Familie.(Blos der„blaue Montag", und nicht auch der „blaue Montag, Dienstag» M>ttwoch, Donnerstag, Freitag unv Sonnabend'der Bourgeoisie?")„Sparet in der Zeit, so habt ihr in der Roth" ist ein goldenes Sprichwort. Daß gespart werden kann, beweisen die 25 Millionen Tchaler in den Sparkassen des Reg.-Bezirks Arnsberg(Sparkassen des Häuser- und ackerbe sitzenden Kleinbürgerthums!) und die 17 Millionen eigenes Kapital der Schulze'schen Vorschuß-Vereine(dito!). Eine Reaction gegy, die übertriebenen Lohnforderungen wird eintreten, dann ist die Jagd nach Vergnügungen geschlossen, der Arbeiter kann die ange wöhnten unnützen Bedürfnisse(!!) nicht länger beftiedigen und büßt in Kummer und Ungeduld die eigene Schuld! Dage gen sehen wir viele Familien, die durch Religiosität(der Alte ist sogar Muster geworden!) häusliche Ordnung und Zucht, Fleiß und Sparsamkeit sich eine sorgenfreie(!) Stellung in ihrem Kreise errungen haben und höheren Ständen als Muster dienen können Diesen ahme jedes junge Ehepaar nach, und Famlic, Ge meindc und Staat werden den Beweis liefern, daß Jeder in seinem Stande menschenwürdig und gottgefällig(!) leben kann. Friedrich der Große sagte:„Arbeit ist der Tugend Mutter", und, streng gegen sich selbst, ging er bis zum Tode mit einen' guten Beispiel voran; ihm zu folgen ist die, oft versäumte, Pflich: auch(I) der höheren Stänve! Fr. Harkort." Was sagt die„Bolkszeitung" zu ihrem Angebeteten? Altona, 16. Juli.„Der Zweck heiligt die Mittel", so dachte wahrscheinlich das nordschleswig-dänische Reichstagsmitglied Hm Krüger-Beftoft, indem er am 10. Juli d. I. in Hadcrsleben u einer dänischen Bourgeoisversammlung es mißbilligte, daß man Bebel nicht freigelassen. Welche Sympathien ihn dazu bewogen, jetzt so für Bebel ein zutteten, werde ich meinen Freunden und Gesinnungsgenossen hier wahrheitsgetreu zu erklären suchen, zumal Krüger-Beftoft wie sein bei der letzten Flensburger Parlamentswahl siegender deutsche: Bourgeois-Nebenbuhler HinschiuS jetzt schon merken, daß die Angst ihres Herzens groß ist, indem die Sozialdemokraten nicht allein in Flensburg, sondern auch in Hadersleben, dem nördlichsten Wahldistricte Teutschlands, zur nächsten ReichStagswahl einen Candidaten aufstellen werden. Kurz vor der vorjährigen Erzänzungswahl zum Reichstag im Flensburger Wahldistrict reisten ich und noch ein Sozialdemokrat nach Apenrade, um dort eine Volksversammlung abzuhalten, zumal eine solche, in der die dänische Sprache beinahe ausschließlich unter den Arbeitern vorherrschend, bisher nicht stattgefunden. Die Versammlung fand im Thaliatheater statt unter stürmischew Applaus vor überfülltem Hause. Tags darauf forderte das dä nisch gesinnte Bourgeoisblatt Krüger-Beftofl's, die„Dannevirke", denchreußischen Polizcimcister in Hadersleben auf, uns bei un erm Eintreffen in Hadersleben sofort in's Gefängniß zu werfen, trotzdem die Redaction der„Dannevirke" vielfach selbst Gelegen heit hatte, den preußischen Polizcimeister und die preußischen Ge angnisse kennen zu lernen, ob„von Rechtswegen" oder nicht, ist ber Sozialdemokraten gegenüber verbünden sich die Bourgeois aller Lander selbst mit dem Teufel, denn der„Zweck heiligt die Mittel". Für das Mal war dieses freundschaftliche Ersuchen unnöthig, denn es lag nicht in unserer Absicht, HaderSleben für dieses Mal zu besuchen, zumal es nicht zum FlenSburgcr Wahlkreis, wo eine Neuwahl statthaben sollte, gehörte. Wir verfügten unS TagS daraus nach Flensburg, wo wir seitens der Polizeibehörde die Erlaubnist erhielten, eine Versammlung im Freien abzuhalten. Doch wie wi, uns anschickten, die Versammlung zu eröffnen, ward die Erlaubniß iurückgenommen; wir blieben aber im Garten wie im Lokal— Schützenhaus— anwesend, da um 8 Uhr Abends eine öffentliche dänische Bourgeoisversammlung, mit Krüger-Beftoft an der Spitze, stattfinden sollte. Nachdem Krüger in dänischer Srache— es ward nur dänisch gesprochen— seine Erlebnisse mitgethcilt, for- verte er in selbiger Sprache zum Jnterpellircn auf, wohl wissend, daß seine deutschen Arbeitergcgner solches nicht verständen und die dänischen Arbeiter, die größteniheils sich aus unserer Seite befa»- den, nicht zu interpelliren wagten, indem sie sich nicht befähigt dazu hielten. Aber Krüger hatte dennoch seine Rechnung ohne de» Wirth gemacht, indem Unterzeichneter, der der dänischen Spracht o ziemlich mächtig ist, sich durch die das Bureau umlagernden zänischen Bourgeois durchdrängte und zum Interpelliren sich au- chickte. Doch der Zweck heiligt die Mittel, denn mich erblicke» und die Versammlung schließen, war das Werk eines Augenblicks, und Hunderte von Bourgeoisfäusten erhoben sich gegen m.ch, und ihre Kehlen stimmten das„hau ihn" an, dem ich mich mit genauer Roth entzog. TagS daraus mit Krüger nach Altona reisend, ftug ich ihn, warum mir die Interpellation nicht gestattet worden sei, zumal wir Sozialdemokraten das SelbstbcstimmungSrecht der Völker überall vertheidigten. Ja, sagte er, wenn wir Ihre Interpellation gestaltet hätten, so würde man mich nicht wählen, denn ich muß aus dem Boden der Nationalität stehen. Dennoch ist aufgeschoben noch nicht aufgehoben, und so waren wir vor ca. zwei Monaten trotz alledem in Hadersleben und hielte» eine Volksversammlung ab, die glänzend verlief. Anwesend wäre» ca. 2000 Männer, und constatirten wir, daß bei der nächste» Reichstagswahl der deutsche und dänische Arbeiter zusammen aege» cie dänischen und deutschen Bourgeois mit Erfolg bei der Wahl- urne erscheinen werden. � Und darum das jetzige fBramarbastre» .Krüger Beftoft'S gegen Bebel, denn:„der Zweck heiligt die Mittel". Mit sozialdemokratischem Gruß: H. Radenhausen. Main;. Gestern haben sie hier einen 61jährigen Gockelfuj eingesponnen, weil er sich als Brandstifter und Dieb denunzirte und envies. Dem Freiheitsmüden wird die ersehnte Wohlthat de« Zuchthauses werden. Zwei Kreuzer blieben ihm, nach seiner Er- tlärung, täglich übrig von den Unterstützungsgeldern, die ihm seine Gemeinde gab. S&en's juckt, der kratze sich, ihr Helden ber Mainzer Zeitung".— � � Das Grundstück, von dessen Verkauf Sie voriges Jahr be- richteten, das, la bourse au In vre, von einem raffinirten Häuser- Makler damals zü ca. 70,000 st. erworben wurde, ist jetzt von den neuen Eigenthümern zu ca. 240,000 fl. verkauft worden.„Volks- männer"(daS KriegSministcrium in Berlin) haben es ge- und „Voltsmänner"(große Fabrikanten hier) haben eS verkauft. J» Zeiten der Roth aber hatte es der Verkäufer für 70,000 fl. Ueber- Haupt haben sich unsere Volksmanner n 1» Bismarck über die Geschaftchen durch die Stadterweiterung bis jetzt noch gar nicht zu oeklagen. Wo Tauben sind, fliegen Tauben hm.„Nur die Stadl enveiierung kann uns helfen," meinte aber vor mehreren Jahre« ber Bauhandwerksmeister-Verciii hier. Ist er noch der Ansicht? Oder ollten seine Mitglieder nicht schon früher oder später mehr oder weniger gedacht haben, die Sozialdemokraten haben so unrecht doch nicht? Mit dem Hände- in- den-Schooß- legen aber änvert Ihr, Kleinbürger, Euer Loos nicht, ändert nicht, daß ein Attienunter- uehmen die Stadterweiterung vollends ohne Euch ausbeutet. Unsere Festungsbauunternehmer haben die Ehre, Polirc de« KriegsministerS zu fein. Der Meister Kriegsminister stellt da« Material und die Leute und der Unternchmer daS„Nebenbei". Damit soll nicht gesagt sein, daß das„Nebenbei� seinen Mann nicht ernährt und ans wenig— viel„gemacht" werden kann. Die Stadterweitcrung wird ähnlich geschehen. Die Aktienbrauerei hier scheint für ihre Neubauten Geld zu brauchen; hiesige Zeitungen »rächten wenigstens Langes und Breites Uber die von derselben jetzt in Betrieb stsWnden Eismaschine(1000 Pfd. pro Stunde). Die Ludwigsbahn scheint, nach der Rücksicht die unsere hiesigen Blätter eben mit ihr gebrauchen, sich eben dem Publikum gegen- über gut aufzuführen. Sind die nöthigen 6 Millionen, die dieselbe eben leiht, daran schuld? Vor 3 Monaten brachte ein schweizer Blatt die Mittheilung, daß die„Liebigs Fleisch-Kompagnie" so großmüthig gewesen sei, einige 1000 Francs, ich weiß nicht mehr zu welch gutem Zweck, zu verschenken. Sodann erwähnt derselbe Artikel die Prosperität dieses Fleisch-Geschästs, und zum Schlüsse wird von der nöthigen neuen Anleihe zur Vergrößerung desselben gesprochen. Mit Speck sängt man Mäuse. Nürnberg, 6. Juli. Am Samstag, 28. Juni, Abends 8 Uhr hatten die Nürnberger Parteigenossen in die Becksche Wirthschast in Steindühl(Vorstadt von Nürnberg) eine Volksversammlung ein berufen, die zahlreich besucht war. Nicht allein war der Saal ge drückt voll, sondern auch im Garten und aus der Straße hatten sich eine Masse von Zuhörern eingefunden.— Zum Vorsitzenden wurde Wörlein, zum Schriftführer Schcrer gewählt. Auf der Tagesordnung stand:„Die Gesetzgebung im dentschen Reiche und die nächsten Reichötagswahlen." Parteigeuosse Grillenberger war erschienen und hatte das Referat übernommen. Zu Anfang seiner Rede geißelte er einige lokale Mißstände, worauf er die Frage aufwarf: Was ist Gesetz? die er dahin beantwortete, daß Gesetz eigentlich blos ein gegenseitiger Berttag, ein Uebereinkommen zwischen Bürgern sei; heut zu Tage könne freilich nicht von einem freien Uebereinkommen zwischen Bürgern gesprochen werden, da die (leutigen Gesetze nicht aus dem Willen des Volkes hervorgehen, ondern aus dem Klasseninteresse der gegenwärtig in den gesetz- gebenden Körper sitzenden Besitzenden. Redner kam dann auf die verschiedenen Gesetze zu sprechen, als da sind: Landesgesetze, Rcichsgesetze:c., die mit einander in Verbindung sind; er erklärte den Unterschied zwischen Staatsbürger und Unterthanen, wie die Gesetze durch den Reichstag oder BundeSrath gemacht werden, die verschiedenen Systeme der Volksvertretung, geißelte das Zwei- kammersystem, das Pfaffen- und GotteSgnadenthum und kommt zu dem Resultat, daß wir heute blos eine scheinbare, keine thatsäch- liche Gesetzgebung hätten. Von einer richtigen Gesetzgebung könne schon dcßhatb keine Rede sein, weil die„Vcrttcter der Nation" im Reichstage die Gesetze machen und der Bundesrath sie dann nach Belieben genehmigt oder verwirft. Es ist eine Herabwürdigung für das Volk, wenn seine Vertreter so bevormundet werden. Deß halb wollen wir die Beseitigung aller dieser Bevormundung und die direkte Gesetzgebung durch das Volk proklamiren. Redner kam dann ans die verschiedenen deutschen Wahlrechte zu sprechen, wobei er namentlich das Bismarck'sche Reichstagswahlgesetz einer scharfen Kritik unterzog. Wenn nun ein Mensch würdig erachtet werde, mit 20 Jahren den Schießprügel herumzuttagen und sich für Kai ser und Reich todt oder zum Krüppel schießen zu lassen, so müsse er auch fähig sein, sein Bürgerrecht an der Wahlurne ausüben zu können, und er brauchte nicht erst noch S Jahre zu warten, bis der heilige Geist der politischen Weisheit über ihn käme. Zum Schluß forderte er die Versammelten auf, bei der nächsten Reichs- tagswahl nur einem Arbeiterkandidaten ihre Stimme zu geben, was dieselben auch freudigst versprachen. Zu diesem Punkte ergriff nun Parteigenosse Wörlein das Wort, welcher betonte, daß die heutige Gesetzgebung nur in dem Satze gipfle:„Gewalt geht vor Recht!" Auch er forderte die Anwesenden auf, dahin zu wirken, daß der nächste Reichstag nicht wieder eine Bismarck'sche Jasagemaschine werde, und das beste Mittel dies zu erreichen, sei der Massenein- tritt in die sozialdemokratische Arbeiterpartei. Ein anderer Partei- «enosse forderte ebenfalls zum Einttitt in die Partei, sowie zum Ibonnement auf den„Volksstaat" und das„Demokratische Wochen blatt" auf, welcher Aufforderung auch verschiedentlich Folge ge leistet wurde. In die Listen der Partei ließen sich 25 Mann ein- zeichnen. So wäre denn auch in Steinbühl der Anfang gemacht und ist die Saat auf guten Boden gefallen; wir werden nun in andern Bezirken der Stadt, die bisher noch unbeackert gelassen wurden, ebenfalls Versammlungen abhalten, um unserer Partei immer mehr Gebiet zu erschließen und dann: Glück auf zur Reichs' tagSwahl! Joh. Scher er, Schriftführer. Augsvurg. Sonntag, den 6. Juli tagte dahier eme Volks Versammlung im Gasthaus zum Kohlergarten. Herr Endres führte den L, Herr Hirth den 2. Vorsitz, zum Schriftführer wurde Herr Höchner gewählt. Tagesordnung war: die heutige Kultur und der Sozialismus, über welches Thema Freund Grillenberger aus Forchhcim in einer 1'/«stündiger Rede, welche öfters von großem Beifall unterbrochen wurde, mit gewohnter Beredsamkeit referirte Kultur, sagte Redner, heißt der Stand der fortschrittlichen Ent- Wickelung der Menschheit. Die Kulturfortschritke sind ein Produkt der Gesammtheit und sollen darum auch dieser zu Gute kommen. Zur Kultur gehört vor Allem Bildung und Humanität. Redner beleuchtet den ß 20 deS Preßgesetzentwurfes, welches Machwerl hauptsächtlich gegen die sozialdemottatische Presse gerichtet ist. Dieser tz 20 verbietet, daß das Eigenthum, die allgemeine Wchv Pflicht und sonstige Grundlagen unserer staatlichen Ordnung angc' griffen werden dürfen. Redner kommt auf die Leibeigenschaft zu sprechen und wie sich aus dieser allmälich die gewerbsmäßige Hand- Werkerschaft entwickelte. Das Kleingewerbe macht uns mit Unrecht für seinen Untergang verantwortlich, derselbe entwickelte sich schon eit der Erfindung der ersten Maschine. Dieselben sollen der Segen der Menschheit sein, unter jetzigen Verhältnissen aber macht sie den Arbeiter selbst zur Maschine. Das Eigenthum konzenttirt sich immer in einzelne Hände und bringt die Majorität in immer größere Abhängigkeit. Das Eigenthum der Geldprotzen ist nichts anderes als Diebstahl an dem Armen; wir wollen das Eigenthum jedoch nicht zerstören, wie man uns vorwirst, sondern den Geld- protzen nur die Möglichkeit nehmen, uns fernerhin ausbeuten zu können, indem wir unfern vollen Arbeitserttag beanspruchen. Wenn Diejenigen, welche das, Eigenthum angreifen, mit Sttafe bedroht werden, so müßte sich unsere ganze Bourgeoisie im Gefängnisse be- finden. Hier nahm nun der Polizeikommissair Veranlassung, den Vorsitzenden aufzufordern, Grillenberger zur Ordnung zu rufen, welcher Aufforderung Herr Endres auch nachkam, jedoch zugleich hinzufügte, daß er an dem eben Gesagten Nichts Anstößiges finden Kinne, worauf der Kommissair erwiderte, daß er seine Worte durch' aus keiner Kritik unterziehen lassen könne. Grillenberger danke hierauf für den Ordnungsruf und setzte seine Rede unter dem Bei- fall der Versammlung fort. Redner kam auch auf Familie, Krone und Altar zu sprechen. Es käme noch eine Zeit, in welcher die Kronen in Museen als Raritäten angestaunt werden wird. Das IS. Jahrhundert soll das aufgekärteste sein und doch gibt eS noch sehr viele Leute, welche an einen unfehlbarm Papst und an einen Teufel glauben. Feuerbach sagte:„Nicht Gott machte die Menschen, sondern die Menschen machen ihre Götter." Es stehen sich zwei Theile in der menschlichen Gesellschaft gegen- über, Nichtsthucr und Besitzende und Arbeiter und Nichtsbesitzende. Unsere Liberalen sind äuch gegen den verderblichen Einfluß der Kirche in der Schule, aber was hilft es, wenn man die Kutte zur einen Thüre hinauswirft und durch die andere bringt man de» Kindern die Pickelhaube auf dem Präsitirteller daher. In der Schule wird hauptsächlich von Schlachten, Kaiser und Köni en er- zählt mit den sbetteffenden Jahreszahlen, während die Haupt- fache, die Kenntniß der Natur, vernachlässigt wird. Die Bischöfe bekommen aus dem Staatssäckel Tausende von Thalern bezahlt, während die Lehrer, die Bildner des Volkes, mit ein paar Hundert Thalcr jährlich abgespeist werden. Die Civilliste unseres Helden- kaisers beträgt 4 Millionen jährlich, während für Schulzwccke blos 2 Millionen verausgabt wordeu. Man sagt uns, Bildung macht frei; wenn das richtig wäre, so wäre nicht der große Philosoph Feuerbach, welcher gewiß den höchsten Grad der Kultur erKommen hatte, schier im Elend verkommen. Redner geißelte hierauf unsere liberalen Preßknechte, wie sie das Volk corrumpiren. Er erklärte, die Hauptforderungen des Sozialismus: derselbe erstrebt demokratische Bildung, wollen Ertrag der Arbeit, das gleiche direkte Wahlrecht und Abschaffung des Polizeistaats und Emanzipation aus der Klassenherrschaft. Man wirft uns Vcrrath inS Geficht, weil wir unS international verbinden; wenn wir auch keinen Unterschied der Nationen kennen, so achten wir doch eine vernünftige Staatenein theilung, dieselbe darf jedoch nicht in Nationalitätsschwindel aus- arten. Wir wollen Ertheilung des Wahlrechts an alle Männer von 20 Jahren, denn ist derselbe fähig, sich zum Krüppel schießen zu lassen für Gott, König und Vaterland, so ist er auch fähig bei der Wahl mitzusprechen. Wir müssen Einfluß aus die Gesetzgebung zu gewinnen suchen, denn die heutigen Gesetze werden von der Minderheit gemacht. Redner kommt auch auf die Steuern, ht sonders die indirekten, zu sprechen. Jedes nothwendigste Lebens- bedürfniß, welches der Proletarier braucht, ist mehr oder weniger belastet, was bei Luxusgegenständen nicht der Fall ist. Wenn es wieder einmal Manna regnet, so wäre gewiß Bismarck mit einer Steuer bei der Hand. Haben wir einmal die Majorität im ge setzgcbenden Körper, so ist es uns leicht, Gesetze zur Gleichstellung aller Menschen zu machen. Grillenberger crmahnte die Anwesen- den noch zur Einigkeit und Ausdauer und schloß mit den Worten deS verstorbenen amerikanischen Präsidenten Lincoln:„Es solle keine Herrn und keine Knechte geben, alle Menschen sind zur Frei' heit geboren." Herr Endres forderte hierauf unsere allenfallsigen Gegner auf, die Tribüne zu besteigen und den Referenten zu wider legen; eS meldete sich aber Niemand zum Wort. Er crmahnte dann noch die anwesenden Zeitungsreporter, sie möchten sich in ihren Berichten über unsere Versammlungen mehr der Wahrheit be- fleißigen und nicht Lügen in die Welt hinauSstreuen. Es ließen sich hieraus auf die Aufforderung des Vorsitzenden hin noch mehrere in die Parteilisten einzeichnen. F. H. Hochner, Schriftführer. mich jederzeit nebst guten Gettänkcn und reeller Bedienung bestens empfohlen. Weitere Mittheilungen werden noch nachttäglich bekannt ge- macht. Mit sozialdemokratischem Gruß * Carl Breuer. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Laut Beschluß des Rheinisch-Westphällschen Ardeirer- tage« werden die Parteimitgliedschaften von Neviges, Ronsdorf und Bar« men eingeladen, sich Sonntag Nachmittag« 5 Uhr bei Herrn A. Kasper, Haspeler Brücke Nr. 12 in Elberfeld, einzufinden, resp. durch Delegirte vertreten zu lassen.— Zweck: Wahl eine« Delegirten zum Nürnberger Parteicongreß. R. Diener, Vertrauensmann, Nordstraße Nr. 16. Hamburg Erklärung Sie erlauben mir wohl, als alten bekannten Parteigenossen, eine keine Berichtigung in Sachen der Frau Doktor Boruttau, und hoffe ich, daß Ihre Spalten denselben offen stehen. Diese Berichtigung bettifft Ihre Anmerkung zu dem Artikel„Carl Bo- ruttau" von H. V. in Nr. LS, welche beginnt:„Unverantwortlich ist und bleibt jedenfalls" rc. „Frau Doktor Boruttau befand sich in der glücklichen Lage, ihrem Manne in den letzten zwei Monaten vor dessen Tode drei Geldsendungen zugehen lassen zu können und zwar die dritte im Bettage von 80— Achtzig— Thalern vier Wochen vor seinem Tode durch Vermittelung des deutschen ConsulS, Herrn Brodhag, in Genf, so daß vr. Boruttau die letzte Summe, da sie ungefähr eine Woche vor dem Tode einttaf, nicht mehr verbrauchen konnte, also wohl nicht im Elend starb." Sie werden einsehen, daß Sie der so schonungslos angegriffe- nen Wittwe diese Genugthuung nicht versagen dürfen. Genf, d. 19. Juli 1873. Mit sozialdemokratischem Gruß: Gustav Rathenau. Briefkasten der Redaktion. B. u. P. in W.: Brief erhalten. Ueber die Mi- litairvereine werden wir uns vielleicht in einem besonderen Artikel au« lassen. Ihr Schreiben haben wir dem Ausschusse vorgelegt.— H. Sch in M.: Um keinen Prozeß auf den Hals zu bekommen, das war der Grund, warum wir die Stellen in Ihrem Berichte gestrichen haben. Sie irren sehr, wenn Sie etwa glauben, daß nur Sie fich lz» verantworten haben würden; auch wir müßten es und— die Erfahrung hat uns ge« witzigt. der Expedition. R. Wbt Forst: 2 Qu. Thlr. 2 18, Rest Gr. 11 3 Pf.; Th. Brkh f. sozialdem. Verein Stuttgart: Schr. Thlr. 10 22. Wnzl Witten: Ihre Annonce f. Mittw. kam zu spät, wollen Sie freundl. die Bekanntmach in heutiger Stummer beachten. A. Trtm Berlin: 2. Qu. Thlr. 3 27 7, 3. Qu. Thlr. 6 8 5; Bbttcherver. Berlin: An. Thlr. 2. O. Khlr Magdeburg: die An. der Partei kostet Gr. 8. O. Nbrt Stell- berg: da Sie Ihren'Bedarf an Exemplaren durch die Post erhalten, wollm Sie künftig die fehlenden Nummern auch bei derselben rcklamircn. R. Wbs: 2. Qu. Thlr. 2 18. Genoflensch.-Hutsab. hier An. Thlr. 6 20. St Meerane: 2. Qu. Thlr. 37 3. Frs Berlin: Abon. Juli Thlr. 6 16. ldr Solingen: 2. Qu. Thlr. 1, Rest Thlr. 4 21. Lttjhn Wandsbeck: _. Qu. Thlr. 24 9 5. Hs hier: Ab. Gr. 17 5. Sndf Wolsach: Ab. Gr. 5 3. O. Stlzr Reudnitz: 2. Qu. Thlr. 8. Phl Halberstadt: durch Stlzr f. Schr. Thlr. 1 15. Maurervertin hier Annoncen Gr. 20. Man abonnirt vom 1. Juli ab auf den„Volksstaat" OklHkb monatlich 7'/, Sgr. frei in? Hau«, bei den Herren Traut- mann, Engeluferstraßc 6d, 4 Tr.; Friese, Schwedterstraße 28, Hof part.; Metzner, Linienstraße 79; Heinsch, Lindenstraße 11, Hos 4 Tr. bei Ewest; Reyher, Kvppenstr. 26; Schwoide, Stettinerstr. 43, Hof part. sjN) Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonntag, dm 27. Juli, Vormittag« halb 10 Uhr: General- Versammlung im Locale de« Herrn Stachun, Kopnickerstr. 152.— Tage»- ordnung: Wahl eine« Vorstände«; 2) Verschiedenes. f Mitglieder, die ohne vorhergehende Entschuldigung nicht sam Platze find, haben laut§ 25, 2 Sgr. 5 Pf. Ordnungsstrafe zu zahlen- Der Vorstand. Sozialdemokratische Arbeiter-Partei. vHvjHUU Die Mitglieder versammeln sich von jetzt an jedm Mon« tag, Abends 8 Uhr, in Gamert's Restauration, Mchlgasse 12. Nächste Montag: Vortrag, Delcgirtenwahl, Anträge-c. Alle Mitglieder, ins- besondere aber die Bezirk«-Vertrauensmänner, werden aufgefordert, für vollzählige und pünktliche Betheiligung Sorge zu ttagen Der Bei Sozial- demokratische Arbeiterpartei. Sonntag, den 3. August, Nachmittag» 4 Uhr: Sommersest(Ball) in Bcllevue, Eimsbüttel. Karten, a Person 4 Schilling, sind zu haben bei den Eolportcure» de»„Volksstaat" Schultz und Schütze, bei Geib, Rbdingsmartt 12, Trau- mann, Dragoncrstall 25 und den Eomitc-Mitgliedern. 2a' Sonnabend, den 26. Juli, Abend« halb 9 Uhr: Oeffentliche Versammlung der Klempner und Gaßsitter in Eberhahn's Slublokal, Zeughausmarkt 31.— Tagesordnung: 1) Der Arbeitsnachweis; 2) der bevorstehende Eongreß der Klempnergesellen.s Leipzig Arbeiterbildungsverein. Sonntag: 1—3 Uhr Zeichnen. Montag: Gesang, Turnen, Stenographie, Rechnen. Dienstag: Deutsche, englische und franzöfiche Sprache; Schönschreiben. Mittwoch: Diskussion oder Bor- trag. Donnerstag: Gesang, Stenographie, Turnen, franz. Sprach«. Freitag: Buchführung, engl. Sprache, Wechselkunde. Sonnabend: Bortrag oder Diskussion. swlj Leipzig Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 26. Juli, Abends 8 Uhr bei Zeidler, gr. Windmühlenstraße 7. Fortsetzung der Geueralversammluug. Tage«-Ordnung: 1) Nmwahl von 3 Beisitzern und 3 Revisorm; 2) Verschiedenes.— Das Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. l2bs_ D. B. (fothttit Internationale Meiallarbcüerschast. Montag, den 28. Juli: Sitzung bei Finsterbusch, Reichs- straße Nr. 11(Souterrain).— Tagesordnung: Fortsetzung, de« Vortrags. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Bev. Sonnabend, den 26. Juli, Abends 8 Uhr: Allgemeine Versammlung der Metallarbeiter im Gasthos zum Thonberg bei Leipzig.— TageS-Ordnung: 1) Die Ge- werkschaftsbewegung; 2) der Fabrikantenbund. Alle Freunde der Arbeiter sind willkommen. Da» Eomitö. Ich sehe mich genötbigt, Ihnen hiermit die Mit- zu machen, daß ich vom 1. Juli ab Monats- sowie vierteljährige AbonnftnentS entgegennehme. MonatsprciS 8 Sgr., Bierteljahrspreis 23 Sgr. -f Jacob Felder, Birkenfeld 442. Solinge««IJJI: sowie vierteljährige Abonnetne, An die Berliner Parteigenossen! Im Einverständniß mit dem Agitationscomitö ersuche ich alle Partei- genossen, welche in der Lage find, einem freiwilligen Comitö zum planmäßigen Vertrieb des„Volksstaat" beizutreten, mir ihre Adressen zugehen zu lassen, resp. fich Sonntag, den 27. d. M., Abends 8 Uhr, im Cafe Scheible, Münzstr. 5, einzufinden. Parteigenossen, wie lange soll Berlin noch hinter Leipzig zurückstehen? Ed. Bernstein, Nostizstr. 4. Stade Freitag, den 25. Juli, Abend« halb 9 Uhr: . Mrteiversammtung bei T. Tietjen«, zum Gutenberg, wozu die Parteigenossen zu recht zahl- reicher Betheiligung einladet: E. Wildstacke, Vertrauensmann.]2a Weimar Sonntag, den 3. August findet Hierselbst ein � Allg. Thür. Arbeiterfest in den Räumen der„Turnhalle" statt. Wir laden hierzu alle Parteigenossen und Freunde in Thüringen freundlichst ein._ Das Fest< Eomite. Den Parteigenossen von Wiesbaden und Marburg zur Nachricht, daß ich in Leipzig in der Drugulin'schcn Buchdruckerei in der Königs- straße Conditio« bekommen habe. Zugleich Parteigenossen Stück zur Nachricht, daß ich am 24. Juni Parteigcn. Engelhardt mein Loo« mit der Erklärung geschickt habe, den Gegenstand zu verkaufen und mir da» Geld zu schicken. Leipzig, 22. Juli 1873._ H. Zappay, Schrists. Durch die ist zu beziehen: Buchhandlung des„Bolksstaat" Äm Webstuhl der Zeit, Roman, Heft 5 und 6 ä 2 Sgr. Most'S Liederbuch, gebunden ä 4 Sgr. liefert Fr. Wortmann'sche Buchhandlung in Berlin, Neue Kriedrichsstraste 31, Buchbindern, Colporteuren re. alle Zuschriften, LieferungSwerke-c. zu den billigsten Bedingungen. Reisende finden daselbst jederzeit dauerndes und vortheilhastes Engagement..[4«t Quittung. Aus der VolkSstaat-Kasse der Cigarrenarbeiter von Reinh. Paschke in Breslau einen Antheilschein der Genosscnschastsbuchdruckerei zu Leipzig von 10 Thlr. als Geschenk erhalten_ Expedition des„Volksstaat". Zur allgemeinen Kenntniß bringen wir, daß Inserate für die nächste Nummer nur bestimmte Aufnahme finden, wenn daS bctt. Manufcript hierzu längstens bis Montag, Mittwoch oder Ireitag Mittags in unseren HändenHI Inserate bitten wir an unS zu adressiren. Die Expedition des„Bolksstaat" Serttauensmann. if fi In Wirthschasts- Erössnung. \&/U44l Ich erlaube mir hierdurch Freunden und Parteigenossen die Mittheilung zu machen, daß ich mit dem heutigen Tage meine Bierwirthschaft in dem Hause: Eigelstein Nr. 25 eröffnet habe. Zugleich empfehle ich meine Lokalität allen Gewerkschaften und Fachvereinen zur Abhaltung ihrer �Versammlungen zc. und halte Unsere Abonnenten in Lachsen werden wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Postexpe- ditionen im Königreich Sachsen und Herzogthum Sachsen-Alten- bürg Aouats- Abonnements auf unser Blatt annehmen müsse«. Den Abonnenten in Borna zur Nachricht, daß wir gegen die dortige Postexpeditton wegen mehrfacher und wiederholter Ber- Weigerung von MonatSabonnements Beschwerde erhoben haben. Die Expedition des„Volksstaat". Leipzig: Verantw. Redakteur S. Casper.(Redaktion und Sxpeditt»» Zeitzerstr. 44). Druck und Verlag der Kenossenslbaftsbuchdruckerei.