Erscheint wSchentlich 3 Mal in'eiis pcu fortunds"— der Bürger mit kleinem Vermö- gen— und für die„Rentiers"!**) Die„Tugend" soll herrschen, die„unreinen Elemente" entfernt werden. Die derdeckten Drohungen reizten um so mehr, weil verdeckt — mit den„unreinen Elementen" konnte Jeder gemeint sein, und was unter„entfernen" zu verstehen, das besagten die gesiill- ten Henkerkarren, die man Tag für Tag vorbeirumpeln hörte. Durch ihre Unbestimmtheit wurden die Drohungen allgemein, — sie mußten dem Redner neue Feinde erwecken, anstatt die alten einzuschüchtern;— ein Kind hätte das dem tüftelnden, grübelnden Mann der„richtigen Mitte" sagen können. *) Ein altes verriickie« Weib, Namen« Catharine Theot, da« sich für bie„Mutler Gottes" ausgab, sollte Robespierre für ihren„Sohn" und ben„Messias" ertlärt haben. Natürlich wurde dieß gegen den Ober« Priester de« Höchsten Wesens ovo-miore ausgebeutet. ") Zur Notiznahme sür Geschichtsschreiber Tölcke(Hasselmann— Hasenklever). Jndeß momentan reißt die Rede den Convent hin. Beifall ertönt.— Es wird— ein damals übliches Zeichen der Anerken- nung-— mit Akklamation beschlossen, die Rede drucken zu lassen und in die Provinz zu versenden. Die Schlacht ist gewonnen; das Papierröllche», auf welchem die Rede steht, hat sich als wuchtige Herkuleskeule erwiesen, vor der die Feinde zerstäubt sind.—" Robespierre's Antlitz leuchtet auf; sein Glaube an den„tiogou�, das„Wort", das allmächtige Wort hat ihn also nicht getäuscht! Doch nur einen Augenblick sollte der holde Wahn währen.— Die Gegner haben den Eindruck der Rede rasch abgeschüttelt. Rufe erschallen:„Wo sind die„unreinen Elemente"? Namen nennen!" Die Majorität ist noch etwas zaghaft. Die Mara- Uisten*) Charlier und Rentabole, die es dem„Unbestech- lichen" nicht vergessen konnten, daß er dem„Freund des Volkes" (Marat) bei jeder Gelegenheit einen tugendhaften Nackenschlag zu versetzen gesucht hatte, treiben das feige Gesindel der Gesellschafts- rettungs-Kandidaten vorwärts. „Namen nennen!"— Der Beschluß,„die Rede" drucken zu lassen und in die Provinz zu versenden, wird zurückgenommen. — Robespierre, verblüfft, niedergedonnert/ packt seine Rede unter den Arm, und marschirt traurig nach Haus— den Gegnern, die jetzt erst das volle Bewußtsein ihrer Macht erlangen, daS Feld überlassend.-- Zu Haus angelaugt, sagt er zu dem Tischler Duplay, seinem Schwiegervater in spe, bei dem er wohnte:„Nur eine Minori- tät ist gegen mich, aber die Majorität ist rein!"-- Die „Minorität"— das war der Berg, mit den Marasisten, Dan- tonisten,— allerdings auch die Lumpen Fouchs, Tallien, Collot d'Herbois, denen Robespierre durch seine reaktionäre Politik das Siaatsruder in die Hände gedrückt hatte. Die„reine Majorität", auf die er seine.Hoffnung setzt, das sind die„Kröten des Sumpfes"*)— die Rotte der Gesinnungslosen, verkappte Reak- tionäre, die nur auf den Moment warten, wo sie sich wie Scha- kale über die von Robespierre niedergehetzte Revolution herstürzen können. Kurz, Robespierre war auf den„Sumpf" gekommen— in den Sumpf. Am selben Abend machte er noch einen Spaziergang mit seiner Braut, und stellt sentimentale Betrachtungen an über den Son- nenuntergang. In dieser leidensseligen, katzenjämmerlichen Stimmung verfügt er sich hierauf in den Jakobinerklub. Von verschiedenen Seiten wird ihm gerathen, das Prävenire zu spielen, das Signal zur Sprengung des Convents zu geben. Aber niedergcschla- gen lehnt er solch„ungesetzliche" Rathschläge ab. In düsterster, seine Anhänger vollends entmuthigender Melancholie verliest er dann seine ins Wasser gefallene Conventsrede, sie für sein poli- tisches Testament— testament de mort— erklärend, und bereitet sich— zum Tod vor, statt zum Kampf.— Doch noch ist nicht Alles verloren, goch sieht er Eine Möglichkeit der Rettung. Nicht in den revolutionären Streitkräften, die ihm thatsächlich zu Gebote steh«— nein, in einer— Rede, die Saint Just den nächsten Tag im Convent halten soll. Der nächste Tag ist da. Suprema dies. Der Tag der Sühne, des Gerichts. Robespierre hüllt sich in seinen him- melblauen Rock und seine feierlichste Miene, und geht in den Convent. Saint Just beginnt seine Rede. Noch ehe er mit der Einleitung fertig, wird er unterbrochen. Die Gegner haben begriffen, daß die Zeit des Redens vorbei. Die tausendmal ge- schilderte Szene erfolgt. Robespierre will sprechen. Kann er nur zum Wort kommen! Das allmächtige Wort wird ihn retten! Die Verschwörer schreien ihn nieder. Er klammert sich an die Tri- büne.„Das Blut Danton's erstickt Dich!" ruft ihm wüthend der Datonist Garnier zu. Verzweifelnd wendet sich Robespierre an die Rechte, an die„Kröten des Sumpfes":„Von Euch, Ihr tugendhaften Männer*), erwarte ich die Gerechtig- keit, die jeder Angeklagte erwarten darf— nicht von diesen Nichtswürdigen(dem Berg!). An Euch, Ihr rei- neu Männer*)(„Kröten des Sumpfes"!) wende ich mich! Nicht an die Briganten(Räuber— den Berg!)!"(Michclet, Bd. 6, S. 359, Pariser Ausgabe von 1869)*). Wildes Hohn-Gelächter ist die Antwort.„Nieder mit dem Tyrannen!" Die Contrerevolution, deren Werk er so erfolgreich verrichtet, brauchte den„Unbestechlichen" nicht; konnte ihn nicht brauchen. Die Verhaftung Robespierre's, Couthon's, Saint Just's, des jungen Robespierre und Lebas' wird dekretirt, und einige Stunden später die 5 gefangenen Abgeoidneten nach 5 verschie- denen Gefängnissen abgeführt. Es ist 6 Uhr Abends. Robespierre mit seinen Wächtern er- scheint an der Pforte des Luxembourg-GefängnisseS. Die Gefäng- nißvorstände, zwei eiftige Jakobiner: Faro und Witchiritz neh- men ihn nicht auf; von der Commune, die in Permanenz sitze, fei der Befehl da, er solle sofort ausS Stadthaus kommen. Robespierre ist frei. Aber er weigert sich, von seiner Freiheit Gebrauch zu machen; denn er ist nicht gesetzlich in Freiheit gesetzt! Vergebens stellen die Freunde ihm vor, daß Alles gewonnen, wenn er kühn den Feinden die Stirne biete; daß es Wahnsinn sei, in die Gewalt der Verschwörer zurückzukehren. RobeSpierre bleibt unerschütterlich. Daö„Gesetz" ist heilig und unverletzlich, auch wenn eS den Tod bringt. Er stellt sich frei- willig als Gefangener auf der Polizei. Inzwischen sind seine Anhänger nicht unthätig. Sie bereiten sich zum Kampf. Henriot, Kommandant des Restes der Revo- ') Zur Notiznahme sür Geschichtsschreiber Tölcke(Hasselmanu— Hasenklever). lutionSarmee, der ebenfalls verhaftet worden war, aber seine Frei- heit wieder erlangt hatte, steht an der Spitze seiner Truppen, die vor Begier brennen, den Convent zum Fenster hinaus zu werfen; der Jakobinerklub harrt auf das Zeichen zum�Losschlagen; die Commune, obgleich durch RobeSpierre geschwächt, hält zu ihm und verfügt über ausreichende Mittel. Nur der Führer fehlt. Um 10 Uhr AbendS wird Robespierre von seinen Anhängern gewaltsam aus der freiwilligen Haft herausgeholt:„Vous me perdez!, Vous nie perdez!"—„Ihr richtet mich zu Grunde!" jammert er den Befreiern in die Ohren. Man eökortirt ihn aufs Stadlhaus, wo, nebst seinen ebenfalls befreiten Collegen, die Com- mune und Deputationen der Jakobiner versammelt sind, und die nöthigen Plaaßregeln anordnen, um de» Staatsstreich der Eon- ventsmajorität zu Nichte zu machen. Robespierre hemmt die Ausführung. Der„gesetzliche Weg" soll nicht verlassen werden. DaS Gesetz ist heilig And un- verletzlich. Wer das„Gesetz" hat, darf morden und todtschlagen; wer nicht, muß sich morden und todtschlagen lassen— im Sterben noch die Mordwaffe:„Gesetz" anbetend. Unterdessen wäre der Convent, der seinen Mann noch nicht kannte, vor Angst schier gestorben. Auf die Nachricht, daß Robes- pierrc aufs Stadthaus entführt worden, war es den erschreckten Verschwörern zu Muthe, wie einem Taubenschwarm, in dessen Schlag sich der Marder einschleicht. Entsetzt laufen sie im Saale herum, einander ttostlos anblickend. Wer mit guter, oder auch schlechter Manier ausreißen kann, reißt aus. Die Zurückbleiben- den erwarten jeden Moment das„böse Viertelstündchen" des Ra- belais, wo sie die Reise durchs Fenster zu machen haben.„Sa- chons mourir, st notre poste!"„Sterben wir würdig auf unserem Posten!" ruft melodramatisch, um sich und den An- deren Courage einzuflößen, der Revolutions- Komödiant Collot d'Herbois, und drapirt sich, in würdenvoller Geberde auf seineu 1 Platz. Der nicht ausgerissene Rest folgt dem Beispiel, und stumm, an die bevorstehende Luftreise denkend, sitzen die„Senatoren" da, eine lebendige Karrikatur des Römischen Senats beim Erstürmen der Gallier. Aber es bleibt still draußen; kein Trommelwirbel, kein Tu- mult nahender Volksmassen! Die„Senatoren" beginnen Hoffnung zu schöpfen. Das unwürdigste Leben ist doch besser als daS würdigste Sterben. Vielleicht gibt es Rettung. Allmählig treffen auch beruhigende Nachrichten von Außen ein.— Die„Senatoren" stehen von ihren Sitzen auf.— Einige eilen sogar hinaus, um zu„kämpfen"— falls es nöthig. Schon vorher, gleich als man die Befreiung Robespierre's erfahren, hatten sich die Dan- tonisten Bourdon, Legendre u. A. in die Distriktsversamm- lungen*) begeben, um den hier noch immer zahlreichen Anhang der Hcbertisten und Dantonisten zum Rächerwerk an deren Mör- der aufzustacheln. Und Robespierre, der„gewaltige Volkstribun" der Philister- und Polizei-Legende? Was that er? Nichts. Gar nichts? Aichts. Der Convent hat seine Verhaftung gesetzlich beschlossen — und Widerstand gegen das Gesetz? Wie konnte man dem un- fehlbaren Apostel des gesprochenen und geschriebenen Wortes eine solche Todsünde zumuthen?-- Selbst ständiges Leben war nicht mehr in der Commune.— Dank Robespierre, der sein Möglichstes gethan, sie zu einem automatischen Anhängsel des Eon- vents zu degradiren. Sonst hätte sie auf eigene Faust das Ban- ner der Insurrektion entrollt. Aber mit ihrem von Robespierre eingetrichterten Robespierre'schen Autoritätsglauben be- durfte sie einer Autorität, und die Autorität war RobeS- pierre. Er sollte befehlen.„Nein!" Dank RobeSpierre konnte die Commune Robespierre nicht retten, wenn Robespierre nicht formell Ordre dazu gab. Robespierre gab die Ordre nicht. Er ist rathlos, hülslos. Die Hcbertisten hatten 4 Monate zuvor nicht gehandelt**), weil sie Robespierre des Treubruchs und der kolossalen Dumm- heit, sie zu tödten, nicht fähig gehalten hatten; ihm wird daS Schwert in die Hand gedrückt, das des Feindes, von dem keine Gnade zu erwarten, ist auf seine Brust gezückt— er weift das angebotene Schwert zurück, läßt den Arm sinke».— Freilich, eS waren nicht bloß pedantische Gesetzlichkeitsskrupel, was ihn lähmte. Die Tobten erhoben sich gegen ihn— seine Opfer. Die bluti- gen Köpfe Hebert's, Rosin's, Chaumette's, Danton's, Camille'S schmolzen zusammen in Ein furchtbares Medusenhaupt, das ihn versteinerte.— Ein letzter Versuch wird gemackt, ihn aufzurütteln auS der Todtenstarre, die ihn schon bei lebendigem Leibe erfaßt hat. Ein Aufruf ans Volk zum Losschlagen wird ihm zur Unterzeichnung vorgelegt. Legrand, Louvet, Payan, Lerebours haben ihre Namen schon drunter gesetzt. Maschinenmäßig ergreift RobeSpierre die Feder und schreibt: Ro--; dann hält er plötzlich ein: Xu uorn de qui?»„Jn wessen Namen?" Und er legt die Feder weg, ohne den Namen ausgeschrieben zu haben. „In wessen Namen?"„In wessen Namen", gestützt auf welchen Gesetzesparagraphen, mit Ermächtigung welcher gesetzlichen Behörde *) Versammlungen der verschiedenen Kommunalbezirkt, in welche Paris seit dem Beginn der Revolution emgetheilt war, und in denen da« eigentliche revolutionäre Leben pulsirte. ") Während des Prozesses gegen die Hcbertisten sagte Rousin zu Momoro, der sich Notizen zu seiner Vcrtheidigung machte:„Was schreibst Du da. ES ist verlorene Mühe! Das ist ein politischer Prozeß. Ihr habt gesprochen, als eS galt zu Handels Aber die �eit wird un« rächen. Da« Volk wird seine Richter opferir(vietunera ses Jnges). Ich habe ein Kind, da« ich angenommen habe. Wenn der Junge groß ist, wird er die Elenden erdolchen, welche uns in den Tod schicken. Cr braucht dazu nur ein Messer für 2 SouS". ll ich den Feind niederwerfen, der mich erdrosseln will? ,,In wessen Namen" die Faust zurückstoßen, die mir schon an der Gur- gel ist?„In wessen Namen?"— Das kennzeichnet den Mann. Das Blatt Papier mit dem Revolutionsauftuf und den zwei Buchstaben I! o—, ein paar gelblich gewordenen Blutflecken da- neben— ist noch in Paris zu sehen. Dieser Fetzen Papier, das ist Robespierre! Robespierre unterzeichnete nicht, wie auch die Freunde ihn drängen mochten. Die Zeit verrinnt. Der Zeiger der Stadthaus-Uhr weist auf zweieinhalb Uhr Morgens. Im Stadtsaus, aus dem Stadthaus heraus keine Handlung. Gegen das Stadthaus zieht das Gewit- ter heran. Der Convent, merkend, daß ihm keine Gefahr droht, hat sich aufgerafft, RobeSpierre und Genossen für vogelfrei (außer dem Gesetz) erklärt. Bourdon und Legendre haben nicht umsoust in den Distrikten gewühlt. Eine kleine Armee, voran die Maratisten und Hebei'tisten des Distrikts Gravilliers, maschirt aufs Stadlhaus los. Nirgends stoßen die Angreifer au Widerstand. Sogar die Kanoniere Henriot's haben sich zerstreut, weil ihnen keine Ordres zugegangen, und sie die Rath- und Hüls- losigkeit Nobespierre's und der anderen Geächteten sehn. Doch noch ehe das improvisirte Conventsheer das Stadthaus erreicht, tritt die Katastrohe ein. Ein junger Polizeiagent, Namens Meda, der sich das Blutgeld verdienen will, dringt mit einigen Begleitern in den völlig unbewachten Stadthaussaal, wo Ro- bespierre, in dumpfem Brüten, den Kopf in der Hand, an einem Tisch sitzt, umgeben von seinen Freunden, die er mit seiner Rath- und Hülflosigkeit angesteckt.... Ein Knall— noch einer. Lebas hat sich erschossen, Auch Robespierre stürzt nieder; der Unterkiefer ist ihm zerschmettert— eine furchtbar schmerzhafte, jedoch nicht tödtliche Wunde. Hat er einen Selbstmordversuch gemacht? Oder hat Meda, wie dieser sich rühmt, ihn getroffen? Es ist nicht entschieden und wird schwer zu entscheiden sein. Die Natur der Wunde läßt beide Möglichkeiten zu. Genug: Robespierre liegt mit zerschmettertem Unterkiefer am Boden,— her Kehraus findet statt: Kein Widerstand. Nicht der Schatten eines Widerstandes. Einen traurigeren Kehraus hat die Geschichte nicht zu vermelden! Die Todten reiten schnell. Wenige Stunden spater, am ncm- lichen Tag wird Robespierre mit 21 seiner Unglücksgefährten auf die Guillotine geschleppt,— die zwei nächsten Tage noch zusam- men 82. Man muß reine Wirthschaft machen.— Die Revolution hatte sich erfüllt. Sozialistisch konnte sie noch nicht werden— die ökonomische und politische Herrschaft des Bürgerthum« war begründet. Mit Robespierre konnte das Bür- gerthum nichts anfangen. Robespierve's Tugend war de trop, ein überflüssiges Möbel, eine Verlegenheit für die aufstrebende Bourgeoisie. Ote�-vous de lä— Fort von hier, damit wir in Frieden die Orgien der neuen Bourgeoisgesellschaft feiern können! RobeSpierre mußte fallen— er brauchte nicht so kläglich zu fal- len, aber fallen mußte er— und er war kein Lasker, der sich gemächlich in die Tasche stecken und den Mund stopfen läßt; um ihn stumm zu machen, mußte sein Kopf in den Sack der Guillo- tine gesteckt werden. Vier Monate, nachdem Robespierre geköpft worden, sprengte der Knüppel der deunesse doree(vergoldeten Jugend— des vornehmen Pöbels) den Jakobinerklub. Ob jener Knüppel mit Tölcke's oder mit Laskers Knüppel näher, oder ob er mit beiden gleich nah verwandt ist, das ist ein Familienstreit, den die be- treffenden unter sich ausmachen mögen. Die Bourgeoisie hat nun daö Verdeck„geklärt". Die Piraten- fahne wird aufgehißt, und lustig geht's in die wogende See. Vogue la galere!*) ♦) lieber Robespierre nächstens eine kurze Charakterskizze. Wir hatten ihn in obiger Arbeit nur von dem Augenblick an vorzuführen, wo er in tSegensatz zu den Hebertisten trat, und Kontrerevolutionär wurde.— Politische Uebersicht. „Bürgerliche Demokratie." Kaum hat Hecker, das„vcr- körperte Ideal" des„Mannheimer Tageblattes", den nicht mehr ganz wunderbaren Beweis geliefert, daß er in Demokratenkneipen „demokratische", an nationalliberalen Stammtischen national- liberale Reden halten kann, so gesellt sich schon ein andrer ge- feierter„Führer" zu ihm, auf daß er nicht allein sei. Der konfuse Schwabe Karl Mayer, bekannt durch seine„Opposition" im schwäbischen Landtage— leider nicht so sehr bekannt aus dem vortrefflichen Buche„Herr Bogt" von Karl Marx, wo so vielen«großen Männern" mit gerechter Schonungslosigkeit die MaSke abgerissen und unter Anderen nachgewiesen wird, wie Herr Karl Mayer und Herr Karl Vogt in Neuenburg und Genf für die Annektion von Savoyen und Nizza, sowie des rechten Rheinufers an Frankreich im Sinne und Interesse deö Dezember- Verbrechers konspirirten— hat in Tübingen bei der Enthüllung des Uhlanddenkmals wieder eine große Rede geredet. Gut, daß Uhland nichts mehr hört, so ist ihm das Umdrehen im Grabe erspart geblieben.„Es ist noch nicht lange her, da hat Deutsch- land eine Reihe herrlicher Siege gefeiert, die das deutsche Volk in Waffen, unter der Anfüdrung weiser und tapferer Feldherrn, erfochten hat." Also Herr Mayer.„Herrliche Siege"—„schöne Cavallcriegefechte"!(Karl Mayer und Friedrich Franz).„Volk in Waffen"—„Spitzbuben in Waffen"!(Karl Mayer und Moltke.) Nicht wahr, Herr Mayer, der Moltke, der Erfinder der„Spitzbuben m Waffen", war doch der Hauptmacher der„weisen und tapferen Feldherren"? Nachdem der Mords- Patriot Karl Mayer die stockdumme, echt deuffche Phrase vom „Volk der Dichter und Denker" zu kosten gegeben, kommt er auf die heutigen confessionellen Kämpfe zu sprechen:„Uhland, ein echter Protestant durch und durch! Und doch von allem katholischen Volk betrachtet, als wäre er der Seinigen Einer! Hat er doch mit ihm geschwärmt und gefühlt! Hat er doch, wie es sonst nur ein gläubiger Katholik vermag, was ihnen ver- ehrt und heilig und in ihrem Cultus das Schönste ist, mit solcher Innigkeit gepriesen und in Gedichten verherrlicht!" Auch die„unbefleckte Empfängniß", Herr Mayer? diese gehört doch sicherlich zum„Schönsten" im katholischen Cultus! Armer Uhland!— Nach einem nochmaligen mordspatriotischen Anfall: „aus einem an herrlichen Siegen reichen Krieg ist das Reich herausgewachsen"— wendet sich der„Demokrat und Republikaner" Karl Mayer an die Nationalliberalen und ruft dieseni politischen Lakaienthum zu:„Ich denke, auch diese(die demokratische) Seite des Mannes wird heute nicht zum Zwiespalt unter uns führen. Wie weit wir auch in politischen Kämpfen auseinander- gehen, die Freiheit des deutschen Baterlandes und des deutschen Volkes wollen Alle; von unS, den Schwarz-roth-gol- denen, weiß ichs, und auch den Schwarz-weiß-rothen traue ichS zu."—„Also ihr und wir, nach Verschiedenem strebten wir seither, nach Einem können wir von nun an streben, nach der Freiheit." Also gehe er hin, dieser Karl Mayer und die, so mit ihm sind, und hole er sich an der Seite der Nationalliberalen die „Freiheit". Was wohl ein Karl Mayer unter„Freiheit" ver- steht? die Nationalliberalen verstehen unter„Freiheit" die Zu- stände, die wir jetzt haben: Vollendung des Bediententhums, der Charakterlosigkeit, der Corruption, des monarchischen Absolutismus und unbeschränkte Aussaugung des Prole- tariatS. Nur das Preßgesetz fehlt ihnen noch!— Erklärt nun ein Karl Mayer,„auf verschiedenen Wegen und mit verschiedenen Mitteln" wie er sich ausdrückte, dasselbe erreichen zu wollen, wie das nationalliberale politische Lumpenthum, so wird künftig hin Jedermann wissen, was er von dieser nunmehr doch wohl bis auf den Grund abgewirthschafteten„Größe" zu halten hat. — In wie weit die sozialistischen Arbeiter an den jüngsten Vorgängen in Spanien betheiligt waren und sind, darüber fehlt es uns leider an zuverlässigen Nachrichten. Die europäische Presse ist wieder in die infame Lügen-Verschwörung cinze- treten, welche vor 25 Jahren gegen die Juni-Jnsurrektion und vor 3 Jahren gegen die Commune-Erhebung Dienste thun mußte. Die Lügen sind genau dieselben—(Erfindungstalent hat diese Verläumderbande nicht—); nur Ort und Namen sind verschieden. Natürlich hat das Petroleum jetzt eine Hauptrolle zu spielen. So viel uns bekannt, sind die Arbeiter nirgends in Spanien zu selbstständiger politischer Aktion gekommen. In Folge der unentwickelten staatlichen und ökonomischen Verhältnisse sind unsere eigenen Parteigenossen dort sehr wenig zahlreich— sie haben ihr einziges Organ: die„Emancipacion" nicht einmal vor dem Eingehn zu retten vermocht—, und von den Bakunisten» die gleichfalls unter der„internationalen" Fahne segeln, ist es no- torisch, daß sie jeder politischen Aktion prinzipiell feindlich sind. Es erhellt hieraus zum Mindesten so viel, daß Alles, was die uns feindliche Presse über„Greuelthaten" der spanischen„Jnter- nationalen" austischt, infame Tendenzlügen sind, die speziell in Deutschland zu dem Zweck kolportirt werden, die für die bevor- stehende Herbstsession des Reichstags ausgearbeiteten Stieber-Ge- setz-Entwürfe durchzudrücken. Bemerkenswerth ist, daß dieselben Zeitungen, welche den „Internationalen" alle möglichen und unmöglichen Grausamkeiten anlügen, fast durch die Bank für das Carlistische Mordbrennerge- sindel schwärmen, das erwiesenermaßen und handwerksmäßig die meisten Verbrechen in Wirklichkeit ausübt, welche die Jnter- nationalen nur in den Spalten der reaktionären Petroleumpresic begehen.— Abermals der Auswauderungsschwindel In Ztr. 41 ds. Bl. befand sich ein Artikel mit der Ueberschrift „Fürsorge der sächsischen Regierung für die Staatsbürger". Darin war auseinandergesetzt, wie die Regierung die Schwindler Allard und Davis, welche als nickt legal constituirte„Munising Jron Company" die„Kolonie Saxonia" zur Auswanderung verleitet haben, unbehelligt lasse; schießlich wurde zu einer Kriminaluntcr- suchung gegen die gedachten AuSwanderungsagenten aufgefordert und daran die Bemerkung geknüpft, daß wohl auch eventuell gegen den in Dresden ansässigen nordamerikanischcn Konsul Brentano, der den betrügerischen Kaufvertrag„guasi legalifirt" habe, vorge- gangen werden müsse.— Hiergegen nun kam uns dieser Tage folgendes Schreiben zu: „An die verehrliche Redaktion des„VolksstaatS" „Darauf, daß ein in Ihrem Blatte über einen Landkaufver- trag zwischen der Munising Jron Company im Staate Michigan und der Auswanderungsgesellschaft Saxonia erschienener Artikel in einer deuffch-amerikanischen Zeitung abgedruckt wurde, erhielt ich von dem darin gegen mich enlhaltcnen Angriffe Kenntniß, da der Staatsanwalt, dem Sie mich zu denunziren die Gefälligkeit hatten, es bis jetzt unterlayen zu haben scheint, Ihrer deßfallsigen Denun- ziation Folge zu geben. Es ist mir somit erst möglich, die un- richtigen Voraussetzungen, welche Ihrem Angriffe und Ihrer De- nunziation gegen mich zu Grunde liegen, zu berichtigen. Sie sind nemlich im Jrrthumc, wenn Sie sagen, daß der nordamerikanische Konsul Lorange Brentano den Kontrakt„quasi legalifirt" habe, wobei Sie es sonderbarer Weise dahingestellt lassen sein wollen, ob ich gewußt oder nicht gewußt habe, daß der Vertreter der Munising Jron Companie ein Schwindler sei. Ich habe den Kontrakt weder legalifirt noch quasi legalifirt, sondern ich habe be- urkundet, daß Herr Davis und der Präsident der Saxonia, Herr Wilhelm Ehregott Müller vor mir erschienen sind und erklärt haben, daß sie die mir vorgelegten Vertragsurkunden unter- schrieben haben, worauf ich das sogenannte Certifieate of Acknowledgment, wozu ich gedruckte Formulare habe, ausstellte. Zur Gültigkeit des Vertrages, welcher bereits am Tage vorher ausgefertigt und perfekt geworden war, bedurfte es eines solchen Certificatcs nicht, dasselbe war nur nothwendig um den Eintrag ins Grundbuch zu bewirken, also zur Sicherheit des Käufers.(??) In solchen Fällen haben die Konsule dieselben Funktionen zu verrichten, welche in den Bereinigten Staaten den Notaren zustehen, und ist es weder deren Recht nock deren Pflicht, sich um den materiellen Inhalt der ihnen zur Beglaubigung der Unterschristen vorge- legten Urkunden zu bekümmern. Ich bin von dem Präsidenten der Saxonia weder mit den Inhalt des Vertrages speziell be- kannt gemacht, noch auch um einen Rath geftagt worden und es wäre wohl eine sonderbare Zumuthung, wenn ich, dem Ver- träge aus allen Theilen der Union zu solcher Beurkundung vor- gelegt werden, den Werth des Landes kennen oder prüfen sollte, ob durch den Vertrag keine der Parteien verletzt wird. Ich bin beurkundeter Beamter und nicht der Vormund von vertrag- schließenden Personen, also auch nicht von der Saxonia, deren erster Beamter mich mit vollem Reckte in die Schranken meiner Befug- nisse zurückgewiesen haben würde, wenn ich mir erlaubt hätte, mich unberufen in die Angelegenheiten der von ihm vertretenen Gesell- 'chaft einzumischen. Ich bitte Sie zur Abwehr Ihres unbegründeten Angriffs gegen mich diese Erklärung in Ihr geschätztes Blatt auf- zumehmen. Dresden, 14. Juli 1872. L. Brentano, Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika." Unser Verstand ist zu kurz, um den Inhalt dieses Schreibens ganz zu begreifen. Ob„beurkunden" oder„legalisiren"— Zweck der konsularischen Amtshandlung war,(nach Herrn Brentanos eigenen Worten)„Eintrag ins Grundbuch zur Sicherheit des Käufers". Wenn nun ein Staat seinen Konsul mit dieser Vollmacht— Beurkundung zum Zweck des Eintragens ins Grund- buch— bettaut, so übergibt er ihm auch die Pflicht, vorher darauf gi sehen, daß die Konttahenten zum Vertragschließen berechtigt den. Wir haben nicht von Herrn Brentano(wie er meint) ver- langt, daß er hätte wissen sollen, ob Ällard das Land über den Werth verkauft; sondern wir haben nur verlangt, daß er die Be- rechtig ung Allard's und Davis' zum Berttagschließen hätte prüfen sollen. Nach unserm Artikel in Nr. 41(beziehentlich den darin zitirten Mittheilungen des amtlichen„Dresdener Journal") wäre» aber die Herren Davis und Allard an jenem Tage, an welchem Herr Brentano den Berttag(nicht„legalifirt" sondern) beurkundet hatte, noch nicht berechtigt, im Namen der Munising Jro» Company Verttäge abzuschließen, weil diese noch nicht legal kon- stituirt war. Wenn nun Herr Brentano hier behauptet, eine» Tag vor seiner Amtshandlung wäre der Verttag bereits„perfekt" geworden, so erklären wir diese Behauptung aus Grund de» „Dresdener Journals" eben abermals für unwahr und ersucke» den Herrn Konsul, sich betreffs dieses Punktes mit dem Amtsblatt der sächsischen Regierung auseinanderzusetzen. Gewerksgenossenschaftliches. Verein der deutschen Steinmetzen. Aerlin, 24. Juli. Hierdurch allen Kollegen sowie allen Arbeitern Deuffchlands zur Kenntniß, daß ein ArbeitsauSschluß i» Leipzig von den Mitgliedern des Vereins der Inhaber von Stew metz- Geschäften(9 an der Zahl, 5 haben sich nicht dabei de' theiligt), am 12. ds. Mts. mit vorheriger Kündigung provozift worden, ist, und ttitt derselbe schon den 26. ds. Mts in Kraft Grund dazu war Einführung der allen Arbeitern schon bekannte» Zfarbigen Arbeitskarten, sowie Maßregelung eines verheirathettt Kollegen auS Rochlitz, der auf Verlangen des Hrn. Eiustdel dii Arbeit ordnungsmäßig in Rochlitz aufgab, und nach Leipzig reiste� wo man von ihm eine Karte verlangte, die er natürlich nicht be saß. In Folge dessen reiste derselbe wiederum zu Hause, um da< Gewünschte zu holen, wurde aber höhnisch von seinem Arbeitgebe (Bundesmitglied) abgewiesen. Ferner stellte man an die Mitglied« die Alternative, sich schriftlich zu erklären(man legte am 12. d« Mts. beim Geldauszahlen den Kollegen ein Schriftstück vor, da sie unterzeichnen sollten), daß sie den Verein der Steinmetze Deutschlands nicht mehr angehören dürfen. Die Gegenerkläru» der Kollegen war, tteu den Verein zu schützen. Es sind wiederum durch die Willkühr dieser betreffenden Herren 180 Kollegen brodlos, und ist somit jedes Mitglied vel pflichtet, deren Rechte zu vertheidigen, die man denselben entteiße will. Es werden durch solche entmenschte Handlungsweise vo> Seite der Arbeitgeber auch dem Unklarsten die Augen geöffnet, u« zu sehen, welche Ziele diese Herren verfolgen; der Verein soll g« sprengt werden, und weßhalb? damit wie ftüher die Spekulation sucht, das Wucherthum und die Ausbeutung des Menschen dur und unter den Menschen wiederum Platz greifen soll, unser Rücke oll ihnen wiederum zum Spieltisch dienen, wir sollen ihre Sklave ein. Doch eine Krankenkasse wollen die Meister den Gehilfe chaffen, das heißt, sie wollten die Kasse selbst verwalten, N Kapital zinstragend anlegen. Nun Kollegen, im März wurd« durch die Mitglieder des Arbeitgeber-Vereins in Wittgendor Schkeuditz, HaderSdorf, Eilsdorf, Lodersleben und Hamburg 5l Mitglieder auf's Sttaßenpflaster geworfen, indem sie ebenfalls ni< Willens waren, sich dieser Diktatur zu fügen. Wir haben sie s halten, wir haben sie unterstützt bis dato,(Hamburg liegt noch> Kampf). Zeigen wir auch diesen Herrn in Leipzig, daß die Arbeit kraft nicht mehr wie ftüher als Spielball sich gebrauchen las Zeigen wir ihnen, daß auch in uns Steinmetzen das Klassenb wußtsein erwacht ist und wir die Lage unseres schon so traurig Berufes erkannt haben, und stets darauf bedacht sein werden, I durch Einigkeit zu verbessern, und der bodenlosen Spekulation ui Ausbeutung in unserm gewinnbringenden Geschäft die Spitze a zubrechen, Unsere Parole sei daher auch Leipzig. Ein jeder trete dah mit Aller Kraft für die Rechte der kämpfenden Kollegen ein, ü thue seine Pflicht in der Unterstützung, und ist dieselbe zu send von jetzt an an den Steinmetz Heinr. Thate, Tauchauer 3 Nr. 25 in Leipzig. Auch ist zu berichten, daß die Leipziger Poll die Maßregel des Arbeitsausschlusies als einen von den Gesellen a gezettelten Sttike und als gesetzwidrig erklärt hat, demzuftl sollte unser Bevollmächtigter E. Fischer, sowie Schriftführer Ei Horn verhaftet werden, oder jeder 50 Thlr. Kaution leisten, welchf Letztere geschehen ist. Wenn man in Sachsen glaubt,. daß ms durch Unschädlichmachung der Spitzen die Arbeiter zum Rüchff zwingen kann, so irrt mau gewaltig; solche Mittel können heut Tage beim Arbeiter nichts niehr ftuchten. Vom Arbeiter verlar man, daß er das Gesetz achte, und doch verstößt man unge»' selber gegen das Gesetz. Den Frieden will man und provozirt d � Krieg. Gut, wir sind entschlossen zu kämpfen. Der Zuzug ist von Leipzig fernzuhalten, ebenfalls auch v Hamburg bis Contreordre erfolgt. Für den Ausschuß: A. Zabel. Verband für Buchbinder. Leipzig. Warnung. Alle Buchbindervereine des In-» Auslandes, sowie alle Herbergen derselben werden dringend aus/ fordert, den Zuzug von Buchbindern nach Leipzig sernzuhalt? Alles Nähere in nächster Nummer. Mit Gruß H. Richter! NB. Alle arbeiterfteundlichen Blätter werden dringend gebet! Obiges abzudrucken. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Uraunschwcig, 20. Juli. Am Dienstag, den 8. Juli fand> eine große öffentliche Versammlung der Holzarbeiter statt, wc> von 1000 Arbeitern besucht war. Es wurde zum ersten B sitzenden Schemmel, zum zweiten Holla und Unterzeichneter t Schriftführer gewählt. Der erste Punkt der Tagesordnung „Zweck und Ziele der Gewerkschaft". Referent Kokoski. Derss hob hervor, daß erst in der Neuzeit die Arbeiter die Oranisab erkannt hätten. Der ganze Arbeiterstand sei gegenwärtig' Material des Großkapitals, das letzte Jahrhundert hätte es d» gebracht, daß man schon Kinder von 3 Jahren zur Arbeit anh» Redner ging dann über zur Lohnftage und zur Frauen- und Ki»� arbeit und betonte, daß dieser Uebergang zum sozialen Sss nothwendig sei. Holla machte die Mittheilung, daß die Sss uiach ermeister sowie die Fabrikanten einen Bund geschlossen\ einen Lohntarif ausgearbeitet hätten. Der zweite Punkt war Kasscnwcsen der einzelnen Gewerke". Referent Hosch. Dett hob zunächst hervor, wie in den Fabrikkassen dem Arbeiter, Jahre lang in die Fabrikkasse beigesteuert habe, und dann aus Fabrik entlassen würde, sein Geld verloren gehe, was aber bei Gewerkschaftskassen nicht der Fall sei. Auch machte der auf die geringen Beiträge aufmerksam, womit der Arbeiter sich in meisten Fällen in Krankheit, Tod und sonstigen Vorkomm»' versichern könne, und das jedes Mitglied an jedem Ort wo 1 werkschaften existiren, gleiche Ansprüche an dieselbe habe,? dasselbe seinen Pflichten nachgekommen sei, er machte auch am Reiseuntcrstlltzungen auftnerksam. Dann ging derselbe über die englischen Gewerke und wie« nach, waS durch ein Zufaw� zehn erzielt werden könne: schließlich forderte derselbe auf, den Gewerkschaften beizutreten und machte bekannt, daß Liften zum Einzeichnen ausgelegt seien. Das Resultat war, daß sich 30 Mann in die Holzarbeitergewerkschaft aufnehmen ließen. Der dritte Punkt war:„Die Wichtigkeit des nächsten Gewerkschafts-Congresses". Referent Theodor 9)orck auS Hamburg. Derselbe machte Haupt- sächlich darauf auftnerksam, wie wichtig es sei, daß man für den nächsten Gewerkschaftskongreß den Ort Wrnberg nehme, indem im Süden noch hauptsächlich Fachvereine beständen, die zu einer Centralisation heranzuziehen seien, auch dann dort die Organisation geschaffen werden könne. Es wäre nöthig, daß man dort den Eongreß hin verlege, weil im übrigen Deuffchland die Arbeiter sich den Gewerkschaften immer mehr und mehr anschlössen, es sei aber auch jedes Arbeiters Pflicht, mit allen ihm zu Gebot stehenden Mitteln und Kräften für die Absendung eines Delegirtcn zum Eongreß zu sorgen. Nach einigen Bemerkungen Kokoski'S schloß der Vorsitzende die Versammlung. F. Asmus, Schriftführer. Das Gewerkschafts-Versammlungslokal ist Neue Knochen- Hauerstraße 13 bei Schellbach.— Das Reisegeld wird ausge- zahlt bei Stöser, Mönchstraße 17, von 12 bis 2 Uhr Mittags und Abends 7 Uhr. Die Versammlungen der Holzarbeiter finden jeden Montag Abend bei Schellbach, Alte Knochenhauerstr. 13 statt. Internationale Gewerksgenossenschast der Maurer und Zimmerer. ßhcmnitz. Die diesjährige Generalversammlung wurde am 7. und 8. Juni im Saale der Stadt Cöln, Abends 8 Uhr abge- halten. Dieselbe war vertreten durch den Borsitzenden Ernst Knof und dessen Stellvertteter Heinrich Gäbler, Georg Hausding, Mitglied des Aufsichtsraths, letztere beide als Delegirte für Dres- den, sowie durch Zimmermann, Kassirer der Gewerkschaftskasse, Lohse, Hauptkassirer der Krankenkasse. Delegirte waren ferner anwesend: Kragl, Karl Zimmermann und Herman Knof für Chemnitz, Heinrich Riecke für Braunschweig und Schöningen. Mandate waren eingesandt von Leipzig und Nürnberg. Die Leitung der Generalversammlung übernahm der Vorsitzende des Vororts und dessen Stellvertteter, zum Schriftführer wurde Kragl gewählt. Zur Mandatprüfungskommission wurden gewählt Riecke(Braun- schweig), Zimmermann(Chemnitz) und Zimmermann(Dresden). Für die Mitgliedschaften, welche keine Mandate eingesandt hatten, wurden Vertteter aus den anwesenden Mitgliedern gewählt, und zwar für Leipzig und Mrnberg Garbe(Chemnitz), für Augsburg und Passau Ernst Lange, für Breslau, Cöln und Coburg Kilian, für Eßlingen, Gotha und Geestend orf Bock, für Halberstadt, Regens- bürg und Schwarzenberg a. d. Saale Adler. Nach einer kurzen, die Wichtigkeit der Generalversammlung her- vorhebenden Ansprache seitens des Vorsitzenden wurde in die Tages- ordnung eingetteten, die aus folgenden Punkten bestand: 1. Rechen- schastsbericht der GewerkschaftSkasse und der Hauptkrankenkasse. 2. Wahl des Vororts und der Beamten. 3. Das Verhalten der von erwähnter Gewerksgenossenschast gegründeten Bauausführungs- gesellschasten. 4. Von den Mitgliedschaften eingegangene Anträge und Geschäftliches. 5. Agitationsbetrieb für die Gewerkschaft. Der Hauptkassirer Zimmermann gab den Bericht zum 1. Punkt der Tagesordnung. Der Kassenbericht wurde quartalweise vor- gettagen. Kassenbericht. Bestand vom vorigen Jahr: 78 Thlr. 29 Gr. 3 Pf. Hiervon S0 Thlr. auSgeliehen, bleibt Kassenbestand 28 Thlr. 20' Gr. S Pf. Einnahme: des 1. Quartals von Juni bis mit September incl. Kaflenbestand 04 Thlr. 8 Gr. 3 Pf. Ausgabe: 43 Thlr. 22 Gr. Ausgeliehen 9 Thlr., bleibt Kasseubestand: 20 Thlr. 16 Gr. 3 Pf. Einnahme des 2. Quartals von Ottober bis mit Dezember incl. Kassenbestand 69 Thlr. 9 Gr. 1 Pf., Aus- gäbe 8 Thlr. 27 Gr. 6 Pf. und 45 Thlr. ausgeliehene Gelder. Bleibt Kassenbestand: 15 Thlr. 11 Gr. 5 Pf. Bis dato ausge- liehene Gelder und Kassenbestand in Summa 119 Thlr. 11 Gr. 5 Pf. Einnahme des 3. Quartals von Januar bis mit März 1873 inkl. Kassenbestand 149 Thlr. 13 Gr. 2 Pf. Ausgabe: 5 Thlr. 11 Gr. 5 Pf. Bleibt Kasseubestand 144 Thlr. 1 Gr. 7 Pf. Einnahme des 4. Quartals: 228 Thlr. 6 Gr. 2 Pf., Ausgabe 44 Thlr. 21 Gr. 5 Pf, bleibt Kassenbestand: 183 Thlr. 14 Gr. 7 Pf., hiervon ausgeliehen: 134 Thlr. Ver- bleibt Kasseubestand 49 Thlr. 14 Gr. 7 Pf. Der Kassenbericht wurde sofort geprüft und für richtig beftinden, und von der Gcneralversammluug einstimmig angenommen. Den Kassenbericht der Hauptttankcukasse gab der Kassirer Lohse. Kassenbestand vom vorigen Jahr: 17 Thlr. 10 Gr. 3 Pf. Ein- nähme von Juli bis mit Ende Dezember 1872: von Chemnitz 29 Thlr. 6 Gr. 3 Pf., von Dresden 6 Thlr. 19 Gr. 3 Pf. Von Januar bis mit Juni 1873: von Dresden 6 Thlr. 15 Gr. 1 Pf., von Chemnitz 21 Thlr. 26 Gr. 3 Pf., von Braunschweig 5 Thlr. 15 Gr. 5 Pf., von Dresden 8 Thlr. 4 Gr. 2 Pf. Summa 95 Thlr. 25 Gr. 6 Pf. Ausgabe: 3 Thlr. 6 Gr.— Pf. Bleibt Kassenbestand: 92 Thlr. 19 Gr. 6 Pf. Auch dieser Kassenbericht wurde gut geheißen. Zum 2. Puntt der Tagesordnung befürwortet Gäbler, daß der Vorort, welcher seit Beginn der Gewerkschaft in Dresden sei, an einen andern Ort verlegt werde. Nachdem Gäbler seinen Borschlag noch näher motivirt, wurde Brannschweig zum Vorort ernannt. Die Wahl der Beamten betteffend, beanttagt Hausding(Dres- den): Die heutige Generalversammlung ertheilt dem Delegirten für Braunschweig G. Riecke Vollmacht, die Wahl der Beamten in Braunschweig in einer Haupttersammlung der Mitglieder vor- zunehmen. Der Anttagsteller wies darauf hin, daß es sehr un- gewiß sei, ob die Personen, welche von dem Delegirten in Vor- schlag gebracht werden, die Wahl auch annehmen würden, darum sei es besser, die Wahl der Beamten dem neuen Vorort Braun- schweig zu überlassen. Der Anttag wurde einstimmig angenommen. Wegen vorgerückter Zeit(Nachts 12 Uhr) wurde die Verhandlung bis Sonntag, Vormittag 10 Uhr vertagt. Sonntag, Vormittags 10 Uhr, waren die Delegirten sämmtlich anwesend. Der Vorsitzende eröffnet die Verhandlung und wurde zur Wahl des Aufsichtsraths geschritten. Gäbler stellte den An- ttag- Der Aufsichtsrath besteht aus 5 Mitgliedern, und sei der- gestalt zu theilen, daß derselbe aus mehreren Mitgliedschaften her- vorgehe. Anttagsteller brachte nachstehende Regelung des Aussichts- rathS in Vorschlag: Am Vorort Braunschweig 2, Cöln a. Rh. 1, Chemnitz 1 und Augsburg 1 Mitglied. Nach längerer Debatte wurde der Vorschlag als Antrag erhoben und einstimmig ange- nommen. Ein eingegangenes Schreiben von Eisenach wurde ver- lesen, dasselbe bekundete, daß sich daselbst eine Mitgliedschaft ge- gründet habe, welche bereits ihre Beamten gewählt hätte. Das Schreiben wurde von der Generalversammlung als Mandat an- erkannt und als Vertteter wurde Riecke(Braunschweig) gewählt. Zum 3. Punkt der Tagesordnung referirt Gäbler aus Dres- den. Der Referent begann mit einer Schilderung de» seitherigen ..........-______..,. Verhaltens erwähnter Bauausführungs-Gesellschaft, welche durch die Gewerksgenossenschast ins Leben gerufen wurden, wies darauf hin, daß dieselbe den Mitgliedern durchaus keinen Schutz gegen Maßregelungen gewährt, im Gegentheil selbst maßregelt und zwar in einer solchen Weise, wie es schlimmer bei dem schlechtesten Ar- bcitgeber nicht vorkommen kann. Die Verwaltung der Gewerks- genossenschaft sah� sich veranlaßt, weil die Verwaltung der Bau- auSftihrungsgesellschaft der Gewerksgenossenschast, laut Z 5 ihres Siatuts, welcher lautet:„Nur Mitglieder der Internationalen Ge- werkschaft der Maurer und Zimmerer zu Dresden können Aktien zeichnen oder gültig erwerben," nicht Rechnung trägt, diese Ver- waltung aufzufordern, zu erklären, ob sie dafür Sorge tragen wolle, ihre Mitglieder zu veranlassen, ihren Pflichten gegenüber der Gewerksgenossenschaft aus Grund des§ 5 ihres Statuts nachzukommen. Hierauf wurde die Erklärung abgegeben, die Verwal- tung sehe sich nicht hierzu veranlaßt, die Gewerkschaft möge nur sehen, auf welche Art und Weise sie die Beittäge von den Mit- gliedern erlange. In Rücksicht dessen stellt Referent folgenden Antrag: In Er- wägung, daß die Gewerksgenossenschaft von Seiten der Verwal- wng der Bauausführungs-Gesellschaft zurückgesetzt worden ist, be- schließt die heutige Generalversammlung, die gegenseitigen Verbind- lichkeiten hiermit zu lösen; es soll jedoch jedem Mitgliede genann- ter Gesellschaft frei stehen, als Mitglied der Gewerksgenosscn- schaft anzugehören. Nachdem Hausding, Zimmermann und Lange gegen diesen An- trag gesprochen, wurde der Antrag mit 7 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Zum 4. Punkt der Tagesordnung verlangt Zimmermann (Chemnitz) Auskunft, warum Dresden in die Gewerffchastskassen weniger zahle wie Chemnitz. ES entwickelte sich hierauf eine längere Debatte, an welcher die Chemnitzer Delegirten Theil nahmen. Nach erlangter Verständi- guilg� stellte Riecke(Braunschweig) an die Chemnitzer Delegirten die Frage: Ob sie das im Verhältniß zu Dresden mehr an die Hauptkaste gezahlte Geld wieder zurück haben wollten; die Chem- nitzer Delegirten verneinten dies. Hierauf beanttagte Gäbler: Die statutenmäßige Beiträge zur GewerkschaftSkasse bis auf Weiteres auf einen Groschen zu reduziren, neu eintretende Mitgliedschaften dagegen sollen verpflichtet sein, die ersten 3 Monate den vollen statutenmäßigen Beittag zu zahlen. Der Anttag wurde vom An- ttagssteller motivirt und nach kurzer Debatte einstimmig ange- nommen. Bon der Chemnitzer Mitgliedschaft war ein schriftlicher Antrag eingegangen, den Titel: Internationale Gewerksgenossenschaft in „Internationale Bauhandwerker-Genossenschaft" zu ändern. Nachdem mehrere Redner gesprochen, wurde der Anttag mit Majorirät abgelehnt. Ein anderweitiger Antrag von Chemnitz, dahin gehend: das Quittungsbuch und Statut der Krankenkasse mit einander zu ver- binden, wurde einstimmig angenommen. Ein dritter Anttag von Chemnitz, betteffend die Jnkrafttte- tung des Abschnitts II des Krankenkassenstatuts,„die Begräbniß- Kasse betteffend", wurde auf Anrathen Gäblers bis zur nächsten Gencralvers ammlung zurückgestellt. Hierauf wurde noch der ß 28, Absatz E zur Verhandlung gebracht, desgleichen die Vergütung der Reisespescn der Delegirten. Beide Punkte fanden nach kurzer Berathung ihre Erledigung. Ferner beanttagt die Vorortsverwaltimg, die Geschäftsleitung noch auf 4 Wochen zu behalten und die geschäftlichen Angelegenheiten vollständig zu regeln, was einstimmig angenommen wurde. Knof (Dresden) beanttagt, dem Vorsitzenden seine direkte Versäumniß in Angelegenheiten des Vereins sofort nach seinem Verdienst auS- zuzahlen, was ebenfalls einstimmig genehmigt wurde. Schluß der Generalversammlung Nachts um 2 Uhr. Ottomar Kragl, Schriftführer. Correspondenzen. Leipzig. Am 15. d. Mts. wurde wiederum eine allgemeine Gewerkschaftsversammlung abgehalten, in der Nauert über den Normalarbeitstag reserirte. Derselbe führte an, daß die Arbeit- geber aus Unklarheit oder Böswilligkeit sich größtentheils stemmen, eine kürzere Arbeitszeit einzuführen; er wies auf England und Amerika, wo eine kürzere Arbeitszeit durch die Gewerffchaftsbe- wegung erzielt worden ist, ohne daß die Arbeitgeber benachtheiligt oder zu Grunde gegangen wären. Diese Forderung muß auch bei uns durchgeführt werden und ist es namentlich Aufgabe der Ge- werkschaften, auf Verkürzung der Arbeitszeit hinzuarbeiten. Redner wies auf die Zeiten hin, wo die Landarbeiter, Kleinbauern und Kleingrundstücksbesitzer ihre ArbeitSttäfte den Großgrundstücksbe- sitzern nach Belieben zur Verfügung stellen mußten, wie dieselben das Joch abgeschüttelt, diese Willkühr beseitigt und abgeschaft hätten, um ihre eignen Interessen besser zu wahren und den Erttäg ihrer Arbeit besser zu genießen. Ebenso müssen wir bestrebt sein, Un- recht und Mißbräuche zu beseitigen, um mehr Zeit für uns zu ge- «innen, um als Menschen auch ein menschenwürdiges Dasein zu führen. Dazu gehört vor Allem eine kürzere Arbeitszeit, um den Wünschen der Bourgeois gerecht zu werden, die immer und immer den Arbeiter den ungerechten und höhnenden Borwurf machen, daß er sich zuerst bilden solle, bevor er an seine materielle Besserstellung denke. Ja, wir Arbeiter sind auch bestrebt, uns mehr Bildung anzueignen, dazu verlangen wir aber Zeit und Mittel dies zu thun. Nachdem Nauert noch Einiges über diesen Punkt gesprochen, verliest er aus dem Buch„DaS Kapital" von Marx interessante zur Tagesordnung passende Stellen vor, aus denen erhellte, wie die Fabrikanten auf Minuten berechnen, welchen Ueberschuß sie durch die Mehrarbeit herausschlagen, und wie sich die Arbeiter selber bettügen, wenn sie durch lange Arbeit sich zu nützen wähnen. Die Arbeiter sollten sich ein Beispiel an den Fabrikanten u. f. w. nehmen, die sich bei wenig Arbeit sehr wohl befinden und ein hohes Alter erreichen. Im Interesse des Arbeiters läge es sicher- lich nicht, durch die ungeregelte übermäßig lange Arbeitszeit und ungesunde Luft in den Arbeitsräumen, frühzeitig dahinzuwelken. Redner verliest weiter Gesetzesbestimmungen in England und Deutsch- land bctteffs der Frauen- und Kinderarbeit und zeigt daran, wie unbarmherzig und unmenschlich der Fabrikant mit diesen Unglück- lichen Geschöpfen umgeht. Redner giebt serner nach statistischem Berichte die Zahl der Frauen und Kinder an, die in Fabriken beschäftigt sind, woraus zu ersehen war, daß Tausend und Aber- tausend den männlichen Arbeitern dadurch Concurrenz machten, und riesige Summen den Fabrikanten durch die billige Frauen- und Kinderarbeit in die Tasche fließen. Nennen wir aber Alles diese« ungerecht und unmenschlich, so ist es auch unsere Pflicht und Schuldigkeit, mit aller Energie diesem Treiben einen Damm entgegen zu setzen und durch die Gewerkschaften werden wir auch diese demoralisirendcn Zustände beseitigen können. Nachdem Rc- ferent geendigt, ergreist I. Petzsch da« Wort und führt an, daß nach den statistischen Berichten und aus dem Bortrag überhaupt es hohe Zeit wird, daß wir ununterbrochen daran arbeiten müssen uns mehr Bewußtsein und Ueberzeugung zu verschaffen über unsere ttaunge Lage und deren Abhülfe, die nur in der kürzeren Arbeits- zeit zu finden fei. Mit einer Lohnerhöhung glaubten Viele sich begnügen zu müssen, das sei aber falsch, da die Löhne wie der Preis jeder andern Waare fallen und steigen, je nachdem Nach- frage nach Arbeitskraft vorhanden sei: Der Arbeiter solle mit aller Energie für den Normalarbeitstag von 10 Stunden wirken und alle Ueberarbeitszeit zu beseitigen suchen. Redner ermahnt zur festen Organisation. Nachdem sich weiter Niemand zum Wort meldet, macht der Vorsitzende Stelzer die Mittheiluug, daß die Gcwerkschastsvorstände in einer Sitzung beschlossen hätten, Plakate drucken zu lassen, worauf die Versammlungslokale, Vorstände u. f. w. der hier bestehenden Gewerkschaften und Fachvereine ersichtlich seien, um dieselben in von Arbeitern besonders besuchten Orten, Wirth- schaften, Vereinen u. s. w. auszuhängen, um auch hiermit zu agi- tiren. Auf Antrag Ludwig'« und Fischer'S soll diese Angelegenheit noch einmal in den einzelnen Gewerksversammlungen besprochen werden und versprechen die betteffcnden Vorstände für deren AuS- führung Sorge zu ttagen. Weiter spricht sich der Borsitzende in Betreff der Agitation für die Gewerkschaften in Sachsen aus und ermahnt die anwesendcu Gewerksgenosseu, berathen zu helfen, auf welche Art und Weise dieselbe am regsten und eifrigsten betrieben werden könnte und ob nicht eine Landesversammlung der Gewerkschaften einzuberufen sei. Hierauf ermahnt I. Petzsch ebenfalls zur eiftigen Arbeit und Be- theiligung in dieser Angelegenheit, und stellt derselbe den Anttag, recht bald eine besondere Versammlung zur Besprechung über die Mittel und Wege zur weitern Ausbreitung der Gewerffchaften ein- zuberufen. Der Anttag wurde einstimmig angenommen, und wurde nochmals zur Betheiligung an den allgemeinen Gewerk- schaftsversammlungen erwähnt. ßhemnih. Freitag den 18. Juli, Abends 8 Uhr, fand hier im großen Saale zur„Stadt London" eine öffentliche Bersamm lung sämmtlicher Gewerkschaften statt. Auf der Tagesordnung stand der Berliner Wcberstrike als erster, und daS Borgchen ein- zelner Chemnitzer und Leipziger Maschinenfabrikanten, betreffs Ein- führung neuer Fabriksordnungen und die 12 stündige Arbeitszeit, als zweiter Punkt. Schon vor Beginn der Versammlung zeigte sich, daß der an sich geräumige Saal nicht die Hälfte der Besucher fassen konnte und viele Hunderte unverrichteter Sache umkehren mußten. Ueber den ersten Punkt sprachen Wendler, Milzheimer, Bahlteich, Lyser zc., sämmtlich den Berliner Webern die volle Berechtigung ihres Borgehens zuerkennend und den nicht an den Gewerkschaften betheiligteu Arbeitern den Einttitt in dieselben mit zündenden Worten empfehlend. Die Behandlung des zweiten Punktes der Tagesordnung, über welchen Wolf zu referiren hatte, wurde we- gen vorgeschrittener Zeit, sowie wegen der durch Neberfüllung des Lokals eingetretenen Schwüle, auf 14 Tage vertagt und ein grö- ßeres Lokal in Aussicht genommen. Die freiwilligen Beittäge für die Berliner Weber ergaben ein sehr erfreuliches Resultat; auch die Einschreibungen in die Gewerffchaften waren bedeutend, so daß von den Metallarbeitern Viele nicht zum Einzeichnen kamen, da die Aufnahme von ca. 50 Mann den Kassirer vollauf beschäftigte. Leider fehlen uns zu größeren Versammlungen die geeigneten Lokale, da die größten blos 2000 Menschen fassen. München, 17. Juli. Da der Strike der hiesigen Schuh- machergehilfen beendet, sehen wir uns veranlaßt, unsere Abrechnung sowie daS Resultat des Strikes unfern auswärtigen College», fowie allen Arbeitern hiermit bekannt zu geben. Nach zehn wöchentlichem hartnäckigem Kampfe ist der Sttike beendet und der Sieg auf un- serer Seite, ttrtzdem die koalirten Ardeitgeber die Polizei und die Presse gegen uns zu Hilfe nahmen, um den Sttike zum Falle zu bringen. Alle Jntrigueu der Meister scheiterten an der Organi- sation und dem solidarischen Geist unserer Collegen. München zählt beiläufig 550 Schuhmachergehilfen, hievon bekamen nun 400 die verlangte Lohnaufbesserung von 30 Procent die übrigen schlösse» sich dem Sttike nicht an, doch mußten die Arbeitgeber auch diefeo eine Lohnaufbesserung geben, welche zwar sehr ver chieden ist. Wir erreichten aber nicht nur unsere Forderungen, ondcrn benutzte» den Sttike zur Gründung einer Produktiv-Genossenschaft mit be- schränkter Hastpflicht. Abrechnung. Eingegangen sind: vom Fachverein der Schuhmacher von Augsburg 61 fl. 42 kr.; Intern. Gewerksgenossenschaft der Schuhmacher in Nürnberg 25 fl.; vom Fachvercin der Schuh- wacher in Innsbruck 10 fl. 30 kr.; von der Intern. Gewerks- genossenschaft der Schuhmacher in Regcnsburg 9 fl. 24 kr.; Intern. Gewerksgenossenschaft der Schuhmacher in Stuttgart 10 fl.; Schuh- macher-llnion in Mainz 8 fl. 45 kr.; Intern. Gewerksgenossenschaft der Schuhmacher in Leipzig 5 fl. 45 tt.; Fachverein der Schuh- macher in Salzburg 5 fl.: Fachverein der Schuhmacher in Strau- bing 5 fl.; Traunstein durch Burckhart 5 fl.; Amberg durch Steiner 2 fl.; vom Münchner Fachverein der Schlosser 10 fl.; Fachverei» der Schneider 36 fl. 16 tt.; Fachverein der Hafner 10 fl.; Verein der Kupferschmiede 5 fl. 37 fr.; Allgemeiner deutscher Arbeiterverein 3 fl. 30 fr.; Schneidergehilfen der von Hes'schen Werkstätte 16 fl.; Schneidergehilfen der Schöllhorn'schen Werkstätte 7 fl.; Katteiner & Comp. 7 st. 43 kr.; Schlossergehilfe Schneider 30 kr.; Schneider- gehilfe Dömlinger 30 kr.; vom Fachverein der Schuhmacher in München 175 fl.; Von denjenigen Schuhmachergehilfen, welche sofort die verlangte Lohnaufbesserung bewilligt bekamen, und diejenigen, welchen sie nach kurzem Sttike bewilligt wurde, sowie der Ueberschuß von einige» Unterhaltungen wurden serner 600 fl. 14 kr. abgeliefert. Gesammtsumme der Einnahme 1020 fl. 31 kr. Ansgabe. Für tägliche Unterstützungen 636 st. 24 tt.; Unter- stützungen an Abreisende 72 fl. 24 kr.; an Durchreisende 38 fl. 30 tt.; für Regie und sonstige Ausgaben 201 fl. 18 kr.; Gesammtausgabe 948 fl. 36 fr.; Von den überschüssigen 71 fl. 55 kr. wurden durch Versamm- lungsbeschluß 40 fl. für die Schuhmacher-Produktiv-Genossenschaft und die übrigen 31 fl. 55 kr. für die Schuhmacher-Lokal- und Agitationskasse München bestimmt. Wir sprechen hiermit unser» Dank für die uns zu Theil gc- wordene Unterstützung aus, uud werden stets bereit sein, auch u»- sere Schuldigkeit zu thun. Das Sttike-Comitö. Gloni, Borsitzender. Lutz, Cassirer. Für die Richtigkeit der Abrechnung: Graf, jSauerma»«, Frosch, Revisoren. Die Geuosseuschastsbuchdruckerei zu Leipzig. Aus dem in heutiger Nummer abgedruckten Rechenschaftsbericht der Genossenschaftsbuchdruckerei ergiebt sich, daß es ein glücklicher Griff war, das Druckerei-Unternehmen abseiten der Partei in« Leben zu rufen. Schon nach kurzer Zeit des Bestehens der Ge- nosienschaft zeigte es sich, daß die vorausgesagten günstigen Existenz- bedingungen derselben thatsächlich vorhanden und die Hoffnungen, welche man an die Genossenschaft geknüpft hatte, nicht allzukühn waren. Mit einem Vermögen(auf Antheilscheine eingezahlte Gelder) von 3810 Thlr. konnte, wegen ständiger Arbeitsaufträge, Vorzugs- weise garantirt durch die Partei- und Gewerkschaftsorganisatiou, binnen neun Monaten, nach Abzug von 10 Proc. Jnveutar-Ab- Nutzung, ein Reingewinn von 868 Thlr. erzielt werden. Das ist ein ausgezeichnetes Ergebniß, mit dem nicht nur die Verwal- tung, sondern auch die Mitglieder der Genossenschaft völlig zu- frieden sein können. Dem Einen oder Andern mag im Verhält- niß zu dem ganzen Unternehmen die Summe der Ausstände(For- derungen) im Betrage von 2782 Thlr. zu groß erscheinen, allein hierbei gilt es zu erwägen, daß unsere Partei selbst es ist, welche einen großen Theil dieses Crcdits, vorzugsweise für den„Volks- staat", dessen alte Schulden inzwischen theilweise bezahlt worden sind, beansprucht hat. Daß fiir Vermehrung des Inventars von vornherein die Kräfte straff angespannt wurden, lag in der Roth- wendigkeit, den an die Druckerei gestellten technischen Anforderungen zu genügen, wollte man nicht manches gute Geschäft sich entgehen lassen. Jetzt arbeitet die Druckerei mit einer Schnellpresse, welche von einer noch im Laufe dieses Monats aufzustellenden Dampfmaschine getrieben werden wird.�) Wie schon früher mitge- theilt, ist noch eine zweite Schnellpresse bestellt, darauf schon eine Summe angezahlt und wird dieselbe gegenwärtig im Lokale der Druckerei aufgestellt. Mit dieser zweiten Schnellpresse wird die Leistungsfähigkeit der Genossenschaft und wohl auch der Reinertrag der letzteren bedeutend steigen, so daß die nächste Abrechnung die diesjährige an günstigem Resultat noch übertreffen dürfte. Um die Verwaltung, die ohnehin durch stetige Vergrößerung des Ge- schäfts genug belastet wird, von einer Hauptsorge, derjenigen der Beschaffmig des Betriebskapitals, möglichst zu befreien, sei nun an die Mitglieder der Genossenschaft appellirt und zwar in zweifacher Beziehung: Erstens die etwa noch nicht voll eingezahlten Antheilscheine baldigst durch die erforderlichen Nach- Zahlungen ganz zu erwerben, zweitens unter den Partei- genossen auch ferner neue Genossenschaftsmitglieder zu gewinnen, damit das Bild der Partei sich möglichst in der Ge- nossenschastsdruckerci spiegele. Sollte zum 1. October d. I. oder zum 1. Januar 1874 mit der Gründung einer belletristischen Wochenschrift(Unterhaltui gsblatt) vorgegangen werden— und es ist dies im Interesse der Arbeiterbewegung, mit Rücksicht auf den Einfluß ähnlicher Blätter unserer Gegner, sehr wahrscheinlich— dann sind wir gezwungen, neues Betriebskapital zu beschaffen. Mache sich jeder Parteifteund mit diesem Gedanken verttaut, je eher er es thut, desto mehr Erfolge können wir uns für die Ar- beitersache versprechen. Wer wollte es aber nicht thün, sofern ihm seine Mittel nur annähernd eine Betheiligung an der Genossen- schaft erlauben? Zweifel an dem Nutzen und der Rentabilität des Unternehmens kann es kaum mehr geben, nachdem die Nothwendig- keit, für die Partei etwas thun zu müssen, sich als die Mutter der Lebensfähigkeit der Genossenschaft vortrefflich bewährt hat. Möge jeder Parteifteund stets auch auf diesem Felde seiner Pflicht ge- denken! Hamburg, 30. Juni 1873. August Geib. ') Gegenwärtig ist auch die zweite Schnellpresse im Gange, für welche bereits eine Summe von(!ü0 Thlr. angezahlt ist; außerden betragen die Anschassungs- und Einrichtungskosten der Dampfmaschine ca. 1000 Thlr., die bis auf eine geringe Summe gedeckt sind. An Annoncengebührc;» schulden: Auerbach: Genossenschasts-Maschinenstickerei s. Mai 2 Thlr. 3 Gr.; Altona: Schuhmachergew. s. Mai 6 Gr., Arb.-Verein f. Dez. u. Jan. 26 Gr., f. Juni 7 Gr.; Augsburg: Lit. Verein f. Mai 7 Gr.; Bremerhaven: Arb.-Partei 5 Gr.; Braunschweig: •Met.-Gcw. f. Juni 20 Gr., C. H. Müller f. Febr. 6 Gr.; Berlin: Schriftsetzer Baumann f. April u. Mai 6 Gr., Heinsch f. Jan. 4 Gr., Manns, u. Handarb. f. Jan. 6 Gr., Metallarb.- Gew. f. Juni 6 Gr., Scharschmidt Geburtsanz. f. Mai 3 Gr., Bernstein f. April 6 Gr., Schuhm.-Gew. f. April 6 Gr., Rcimann f. Juni 7 Gr., Arb.-Verein f. Mai u. Juni 2 Thlr. 23 Gr., Manufakt. u. Handarb. f. Mai 7 Gr., Sattler-Verein f. Jan. bis Juni 1 Thlr, 8 Gr., Holzarb.-Gew. f. April bis Juni 2 Thlr. 21 Gr.; Bens- fteim: Arb.-Part. f. März 5 Gr., Weihrauch, Buchbinder, f. März 3 Gr.; Breslau: Ver. Geselligkeit f. April 8 Gr., Arb. Partei f. Mai u. Juni 29 Gr.; Bremen: Malergew. f. Juni 4 Gr.; Burgstädt: K. Vogel f. Juni 12 Gr.; Bamberg: Arb.-Partei f. Juni 4 Gr.; Eöln: Falk f. Dez. 72 5 Gr.; Holzarb.-Gew. s April 8 Gr., Arb.-Partei s. Dez. u. Mai 28 Gr., Cigarrenarb.-Gew. (Fest) f. Juni.u. Juli 1 Thlr. 10 Gr.; Chemnitz: Bauhandw.- Genossenschaft f. April 7 Gr., Maurer- u. Zimmergew. 15 Gr., Uhle f. Mai 8 Gr., Metallarb.-Gew. f. Juni 7 Gr.; Crim mitzschau: Agitations-Comit� f. Mai 16 Gr., Volksverein(Ausflug) 1 Thlr. 10 Gr.; Cassel: Arb.-Part. f. Mai 24 Gr.; Co- bürg: Arb.-Verein f. Mai u. Juni 1 Thlr. 2 Gr.; Consta»;: Arb.-Partei für Mai 6 Gr.; Canstadt: Jak. Schweizer 5 Gr. (Schluß folgt.)' Aechenschasts-Aericht der Genossenschaftsbuchdrackerei 11 S Ist Einnahme. vom 1.©ktober 1872 bis 30. Zum 1873. Aussahe. toc lic1 ÜM Activa. BILANZ. Passiva. FThlr. An Cassa- Conto........... 656 „ Maschinen- Conto.......... 2360 „ Utensilien............ 2105 „ anssenstehcnden Forderungen.,... 2782 „ Papicrvorräthe........... 22 Sa. 1 7926 Ngr. 4 15 10 5 Pf. Für Einzahlungen auf Antheilscheine „ Bcscrvefoud- Conto..... Utensilien-Conto Papier- Conto. Caution Pf. Leipzig, den 30. Juni 1873. c Us. fm koi du the ich fü> Ei zfäl P- nei sei Ar du M Di rül an - Dex Vorstand. H. Ramm, Vorsitzender. Chr. Hadlich, Kassirer.,, Die Uebercinstimmung des vorstehenden Rechenschaftsberichts mit den vorgelegenen Geschäftsbüchern und de dazu gehörigen Belegen wird hiermit bescheinigt. Hamburg, den 10. Juli 1873. Der Aufsichtsrath. E. Frey, Vorsitzender. die UN Die bis zum 22. Juli auf Antheilscheine eingezahlten Beiträge vertheilen sich auf folgende Orte: Augsburg Thlr. 27, Alton« 2 0 Auerbach in Sachsen 5, Berlin 78, Breslau 97, Brandenburg a. d. H. 10, Borna 13, Brundöbra 10, Bockenheim 2, Braunschweig 1- Jssj Crimmitschau 10, Chemnitz 150, Dresden 165, Dessau 20, Duisburg 5, Eisenach 10, Erfurt 73>/z, Frankfurt 97, Forste 5, Fürth 1 tld Schwäb.-Gmünd 17, Grossenhain 30, Gotha 20, Gohlis 10, Glessen 11, Geithain 30, Glauchau 10, Geyer 4, Görbersdorf bei Breslau' Po Gera 10, Hamburg 198', z, Hannover 49, Hohenstein-Ernetthal 43, Hochfeld bei Duisburg 10, Johannesthal(Böhmen) 10, Kleiulinde h te. Glessen 5, Klingenthal(Sachsen) 10, Lichtenstein 3, Luxemburg 30, Landau 16, Limbach 34, Leipzig 1125, Mainz 75, Magdeburg 4 Meerane 69, Mittweida 10, Mariakiroh 12, Münehenbernsdorf 40, Mylau 10, Nenschönefeld bei Leipzig 50, Neundorf bei Stassfurt 1 atI Nürnberg 120, Neubielau 2, Neureudnitz bei Leipzig 20, Oberbielau 2, Oberlungwitz 8, Osnabrück 10, Penig 14, Pfersee 31'/», Pfo'': m heim 40, Paizcsowa 5, Paris 20, Kcichenbach(Sachsen) 27, Reudnitz bei Leipzig 25, Reutlingen 16, Bonsdorf 14, Ronneburg 10, Sp"1 dau 33, Siegburg 10, Saarbrück 30, Stuttgart 46, Stollberg(Sachsen) 15, Stötteritz bei Leipzig 20, Thonberg b>> Leipzig 20, Todtei# hausen 10, Wandsbeck 44, Werdau 35, Weimar 52, Weigelsdorf 1, Wiesbaden 7, Witten a. d. R. 24, Zürich 250, Zwickau 30. � Berlin Aie höhere Aachschule der Stadl Ainöeck für cet Maschinen- und Mühlentcchnike »» Sozial- demokratische Arbeiterpartei. VkftrKsversammlunyen. Montag, den 28. Juli, Abends 8 Uhr: Landwehrstraße 11 bei Meister: fällt aus.— Die Parteigenossen dieses Bezirks werden ersucht, in den zwei andern Versammlungen zu erscheinen.(ftüher in Hildesheim) � Budwih Loral, Bdmiralstraße 11, Eingang vom Hof: beginnt den Wintercur« am 1. October. Vortrag des Herrn Bernstein. Verschiedenes. Zweck der Anstalt ist, tüchtige Maschineningenieure und Werkmeist A Dienstag, den 22. Juli, Abends 8 Uhr: auszubilden und militärpflichtige Eleven zum einsährigen Freiwillige� Breltschncider's Locol, Gartcnstr. 13 14: Dienst vorzubereiten. Prospectc gratis und ftanco. Anfragen und M i,: Diskussion. Vortrag. Verschiedene«. Hungen zu richten � Um zahlreiche Betheiliguug und um Zuführung von Gästen bittet an Jjcn Magistrat der Da« Agitations-Comitö. Briefkasten der Redaction. An Geschichtsschreiber Tölcke in Berlin. Sie können die Höschen jetzt ausziehen. Für diesmal ist's genug. Einer der„auf- geblasenen Frösche" des„Vvlksstaat". der Expedition. W. Mtzgr, Hamburg: Annonce 5 Gr. O. Khlr, Elberfeld: Ann. tosten 13 Gr. Ad. Pchlr, Hannover: War ein unlieb- sames Versehen; wenn Sie nicht Verwendung für die Hefte haben, wollen Sie selbe remittiren. Maurerv. hier: Ann. 20 Gr. Th. Ghlrt, Wilkau: 2. Qu. 3 Thlr. I. Drn, Apolda: 2. Qu. 7 Thlr. 24. 5. C. Münk, Halberfiadt: 11 Thlr. 18. 5. Pchlr, Hannover: Schr. 3 Gr. Bckrt, hier: 3 Qu. 2 Thlr. 15. Gcnossenschaftsbuchdruckerei. Antheilscheine bez. AntheilquitUmgen erhielten serner: In Dessau A.B. 4 Thlr., in Metz I. Gl. 2 Thlr., Borna C. Krg 1, in Leipzig A. Mchl 20 Thlr. Hadlich. Fond für pol. Gemaßregelte. Arbeiterverein Voigtlaide 1 Thlr. V. S. d. Nauert; Agit. 15 Gr. Für die strikenden Weber Berlins. 25 Thlr. v. F. Vogel in Mülsen St. Niclas. 8 Thlr. v. H. Müller in Müssen St. Micheln. Hadlich. � Allgemeiner Bö tcher- sttüper-) Verein. Ot-ßbbtr Dienstag, den 29. Juli, Abends 8 Uhr: Versammlung im Heise'schen Locol, Landsbergerstraße 15. 2) Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Tagesordnung: 1) Vortrag; Der Bevollmächtigte. Internationale t,. Metallarbciter-Gcwcrksgeuossenschast. Die Versammlungen finden jeden Mittwoch Abend regelmäßig bei Schellbach, alte Knochenhauerstraße 13 statt. E.I Der Bevollmächtigte: C. H. Müller, Scharrnstraße 22, II. Hamburg Stadt Einbeck oder an den Direktor Dr. Kirchuer. 1 Sozial- demokratische Arbeiterpartei. Sonntag, den 3. August, Nachmittags 4 Uhr: Sommerfest(Bäk) in Bcllevue, Eimsbüttel. ssiesen Karten, ü Person 4 Schilling, sind zu haben bei den Colporteuren des„Volksstaat" Schultz und Schütze, bei Geib, Rödingsmarkt 12, Trau mann, Dragonerstall 25 und den Comitc-Mitgliedern. 2b Fr. Wortmann'sche Buchhandlung in Berlin, Neue Kriedrichsstraße 31, ftitlttfmfit Sozialdemokratische Arbeiterpartei. *LJUIU|IUl|( Versammlung am Mittwoch, den 30. Juli, Abends 9 Uhr, in Hansch's Clublokal, Schaucnburgerstr. 14(großer Saal). Tagesordnung: Die sozial-dcmokrat. Bewegung in Frankreich, von 1789 bis auf die Gegenwart, Vortrag von Rud. Pranst. Zutritt Jedermann frei. Die Mitglieder find aufgefordert, sämmtlich zu erscheinen. _ August Geib. Oitrhitir Allgemeiner deutscher Tchneiderdcrcin. Dienstag, den 29. Juli, Abends 8 Uhr: Versammlung bei Hitschold, Gewandgäßchen Nr. 4, 1 Tr. Tagesordnung: Berathung über die zur Generalversammlung gestell- ten Anträge. Da« Erscheinen Aller ist nothwendig. Der Bevollmächtigte. Wietvhrttt Der hiesige Volksverein hat beschlossen, den 3. und «ttClUIIU 4. August a. c. ein GolksfejI. verbunden mit Wogetschießen, abzuhalten, wozu Parteigenossen fteundlichst eingeladen werden. _ Das Fcstcomitee. Hittt Sozialdemokratische Arbeiterpartei. idHI-HM- Jeden Mittwoch Abend 8 Uhr findet im kleinen Saale des Herrn Friedrich Hemroth Partei-Versammlung statt. sSöas Der Vcrtrauensmaun. Buchbindern, Colporteuren:e. alle Zuschriften, Lieferungswcrke sc. zu den billigsten Bedingungen. IM Reisende fe finden daselbst jederzeit danenides und vortheilhaste« Engagement.. Ifboi Von dem im Verlage des Unterzeichneten erschienenen, mit so viel! Beifall aufgenommenen Bilde: Ferdinand Lassalle, k5 der Kämpfer gegen die Kapitalmacht i hat ein zweiter Abdruck die Presse verlassen und ist zu den früheren, b»er kannten Bedingungen zu beziehen: der 1 Exemplar Th Sgr., 11/10 Exemplare zusammen bezogen 2 Tsi tu, Als würdiges Pendant zu obigem Bilde erschien in demselben Verla � Ämldeslied der deutschen Sozialdemokratie. � Treffend illustrirt von C. Klein, demselben, welcher da« Bild S" � falle« entworfen.(H Preis 1 Exemplar 71/2 Sgr. 11/10 Exemplare zusammen bezogen 2 Thlr. I™ Beide Bilder sollten als passende Zimmer- Zierde in der eines wahren Sozialdemokraten nicht fehlen. Gegen Franco-Einsendung des Betrages werden dieselben den ge»"o «m Qttltifrtlt Da ich am 1 August meine Hast antrete, so mache ich ten Bestellern sosort per Post zugesandt..<4� QMJluUU die Parteimitglieder aufmerksam, ihre Abonnementsbeträge Elberseld, IM April I8i3._ I. H. Vorn, Verleger, su �. js, baldigst zu entrichten, und erinnere ich dieselben an den Versammlung«- beschluß, wonach alle Abonncmentsgelder im ersten Monat de« Quartals� 11l0 �"IlllllT 4 P0nlllllll0ll� H. Dotzauer, Filialerpedition, welche ihren Berpfiichtungen für das 2. Quart« � bezahlt werden müssen. ZWlckaN Sozial-demokratischc Arbeiterpartei..1 nicht nachgekommen sind, erhalten V0M 1. Aug» jeden >IUUU Unsere Mitgliederversammlungen finden bis auf weiteres....(vremülare nirkir iiinMntthi Dienstag. Abends 8 Uhr, im Lokale der„Volkshalle", bei Herrn»NNe vrcmplllre Mtyr ZUgeMNol. Dotzauer, stall. lS.j Der Vertrauensmann. Leipzig: Leranto. Kedakteur E. LaSper.(Redaktion und Expedillou Zeitzerstr. 44). Druck vnt Verlag der SenossenschastsbuchdruSer-i. Leipzig, den 23. Juli 1878. Die Erpedition des„Bolksstaat� W. Fink, Ehr. Hadlich. o sin 5° er