I krschtwt wSchmtlich 3 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen all« Postanstallen und Buch- Handlungen des In- und Auslande« an. Filial-Expeditionen für di« Bereinigten Staaten: F. A. Serg«, Box 101 Hoboken, N. J. G. A. Lönnecker, 98 8. ftlsrket str. corn. Madison«Ir. Chicago, HL Abonnementspreis: Für Preußen incl. Stempel- steuer21Sgr.,sürdieührigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. M«nal»-Ztboi»iitment» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2. u. 3. Monat u. aus den 3. Mo- nat besonder« angenommen, im Kgr. Sachsen u. Hr,gth. Sachs.-Altenburg auel> auf den 1. Monat ä 5' Sgr. angenommen. OrgandersozialdemokratischenArbeiterpartelundderinternationalenGcwerksgenossep.schasten. 65. Mittwoch, 30. Juki. 1873. pt pf Zur Geschichte der Commune und ihrer Mörder. In englischen Blättern finden wir nachstehende, einem austra- lischen Blatt entnommenen Aktenstücke, die wir einer Uebersetzung für den„Volksstaat" für Werth halten, und sammt den einleitenden Bemerkungen der englischen Blätter hier wiedergeben: �„Die folgenden Briefe von Gefangenen an Bord des auf der Reise nach Rew-Caledonien begriffenen französischen Schiffs„Orne" werden für viele unserer Leser von Interesse sein. Die„Orne" lief Ende März, mit 1540 Commune-Gefangenen an Bord, bei �Melbourne ein. 1. Brief. Mrine Herren: Sie sind wahrscheinlich nur unvoll- kommen mit der Geschichte der Ereignisse vertraut, welche uns in die Deportation führten. Wir bedauern unsere Unfähigkeit, Ihnen bis ins Einzelne Mit- theilung machen zu können über alle in Europa seit 1870 ge- schehenen Thatsachen; aber wir hoffe» Ihre Kenntniß mit einigen für die Bildung des Urtheils über uns unumgänglich nothwendigen Einzelheiten ergänzen zu können. Sie sind hinlänglich unterrichtet von den zahlreichen Unglücks- ; fällen, welche Frankreich in den Jahren 1870 und 71 erlitt. Die z Proklamirung der Republik an: 4. September gab Frankreich einen neuen Impuls. Paris stellte 400,000 Freiwillige, venvandelte seine Wohnhäuser in Ambulanzen und änderte seine Fabriken in Arsenale und Kanoncngießereien um. Die Provinzen, angeeifcrt durch Gambeita, stellten die Ost- und die Loirearmee in das Feld. Mit Patriotismus hoffte man allerwärts neue Kräfte zu gewinnen. Die Pariser trieben den Feind von der Ebene von Chantilly zu- dück, die Vogesenarmee hielt die Preußen im Schach und die Loire- armee zwang sie zuletzt durch ihren Sieg bei Coutmiers, das Loire- ge gebiet zu räumen und auf Versailles zurückzuweichen. Aber alles dies war nur durch den Aufschwung des Patriotismus errungen «nd trotz der Mitwirkung unserer Generale. Trochu hat durch sein Verhalten in einer Art das Vertrauen , z von Paris erschlichen und das Mißtrauen des Volks in Schlaf ge- ' lullt; da er den Sieg der Republik um keinen Preis wünschte, richtete er hinfort seine Anstrengungen darauf, den Patriotismus der �Pariser zu ermüden, erwartend die Zeit, wo er Paris und Frank- � r«.ch px,. Hiinden des Feindes überliefern könne. Gambetta, schlecht berathen und noch schlechter bedient, hatte fori an b'e seiner Armeen Generale gestellt, wie d'Aurelles de : Paladines, welcher, anstatt den ersten Erfolg rasch auszunutzen, eS KCl»"ließ, daß drei Armeekorps durch die größere Zahl der Feinde allmälich aufgerieben wurden, während er heimlich das Schlacht- feld verließ. Die Loire-Armec kämpfte sieben Tage— vom 1. bis 9. De- cembcr— ohne Obergeneral. DÄurelles de Pladines war nach £ Eherbourg geflohen und es war General Chanzy, welcher, nachdem er die Trümmer der Armee gesammelt, dem Feind die Stirne bot und einen ruhmvollen Rückzug über die Loire antrat. Der Monat Januar war durch eine letzte Anstrengung des �Patriotismus ausgezeichnet. Die Loire- Armee, nunmehr unter JS. Chanzy's Commando stehend, kämpfte während dreier Tage. Am lO., Ii. und 12. Ianar, bei Maus. General Faidherbe leistete llihmvollen Widerstand bei St. Qnentin, aber der elende Trochu verhielt sich den Preußen gegenüber in völliger Unthätigkeit, wäh- end diese ihre Armeekorps aus der Umgebung von Paris detachibten, ich aus unsere Truppen in der Provinz stürzten und sie durch ihre iiberlegenen Massen niederschmetterten. Zuletzt noch erreichten, statt einer würdigen Krönung dieses müdes von Infamie, der Verräther Trochu und seine ver- dandten Genossen Ducrot und Binoy, bei Montretout einen Er- »lg, welchen sie nicht erstrebt. Trochu wollte der Nationalgarde isur ein wenig zur Ader lassen; und unter dem falschen Vorwand ßnes WafsenstiUstandS sicherte das Trio dem Feinde alle Forts von Paris niit ihrer Bewaffnung und ihren Vorräthcn und ieb unterzeichnete die niederträchtigste Capitulation, welche je in die Analen einer Nation ist eingetragen worden. Von jenem Moment an war alle Hoffnung verloren. Unter °em Einfluß des Schreckens, der leichter eingeflößt als entschuldigt "ird, ernannte Frankreich eine genügende Zahl entwürdigter Volks- 12 t 1 >r J»- r»l >, 1°ertretcr, welche den Frieden um jeden Preis erbaten, selbst um °en Preis der Ehre. Paris in seiner schmachvollen Lage konnte ü>r einen ohnmächtigen Protest erheben. Der größere Theil seiner Vertreter zog sich aus jener Versammlung von Feiglingen zurück, :rl-»hxx er jjatte pjch cor yer Nation zu beugen. Die alten Vertreter aller alten gefallenen Negierungen wurden »us schimmeligen Verstecken hervorgeholt, und sie wurden "icht umsonst gerufen, denn sie sollten ein Grab graben der Republik dem blutenden Leichnam des verstümmelten Frankreich eine �«ne aufsetzen. Trotz der in Versailles geschriebenen Abmachungen, chielt man, auf Grund eines mit den Preußen geschlossenen ge- ?Mcn Vertrags, Truppen, um Paris einzuschließen und versuchte Jt ihrer Hülfe während der Nacht des 17. März, es zu entwaffnen. ber Paris war wachsam, denn es wußte, daß der Vertrag von �ordeaux*) die Republik blos so lange aufrecht erhielt, bis die �nheit für ihre Beseitigung sich würde günstig zeigen. Das .-�»lk griff zu den Waffen, die Truppen zogen sich zurück und in -!"'-gen Stunden war das Gouvernement besiegt. Die Generale La ztt� i" „Bersailler" führt, ein Schandpfahl ist, an welchen für ewig die Gesammtheit ihrer Mitglieder wird angenagelt sein. Wollen Sie die Commune nach ihren Handlungen beurtheilen? Hier sind ziemlich getreu alle Verordnungen, welche nicht speciell die besondere Organisation von Paris betreffen, d. h. solche, welche nicht von ausschließlich lokalem Interesse sind 1. Trennung von Kirche und Staat. 2. Unentgeldlicher, obligatorischer und rein weltlicher Unter richt für alle Grade. 3. Unterdrückung der stehenden Armee und die Verpflichtung aller Bürger zur Vertheidigung des Vaterlandes. Endlich das Recht zu leben für alle Bürger in dem gleichen Umfang; Arbeit, Bildung und Tugend begründen die einzige Aristokratie. Dieses waren die Grundgedanken unserer Prinzipien. Für diese haben wir gekämpft, für diese leiden wir und ist Jeder bereit, den Kampf aufs Neue zu beginnen. Wir sind besiegt, aber wir sind nicht entmuthigt. Und dennoch wagt man es, unsere rothe Fahne mit Schmutz zu bewerfen. Sie ist gefärbt worden mit Blut, es ist echtes Blut, denn es war unser eignes Blut, mit dem sie gefärbt wurde. Wir haben hinweggefegt die Vendome-Säule*), dieses Mvnu ment unzähliger Verbrechen, begangen von einem Menschen an der Menschheit. Wir haben zerstört das Palais des Tyrannen, das Monument der Infamie und der Schlupfwinkel schimpflicher Laster Das ist alles wahr. Aber Sie wünschen zuDvissen, wer die Brand' stifter der großen Magazine, der Docks von La-Villete, des Finaiip Ministeriums und der Privathäuser waren? Erkundigen Sie sich bei den Brandbomben von Versailles. Die können Ihnen klare Antwort geben, denn heuie liegen jene Vorfälle offen zu Tage. Fragen Sie auch die Lyoner Eisenbahnkompagnien, wer das Feuer an die Station gelegt, nachdem man sie zuerst geplündert. Man hat uns ferner die Erschießung einer Anzahl Geißeln unter welchen der Erzbischos von Paris war, ins Gesicht geworfen, jener Prälat, von dem man jetzt soviel Aufhebens macht und den man vorher sich weigerte, gegen Blanqui auszuwechseln**). Wissen Sie, wie und wann jene Männer erschossen wurden? Am 27. Mai, als die Armee der Versailler bereits 30,000.Manii stark eingezogen war, wurden sie durch erbitterte Kämpfer in der Wuth niedergeschossen, welche feindliche Agenten dazu aufgereizt und welche die Befehle und Bitten eines Mitglieds der Commune, welches übermenschliche An- strengungen machte, die Repressalien zu verhindern, hartnäckig mißachteten. Das ist die Wahrheit— die nackte Wahrheit. Ich habe kein Bedürfniß, die Thatsachen zu bemänteln, die Geschichte hat sie ans Tageslicht gebracht. Sie sind hinfort offenbar und unwiderleglich. Soll ich Ihnen jetzt noch erzählen, was wir erduldet haben? Ich will mich bemühen, es in möglichst wenig Worten darzulegen. Nach dem Einzug der Truppen in Paris ward eine Aera der Plünderung und der Massacres inaugnrirt, die bis gegen Mitte Juni währte. Das war die„reguläre" Armee— die Armee der„Ordnung". Während 10 Tagen berauschte sie sich im Morden und Plündern. Männer wurden füsilirt, weil sie im Besitz eines Stücks von einer Nationalgardenuniform befunden wurden, Mancher wegen einer goldnen Uhr; Frauen wurden niedergemetzelt, weil sie um das Leben ihrer Männer baten, und selbst Kinder wurden erschossen, um an dem Tode ihrer Väter Theil zu nehmen. Der MarquiS von Galliset ließ ans den Reihen der Ge- sangenen die alten weißhaarigen Männer auswählen; sobald deren Zahl sich auf 93 belief, rief er, die Hände sich vor Freuden reibend: „Ach, nun will ich auch meine Dreiundneunzig haben". Und in der That verkündete einige Minuten nachher das schreckliche Ge- rausch einer Mitrailleuse, daß die 93 Märtyrer ein Opfer für die Freiheit und die Gerechtigkeit geworden waren. Bis zum 14. Juni wurden die Gefangenen massenweise in den Kasernen der Stadt mit Mitrailleusen erschossen. In den außenliegenden Quartieren wurden die Festungsgraben mit Hekatomben zuckenden, oft noch lebenden Fleisches gefüllt. Hier ein Beispiel: am 21. Mai wurde ein kaum 19jähriger Bursche, Namens Louis Biglat in Passy zusammengeschossen; nachdem er den Gnadenschuß erhalten, der hinter dem linken Ohr eindrang und durch die rechte Wange herausfuhr, wurde er von Nachbarn aufgehoben, die ihn pflegten und seine Wunden heilten. Kaum war er hergestellt, so verhasteten ihn die Agenten der trefflichen Regierung des Hrn. Thiers von'Neuem und der Unglückliche blieb bis Ende September 1871 im Gesängniß. Nachdem die Versailler 39,000 Mann niedergeschossen hatten, arretirten sie 60,000, die an Bord der Pontons in Pen Docks von Satory, und in den Kellern und Graben der Orangerie von Versailles eingepfercht wurden. Die Gefangenen hatten hier so entsetzlich auszustehen, daß sie es bedauerten, den Massen- erschießuugcn entgangen zu sein. Neuntausend Menschen wurden ohne'Nahrung drei Tage lang in einem Raum, 500 Metres lang und 130 Metres breit, eingeschlossen, mit nichts zu trinken als dem schmutzigen Wasser, das sich aus dem Hos in einer Unrathgrube (cesspool) sammelte. Die den Raum umgebenden Mauern waren mit Schießscharten versehen, durch welche die Soldaten (fr, ötu 4WI ÜUtf VSkVUÜCUlCUlCiU. Vtsicyi. WW.VVWV-----"---,,------ � Dement Thomas und Lecomte wurden von ihren eigenen Truppeil ihre �hasjepots streckten, und wehe, wenn m der Nacht Cmer sich Schossen und das Central-Comitv der Nationalgarde legte, nach- rührte, dann wurde sofort aus 26 Musketen aufs Gradewohd m il tu" es die Anordnungen für die Gemeindewahlen getroffen, seine diese Masse medschlicher Leiber hlueingefeuert! Mehrere wurden 9 in die Hände der durch das pariser Volk frei gewählten wahnsinnig vor Wuth und Schmerz; Andere ersäuften ych w den �"»»une. Dann begann der Kampf zwischen der Commune und Gräben, die der wiederholt herabstromende hcstige Regen mit Wasser � Nationalversammlung, welcher für die, welche den Namen der») Eine Säule mit der Statue Napoleons I., errichtet zum Andenken ') Bordeaux war der Sitz der Nationalversammlung während des an dessen Siege. Olsens!, llstands, hier wurde beschlossen, die bestehende Republik als pro-**) Die Richtigkeit dieser '"tych anzuerkennen. j gcricht zu Versailles constatirt. ) Die Richtigkeit dieser Thatsache wurde auch vor dem Kriegsge- füllte. Viele starben an Entkräftung und in Folge der Strapatzen; während Andere, durch die Kugel der Ordnungs-Vertheidiger ge- tödtet, so lang unter den Ueberlebenden liegen blieben, bis der Gestank auch für die Wächter unerträglich ward. Erst am 9. Juni fing man an die Pontons bei Versailles zu leeren; nur 1900 Offiziere blieben in den Docks von Satory. Von nun an wurden auch die summarischen Erschießungen allmä- lich eingestellt, und unsere Lage begann sich zu bessern; blieb je- doch immerhin schlimm genug, denn nachdem ich verurtheilt war, wurde ich einen ganzen Monat lang mit 300(dreihundert) LeidcnSgenossen in einen Stall mit 44 Ständen(stalk), je für 1 Pferd, eingesperrt, der, weiter für die Pferde zu ungesund mar, hatte aufgegeben werden müssen. Wir mußten ans schmutzigem Stroh schlafen, unsere Decken waren voll Ungeziefer, die Ratten schwärmten zu Taufenden herum, und der Thermometer stand oft viele Grade unter dem Gefrierpunkt, denn es war im Dezbr. 1871. Unsere tägliche Kost jbestand aus 290 Grammen Brod, 100 Grammen Schiffszwicback und 100 Grammen Schmalz, zweimal täglich vertheilt. Wie Sie sich denken können, ist es unter solchen Umständen nicht zum Verwundern, daß die Menge der Er- krankungen unser Schiff gezwungen hat, in diesen Hasen einzu- laufen,— für uns ein sehr glücklicher Zufall, da wir ihm das Vergnügen verdanken, mit Einigen von Ihnen in Verbindung zu treten. Ein Commnnard. (Der zweite Brief in nächster Nummer.) Politische Uebersicht. — Es kommt bei Tendenz- und andern politischen Prozessen gewöhnlich vor, daß dem Angeklagten, wenn er das herrschende System oder die herrschenden Klassen scharf angreift, das Wort entzogen wird. Im„Rechtsstaat" nennt man dies„Redefrei- heit". Billiger Weise follte nun auch den Staatsanwälten, wenn sie, was ja so häufig, zu weit gehen, ein Maulkörbchen vor- gehängt werden. Wie weit aber ein Staatsanwalt gehen darf, zeigt ein Auszug aus dem Plaidoyer des Staatsanwalts gegen die Angeklagten des Bierkrawalls zu Frankfurt a. M.:„Wer ist der wahre Rädelsführer?" ruft pathetisch der Herr Staatsanwalt aus.„Wir haben 4, 5, 6 Personen als Rädelsführer bezeichnet; sie sind auch Rädelsführer in dem Sinne, daß sie die Leitung der Dcmolirung in den einzelnen Fällen gehabt haben. Es fehlt aber an einer Person, wird man sagen, vie über der ganzen Sache gestanden und sie unsichtbar geleitet hat; man ivird Ihnen sagen, die Angeklagten sind lauter Statisten, die das Drama aufgeführt, die eigentlichen Akteurs stehen hinten den Koulissen und haben die Statisten am Bändchen geführt, das sind die verführten Leute. Sie werden dem entgegnen, daß jeder erwachsene Mensch Herr einer Handlung ist und daß jeder erwachsene Mensch diejenigen Handlungeu,-die er verübt hat, in vollem Bewußtsein, aus eigenem reien Entschluß, ungezwungen, dem Gesetz gegenüber voll und ganz zu vertreten hat; Sie werden dem entgegen halten, daß es zwar richtig ist, wie Herr Polizei-Präsident ausführte, ein großer Theil der Schuld wohl fallen mag auf jene gewissenlosen Agitatoren, eine schamlose Presse, die so häusig das Gehirn der ungbildeten Arbeiter mit utopischejn Wahngebilden gefüllt hat, die darauf abzielt, den Staat umzustürzen und an seine Stelle ein Wahngebilde zu setzen, was unmöglich bleiben wird, o lange die Menschen Menschen sind. Es gibt noch andere Faktoren und das ist jener brutale Uebermuth des Materia- lismus, möchte ich es nennen, der sich in unserer Zeit breit und geltend macht, das ist der Uebermuth, der gestern einen Angeklagten agen ließ, wenn ich nicht 7 fl. habe, um sie an einem Abend zu verjubeln, so gehe ich lieber nicht zu einem Vergnügen. Dieser Uebermuth, die Nichtachtung vordem Gesetze, dieser Mangel an Respekt vor dem Eigenthum ist es, der die Angeklagten hier- hergeführt; er ist es. der vor nicht langer Zeit, im Jahre 1871, das Unheil der Kommune in Paris hervorgerufen hat. Wenn Kirche und Schule nicht im Stande gewesen sind, in diesen Leuten die heilige Achtung des Gesetzes, zur Ehrfurcht vor dem Eigenthum wach zu rufen und wach zuhalten, ohne die der Staat nicht bestehen kann, ist es Pflicht der Richter und Ihre Pflicht, einzuschreiten, ja ich spreche es aus, daß Sie mit Strenge einschreiten und daß Sie den Leuten das, was sie ver- gessen haben, mit eherner Faust in das Gewissen schreiben; Achtung vor dem Gesetze, Sie werden sich daran erinnern, was Alles die Folgen der Handlungen der Angeklagten gewesen sind." Wer der „wahre Rädelsführer" ist, wollen wir Ihnen sagen, Herr Staats- anwalt, der Sie von den heutigen Verhältnissen'Nichts verstehen: der„wahre Rädelsführer" ist die heutige Klassenherrschaft; nicht die„schamlose Presse", nicht die„gewissenlosen Agitatoren" md es, die der Massechen„Respekt vor dem Eigenthum" nehmen, ondern das Bewußtsein, daß das„Eigenthum" der besitzenden blassen die Frucht eines„gesetzlichen" Raubes, eines„gesetzlichen" Diebstahls ist. Sie rufen nun gar„Kirche und Schule" an, die preußische Schule, die gerade halb so viel kostet, als die Civil- liste des Heldengreises, und die„Kirche", nachdem eben die Jesuiten ausgetrieben! Ja wenn sie wüßten, wie wohlthätig das„Unheil der Kommune" während seiner Existenz gewirkt hat, wenn Sie wüßten, daß man während dieses Unheils in Paris nie nöthig gehabt hat, die lächerliche Theorie von der„Heiligkeit des Eigen- thums" aufzustellen, so könnten Sie vielleicht noch ctwas� lernen. Aber von Allem dem wissen Sie nichts. Und trotz Ihrer Nichtswisserei, trotz Ihrer unmotivirten Schim- pferci hat man sie sprechen lassen!— Ja, die Staatsanwälte haben Redefteiheit. Wenn heute der Oberstaatsanwalt Wolf in Mün- chen, der bekanntlich einen Brief an den Dezemberverbrccher Bo- naparte geschrieben und ihm angeboten hat, er wolle die demokra- tischen Blätter verfolgen, welche ihn(Bonaparte) angriffen, einen Mann wegen„unpatriotischer Handlungen" anzuklagen hätte, und der Angeklagte würde sagen:„Ich lasie mich nicht von einem Men- schen anklagen, der unter den Tuilerien-Patrioten sich befindet!" — wer würde da zum Schweigen verdammt? Der Staatsauwalt? — Gott bewahre!— Der Angeklagte, denn— wir haben einen „Rechtsstaat".— lieber die Vorgänge in Spanien haben wir bis jetzt nur Berichte entweder ans Carlistischen oder aus Madrider Re- gierungskreisen. Von Seiten der föderalistischen Republikaner, die in Cartagena, Xerez, Cadiz und andern Städten die Oberhand gewonnen haben, liegen noch keine Berichte vor, eben- sowenig von Seiten der Sozialisten, deren Organe uns sämmt- lich ausgeblieben sind. So viel läßt sich aber jetzt schon mit Ge- wißheit sagen, daß alle Schauergeschichten, die über angebliche Gräuelthaten der„Insurgenten"(die zu denunziatorischen Zwecken meist schlechtweg„Internationale" genannt werden) in die Welt hinausposaunt worden sind, sich in den meisten Fällen entweder als absichtliche Lügen oder Ausgeburten der feigen Angst, und in den wenigen Fällen, wo nicht jede thatsächliche Grundlage fehlt, als kolosiale Uebertreibungen oder schamlose Wahrheitsverdrehungen herausgestellt haben. Der einzige Punkt, wo es zu einem blutigen Konflikt zwischen Arbeitern und Bourgeoisie gekommen, ist Alcop, und über die dortigen Ereignisse wird deshalb auch von der gegnerischen Presse ani Eifrigsten gelogen. Die Lügner haben jedoch in der Hitze so ungeschickt gelogen, daß sie selber ihr Lügen- netz wieder zerrissen. Den Bürgermeister, der zum unglücklichen Schlachtopfer aufgepufft werden soll, lasten sie mit eigner Hand auf die Arbeiter schießen, welche bis dahin keinen Gewaltakt begangen hatten; und während sie das kurze Handgemenge, bei dem verschiedene Personen, darunter auch der besagte Bürgermeister, das Leben verloren, zu einem lang vorbereiteten systematischen Ausstand zu machen versuchen, gestehen die Tölpel doch ganz un- befangen zu, daß die Insurgenten dem nach diesem Auftritte in die Stadt einrückenden schwachen Truppendetachement keinen Widerstand leisteten, sondern sich gütlich mit den Militär- und Civilbehörden verständigten! Wir theilen nachstehend eine dem„Crimitschauer Bürger- und Bauernfreuud" entnommene kritische Uebersicht des zu Alcoy Ge- schehenen mit:„Die Arbeiter dieser Stadt waren meist Sozialisten, und da trotz außerordentlicher Theuerung die Fabrikanten eine Lohnerhöhung schnöde abschlugen, bereiteten sie einen Strike vor, um höhere Löhne zu erzielen. Montag, den 7. Juli, organisirten einige von ihren Führern die Arbeitseinstellung, und eine Ver- sammlung im Stier- Circus stellte Bedingungen fest. Andern Tags erschien eine Commission der feiernden Arbeiter vor dem Bürgermeister Don Agostino Albors und ersuchte ihn sehr höflich, die Fabrikanten binnen 24 Stunden zusammenzuberufen, um deren Antwort zu erhalten. Wahrscheinlich glaubte Albors, ein einge- fleischter Ausbeuter, der auS Alicante Truppen bestellt hatte, den Forderungen der Arbeiter widerstehen zu können, und rieth den Fabrikanten, sich mit den Männern, denen sie ihr Vertrauen schenken könnten, in ihre Häuser einzusibließcn und Vertheidigungs- maßregeln zu treffen; er selbst würde ini Augenblicke der Gefahr ihnen zu Hilfe kommen. Der Bürgermeister versammelte dann in dem Rathhause und in dem Thurme St. Augustin 32 Gend'ar- men und Polizisten. Inzwischen hatten sich die Arbeiter zu meh- reren Tausenden ohne Waffen und friedlich auf dem Rathhausplatze vereinigt und schickten wieder eine Commission zum Bürger- Meister. Als dieser erklärte, noch keinen endgiltigen Bescheid geben zu können, bemerkte ihm einer der Führer, daß die Arbeiter den Rücktritt des Gemeiuderaths verlaugten. Es steht nun fest, daß der Bürgermeister aus den Balcon hinaustrat und mit eigener Hand einen Schuß in die Menge feuerte. Die Gruppen auf dem Platze zerstreuten sich durch die Stadt, um Waffen zn holen und den Kampf zu beginnen. Führer der Bewegung soll von Anfang an ein gewiffer Albarracin, ein junger Mann ans Valencia, gewesen sein. Der Sturm auf das RathhauS und der Kampf auf dem Platze dauerte von Mittwoch Nachmittag bis Donnerstag Morgen, wobei die Arbeiter 11 Todte und noch mehr Verwundete verloren. Am Dynnerstag schwieg das Feuer der Bc- lagerten aus dem Rathhause und der Kirche Sau Francisco. Die Vertheidiger hatten ihre Munition verschossen und eS blieb den Behörden kein Mittel deS Widerstandes mehr. Die Arbeiter hatten aus der ganzen Stadt Waffen- und Pulvervorräthe zn- sammengeschleppt. Die Zahl der Kämpfenden wird auf 2600 angegeben. Während des Kampfes waren die den Markt einschließenden Häuserreihen in Brand gerathen. „Als der Widerstand aufhörte, zerschmetterten die Stürmenden mit Axtschlägen die Thvre des Ralhhauses, drangen in dasselbe ein und tödteten zwei Gend'armen und 16 Polizisten. Was den Bürgermeister Albors betrifft, so schleppten sie ihn aus den Balcon und fragten die Menge, welche den Platz anfüllte, ob sie ihn todt oder lebendig haben wollte, und als die Antwort erscholl„lebendig", wurde er herabgebracht und auf dem Platze gelyncht. Im Ganzen kamen 30 Personen um, welche sich an dem verrätherischen Anfall auf das Volk betheiligt hatten. Dann war die Stadt ganz in der Gewalt der Arbeiter, welche im Rathhaus einen WohlfahrtS- ausfchnß einsetzten, aber weder raubten, noch mordeten, sondern nur allen Männern verboten, die Stadt zu verlaffeu, während sie den Frauen erlaubten, mit Päffen versehen sich zu entfernen. Viele derselben flüchteten sich in die benachbarten Ortschaften. Man traf auch Anstalten, einige der brennenden Häuser zu löschen. Inzwischen war in Alicante eine Commission ernannt worden, die sich nach Alcoy begeben sollte, um den Frieden zu vermitteln. Diese Aufgabe hatten Ccrvera, als Delegirter des Gouverneurs, und die Provinzial-Teputirten Beltran, Chargues und Nogueras Übernommen. Es folgte ihnen der Gouverneur von Alicante mit einigen Truppen. Er steckte die Parlamentärflagge auf und es kam aus der Stadt eine Commission von 6 Mitgliedern, mit welchen er sich zum Rathhause begab und mit dem Wohlfahrts- ausschusse eine Besprechung hielt. Man kam hierbei überein, die Einwohner von Alcoy straftos ausgehen zu lassen und für die in der Stadt angerichteten Schäden durch eine nach Maßgabe der direkten Steuern zu vertheilende Auflage Ersatz zu verschaffen. Dann ließ man den General Velardc ruhig in die Stadt ein- rücken. Letztere Thatsachen beweisen zur Genüge, daß es feststeht, daß sich die Arbeiterklaffe im Stande der Nothwehr befand,'und lediglich die Bourgeoisie, respektive der ihr ergebene Bürgermeister, schuld an dem Blutbade ist. Nachdem die Stadt sich beruhigt hatte, erfolgte eine Verständigung in Betreff des Sttikes; die Lohn- erhöhung wurde zugestanden und die Arbeit sollte am 17. Juli wieder beginnen." Inzwischen haben die spanischen Verwicklungen dem neuen deutschen Reich Gelegenheit gegeben, seine, schon gegen die Pariser Kommune heldenhaft durchgeführte Rolle des internationalin Polizeibüttels wieder einmal zu spielen.„Seiner Majestät" Kriegs- schiff,„Friedrich Karl", das sich seit Wochen an der spanischen Küste herumtreibt, hat nemlich laut telegraphischer Siezeödepesck'e ein kleines den Insurgenten von Cartagena gehöriges Fahrzeug weggakapert, wozu beiläufig sehr wenig Kourage erforderlich war, da das betreffende Fahrzeug ein bloßes Postschiff war! Damit die Herrn Nationalliberaleu über diesen„glorreichen Seesieg" der jungen deutschen Marine nicht außer dem Häuschen gerathen, wollen wir ihnen, aus purer Menschenfteundlichkeit, verrathen, daß der sehr „respektable" und auch liberale„Spektator",— wohl das„respektabelste" der Loudouer Wochenblätter— vor Kurzem in einem längeren Artikel seine Freude über die Vermehrung der russischen Flotte ausdrückte,„weil jedes russische Schiff für Enzland ein Pfand deS Friedens sei, insofern es im Fall eines Kriegs entweder den Engländern in die Hände fallen oder mit ungeheuerem Kräfte- aufwand vor diesem Loos bewahrt werden müßte."„Aus denselben Gründen, so schließt der Artikel, wünschen wir auch eine starke deutsche Flotte; denn sie vermehrt unfern Einfluß auf Deutschland."(S. Ileralck ok?laee für Juli, der den betr. Passus abdruckt.) Unsere Nationalen sehen hieraus, daß unsere Flotte ein gefundenes Fressen ist für die— Engländer; und sonstigen Seemächte.— In der„Versailler Krautjunkerversammlung" wieder eine par- lamentarische Spiegelfechterei. Jules Favre, der Fälscher und Erb- schleicher, figurirte als Führer der vereinigten Linken! Das kenn- zeichne� die Gesinnungstüchtigkeit dieser Leutchen! Und die dünken sich besser als die royalistische Crapulc der Rechten!— Der im Englischen Baugewerke drohende Strike und Lockout ist im letzten Moment abgewandt worden. Nichdem die Unter- Handlungen sich zerschlagen hatten, schickten die Arbeiter sich Sonn- abend, den 19., an, die Arbeit zu verlassen, als plötzlich von den Meistern die Erklärung einlief, daß sie die Forderungen der Arbeiter voll und ganz bewilligten. Ein glänzender Triumph der Organi- satiön! Beschäftigung der Frauen und Minderjährigen in Fabriken. (Aus der„Augsburger Allgemeinen Zeitung.") Der Bundesrath hat in seiner Sitzung vom 4. Mai ds. Js. beschlossen: die Resolution des Reichstages vom 30. April ds. Js. wegen Anstellung von Erhebungen über die Angemessenheit und Nothwendigkeit eines gesetzlichen Schutzes der in Fabriken beschäftigten Frauen und Minderjährigen gegen sonntägige Arbeit, sowie gegen übermäßige Beschäftigung an den Werktagen, mit Rück- ficht darauf, daß über den Gegenstand von der königl. preußischen Regierung, beziehungsweise vom Reichskanzleramte, bereits Ver- Handlungen eingeleitet sind, einstweilen zurückzulegen. In Bezug auf die Maßregeln zum Schutze der in Fabriken beschäftigten Frauen hat die königlich preußische Regierung nun- mehr ein Promemoria mitgetheilt, in welchem die Ergebnisse der von ihr hierüber angestellten Ermittelungen dargelegt und die- jenigen Punkte speciell aufgeführt sind, deren Klarlegung sie zur sicheren Beurtheilung des Bedürfnisses und der Modalitäten einer gesetzlichen Regelung dieser Angelegenheit für erforderlich erachtet. iZur Gewinnung einer zuverlässigen Grundlage wird darin ins- besondere als nothwendig bezeichnet. 1) Eine nach den Hauptindustrien geordnete Uebersicht, welche nachweist a) die Zahl der in jedem Bezirke beschäftigten weibtiche» Personen, gesondert nach Altersklassen(12— 14, 14— 16, 16— 18, 18— 20, 20— 25, über 25 Jahre) und unter Angabe des Prozent- satzcS der Verheiratheten(dabei wird als erwünscht erachtet, wenn zur Bergleichung die Zahl der in dem betreffendem Bezirk beschäf- tigten männlichen Fabrikarbeiter angegeben würde); b) Anfangs- und Endtermin der Tagesarbeit, die Pausen und die danach sich ergebende effektive Arbeitszeit, eventuell für Sommer und Winter, stille und eilige Geschäftszeiten gesondert, v) Abweichungen von der regelmäßigen Arbeitszeit für verheirathete Arbeiterinnen, ä) Vorkommen und Umfang der Nachtarbeit, e) Vereinigung oder Trennung der Geschlechter in den Arbeitsräumen, k) die Lohn- fätzc nach Minimal-, Maximal- und Durchschnittssätzen, g) Die- j.nigen Veranstaltungen und Einrichtungen, welche zu Gunsten der Fabrikarbeiterinnen bestehen. 2) Erörterung der vorhandenen Mißstände, welche unter Aus- kunftSertheilung darüber ob die mit Frauenhänden arbeitende In- dustrie schon älteren oder jüngeren Datums ist, vornehmlich auf folgende Fragen sich zu erstrecken hätte: a) Sind gesundheitsschädliche Einflüsse hecgetreten— allgemein oder für bestimmte In- dustriezweige? Worin haben sie ihren Grund? Ist eine Abnahme der Kraft und Gesundheit in den betheiligten�Volksklassen zu be- merken(Bergleichung mit Distrikten wo keine Frauen in Fabriken beschäftigt werden, Ergebnisse der Militäraushebung)? Ist dieselbe eventuell auf die verkümmerte Körperentwicklung der weiblichen Jugend zurückzuführen? d) Welche Mißstände in Beziehung auf Sittlichkeit, wirthschaftliches und Familienleben sind hervorgetreten — allgemein oder für einzelne Zweige? Auf welche Gründe sind sie zurückzuführen? Welche Bedeutung hat iu dieser Beziehung die Beschäftigung der verheiratheten Frauen, der heranwachsenden Mädchen, insonderheit der gemeinsamen Arbeiten männlicher und weiblicher Arbetter? 3) Erörterung der Mtitel zur Abhülfe. Sind solche allgemein erforderlich, beziehungsweise wünschenswerth, oder nur für noch nicht völlig Erwachsene? Welche Mittel sind für zweckmäßig zu erachten? 4) Erörterung der Durchführbarkeit der wünschenswerthen Maß- regeln und der Bedenken dagegen. Wird eine Schädigung der Industrie befürchtet, so sind die betreffenden Industriezweige zu be- zeichnen und unter Darlegung ihrer Betriebs- und Absatzverhält- nisse die Bedenken einer Abkürzung der Arbeitszeit, des Verbots ver Nachtarbeit und des Gebots der Trennung der Geschlechter näher zu begründen. Ebenso sind die Bedenken, welche aus der wirthschaftlichen Lage der Arbeiterbevölkerung hergeleitet werden, näher zu begründen, unter Bergleichung der Erwerbsverhältnisse in den Kreisen und Klassen, in welchen Beschäftigung der Frauen in Fabriken stattfindet, mit denen, wo solche nicht stattfindet, in- sonderheit auch mit den Verhältnissen der Hausindustrie. Was die Beschäftigung Minderjähriger in Fabriken anbelangt, so hat die Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869 in den tzZ 128 bis 133, 149, 150, sowie daö Gesetz, betreffend die Einführung derselben in Bayern vom 12. Juni 1872 in§ 2, Nr. 5, 6, de- reits Anordnungen zur Pcrhütung einer übermäßigen Belastung der jugendlichen Arbeiter mit Fabrikarbeiten gettoffen, hinsichtlich deren nur in Frage kommen dürfte, ob und in welchen Beziehungen dieselben einer Ergänzung bedürfen, wenn ihr Zweck sicherer als bisher erreicht werden soll. Hierbei wird es namentlich aus Er- örterung folgender Punkte ankommen: 1) Die Bestimmung des Z 128 der Gewerbe-Ordnung, daß Kinder zwischen 12 und 14 Jahren in Fabriken nur 6 Stunden beschäftigt werden dürfen, kann in ihrer Ausführung nur dann wirksam kontrolirt werden, wenn der Zeitraum, innerhalb dessen der Anfangs- und der Endpunkt der täglichen Arbeitszeit liege» muß, enger begrenzt werden wird als es im ß 129 der Gewerbe- Ordnung geschehen ist. Nach der letzteren sollen die Arbeitsstunde» nicht vor halb 6 Uhr Morgens beginnen und nicht über halb 9 Uhr Abends dauern; innerhalb dieser beiden Zeitpunkte ist den jugendlichen Arbeitern Vor- und Nachmittags eine Pause von einer halben Stunde und Mittags eine ganze Freistunde zu ge- währen. Der erwähnte Zweck dürfte sich durch einen Zusatz zu K 129 des Inhalts erreichen lassen: daß dieselben Kinder nur vor oder nur nach der Mittagspause beschäftigt werden dürfen. En solche Bestimmung würde zugleich die wohlthätige Folge haben, da der im tz 128 für Kinder unter 14 Jahren vorgeschriebene tägliche Besuch eines mindestens dreistündigen Schulunterrichts mehr als bisher gefördert würde, weil dann entweder der ganze Bormittag oder der ganze Nachmittag für den Schulbesuch frei bliebe. Vor- aussichtlich würde außerdem durch eine solche Anordnung allmähliö auch die wnnschenswerthe Reduktion der Arbeitszeit auf 5 Stunden, die halbe Schicht der jugendlichen Arbeiter von 14 bis 16 Jahren erreicht werden. 2) Die Controle der Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung, welche sich auf zuletzt gedachten Personen beziehen, dürste wesent- lich erleichtert werden, wenn den Arbeitgebern die Verpflichtung auferlegt würde, die für ihre Fabriken bestimmten Anfangs- und Endtermine der Arbeitszeit, sowie der drei Pausen, der Aufsichts behörde anzuzeigen. 3) Bei Gelegenheit außerordentlicher Revisionen ist in zahl- reichen Fabriken der Mißstand wahrgenommen worden, daß die jugendlichen Arbeiter, welche in Akkord arbeiten, die Pause, auch wenn sie vom Arbeitgeber gewährt worden, nicht benutzen. Die entspricht jedenfalls nicht der Absicht, welche der Vorschrift deS§ 129 der Gewerbe-Ordkiung zu Grunde liegt; eS läßt sich aber nur hin- dern, wenn dieselbe eine Fassung erhält, durch welche außer Zweifel gestellt wird, daß die Strafbestimmungen deö ß 150 der Gewerbe- Ordnung und des§ 2 Nr. 6 deS Gesetzes vom 12. Juni 137? auch auf Arbeitgeber Anwendung finden, welche nur dulden, daß jugendliche Arbeiter während der Pause in den Fabrikräumen arbeiten. 4) Die Bestimmungen, welche die Gewerbe-Ordnung zum Schutz� jugendlicher Arbeiter getroffen hat, erstrecken sich aus die letzteren nur insofern, als dieselben das sechzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Da die Resolution des Reichstags sich auf die Minderjährigen im allgemeinen bezieht, so dürfte serner in Frag» kommen, ob etwa auch im Interesse solcher Minorennen, welche das sechzehnte Lebensjahr bereits zurückgelegt haben, besondere Maß- nahmen zu ergreifen wären, um sie gegen Ueberbürdung mit Fabrik arbeit sicherzustellen. 5) Außerdem würde in Erwägung zu ziehen sein, ob nickt die Anstellung eigener Beamten zur Beaufsichtigung der Ausführung der§§ 128— 133 der Gewerbe-Ordnung(Fabrik- Inspektoren), welche in diesem Gesetze dem Ermessen der Bundesregierungen an- heimgegeben ist, obligatorisch zu machen und zugleich ihr Wirkungs- kreis auf das ganze Gebiet der Fabrikgesetzgebung auszudehnen sein möchte. Nur auf diesem Wege dürfte die uothwendige Versckärfung der Aufsicht über die Ausführung der Vorschriften der Gewerbe- Ordnung zu erreichen sein. Die Handhabung der Aufsicht durch die Ortspolizeibehördcn hat sich als unzulänglich erwiesen. Ohne allgemeine Einführung des Instituts der Fabrik-Jnspektoren würde daher jede sonstige Aenderung der Fabrikgesetzgebung erfolglos bleiben. Was endlich die sonntägliche Arbeit anbelangt, so ist dieselbe durch§ 129 der Gewerbeordnung für jugendliche Arbeiter untei 16 Jahren bereits verboten. Es bliebe daher nur eine Aus- dehnnng dieser Bestimmnng auch auf andere Minderjährige, und auf Frauen, welche in Fabriken beschäftigt werden, in Erwägung zu ziehen. Der Reichskanzler hat hiernach den Antrag gestellt: der Bundcsrath wolle stck damit einverstanden erklären, daß behufs Erörterung der in der Resolution des Reichstags vom 30. Apri ds. Js. bezeichneten Gegenstände eine Enquete angestellt werde. i" la W de INi ini toe Na sie Zu fcti che P. de fld ge: da Ich au di AI lei Vi h sa> « Innere Partei-, Verwaltnugs- und Organisation� Angelegenheiten. Ihren Verpflichtungen für Monat Juni sind noch nachgekoM men die Mitglieder zu Altona, Berlin, Bielefeld, Darmstadt Königsberg, München, Sückteln, Stade und Werdau. Es sind also noch mit ihren Steuern für Juni rückständig Auerbach, Apolda, Arnstadt, Amberg, Bamberg, BenSheim, Berka Burgstädt, Celle, Cameuz, Coburg, Chemnitz, Constanz, Crefeldi Dresden, Dessau, Düsseldorf, Dülken, Deuben, Dahme, Döbeln Eifenach, Elstra, Essen, Elberfeld, Frohburg, Fürth, Franken berg, Forst, Frankenhausen, Finstenvalde, Freiburg in Schl- Frankfurt a. O., Giengen, Gera, chkauchau, chotha, Geyer Geestendorf, Gr. MUHlingen, Großenhein, Gesau, Heinichen, Hildes m heim, Halberstadt, Hersfeld, Herborn, Harburg, Hof, Harzt<$' gerode, Herbede, Hänichen, Kirschhausen, Kreuznach, Kölschen bröda, Kaiserslautern, Lunzenau, Luckenwalde, Lichtensteio Leukersdorf, Lübeck, Landau, Münchenbernsdorf, Marburg, Mainz Mannheim, Metzingen, Mylau, Mülsen St. N., Markirch, M» rienberg, M.- Gladbach, Neubielau, Neviges, Neundorf, Netschkav Neustadt a. v. Orla, Oberlungwitz, Offenbach, Ohlau, Pössneck Penig, Pfersee, Plauen, Pirna, Peilau, Quedlinburg, Ronneburg Ronsdorf, Rochlitz, St. Aegidien, Saalfeld, St. Tönis, Scharw deck, Solingen, Stuttgart, Schwabing, Stadt Remda, Staß furt, Schweinau, Tübingen, Thalheim, Viersen, WandSbeck Wittgendsdorf, Waldenburgs Wieda, Weida, Würzburg, Wilka» Weigelsdorf, Wechselburg. Hamburg, den 26. Juli 1873. Der Kassirer: H. Benneke, kl. Schäferkamp 34. Anträge zum Partei-Kongreß. Die Hamburger Mitglieder beantragen: he Nil de ni A, re de vt nc 1. ka E Diejenigen sozial-demokratischen Blätter Deutschlandi welche gleich dem„Volksstaat" daS Parteiprogramm ve>" treten, haben sich in persönlichen und taktischen Part« z, fragen den Parteibehörden unterzuordnen; im» gerungSfalle ist ihnen jede moralische und materiel Unterstützung Seitens der Partei zu entziehen. 2. Zur Begründung von lokalen Parteiorganen ist die Z» stimmung des Ausschusses, welchem über die bezügliche örtlichen Verhällnisse rechtzeitig und ausführlich berufst werden muß, erforderlich. Der Ausschuß hat bei jede» von Parteigenossen projektirten Zeitungsunternehme außer der agitatorischen Seite auch die Eigenthumsfra in Erwägung zu ziehen und möglichst zu Gunsten d« Besitzrechte der Partei zu entscheiden. 3. Der Kongreß beauftragt den Ausschuß, sobald die Hältnisse eS gestatten, mit der Gründung einer bellet» es be «b zu di ei: ni ste A -tz- rea >cht die t jr cid die ing !N)l an- gs- ein ing de irch hne rve �los elbe itei us lind ang der »uss pril om- adt zig> rka> 1d� ein keN' cht. y-ci >arz� hen iein i»;. ika» neck urz rrw >t-ß >e lka» stischen, wöchentlich einmal erscheinenden Partei-Zeit- schrift(llnterhaltungsblatt) vorzugehen. Der Preis dieser Zeitschrift darf zehn Silbergroschen(35 kr.) pro Quar- tal nicht übersteigen.(Fortsetzung folgt.) Gewerksgenossenschaftliches. Internationale Gcwcrksgcnossenschaft der Maurer und Zimmerer. Mraunschweig. Ich fordere hiermit die frühere Bororts-Ver- waltung in Dresden öffentlich auf, sämmtliches Material, als Hauptkassen-Bücher, allen Baarvorrath an Gelde und alle sonst bazugehörigen Utensilien sofort an die jetzige Verwaltung nach Braunschweig abzugeben. Ebenfalls fordere ich sofort das Proto- toll der.letzten Generalversammlung, um uns und allen Mitglied- schaften Genüge zu leisten. Nachdem dieses mehrmals brieflich ge- fordert wurde und bislang nichts für diese Sache gethan wurde, fehe ich mich genöthigt, selbiges auf diesem Wege energisch zu for- dein, um nicht bei den Mitgliedschaften Mißtrauen zu erregen, "wegen Lauheit der jetzigen Verwaltung. Im Auftrage des Vcrwaltungsraths: Heinrich Riecke, 1. Vorsitzender, Schöppenstedterstr. 50. Correspondenzen. Leipzig. Unter dem Titel„Die Sozialdemokratie und die Volksbildung" bringt das von Karl Wartenburg redigirte »Norddeutsche Wochenblatt" einen Leitartikel, der sich gegen das in Nr. 57 d.„V." enthaltene Leipziger Referat über die dritte General- Versammlung der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung richtet. Trotzdem es dem Leitartikelschreiber„merkwürdig" erscheint, «mit welchem Ingrimm die sozialdemokratische Partei alle diejeni- gen Bestrebungen verfolgt, die nicht von ihr ausgehen", ist er dennoch„nicht überrascht worden, daß der„Volksstaat" die Gesell- schaft für Verbreitung von Volksbildung, die vor Kurzem in Leipzig chre Generalversammlung abhielt, in seiner bekannten gehässigen Weise angegriffen hat«. Und nun bringt der Artikel den Schluß des Referats:„Mit Einem Wort-c." und endet folgenderniaßen: ..Merkwürdig, daß das Säbelrasseln, das Renommiren und Bra- Marbasiren bei den Junkern, wie bei den Sozialdemokraten vor- kommt, nur in der Form etwas verschieden, im Wesen nicht. „Freilich, diese anmaßende, herausfordernde Sprache ist noth- wendig, um die Parteigenoffen in dem Wahn von der Macht, der Stärke, der Unfehlbarkeit der Partei bezüglich der Parteiführer in erhalten. „lliichts ist wohlfeiler als ein Programm, eine Forderung auf- Zustellen, durch welche man unentgeltlichen Volksschulunterricht ver- langt. Aber damit dient man der Sache der Bildung sehr wenig. Wenn unter den Tausenden von Menschen, die z. B. die Vorträge des Wanderlehrers Dr. Lindwurm, hörten, nur Hundert etwas mehr Kenntniß, Wiffen, mit einem Wort: etwas mehr Bildung mit nach Hause getragen haben, so ist das viel mehr werth, als wenn das Organ der sozialdemokratischen Partei und der inter Nationalen Gewerksgenossenschasten derartige allgemeine Sätze auf- stellt, ohne im Uebrigen etwas zu thun, dem Volke Bildung bei- zubringen. „Wäre der„Volksstaat" wirklich das Organ einer jugendfrischen Partei, die das Heil der Zukunft in ihrem Schooß trüge, wäre die internationale Sozialdemokratie wirklich die Partei, ans wel cher die Wiedergeburt derselben erfolgen werde, so würde ihre Partei nicht edle Bestrebungen verdächtigen, herabzuziehen und zu verkleinern suchen. Eine Partei, die als Messias der Menschheit sich gerirt, eine Partei, die behauptet, daß die alte abgelebte bür- gerliche Gesellschaft abtreten und ihr den Platz überlassen müsse, darf nicht voller kleinlicher, giftiger, neidischer Gefühle und abge- schuiackter Prahlereien sein. Das ist ein Zeichen innerer Krank- hell und Verderbniß. Und-aus Krankheit und Verderbniß kann nie das Heil der Welt kommen!" Das„Säbelraffeln",„Renommiren",„Bramarbasiren" und auch die„herausfordernde Sprache", die„nothwendig" sei, um die Parteigenoffen über die Stärke der Partei zu täuschen, das Alles schenken wir Herrn Wartenburg. Es ist zu albern. Viel- leicht wird es Herr Wartenburg an sich selber erleben, daß er den Mund zu voll»ahm, als er die Sozialdemokratie der Renommage zieh. Sollte sich nämlich die Candidatur Wartenburg's im 18. sächsischen Wahlkreise bestätigen, dann gratuliren wir ihm im Voraus zu der Ehre, von der Sozialdemokratie geschlagen worden zu sein. Aber das nebenher. Herr Wartenburg hätte jedenfalls bester ge- than, den Lesern seines Blattes das fragliche Referat ganz zur Kenntniß zu bringen, dieselben wären dann nicht im Unklaren tcs geblieben, warum wir die„Bildung", die die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung anstrebt, nicht Bildung, sondern Berbildung nannten. Es ist kein„allgemeiner Satz", wenn in bem betr. Referat gesagt ist, daß es der„Gesellschaft für ic." Vicht um die Volksbildung schlechthin, als vielmehr um eine gewisse Art von Bildung zu thun sei. Katheder, Kanzel und Kasernen reichen eben nicht aus, den Geist der Unzuftiedenheit, der immer vernehmlicher seine Stimme gegen die bestehenden politischen und ökonomischen Zustände erhebt, zu bannen; und da ist Hilfeleistung vothwendig. Und dem reactionären Staat kommt die liberale Bourgeoisie zu Hilfe. Doch die Hilfe kommt zu spät. Gelang rs der systematischen Verdummung nicht, das Erwachen des Klassen- bewußtseins im Proletariat zu verhindern, die Corruption>Md es oben so wenig vermögen. Und daS Letztere will die Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung, dafür bürgen die Männer, die an der Spitze dieser Gesellschaft stehen. Eine Klasse, deren eigenste Bildung in der Fähigkeit besteht, die Massen auszubeuten, eine solche Klasse kann mit der Verbreitung von Volksbildung Vichts anderes wollen als Duldung, Unterwerfung unter die be- J stehenden politisch-ökonomischen Zustände.„Harmonie zwischen in" Ausbeutern und Ausgebeuteten", in diesem Satze gipfelt das Pro- gramm der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. Wel- chen Anklang diese These aber unter den Arbeitern findet, davon kann Hr. Dr. Lindwurm erzählen. In Gera war es, wo dieser «Volksbildner" verstummen mußte vor dem Rufe der Arbeiter: Erst Brod und dann Bildung. St. Wichel«. Da der Weberstrike in Berlin ein allgemeiner geworden ist, so fühlten sich die Parteimitglieder St. Müchelns bewogen, die strikeuden Weber nach Kräften zu unterstützen und wurde in letzter Versammlung beschlossen, eine fteiwillige Samm- lung bei sämmtlichen Webern zu veranstalteu und hat diese 6 Thlr. 20 Gr. ergeben, auch Stangendorf hat eine Sammlung veran- staltet, die auch 1 Thlr. lv Gr. ergab. Gleichzeitig ersuche ich alle Weber Deutschlands keine Mühe zu scheuen, unsere Kollegen Berlin nach Kräften zu unterstützen. Wir wollen der Bourgeoisie 4. ves irtei WS riell an ichS ich" de" hall frai . dck beweisen, daß wir auch leben wollen wie Menschen, aber bei einem solchen Lohn ist noch gar keine Rede vom Leben. Heinrich Müller. Werkt«, 25. Juli. Nachdem der Strike der Stuhlarbeiter (Weber) seit dem 1. Juli gemeinschaftlich von Meistern und Ge- sellen geführt wurde, ist am heutigen die Bewegung leider in ein anderes Stadium getreten.— Die hochlöblichen vereinigten In- nungen, welche die Führung des Strikes übernommen hatten, zeig- ten gleich im Anfang der Bewegung, daß sie nicht fähig waren, die Sache zu einem guten Ende" zu führen; und trotzdem sie in den ersten Versammlungen Stein und Bein schworen, an dem Lohntarif festzuhalten, erklärten sie in der heutigen Versammlung, dennoch die Arbeit wieder aufzunehmen(natürlich ohne daß die Fabrikanten bewillgt haben), sie erklärten, daß sie nicht im Stande wären, noch Jemanden zu unterstützen, da es an Mitteln fehlte!? (Wir bezweifeln das.) Schließlich empfahlen sie noch ihren Kolle- gen, sich komptoirweise zusammenzuschaaren, vor die Herren Fabri- kanten zu treten, um zu retten, was noch zu retten ist! Wir Ge- sellen sind aber nicht gesonnen, unter den alten schimpflichen Be- dingungen wieder zu arbeiten, mehrere Hundert sind bereits aus- gewandert und die Berheiratheten werden nach Kräften von uns unterstützt. Nächste Woche haben wir Generalversammlung und wir sind gesonnen, alle diejenigen Gesellen, welche von ihren Mei- stern überredet und unter der Vorspiegelung einer Lohnerhöhung bereits wieder arbeiten, von'Neuem zu bewegen, die Arbeit nieder- zulegen; wir sind nicht im Stande, für den alten Lohn unsere Existenz weiter zu fristen und bitten alle Arbeiter um Unter- stützung in diesem harten Kampfe. Vor Zuzug wird gewarnt. Mit Gruß die Kommission der Stuhlarbeitergesellen: Br. Scholz, Vors. G. Gladewitz, Schriftf. XL. Alle arbeiterfteundlichen Blätter werden gebeten, von obigem Bericht Notiz zu nehmen. Die Obigen. Hamburg. Der Strike der Klempner und Gas- und Wasser- anlcger ist noch immer nicht zu Ende, und wir ersuchen daher, Zuzug auch ferner fern zu halten. Durch die thatkräftige Unter- stützung unserer Eollegen, von hier sowohl wie auch von außerhalb, ist es uns niöglich geworden, dem Andrängen unserer Arbeitgeber gegenüber Stand zu halten, welche weder Lüge noch Verläumdung scheuen, um uns zu besiegen. Das Ziel, welches unsre„Herren Arbeitgeber" hauptsächlich bei Aufnahme des Kampfes im Auge hatten, war die Sprengung des hiesigen Fachvereins der Klempner und Gasfitter. Nun, da hett en Uhl seeten sagt der Hamburger. Bisher ist es ihnen nicht gelungen und es wird ihnen auch nicht gelingen; im Gegentheil, durch den Strike sind viele Eollegen zu der Einsicht gelangt, daß die Bereinigung eine Nothwendigkeit ist. Darum, Eollegen allerorts, vereinigt auch Ihr Euch, damit Ihr stets auf derartige Fälle vorbereitet seid. Den Eollegen, die uns bisher so thatkräftig unterstützten, sagen wir unfern herzlichsten Dank. Sobald der Strike zu Ende ist, werden wir die Abrechnung folgen lasten. Schließlich verweisen wir noch alle hierher reisenden College» auf unser Arbeitsnachweis- Bureau, Schoppenstehl 22. Briefe:c. sind zu richten an den Unterzeichneten. Mit collegialischem Gruß: W. Metzger, Borsitzender des Fachvereins, Böhmkenstraße 8, II. Kalle, 14. Juli. Der Jahresbericht der Handelskammer für Halle-c. pro 1872 gibt folgende Musterschilderung der soziale» Bewegung sowie eine Lohnstatistik ihres Bezirks: „In Halle selbst ist im vergangenen Jahre die Lastalleauische Agitation, die jetzt mehr die Umgebung bereist, weniger bemerkbar als in den vorhergehenden Jahren gewesen. Einige öffentliche Versammlungen sozialdemokratischer Tendenz waren sogar schwach besucht. Auch bedeutendere Strikes sind bei den Arbeitern der Großindustrie nicht vorgekommen, da denselben durch fteiwillige(?) Erhöhung der Löhne vorgebeugt wurde und sich überhaupt die Fürsorge(?) der Arbeitgeber für ihre Leute in erfteulicher Weise bezeugte(??). Vielfach wurden die Arbeiter gegen Unfälle ver- sichert und die Krankenkassen unterstützt.(Warum werden keine Zahlen angegeben?„Bielfach" ist eine Phrase, die beliebig ge- dehnt werden kann. R. d.„V.") Zur Milderung der Wohnnngs- noth sind nicht allein städtischerseits eine große Anzahl Häuser erbaut worden(eine wie„große Anzahl Häuser"? 2 oder 200?), auch der von namhaften(;. B.?) Patrioten unterstützte Wohnungs verein versucht es(ganz recht:„versucht" es; von einem„Geliu- gen" wagt man noch nicht zu reden», Abhilfe zu schaffen, während einzelne größere Industrielle Wohnhäuser für ihre eigenen Arbeiter errichten lasten.(Um die Arbeiter an die Scholle zu fesseln und bei ausbrechenden Strikes auf die Straße zu werfen.) Derartiges Entgegenkommen(?) vermochte freilich nur theilweise oben geschil- derte Verhältnisse zu mildern. Als der erheblichste Strike ist der- jenige der hiesigen Steinhauer zu bezeichnen, welche im vergangenen Frühjahr eine Lohnerhöhung um ca. 30 Prozent erreichten. Hier- bei sei erwähnt, daß die hiesige Firma C. A. Merkel, welche den Bau des Reichs-Generalpostamtes in Berlin übernommen hat, die Generaldirektion nicht bewegen konnte, ihr eine Entschädigung für die so enorm gestiegenen Arbeitslöhne zu gewähren, sondern angehalten wurde, den im Jahre 1871 abgeschlossenen Vertrag in allen seinen Theilen aufrecht zu erhalten.— Während die Groß- Industrie hiesigen Platzes im Allgemeinen von den Strikes ver- schont blieb, traten fast alle hiesigen Kleingewerbe den Kreislauf des Strikes nach einander an. Es erhöhten zunächst die Gesellen ihren Lohn, worauf die Meister die Mehrkosten mit einigen(?) Prozenten Zuschlag ans das Publikum abwälzten.— In den Bitterfelder Fabriken machten sich theilweise Arbeitseinstellungen und Erpressung(!!) höherer Löhne bemerkbar, wurden aber im mer iin Keime unterdrückt.— Bei dem Bau der Aktienmalzfabrik in Könnern stellten vorigen Sommer 50 Maurer die Arbeit ein und forderten unbedingte Haftpflicht der Arbeitgeber für Ver- unglückungen von Maurern und Lohnerhöhung. Eine geringe Lohnerhöhung wurde bewilligt, alle anderen Anträge aber abgelehnt, und der Strike hatte hiermit in wenigen Tagen sein Ende. Der Versuch, die übrigen Bauhandwerker und die bei den V-> lest übrigen Bauten beschäftigten Maurer zur Theilnahme an der Ar- beitseinstellung zu bewegen, war von vorn herein gescheitert. Die soziale Frage wird in Versammlungen und sonst öfters ventilirt; ein großer Theil der Bauhandwerker huldigt den Grundsätzen der Gewcrkvereine.— In Eilenburg ist es zu einer Arbeitsein- stellung noch nicht gekommen, obwohl verschiedene soziale Reise- agitatoren nach Kräften schürten. Die dortigen Fabriken erhöhten freiwillig(nicht in Folge der„Schürung"?) die Löhne.— In Freiburg a. d. U. forderten� die Bauarbeiter bei Beginn dieses Jahres Abkürzung der Arbeitszeit um 1 Stunde und Erhöhung der Löhne um 25 Prozent, was ihnen gewährt wurde. Später stieg der Lohn nochmals um ca. 10 Prozent.— In Hohenmöl sen sind Arbeitseinstellungen nicht vorgekommen. Seit einiger Zeit treiben jedoch wieder Abgeordnete des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" ihr Wesen. Die Versammlungen, welche von diesen Reisepredigern abgehalten werden, sind immer ziemlich stark besucht, sie verlaufen aber stets sehr ruhig, und ist die Zahl derjenigen, welche sich als Mitglieder des genannten Vereins haben aufnehmen lasten, nach der Mitgliederliste, nicht bedeutend. — In LandSberg kamen Versuche zu Strikes wiederholt vor. — In den verschiedenen Etablissements bei Laucha traten Strike- versuche hervor, weil dte Leute wegen Neubau der chaussirten Straße von Laucha nach Nebra einen Hinterhalt zu haben glaub- ten.— Ans Löbejün wird uns geschrieben, daß auch dort mehr- fache Schwierigkeiten und Verlegenheiten durch die in neuerer Zeit hervorgetretenen Verhältnisse zwischen Arbeitgebern und Ar- beitnehmern entstanden. Während Bedürfniß und Nachfrage be- deutend zunahmen und die Fabrikanten an bestimmte LieserungS- fristen gebunden waren, mußte die tägliche Arbeitszeit verringert werden. Störend auf den Geschäftsgang mußte es in hohem Grade einwirken, daß unberechtigte(??) Arbeitseinstellungen der Arbeiter in Masse oder plötzlicher Abgang mehrerer oder ein- zelner Arbeiter aus der Fabrik ohne vorherige Kündigung statt- fanden, auch wohl willkürlich die Arbeiter Tage lang feierten.— In Nebra haben die stark vertretenen Steinhauer auf Anregung des sogenannten„Gewerkvereins der deutschen Steinmetzen und Steinhauer in Berlin" zum Zwecke von Lohnerhöhungen zwar die Gründung eines Ortsvereius versucht; die Sache ist aber bis jetzt noch nicht zu einem Abschlüsse gediehen.— Während bis in die neueste Zeit Naumburg von sozialen Agitationen verschont ge- blieben war, traten dieselben in den letztverflostenen Monaten desto stärker auf. Mehrere Reiseagitatoren der Lastalle'schen Richtung veranstalteten zahlreich besuchte Versammlungen, in denen Beitritts- erklärungcn erfolgten und die proponirten Resolutionen angenom- men� wurden. Eine dieser Versammlungen mußte polizeilich auf gelöst werden. Beide Richtungen der sozialen Agitation, die Hirsch- Duncker'sche und die Lastalle'sche, sind in Naumburg vertreten und haben sich in den gedachten Versammlungen gegenseitig bekämpft. Beide haben in Naumburg zwar Zweigvereine des Berliner Haupt- Vereins gebildet, doch ist ihre Mitgliederzahl nur gering, da bei der wenig zahlreichen Arbeiterbevölkerung Naumburg keinen geeig- neten Boden für die soziale Agitation darbietet. Eine in's Werk gesetzte Arbeitseinstellung der Kammfabrikarbeiter wurde durch güt- liche Vereinbarung beseitigt.— In Querfurt wurden mehrfach soziale Agitationen von auswärtigen Agenten angeregt, doch ohne störenden Erfolg. Tagelöhne und Fuhrlöhne sind im vergangenen Jahr durch fteiwillige Vereinbarungen bei großer Nachfrage nach Arbeitskraft mindestens um 50 Prozent gestiegen.— In Schkölen sind zwar soziale Agitationen versucht worden, aber nicht zur Ausführung gekommen, da keine Lokalitäten zu Versammlungen zur Disposition gestellt wurden.— In Stößen ist der Mangel an Arbeitskraft fühjbar und daher ein Streben nach Lohnerhöhung vorhanden.— In Teuchcrn machen sich jetzt soziale Agitationen mehr bemerkbar als sonst. Dies mag auch der Grund zu der noch nicht beendeten Arbeitseinstellung der Steinhauer hiesiger Um- gegend sein.— In Weißen fels ist eine organisirte, allgemeine Arbeitseinstellung nicht vorgekommen, dagegen hat sich ein häufiges, ganz willkürliches Wegbleiben der Arbeiter resp. Fortgehen dersel- den von der Arbeit, sowohl von einzelnen, als auch von mehreren gleichzeitig, anscheinend auf Verabredung eingestellt. Hierdurch wurde z. B. in der Zuckerfabrik der Betrieb zeitweise, oft sogar momentan auf die Hälfte reducirt. Es liegt hier unzweifelhaft ein Mangel der jetzigen Gesetzgebung vor, nach welcher wohl der Arbeitgeber gezwungen werden kann, seinen Verpflichtungen nach- zukommen, nicht aber der Arbeiter, da der einzige Weg, welcher dem Ersleren gegen den Letzteren freisteht, der des CivilprozesteS, ein viel zu langwieriger und fast immer für den Arbeitgeber, in Folge Aufhebung der Schuldhaft, erfolgloser ist.— In Zeitz haben es die Sendlinge der Sozialdemokratie an Agitationen unter den zahlreichen Arbeitern nicht fehlen lassen, wodurch die Ansprüche der Arbeiter und Gesellen auf höhern Lohn rege wur- den. Die zur Entscheidung des seit dem 1. Januar 1372 in Zeitz bestehenden gewerblichen Schiedsgerichts gebrachten Fälle vermehr- ten sich; doch ist es zu wirklichen Strikes nicht gekommen.— Im Mansfeldschen Kupferschieferbergbau war der durchschnittliche Gedingeverdienst für die 8stündige Häuerschicht bei der Strebarbeit auf den oberen Revieren 26 Sgr. 4 Pf. bis 23 Sgr. 8 Pf., d. i. Sgr. 8 Pf. bis 4 Sgr. 5 Pf. höher als 1871; auf den unteren Revieren von 24 Sgr. 10 Pf. bis 27 Sgr. 10 Pf., d. i. 2 Sgr. 7 Pf. bis 3 Sgr. 1 Pf. höher als 1871. Zur Beför- derung der Ansiedlung gewerkschaftlicher Arbeiter wurden von der kupferschicferbauenden Gewerkschaft 80 Darlehne mit zusammen 10,098 Thlrn. ausgegeben, außerdem Baustellen billig verkauft und Familienhäuser gebaut.—- Im Kohlenbergbau machte sich ein großer Mangel an Arbeitern fühlbar. Die Nachfrage war dauernd stärker als das Angebot, was dahin führte, daß die Löhne noch weiter in die Höhe gingen. Besonders stark(!) war die Lohnsteigerung in dem gewerblichen Landstrich um Zeitz, wo die Häuerlöhne stellenweise die Höhe(!) von einem Thaler und mehr für die 12stündige Schicht erreichten. Der Durchschnittslohn be- trägt 250 bis 300 Thlr. p. a.(per anmim d. h. jährlich), welcher Betrag auch in den Gruben bei Bitterfelv ic. gezahlt wird. Die Grubenarbeiter wohnen meistens auf Dörfern, theils als Eigen- besitzet-, theils zur Miethe.— Das Durchschnittslohn der Ma- schinenarbeiter in Halle wird durchgehends von 255 bis 300 Thlr. angegeben; jedoch belauft sich dasselbe in einzelnen Branchen, je nach der Leistungsfähigkeit, im Accord auf 6 bis 15 Thlr. pro Woche, in der Geldschrankfabrikation auf 7 bis 3 Thlr. pro Woche. Die Wohnnngsverhältnisse werden allerdings schwierig, jedoch sind Wohnungen der Umgegend zu 20 bis 30 Thlr. p. a. zu haben. Die Ntaschinenarbeiter in den kleineren Orten stehen sich nicht viel niedriger, auf einem Durchschnittslohn von 260 Thlr. p. a., jedoch sind dort Wohnungen billig(?) vorhanden.— In den Paraffinfabriken verdient ein Mann im Durchschnitt p. a. 200 blS 300 Thlr., in den Theerfchwelereien 180 bis 230 Thlr., da« Durchschnittslohn der jugendlichen Arbeiter ist 130 bis 140 Thlr., für Arbeiter in den Mineralölfabriken bcläuft sich das Verdienst auf 230 bis 250 Thlr. Die größte Mehrzahl dieser Fabriken befindet sich in den kleineren Orten und auf dem Lande und be- sitzen viele Arbeiter eigene Häuschen in den umliegenden Dörfern. - In den Malzfabriken beträgt daS Durchschnittslohn 240 Thlr. p. a.— In unseren großen Zuckerfabriken ist zu unter- scheiden zwischen den ländlichen Arbeitern und dcn Fabrikarbeitern. Die meisten Fabriken haben Familienhäuser erbaut, theilweise mit Dampfheizung und Küchen.'Das Durchschnittslohn beläuft sich in der Hallesscken Znckersiederei, welche allein 300 Fabrik- und 250 ländliche Arbeiter beschäftigt, zwischen 150 bis 360 Thlr. Ans den ländlichen Fabriken variirt das Lohn bei männlichen Ar- beitern zwischen 15 bis 20 Sgr. pro 12 Arbeitsstunden,(bei weib- lichen und jugendlichen Arbeitern zwischen 3 bis 15 Sgr. pro 12 Stunden.— In den ländlichen Webereien beläuft sich das Verdienst auf 130 bis 250 Thlr. p. a.; in der Tuchfabrikation, welchem Industriezweig, wie geklagt wird, sich immer weniger Ar- bcitSkräfte zuwenden, beträgt das Lohn für die älteren 220 Thlr., für die jüngeren Arbeiter 150 Thlr. und für das weibliche Per- sonal 90 Thlr. auf dem Lande.— Das Durchschnittslohn der hiesigen Stärkefabriken normirt sich auf 260 Thlr.— Je nach der Befähigung der Arbeiter variirt das Arbeitslohn der hiesigen Färbereien zwischen 200 bis 350 Thlr.— Bon den Hüttenarbeitern der Glashütte Corbetha verdienen die Ballonarbeiter S00 Thlr., die Flaschenmacher 400 Thlr., die allgemeinen Be- schäftigungen Obliegenden ca. 220 bis 350 Thlr. p. a. Die gewöhnlichen Handarbeiter erhalten jährlich 150 bis 220 Thlr.— In der Cigarrenfabrikation beläuft sich das Arbeitslohn auf 312 bis 520 Thlr. p. a. für erwachsene Arbeiter, je nach Leistungs- fähigkeit, der jugendlichen») der Lehrlinge auf 100 bis 300 Thlr. p. a., b) der Wickelmacher und Abripper(Schulkinder) 30 bis 45 Thlr. x. a. Gegen diese Löhne in Eilenburg stellen sich diejenigen in Zeitz um ca. 33'/- Prozent niedriger.— In den Ziegeleien ist das Durchschnittslohn 150 bis 200 Thlr. auf dem Lande; das jährliche Durchschnittslohn eines Maurergesellen 150 bis 350 Thlr., eines Lehrlings 100 Thlr.; das Lohn der Tischler in der Stadt 200 bis 400 Thlr. in Accordarbeit; das der Bildhauer 200 bis L00 Thlr. bei Stückarbeit.— Das Lohn der Mahlknappen beträgt 250 Thlr., das der Handarbeiter 200 Thlr., das der Oelschläger 100 bis 150 Thlr. x. a.— In den Glacöhandschuhfabriken be- trägt das Jahreslohn für Handschuhmacher 200 bis 600 Thlr., für Gerber 200 bis 300 Thlr., für Färber 150 bis 250 Thlr., für Tagelöhner 150 bis 200 Thlr.; in der Pelzwaarenfabrik für die männlichen Arbeiter 250 Thlr., für die Frauen 120 Thlr., für die Mädchen 60 Thlr.; in der Lederfabrikation(Weißenfels) 210 Thlr.; in der Pianofortefabrikation(Zeitz) 250 liZ 300 Thlr.; in der Geschäftsbüchersabrikation(Schkeuditz) 180 Thlr.; in der Asphaltpappefabrikation(Halle) 360 Thlr.; in der Lcimfabrik (Schkölen) 120 Thlr.; in der Gasfabrikation 250 Thlr. bei 12- stündiger Arbeitsschicht." Mögen nun die Arbeiter den Commentar zu diesem sogenann- ten Hanvelskammerbericht schreiben; d. h. mögen sie berechnen, wie das Durchschnittslohn der abgedachten Zahlen ausfällt und ob die Maximal- und Minimalsätze auch in allen Theilen richtig. Ferner ist darauf zu verweisen, daß meistentheils über die Arbeitszeit geschwiegen ist und die gesundheitlichen Verhältnisse nicht mit einer Sylbe berührt sind.— Einige der hier angeführten Lohnzahlen bedürfen am allerwenigsten eines CommentarS. Langenbiclau, 23. Juli. Arbeiter! Zu den Waffen, welche unsre Gegner gegen uns führen gehört in erster Linie die, daß man uns das Abhalten größerer Versammlungen unmöglich macht, indem man die Inhaber paffender Lokale durch Drohungen einschüchtert. Diese Thalsache zwingt mir die Feder in die Hand. Die allgemeinen Wahlen zum Reichstage stehen uns bevor, wir müffen uns bei Zeiten zum Kampfe rüsten, weder List noch Drohung darf im Stande sein, unö zu zersplittern oder unsre Vereinigung aufzuhalten. Doch zur erfolgreichen Führung des Wahlkampfes gehören Mittel, es muß also sofort mit der Beschaffung eines Wahlfonds begonnen werden. Um nun aber die Leistungen Derer, welche bis jetzt treu und fest zu unsrer Sache gestanden, nicht über Gebühr auszudehnen, ist es nothwendig, daß sich alle Arbeiter an unsrer Bewegung betheiligen, dadurch werden die Opfer, welche der Einzelne zu bringen hat, sich bedeutend niedriger stellen. Dadurch, daß wir wieder in den Besitz eines ständigen Versamm- lungSlokals gelangt, hören für die Zukunft die regelmäßigen Extra Sammlungen auf. Ferner wird von den Mitgliedern der sozial- demokratischen Arbeiterpartei, nachdem ich mich mit der Partei- leiwng darüber verständigt, von jetzt ab nur 1 Sgr. pro Monat erhoben; die Zahlung eines zweiten Silbergroschens, zu welcher sich seinerzeit die Mitglieder sieiwillig verpflichtet, wird als Regel aufgehoben. Der Grund, welcher viele in letzter Zeit zurückgehalten, ist also beseitigt, es ist mithin zu erwarten, daß die Betheiliguug wieder eine lebhaftere sein wird, denn nur dadurch werden wir uns bei unfern auswärtigen Parteigen offen ein Anrecht auf Unter- stützung erwerben, wenn wirklich der Wahlkampf begonnen hat. In allernächster Zeit wird in Verbindung mit den Mitgliedern des Allgemeine» deutschen Arbeitervereins für den Kreis Reichen- bach ein Arbeitertag abgehalten werden, um dort das Erforderliche für die Wahlen zu beschließen. Auch dabei ist die Betheiligung möglichst aller Arbeiter erforderlich. Arbeiter! Roch ein weiterer Punkt erfordert Eure zahlreiche Betheiligung. Bereits vor meiner Verhaftung hatten wir den Anfang zu einer zeitgemäßen Reform der hiesigen Ortskrankenkaffe gemacht, diese Bewegung muß jetzt mit Energie fortgesetzt werden und kann der Erfolg durchaus nicht zweifelhaft sein, wenn nur alle Arbeiter ihre Pflicht thun. Doch nicht genug, daß wir uns bloß für die vorgedachten Zwecke erwärmen, die Hauptsache ist doch das Endziel der Arbeiter- bewegung, und es kann der Arbeiter, welcher dem Ringen einer Äeinen Anzahl seiner Klaffe in diesem großartigsten aller Cultur- kämpfe gleichgültig zuzusehen im Stande ist, nimmer mehr ein sich seiner Menschenwürde bewußtes Wesen sein. Je fester die Masse der Arbeiter sich verbindet, desto weniger Schierigkeiten werden sich uns entgegenstellen. Auch wird es uns dann wieder möglich sein, ab und zu ein Lokal zu größeren Versammlungen� zu bekommen. Welck e Erfolge die Feindseligkeiten unserer Gegner haben werden, hängt lediglich von uns selbst ab. Wir haben unser Geschick in Händen, unfern Anstregungen muß die numerisch schwache Zahl der Feinde weichen. Vollständige Guichberechtigung auf sozialem wie politischem Ge- biet ist unser Ziel, zeigen wir uns dieser Aufgabe würdig und be- weisen wir unfern guten Willen durch Massenbeitritt zur sozial- demokratischen Arbeiterpartei und durch Abonnuen auf den„Volks- staat". Derselbe kostet bei wöchentlich dreimaligem Erscheinen durch die Post frei ins Haus monatlich 8 Sgr. Mit sozialdemokratischem Gruß' Aug. Kühn. Augsburg, 12. Juli. In Nr. 25 der„Deutschen Schuh- macherzeitung", Organ für die Großindustriellen in der Schuh- macherbrauche, lesen wir einen Artikel, überschrieben: Ein miß- glückter Strike", von einem Herrn Th. Hachenberg aus Effen a. d. Ruhr. In diescm Artikel drückt Herr H. seine Freude dar- über aus, daß der dortige Meistervercin es fertig gebracht habe, daß die Gehülscn in Essen mit ihren Forderungen nicht durchgedrungen sind. Ich � erlaube mir deshalb an dieser Stelle jenem Herrn Einiges zur Beherzigung zu unterbreiten, und die dortigen Schuh- machergehilfen werden vafür sorgen, daß diese Zeilen an die richtige Adresse gelangen. Herr H. aus Essen'wird zugeben müffen, daß es wenig Geschäfte gibt, bei denen man eine Lehrzeit von 2— 3 ja sage 5 Jahre durchzumachen hat, um dann erst— recht nichts zu können, indem die meisten Meister den Lehrjungen nicht als ihren Schüler sondern als ihren Hausknecht betrachten und benützen. Wenn nun ein solcher junger Mensch so glücklich ist Geselle zu sein, so verdient er vielleicht 2 Thlr., hat er mehr ge- lernt, vielleicht 3 Thlr. pro Woche, er muß aber immer sein Werk- zeug, das ihm im Einkauf immer auf 8 Thaler zu stehen kommt, selbst in gutem Zustand erhalten und so manche Garnitur von diesem Hungerlohn von 2— 3 Thlr. pro Woche kaufen. Und da handeln. Wollen Sie uns nicht angebe», wo Herr Marr die citirte hat Herr H. aus Effen bei solch erbärmlichen Zuständen noch die Stirn, von„unberechtigten Forderungen zu sprechen"?— War Herr H. aus Effen je einmal Schuhmachergeselle? und hat er als solcher das drückende dieser Lage an sich selbst erfahren? oder ist Herr H. aus Effen eins von jenen Meistersöhnchen, das von der Mutter Schurzzipfel nicht weggekommen ist, sich viel- mehr gemüthlich in dem Geschäft des Vaters festsetzte. Es scheint das Letztere der Fall zu sein, denn eine Erfahrung spricht aus dem J »riJ klärung abgegeben hat? Ch. T. in Wilkau: Das ist ja ein Steckbril in bester Form. Für den„Volksstaat" nicht geeignet, da nur Privat intereffen im Spiel. der Expedition. V. iW. Rbnw, Berlin: Schrftn 2 Thlr. 24. Schndr, Mannheim: Abnn. 3. Qu. 16 Gr. Mllr, Braunschweig: Abnn. 2. Qu. 23 Thlr. 24. Smn. Altona: Ab. 2. Qu. 7 Thlr. 26. Hdlch hier: Ab. 3. Qu. 1 Thlr. 12. 5. A. Hrnr, Hausen: Schrftn 3 Thlr. 10. Fr. Brscbff, Davosplatz, Schweiz: Abonn. 1 Thlr. 9. 6. Prbst, Buckau: Schrftn 9 Gr. Arb.-Bld.-Ver., Bruck: Abonn. 3. Qu. 1 Thlr, t ganzen Geschreibsel nicht, das jedenfalls auch nur dazu dienen soll, 4. Fachv. d. Kleiderm. das.: 3. Qu. 1 Thlr. 4. I. Mllr, Elp. hier: '—*-------'~ Abonn. 3. Qu. 18 Thlr. Buchbiuderv. Hannover: Ann. 20 Gr. Fachv. die Meister anderer Orte gegen die Gehilfen zu fanatisiren. Herr H. aus Effen hat es für überflüssig gefunden, seine Ansicht in Be- zug auf die„unberechtigten Forderungen" der Gehilfen zu motiviren; wir wollen Ihnen ein bischen nachhelfen: Es ist wahr, die Schuhmachermeister sind in ebenso trauriger Lage als die Ge- Hilfen, ja in mancher Beziehung noch trauriger daran. Was be- weist aber dies?— Daß das ganze Gewerbe gehoben werden muß, soweit dies unter der heutigen Produktionsweise noch mög- lich ist: Die Meister hatten Jahrzehnte lang Zeit, das Geschäft zu organisiren, was haben sie aber gethan? Nichts, als daß sie sich durch billige Arbeit gegenseitig die Kunden zu entziehen suchten, und das Geschäft dadurch ruiniren hal en.— Und nun, da die Gehilfen durch ihre erbärmliche Lage gezwungen, die Forderung stellen, wenigstens rhre Leistungen so bezahlt zu sehen, um als Mensch leben zu können, nun schreit man über„unberechtigte Forderungen".— Herr H. aus Effen: Werden die Leistungen der dortigen Schuhmachergehilfen so bezahlt, daß die Leute auch als Menschen(wozu sie doch die Berechtigung haben) leben können? Ich glaube nicht, denn aus Uebermuth strikt der Arbeiter nicbt. Wenn also die Leistungen der Schuhmachergehilfen nicht genügend bezahlt sind, so haben sie die Berechtigung und sogar Verpflichtung, mehr für ihre Leistungen zu fordern und die sogenannten Meister, wenn diese Mehrbezahlung nicht leisten können, haben mit ihren Preisen ebenfalls in die Höhe zu gehen. Nicht sie bezahlen also die Aufbesserung der Gehilfen, sondern das konsumirende Publi- kum. Noch Eins Herr H. aus Essen: durch die Feigheit und Dummheit der sogenannten Meister ist das Geschäft verlottert, und durch die Energie der Arbeiter(die Euch mit der Pritsche vorwärts treiben) muß dasselbe(soweit es die heutige Produktionsweise zu- läßt) wieder gehoben werden: Ihr aber, Schuhmacher Essens, so- wie Arbeiter der ganzen civilisirte» Welt, seid eingedenk, daß die Arbeiterintereffen gemeinsame sind, unsere Loosung sei:„Proletarier aller Länder vereinigt euch!" Mit sozialdemokratischem Gruß I. End res, Schuhmachermeister. C. 361. d. Manufakturarb. Jägerndorf: Abonn. 3 Thlr. G. Str. Arb.-Bcreia Jacquard, Merane: f. Schrftn 6 Thlr. 17. 1. Trtmn, Berlin: Von uns gehen die Excmpl. rechtzeilig ab, Sonnabends per Kreuzband, jede Vev zögerung ist Schuld der Post. Die Geldsendung ist wie qnittirt richtig. Berichtigung. In Nr. 63 des„Volksstaat" befindet sich unter„Polittsche Ueberficht ein Artikel über die Unruhen in der römischen Mark. Derselbe ist durch einen Zufall so verstümmelt worden, daß kein rechter Sinn heraus zufinden ist. Leider können wir den Sinn hier nicht richtigstellen, da das betreffende Manuseripl nicbt mebr vorbanden.__ Da in Znr gefälligen Beachtung. letzter Zeit ausnahmsweise oft für den Parteikassirel bestimmte Geldsendungen statt an diesen an Unterzeichneten einge< sendet wurden, so bitte ich recht sehr, für die Folge alle für die Parteikaffe bestimmten Geldsendungen ausschließlich und ordnungs- gemäß an Herrn H. Benneke, Kl. Schäferkamp 34 zu adres streu. Gleichzeitig bitte ich recht sehr, kleinere Beträge in Brief- marken, größere Summen nur durch Postanweisung einzusenden. Baareinzahlung mittels! _ Th. Uorck. �crjm Man abonmn vom 1. Juli ad aus ben„Volksstaack monatlich 7>/z Sgr. frei ins Haus, bei den Herren Traust mann, Engeluferstraße 6d, 4 Tr.; Friese, Schwedterstraße 28, Hof pari. Mehner, Linienstraße 79; Hcinsch, Lindenstraße 11, Hof 4 Tr. bei Ewefi! A. Dauer, Koppenstr. 38; Schwoide. Stettinerstr. 43, Hof Part. sjNj Berlin Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonntag, den 3. August, Vormittags 9 Uhr: Versammlung im koeale des Herrn Stachun, Köpnickcrstraße 152.— Tages-Ordnung 1) Wahl eines Delegirten zum Congreß; 2) Verschiedenes. Der Vorstand. Berlin An Annonccngebührcn schulden: Düsseldorf: Reichelt f. Jan. 4 Gr., Arb.-Part. f. Febr. u. Juni 23 Gr.; Darmstadt: Dönges f. Febr. 4 Gr.; Arb.-Partei f. März 12 Gr.; Dresden: Maurer u. Zimmerer f. Febr. u. Mai 24 Gr., E. Knof f. Mai 7 Gr., Metallarb.- Gew. 27 Gr., Agitat.-Comitv f. Mai 6 Gr.; Duisburg: Arb.-Partei f. März 8 Gr.; Dessau: Spinnerstrike f. März 7 Gr.; Erfurt: Hesse f. April 4 Gr.; Eßlingen: Arb.-Partei f. Jan. bis Juni 1 Thlr. 27 Gr.; Elb er- selb: Arb.-Part. 5 Gr.; Frankfurt a.M.: Bierbr.-Verein Jan., Febr. 12 Gr., Arb.-Part. Febr. bis Juni 1 Thlr. 17 Gr.; Forst: Arb.-Part. Febr. u. Juni 1 Thlr. 18 Gr.; Freiberg in Sachs.: Arb.-Part. f. April 25 Gr.; Froh bürg in Bd., Gimbel f. April 4 Gr.; Fürth: Beckendahl, April 18 Gr.; Frohburg i S.: Arb.- Part.(Anfrage) Mai 5 Gr.; Gotha: Arb.-Part. Dez. bis Jnni 19 Gr.; Holzarb.-Gew. f. Juni 7 Gr., Schuhm.-Gew. f. Juni Gewerkschaft der Manusaktur-Arbciter. Donnerstag, den 31. Jnli, Abends 8 Uhr, im Locale des Herrn Meister, Landwehrstr. 11: Vortrag des Herrn Kleist und Ver schicdenes. Die Mitglieder haben sämmtlich pünktlich zu erscheinen. Gäste habe« Zutritt. Der Vertrauensmann. Berlin Jn'ernationale MctallarbcitergewerkSgenoffenschast. Sonnabend, den 2. August, Abends halb 9 Uhr: Monatsversammlung bei Macke, Auguststr. 80.— Tagesordnung: 1) Bericht de« Beitrag sammlerS und der Revisoren: 2) Bortrag und Debatte. Alle Mitglieder find verpflichtet zu erscheinen und für Zuführung voi Gästen rcsp. neu Aufzunehmenden zu' sorgen. Der Bevollm. Crefeld Laut Beschluß des Rheinisch- Westphälischen Arbeiter ersuchen wir die Parteigenossen von St. Tenis Vorst. Süchteln, Dülken, Grasräth, Viersen, Gladbach schleunigst An stalten zur Wahl zweier Delegirten zum Nürnberger Congreß zu machen Wegen der Kosten muß jeder Ort sein Möglichste« thun. I. A.: Die Elberfelder Parteigenossen.� c siii >re ft Zei für V. die na it« ifd »cg llr die ins tini «s d>ai T-. Internationale Metallarbeiterschaft. sind 10 Gr.; Grimma: Ver. f. März 5 Gr.; Geithain: Arb.-Ver. Der gegenwärtige Bevollmächtigte der Dresdner Mit- Hab gliedschaft, August Biedermann, wohnt Rosengasse Nr. 15, 3 Tr. Rin halt s2as Der Bevollm. April 12 Gr.; Glauchau: Korbmachermstr. Ed. Lehmann f. Juni 12 Gr., VolkSvcr. f. Mai 1 Thlr. 26 Gr.; Giengen im Br.: Eisenhändler Köpf 3 Gr.; Halberstadt: Arb.-Part. f. Febr. u. Mai 18 Gr.; Haide in Holst.: Petersen f. März 24 Gr.; Hau- nover: Buchbind.-Verein f. März u. Juni 19 Gr., Arb.-Part. f. Jan. bis April 1 Thlr. 3 Gr., Schneiderverein f. Mai 10 Gr.; Hamburg: Schiffszimmercr-Gew. f. März, Mai, Juni 29 Gr.,� öoz.-dem. Arbeiterpartei. ll* Jsll. Versammlungslokal: Stadt KrcnznaÄsift Dominikanergasse 10.— Jeden Samstag Abend Vortrag und Ditf kujfion. XU. Der„Volksstaat" liegt in folgenden Wirthschaftcn aus: Schwad Papagcistraße; Schüßlcr, Papageistraße; im Stolzenfels, alte Mainzer- gasse; im Lindcnbaum, Saalgasse; Cilz, Kanncgicßergasse und For Gelnhäusergassc.__(nia) Hamburg Arb.-Part. Mai u. Juni 1 Thlr. 11 Gr., Holzarb.-Gew. f. April bis Juni 1 Thlr. 26 Gr., Steinmetzeugew. f. April, Mai 13 Gr., Klempnerfachver. f. Mai 6 Gr., Holtmann Wirth f. Juni 12 Gr., Hildesheim: Arb.-Part. Mai u. Juni 18 Gr.; Hannover: Arb.-Part. Jan. bis April 23 Gr., Arb.-Vcrein 20 Gr.; Johann- Georgenstadt: Arb.-Part. f. Mai 6 Gr.; Langenbielau: Arb.- Part. f. März n. April 16 Gr.; Lengeufeld: Agit.-Com. 14 Gr.;�,. Leist. ig: Arb.-Part. f Febr., Mai, Juni 25 Gr.; Landshut:! LeibZlg—-»Jl™° uy.,«.»a Llppert, Febr. 6 Gr.;< o r r a ch: Aug. Arv.-Bund,; Windmühlenstr. 7.— Tagesordnung: 1) Sozialpolitischer Wochenbericht Mai 9 Gr.; Limbach: Arb.-Part. f. Juni 6 Thlr. 12 Gr.; Ref.: Misselwitz. 2) Fragckastcn. Gäste willkommen. Leipzig: Drechslergeh.-Krankenkasse f. April u. Mai 12 Gr., Gew.-' Der Vorstand. Genoss. d. Töpfer's. Juni 5 Gr.; Merane: Volksver. Febr. u. Juli 22 Gr.; Mülsen St. Jakob: Febr.(Fest) 20 Gr.; Mel- Sozial- demokratische Arbeiterpartei. Sonntag, den 3. August, Nachmittags 4 Uhr: Sommersest(Ball) in Bellevue, Eimsbüttel. Karten, a Person 4 Schilling, find zu haben bei den Colporteurck des„Volksstaat" Schultz und Schütze, bei Geib, RödingSmartt 12, Traw mann, Dragonerstall 25 und den Comitc-Mitgliedern. 2c Sozial- demokratischer Arbeiterverein. Freitag, den I.August, Abends 8 Uhr, bei Zeidler, sff sungen: G. Wolf 3 Gr.; München: Schneider Gerstmeier Apr. Juni 16 Gr., Schuhmacher-Produktivgesch. 15 Gr., Schuhmacher- Fachver. Mai 6 Gr., Arb.-Part. Ma 5 Gr., Buchbinderver. Mai 5 Gr.; Münsingen: Schoell, Hemdenfabr. Juni 8 Gr.; Magde- bürg: Arb.-Part. Juni 8 Gr.; Münchenbernsdors: Reinh. Sachse, Schuhblätlerverf. f. Juni 8 Gr.; Markranstädt: Eo- mit« z. V.-Vers. Juni 5 Gr.; Mülsen St. Niklas: Arb.-Bild.- Verein Juni 8 Gr.; Nürnberg: Bernhardt, chirurg. Jnstrnmen- tenmacher, f. Juni 4 Gr., Memminger Jan. u. Febr. 3 Thlr.; Neviges: Beruh. Ahlmann, Schreinermstr., f. Febr. 4 Gr., Arb.- Part. f. März 13 Gr.; New-�jork: Sekt. I. d. Int. Arb.-Aff. Febr. bis Juni 2 Thlr.; Oelsuitz: Arb.-Part. f. Jan. 3 Gr.; Planitz: Weber, Schlossermstr., f. Jan. 4 Gr.; Arb.-Part. f. Juni 5 Gr.; Römerstadt in Mähr.: Ärb.-Bild.-Verein f. Jan. 11 Gr.; Neichenbach i/V.: Arb.-Part. f. März 1 Thlr. 2 Gr.: Rochlitz: Leipzig fitzung._ Gewerkschaft der Holzarbeiter. Donnerstag, den 31. Juli, Abends 8 Uhr: Vorstand� Der Bev Aussorderung. Alle Diejenigen, welche Liederbücher oder andere Drucksachen von bezogen haben, werden hiermit aufgefordert, Zahlung sofort an uns eiw zusenden. Nicht verlauste Liederbücher erbitten wir uns gleichzeitig zurück, da W>ffs anderweite Verwendung für dieselben haben. _ Die Expedition der„Chemnitzer Freien Presse"�. M Diejenigen Gesinnungsgenossen von Leipzig und Umgegend wclche Unterstützung bei Einberufung und Abhaltung von Bolk� vcri�intlimgen bedürfen, wollen sich gefälligst an das unter' zeichnete Comitö wenden. Es können aber nur Solche, welche Arb.-Bcrejn f. April 7 Gr., Fricdr. Männel(Verl.-Anz.) 8 Gr. sich vorher gemeldet, Berücksichtigung finden. Regensburg:. Arb.-Part. 7 Gr., Fachpeicin d. Tischler 5 Gr.; Briefe sind an die Expedition Stade: Wahlkomitö f. Juni 8 Gr.; Stuttgart: Sattlerverein f. Juni 3 Gr.; Würzburg: Schuhmacher-Gew. f. Jan. 3 Gr., Tischlerfachv. Mai 6 Gr.; Weimar: Arb.-Verein f. April 7 Gr., Sckuhm. Gew. Juni 10 Gr.; Wilkowya: Joh. Blum f. Mai 8 Gr.; Witten: Florenz Brunne, Gußstahlfabrik, f. Mai 8 Gr.; Zwickau: Arb.-Partei f. Mai u. Juni 26 Gr. Die richtige u. baldigste Berichtigung vorstehender Annoncen- betrage wird, um so bestnumter erwartet, als die Ausstände dem Congresse vorgelegt werden. Die Expedition des„Volksstaat". des„Volksstaat" oder»» Unterzeichneten zu seude». Die Sitzungen des Eoniits s finden jeden Mittwoch, Abend« 3 Uhr, im Locale des Arbcitcrbildungsvercins statt. Im Austrage des Agilations- Comitö's zu Leipzig F. Nauert, Schriftführer. Rosentbalgasse Nr. 5, zweite Etage. I. Blum in Wilkowya: Ist für unser Blatt nicht zUrfU NstlllaeltUNMeN inilrSa uttrf' Briefkasten geeignet. R. in Effen: Die Veröffentlichung de« Berichtes würde un- zweifelhaft eine Polemik zur Folge haben, und eine solche haben wir bis- her im Interesse der Partei zu verhindern gesucht. Der Bericht ist übri- gens dem Ausschuß ilbersandt; ist dieser mit der Veröffentlichung einver- standen, dann wird dieselbe erfolgen. S. in Frankfurt a. M.: Für die Ausklärung über M. unscrn Dank. Ueber den Werth der Theilnahme, die von Berlin aus der gewerkschaftlichen Organisation erwiesen wird, find wir mit Ihnen einverstauden. Mißbraucht wird der„Volksstaat" nicht mehr, bis zu einem gewissen Grade müssen wir aber nuparteiisth stw Ihr 400 Kro Und Ceu Uns nill Uns nur "ötl fit Otis C kier & liste uv' Sftj aiti sdir i!1' «z Her dv» Ihr Eck dess bei fc8' Va ?n> sich Die Filialekpeditiouelt, welche ihren Verpflichtungen für das 2. Quartw sind, erhalten vom 1. Angv?�- an keine ßremplare mehr zugesandt. Leipzig, den 23. Juli 1873. Die Erpedition des„Volksstaat� _____ W. Fink, Chr. Hadlich. Leipzia: Veraotw. Redakteur E. Easper.(Redaktion und Expedit Zeitzerstr. 441. Druck und Verlar der Bencssenschastsbuchdruckertl. *«1 hchi *6 «ei