Erscheint wcchenllich 3 Ma' in Leipzig. CtfteBungen ntfnntn alle Pollanstallen und Buch- Handlungen des In- und Auslandes an. Kilial-Eipeditionen sllr die L er einigten Staaten: F. Ä. Sorge, vor 101 Lodoirei», Ii. J. (9. L. Liinnecker, 96 S. Market str. corn. liadison•fr. Chicago, 1U. Abonnementsprei«: Kür Preußen incl. Stempel» fleuer 21 Sgr.,sürdit übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. plouat»- Abonm ement» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2. u. 3. Monat u. auf den 3. Mo- uat besonder« angenommen, im Kgr. Sachjen u. Hrigth. Sachs.-Altenburg auch aus den 1. Monat � fj'/a Sgr. angenommen. OrgandersozialdemokratlschenArbeiterparteiMdderinterilationalenGetverksgenosicnschasten. Isr. 67. Sonntag, Z August. 1 873. Abonnements aus den„Bolksstaat" fvr die Monate August und September zu 10'/, Neugroschen »erden bei allm deutschen Postanstalten, für Sachsen und Herzoglh. 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In der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", dem vornehmsten der offiziösen Organe Preußens, finden wir nachstehende Notiz (in Nr. 168): „Das Obertribunal hat kürzlich über die Beziehungen deö modernen WörtchenS„Bourgeoisie" zu den Bestimmungen deS Strafgesetzbuches folgende Entscheidung abgegeben: Ein sozial- demokratischer Redner war wegen Friedensgefährdung durch Aufreizung verschiedener Klaffen der Bevölkerung ,c. tc. angeklagt worden: hierbei halten die Jnfianzgerichte angenommen, daß er durch den ÄuSdruck„Bourgeoisie" eine erkennbare Mehrheit von Personen, also eine„Klasse der Bevölkerung" bezeichnet habe. Die hiergegen eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde hat daS Obertribu- ual zurückgewiesen und dabei ausgeführt: Der Z 130 des Strafgesetzbuches(Gefährdung des össentlichen Friedens duach Aussei- zung zu Gcwaltthätigkeiten) setzt eine derartige Aufreizung gegen eine Mehrheit von Personen voraus, welche wegen gleicher Lebens- stellung oder wegen einer Uebereinstimmung der Ansichten, Zwecke »der Interessen als verbunden betrachten�und deshalb unter einer gemeinschaftlichen Bezeichnung zusammengefaßt werden. Erforder- lich ist dabei, daß die Mehrheit von Personen individuell erkenn- bar gemacht worden, und eS läßt sich nicht läugncn, daß die in dem Worte„Bourgeoisie" zusammengefaßte Mehrheit von Personen in genügender Weise äußerlich gekennzeichnet ist. Außerdem hat da» Obertribunal dem Implorantcn gegenüber ausgeführt, daß jur Anwendung deS§ 130 nicht erfordert werde, daß zu„als- baldigen" Gewaltthätigkeiten„direkt" aufgefordert worden; eS genüge vielmehr eine Anreizung zu Gewaltthätigkeiten in einer den öffentlichen Frieden gefährdeten Weife, alfo eine Einwirkung, welche geeignet sei, eine Mißstimmung gegen eine Volksklasse hervorzurufen, die zu einem gewaltthätigen Bruche des öffentlichen Friedens führen könne". Nach dieser Entscheidung des obersten preußischen Gerichtshofes hat der BundeSrath es nicht mehr nöthig, ein neues Vereins- und Preßgesetz zu erlassen, und kann ruhig den famosen Bismarck'schen Preßgcsetzcntwurf mit seinem famosen„Paragraph Zwanzig" in ben Papierkorb stecken. Der Gesetzesparagraph, welchen das Ober- lribunalgericht in obiger Weise„interprctirt" hat, ist ein Theil bts Reichsstrafgesetzbuches, also für das ganze gecinigte Deutsch- kand gültig; und ist auch die Entscheidung deS Obertribunals nicht absolut maßgebend für die Gerichtshöfe der außerprcußischen �eichsländcr, so ist damit doch ein schwerwiegendes Präjudiz ge- schaffen; und es unterliegt bei der Stellung, welche Preußen jetzt in Teutschland hat, keinem Zweifel, daß, wenn und sobald höchstens Orts der Wunsch besteht, die Interpretation des preußischen OiertribunalS für das ganze preußisch-deutsche Reich Gültigkeit er- innge» wird. Wie auf den ersten Blick klar wird, thut diese Interpretation Ude Kritik, die nicht eine lobende ist, in Bann. Der leiseste Tadel, selbst wenn er sich in der allgemeinsten Form nicht gegen bestimmte namhaft gemachte Individuen, sondern nur gegen„eine Mehrheit von Personen" richtet, die durch eine„Uebereinstim wung der Ansichten, Zwecke oder Interessen als verbun> ben zu betrachten sind","fällt unter den Paragraph 130 des �iichsstrafgesetzbuches, welcher also lautet: „Wer in einer den öffentlichen Frieden gefährdenten Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung gegen einander öffentlich anreizt, wird mit Geldstrafe bis zu 200 Thaler oder mit Gefängniß bis zu zwei Iah ren bestraft." In einer Zeitung oder Volksversammlung wird die Ungerecht �keit de« herrschenden Lohnsystems auseinanoergesetzt—„Aus reizung" gegen die Klasse der Arbeitgeber,„eine Mehrheit von Personen, welche wegen gleicher Lebensstellung oder wegen einer Uebereinstimmung der Ansichten. Zwecke oder Interessen als ver- •unden zu betrachten sind": Geldstrafe bis zu 200 Thaler, °der Gefängniß bis zu zwei Iahren"!.... . In einer Zeitung oder Volksversammlung wird eine besonders "andalöse Fabrikordnung, wir wollen nicht sagen gebrand- nein, bloß einfach abgedruckt oder verlesen—»Aus- �Zung" gegen die Klasse der Fabrikanten,„eine Mehrheit von Personen, welche wegen gleicher Lebensstellung oder wegen einer Uebereinstimmung der Ansichten, Zwecke oder Interessen als ver- Zünden zu betrachten find":„Geldstrafe bis zu 200 Thaler, Her Gefängniß bis zu zwei Iahren"! . In einer Zeitung oder Volksversammlung wird das Drückende heutigen Militarismus rein sachlich, ziffcrmäßig hervorge- hoben—„Ausseizung" gegen die verschiedenen Kriegsminister, Generale und höheren Offiziere,„eine Mehrheit von Per- sonen, welche wegen einer Uebereinstimmung der Ansichten, Zwecke oder Interessen als verbunden zu betrachten sind":„Geld- strafe bis zu 200 Thaler, oder Gefängnißstrafe bis zu zwei Jahren"! In einer Zeitung oder Volksversammlung wird die Trennung der Schule von der Kirche gefordert—„Ausseizung" gegen die Klasse der Geistlichen(protestantische, alt- und neukatholische:c.), „eine Mehrheit von Personen u. s. w.":„Geldstrafe bis zu 200 Thaler oder Gefängniß bis zu zwei Iahren"! In einer Zeitung oder Volksversammlung wird die Ansicht ausgesprochen, die Million Thaler des Reptilienfonds, welche jetzt notorisch für Preßkorruption und Polizeispionage verwandt wer- den, könnten eine dem Volkswohl förderliebere Verwendung finden —„Ausseizung" gegen die Stieber,„Sauhirten", und sou- stigen Reptilien des Reptilienfonds,„eine Mehrheit von Per- sonen, welche(unzweifelhaft) wegen einer Uebereinstimmung der Ansichten, Zwecke oder Interessen als verbunden zu betrachten sind":„Geldstrafe bis zu 200 Thaler oder Gefängniß bis zu zwei Iahren"! In einer Zeitung oder Volksversammlung wird von der Un- sittlichkcit des Diebstahls und der höheren wie niederen Gaunerei und Spitzbüberei gesprochen—„Ausseizung" gegen die(ehrsame Zunft der„Gründer" jedweder Art,„eine(leider sehr zahb und einflußreiche) Mehrheit von Personen, welche durch gleiche An sichten, Zwecke oder Interessen als verbunden zu betrachten sind" „Geldstrafe bis zu 200 Thaler oder Gefängniß biß zu zwei Iahren"! Und so fort nach Belieben und ins Unendliche: Keine nicht völlig indifferente oder lobende Aeußerung, die nicht unter diesen monströsen A 130 und die monströsere Auslegung des preußischen Obertribunalgerichts zu bringen wäre! Ja, dieser Paragraph 130 nach der Obcrtribunals Interpreta tion ist weit wirksamer, oder genauer ausgedrückt: hat ein weit größeres Wirkungsgebiet als das Preßgesetz mit„Paragraph 20", sammt dem dazu gehörigen Vereins- und Versammlungsgesetz— denn er erstreckt seine Wirksamkeit nicht bloß auf die Presse und Versammlungen, sondern a»ck auf jede mündliche Privat-Aeuße rung in der Straße, auf öffentlicher Promenade und in öffent- lichen Lokalen; und vor Allem auf sämmtliche Erzeugnisse de« Büchermarkts, auf jedes wissenschaftliche Werk! Darwin'S Schriften— von einem Buch, wie dem Marx'schen „Kapital" gar nicht zu reden— Humboldt's„Kosmos", ja Schiller'« und Göthe's Werke(man nehme z. B. den Faust!) sind eminent„aufreizend" im Sinne des Paragraph 130 und des preußischen Obertribuuals.— -- Wird man der Theorie die Praxis folgen lassen? Wir wissen es nicht; was wir aber wissen, ist, daß der„Paragraph 130", welcher sich wesentlich im„Coäe Napoleon" befindet, und jen seits des Rheines sehr streng und uiit Obertribunals-Jnterpreta tionskunst gchandhabt worden ist, drüben iu Frankreich den Sturz von vier Thronen nicht gehindert hat; und daß Regierungen, welche eines Paragraph 130 bedürfen, sich sehr schwach fühlen müssen.— Politische Uebersicht. — Die„verkommenen" Franzosen.„Man muß euch un verschämten Nation die Hände zusammenschnürcu, daß euch das Blut aus den Nägeln spritzt!" So rief ein deusscher Professor der A est h etil, Bischer in Stuttgart, den Franzosen zu, als es galt, den Nationalhaß zum„heiligen Krieg" aufzustacheln, der„ge- sinnungstüchtigen" nationalen Presse gar nicht zu gedenken, wo die Franzosen gespießt und gehangen, gesotten und gebraten wurden Jeder deuffche Philister mußte täglich zum Frühstück auf der Bier- dank ein Dutzend Franzosen verspeisen; anders ließ sich gar nicht mehr leben. Könnten wir bei dem deutschen Philisterthum noch auf Scham rechnen, so würden wir heute zu Gunsten der Fran- zosen an dieselbe appclliren, aber so„verkommen" sind„deutsche Männer" selbstverständlich nicht, daß sie sich noch schämen könnten. Man höre: In Folge des Räumungsvertrages haben vor einigen Tagen die bayerischen Okkupationstruppen die Gegend von Scdan geräumt. Natürlich mußten dabei wieder„Gewalt- Märsche" gemacht und die armen Menschen im blauen Rock so geschunden werden, daß in Folge der assikanischen Hitze ver- schiedene Todtc— wenn wir uns decht erinnern, 11 Mann— und eine Unzahl Kranker auf dem„Marsch" liegen blieben. Was thaten nun die„verkommenen Franzosen"?. Ließen sie etwa die kranken Bayern liegen und verschmachten, wie es viel- leicht deutsche Patrioten mit kranken Franzosen gemacht hätten? oder schlugen sie dieselben gar todt? Die Antwort dar- aus gibt ein Telegramm des deutschen Kaisers nach Nancy an St. Wallier, welches in Sedan öffentlich angeschlagen wurde. In diesem Telegramm ersucht der Kaiser-Köuig, den Bewohnern von Sedan seinen Dank für die liebevolle Behandlung der unglücklichen Bayern auszudrücken. Welche„Ver- kommenheit" dieser Franzosen, die nicht einmal wußten, daß wenn sie als ächte Patrioten nach deutschen Begriffen hätten handeln wollen, sie den kranken Bayern hätten die Hände zusammen- schnüren müssen, daß das Blut aus den Nägeln spritzte! Bei jedem andern Volk würde eine solche Lektion einen heilsamen Umsehwung hervorrufen, der Nationalhaß würde sich mildern, aber die dicken Schädel unserer„tetes carröes", unserer stierköpfigen Michel, sind gegen solche Dinge gewappnet und wo dieS nicht aus- reicht, da schmiert die Reptilienpresse jede bessere Regung nieder. Eigenthümliche Streiflichter werfen diese Vorkommnisse auf die „Humanität", mit welcher unsere Vaterlandsvertheidiger im Frieden traktirt werden. War das bayrische Kommando ver- pflichtet, die auf dem„Marsch" den Strapatzen Erliegenden dem Mitleid der französischen Einwohnerschaft zu überlassen, oder war dasselbe verpflichtet, selbst für seine Kranken zu sorgen? Welch ein Stück„Kultur", wenn man im Frieden die auf dem „Marsch" erkrankten Soldaten in ssemdem Land hilflos liegeu läßt! Humanität scheint aber auch bei Andern, wo man dies nicht erwarten sollte, ein leerer Schall zu sein, wenn das Militär in Frage kommt. So schreibt ein Korrespondent der„Frankfurter Zeitung" sehr kaltblütig aus München:„Der G nerlstab hat seine Anordnung über die Heimkehr der bayerischen'Truppen aus Frankreich dahin geändert, daß diejenigen Truppentheile, welche vor den übrigen in ihrer Garnison hätten eintreffen sollen, die Eisen- bahn ssüher verlassen und die Reise in kurzen Fußmärschen fortsetzen, um es so zu ermöglichen, daß der Einzug in die Gar- uison gleichzeitig erfolge. Den zum feierliche» Empfang der heim- kehrenden Truppen ausgestellten Comite's ist dadurch die Arbeit erleichtert und der Empfang selbst gewinnt an Feierlichkeit und an Bedeutung." Also damit die Empfangs- Comite's leichtere„Arbeit" haben und der Empfang an Umfang und Bedeutung gewinne, werden die heimkehrenden Soldaten zn Fußmärschen verurtheilt! Wir meinen, man braucht den Empfangs- EomiteS, deren Mitglieder ja doch nur eine Blcchmünze in'S Knopfloch haben wollen, die„Arbeit" nicht so leicht zu machen. Die Soldaten sind Jahre lang im Felde gestanden und auch im Feuer gewesen, bis sie endlich jene Blechmünzen erhielten. Nun müssen sie, damit verschiedene Patrioten ihre hungrigen Knopf- löcher mit leichterer Mühe speisen können, Fußmärsche machen! Vielleicht bleiben dabei auch wieder welche todt, d. h. sie sterben den glorreichen Tod sür die— Arbeitserleichterung des EmpsangS- comites. Ja, das schöne Land, wo solche Dinge vorkommen— „das schöne Laud ist un« bekannt, es ist— das deutsche Vaterland!"— Zur Preßcorruption. In stüheren Nummern bereits war im Allgemeinen von der Rolle, die das Literatenthum in der Spitzeder-Affaire gespielt hat, die Rede. Bon den in den Pro- zeßberichten zerstreut liegenden Notizen über dieses Thema lassen wir zunächst daS Nachstehende aus der„Volkszeitung" folgen: „Ferd. Frankel, dramatischer Dichter, Redakteur verschie- dener Blätter und Buchdruckereibesitzer, hatte vorzüglich das von der Spitzeder geplante Geschäft der Umgestaltung der„Westend- Halle" zu einem Theater in Händen und besorgte auch die für das Geschäft nöthigen Drucksorten. Er stand in hohen Gnaden bei der Spitzeder und hatte sie beständig angepumpt, ließ sich aber vom Teufel blenden, ein Gedicht zu machen, dessen erster VerS wörtlich lautet: „Du hast Diamanten und Perlen, Von Schmarotzern ein ganzes Heer, Ein neues Röslein zum Pflücken— Adele, was willst Du noch mehr?" Diese Poesie stürzte ihn in Ungnade. Er hat es vorgezogen, in der Sitzung nicht zu erscheinen; in seiner verlesenen Aussage stellt er sich als den einzigen wahren Freund der Spitzeder dar, der sie stets auf dem rechten Pfad der Tugend geleitet und ihr namentlich nie zur Flucht gerathen habe. Die Spitzeder erklärt:„Allerdings habe ihr gerade Fränkel zur Flucht gerathen und sich ihr zur Be- gleitung angeboten; er mache sich nichts aus einem Jahre Festung. Fränkel sei übrigens der größte Schmarotzer, Heuchler und Erpresser, der existire."— „Schriftsteller Alfred Jochner(nach andern Berichten Lochner) hat von der Spitzeder für angefangene und vollendete Romane das schöne Honorar von 4500 fl. bezogen. Er ist zur Zeit schwer lungenleidend in Davos.— „Julius Marchner ist ein Typus verkommensten Literaten- thums. Er hat gegen seine Wohlthäterin, der er, nach seinen eigenen Briefen, mit Wollust die Schuhe putzen würde und als deren„geheimer Polizei-Spitzl" er sich selber bezeichnet, nach ihrem Sturze eine Reihe von Kreuzer-Schriften verfaßt.— „Hieraus kommt Hr. Vecchioni, Redakteur der„Neuesten Nachrichten", als Zeuge zum Austuf, um auszusagen, daß die Spitzeder durch eine gewisse Frau Weigenleitner' versucht habe, aus seine(Vecchioni'S) Schwester dahin zu wirken, daß er seine Angriffe gegen die Spitzeder einstelle, weil dieselben die Mutter von A. Spitzeder unfehlbar in's Grab stürzen müßten. Der Schwester Vecchioni'S waren für diese Vennittelung 2000 fl. gebo- ten. Vecchioni solle verlangen, was er wolle. Als dieses Aner- bieten mit Enttüstung zurückgewiesen worden, versuchte ein gewisser Kastner ein Attentat auf Vecchioni und wurde unmittelbar darauf im Geschäfte der Spitzeder angestellt.— „Hr. Rudolph Masse verwahrt sich telegraphisch gegen die Beschuldigung, daß er mit 300 fl. von der Spitzeder bestochen worden sei; er wisse von alle Dem Nichts. Es ergibt sich durch die Aussage deS in die Sitzung berufenen Vorstandes der hiesigen Mossc'schen Filiale, daß Hr. Mosse allerdings nichts wußte, da sein Agent Hosacker das Geschäft, das Mosse einfach als eine Bejahlung für Inserate bettachtete, selbstständig abgeschlossen.— „Ein ganz drolliger Kauz ist Benno Rädel, dramatischer Dichter. Mit unerschütterlichem Ernst und dem beneidenswerthesteu Selbstbewußtsein erzählt er, wie er ein Anfangs im Auftrage einer Theaterdirektion gegen Adele Spitzeder geschriebenes Stück, nach- dem dasselbe und eine Novelle,„der Sttaßenräubcr", um 450 fl. von der Spitzeder angekauft worden, so umgearbeitet habe, daß dasselbe jetzt für sie gegeben werden konnte. Der Präsident be- dauert mit ironischer Verbindlichkeit, daß-S ihm an Zeit mangele, dieses wahrscheinlich vorzügliche Drama, das den Titel„pro et contra" oder„Eine Heirath durch die Dachauer Bank" führt, verlesen.—* Die„Frankfurter Zeitung" liefert über unser Thema außerdem noch folgende Angaben „Der Redakteur deS„Freien Landesboten", Theophil Bösl erhielt 14,000 fl. gegen einen Revers, in welchem er sich au Ehrenwort verpflichtete, nur im Interesse der Spitzeder zu wirken. nichts ihr Nachtheiliges in sein Blatt aufzunehmen.— Zwei Volkssänger erhielten 100 fl., um keine Couplets gegen die Spitzeder vorzutragen.— Der Redakteur Zander vom„Volks boten" erhielt ein Darlehn von 13,000 fl., angeblich bedingungs los. Der Redakteur des„Süddeutschen Telegraphen", Keller bauer, erhielt 800 fl., für welche Summe sich die Spitzeder das Theilhaberrecht an dem Blatte erwarb. Ein Literat Sell verkaufte sich für 25 fl. Ein Literat Fuchs sandte Reklamen an mehr als 30 Provinzialblätter, zu welchem Zwecke 200 fl. ausge worfen wurden.— Der Redakteur Dr. Rittler vom„Volks boten" erhielt mehrere Darlehne, nachdem er der Spitzeder seine Ergebenheit versichert.— Für Gedichte, Romane u. dergl. wurden au die Herren Literaten ansehnliche Summen gezahlt. Das „Münchener Tageblatt" gehörte der Angeklagten; vom inzwischen eingegangenen„Extrablatt" war sie Miteigcnthümerin." Ergänzt wird das Letztere noch durch Nachstehendes: „Der Administrator der„Münchener Jßolkszeitung" gründete das sogenannte„Extrablatt", räumte der Spitzeder das Miteigen thumsrecht für 3000 fl. ein und ließ sich als Herausgeber noch monatlich 100 fl. von ihr zahlen. Ein früherer Postexpeditor, der sich mit literarischen Arbeiten beschäftigte, bekam für eine Poste und eine Novelle, die er im Interesse der Spitzeder schrieb. 495 fl."— Wie gering würden sich die Hunderte undTausende der Spitzeder Bestechungen ausnehmen, wenn der Schleier des Berliner Repti lienfonds gelüftet würde!— HundstägigeS. AuS Berlin geht uns die Nr.F28 eines funkelnagelneuen Blattes, einer sogen.„Neuen freien Zeitung" vom 29. Juli zu(Redakteur: G. H. Rousseau), in welcher„Eine soziale Aufgabe für die Sozialdemokratie" auseinandergesetzt wird Der Inhalt jenes„Leitartikels" lautet:„Kernpunkt der sozialen Kardinalftage der Gegenwart" ist:„Bekämpfung res Militarismus und schiedsgerichtliche Austragung internationaler Streitfragen." „Die internationale Arbeiterassoziation könnte nun den Beftirch- tungen, die man bezüglich ihrer selbst hegt, und den Gefahren. die der Militarismus für die Arbeit des Friedens mit sich bringt, durch nichts besser die Spitze abbrechen, als indem sie überall in Europa gleichzeitig gegen jede Gewaltpolitik Protest erheben und für die Einsetzung eines internationalen Schiedsgerichts, enventuell für die Begründung einer europäischen Union unter dem Regime der bestehenden Regierungen in die Schranken treten würde.— Vor allem hätte die Internationale in Frank reich in dieser Weise vorzugehen, um die Chauvinisten dieses Landes von ihren unglückseligen Revanchegedanken abzubringen." Da wir nicht verpflichtet sind, uns mit politischen ABC-Schützen andauernd zu langweilen, so sei der Verfasser der Kürze halber auf Eichhoffs„Wesen der internationalen Arbeiterassoziation" ver wiesen, woselbst er den Nachweis finden wird, daß die Internationale thatsächlich im vorigen Jahrzehnt einen Krieg Englands mit Amerika verhütet hat, und ferner die Erklärung für die Un Möglichkeit unserersetts: eine„Union unter dem Regime der be stehenden Regierungen" zu verlange»(wie weiland 1849 jener Trop■ die hessische Republik mit dem Großherzog an der Spitze). Im Versolg der Geschichte der Internationalen wird der Verfasser dann auch finden, daß 1370 sowohl in Deutschland als in Frankreich seitens der Mitglieder der Assoziation gegen die„Gewaltpolitik" mit vielem Eifer agitirt worden ist,— mit einem Eiser, für den „Lotzen" und„Hubertusburg" als dauernde historische Erinnerung in die Annale» der deutschen Geschichte eingetragen worden sind. — WaS die französischen Internationalen speziell betrifft, so haben diese augenblicklich kein Interesse, die Zirkel der Bourgeoisfraktioneu zu stören; wenn letztere heute den Revanchekrieg unternähmen, so würden ihnen die Ersteren— geradeso wie vor 3 Iahren— nur zurufen:„Es geschieht Euch ganz Recht, wenn Euch die Preußen die Häuser über dem Kopf zusammenschieben".— So viel zur Be- lehrung für den Herrn Verfasser der„Neuen Freien". Hossentlich läßt er, so lange die Hitze andauert, die Feder ruhen!— „Europäisches Sklavenleben." Unter diesem Titel hat sich in das Bourgeoisblatt„Wiener Tagespresse" vom 26. Juli fol- gende Mittheilung unter„Vermischtes" verirrt:„Vom Gömörer Eisenbahnbau wird den„Pol. Ujdons" aus Gömör gemeldet, die unmenschliche Tyrannei der Bauunternehmer daselbst übersteige alle Begriffe und hatte die Arbeiter in fortwährender Auflegung. Für eine Kubikklafter Erdbewegung, für welche der. Staat dem General Unternehmer, einem Preußen Namens Bachstein 6 fl. und dieser den Subunternehmer 4 fl. bezahlt, bekommen die armen Arbeiter 1 fl. 60 kr. und auch dieser Betrag wird ihnen nur alle vierzehn Tage ausgezahlt. Während der Zeit gibt man ihnen Auweisungen auf Lebensmittel, welche ihnen aber zu so unglaublichen Preisen an- gerechnet werden, daß der Arbeiter, wenn der Zahltag herankomiüt, nicht nur nichts übrig behält, sondern noch obendrein schuldig bleibt. Die Gereiztheit unter den Arbeitern geht auf's Aeußerste; viele ließen ihre Arbeit von 8 bis 10 Tagen in Stich und gingen in die weite Welt. Die noch hier sind, liegen größtentheils vom Elende krank darnieder. Die Gesunden sind in fortwährendem Aufruhr begriffen. ES ist an der Tagesordnung, daß die unmenschlichen Unternehmer verfolgt und mit Steinen und Stöcken am Leben be droht werden; es ist ein wahres Wunder, daß bis jetzt noch ein Jeder glücklich entronnen ist. Daß unter solchen Umständen die Arbeit nicht besonders gefördert wird, ist wohl natürlich." Wenn die„Wiener Tagespresse" etwas mehr Verstand hätte, brauchte sie, um derartige Fafta herbeizuschaffen, nicht bis nach„Gömör" zu gehen.„Warum in die Ferne schweifen u. s. w.?"— Logik auf der Verbrecherbank. Von dem Brauerkuecht Marchner, der soeben in München wegen vierfache» Raubmor- des und eines Mordversuchs, an seinen nächsten Angehörigen begangen, zum Tod verurtheilt wurde, kam während der Gerichts Verhandlung folgende Aeußerung an den Tag, die er während der Untersuchungshaft gegen einen anderen, ihm nach löblicher Stieber- sitte als Spion beigegebenen Untersuchungsgesangenen gemacht. „Als ich, so erzählte er diesem, bei meiner auf dem Stuhl sitzenden Schwester stand(die er mit ihrem Mann, Schwiegervater und »lindern ermorden wollte), flagte ich mich im Stillen:„Sollst du es thun, oder sollst du es nicht thun? Ach waö! Sind so viel Leute im Krig umgekommen und es ist keine Sünde, so ist das auch keine Sünde. Und dann schlug ich auf meine Schwe- stcr los."— Marchner sagte sich also:„Die Menschen tausend- weise abschlachten ist„keine Sünde"— ergo kann eS noch viel weniger eine Sünde sein, einen, zwei, drei, vier einzelue Menschen todtzuschlagen. Wenn der Mord im Großen erlaubt ist, muß er auch im Kleinen erlaubt sein." Wir ersahreu nicht, was der Rich- ter zu dieser Bemerkung gesagt. Jedenfalls konnte er nicht viel sagen, denn die Logik ist zwingend. Mit derselben Logik könnte ein des Diebstahls angeklagter Spitzbube seinen Richtern sagen: „Ja, ich habe gestohlen, wie Sie das zu nennen belieben. Ich nenne es annektiren. Wenn nun aber das Annektiren im Gro- ßen erlaubt ist, müssen Sie es auck im Kleinen erlauben. Ich habe nur gethan, was meine höchsten Obrigkeiten, denen ich Gehorsam und Achtung schuldig bin, gethan haben. Indem ich das von ihnen gegebene Beispiel nachahmte, habe ich nur meine Loyalität bewiesen. Und jetzt, meine Herren Richter, verur therlen Sie mich, wenn Ihr Gewissen und Ihre Logik es Ihnen erlauben."-- Logik und Gewissen würden dem Spitzbuben verteufelt wenig zu antworten haben. Aber-- Material zu finden; und den Beweis des Betrugs hat da» „Dresdner Journal", das amtliche Organ der Regierung, in deren Dienst die sächsischen Staatsanwälte stehen, geliefert. Also noch einmal: Ist der Prozeß gegen Allardt uud Company ein- geleitet? Und wenn nicht, warujm nicht?— Nochmals der„Saronia"-Schwindel. Wir sind in der Lage, nachstehend den Brief eines Parteige- nossen mitzutheilen, der Alles, was wir über den an den Mit- gliedern der sogenannten„Kolonie" Saxonia verübten Betrug ver- öffentlicht haben, in so weit eine Bestätigung überhaupt noch nöthig war, im vollsten Maaße bestätigt. Der Schreiber, ein ehe- maliges Mitglied des Leipziger ArbeiterbildungSvereins, ist uns als durchaus zuverlässig bekannt; er schloß sich der„Kolonie" an und zwar mit dem klaren Bewußtsein, daß man„drüben" das Gold nicht beim ersten Spatenstich finden werde, sondern„hart arbeiten" müsse. Er nahm, daö fei noch bemerkt, eine tüchtige Kenntniß der englischen Sprache mit, was ihm die Bildung eines selbftständigen UrtheilS natürlich sehr erleichterte! Der Brief, datirt Munising, den 26. Juni 1873, lautet: >„Lieber Freund! Entschuldige mich zuerst, daß ich nicht eher schrieb, ich wollte erst festen Grund über die ganze Sachlage haben. Ich werde nun die Scbrtderung der Seereise vorausschicken. Von Hamburg fuhren wir den Palmsonntag flüh8Uhr ab und kamen Dienstag früh in Hull an, wo wir einige Tage blieben; dann ging es mit der Bahn nach Liverpool und von da auf's große Schiff. Nach neun Tagen kamen wir in New-?)ork an. Die Seekrankheit hatte auch mich derb mitgenommen. Mit der Eriebahn fuhren wir am Niagarafall vorüber nach Detroit. Dort hatten wir eine Ver- 'ammlung, wo es sich darum handelte, ob wir nach Munising gehen wollten oder nicht, indem uns sehr abgeredet wurde. Man kann aber Nichts auf Rathschläge geben, da es sehr viele Schurken gibt, die sich„Landsmann" nennen. Es wurde nun aber doch beschlossen, nach Lake Superior zu gehen, aber Jedem flei gestellt, zurückzu bleiben, auch den Ausgeloosten, worauf hin auch zwanzig Mit' glieder mit Familien zurückblieben. Ich hielt eS für meine Pflicht, mitzugehen und mich von der Sachlage zu überzeugen und darüber zu urtheilen. Ich habe nun hier gefunden, daß es zum Farmen so ungünstig wie möglich ist. Der Sommer ist zu kurz. Wir mußten in Marguette noch vier Wochen warten, ehe wir nach Munising konnten, so lange war der See zuge- roren, und auf der Fahrt blieben wir auch noch ziemlich einen Tag auf einer Eisscholle sitzen. Der Dampfer mußte alle Gewalt anwenden, um wieder loszukommen. So kamen wir endlich am 26. Mai hier an. Ich habe nun kürzlich einen Auffatz im„Volksstaat" gelesen(ich halte denselben hier), wo rin die ganze Sache in ein schlechtes Licht gestellt wird. Der„Volts laat" wird nur zu sehr Recht haben; nur will ich bemerken, daß der Boden nicht„steinig", sondern daß Alles Sand ist; wie viel das besser ist, darüber urtheilt selbst! Nachdem ich Alles gesehen, habe ich erklärt, kein Land zu nehmen, was auch noch Andere gethan haben und noch thun werden. Wer kein Land nimmt, ist aus dem Bereine ausgeschlossen worden. Es sind gegen- wärtig noch ungefähr 23 Mitglieder, die nun auch noch hin und her ziehen, und zu keinem festen Entschluß ommen. ES ist noch nicht ein einzigs Haus gebaut wor- den; bloß Kartoffel sind gelegt. „Ich lege hier einen Ausschnitt aus einer englischen(amen kanischen) Zeitung bei„Tbc Marquette Mining Journal", worin Alles sehr schön geschildert ist, was mit der Wirklichkeit aber ehr wenig übereinstimmt. Es ist jedenfalls das Werk eines Agenten, damit noch mehr Leute hierher kommen sollen, um den Lohn herunter zu drücken. Ich will nun schjießlich noch bemerken, daß ich trotzdem sehr floh bin, hier in Amerika zu sein; man lebt sehr flei, und wer arbeiten will, kann sich auch etwas ver- dienen. „Nachträglich will ich bemerken, daß ein Tagelöhner hier täglich bis 2'/- Dollar verdient. Dein Karl Käubler." Diesem Brief, der für sich selbst spricht, haben wir keinen Kommentar beizufügen. Genug: er bestätigt, daß das Klima der„Kolonie" Saxonia ein„sibirisches" in deS Worts schärf- ter Bedeutung ist, und ergänzt in dieser Beziehung die Angaben des in Str. 52 deS„Volksstaat" erwähnten Göring'schen Briefs, '„kurzer Sommer", und Ende Mai der Dampfer auf einer Eis- Scholle sitzen geblieben!). Bestätigt wird unsere Behauptung, daß der eigentliche Zweck des Saxonia- Schwindels die Importation billiger Arbeitskraft ist. Mehr als bestätigt werden unsere Vennnthungen über die Qualität des den„Kolonisten" ausge- hängten Lands, es ist„Alles Sand"— natürlich„Alles" was nicht kontraktmäßig„starker Baumwuchs"(§ 5 des„Vertrags") ist.- Daß in Amerika die Arbeitslöhne durchschnittlich höher sind als in Deutschland, und daß körperlich kräftige, an harte Arbeit gewöhnte und zu jeder Arbeit bereite und sahige Männer in den Bereinigten Staaten bessere Aussichten haben als in Deutsch- land, haben wir niemals bestritten und wollen wir auch nicht be- 'treiten. Das Treiben der Herrn Allardt und Company wird aber ficht dadurch gemildert, daß es Einzelnen der von ihnen durch lügenhafte Vorspiegelungen und einen ungültigen Konttakt zur Auswanderung Berleitettn, gelingt, sich außerhalb der„Kolo- nie" eine Existenz zu begründen. Es lag und liegt das nicht in dem Plan der Herrn Allardt und Company, läuft sogar diesem Plan direkt zuwieder, und für die Herrn Allardt und Company ist das gerade so wenig entlastend oder gar verdienstvoll, wie für die Urheber der Fröttstädter Eisenbahnmetzelei, daß die durch dieses„Unglück" nöthig gewordenen Reparaturen einigen Arbeitern auf kurze Zeit Beschäftigung geben.— Was den in dem Brief Kaubler'S erwähnten Zeitungsausschnitt betrifft, so enthält er eine schaamlose Äuspuffung der„Kolonie", uud erinnert lebhaft an ähnliche Leistungen in der„AuSwanderungs- zeitung". Es ist offenbar„a chip of the sarne block." Le stile c'est Thomme; der Stil ist der— Agent. Uyd nun zum Schluß eine Frage an die sächsische Staatsan- walffchast: ' Ist der Prozeß gegen Allardt und Company eingeleitet? Uud wenn nickt— warum nicht? Im„Volksstaat", den die sächsischen Herrn Staatsanwälte sehr genau zu studiren pflegen, ist das nöthige Juuere Partei-, Bervaltungß-«ud OrgauisationS- Angelegenheiten. Es haben ferner für Juni bezahlt: Stuttgart, Fürth, Offen- dach, Lichtenstein, Coburg, Forst, Elberfeld, Wllrzburg, Neundorf. Freiwillige Beittäge haben eingesandt: Braunschweig, Leipzig» Zürich. Es sind also noch mit ihren Steuern für Juni rückständig: Auerbach, Apolda, Arnstadt, Amberg, Bamberg, Bensheim, Berka. Burgstädt, Celle, Camenz. Chemnitz, Constanz. Creseld, Aresde«, Dessau, Düsseldorf, Dülken, Deuben, Dahme» Döbeln, Eisenach. Elstra, Essen, Frohburg, Frankenberg, Frankenhausen, Finsterwalde, Freiburg in Schl., Frankfurt a. O., Giengen, Gera, Hraucha«, Kotha, Geyer, Geestendorf, Gr. Mühlingen, Großenhein, Gesau, Heinichen, Hildesheim, Hersfeld, Halberstadt, Hof, Harzgerode, Her- bede, Hänichen, Kirschhausen, Kreuznach, Kötschenbroda, Kaisers- lautern, Lunzenau, Luckenwalde, Leukersdorf» Lübeck, Landau, MunchenbernSdorf, Marburg, Mainz, Mannheim, Metzingen, Mylau, Mülsen St. N., Markirch, Marienberg, M.- Gladbach. Neubtelau, Neviges, Netschkau, Neustadt a. d. Orla, Oberlungwitz, Ohlau, Pössueck, Penig, Pfersee, Plauen, Pirna, Peilau, Quedliu- bnrg, Ronneburg, Ronsdorf, Rochlitz, St. Aegidien, Saalfeld, St. Tönis, Scharmbeck, Solingen, jSchwabing,! Stadt Remda, Staßfyrt, Schweinau, Tübingen, Thalheim, Viersen, Wandsbeck, WittgendSdorf, Waldenburg, Wieda, Weida, Würzburg, Wilkau» Weigelsdorf, Wechselburg. Im verflossenen Monat haben sich Mitgliedschaften gebildet und sind als Vertrauensmänner ernannt für*) Gesau: Herrmann Kaudelbinder; St. Thönis: W. Ortz; Schneeberg: M.Kögel; Seesen: W. Basse. Außerdem sind noch Vertrauensmänner ernannt: Oberlun lung- witz: F. Degenhardt; Markirch: I. Borwald; Niederplanitz: F. Kircheis; Schmölln: I. Martin; Eßlingen: H. Hunn; Span- dau: E. Camien; Wiesbaden: C. Stück. Sämmtliche Ver- trauenömänner werden aufgefordert, die Parteisteuern regelmäßig allmonatlich einzusenden, und zwar müssen die Steuern für Juli bis spätestens den 15. August an den Kassirer Herrn Benneke, kl. Schäserkamp 34, eingesandt werden. Der Ausschuß. Im Auftrage: Th. Horck. ') Sollte etwa ein Ort übersehen sein, so bitten wir um sofortige Bericktigung. st E GewerkSgeuossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. t�otha. Nachdem laut Beschluß des Ausschusses die diesjährige Generalversammlung hierher verlegt ist, halten wir eS an der Zett, die College» allerorts aufzufordern, durch Sendung zahlretcher Delegirten nicht nur allein uns zu beehren, sondern auch der Generalversammlung einen würdigen Verlaus zu sichern. Wir � werden bemüht sein, so viel in unfern Kräften steht, den Dele- � girten den Aufenthalt in hiesiger Stadt so angenehm als möglich Mf1 zu inachen. Namentlich ersuchen wir die jetzt schon Gewählten, wie'o überhaupt alle Delegirten, uns von ihrer Wahl in Kenntniß zu setzen, bezüglich der Beschaffung von Freiquartieren. College» allerorts! Auch wir können nicht umhin, unsere» Mahnruf zum Anschluß an unsre Organisation an Euch ergehe» zu lassen»nd richten wir diese Mahnung namentlich an die be- stehenden Lokal- und Fachvereine, die in ttauriger Selbstoerblen- dung nicht einsehen wollen oder können, daß die Interessen der Arbeiter solidarisch, und in Folge dessen der Kampf auch gemein- sam geführt werden muß. Indem wir hoffen, daß den viele» Aufforderungen zufolge, die College» sich uns anschließen werden und dies hauptsächlich durch Entsendung von Delegirten bethätigen werden, machen wir die Delegirten noch daraus aufmersam, daß ein Comitö, an rotheu Schleifen kenntlich, dieselben vom Bahn- Hof nach dem Bersamnilungs-Lokal bringen wird. Mit sozialdemokratischem Gruß Friedrich Knopf, Bevollmächtigter, am Berg 41.. Verband für Buchbinder. Leipzig. College»! Wir haben Euch in Nr. 64 deS„Volks- staat" gebeten, den Zuzug von Buchbinder» nach Leipzig fern z» halten. Heute wollen wir die Ursache zu dieser Maßregel mit- theilen. Wie die College» sich erinnern werden, wurde im vorigen Herbst von einer allgemeinen Buchbinderversammlung beschlossen. 25 Prozent Lohnerhöhung zu fordern. Der Verein stellte damals diese Forderung, um der großen Masse von College», welche dem Verein noch fern standen, zu beweisen, daß keine Harmonie zwischen Arbeit und Kapital besteht! Unser Zweck wurde vollständig erreicht; die Prinzipale bewilligten— nichts. Im Laufe dieses Jahres hat sich jedoch Manches günstiger für uns gestaltet; die Gründung des Verbände«, vereinzelte Lohnaufbesserungen von S bis 10 Prozent brachten größeres Vertrauen in die Organisation, so daß wir die Majorität der hiesigen College» die unsrigen nennen können. Dies bewog denn auch den hiesigen Berein, an» vorigen Montag, d. 21. dS., eine Tariflommifitou zu wähle». Hier muß eingeschaltet werden, daß der hiesige Prinzipalverbaud schon voriges Jahr einen Tarif ausgearbeitet hat, welcher, natür- lich ohne die Arbeiter zu fragen, überall da gehandhabt wurde. wo Preise in dem Tarif billiger gestellt waren, als bisher die Arbeit bezahlt wurde; sonst befand sich derselbe im Tischkasten der Prinzipale. Nachdem am Montag die Tarifcommission gewählt, fällt einem hiesigen Buchbindereibesitzer der glückliche Gedanke ei», einen seiner Arbeiter, welcher bereits zwei Jahre die feinsten Ar- beiten bei ihm zur Genüge gemacht, auf jede denkbare Weise zu chikaniren, und an Ehrverletzungen fehlte es auch nicht. Der Ar- beiter hatte das große Verbrechen begangen, VerttauenSmann Z» sein und der Tariscommission anzugehören. Es ist die« natürlich sein und der Tariscommission anzugehören. W> ein entsetzliches Verbrechen gegen die unbeschränkte AuSbeutunS solcher DampfBuchbindereibesitzer! Dieser Mannj Gustav Fritschr ist sein Name, ging sogar so weit, den Lohn für diesen und noch einen Arbeiter nicht auszuzahlen, worauf sämmtliche Verbandsuiit- glieder, 12 an der Zahl, kündigten. Der Verein wird sie>u Schutz nehmen. College», vorläufig ist die Sache nicht gefährlich! doch weiß man nicht, ob weitere Maßregelungen folgen werde». da, wie gesagt, ein Prinzipalverband hier besteht; wir ersuch� Euch aber dringend, jeden Zuzug nach Leipzig fern zu halten durch Bekanntmachungen in Vereinen, Herbergen und in allen Werkstube»- wo Bersammlungen nur monatlich stattfinden. Gelingt es u» C 41 » Dl lv d. fd vi T m ti bi 'S« Leipzig, die Organisation schwankend zu machen, so wird man allerorts den Druck fühlen müssen. In allen Orten sucht man den Collcgcn die Leipziger Preise aufzudrängen(wie in Hannover beim Strike); zeigen wir, obwohl der Verband jung ist, durch festes Zusammenhalten, daß der Arbeiter Schutz innerhalb desselben stndet. Collegen, wir verlangen also nur das Eine vorläufig: haltet Zuzug fern! Für den Leipziger Buchbindervereiu: H. Richter. RR. Die Buchbinderei von Gustav Fritschc ist für Ber- bandsmitglieder bis auf Weiteres gesperrt. verichtigung. In Nr. 60 des„Bolksstaat", Correspondenz des Buchbinder- Vereins, ist durch Mißverständniß eine Lohnaufbesserung verzeichnet worden. Der uns gemeldete„Erfolg", wie uns nachträglich mit- zetheilt wird, bezieht sich nur auf die Entwicklung des Vereins. H. Richter. - Correspondenzen. ¥ elt, her der Vir -le- lich wie ZU re» Zill be- en- der :iu- :leil den gen vaß hn- lkS- 'p NU" igen fem ml« ve« chett rdig eses die a 6 ion, ige» au> ileii. aud tür- rde, die der ihlb ein, Ar" - zu Ar" ZU rli» wog ts-b- noal mit" in lichi den, cken urch ben, in Neikeipzig, 24. Juli. Ich muß so datiren, weil ich der Leip- Ziger" Polizei meinen gegenwärtigen Aufenthalt nicht verratheu will; denn sie hat es bis jetzt fertig bekommen, mich auch aus den Gerichtsämtern, auf welche sich ihre Kompetinz nicht erstreckt, wegzubringen. Ich bin nämlich vor einigen Tagen auch aus dem Gerichtsamt Zwenkau— also zum vierten Male— ausgewiesen worden. Die diesbezügliche gerichtsamtspolizeiliche Resolution bc- zann mit den charakteristischen Worten:„Nach den seitens des Leipziger Polizeiamts anhcr gelangten Akten u. s. w." Die„Gründe" der Ausweisung sind: 1)„wegen seines be kannten gemeingefährlichen Verhaltens", 2)§ 3 des Freizügigkeits- gesetzeS, 3) Z 17 des HeimathsgesetzeS von 1834.— Dieser letztere Paragraph, der bis dato nicht nur den Gerichtsämtern, son- dern auch der Kreisdircktion unbekannt war, ist erst neuerdings anläßlich meines Rekurses gegen die Ausweisung aus dem Ge- richtsamt Leipzig II— vom Ministerium hervorgestöbert worden; er besagt, daß jedem aus irgend einem Orte ein Mal auSgewie- ftnen Staatsangehörigen überall im Lande die Aufnahme ohne Angabe des Grundes verweigert werden kann.— Geschweige denn dem Nicht-Staatsangehörigen.— Unter solchen Umständen unterließ ich natürlich die übliche Ceremonie des Rckursergreifens; und zwar um so mehr, als nach der Praxis der Leipziger Ge- richtsämter nicht daran zu denken war, daß das Zwentauer Amt dem Rekurse Suspensivkraft beilegen würde. Ich verließ also, wie mir verordnet worden war,„innerhalb zwei Mal 24 Stun- den" das Gerichtsamt. Mein Wirth in Prödel war von dieser Couriermäßigkeit der Zwenkauer Justizpolizei nicht wenig über- rascht.„Könnten Sie nicht dafür sorgen"— sagte er zu mir— «daß das Zwenkauer Gerichtsamt meinen, bei ihm anhängigen Erbschaftsprozeß, der, obschon er einfachster Natur ist, nun bereits vier Jahre dauert, ohne daß abzusehen wäre: wie lange noch?, auch„innerhalb 2 Mal 24 Stunden" abwickelte?" Ich wußte diese Frage verneinen.— Bemerkt sei übrigens, daß ich diese nette Gegend schon längst ! verlassen hätte, wenn nicht die Untersuchungen älteren Datums, die bei den Leipziger Gerichten noch gegen mich anhängig sind, j wich zwängen, mich in möglichster Nähe von Leipzig aufzuhalten, 'Um die häufigen Termine ohne großen Zeitverlust und Reiseun- kosten wahrnehmen zu können. Anstatt mich nun— im eigensten Interesse der Justiz— bis zur Erledigung dieser Pro- Zesse mit AuSweisungschikanen zu verschonen, dannt jene ohne Unterbrechung an Einem Platze geführt werden könnten, hetzt Man mich von Ort zu Ort und zieht dadurch die Untersuchungen dermaßen in die Länge, daß ich vorläufig noch gar nicht bestim- wen kann, wann ich definitiv werde loskommen können. Nach dem Gesetz, die Kompetenzen der einzelnen Behörden betreffend, müs- sin nämlich die�Gerichte die Untersuchungssachen Solcher, welche Mittlerweile ihren Wohnsitz nach einem anderen Amtsbezirke ver- legt haben, diesem übergeben. Meine Akten müßten also, wenn das Leipziger Gericht sie aus Händen gäbe, alle 3 Tage wo an- ders hin wandern— immer nach der Richtung meiner Auswei- jungen— ohne daß ein Gerichtsamt zur Erledigung der Sache schreiten könnten. Denn kaum bin ich an einem Orte polizeilich angemeldet, so wird auch schon(auf höheren Befehl) die Auswei- sungsresolution nach dem bekannten Schema abgefaßt.— Es sieht fast so aus, als wolle man mich so lauge chicanircn, bis ich— der Ausweisungen müde— weit wegzöge und wenigstens den Schein der Flucht vor den anhängigen Prozessen zurückließe. So hat mir beispielsweise die Kreisdirektion auf eine vor 6— 8 Wochen an sie gerichtete Anfrage, ob sie für die Dauer meiner Prozesse Mir den Aufenthalt im Gerichtsamt I gestatten wolle, bis heute Noch keine Antwort gegeben. Dagegen erhielt ich gestern auf eine weitere, gleichzeitige Anftage, ob mir jener Aufenthalt nicht min- bestens auf 8 Tage gestattet werden könne, den geistvollen Be- scheid, daß jene„8 Tage" nun nach so vielen Wochen doch schon vorüber wären, mein Gesuch also gegenstandlos geworden sei. Dabei muß ich ausdrücklich hervorheben, daß ich Woche für Woche Und in mancher Woche Tag für Tag einen Boten zur Kreisdirek- ti°n und zum Gerichtsamt I um Bescheidholung sandte, immer aber bie Antwort erhielt: man werde mir, wenn etwas für mich da sei, cS schon zuschicken. Vorgestern nun lese ich zufällig in der «Leipziger Zeitung" eine seitens des Gerichtsamts I an mich ge- richtete„öffentliche Vorladung", weil man meinen Aufent- Haltsort„von hier auS nicht hat ermitteln können". Dabei habe Uh bei den verschiedenen Behörden wiederholt deponirt, alle für Mich bestimmten Sendungen, für die Zeit meiner Abwesenheit von Leipzig, an die Genossenschaftsdruckerei zu adresstren.— In dieser Weise wird verfahren: Erst Prozesse aufhalsen, dann nach dem Msten Verhör ausweisen, und gleich darauf als unauffindbar durch «öffentliche Vorladung" zurückrufen. Das ist„sächsische Ge- Müthlichkeit". A. Hepner. .Leipzig. Herr Stadtverordneten-Stellvertreter Madak erschien heute in unserem Bureau und protestirte gegen die in unserer letzten Nr. gemachte Mittheilung, daß er Sonntag vor 10 Wochen Hepnern der Polizei denunzirt habe; er müsse mit jemand anders �rwechselt worden sein.— Wir hoffen, dem Rechten bald auf die >pur zu kommen und werden dann erzählen, wieso Herrn Madak iene Verwechselung passiren mußte. . Schnecöcrg, 25. Juli. Die Agitation des Parteigenossen mZalster hat am hiesigen Orte ihre guten Früchte getragen. Seit i. Juli besteht hier eine Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Als Vertrauensmann wurde gewählt Michael *hiigel, Schuhmachermeister in Neustädtel. Als Revisoren fun- SSMen Gustav Hörnig und Adolph Edelmann, beide in Schnee- hmg. Die Mitgliedschaft besteht gegenwärtig aus 16 Mann, ge- ein kleines Häuflein, aber die Mannen sind gut. Jeder Ein- zelne wird sein Theil zur Stärkung der Partei nach innen und außen beitrageu. Mit sozialdemokratischem Gruß M. Kögel, Vertrauensmann. HSülsen St. Jacob, 22. Juli. Am 19. Juli fand hier eine öffentliche Volks-, resp. Weberversammlung statt. H. Albert aus Glauchau referirte. Auf der Tagesordnung stand: 1) die allge- mein vertheuerten Lebensbedürfnisse und die Existenz der Weber. 2) Das Bestreben der Weber, ihre Lage zu verbessern und das Vorgehen der Berliner Weber in dieser Frage. 3) Das Bedürfniß der Lohnverbesserung und die Entschädigung bisher unbezahlter Arbeiten. Nachdem Albert die erste und dritte Frage reichlich er- läutert, wies selbiger auf die Berliner Weber hin und erklärte, wie nothwendig es sei, dieselben zu unterstützen. Er forderte alle An- wesenden auf, ja nach Kräften letzteres zu thun, damit dieselben zum Sieg gelangen, denn siege Berlin, so werde der Sieg auch hier nicht ausbleiben. Die Versammlung schenkte dem Referat die größte Aufmerksamkeit und erklärte ihre Zuftiedenheit durch großen Beifall. An der Debatte betheiligten sich noch Wirth aus St. Micheln und Unterzeichneter. Und nachdem letz- terer hauptsächlich auf die den folgenden Tag stattfindende Ein- sammlung aufmerksam machte und Alle aufforderte, ja nach Kräf- ten das Möglichste zu thun, um den Berliner Genossen zu Hilfe zu kommen, schloß derselbe die Versammlung. Die Tags darauf stattgefundene Einsammlung betrug 25 Thlr., welche sofort au die „Bolksstaat"-Expedition zur Weiterbeförderung übersandt wurde. Ferd. Bogel, Borsitzender. Aerkin, 29. Juli. Unsere Innungen haben sich nun, wie von Bielen bereits vorhergesehen, kläglich und ohne den geringsten Anstand aus dem Kampfe zurückgezogen. Zurückgezogen, ohne die Erwartungen und Hoffnungen, welche man auf sie gesetzt, zu er- fttllen; zurückgezogen resultatlos nach einem harten vierwöchentlichen Kampfe. Und die Ausgeschlossenen, die Gesellen, wo bleiben die? Erklärte nicht der Borstand der vereinigten Innungen am 2. Juli von der Tribüne der„Königshöhe" herab:„Ihr Gesellen, steht hinter uns als Reserve; wir werden es diesmal auskämpfen! Wir werden unsre Werkstätten nicht eher wieder öffnen, bis der Lohn- tarif bewilligt ist." Der Lohntarif— bittrer Hohn! er ist von vielen Fabrikanten nur zum dritten Theil bewilligt, und von einigen noch gar nicht. Aber die Meister schämen sich nicht, trotzdem sie ihr Wort am 2. Juli gegeben, festzuhalten an dem Tarif, und für den alten Lohn Gesellen zu verlangen. Aber die Gesellen halten Stand, sie ergreifen lieber die geringste Handarbeit oder den Wanderstab. Nur nicht unter den alten schimpflichen Bedingungen wieder anfangen, dies ist die Parole Aller. Darum, Collegen allerorts, unterstützt uns noch ferner in diesem gerechten Kampfe, denn unser Sieg ist auch Euer Sieg. Unterstützungen sind zu senden an das Mitglied der ständigen Kommission, Br. Scholz, in Kaffee Hosfmann, AndreaSstr. 49 oder kleine Andreasstr. 20, 2 Treppen links. Die Commission der Stuhlarbeitergesellen: Br. Scholz, Vorsitzender, G. Gladewitz, Schriftführer. XL. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden gebeten, von Obigem Notiz zu nehmen. ßöln, 18. Juli. Bericht über den Rheinischen Cigarren- arbeitertag. Zu dem am 6. und 7. Juli er. in Cöln abgehaltenen Rheinischen Tabak- und Cigarrenarbeitertag waren folgende Dclegirte anwesend: Fritzsche aus Berlin, Wode aus Verden, Prast aus Düsseldorf, Schilling, Römer und Bongers aus Neuwied, Waschack aus Crefeld, Bichl aus Andernach, Faust und Blumer aus Brühl, Linnartz, Schlömmer und Schu macher aus Hickdorf, Pfeifer und Hennrich aus Bonn. Bei der Constiwirung des Bureau« wurde Buddelmeyer �zum 1. und Herschel zum 2. Vorsitzenden und Kircher zum Schriftführer ge- wählt. Folgende Resolutionen wurden gefaßt und einstimmig angenommen: Zu Punkt I. Die Lage der Arbeiter im Allgemeinen, speziell der Cigarren arbeiter. Ref.: Wode. 1. Resolution: Der Rheinische Cigarrenarbeitertag auerkenut, daß die derzeitige Lage des Arbeiter- ftanves der geistigen und leiblichen Wohlfahrt der gesammten Menschheit nachtheilig und darum eine Besserung der Lebenshaltung der Arbeiter eine sittliche Nothwendigkeit ist; daß aber diese Bes- seruug nur dann erreicht werden kann, wen» sich alle Arbeiter an den sozial-politischen Arbeitervereinen betheiliaen. Zu Punkt II. Der deutsche Tabakaibeiter-Berein und die Wiedervereinigung der Cigarrenarbeiter Deutschlands. Ref.: Fritzsche. 2. Resolution: Der Rheinische Cigarrenarbeitertag halt die Organisation deS deutschen Tabakarbeiter Vereins für völlig zweckmäßig zur Wahrung der Interessen aller Tabakarbeiter, in soweit dies innerhalb der Heu- tigen wirthschastlichen Zustände überhaupt möglich ist, und darum auch für das beste Mittel zur Vereinigung der deutschen Tabak- arbeiter, so daß er es für die ernsteste Pflicht aller rechtschaffenen Kollegen erachtet, diesem Bereine beizutreten. Zu Punkt III. Die Filial-Fabriken auf dem Lande. Ref.: Fritzsche. 3. Resolution. In Erwägung, daß die Filial-Fabriken auf dem Lande die Lage der Cigarrenarbeiter auf da« Empfindlichste schädigen, indem sie eine Concurrenz schaffen, die ohne Bedrückung ihrer Arbeiter die Fabrikanten in den Städten nicht auszuhalten vermögen, beschließt der Rheinische Cigarrenarbeitertag, ein ständiges AgitationS-Comitv für die Rheinprovinz zu gründen, dem außer der Agitation in den Städten auch die Ausbreitung des Vereins über alle die Ort- schaften zur Pflicht gemacht wird, wo Filial-Fabriken bestehen resp. neu begründet werden. Zu Punkt IV. Die Wickelmacher Frage jc. Ref.: Fritzsche. 4. Resolution: Der Braunschweiger Cigarren- arbeiter, siehe Botschafter Nr. 26, Seite 2. Zu Punkt V. Der Fabrikanten- Verband. Ref.: Wode. 5. Resolution: Der Rhei- nische Cigarrenarbeitertag erklärt, daß das Vorgeben des Fabri- kanten-Bundes, daS materielle Wohl der Arbeiter durch ihren Bund zu fördern, nichts weiter als eine scheinheilige Vorspiegelung ist, um die Arbeiter von der selbstständigen Wahrung ihrer eigenen Interessen abzulenken. Zu Punkt VI. Die Aussperrung der Ci- garrenarbeiter in Vlotho, Flensburg und Holland. Ref.: Fritzsche. 6. Resolution: In Anbetracht dessen, daß die Fabrikanten in Vlotho, Flensburg und Holland im Unrecht gegenüber ihren Arbeitern stehen, beschließt der Rheinische Cigarrenarbeitertag, es ist Pflicht jedes Kollegen, die von der Aussperrung betroffenen Mit- arbeiter kräftigst zu unterstützen. Zu Punkt II stellte die Mannheimer Mitgliedschaft den An- trag, den Sitz des Vereins mehr nach dem Süden zu verlegen, da Berlin bei den süddeutschen Kollegen so sehr im Mißtrauen stände und auch mehr Geld gespart würde. Nach längerer Diskussion wurde qu. Antrag, da der Rheinische Cigarrenarbeitertag über den- selben zu beschließen nicht competent sei, zur nächsten Geueralver- sammlung verwiesen. Zu Punkt III stellte Mannheim den Antrag, die fliegende Agi- tation aufzugeben und sich mehr auf Resolutionen und Flugschriften zu verlegen. Nach Narer Darlegung über die Nothwendigkeit einer mündlichen Agitation(Seitens Fritzsche) wurde von Buddelmeyer der in der III. Resolution zum Ausdruck gebrachte Antrag gestellt, ein ständiges AgitationS-Comitö für die Rheinprovinz zu gründen, welcher auch angenommen wurde; hierauf wurde Cöln als Central-- punkt von Fritzsche und Wode in Vorschlag gebracht und ein- stimmig angenommen. Von C. Wolf aus Braunschweig gingen folgende Schreiben ein: Möchten die anwesenden Delegirten von der sittlichen Tendenz unseres Vereins überzeugt in ihre Heimath zurückkehren und mit voller Kraft für denselben eintreten und möchten vor Allem die Berathungen, welche auf den 3 Cigarrenarbeitertagen gepflogen, gute Früchte tragen, damit wir in Zukunft vorsichtiger und plan- mäßiger vorgehen. Für den Rheinischen Cigarrenarbeitertag: Hub. Buddelmeyer, Vorsitzeuder, Eulengarten Nr 1. XL. In Betreff des Rheinischen Agitations-Comitäs ersuche ich alle Ortsvorsitzenden deS Rheinlands, baldigst aus ihrer Mitte 2 bis 3 Kollegen zu diesem Comitö zu ernennen und im Sinne der 3. Resolution zu verpflichten, an obige Adresse wolle man s. Z. gefälligst die getroffene Wahl mittheilen.(Auf Wunsch dem„Bot- schafter" entnommen. R. d.„V.") Nürnberg. Die Leser des„Voltsstaat" haben bereits ver- schiedentlich Gelegenheit gehabt, die Kampfesweise der Gegner der Sozialdemokratie kennen zu lernen; kein Mittel, und sei eS auch noch so verworfen, ist ihnen zu schlecht, wenn es nur geeignet er- scheint, die Bestrebungen der Sozialdemokraten zu verdächtigen und deren Anhängern Eins anszuwischen. Zu diesen Gegnern zählt auch der„Fränkische Kurier". Dieses saubere Blatt bespricht in seiner Nr. 347 eine Kneipenaffaire und leistet in Verdrehung der Thatsachc das Menschenmöglichste, indem es berichtet: „Nürnberg, 9. Juli. Ein empörender Vorfall hat sich letzten Samstag Nachts zugetragen. Ein der Sache der deutschen Ge- werkvereine mit Eiser zugethaner, verheirathetcr Arbeiter, Hr. Schaupner, kam zufällig in die Kirschner'sche Wirthschaft im Ju- denhöfle, wo er das Lokal zum größten Theil mit Angehörigen der sozial-demokratischen Partei angefüllt fand, welche sich die Zelt mit Bortragen von Gedichten vertrieben. Seine Ankunft gab zu mancherlei Sticheleien und höhnischen Bemerkungen Veranlassung, u. a. hörte er die Aeußerung:„Das ist ein„Hirsch"(d. h. An- Hänger der Hirsch-Dunkerschcn Richtung), dem müssen wir einmal eins auffpielen" ic.; da jedoch Schaupner sich auf nichts einließ, kam es zu keinerlei Wortwechsel und als die Feierabendstunde kam, verließ er das Lokal, die Mehrzahl der Sozialdemokraten mit ihm. Auf der Straße näherte sich ihm der Rothschmiedsge- selle Wild und drückte die höchst liebenswürdige Ansicht aus, man sollte ihn(Schaupner) eigentlich tüchtig abtackeln, weil man ihn jetzt gerade so schön habe, worauf Schaupner erwiderte, es würde der sozial-demokratischen Partei wohl keine Ehre bringen, in Masse über einen einzelnen wehrlosen Mann herzufallen. Wild entfernte sich hierauf, Schaupner ebenfalls, allein kaum war der Letztere bis zur Dietz'schen Buchdruckerei gegangen, als er plötzlich von zwei Personen rücklings niedergerissen und auf Gesicht, Hals und Brust in so barbarischer Weise mit Stiefelabsätzen getreten wurde, daß er hlutend und bewußtlos liegen blieb. Das Nasenbein ist gänz- lich zertrümmert, das Gehör des linken OhreS unwiederbringlich verloren, Kopf und Brust mit Wundmaleu bedeckt. Schaupner hat mit Bestimmtheit in dem einen seiner Angreifer den oben er- wähnten Rothschmied Wild erkannt; Untersuchung ist eingeleitet, die Sache wird den Gegenstand einer Schwurgerichtsverhandlung bjlden.— Von anderer Seite wird uns mitgetheilt, daß in neue- ster Zeit Personen, welche ein öffentliches Amt bekleiden oder eine prononcirte politische Stellung einnehmen, auf offener Straße nicht selten Gegenstand von Insulten find, deren Beschaffenheit nur aus politischen Haß als Motiv schließen läßt. Soweit haben eS also systematische Hetzereien und Aufreizungen in Nürnberg gebracht, daß man sich nicht nur öffentlichen Insulten, sondern sogar lebens- und gesundheitsgcfährlichen Mißhandlungen aussetzt, wenn man eine von derjenigen gewisser berufsmäßiger Agitatoren abweichende politische Meinung hat und dieselbe offen äußert.— Solche Vor- sälle haben übrigens auch ihr Gutes; sie öffnen den rechtlich den- kenden Arbeitern die Augen und zeigen ihnen den Abgrund, in welchen ihre Parteiheiligen sie zu führen im Begriff sind." Zu diesem Bericht bemerkt unser Parteiorgan,"das„Fürther Demokratische Wochenblatt": „1) Ist eS eine Lüge, daß am Samstag, den 5. Juli, Nacht« die betreffende Wirthschaft mit Sozial-Demokraten angefüllt war. 2) Ist es eine Lüge, daß Wild, der Schaupner geprügelt habe» soll, ein Sozial-Demokrat ist. 3) Ist es eine Lüge, daß Sozial- Demokraten politische Gegner oder Beamte auf der Straße iu- sultiren. Wahr dagegen ist: 1) Daß Schaupner, der erst nach zwölf Uhr Nachts in das betreffende Lokal kam, den Leuten, die sich mit Deklamationen die Zeit vertrieben, diese Unterhaltung wehre» wollte. 2) Daß 1, mit Worten ein Sözial-Demokrat, zu dersel- ben Zeit in der Wirthschaft sich befand und außerdem ein Mann» welcher früher der Partei angehörte. 3) Daß der in der Wirth- schaft damals anwesende Sozial-Demokrat nachweisbar Schaupner weder mit Worten noch Thaten angegriffen hat. Das der Sachverhalt. Darnach mögen die Leser entscheiden, welchen Namen ein Blatt verdient, das ohne irgend einen An- haltspunkt die frechsten Lügen und Verläumdungen in die Welt hinausstrcut gegen Männer, die sich bei jeder Gelegenheit Mühe geben, die Arbeiter von Ausschreitungen jeglicher Art abzuhalten. Aber selbst den Fall gesetzt, daß ein Sozial-Demokrat zu einer Rohheit wie der an Schaupner begangenen sich hinreißen ließe, s» kann man dafür nicht die Partei und die Agitatoren verantwort- lich machen. Wer das thut, begeht bewußt eine Schlechtigkeit. Wenn ein solches Verfahren aber vielleicht auf Seiten unserer Gegner der Anfang zur Wahlagitation sein soll, dann werde» wir nothgedrungen die Skandalchronik der hiesigen Fortschritts- Partei aufschlagen. Mögen die Gegner immerhin uns angreifen, wir werden Nichts dagegen haben, so lange sie sich nicht auf de» Standpunkt des Herrn Stolz(Redakteur des„Fränkischen Ku- rier") stellen. Ziehen sie das Gegentheil vor, und bekämpfen sie uns mit den Waffen der Lüge und Verleumdung, werden wir alle nur erdenklichen moralischen Folter- und Scharfrichterwerkzeuge gegen sie in Anwendung bringen. Wenn ein Sozialist sich eine« Vergehens schuldig oder eine Dummheit gemacht hat, so mag er dafür büßen und die Ruthe der öffentlichen Meinung über sich schwingen lassen. Aber die ganze Partei für Lumpen oder Tauge- nichtse erklären, das heißt: uns zu einer moralischen Abmurxern der Gegner herausfordern und zwingen. DaS mögen sich die Forffchreiter hinter die Ohren schreiben, daß wir dann schonungs- loS gegen sie und ihre Angehörigen vorgehen werden." Angsvurg, 28. Juli. In der am Sonntag den 26. d. M. stattgehabten Parteiversammlung wurden mehrere Anträge, die durch dem Ausschuß veröffentlicht werden, zum diesjährigen Cou- greß gestellt und angenommen. Parteigenosse I. Endres ward einstimmig als Delegirter gewählt. Die hiesigen Parteigenosse» «erden andurch aufgefordert, ihren Parteipfiichten durch Zahlung der Beiträge nachzukommen. Katavurg, 28. Juli. Die Wohnungsnoth zieht hier mehr und mehr ein, trotzdem es an leerstehenden Palästen, an fteiwillig und unfreiwillig bezogenen christlichen Herbergen, sowie an einer Niefenkaserne nicht mangelt. Der Senat hat schon am letzten Ilm- z> ehetag, dem 1. Mai, mit Grausen diese Roth sich ausbreiten sehen und er gelangte in Folge dessen wirklich zu dem Entschluß, mit Hilfe des Staats gedachtem Nothstand ein Paroli zu bieten. Kleinbürgerlich angehaucht, trat derselbe mit ciuem Antrage vor die„Bürgerschaft", wonach der Staat den Grund und Boden ge- «isscr Stadt- oder besser Vorstadttheile denjenigen Unternehmern, welche sich zum Bau kleiner Wohnungen verpflichten würden, auf 30 Jahre gratis überlassen und außerdem sie auch vom Bau massiver Steinhäuser entbinden sollte, indem Fachwerkbautcn für solche Wohnungen genügten. Die Bürgerschaft nahm diesen An- trag an, selbstverständlich nicht ohne einige humanitäre Winke, wie z. B. den des Volkswirthschaftlers H. S. Hertz, welcher dahin lau- :ete:„die Freizügigkeit hat die Wohnungsnoth geschaffen, dieselbe heilt auch die Wunde wieder, welche sie schlägt. Wer hierher- kommt und findet, daß hier kein Platz mehr für ihn ist, der mag wieder gchen. Fürchtet man Unruhen, nun dann hat die Polizei einzutreten, welche ja dazu da ist." So wollte es der Manchester- mann und so will er und seine Partei es von nun an bis in Ewigkeit. Das ist die„Freiheit", die sie meinen. Der Senat war also mit seinem Antrage durchgedrungen; nun begann das Submissionsversahren. Da hieß eS denn, kommt her zu mir, die ihr baulustig und die ihr als Bauherren willens seid, euren eigenen Plänen und Prachtbauten Concurrenz zu machen; baut billig, billig und seid nur diesmal mit einem einfachen Unternehmer- gewinn zufrieden. Doch siehe, niemand meldete sich bis zu dieser Stunde, niemand will dieser Staatshilfe theilhastig werden, weil sie allen„zu gering" ist. Lieber pocht man aus die andere„Staats- Hilfe", genannt Polizei, Spezialconstabler und— ganz im Hintergrund— Infanterie, Cavallerie nebst Zubehör. Allein die Bau- Herren sind nicht allein schuld, Heißt es, denn die Gesellen des Zimmer- und Maurergewerks striken, wenngleich thatsächlich die Meister die Striker sind. Für die Bauunternehmer ist unter sol- chen Umständen der Ausschluß ihrer Arbeiter ein willkomniener Blitzableiter, indem das grollende Kleinbürgerthum seinen Zorn auf die Arbeiter entladet und die diesmal so zartfellige Schweich- lerin„StaatShilfe" in ihrer wahren Natur nicht zu erkennen ver- mag, ist doch das volkswirthschaftliche Wissen des Kleinbürgers— von Instinkt ganz abgesehen— nicht um ein Jota größer als seine wirthschaftlichc Selbstständigkeit. Was nun überhaupt aus der wohnungsnothlichen Staatshilfe werden soll, nachdem die Bour- geoisie unter ihren Fittigen mitzuwirken verschmäht hat, das wissen die Götter.„Legt sie aä aet»," wird H. S. Hertz rufen,„besser ist es, weiter zu sündigen, als nur einen Finger breit von den Grundsätzen der wirthschastlicheu Freiheit zu vergeben." Bravo, antworten wir. denn schon Heine sagte:„Was einmal begraben ist, daS kann nicht wiederkommen!" Und wir hoffen noch viel mehr, als diese neueste Hamburger Staatshilfe mit ihrer kläglichen Physiognomie, begraben zu sehen. Henf.(Agitationsbericht.) Nur ungern entschloß ich mich, der Aufforderung des Parteiausschusses Folge zu leisten, meine gewöhnliche Beschäftigung eine Zeit lang auszugeben und mich auf eine Agitationsreise zu verfügen. Alle meine Bedenken mußten aber vor der Einsicht zurückweichen, daß ein energisches Eingreifen aller vorhandenen Kräfte in den sozialistischen Kanipf zur unbe- dingten Nothwendigkeit gehört; und so brach ich denn am S. Juni uach Lörrach auf.„Doch als ich an Deutschlands Grenze kam, da wurde mir seltsam zu Muthe." Fürwahr, wenn man längere Zeit in der Schweiz gelebt hat und nun plötzlich in Deutschland diese Massen von Pickelhauben, Bajonetten, Säbel:c. erblickt, ergreift einen ein sehr beengendes Gefühl, welches bei mir nur alsdann schwand, als ich an jenem Tage in Lörrach zur privaten Besprechung ca. 100 Parteimitglieder fand, die mir einen deutlu chen Beweis von der Fähigkeit der deutschen Arbeiter, bessere Zu stände herbeizuführen, beibrachten. Während ich nun am 5. und 6. Juni vor keiner sonderlich großen Anzahl Arbeiter sprach, hatte ich am 7. Gelegenheit, vor ca. 300 Arbeitern die sozialdemokratischen Grundsätze und An- schauungen zu entwickeln, was insofern von Erfolg begleitet war, als einige der Partei beitraten und auf den„Volksstaat" abon- > irten.— In Mannheim gewahrte ich zuerst die ungeheure Schädigung, welche der Arbeiterbewegung durch den Allg. deutsch. Arbeiterverein zugefügt wird. Eine öffentliche allgemeine Volks- Versammlung konnte nicht abgehalten werden, weil diese von den Mitgliedern dieses Verein« ganz„unfehlbar" durch Skandalmachcn gestört worden wäre. Ich sprach daher am 10. in einer Partei- Versammlung, zu welcher jedoch auch Gäste Zutritt hatten.(Zuvor hatte ich am 9. Juni die lokale Gewerkschaft der Holzarbeiter kennen gelernt.) Die darauf folgende Diskussion gab einigen Mitgliedern des Allg. deutsch. Arbeitervereins Gelegenheit, ihren schauderhaften Fanatismus hervor zu kehren. Da hörte ich auch von einem jener ..Lassalleaner" zuerst die schreckliche Mähr, daß Joh. PH. Becker aus Genf zu Mainz gesagt hätte,„man müsse den Allg. deutsch. Arb.-Verein mit Mistgabeln vertilgen". Gar nicht übel. Unser rüstiger I. P. Becker, als moderner Herkules, die Mistgabel in der Hand und den Augiasstall des Schweitzer-Hasenklever'schcn Vereins reinigend.— Die Mannheimer Freunde müssen durch besonnenes und energisches Vorgehen jenen Leuten unbedingt den Boden unter den Füßen fortziehen, denn so lange in ver Arbeiter- bewegung sich solche Elemente breit machen, ist an eine gesunde Entwicklung nicht zu denken.— Nach Speyer kam ich am 11. Juni. Die ersten Gegenstände, die ich dort bemerkte, waren eine zahllose Schaar Diener des Herrn, deren demuthsvoll zur Erde gerichteten Augen und pech- schwarze Kleidung einen grellen Konttast gegen die Sonnenhelle des schönen Frühlingstages abgaben. Freund G. gab mir den „Speyercr Anzeiger",— ich fing an zu merken, daß der Boden in Speyer ein schwieriger sei. Dies sah man auch an deui ganzen Verlauf der dort stattgehabten Versammlung. Nicht einmal bis ganz in den Saal hinein getrauten sich viele Arbeiter zu kommen. DaS Auftreten des Redakteurs des„Sp. Anz.", Wilhelm Koch ist, glaube ich, sein Name, trug wesentlich dazu bei, daß sich 20 Mann in die Parteiliste einzeichneten. Und doch bin ich der Meinung, daß ich einen Fehler beging, mich so viel mit diesem Redatteur beschäftigt zu haben; diese Sorte Menschen sind zu un- wissend, als daß man an ihre Zeitungsprodukte in Arbeiterver- sammlungen nur einige Worte verschwendete. Speziell bei diesem Herrn W. Koch kam ich jüngst auf die Ursache, weshalb wir So- zialisten so giftig von ihnen angegriffen werden.— Sie ahnen es sehr wohl, daß im sozialistischen Staat andere Bildung als die ihrige zum Zcitungsschreiben erforderlich sein wird; und ohne Fähigkeit, ein nur einigermaßen schwierige» Handwerk zu treiben, wird sich der ganze Pöbelhaufe„liberaler" Zeitungsschreiber gezwungen sehen, vielleicht eine Schuhputzergenoffenschast zu bilden, — vorausgesetzt, daß nach derselben Nachfrage einttäte.— Die Freunde von Speyer werden den Einschüchterungsversuchen mit um so größerer Agitation entgegentteten müssen. Den 12. Juni sollte in Landau Versammlung sein. Da aber der Genosse, an den ich adressirt wurde, schon längere Zeit von dort abwesend und deuigemäß keine Versammlung anberaumt war, fuhr ich nach Neustadt a. d. H., wo ich die Bekanntschaft einiger Männer machte und Vorbereitungen zu einer später stattfindenden Versammlung traf. Den 13. war Versammlung in Kaiserslautern, wo ich Zilien Kern von ebenso achtungswerthen als tüchtigen Par- tcigenossen antraf, die aber durch vermehrte Agitation den dort vorhandenen guten Boden ausbeuten und unsere in der damaligen Versammlung errungenen Vortheilc benutzen müssen. Von da machte ich den weiten Weg nach Lörrach zurück, wo am 14. Versammlung der Parteigenossen und am 15. Volksver- sammlung unter fteiem Himmel sein sollte. Leider erlaubte der dortige Amtmann, zärtlich besorgt um das Wohl und die Ruhe der Lörracher Philister, diese projektirte Versammlung nicht, obgleich die Thatsache dort gewiß bekannt ist, daß in keiner Lokalität eine solche taktvolle Ruhe und Anständigkeit herrscht, als in dem Gasthofe„Zur Krone", wenn die Parteigenossen dort Versammlung halten. Daß der„Witz" diverser Amtmänner unfern schlagserttgen Parteigenossen niemals viel anhaben kann, ist bekannt. Die Lör- racher setzten sich mit den nahegelegenen Baselern in Verbindung, und so wurde denn diese Versammlung auf Schwcizerboden abgc- halten. Wahrlich, zu eigenthümlichen Reflexionen wurde man gettieben, als man den schönen Anblick genoß, den stattlichen Hau- sen der Lörracher Parteigenossen anrücken zu sehen. Binnen 10 Minuten füllte sich die Wiese mit ca. 2000 Männern und Frauen, vor denen ich unter mehrfachem Beifall unsere Prinzipien entwickelte. Ein kleiner Regenguß machte der Versammlung nach zweistündiger Dauer ein Ende und man zog in größter Ruhe nach dem etwas leer gewordenen Lörrach, wo Abends in verkleinertem Maßstabe die Versammlung fortgesetzt wurde.— Daß die Agitation etwas genützt hat, beweist der Umstand, daß jetzt dort ca. 230 regelmäßig steuernde Parteigenossen und 100 Exemplare des„Volksstaat" verbreitet sind. In Waldshut, meinem nächsten Ziel, konnte ich wegen Adressenmangel nichts machen, hielt dagegen in Konstanz mehrere Versammlungen ab, über die schon Schröder berichtete. Der Redatteur der„Konst. Ztg.", der mir in der ersten Versammlung entgegentrat, bildet von seinen sonstigen Kollegen insofern eine Ausnahme, als er sich jetzt meistens einer anständigen Sprache befleißigt. Lindau ist schwer zu bearbeiten, und konnte ich nur so viel erreichen, daß von einigen Männern jetzt auf den„Bolksstaat" abonnirt wird. Könnte nicht von Konstanz aus nach dorthin etwas geschehen?— Mit einem Vorfalle und mit einer Charatteristik des„Tyran- ncn von Mottenburg", purckon von Ravensburg, beginne ich demnächst und bemerke für jetzt nur noch, daß auch im Elsaß die Arbeiter sich zu rühren anfangen, womit unsere Partei am meisten zuftieden sein kann. Mit sozialdemokratischem Gruß: Weiß. Ueru, 28. Juli. Der hiesige Schreinerverein, ein Glied des schweizerischen Arbeiterbundes, ersucht, alle Schreiner von Bern fernzuhalten, da seit dem 4. Juli in Folge Verwerfung unserer Forderungen die Arbeit eingestellt ist. Wir bitten zugleich, daß in allen zugänglichen Arbeiterblättern hiervon Notiz genommen wird. Mit Gruß Für den Schreinerverein in Bern, dessen Settetär: K. LipS. Anzeigen:c. iRpl'Htl Allgemeiner Böttcher-(Küper-) Lerem. Versammlung Dienstag, den 5. August, Abends 8 Uhr: i» Heise'schen Locol, Laudsbergerltraße 15.— Tagesordnung: 1) Vortral 2) Verschiedene Vereinsangelegenheiten und neue Mitglieder werden au genommen. Der Bevollmächtigte. Berlin Sozial- demokratische Arbeiterpartei. Donnerstag, den 7. August, Abends 8 Uhr: große geschloffeue Mitgliederversammlu«g im Meifier'schen Lokal, Landwehrfir. 11. 1) Wahl eines Delegirtea zum Parteicongreß; 2) Parteiangelcgenheiten. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nolhwendig. Karte legitimirt. (2a)_ A. Heinsch, Vertrauensmann. Braunschtveig Intern atiouale Metallarbeitcr-GewerkSgenosseuschaft. Die Versammlungen finden jeden Mittwoch Abend regelmäßig Schellbach, alte Knochenhanerstraße 13 statt. S.s Der bevollmächtigte: C. H. Müller, Scharrnstraße 22, II. bei Chemnitz Internationale GewerkSgenoffenschaft der Maurer und Zimmerer. Sonnabend, den 9. August, Abend»> �8 Uhr: erstes Stiftungsfest(Ball) im Saale zur„Stadt London", wozu alle auswärtigen Fach- und Gr finnungsgenossen freundlichst eingeladen werden. DaS Eomit«.('2«) Elberfeld Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Zufolge Beschlusses des Rhein.-Westphäl. Arbeiter tage» werden die Muglieder von Elberfeld, Barmen, Rvnsdorf und Ne vigcs hierdurch dringend ersucht, fich Sonntag, den 10. August, Nach' mittags ö Uhr, bei Herrn A. Kaspers, HaSpeler Brücke Str. 12. Slber- feld, zu versammeln, um die Wahl eines Delegirten für den Nürnberg» Parteicongreß vorzunehmen. Die Mitgleidskarien find vorzuzeigen. Im Auftrage der am 27. Juli stattgehabten Partei: ersammlung R. Diener, Bertrauensmann. Adresse des neuen Vertrauensmannes ist Bernhard Horn, Albrecht- straße Nr. 31, 2 Treppen hoch.(2a) Klempner- und GaSfittcrgrhülscn wird zu jeder Tageszeit Arbeit nachgewiesen bei Herr» Eckhardt, Schoppenstahl Nr. 22, woselbst auch jede beliebige Auskuusi über Werkstätten, ArbeitSverhälwifse sc. ertheilt wird. Desgleichen siut daselbst die Lohnlisten einzusehen. Der Vorstand [Sa] des Fachvereins der Klempner und Gasfitter. KnitilkSlU»™ in OJr Montag, 4. August. Abend« 8 Uhr III-fH. Sozialdemokratische Mitglieder zusammcntunst im Kneipl. Gemeindegarten. Volksstaalabonnement zu 6 Gr. per Mona: werden daselbst besorgt foinitrt Internationale Gewerkschaft d. Maurer u. Zimmerer �TI�ziU Dienstag, den 5. August, Abends 8 Uhr, bei Zeidlen Wiudmühlcnstr. Nr. 7. Tagesordnung: Gewerifchaftsangelegenheiten, Ausnahme neuer Mit glieder. Das Erscheinen Aller ist dringend nothwendig. D.B. unentgeltliche Arbeitsnachweißbureau der in Mannheim befindet sich im Gast' Haus Zur weißen Taube, T. 1, Nr. 9. Die Vermittlung findet stall Montag« früh von 8 bis 11 Uhr, an den andern Tagen Abmds vor 8 bis 9 Uhr. Genügende Auswust zu andern Zeiten ist durch dll Freundschaft des Wirths garantirt; auch Schlafstellen bei demselb' Das Union«. Lesezimmer dürste auch Andern empfohlen werden. Colleg allerorts stagt nach— Euch selbst und Ihr werdet nicht irre gehen. s M ist e »e Ei tilg ein wo Ariri'rrdcrrin Thonberg und Umgegend. Montag, d. 4. August: Versammlung in Günther! Restauration. Der Borstand. Zur Aufklärung. In Nr. 63 dieser Zeitung ist unter den vom Ausschüsse nam- Haft gemachten, mit ihren Parteisteuern im Rückstand befindlichen Mitgliedschaften auch„Fürth" und zwar rückständig seit Märzi dieses Jahres aufgeführt. Da die hiesige„alte Mitgliedschaft", gemäß ihrer Erttärung in Nr. 26 des„Bolksstaats" ihre Steuern laut Postauswcisen vom 11. März für Jauuar, 17. April für Februar und März, 17. Juni für April und Mai und 27. Juli zugleich für Juni und Juli eingesandt hat, so kann in jener Be kanntgabe nur die seit dieser Zeit hier bestehende„neue Mitglied' schaft" gemeint sein, was wir hiermit konstatirt sehen möchten. Fürth, den 28. Juli 1873. Namens der„alten Mitgliedschaft" zu Fürth: Georg Götz. Briefkasten der Expedition. Rdtk, Königsberg: Erste Ann. 4 Gr., zweite 3 Gr. Ant. Grblr, Speyer: Ann. kostet 2 Gr. Elberfeld, Arb.-Part.: Ann. kostet 8 Gr. V. E. Wldst, Stade: f. Abonn. 3. Qu. 16 Thlr. 20. A. Lchtstgr, Lechhausen: Schrftn 3 Thlr. 16.4. P.Ltshk, München Ab. Aug.— Dec. 2 Thlr. 5. Dnr, Elberfeld: Ann. 5 Gr., Schrstn2Thlr. 13. 5. G. Hn, Eßlingen: Ab. 14 Thlr. 25. 6. AgitationScom. hier: Ann. 1 Thlr. 5. Lst, Eolp. hier: Ab. 9 Thlr. 6. 5. Pr«, hier: Ab. Aug. 6 Gr. Hfchr, hier: Ab. Aug., Sept. 12 Gr. Lzlt, Ann. 5 Gr. Stenogr. El. d. Arb.-Bild.-Ber.: Ann. 4 Gr. der Redaktion: K. u. Sch. in Staßfurt: der Bericht au« Nam dorf in Nr. 66 dürste den Ihrigen erledigt haben. D. S. in Bremer- Hafen: Wird aufgenommen. E. R. in Berlin: Die in Nr. 64 für die Weber in Berlin quittirten Posten von 28 u. 8 Thlr. sind vom Kassirer Hadlich an die Kommission der strikenden Weber bereit» abgesandt. «trichtigungen. In der llebersetzung des in Nr. 65 mitgetheilten Brief« der gefan gcnen Eommunekämpser muß e« in der ersten Spalte, im elften Absatz heißen:„Unter dem Einfluß de« Schrecken», der sich leichter vorstellen als entschuldigen läßt"(anstatt: der leichter eingeflößt al» entschuldigt wird), und gleich darauf:„Paris in seiner traurigen(statt schmachvollen) Lage". Und in der folgenden Spalte, achter Absatz:„Nun will ich auch mein(nicht: meine) Dreiundnmnzig haben"— scheußliche« Wortspiel mit dem großm Revolutionsjahr. Für die strikenden Weber«erlins. B. K. Uhlig, Apolda, 1 Thlr., v. Srästather Weberverein 2 Thlr. Genossenschaftsbuchdruckerei. Antheilscheine, bez. Antheilquittungen erhielten serner: in Rmdnitz E. G. 5 Thlr.; in Mainz B. I. Lm 2, Jb. Lm I, K. Lm« 2, H. Mnz 1, E. Kr 1; in Leipzig O. Sch. 10, A. M. 10; in Lichtenstein H. M. 1. Hadlich. Quittung. Au« Netzschkau in Sachsen die Summe von Sech« Thaler durch Herrn Reutzsch al» Unterstützung der strikenden Weber dankend erhalten zu haben, quittirt hiermit. Berlin, 29. Jnli 1873. Im Auftrage: Fr. Goerbing, Obermeister,(f) Qtnilffllt Sozial-demokratische Arbeiterpartei. �)UllUIIU Unsere Mitgliederversammlungen finden bis auf weiterel jeden Dienstag, Abmd« 8 Uhr, im Lokale der„Volkshalle", bei Herr« Dotzauer, statt. sS.j Der Vertrauensmann. Allen Partei- und Genossenschaftsmitgliedern ein Lebewohl bei meitts Abreise nach New-Dork. Leipzig, dm 31. Juli 1873. Friedrich Leipold. Unserm werthen Lehrer' und Freunde Friedrich Leitzold bei seinem Weggange nach Amerika die herzlichstm Glückwünsche. Stenographische Sectio» i« Arbeiter-BildungSverein zn Leipzig. Aussordernng. Alle Diejwigen, welche Liederbücher oder andere Drucksachen von uiü bezogen haben, werden hiermit ansgesordert, Zahlung sofort an uns ei«' zusenden. Nicht verkaufte Liederbücher erbitten wir un« gleichzeitig zurück, da w'l anderweite Verwendung für dieselben haben. [3c]_ Die Expedition der„Chemnitzer Freien Presse ieWssllUAhAMurffdl-urkrrei ..N bei ger dal vo: we: ver der es S. we lnu we foi Pf UN: UM Se ma erk rei: wei Hai Au üb. Rt bri Ba es liff aus "-i im zu LEIPZIG,| Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, dass die diesjährige General Versammlung am Dienstag, den 26. August c., Mittags um 2 Uhr, zn NUrnbert stattfindet. Die Tagesordnung derselben ist folgende: 1. Bericht des Vor Standes und des Verwaltungsrathes, sowie Richtigsprechung der Ad' rechnung; 2. Feststellung der Dividende, eventuell Bestimmung üb«'"" die Verwendung des erzielten Reingewinns; 3. Feststellung einf?-ei Etats für die Verwaltung; 4. Wahl des Vorstandes; 6. Wahl de' Ortes, an welchem der nächstjährige Au&ichtsrath seinen Sitz habe11 soll.— Die Mitglieder werden anfgefordert, entweder persönlich od«' durch Stellvertretung an der Generalversammlung Theil zu nehmt'11 Laut§ 18 des Statuts sind jedoch nur solche Mitglieder zur Ab Stimmung etc. berechtigt, welche mit ihren Beiträgen zu den Of nossenschaftsantheilen nicht länger als drei Monate im Rückstand' sind. Mitglieder, welche sich auf der Generalversammlung vertrete" lassen wollen, haben sich an den Aufsichtsrath behufs Uebernii'' telung eines abgestempelten Vollmacht-Exemplars zu[wenden. Wob nen mehrere Mitglieder an einem Orte, so ist ihnen zu empfehle11' sich gemeinschaftlich die Vollmacht-Exemplare von untenstehende' Adresse zu verschreiben. Hamburg, 14. Juli 1873. Der Aufsichtsrath. 2b] Ed. Frey, Vors. Th. Yorek, Schriftf., 1. Vorsetzen, Hof 1" Berichtigung.... Unter den Annoncenrestanten ist Limbach mit 6 Thlr. 12 Gr. it™ ausgeführt, dieselben smd bereit« bezahlt, ebenso von Geithein 12 Gr, Leipzig: Zeitzerstr. 441. BertUNw. Redakteur E. Easper.(Redaktion und Expedittsll Druck and iiNrlag der Smollmschaltsbuchdruckertt. wu lick Sri bei als teil tev Ei. V- tec ist bn ab, ha be, Ha stg