--- !«:» aupt Bild !t z» >r. beivl de» (3c) it. itefe cheile @t., Ivth' •tf(Jthrt«öchniNich 3 Mal in-Lchizis. V«sttSunzkn nebtnen alle Pvstanstalteit und Luch- Saudlunzm de» In-»nd Nudlande« an. Mlial-Expeditioneu für die vcreiuizten Staaten: ?.». s».»-, »vi 101 Uodvken. X. J. 9. A. Ltnnecker, 98 S. Market str, coro. «tr. Chicago, III. Der VMsßaal Jlboanemfntsprti«: Idiir Preußen incl.Stempel- stener21Sgr.,sürdie!tbrigw Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. Monat«»Alionmemeiitd werden bei allen Deutschen Postanfialten auf den 2. u. 3. Monat u. aus den 3. Mo- uat besonder« angenommen, im Kzr. Sachsen u. Hqgtb. Tachs.-Altenburz anck auf de« 1. Monat< 5'/, Sgr. augcnonlmeu. OrgandersozialdemokratlschenArbeiterparteiunddermternationalenGelverksgenossenschasteil. «lr. 71. Mittwoch, 13- August. 1873. !. Ä (. (. >. 5 >.— . b Au die Parteigenossen! Da die Abhaltung des Parteikongresses in Nürnberg nicht stattfinden kann, wirv derselbe zur bereits festgesetzten Zeit am 23. August und an den folgenden Tagen in Thüringen, und zwar in Eise nach abgehalten werden. Tie günstigere geographische �age dieses OrteS wird es unstreitig einer gröstern Anzahl Tele- ßirten zu erscheinen ermöglichen, die Betheiligung wird eine ßiößere werden als in Nürnberg zu erwarten war und hoffentlich werden die Arbeiten des Congrcsies nicbt minder ersprießliche für bie Weiterentwicklung und Zukunft der Partei sein. Darum, Parteigen osien, rüstet Euch zum Congreß, sendet Euere Delegirten Nach Eisenach. An dem Orte, wo unsere Partei gegründet wurde, wollen wir jetzt, nach vierjährigem Bestehen derselben unS wieder iusgmmenfinden und weiter bauen an dem Werk unserer Orga- »isation zur Ausbreitung unserer Prinzipien und Verwirklichung Unseres Programms. Hamburg, den 10. August 1873. Ter Ausschuß: I. A.: Th. Yorck. l.- Z. i. 3.■ 1. 1. m (niJ1 SJet' � ondern richtig nur zu ermessen ist unter der Bedingung, daß die gcsammte Produktion als ein Klasien-Aktien-Geschäft der Bour- geoisie betrachtet wird. Von dieser Solidarität der Kapitalisten- klasie zeugen gleich schon die Prozente, welche jeder Betrieb für sein Kapital ausbringen muß, gleichviel ob dasselbe Eigenthum des Unternehmers, oder irgend eines fremden Geldmenschen ist. Un- vermcidlicher als der feudale Zehnten ist der bürgerliche Zins. Unter allen Umständen, darin stehen unsere Dränger einer für alle und alle für einen,— muß die arbeitende der besitzenden Klasse ein Produkt herausfrohnden, welches in zwanzig Jahren dem vollen Werth des vorhandenen Kapitals gleichkommt. Nein, mehr! Das vorhandene Kapital besteht zumeist in Gebäuden, Maschinen, Waaren, d.h. in sehr vergänglichen Dingen. Auch die zu dieser Instand- Haltung und Wiederherstellung erforderte Arbeit liegt dem Volke auf. Von ihm sind die Kapitalien zu erhalten und zu verzinsen. Auch darauf beschränkt sich die weiße Sklaverei nicht. Das übliche Prozent preßt der Besitz von Grund und Boden, von Fabriken, Maschinen, Waarenvorräthen, Wohnungen ic. der hüls- losen Besitzlosigkeit durch einfachen Kontakt aus, das muß vorab da sein. Wo aber diese Sachen mit persönlicher Arbeit in Betrieb gesetzt werden, da kommt znm Zins der Unternehmergewinu. Und Zins, Unternehmergewinn, Handelsprofit, Grundrente, und mit welch andern Namen der Tribut verklausulirt ist, den die Macht haber vom Volk beziehen: wir nennen alles zusammen„Mehrge- Daß drr Sozialist kein Monarchist sein kann, sondern demokratischer Republikauer sein muß, deduzirt der Be griff; d. h. sobald uns klar ist, waö wir unter einem Sozialisten I wiun". Er wird durch Lohnarbeit aus der Natur gewonnen und tofvff oltott ♦iriVsef Vs.�vtr» voVMt 1 r f rtn t frlt«» St-tftrtVs Vm>v tv» Sort-t WlfitiS T TT VbPtlt w» a t-iv» /»•VMnrtrtort bmvVt VtTP P1 itt'V verstehen, findet sich darin der republikanische Feind der Monarchie so evident enthalten, wie Stiel und Klinge im Begriff des Messers enthalten sind. Der Sozialist will das leibliche Wohlergehen des ganzen Volkes, Kopf für Kopf. Er will die vorhandenen fach- lichen und persönlichen Arbeitskräfte zu einer kommunistischen Pro- duktion benutzen. Heutzutage werden unsere Lebensmittel durch kine Wirthschaft hervorgebracht, welche dem wissenschaftlichen Auge sich als eine zweideutige Staatswirthschaft entdeckt hat. Der Sozialismus erstrebt eine unzweideutige, direkte offene Staatswirth- schaff. Der heutige Staat ist Exekutor im mastbürgerlichen Haus- halt. Kaiserliche, Königliche, präsidentschaftliche Civillisten, feld- herrliche Dotationen, gerichtliche Sporteln, geistliche Stolgebühren, große und kleine Beamtengchälter, kurz alles was unter Einkcm- wen oder Ausgaben figurirt, kommt mit dem Lohn des Arbeiters aus derselben Kasse: die klingende Münze mögen Papierschnitzel ersetzen, der wahre Stoff ist die von Proletarierfänsten geschaffene Naturalleistung. Um sie dreht sich die ganze Politik und die ganze Jurisprudenz. Das Volk muß sie an seine Lohnherren ab- liefern. Es darf dazu nicht erst gepeitscht werden, weil durch Kul- tur ihm die Blöße so empfindlich geworden ist, daß um seines Leibes willen es die Arbeit freiwillig für Sündenlohn hergibt. Der Arbeiter schafft die Produkte, der Lohnherr bringt sie an den Markt und unser Staat hat die Aufgabe, darüber zu wachen, daß bei resultirende„Mehrwerth" an die privilegirten Aktionäre des Kapitals als Dividende vertheilt wird. M.narchien mit feudalen Überbleibseln, mit junkerlichen, der Dynastie verwandten, verschwägerten, beffeundeten Offizier- und Bureaukraten-Chören tragen sich mit der Piätension einer unabhängigen Herrschaft, welche über bie Parteien soll erhaben sein. Da aber die kapitalistische bis hnije die fortgeschrittenste Wirthschaft ist, welche den höchsten Mehrwerth, den größten Nationalreichthum liefert, welche die Ar- lseitskraft des BolkS am fruchtbarsten zu verwenden, am gründ- «chsten auszubeuten weiß, so sind alle Staaten, das asiatische Ruß- land und das kopflose Oestreich, ob sie noch so sehr sich sperren vnd bäumen, alle sind gezwungen, die liberalen Schnüre zu streichen. Ohne Liberalismus, ohne industrielle Wirthschaft wird 'ciue militärijch-büreaukratische Sippe das uöthige Material finden, stch dem Ausland gegenüber konkurrenzfähig, sich in militärischer "nd staatlicher Ausrüstung auf der Höhe zu halten. Unsere »Staatsmänner" werden sich der Notwendigkeit, die Erwerbs- Quellen des Landes kapitalistisch flüssig zu machen, immer mehr be- �ußt. Durch die Natur der Dinge finden sich die Monarchien Schwängt, mit ihrem Staats-Apparat, speziell der Bourgeoisie poli- ffiliche, juristische, religiöse, militärische Schergendienste zu thun. jcheun es Hpochen gab, wo verschrobene Cavalier- Genies geglaubt raben, durch reaktionäre Donquixoterie ihren Staat von dieser Schande emanzipiren zu können, so scheint doch heute selbst Junker Bismarck zu der Einsicht bekehrt, daß Schwert- und Industrie- vitter brüderlich einander ergänzen. Beide leben von der Natural- Jsistung des Volks, beide werden sich der Mittel zur Konservirung «ieser Ausbeute, werden sich ihrer gegenseitigen Bedürftigkeit täg- �'ch klarer. Und was sie noch selbst nicht sehen, nicht wissen, darauf stoßen wir sie, die rebellischen Knechte.„Roth lehrt beten". stns lehrt sie Dinge kennen, in welche die Hörner des Gegners stch immer tiefer verwickeln. Zur Einsicht, in die Politik ist Einsicht in die Oekonomic iali<' forderlich. Die mastbürgerliche VolkSwirthjchaft ist schon öfter an/ Lautert und besprochen, aber immer wieder� sollen wir darauf zu- ■ g p chckkommcn, die Sache in den mannichfaltigsten Formen und Wen- �ngen vortragen, damit der aus niedrigem Interesse mit größter M vertuschte und mit alten Vorurtheilen dick umnebelte Gegen- Herl" endlich der öffentlichen Meinung erkennbar werde. Auch ''W 5 n vvir vollkommen beim vorgesteckten Thema, weil mittels � gegenwärtigen die zukünftige Wirthschaft, der Zweck des • Sozialismus und feine antimonarchische Natur zu erklären ist. ii'c' fc Hin und wieder pflegen Arbeitgeber uns den Gewinn ihres — MriebS vorzurechnen, um den Beweis zu bringen, daß ihr an- dttt�!?olicher Mehrwerth bedeutungslos sein würde, wenn derselbe auf . Kopfzahl der Arbeiter vertheilt wäre. Dabei verwickeln sie sich 'b �Cn Widerspruch, etwas zu vergessen, das sie nicht gewußt haben, nämlich das Produkt der Arbeit an einer einzelncjn Wirih- Mt,»nd wäre es auch eine Musterwirthschaft, nicht ersichtlich, besteht in dem PluS, in dem, was mehr gewonnen wird, als die Arbeit kostet. Die Arbeiterklasse zahlt in Naturalform daS ganze Produkt der Arbeit und erhält in Geldform ein kärgliches Theilchcn als Lohn. Wie viel die Arbeiter leisten und wie klein der Theil ist, den sie empfangen, kann, wie gesagt, aus einem einzelnen Etablissement, aus einer einzelnen Wirthschaft nicht herauSkalkulirt werden, weil jede besondere Handticrung ein unselbstständiger, ein organischer Theil der allgemeinen Oekonomie ist, weil die Arbeiter- klaffe solidarisch der solidarischen Kapitalistenklasse gegenüber steht. Zur Jllustrirung nehmen wir zwei Brüder an, jeder Erbe eines Vermögens von 20,000 Thlrn. Nehmen wir an, der eine sei Zündholz-, der andere Ledersabrikant. Nehmen wir ferner an, beide Geschäftszweige seien gleich profitabel, jeder bringe seinem Besitzer jährlich 2000 Thlr. ein. Da der Zündholzfabrikant ein nur wenig kostspieliges Material verwendet, und schon am Abend verkaufen mag, was er am Morgen fabrizirte, da auf der andern Seite der Sohlledcrgerber mit kostbarem Material einen zwei- jährigen Produktionsprozeß zu unterhalten hat, so erhellt daraus, daß der erste 100 Arbeiter beschäftigen kann, während dieselben Mittel nur für 2 Gerber ausreichen. Hier also leisten in der Produktion des Mehrwerths 2 soviel, wie dort 100." Diese monströse Thatsache- ist nur dadurch erklärlich, daß die Fabrikanten Peter, Paul und wie sie sonst heißen, nicht jeder für sich, sondern alle gemeinschaftlich für den Bedarf der Gesellschaft fabriziren. Die Zündholzmacher arbeiten für die Gerber mit und die Gerber schaffen für die Zündholzmacher. Wenn ein Fabrikant sich und seine Arbeiter mit dem eigenen Produkt in Naturalform, z. B. mit Zündhölzern, nähren und unterhalten könnte und den Heber- schuß aufspeicherte, dann ließe sich auch der Gewinnst eines Etablissements exakt unter die Interessenten vertheilen. Unsere Produzenten aber sind keine vereinzelten Wirthschaften. Die moderne Arbeit ist nicht, was sie dem gemeinen Menschenverstand scheint, eine häusliche Privatangelegenheit, die nichts mit Politik zu schaffen hätte. Die wissenschaftliche Wahrheit ist paradox, sie lehrt uns, daß die bürgerliche Arbeit einen gesellschaftlichen, einen sozialen oder communistischen Eharakter hat. Der Markt ist der generelle Topf, in den jeder besondere Privat-Artikel in Natura!» form hineingeworfen und aus dem wieder die ganze gesellschaftliche Mannichfaltigkcit der Produkte in Geldform vertheilt wird. Die Arbeit ist noch leidlich brüderlich, aber bei Verthcilung des Produkts findet sich, daß die„Gesellschaft der besitzenden Klasse" dasselbe nicht brüderlich, nicht nach der Kopfzahl, nicht nach der Leistung, sondern nach Maß des Besitzes ausgibt. Die Arbeiter oder Besitzlosen erhalten den Arbeitslohn, d. h. sie werden von ihrem eigenen Produkt unterhalten. Den Mehrgewinn theilen die Unternehmer, Kaufleute, Grundbesitzer, Rentner, Aktionäre, Börsen- und Staatsmänner. Und wenn auch daS Produkt der Arbeit nicht exakt nach'Maß des Besitzes vertheilt, wenn auch nebenbei darum spckulirt, gespielt, geschnappt und geprellt wird, so ist doch die Vertheilung nach Prozenten große Regel. Weil nun der Ar- bciter nicht mit seinem Lohnherrn, sondern die Arbeiterklasse mit der Dourgeoisklasse abzurechnen hat, weil daS Verhältniß dieser Klassen eine Sache ver internationalen Volkswirthschast und keine Privataffaire ist, deshalb ist auch der Einwand so seicht als wind- bcutelig, den Professoren n la v. Sybel uns vorhalten. Sie sagen, der Fabrikant trägt das Risiko, also ist ihm auch der Gewinn geschuldet. Nicht dem Arbeiter gegenüber trägt der Lohnherr ein Risiko. Nur gegenüber den christlichen Kapital-Brüdern, die mit ihm rappen und schnappen, wird sowohl die gemachte, wie die erhoffte Beute riskirt. Was aber der eine verliert, wird vom andern„erworben". Die besitzende Klasse verliert nie, verliert nur in so fern, als sie fortwährend kleiner an Zahl wird, aber sterig größer an Vermögen, das Volk in einen Dienst zu pressen, der im Verlauf der Entwicklung einen immer größeren Gervinn einbringt. Risiko und Verlust betrifft nur die Vertheilung der Beute, kommt im Spiel vor, mit dem die Spekulanten sich im �engeren Kreise unterhalten; aber in der Volkswirthschast, wo Klasse der Klasse gegenübersteht, gibt es für die Bourgeois nur Gewinn, während die Arbeiter 1) den ganzen zerstörbaren Theil des Kapitals, Gebäude, Maschinen, Rohstoffe ic. fortwährend neu erzeugen, 2) ihre Dränger höchst luxuriös und sich selbst äußerst kärglich ernähren und 3) die ganze von Jahrzehnt zu Jahr- zehnt sichtbar anwachsende Vergrößerung des Reichthums her- vorbringen müssen. Nichts ist oberflächlicher, als die gemeine An- ficht, reicher Erwerb sei ein persönliches Verdienst. Und wenn ihm Herkuleskraft und Palästina? Fruchtbarkeit zu Gebot stände, ver- möchte persönliches Verdienst doch nicht, sich aus bestialischer Ar- muth emporzuarbeiten. Wer könnte sein Korn ziehen, sein Mehl mahlen, sein Brod backen, Wolle spinnen und weben und alle die tausend Bedürfnisse eines civilisirten Menschen durch persönliche Arbeit bewältigen. Nur durch organisirte Arbeit, durch Mithülfe Anderer ist das zu erreichen. Also kann ein reicheres Einkommen auch nur durch Uebervortheilung Anderer möglich, es kann nur ein ungebührlicher Theil des allgemeinen Produkts sein. Fleiß oder Faulheit sind bedeutende Kapitel, wo es sich um Erzeugung der Güter handelt. Erwerb und Einkommen dagegen handeln von der Vertheilung, von dem kleinen oder großen Theile, den die Persönlichkeit aus dem generellen Topf beiniholt. Die arbeitende Klasse, die den Topf füllen muß,' bezieht daraus bekanntlich das erbärmlichste Salair.(Schluß folgt.) Die Arbeiter in Spanien. (Schluß.) Zwanzig Stunden lang dauerten diese Zustände.�) Mehrere Arbeiter fanden den Tod bei der Vertheidigung ihrer von den Föderalrcpublikanern schnöde mit Füßen getretnen Rechte, und ver- schiedene Andere sind so schwer verwundet worden, daß sie für ihr Leben zur Arbeit unfähig sind. Ist es auch noch nicht möglich, die Zahl der Todten und Verwundeten genau anzugeben, so läßt sich doch mit Bestimmtheit sagen, daß die Zahl auf Seiten der Arbeiter' zehn nicht übersteigt. Auf Seiten der Angreifer beträgt die Zahl der Tobten und Verwundeten nicht mehr als fünfzehn, die fämmtlich im Kampf ihre Wunden empfingen; denn nachdem sie aus ihren Stellungen herausgeworfen waren, wurde keinem derer, die gegen das Volk die Waffen ergriffen, anch nur ein Härchen gekrümmt. Energische Mittel**)(extremas raedidas) waren nothwendig gegen 5 oder 6 Häuser; aber, wohlgemerkt, eö waren das Häuser, aus denen auf das Volk geschossen worden. Personen und Eigenthum wurden gewissenhaft rc- spektirt, und eS wäre der Verlust von noch weniger Menschen- leben zu beklagen, wenn nicht der Alkalde Alb vis durch oie Erklärung, daß er sich ergeben wolle, eine neue Falle gestellt hätte,(nu en�ano), welche denjenigen das Leben kostete, die im Vertrauen auf die Ehrlichkeit dieser Worte in das Rathhaus eingetreten waren; und selbst dann wärje der Alkalde nicht das Opfer der Volkswuth geworden, hätte er nicht, als er sich in der Gewalt der Arbeiter sah, von einem Revolver Gebrauch gemacht, und zwei Schüsse auf die, welche sich seiner Person bemächtigt hatten, abgefeuert. Die vom Balkon geworfenen Bürger, die an die Laterne ge- hängten Priester, die in Petroleum gebadeten und auf der Flucht zusammengeschossenen Menschen, die abgeschnittenen und in den Straßen herumgetragenen Köpfe, die planmäßige Einäscherung von Gebäuden, die Anzündung und Zerstörung des Rathhauses, die Schändung unschuldiger Mädchen— Alles das sind scheußliche Verläumdungen, würdig der Zunge eines Ministers der Mittel- klaffe***) und der Presse der Bourgeoisie, welcher sich selbst offenbar aller dieser Scheußlichkeiten für fähig hält. Der angebliche Zwang oder Druck, welcher auf die Höchstbe- steuerten der Stadt ausgeübt worden sein soll, damit sie die be- kannte Erklärung, welche die Arbeiter von jeder Schuld frei spricht, und dieselbe ausschließlich auf die Behörden fallen läßt, erlassen sollten, ist nur eine weitere Lüge; die betreffende Erklärung ist von freien Stücken, und ohne die geringste Pression Seitens der Arbeiter abgegeben worden. Wir protestiren gegen die Verläumdungen, die man in den CorteS auf uns geschleudert hat; wir protestiren in gleicher Weise gegen alle Verläumdungen, welche die Presse in Bezug auf diese Ereignisse veröffentlicht hat. Wir sind die Ersten, derartige Kata- strophen zu beklagen. Für solche Gewaltthätigkeiten ist eben der allein verantwortlich, welcher den ersten Schritt auf der Bahn der Gewalt that. Als Internationale werden wir nicht müde werden zu wieder- holen: wir haben keine Gemeinschaft mit den bestehenden politischen Parteien, und nehmen folglich auch keinen Theil an ihren erbärmlichen Zänkereien und ihren Kämpfen; aber als Männer sind wir entschlossen, unsere Rechte mit aller Kraft zu vertheidigen, wann und von wem sie auch an- gegriffen sein mögen. Wir wissen besser als Jemand, daß der Moment noch nicht da ist, um unsre Ideen zu verwirklichen; und darum halten wir fest an unserer Organisation und Propaganda. Es fei dies nament- lich jenen phantastischen Schwärmern gesagt, die von Verschwörungen und internationalen Schilderhebungen träumen(??); allein, wir wiederholen: die Handlungsweise der Arbeiter von Alcoy ist ein Beispiel, das wir jedesmal zu befolgen gedenken, wenn *) Im Original heißt es Eucha, Kampf; aber au« dem Folgenden wird man ersehen, daß ein eigentlicher Kampf nicht statt hatte. **) Worin die energischen, extremen Mittel bestanden, wird nicht ge« sagt: die Annahme„planmäßiger Einäscherung" von der die Reaktion»« presse gefaselt, wird selbst für diese Fälle durch das Nachfolgende ausge- schlössen, obgleich die„planmäßige Einäscherung" hier vom Standpunkt der Seldstvertheidigung un« vollkommen gerechtfertigt gewesen wäre. Die betreffenden Häuser wurden einfach gewaltsam erstürmt. '") Einer der Minister, Maisonnave, tischte all diese Infamien in den Torte« al« Wahrheit auf. S.„Nordd. Allg. Ztg." vom 20. Juli. uns der Mißbrauch der Gewalt die Ausübung unserer Rechte unmöglich macht. Hier hätten wir eigentlich zu schließen; aber daS Benehmen gewisser Minister und der Presse, vor allem der republikanischen Presse, mit Ausnahme der„Jufticia Federal", veranlaßt uns noch zu einigen Bemerkungen. Jene Arbeiter, die ihr heute verläumdet, sind dieselben Arbeiter, welche ihr vor Kurzem umschmeicheltet, und zum Aufstand aufzustacheln suchtet, als Ihr durch einen Aufstand Euere private Lage(vuestra posicion particular) zu verbessern hofftet! Jene Arbeiter, die Ihr heute Vandalen und Meuchelmörder nennt, sind dieselben, die Ihr vor Kurzem noch dahin beriethet, daß gegenüber Angriffen auf die Rechte deS Individuums das Recht der Insurrektion ein heiliges und legitimes sei— wobei Ihr nicht bedachter, daß der Tag nahe sei, da Ihr selbst durch Euer reaktionäres Vorgehen sogar die reaktionären Maßregeln SagastaS verdunkeln und rechtfertigen würdet. Jene Arbeiter, die Ihr heute verläumdet, sind dieselben, die Ihr ehemals für den reinsten, unverdorbensten Theil der Gesell- schast erklärt habt— eine Verschiedenheit der Beurtheilung, die daraus entspringt, daß Ihr damals in gefährlicher Lage wart und die Arbeiter brauchtet, während ihr heute im Besitz der ersehnten Staatsmacht und der ihr entfließenden materiellen Vortheile seid. ES ist aber nöthig, daß Ihr Euch klar macht: Die Arbeiter legen sehr wenig Werth auf Namen und Versprechungen, sie bcurtheilen die Menschen und Parteien nur nach ihrem Benehmen und ihren Handlungen, und sind diese Handlungen reaktionär, so erheben sie Protest, wie wir heute Pro- test erheben gegen die Angriffe auf Freiheit und Recht, so wie gegen die Verläumdungen, welche sich die Minister und die Presse der föderalrepulikanischen Partei haben zu Schulden kommen lassen� Alcoy den 14. Juli 1873. Der Föderalkommission der Spanischen Region der Internationalen Arbeiterassoziation." Ein spanischer Deputirter, welcher mit der Minorität aus Ekel über die Feigheit und Niedertracht der Majorität der Cortes. dieselben verlassen hat, schrieb dem„iinii du peuple"(Volksfreund) in Lüttich einen Brief, den dieser in seiner Nummer vom 27. Juli veröffentlichte. Diesen Brief, der treffend die Lage der Dinge in Spanien charakterisirt, lassen wir in seinem Wortlaut folgen: „Earthazena, den 16. Juli. Unser armeS Spanien ist noch immer eine Beute der heftigsten inneren Kämpfe. Im Ausland muß man sich fragen, ob nicht die Vernunft und die Ueberlezung uns vollständig mangelt? Ach, das ist, weil man die Lage nicht in Betracht zieht, in welche die Monarchie und der Katholicismus unser Land gebracht haben; man muß tausendjährige Vorurtheile mit der Wurzel ausreißen und die Bande eins nach dem andern zerschneiden, welche die Ge genwart an die Vergangenheit fesseln. Die monarchischen und religiösen Ueberzeugungen spielen keine große Rolle in unfern Kämpfen: die Royalisten würden sich blutwenig um den Thron scheeren, wenn man ihnen ihre Privilegien ließe; die Ultramonta- neu würden mit einer scheinbaren Unterwerfung unter die Satzun- gen der Kirche sich zufrieden geben, wenn man ihnen den Genuß der Pfründen, die sie früher besessen, sicherte. Der Kampf ist nur mehr eine Frage des Geldes, des Einflusses und der Herrschaft. Aber auf Seiten deS Volks— Ich spreche von den arbeiten- den und prodnzirenden K.assen— hat man den festen Willen, die politischen und sozialen Rechte zu erobern. Nun, Du weißt ja, was geschehen ist: Die formalistischen Re publikancr glaubten AlleS gethan zu haben, indem sie die Republik proklamirten. Diese Doktrinäre der Demokratie, welche die Republik zu ihrem Nutzen ausbeuten wollen, hüten sich wohl, mit den Earliften, die man seit Langem hätte erdrücken können, ein Ende zu machen. Man ließ dieselben im Gezentheil Soldaten werben und ihre Bauden durch Abenteurer und Vazabondcn auS aller Herren Länder stetig zunehmen. Man wollte Spanien zu einer Bastard-Republik machen, zu einer Arena für die Schön redner; aber das Volk begriff, daß man die Revolution eskamo- tiren wollte. Die Mitglieder der CorteS, welche der Befreiung des Proletariats aufrichtig ergeben sind— und Du weißt, daß ich zu dieser Zahl gehöre— und einsahen, daß die Majorität weder mit den Earliften aufräumen, noch die Volkssouveränetät auf der Föderation freier Communen begründen wollte, haben Madrid verlassen, um die Communalisten um sich zu schaaren, d.h. alle die Arbeiter, welche ihre Interessen begriffen haben und die Energie besitzen, sie zu vertheidigen. Du wirst nicht erstaunt sein, wenn Du vernimmst, daß die Regierung der Ordnung— welche in Madrid thront— Soldaten, Kriegsmaterial und die nöthigen pekuniären Hülssquellen, welche zu dem Versuche, uns niederzuschmettern, nöthig sind, ge- funden hat, zu einer Zeit, wo Alles zu mangeln schien, um den carlistischen Räubereien einen Damm zu setzen. Die Reaktionäre sind überall dieselben; aber die spanischen Reaktionäre müssen sich wundern, welche Eintracht unter uns herrscht. Ganz Andalusien ist entschlossen, seine Autonomie(Selbstständigkeit) zu proklamiren und aufrecht zu erhalten: Sevilla und Cadix sind für unS; in Alicante werden unsere Freunde in einigen Tagen Herren der Lage sein. Das, mein lieber Freund, sind die Nachrichten, die ich Dir geben kann. Wenn Du mein Vaterland kenntest, würdest Du sin- den, welch einen großen Schritt vorwärts es gemacht hat! Um diese indolente durch den Aberglauben verthierte(adetie) Bevöl kerung zum Leben zu erwecken, ist es nöthig, daß das thätige und denkende Element unablässig und hartnäckig Propaganda macht. Unsere sozialistischen Zeitungen haben unserer Sache große Dienste geleistet; alle Arbeiter in den großen Städten haben die Wohl- thatcn und Pflichten der Solidarität begriffen; das fanatische und monarchische Spanien wird, ich hoffe es, sich regeneriren! Ich für mein Theil habe Vertrauen in die Zukunft...... Glaube es wohl: eine Restauration der Bourbonen ist in Spa- nien ebenso unmöglich wie in Frankreich. Wenn unsere Sache triumphirt, wird der Carlismus nicht acht Tage dauern. Ich wiederhole es: die Regierung in Madrid, gebildet aus Liberalen, Republikanern von der Farbe des Herrn Thiers, sucht so ernstlich die Privilegien der Bourgeoisie, die sie repräsen- tirt, zu erhalten, daß sie zaudert, sich in die Arme der monarchi- schen Reaktion zu werfen; aber sei versichert, daß sie nicht zaudern wird, wenn es gilt, uns niederzukartätfchen... Der Kampf ist entbrannt, wir sind entschlossen, ihn auszukämpfen." Der Raum des Blattes erlaubt uns nicht, die in den letzten Tagen aus Spanien eingelaufenen Nachrichten vollständig wieder- zugeben. Unser Hauptziel muß sein, die systematisch unterdrückte und gefälschte Wahrheit nach Kräften an'S Licht und zur Geltung zu bringen. Die beiden Schriftstücke, welche wir gebracht, zeigen klar die Stellung, welche die sozialistischen und die revolutionären Ar- beiter Spaniens in der gegenwärtigen Krise einnehmen. Aus der neuesten Nummer der„Fcdcracion" von Barcelona(d. d. 2. Au- gust) können wir weiterznachstchende charakteristisch: Thatsachen mit- theilen: Als die Bürgerwehrcn von Granada und Valencia ihre respektiven Cantone(unabhängige StaatSglieder, nach dem Muster der Schweiz) proklamirt hatten, erboten sie sich, gegen jdie Earliften nach Norden zu marschiren. Die Antwort der Madrider Regierung war, daß Truppen gegen Granada und Valencia geschickt wurden, um die dortige Bürgerwehr, welche die Earliften bekämpfen wollte, zu Paaren zu treiben! Resultat: statt einige Tausend Soldaten gegen die Reaktion zu gewinnen, begiebt man sich freiwillig einiger Tausend Soldaten, die gegen die Reaktion bereits verfügbar waren. Diese Notiz der„Federacion" beweist beiläufig auch die Lügen- haftigkeit der von den Ordnungsjournalen kolportirten Behauptung, die sozialistischen Arbeiter Spaniens hätten sich geweigert, gegen die Earliften zu ziehen.— Dank den Truppenmassen, welche die Madrider Regierung, unter Schonung der Earliften, gegen die demokratischen und sozialistischen„Rebellen" in's Feld geschickt hat, scheinen die letzteren verschiedene ihrer Positionen(Va- lencia, Sevilla, Cadiz) verloren zu haben— wir sagen scheinen, denn der Telegraph lügt jetzt über Spanien mit einer Unver- schämtheit, die alle seine früheren Leistungen— die doch auch nicht gering waren— in Schatten stellt. Da Carthagena, der Hauptsttz des„Aufstandes", zu stark war, um einem offenen An- griff sonderliche Chancen zu eröffnen, haben die Madrider„Re- publikaner" sich die Unterstützung der fremden Mächte, von denen sie bisher nur mit Fußtritten rezalirt worven, erbettelt, welche Unterstützung ihnen auch in Gestalt eine? staatsmännischen Streichs geworden ist, darin bestehend, daß englische und französische Kriegs- schiffe(unter obligatem Mitzusehn des famosen„Friedrich Karl") in hinterlistiger Weise den Kommandanten von Cartha- gena nebst Generalstab abgefangen haben— eine„Intervention der Humanität", wie die„Norddeutsche Allgemeine Zei- tnng" dieses Heldenstück nennt! Ob und in wie weit die Sache der„Insurgenten" von Carthagena durch die Sequestrirnnz ihrer Führer geschädigt sein wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls hat die Reakiion ihren internationalen Charakter wieder einmal auf's Glänzendste bethätigt.— genden Dörfern die Cholera zu geben. Auf genau dieselbe Weise wurde 1366 Leipzig mit der furchtbaren Cholera versehen, die über 2000 Menschen wezraffte. Nicht als ob wir für die Soldaten kein Herz hätten— aber wir dächten, für das enorme Geld, wel- ches die Armee kostet, könnte man auch den Soldaten gesunde Kasernen errichten.— — Unsere gefangenen Gesinnungsgenossen in Kopenhagen sind nunmehr auch in letzter Instanz verurtheilt worden, und zwar Pio zu 3, Brix und Seleff zu je 3 Jahren Strafar- beit. Die Verurtheilunz ist damit motivirt, daß die Angeklagten das Polizeiverbot(!) übertreten und durch Organisation der arbeitenden Klasse die dänische Verfassung„früher oder spä- ter"(!> hätten umsiürzen wollen. Min sieht, der Tendenz- prozeß muß überall aushelfen, wo thalsächliche Beweise mangeln. Das dänische Proletariat wird darum nicht irre werden und sich trotz alledem bestreben, dahin zu gelangen, wo einst auch der wahre Hochverrath, der Hochverrath an der Freiheit, am Recht und an der Menschenwürde, wie ihn heute eine Menge frecher Gesellen „gesetzlich" oder auch„über dem Gesetz" betreiben, seine Ankläger und Richter finden wird! — Ueber die Spanischen„Insurgenten" wird von der „gutgesinnten Presse" auss Ichaamlosest: gelogen— Raub, Plünderung, Erpressung, Petroleum u. s. w. Die neuen Lügen kommen aus derselben Fabrik wie die alten über Alcoy; trotzdem werden sie von den Zeitungen, welche dies sehr gut wissen, es wissen müssen, in Umlauf gesetzt. Die Reaktion braucht eben die Lüge, lebt von der Lüge... DaS zeigt sich auch in den Telegrammen, welche die Bestä- tigung des infamen UrtheilS gegen die dänischen Sociali- ften Pio und Genossen melden. Die Bestätigung fei' erfolgt trotz der Einschüchterungsversuche Seitens der Anhänger der Ber- urtheilten. Es versteht sich von selbst, daß diese Einschüchterungsversuche niederträchtig- Erfindungen sind zur Bemäntelung der Niederträchtigkeit deS Urtheils.— — Nach Berichten aus Paris ist die Wittwe Milliers mit ihrer Klage abgewiesen worden. Der Gerichtshof erklärte sich in- kompetent. Wir hatten es nicht anders erwartet.— >r d dl r: C tc b: in di ni Politische Ucbcrsicht. — Die„ländliche Arbeiterfrage" macht gewissen Gesell schaften im„neuen Reich" viel zu schaffen. Bor nicht allzulanzer Zeit traten fromm- Brüder in Christo, d. h. protestantisch- Pfaffen zusammen und beriethen, wie man auf dem Wege der„inneren Mission" dem Elend der ländlichen Arbeiter abhelfen könne, mit andern Worten, wie man dem dummen, gutmüthigen Volk weis machen könne, daß Frömmelei und Augenverdrehen berufen seien die sozialen Fragen zu lösen. Ob es mit der Muckerversammlung zusammenhängt, daß man jetzt, also kurz nachher, nach Berlin eine„Conferenz über die Verhältnisse der ländlichen Arbeiter" einberufen hat, ist für uns nicht zweifelhaft; bildet ja doch da« Muckerthum ein- der ersten Säulen des preußischen „Staats", und schämen sich„große Strategen" wie Moltke nicht im Geringsten, bei allen öffentlichen Macker-Affairen vocndran zu stehen. Diese„Conferenz" ist natürlich nur für„Eingeweihte" bestimmt; ihr präsidirt der M.nister der landwirthschaftlichen An gelegenheiten. Geheimnißooll flüstern die Offiziösen,„daß di- Resultate dieser Conferenz nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt seien,— auch sei noch kein Resultat vorhanden und es dürfe Nichts publizirt werden, bevor man zu einem solchen gelangt sei. Die offiziösen Trompeter wissen wohl, warum sie so schweigsam sind, und wir wissen auch, was da faul ist im Staate— Preußen. Die Massenauöwanderung der ländlichen Arbeiter ist es, welch- die„Conferenz" veranlaßt hat. Die nun nicht länger zu übertleisternden Risse, welche in Folge der Massenflucht der ländlichen Arbeiter vor dem drakonischen Militärstrafgesetzöuch und vor den unerträglichen Dienst- und Lohnoerhältnissen durch die bisherige„Ordnung" der Dinge klaffen, sind es, welche die Herren in Berlin auf die Beine gebracht haben. Und das nicht allein: gerade wie der Dezemberoerbrecher Bonaparte das dritte Kaiserreich auf die Parzellenbauery(Eigenthümer tl-in-rGcund- stücke) stützte, so stützt sich auch unser heutiger Staat auf die ländliche Bevölkerung, deren soziale Lage es unmöglich macht, daß-sie einen Einblick in die politischen Verhältnisse erlangt, daß sie ihre Klasseninteresscn erkennt und darnach handelt. Die ländliche Bevölkerung liefert unfern„Gewaltigen" das„Kanonen- fntter" ohne Gedanken; es sind pommersche, märkisch: und west phälisch- Bauern, Tagelöhner und Knechte, welche als wohlzedrillte Werkzeuge noch jede Revolution niederschlugen, welchen die Hohen- zollern ihre kriegerischen Erfolge zu verdanken haben, und zwar sind'diese ländlichen Arbeiter in der ungeheuren Mehrzahl gegen das städtische Proletariat und dessen militärisches Contingent. Diese ländlichen„Stützen" des Staats dürfen durchaus nicht ver- loren gehen, wenn der heutige Staat existiren will— das ist der Grund der Berliner Conferenz, und nicht das„Wohl" der arbei- tenden Klassen auf dem Lande, wie biSmärckische Blätter versichert haben. Naiv wird noch zugestanden, daß diese„Conferenzen" zur „Information der Ministerialbehörden" bestimmt seien. Also erst die Massenauswanderung bestimmt ein Hohes Ministerium der landwirthschaftlichen Angelegenheiten, das doch gewiß gut besoldet ist, sich über die Verhältnisse der ländlichen Arbeiter zu informiren; sonst wäre das wohl nicht nöthig gewesen, und es war genug, wenn man ungefähr wußte, wie viele Exekutionen zur Eintreibung von Steuern jährlich erfolglos blieben. Festreden und Festessen abhalten und den Bauern bei„landwirthschaftlichen Ausstellungen" etwas von unserer„fortschreitenden Cultur" vorschwatzen, das ver- stehen die Herren, die jetzt in Berlin in Conferenzen machen, aber über die Verhältnisse der ländlichen Bevölkerung muß man sich erst informiren! Das ist der preußische„Musterstaat" mit seiner „Intelligenz"! — Civil und Militär. Daß der Mensch, der keine Uni- form trägt, im Militärstaat nur für einen halben Menschen gilt, — wir wollten sagen, daß daS zweibeinige Thier, welches keine Uniform trägt, nur halb so viel gilt wie das uniformtrazcnde zweibeinige Thier(denn Menschen kennt der Militärstaat nicht), wird uns jetzt gelegentlich der Cholera wieder recht deutlich vor- demonstrirt. In Graudcnz brach unter den dort versammelten Uebungstruppen die Cholera aus— sofort schickte man die Sol- baten nach Haus, was für die Soldaten ganz nützlich war, aber die Wirkung haben wird, die Seuche unter den bürgerlichen Canaillen zu verbreiten. In Berlin, wo unter einem Garde- regiment die Cholera ausgebrochen ist, beabsichtigt> man die Sol- baten aus der Kaserne zu entfernen und auf die umliegenden Dörfer einzuquartiren— ein unfehlbares Mittel, den umlie- ui ib N V bi 'si Zu A w C ci' Ul m hi L «- ui di di Ei an du Ci U S — Obgleich die belgischen Arbeiter-Organe seit dem Ein- gehen der„Liberte" sämmtlich mit mehr oder weniger Eifer die politische Enthaltung, oder richtiger: die unpolitische Enthal« tung von politischen Dingen predigen, so sind sie doch in dieser Theorie durchaus nicht sattelfest, und verletzen dieselbe, unter dem Einfluß der Thatsachen, sehr häufig in flagrantester Weise. Die ganze politische Rundschau der„Internationale" z. B. ist ein chronischer und permanenter Protest gegen die im übrigen Theil� F veS Blattes herrschenden Enthaltungslehren. Das neuest- Organ der belgischen Arbeiter, der„VolkSfrennd"(„Ami du k'suple"), — dessen Name eigentlich schon ein Angriff auf die Enthaltungs- Doktrin ist; denn wer hätte je glühender die politische Aktion des Volkes gefordert, als Marat, der„VolkSfrennd"?— antwortet in der letzten uns vorliegenden Nammer(vom 3. v.) redaktio-� nell, mit Unterzeichnung des RedaktionSausschnsseS, einem Corre- ur de ja Mi un »r spondenten, der sich über einen Artikel der vorhergehenden Nnm-l ur eai mer als sozialistisch unkorrekt beschwert hatte, wie folgt: „Wir hatten auch die Abficht» den Theorien unseres Collige»! (veS Verfassers jenes Artikels) in dieser Nammer entgegenzutreten.! sei Was er über die Organisation der Arbeit sagt, ist praktisch un- ni durchführbar. Wir erkennen sogar an. daß viele soziale Theorien, die von Schriftstellern von großer Wissenschaftlichkeit erdacht�) wor- den siat»(sie!: imagiuees par des dcrivains de grande sciencew 'ür die Ausführung große Schwierigkeiten darbieten. Nach un- serer Meinung muß das Volk sich zunächst Institutionen geben, welche ihm die freie Ausübung seiner Rechte gH währleisten; ist diese Grundlage einmal vorhanden, so wird vm oziale Organisation sich natürlich und logisch, je nach dem Drang der Bedürfnisse vollziehen." Eutschiedenec kann man sich nicht für die Nothwendigkeit einer politischen Aktion des Proletariats aussprechen. Es ist wahr, wohl aus Scheu vor dem verpönten Wort hat man das Adjektiv� „politische" vor Institutionen weggelassen, allein daß nur poli'j tische Institutionen gemeint sein können, kann nach Sinn un» Zusammenhang nicht dem leisesten Zweifel unterliegen. DerWr- daktionsausschuß des„Ami du eeuple" stellt sich mit dieser E> klärung vollständig auf den Boden der Majorität des Haagrl ga Congresses, und betont sogar die politisch: Aktion in einer Weist,! de welch: dahin mißdeutet werden könnte, die Redaktion erachte jev» ha sozial- Thätigkeit für überflüssig, so lange nicht politische Jnstit»l di, tionea erkämpft sind, innerhalb deren die sozialistische Gesellschaftsf ge: organisation sich entwickeln kann. Wir sind begierig, ob die R dakcion des„Ami du keuple" consequent an diesem Program esthalten wird. Jedenfalls sind die spanischen Vorgänge gai� dazu anzethan, Jeden, der nicht hoffnungslos iaficirt ist, von der Baknnistischen Abstentionskrankheit zu kuriren.— i- Zl de, R, M di A> Ur t en 1. kai yji Vi bi ka itr im K In Nr. 69 gaben wir unfern Lesern eine Probe de? jour nalistischen„Anstandes" zum Besten, mit welchem der„Sprech' mal" unsre Angriff- zu pariren beliebte. Jetzt kommt unsre„Ä->' standsdame" Prof. Biedermann und druckt den ganzen Actil» des„Sprechsaal" in seiner hiesigen„Allgemeinen Zeitung" ms- einem Behagen ab, wie eS nur der vollständigsten S-elenharmoM' entspringen kann. Daß es ihm dabei in seiner Freude entfahr� ist, von„selbstsüchtigen Bestrebungen der sozialdemokratisch� Arbeiterführer" zu biedermänneln, wollen wir dem Leibjournalist»' des Millionärs BrockhauS und Empfänger huldreicher Zusendung' Reptilienfonds für diesmal hingeht aus der Zeiwngs-Küch: des lassen.— Nach einer uns gewordenen Mittheilung der Strikekommisfi»' ist der Strike der Berliner Weber ynd Stuhlarbeite als beendet zu betrachten. Abrechnung und nähere Pki'' theilungen werden folgen. Die bürgerliche Gesellschaft— durch ihre eigeitf» Organe gezeichnet. Man übersendet un« die„New-Iorker StaatSzeitung" 23. Juni, in welcher sich ein Artikel„Die Zunahme der Lss einigten Staaten" befindet. Da fast Alle« darin Gesagte sich � geringen Aenderungen auf die gesammte bürgerliche Gesellschaft, und nicht bloß auf Amerika— anwenden läßt, so hat es � Interesse, jenen Artikel, hier wiederzugeben; er lautet: *)„Männer von großer Wissenschaftlichkeit" denken, aber sie'[ denken keine Theorien. Die Wissenschaft baut keine Lustschlösser,— r teht auf dem Boden, der Thatsachen, die sie zu erkennen sucht. li t de F er »vi b- dl Ä di di re d< je ir de „SJht vollem Recht behauptet ein attglo-amerikamsches Blatt, daß die Vereinigten Staaten schon seit mehreren Jahren aufgehört haben, die Völker, welche in der alten Welt für die Freiheit kämpfen, mit Bewunderung zu erfüllen. Das rasche Wachsthum dieses jungen Staates hat in mancher Beziehung eine gewisse Krühreife erzeugt. Die Flegeljahre sind leider noch kaum über- wunden. Es bedarf einer durchgreifenden Regeneration, wenn sich das Völker-Conglomerat der Vereinigten Staaten auf der Höhe der Civilisation erhalten will. Die Entwicklung war eine zu rasche und vor Allem eine viel zu einseitige, als daß der junge Staatsorganismus in allen seinen Theilen gesund und kräftig sein könnte. Es ist wahr, die Vereinigten Staaten haben die furcht- bare Krisis deS Bürgerkrieges glücklich überstanden. Allein die inneren Uebel, die schleichenden KcankheitSstoffe, mit einem Wort, die moralische Schwäche, welche zurückgeblieben ist, scheint sich nicht so leicht curiren zu lassen. „WaS die materielle Entwicklung anbelangt, so ist dieselbe trotz aller künstlichen Hemmungen zufriedenstellend.(Es ist im Auge zu behalten, daß dieses„zufriedenstellend" im Bourgeoissinn geweint ist; d.h.: die Lage der Bourgeoisie ist„zufriedenstellend". Red. d. V.) Das erklärt sich aus zwei Gründen: Einmal sind unerschöpfliche Hülfsquellen im Laude vorhanden und es fließen ihm durch die Emigration fortwährend neue Kräfte zu, die den Nationalreichthum(Auch dieser„Nationalreichthum" ist nach dem Begriff der Bourgeoisökonomie aufzufassen; es ist der„Reichthum" der einzelnen Besitzenden, in der Wirklichkeit der„Nation" entrissen ist. Red. d. V.) vermehren. Dann aber— und das ist sehr Zu beachten— concentrirt sich das Sinnen und Denken der Amerikaner fast ausschließlich auf diesen einen Punkt, auf die Ent- Wicklung und Anhäufung materieller Güter. Die Vereinigten Staaten erinnern in dieser Beziehung recht lebhaft an die phöni- eschen Industrie- und Handelsniederlassungen. Zu Tyrus, Sidon und Carthago wandelte man auf den feinsten Teppichen der Erde und man aß aus silbernen und goldenen Schüsseln. Allein das hielt die Massen nicht ab, gleichzeitig dem Moloch barbarische Opfer zu bringen, während die halbcivilisirten, über Nacht reich gewordenen Krämer sich gegenseitig in den raffinirtesten Genüssen und Verbrechen zu überbieten suchten.— Diese Einseitigkeit nun, dieses rastlose und ausschließliche Streben nach materiellen Gütern, diese unersättliche Geldgier rächt sich bitter im Familienleben, im Erziehungswesen und in den gesellschaftlichen Verhältnissen des amerikanischen Volks. Das fällt nicht nur dett Fremden auf, welche das unbezahlbare Glück gehabt haben, unter günstigeren Culturverhältnissen aufzuwachsen; die gebildeten Amerikaner selbst sangen an, sich zu beklagen über den Mangel an idealem Streben und wissenschafllichem Sinn bei ihren Mitbürgern. Fand sich doch jener Gelehrte, der einem ausgewählten Auditorium im Cooper-Jnstitut eine astronomische Vorlesung hielt, veranlaßt, den Ladies und Gentlemen zu erklären, daß der Durchgang der Venus, d. h. die Beobachtung desselben, sich ohne Zweifel„be- Zahlen" werde. Die Gewohnheit, Mcs nach diesem Maßstab zu messen, hat im politischen und sozialen Leben dieses Landes schon unsäglich traurige Folgen gehabt. Sie hat die Ehe zu einer untergeordneten Frage der Buchführung herabgewürdigt und das Familienleben gelockert. Sie hat die Liebe und Treue aus den Wohnungen der Menschen gescheucht und «ine Prostitution erzeugt, wie sie frecher und schamloser seit der Zeit des lyrischen Molochdienstes wohl noch nirgends aufgetreten ist. Es ist eine Meinung, die man hier täglich hören kann, daß fürs Geld Alles zu haben sei. Alles, je nach dem Geschmack deS Käufers. Hans Dampf kauft sich die Zuneigung einer Dirne und Oakes Ames kaufte sich die Stimmen der Congreßmänner. Man kauft nicht nur die Richter, welche Recht sprechen, sondern auch die Legislatoren, welche Gesetze machen. Man kauft die Freundschaft, die Liebe, die Religion, die Weisheit, die Wissenschaft, den Ruhm und die Ehre. Alles ist feil.— Nichts ist natürlicher, als daß unter solchen Umständen die öffentliche Moral Rückschritte machen muß, während gleichzeitig die Mittel Böses zu thun, sich vermehren.— Das erste Capilel des Walker'schen Census unter der Rubrik„Sterblichkeit" enthält die Ursachen, durch welche die während der Zeit vom l. Juni 1869 bis zum 31. Mai 1870 Verstorbenen um's Leben kamen. Es erziebt sich, daß von den 492,263 Verstorbenen nicht weniger als zweitausend und siebenundfünfzig Ermordete sind. Vergleichen wir die Anzahl der Morde zwischen� den zwei Jahr- ganzen 1350 und 1360, so stellt sich heraus, daß sich die Zahlen verhalten wie 227 zu 989, d. h. die Anzahl der Morde per Jahr hat sich seit einem Decennium mehr als vervierfacht. Aller- dings hat auch die Gesammt-Bevölkernng in der Zwischenzeit zu- genommen, allein nicht im Verhältniß zur Anzahl der Verbrechen, die den Gegenstand dieser Bemerkungen bilden. Im Jahre 1850 kam ein Mord auf 102,167 lebende Personen; zehn Jahre später, im Jahre 1860, haben wir einen Mord auf 31,793, und endlich im Jahr 1870 trifft es einen Mord auf 18,745 Personen. Diese Zahlen sprechen deutlicher als alle Abhandlungen. ES zeigt sich, daß der Werth. des menschlichen LebenS mit einer erstaun- lichen Schnelligkeit gesunken ist. Diese unverhältnißmäßige große Zunahme der Verbrechen steht in einem innigen Zusammen- hang mit dem Verfall unserer Familienerziehung und mit dem allmäligen Sinken der öffentlichen Moral. Wenn der »gemeine Mann sieht, wie man in den höchsten Kreisen durthschaftet und wie man die heiligsten Pflichten ver- letzt, um dem Mammon zu dienen; wie Betrug und Pro- stitution bis in die höchsten Regionen unseres politischen Lebens nicht nnr den Weg finden, sondern mit der größten Frechheit und Schamlosigkeit sich zur Schau stellen, so mag er wohl verzweifeln an der alten Wahrheit, daß„ehrlich am längsten v>ährt". Hat er einmal angefangen, die hochgestellten Leute zu beobachten, die ungestraft das Volk berauben, und die Ehre Und den guten Namen nicht so hoch schätzen, als den materiellen Gewinn, den ihre betrügerischen Handlungen abwerfen, dann mag er sich die Lehre daraus ziehen, daß man auch noch einen Schritt weiter gehen könne. Angesichts solcher Beispiele mag sich dem ge- weinen Mann der Gedanke aufdrängen, daß selbst ein Menschen- leben nicht geschont werden darf, wenn es sich um die Erreichung kineS selbstsüchtigen Zweckes handelt.— „Aber auch die Selbstmorde haben sich m erschrecklicher Vieife vermehrt. Der CensuS von 1350 hat 491 Selbstmorde zu verzeichnen; im Jahre 1860 finden wir die Zahl mindestens ver- doppelt und im Jahre 1870 beinahe verdreifacht. Und wer die öffentlichen Blätter in den letzten drei Jahren aufmerksam und wgelmäßig gelesen hat, wird die Ueberzeuguug gewonnen haben, baß nicht blos Mord und Todtschlag und Selbstmord, sondern lUbst die allerschrecklichsten und unnatürlichsten Arten des Mordes 'w Zunehmen begriffen sind. „Tout comme chez nous"—„Ganz wie bei unS" können bür getrost hierauf sagen.— Den Gedanken, daß die kriegerischen �ivrdsthaten die Welt zu gleichen Verbrechen in Friet-nszciten geneigt machen, haben wir schon oft— zuletzt in Nr. 67 anläß- lich deS Marchncr'schen Familienmordes— dargethan.— Ja Be zug auf die Eigenthumsvergehen jedoch hat der Verfasser— infolge feines Bonrgcoisstandpunktcs— ein ziemlich einseitiges Urtheil, wenn er lediglich das böse Beispiel von oben für den Verführer hält. Ein noch viel mächtigerer Verführer ist die wirkliche Noth, besonders bei den Eigenthumsoergehen geringeren Grades.— Der Mangel an idealem Streben, den der Verfasser für ein spezifisches Merkmal nur des Amerikaners hält, ist das Charakteristikum der Bourgeoisie überhaupt— der europäischen ebenso gut wie der transatlandischen. Die Frage ist nur die: ob die Schein- und Berbildung der europäischen Bourgeoisie höher oder geringer an- zuschlagen ist, als'die minder verzerrte Naturwüchsigkeit des unge- bildeten amerikanischen Bürgetthums. Denn der ganz Ungebildete läßt sich noch viel eher zur Räson bringen als der Verbildete,— wie es ja in jeder Beziehung leichter ist, einen neuen Gegenstand anzufertigen, als einen alten und verfuschten wirksam zu repariren.— Gewerksgenossenschaftliches. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Mainz. Den 8. Jnli hielten wir eine Allgemeine Schuhma- cherversammlung ab. Tagesorvnung war: Berichterstattung über die Generalversammlung zu Weimar durch Herrn Schlanger aus Offenbach. Zuerst ging Referent ein auf daS Entstehen der Internationalen Gewerkschaften, besonders die der Schuhmacher. Er wies nach, wie schwer es hielt, bis die Gewerkschaft in das Stadium kam, wo sie heute angelangt, alsdann sprach Redner über die Allgemeine Krankenkasse und bewies, daß sie vortheilhaft sei für die Allgemeinheit, serner ging er ein auf die Statuteu der Internationalen Gewerkschaft, legte klar dar, daß eine Central- orgänisation nothwendig sei und wies aus die beständige Ver- schlinmierung der Zustände in unserem Gewerke hin, der nur durch Organisation und eine tüchtige Verwaltung, wie sie gegenwärtig ist, Einhalt gethan werden könne. Wir waren mit den weiteren Beschlüssen einverstanden. Sodann wurde in der nächsten Ver- sammlung der Anschluß einstimmig angenommen. Wir haben noch ein Deficit von 100 Gulden, ist das gedeckt, treten wir ve- finitiv ein und zwar mit einer Mitgliedschaft von 300 Mann. Drum aus, Collegen hier und allerorts, seid einig, wenn es gilt, bessere Zeiten zu schaffen. Wir haben hier gleich am Schluß ein Stückchen von unfern Ausbeutern Otto Herz und Komp. zu ver- zeichnen. Nämlich 5 pCt. Lohnabzug. Hier ist also kein�Recht trotz Unterschrift und Fabriksiegel, auch keine Ehre ist hier, der Geldsack nämlich muß wieder etwas besser gefüllt werden. Als Ausrede dient den„Herren", die Arbeit sei Lagerarbeit für das nächste Jahr. Im Jahre 1870, äußerten dieselben Herren, als die Arbeiter er- klärten, sie könnten nicht mehr auskommen: Schlagt Bäckern und Metzgern die Buden ein. Das war die Antwort auf unsere' Lohn- forderung. Wir bitten Euch, Collegen also, die Fabrik von Otto Herz und Komp. zu meiden und den Zuzug fern zu halten. Mit socialdemokratischem Brudergruß M. Götze. Wir begrüßen den Schritt der Mainzer Collegen mit Freu- den und heißen Sie schon jetzt in unsren Kampfesreihen willkom- men. Bedauern müssen wir auf der andern Seite, daß die Münchner Collegen es weder für der Mühe Werth gehalten haben, öffentlich die Gründe anzugeben, was sie vom Anschluß abhält, noch uns brieflich Mittheilung zugehen zu lassen. Wir möchten dieses Vorzehen mit der Taktit eines Bourgois vergleichen: der kaltblütig zusieht, wie dessen Arbeiter mit dem Elende ringen und sich»lcht über sein kleinliche« Interesse hinwegsetzen kann; so sehen die Münchner und andere mehr ruhig zu, wie der kleine Haufe in unserer Gewerkschaft gern und willig jedes Opfer bringt, um nns're gerechte Sache, die auch die Sache der Münchner u. a. m. ist, vorwärts zu bringen. Und komme man uns nicht mit Gründen wie die AuzSbarzer, wo eine Mitgliedschaft der Holzarbeiter besteht, die genau auf derselbeu �Grundlage organisirt ist, wie die unsrige. Ferner bestehen Mitgliedschaften in Nürnberg, Regens- bürg, Würzburg u. s. w., was man aber an einem Orte erlaubt, darf man nicht am andern Ort verbieten. Also Recurs ergreifen gegen den Bürgermeister, was es nützt, habt ihr in Landshut ge- sehen. Unsere Gegner sind centralisirt und binden sich in ihren Bestreben: das arbeitende Volk zu knechten an keine Nationalität, und wir sollten nicht von ihnen lernen? Mit Gruß Gotha. Für die Verwaltung: W. Bock. Alle arbeiterfreundlichen Blätter sind gebeten obiges zum Ab- druck zu bringen.__ Verschiedene Mitgliedschaften beklagen sich, daß sie keine Sta- tuten bekommen. Dem gegenüber müssen wir öffentlich erklären, daß wir alle Aufttäge auf das Pünktlichste ausführen, die Sen- düngen an die Mitgliedschaften müssen also.auf eine unerklärliche Weife abhanden gekommen sein.-7 In dem veröffentlichten Kassen- bericht muß es statt 16 Thlr. heißen: 26 Thlr. Kassenbestand. Gewerkschaft der Holzarbeiter: Leipzig, 9. Aug. Zur Beachtung! Dem Mitgliede Ernst Wünsche, Tischler, sind auf der Reise von hier nach Erfurt das Gewerkschaftsbuch nebst Krankenkassenbuch verloren gegangen. Es sind deßhalb hier neue Bücher ausgestellt; die alten Bücher, die von Stelzer ausgestellt sind und dessen Unterschrift enthalten, werden hiermit für ungültig erklärt. C. E. Seifert, Bevollm. Correspondenzen. Leipzig, 6 August. Der„Neue Sozialdemokrat" bringt in Nr. 89 einen Artikel aus Altenburg, in dem er auf Grund einiger Aeußerungeu des„Constitutionnel" über den Verlust von Elsaß- Lothringen auf einen neuen Krieg mit Frankreich hinweißt und mit einigen wässrigen Jeremiaden über die Verderblichkcit der Kriege und einiger matten Ausfälle auf die„nationalliberalen" Schreier schließt. Da wir als Verfasser des Artikels den Präsidenten des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins Herrn Hasenclever vermuthen, der gegenwärtig auf einer Agitationsreise begriffen ist» um das überflüssige Fett, das er in Berlin durch das auf der Bärenhaut- liegen angesammelt hat, loszuwerden, so ist es wohl an der Zeit, daran zu erinnern, daß die Herren Dr. Schweitzer und Hasenklever eS waren, welche im Jahre 1871 im Norddeutschen Reichstag für den ftanzösischen Krieg stimmten und die Anleihe bewilligten, und zwar angesichts einer Adresse, in der die ftanzösischen Arbeiter gegen den Krieg protestirten und von den deutschen Arbeitern ein Gleiche« verlangten. Und nicht allein da«, sie stimmten ebenso für die servile Adresse, die damals der Reichstag an den König von Preußen als Norddeutschen Bundesherrn erließ. Herr Hasenklever hat kürzlich erst den Versuch gemacht, seine damalige Abstimmung zu rechtfertigen, aber nur in den Augen Dummer kann ihm das gelungen sein. Der Krieg war, wie da- mals jeder Sozialdemokrat wußte, ein dynastischer, er war der nothwendig« Ausfluß der Bismarck'schen Politik von 1866, die nothwendige Folge unseres heutigen Staats- und Wirthschafts- systems. Ein solcher Krieg war vom sozialdemokratischen Stand- punkt unter allen Umständen zu verwerfen und die Herrn Schweitzer und Hasenklever mußten, wenn sie konsequent sein wollten, mit unfern V-rttetern gegen den Krieg und gegen die An- leihe stimmen. Sie haben das nicht gethan und damit ihren Charakter als Agenten des Großpreußenthums hinlänglich doku- mentirt. Später fteilich, als Frankreich Republik wurde, und die Annexion auf die Tagesordnung gesetzt ward, mußten die Herren, wollten sie nicht aus ihren eignen Berein hinausgeworfen werden, sich gegen die Fortsetzung des Krieges erklären. Aber auch hier war ihre Haltung wiederum eine eigenthümliche. Während unsere Vertreter, Liebknecht und Bebel, unter dem Wuthgeschrei der Reichs- tagsinajorität, sich energisch gegen die Fortsetzung des Krieges und der Annexion von Elsaß-Lothringen erklärten, fanden es die Herren Schweitzer und Hasenklever gut, zu— schweigen und nur da- gegen zu stimmen. Wie weit überhaupt der patriotische Fanatismus des jetzigen Präsidenten des Allgemeinen deutschen Arbeitervereens damal« ging, mag die Thatsachc beweisen, daß Herr Hasenklever in der Hoffnung auf die Unterstützung mordspatriotischcr Studenten und Bourgeois noch Ende August 1370 nach Leipzig kam, um in öffent- licher Volksversammlung gegen die„Vaterlandsverräther" Lieb- knecht und Bebel aufzutreten, und die Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins in pattiotischer Begeisterung Liebknecht die Fenster einwarfen."—(Siehe Frankfurter Bierkrawall, den jetzt der„Neue" auch von seinen Schultern zu wälzen sucht.) In dem Augenblick, wo Herr Hasenklever in Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen den Demokraten herauskehrt, ist es noth- wendig, an die obigen Thatsachen zu erinnern, die unsere Partei- genossen nicht vergessen wollen. So ist auch das Geschrei deS„Neuen" gegen die Annexion von Elsaß eitel Wind, und nur darauf berechnet, sich unter den Arbeitern dort Anhang zu verschaffen. Wer, wie Herr Hasenklever die Annexionen von Hannover:c. guthieß, die doch auch nur Preußen zu Gute kamen, wer 1867 mit Herrn von Schweitzer zusammen unter der nationalliberalen Parole, durch Einheit zur Freiheit in die Wahlen eintrat, dessen demokratische Gesinnung ist mehr als zweifelhast. Im September 1870 marschirten Johann Jacobi und einige andere Königsberger, unser braunschweiger Parteiausschuß und Geib nach Lötzen, weil sie sich gegen die Annexion erklärt, viele unsere Parteigenossen wie York, Naters ic. aus demselben Grunde ins Gefängniß, unsere Vertreter, vom Reichs- tag zurückgekehrt, wanderten in 3'/-monatliche Untersuchungshaft, die Herren vom„Neuen" aber und die Wortführer des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins liefen ungeschoren herum, weil die Polizei wußte, mit wem sie es zu thun hatte. Sie hatten durch ihr Verhalten dem Herrn von Bismarck einen ähnlichen Dienst erwiesen für den Krieg, wie kürzlich in Frankfurt durch den Bier- krawall für ein reattionäreS Preß- und Vereinsgesetz. Leipzig, 7. August. Das Cirkulair der Kontrolkommission gegen den Parteiausschuß, welches dieselbe kürzlich an die Mitglied- schaften versandt hat, ist— wahrscheinlich auf dem Wege einer Poststieberci— auch in die Hände der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" gerathen und diese beutet dasselbe natürlich weidlich gegen unsere Partei aus. Auf Grund der von der Konttolkommissiou in der Kassenbuchführung des Ausschusses gerügten Mängel schwatzt das edle Blatt von ähnlichen Vorgängen, wie sie seiner Zeit dem Herrn v. Schweitzer im Allgemeinen deutschen vorgeworfen wurden. Mögen immerhin kleine Mängel in der Kassenbuchführung unserer Partei vorhanden sein— und zu verwundern wäre das nicht, wenn man bedenkt, daß der Kaffirer für ein Amt, das ihm wöchent- lich mehrere Tage Zeit kostet, monatlich 5 Thaler Gehalt bekommt — sicher ist, das nicht eist Groschen veruntreut wurde, was auch die Kontrolkommission zuzugeben keinen Anstand nimmt. Wir müssen also den Ausschuß gegen die Unterstellung des Bismarck- schen Leiborgans ganz entschieden verwahren. Die Kassenführungsmängel wie die sonstigen Beschuldigungen, welche die Kontrolkommission gegen den Ausschuß erhebt, wird der Kongreß zu prüfen haben und es wird sich zeigen, in wie weit dieselben gerechtfertigt sind. Der Kongreß wird ohne Voreingenommenheit und mit strenger Unpartheilichkeit prüfen und dafür sorgen, daß persönliche Streitigkeiten nicht die Sache schädigen. Jedenfalls wird die„Norddeutsche Allgemeine Ztg." und da» ganze übrige ZeitungSgelichter, welches sich bereits vergnügt die Hände reibt und von Verfall der Partei faselt, gewahr werden, daß es sich gewaltig täuscht. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei ist zu mächtig, um wegen persönlicher Differenzen Einzelner oder der Unbrauchbarkeit dieser oder jener Per on für irgend einen Posten zu Grunde zu gehen. Die Parteigenossen werden auS diesem Vorgange ersehen, daß per- sönliche Reibereien oder maßlose Angriffe gegen Mängeh innerhalb der Partei streng vermieden werden müssen, sie gereichen nur unsern Gegnern zur Freude. Mowawes, 7. August. Sonnabend, den 2. August fand hier im Schulze'schen Saale eine gut besuchte Wcberversammlung statt, in welcher Herr Kleist aus Berlin einen intererefsanten Vortrag über die Gewerkschaftsbewegung hielt. In klaren und beredten Worten legte Redner allen Anwesenden die Thatsache dar, daß alle Arbeiter, welcher Branche sie auch angehören, schon längst eingesehen, daß sie vereinzelt nichts, vereinigt aber alles seien, und deshalb sich auch bei Zeiten organisirt und mit Hülfe ihrer Or- ganisation auch schon bedeutende Fortschritte gemacht hätten. Nur die Weber einzig und allein haben es bis jetzt trotz äller Ermahnungen verschmäht, sich zusammen zu schaaren und in ge- schlossenen Reihen ihre Menschenwürde zu erringen, so daß der nun beendete Sttike auch keine kolchen Resultate aufzuweisen habe, wie man hätte erwarten dürfen, wenn die Weber und Manufak- tur-Arbeiter einer gut organiflrten Gewerkschaft angehörten. Red- ner empfiehlt als glänzendes Beispiel die Organisation der deutschen Buchdrucker und Schriftsetzer; dieser angemessen seien die Statuten der Manufaktur-, Fabrik und Handarbeiter-Gewerksgenossenschaft; dieser sich anschließen, fei Pflicht eines jeden Webers, und Schmach und Schande über denjenigen, der es nicht einmal über sich ver- mag, sich mit seinen Collegen zu vereinigen um einer bessern Zu- kunft entgegen zu steuern. Und darum Arbeiter, so schloß Redner, sordere ich Sie auf, treten Sie ein in die Gewerksgenossenschaft der Weber und Manufakturarbeiter, seien sie einig, einig und noch- mals einig! Der allseitige Beifall, welcher dem Redner zu Theil ward, bewies, daß alle mit dessen Ausführungen einverstanden waren. Nach einer sehr lebhaften Debatte, an welcher sich Gersten- berg und Schmidt aus Berlin hervorragend betheiligten, wurde der Anttag von Stuckenbruch, der Gewerkschaft beizutteten, mit allen gegen 1 Stimme angenommen. Das Resultat war, daß sich sofort CO Genossen einschreiben ließen; da die Zeit sehr vor- gertickt war, mußte die Wahl der Vertrauensleute an diesem Abend unterbleiben. Mit sozialdemokratischem Gruß Ä. A.: Wilhelm Mehlhorn. Kamlnrg, 4. August. Bericht über die öffentliche Vcrsamm- lung der Bau- und Maschinenschlosser. Tagesordnung: 1) Ter Etrike der F. Echmidt'schcn Fabrik Raboiscn. L) Die beabsich- tigte Lctlvhiruug der Entlassungsscheine. Ueler den ersten Punkt der Tagesordnung sprach Herr Bosse; dieser erklärte den Am «esenden, daß Herr Schmidt dem Meister- und Fabrikantenbunde angehöre und von diesem jedenfalls aufgefordert worden sei, den Lohn seiner Arbeiter um 12 Proc. zu reduziren. Nachdem Herr Schmidt die Herabsetzung des Lohnes habe durchführen wollen, hätten sämmtlichc Arbeiter und selbst Diejenigen, die 8, 10 und 20 Jahre bei ihm gearbeitet, die Arbeit niedergelegt. Nach dieser Mittheilung unterzog Herr Gentzsch die Tendenz des Meister- und FabrikantenbundeS einer eingehenden Kritik. Herr Linde- mann besihwortete sodann das Vorgehen der bethciligten Ar- beiter und betonte namentlich, daß die Arbeiter nur auf dem von Lassolle vorgezeichneten Wege zum Ziele gelangen könnten. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung wurde einstimmig beschlossen, die Entlassungsscheinswische nicht anzunehmen. Es gingen hierauf mehrere Resolutionen folgenden Inhalts ein:„Die heutige öffent- liche Versammlung der Bau- und Maschinenschlosser erklärt das Vorgehen der Arbeiter des Herrn Schmidt für gerechtfertigt und konstatirt, daß dieselben im Interesse der Gesammtheit gehandelt haben. Die Versammlung ist bereit, Mann für Mann dem Ver- ein beizutreten, und wird die strikenden Kollegen nach Kräften unterstützen." Es wird gebeten, den Zuzug von Hamburg fernzuhalten. Etwaige Briefe sind zu senden an L. Bosse bei Herrn F. Flügge, große Burstah Nr. 29. F. Stargardt, Schriftführer. MuHla.(Auch ein„Volksbildner".) In den letzten Tagen des verflossenen Monats erregte ein 9jähriger Knabe den Zorn feines Lehrers durch irgend ein Versehen(man sagt, der Knabe habe seine Aufgabe schlecht gelernt) in so hohem Grade, daß der Lehrer den Knaben in einer Weise züchtigte, die Anlaß zu dem Tode des Gezüchtigten gewesen sein soll. Man sagt auch, der Vater des verstorbenen Kindes sei angehalten worden, schriftlich zu erklären, daß sein Kind nicht der Mißhandlung erlegen ist, und es wurde Jedem mit Klage gedroht, der sich etwa in diesem Sinne äußerte. Und in der That ist auch Alles still geworden; kein Mensch spricht über den Vorfall. Ist es doch das Kind einer armen Arbeiterfamilie; und wie man mit Arbeitern um- geht, davon legen die allgemeinen Verhältnisse sprechendes Zeug- »iß ab. Und fortfahren wird man, die Arbeiterklasse zu nicht- achten, so lange diese sich selber so wenig achtet und ruhig alle Bedrückung und Ausbeutung über sich ergehen läßt. Dürnberg. Schon im Monat Juni erließ das Comitä hiesiger Lithographen und Steindrucker einen Auftuf zur Errichtung eines deutschen Sennefelder-Bundes. Die Fachgenossen von Wien, München, Fürth, Frankfurt a. M., Mannheim, Ludwigs- Hafen und Leipzig haben sich bereit erklärt, einen Congreß zur Bildung eines Senneselder-Bundes zu beschicken und haben Weil die Regierungen die Internationale überall unterdrücken, verfolgen und sie zum Popanz der Besitzenden zu machen suchen, sollen die deutschen Arbeiter sich ihr nicht anschließen. Schriebe Herr Memminger im Dienste des Reptilienfonds, dann würden wir diesen Rath begreifen. Denn daß die Regierungen trotz„aller streng nationalen, centralistischen, militärischen Organisation" auch international sein können und sind, hat die Niederwerfung der Commune gezeigt, wo die im Lande als Feinde stehenden Preußen brüderlich dem Ordnungs- Banditenthum des Herrn Thiers die Hände reichten. DaS haben die vorjährigen Conferenzen in Berlin bewiesen, wo preußische, russische und österreichische Staatsmänner über die Lösung der sozialen Frage— natürlich durch Polizei und Zuchthaus— bcriethen. Und daß„die von den Regierungen gcgängelnten besitzenden Klassen" ebenfalls internatim nal sind, wenn ihr Klasseninteresse es erheischt, beweisen die inter- nationalen Handelsgesellschaften, die Versuche deutscher Bourgeois. schwedische und italienische Arbeiter zu importiren, um die Löhne der deutschen Arbeiter niederzudrücken, das beweisen die Versuche englischer und amerikanischer Bourgeois, deutsche Arbeiter zu en- gagiren, um die inländischen Arbeiter unte, zukriegen. Die internationale Arbeiterassoziation ist also, so gut wie die sozialdemokratische Arbeiterpartei, das ureigene Produkt der sozialen Verhältnisse. Eine streng ccntralistische Organisation — für die Herr Mcmminger zu schwärmen vorgibt— verbietet sie ebenso wenig, wie eine föderalistische. Jede Nationalität ver- sährt, wie es ihr sgut dünkt. Aber die Internationale als solche ist föderalistisch und muß es der Natur der Verhältnisse nach sein. Herr Mcmminger lügt oder kennt die Statuten nicht, wenn er die Freiheit der Organisation bestreitet. Was soll man von einem Mann sagen, der mit so edler Dreistigkeit den Arbeitern die internationale Organisation abräth und die internationale Arbeiterassoziation, die von allen Seiten gehetzt und verfolgt und schon deßhalb auf die Achtung und Unter- stützung jedes ehrlichen Sozialisten Anspruch hat, verleumdet und besudelt, ärger als ein Bourgeois es thun könnte. Der Charakter des Herrn Memminger ist unfern Parteigenossen bereits bekannt, und daß auch die Schweizer Arbeiter den Herrn hinlänglich kennen, beweisen die moralischen Fußtritte, die ihm die- selben vor einiger Zeit in der von unfern Freunden Greulich und Franz redigirten„Tagwacht" applicirten. Gleichwohl schadet es nicht, eine nähere Erklärung für das neueste Verhalten des Herrn Mcmminger zu suchen und die haben wir gefunden. Herr Memminger gehört gegenwärtig zu den Intimen deS Herrn Ladendorff in Zürich. Letzterer ist nun, wie zahlreiche Briefe von ihm im Leipziger Hochverrathsprozeß bewiesen haben, ein grimmiger Feind der Internationalen und ein persönlicher von Marx. Herrn Ladendorfi's Versuche, in Leipzig wie bei dem braun- schweizer Ausschuß die sozialdemokatische Arbeiterpartei aus ihren internationalen Bestrebungen herauszuziehen, mißlangen. Und als gar zur Zeit des deutsch-ftanzösischen Kriegs die Partei ihrer sozia- listischen- internationalen Auffassung energischen Ausdruck verlieh, kündigte er die Freundschaft und alle Unterstützungen aus dem „RcvolutionSfond" hörten auf. Herr Ladendoiff ist aber nach wie vor Verwalter dieses Fonds, der noch unterschiedliche Tausende Gotha AllgemeiveS Arbriterfest. Sonntag, den 17. August, in den Käumen des Albertbade». Festprogramm: 1. Festzug; 2. Festrede; 3. Toncert; 4. Lall Alle Arbeiter und besonder« Parteigenossen»on nah und fern wer- den hierzu freundlichst eingeladen. Die au«wärtigen FefitHeilneHmer werden am Lahnhos durch ein an rothcn Schleifen kenntliche« Ecmit» empfangen. Da« Fest-Comit«.('2t) sich einverstanden erklärt, daß Leipzig als Congreßort bestimmt von Thalern zählt. werde. Man sollte indeß wohl erwarten, daß sich eine regere Be- In einem Circulair, das er vor einigen Monaten an die Be- theiligung zeigen würde, zumal die von den Nürnberger Stein- theiligtcn sandte und wovon ein Exemplar in unsere Hände fiel, druckern ausgestellten Grundsätze des zu gründenden Bundes die macht er den Vorschlag, nur solche Blätter künftig zu unterstützen, wichtigsten Lebcnsftagen berühren und vor Allem eine endliche welche die deütsch-„national"-republikanische� Tendenz vertreten. Regelung des Lehrlingswesens, besser Lehrlingsunwesens, in Aus- ficht gestellt ist. Ein besonders ehrenvolles Zeugniß stellen sich die vielen deutschen lokalen Sennefelder-Vereine, indem sie gegen ■die Gründung ein es ganz Teutschland umfassenden Bundes sich zeigen, gerade nicht aus. Wollen sie allein zurück- bleiben, wo Alles vorwärts strebt und auch vorwärts kommt? Dazu gehörten der„Volkswille" des Herrn Oberwinder in Wien und die schlafen gegangene„Demokratische Zeitung" in Berlin, welch letztere Herr Ladendorf mit 1000 Franc zunächst unterstützt, wofür„nationale" und„bürgerlich"- demokratische Haltung beansprucht wurden. Wir wissen z. B. genau, daß Herrn Schlasmützen-Politik hat noch nie ein andres Resultat erzieltj, als Schlasmützen-Wirihschaft. Darum, auf, zeigt euch als Männer »nd reicht die Hand, damit unser Bund groß und fest werde. Für das Comite: Christian Meyer, Vors., Rosenthal 36. Memminger. Herr Anton Memminger— der bekanntlich vor einiger Zeit «lS großmäuliger Feigling ausriß und hinter den schützenden Grenz- Lübcck, dem ftühern Redakteur der„Demvk. Zeit." eine Unter- stützung abgeschlagen wurde, weil das Blatt keine„nationale Tendenz" hätte. Herr Memminger scheint nun die Anwartschaft auf ctzliche Unterstützungen des„Revolutionsfonds" antreten zu wollen und daher der Eifer, wrmit er den Intentionen des Herrn Ladendorf in dem ihm wohl noch als Eigenthum gehörigen„Temokr. Wochenblatt" zur Geltung zu bringen sucht. Das ist das ganze Geheimniß, und unsere Nürnberger Parteigenossen werden die Augen offen halten. Herr Ladendorf, in seinem Haß gegen unsere Partei wird selbst vor einer Spaltung und Zersplitterung der- psählen der Schweiz seine Zuflucht suchte, nachdem-r Zuvor in ni(fit zurückschrecken und Herr M-mming-r gibt sich als g- die Wclt gelogen, eme mehrjährige Festungshaft wegen Nkaiestats. Werkzeug dazu her. Gut, daß Herr Memminger kurz vo, beleidigung stehe ihm bevor, dre schließlich zu 3 Monaten Gesang-! s.;,-----.. niß in contumaciam zusammenschrumpften— veröffentlicht im »Fürther demokratilchen Wochenblatt" einen Artikel gegen die inter- nationale Arbeiterassoziation. Stünde dieser Artikel in dem„Neuen", wir würden uns nicht wundern und auch kein Wort darüber ver- lieren, aber es ist ein Parteiblatt, das ihn veröffentlicht und da müssen wir die Ehre und den Standpunkt der Partei wahren. Herr Anton Mcmminger wendet sich in seinem Artikel erstens direkt gegen unser Programm, indem es in Punkt 6 lautet:„In Erwägung, daß der Kampf der Arbeit weder eine lokale noch nationale, sondern eine soziale Aufgabe ist,� welche alle Länder, in denen es moderne Gesellschaft gibt, umsaßt, betrachtet sich als einen Theil der internationalen Arbeiterassoziation, sich deren Be- prebungen anschließend", und die Partei, und zwar zunächst„die Parteigenossen, in deren Kreisen das demokratische Wochenblatt als Organ anerkannt ist"— wie er heimtückisch bemerkt— gegen die internationale Arbeiterassoziation einzunehmen sucht. Zweitens, indem er die Partei sür die nationale Abgeschlossenheit— also einen reaktionären Standpunkt— zu gewinnen sucht, indem er behauptet, daß„bei der heutigen nationalen, centralistischen und militärischen Organisation" die Internationale„nur als willkom- mcner Popanz zur Gängelung der besitzenden Klassen und zur Maßregelung der Arbeiterpartei dient." Also wenn die Inter- nationale aufhört, hört auch die Gängelung der besitzenden Klassen durch die Regierung und die Maßregelung der Arbeiterpartei auf, das ist die Logik eines Dummkopfs oder der Rath eines Polizei- agenten. Daß diese national-militärische Centralisatjon fortbestehen würde, wenn die Internationale nicht bestände, einfach aus dem Grunde, weil die soziale Bewegung an und für sich eine Gefahr für die bestehenden Staatsgewalten ist; daß die besitzenden Klassen sich gängeln ließen, auch ohne die Internationale, einfach weil der Sozialismus ihre Stellung bedroht und sie sich derctwillen lieber dem Teufel verschrieben und dem Säbelregiment in die Arme werfen als Arbeitersorderungen nur zum kleinsten Theil zu er- füllen; daß endlich auch unsere Partei verfolgt wird, einerlei ob sie zvr Internationalen sich bekennt oder nicht, und zwar deßhalb, weil Bourgeoisie und Regierungen in ihr ihren Todtfeind erblicken, das Alles sind so selbstverständliche Dinge, daß nur ein Mensch wie Herr Memminger, dem trotz aller Phrasen die Eierschalen der bürgerlichen Demokratie noch ankleben, und der in Bezug auf den Sozialismus ein Ignorant ist, unbekannt sein dürfteuf dem Congreß die Maske auch sür die noch immer Gläubigen ge- lüftet hat, der Congreß wird über ihn richten. Briefkasten der Expedition. Mhl, Landau: Senden Sie gefälligst die 4. Lie- ferung zurück; die„Freimaurer" sind nicht mehr auf Lager. Mllr in Glauchau: Schriften, für welche Sie Verwendung haben, brauchen Sie nicht zu retourniren. V. Flhr, Wien: 2. Qu. 25 Thlr. V. H. Schr«, Süchteln: 3. Qu. 6 Thlr. 5. Töpferverein Leipzig: Ann. 9 Gr. Ge- werkfchaftsvvrstände hier: Ann. 6 Gr. Hrrm hier: Schrftn 8 Gr. Rchtr, Stötteritz: Schrftn 2 Thlr. 21. 7. Maurergewerkschaft hier: Ann. 6 Gr. Dr. Mk, FramerSbach: Schrftn 20 Gr. Volksverein Frohburg: Ann. 17 Gr. Schlngz, Wintersdorf: Schrftn 13 Gr. 5. I. Sltz, Gerstendorf: Schrftn 5 Thlr. I. Schrm, Nürnberg: Ann. 7 Gr. Frnz, Zürich: Bitte um die bestellten 3 Exempl. der 31 Schungen der Com- mune. I., Lausenberg: Freireligiöse Kalender v. 1872 haben wir nicht auf Lager. Fond für pol. Gemaßregelte. Von der Intern. Maurer- und Zimmergewerkschaft durch W. Peter- mann, Braunschweig, 6 Thlr. 15. L. Kästner, Frohburg, 1 Thlr. Anzeigen zc. am.*«<» Gewerkschaft der Holzarbeiter. ?4lIllNN Versammlung am Sonnabend, den 16. d. Mt«., Abend« 9 Uhr, im ehemaligen Schuster-Amtbause. Gr. Bergstraße 139; Vortrag des Herrn Kölbel. Zu recht zahlreicher Betheiligung find alle Mitglieder und Freunde eingeladen. Ausnahme neuer Mitglieder. Der Bevollmächtigte. 1. Juli ad auf den„Bolksstaat �"n abounirt vom 1. Juli ab auf dm„Bolksstaat" OalllN monatlich 7'/, Cgr. frei in« Hau», bei den Herrm Traut- mann, Engeluferstraße 6d, 4 Tr.; Friese, Schwedterstraße 28, Hof Part.; Metzner, Liuimstraße 79; Heinsch, Lindenstraße 11, Hos 4 Tr. bei Ewest; A. Dauer, Koppenstr. 38; Schwoide. Stettinerstr. 43, Hof pari. fjNf Jmernationale MetallarbeitergewerkSgenosseuschaft. /, Gr. Im Dutzend bezogen, Rabatt. Geehrten Hausfrauen empfehle ich meinen gut eingerichteten Wagen zum Bettenfahren, worauf ich 30 Gebett fabren kann. Werthe Bestellungen werden angenommen Nikolaistraße 19, 2 Tr.__ August Müllers Wittwe. Die Dertklillkiismiilllier der Partei wie die Vorstände der Vereine und Gewerk chasten werde» wiederholt an ihre Pflicht erinven, sür die sofortige Zahlung der restn renden Annoncengedühren Sorge zu tragen. Die Expedition des„Uolllsstaat". Diejenigen Gesinnungsgenossen von Leipzig und Umgegend, welche Untcrftützuvg bei Einberufung und Abhaltung von BolkS- Versammlungen bedürfen, wollen sich gefälligst an das unter- zeichnete Cvmits wenden. Es können aber nur Solche, welche sich vorher gemeldet, Berücksichtigung finden. Briefe sind an die Expedition des„Bolksstaat" oder a» Unterzeichneten zu senden. Tic Sitzungen des Cvmits's finden jeden Mittwoch, Abends 8 Uhr, im Locale des ArbeitcrbildungsvercinS statt. Im Austrage des Agitativns-Cvmits's zu Leipzig: F. Nauort, Schriftführer, Rvsenthalgasse Nr. 5, vierte Etage._ Die Fitialexpeditionen, welche noch Nürnberger und Eisenacher Protokolle, sowtf Marx, Kapital, Bd. II. und III. auf Lager haben, werden aufgc- fordert, selbe sofort zurückzusenden. Auch sind alle Schriften, für welche ein augenblicklicher Absatz nicht vorhanden, zu retour- niren. Die Restanten für Schriften und„Bolksstaat" wer- den Mitte August im„Bolksstaat" namentlich gemahnt- Expedition des„Potksstaat". Zur Noti; allen Bolksstaatabonnenten, daß bei dreimaligem Erscheinen a" allen deutschen Postanstalten Monats abonnements angenommen werden müssen. Die Expedition des„Bolksstaat". ELnassensr�Asssslurl�rurlzVrsl ZU LEIPZIG. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, das« die diesjährige Generalyersammlung am Dienstag, den 26. August c., Mittags um 2 Uhr, zn Eisenaf» stattfindet. Die Tagesordnung derselben ist folgende: 1. Berieht des vor Standes und des Verwaltungsrathes, sowie Richtigsprechung der Anrechnung; 2. Feststellung der Dividende, eventuell Bestimmung übe die Verwendung des erzielten Reingewinns; 3. Feststellung eine Etats für die Verwaltung; 4. Wahl des Vorstandes; 5. Wahl de Ortes, an welchem der nächstjährige Aufsichtsrath seinen Sitz habe soll.— Die Mitglieder werden anstzefordert, entweder pcrssnlich om durch Stellvertretung an der Generalversammlung Theil zu nehme; Laut§ 18 des Statuts sind jedoch nur solche Mitglieder zur A Stimmung etc. berechtigt, welche mit ihren Beiträgen zn den � nossenschaftsantheilen nicht länger als drei Monate im Ruckstaao sind. Mitglieder, welche sich auf der Generalversammlung vertrete« lassen wollen, haben sich an den Aufsichtsrath behufs Uebcrffli telnng eines abgestempelten Vollmacht-Exemplars zu wenden. W° nen mehrere Mitglieder an einem Orte, so ist ihnen zu empfeW® sich gemeinschaftlich die Vollmacht-Exemplare von«ntenstebenu Adresse zu verschreiben.___ Hamburg, 14. Juli 1873. Der Aufsichtsrath: 3 Ed. Frey, Vors. Th. Yorck, Schriftf., 1. Vorsetzen, Hof [26] Leipzig: Verautw. S. Ca, per.(Redaktion und Expedtt«� Zeitzrür. 441. Dr-rck intt»erlag 6« Genvsst'ifch-ftsbnchdrnckeret. q 8( H