StfSelnt«Ichmtlich 3 Ms? i» Leipzig. vtftellunzm nehmm all« Postanstalten und Vach- haadlnnzen de« In- u»> Auslände» an. Ftlial-Expedilionm für dt« bereinigten Staaten: ». Sorge, 01 kladodsu, k?. J, ».«. Linnecker. S8 8. Harket str. coro. Hadiaaa«fr. Chieaf«, M. Abannementsprei«: ldfir Preußen incl.Stempel- steuer21Egr.,siirdieAbrigm Dmtscken Staaten 16 Ggr. pro Quartal. ZZlinata-Ztbonmeuient» «erden bei allen Deutschm Postanstalten aus dm 2. u. 3. M»nat u. aus den 3. Mo- nai besonder» angenommen, im Jtgr. Sachsen u. Hnzth. Sachs.-Altenburg auch aus den 1.?!tonst �?>'> Sgr. angenommen. OrgandersozialdemokratischenArbetterMrteiunddermternationalenGeiverksgenosicnschasten. «r. 73. Sonntag, 17. August. Zum 2. September. unem Augenblick, wo die gegnerische Presse aller Schal- tirMgK�llch anschickt, das deutsche Volk zur Feier eines Schlach- tel«lgesHd»begeistcrn, den Nationalstolz zu kitzeln und den Völ- kerPlß zu schüren, in einem Augenblick, wo die größten Anstrengungen von Regierung und Bourgeoisie gemacht werden, das Volk durch eitle Ruhmesfanfaren zu berauschen, um seine Blicke von seiner Roth und seinem Elend abzuziehen, dürste es an der Zeit sein, nicht nur gegen dieses scheußliche Gebühren Protest zu erheben, sondern auch auf Grund klar zu Tage liegender geschichtlicher Thatsachen zu beweisen, daß die Entstehungsgeschichte des deutsch- vorhanden. Dazu kam, daß man im Hauptquartier nicht wußte, keine Nation sie zu verwirklichen vermocht hatte". Der Verfasser giebt nicht etwa Urtheile ins Blaue hinein, sondern er kommt mit Material an, das gewaltig imponirt. Als Napoleon am 28. Juli 1870 bei der Armee eintraf, fand er kein einziges Corps in voller Stärke, keines in wirklich operalionsfähigem Zustand vor. Dabei standen die Armeetheile, welche zu gemeinsamem Handeln bestimmt waren, auf 32 Meilen aus einander, ihre letzten Abiheilungen bis Chalons und Paris zurück. An Allem fehlte es auf sranzösi- scher Seite. Große Sendungen von Karten waren eingetroffen, allein sie uwsaßten nur deutsches Gebiet; sür die französischen Grenzdistrikte� wo man ihrer zunächst bedurft hätte, war nichts französischen Kriegs, wie sie bisher erzählt und am 2. September dem gläubigen Volke in allen Tonarten wiederholt werden wnrd, eine kolossale Fälschung ist und nur dazu benutzt wird, um die Förderung niedriger Klasseninteresscn und fürstliche Hausmachts- Politik zu verdecken. Wir geben in dem nachfolgenden Aufsatz eine geschichtliche und wahrheitsgetreue Darstellung der wahren Ursachen und der wahren Urheber des deutsch-französischen Krieges und bemerken dabei, daß dieser Aussatz, wie schon der Eingang zeigt, bereits seit länger als einem Jahre geschrieben war, damals aber wegen Mangel an Platz zurückgesetzt, heute seinen rechten Platz finden dürste, um bei der bevorstehenden Feier deS 2. September dem arbeitenden Volte aufs Neue zu zeigen, wie es betrogen und hintergangcn, wie mit seinem Gut und Blut gespielt wird. Tie Schrift des priußischen Generalstabö über den deutsch-ftauzösischeu Krieg. In diesen Tagen ist das erste Heft des„deutsch-französischen Krieges 1870— 71", von der kriegsgeschichtlichen Abtheilung des großen Generalstabes redigirt, erschienen. Die gesammte deutsche„liberale" Presse ist außer sich vor Bewunderung der„Großartigkeit" dieses Werkes, und aus's Neue beginnen die Lobgesänge auf den„großen Schweiger", den„Heldenkaiser" und die übrigen Herren des heiligen Krieges. In gewohnter oberflächlicher Weise wird auf Grund der Ausstellungen jenes ersten Heftes Alles gelobt, was von deutscher Seite geschehen, dabei aber übersieht man ganz und gar die wichtigen Geständnisse, welche der große Äeneralstab über die Vorgeschickte des Krieges macht— Geständnisse, die bei jedem Unbefangenen starke Zweifel darüber erwecken müssen, ob der Ausbruch des Krieges wirklich jener Seite zur Last zu legen sei, die nach deutscher Dar- und Vorstellung nun die ganze Schuld tragen soll, nämlich Frankreich. Wir haben an der Richtigkeit dieser Auffassung schon früher stark Zweifel gehegt, das Werk des preußischen Generalstabs bestärkt dieselben und- erhebt unsere bisherigen Vermuthungen zur Ge- wißheit. Wohl ändert es an den Dingen, die geschehen sind, nichts, wenn das deutsche Volk heute erfährt, daß der Krieg von 1870 gerade von denen gewollt, vorbereitet und eingefä- delt wurde, welche bei dem Ausbruch desselben so gelungen die Beleidigten und Ueberraschten zu spielen wußten; aber das Volk erfährt wenigstens, daß es auch diesmal, wie oft schon, betrogen und hintergangen wurde; und welche Mittel der„politischen Heuchelei" angewandt wurden, um es„begeistert" in einen Kampf zu treiben, der in seinem Endresultat nichts weiter bezweckte, als die Herrschast des preußischen Säbels über Deutschland zu be- festigen. Hören wir zunächst, was das„Franks. Journal" über das Generalstabswerk sagt. Es schreibt unter Anderm: „Das bedeutende Werk wird allerwärtS das größte Aufsehen Machen, und nach seiner ganzen Anlage verdient eS, von Jedem gelesen zu werden, der nur das leiseste Interesse für die Vorgänge der jüngsten Vergangenheit hat. Das erste Heft behandelt nach einer Einleitung die Ereignisse im Monat Juli 1870, und die Ereig- nisse dieses verhängnißvollen Monats liegen nächst der Kriegser- klärung in dem Operationsplan und in dem Aufmarsch der beiden Armeen. Zunächst ein paar Worte über die Einleitung. Sie bringt uns nichts Neues, hält sich, wie cS scheint, sogar auffallend knapp und ist bemerkenSwerth aucb insofern, als sie die Schuld am Krieg weniger dem Exkaiser, als dem französischen Volk zu- schiebt.„Nicht vergessen", sagt dee Verfasser,„hat die französische Nation, daß sie noch unlängst halb Europa beherrschte. Die wich- Agsten Plätze Köln und Antwerpen hatten ihr gehört, und der Gedanke an eine Wiedcrerobcrung des Rheins lebte im Herzen der ganzen Nation, gepflegt von ihren Geschichtsschreibern, wie von ihren Dichtern."„Napoleon der Dritte scheint in der ganzen Angelegenheit eine passive, man möchte sagen willenlose, Rolle ge- spielt zu haben".— DieS milde Urtheil trotz der Infamie, womit uns der Krieg erklärt wurde, und die Kriegserklärung ge- schah doch nur auf Geheiß des Kaisers! In scharfer, feiner Ironie wird die Regierung des Kaisers gegeißelt, aber wie schon getagt, irgend welche Aufschlüsse diplomatischer Art bekommen wir nicht. Um so mehr fällt ins Gewicht, was über die ftanzösischen Bor- bneitungen zum Kbi-g dargelegt wird. Die Nlid-rtrachtlgkeit des Kaiserreichs tritt um so greller hervor, je deutlicher der Verfaljer erkennen läßt, wie im Grunde nichts geschehen war, um Frankreich bin Sieg zu sichern.„Die französische Diplomatie hätte den Uns- bruch pes Confliktö verzögern können, bis man zum Scklagen be- seit mar, aber sie erklärte den Krieg, noch bevor die Regierung ln per Lage war» dieser Erklärung unmittelbar Folge zu geben; und so geschah es denn, dqß die Streitkräfte Frankreichs, noch ehe Ue völlig versammelt und zu Offenstv-Operationen bereit waren, von den deutschen Armeen auf eigenem Gebiet angegriffen wurden." � Eitelkeit, Hochmuth, Zerfahrenheit wollten gegen Deutschland «ttvas ausrichten, das die Ausstellung einer Streitmacht bewirkt PMte,„wie in Stärk« und einheitlicher Ausbildung bis dahin noch wo ganze Armeetheile zu finden waren. Auch die Verpflegung war 1873. daß er hier„genial"— die Unwahrheit gesagt hat. Wir müffen zu diesem Zweck etwas weiter ausholen. Im Frühjahr 1870 sah sich Bonaparte genvthigt, der immer höher gehenden revolutionären Stimmung Frankreichs dadurch einigermaßen Rechnung zu tragen, daß er das Ministerium Rouher entließ und dafür den Bourgeois-Republikaner und Schönscktvätzer O livier zum Minister des Innern machte. Darob war große Frende in Israel. Die ganze europäische Presse sah in diesem Ereigniß eine neue festere Begründung der„Ordnung" in Frank- reich, die„einzig und allein" durch Louis Bonaparte aufleckt zu erhalten fei. Und um der Friedensliebe des flanzöstschen Volkes und seiner Uebereistimmung mit der..napoleonischen Politik" einen feierlichen Ausdruck zu geben, veranstalteten Olivier Bonaparte am nicht vorbereitet. General Coffinieres erklärte vor versammeltem 8. Mai jene große Plebiszit-Posse(allgemeine Volksabstim- Kriegsrath, Metz sei ohne Stütze der Armee nicht im Stande mung) wobei von den Abstimnienden 7,160,000 sich für 1,523,000 auch nur vierzehn Tage einer Belagerung zu widerstehen. Trotz gegen die napoleonische Politik aussprachen. Die europäische Presse, alledem forderte man in Paris Siege, und der Kaiser hielt auch die Regierungspresse voran, jubelte ob dieses Resultats, und in ungeachtet aller Hindernisse an seinem Angriffsplan fest. So kam Berlin machte dasselbe einen so guten Eindruck, daß der König später„die gewaltsame Rekognoszirung von Saarbrücken" zu von Preußen osficiel den KaiserNapol eon beglückwünschen Stande, die Moltke eine„halbe Maßregel" nennt. Auf deutscher ließ. Zwei Monate vor Ausbruch des Krieges dokumentirte Seite ging Alles wie am Schnürchen, musterhaft bis ins aller- der König von Preußeit durch jene Beglückwünschung also feier- kleinste Detail hinein. Und was das Bemerkenswertheste ist: die lichst, daß das flanzösische Volk den Frieden und die„Ordnung" ganze Mobilmachung der deutschen Armee vollzog sich nach den Vorschriften einer Denkschrift, die Moltke bereits im Winter 1868— 69 ausgearbeitet hatte. Er nahm unter der Voraussetzung eines von Frankreich unS aufgedrungenen Krieges an, ganz Deutsch- land würde zu Preußen stehen, Nvrd und Süd wären im Nu einig. Darauf hin theilte er die deutsche Streitmacht in drei Armeen, ganz so, wie sie sich im Juli 1870 gebildet haben, und jede Armee bekam die ihr schon anderthalb Jahre vorher zugewie- senen Regimenter. Dies namentlich wird, und mit Recht, dem Chef des Generalstabes ewigen Nachruhm sichern, denn seine Vor- aussetzungen und Vorausbestimmungen verschafften uns das Ueber- gewicht über das leichtfertige Frankreich, daS unS ins Blaue hinein Krieg erklärte und Krieg zu führen anfing." Der„ewige" Nachruhm, den das„Franks. Journ." für den Herrn Grasen Moltke erhofft, wird nicht lange dauern; schon die nächste Generation wird über den dcutsch-flanzösischen Krieg ganz anders urtheilen wie die seilerr, seigen und oberflächlichen Seri- beuten der Bourgeoispresse; und der Herr Graf Moltke hat sel- ber am besten gesorgt dafür, daß sein Ruhm nicht ewig dauere. Denn was ersehen wir aus seiner Schrift? Daß Frankreich nicht im geringsten auf einen Krieg vorbereitet war; daß bei Ausbruch deS Krieges sich die ganze französische Armee so zu sagen in Desorganisa- tion befand. Daß andrerseits die deutsche Armee chicht uur vollständig kriegsbereit war, sondern daß auch der Mob ilmachungs- und FeldzugSplan seit anderthalb Jahren fix und fertig im Pult des Grasen Moltke ge- legen hatte. Das gibt zu denken. Daraus geht sonnenklar hervor erstens, daß man nicht in Frankreich wohl aber in Deutschland an einen unmittelbaren Krieg dachte, und zweitens, daß kein Funke von Genialität dazu gehörte, um mit der deutschen, gut vorbereite- ten, ausgezeichnet gerüsteten und doppelt so starken Armee die unvorbereitete, deSorganisirte, halb so starte flanzösische Armee zu schlagen und zu vernichten. Nack diesem naiven Bekenntniß des preußischen Generalstabs erscheint� uns die Ausdauer, Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit, welche Frankreich in diesem unvorberei- teten Krieg an den Tag gelegt hat, unendlich„genialer" und ruhmvoller, als die„genialen" und ruhmvollen HeereSzüge des Herrn Moltke und Genossen. Wenn im gewöhnlichen Leben zwei starke gutbewaffnete Mänuer sich mit einem dritten schlecht Bewaff- »etcil schlagen und der Dritte unterliegt, so wird alle Welt es selbstverständlich finden, und die andern würden elende Prahlhänse und Aufschneider genannt werden, wenn sie ihren Sieg für„ge nial" oder ruhmvoll erklären wollten. Das Gesländniß des preußischen Generalstabes ist aber auch noch in anderer Beziehung interessant. Als am 19. Juli 1870 Bonapartc den Krieg erklärte, sprengte die officielle und officiöse Presse, der„Staatsanzeigcr" und die„Provinzial-Correspondenz" voran, die Anschauung aus, die Franzosen würden, vorbereitet wie sie seien, Anfangs wohl einige Vortheile erreichen. Man ver- breitete dies, obgleich man an jenem Tage so gut wie heute in den preußischen Regierungskreisen wußte, daß die militärische Lage Frankieichs eine, auch nur momentan erfolgreiche Aktion uu- möglich machte. Aber die Verbreitung dieser Anschauung war noth- wendig, um bei dem deutschen Volke den Glauben an die fran- zösische jUrheberschaft des Krieges mehr und m�hr zu befestigen. Es gehörte das eben mit zu der Komödie, welche die Berliner Regierung mit dem deutschen Volke spielte. Nun entsteht allerdings die Frage: Wenn Frankreich auf den Krieg nicht vorbereitet war, wie konnte es denn denselben provo- ciren? Da liegt der Hase im Pfeffer. Wir flagen: Hat denn Frankreich den Krieg provocirt? Der preußische General- stab ist schnell fertig mit der Antwort. Er wirft die ganz Schuld auf das französische Volk, das den Kaiser fortgenffen. Er sagt:„Nicht vergessen hatte die flanzösische Nation, daß sie noch unlängst halb Europa beherrschte. Die wichtigsten Plätze Cöln und Antwerpen hatten ihr angehört(unlängst? es ist dies 60 Jahre her. D. Red.) und der Gedanke an eine Wiedcreroberung des Rheins lebte im Herzen der ganzen Nation, gepflegt von ihren Geschichtsschreibern wie von ihren Dichtern". Napoleon III. scheint (das„scheint" ist köstlich. D. Red.) in der ganzen Angelenheit eine passive(oh! oh!), man möckte sagen willenlose,(ei wie fleundlick ftir den guten Bruder. D. R.) Rolle gespielt zn haben". Wir wollen dem preußischen Gencralstab unwiderleglich beweisen, wolle. Das ist daö erste Dementi, welches wir der Behauptung des preußischen Generalstabes entgegenstellen. Am 17. Juli erklärte Napoleon den Krieg, am 20. Juli er- öffnete der König von Preußen den Norddeutschen Reichstag mit einer Thronrede, welche folgende charakteristische Stellen enthielt „Die spanisch- Throncandidatur eines deutschen Prinzen hat dem Gouvernement des Kaisers der Franzosen den Vorwand geboten, in einer dem diplomatischen Verkehr seit langer Zeit un- bekannten Weise den Kriegsfall zu stellen" u. s. w. Ferner:„Das deutsche wie das flanzösische Volk, beide die Segnungen christlicher Gesittung und steigenden Wohlstandes gleichmäßig genießend und begehrend, sind zu einem heilsameren Wcttkampfc berufen, als zu dem blutigen„der Waffen."„Doch die Machthaber Frank- reichs", heißt es weiter,„haben es verstanden, das wohl be- rechtigte aber reizbare Ehrgefühl unseres großen Nachbarvolkes durch berechnete Mißleitung für persönliche Interessen und Leidenschaften anszub euten." Kann man klarer, schärfer, bündiger sich gegen den sranzösi- scheu Kaiser und sür das flanzösische Volk aussprecken? Und das geschah auö„allerhöchstem" Munde bei der feierlichsten Ge- legenheit, in einer Rede, deren Inhalt Reichskanzler Graf Bismarck festgestellt, und die der Norddeutsche Reichstag, dessen Mitglied auch Gras Moltke war, enthusiastisch beklatschte. Das ist das zweite Dementi, welches der preußische General- stab«hält._ � � y/(Schluß folgt.) Politische Uebersicht. Die Berliner„Volkszeitung" wird bekanntlich von einem abge- wirthschafteten„Freireligiösen" Pfaffen und Müller Namens Sachse redigirt, der noch immer nicht begriffen hat, daß Mahlgänge über- wachen und Zeitungen schreiben zwei ganz verschiedene Dinge sind. Wenn Herr Sachse als Müller durch Zufall Kleie unter sein Mehl gemischt hätte, hätte des Publikum das Brod ohne Weiteres gegessen, das davon gebacken; wenn er aber duinmes Zeug unter die aus allen möglichen Zeitungen zusammengestoppelten Artikel seines Blattes hineinschreibt, so ist das etwas Anderes. So schreibt er über„die Lebensdauer der Arbeiter":„Seil Einführung de« Arbeiter-Hastpflichtgesetzes auf der einen und feit dem Bestreben vieler Arbeitgeber auf der andern Seite, das Leben ihrer Arbeiter so wenig als möglich zu gefährden, hat sich auch die Wissenschaft mit der Frage der Arbeiter-Krankheiten und dem Durchschnitts- alter der Arbeiter beschäftigt." Wirklich Herr Sachse? Hoffent- lich haben isie die„Wissenschaft" der„Volkszcitung" hier im Auge, nicht aber die Wissenschaft überhaupt. Selbstverständlich haben die gefühllose Bourgeoisie und ihr Organ, die„Volkszeitung" erst an die Krankheiten der Arbeiter und an ihr Durchschnittsaller ge- dackt, als das Haftpflichtgesetz sie daran erinnerte. Die wahre Wissenschaft— nicht die Asterwissenschaft der Sachse, Bernstein und Anderer— hat schon lange das Durchschnittsalter de« Arbeiter« in den einzelnen Branchen festgestellt. Herr Sachse führt nach- stehende Daten an:„ES hat sich ergeben, daß die durchschnittliche Lebensdauer im Allgemeinen betrug: bei Arbeitern in Bleichereien 52—53, in Liqueursabriken 63,5, bei Bierbrauern 50,6, Brunnen- arbeitern 58,3, Eisenbahnbeamten 39,7, Fleischern 51,5, Gerbem 61,2, Goldarbeitern 50,3, Goldschmieden 44, Gummisabrik- arheitern 57, Knochenarbeitern 64, Kloakenfegern 58— 60, Lackirern 45, Leuchtgasarbeitern 60— 65, Maschinisten und Heizern auf Eisenbahnen 35, bei solchen auf Dampffchiffen 57, Oelarbeitern 64, Salinenarbeitern 74, Salzsiedern 67, Theerarbeitern 60—62, Todtcngräbern 53—60, Tuchwalkern, Ver- feltigern von Streifleinwand 63,1, Vergoldern 53,8, Weinprodu- zenten 52,7 Jahre. Das Durchschnittsalter der Arbeiter, welche schädliche Gase einathmen, ist im Allgemeinen bei 100 Stcrbcfällen nur 49 Jahre." Das heißt man einmal faustdick gelogen, Herr Sachse! Salinenarbeiter, deren Beruf sich von dem der ge- wöhnlrchen Bergarbeiter gar nicht viel unterscheidet, sollen im Durchschnitt vierundslebzig Jahre alt werde»!„Wissenschaft" des Müllers Sachse! die behäbigsten Bourgeois, die wie„Herr- götter" zu leben gewohnt sind, kommen über ein Durchschnittsalter von 50 Jahren nur in Ausnahmefällen hinaus; die armen Salinen- arbeiter, die jede» Tag in die Grube fahren und drunten bei Lampenschein sich abquälen müssen, sind nack Sachse dagegen lauter Methusalems! Solche Lügen muß ein geduldiges Publikum mit er„ Volkszeitung" in Kauf nehmen. Die Bourgeoisie fühlt welch furchtbare Waffe die Arbeiterstatistik ist, sie weiß, daß die- selbe mit einem Schlage all die Beschönigungt>phrasen und Theorien, mit welchen die Nachlheile der modernen Produktion verhüllt wer- den sollen, all die Heuchelei von„Harmonie",„Humanität" und „hohem Lohn" über den Haufen wirft. Deßhalb sucht man die Statistik zu fälschen, ein Geschäft, das den Lakeien der Preffe Übertragen. Ein andermal Uber die andern Daten des Herrn Sachse., �.......... — Rechts um kehrt! Oder, wenit man will: links um kehrt! hat in voriger Woche die„Rorddeutschc Allgemeine Zeitung" mit Bezug aus Spanien gemacht, und dabei in ergötzlichster Weise jene affenartige Geschwindigkeit an den Tag gelegt, die ein gut dressirter Wiusterstaatsmeusch auf Kommando zum Besten geben muß, sei es wo es sei: auf dem Exerzirplatz, auf dem Schlächtereiseld für Menschen und Pferde und in den Spalten einer Zeitung. Viele Monate lang war die bieoere„Norddeutsche" bekanntlich Ein Herz und Eine Seele mit den biedern Strauchdieben, die unter dem Namen Carlisten Raub, Mordbrennerei und andere ächt„könig- liche" Liebenswürdigkeiten dieser Art treiben; zärtlich drückte sie die blutbeschmierten, ungewaschenen Hände dieser royalistischen Petro- leumhelden— da, mit Einem Male, ganz plötzlich, ohne jeglichen Uebergang, macht sie Front gegen die so lange gehätschelten Vor- lämpser der legitimen Monarchie, und sagt ihnen, sie führten einen „Buschklepperkrieg". Wir würden dieser an sich sehr unbedeu- tenden Affaire nicht erwähnt haben, lieferte sie uns nicht einen neuen Beweis für die absolute Verkommenheit unserer Presse. Der Schriftsteller, welcher Monate lang mit anscheinendem Eifer eine Ansicht verficht, und dann, auf Befehl von oben, Eins! Zwei! Drei! die entgegengesetzte Ansicht adoptirt, steht in punvto des Charakters und der Moral genau auf gleicher Höhe mit der gemeinsten Straßendirne. Und die„Norddeuffche" ist eins unserer größten deutschen Blätter und obendrein das Leiborgan des Fürsten Bismarck!-- — Der große Maulheld Castelar, den die„bürgerlichen Demo- traten" aller Länder als ihr verkörpertes Ideal verehren, hat sich nun wieder ganz auf's Schwatzen verlegt, nachdem er sich als Mitglied der spanischen Regierung als unfähig zum Handeln er- wiesen hat. Der Schwatzhafligkeii dieses parlamentarischen Wasch- weibes steht würdig zur Seite seine Niedertracht. Hätte der König die in erster wie zweiter Instäuz entstandenen gerichtlichen Kosten als Last der Gerichtsbarkeit Staatswegen zu übertragen Von RechtS-Wegen! Leipzig, den 20. Februar 1873. DaS Königliche Bezirksgericht daselbst. (L. 8.) Steinbcrger, Mannsfeld, Dr. Siebenhagr. Gründe: Durch die auf Antrag des angeklagten August Bernhard Muth Blatt 14b, 15, 34b flg., 36b und 39 befragten Zeugen Fink, Bebel, Liebknecht und Fritzsche ist eine Mehrheit von Fäl- len nachgewiesen worden, in welchen von auswärtigen Führern der sozialdemokratischen Partei an die Expedition und Redaktion der Zeitschrift„der VolkSstaat" hier, sowie die hiesigen Führer dieser Partei, ebenso wie von diesen an auswärtige Gesinnungs genossen gerichtete und der Post zur Beförderung Lbergebene Briefe und Packereien entweder gar nicht, oder doch in so ver- letztem Zustande an die Adressaten gelangt sind, daß man denttich an denselben hat wahrnehmen können, wie di selben in der Zwischenzeit an den Seiten aufgeschnib ten oder sonst zu Herausnahme des Inhaltes geöffnet und später wieder zugeklebt und verschlossen worden waren. Durch diese Mehrheit v.n dergleichen Vorkommniffen mag sich bei der sozialdemokratischen Partei allerdings die irrige Ansicht gebildet haben, daß von ihr abgesendete oder an sie gerichtete Brief- schaften behufs Ueberwachung ihres Treibens und ihrer Absichten bei der Post durch besondere Agenten geöffnet und gelesen würden. Wenigstens hat der Angeklagte, daß eine solche Vcrmuthung sich nach den geschilderten Vorgängen bei ihm und seinen Gesiw nungsgenoffen eingebürgert habe, behauptet und hat dieses Behaupten durch die geführte Untersuchung keine Widerlegung gefunden. Unter diesen Umständen kann man aber zweifellos nicht sagen, däß der Angeklagte den in Nr. 66 der Zeitschrift„der Volksstaat" vom 24. August 1872 abgedruckten, mu„Es stiebert" überschrie benen Auffatz mit dem Wiffen und der Ueberzeugung, daß die von ihm in Betreff der Verletzung des Briefgeheimniffes bei der Post aufgestellten Thatsachen unwahr oder entstellt, geschrieben und zur Verbreitung gebracht habe, wenn schon man nicht in Abrede stellen kann und mag, daß dem Angeklagten hierunter ein nicht unbedeu- tender Grad von Fahrlässigkeit zur Last fällt. Fahrlässigkeck genügt jedoch nicht zu Begehung des unter K 131 Amadea selig Mitglieder der spanischen Cortes wegen ihrer Par- � Ä � T)CU7' muH y ,,;"?,? V" «Jefte« lassen. f0 häft, Reichs, trasgcsetzbuchs zu sllbsullnrenden Vergehens, und so hat lamentsreden in Anklagezustand versetzen lassen, so hätte Castelar sicherlich sein perpetunni mobile, seine Zunge, mit außerordent- lichem Eifer für die Unverletzlichkeit der vom Volke gewählten Deputirten in Bewegung gesetzt; dieser Tage hat er in der Kammer den Antrag, die Abgeordneten,(Galvez n. AI die sich den Jnsur- genten angeschloffen haben, gerichtlich zu verfolgen,' eifrigst befür- wortet und eine ganze Springfluth von Phrasen hervorgesprudelt. Die ganze Insurrektion hat er mit der Zunge„vernichtet", natür lich unter heftigstem Beifallsgebrüll der„Republikaner". Die ganze Rede ist so reaktionär, daß sie Herr Biedermann als„höchst interessant" zu einem Leitartikel seiner„Deutschen allgem. Ztg." ernannt hat.„Einheit um jeden Pxeis" will Herr Castelar und weist darauf hin, daß auch Deutschland durch einen„Cäsaristischcn Bismarck" einig geworden ist. Die„Einheil" kann Herr Castelar haben; die bringt der Räuber- und Pfaffenkönig Don Carlos gleich fertig mit. Wozu sich gegen diesen noch wehren?— Die schönen Phrasen des Herrn Castelar, die er alle schon im Namen der Freiheit und der„Republik" zum Besten gegeben, sind nunmehr zur Schellentappe geworden und zieren mit ihrem widerlichen Ge- klinge! das Haupt eines„Bolksmannes", der in dem Augenblicke, als das augebliche Ideal seines ganzen Lebens, die Republtk, er- reicht war und es dieselbe zu befestigen galt, den klassischen Aus- ruf that:„Ach, wenn mir nur meine amerikanischen Korrespondenzen nicht verloren gehen!"— Das sind die Helden der„bürgerlichen Demokratie!" — Etwas für Hrn. Mg �Hirsch. Der Londoner„Beehive", das Organ der englischen Gcwcrko ereine, macht in seiner letzten Nummer(vom 9. Aug.), anläßlich einer Wahl, bei der die Re- gierungsliberalen den Tories gegenüber in einer kläglicken Mino- rität geblieben sind, obgleich die überwältigende Majorität der Bewohner und sogar der Wähler nichts weniger als konservativ sind, nachstehende Bemerkung: „Die Arbeiter sind endlich zu der Ueberzeugung ge- langt, daß der Unterschied zwischen Liberalen und To- ries(Conservativen) so ziemlich derselbe ist, wie der zwischen dem oberen und dem unteren Mühlstein. Die Qualität beider ist wesentlich die nämliche. Beide sind Abtheilungen der besitzenden Klasse, und in allen die Arbeit betreffenden Fragen spielen sie einander so systematisch und so ungenirt(im- perturbably) in die Hände, daß man wirklich annehmen sollte, sie glauben, die Arbeiter lesen nie eine Zeitung und hören nie einen Vortrag an." Aehnlichc Aeußerungen werden beiläufig in dem„Beehive" immer häusiger; und haben wir auch nach wie vor nicht das min- deste Vertrauen in die jetzigen Führer der englischen Gewerk- schaften, so haben wir doch das beste Vertrauen in die Gewerk- schaften selbst, und zweifeln nicht, daß sie in kurzer Zeit die mächtigste Armee der sozial-politischen Arbeiterbcwe- gung bilden werden. man denn nach Lage der Sache den Angeklagten von der gegen ihn auf Grund tz 131 dcS Reichsslrafgesetzbuchs erhobenen Anklage fteizusprechen, die mit Beschlag belegten Exemplare der angegebenen Nummer der Zeitschrift„der Volksstaat" fteizugeben und die durch die eingeleitete Untersuchung in erster und zweiler Instanz entstan- denen gerichtlichen Kosten als Last der Gerichtsbarkeit auf die Staaiskaffe zu übertragen gehabt." Die Wichtigkeit dieses Erkenntniffes springt in die Augen. Es stellt gerichtlich fest, daß unsere Klagen und Anklagen betreffs systematisch gegen uns geübter Briefslieberei thatsächlich be- gründet sind. Ob es„irrig" und eine„Fahrlässigkeit" ist, die erwiesene schamlose Verletzung des Brief- und Postgeheimnisses auf Rechnung Deutscher Briesstieber zu setzen, das glaube, wer hinlänglichen Scharssinn hat, um zu begreifen, daß englische, französische, schweizerische, belgische und sonstige ausländische Behörden an der Ausspiouirung der deutschen Sozialdemokratie ein größeres Interesse gehabt haben und haben, als gewme einheimische Be- Hörden; und daß englische, französische, belgische und sonstige aus- ländische Behörden sogar Mitten in Deutschland Filialen der Briefstieberei angelegt haben,— denn unter den erwiesenen Fällen befinden sich auch solche von in Deutschland aufgegebenen Briefen, die unzweifelhaft auf deutschem Boden erbrochen ic. worden sind. Doch genug. Wir nehmen mit Befriedigung Akt von den thatsächlichen Feststellungen des Erkenntnisses und überlassen die Logik dem Leipziger Bezirksgericht. Hält H�rr Stephan sich durch diese Logik gedeckt, so ist das seine Sache. Zur Briefstieberei. Das Erkenntniß des Leipziger Bezirksgerichts in dem bekannten Prozeß gegen den„Volksstaat"(s. Nr. 17 d.„V.") lautet: „In der wider August Bernhard Muth, besage der Akten Rcp. II. Nr. 12,450, bei dem Königlichen Gerichtsamte im Bezirks gerichte Leipzig anhängigen Untersuchung erkennt das Königliche Bezirksgericht zu Leipzig auf den von dem Angeklagten Blatt 24 gegen das Erkenntniß Blatt 17 eingewendeten Einspruch auf Grund der heute abgehalte- nen öffentlichen mündlichen Verhandlung für Recht: Daß es auf den erhobenen Einspruch bei dem Blatt 17 ertheilten Erkenntnisse, durch welches der Angeklagte wegen Schmähung von Staatseinrichtungen zu einer sechswöchigen Gefängnißstrafe, sowie Abftattung der Untersuchungskoften verurthcilt, auch auf Confiska- tion der nach Blatt 1 um Beschlag belegten Exemplare von Nr. 68 der Zeitschrift„der Volksstaat" vom Jahre 1872 erkannt worden, nicht zu lassen, der Angeklagte vielmehr von der gegen ihn erho- benen Anklage der Schmähung von Staatseinrichtungcn freizusprechen, es sind auch die mit Beschlag belegten Exemplare der vorgedachten Nummer der Zeitschrift„der Bolksstaat" wieder freizugeben und Gewerksgenossenschaftliches.' Allgemeiner deutsch r Sattlcrvercin. Werfin, 14. August. In diesen Tagen sind wiederum nach Jahresfrist unsere Vertreter versammelt, um mitzuarbeiten an dem Werke unserer Emanzipation. Fragen wir uns, ob unser Streben von Erfolg gekrönt ist, so können wir gettost ja sagen. Mit Hilse des Vereins sind Slrikes siegreich zum Austrag gebracht in Dresden, Wien und Stuttgart und zum Theil an versckiedenen anderen Orten. Wir haben gut geordnete Reiseunterstützungs- kaffen, die den auf der Reise begriffenen arbeitslosen Kollegen vor den schwierigsten Entbehrnngen schützen; wir hahen Arbeitsnach- weisebureaus in Berlin, München, Hamburg, Dresden u. s. w., die uns der Mühe überheben, Tage lang nach Arbeit bettelnd umherzulaufen. Und dieses Alles ist erreicht worden in der kurzen Spanne Zeit von einem Jahre. Aber das Wichtigste ist, daß wir resp. von dem Geschäftsführer Pflichten, als ob derselbe in ihren Brod stände. Dahingegen war sie weit cnfcrnt einzusehen, daß 22' Mitgliedschaften noch einmal soviel Arbeit verursachen als 11 Mitgliedschaften. Wenn ich mit einigen Mitgliedschaften wie z. B. Nürnberg nicht in gewünschter Weise korrespondirt habe, so lag das daran, daß ich mir die Aufgabe stellte, die schläfrigen Mitgliedschaften aufzurütteln und neue zu gründen, was mir denn auch gelang. Verlangen die Vertteter unserer Gewerkschaft, daß ich für das allgemeine Wohl unseres Faches wirken soll, so kennen sie doch nicht verlangen, daß ich schließlich den Bcttelsack, auf welchem Ehre geschrieben steht, umhängen soll, für eine solche Zu- muihung muß ich freilich schön danken. Die Mitgliedschaften ersuche ick, bei' meinem Zurücktritt von der Geschäftsführung, alles für die Entwickelung der Organisation aufzubieten, ich bitte aber zugleich, mich mit Briefen und dergleichen von jetzt ab zu ver- schonen. Die angebotene Entschädigung von 20 Thalern für meine bisherigen Zeitversäumniffe will ich dem Allgememeinen deutschen Schneidervcrein schenken, da ich überzeugt bin, daß ich durch Fortführung der Geschäfte für dieses Jahr in nächster Saison einen gleichen Verlust erleiden würde. Ich trete mit gutem Gewissen von meinem Posten zurück. Achtungsvoll G. Schöffel. Verein der deutschen Ttcinmcsten. ZZerkin, 12. Aug. In Betreff des von den Mitgliedern des Vereins der Inhaber von Steinmetz-Geschäften zu Leipzig am 19. und 26. v. Mts. provozirten Arbeits-Ausschlusses bringen wir hierdurch allen College» zur Kenntniß, daß derselbe noch un- geschwächt fortbesteht. Die Herren Meister scheinen ein Wohlgefallen darin zu finden, daß ihre Werkstätten leer stehen und ihre über- nommenen Arbeiten in die Hände anderer Arbeitgeber, denen eS gleich ist, ob der Geselle Vereinsmitglied ist oder nicht, übergehen, was nun natürlich bei solch entmenschter Handlungsweise besagter Herren gegen die Mitglieder unseres Vereins dem bauenden Publi- kum daselbst nicht zu verargen ist. Natürlich machen sie allerhand Anstrengungen, um Leute heranzuziehen, so suchen sie z. B. in öffentlichen Blättern 200 Steinmetzen(Nicht-VerbandSmitglieder). Auch agitiren sie persönlich a la Hamburg, sie haben und werden auch serner wenig Erfolg haben, da auf ihre hohläugigen Phrasen und Versprechungen Niemand mehr hineinfällt. Auch die ersehnten Italiener bei Dresden beißen nicht an, trotzdem man ihnen Ver- dienst bis 20 Thlr. verspricht. Schönes Geld,— aber erst haben? Proben davon sind in Hamburg zu verzeichnen, wo noch unterm Tagelohn verdient wird. Collegen! Demzufolge bleiben die 9 betreffenden Werkstätten so lange für uns geschlossen, bis eine Einigung stattgefunden hat und von unserer Seite Contreordre erfolgt ist. Die Unterstützungen sind regelmäßig an denKassirer Heinrich Thatc, Tauchauerstraße 25, Leipzig zu senden. Ferner ist zu erwähnen, daß die NamenSliste der ausgesperrten Collegen an alle Arbeitgeber versandt ist, mit der bemerkenswer- then Unwahrheit, daß der Strike von Seiten der Collegen her- vorgerufen sei. Doch sind wir im Besitze des Manuskriptes, wel- ches der Vorsitzende vom Meisterverein zu Leipzig an unfern Be- vollmächtigtcn sandte, und kann ein jeder Arbeitgeber darin Ein- blick thun. Auch ist zu berichten, daß im Wimmelschen Geschäft Hierselbst die Accordarbeiten nicht nach der im vorigen Jahre festgestellten Scala bezahlt wurden, und als die Collegen, 10 an der Zahl, ihre Mißbilligung darüber aussprachen, erhielten sie Feierabend. Trotzdem Herr Wimmel Leute selbst in der Zeitung sucht, entläßt er dennoch die tüchtigsten Kräfte. Kein Mensch kann doch dafür, daß die fertige Arbeit aus Schlesien niemals passen will.-- Wenn das die Prinzipen des Vereins der Inhaber von Stein- metzgeschäften sind, dann Collegen wird es bald Zeit, daß auch wir die unsrizen ändern. Ferner sind zu Bevollmächtigten ernannt für die Mitglied- chasten: Cöln: P. Litzinger. Risa: W. Streubel. Augsburg! L. Huber. Essen: H. Bachem. Bunzlau: H. Krause. Streh- len in Schlesien: C. Schönfelder. Jppenbühren: H. Steinigerweg. Mit Gruß und Handschlag! Für den Ausschuß: A. Zabel, Weinbergsweg Nr. 4. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. chotha, 13. August. Kaum sind einige Wochen nach der Generalversammlung, auf der sämmliche Delegirten in der Ver- urtheilung der in unsrer Gewerkschaft rapid auftretenden Strikes einig waren, verstrichen, und schon stehen wieder einige ftöhliche StrikeS in Aussicht. Das kann und darf nicht mehr so fort gehen. ES sind Bestimmungen auf der Generalversammlung gc troffen, die dem leichtsinnigen Proklamiren der Strikcs einiger- maßen Einhalt thun. Wir erklären daher schon jetzt, daß wir laut statutarischer Ermächtigung jede Unterstützung eines Strikes ver- ägen werden, wenn nicht ganz zwingende Gründe denselben be- dingen. Die Gründe, die uns hierzu bestimmen sind folgende! 1) Der Beschluß der Generalversammlung. 2) Weil, wie uns dir Erfahrung lehrt, die meisten Strikes schmählich mißglückten, wen» **"TÄS;&S&S t «Z ff � � w» LLW*** Ä wsrfÄ 5-« ää t szj&.r nach Frankreich, Spanien und England. Nicht Tod und Ver-.. derben schrecken dort die Arbeiter zu streiten für ihr gutes Recht.!*™» Aber auch Euch Delegirten rufen wir zu, seid Euch des großen � Elberfeld wü> Coln, vertreten durch Offe. ibach. Koblenz, Braun- die Lage der Schuhmacher sei eine zu gedrückte, uu° schweig, Heilbron, � oisborf. w wäre geradezu Feigheit, sich länger dem Drucke zu fügelh � Ganz recht. Aber unsre Lage ist überall dieselbe, und es ist»Kssr Allgemeiner deutscher Schnciderverein. kindisch, nur aus dem Grunde, um dcn�Kollegen zu zeigen, welchi» ffhemnitz, 13. August. Angesichts der Handlungsweise einiger � Muth man besitze, blindlings in den Strike sich hineinzustürze� Vertreter(Delegirte) bei der Generaloetsammlung zu Gotha, fühle j Es schließt gar nicht aus, daß der Muthige auch verständig p" ick mich veranlaßt zu erklären, daß ich durch Schaden klug ge-'deln kann; und verständig, sehr verständig wäre es von unser worden bin. Die Generalversammlung verlangte vom Ausschuß Kollegen, wenn sie gegenwärtig ihr Augenmerk mehr auf Au» breitung und Stärkung der Gewerkschaft als auf voraussichtlich erfolglose Strikes richteten. Mögen die Kollegen dies beherzigen und mögen vor Allem die Delegirten, soviel an ihnen liegt, dahin wirken, daß ohne zwingenden Grund kein Strike vorkommt. Mit Gruß Für den Verwaltungsrath: W. Bock. Gotha. Kollegen allerort! Das schroffe Auftreten des Werk- sührers der Dreschfeld-Wallerstein'schen Fabrik in Offenbach gegen die Arbeiter zwang die letzteren, die Entlaffung des Werksührers Zu fordern. Die Antwort war die Entlassung unsrer Kollegen. Kollegen! Nicht nur, daß man unsre Arbeitskraft nach Möglichkeit ausbeutet, auch hündisch behandeln sollen wir unS noch lassen? Nimmermehr! Wir fordern daher alle Kollegen auf, nach Kräften die Bedrängten zu unterstützeu und jeden Zuzug fernzuhalten Thut Eure Schuldigkeit. Für die Vorortsverwaltung: W.Bock. Alle arbeiterfteundlichen Blätter bitten wir um Aufnahme obiger Zeilen. D. O. Gewerkschaft der Holzarbeiter. ßötn. Um beim Herannahen des bevorstehenden GewerffchaftS- kongreffes mit den Mitgliedern der benachbarten Ortschaften in nähere Verbindung zu treten, finden wir uns gedrungen, folgenden Jrrthum, welcher sich im Cirkular des Ausschuffes„Gewerkschaft der Holzarbeiter" eingeschlichen hat, zu berichtigen. Unser Verkehrslokal ist nicht Cronen's Bierlokal, Wallstraßen- Ecke, sondern: Cronesi's Bierlokal, Follerstraßen- Ecke Nr. 99— 101. Sodann heißt es nicht Stockei, sondern: Arnold Rockel, Severinstraße Nr. 181.(Siehe übrigens Gewerffchaft- liches in Nr. 73.) Die Reiseunterstlltzungen werden ferner auS- bezahlt bei unsenn Kassirer Heinrich Küpper, Thieboldsgaffe 74. Correspondenzen. Leipzig. Das Verbot des Parteikongreffes Seitens des königl. Commiffärs zu Nürnberg hat ein würdiges Seitenstück gefunden in folgendem Ukas des hiesigen Polizeidirektor Rüder: „Bekanntmachung. Die Theilnahme an dem Kongreß in Eisenach, zu welchem der Ausschuß der sozialdemokrati- schen Arbeiterpartei Delegirte beruft, wird hiesigen Ein- wohnern unter Androhung einer Haftstrafe von 4 Wochen hiermit verboten. Leipzig, den 13. August 1873. Das Polizeiamt der Stadt Leipzig. Dr. Rüder." Wir sind von dem liberalen Bürgerthum gewohnt, daß es zu Maßnahmen, und wären sie brutalster Natur, zobald sie gegen die Sozialdemokratie gerichtet sind, entweder offen oder stillschweigend seine Zustimmung gibt. Hier handelt es sich aber nicht mehr um eine Maßnahme gegen die Sozialdemokratie allein, mit dem Ver- bot ist zugleich das liberale Bürgerthum in Mitleidenschaft gezogen, denn nicht den Sozialdemokraten, sondern den Einwohnern der Stadt Leipzig ist die Theilnahme an dem Kongreß in Eisenach untersagt. Besäße das Bürgerthum der Stadt Leipzig noch einen Funken von RechtSsinn, eine Fluth von Protesten müßte seine Preß- Organe füllen, und das Stadlverordnetenkollcgium, in welchem es ausschließlich dominirt, eS müßte mit aller Entschiedenheit entweder auf Zurücknahme des Verbots oder auf Entsetzung des Polizei- direklorö Dr. Rüder vom Amt dringen wegen Eingriffs in das Staatsbürgerrecht. Aber wir wissen im Voraus, daß von alledem nickts geschieht. Eine Klasse, die seit 1848 dem mächtigeren Gegner iln Volksrecht nach dem andern preisgegeben hat, und die gegen- wärtig in der Anbetung ihres Besiegers ihre politische Stärke findet, eine solche Klaffe wird erst recht nicht ihre politischen Gerechtsame wahren, auch wenn sie mächtig genug ist, eS zu thun, sobald sich der Gewaltakt in erster Linie gegen den verhaßtesten Feind— gegen die Sozialdemokratie richtet. Rüder ist mächtig genug, den Leipziger Sozialdemokraten die Theilnahme an dem Kongreß in Eisenach zu verbieten, aber er ist ohnmächtig, ohnmächtig wie ein Kind, der Sozialdemokratie auch nur den geringsten Schaden zuzufügen. Wir lachen ob des Verbots. Leipzig, 11. August. Die„Stenographische Section im Ar- beiterbildungsvcrein" veranstaltete gestern ein Prcisschreiben für die Theilnehmer des zuletzt stattgefundenen stenographischen Eursus. Unter 7 abgegebenen Stenogrammen erhielt den 1. Preis Herr Stefan Sorg, Schmied aus Ahausen; den 2. Herr Julius Köhler, Lackirer aus Leipzig, und den 3. Herr Hermann Krake, Schreiber aus Leipzig. Für Diejenigen, welche diese nützliche Kunst erlernen wollen, sei bemerkt, daß den 1. September e. ein neuer Cursus beginnt. K. Meerane, 8. Aug. Die reaktionäre Wuth uuserer Behörden gegen die Arbeiter überschreitet alle Grenzen. Herr E. Vogel hatte für den 12. ds. MtS. eine allgemeine Weberversammlung angemeldet mit der Tagesordnung: 1) Bericht des Comitecs der W-bergesellen; 2) Vortrag über Lohnstatistiken hiesiger Firmen; 3) Referat über den Berliner Weberstrike. Der Bürgermeister Peucker hat diese Versammlung mit Hinweis auf tz 12 unter- sagt. Dieser Paragraph lautet:„Bei dringender Gefahr für die öffentliche Ruhe und Sicherheit können Versammlungen sowie öffentliche Auf- und Umzüge und Festlichkeiten verboten werden." Also eine Weberversammlung, die sich ausschließlich mit Fach- angelegenheiten befassen will, mit Dingen, die für unsere auf das Aeußerste gedrückte Weberbevölkerung zu einer Lebens- und Existenz- ftage geworden ist, wird von einem, vom reaktionären Eifer gegen die Arbeiterbestrebung inficirten Bürgermeister ohne weiteres ver- boten,„weil dringende Gefahr für die öffentliche Ruhe und Sicherheit vorhanden sei." Bis jetzt sind hunderte von Bersamm- lungen bei uns abgehalten worden, keine derselben hat in irgend einer Weise die öffentliche Ruhe gestört, unsere Arbeiter haben sich stets durch mustergültiges Benehmen ausgezeichnet, jetzt soll dies nach der Ansicht deS Herrn Bürgermeisters plötzlich nicht mehr der Fall sein. Wir sind der Ansicht, daß ein Beamter, der in so rücksichts- loser Weise mit den Interessen der Einwohner seiner Gemeinde, aus deren Taschen er den schönen Gehalt bezieht, umspringt, weit Mehr eine dringende Gefahr für die öffentliche Ruhe und Sicher- heil ist wie Dutzende der stürmischsten Arbeiterversammlungen. Ein Beamter, der durch seine amtlichen Handlungen Haß und Zwietracht säet zwischen' verschiedenen Klaffen der Bevölkerung Und durch ungefertigte Verbote denselben die Wahrnehmung ,hrer Interessen auf friedlichem und gesetzlichem Wege unmöglich macht, follte von seiner Stelle cassirt werden und das von Rechls-Wegen. Wenig, 6. August. Wenn gestern oder heute ein Fremder Unsere Slavt betreten hat, so wird er jedenfalls vor Erstaunen Mund und Nase ausgerissen haben; denn er sah die Stadt aufs Reichste beflaggt und in Kränze und Guirlanden förmlich ein- Bewickelt. Wollte vielleicht„Seine Majestät" die Stadt mit «allerhöchst ihrem" Besuche beehren? Bewahre!„Majestät" liegt ja lrank. Feierten vielleicht die„Mastbürger" ihr Schießfest? Nein. Hatte der Kriegerverein ein Saufgelage? Nein. Nun, was war es denn? Man höre und staune: Der Gustav-Avolf-Berein hielt hier eine Versammlung und diese benamsete man mit„Gustav- Adolf-Fest". Weshalb, wird man fragen, wegen solcher Bagatelle so großes Aufsehen im„Volksftaat" machen? Deshalb, um einige Reflexionen daran zu knüpfen. Fürs Erste muß man sich über die Bereitwilligkeit wundern, mit welcher unsere Stadt einer solchen Sache wegen sich schmückte. Es ist der Einfluß der Geistlichkeit immer noch sehr bedeutend; man wollte sich dem Herrn Superindententen nicht mißliebig machen, deshalb wurde geflaggt u. s. w.; aus religiösem Drange hat man das.gewiß nicht gethan. Uebrigens sei bemerkt, daß das Muldenthal, bez. Penig, von jeher das Eldorado aller Mucker, protestantischer wie katholischer, gewesen ist. Zweitens trat bei dieser Gelegenheit das eingebildete Wesen der Geistlichkeit so recht zu Tage. Man höre! Gestern Abend wurde ein feierlicher Umzug mit bunten Laternen und Musikchören in der Stadt gehalten. Heute früh wurden die schläftigen Be- wohner Penigs durch Glockengeläute und Musik aus den Federn gejagt(ich nicht mit); um 9 Uhr aber ging es in feierlicher Pro- cession, voran die Schulkinder, welche aus Stadt und Land dazu kommandirt waren, nach der Kirche. Hei, wie strahlten va die fetten Gesichter der Herren vor Freude, als sie, angestaunt von dem Volke, daherzogen. Wie oft mögen nicht diese Herren über die Katholiken und ihre Processionen hergefallen sein, und wie katholisch sah doch diese Procession aus: eS fehlte weiter nichts als das Militär, und das wäre ganz gewiß requirirt worden, wenn welches hier stände. Ist doch der Protestantismus weiter nichts als ein verwäs- serter Katholiciömus, und ich bin überzeugt, daß mancher der Herren auf der Stelle katholisch würde, wenn er Aussicht auf ein Bischofsamt erhielte. Bei den fetten Bäuchlein dieser Pastoren dachte ich an die ausgemergelten Gestalten vieler Arbeiter, und ihren Gehalt— nicht ihren innerlichen, denn den besitzen sie nicht— verglich ich mit den Gehalten der Schulmeister. Ja, ja, an Sorge für den Leib lassen es die Herren Geistlichen nicht fehlen; nach dem„Got- tesdienste" ging es zum großen Festessen. Na, wer sich aber so strapezirt, der muß sich auch erholen. Man sagt, bei der vorgenommenen Sammlung für den Ver- ein soll mitunter reichlich gegeben worden sein; fteilich, die Herren Mastbürger können gut geben was sie andern ge—ge— liehen haben. Was ist denn nur der ZweckJTder ganzen Gustav-Adolphelei? Gellert würde vielleicht antworten:„Das, lieber Leser, kann ich Dir nicht sagen, Du mußt die Herren selber fragen"; andere meinen, man wolle die nothleidenden„Bcüver in Christo" im Auslande unterstützen; ich meine, man solle die nothleidenden Mitmenschen zuvörderst im eigenen Lande unterstützen, da es genug Elend im Lande giebt.„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das— liebet liegt so nah!" Freilich, wer nicht die Augen verdreht, bekommt nichts. Zum Schluß die Hauptsache. Wenngleich zugegeben werden muß, daß die Vorstädte PenigS weniger oder gar nicht decorirt waren, so muß doch auch gesagt werden, daß mancher Arbeiter einen Keanz oder eine Guirlaude herausgehängt hatte. Ein Zeichen, daß noch viele Arbeiter unserer Stadt im Finstern tappen. Das ist es. In cuierjStadt wie Penig, wo so viele Arbeiter sind, sollten viel mehr Sozialdemo- traten sein; Lunzenau bietet in dieser Beziehung mehr Erfreulicheres dar. Es giebt wohl Sozialdemokraten hier, aber ich sage es offen heraus, daß sie sich nur so nennen; zu ernster Thatkraft ist niemand geneigt; wo eö gilt, die Partei mit Geldmitteln zu unter- stützen, da ziehen viele zaure Gesichter aber nicht den Beutel. Wie soll da die Sozialdemokratie ihre Ziele erreichen, von denen eines der ersten ist: Brechung der Macht der Geistlichkeit und damit Beseitigung der Volksverdummung? Es fällt aber nicht alle Schuld auf die Peniger Arbeiter; nein, es liegt auch viel daran, daß unsere Stadt von den Agitatoren so sehr vernachlässigt wird. Ein. tüchtiger„Wühler" her, der den Boden lockert! Dann wird das Unkraut ausbleiben, dann wird hier auch kein Pfaffen- tingeltangel mehr zur Aufführung kommen. G.— g. ßhemnih, 11. August. Da die Vereinbarung sämmtlicher hier bestehenden Gewerksgeiiossenschaften, als: Internationale Metall- arbeit er gewerksgenossenschaft, Internationale Gewerksgenoffenschaft der Maurer und Zimmerer, Gewerksgenossenschaft der Manu- faktur-, Fabrik- und Handarbeiter, Gewerkschaft der Holz- arbeiter, Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher, Ällge- meiner deutscher Schneiderverein sowie der Fachverein der Former von Seiten' der Mitglieder sämmtlicher Gewerkschaften einstimmige Annahme gefunden hat, so diene hiermit den aus- wärtigen Mitgliedern dieser Genossenschaften zur Nachricht, daß als Centrallokal Buhlers Restauration(Garküche) in der kleinen Brüdergaffe bestimmt wurde und zwar derart, daß an den Tagen Montag, Mittwoch und Sonnabend die Gewerkschaftsversammlungen stattfinden, und daß das von den vereinigten Gewerkschaften er- richtete Lesezimmer vorläufig Montag, Mittwoch, Sonnabend Abends und Sonntags von ftüh an geöffnet ist; ebenso findet Arbeitsnachweis, Nachlherberge, Auszahlung der betreffenden Reise- Unterstützung daselbst statt und wirb auch jede sonstige Auskunft ertheilt. Wir glauben durch Vereungunz dieser Gewerksgenossen- schasten einem großen Uebelstande abgeholfen zu haben, da anstatt des bisherigen einseitigen Vorgehens der einzelnen Gewerksgenosseii- schaffen ein gemeinschaftliches Vorgehen bei Abhaltung der öffent- lichen MonatSversaminlnngen, Aufstellung der Tagesordnungen und aller sonstiger hiesiger und auswärtiger Vorkommnisse eintritt, die Vertrauensieute sämmtlicher Gewerkschaften berathend zusammen- treten und sich dadurch eine Erleichterung für die einzelnen Bevoll- mächtigten ergibt, sowie ein bedeutender Vortheil im großen Ganzen damit erzielt werden wird. Indem wir den Mitgliedern obiger Gewerkschaften eS nochmals dringend ans Her; legen, nach Vor- stehendem zu achten, wollen wir hiermit die Vertrauensleute aller Orte und Gewerkschaften daraus aufmerksam machen, durch ein gleiches Vorgehen resp. Vereinigung der verschiedenen Mitglied- schasten an ihren Orten es dahin zu bringen,(und Haupt ächlich für Sachsen gelte dieses) daß baldigst eine Landesversammlung für sämmtliche Gewerkschaften einberufen werden kann. Nochmals den Bevollmächtigten und Mitgliedern dis Wichtigkeit diese« Schrittes vor Augen haltend, erwarten wir von allen Seiten ein bäldiges gleiches Vorgehen und sehen weiterer Nachricht entgegen. Sämmtliche Vertrauensmänner der hiesigen Mitgliedschaften. In deren Auftrag: Richard Wolf, Lindenstr. 8 1 Tr. Alle arbeiterfteundlichen Blätter werden ersucht, hiervon Notiz zu nehmen. D. O. Limbach, 12. August. Am 10. ds. Mts. fand in Dlethens- dors bei Burgstädt eine Besprechung mehrerer Parteigenossen deS 15. Wahlkreises wegen Beschickung des Parteikongreffes statt. Es wurde bei dieser Gelegenheit Karl Schumann aus Limbach einstimmig zum Delegierten vorgeschlagen. Sollten noch andre Partei- genossen sich durch unfern Delegirten vertreten lassen wollen, so möge man Mandat:c. baldmöglichst an mich gelangen lassen. Karl Päßler, Karlstraße. Wrestau, 13 August. Die Leiter des Allgemeinen deuffchen Arbeitervereins scheinen den größten Theil ihrer Macht, über welche sie verfügen, auf Schlesien und speziell auf Breslau verwenden zu wollen. Nachdem vergangene Woche Herr A. Kappell in Gemein- schaft des Präsidenten Hasenclever den Reichenbach-Neuroder Wahl- kreis bereist, hatten sie für Montag Abend eine Zimmererversamm- lung und für Dienstag eine große Volksversammlung in Breslau annoncirt. In ersterer sollte Herr Kappell versuchen, die Wider- standskaffe der Zimmerer dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein zuzuführen, in letzterer wollte Sr. Majestät der Präsident dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein dauernd das Uebergewicht über unsere Partei erobern. Die Herren hatten jedoch die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Die hiesigen Zimmerer, welche meisten« zu unserer Partei gehören, waren in der 1. Versammlung gehörig auf dem Posten und so fiel das Bureau in die Hände unserer Parteigenossen Isaak, Nebusch und Rosemann. Es wurde der An- trag gestellt, Herrn Kappell nur 20 Minuten sprechen zu lassen und derselbe mit allen gegen 2 Stimmen angenommen. Als Herr Kappell hierauf nicht eingehen wollte und durch Geschrei von einigen Mitgliedern deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins unter- stützt wurde, riß den Zimmerern die Geduld. Rufe, wie:„Wir wollen die Berliner Bummler nicht hören!"„Wir wollen kein Geld nach Berlin schicken!"„Wahrscheinlich braucht Hasencleoer wieder 2500 Thaler wie ehedem Herr von Schweitzer" ertönten aus dem Munde vieler Mitglieder der Zimmererwiderstandskaffe. Parteige- noffe Kühn aus Langenbielau nahm das Wort zur Geschäftsordnung. Er ermahnte beide Parteien zur Ruhe, erklärte, warum sich viele Zimmerleute so echaufsirten. Dieselben wären nach Mittheilungen, die sie ihm gemacht, im Jahre 1869 bei ihrem Strike von Berlin aus schmählich im Stiche gelassen worden, sie hätten die volle Ueber- zeugung, daß Herr Kappell nur hergekommen sei, die Breslauer Zimmerleute zu zersplittern, was schon daraus hervorgehe, daß Herr Reinders als Tischler hinter dem Rücken des Vorstandes der Widerstandskaffe und des Altgesellen diese Versammlung berufen. Es sei dies der beste Beweis, daß Herr Kappell unter den hiesigen Zimmerleuten nicht die geringste Sympathie habe. Herr Wiemer schließt sich den Ausführungen Kühns an. Herr Kappell erklärt, lieber gänzlich auf's Wort zu verzichten, als sich mit 20 Minuten Redezeit zu begnügen. Die Zimmerer beharrten jedoch auf ihrem ersten Beschluß. Jetzt erhoben die Mitglieder des Allgem. deutschen Arbeitervereins einen solchen Tumult, daß Herr Isaak sich genöthigt sah, auf Veranlassung des überwachenden PolizeikommissärS die Versammlung zu schließen.— Die große Volksversammlung am nächsten Tage war sehr zahl- reich besucht. Die Mitglieder unserer Partei waren trotz eines in Strömen niederfallenden Regens und des weiten Wegs, den viele zurückzulegen hatten, frühzeitig am Platze. Herr Reinders eröffnete auch diese Versammlung und forderte zur Wahl des BureauS auf. Es wurden nur Oehme und Reinders genannt. Herr ReinderS ließ gegen jede parlamentarische Regel über sich zuerst abstimmen, exlangte jedoch trotz dieses Kniffs nicht die Majorität, welche sich im Gegentheil für Oehme als 1. Vorsitzenden aussprach. Dessen ungeachtet proklamirte sich Herr ReinderS zum 1. Vorsitzenden und schritt zur Wahl der übrigen Bureaumitglieder. Dieselbe ergab dasselbe günstige Resultat für unlere Kandidaten wie die vorher- gegangene. Dies genirtc Herrn Reinders jedoch nicht im Gering- ste», er erklärte die Hrn. Fischer und Schlesinger für gewählt und ertheilte Hrn. Hasenclever das Wort. Diese Unverschämtheit war jedoch unfern Mitgliedern zu stark, die Hrn. Oehme, Dietze, Kühn, Wiemer und Färber verlangten das Wort zur Geschäftsordnung. Dasselbe wird ihnen verweigert. Hr. Hasenclever versucht zu sprechen, kann jedoch nicht durchdringen, weil die Masse erst Oehme zur Geschäftsordnung hören will. Es erhebt sich ein großer Tumult, die bekannten Parteigenossen werden von vielen Mitgliedern des Allgemeinen deutscben Arbeitervereins thätlich bedroht und nur durch die energische Intervention der anderen Parteigenossen vor Miß- Handlungen geschützt. Wüthend darüber, daß sie unS mit Gewalt nicht mundtodt machen konnten, hetzten ste die anwesenden Schutz- lente auf uns, indem sie uns denselben als Unruhstifter denunzirten. Aber auch dieses Manöver mißlingt. Die Schutzleute erkennen sehr bald, daß die Denunzianten die einzigen Störenfriede sind. Hr. Reinders schien nunmehr einzusehen, daß er die Geduld unserer Mitglieder auf eine schwere Probe gestellt, er ertheilte Hrn. Oehme das Wort zur Geschäftsordnung. Dieser beantragt zu derselben, daß der als Rezierunzsagent und frühere Genosse des bekannten I. B. von Schweitzer genügend gekennzeichnete Herr Hascnclever zu den Breslauer Arbeitern nicht sprechen soll. Kaum waren je- doch diese Worte seinem Munde entschlüpft, als ein unbeschreiblicher Lärm im Saale ertönte. Mehrere Hasselmänner, welche sich an Oehme herangeschlichen hatten, zogen ihm den Tisch, auf dem er stand, unter den Füßen weg und machten Miene chn durch Faust- schlüge von der Rechtschaffenhcit ihres Präsidenten zu überzeugen. Im Nu eilten aber mehrere Parteigenosse,: zu dessen Schutz herbei und wiesen gebührender Weise die helmtückischen Angreifer zurecht. Der Lärm hatte jedoch durch diesen Zwischenfall derartig zuge- nommen, daß der überwachende Polizeikommissär, welcher über'/» Stunde die größte Geduld bewahrte, den Einberufer veranlasste die Versammlung zu schließen. Zur Charakteristik der im Allgemeinen deutschen Arbeiterverein üblichen Taktik sei noch die Thatsache erwähnt, daß sehr viele Mitglieder dieses Vereins im vollem Bewußtsein ihrer Schwäche bei ten Abstimmungen beide Hände in die Höhe hoben. Kannover.(Aufruf an alle Arbeiter Deutschlands.) Arbeiter Deutschlands! Es tritt jetzt die Pflicht an Euch heran, zu zeigen, daß das Klassenbewußtsein auch Euch durchdrungen hat. Es gilt zu zeigen, daß auch Ihr Männer seich die den Kamps mit uns gegen das Kapital aufzunehmen gesonnen sind, den Kamps mit denjenigen Personen, welche beabsichtigen, uns zu Knechten zu erniedrigen, um uns dann in die Zeiten des Ä�itklalters zurück- zu führen. Männer der Arbeit! Wir wenden uuch an Euch, weil wir durchdrungen sind von dem Bewußtsein, daß der Sieg unser ist, wenn wir Alle vereftit handeln. Ihr wißt durch unsere Bekannt- machung vom 4. ds. MtS., daß hier in Hannover ein allgemeiner Tischler(Schreiner-)strike ausgebrochen ist; der Kampf beginnt sehr hartnäckig zu werden; es ist deshalb Eure heiligste Pflicht, daß Ihr den Zuzug nach hier fern haltet und unsere Sache nach Kräften zu unterstützen sucht; dann, und nur dann ist es möglich, daß wir den Sieg über das Kapital davon tragen. Unterstützungen wolle man senden an den Kassirer W. Schulz, Ballhosstraße 1. iND. Der Arbeitsnachweis befindet sich nur allein Ballhof- straße 1, Tischlerherberge. I. A.: Die Strike-Commission. Kamöurg. Nachdem nun der Strike der Klempner und Gas fitter als beendet betrachtet werden kann, beginnen nnn die „Herren" Arbeitgeber ihrerseits, wenn auch aus verschiedenen Gründen, ein bischen zu striken. Wir warnen daher noch immer die Collegen, hierher zu kommen. Hauptsächlich hüte man sich vor der marklschrcierischen„Zwanzig- Klempner- Gesellen- Annonce" des Herrn Schwaßmann(Petroleum-Apparat-Fabriy, worüber man Näheres erfährt in der Annoncen-Expedition von Rudolf Moffe. Herr Schwaßmann ist einer von den sinkenden Arbeitgebern. Derselbe hat seine Arbeiter ohne Unterschied hinausgeworfen, weil sie einen ihrer jüngsten Collegen, der sich(durch welche Mittel, ist keinem der Arbeiter bekannt) das besondere Zutrauen des Fabri- kanten erworben hat, und zwar in der Art, daß er ihn, nachdem der alte Meister hinausgeworfen wurde, zuui Werkführer ernannte, nicht anerkennen wollten. Von sämmtlichen Arbeitern wurde ver- langt, daß sie demselben(ich führe Herrn Schwaßmanns eigene Worte an)„unbedingten Gehorsam zu leisten hätten". Ist es ein Wunder, wenn da sämmtliche Arbeiter erNärten, daß sie dies nicht könnten? Zumal der Betreffende erst wenige Wochen in der Fabrik arbeitet, wohingegen mehrere Arbeiter in der Fabrik bereits ein Jahr arbeiten. Jedoch auf die Fähigkeit scheint es weniger anzukommen. Hauptsache ist wohl das Speichellecken, und dies scheint der neucrnannte Werkführer zu verstehen. Doch nicht genug damit, dieser auörangirte Unteroffizier soll auch für das genaue Innehalten einer musterhaften Werkstatt- resp. Sclaven-Ord- nung Sorge tragen. Damit diejenigen Leser des„Volksstaat", welche bis jetzt noch immer auf die Humanität der Fabrikanten großeStücke halten(DerenZahl wird nicht groß sein. D.R.) sich einmal ein Stück Fabrikanteu-Humanität bei Lichte besehen können, laffe ich einige§§ aus der besagten Werkstattordnung folgen. Z 3) Jeder bei uns eintretende Arbeiter hat einen halben Wochenlohn bei uns einstehen zu lassen.§ 4. Ohne besondere Erlaubniß darf sich kein Arbeiter während der Arbeitszeit aus der Werkstatt entfernen. (Müßen die Arbeiter jedesmal Ihre besondere Erlaubniß einholen, wenn sie ein dringendes Bedürfniß haben, Herr Schwaßmann?) Z 6. Wer eine Viertelstunde zu spät kommt, dem wird ein Viertel Taglohn abgezogen.(Wozu die Knickerei? Ziehen Sie doch nur gleich einen Thalcr ab, Herr Schwaßmann?)§ 8. Es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, sich eines ordentlichen soliden Lebenswan- dels zu befleißigen.(Wie väterlich Sie doch um das zeitige und ewige Wohl Ihrer Arbeiter besorgt sind, Herr Schwaßmann. Oder ist dies nur eine Motivirung der Hungerlöhne, die es ohnehin den Arbeitern nicht gestatten liederlich zu leben?) Z 14. Jeden Sonnabend wird Lohn gemacht. Vorschußzahlungen werden nicht ge- leistet.(Und dabei entblöden Sie sich nicht, Vorschuß von den Arbeitern anzunehmen?)(sj 3.)§ 15. Es werden nur solche Leute in unserer Werkstatt angenommen, die sich verpflichten, mindestens 1 Jahr in unserer Werkstatt zu bleiben,(länger nicht?) wogegen es uns frei steht, die Leute(warum nicht Sclaven?) wie gebränch- lich mit 8 Tagen Kündigung zu entlassen.(Wie human, noch 8 Tage kündigen! Ueberflüssig das. Werfen Sie doch die„Leute gleich hinaus, wenn sie Ihrem Werkführer nicht unbedingt Folge leisten.) Nur das Ableben des Vaters, wenn derselbe ein Klemp- ner ist, hebt obige Verpflichtung auf(wie rücksichtsvoll!).§ 16. Für jeden tadelfrei abgelieferten Apparat wird extra 1 Schilling (3/« Sgr.) per Stück vergütet, welches Geld in eine Kasse fließt und zum Weihnachtsabend an diejenigen Arbeiter, die gut und fleißig bei uns gearbeitet haben, zur Vertheilung kommt.(Wie liebreich! Sogar noch ein Weihnachtsgeschenk. Sollte eS wirklich noch Arbeiter geben, die sich mit solch grober Lockspeise fangen lassen? Bielleicht häite es mehr gezogen, wenn Sie den Arbeitern einen lichtstrahlenden Ehristbaum vorgemalt hätten, an dem diese Schillinge, in buntes Papier gewickelt, baumelten.) 17) Jeder Arbeiter ist verpflichtet, über diese unsre Werkstattordnung die strengste Verschwiegenheit zu beobachten.(Warum das, Herr Schwaßmann? Beanspruchen Sie vielleicht ein Patent auf dieses geistige Produkt eines Fabrikanten- Gehirns? Kennen Sie die Worte des großen Nazarcners nicht„Man setze sein Licht nicht nicht unter den Scheffel!") Nun, nun Herr Schwaßmann, man muß nicht allzu bescheiden sein. Ich gebe Ihnen das Versprechen, daß ich Alles aufbieten werde was in meinen Kräften steht, um Ihr Verdienst, das Sie sich durch diese Werkstattordnung erworben haben, herauszu- streichen. An sämmtliche Leser des„Volksstaat" richte ich die Bitte, mich in diesem Bestreben zu unterstützen. Alle Fachgenossen aber fordere ich auf, dies erstens bekannt zu machen, und zweitens die Ausgeschlossenen nach allen Kräften zu untsrstützen. Briefe und Unterstützungen sind einzusenden an den Unterzeichneten. Die Ab- rechnung der eingegangenen Gelder zur Unterstützung der Striken- den folgt demnächst im„Volksstaat". Mit collegialischem Gruß W. Metzger, Borsitzender des Fachvereins der Klempner und Gasfitter. Bähmkenstraße 8, 2. Etage. Ilürnverg. Der„Neue Sozialdemokrat" fühlte das Bedürf- niß, sich in seiner Nr. 41 mit unserm Parteisekretär Ä)orck und dem Verbot des Kongresses zu beschäftigen. In seiner gewohnten verläumderischen Weise behauptet er, es wäre, wenn der Kongreß in Nürnberg stattgefunden hätte, Uorck schlecht ergangen, denn er hätte sich dort durch sein Complottiren mit dem Schwindler Mem- minger verhaßt gemacht. Man weiß wirklich nicht, über was man sich mehr wundern soll, über die bodenlose Gemeinheit des„Neuen" oder über dessen Kunstfertigkeit, Lügen aus den Fingern zu saugen, denn?chrck hat im vollen Einverständniß der Nürnberger Mit- gliedschaft gehandelt; wenn es bier Jemandem schlecht ergehen könnte, so wäre es der Lügenschreiber vom„Neuen". Für den „Neuen" ist es bislang noch nicht aufgeklärt, warum der Kongreß hier verboten worden; dies nimmt uns auch nicht groß Wunder, du derselbe es überhaupt nicht begreifen will, weil es nicht in seinen Kram paßt, weil er der Wahrheit nicht die Ehre geben will und weil ihm Lügen, Verdrehungen und Verdächtigungen zur zwei- ten Natur geworden sind. Der„Neue" aber, der so gern im Trüben fischt und sich unberufener Weise in Dinge mischt, die ihn Nichts angehen, möge es sich gesagt sein lassen, in Zukunft vorsich- tiger zu Werke zu gehen. Wir bedauern mehr als Jemand anders, daß der Kongreß nicht hier stattfinden kann, denn die Delegirten hätten da am besten Gelegenheit gehabt, sich zu überzeugen, auf welcher Seite die 40V Mann zählende Nürnberger Mitgliedschaft stände. Dem„Neuen" theilen wir ferner noch zu seiner Beruhigung mit, daß trotz aller seiner unsaubern Machinationen für ihn hier kein Boden zu gewinnen ist; der gesunde Sinn der hiesigen Ar- beiter hat schon lange erkannt, welche Partei es gut und aufrichtig meint; sie haben erkannt, daß die Herren vom„Neuen" die eigent- lichen Verräthcr an der gerechten Sache der Arbeiter sind; sie wissen, daß Schweitzer aus dem„Allg. deutschen(besser:„preu- ßischen") Arbeitervereine" hinausgeworfen wurde; sie wissen aber auch, daß die Schweitzerianer noch immer ihr Wesen darin treiben! Adieu„Neuer"! Im Auftrage der Nürnberger Mitgliedschaft: Hans Wörlin. Die Ureigenthümerin.�) Bei Wörth die ersten Prügel schon Erhalten hatte Mac Mahon; Geschlagen war am Sauerbach Die Schlacht, und Berthold Auerbach, Die Seelengröße der Geschütze Bewundernd, in der Preußenmlltze, Mit seinem Astronomenchor Drang stammverwandt nach Straßburg vor. Versunken saß ich in Gedanken; Mir war, als hört' ich lautes Zanken; Alldeutschland rief: Nun kann ich holen, Was mir die Wälschen einst gestohlen! Gemach, Ihr Deutschen, schrie n die Eelten, Ihr stahlt es uns, spart Euer Schelten! Gemach, Ihr Gelten, schrie'n die Finnen, Ihr stahlt es uns, trollt Euch von hinnen! Was habt Ihr Finnen hier zu schaffen? Das Land war unser, schrie'n die Affen. Wir waren vor den Affen hier, Brummt Fisch und Sauriergcthier. Und wir, entgegneten die Schnecken, Wir hatten hier in Meeresbecken Schon vor Aeonen manches Haus; Hinaus, Eindringlinge, hinaus!— So ging's entlang die Stufenleiter Der Wesen nd absurdum weiter. Die Sonne nahm zuletzt das Wort: „O, Ihr Gorillentspross'nen dort,"— Begann sie—„die Ihr Euch erstecht, „Zu pochen auf historisch Recht, „Und Euch dafür, zum Spaß der Kronen, „Bekriegt mit Flinten und Kanonen; „Ihr Träger herrlichster Kultur, «Die Ihr in Schillern wohl und Göthen „Als höchste Kunst die Kunst zu tödten „Erlernt habt; Eins vergaßt Ihr nur: „Daß dieser ganze Erdenbettel � „Einst mein war, Einschlag so wie Zettel, „Und wieder mein wird, wenn's gelegen „Dem unbekannten Weltstrategen. „In meiner Sonnenseele leid „Thut mir's, daß Ihr so thöricht seid, „Die plumpsten Götzen anzubeten, „Die Eisen- und die Blutpropheten— „O dürft' ich Eueren Planeten „Mir anncciiren vor der Zeit, „Dem Mordgebrüll, den Sicgesmärschen „Ein Ende machen und dem närr'schen „Weltherrschastsdünkel in Berlin, „Das ich von je nicht gern beschien! „Der Ausschub hat mich oft verdrossen."— Hier wacht' ich auf— ich�glaub' ein Kreuz' Ward von den stommen Söhnen Teut's Am Münster just entzwei geschossen: Die Sonne hatte zornerfüllt Am Himmel droben sich verhüllt. Herbst 1870. Georg Herwegh. Fraukfurt a.M. Dominikanergasse 10.— Jeden Samstag Abend Bortrag und Di»- kusfion. »L. Der„Lolksstaat" liegt in folgenden Wirthschasten aus: Schwab Papageistraßc; Schüßler, Papageistraste; im Stolzenfels, alte Mainzer« gasse; im Lindenbaum, Saalgassc; Tilz, Kannegiestergasse und gouilon, Gelnhäusergaffe._(ma) iFf EtlllTfl t 5 großes Ierbrüderungsfeil, U<3�* Sonntag, den 17. August, im Saal-I zum schwarzen Rost. Bestehend au« Borträgen, Concert und Ball. Die Festrede hält Hr. Schauer aus Dresden. Alle Arbeiter und auswärtige» Parteigenogen werden mit Familiengliedern freundlichst eingeladen. s2b) Da« Comitö. an Mitglieder der Gen-ssenichaftSbuchdruckerei i» Leipzig und Umgegend. Dlenstag, den IS. August Abends halb S Uhr: Berfammlung in Zeidlers Restauration, Wind« mühlenstr. Nr. 7.— Tagesordnung: Besprechung über die am 27. A in Eisenach stattfindende Generalversammlung. 5 Leipzig Buchbinderverein. Montag, 15. August, Abend« 8 Uhr: geschlossene Mit- gliedertiersammlung im Restaurant Victoria, Dresdenerstraße. Tagesordnung: Kassenbericht und Wahl eines Ausschußmitgliedes Das Erscheinen Aller ist nothwendig. Die Mitgliedskarten sind vorzw zeigen.__ D. V. Leipzig und Umgegend ÄtL1" Dienstag, den 19. August, Abend« 8 Uhr, öffentliche Versammlung in Zeidler« Lokal. Windmühlenstr. 7.— Tagesordnung: Die Nothwen« digkeit der gewerkschaftlichen Organisation. Ref.: Fink. Allgemeine Versammlung der Töpfer. Dienstag, den 19. August, Abends 8 Uhr, Nckolaistr. 51 Hai Restauration von Schäfer. Tagesordnung: 1) Bericht des Delegirten über den Congreß. 2) Wahl des Vorstandes.____ Der Bcv.[2b WJrtttnItlMIU®a8 unentgeltliche ArbeitsnachweiSbureau WlliUUlJl-IUl Schuhmacher in Mannbeim befindet fich im Gast-, Haus„Zur weißen Taube", T. 1, Nr. 9. Die Vermittlung findet flab Montag« früh von 8 bis 11 Uhr, an den andern Tagen Abends vo» 8 bis 9 Uhr. Gcnügmde Auskunst zu andern Zeiten ist durch d« Freundschaft des Wirths garantirt; auch Schlasstellen bei demselben Das Unions-Lesezimmer dürste auch Andern empfohlen werden. College» allerorts, fragt nach— Euch selbst und Ihr werdet nicht irre gehen. ®ie Versammlungen des sozialdemokratischen Arbeitet- .�|v4|VV Vereins finden regelmäßig alle 14 Tage, die nächst Sonntag, den 17. August, Nachmittags Wirlh" statt._ 1 Uhr, im Gasthause zum„baper ___ Der Vorstand. 1 8nr Beachtung. WtvUit'Vty Hiermit diene allen Parteigenossen, die mit mir kor« respondiren, zur Nachricht, daß meine Adresse von jetzt an Chemnitzer- straße 24 ist. Die Filialerpedition des„Volksstaat". A. Otto Neubert. Arbeiterverein. Montag, den 18. August � Thonberg und Umgegend Abends 8 Uhr, Versammlung bei Günther. Tagesordnung: Der Congreß der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Da» Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. Der Vorstand. *) Au« den„Neuen Gedichten" speziell für die„Sedanfeier" mitge- theilt. Fond für pol. Gemaßregelte. d. Cigarrenarb.-Productivgenossenschast in Waldheim 5 Thlr. Für die strikenden Weber Berlins ist nachträglich zu quittiren, aber bereits fett 6. August übermittelt, von -r d. Morlorf, Eßlingen, 1 Thlr. Briefkasten der Expedition: H. Rgs, Penig: Wir erhalten für Nr. 68 incl. Porto 1 Gr. 4. C. Esnr, Feilenhaner, Homburg(Lothr.): Ann. kostet 12 Gr. Wiesbaden: Schuhmacherverein schuldet für Ann. im Juni 1 Thlr. 2. Phil. Englhrdt dort: f. Ann. Febr. 4 Gr., Juni 8 Gr. W. Fltn, Luckenwalde: Die verlangte Broschüre nicht auf Lager, frühere Bestellung hierauf uns von dort nicht bekannt. H. Wolke, Döbeln: Das Packet mit Schriften ist bis jetzt noch nicht angekommen. Schmdhlr, Göppingen: Ann. 7 Gr. H. Zpp hier: Ann. 7 Gr. E. Hrfbl, Lößnitz: Ann. 16 Gr. H. Hrtw., Münchenbernsdorf: Schrftn 1 Thlr. 6. Rnglmnn, Halberstadt: Für was sind die gesandten 2 Thlr.? Phlp, Halberstadt, Schrftn 2 Thlr. 27. Mtzgr, Hamburg: Ann. 10 Gr. H. Schbrt, hier: 2. u. 3. Qu. 1 Thlr. II. Buchbinderverein Leipzig: Ann. 12 Gr. I. Mllr, hier: 3. Qu. 15 Thlr. L. Jll-, Augsburg: Ann. 24 Gr. Kehl, Eßlingen: 2 Thlr. 8. Mllr, Reichenbach: Ann. 1 Thlr. 9. Jkrt, Heidel- berg:-Abonn. 5 Thlr. O. Stlzr, Reudnitz, 2. Qu. 7 Thlr. D. hier: Schrft' 7 Gr. Dr. Bg hier: Schrftn 1 Thlr. 10. Arbeiterpart. Wies- baden: Ann. 6 Gr. Pinschover, Posen: Schrftn 12 Gr. Wlf, Plauen: Schrftn 1 Thlr. Hrrm hier: Schrftn 4 Gr., Holzarb. Cöln: Ann. 8 Gr. Bolksvercin Meerane: Ann. 10 Gr. Kpf, Giengen: Ann. 8 Gr. C. Brnbrdt, Hirschberg: Schrftn 17'/- Gr. Morlorf, Eßlingen: Ann. 7 Gr. E. WS, Mühlhausen: Schrftn 14 Thlr. 1. 1. Pl, Straßburg: Abonn. August 11 Gr. F« A. Sorge, Hoboken- 2. Qu. u. Schrftn 120 Thlr. Arbeiterver. Thonberg: Ann. 10 Gr. Th. Brkhrdt, Stuttgart: Schrftn 2 Thlr. 26. 7. Abonn. 8 Gr. 3. R. Schrmm, Mailand: Abonn. 1 Thlr. Bdg, Berlin: Ann. 4 Thlr. 29, Schrftn 1 Thlr. 24. 8. Schrschmdt das.: Ann. 3 Gr. Baum.: Ann. 6 Gr. Schttlr, Abonn. 4 Thlr. 1. 5. Wiesbaden Das Verkehrslokal der Schreiner befindet f Gasthaus zum Anker, da« Arbeitsnachweis'! bureau befindet sich bei G. Heidenreich, Saalgasse 24. Die hier Zi»! reisenden Collegen werden in ihrem eigenem Interesse ersucht, nicht b< Hrn. Pfeifer in der Herberge zur Einheit zu verkehren. Alle Briefe in Parteiangelegenheiten wolle man a> rtVllVvIllist Ist Carl Stück, Schreiner, ManritiuSplatz Nr. adrefsiren. <3 htl ff II II Sozial-demokratische Arbeiterpartei. �UUUUU unsere Mitgliederversammlungen finden bis auf weiterck jeden Dimstag, Abend« 8 Uhr, im Lokale der„Bolkshalle", bei Herr» Dotzauer, statt.[S.[ Der Vertrauensmann. 2 Frilenhauergchilfcn können sogleich in Arbeit treten bei C. Eisner, Feilenhaner, Homburg a. d. Rossel(Lothringen). Reisevergütung. M 2 vis 3 tüchtige Schuhmachergehülfen werden bei dauernder Beschäftigung und gutem Lohn auf seine Ariels gesucht. Franz Dehler, Schuhmachermeister. MünchenbernSdors. Bekanntmachung. Nachdem die hiesige Konsumgenossenschaft am 7. Mai d. I. a»! Fol. 35 des Handelsregisters(GerichtSamt Hartenstein) eingetragen uN» hieraus am 30. Juli s. e. das Geschäft eröffnet, wurden in der Genera!- Versammlung vom 3. und 11. August neu gewählt: Christian Friedril Metzner als Vorsitzender, Friedrich Wilhelm Fritsch, dessen Stcllvcr- tretcr, Carl Fürchtcgotl Seidel als Kassirer, August Wilhelm Döh� als Betriebsdirektor, Salomo Tröger und Moritz Bogel als Revisore»- I was hiermit statutengemäß mit dem Bemerken bekannt gemacht wird, da» der Betriebsdireftor gültig für die Genossenschaft zeichnet. Mülsen St. Niclas, am 12. August 1873. Der Verwaltungsrath der Konsumgenosseuschast Mülsen St. Nicla»' August Wilhelm Döhn, Betriebsdirektor. Höflichst bezugnehmend aus vorstehende Bekanntmachung bringen wn den Arbeitern Mülsen« unser Waarenlager in empfehlende ErinnerunZ- sie gleichzeitig um freundliche Unterstützung des jungen Unternehmet» bittend, und zeichnen mit sozialdemokratischem Gruß Aug. Wilh. Töhn. Ant. Lippmann. Anzeige« Zc. Allgemeiner Böttcher-(Küper-) Verein.. OCH IN Versammlung, Dienstag, den 19. August, Abends 8 Uhr, im Heise'schen Lokal, Landsbergerstr. 15. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Klinkhardt. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Bevollmächtigte� SWan al"mnirl v°u, 1. In« ab aus dm„Volksstaat" monatlich 7»/, Sgr. ftei in« Haus, bei den Herren Traut' mann, Engeluferstraße 6 d, 4 Tr.; Friese, Schwcdterstraße 28, Hof Part.; Metzner, Linienstraße 79; Heinsch, Lindenstraße 11, Hof 4 Tr. bei Ewest; A. Daner, Koppenstr. 38; Schwoide, Stettincrstr. 43, Hof pari. W[ «ö f d)lUCig Metallarbeiter- GcwerkSgcnasseuschaft. Die Versammlungen finden jeden Mittwoch Abend regelmäßig bei Schellbach, alte Knochenhauerstraße 13 statt. S.s Der Bevollmächtigte- C. H. Müller, Scharrnstraße 22, H. zu LEIPZIG. Die angekündigte Generalversammlung findet Dieb, Dienstag, den 26., sondern r*® Peii Mittwoch, den 27. August, Jiachmittags 8 Ihr, in Eisenach statt. tifli Unter Hinweis auf die Bestimmungen in§ 18, Absatz(b ftö des Genossenschafts-Statuts, nach welchen es den Mitglied® � freisteht, sich auf Grund einer eigenhändig unterzeichnete«JU: Vollmacht durch andere Mitglieder vertreten zu lassen, we,lc alsdann soviel Stimmen haben, als sie giltige Vollmachte® SK, besitzen, werden die nicht in Eisenach wohnhaften Mitglied ola -'■......■ j" i'-.-dal»>>, hierdurch aufgefordert, sich behufs Erlangung von MaD"9 Pnrmnlare.n an unsem Schriftführer. Hrn. Theodor Yorc- Formularen an unsem Schriftführer, Hrn. Theodor Yorcw jUtf Erste Vorsetzen, Hof 13, Hamburg, zu wenden. Hamburg, 13. August 1873. 3 Der Aufsichtsrath: W) Ed. Frey, Vorsitzender. Lsipziq:»ttente.«Aatttra<2. Casper.(Redaktion«d Zeiserstr. 44>. Druck Rreleq der �«nostenkiiaftsbnSdrnatrn.