19 «Zcheotlich 3 Mas in Leipzig. BtsteLungen nehmen alle Postanstaieen und Buch« haudlilnacn de« In- und Aualande« an� Mllal-Srpeditionm für dt« verewigten Staaten: F.»- Sorge. »»L 101 1lod->k?n. N, J. ®. A. Ldnnecker, 86 S. Market gtr. com. Kadinoi«tr. Chioago, Ul. Jibonncmfittsptfl«: flfär Preußen incl. Stempel« steu-r21Ggr.,fürdieübrigtn Deutschen Staaten IL Sgr. pro Quartal. W-vatv- Adoumement» «erden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2. n. 3. Monat u. auf den 3. Mo- nat besonder» angenommen, im Kgr. Sachsen u. Hrlgth. Sachs.-Bltenburg auck auf de» 1. Monat k ö'/s Sgr. engcaemmtn. OrgandersozialdemokratischenArveUerMrteimdderwternaNonalmGewcrksgenoffenschaften. Nr. 76. Sonntag, 24. August. 1873. er« er, Abonnements aus den„Volksstaat" für den Monat September zu S'/» Neugroschen werden bei allen deutschen Postanstalten, für Leipzig zu 6 Ngr. bei der Expedition Zeitzcrslraße 44. Petersftraße 13 und bei Eolportcur Müller, für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: für Bolkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefeld ic. bei O. Stelzer, Reudnitz, Kapellengasse 11 2 Tr., für Plagwitz und Lindenau:c. bei Frau Hohe, Roßmarkt Nr. 9, in Lindenau, für Connewitz:c. bei Teubert, Bornaische Straße 197, für Kleinzschocher und Umgegend bei'Fleischer, Nr. 87 daselbst entgegengenommen. Parteigenossen! ermüdet nicht, auch fernerhin allerortö nach Kräften zur Weiterverbrcitnng des Parteiorgans beizutragen. Die Redaktion und Erpedition des„Dolksstaat". Der An die Parteigenossen. »er in« 5c« ast LI' heu tot BOt 10t che) bot got est« nn« er det. latt Ab' l ilt int« 3as Congretz der sozial-demokratischen Arbeiterpartei wird vom 23. d. Mts. ab in Eisen ach im „Gasthof zur Sonne" abgehalten. Die Delegirten werden am Bahnhofe durch ein an rvthen Schleifen erkenntliches Comits empfangen. Die Quartier- billets respcctive Lcgitimationskarten werden im„Gasthofe zur Sonne" ausgegeben. Parteigenossen! Auf nach Eisenach! Findet Euch recht Zahlreich ein trotz aller Machinationen! Für gute Quartiere und freundliche Aufnahme ist gesorgt. Eisenach, 20. August 1873. Das Comits. a» [ctt' ithttj int' de». rschk iun} Uli' äff' Uli» »«It surft fürt' atfi1 chcZ' lbca- no'i Di- di« tti«» lieber den Jdealismns der Sozialdemokratie zn einigem Tröste der Bourgeoisie. Von Joh. PH. Becker. , Die Bourgeoisie, die sich nickt blos zur Erwerbung von Bit dung ein Vorrecht angeeignet, sondern auch des Dünkels voll ist, die Bildung allein zu besitzen, macht fortwährend der fozialdemo- kratifchen Arbeiterbewegung den Vorwurf, rohem Materialismus verfallen zu sein und sich ohne höhere geistige und sittliche Jnter- esieu blos mit der Magenfrage zu befassen. Nun ja, es ist kein Wunder, daß eine Klasse, die im Ueberstuß zu schwelgen gewöhnt, doch keine Leib und Seele erschütternden Interpellationen und De- Uionstrationen eines leeren Magens erlitten hat, sich schließlich be- ßuem auch an die Meinung gewöhnt, als lebe der Mensch nur Uni zu essen und zu trinken und daher durchaus nicht begreifen kann, daß es Menschen, ja eine große Klasse von Menschen giebt, k>ie erst essen und trinken wollen, um zu leben. Jawohl die Arbeiterbewegung beruht uuf einer Magenfrage, sie 'st eine Eß- und Trink-, eine Kleidungs- und Wohnungsangelegen- ?kit. Zunächst gilt es zu leben und alsdann gut und schön und immer schöner zu leben. Aber Schönheit des Lebens kann es nur geben, wo es Gerech- Weit für Alle giebt; denn nur was allgerecht ist, kann sitt- '«ch, vernünftig und schön sein. , Gerechtigkeit für Alle heißt Freiheit für Alle, bedeutet Gleich- jjsit und somit Herrschaft der Wahrheit und Auftichtigkeit, der Sittlichkeit und Schönheit. L Dagegen, wo die Gerechtigkeit nicht für Alle gilt, da herrscht �orrecht und Unrecht, ist Unterdrückung und Knechtschaft, rast das Gewissen. geifert die Lüge und Verleumdung und tobt die Falschheit und Heimtücke, die Rohheit und Häßlichkeit im Gefolge geistiger und sittlicher Impotenz. „ Darum hat auch nur die Sozialdemokratie, welche die Gerech- Weit, die ja heute kaum mehr als ein abstrakter Begriff, zu einer Ast dem Leben verwachsenen Institution machen will, den inneren '"«ruf und die schließlich Alles überwältigende Kraft zu fortwäh- 'ivder Befteiung, Versittlichung und Verschönerung des Lebens. .. Im Schooße der Bourgeoisie ist das Leben trotz, ja wegen des ü-berflusses gar wüst, und im Schooße des Proletariats aus Man- SS" am Nothwendigsten nicht schön. Hoher und niederer Pöbel s'sth eben Klassenherrschaftsprodutte und gehört es zur kulwrhisto- sstcken Mission der Sozialdemokratie, solchen Mißerzeugnissen durch Aufhebung der Klassenherrschaft ein Ende zu machen. , Dazu wird es unausbleiblich kommen, wenn auch weniger durch . dermaligen Verstand und die geschickte Wirksamkeit des Prole- �ttats, so doch durch den Mangel an Erkenntniß der Sachlage "d die dummen Streiche der Bourgeoisie. . Wo in einer Klasse der Geschmack für das Schöne im Versinken, gst auch die Entsittlichung und geistige Verkümmerung schon ein- °«ttssen, um dem Verfalle ihrer- Herrlichkeiten unaufhalffam ent- zu eilen. Weil jetzt Kunst und Wissenschaft, statt ganz der Allgemeinheit kAdienen, vornehmlich Zofendienste der, weil herrschenden, unter- .stickenden Klasse verrichten, können sie weniger nutzbringend und Wchönerad, als schädlich und beschmutzend wirken, nur der Ver- WtHeit und Verzerrung, dem Mißbrauch und der Geschmacklosig- i großen Vorschub leisten. Äawohl, je mehr die Wissenschaft und Kunst die prostiwirten .Wmierdienerinneii der Bourgeoisie geworden, desto mehr wurde s/ Wirgeoisie selbst die Mutter aller Abgeschmacktheiten und Ab- "«»lichkeiten. Sieht man doch, wo die herrschende Klasse ihren Geist leuchten lassen will, trotz allen Phrasenaufwands, nur Hohlheiten; wo sie ihren Geschmack glänzen lassen will, trotz allen Glanzfirnisses, nur Fratzengestalten, und wo sie ihre Moralität zur Schau tragen will, trotz aller Feigenblätter, nur Scheußlichkeiten. Erstrebt die unterdrückte Klasse auch nicht von vornherein und selbstbewußt Lebensverschönerungen, so legt sie. doch schon jetzt einen festen Grund hinzu, indem sie Gerechtigkeit für Alle, die identisch mit Schönheit ist, erzielt, sich also folgerichtig ihr Sinn und Ge- schmack für Nützlichkeit und Schönheit in Wissenschaft, Kunst und Leben entwickeln muß. Die sozialdemottatische Revolution, unterstützt von den Wir- kungen sozialökonomischer Thatsachen, die ihre zuverlässigsten Alliirten sind, umfaßt ja Alles und umstaltet Alles. Die Arbeit des Nützlichen ist schön und die Arbeit des Schönen ist nützlich und findet die Gerechtigkeit nur durch die intellettuell und materiell produktive Arbeit thatsächliche Anwen- dung, wonach eben die allgemeinnützige Arbeit allzeit die Mutter aller sittlichen Schönheit, die Quelle allen vernunftgemäßen Jdea- lismus ist. Die„edle" Bourgeoisie kann sich daher versichert halten, daß der Idealismus des unter der sozialdemokratischen Fahne organi- sirten Arbeiterproletariats stets so hoch getragen sein wird, als es der zeitweilig errungenen VernUnfttgkeit entspricht, d. h. vom je- weiligen Standpunkt der Wissenschaft gerechtfertigt ist. Und was genossenschaftliche Arbeit, Wissenschaft und Kunst im alleinigen Dienste der Allgemeinheit— im sozialdemokratischen Staate— Großes und Erhabenes leisten werden, geht über die Vorstellung dermaliger Generation. Indessen weiß die Sozialdemottatie, daß Genuß Lebens- zweck und daß gemeinschaftlicher, durch Wissenschaft ge- würzter und Kunst veredelter Genuß der höchste, weil allein vernünftige und menschenwürdige Kultus ist. Ihrem ganzen innern Wesen nach kann es aber die Sozial- demokratie nicht mit Moralpredigten, sondern nur mit Thaten hal- ten, welche Einrichtungen und Zustände bewirken, wo alle Moral in Fleisch und Blut übergegangen und als weitere Wirkung gleich Blumenduft zur Erquickung Aller ausströmt. Ja, es gilt der Schaffung von Zuständen, worin der Mensch nur brav und schön leben kann und will, und er will, weil er darin immermehr zur Erkenntniß kommt, daß er nur m dieser Weise seinen Daseinszweck zu erreichen und seinen angeborenen Erhaltungs- und Beglück- seligungsttieb menschenmöglichst zu beftiedigen vermag. Blieb die Arbeit, diese Schöpferin und Veredlerin aller Lebens- güter, bisher durch alle Kulturstufen, wenn auch veränderten Ge- wands, in Sklaverei, so konnte sie in der Regel nur eine Last und Plage sein und als eine Erniedrigung und Strafe erscheinen. In dem vor uns liegenden sozialdemokratischen Zeitalter aber soll die Kopf- und Handarbeit, der Fessel los, in ihr volles Recht einge- setzt, Alleinherrscherin und Oberleiterin allen Staats- und Kultur- lebens werden. Es gilt also der Herstellung einer harmonischen Wechselwirkung zwischen Idealismus und Realismus, Theorie und Praxis, Wissen- schaft, Kunst und wertthätigem Leben; es gilt in Geist und Gemüth, Leib und Seele den Menschen ganz zu erfüllen, ihn an den rich- tigen, seinen Leistungsfähigkeiten entsprechenden Platz zu bringen, etwa wie die Klavierseite an den ihrer Oktave. Und diese Harmonie des Lebens ist die Schönheit und Glückseligkeit, die Religion und Moral das höchste Ideal des Lebens. Politische Uebersicht. Zur Abfertigung Derer, die den von uns mitgetheilten Artikel über„die eigentlichen Schuldigen hinter den Eoulissen" zu wider- legen, oder zuAngriffen und Schimpfereien zu benutzen gesucht haben, veröffentlicht die„Frankfurter Zeitung" einen neuen Artikel, den wir ebenfalls mit Ausnahme einiger gegen das berüchtigte Polizei- und Peptilienfondsorgan„Neue Frankfurter Presse" gerichteten Be- merkungen hier zum Abdruck bringen müssen.„Als wir" so schreibt die„Frankfurter Zeitung" unterm 11. August,„auf Grundlage genauer persönlicher Eontrolle den gegen Israel und Genossen ge- führten Asstsenverhandlungen unsere Erwägungen über diese be- merkenswerthe Prozedur der Oeffentlichkeit übergaben, waren wir über Wesen und Wirkung unsres Vorgehens völlig im Klaren. An- läßlich eines conereten, in seinen Gesammtbeziehungen mit juristischer Bestimmtheit durchforschten Falles beabsichtigten wir, den Finger in eine Wunde zu legen, deren Vorhandensein die fteiheitliche Ent- Wicklung in ärgster Weise bedrohen und verkümmern muß. Für dieses unser Pflicht- und fachgemäßes Thun sahen wir heftiger An- feindung und giftiger Verketzerung mit aller Bestimmtheit entgegen, — eine begründende Widerlegung unserer motivirten und objekttven Darlegung erwarteten wir bei der bekannten Eigenart unserer Gegner nicht und unterlagen dabei, wie nun„die Zeiten bestätigen" und zwar vollauf bestätigen, kaum einer Täuschung. Unter den Kundgebungen, welche durch unsere Bemerkungen über die wahr- scheinliche Entstehungsart des Frankfurter Bierkrawalls hervorgerufen worden sind, befinden sich nur ganz beiläufige, nur ganz kümmerliche, gegen wesenlose Einzelnheiten gerichtete Versuche, die innere Beweiskraft unferer Ausführungen durch Gegengründc zu schmälern oder zu paralysiren. Es tragen zudem alle dahin zielen- den Bestrebungen den Charakter von Verlegenheitsmanövern, von rein äußerlicher Abfindung mit unbequemen Dingen, nur allzu- deutlich an der Stirne. Dies nachzuweisen, ist heute, nachdem wir eine längere Frist verstreichen ließen, um unseren Gegnern vollauf Zeit zur Widerlegung unserer Aufstellung zu lassen, in erster Reihe Zweck unserer Zeilen. Vor Allem haben wir uns dabei mit jener Vehmgerichtsfarce zu beschäftigen, welche der geistige Leiter der hiesigen Mitgliedschaft des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" am 3. August in Born- heim veranstaltete, um sich über den unliebsamen Eindruck unserer Darlegung vom 27. Juli hinwegzuhelfen. Das einzig Thatsächliche, was bei dieser lärmvoll inszenirten Versammlung gegen uns ins Feld geführt wurde(wir verweisen ausdrücklich für alle unsere Be- hauptungen auf die Nummer 90 und 91 vom 8. resp. 10. Aug. des„Neuen Sozial-Demokrat", welche Bericht und Resolution mit- theilen), das einzig Thatsächliche— sagen wir, das gegen uns vorgebracht werden konnte, war die bekannte den„Allgemeinen deutschen Arbeiterverein" entlastende durchaus subjective Ansicht— des hiesigen Polizeipräsidenten. Wir brauchen darüber kein Wort mehr zu verlieren. Während dieser unglückliche Widerlegungsver- such höchstens Heiterkeit erwecken kann, ruft ein anderer, der einen .icheit jener in Bornheim gefaßten Resolution bildet und gleicher Weise in einer selbstständigen Ausführung des„Neuen Sozial- Demokrat" vom 6. Aug.(Nr. 89) wiederkehrt, geradezu das Ge- fühl des höchsten Ekels hervor. Diese traurigste Stelle des trau- rigen Resolutionsmachwerkes, in dem, wie natürlich, der Artikel in Nr. 208 der„Frakfurter Zeitung" als„Ausgeburt der infamsten Niedertracht und Tücke" bezeichnet wird, lautet wörtlich: „In Erwägung, daß eine ganze Körperschaft nicht verantwortlich gemacht werden kann für die Handlungen Einzelner, während auch insbesondere noch Keiner der wegen Theilnchmerschaft am Bier- krawall Berurtheilten wirklich Mitglied des Allgemeinen deutscheu Arbeitervereins" ist oder es zur Zeit des Krawalls war, wie die Listen des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" ausweisen:c." Die Parallelstelle in dem Commentare, mit welchem der„Neue Sozial-Demokrat" die Wiedergabe unseres Artikels:„Die eigent- lichen Schuldigen hinter den Eoulissen" begleitet, besagt: „Die Albernheit ist szu deutlich, die Denunziation darauf zu be- gründen, daß in den Krawall Personen verwickelt waren, welche ab und zu einmal die von dem„Allgemeinen deutfchen Arbeiter- verein" anberaumten nach Tausenden zählenden Volksversammlungen besucht haben." Diesen frechen Versuchen gegenüber, eine compromittirende That- fache durch bloses Leugnen aus der Welt zu schaffen, verweisen wir einfach aus die Berichte über die Assisenverhandlungen. Obwohl von keiner Seite Prinzipiell diesem von vorneherein ungemein wichttg erscheinenden Umstände nachgeforscht wurde, ist dennoch zufällig (z. B. durch die Leumundszeugnisse hessischer Kreisämter, andere amtliche Aktenstücke und Fragen des Präsidenten) juristisch unan- sechtbar festgestellt worden, daß ein großer Theil der fogenannten Rädelsführer in den diesjährigen Listen des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins als Mitglieder eingettagen ist. Wenn die vor Ge- richt erschienenen Angehörigen dieser Vereinigung die Theilnahme an ihr gegen die größte Evidenz leugneten, so ist dies sehr ent- schuldbar und die herbe Rüge, welche der Assissenpräsident einem der Angeklagten wegen dieser„elenden Feigheit" zu Theil werden ließ, schien uns Angesichts der Lage, in der sich der Leugnende be- fand, zu hart— welchen juridischen Werth aber die Verneinung der Mitgliedschaft des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" seitens der Angeklagten hatte, ging auS den vielfachen geradezu lächerlichen Widersprüchen hervor, in die sie sich über die Zeit angeblichen Austrittes stetig verwickelten. Wenn nun, nachdem die Verführten ihre Führer in dieser trübseligen Weise abzu- schwören gezwungen waren, diese gar die Keckheit besitzen, Ange- fichts formellster unwiderleglichster Festsetzung die an dem Krawall betheiligten � Mitglieder des deutschen Arbeitervereins ihrerseits elendiglich zu verläugnen— so ist das auf der einen Seite als Tattik wohl begreiflich, aber auf der andern Seite ein nieder- schmetterndes Zcugniß für die Schlechtigkeit, deren Bertheidignng dies sinnlose Ableugnen der höchste Trumpf erscheint, der von den Anwälten derselben ausgespielt werden kann. Hinsichtlich der Phrase, daß eine ganze Körperschaft nicht für die Handlungen Einzelner verantwortlich gemacht werden könne, bemerken wir, daß sich gerade bei den als Mitglieder des Allgemeinen deuffchen Arbeitervereins gekennzeichneten Theilnehmern an dem Bierkrawall das Bewußt- sein, nicht als Person, sondern als Corporation zn handeln, fast in jedem Worte unwillkürlich verrieth, wie wir des Weiteren nach- gewiesen haben, ohne bis jetzt mit einer Sylbe widerlegt worden zu sein. Soviel von der Bornheimer Volksversammlung. Zu allem Ucberflusse wollen wir hinsichtlich jener ftivolen und rohen RcsolutionSposse bemerken, daß die Führer des„Allgemeinen denk- scheu Arbeitervereins"(die wir von den Geführten fehr wohl unterscheiden) das Recht, an die parlamentarische Oeffentlichkeit zu appelliren und vor das„Forum der Volksversammlung"(sie, ver- gleiche Resolution im„Neuen Sozial-Demokrat") zu zitiren, in den Augen aller Billigdenkenden seit langem durch die beispiellose Art verwirkt haben, mit der sie ihren Gegnern gegenüber systematisch jede Freiheit der Diskussion, jede Freiheit der öffentlichen Ver- Handlung zu Nichte zu machen pflegen. Aehnlich wie die Aörcopagiten von Bornheim ignorirt, d. h. bekräftigt der„Neue Sozial-Demokrat", das offizielle Organ des „Allgemeinen deutschen Arbeitervereins", unsere Beweisführung, hat dabei aber die wahrhaft überraschende Freundlichkeit, hinsichtlich eines der wichtigsten Punkte die unmittelbare und unwiderlegliche Be- stätigung einer Tbatsache zu liefern, die wir am Schlüsse unseres Artikels vom 27. Juli nur als Vermuthung hinzustellen wagten. Der„Neue Sozial-Demokrat" reproduzirt nämlick unseren Artikel vom 27. Juli in seiner Nummer vom 6. August wörtlich(wobei ihm das Unglück passirt ist,, daß ein wesentlicher Theil desselben seiner Aufmerksamkeit entging) und fügt dann eine Glosse hinzu, in welcher neben der obencitirten Aeußerung folgende Stelle ent- halten ist: „Komisch endlich ist die Wuth darüber, daß unsere Parteige nossen seiner Zeit den Eisenacher„Ehrlichen", welche auf Sonne- mann's Comando*) in einer Versammlung dies Denunzianten- Handwerk(dessen die Frankfurter Zeitung beschuldigt wird) ein leiten sollten, einfach das Handwerk legten.., Die Aeußcrung, die der Herr Redakteur des„Neuen Sozial- Demokrat" im blinden Eifer gegen uns seiner sonst so ungemein gewandten und so überaus zierlichen Feder entschlüpfen ließ, müssen wir mit seiner gütigen Erlaubnis einen Augenblick ins Auge fassen. Die Führer des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins— das ist genau präcisirt und juristisch nnaissechtbar der Inhalt jener Bemerkung— geben ohne Widerspruch zu, daß bei der mehrer- wähnten Versammlung in der„Allemauia", welche am 29. Mai, also lange vor den Assisenverhandlungen und unserem Raisonnement stattfand, die Öffentliche Besprechung des Bierkcawalls von ihnen mit vober Absicht und zwar speziell aus dem Grunde verhindert worden ist, weil sie bestimmt erwarteten, von den„Ehrlichen" denunzirr, d. h. in diesem Zusammenhange ganz unwidersprechlich der Provokation der Tumulrszenen bezüchtigt zu werden. Hinzu- zufügen haben wir diesem merkwürdigen und unerwarteten Einge- ständnisie eines bösen Gewissen nichts. Wir wenden uns nunmehr mit bestem Gewissen einer anderen Kategorie von Gegnern zu, einer Kategorie, bei der eS in manchen Dingen nicht anders bestellt ist, als bei der abgefertigten. Zu ihr zählt in erster Reihe unsere hiesige Collegin, die„Reue Frankfurter Presse", ein Organ, das weiterer Charakteristik so lange nicht be- darf als es die Rechtswohlthat des Inventars hinsichtlich der von ihm angetretenen Erbschaft der verflossenen Schöpfung des Herrn von Madai ausdrücklich von sich weist. Freilich ist die schmetternde Trompeten fanfare sittlicher Entrüstung, mit der aus Anlaß unseres Artikels über die Assiscnveihandlungen Israel und Genossen gegen unö gehetzt wurde, ohne die gehoffle Wirkung i» der Presse r hallt, jämmeilich verhallt wie die Stimme des Rufenden in Wüste. Die trostlose, wahrhaft kompromittirende Einsamkeit, in der sich die„Franksurler Presse" gegen voreiliges Erwarten von allen Seiten gelassen sah, ist die erste wohlverdiente Züchtigung, die ihr für ein Verfahren zu Theil wurde, dessen eigentliche Natur wir weiter unten varlegen werden. Vom Norden her kam das sehnlich erwartete Echo aus den Hetzartikel vom 28. Juli nicht— Tag auf Tag verstrich— nichts rührte sich— nur der Staatsanwalt antwortete auf den hochmüthig- geschwollenen„im Interesse der Frankfurter Bürgerschaft und der gauzen Gesellschaft" erhobenen Allarmruf mit einem melancholische, ageren Ermittelungsverfahren. Den zurechtgestutzten Artikel unserer ehrenweithen Collegin ver- wendet eine ganze Anzahl von Blättern, die sich ohne Ausnahme gehütet halten, zur Zeit des Erscheinens von unseren Ausführungen Notiz zu nehmen, nach der Hand zur Unterlage von Bemerkungen, die sich auf das gegen uns eingeleitete Ermittlungsverfahren be- zogen. Alle stellten sie als von uns herrührende Aeußerung dahin, was in unsere Worte nur künstlich hincininterprelirt war. Wir nennen beispielsweise die„Nationalzeimug", die„Deutsche Allgemeine" unv— die„Bolkszeiiung", nehmen ihnen aber allen nach dem Satze ultra possv diese gevankenlose Nachlässigkeit durchaus nicht übel. Abschließend constatiren wir in Bezug auf unsere Bemerkungen über den Prozeß gegen Israel und Genossen, daß die national- servile„Neue Frankfurter Presse" genau denselben Ton gegen uns angeschlagen hat, wie der sozialvemokratische„Neue Sozial- Demokral", beide Blätter suchen sich in bezeichnender Ueberem- stimmung durch heftige Worte mit Dingen abzufinden, die sich auf diese Weise nicht todt machen lassen. Die„Neue Frankfurter Presse" geht dabei in ihrem Hasse gegen unser Blatt mit hervor- ragender— Unbesonnenheit zu Werke.„Wir haben das Recht", so rief sie am 28. Juli mit gespreizter Emphase,„im Juteresse unserer Bürgerschaft und der ganzen Gesellschaft unzweideutigen Aufschluß darüber zu verlangen, ob die Anklage der„Frankfurter Zeitung" gegüiidet ist oder ob dieselbe nichts weiter bedeutet, als ernen beispiellos frechen Versuch des genannten Blattes, das Odium der verbrecherischen Vorgänge des 21. April von seinen Freunden, den Sozialdemokraten auf die Regierung und deren Organe abzuladen." Wie nun, wenn man sich wirklich einmal auf den Standpunkt der„Neuen Frankfurter Presse" stellt? Bis heute hat nicht ein einziges Organ der Regierung mit einer einzigen Silbe auf das geantwortet, was unsere Collegin eine unzwei- deutige Anklage nennt. Was ist denn heute, am 11. August, in den Augen der„Neuen Frankfurter Presse" unsere Darlegung vom 27. Juli? U. A. w. g." So weit der Artikel der„Frankfurten Zeitung." Daß sämmtliche anerkannte Organe der preußischen Rc- gierung— wir sagen: anerkannte, denn ihr Organ, nur ein ver- leugnetes, ist ja auch die„Neue Frankfurter Presse"— zu den schweren— schwerer wohl kaum denkbaren— Anklagen der„Frank- furter Zeitung" geschwiegen haben, ist allerdings eine sehr be- merkenswerthe und nicht leicht zu mißdeutende Thatsache. — In Dänemark ist die Internationale verboten worden. Ein Beweis, daß die däniscken Behörden auch nicht gescheidter sind, als andere. Das Verbot schadet der europäischen Arbeiter- bewegung gerade so viel, wie die Verbote des Polizeidirekrors Rüder der Sozialdemokratie zu Leipzig. Wenn sich die Arbeiter nicht offen oraamsiren dürfen, so werden sie es eben im Geheimen thun. Das ist eine Erfahrung, welche die Geschichte schon tausend- mal als richtig erwiesen hat, welche zu begreifen unsere modernen Staatslenker und Staatsretter aber unfähig sind. Die verurtheilten Sozialisten Pio, Brix und Seleff sollen, nach verschiedenen Blättern, ein Gnadengesuch eingereicht haben. Wir warten vorläufig noch eine Bestätigung dieser Nachricht ab. — Zu dem Skandal, den Hasenclevcr in Breslau aufführte und über welchen er einen von Lügen geschwollenen Bericht im „Neuen" veröffentlicht hat, schreibt der Hamburger„Sozial- Demokrat": „Am 12. August hatten wir einen großen Besuch von Berlin hier in Breslau: nämlich den Beschneider der Arbeiter, Herrn Hasenclever nebst Herrn Kapell. Diese wollten die Breslauer mit ihrem ersten Besuche recht glücklich machen; aber sie.hatten sich leider sehr getäuscht, denn bei der Bureauwahl wurde die Ber- sammlung geschlossen, weil die Prügelei vor sich ging und Herr Hasenclever nebst Konsorten an die Luft gesetzt werden sollten. Es waren ungefähr 7— 800 Mann da, aber von verschiedenen Parteien. Ich glaube schwerlich, daß Herr Hasenclever nochmals nach Breslau kommen wird, denn er ist zum ersten Male ordentlich abgefüttert worden." Das ist das Urtheil eines unabhängigen Blattes, welches wir deshalb hier zum Abdruck bringen, weil der„Neue" den Be- richt der„Schlesiscben Presse", eines Börsenblattes, als„Beweis" der lügenhaften Behauptungen Hasenclever's angeführt hat. •) Herr Sonnemann erfuhr die Thatsache, daß am 29. Mai eine Ber- sammlung stattgefuneen habe, erst au« unjerein Artikel vom 27. Juli. — In Pforzheim erscheint seit längerer Zeit ein Wochenblatt „Der Fortschritt", Organ des sozialen Reformvereins, das dazu gegründet scheint, um die Sozialdemokraten mit den unflälhiqsten Ausdrücken zu beschimpfen. Dieses Organ der Hirsch-Duncker'schen Harinonie-Clique, das von überschnappten Schulmeistern redigirt zu werden scheint, bringt unter der Rubrik„Rechtspflege" nur Verurtheckungea von unfern Parteigenossen und unscrn Partei- blättern und beschäftigt sich fortwährend mit dem„Volksstaat", den es in seiner frechen Vertrautheit sogar„unser Blatt" nennt. Wir haben von diesem Auswurf der Presse höchst selten ein Exemplar zu Gesicht bekommen, haben aber dann stets gesehen, daß die Herren, die es zusammenschmieren, gern eine Polemik mit uns xrovoziren möchten, damit durch den„Volksstaat" der„Fort- schritt" in der Arbeiterwelt bekannt werden und auch an Auflage zunehmen soll. Wir werven aber hier ein unbarmherziges Todt- schweigen beobachten, mögen jene überschnappten Schulmeister schimpfen so viel sie wollen, und der„Fortschritt" wird immervar bleiben was er ist— ein von einigen bornirten Harmonieaposteln protegirtes und gelesenes Winkelblatt! Der verantwortliche Redakteur dS. Bl. Kasper ist am 19. ds. Mts. vom hiesigen Bezirksgericht in UnlersuchungShaft genommen. Grund zu dieser Maßregel ist der Artikel in in Nr. 62 des„Volks- staatt'.„Die Justitia hat bekanntlich eine Binde vor den Augen." ist zum preußisch werden in diesem Sachsen. /Aus dem Protokoll des allgemeinen deutschen W Arbeiter-Lereins. äp Da den meisten unserer Parteigenossen das Protokoll der letzen Generalversammlung des Allg. deutsch. Arbeitervereins unbe kannt sein dürfte, so empfiehlt es sich, eine Blumenlese von Aeuße- rungen, die wir in bunter Reihenfolge, wie sie im Protokolle stehen, ausgezogen haben, zu veröffentlichen. Unsere Leser werden die Lehre und die Nutzanwendung zu ziehen wissen. In der allgemeinen Debatte äußerten sich folgende Redner unter anderem: Seelig: Da im Kreise Essen keine sichere Aussicht auf Erfolg bei den Wahlen ist, haben es sich die Mitglieder zu Essen zur be- sonderen Pflicht gemacht, die Kreike Duisburg und Lennep Mettmann mit zu bearbeiten.(Bekanntlich soll Hasenclever dort aufgestellt werden. D. R. d. V.) Häuser(Offenbach): Was die Agitation betreffe, so sei sicheie Aussicht für einen Abgeordneten im Kreise Offenbach. Lcsser: Ueberall rede man von Vereinigung der Ärbeiterpar- teien, die ist unmöglich. Lassalle hat den Verein auf 30 Jahre ge gründet, unv wtt haben keine Ursache und kein Bedürfniß eine Aenderung zu machen. Wir sind im Süden nicht gehörig vorgeschritten, weil die Ge- werkschaftsbewegung in den Hänven der Ehrlichen war, so beson- ders in Mannheim. Die Ehrlichen const Wirten überall Gewerk welkschaften; ihre Partei ist nirgends stark, da sie ansang« gar nicht so sehr darauf dringen, daß die Leute sich direkt anschließen. A. Kappell: Ja Berlin sind für Agitation 1000 Thlr. im vergangenen Bercins-Jahre ausgegeben worden. Die Leute in den Gewerken geben für die Partei-Agitation den letzten Pfennig hin. Ohne diese Gewerke könnten wir nicht dw Summen aus- bringen, denn der Sechser Vereins-Beitrag bringt sie nicht. Es sind einige Leute im Verein gewesen, welche fragen: Ist denn der Verband noch nicht zu Grabe getragen? Man möge doch bedenken, daß wenn wir die gewerbliche' Bewegung aus der Hand gäben, so würde sie uns über den Kopf wachsen.— Damit also die Gewerkschaftsbewegung nicht wachse, muß sie der Allgemeine deutsche Arbeiterverein in der Hand behalten.(Diese Aeußcrung stimmt mit einer ähnlichen Tölke's im vorigen Jahr, die dahin lautete: „In Berlin fürchtet die Polizei die Gewerkschaftöbe- wegung mehr wie den Allgemeinen deutschen Arbeiter- Verien." Red. des„Volksstaat".) Weiler sagte Herr K.lpell: WaS die Vereinigung mit den Ehr- lichen betrifft, so werde ich im Falle einer solchen zurücktreten, weil ich der festen Ueberzeugung bin, daß dann die ganze Arbeiterbe- wegung ruinirt ist.(Für die Zwecke der preußischen Regierung sicher. D. Red. d.„V.") Z ielowsky: WaS die Vereinigung betteffe, so habe er den Auftrag, gegen jeden Compromiß zu stimmen.—(Bekanntlich erklärte Herr Z. schon vor 2 Jahren privatim und persönlich Be- beln: Wenn die Arbeiterparteien sich vereinigten, würden sie von der Polizei sofort unterdrückt. Natürlich, dann hörte der Allge- meine deutsche Arbeiterverein aus Werkzeug der Negierung zu sein. D. Red. d.„V".) Dre esbach: Die Agitation im Rheinland war im letzten Jahre hauptsächlich eine deoensive; die Ehrlichen haben trotz ihrer rlesizen Anstrengungen keinen Mann gewonnen.(??) Es steht ganz gut, und Redner hat die feste Ueberzeugung, daß die Wahlen gut ausfallen.(Wir wollen« abwarten. D. Red. d.„B.") Harm: Au den(schlimmen) Zuständen im Wupperthal sind die Generalversammlungen mit schuld; es haben dort immer Leute � gesessen(im Wupperthal, oder in den Generalversammlungen, oder in beiden? Anfrage der Red.), welche dem Vereine durch ihren umoralischen Lebenswandel geschadet haben.(Das ist ein ehrliches Geständniß. D. Red. d.„V."> Man nenne die andere Partes„Ehrliche�. Es sei unrecht, wenn man in dieser spöttischen Weise vorgehe; wir wollen ja auch anständig behandelt werden und deßhalb mögen wir sie einfache internationale Arbeiterpartei nennen. Herr„Präsident" Hasenclever wäscht Herrn Harm für seine Aufrichtigkeil tüchtig den Kops. Slöhr: Wir müssen nur die Resultate der Bemühungen der Ehrlichen betrachten; in München z. B. sind dieselben in alle Gewerke gedrungen! und trotzdem beherrschen die Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins die öffentlichen VolkSver- sammlungen.(???) Winner: Was die Vereinigung mit den Ehrlichen betrifft, so ist dieselbe nicht möglich; Herr Rasche ist mit einer ganzen Clique nach Hörde gerückt, um dort alles Geschaffene wieder zu hinter- treiben. Grottkau: Er habe die Ehrlichen niemals angegriffen(??) und nur versclnedene Führer für schlechte"Subjekte gehalten, er habe aber die Erfahrung gemacht, daß der gehässige Geist auch in die Mitglieder gefahren. Vater ist mit der Vercinsleitung noch lange nicht einvcrstan- den, daß die Wirren in Hamburg immer schlimmer wurden, daran trage hauptächlich die Schuld das Präsidium und die Redaktion. Hesch: Er sei beauftragt, gegen Präsidium und Redakiion eine Mißbilligung auszusprechen. Die Agitationen von Frohme und Hartmann, sowie Richter und Winter haben viel Geld ge- kostet aber keinen Erfolg gebracht.(Bekanntlich agitirten die erste- ren Beiden voriges Jahr in ganz Süddeutschland, Richter und Winter vorigen Herbst in Sachsen. D. R. d.„V.") Wenn die Arbeiter auf jener— unserer Seite— eingetreten sind uud man sieht nach einiger Zeit nach ihrer Ausbildung in den Prinzipien, so wissen sie davon sehr wenig, man hat ihnen aber beigebracht, daß wir Polizeispitzel sind. Otto Kap pell: Was die Vereinigung mit der andern Ar- beiterpartei anbelange, so sei er der Ueberzeugung, daß die Ar- beiterbewegung nur dann vollständig reim dastehe, wenn diese Partei ganz verschwunden ist.(Rein ist sie dann, sehr rein, sie ist vaun rein biSmärckisch. D. Red. d.„V.") ' Th. Schäfer berührt die Verhältnisse in Duisburg; die dor- tigen Ehrttcheu seien sehr dünn und hätte deren Treiben gar keine Bedeutung. Alle Mitglieder hegten die feste Zuversicht, daß wir bei der Wahl siegten, trotz den Umtrieben jener Leute. Er werde sie nicht auftominen lassen.(Da wird man Herrn Schäfer schwer- lich fragen. D. Red. d.„V.") P üschmann(Chemnitz): Die Bereinigung betteffend, müsse man mit den Ehrlichen in fortwährende Berührung kommen, um all' den Schmuy kennen zu lernen, der dort herrscht. S chweckendiek: Bon der Bereinigung mit den Ehrlichen wolle er nichis wissen. Dohlen: Er müsse Betteffs der Ehrlichen noch einige Punkte berühren, da er auch einer von denen sei, die in Quedlinburg von ihnen Prügel gekriegt. An eine Bereinigung mit Leuten, welche m.t alle» möglichen Gemeinheiten vorgehen, sei nicht zu denken. Prinz: Die Bergstraße ist ganz vernachlässigt worden, der Odenwald ebenfalls. Der Wahlkreis Offenbach-Dirburg wird keine» Abgeordneten durchsetzen, so lange die zerrütteten Zustände dort herrschen. Siürtz ist überdies nicht fähig zum Abgeordneten, da er von Häuser geleithammelt wird. Eckert: Er habe von seinen Mandanten Auftrag, gegen jede Vereinigung zu stimmen, im andern Falle er Prügel bekommen könne. In verschiedenen Orten des Rheinlandes, wo einige Ehr- liche sitzen, können wir nichts erringen; die Bewegung liegt über- Haupt in denselben ganz darnieder.(D. h. für den Allgemeine» deuischen Arbeiterverein, das freut uns. D. R. d.„B.") Julius Richter(Göttingen): Am Harz ist die Agitation sehr flau betrieben worden, dem muß ganz entschieden abgeholfen werden.. Mch er(Braunschweig): Mit ver Eisenacher Botkspartei dürfe» wir uns nicht vereiuigen, sie untergräbt den Allgem. deutsche» Arbeiterveie»i. Lange(Sarau): Ich hebe vor allem den Wahlkreis Reichen- dach Neurode hervor, weil dort die beste Aussicht ist, einen Arbei- terkandivaten durchzubringen. Reinders: hält den Altonaer, Berliner, Offenbacher und Reichenbacher Wahlkreis für günstig. Stürz: Hätte Schweitzer seiner Zeit die Beschwerden aufze- nommen, dann wäre Pätzotd nicht ausgestoßen und Leipzig wärt uns erhalten worden.(??!) Hasenclever: Bei uuS steht die Beschwerdecommission nicht über dem Präsidenten, während sie dort— bei den Eisenachern— mehr Vorrechte besitzt; dieselbe kann alles aufzunehmen verlangen unv wenn es der größte Blödsinn ist—(Was Sie reden, ist Blödsinn, Herr Haseuclever. D. Red. d.„V." Häußer: Auch die Eisenacher haben tüchtige, prinzipieufeste Leute unter sich und sei es durch uns nicht bewiesen, daß dieselbe» sich zu uns i» Feindschaft befänden. Stürz: Er verachte die Eisenacher, weil sie keine Organisa- tion haben und unreine Elemente in ihre Reihen aufnehmen. Viele Eisenacher hätten erklärt, in den Allgemeinen deutschen Arbeiter- verein wieder einzutreten, wenn die Schimpfereien aufhörten(??). Die Ehrlichen würden uns im Wahlkamps ruiniren, da sei Ver- einigung nothwendig.(Ach so, um Sttm-urich für die Candidate» des Allgemeiiieu deutschen Arbeitervereins abzugeben; wir danke» schön. D. Red. d.„V".) Frohme: Man dürfe nur die Organe der Eisenacher lese» so sehe man deren erbärmliche Routine im Schimpfen und Ve� leumden.(„Erbärmliche" Routine? Herr Frohme hat Recht, dari» sind wir entfernt nicht so gewandt wie der„Neue". D. Red. � „B.") Kreaturen, welche Lassalle auf die gemeinst- Weise besuvel» (???), mögen nur fern bleiben. In kurzer Zeit wird von de» Eisenachern, die bereits jetzt schon herumlaufen wie Schaafe oh»< Hirten, nichts mehr zu sehen sein.(Abwarten Herr Frohme und dann Thee trinken. D. Red. d.„V.") Herr Hasselmann gibt hieraus den im„Neuen" schon ofl aufgetragene» Kohl über die Internationale zumjöesten. Richter(Wandsbeck) oder Hannover, wir wissen nicht, wo der Herr jetzt herumlumpt, meint, die von den Eisenachern gewönne- uen Arbeiter besitzen in den meisten Fällen gar keine Ausklärung- (Aber doch so viel, daß sie nicht wie die Mitglieder de« Ällgemil uen deutschen Arbeiter-Bereins sich von Lampen wie die Herr«! Richter, Tölte, Hasselmann, Hasenclever, Hörig rc. ausbeutet lassen. D. R. d.„V.") Herr Richtet lügt dann noch brav üb« seine Affaire in Braunschweig und macht schließlich den Vorschlag die Eisenacher zu ignoriren,„da sie doch nichts als ein Abla' gerungSort für faule Elemente feien".—(Aber Subjecte wie Heck Rtchrer würden keine 24 Stunde» auf diesem AblagerungSort g« duldet. D. R. d.„V.") Auch Herr Fricke, der zu jenen Leuten gehört, die nach dck Aussage HarmS„im Wupperthale durch ihren unmoralische» Lck benswandel der Arbeiterfachc geschadet," ist gegen die Vereinigunnz- (Daß gerade day Lumpenthum im Allg. deutsch. Arbeiterverein ai» heftigsten gegen die Vereinigung kämpft ist sehr bezeichnend, ab«l sehr schmeichelhaft für uns. D. R. d.„V.") In Bezug auf das Reichsland Elsaß-Lothringen erklärt He>' Hasenclever, daß von den« Augenblicke an, wo daS Land denlsV Gesetze habe, rege Agitation dort ins Werk gesetzt werde.—(N* türlich um Bauernfängerei für die Bismarck'sche Politik zu treibe» D. R.„V.") Die Generalversammlung beschließt, für München-Stuttgck' einen stabilen Agitator einzusetzen. Kießling(Bautzen)-empfiehlt für die Reichstagswahl, re 1. Wahlkreis Zittau. Auch der zwanzigste sächsische Wahlkr«' Zschopau sei gut. Püschmaun empfiehlt ebenfalls den Zschopauer Wahlkreis (Unsere sächsischen Parteigenossen werden die Empfehlung merken. D. R. d.„V.")_. Reinders empfiehlt die Wahlkreise Reichenbach und denburg in Schlesien. Winter bemerkt, daß in allen 9 schleswig holstein'schen Wa� bezirken Candidaten aufgestellt würden. Der Wahlkreis Altona ausgezeichnet, im Kreise Ottensen sei keine Auesicht, einen Ca»-'' dateu durchzubringen. Ottensen sei aber eine gute Finanzqae»' Herr Hasselmann: Am Harz, namentlich im Kreise Cla»* thal sei ein guter Boden. Dahl versichert, daß im Mahlkreise Halberstadt ein Candi� durchzubringen sei. ' Zwiebler: Hält den Kreis Reuß-Greiz für gut. ! Hasselmann: Der Vorstandsbeschluß lege keinem einen Zwang! Antraq wurde gestellt zur Errichtung von Spar- und Leihkassen «uf für einen Ehrlichen zu stimmen.(Das ist deutlich, Herr Hass el mann. D. R. d...V.") Im Reichstag nützen unS die Eise- nacher nichts, sie suchen uns vielmehr auch dort zu scha- den.(Dieses Gesländniß des Hauptes des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins ist unbezahlbar. Warum nützen die„Ehrlichen" den Vertreteru des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins im Reichstag nichis? Nun einsack, weil sie sie unter Controllc halten und ihnen a la Schweitzer die Maske abreißen. Wartet nur ihr Herren, das soll gründlich geschehen. D. R. d.„V.") Unsere Parteigenossen wollen sich das oben Citirte genau mer- ken und dies wie ähnliches Material für die Wahlagitation sorg- sam aufheben. J»»ere Partei-, Berwaltaujjs- uaö OrgauisatisuS- Angelegenheiteu. An die Parteigenossen. Ihren Verpflichtungen gegen die Partei sind nachgekommen folgende Orte: Aalen, Auerbach, Berlin, Breslau, Bamberg, Broitzen, Cöln, Crimmitschau, Dresden, Dessau, Cisenach, Ernstthal, Eßlingen, Elberfeld, Fürth, Freiberg, Forst, Frankfurt a. M., Frankfurt a. O., Großenhain, Gießen, Giengen, Glauchau, Gotha, Grefrath, Ham- bürg, Heinichen, Hannover, Hersfeld, Halberstadt, Hohenstein, Heddernheim, Hof, Harzgerode, Harburg, Kothensdorf, Königs- berg, Landshut, Luckenwalde, Lichtenstein, Limbach, Lunzenau, Leukersdorf, Lörrach, Langenbielau, Landau, Mainz, Marburg, Mannheim, Mcerane, Mülfen St. M, Müssen St. N.. Markirch, Münchenbernsdorf, Mylau, Nürnberg, Neundorf, Nesschkau, Nieder- Planitz, Offenbach, Pforzheim, Pfersee, Quedlinburg, Reutlingen, Reichenbach, Rochlitz, Seesen, Solingen, Soest, Stuttgart, Stade, Schweinau, Schmölln, Thalheim, Thonberg, Weimar, Walden- bürg, WittgenSdorf, Wiesbaden, Wieda, Würzburg, Zwickau. Freiwillige Beisteueru erhalten von Parteigenoffen Braun- schweigs, Mittweida'S, Zürichs. Ihren Parteipflichtcn sind nachbenannte Orte für Juli nicht nachgekommen: Augsburg, Altona, Bielefeld, Brachwede, Barmen, Coburg, Chemnitz, Darmstadt, Duisburg, Erfurt, Frankenberg, Gleisham- Mer, Greiz, Göppingen, Geithain, Gelenau, Gera, Geestendorf, Holzmünden, Hornhausen, Jüterbog!, Lechhausen, Magdeburg, München, Metzingen, Neustadt a. O., Neukirchen, Oberlungwiy, Oederan, Ronsdorf, Spandau, Schw. Gmünd, Stollberg, Süch- teln, Wandsbeck, Witten, Weida, Werdau, Wildenfels, Kaiserslautern. Hörde, St. Tönis, Pirna, Stadtremda, Herbede, Berka. Für Juni haben noch zu bezahlen: Constanz, Crefeld, Dülken, Dahme, Lübeck, Ohlau, Ronneburg. Für Mai und länger habe» noch zu zahlen: Apolda, Arnstadt, Bischofswerda, Celle, Colditz, Düsseldorf, Denken, Frankeuhausen, Geier, Heidelberg, Hcldcsheim, Kirsch- hausen, Münden, Gr. Mühlingen, Neu-Isenburg, Neustadt a/O., Penig, Regensburg, Scharmbeck, WeigelSdorf, Wolfenbütiel, Viersen. Essen, Elstra, MUhlheim b. O., Olbernhau, Kötschenbroda, Plauen, Ämberg, Manenberg. Hamburg, den 21. August 1873. H. Benncke, Kasstrer. Gewerksgenossenschaftliches. Internationale Gewerkschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter. ZZertin, 21. August. Abrechnung über die während des Stri- kes zur Uuierslützuug der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter- Lewerksgenoffenschast eingegangenen Gelder: Von der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu Berlin Thlr. 10, don den Arbeitern der Wunderlich'schen Faßfabnt zu Berlin Thlr. 115 6, von der Gewerkschaft der Manufaktur, Fabrik- und Hand arbeiter aus Meerane Thlr. 9 22, vom Berliner Buchdrucker- und zur Gründung eines Fonds für Agitations-Unterstützungsausgaben Statuten hiezu wurden dem genannten Verein übergeben uud der- selbe beauftragt, solche zu prüfen und das Ergebniß seinerzeit mit- zutheilen. Am Nachmittag wurde ein allgemeiner Ausflug in die benach- barte Schweiz unternommen und verlief alles in schönster Ord- nung, trotzdem suchte die hiesige liberale Zeitung in mehreren auf- einander folgenden Artikeln sämmtliche Betyeiligte auf die gemeinste Weise zu kompromittiren. Ans diesem Anlaß hielt der Arbeiter- Berein„Vorwärts" am 31. v. Mls. eine öffentliche Versammlung, bewies in derselben die Lügenhaftigkeit dieser Artikel und beschloß, in die„Freie Stimme", als zweitverbreitetstes Blatt für die hiesige Gegend, dann in den„Volksstaat", das„Felleisen" und den „Grütlianer" nachstehenden Beschluß der Versammlung bekannt zu geben.„Wir verwahren uns gegen die in der„Konstanzer Zci- tung" verbreiteten Schmäh- und Lügenartikel als einen Ausfluß der gemeinsten charakterlosesten Absicht, sämmtliche Gäste und Vereinsangehörige zu kompromittiren." Der Ausschuß: Stark, 1. Vorsitzender. Scheues, Schriftführer. Berlin, den 15. August. In der Generalversammlung der Stuhlarbeitergesellen am Sonntag, den 10. August, wurde der Strike nach sechswöchentlicher Dauer für beendet erklärt. Die Re- sultate sind im Großen und Ganzen keine bedeutenden, da die Ge- schäftskrisis, die während des StrikeS eintrat und das unverant- wortliche Handeln der Meisterschaft, welche schon nach 3 Wochen (am 24. Juli) den Strike für beendet erklärte, Verwirrung her- vorriefen. Dem Beschluß der Stuhlarbeiter gemäß wird jetzt die einzige Parole Organisarion sein, um dadurch später Allen, welche uns unterstützt haben, Gleiches mit Gleichem vergelten zu können. Die speziellen Abrechnungen werden allen Denjenigen, welche uns in diesem harten Kampfe unterstützt haben, zugesandt, auch im „VolkSstaat" wird Abrechnung erfolgen. Für die Commission der Stuhlarbeitergesellen: G. Gladewitz. Ureska«, 19. August. Obgleich es eine längst bekannte That- fache ist, daß Alles, was der„Neue Sozialdemokrat" an Be- richten k. bringt, fast innner mindestens zu zwei Dritttheilen ge logen ist, so leistet dieses edle Blatt doch mitunter im Lügen so Außerordentliches, daß es sich wohl der Mühe verlohnt, den Lesern des„VolkSstaat" die neueste Probe hiervon zur gerechten Würdi- gung mitzutheilen. Die Nr. 94 des„Neuen" enthält einen Be- richt über eine am 12. d. M. in Breslau stattgehabte Volksver- sammlung, welcher eigentlich nur eine einzige immer unverschämter forlgesetzte Lüge ist und den wir deshalb, nur mit einigen zur Klarlegung der wirklichen Thatsachen nothwendigen Randbemerkungen ve, sehen, unverkürzt folgen lassen: „Breslau, 13. August.(Belohnte„Ehrlichkeit".) Unserem Parteigenossen ReiiiderS war es gelungen, einen der größten Säle Breslaus für die Volksversammlung am 12. d., in welcher der Vereinspräsident einen Vortrag über die soziale Frage und veren Lösung halten wollte, nach vielen Mühen zu erlaugey. „Trotz des strömenden Regens und obgleich das Lokal außer- halb der Stadt sich befindet, waren Uber 2000 Personen 1) aus allen Klassen der Bevölkerung, vorzugsweise selbstredend aus dem Proletariat, anwesend. So dokumentirten die BrcSlauer Arbeiter ihr Jnterissc an der sozialen Bewegung. In das Bureau wurden, nachdem Hasenklevcr aus eine Wahl im Voraus Verzicht leistete, Reinders, Fischer und Schlesinger mit allen Stimmen gegen unge- fähr hundert der Eisenacher„Ehrlichen" unv einiger Bourgeois gewählt2). Diese hundert verführten Arbeiter machten bei der Wahl einen wahren Heidenlärm, und es gehörte wirklich die be- wiesene Besonnenheit und der Anstand der Breslauer Proletarier dazu, daß die Scandalmacher nicht sofort aus dem csaalc entfernt wurden. „Die«Führer" dieser armen Arbeiter hatten nur den Zweck, den Vereinspräsidenten nicht zu Worte kommen zu lassen, da sie wohl wußten, daß durch dessen Rede vollends die öffentliche Mei- nung Breslaus für den Allgemeinen deutscheu Arbecter-Verein ge- wonnen würde 3). Zwei unparteiische Männer konstatcrten auf Wunsch der Versammlung, daß die ungeheure Majorität bei der Schriftgießer-Verein Thlr. 150, von den Mettallarbeitern duick),®u!:Caun)a''' anf oben genannten Herren gefallen sei; trotzdem --~~......— schrien, tobten, brüllten die„Ehrlichen" unverdrossen fort, da sie die Parole in ihrer Parteiversammlung ausgegeben halten, falls sie bei der Bureauwahl unterliegen würden, so lange Scandal zu machen, bis die Polizeibehörde die Versammlung auflöse. „Nachdem Hasenklevcr das Wort erhalten und den„Ehrlichen" ihre niederträchtige Feigheit vorwarf,� wenn sie mit ihren Störungen fortfahren würden, erbat sich Herr Oehme(„ehrlicher Eon- troleur) das Wort zur Geschäftsordnung, welches ihu>, da Hasen- klever schon das Wort zum Vortrage hatte, nicht sogleich ertheilt wurde. Doch da einzelne seiner AnHäger in der perfidesten Weise erklärten, er wolle seine Parteigenossen nur zur Ruhe ermah nen4), gab ihm Remders das Wort. Herr Oehme, wohl wissend, da viele seiner Anhänger durch das viele Toben und Schreien schon ermüdet waren, daß Alles auf eine Karte jetzt gesetzt werden müsse, spielte jetzt seinen Trumpf aus. Er stellte den Antrag, welcher allerdings halb und halb in dem ungeheuren Entrüstungsschrei fast der ganzen Versammlung verhallte, vaß der Herrn Havenith in Berlin in 4 Posten Thlr. 11 24, vom AUge meinen Deusschen Schneiderverein in Berlin durch Herrn Wendt Thlr. 1 21, von der Schreiner- Union aus Mainz in 2 Posten Thlr. 13 13, von Herrn Lemoisne aus Mainz Thlr. 2, in einer Vuchdruckerei zu Nürnberg gesammelt Thlr. 6 4, von der Gewerk- schasi der Manufaktur, Fabrik- und Handarbeiter aus Chemnitz Thlr. 125, vom Crimmitschauer„Bürger- und Bauernfreuud" Thlr. 5 25, von einem Arberlerfest auS Frankenberg Thlr. 3 9, von der Schuhmacher-Union aus Mainz Thlr. 10. Summa Thlr. 360 8 6. Einnahme... Thlr. 360. 8. 6. Ausgabe...., J!28�27. 6. Kassenbestand Thlr. 31. 11.—. Wir sprechen auf diesem Wege für die Unterstützung unfern herzlichen Dank aus, und sollten sich unsere College» einmal in Älicher Lage befinden, so werden wir thun was in unseren Kräf- ten steht....«v. w.,..................._____ i Nachbemerkung. 3 Thlr. 6 Gr. aus Oelsnitz, gesammelt �on| Regierungsagent Hasenklever nicht vor den Breslauer Arbeitern ber sozialdemokratlichen Arbeiterpartei, sind an das Strike-Comilö iollcö) abgeliefert worden. Albin Schuster, Vertrauensmann. Eduard Reyher, Kassirer. Correspondenzen. lkr!«' Irnberg, 15. August. Vorgestern Abend fand hier im Saale Zum schwarzen Roß eine öffentliche Versammlung der hiesigen Maurer und Zimmerer statt, für welche 1) die Lage der Bau- arbeiter im Allgemeinen und 2) der Nutzen der internationalen Gewersschaflen unv Baugenossenschaften als Tagesordnung aufge- fallt war. Gäbler und Schauer aus Dresden hatten eS überkommen, hierüber zu reseriren und erledigten sich ihrer Aufgabe Zur allgemeinen Zuftiedeuheit. Wenn man bedenkt, wie schwer die sozialistischen Lehren bei den Bauarbeitern, zumal den Maurern, Eingang finden, so ist es immerhin als ein erfteulicheS Ergebniß iu begrüßen, daß ein Theil der Anwesenden den Mahnungen der Redner Folge leistete und eine Mitgliedschaft der internationalen Maurer- und Zimmerergewcrkschaft am Orte gründete. Der An- ist gemacht, nur muthig weiter vorwärts auf dem betretenen sann -Vege, Freiberger, und der Erfolg wird nicht ausbleiben! S. KonKonz. Am 27. v. MtS wurde dahier auf Anregung Mehrerer'Nachbarvereine ein Arbeitertag abgehalten; derselbe war 21 Vereinen durch Delegirte beschickt und wurde beschlossen, baß von jedem Verein ein unentgeldliches ArbeitsnachweiS-Burear? zu errichten sei. Der Arbeiter-Verein„Vorwärts" wurde beaus- �agt, ein diesbezügliches Reglement zu entwerfen. Ein weiterer Was war die Folge hiervon? „In weniger als einer Minute war kein„Ehrlicher" mehr im Saale. Die Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Ver- eins, dann auch selbst die unparteiischen Arbeiter drängten diese Bande aus dem Lokale, Oehme wurde vom Stuhle geworfen und mit seinen Freunden Färber und Kühn(aus Langenbielau) aus dem Saale hinausgeohrfeigt; unsere braven Maurer ließen ihre Hände nicht feiern 6). „Was war aber die weitere Folge? Die Polizeibehörde löste nun die Versammlung auf, obgleich von da an die größte Ruhe geherrscht haben würde und kein Einziger außer den hundert hin- ausgeschmissenen„Ehrlichen" den Saal verlassen hatte?). „Btit einem Hoch auf den Allgemeinen deutschen Arbeiter- Verein, auf den„Regierungsagenten" Hasenklever, welches mit einer kaum dagewesenen Begeisterung ausgebracht wurde, und unter dem Gesauge der Marseillaise trennte sich die Versammlung, Grimm im Herzen gegen die Zersplittercr der Arbeiter. „Die Breslauer Arbeiter aber in ihrer großen Majorität wenden sich ab von dem Treiben solcher Schandbuben, welche aus Eigennutz, Dünkelhaftigkeit und allerlei unlauteren Motiven die höchste Joee, die der Befreiung der� Menschheit, besudeln. „Und was wird die fernere Folge jener„ehrlichen" Nichts- Würdigkeit sein? Daß die Arbeiter Breslaus keinen Saal mehr zu Volksversammlungen erhalten! Pfui! über dies Treiben. „Breslauer Arbeiter! Deutsche Arbeiter! Ihr müßt Euch, Ihr müßt die Arbeitersache vor solchen Menschen mit allen Mitteln schützen! Nichtsnutzigen Buben gebührt anders nichts, als Ohr- feigen 8).. Mehrere Arbeiter Breslaus". 1) Der Saal faßt circa 1500 Personen, und da derselbe un- gefähr zu zwei Dritttheilen gefüllt war, so kann sich Jeder selbst berechnen, wie viel hier hinzu gelogen ist. 2) Die scheinbare Majorität für Reinders hatte darin ihren Grund, daß dreser Herr über seine Person zuerst abstimmen ließ und dadurch die Stimmen aller Indifferenten, keiner Partei Ange- hörigen, für sich gewann, außerdem aber auch sehr viele der in compakler Masse um das Bureau herumstehenden Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins beide Hände in die Höhe hoben. 3) Diese Ansicht hat nun in der eitlen Selbstüberschätzung der Herren vom„Allgemeinen Deutschen" ihren Grund, unö hat sie selbstverständlich gar nicht in den Sinn kommen können.' 4) Unverschämt gelogen. 5) Der Antrag lautete:„den als Regierungsagenten und früheren Genossen des Herrn I. B. von Schweitzer be- reits genügend gekennzeichneten Herrn Hasenklever nicht sprechen zu lassen." Die Verstümmelung im„Neuen" ist jeden- falls deshalb beliebt worden, weil man die Kumpanschaft mit Schweitzer als nun einmal nicht wegzuläugnende Thaisache gern todtschweigen will, die Eigenschaft Haseuklever's als Regrerungs- agent aber immer noch abläugneu zu können glaubt. 6) Es wurde allerdings der Tisch, auf welchem Oehme stand, demselben von zwei fanatisirten Maurern unter den Füßen weg- gerissen und derselbe hierdurch zu Boven geschleudert, von weiteren Mißhandlungen jedoch durch die rasch zugeiprungenen Parteigc- nossen geschützl und verh.nderten die anwesenden Schutzleute eine von den Mitgliedern des Allgemeinen deuischen Acdeiter-VereinS beabsichtigte Prügelei. Aus dem Saale eulfernten sich'Oehme, Färber uud Kuhn mit dem größten Theile der übrigen Pacieige- nossen erst dann, als mindestens zwei Drittel der Anwesenveu den- selben bereits verlasse» halten. Einige unserer M tgheder waren sogar die Letzten im Lokale und hatten dann beim Nachhausegehen noch Gelegenheit zu sehen, wie mehrere Mitglftver des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins ihre Taschen von den Steinen eniieeaen, permittelst deren sie jedenfalls unsere Vertrauensmänner von der Recktschaffenheit ihres Präsidenten hatte» überzeugen wollen. 7) Der„Neue" könstatirr hier selbst, daß tue Polizei in Folge des von seinen Anhängern gcmachten furchtbaren Skandals die Versammlung aufgelöst hat, will uns aber trotzvem die Schuld hiervon in die Schuhe schieben. 8) Mit dem Schlußsatze stimmen wir vollkommen überein, be- sonders wenn diese Buben noch dazu Lügner von Profession stich. Da wir aber nicht Lust haben, unsere Hände an stdem solchen ver- logenen Schandbuben zu beschmutzen, so übergeben wir dieselben hiermit der wohlverdienten Verachtung aller vernünftigen, denkenden Arbeiter. Breskau, 21. August. Mit Bezug auf einen Artikel in Nr. 95 de«„Neuen Sozialdemokrat", ein Errculac betreffenv, weiches mit meinem Namen unterzeichnet, an die Cigarrenarbeiter der Fabrik von Otto Deter, Fnedrich-Wilhelmstiaße gelaugt sein soll, erkläre ich hiermit der Wahrheit gemäß, daß ecn solches Schriftstück weder von unr noch in meinem Auftrage geschrieben oder abgesenvr worden ist. Die ganze Angelegenheit kann also, falls sie nicht überhaupt etwa blos eine Ersiudung des„Neuen" ist, nur auf einem Miß» brauch meines Mamens oder auf einer Fälschung beruhn. Was das alberne Geschreibsel deö Maximilian Schlesinger in derselben Nummer des„Neuen" über 2 am 11. und 12. ds. Mts. hier stattgehabte Versammlungen betrifft, so halte ich es unter meiner Würde, etwas darauf zu erwiedern. Solchen dummen Jungen ist nur mit einer„schlagenden" Widerlegung beizukommen. Das ist jedenfalls das einzige und beste Mittel, denselben die krankhafte Sucht, in der Arbeiterbe- wegung eine Rolle spielen zu wollen, auszutreiben. H. Oehme, Vertauensmann. Kannover, den 20. August. Der Strike der hiesigen Tischler (Schreiner) dauert hartnäckig fort. Vor Zuzug wird gewarnt. Geldsendungen wolle man schicken an den Kassirer W. Schulz, Ballhofstraße No. 1. Die Strike-Kommission. xLnckenwaköe, 15. August.(Neue Ausbreitung.) Sonntag, den 20. Juli, hatten wir rn Treuenbritzen, da es uns bis jetzt nicht möglich war, Anknüpfungspunkte zu finden, durch einen hiesigen Parteigenossen eine Volksversammlung einberufen lassen. Ueber den ersten Punkt der Tagesordnung,«Die schlechte Lage der Arbeiterklasse, Mittel und Wege zu ihrer Verbesserung" referirte Parteigenosse Simon von hier, während Unterzeichneter über den Berliner Weberstrike sprechen sollte; jedoch kaum hatte der erste Redner geendet, als sich zur Diskussion der dortige Druckereibe- sitzer und Herausgeber des„Treuenbritzener Wochenblattes" ein Herr Hannebaum zur Widerlegung zum Wort meldete. Derselbe suchte unter wüthendem Gebrüll des stark vertretenen Spießbürgerthums den Arbeitern klar zu machen, daß wir bloö nach dort ge- kommen um letzteren die Groschen abzulocken und für die Reichs- tagSwahl zu agitiren und schimpfte auf unS sowie aus die Arbeiter. Unter Ander»' sagte er, die Maurer und Steinträger verdienten so viel, daß sie sogar im Weine schwelgten, die Arbeiter hätten sich gewiß nicht zu beklagen, denn der Fabrikant müßte ja da« Risiko tragen, woran die Arbeiter nicht dächten. Ein Maurer unterbrach diesen Herrn mit der Bemerkung, er solle doch einmal mauern um besser urtheilen zu können. Hierauf zeigte uns dieset Herr seine fleischigen Hände und meinte, er müsse gewiß auch arbeiten. Nun machten die Herren Bildungspächter, natürlich Herr Hannebaum obenan, einen solchen Skandal, daß Letzterer nicht widerlegt und der zweite Punkt nicht besprochen werden konnte. Ein Sparapostel suchte nun nach der Versammlung seine Mittel anzuempfehlen, wurde aber gründlich widerlegt. Die Versammlung mußte wegen befürchteter Handgreiflichkeiten geschlossen werden und zeichneten sich vorläufig 9 Mann in die Parteilistenein. � W. Ehrhard. Hffenvach. Zum Schuhmacherstrike. Eollegen allerorts! Wie bereits aus dem„Volksstaat" zu ersehen ist, waren wir gezwungen die Arbeit in der Dreschfeld und Wallerstecnschen Fabrik einzu- stellen. Der Sachverhalt war folgender: Seit einigen Monaten befindet sich ein zweiter Geschäftsführer in genannter Fabrik, der es sich zur Aufgabe machte, die Arbeiter in schmählichster Weise zu behandeln. Lange Zeit ließen es sich Einige der Verhältnisse wegen gefallen. Andere suchten sich anderweitig Beschäftigung. Vorstellungen Einzelner bei den Fabrikanten hatten kein Resultat, ja es wurde so mancher noch derb abgefertigt. Nun glaubte dieser Geschäftsführer, daß er wie gegen den Einzelnen so auch gegen die Gesammtheit vorgehen könne. Und so erfrechte sich dieser Mensch, zur Einleitung feines neuen Vorgehens, den Arbeitern ins Gesicht zu sagen, die Schuster seien alle elende nieder- trächtige Hunde, und wenn es wieder zu einem Strike kommen werde, so sei schon dafür gesorgt, daß der Brodkorb höher gehängt wird jc. Nach einem solchen Vorgehen deS Geschäftsführers konnten wir, wenn wir nicht jedes Charakters baar gehalten fein wollten, unmöglich schweigen. Wir beriefen in Folge dieser Vor- kommnisie eine große Schuhmacher-Versammlung ein, und es wurde in derselben beschlossen, ein Schriftstück zu verfassen, darinnen die Beschwerden den Fabrikanten darzulegen und zu erklären, mit Reiter(so heißt dieser saubere Patron) zusammen in einer Fabrik nicht arbeiten zu wollen. Die Antwort der Fabrikanten ging da- hin, die Sache gehe sie nichts an; sie erklärten außerdem, daß sie keine Veranlassung hätten, unserer doch gewiß gerechten Forderung zu entsprechen jc. Was blieb uns also übrig, wollten wir nicht als Hunde behandeln werden, als die Arbeit einzustellen. Collegen, Ihr werdet aus Obigem zur Genüge überzeugt sein, daß wir nicht anders handeln konnten als wir gethan, und hoffen wir, in Euer aller Sinne gehandelt zu haben wie wir gethan. Wir haben unö seit vorigem Jahr nach Beendigung'des Slrikes sehr viel ge- fallen lassen. Die Herrn Fabrikanten haben die uns gegebenen Zusicherungen nur zum kleinsten Theile gehalten, wir haben aber trotzdem dazu geschwiegen, um nur in keinen Conflikt zu kommen. Aber diesmal mußte selbst die Geduld eines an 16 Stunden Ar- beitszeit gewöhnten Menschen reißen, und hoffen wir, daß uns die Collegen in diesem gerechten Kampfe, der uns in brutalster Weise aufgezwungen wurde, nach Kräften unterstützen werden. Der Geist hier ist unter den Arbeitern ein ausgezeichneter, wir sind fest ent- schloffen, die Arbeit nicht aufzunehmen so lange unseren gerechten Forderung nicht Folge gegeben wird, doch müssen wir die außer Arbeit Stehenden unterstützen, von denen sich bereits die ledigen reisefertig machen. Schuhmacher allerorts! Thut Eure Schuldig- keit, wie wir solche stets gethan haben. Mit sozialdemokratischem Gruß. Im Auftrage der Mitglieder der internationalen Gewerkschaft der Schuhmacher. Schlanger. Gelder u. s. w. sind zu senden an Peter Müßig, Schloß- gasse Nr. 28. Affenvach a. M., IV. August. Im März dieses Jahres, bei Gelegenheit der Wahlen zum hessischen Landtage, woselbst hier in Schlosser's Liegenschaft eine Versammlung abgehalten werden sollte, zu welcher alle Diejenigen, welche Interesse daran hätten, den Kandidaten für den hessischen Landtag, Schuldirektor Greim zu hören, per Annonce eingeladen waren, erschienen auch selbstver- ständlich die Arbeiter Offenbachs und begehrten bei dem an der Thür stehenden Wächter Einlaß. Nachdem derselbe verweigert wurde, drangen die Arbeiter, gestützt auf die Annonce, indem sie den Thürwächter bei Seite schoben, mit Gewalt in den Saal, um, wenn nöthig, den würdigen Herrn Greim zu interpelliren und diesen Herrn der Fortschrittspartei einigermaßen parlamen- tarischen Takt beizubringen. Da sich aber diese Biedermänner auf eine Bureauwahl nicht einlassen wollten, so konnte die Versammlung nicht tagen. Die Herren Harmonielehrer begaben sich nun von dort aus in das Gasthaus„Zum Schwan", um hier Herrn Greim zu hören, welcher auch zur Zuftiedenheit der hiesigen Bourgeoisie gesprochen hat. Kurze Zeit darauf, nachdem diese sauberen Herren in der „Offenbacher Zeitung" ein Wuthgeheul gegen die friedenstörenden Sozialdemokraten losgelassen hatten, fühlten sie sich in ihrer hoch- gelehrten Weisheit veranlaßt, einen Verein zum Schutze des Der- sammlungSrechts zu gründen, in den sie alle friedliebenden nicht sozialdemokratischen Arbeiter ohne Beitrag und Aufnahmegebühr auf- nehmen, ja sogar jedem Arbeiter, welcher sich bei dem Vorstande meldete, per Post unentgeldlich eine Mitgliedskarte zuschickten. Da es aber glücklicher Wesse Niemanden vor der Stirn geschrieben steht, wer er ist, so gelang es mir, weil ich erst kurze Zeit hier arbeite, gleichfalls eine Mitgliedskarte zu bekommen, und ich konnte somit einer Versammlung am 1. August, in Schlosser's Liegenschaft, in der der von der Arbeitersä>aft bei engerer Wahl mit gewählte Reichstagsabgeordnete Advokat Derenburg Bericht über die dies- jährige Thätigkeit des Reichstags erstattete, beiwohnen. Herr Derenburg war von Seiten der Offenbacher in hiesiger Zeitung aufgefordert worden, in einer Volksversammlung Bericht zu erstatten, derselbe zog es aber vor, in oben genanntem Verein vor einer etwa aus 300— 400 meist aus kleinen und großen Bourgeois bestehenden Versammlung Bericht zu erstatten. Daß der Bericht ganz im Sinne der Herren Bourgeois ausfiel, brauche ich wohl nicht erst zu bestätigen; zu Nutz und Frommen der Parteigenossen will ich aber doch einige Punkte aus dem Berichte herausgreifen. So sagte der Redner, daß die liberale Partei jetzt viel schwerer zu kämpfen habe, als früher, da sich die soziale Frage in alle übrigen Fragen mit hineindränge, er gebe sich aber der Hoffnung hin, daß die Bürger Offenbachs wie bei allen so auch bei Lösung dieser wichtigsten Frage nicht zurückbleiben würden. Der Reichs- kanzler Fürst Bismarck sei ein Mann, dem kein Anderer an die Seite zu stellen wäre. Bismarck befolge die Taktik, alle tüchtigen Kräfte im Reichstage für sich zu gewinnen. Die Enthüllungen über den Gründungsschwindel Lasters hätten die nationalliberale Partei vor dem Untergange gerettet und die Gründungssucht aus immer be- seitigt. Die Ausnahmegesetze gegen die Ultramontanen seien ein genialer Schachzug. Die liberale-Partei habe aber trotzdem alle Ursache, bei den kommenden Reichstagswahlen auf dem Platze zu sein, da es leicht möglich sei, daß Ultramontane und Radikale eine ansehnliche Zahl in den Reichstag schickten. Und da, wie Redner zum Schluß sagte, durch Deutschlands Einheit das hessische Land sehr viel Freiheit erhalten habe, so bitte er alle Anwesenden, da- für zu wirken, daß bei den nächsten Wahlen wieder ein liberaler Kandidat als Sieger aus dem Wahlkampfe des Kreises Dirnburg- Offenbach hervorgehe. Wir brauchen wohl nicht erst zu sagen, daß auch wir aus dem Platze sein werden. Mit sozialdemokratischem Gruß Carl Ulrich. Kaiserslautern, 19. August. Im Jahre 1366 wurde der hiesige nationalliberale Stadtrath bei einer Neuwahl von dem demokratischen Arbeiterbildungs-Verein durch größtentheils bürger- liche Demokraten ersetzt, was während der ganzen Zeit zu Zei- tungsgezänk zwischen diesen Veranlassung gab, indem die Ratio- naltiberalen absolut wieder ans Ruder möchten. Der neue Stadtrath ist nun bis jetzt so zusammengeschmolzen, daß eine Ersatzwahl veranlaßt wurde, bei welcher die Betheiligung eine derart geringe war, daß die Gewählten nicht annahmen, wo- durch sich der Stadtrath genöthigt sah, abzudanken. Man hatte bei der Ersatzwahl schon von den bürgerlichen Demokraten über- sehen, daß seit 69 aus den treuen Mitgliedern des demokratischen Arbeiterbildungs- Vereins Sozialdemokraten geworden sind, und daß diese sich nicht mehr als Anhängsel wie früher gebrauchen lassen, sondern daß solche als Partei" ebenfalls Aniheil an der Verwaltung beanspruchen. Mögen sich deshalb die bürgerlichen Demokraten vorsehen, daß sie nicht durch die Nationalliberalen überstimmt werden. Nochmals: Tölckr als Geschichtsschreiber. Soeben ist erschienen:„Zweck, Mittel und Organisation des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins.— Ein Leitfaden für die Agitatoren, Bevollmächtigten und Mitglieder des Vereins"— von C. W. Tölcke. Im Selbstverlage des Verein?. Berlin, 1873. — Erster Theil:„Geschichtlicher Ueberblick über die Enlstehung und Entwickelung des Vereins."—„Ergötzlich zu lesen für Jeder- mann" hätten wir dem vorgedachten Titel— zur nachdrücklicheren Empfehlung des Büchleins— noch hmzugewünscht.— Auf Seite IV des„Vorworts" wird auseinandergesetzt, daß der.Verf. die Absicht habe, die„in den(Lassalle'scheu) Schriften zerstreut liegen- den sozialpolitischen Wahrheiten zu einem übersichtlich geordneten Ganzen zu verbinden, überall die Perlen Lassalle'scher Weisheit aufzufinden und sie zu einem glänzenden Strahlenkranz an- einander zu reihen."„Ks gehört..... ein ziemkicher Hrad von Scharfsinn dazu." Da diesen„ziemlichen Grad von Scharf- sinn" nicht jeder Arbeiter besitze, so habe er, Tölcke, sich zur vor- liegenden Arbeit entschlossen.„Die Generalversammlung(in Frankfurt, vom Mai 1373), beziehentlich eine von derselben ernannte Commission hat sich mit dem Inhalte durchaus einverstanden er- klärt, weshalb dieses Werkchen gleichsam als ein amtlicher Erlaß der obersten Behörde des Vereins zu betrachten ist."(S. 6.)— Und was besagt dieser„amtliche Erlaß"? 1. Daß der 48er Com- munistenbund" zu den„reaktionären Zauberkünsten" gehört habe (S. 8). 2. Daß das„Bergische Lanv" seit der Ronsdorfer Rede Lassalle's„noch jetzt den Namen„Lassalle'sches Gebirge" trägt"(S. 21).— 3. Tölcke„kann sich des Verdachtes unmög- lich erwehren, daß die ganze Verlobungs- und Duellgeschichte, wel- cher Lassalle zum Opfer fiel, planmäßig angelegt und durch- geführt wurde, in der Absicht, Lassalle �u beseitigen" (S. 24). Von wem? Das sagt zwar Tölcke rncht ausdrücklich, aber er gibt zu verstehen, daß Diejenigen gemeint seien, deren „Jntriguen, Schliche, Ränke und Schwänke seit Lassalle's Tode bis zu dieser Stunde auf die Vernichtung des Allg. d. Arb.-Ver. berechnet waren"(S. 24).— 4. Daß Liebknecht„schon im Kölner Communistenprozeß im Jahre 1830 eine höchst verdächtige Rolle gespielt hat"(S. 32).— 5. Tölcke nimmt„keinen Anstand, zu behaupten, daß die ganze Skandalgeschichte auf der General- verssammlung in Barmen(März 1669) im völligen Einverständ- niß der Herren von Schweitzer und Liebknecht aufgeführt worden ist"(S. 66).— 6.„Es versteht sich von selbst, daß Jeder, der es den wiederholten, bestimmten und unzweideutigen Entscheidungen des Vereins und feiner Behörden gegenüber noch weiter versucht, durch sogenannte„Versöhnungs"- oder Vereinigungs-Vor- schlüge die Wirksamkeit des Allg. d. Arb.-Ver. zu benachtheiligen, als ein Verräther der Arbeitersache betrachtet und— behandelt werden muß"(S. 103).— 7.„Mit verjüngter, gestählter und vermehrter Kraft steht der Allgem. d. Arb.-Ver. jetzt den offenen Feinden der Arbeitersache: der HUdaKtion*), der Kapitalmacht und dem Pfaffenthum gegenüber"(S. 105).— Was sonst in dem interessanten Büchlein steht: wie Herr von Schweitzer, der von Anfang an mit den„Ehrlichen" im Geheimen zusammenge- halten habe, so wie jetzt noch,„Taufende von Exemplaren des (weiland)„Agitator" in Bayern durch besondere Colporteure un- entgeltlich verbreitet" habe, und daß jenes Blatt auch„bei 50,000 Abonnements seine Kosten nicht decken" gekonnt hätte(S. 76); wie ferner Herr von Schweitzer im Juni 1866„hinterlistiger Weise den bedauernswerthen Zustand(des Vereins-ZwiespaltS) schaffte, um sich hinter demselben zu verstecken und die alleinige Absicht, den Mg. d. Arb.-Ver. einzig und allein zur Agitation für die Bismarck'schen Pläne, speziell für dessen famoses„Wahlrecht" mißbrauchen zu wollen, verheimlichen zu können"(S. 45); wie ferner vor dem Eisenacher Congreß 1369 von Herrn von Schweitzer und Sophiechen„die Komödie des Versuchs einer Einigung beider Veieine aufgeführt" wurde(S. 52); u. dergl. schöne Dinge mehr, das muß der wißbegierige Leser aus der Quelle selber schöpfen; ist doch unser Geschichtsschreiber der„Sauhirt" Schweitzer'» in ureigenster großmächtiger Person und muß er folglich Alles reckt genau wissen! *) Ein Druckfehler Tölcke's natürlich; aber ungleich ergötzlicher als derjenige Zahlendruckfehler des„Bolksstaat", dem Tölcke voriges Jahr einen Leitartikel widmete. Allgemeiner Böttcher-(Super-) Verein. OvillU Dienstag, den 26. August, Abends 8 Uhr: Versammlung im Heise'schen Lokal, Landsbergerstr. 15. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Klinkhardt über die Orga- nisationsfrage; 2) Verschiedenes. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht Der Bevollmächtigte. Parteigenossen! In den Bezirksversammlungm dieser Woche seit auf dem Platze. Das Agitationscomilö. Vrllunschtvelg«etallarbei?e?Äwerk"geuosseusch»ft. Die Versammlungen finden jeden Mittwoch Abend regelmäßig bei Schellbach, alte Knochenhauerstraße 13 statt. Der Bevollmächtigte: sS.s T. H. Müller, Scharrnstraße 22, II. Internationale Metallarbeitergewerkschaft. liljvtUUllj Vorfitzender: Rich. E. Z. Golf, Ehemnitz, Lindeu- straße 8, 1 Tr. Kassiree: Karl Herm. Htckethier, Chemnitz, innere Rochlitzerstraße 30, 3 Tr._ sm2s Aftmfmret Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Versammlung am Mittwoch, den 27. August, Abend« 9 Uhr, in Hansch's Clublokal, Schanenburgerstr. 14. Tagesordnung: Die Geschichte des allgem. deutschen Arbeitervereins, Vortrag von R. Praast. Gäste habm Autritt. Tischlergehülfen Leipzigs. Montag den 25. August, Abends halb neun Uhr: Allgemeine Versammlung bei Zeidler, gr. Windmühlenstr. Nr. 7.— Tagesordnung:. Die jetzige« Lohnverhältnisse. Das Erscheinen eines Jeden ist Pflicht. Da« Comite. Internationale Metallarleitergewerkschaft. Die Adresse des jetzigen Bevollmächtigten ist: Emil Kolbe (Schlosser), wohnhaft Äntonstraße 19, 3 Treppen. s3aws Allgemeiner Deutscher Schneiderdereiu. Dienstag, den 26. August, Abend« 8 Uhr: Versammlung im BereinSlokal, Gewandgäßchen Nr. 4.— Tagesordnung: Bericht der Agitation in Halle; Verschiedenes. Das Erscheinen Aller ist nothwendig. Der Bev. Utlindors Allgemeines Arbeiterfest. Sonntag den 7. September, Nachmittag von 3 Uhr ab, in den Räumen der„Centralhalle", bestehend in Znstrumeutalconeert, Begrüßung sremdcr Gäste und Parteigenossen, Festrede, deklamatiorische Borträge und Ball. Arbeiterfreunde und Parteigenossen von nah und fern sind zn zahl- reicher Betheiligung eingeladen. Eintritts billet«?>/, Sgr.; Damen müssen eingeführt werden. Das Festcomitö. Den Parteigenossen hiermit zur Kenntniß, daß da« Arbciterfest zu- gleich einen Delegirtentag vorstellen soll, zur Neugründung eines Agita« talionscomüü's für den Regierungsbezirk Magdeburg und das Herzog- thum Anhalt.— Folgende'Ortschaften werden aufgefordert, hierzu Dele- girte zu senden: Magdeburg, Halberstadt, Quedlinburg, Harzgerode, Horn« hausen, Niedleben und Staßfurt.— Für Freiquarlier wird gesorgt. Das Empfangscomitü ist m Güsten und Staßfurt am Bahnhof, kenn- bar durch eine rvthe Schleife. Im Auftrage: G. Röder, Vertrauensmann» Qlftitlfillt Sozial-demokratische Arbeiterpartei. �lUIUUU Unsere Mitgliederversammlungen finden bi» auf weitere» jeven Dienstag, Abend« 8 Uhr, im Lokale der„Volkshalle", bei Herrn Dotzauer, statt._[@.] Der Vertrauensmann. Aufforderung. Bürger„Feldbauer", Färber, früher frn Wien befindlich, wird hier- mit ersucht, ehestens seinen Aufenthaltsort an die Redaktion der„Gleich- heil" bekannt zu geben. Wien, den 20. August 1873. Die UntersuchungScommisfion. Avis An die Parteigenosien. Für die Jnhaftirten gingen ferner bei uns ein: Von Mylau durch Reichelt seu. 1 Thlr. 2 Gr.; von Magde- bürg von A. Klaar 5 Gr.; von Cöln durch Heinrichs 22 Gr.; von Fürth d. Löwenstein 25 Thlr.; von Augsburg d. Sch. 7 fl. 39 kr., und von anderen Parteigenossen 1 fl.; von Frankfurt a. M. d. Grimm 1 Thlr. 19 Gr.; von Sckmötn d. Saupe 15 Gr.; von Hamburg d. Schütze 3 Thlr.; von Berlin d. Babing 6 Thlr.; von Landshut d. Lippert 4 Thlr.; von Auerbach d. Wittig 12 Gr.; von Mainz d. Lemoisne Thlr. 5 16 3; von Pforzheim von� Freun- den aus dem Steinberg von Etzel Thlr. 1 20 6; von Schweinau d. Bauer 13 Gr.; von Ronsdorf d. Thierbach 20 Gr.: von Hamburg d. Lindinger 1 Thlr. 6 Gr.; von Forst i. L. d. Plonz Thlr. 2 4 4; von Oberlungwitz d. Degenhardt Thlr. 4 2 5; von Cöln d. Heinrichs 20 Gr.; von Augsburg d. Jelle und Scheller Thlr. 2 10 3, d. Endres 6 Gr. 10 Ps., Spielgesellschaft 6 Gr. 10 Ps., (zusammen 2 Thlr. 24 Gr.); von Bamberg d. Mamme Thlr. 1 7 9; von Schmöln d. Martin 11 Gr.; von Frankfurt a. M. d. Grimm 26 Gr.; von Breslau von den Cigarr-enarbeitern der Woll- steinischen Fabrik d. Fischer 2 Thlr. und 2 Thlr. zur Agitation; von Leipzig, Ungenannt, freiwilliger Beitrag 8 Thlr. 12 Gr.: von Franz Meyer in Mittweida 2 Thlr. zur Agitation. Die im April gesandten 2 Thlr. erhalten. Von Marburg d. Schneider 15 Gr. 3 Pf.; von Fürth d. Löwenstejn 21 Thlr.: Hamburg. Mit soz.-dem. Gruß, H. Benneke, kl. Schäferkamp 34. für Alcoy, Rom und Bologna. Alcoy. Der Sekreeair des Aeußern für die Spanische Föderal- kommission: Franz Thomas, Maurer. Rom. Der Sekretair de» Jnteniationationalen Vereins der Ar- heiter(Italien. Bundesgenossenschast): Dominico Facchini, Maurer. Bologna. Andreas Costa, für die Commission der Maurer und Handlanger. Die oben Genannten werden ersucht, ihre genaue Adresse sobald wie möglich an Unterzeichnetem gelangen zu lassen, um eine Correspondenz anzuknüpfen. Mit soz.-dem. Gruß F. Ernst Knos, Maurer, Palmstr. 55 bei Lindner sZas Dresden(Königr. Sachsen.)_ klar! Grün, Geschichte der sozialen Bewegung in Frankreich und Belgien wird gesucht. Sollte ein Parteigenosse da« Werk besitzen und es verkauf«- oder leihweise zu überlassen geneigt sein, bitte ich, mich zu benachrichten. Ockelmann, Hamburg. per A. Geib, Rödingsmarkt 12. Briefkaste» der Redaktion: Ehrhard in Luckenwalde: Wir haben den bei- gefügten Artikel der„Schw. Ztg." nicht mit abgedruckt, weil er nicht» als die von der gegnerischen Presse gegen uns geübte Niedertracht wieder- j taut. B. in London: Erhalten. der Expedition: V. C. F. Mnnl. Freiberg Ann. 1 Thlr. 15 Gr., Hdlch. Leipzig 3. Qu. 2 Thlr. Ärb.-Verein Vöslau 3. Qu. 1 Thlr. 4 Gr. G. B. Nürnberg Ann. 4 Gr. Photogr. 1 Thlr. 15 Gr. Nrt. hier Schr.j 3 Gr. Ech. hier Schr. 10 Gr. Forwld Markirch Schr. 3 Thlr. Wlth.| Leuba Ab. 8 Gr. Vgl. Burgstädt Ann. 12 Gr. Genofsenschaftsbuchdruckerei. Lntheilscheine bez. Antheilquittungen erhielten serner: in Leipzig: O. Schmdt. 10, E. Hsse. 4, Fr. A. Mr. 1, in Thonberg: M. D. 20. L. Eckst. Waldheim 2. in Nürnberg G. B. 45, G. F. 10, in Montignv I. G. 2 Thlr.__ H a d l i ch. Witrtäfmftt Literarischer Verein. Sonntag, dm 24. August, Vormittag» 10 Uhr: Monatsverjammlttng in der„Schützenhalle". Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Für den Ausschuß: F. Hörauf, erster Borfitzender. Fr. Wortmann'sche Buchhandlung in Berlin, Ueue Driedrichsflraße 31, liefert Buchbindern, ColMteuren:e. alle Zuschriften, Lieferungswerke jc. zu den billigsten medingungen. Reisende finden daselbst jederzeit dauernde» und vortheilhaftes Engagement. I4cs Bekanntmachung. Nachdem die hiesige Konsumgenossenschaft am 7. Mai d. I. auf Fol. 35 des Handelsregister»(Gerichtsamt Hartenstein) eingetragen und hieraus am 30. Juli a. c. da« Geschäft eröffnet, wurden in der General- Versammlung vom 3. und 11. August neu gewählt: Christian Friedrich Metzner als Vorsitzender, Friedrich Wilhelm Fritsch, dessen Stellver- treter. Carl Fürchtegott Seidel als Kasfirer, August Wilhelm Döhu als metriebsdirettor, Salomo Tröger und Moritz Vogel als Revisoren, was hiermit statutengemäß mit dem memerken bekannt gemacht wird, daß der metriebsdireftor gültig für die Genossenschaft zeichnet. Mülsen St. Niclas, am 12. August 1873. Der BerwaltuogSrath der Konsumgenossenschaft Mulsen St. NielaS. August Wilhelm Döhn, metriebsdirektor. Höflichst bezugnehmend aus vorstehende Bekanntmachung bringm wir den Arbeitern Mülsm« unser Waarenlager in empfehlmde Erinnerung, sie gleichzeitig um freundliche Unterstützung des jungen Unternehmens bittend, und zeichnen mit sozialdemokratischem Gruß sLbl «ug. Wilh. Döhu. Aut. Lippmann. Todes-Anzeige. Nach längerem Leiden starb vorige Woche unser wackerer Parteigenosse A. Schimmels. Leicht sei ihm die Erde. >0. Briese'in Parteiangelegenheiten sind von nun an zu richten an PH. Mai, Z. 3, Nr. 2._____________— Leipzig: Veramw. E. Casper.(Redaltion an» Expedttt»" Zettzerstr. 44). tlrua«ad Verlag»er Genossenschastssuchdruckerti.