T •rlÄrtnJ»»tniMch 8 Wo: » Lei?tist. CxntQnngni nebmni ati P»stauü«Ilta und Burv- h«id!llngtti d»» Ja« und ÄuZlandtS an. Ktltal.Lxptdinvuen für dt« vcreiuigtnr Staaten: F.». Sorg«, A»i 101 Sokoken, X. J. 0. S. LÄuriecker, M S. Market str. eorm. MMihob«tr. Cbioag«, UL Adenlmnentsprei,: Idttt Preußen inct.Stcm*«!- flenet 2 l®gt., fit dt« übrige» Deutschen Staaten 16 Kgr. »r» Quartal. JKanati• Adsnmemrnt» «erden bei alle» Deutsch«» Postanftalte» auf den 2. u. 8. Monat u. aus den 3. Monat besonder» angenommen, t««gr. Sachsen u. Hrigth. Gachs.-Altenburg aneb ans de» 1. Monat k 5' Zgr. augtnoBiai.u. OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternattonalenGewerksgenosscnschasten. ?fr. 77. Mittwoch, 27. August 1873. Die deutsche Aiedeltion 1�4�. Die Gefechtstüchtigkeit, Ueberlegenheit, den Muth der monarchi- > s chen und speziell hessischen Truppen stellt unser Spion verschmitzt �aden. und salsch dar. Er sagt gelegentlich emer bei der Oberlaudenbacher Ter Gedanke an die gold'ge Farbe der säbelerschwungene» Volksversammlung abgespielten Grenzreibuug:„Die Salven(der Milliarden macht die alten monarchischen Maikäser des Jahres 1849 über die Maßen lustig. Auch sie möchten an den Beutegeb „monarchischen Hessen! waren insofern von großer Bedeutung, als „sie erstens dem badischen Aufstande die Propaganda nach Hessen der» mitnagen. Solches Bestreben ist ihrer würdig und dagegen„gründlich verleideten und zweitens die Treue der großherzoglich weiter nichts einzuwenden. Den kleinen Scherz darf man sich er-!..hessischen Truppen� verbürgten. An die verthierten Söldlinge, lauben, auch für diejenigen Rebellionsmaikäfer von damals, die»die auf Bürger(RL. nicht einmal unbewaffnete) geschossen, wagte heute, zusammen mit Prudelwitz und Strudelwitz den Arineean"kein revolutionärer Verführer mehr heranzutreten". führcr und Reichsmehrcr Wilhelm verhimmeln, das Mi, knabbern Danach dürstender nttt ,enen Ereignissen unbekannte oder nur zu verlangen. Aber geschwindelt darf nicht werden bei der Gel tendmachung der Ansprüche. In einem für die teutonischen Braven geschriebenen Berliner nach monarischen Schulschilderungen gedrillte Offizier oder Soldat glauben, die„meuterischen" badischen Soldaten, von aus ihren Reihen gewählten Offizieren geführt, hätten gar nicht mehr gewagt, Bclehrungsblatte, genannt:„Neue militärische Blätter", von einem den von vielem alten Adel commandirten Hessen schuß- und hieb gewissen Glasenapp redigirt, steht in dem Aprilhefte dieses Jahres, weffe Rede� zu stehen. Soll die Spionenerzählung in diesem um das Interesse an jenen BUrgerkriegSprügeleien zu Gunsten der'snute verstanden werden, so ist sie eine Spionenlüge.„Kau -------•"--«■-------'-• � �- churdem"(ich habe Koth gefressen) sagt der Teheraner Fuzul (höherer Strolcb), wenn er auf Lügen ertappt wird, die er stets bereit ist behufs Erringung irgend eineö mavdacliel(schnöden Profitchens) loszulassen und sich nicht herauslügen kann. Unsere deutschen Fuzuls, trotz ihres Christenthums, sind vielleicht nicht ganz so naiv gewissenhaft als die persischen.(Siehe, Doktor Polack über Persien.) Dasselbe 3. großh. hessische Infanterieregiment, dessen Leute monarchischen Manövrirkncchte wach zu rufen, ein drolliges Auf- sätzchen, betitelt:„Militärische Erinnerungen. Baden". Der Ver- fasser sagt, er sei damals von Frankfurt nach Baden hineinge- schickt worden, um zu erforschen, ob die Zollgrenze zwischen Frank- reich und der Schweiz noch bewacht würde, und gesteht, daß er eigentlich richtiger, wackerer Spion gewesen. Nach 24 Jahren glaubt er ungestört die Geschichte fälschen zu dürfen. Nein, lieber Ge schichtsfabrikant, so ganz gemächlich darfst Du nicht dichten! Zu!.-,,■..... Deinem Leidwesen leben von denjenigen, die auf Deine Vizegötter ssch k>ei Obcrlaudenbach die oben erwähnten Lorbeer» Eingesackt schössen, auch noch einige, die weder zu träge noch zu schlecht be- hatten, erhielten zusammen mit vielen anderen Hessen und Nicht- Waffnet sind» um dich zu irdischer Wahrheit zurückzurufen. Mögest Hessen von�den Insurgenten am �Neckar� recht Wdstige Prügel. Die Du in Deinem Pickelhaubenhimmel mit ganzer oder halber Beam-.................. c»." tenpension und Spionenzulage weiter dichte»! Diese Zeilen kommen zwar weniger den Offizieren, den Lesern der„Neuen militärischen Blätter", zu Gesicht, als ihren Soldaten. So werden nun diese Soldaten sehen, welches Geschichtsmaterial Hessen gehörten nämlich zum Peuckerschen Reichscorps, welche« 18,97t) Mann zählte, d. h. stärker war als alle brauchbaren In- snrgenten zusammen. Es agirten ferner noch in erster Linie gegen die Aufständischen— man kann diese Dinge nicht oft genug wie- derholen, um den Geschichtsfälschern ihre Lügenarbeit zu erschwe- m das 1. preußische Corps unter Hirschseldt, und das 2. ausrückende Stärke" 20,046 und ihren gebildete» Offizieren ad Wilhelmi majorem gloriam aufge- ren tischt wird. unter Gröben, deren respektive Daß die Offiziere der damaligen badischen Armee zumeist eine 15,674 Mann war. Gesellschaft von stechen, unwissenden Lotterbuben bildeten, wie® war am 15. Juni 1849, als die Hessen zusammen mit den unser monarchischer Spion sagt, mag zugegeben werden. Demnach Mecklenburgern, von einem Obersten von Witzleben kommandirt, mußte„der gemeine Mann"' wohl nicht'ganz im Unrechte sein, durch den wackern Mögling aus dem von ihnen an demselben als er sich zum Schrecken des reaktionären Hos-, de« liberalen Tage genommenen Ladenburg geworfen und bis Heddesheim ge Stadt- und konservativen Landmichels in„Soldatenmeuterei,, er- jagt wurden. ging.„Reichsverfassung" oder„Republik", der arme Großherzog An diesem 15. Juni wurde auch die vom Generalmajor oder der armselige Brentano mögen ihm Nebensache gewesen sein, Wächter befehligte Vorhut des Reichscorps— es gehörten zu ihr es genügt, annehmen zu dürfen, daß ihm Hauptsache war, sich der außer 2 württcmbergischen Bataillonen, von großh. hessischen Trup- O ffizierslümmelei zu erwehren. Pen: 2 Bat. Infanterie, 2 Schwadronen Chevauxlegers, 4 Fuß- Hier sei bemerkt, daß Franz Sigel nicht, wie unser Spion 2 reitende Geschütze, 1 Pionierdetachement— von Käferthal nach sagt, aus den Reihen der badischen Offiziere„ausgestoßen" Virnheim zurückgeworfen. worden ist, was er sich allerdings auch hätte zur Ehre anrechnen Ferner mußte an demselben Tage ein Seitcndetachement des können, sondern, wie im„BrockhauS" zu lesen,„brachte ihn seine Reickscorps unter dem Obersten Weiß vor der Besatzung des Bekanntsckaft mit Hecker, Struve und anderen Liberalen bald in Schlosses Hirschhorn und den zu ihrer Unterstützung herankom- Konflikt in-r seinen Vorgesetzten, so daß er gegen Ende 1847 seinen wenden Freicorps nach Beerfelden abziehen. Dieses Seitendetache- Abschied nahni." Sigel, den der moderne bismärckische Wind be- ment zählte außer einem Bataillon Kurhessen und 2 Meklenburgi- nebelnd anfächelt, sollte von den monarchischen Schnapphähnen sehen Geschützen eine Schwadron großh. hessischer Chevauxlegers in Rückübersetzung des französischen estenapan) mit mehr Rücksicht seinen Reihen. behandelt werden, als es geschieht. Mit der von den„Neuen militärischen Blättern" erfundenen Ferner wollen wir hier auch gleich die andere Berliner„Neue„Ueberraschung" des Obersten von Witzleben an der Ladenburger Militär"- Lüge abthun, nämlich, daß Mieroslawski zum Antritt Brücke verhält es sich wie folgt: seiner Befeblshaberstellc 140,000 Gulden gefordert habe. Bren- In dem Beihefte zum Militärwochenblatte für Oktober, No tano schrieb an Raveaux, wie in der„Augsburger Allgemeinen vember und Dezember 1349, Seite 26, ist zn lesen: Zeitung" vom 15. November 1849 zu lesen, daß Mi-roSlawski 1)„Daß der Oberst v. Witzleben von dem Generallieutenant 160,000 Franken gefordert, im Ganzen aber nur 6000 Franken„von Peucker den Befehl erhalten hatte, so weit als möglich vor- �ls Reisegeld und weitere Ist, 000 Gulden empfangen hätte. Wie eS scheint, mußte er aus diesen Gulden die GehaltSzahlnngen an an- bcre polnische Offiziere bestreiten, die auf seinen Ruf nack Baden gekommen waren, und deren einige, wie z. B. Todian, Zmkowski Uud OborSki(bei Kuppenheim am 29. Juni mein unmittelbarer vorgesetzter) sich tapfer geschlagen haben. Mieroslawski erklärte gleich. 1849, als man ihm nachsagte, er hätte das Land mit vollen Tasche« verlassen, er glaube für die winzige Summe, die in seine Tasche geflossen, eine hinlängliche Anzahl royalistischer Preußen beseitigt zu haben. Wenn er, wie das Berliner Offizierblättchen „zu der verwerflichsten Sorte der Kandottieri" gehört,„die shren Degen verkaufen, auch wenn sie die Sache, an welche sie chn verkaufen, für verloren halten«, zu welcher Sorte gehörte denn B. der Prinz Salm, der erst preußischer Lieutenant, dann re- bublikann'cher Brigavegeneral in Nordamerika, darauf imperialistisch- Mexikanischer General bei Maximilian war, und schließlich bei �ravclo te als monarchischer preußischer Gardemajor das Ende seines L bens fand? Der verderbte Polacke! Ein guter Preuße �"rf nicht so dumm sein, feinen Degen„an verlorene Sachen" verkaufen. Die Deutschen sind immer verkäufliche Lanzknechtc gewesen— und sind es noch heute— die Polen eigentlichen erst, Und dann meistens auf antimonarchischer Rebellenseite, seitdem sie Russen, Oesterreichern und Borussen beraubt, getödtet und in Me Weltgegenden verschlagen worden waren. Mitunter verrechnen . die preußischen Lanzknechte auch, wie z. B. von Rahden, von i�ben und Andere, die vor einigen und dreißig Jahren zu den � panischen Karlisten zogen und gar wenig heimbracktem, nicht ein- | hinlängliche Extrakenntnisse,-um den repnblikanischen Faid- *rbc abfangen oder auch nur endgültig mit der Feder abtrumpfen können. Die Pacisication Badens ließen sich die Preußen allerdings '1,584,000 Gulden bezahlen. Nur nicht so bescheiden das nächste �l, mein lieber Mieroslawski, denn was Du nicht nimmst, das �ffsen kurze und lange preußische Generale! Und Brentano war «i?.— gescheuter Mann, daher er eS auch bis zum amerikanischen �wkelkvnsul gebracht hat. „zubringen I I 2)„Der Besitz von Ladenburg muß daher als das Haupt- „augenmerk eines in der Rheinebene gegen den Neckar vordringen- „den Corps betrachtet werden". 3)„In diesem besondern Falle wurde zugleich noch durch „einen Vormarsch gegen diesen Ort die nicht schwache Stellung „des Feindes bei Schrcierheiui umgangen, und derselbe mit der „Einnahme von Ladenburg wahrscheinlich zum Rückzüge nach Hei- „delberg genöthigt. Außerdeoi erschien es aber, nachdem sich das „Feuer in Mannheim hatte hören lassen, von besonderer Wichtig- „keit, mit seinen Truppen wirksam zu werden, um den Feind zu „verhindern, dort mit ungetheilter Kraft aufzutreten, wozu ihn so- „wohl die von Heidelberg nach Mannheim führende Eisenbahn, „als auch die Dampfschifffahrt auf dem Neckar im größten Maße „befähigten". 4)„Da nun sowohl der Oberst von Witzleben als der Unter- „chef des Generalstabs, Major Hindersin, von diesen Ansichten „durchdrungeu waren, und zugleich den weitern Fortmarsch der „1. Brigade hinter der 2. sicher voraussetzten, so entschloß sich der „Oberst von Witzleben auf Ladenburg abzurücken". Witzleben handelte also bewußt, planmäßig. Er nahm zuvör- derst Ladenburg den Aufständischen ab; gegen Abend jedoch wurde er wieder auf's Allerentschiedenste von Mögling hinausgeworfen. Er hatte sich zu weit vorgewagt, war„überrascht" von der Lang- samkeit und Unentschiedenheit der Bewegungen seiner eigenen Ka- meraden und wurde„überrascht" von der Entschiedenheit und dem Muthe der Aufständischen, die sich von seiner mecklenburgischen stoffeljunkerlichen Dreistigkeit nicht imponiren ließen. Am 16. fuhren die schüchternen Aufständischen fort, sich weiter gegen die Reichstruppen, die hessischen und andere zu schlagen. In der frühen, ersten Phase deS Gefechts wurde die Brigade deS Obersten von Wettershaufen(2 Bataillone des großherzoglich hes- fischen 4..Infanterieregiments, 1 Schwadron württembergischer Dragoner, 4 großherzoglich hessische Fußgeschütze) aus Großsachsen hinauSgeprügelt. Weitershausen verlor auch 2 Geschütze, die je- dock wieder von ihm zurückerobert wurden. Der Tags zuvor von Mögling bei Ladenburg verhauene Witzleben ließ das von den die Weitershausen'sche Brigade verfolgenden Rebellen geräumte Groß- sachsen durch 2 Bataillone ein preußisches und ein hessisches, im Rücken angreifen. Er fand nur 20 Nachzügler iui Dorfe,„die niedergemacht wurden«, wie das offizielle preußische Militärwochen- blatt in rührender Einfachheit erzählt. Man beachte diese brave Rache deS mecklenburgischen Bravo Witzleben. Und doch haben die „Neuen militärischen Blätter" die chrjstliche Stirn, sich über die schlechte Behandlung einiger badischer Drazoner-Offiziere(Glanbitz und Genosse) zu beschweren, die mit ihren Reitern als tageSkun- dige Verschwörer und Verräther im Lande herumzogen, von dem politischen„Leimsieder" Brentano nicht nur nicht erschossen, son- der», nachdem sie gefangen und eingesperrt, mit feiger Bescheiden- heit freigelassen wurden. Oie Aufständischen waren schließlich abgezogen, um nicht ganz abgedrängt zu werden. Weitershausen aber glaubte, sie wären wie- der in Großsachsen, welche Annahme seiner Scharfsicht gerade keine Ehre machte. Er griff den Ort an, und so kam es, daß die Weitershausen'chen Hessen auf die Witzlcbeu'schen Hessen schössen und auf das preußische Bataillon(38. Regiments) dem sie einen Offizier und einen Unteroffizier verwundeten. So verstand es der preußische Doktor Peucker mit dem Beistande seines bairischcn Stabschefs, deS Oberstlieutenant von Liel, seine Leute am 16. Juni zu beschäftigen, nachdem der preußische'Unterchef des Ge- neralstabs, Major Hindersin, der in späteren Jahren zum Ge- neral Emporgestiegene und Geadelte, sich Tags zuvor hatte in ganz dummer Weise von dem Rebellen abfangen lassen.(Schluß f.) Aus Spanien. „Die kantonalistische Bewegung," schreibt die„Fede- racion" vom 16. dieses Monats,„kann als beendigt angesehen werden. Sie ist gescheitert, weil sie nicht durch und durch re- volutionär war. In Kartaghena errichtete man eine Regie- rung gegen die Madrider Regierung. Eine Regierung kann nicht gestürzt werden durch eine andere Regierung, sondern nur durch eine Revolution. Wenn es gilt, eine Regierung zu bilden, will jeder politische Komödiant eine Stelle darin haben; woher es den» kommt, daß man sich sehr viel mit Personen beschäftigt, und die Revolution zu Grunde richtet. Es genügt nicht zu rufen: Hoch die Föderalrepublik! Was noth thut, ist, die revolutionäre Föde- ration praktisch zu üben, jede Regierung zu vernichten, die Arbeit zu organisiren, und die Privilegien und Monopole des EigenthumS mit der Wurzel auszurotten. AlleS Andere ist Spielerei. Möge das Volk das nächste Mal diese Wahrheiten nicht vergessen." Wir sehen, auch das Hauptorgan der spanischen Sozialisten giebl dem jetzt auf Kartaghena beschränkten Aufstand keine Hoff- nung. Aus dem Urtheil der„Federacion" erhellt des Weiteren, was schon in der neulich von uns mitgetheilten Denkschrift der Internationalen von Alcoh angedeutet war, daß die spanischen Sozialisten, wenn auch Einzelne von ihnen unzweifelhaft in den Strudel gerissen worden sind, als Partei der kantonaliftischen Bewegung fern stehn. Was in obiger Auslassung gegen den kantonalistischen AufstandSversuch gesagt wird, stimmt, wie die Le- ser deS„Volksstaat" auf den ersten Blick bemerkt haben werden, keineswegs mit unseren Anschauungen überein, obgleich wir unS durchaus nicht mit dieser Bewegung identifiziren wollen. Es ist grundfalsch, Regierung und Revolution als Gegensätze aufzufassen. Es kann auch revolutionäre Regierungen geben; und ohne re- volutionäre Regierungen sind Revolutionen überhaupt nicht durch- zuführen. Eine Revolution ist ein Kampf, und der Kamps erheischt die Zusammenfassung aller Kräfte, nicht deren Zersplitterung. Parteien haben in revolutionären Epochen im Wesentlichen genau nach denselben Regeln zu verfahren, wie Armeen im Krieg. Jede Partei, die das übersieht, gräbt sich selber das Grab. Das revo- lurionäre Frankreich war 1792 und 93 verloren, hätte es nicht die Gegner der Centtalisation, die föderalistischen Girondisten, sich vom Halse geschafft, und sich eine diktatorisch-centralisirte Exe- kutive gegeben. Diese Exekutive, diese ansübende Gewalt, welche die Kräfte der Gesammtheit organisirt und auf das erstrebte Ziel richtet, auf den Punkt hinwirft, wo eine Wirkung erreicht werden soll, nennt man aber Regierung. Nicht daß die spanischen Auf- ständigen eine Regierung hatten, ist Schuld an ihrer Niederlage, sondern daß sie keine revolutionäre Negierung, keine die Kräfte der gesammlen Aktionselemente zusammenfassende einheitliche Exe- kutive hatten. Njcht an einem zu wenig, sondern an ein zu viel von Föderalismus ist, die Bewegung gescheitert. Statt gemein- sam zu handeln, statt sofort, nachdem man sich von der llnfahig- keit der Madrider Parlamentsschwätzer überzeugt, eine einheitliche Revolutionsregierung zu organisiren, was unter gewissenhaftester Wahrung der„Autonomie"*) geschehen konnte, handelte jede Stadt planlos auf eigene Faust, und die Kräfte des Aufstands in einer unverantwortlichen Weise verzettelnd, machte man das wunderbarste der Wunder möglich, sich von den Madrider Fraubasen besiegen zu lassen. Ein General, der im Feld ähnlich verführe, würde ohne Guade und Barmherzigkeit von jedem Kriegsgericht zum Tod ver- urtheilt werden. Und von Rechtswegen! Doch für heute genug über dieses Thema. Wir werden dasselbe, sobald die gegenwärtige Phase der spanischen Revolution abgeschlossen vor uns liegt, ein- gehend behandeln, und den Mißbrauch, der mit den Worten: Staat, Gesellschaft, Regierung, Anarchie u. f. w. Seitens der po- litikfeindlichen Sozialisten getrieben wird, aufdecken und nach- weisen. Obgleich es zur Genüge festgestellt ist, daß die spanischen Sozia- listen an der föderalistischen Schilderhebung' nicht betheiligt sind, so dauert die von der republikanischen Partei in Szene gesetzte *) Selbstständigkeit der Theile. Gozialistenhetz docb ungeschwächt fort. Die letzte Nummer der„Federcicioii" zählt wieder zahlreiche Fälle der siandalösten und brutalsten Verfolgung auf. Wir wollen nur einige herausgreifen: 1) in San Lucar de Varrameda sind 150 Arbeiter eingesperrt worden, bloß w.il sie für Mitglieder der internationalen Arbeiter «ffoziation galten. 2) In Cebrija ist das Versammlungslokal der Sozialisten gewaltsam geschloffen, und ihnen alle Versammlungen untersagt worden. 3) In Valladolid wurde die Wohnung eines Internationalen, Namens Blanco, auf den unbegründeten Verdacht hin, daß er in den Aufstandöversuch der Jntrausigentes verwickelt sei, von den republikanischen Nationalgarden erstürmt, und Blanco wäre das Opfer der Ordnungsfanatiker geworden, wenn es ihm nicht gelungen wäre zu entkommen. Hierher gehört auch die Verhaftung der zwei Redakteure der .Solidarits Revolutionnaire" von Barcelona. Dieselben sind Pariser Communeflüchtlinge, und an den gegenwärtigen revolu- tionärcn Vorgängen völlig unbetheiligt. Die Verhaftung fand statt unter dem Vorwand, die betreffenden seien— Carlisten. Nun hätte man sie wirklich für Carlisten gehalten, sie wären nicht verhaftet worden. Da absolut nichts vorlag, und die Sache sehr böses Blut machte, so mußte die Freilaffung nach wenig Tagen erfolgen. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auf die Haltung von Barcelona während der ictzigcn KrisiS aufmerksam machen. In dieser wichtigsten Fabrikstadt Spaniens, welche die zahlreichste, am meisten von sozialistischen Ideen durchtränkte, und zugleich— wie die Geschichte sattsam bekundet— keineswegs der Thatkraft ermangelnde Arbeiterbevölkerung Spaniens enthält, ist auch nicht auf einen Moment die Ruhe gestört oder nur ernstlich bedroht worden. Und seit der Abdankung König Gottliebs sind die Ar- beitcr in Barcelona thatsächlich Meister. Die Bourgeoisie ist kotz ihrer Bürgerwehr machtlos, und die Garnison so schwach, daß sie gar nicht in Betracht kommen. Wenn trotzdem Barcelona sich von dem Aufstande ferngehalten hat, so ist, bei der odwal- tenden Lage der Dinge schon dies allein für jeden denkfähigen Menschen ein vollgültiger Beweis dafür, daß die spanischen Ar beiter und Sozialisten überhaupt dein Aufstände fernstehen. Politische Uebersicht. I» Nr. 231 der nachstehende Corre- — Internationales Stieberthum. «Frankfurter Zeitung"(Blatt 2) finden wir spondenz: „Wien, 15. Aug. Sie werden ohne Zweifel Notiz genommen haben von der gegen vier ftanzösische Flüchtlinge verfügten Aus- weisungSordre der hiesigen Polizei. Die Wiener Blätter, die trotz ihrer Furcht vor der Commune die Maßregel nicht billigen, ver dienen alle Anerkennung, sie irren sich jedoch sehr, wenn sie meinen, die diesseitigen Behörden handelten hierbei allein als Werkzeuge der Regierung vom 24. Mai. Allerdings weilt ein höherer Be amter der französischen Staatspolizei in Wien, allerdings sind von ihm die auf die Communards bezüglichen Akten der Wiener Po- lizei eingehändigt, aber sonderbarer Weise wurde gleichzeitig von Berlin aus auf die Gefährlichkeit namentlich des einen der Flücht linge, des verhafteten Chaslin, aufmerksam gemacht. Copien von Briefen, welche derselbe mit Londoner Internationalen gewechselt hatte, wurden nach hier gesandt. Aus den Schriften erhellte, daß englische, ftanzösische, deutsche und österreichische Arbeiter die Welt- auöstellung zu einem Rendezvous benutzen wollten, und von Ber- lin auS wurde deshalb mit Nachdruck ersucht, die Wiener Polizei möge ihren„übernommenen Verpflichtungen nachkommen". Zur Erklärung dieses sonderbaren Ansuchens erfahre ich Folgendes Die vielbesprochene, oft verschobene, endlich vorigen Herbst zu Ber- lin abgehaltene soziale Konferenz war nichts weiter als eine öfter reichisch-ungarische, preußische Polizeikonferenz, auf deren Tages- ordnung nicht die Bttathung sozialer Schäden-und die Mittel zu ihrer Abhilfe, sondern einfach die Einigung über polizeiliche Vor fichtsmaßregeln gegen die Internationale stand. Beschloffen wurde die Führung eines„internationalen schwarzen BucheS"; Preußen war, Dank der alten Verbindungen Lothar Bucher's, be- reits damals im Stande, sofort eine sehr intereffante Liste vorzu- legen, die seitdem von Oesterreich, Rußland und Frankreich beträcht- lich ergänzt worden ist. Man kam nämlich in Berlin überein, auch andere Regierungen, von denen man ein Entgegenkommen erwarten konnte, zur gemeinsamen Aktion einzuladen. Das Peters burger Cabinet zeigte sich sofort bereit und auch die Regierung Thiers besann sich nicht lange, diesem fteundnachbarlichen Vor schlag zn folgen. Von den übrigen Staaten haben, soviel ich erfahren konnte, nur Dänemark und Italien /(Beiträge" geliefert. Die in dem schwarzen Buch Verzeichneten stehen unter fortwähren- der Polizeikontrole. Ueber ihre Reisen von einem in den andern Staat werden die verbündeten Regierungen benachrichtigt. Inter- nationale Spione sind fortwährend unterwegs; in London und in Zürich ist eine förmliche internationale Centralpolizei organistrt. Die Fäden des Ganzen laufen durch die Hände Lothar Bucher's. Wie es scheint, benutzt die preußische Regierung den interessanten Mechanismus, um auch nebenbei einige spezifisch schwarz-weiße Zwecke zu verfolgen; denn es ist doch wohl nicht bloßer Irrthum, daß auf der Liste, welche zur Ergänzung des schwarzen BucheS jüngst von Berlin eingesendet wurde, zwei gegenwärtig in Oesterreich lebende deutsche Schriftsteller verzeichnet stehen, die zwar wcg:n ihrer anti- preußischen Gesinnung bekannt sind, aber nicht einmal Sozialisten, viel weniger Internationale genannt werden können. Der Staat, der das Geld nimmt, wo er es findet, sucht seine Feinde zu ver- derben, wo er kann. Charakteristisch für Preußen ist es übrigens auch, daß man Oesterreich den Vortritt zur Verfolgung der Inter- nationalen läßt, ja es gleichsam dazu zwingt.(Abgesehen von der Unmöglichkeit» eine Regierung, wie die österreichische, zu Schergen- diensten zu zwingen, wenn sie nicht selbst daran ihre Freude hat, sind wir auch der Meinung, daß die Verfolgung der Internatio- nalen, Sozialisten ic. der österreichischen Regierung ebenso sehr Herzenssache ist wie der preußischen. Red.) In Berlin ist man über das, was in hiesigen Arbeiterkreisen vorgeht, besser unterrichtet als in Wien, und schon mehr als einmal erfloffen von dorther Mahnungen zur Energie. Woher dieser Eifer rührt? Die Frage wird sich Jeder beantworten, der weiß, daß die Wiener Arbeiter- kreise nichts weniger als Preußen- und bismarckfreundlich sinv. Die österreichische Regierung soll es mit ihnen verderben, sie soll allein das Odium der Verfolgung auf sich laden. In Berlin denkt man an Alles; die antisozialistische Hetze füllt die Seele Bismarck'« nicht ausj, er kann die Internationalen noch vielleicht einmal zu sehr nationalen Zwecken benutzen. Darum faßt man sie in Preußen mit Sammthänden an und überläßt es andern— Sachsen und Bayern in Deutschland, Dänemark und Oesterreich außerhalb der Reichsgrenzen—, sie mit Energie zu verfolgen. Ja, Preußen hat einen„großen Staatsmann" an seiner Spitze. Benedetti war nicht der Letzte, der von ihm dupirt wurde." So der uns als wchlunrerrichtet bekannte Korrespondent der „Frankfurter Zeitung"»- dessen Mittheilungen wir allen Grund haben, im Wesentlichen für richtig zu halten. Gewiß ist, daß die vorjährige„soziale" Conferenz in Berlin einen ausschließlich po- lizeilichen Charakter hatte; und daß die soziale Politik der preußischen Regierung sich in den Herren Wagener und Stieber verkörpert, von denen der erster- mehr den sozialdemagogischen Theil, der letztere die nach ihm so benannte Stieberei im engeren Sinn zu besorgen hat— eine ganz„geniale" ArbeitStheilung. Daß Hr. Bucher, der sonst mit Vorliebe in„hoher Politik" macht,„auf Befehl" und nach Bedarf auch gemeine Polizei- und Spitzeldienste verrichtet, bezweifeln wir nicht im Geringsten. Es ist wahr, Hr. Bucher wurde, nachdem er da« Bismarck'fche Hand- geld angenommen, noch wiederholentlich von GewissenSskrupel» zernagt, und sträubte sich gegen verschiedene besonders schmutzige Arbeiten, die man ihm zumuthete; allein der gestrenge Herr und Meister, der ihn gekauft, war unerbittlich, und erniedrigte ihn systematisch, bis jeder Funke von Ehrgefühl uud Mannhaftigkeit in dem ehemals so gesinnungsstolzen Republikaner erstickt war. Wer A gesagt, muß B sagen; was fallt dem Kerl ein? Er gehört mir; ich will ihn schon dressiren!"— äußerte der gestrenge Herr und Meister einmal, als Herr Bucher in Bezug auf seine Verwendung Bedingungen zu stellen die Naivetät harte. Doch— das war vor 9 Jahre», und Herr Bucher ist seitdem „dressirt" und, gleich einer Dirne, die sich der Prostitution ergeben, an Alles gewöhnt worden. Er steht vollständig aus dem morali- schcn Niveau seiner Kollegen Wagener und Sticber. Lächerlich ist der�Versuch des Correspondenten der„Frankfurter Zeitung", die österreichische Regierung als von der preußischen versührl hinzustellen. Genas führt wohl, aber sicherlich nicht verführt; es gibt keine politische Infamie, die nicht einheimisch auf dem Habsburger Mist gewachsen wäre; und speziell in puncto der Sozialistcnhetze ist man in Wien durchaus original vorge gangen. Daß man die Sache plump angefangen; daß man die Nützlichkeit der Sozialdemagogie nicht begriffen hat— nun, das ist eben gerade recht original Oesterrcichrsch. Wahr ist, daß einige österreichische„Staatsmänner" eine Zeit lang die verrückte Idee hatten, die sozialdemokratische Bewegung sei von Bismarck künstlich nach Oesterreich importirt worden; indcß hat dieser Blöd- sinn selbst in österreichischen Minifterschädeln nicht hasteq können. Abgeschmackt' ist schließlich die Bemerkung des Correspondenten der„Frankfurter Zeitung", Bismarck„könne die Internationalen noch vielleicht einuial zu sehr nationalen Zwecken benutzen". Der Herr Correspondent verwechselt die Internationalen mit dem All gemeinen deutschen Arbeiterverein. Die„Internationalen" sind die einzige Partei, welche der Bismarck'schen Politik prinzipiell auf allen Gebieten schnurstracks gegenüberstehen, und, ihren Prin- zipien nach, nie in die Lage kommen können, zu söge- nannten„nationalen Zwecken" benutzt zu werden.�— Die Ehre ist gerettet, es gibt keine Spitzbuben im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitle— ausgenommen natürlich die unter den Waffen des Herrn Moltke. Der„Reichs- und Staats- anzciger" veröffentlicht nachstehendes kaiserlich-königliche Hand- schreiben: „Ich habe von dem mir unterm 16. v. M. eingereichten Be- richte der Specialtommission zur Untersuchung deS Eisenbahn-Kon- zessionswesens mit großem Interesse Kenntmß genommen ,und be- auftrage das Staatsministerum, den Mitgliedern jeuer Kommission für die anstrengende Mühwaltung und Sorgsalr, mit welcher sie sich der in meiner Botschaft vom 14. Februar er. gestellten Auf- gäbe in umfassender Weise unterzogen haben, meine besondere An- erkennung auszusprechen. Ich will nunmehr vom Staatsmiuisterium, dem ich den Bericht nebst Anlagen beifolgend wieder zugehen lasse, die Anträge erwarten, zu welchen sich dasselbe in Folge der durch die Untersuchung gewonnenen Resultate behufs Aenderung beziehungswecse Erwägung der gesctzlichenBestimmungen und Verwaltungsnormen in Betreff der Verleihung von Konzessionen zum Bau von Elsendahnen, sowie der Er- richtung von Eisenbahn-Aktiengesellschaftcn veranlaßt sehen wird. Der am Schlüsse meiner Bolschaft ausgesprochene Borbehalt ist seiner Zeit zur Erledigung zu bungen. Homburg v. d. H., den 1. August 1873. Wilhelm. Gr. von Roon. Camphansen. Von Kameke. Gr. v. Königs- niark. Achenbach." von Bestrafung der Schuldigen kein Wort. Es sind also offenbar keine Schuldigen vorhanden. Wazener'S Langfingerei— ein wüster Traum. Bismarck'« PressionSbrief— Ente. Die„Minister, welche Aktien haben"— Erfindungen der Zeitungsberichterstaiter, Lasker's Entrüstungsreden— Wind, Wind, Wind. Wir sind alle- sammt„ehrliche Leute", und der ganze gewaltige Tugendspektalel hat keine anderen greifbaren„Resultate", als„Anträge Behufs Aenderung beziehungsweise Ergänzung der gesetzlichen Bestlmmungen und Verwaltungsnonnen in Betreff der Verleihung von Konzes- stonen zum Bau von Eisenbahnen, sowie der Errichtung von Eisen- bahn-Aktiengesellschaften". Sela! Ob über die Verhandlungen der Kommission etwas ver- öffentlicht werden wird, nun— das„ist seiner Zeit zur Erledi- gung zu bringen"(denn auf die Veröffentlichungssrage bezieht sich der Schlußpassus des kaiserlich-königlichen Schreibens). Und wer jetzt nicht weiß, wie eö seiner Zeit zur Erledigung gebracht wird, der soll— Lasker heißen. Und Freund LaSker gedenke des schönen Studcntenliedchens: Geh Du nur immer hin Wo du gewesen hast, Und binde Deinen Gaul(den Parlamentsklepper) An einen dürren Ast! Hältst Du geschwiegen still Und's Maul gehalten fein— Du wärst jetzt nicht blamoren! Doch ein Lasker still schweigen und den im Lied namhaft ge- machten Körpeptheil halten— ebenso gut der Katze sagen, sie solle das Mausen lassen und dem Wagner, er solle sich von den„ehr- lichen Leuten" trennen. Wir bedauern unseren Westentaschen- Robesspicrre auftichtig, und geben ihm den guten Rath— selbst unter die„ehrlichen Leute" zu gehn. Sie werden ihn nicht zurück- weisen; er ist sozusagen hofffähig geworden.— — Ueber das Leben der veportirten Communalisteu finden wir in einem, von dem„Mirabeau"(in Verviers, Belgien, erscheinend) veröffentlichten Brief eines der Deportirten interessante Auffchlüsse. Der Brief ist aus der Halbinsel DucoS in Neutale- donien, am 23. April d. I. geschrieben, und es heißt darin: „Wir sind hier jetzt 516 Mann stark. Die zuerst Angekommenen(mit der„Danae" und der„Guerriöre"), wohnen in Holz- barrack.u, die 5 MetreS lang und 4 MeireS breit sind, und je 10 Mann beherbergen. In der heißen Jahreszeit sind es wahre Backöfen, wenn es regnet, sickert das Wasser zwischen den Brettern durch. Die zuletzt Angekommenen haben Zelte, in denen eS noch heißer ist, als in de» Barracke«. Wir haben hier MnSkito«, welche uns das Blut aussaugen, Legionen von Flöhen, Grillen, die über- all in den Barracken und Zelten herumhüpfen, Skorpionen u»d andere Insekten, deren Namen wir nicht kennen; man sollte denke», alle» Ungeziefer der Welt hätte sich hier Rendezvous gegeben. Seit Januar regnet es sehr viel; manchmal strömt tropisckcr Platzrege» 12 bis 15 Tage ohne Umerlaß vom Himmel herab, und ma» kann dann nicht ausgehen, ohne bis auf die Haut naß zu werden, und bis an die Knie im Wasser zu waden. Wir haben jetzt 2S bis 30 Grad Hitze im Schatten(nach dem in Frankreich gebräuch» lichen hundertgradigen Thermometer, der sich zum Reaumursche» verhält wie 10: 8) und wir haben 12 bis 15 Prozent Kranke. Die gewöhnlichste Krankheit ist die Ruhr; alle Deportirte habe» sie gehabt. Das kommt von der sehr wechselnden Witterung und der unzweckmäßigen Nahrung. Zum Schlafen haben wir je eine Hängematte, 2 Leintücher, eine kleine Matratze und eine Decke. Unsere Kleidung: Soldatcnhemd, Hosen von grauem Tuch, Blouse von Ditto, Flanellbinde, ein paar Schuhe, ein Strohhut und ein Flanellhemd(letzteres aber nur auf dem Papier, da wir es noch nicht bekommen haben). Nahrung: 250 GcammeS('/, Pfd.) Rindfleisch(Knochen eingerechnet); 60 Grammes Reis oder 120 Grammes Bohnen(welche sich hartnäckig dagegen sträuben, bei« Kochen weich zu werden): 20 Grammes Kaffee; 25 Gramme« Farinzucker; 8 Grammes Oel; 25 Grammes Essig; 22 Gramme« Salz. Das Fleisch ist mitunter verdorben und wird dann nicht durch besseres ersetzt. Friiches Gemüse erhalten wir nie. Kurz, wir bekommen die Feldranonen der Soldaten, mit Abzug de« Weins und Branntweins." Aus diesem Brief erhellt von Neuem, daß das Klima von Ncu- kaledonien ei» äußerst ungesundes ist, und daß die Deportirte« weder ein den bescheidensten Anforderungen genügendes Obdach noch eine Nahrung habe», wie das dortige Klima sie erheischt. Ueber den entsetzlich hohen Krankenbestand können wir uns unter diesen Umständen nicht wundern— die entsprechenden Todteu- listen werde» nicht ausbleiben. Die ftanzöfischen Gcsellschaftsretter verstehen sich auf die„trockene Guillotine".— Die bakunistischcn Sozialisten, zu denen bekanntlich die meiste» belgischen und spanischen Internationalen gehören, beabsichtigen vom 1. September an in Genf einen separatistischen Congreß abzuhalten, auf welchem„die Rekonstruktion(der Wiederauf» bau) der internationalen Arbeiterassoziation" erfolgen und Stel- lung zu dem am 6. September beginnenden eigentlichen Eon- greß der Internationale genommen werden soll. Die italienischen Separatisten, denen es in Genf nicht recht geheuer erscheinen mag, möchten den„antiautoritären" Congreß in Neufchatel, und zwar schon vom 27. August an abgehalten haben. Wir werden i« 14 Tagen mittheilen, was aus diesem Congreßprojekt der Soo- derbündler geworden ist, dessen Berwiklichung noch keineswegs sicher. Jedenfalls sei den Herren einstweilen gesagt, daß von einer„Re- konstruklion" der internationalen Arbeiterassoziation nicht die Rede sein kann, da die internationale Arbeiterassoziation absolut unver- ändert geblieben ist; und da es sich für die Herren Separatiste» ausschließlich um die persönliche Frag- handelt, ob sie, da« heißt Diejenigen, welche nicht ausgeschlossen sind, oder sich unmöglich gemacht haben, in die internationale Arbeiterassoziation wieder eintreten wollen oder nicht. Für die Organisation und das Wesen ver internationalen Ar- bciterassoziation ist eS völlig gleichgültig wie der Entscheid ausfällt. Die Nr. 3 des in Klagenfurt erscheinenden„Sozialpolitische» Volksblatt" ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft konfiszirt worden. Wie uns mitgetheilt wird, wird die betreffende Nummer in zweiter Auflage herausgegeben, sobald es dem Staatsanwalt beliebe« sollte, den oder die inkriminirlen Artikel zu bezeichnen. Vom Parteicongreß. (Vorläufiger Bericht.) Kiftnach, 24. August. Wenn die Ztürnberger Stadtpolizei heute hier wäre, so würde sie wohl mit tiefem Gram sich als eine jener Mächte erkennen, die stets das Böse wollen und doch da« Gute schaffen. Im fröhligen Thüringen, an der Wiege unserer Partei haben sich die Vertreter der deutschen Arbeiter zahlreicher zusammengefunden, als sich die Nürnberger Polizei, die auch keine« hängt, bevor sie ihn hat, jemals träumen läßt. Gerade das Ver- bot hat dem Congreß doppeltes Interesse verliehen und die eiftize Thcilnahme allein ist ein Beweis für die ftische Lebenskraft unsrer jungen Partei, die ausdauern wird, mag da kommen, waS d» wolle. Gewisse Staatsretter im Reich der frommen Stiebcrsitte haben indeß begreiflicher Weise keine Ruhe, wenn so viele„staatsgefähr- lichen" Elemente, auf einem Platze vereinigt, ihre Gedanken auS- tauschen. Sie haben deßhalb nach zu Nürnberg erfolgtem Verbot auch ihre Augen auf Thüringen gerichtet und das friedliche Weimar, wo bislang kein Vereins- und Versammlungsgesetz, wie ma« wenigstens zu sagen pflegte, den Staat vor dem Umsturz durch die bösen Sozialdemokraten zu schützen hatte, hat„reichSpolizeiliche' Anwandlungen bekommen. Polizeiliche Ueberwachung von ge- schlossenen Versammlungen war bisher in Thüringen auch nicht an der Tagesordnung. Aber der Mensch denkt und die Polizei lenkt, und sie brachte es glücklicherweise so weit, daß der Congreß nunmehr auch in Thüringen gerade so unter polizeilicher Ueber- wachung abgehalten werden muß, wie in andern deutschen„Staaten." Gestern hier angelangt, wurden nämlich unsere Freunde Geib und Norck. vor den Bezirksvirektor beschieden, welcher ihnen eröffnete, daß ihm bezüglich des Congresses Instructionen von dem groß- herzoglich wecmarischen Landesministerium zugegangen seien. Wir wollen nicht weiter nachgrübeln, was oder wer wohl da« weimarische Ministerium, das doch sonst mit ruhigem Blut alle« Arbeitercongressen innerhalb seines Gebietes zugesehen hat, zu diese« Vorgehen bestimmt haben mag; man munkelt fteilich, dies Bor- gehen sei von außerthüringischen„Größen" veranlaßt, die sich u« diesen Congreß bekümmerten, obgleich er sie schon in Rücksicht auf die.Grenzverhältnisse ihres ihnen zugewiesenen Wirkungskreises Nicht« anginge; doch was scheeren wir uns darum! Der Bezirksdirektot j hat G-lb und Yorck mitgetheilt, daß der Congreß polizeilich über- wacht werden müsse, was auch gestern Abend geschah. Zugleich I wurden betreffs der von der Eisenacher Mitgliedschaft auf heute einberufenen Volksversammlung anfänglich Schwierigkeiten gemacht, die zuletzt sich beseitigen ließen. Die Zahl der Delegirten hält jetzt, da ich dies schreibe, du Mitte zwischen 60 und 70; ein lebendiges Treiben herrscht in de« Räumen des Gasthauses zur Sonne. Die erste Sitzung, die gester« RachtS von 9'/, Uhr bis etwa um Mitternacht dauerte, brachte die üblichen GeschäftsordnungSdebatten mit sich. Der erste Vorst? wurde Geib auS Hamburg, der zweite Motteler aus Crimmitschau übertragen. Heute Vormittags wurden dem Congreß die Resultate der Arbeite« der MandatsprüfungSkommission unterbreitet; Horu in 1 rr F T ai d. la w S' 91 8 f Z" ;ne a» «r ?« ica er- 1 ige rer da «en\ )«' i<« )0t ar, a« die if Z5- cht Z-' ceß er- n» -te, 1 -ß' :a« leo es sr-! aS! auf b-« tor er- :ich Utk! cht. die oes er- die est» att vi trichttt e im Name» des Ausschusses über den Stand der Partei in der Zeit seit dem letzten Congrcß und über die Thätigkeit des Ausschusses! ebenso Oehme im Namen der Controlcommisston über bie Thätigkeit derselben. Heute früh wurde die Wartburg gemeinschaftlich besucht. Die Vertreter der bahnbrechenden sozialistischen Jvecn der Neuzeit in dem Stück Mittelalter— nun, eS befiel wohl Niemand eine An- Wandlung, lyrische Gedichte zu machen, aber mancher gute Sozial- demokrat betrat den schönen Saal, wo vor ein paar Jahren daS »deutsche Künstlerfest" stattgefunden hatte, mit ungemeiner Weh- wuth, denn der Saal muß leer stehen und er gäbe ein so prächtiges Congreßlokal ab. Zur Zeit findet hier Volksversammlung im Congreßlokal statt, Kokosky(Braunschweig) und Licnig(Hof) sind zu Referenten bestellt. Nach Schluß der Volksversammlung soll heute Abend der Congreß weiter tagen. Die Delcgirten gehen mit Eifer und Verttauen an ihr Wert; wögen sie ein entsprechendes Resultat erzielen! Gewerksqenossenschaftliches. Internationale Gewerkschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter. Crimmitschau, 14. August. Abrechnung des HauptkasstrerS vom 18. Dec. 1872 bis 5. Äug. 1873. A. Einnahme: Saldo-Vortrag von vor. Abrechnung Thlr. 49g 8'1. Beittäge der Mitgliedschaften: Dresden Thlr. 7, Frankenberg Thlr. 6 24 6, Deuben Thlr. 18 S 1, Passau Thlr. 3 25 4, Braunschweig 33 Thlr. 27 Gr., Hof Thlr. 11 10 9, Oelsnitz 4 Thlr. 2 Gr., Camenz 8 Thlr. 18 Gr., Hohenstein Thlr 8 6 7, Großenheyn Thlr. 29 21 5, Eßlingen 37 Thlr. 16 Gr., Gotha Thlr. 2 17 5, Pocsneck 3 Thlr. 10 Gr., Meerane 9 Thlr. 27 Gr., Chemnitz 17 Thlr. 5 Gr., Schönau 3 Thlr. 23 Gr., Berlin 6 Thlr. 20 Gr., Reuttingen Thlr. 2 3 5, Crimmit- schau 14 Thlr. 5 Gr., Gera 13 Thlr. 10 Gr., Schweinau Thlr. 32 16 5, Limbach 2 Thlr., Augsburg 6 Thlr., Wolfenbüttel Thlr. 5 4 8, Nowaweß 4 Thlr, Weimar 8 Thlr. 7 Gr. Summa 798 Thlr. 19 Gr. 6 Pf. | B. Ausgabe: 9. Jan. an die Chemnitzer Sinkenden lt. Be- leg Thlr. 20, 16. Jan. Auslagen für 2 Delegirte nach Weimar einschließlich Agitationsspesen(Gotha) lt. Beleg Thlr. 20, Bcrtre- tungskosten für 2 Mandate nach Weimar lt. Beleg Thlr. 2, 6. Febr. an die Chemnitzer Sttikenden lt. Beleg Thlr. 50, 16. Febr. an A. Müller in Weimar, Annoncen, Quartiergelder-Verläge.rc. it. Beleg Thlr. 2 15, 15. Mai eine außerordentliche Reiseunterstützung an einen fremden Genossen 20 Gr., 30. Juni an die Sttikenden in Hof lt. Beleg Thlr. 25, 7. Juli an die' sttikenden Weber in Berlin lt. Beleg Thlr. 15, 11. Juli an dieselben lt. Be- ieg Thlr. 15, 12. Juli an Rösch in Leipzig für 30 Stück Stem- hcl lt. Beleg Thlr. 5 5, drei Quartale des Volksstaat-Abonnement it. Beleg Thlr. 1 15, 31. Juli Agitationsspesen in Thüringen an ikfert lt. Beleg Thlr. 6 21 9, Verwaltungsspesen, Porto k. der Borortsverwaltung lt. Buch Thlr. 6 16 3, 5. Aug. Porto des Hauptkassirers Gr. 21, an Stolle, Schlegel u. Co. für Drucksachen (v. Juli 1372 bis 6. August 1873) lt. Beleg Thlr. 149 14 5, Saldo-Bortrag Thlr. 478 10 9. Sa.: 798 Thlr. 19 Gr. 6 Pf. Ernst Steh fest, Hauptkassirer. Die provisorisch gewählte Kommission der Mitgliedschaft Crim- Mitschau: F. Wilh. Heide, Julius End er, Wenzel Neßler. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. totha. Am 11. August sandte ich an Herrn H. Kegler roßenhain 3V Stück Statuten und erhielt dieselben am 17. August mit der Bemerkung zurück, daß, da die Mitgliedschaft in der Auflösung begriffen sei, er seinen Austritt erklärt habe. In Folge dessen ersuchte mich Kegler, nichts mehr an ihn zu senden. Dieses Vorgehen ist uns mehr wie räthselhaft, anstatt erst recht auf dem Posten zu sein und zu halten was zu halten ist, übe'-läßt der Bevollmächtigte die Mitglieder ihrer Gleichgültigkeit. Wir ver- langen, daß die Bevollmächtigten ihre Schuldigkeit thun, und wir werden von jetzt ab unnachsichtlich die Säumigen und Gleich- gültigen an den Pranger der Oeffentlichkeit stellen. Die Mit- gliedcr fordern wir auf, ihre Beamten anzuspornen. Es sind noch 8 Protokolle nebst Stempel in Großenhain und bitten wir die tteu gebliebenen Mitglieder um Ausschluß. Haltet tteu zusammen. Sollte unser Mahnruf nutzlos gewesen sein, dann bitten wir um Zurücksendung des ganzen Materials. Ebenso erwarten wir Nach- ncht von Fürth, Bayreuth und Amberg. Ferner machen wir die Bevollmächtigten aufmerksam, daß nach dem 1. September in die Gewerkschaft Eintretende zur Kcankenkasse treten müssen und um- gekehrt. In Eßlingen hat sich eine M tgliedschaft constituirt. In Braunschweig zahlt Reiscunterstützung A. Brennecke, Stoben- straße 4. In Mühlhausen ist BevollmaMgter H. Heußner bei Schuhmacher B. Müller, kleine Burgstraße. In Stuttgart zahlt Reiseunterstützung Weißer, Brunncnstraße 24. In Koburg rst Bevollmächtigter Th. Simon, Schnhmackrmeister, Steinwez 119. Christian Gclcha, Kas sirer. Reiner, Controleur. Für die Verwaltung: W. Bock. Allgemeiner deutscher Schnciderverein. ßhemititz, 21. August. Nachdem in der letzten Mitglieder- vttsammlung Georg Schöffe! sein Amt als Geschäftsführer nieder- legte(siehe auch Nr. 73 des„Volksstaat") wurde Unterzeichneter an dessen Stelle, sowie A. F. Blumenberg als Vorsitzender ge- tvählt. Gleichzeitig theile ich den Mitgliedern mit, daß von der General- Versammlung zu Gotha als Sitz des Ausschusses Braunschweig, und Rürnberg als der der Controllcommission bestimmt wurde. So- «ald mir die Wahlen der beiden Behörden bekannt sein werden, irfolgt sofort die Veröffentlichung im„Volksstaat" und wird, falls Vach Verlauf von 8 Tagen(von der Bekanntmachung an gerechnet) lsin Einspruch gegen die Gewählten erhoben werden sollte, sofort die Geschäflsführung an den neuen Ausschuß zu Braunschweig über- geben werden. Bis dahin sind alle Briefe und Aufragen an Unter- ieichneten zu richten.— Weiter gebe ich gleichzeitig bekannt, daß sich wieder eine neue Mitgliedschaft zu Bamberg gegründet hat. Wir rufen diesen unfern veucn Kampfgenossen ein herzliches Willkommen zu! Als Bevollmächtigter wurde Ruhl, Sandbad 1691 bei Schneider �aste und zum Kas sirer Habermann gewählt. Mit kollegialischem Gruß H. Weck, z. Z. Geschäftsführer, Sonnenstt. 747 1 Tr. Correspondenzen. . Murze«. Am 16. August fand hier eine Volksversammlung llatt, in der Herr Ramm aus Leipzig in einer anderthalbstündigen Rede über die Land- u»d ReichstagSwahlcn sprach. Er bekannte zuerst, daß er Sozialdemokrat sei und daß man sich auch von dieser Seite bei den nächsten Wahlen betheiligen würde. Bei den Reichs- tagswahlen müsse man das ganz besonders thun und nur solche Leute wählen, die das Wohl der gesammten Menschheit im Auge hätten. Hierauf sprach Herr Heßler aus Leipzig über die heu- tigen faulen staatlichen Verhältnisse. Derselbe kennzeichnete die Zusammensetzung des Reichstags und erklärte, was von diesen Leuten zu erwarten wäre. Redner wies auf die Kandidatur des Herrn Fink hin, die von den sächsischen Sozialdemottaten im 11. Wahltteis in Aussicht genommen sei. Da nun der Vorsitzende schon früher gefragt hatte, ob Jemand gegen das Referat sprechen wollte, so meldete sich doch jetzt ein Herr Winkler als Gegner zum Wort. Dieser Winkler legte eine für einen gebildet sein wollen- den Menschen geradezu empörende Unkenntniß an den Tag speziell über die Sozialdemokratie sowie über die Arbeiterbewegung im Allgemeinen. So sagte dieser„Gebildete" u. A., die Sozial- remokraten seien eine rohe Masse, Wühler u. s. w. Sie brächten nur Schaden und Unheil ins Land. ES müsse eine Regierung, ein Oberhaupt und Polizei geben. Ja wenn die Sozialdemokraten im Lande blieben, aber sie wollen die ganze Welt regieren. Und solchen Unsinn mehr förderte der Redner noch viel zu Tage. Hieraus meldeten sich Weschke, Lüders und Geißler aus Würzen zum Wort, welche ihn so ttefflich zurechtwiesen, daß er bei seinem Fort- gehen versprach, sich besser» zu wollen. Dann ipurdc folgende Resolution gegen 2 Stimmen angenommen:„Die heutige Volks Versammlung erklärt, bei den nächsten Reichstagwahlen im 11. Wahl kreis für den Kandidaten Fink aus Leipzig zu agitiren und zu stimmen."— Bemerkt sei nocb, daß zu einem Wahlsond sofort 2 Thlr. gesammelt wurden. I. A.: Lüders, Vors. Araunlchweig. College» allerorts! Der Congreß ist vorüber und"seine Arbeit ist Euch gewidmet. Er hat aus solider Grund- lag- den Grundstein zum Tempel der Einigkeit gelegt. Die Schran- ken der einst so mächtigen Burg der Zünfte sind gefallen. Eine freiere, den Forderungen der Zeit enssprechendere und die Col- legen allerorts nmfissende Organisation» die internationale Ge- wertschaft der Maler, Lackirer und Bergolder, ist vom Congreß als die Organisation, die gegen die grausame ÄuSbeutung und Anmaßung unserer Pricipale anzukämpfen vermag, anerkannt. Am 6. d. Monats fand die Neuwahl des Gewerkschafts-AuS- schusses statt. Bei der engeren Wahl im Ausschusse wurde der Unterzeichnete zum Geschäftsführer, Herr Schuldheiß zu dessen Stellvertteter, Herr C. Brandes zum Schriftführer und C. Berg zum Hauptkassirer gewählt. Alle Briefe und Correspondenzen sind an den Unterzeichneten, Geldsendungen jedoch an Herrn C. Berg Sücklint No! 14 einzusenden. Hiermit finden folgende Ortsvorstände ihre Bestätigung: Für München als Bevollmächtigter: Herr A. Bierwirth Dachauerstr. 62; als Kassirer Herr H. Borhart. Für Dresden als Bevoll- mächtizter: Herr W. Rosenbaum Gcrberstr. 14 2 Treppen; als Kassirer Herr A. Gathemann. Für Braunschweig als Bevoll- mächtigter: Herr A. Schüßler Wallstr. No. 32; als Kassirer Herr L. Hintze. � Für den Ausschuß: Th. Rosenkranz, Derenburg-Twete 3. Kannover, 22. August. Alle Arbeiter Deutschlands ersuchen wir, den Zuzug von Tischlern nach Hannover streng zu verhin dern, indem die Meister die List gebrauchen, in vielen Zeitungen den Strike als beendet zu erklären, dabei fahnden sie eifrigst nach Gesellen, denen sie einen sehr hohen Lohn versprechen. Es ist desyalb Pflicht eines jeden Arbeiters und Handwerkers, jedem Tischler Kcnntniß zu geben, daß der Strike hartnäckig fortdauert, Jedoch wenn die Arbeiter Deutschlands uns fest und treu in die- sent Kampf zur Seite stehen, dann werden auch wir gewiß den Sieg davontragen. Geldsendungen wolle man senden an unser» Kassirer W. Schulz, Ballhofstraße Nr. 1. l�B. Der Arbeits-Nachweis für Tischler befindet sich nur allein auf der Tischlerherberge, Ballhofstraße Nr. 1. Köln, im August. Der parzielle Strike der hiesigen Tischler dauert fort. Auf den meisten großen Werkstätten ist die 9»/, stün dige Arbeitszeit eingeführt: der Durchschnitt im Tazelohn steht auf 1 Thaler. Einige Meister haben sich gegen unsere gerechten Forderungen sehr gesträubt, vor allen Dingen die Gebr. Deusen Johannesftr. 43, welche sogar den 14 täzigen Lohntag noch haben; arbeitet ein Geselle dort, so wird ihm 1 Thlr pro Tag zugesagt, er bekommt aber alle 14 Tage blos 10 Thlr. ausbezahlt, ob man im Tagelohn oder auf Accord steht bleibt sich gleich; weshalb die Gebr. Deusen das thun, kann sich jeder Geselle leicht denken. In der Möbelfabrik Pallenberg haben die Gesellen den wöchent- lichen Lohntag nach 2 tägiger Arbeitseinstellung bewilligt bekommen. Allen College» und Fachgenossen von Nah und Fern zur Kennt- rnß, daß sich das ArbeitSnachwcisbureau des FachoereinS der Tisch- ler Cötns bei Herrn Carl Breuer, Eizelstein No. 25 befindet. Dahin ist auch das Vereinslokal verlegt worden. DaS Lokal ist ein Wirthschaftslokal, welches von Parteigenossen gegründet ist. Es liegen dort ziemlich alle Arbeiterblätter Deutschlands, Oester- reichs, der Schweiz und Hollands auf. Ferner hat der Fnchoerein eine Krankenkasse gegründet, in neuerer Zeit ist von mehreren Mit- gliedern die Gründung einer Zeichenschule in Anregung gebracht, ob es ausführbar ist wird die Zeit lehren. College» allerorts, wer nach Cöln kommt der meide die christliche Herberge„zur Her math", er suche dagegen daS Arbeitsnachweisbureau auf; es ist eines jeden Gesellen Vortheil. Mit collegialischem Gruß Tk. de Vaque, Schriftführer. Iranstfurt a. W.„Ein Wort über die Gewerkschaftsbewe gung." Unter dieser Rubrik brachte der„Volksstaat" in Nr. 75 eine Correspondenz aus Hamburg, deren Veranlassung der an Ostern gegründete Verband der Buchbinder war, und welcher dem Einsen der Veranlassung gab, dieses Thema, um mit seinen eigenen Wor ten zu reden, einer strengen, aber rein sachlichen Kritik zu unter ziehen. Gehen wir zur Beleuchtung dieser rein sachlichen Kritik über, so drängen sich denn doch uns mancherlei Bedenken auf. Nehmen wir einmal an, daß die Hamburger Kollegen nur aus Prinzip, und nicht aus Parteianschauung, sich seither dem Verbände ferngehalten, so ergibt sich folgerichtig, daß dieselben Gegner der Gewerkschaften sind, ttotzdem in Hamburg selbst ein Lokalverein der Buchbinder besteht. Nun kann ich aber nicht begreifen, wie die Hamburger Buchbinder zu gleicher Zeit Lokalvereinler und Verbandsgegner sein können, zumal ja der Verband nur eine Ver- einigung von Lokalvereinen ist. Ich glaube nicht, daß Hamburg das Eldorado der deutschen Buchbinder ist, sondern daß sich dort auch ein guter Theil von dem sprichwörtlich gewordenen Buchbinder- elend vorfindet. Nun ist eS uns aber natürlich nicht gleichgiltiz, wenn sich die Kollegen einer Stadt wie Hamburg von der Ver- einigung fernhalten und durch ihre Sectirerei die allgemeine Ver- breitung des Verbandes lahm legen.„Druck erzeugt Gegendruck." Selbstverständlich. Ich frage aber meine Hamburger Kollegen, ist unsere Lage derartig, daß es Frevel wäre, Druck auszuüben? Oder: befinden wir uns nicht in der Lage, daß e« Frevel gegen u»< selbst, unser Menschenwürdiges Dasei» und unsere Zuk»«ft wäre, keinen Versuch zu machen, um uns die Frucht unserer Arbeit und unseres Schweißes zu sichern? Es ist eine traurige, aber unumstößliche Wahrheit, daß gerade die am we-testen Zurückstehe»- den die wenigste Energie und Thatttast und die geringste Ein g- keit entwickeln, um ihre Lage zu bessern. Das eherne Lohnzeietz findet auf uns noch nicht einmal Anwendung, denn ein Buchbiu- der, mag er sich unter den jetzigen Lohnvcrhältnissen quälen u id schinden wie er will, verdient kaum so viel, als er zum elendeste» Leben gebraucht. Der Schlußsatz der Hamburger Correspondenz: „und folglich mit dem Niederlegen der Arbeit dem Verhungern preisgegeben ist", lautet empörend als Warnung von Arbeitern an Arbeiter. Wahrlich, es muß weit gekommen sein, wenn ein Arbeiter den ander» auffordert, lieber durch Fortarbeiten halb, als durch Arbeitseinstellung ganz zu verhungern. Dem Satz:„Einige für unsere erhabene Idee gewonnene Arbeiter sind uns mehr werth, als ein gut durchgeführter Strike", rufen wir entgegen: gebt uns Brod, denn es ist eine traurige Zumuthung, einem Manne nut hungrigem Magen ein Stück Culturarbeit aufzubürden. Ob die Gewerkschaften den sozialen Ideen noch nichts genützt, möchte ich bezweifeln. Gar Mancher ist gerade erst durch die Gewerkschaften damit bekannt geworden. Darum, Kollegen allerorts, und beso i- ders Ihr Hamburger, schließt Euch uns an, helft uns ein menschenwürdiges Dasein führen und Ihr habt auch ein Stück Culwr- arbeit vollbracht, dessen Früchte Ihr erndten werdet. Tretet eul für die Solidarität der Arbeiterinteressen und Jyr müßt siegeu. Mit kollegialischem Gruß: G. Corell. Iranstfnrt a. W. Zum KathedersoziallsmuS. Uns- Parteigenosse Carl Hillmann hat im„Correspodent für Bmü- drucker", dessen Hauptmitarbeiter er bekanntlich ist, längere Recen- sionen über kathedersozialistische Arbeiten veröffentlicht. In den Hillmann'schen Aufsätzen findet sich neben vielem Richtigen auch manches Falsche, das aus theilweise Unkenntniß der Sachoerhäl-- nisse zurückzuführen ist. So verficht Herr H. abermals die falsche Ansicht, die Gewerkoereine seieiz an sich polirische Vereine, ohne zu bemerken, daß diese Theorie bei den herrlichen BereinSgesetzen, d.e über deu größten Theil Deutschlands walten, den herrschenden Machten eine» angenehmen Borwand zum beliebigen Einschreite t gegen die Gewerkoereine bietet. Die gewerkschaftlichen Vereinigunge l müssen sich» um gegen die deutschen Gesetze nicht zu verstoßen, von politischen Dingen fern halten. Sie dürfen keinen Anlaß bieten, sie für politische Vereine zu erklären; das sage ich natürlich nicht aus Respect vor jenen sogenannten Gesetzen(man weiß, wer sie gemacht hat!—) mit deren Kultus man die Menschen verdummeu will, sondern nur, damit die Feinde der Gewerkschaften ihre Eni- Wickelung nicht stören können.— Hr. Hillmann überschätzt auch im Ganzen die kathedersozialistischen Schriften, z. B. das Buch de» Prof. Held über die deutsche Arbeiterpresse. DaS hat die„gründliche" deutsche Gelehrsamkeit offenbar zusammengeschrieben, nachdem sie sich ein Vierteljahr auf verschiedene Acbeiterblätter abonairt hatte.(Im Vorbeigehen: Herr Prof. Held, der wohl allein den „Volksstaat" und den„Neuen Soc.-Dem." längere Zeit gelesen hat, stellt mit großer Geschicklichkeit nur solche Artikel des Berliner Organs der Arbeiter Bauerfanger als Probe zusammen, ans Grund deren er seinen Schützlingen Hasencleoer u. s. w. ihre Eigenschaft als geheime Reaktionsagenten abstrelten kann, die comoromittireu- den Artikel unterdrückt er sorgfältig. Merkt Ihr was?) Den schlimmsten Bock— ich will kurz sein— macht Freund Hillmann in seiner Kritik des Gutachtens über Emigungsämter von Julius Schulze, Haudelskammersecretäc in Mainz. Hr. Schulze sagt, der beste Hebel, den EinigungSämteru Eingang zu verschaffen, sei die socialdemokratische Agitation, da diese am besten sich eigne, die Gedankenlosigkeit der meisten Arbeiter zu brechen.— Das spricht Herr Schulze, um die Fabrikanten weidlich zu schrecke», damit sie seinem Herrn Bisuiarck und ihm(denn auch für ihn fällt dabei Etwas ab!) in die schützenden Arme laufen. Zveideu- tig ist der Ausdruck absichtlich, weil der Kathedersocialismus ja auch die Arbeiter anlocken soll. Herr Hillmann läßt sich in der Thai verleiten, in den Schulze'schen Worten eine Anerkennung der Socialdemokcatie zu finden. Wer Herrn Schulze nach seiner „Thätigkeit" näher kennt, wird darüber genug staunen. Die Schulze'sche Ansicht über die socialdemokratische Azitation sollten sichs meintHillmann, die Staatsanwälte in's Album schrei- ben lassen und ihre Thaten danach einzurichten suchen. Herr Julius Schulze in Mainz, ein Muster, von dem die Staats- anwälte lernen sollen! Ja freilich können sie noch von ihm lernen, aber was? Das noch eifrigere Anklagen und Verfolgen, das können vie Staatsanwälte von den Mrinzer Kathedersocialisten lernen. Die giftigsten Berichte über die Arbeiterbewegung in der„Kölner Zeitung",„Weser-Zeitung", in einem Frankfurter Denuncianten- blatt u. s. w., datirt aus Mainz oder vom Mittelrhein, sind von Herrn Julius Schulze; eine von Eltstellung und Verleumdung strotzende Rede gegen die Socialdemokratie, gesprochen in Kaiser«- läutern, im Separatabdruck von dec Gesellschaft für Volksbildung (!!!) verbreitet, ist von Hrn. I. Schulze; eine stattbekannte De- nunziation gegen ven Arbeiter Leyenvecker in Mainz wegen einer öffentlichen Rede desselben, sie ging von Herrn Schulze aus, der sich öffentlich ob dieses DenunzirenS rühmte,— aber der Staatsanwalt gab der Denunziation nicht die gewünschte Folge, siehe da, was die Staatsanwälte von Herrn Julius Schulze noch lernen können! Und dieser selbe Handelskammersekcetär Julius Schulze ist Ausschußmitglied der Kathedersozialisten und ladet mit zur Bildung eines Vereins für Sozialpolitik ein, und ebenderselbe ka thedersozialistifche Held ist ein Hauptkämpe für die Wiederwahl des Haup-„Gegners" des Kathedersozialisten Ludwig Bamberger in Mainz. Es ist genug. Wer den Schwindel noch nicht inerkt, der von Berlin aus vermittels Sticber, Wagener, Allgem. deutscher Arbeiterverein und KatheversozialiSmns getrieben wird, Hessen Ge Hirn ist mit Stroh gefüttert. Avolf Sabor. Kof, 10. Aug. G-st-m fand Hierselbst eine Versammlung der Mitglieder der Gewerksgenossenschaft, einberufen von Hirru (Jena, statt. Vor Eröffnung der Versammlung forderte der an- wesende Polizeicommissäc, Herr Ofsiziant Schatz, den Einberufer der Versammlung auf, die im Saale anwesenden Frauenspersonen zum Verlassen desselben aufzufordern, welchem Verlangen auch von diesem nachgegeben wurde. Hieraus ergriff Lienig das Wort und führte auS, daß diesem Verlangen nicht entsprochen werden könne, da die sämmtliche» anwesenden Frauen Mitglieder der Gewerks- genossenschaft seien und als solch: auch das Recht hätten, einer Versammlung der Mitglieder beizuwohnen; im Uebrigen solle mau vor allen Dingen an die Bildung eines Bureaus gehen. Gewählt wurde Lienig, Jena und Barmel. Auch an Ecsteren stellte der Herr Polizcicommissar dies Verlangen. Gefragt, auf Grund wel- ches Paragraphen diese Aufforderung geschehe, wußte er nicht ein- mal denselben anzugeben! Da Lienig mit seinem Begriffsvermö- gen durchaus nicht vereinbaren konnte, wie mau einzelne Mitglieder hinausweisen könne, welche ihre Pflichten erfüllten und demnach and) bcrechtigl find, zu wiffen, was mit ihren Geldern geschieht, j» konnte er natürlich dem uncorrecten Verlangen des Herrn Offi zianteu Schatz, die Frauen hinauSzuweiscn, nicht nachkommen. Der eifrige Mann stellte nun weiterhin das Verlangen an Lienig, er solle die Versammlung auflösen(!!), welchem Wunsche der- selbe unmöglich nachkommen konnte, denn Lienig ist doch wahrlich kein Polizcicommissär. Nun erklärte der Herr Osfiziant Schatz die Versammlung für aufgelöst. Warum dies Alles geschehen, erklärt Folgendes: Zwei im Saale anwesende Herren hörten, daß Polizeicommisiär Schatz zum Polizeidiener Hunger aus dessen Bedenken äußerte:„wir wollen ihnen nur einmal einen Schrecken einzagen", und somit ist constatirt, daß unsere Versammlungsfrei- tzeit lediglich dem Wohlwollen eines Offizianten anheim- ygebcn. Ob solche Leute, die als Hüter des Gesetzes dastehen sollten, »och berechtigt sind, über dasselbe zu wachen, ist jedenfalls eine emdere Frage und muß allen denkenden Menschen, welche nur noch emen Funken von FreiheitS» und Gleichheitsgefühl im Herzen tra- aen, Stoff zum Nachdenken geben. Also um den Arbeitern, welche sitr die Verbesserung ihrer Lage mit allen gesetzlichen Mitteln eintreten, nur einen Schrecken einzujagen, löst der Commissär, selbst Arbeiter, die Versammlung auf? Sollte der Hofer Stadt- Magistrat solcher Willkür fernerhin Thür und Thor öffnen?»— Wir werden sehen, was man auf unsere Beschwerde über dieses jedem Gesetz spottende Verfahren zur Antwort gibt und auch den Wortlaut derselben alSdann veröffentlichen. iHofer Ztg.) Kaiserstautern, 12. Aug. Am Sonntag, den 3.' Aug., hielt das Agitationskomitö eine erste Volksversammlung in Schwetzingen ab; trotzdem wir erst 3 Stunden vor der Eröffnungszeit dieselbe anzeigten, war das Local doch überfüllt. Schmidt aus Mann- heim sprach über den ersten Punkt der Tagesordnung:„das allge- meine Wahlrecht" und wußte die anfangs zweifelhaften Gemüther zu unfern Gunsten zu stimmen. Hier sei eines Vorfalls gedacht: nämlich der Besitzer des Locals, das wir zu dem Zwecke der Volks- Versammlung gemiethet hatten, glaubte dadurch den bedrohten Staat zu retten, daß er bei der Eröffnung erklärte, er, der echte Bour- fieois, hätte blos sein Local hergegeben, daß sich das Volk ver- ammle, um gemüthlich Bier zu winken, nicht aber um aufreizende Reden zu hören. Schmidt beruhigte jedoch denselben auf eine derbe Weise. Hierauf hatte ich über den 2. Punkt der Tagesordnung: »die indirekten Steuern" zu rcferiren. Nachdem noch Umland aus Heidelberg sich in einer warmen Ansprache an die Landarbeiter gewendet, begleiteten uns nach Schluß der Versammlung die Schwetzinger Arbeiter nach dem Schloßgarten zu einem Spazier- «ang. Wir kehrten mit der festen Zuversicht, eine Mitgliedschaft inter uns zu lassen, nach Hause zurück. Es sollen nun regelmäßig in unserm Agitationsbezirk Versammlungen abgehalten werden, und möchten wir die Parteigenossen, die auf der Conferenz uns mit der Agitation betrauten, dringend bitten, uns kräftig unter die Arme zn greifen. Wir wollen doch einmal sehen, ob wir in dem ba- disch-pfälzischen Gebiete nicht vorwärts kommen. Den Parteigenossen der Bergstraße hiermit zur Notiz, daß ich nun wieder in der Nähe bin und zur Verfügung stehe. Für das Central-Agitationscomite F. I. Ehrhardt, Sekretär, H. 1. Nr. 6, bei Schncidermstr. Meier. NB. Ten Parteigenossen zur Notiz, daß die Versammlung, welche auf dem Hambacher Schloß abgehalten werden sollte, nicht abgehalten werden kann, indem dasselbe Eigenthum des Königs von Bayern ist und bloS abgegeben wird an politische Renegaten. Thut nichts. Wir gelangen doch zum Ziele. Miesbaden, IS. August. Der hiesige Gemeinderath, welcher in Mordspatriotismus das Menschenmögliche leistet, beschloß in einer geheimen Sitzung vom 11. d. M. die Sedanfeier am 2. September als von der Stadt ausgehend zu betrachten und die Kosten auf die Stadlkasse zu übernehmen. Es geschieht dieses selbstverständlich blos deßhalb, um dem hiesigen Kriegerverein „Germania", welcher diese Feier, verbunden mit seiner Fahnen- weihe, aus eignen Mitteln zu veranstalten gedachte, die Erleichte- rung zu verschaffen, seinen Mordspatriotismus besser bethätigen zu können. Durch Obiges ist'die Behauptung des Verfassers des Artikels über die Kriegervereine in einer der letzten Nunimeni des„Volks staat", dieselben würden protegirt und unterstützt von Oben, bis zur Evidenz nachgewiesen. Den Arbeitern würde es jedenfalls an genehmer sein, den Zuschlag zur Gemeindesteuer per 73 von 20 Prozent in der Tasche behalten zu dürfen, als ein National- fest zur Verherrlichung der Pickelhaube davon veranstaltete zu sehen, welches ihnen keinen Deut nützt. Die Gemeindeverttetung hätte zudem für noch viel wichtigere Dinge zu sorgen und das Geld seiner Steuerzahler zu besseren als solchen Zwecken nöthig. Aber unsere Wege sind nicht eure Wege, und die Gedanken eines Ge- meinderathS sind nicht die Gedanken eines Steuerzahlers. Hmünd, 12. Aug. Vom württembergischcn Agitationscomits wurde ich am 10. Aug. nach Hall gesendet, um in einer Arbeiter- Versammlung zu referiren. In Hall besteht außer dem Arbeiter- verein eine rührige Gewerkschaft der Holzarbeiter, und haben unsere Prinzipien unter den Haller Arbeitern einen günstigen Boden ge- sunden. Seil August Bebel 1869 in Hall war, hat im Stillen das soziale„Gift" gewirkt, bis nun Parteigenosse L. Weiß aus Genf vor ungefähr anderthalb Monat wiederum in einer Volks Versammlung unsere Prinzipien darlegte und dadurch ein regeres Leben unter das arbeitende Volk in Hall brachte. Die Versanim- lung, in welcher ich referirte, war sehr gut besucht und wurde vom Herrn Polizeiwachtmeister überwacht. Parteigenosse Auer sollte gleichfalls referiren, da derselbe jedoch in Folge eines Mißverständ- nisses nicht eintraf, so übernahm ich das Referat über beide Punkte der Tagesordnung zugleich. Eine große Anzahl der Anwesenden ließ sich nach Beendigung des Vortrags in die Listen der sozial- demokratischen Partei einzeichnen, so daß die Partei bis auf S0 Mann gewachsen ist.— Im„Haller Tageblatt" versucht ein Tin- tensklave unserer Parteisache sowie dem Parteigenossen Weiß Eins zu versetzen, und zwar durch verschiedene hämische Bemerkungen, stolpert dabei aber so stark, daß einige seiner verlorenen Brocken seine gänzliche Unfähigkeit dokgmentiren. Gruß und Handschlag Franz Wilhelmy. Hiotterdam, 12. Aug. Allgemeintr Bäckerbund. Die Brodbäcker-Vereinigung von Rotterdam hielt am letzten Sonntag (vorgestern) eine Versammlung ab, um über die Mittel und Wege zur Hebung der Lage aller Fachbrüder zu berathen. Nach gründ- licher Durchsprechnng des Gegenstandes beschloß die Versammlung die Errichtung eines allgemeinen Bäckerbundes, der alle bis jetzt bestehenden Bäckervereinigungen umfassen soll, und dem die Gehülsen an solchen Orten, wo keine Bereinigungen sind, als Mit- glieder beitreten. Wir hoffen, daß unsere Fachgenossen, sowohl hier als anderswo, ihre Pflichten kennen, und mit aller Macht uns in dem Kampf um unsere Rechte unterstützen werden, auf die wir als Menschen Anspruch haben. Alle Diejenigen, welche mit uns zusammenzuwirken bereit stnh, bitten wir Mittheilung zu machen an unseren Sekretär. J. A. Hnybers, Sr., Rubroekstraat 18, Rotterdam. Nähere Berichte werden in diesem Blatt veröffentlicht werben.*) Aroschhause«, 20. August. Hrvauliche Betrachtungen: 1. Schah und— Schacher. Der Schah hat uns nun ver lassen, der gute Schah; er wird bei seiner Zsbreise gedacht haben: „Ich sehe, daß es wo anders auch so ist, wie bei mir." Und doch, wie hat man nicht diesen Schuldlosen geschmäht! wie hat man ihn nicht als einen uncivilisirten, ungeleckten Bären darge- stellt. Da ich mich stets der verfolgten Unschuld annahm, so gilt es mir jetzt, zu beweisen, daß der Schah von Persien eben so weit in der Kultur vorgeschritten ist, wie andere— Schächer. Der Schah von Persien trägt eine Brille und sieht nicht das Elend im Lande; andere tragen keine und sehen noch weniger. Der Schah behängt sich mit Edelsteinen; andere mit Orden: beides sehr bedeutungslos. Der Schah braucht viel Geld; andere brauchen auch sehr viel. Der Schah hat einen großen Hofstaat, worunter sich viele Pferde befinden; andere haben einen großen Hofftaat, worunter sich viele Esel befinden. Der Schah hält sich eine weibliche„gardo d'honneur"; andere gehen eine Ehe zur rechten und linken Hand ein und außer- dem-- Der Schah kneift gern hübsche Mädchen öffentlich in die Backen; andere thun dies heimlich. Der Schah findet Vergnügen an Hinrichtungen und köpft selber gelegentlich einen mit; andere finden Vergnügen an Hin- richtungen en masse und schießen selber gelegentlich einen über den Haufen. Der Schah liebt Jagd, Ballet, Feuerwerk; andere thun dies auch. Der Schah läßt seine Unterthanen verhungern; andere— — auch. Bei einem so hohen Zeugniß von Kulturblüthe und bei so viele» tresslichen Eigenschaften will man noch sagen, der Schah sei ungebildet? Können die kleinen Fehler, die man etwa aufsticht, dagegen in Bettacht kommen? Es sind dies nur Ecken am Edel- steine, welche dazu dienen, den Lichtreflcx des Diamanten zu erhöhen; es sind— es sind-- Originalitäten. Möge das gesalbte Haupt auch ferner unter Gottes Schutze und unter dem gnädigen Beistande einiger tausend Säbelklingen zum Wohle der Völker regieren— und andere auch! G.— g. Kroschhausen, 22. August. 2. Herr, siehe dein Volk an! Neulich sagte ein Herr zu mir, der sich unter der unschuldigen MaSke wahrscheinlich nicht den verkappten„Rothen" vermuthete, es sei ein sehr bedenkliches Zeichen, daß die theologische Fakultät verhältnißmäßig so wenig Studirende auftuweisen habe; so viel er sich erinnere, sei auch einmal in der„Leipziger Zeitung" dieser bedauerliche Fall besprochen worden. Ich stimmte dem Manne natürlich von Herzen bei; denn ich erwog die entsetzlichen Folgen, welche es nach sich ziehen würde, wenn einmal der Theologenbäckerei das Material ausginge. Ich schlage drei Kreuze, wenn ich daran denke, wie die bösen Sozialdemokaten, die so wie so schon mehr und mehr Terrain gewinnen, sich ausbreiten werden, wenn ihnen kein schwarzes Boll- werk mehr entgegensteht; wenn ihnen nicht mehr dreifach verschärfte Höllensttafen von den Kanzeln herab angedroht werden; wenn eine wahrheitsliebende Geistlichkeit den schaudernden Gläubigen nicht mehr die Güter- und Weibergemeinschaft, Mord und Petto- leum der Sozialdemokaten vorhalten könnte. Ich gestehe, daß ich mich unwohl fühlen würde, wenn ich nicht mehr vom schwarzen Teufel und der rothen Hölle hörte. Erinnerte ich mich doch stets, wenn ich vom Teufel hörte, daß ich den Schorn- steinfeger noch nicht bezahlt; und wenn ich von der Hölle hörte durchrieselte mich so hübsch— namentlich im Winter— eine angenehme Wärme. Was sollte serner mit den Gotteshäusern werden? Man kann sie doch nicht, wie ein frecher Schulmeister in Böhmen vorschlug, zu Vorträgen für das Volk über das Decimalsystem zc. benutzen; auch könnten darin unmöglich, wie einst im Tempel zu Jerusalem, Bankgeschäfte etablirt werden. Welchen enormen Verlust würde ferner dadurch die Literatur erleiden, wenn plötzlich jene allbekannten Traktätchen zu erscheinen aufhörten, welche den Sündern das Gewissen so geißelten, daß sie — weiter sündigten. Welchen Nachthcil würden auch unsere Geldbörsen empfinden, wenn wir nicht mehr blechen müßten bei Geburt, Trauung und Tod, diesen Zollstätten der menschlichen Lebensstraße. Wo sollten wir hin mit den schönen Gebäuden der Pfarrherren? Wo sollten wir hin mit dem pfarrherrlichen Vieh?**) Wer sollte die Gärten und Felder erhalten? Wo sollten wir mit dem Ein- kommen der Herren hin? Es wäre doch schade, wenn mit dem Gehalte eines Pfarrers zwei oder drei Schulmeister bezahlt würden. Nein, Gott wolle verhüten, daß eine edle Geistlichkeit(xeiis- d'armes noirs sagen die Franzosen niederträchtiger Weise) sich ver- »lindere oder aussterbe. Ich würde mir die Haare ausraufen, wenn man den letzten Priester zu Grabe trüge; gleich wie ich ver- zweifeln würde, wenn der Nachtschatten, das Bilsenkaut, die Nacht- viole. ihrer Existenz beraubt würden. G.— g. ) Wir bitte» unsere holländischen Genossen, uns künftig, wenn irgend möglich, deutsch zu schreiben, da keiner der Redakteure ds. Vi. holländisch versteht und die Uebersctzung demgemäß einen Ausenthalt verursacht. ) Ich proteflire von vornherein gegen jede gehässige Deutung dieser Worte. Briefkasten der Redaktion: Wir ersuchen unsere Corrcspondenten, möglichst wenig zu abbrcviren. Es gehen uns Eorrespondenzen zu, in denen fast das dritte Wort eine Kürzung ist. Dergleichen Rtanuseripte sind wir gezwungen vollständig abzuschreiben, da uns die sehr erklärliche Ver- pflichtung obbliegt, den Setzern ein leserliches Manuscript zu liesern. der Expedition: Röder Ncundors: Ihre Annonce kam für die Freitagsnummer zu spät. Müller Chemnitz: Die Aunvucen kosten 24 Gr. Mänel Freiberg i. S. Sie schulden noch für Annoncen 4 Gr. Gestenberg Berlin: Ihre Annonce kam leider erst als das Blatt schon gedruckt war. Bitten unsere Ausschreibung„zur Allgemeinen Kcnntmß" im„Volksstaat" zu beackiten. V. Oklmnn. Hamburg Ann.sK Gr. Tschl.- Verein Bremen Ann. 5 Gr. C. F. Schltz. Hamburg 3. Qu. Thlr. 28 3. Arb.-Partei Hamburg Ann. Thlr. 1 21. Lz. Altona©cht. Thlr. 2 21. A. G. Hamburg Schr. Thlr. 6. 10 8. Mrtn. Hainchen Schr. Thlr. 3. E. Mhl. Godramstein Schr. Tblr. 1 8. Wls. Mülscn St. Rkl. Schr. Thlr. 6. Ann 8 Gr. Dil. ElgcrSweiler Schr. 8 Gr. 5 Pf. Rchtr. Stötteritz Sckr. Thlr. 1 29. Wnmnn. München Ann. 15 Gr. Schhmch. Berein dal. 6 Gr. Schuster Berlin Ann. Thlr. 1. 8 Gr. gut. R. Hbltz. Crimmitschau Ann. Thlr. 1 10. W. Hss. Erfurt Ab. Thl> 9 21 8., Schr. Thlr. 4 27 6, Ann. 4 Gr. Gewerkschaft der Holzad beiter Ann. Thlr. 12. Genossenschastsbuchdruckerei. Antheilscheine bez. Antheilquittungen erhielten ferner: in Hamburg R. Prft. 6, I. Wdd. 2 15, C. Khlr. 1, J. P. Kttrt. 5. F. Lnz. 8, ck Leipzig: W. Sr. 1 Thlr. Ha dl ich. Anzeigen:c. Man abonuirt vom 1. Juli ab aus den.�Bolksstaast «„aSlU monatlich''/i Sgr. frei in« Hau«, bei den Herren Traub mann, Engeluferstraße 6d, 4 Tr.; Friese, Schwedterstraße 28, Hof pari. Metzner, Linimstraße 79; Heinsch, Lindenstraße 11, Hof 4 Tr. bei Ewest A. Dauer, Koppenstr. 38; Schwoide, Stettinerstr. 43, Hof Part. Wj Gewerkschaft der Manusaliurarheiter. V4-444» Sonnabend, den 30. August, Abends Punkt 8 Uhr, Weber- straße 24!,. bei Möwi«, Vorttag des Herrn Slauk und Verschiedenes. Die Miiglieder werden ersucht, für Zuführung von Gästen Sorge Z» ttagen. Der Berttauensmann. (Cflfttttttit Allgemeines großes Berbrüderuugs- und Gartenfest sämmtlicher hiesiger vereinigten Gewerksgenosseuschaften, Dienstag, den Z. September a. e. Nachmittags 3 Uhr im„eiiftom", bestehend in Eoncert, Festrede, Betheiligung eines Gesangverein«, Decla- mation und Massengesang. Beginn de« Balles Abends halb 8 Uhr. Wenn die Arbeit den Sieg errungen, dann erst ist es an un4 Siegesfeste zu feiern. Hamburg Sommerfest nnd Ball � des Sozial-Demokratischen Arbeiter-Vereins. Sonntag, den 7. September, Nachmittags 4 Uhr. in„Bellevue, Eimsbüttel." Karten a 6 Schillinge(Damen frei) sind zu haben bei den Colpor teuren des„Volksstaat": Schulz u. Schütze, bei Traumann, Dragoner. stall 2S, Geib, Rödingsmarkt 12, sowie bei den Comitömitglieder». {Vthlilt Mit obrigkeitlicher Genehmigung findet Montag, den 1. September, die Feier des„Gute» Montags" statt, bestehend in gut arrangirtem Concert und Ball im Apollosaal. Anfang 4 Uhr Nachmittag. Wozu alle Collegcn und Freund« einladet» Der Luchdinder-Verein. � Leipzig UrbeiteriildungSvereiu. ,_ w Sonntag: 1— 3 Uhr Zeichnen. Montag: Gefauj Turnen, Stenographie, Rechnen. Dienstag: Deutsche, englische un« franzöfiche Sprache; Schönschreiben. Mittwoch: Diskussion oder Vor- trag. Donnerstag: Gesang, Stenographie, Turnen, franz. Sprache Freitag: Buchführung, engl. Sprache, Wechselkunde. Sonnabend Vortrag oder Diskussion.[wl]' Allen Parteigenossen und Collegen zur Nachricht, daß meine Atresst von jetzt ab: Bremen, Stuttgarter- Hof, Grasenstr. 30 ist. Gust. Saeveke, Buchbinder, früher in Hannover. Lerichtigung. In Nr. 75, S. 3, Sp. 1 muß es heißen:„tadelten ihn die ent- schiedenen lnicht: verschiedenen) Republikaner"; und einige Zeilen weit» Loustalot(statt Coustalot). Loustalot, der leider fast ganz unbekannt ist gehört zu den tüchtigsten Jonrnalisten der Revolution, und reiht sick würdig an Marat, Hebert und DeSinoulin«. Er starb sehr jung, wi< man sagt an gebrochnem Herzen über die schmachvolle Stiedermetzlunj der Schweizer in Nancy durch Bouillö(31. August 1791). Eine Bio graphie Lonstalots wäre ein sehr verdienstliches Unternehmen, ja ein Ast historischer Gerechtigkeit.__ Bis Mitte September erscheint im Berlage der Buchhand« lang des„Volksstaat": Der Dolksstaiit-Aalender für 1874. Inhalt: Kalendarinui. Biographischer Kakiider. Tie Schlacht am Birlenbaum. Eine Parabel von St. Simon. Roth. Französische Arbeiter. Robert Owen, ein Eharalterbild. Der Pauker von NitlaShausen; historische Erzählung von Roberl Schweichel. n. s. w. u. f. w. Um die Auflage bemessen zu können, wird gebeten, die Be- stell nngen hierauf rechtzeitig zu macken._ Avis für Alcoy, Rom und Bologna. Alcoy. Der Sekretair des Aeußern für die Spanische Föderal«' kommisfion: Franz Thomas, Maurer. Rom. Der Sekretair de» Jnternationationalen Verein« der Ar- beiter(Italien. Bundcsgenossenschast): Dominico Faechini, Maurer. Bologna. Andreas Costa, für die Commifsion der Maurer und Handlanger. Die oben Genannten werden ersucht, ihre genaue Adresse sobald wie möglich an Unterzeichnetem gelangen zu lassen, um eine Sorrespondeuz anzuknüpfen. Mit soz�dem. Gruß F. Ernst Knof, Maurer, Palmstr. 55 bei Lindner sZhj Dresden(Königr. Sachsen.)___ liefert Fr. Wortmaun'fche Buchhandlung in Berlin, Neue Kriedrichestraße 31, Buchbindern, Colporteuren:e. alle Zuschriften, Lieferungswerke-c. zu den billigsten medingungen. Reisende finden daselbst jederzeit dauernde» und vonheilstehas Engagement. s4dj Zur allgemeinen Kenntniß bringen wir, daß Inserate für die nächste Nummer nur bestimmte Aufnahme finden, wenn das bck. M.vmsenpt einen Tag vorher, also Wontag, Mittwoch oder Kreitag Mittags in unseren in unseren Händen ist. Inserate bitten wir an uns zu adressiren. Die Erpedition des„Bolksstaat". Letvzigr«erautw. Rtdektkar E. Casper.(Redaktton und Expeditt»� ZeltzettK. 441. k»)> Vr Genc�enkchsttsbnckdrvckerei.