sch. Je. :er. im» iit- ler I»AchoMch> Mi«. mjsiHit. tn|tm«tzme««Ii MtatUttoi and Vach. »»dl»»,» de« Z». and >a» lande» a». Wtdck« Uxpedttiaue» fti dt, . Der» 1» taten Staat«! '».>.v,r,e. Bm 1«1 Hoboktn, N. J. G.«. Liaaecker, W>.>l»ek»t»tr. a«e». M. Der Vollisskaat Ktstsnaentiprei«: Hd» pr raten incl.Stemfkl� tr»trS1 Szr., str die übrige» v»ts dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Der Preis beträgt 16 Sgr.(56 Kr. rh.) pro Quartal, ii'/-Cgr.(18'/, Kr.rh.) pro Monat, in Preußen incl. Stem flj pelsteuer 21 V Sgr. Alle deutsche Pvslanstalten nchnien Abonnements entgegen. Denjenigen Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband beziehen, wild dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender Weise berechnet: für Deutschland 1 Thlr. 5 Ngr.(2 fl. 3 kr. rh.); für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavicn und Italien 1 Thlr 10 Ngr.(5 Frcs.); für Frankreich, die Niederlande, Portugal, Großbritannien, Rumänien und die Türkei 1 Thlr. 20 Ngr.(6'/« Frs.); für Spanien und für Amerika 2 Thlr. Für Leipzig und Umgegend ist der Abonncmenlspreis Unit Bringellohn) auf 17', 2 Ngr. pro Quartal und 6 Ngr. pro Monat sestgesetzi. Man abovnirt bei der Expedition Äsitzerstraße 44. Petersstraße 18 und bei Colporteur Müller. str die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: süi Volkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefcld ic. bei O. Stelzer, Reudnitz, Kapcllengasse 11, 2 Tr., für Plagwitz und Lin- deuau ,c. bei Frau Hohe, Roßmarkt Nr. 9, in Lindenau, füi Connewitz rc. bei Tcubcrt, Bornaischc Straße 197, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst, für Thonberg bei Horn, Hauptslr. Nr. 92, für Stötteritz bei O. Richter. Die Kedaktion und Ezpeditum des„Kolksstaat". len. lall res ns 15 |(c# ich' JCf nde Der, und }(| J Parteigrnosscli. Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues Abonnement auf un- fer Haupt-Parteiorgan; vergeht nicht Eure Pflicht, ihm zahlreiche »eue Leser zuzuführen. Die mit dem dreimaligen Erscheinen unscrs Parteiorgans noth- wendig verknüpfte Preissteigerung hat zur Folge gehabt, daß das Abonnement um nahezu 1000 Abonnenten gefallen ist. Wir sahen dieses Resultat voraus, aber besser war, wir irrten unS. Jedenfalls muß dieser Ausfall so rasch als möglich wieder gedeckt werden. Bedenkt, daß mit dem nächsten Quartal die Wahlazita tion im umfassendsten Maßstabe zu beginnen hat, da gibt es kein besseres Agitationsmittel, als unser Blatt. Darum lege Jeder von Euch frisch Hand an's Werk und schaffe dem Blatte neue Abonnenten. Benutzt zu diesem Zwecke jede Gelegenheit, die Arbeit, den Verkehr mit Freunden und Be kannten, die Vereine und Versammlungen. Erinnert Euch stets, baß das Parteiorgan die sicherste und zuverlässigste Waffe ist, mit b«r wir kämpfen, unfern Ideen Eingang verschaffen, und mit dem wir neue Freunde und Anhänger unserer Sache gewinnen. Seid rastlos thätig in diesem Sinn, der Erfolg kann und wird nicht ausbleiben. Cagliostro Bakum«. IV. Äm April 69(wird uns Seite 71 ff. der Broschüre erzählt) begannen Bakunin und Nctschajeff das Terrain für die Revolution m Rußland zn bearbeiten; sie schickten Briefe, Proklamationen und Telegramme von Genf nach Petersburg, Kiew und andern Städten, obschon sie wußten, daß Derartiges— namentlich Telegramme— ohne daß vorher die„dritte Abtheilung"(die Ge- heimpolizei) davon Kenntniß genommen, in Rußland keinen Ein- gang findet. Wie viel hat Bakunin selber nicht schon über die «dritte Abtheilung" geschrieben! Gleichwohl kompromittirte er aus gedachte Weise viele Leute. Dabei wurde er noch extra davon benachrichtigt, daß er Leute üt'S Unglück stürze.„Wir haben"(sagen die Verfasser der Broschüre)„die Beweise in Händen, daß folgende Stelle eines Briefes dcm Bakunin mitgetheilt worden ist:„„Bitte, lassen Sie Bakunin sagen, daß er, wenn ihm die Revolution hei- l'g ist, aushören soll mit seinen unsinnigen Proklamationen, welche in mehreren Städten zu Haussuchungen und Verhaftungen Anlaß geben und jede ernstliche Arbeit lähmen"".— Bakunin antwortete, daß an alledem Nichts sei und daß Nelschajeff nach Amerika ge- gangen. Jndeß das war nur eine ausweichende Erklärung. In Wirklichkeit hat Bakunin nach dem§19 seines„revolutionären Katechismus"(Seite 93 der Broschüre) gehandelt, der also lautet: »Die vierte Kategorie(der Nienschen, mit denen man es zu « au8 verschiedenen Ehrgeizigen im Staatsdienst und aus Freisinmgen aller Richtungen. Mit ihnen kann man sich * t yemwC,i,e.nen.�ro&ramm verschwören, scheinbar ihnen blind folgend. Wir müssen sie in unsere Hände bringen, sie bei �"wrnssen fassen, sie vossfländig compromittiren, so daß der Rückzug ihnen unmöglich wird, wir müssen uns ihrer bedienen, um Unruhen im Staate herbeizusühren." Hier eine Probe davon: Am 7. April llg'schreibt Nelschajeff an Frau Te milosf(der Mann derselben, ein Hauptmann, starb nachhervor Gram über die Verhaftung der Gattin), daß„in Genf unge Heuer viel zu thun sei", und dringt in sie, ihm einen gesetzten Mann zu schicken, um sich mit ihm ins Einvernehmen zu setzen: „Die Affaire, über die wir uns verständigen müssen, bettifft nicht nur unfern Handel, sondern den von ganz Europa. Man richtet eine Suppe vor, die ganz Europa nicht wird her- uuterwürgen können. Beeilen Sie Sich also!"—(Folgt dann die Genfer Adresse.) Dieser Brief wurde natürlich gleich auf der Pest von der Polizei in Beschlag genommen und Madame Temiloff verhastet. Ein anderes Beispiel von BakuninS Verschwörungskunst: Ein . Kiewer Student, Mawritzly, e, hielt auch Proklamationen aus Genf; er übergiebt sie sofort der Polizei und die hat natürlich nichts Eiligeres zu thun, als einen Expreß-Spion nach Genf zu schicken, unter dem Schein eines„Delegirten von Südrußland. Bakunin und Nelschajeff pflogen mit diesem„Delegirten" die intimsten Be- Ziehungen, gaben ihm alle möglichen Adressen und viele Vertrauens und Empfehluugsjckreiben.(Nach der„Petersburger Zeitung", 1871, Nr. 187).— O| f Am 15. September 1869 stellte sich Nelschajeff in Moskau einem jungen Mann, Uspensky, den er von ffüher her kanute, vor als „abgesandter Emissär(Bote) des Genfer universellen, revolutionä- ren Comite's" und präsentirte ihm dieserhalb daS im Artikel 3 abgedruckte Bakunin'sche„Mandat". Er erklärte ihm, daß noch andere Emissäre mit ähnlichen Mandaten dieses europäischen Co- mite's nach Moskau kommen würden, und daß seine Aufgabe sei, „eine geheime Gesellschaft zu organisiren unter der russi- schen Jugend, um in Rußland den Volksausstand hervorzurufen." Auf Empfehlung USpenSky'S ging Nctschajeff, zum Zweck der Be- schaffung eines sichern Logis, nach der ziemlich weit von der Stadt belegenen laudwirthschaftlichen Akademie und setzte sich mit Jvanoff, einem der bekanntesten unter den der Volkssache ergebenen Stu- deuten in Verbindung.— Wir übergehen hier Alles, was er vem Jvanoff anfänglich vorgeschwatzt und bemerken nur, daß er ihn und Andere drängte, in jene geheime Gesellschaft einzutteten, welche ein allmäebtiges Comite hätte, im Namen dessen Alles geschehe, dessen Zusammensetzung und Sitz aber allen Mitgliedern unbe- . kannt bleiben müsse; dieses Comite und diese Organisation bilde- teu den„russischen Zweig der universellen Union", der„revolu- tionären Allianz", der„internationalen Arbe i terassozia- tion". Bakunin und Nctschajeff benutzten nämlich den Umstand, daß die Worte„Allianz",„Union" und„Assoziation" dem Sinne nach nicht verschieden und speziell im Russischen fast gleichbedeutend sind, um den Glauben zu erwecken, daß die„Allianz" und die „Internationale Assoziation" identisch(ein und dasselbe) seien.— Es wirv dann(Seite 73— 75 der Broschüre) des Näheren er- zählt, wie kindisch, ja wie läppisch die Art und Weise der Net- schajeff'schen Agitation in Moskau war. Außer dem Vortrag der Bakunin-Mythc(d. h. der Sage, wie der große Meister aus Si- birien entkommen sei,— einer Sage, die Seite 105 bis 107(in dem interessanten Auhangsabschnitt„Die Hcdschra Bakunins") da- hin aufgelöst wird, daß der weiland Gouverneur von Sibirien. Murawieff so»., BakuninS Vetter war), ließ Nctschajeff ein ihm zu Ehren verfaßtes, ihn als idealen Typus des Studen- thums verherrlichendes, furchtbar lächerliches Gedicht„Der Stu- dent"(aus der Feder des„Kolokol"-Redakteurs Ogareff, eines Freundes Bakunins) haufenweise vertheilen und wollte es auch in 'Musik setzen.„Ueberhanpt"(heißt es Seite 74)„scheint die Musik das Einzige zu sein, was vem„Amorphismus"(Batunin.scher Ausdruck für den Zukunfts-Verwüstungszustand aller Dinge), aus welchen die universelle„Pan-Destruktion"(gleichfalls Bakuuin'scher Kunst-Ausdruck; wörtlich: allgemeine All-Zerstörung, d. H.General- sauerei) alle Künste und Wissenschaften zurückführen will, entgehen soll. Nelschajeff befahl nämlich„im Namen des ComiteS", die Propa- ganda durch die„revolutionäre Musik" zu unterstützen."— Wir übergehe» ferner die kolossalen Aufschneidereien, die Net- schajeff seinetl Zuhörern und Anhängern zum Besten gab, und wie er insbesondere alle Mittel der Täuschung anwandte, um sein „Programm" und seine„Organisation" als die der Interna- tionalen auszugeben. Es findet sich dies Seite 76 und 77 sehr klar beschrieben. Bon dem Netschajeff'schen„Organisations-Regle- mcnt" sei hier nur die Stelle erwähnt, die Bakunin(in Nr. 2 seiner Zeitschrist„Volksgericht".) als echt anerkannt hat:„Die Or- ganisatlon beruht auf dem Vertrauen gegeu den Einzelnen.— Kein Mitglied weiß, in w-lchem Grade es sich befindet, d. h. ob es dem Mittelpunkte nah oder entfernt ist.— Der Gehorsam gegen die Befehle des ComiteS muß avsolut, ohne jeden Widerspruch sein." Anti-Autoritarismus!!! Wer dieses„Comite", dessen„Befehlen ohne jeden Widerspruch Gehorsam" geleistet wer- den mußte, bildete, wissen wir bereits aus Artikel II: es war Bakunin. Ter Hauptangeklagte im Netschajeff-Prozeß, CuSpenSky, sagte aus, er habe Auszüge auS den Versammlungsprotokollen ge- macht,„um an Bakunin nach Genf einen Rcchensckaftsbericht zu schicken." Und ein anderer Hauptangeklagter, Pyrtvff bezeugt, daß Nctschajeff ihm befohlen habe, nach Genf zu gehen, um Bakunin Bericht zu erstatten.— C I i l Alles in der Organisation war Mysterium. Dolgoff sagt auS, '„vor dem EinKitt in die Gesellschaft habe er gewünscht, die Or- ganisation und die Mittel kennen zu lernen; Nctschajeff antwortete aber, daß das ein Geheimniß wäre, das er erst später erfahren werde."— Ein anderer Angeklagter erNärt:„als er die Schwm- deleien Netschajeff's merkte, wollte er sich gänzlich zurückziehen; er agte Nelschajeff, daß er Gesundhettshalber nach dem Kauka- sus gehen wolle. Nelschajeff erklärte ihm aber, daß das nicht gestattet sei, und daß das Comtts ihn, wenn er es wagte, dre Gesellschaft zu verlassen, mit dem Tode beskafen könnte." Aehn- liche Vorkommnisse wurden von Bielen in der Gerichtsverhandlung glaubwürdig bezeugt. Ein junger Ofsizier will, enttäuscht, die Gesellschaft ver- lassen. Nelschajeff willigt scheinbar ein, fordert aber ein Löse- geld. Der Osfizier verschafft sich einen Wechsel auf 6000 Rubel, gezeichnet Calatcheffski. Dieser war nebst seiner ganzen Familie schon von früher her unter strenger Polizeiaussicht aus politischen Gründen; 1866 hatte er und seine beiden Schwestern lange im Gefängniß gesessen; augenblicklich saß eine der Schwestern zum zweiten Male und er war ebenfalls jeden Augenblick der Verhas- tung gewärtig.— Diese Situation benutzte Netschajefs. Er zwang jenen jungen Offizier, der ihm den Calatcheffski'schen Wechsel gegeben hatte, den Letztgedachten unter irgend einem Vorwand zu sich einzuladen. Calatcheffski kam; der Kuriosität halber steckte er ein paar Proklamationen, die ihm der Ofsizier während der Unterhaltung gegeben hatte, ein. Kaum auf der SKaße, wird Calatcheffski von einem Offizier angehalten, der ihm befiehlt, ihm zu folgen.„Ich bin Beamter der dritten Abtheilung(Geheim- Polizei) und ich Jveiß, daß Sie aufrührerische Proklamationen be- sitzen". EtwaS Derartiges nämlich ist in Rußland hinreichend, um eine jahrelange Untetsuchungshast zu veranlassen und Einem, der schon einmal gesessen hat, die Verurtheilung nach Sibirien zu sichern. Der angebliche„Beamte der dritten Abtheilung" lud nun den Calatcheffski ein, mit ihm den Wagen zu besteigen; und da offerirt er ihm, sich loszukaufen, wenn er auf der Stelle einen Wechsel auf 6000 Rubel unterschriebe. Bei der Wahl zwischen diesem Wechsel und der Aussicht„nach Sibirien" unterschrieb Calatcheffski natürlich.— Als nun ein gewisser Negrescul, der bereits früher einmal von Nelschajeff geprellt worden war, jenen Vorfall hörte, kam er aus den Gedanken, daß wohl Netschajefs jener„Beamte der dritten Abtheilung" gewesen sein möchte; er ging zu ihm hin, um ihn zur Rede zu stellen; allein Netschajefs läugnete; nach dessen Flucht jedoch wurde der Wechsel bei den po- lizeilichen Durchsuchungen gefunden. NegreScul aber wurde später verhaftet und starb im Gefängniß. Nun kommen wir zur Affaire Jvanoff. Dieser war, wie schon bemertt, einer der ersten Angeworbenen. Er war aber auch einer der Ersten, die den Schwindel Netschajeff's bloßlegten. Unter Andcrm fiel es ihm auf, wie man dem Gcheimbund zuinuthen könne, Bakuuin's„Appell an den russischen Adel" zu verbreiten, jene aristokratische Schrift, in welcher es heißt:„Unser gegenwär- tiger Appell(Aufruf) ist eine Kundgebung einer großen Mehr- heit des russischen Adels", und in welcher der berüchtigte russische Henker der Polen, Murawieff junior, ein„Iiommv valeureux"(„tapferer(!) Mann") genannt wird.— Des Weiteren wollte Jvanoff dem Nelschajeff die studentische Untersiützungökasse nicht ausliefern. Grund genug für Diesen, Jenen aus dem Wege zu schaffen.— Schließlich widersetzte sich Jvanoff dem Ansinnen Netschajeff's, dessen Proklamationen in den Speisezimmern der Studentenschaft anzuschlagen(denn das würde die Schließung der ganzen Anstalt zur Folge gehabt haben), und erklärte am 20. No- vember 69— als das Maß der Enttäuschung ihn verzweifeln machte— dem Pyrioff, daß er aus der Gesellschaft austreten wolle. Netschajefs, als er dies durch einen Dritten, USpensky, hört, erklärt im Beisein der zwei Genannten und noch Zweier, daß man Jvanoff, als Rebellen wider die Befehle deS ComitöS, bestrafen, und daß man sich seiner, damit er nicht noch mehr Schaden anrichte, entledigen müsse. Als Kuznetzoff den Nctschajeff fragte, wie er das meine, sagte er rund heraus: man müsse Iva- noff tödten. Pyrioff schrie laut aus:„Nctschajeff ist verrückt; man muß-ihn daran verhindern".— Nelschajeff aber blieb ernst und antwortete mit seiner gewohnten Phrase:„Wollt Ihr auch gegen die Befehle deS Comitckz widerspenstig sein? Wenn man den Jvanoff nicht anders tödten kann, so gehe ich heute Nacht mit Nikolajeff in sein Zimmer und ersticke ihn". Darauf schlug er vor, den Jvanoff des Nachts in eine im Park der Akademie befindliche Grotte zu locken, unter dem Vorwande, dort eine lange verborgen gewesene Druckerei zu entdecken— und ihn da zu ermorden.— Also in diesem letzten Moment noch stellt Netschajefs der Ergeben- heit Jvanoff's ein Rechlschaffenhcitszeugniß aus! Er war sicher, daß Jvanoff, kotzdem dieser sich bereits losgesagt, mithelfen kommen würde, die Druckerei zu entdecken; daß Jvanoff nicht sähig sei, ihn zu verrachen; denn wenn er die Absicht gehabt hätte, so würde er sie vor oder doch gleich nach seinem AusKitt ausgeführt haben. Und wenn Jvanoff nun die Absicht gehabt hätte, zu verrathen, so hätte er ja sogar den Netschajefs durch die Polizei in llnAranti(auf der That) ertappen lassen können! Er hätte ja nur der Polizei anzuzeigen brauchen:„Heute Abend sind die und die Personen an der und der Grotte, um eine Druckerei zu entdecken; ich bin auch eingeladen, da zu sein." Aber nichts von alledem! Jvanoff war im GegentheU, als ihm der Befehl Netschajeff's, Abends bei der Grotte zu sein, zukam, glücklich, daß eine Druckerei wirklich vorhanden und wenigstens nicht Alles, waS Netschajeff immer von der„Organisation" geplappert, Schwindel sei, und, vergessend aller Drohungen, die Netschajeff immer gegen die„Treulosen" ausgesprochen hatte, folgte er dem Befehle zur Grotte. Ohne jedes Mißkauen nähert sich ihr der Unglückliche in der Finsterniß. Plötzlich erschallt ein Schrei. Von hinten springt Einer auf ihn zu; ein fürchterlicher Kamps entspinnt sich— man hört nur das Fluchen Netschajeff's und das Wimmern des OpferS, das er erdrosselt; dann ein Schuß— und Jvanoff ist eine Leiche.—„Schnell Stricke, Steine!" ruft Netschajeff, indem er die Taschen des Gemordeten plündert— und diesen wirft man nun in einen Teich! Die Mörder gehen nun zu Kuznetzoff zurück, um die Spuren des Verbrechens zu beseitigen; sie verbrennen das blutige Hemd — Sietschajeff«. Die Mitstrolche sind sehr niedergeschlagen. Plötzlich knallt ein zweiter Revolverschuß und eine Kugel saust an Pyrioff'S Ohr vorbei. Netfchajeff entschuldigt sich: er„wollte nur dem Nicolajeff zeigen, wie gut sein Revolver geht." Die Zeugen sagen einstimmig auS, daß dies ein neuer Mordversuch war, der dem Pyrioff gegolten, weil dieser des Morgens gegen die Ermordung Jvanoff's protestirt hatte. Gleich darauf beeilt sich Netfchajeff Moskau zu verlaffen und mit Kuznetzoff nach Petersburg zu gehen, den Uspensky in Moskau zurücklassend.— Gleich darauf ist auch dieser arretirt!— Net- schajeff kehrt wieder nach Moskau zurück und gesteht dem Nico lajeff, daß er, da nun bald Alle verhaftet sein werden,„nicht mehr wisse, was er machen soll."— Er reist nach Tula, wo er Frau Alexandrofsky bittet, ihn bis Genf zu begleiten; es sei ihm durch aus uothwendig.— Die Genannte war seit den Agitationen von 1861 und 62 stark kompromittirt; sie hatte auch im Gefängniß gesessen; aus dem Gefängniß heraus schrieb sie jedoch dem Richter ihre Bekenntnisse und kompromittirte viele Personen. Seitdem war sie in einer Proviuzialstadt unter Polizeiaufsicht internirt Netfchajeff verschaffte ihr nun einen Paß,— wie? weiß man nicht.— Es liegt nun die Frage nahe, wie sich nur Netschajeff von einer Frau, deren Gesellschaft allein ihn an der Grenze der Verhaftung aussetzte, begleiten lassen konnte. Gleichwohl— er kam mit der Dame wohl und unversehrt in Genf an; unv wäh rend seine unglücklichen Opfer in den Gefängnissen schmachteten, setzte er sich mit Bakunin an die Vollendung der zweiten Nummer des„Volksgerichts".— Die Dame sollte das Blatt und vieles Andere auf dem Rückwege nach Rußland dort einschmuggeln; sie wurde aber an der Grenze angehalten, verhaftet und übergab der Polizei eine Liste von sssamen, die nur von Bakunin gekannt waren. Politische Uebersicht. — Vom Congreß der Internationalen Arbeiterassozia tion zu Gens theilen wir vorläufig die wichtigsten Beschlüsse mit, Bezüglich der gewerkschaftlichen Organisation wurde bestdlossen: „In Erwägung, daß der Kamps der Arbeit gegen das Kapital weder ein lokaler, noch ein nationaler, sondern ein soziales Problem ist, welches alle Länder umfaßt, in denen die moderne Gesellschaft existirt. 2. Daß ein internationales Berständniß zwischen den Ka- pitalisten zur Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiterklasse be- steht und daß deshalb die WiderstandSversucke der Arbeiter meistens scheiterten wegen Mangel an Solidarität zwischen den verschiedenen Theilen der Arbeiter in jedem Lande und wegen Abwesenheit eines brüderlichen Bandes der Vereinigung zwischen den Arbeiterklassen der verschiedenen Länder. 3. Daß das Prinzip der Solidarität den Arbeitern die Pflicht auferlegt, einander daheim und in der Ferne beizustehen. 4. Daß die Auswanderung, resp. Ausführung der Arbeitsirast aus einem Lande in das andere die Concurrenz zwischen den Arbeitern des letzteren Landes befördert; aus diesen Gründen unterbreitet der Generalrath der Internationalen Arbeiter- assoziation den verschiedenen Gewerksgenossenschaften aller Länder den folgenden Plan einer Organisation, welcher die Wirksamkeit der Genossenschaften und ihr Gedeihen in allen Ländern ausbreiten soll. 1. Alle Bereinigungen eines Gewerkes in einem Lande ver- binden sich, um einen Exekutivausschuß für ihr Land zu wählen; 2. dieser Erekut vausschuß solle, soweit es die Landesgesetze ge- statten, in fortwährender Verbindung mit anderen Ländern durch die Vermittelung eines allgemeinen Vollziehungsrathes stehen, um stets genau unterrichtet zu sein über den Stand der Gewerke und der Arbeit jedes Landes; 3. Kassen sollen errichtet und unter die Controle des Exckutivausschusses gestellt werden, um in Roth be findliche Mitglieder der Union in irgend einem Lande zu unter stützen und um die Ausgaben des allgemeinen VollziehnnzSauS- schusscs zu decken; 4, alle Exekutivausschüsse der verschiedenen Gewerke jedes Landes sollen sich verbinden zum Zwecke der Hülss- leistuug in solchen Fällen, wo ein bcstimmtcS Gewerk wegen Mangel an Mitteln unfähig ist, den Widerstand gegen seine Aus- beutcr fortzusetzen; S. jedes Mitglied einer solchen internationalen Gewerksgenossenschaft soll im Falle der Auswanderung in dem neuen Lande gleiche Rechte haben mit den älreren Mitgliedern dieses Landes; 6. wenn ein Unionsmitglied wegen politischer Ver- folgnngen das Land verlassen muß, so soll es in jedem anderen Lande dieselbe Unterstützung genießen, zu der es im früheren Lande berechtigt war; 7. eS soll die Pflicht dieser internationalen Ge- werksgenossenschasten sein, durch ihre Exekutioausschüffe nach besten Kräften die Ein- und Ausfuhr von Arbeitskräften unter irgend welchem Kontrakisystem zu verhindern." Bezüglich der politischen Organisation wurde der Antrag von Johann Philipp Becker:„Indem der Congreß der Arbeikerklasse die Betheiligung an jeder Politik, welche ihre Emanzipation zum Ziele hat, empfiehlt, überläßt er es den Bundesgenossen ver ver- schiedenen Länder nach den gegebenen Umständen zu handeln", angenommen. Ueber den Antrag deS Generalraths, eine allge- meine Aibeiterstatistik aufzustellen, ging der Congreß wezenJNangel an Material zur Tagesordnung über. Die Reoision der Statuten ergab folgende Abänderungen, die der Congreß genehmigte: 1. Bei den„Erwägungen": Daß die Emanzipation»c. der Arbeiterklasse „Europa'S" für letzteres Wort zu setzen:„der ganzen Welt". 2. Nicht wie bisher„jährlich", sondern«alle 2 Jahre tritt ein Congreß zusammen". 3. Der Congreß wählt nicht den General- rath, sondern: Der Congreß bestimmt, wo der Generalrath seinen Sitz haben soll und die Mitglieder der Föderation wählen aus ihrer Mitte den Generalrath. Dieser ist nicht befugt sich neue Mitglieder zu cooptiren". 4. wurde beschlossen den Statuten ein- zuverleiben:„In besonderen Fällen kann der Generalrath einea außerordentlichen Congreß einberufen, jedoch nur mit Zustimmung von drei Viertel der Förderaiionen". 5.„Der Gencralrath stattet dem Congreß einen Bericht über seine Amtsführung ab". 6.„Der Generalrath gicbt alle 3 Monate ein Bulletin heraus." Artikel 8 der Statuten:„Jede Sektion hat das Recht, ihren eigenen, mit dem Generalrath korrespondirenden Sekretär zu ernennen," wurde gestrichen. Artikel 12 erhielt folgende Fassung:„Die Revision der Statuten kann auf jedem Congresse vorgenommen werden". Der Congreß bedauerte, daß inneihalb der Internationalen Arbeiterassoziation eine Spaltung ausgebrochen ist und verpflichtete den Generalrath, eine Proklamation an die Arbeiter aller Länder zu richten und zu versuchen, diese Spaltung zu heben. Ebenso empfahl der Congreß den österreichischea Arbeitern sich wieder zu vereinigen. — Dem Frankfurter„Beobachter" ist in seiner letzten Freitags- nummer wieder ein kleines Malheur passirt. Er läßt sich(wahr scheinlich von demselben Spaßtopf, der ihm neulich das„Bürger"- Geschichteu aufband) aus Gens berichten, die„Internationale", welche auf einem früheren Congreß den„Allgemeinen deutschen Arbeiterverein" für ein Werkzeug der preußischen Regierung erklärt, habe dieses Urtheil jetzt feierlich widerrufen. Das ist falsch von A bis Z. Die„Internationale Arbeiterassoziation" nrtheilt heute über den„Allgemeinen deutschen Arbeiterverein" gerade so wie auf dem letzten und vorletzten Congreß; und der Congreß der Bakunisten, die sich fälschlich den Namen der Internationalen Arbeiterassaziation anmaßen, hat zwar einen von dem Hrn. Hasen- klever ,c. im Namen einer Berliner Volksversammlung an sie gerichteten Gruß beantwortet, aber eine Erklärung zu Gunsten des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" ist auch von dieser Seite nicht erfolgt. Wie man uns mitrheilt, wollen auch die Bakunistcn in ihrer Mehrzahl von dem„Allz-meinen deutschen Arbeiterverein" und dessen„Führern" Nichts wissen, da sie in dieser Sache gerade so denken wir wir. Wir erwarten vom„Beob- achter" die Berichtigung seiner falschen Angabe. — Im„Leioziger Tageblatt" treten jetzt wieder starke An nexionsgelüste hervor. Nicht als ob uns etwas daran liegen könnte, ob Sachsen direkt oder(wie jetzt) indirekt von Berlin be herrscht wird, erwähnen wir dieses UmstaadeS, sondern nur um zu zeigen, wie weit es die Sächsische Regierung in den letzten 3 Jahren gebracht hat. Sie hat es seitdem glücklich und gründlich mit allen Parteien verdorben, wirklich mit allen: Die Annexionspartei ist jetzt stärker denn je; nicht nur der gesammte Fabrikanten- und Kaufmannsstand(der schon deswegen berlinisch ist, weil die Preußi- sche Regierung mit etwas mehr Geräusch als die Sächsische die Bourgeoisinteressen unterstützt) möchte lieber heute als morgen die Dresdener Civilliste an die Spree abgeführt jehen, sondern auch unter dem Höhern Beamtenstande befindet sich eine ansehnliche Zahl von„Strebern", denen der Raum der sächsischen„Carriöre" zu enge vorkommt.— Die Antipreußen(meist mit Unrecht zu den„Konseroatwen" gezählt) halten von der Dresdener Regierung jetzt so viel, daß sie sich an den Landtagswablen so gut wie gar nicht betheiligt haben; sie geben die sächsische Regierung bereits vollständig auf und erachten cS nicht der Mühe werch, auch nur einen Schritt zur Wahlurne im Interesse ihrer partikularistischen Neigungen zu machen. Sie sagen sich:„WaS uns bisher gegen Preußen stimmte: die Pickelhaube(mit allem was darum und daran ist), die hohen Steuern, die Verrohung des Volksgeistes durch den Militarismus und dessen Folgen, die Kricgssucht,— alles das haben wir nun bereits von dort durch gütige Ver- mittelung unserer sächsischen Regierung; diese hat sich in jeder Beziehung zum ergebenen Werkzeug der Berliner Regierung ge- macht; sie hat auf den Wink derselben Prozesse eingefädelt und Verfolgungen durchgeführt; ja sie hat sich sogar dazu hergegeben, bei Mißhandlung der Sozialdemokratie die Kastanien aus dem Feuer zu holen— für die Berliner Gewalthaber. Nun, mag an dessen Stelle nationale Gewerkschaften(auf deutsch: Gewni vereine!*) zu organistren. Damit ist das Fundament der bish rigen Organisation, das dem Bund eigentlich den Namen„Int« nationale" verschaffte, zerstört, und der von uns längst b! schrittene Weg als der richtige anerkannt worden."— Kein Zweifel, es steht da schwarz auf weiß, S. 1, Spalte! Z. 13 ff. von unten des„Gewerkoerein" vom 20. September 137i Also die„Internationale" auf dem„Weg" deS Harmonieapostel Max Hirsch, der nun sicherlich demnächst an Stelle des„abgetht ncn" Marx zum„Chef" der Jnnternationalen Arbeiterassoziati»« ernannt wird! Doch Spaß bei Seite. Die Sache ist psycho!» zisch**, wo nicht psychiatrisch*** von Interesse. Wie können diese sonderbaren Vorstellungen in dem Kopf deS„Wochenschau! gebildet haben? Dem Mann geht es vcrmuthlich wie jenem p ßischen General, der überall meinte es stinke, und schließlich st� sich heraus, daß der„Heerd" des Gestankes sich in de» Gener eigenem Schnurrbart befand. Dem Herrn Wochensch auer häi sein„ Jewerkoccein"(„auf Deutsch") unter der Nase.— Ferner macht uns Herr Max Hirsch selbst in der nämlö Nummer(S. 2, Sp. 2 oben) das überraschende Geständniß, der„Neue Sozialdemokrat" sein(des Harmonieapostels Max Hirfl „intimer Freund" sei. Wir trauten unfern Augen nicht, doch ist es geschrieben und gedruckt, so deutlich als geschrieben und z» druckt werden kann: „Die Redaktion des„Gewerkoerein"— lesen wir S. 2, Sp.* Z. 1 v. o.— hat es bisher nicht über sich bringen können, a»i ein Sudelblatt wie die„Revue" zu abonniren und hat sich deshaß an die Mittheiluna ihres intimen Freundes, deS„Neuen* gehalten, an dessen Adresse auch die Antwort der„Revue" gr hört."-- Wir dachten erst, eS könne Ironie sein, aber der betreffend PassuS ist urwüchsig grob, und Grobheit schließt bekanntlich di« Ironie auS. Also müssen wir, da Hr. Hirsch es so positiv erklärt wohl oder übel an die dicke Freundschaft des Herrn Max Hirsäl mit Hassel Marat und Hasen-Tölcke glauben. Warum auch nicht! Die Pickelhaube war ja von jeher ihre gemeinschaftliche Schädel' Zier.— — Zur Illustration des Hassel-MaratiSmuS folgende» charab reristische Faktum, das wir in derselben Nummer deS„Neuen*� worin Hassel-Marat sein Triumphzekräh ob des„S."'schen LoWl „k la Marat" erschallen läßt, verzeichnet finden: In Offenbaf' wollten die MocdSpatrioten sedanfeiern zehn, wie an andern Oo ten, und luden die verschiedenen Arbeitergesellschaften, darunl« auch die Mitgliedschaft des Allgemeinen Deutschen, ein. Wo« thaten die deutschen Allgemeinen? Zerrissen sie den Emladunz� wisch, mit dem man ste beleidigt hatte, und schickten die Fetzt» den Herren Mordspatrioten zurück? Mit Nichten. Sie erklärte» sie auch aussuppen, was sie sich eingebrockt hat!"— lind endlich! bereit, mit zu mordspatrioteln, wenn man ihnen erlaubet die dritte Paitei: die Sozialdemokratie, die hat allen Grund, dem Ende mit Schadenfreude zuzusehen, ohne Hand und Fuß zu rühren. Ihre Herzenswünsche liegen in den fünf Worten:„Sühne für Waldheim und Hudertusburg!" Eine theilweise Genug thuung hat sie bereits: In voriger Woche durste das ,. vincu- lirte" Leipziger Amtsblatt den Dresdenern höhnisch zurufen, daß, wenn Sachsen 1866 nicht annectirt wurde, man dies„nur der Hochherzigkeit dcö Königs Wilhelm zu verdanken habe". Einer Regierung, die sich von einem„Amtsblatt" ein so furcht- bares Aemento mori!(Denk' an den Tod), wehrlos gefallen lassen muß, braucht man nicht erst den PulS zu fühlen, um ihr zu sagen, wie viel die Glocke geschlagen hat! — Wir sprachen oben davon, daß das sächsische RegierungS ystem bereits vollständig vcrpreußt ist. Hier einen eclatanien Beweis: In Borna war bei der Landtagswahl von voriger Woche der Bezirksgerichtsdireklor Starke als Regierungskandidat ausge- 'tellte Unter den 43(dreiundvierzig) Personen, welche in einem Aufruf in den Blättern die Kandidatur des Herrn Starke mit ihrer Unterschrift empfehlen, finden wir aber nich: weniger als 20 (zwanzig) Regierungsbeamte, und unter diesen 20 Beamten wiederum 9(neun) deren direkter Vorgesetzter der Regie- rungSkandidat, BezirkSgerichtsdirektor Starke ist, nämlich: 2 Be- zirksgerichtsräthe(Philipp, Schmelz), 2 Gerichtsamtmänner(Helbig, Peschke), 2 Bezirksgerichtsassessoren(Knothe, Schräg), 1 Gerichts- amtsreftrendar(Keller), 1 Bezirksgerichtsrendant(Junker) und ein Arresthausinspektor(Creutz).— Schlimmer, glauben wir, ist es in Preußen auch nicht — Anständiges und Spaßhaftes. Herr Max Hirsch, der sich der Sozialdemokratie gegenüber mck seiner„anständigen" Kampfweise zu brüsten liebt, läßt in der„Wochenschau" des letzten „Gewerkverein" Folgendes schreiben: Nachdem eben erst der sozialdemokratssche Kongreß in Eisenach eine(! des Kongresses?) schmutzige Wäsche gewaschen— einem der ersten Führer, Horck, wurde ein Mißtrauensvotum ertheilt; über cie Parieipresse, die sich durchaus nicht den Parteibehörden unter- ordnen wolle, verlautbarten heftige Klagen; ein Mitglied in Nürn- berg wurve für„abgethan" erklärt, weil seine Bestechlichkeit erwiesen ei, und ein anderes Mitglied in Hof ersucht, den Vorwurf der Unterschlagung von Kassengeldern, der ihm gemacht wird,„ehe- baldigst"(?) zu entkräften—, haben auch die beiden Fraktionen der„Internationale" in Genf dasselbe gethan." So der„anständige"„Gewerkoerein" des Hrn. Max Hirsch. Fast so viel Unwahrheiten als Angaben. Unwahr, daß Aorck ein — Mißtrauensvotum erhalten; unwahr, daß der Parteipresse vor- geworfen worden, sie wolle sich den Parteibehöroen nicht unter- ordnen; unwahr, daß einem Mitglied in Hof der Vorwurf der Unterschlagung von Kassengeldern gemacht worden.— Wahr ist nur, daß„eul Mitglied in Nürnberg" wegen Bestechlichkeit(-c.) ür„abgethan" erklärt,— und allerdings auch, daß auf dem Kon- greß„schmutzige Wäsche" gewaschen wurde, waS indeß, dächten wir, unserer Pacrei nur zur Ehre gereichen könnte.„Schmutzige Wäsche" gibt es überall im Leben und namentlich im politischen Leben. Bis jetzt aber glauben wir ein Recht zu der Behauptung zu haben, aß unsere Partei die einzige politische Partei ist, welche ihre schmutzige Wäsche wäscht und sich den Schmutz om Hals schafft. Der Leichtsinn oder die Rücksichtslosigkeit, mit der das Organ des Herrn Max Hirsch hier der Wahrheit in's Gesicht schlägt, ist um so weniger zu entschuldigen, als über unfern Kongreß sehr genaue Berichte in den Zeitungen gestanden haben. Wir wollen abwarten, ob der Wochenschauer des„Gewerkvereins" so viel„An stand" haben wird, seine falschen Angaben zu rectificiren. Da wir gerade beim„Gewerkoerein" sind, noch zwei heitere Curiosa: „AuS den Verhandlungen(der Internationalen)— so lesen wir in derselben Nummer des Hirsch'schen Blatts— hat sich ergeben, daß die Organisation im großen Stil sich nicht bewährt hat, da das Zerbröckeln derselben von Tag zu Tag mehr offenbar wurde. Die Herren sind denn(?) einig geworden, den interna- tioualen Verbano der Arbeiter je eines Fache« fallen zu lassen und wolle, dabei eine rothe Fahne zu trazen! Von der rothen Fah«' wollten nun aber die mordspatriotischen Spießbürger nichts Wissels und so unterblieb schließlich der ganze HanSwurstenzuz. Härter! die Offeiibacber Philister die Harmlosigkeit des„Roth" v5 Hassel-Marare so gut gekannt wie der Berliner Polizeidirektos nebst den Ober- und Unterstiebern, so hätten wir eS erlebt, 6" das„heilige Roth" des internationalen Proletariats und der B verliebe auf einer Orgie deS neuesten nationalen Chauvinismu zum Amüsement der Herren Bourgeois, herumgeschleppt wurl und das von Arbeitern! Von Arbeitern, die sich Sozialvemokra ten nennen!— Der„Neue" druckt die betreffenden Berichte ohül jevwede Bemerkung ab. Er kann stolz sein auf die Resulta» seines„Schreibens k la Marat".— — Die berüchtigte Rede Castelars für seinen Antrag, die Z» oen Insurgenten übergegangenen Cortesmitglieder zu verfolgen, in des Wiener Schuselka„Reform"(No. 33) zwar einer etwa» einsichtigeren Kritik unterzogen worden, als in den übrigen bücger'; liehen Blättern; gleichwohl ist einer der Hauptböcke, die Castelal in seinem Brillantfeuerwerk sehen ließ, noch nicht heroorgehobe» worden worden. Der Geschichtspoet sagte nämlich: „Welch tief trauriges Schauspiel in Eueopa! Alles, waS w« verth eidigt haben, das haben die Konservativen realisirt! M hat die Idee der ungarischen Nationalautonomie auftecht erhalten' Kossuth! Wer hat sie verwirklicht? Der konservative Deük! stritt für die Abschaffung der Leibeigenschaft in Rußland? Dck Republikaner(?) Herzen! Wer hat sie verwirklicht? Der Kaiftl Alexander! Wer strebte nach der Einheit Italiens? Mazzini! Äsl verwirklichte dieselbe? Der konservative Cavour! Wer hielt vi« Idee der Einheit Deutschlands aufrecht? Die Reoublikanec v»» Frankfurt! Wer hat sie zur Wirklichkeit erhoben? Ein kaiserliche»' cäsaristischer Bismarck!" Mit Rech: erwidert zwar die„Reform"— die Herrn Castelal bezüglich Kossnth's und anderer Details theilweis berichtigt daß, wenn eS wirklich wahr wäre, daß allenthalben„die Konsev vativen das realisirt, waS die Republikaner vertheidigt haben*' hierin nichts weniger als ein trauriges Schauspiel liege, viel' mehr ein sehr erfreuliches, nämlich der Beweis, daß die republika' nischen Lehren siegreich gewesen sind unv die Widersprüche ve' Gegner, die nun überzeugt sind, weggefegt haben; es komme nich� sowohl darauf an, wer das Rechte vollziehe, sondern in ecstelj Linie daraus, daß es überhaupt vollzogen werde. Insoweit ip das Urtheil der„Reform" richtig. Sie hat aber verabsäumt, de» Reim der Castelar'schcn Dichtung zu untersuchen.„Republika� von Frankfurt" und„cäsaristischer Bismarck" passen nämlich ni haftete man ihn doch nicht, sondern ließ ihm Zeit zum Davon- gehen. — Hr. Schultze(oder Schulze), Handelskammersekretär in Mainz, ist nicht krank, sondern erfreut sich bester Gesundheit und ungeschwächter Denunziationskraft, wie wir aus dem Bericht der.Süddeutschen VolkSstimmc" vom 19. d. über eine in Mainz abgehaltene Versammlung der dortigen Fortsckrittler(National- liberalen) ersehen, auf welcher Hr. Schulye allerhand dummes Zeug schwatzte und von unseren Leuten einigen Unterricht im po- litisch-sozialen ABC erhielt. Zum Schluß brach bei Herrn Schultze, der sich vorher— Angesichts der sozialdemokratischen Majorität— zu ziemlich anständigem Benehmen gezwungen hatte, die ,.Co»cordia-S."-Natur hervor und pflückte eine Denunziation siegen de»„Volksstaat" vom Zaun. Für uns hat die Sache nur tnsofcrn Interesse, als wir jetzt wissen, daß Herr Sckultze(oder Schulze), Handelskammersekretär zu Mainz und Kathedersozia- list identisch ist mit dem Denunzianten ,.S."„vom Mittel- rhcin" der„Concordia". Wir denunziren hiermit besagten Hrn. Schultze(oder Schulze), den Hrn. Brentano, Schmoller und sonstigen Wortführern der Kathedersozialisten, und fragen dieselben ob sie den besagten Denunzianten Schultze(oder Schulze) als Partei- und Gesinnungsaenossen anerkennen. Daß die Herren Kathedersozialisten zu Effenach für die königlich(resp. kaiserlich) preußischen Staats und Culturzwecke.eingefangen" worden lind, ist Zwar eine bekannte Thalsache, aber man kann die soziale Frage im und für den B-smarck'schen Staat lösen wollen, ohne mit Nothwendigkeit ein freiwilliger oder bezabtter Agent Sliebers zu sein. Von unseren Mainzer Parteigenossen aber erwarten wir, daß, wenn Hr. Schultze(oder Schulze) sich wieder erdreisten sollte, öffentlich aufzutreten, sie ihn direkt wegen seiner DenunziationS- artikel interpelliren. — Zur Naturgeschichte der modernen Presse dient folgendes Schriftstück, welches durch die Indiskretion eines der Empfänger an die Oeffentlichkeit gekommen ist. Das Schreiben wurde vor der Wcihnachtssaison des verflossenen JahrcS an die im Berliner Adreßkalender aufgeführten Kaufleute, welche einen Weihnachtsmarkt zu halten pflegen, versandt. Es lautet: .Berlin, Datum des Poststempels. Ew. Wohlgeboren theilen wir ergebenst Folgendes mit: Die beifolgende(„Deutsche Landeszeitung") hat das reichste und vornehmste Publikum vom Großgrundbesitz zu ihren Lesern. Da demselben vor der Weihnachtszeit damit gedient ist, daß Jeder, wenn er nach Berlin kommt, auf Weihnachtsartikel für seinen Bedarf aufmerksam gemackt wird, wo er diese dei einem guten und soliden Hause preiSwürdig kaufen kann, so haben wir die Ab- sicht, in Feuilletonform unsere Leser jetzt darauf aufmerksam zu machen. Ihre Firma ist unS, als für diesen Zweck geeignet, be- stens empfohlen und wir denken dies— nicht wie sonst derartige Reklamen gemacht werden(!)— nach unserer besten Ueberzeugung bei Ihnen thun zu können. Ihren Namen und Firma fanden wir in der vorjährigen Weihnachtswanderung der„Nordd. Allg. Ztg." erwähnt, und müßten uns dieses Jahr Ihre Prospekte und besondere Wünsche(!!) schriftlich erbitten, damit man sehe, waS Sie vorzugsweise hervorgehoben zu haben wünschen(!!!). s�ür die Mühe als Recompense steht es Ihnen frei, uns mit eini- gen Thalern Werths aus Ihrem Geschäft zu entschädi- gen, worüber wir später übereinkommen werden.— Druck- und Jnscratkostcn werden sonst nicht berechnet.— Da der Druck An- fangs Dezember beginnen soll, so bitten wir umgehend um Ant- wort.— Die Redaktion der.Deutschen Landeszcitung", Strous- berg-Straße Nr. 16." DieS das Schreiben, welches für sich selbst spricht. Der saubere Herr Redakteur, welcher in sehr passender Weise in der StrouS- bergstraße seine„Böhmischen Wälder" improvisirt hat, ist Nie- wand anders als der famose Herr Niendorf, Reichstagsabgeord- ueter, seines Glaubensbekenntnisses erst heftiger Fortschrittler, jetzt heftiger Conservativer(was beiläufig keinen Gesinnungswechsel bedeutet), und seines Handwerks Buschklepper. Das Komischste bei der Sache ist die sittliche Entrüstung, mit fc,ie"rcht ertappten Leitungen auf den ertappten Kollegen mf* v frage nur einmal die Geschäftsleute in Berlin r5a50',toeI*e Weihnachten und bei sonstigen Gelegen- unb internationalen Industrieausstellungen) aus- a,» 5'/ � Leitungen es gibt, für deren lobende Ecwähnna- b» einen oder andern Form, an die eine oder rine„Recompense"*) bezahlt werden muß? So angc dw Zeitunaen einsacke Vrioat-lNelvsnetiitatinnen sind, wird die Niendorfsche Praxis die Regel, und die Abweichung von dieser Regel nur eine seltene Ausnahme sein.— Juuere Partei-, BervaltuaflS- na* Organisations- Angelegeuhrite«. An die Parteigenossen! Von verschiedenen Orten sind wir ersuckt worden, von der Veröffentlichung der Namen in der Restantenliste für Monat August Abstand zu nehmen, weil die Mitglieder durch Aufbringung der Delegationskosten so schon stark in Anspruch genommen, und beim besten Willen diesmal nicht im Stande gewesen wären, die fällige Parteisteuern prompt zu entrichten. Obschon wir uns überzeugt haben, daß dem so ist, und die Thatsachc, daß mehr als siebcnzig Delcgirte in Eisenach anwesend waren(also nahezu jeder zweite Ort einen Delegirten zum Eon- greß gesandt hatte), ist der Beweis dafür, so mußten'doch die Steuern auch für diesen Monat präcise eingesandt werden. Anderseits aber läßt sich auch nicht leugnen, daß die Mitglie der vieler Orte in diesem ihrem allerdings rühmlichen Eifer etwas zu stark sich arrangirt haben, und um nicht zu Gunsten deS einen oder andern Ortes eine Ausnahme zu machen, soll die Veröffent- lichung der August-Restantenliste diesmal unterbleiben. Wir fordern aber die Vertrauensmänner auf, unter allen Um- ständen die restirendcn Beiträge mit den Steuern für September bis spätestens 15. Oktober an den unterzeichneten Kassirer einzu- senden, weil die Säumigen nicht noch einmal werden auf Nachsicht rechnen dürfen und bemerken wiederholt, daß überall und ohne Ausnahme die Einsendung der regelmäßigen Parteisteucrn allen andern Ausgaben, und mögen sie einen Namen haben welchen sie wolle», vorangestellt werden muß. Jedes Biitglied ist sogar verpflichtet, darauf zu dringen, daß dieS geschieht, daß alle aufgebrachten Gelder und wir sprechen hier auch von den Ueberschüssen von Versammlungen und Vergnügungen, nicht erst für alle möglichen andern Zwecke verwandt werden, ehe an die einzusendende Partcisteuer gedacht wirv. Parteigenossen, sorgt dafür, daß wir im nächsten Monat nicht nöthig haben, über säumige Orte zu klagen. Hamburg, 18. September 1873. H. Benneke, Cassirer, kl. Schäferkamp 34. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Unser am 4 Ollober in Nürnberg zusammentretender Gewerk- schaftScongreß wird voraussichtlich recht zahlreich besucht werden. Angemeldet sind schon jetzt Delegirte von RegcnSburg, Augs- bürg,' Mrnberg, München, Landshut, Würzburg, Sckwb. Hall, Mainz, Leipzig, Cöln, Dresden, Berlin, Braunschweig, Erfurt, Hamburg, Allona, Stade, Gotha, Gießen. Die Verhandlungen finden im Cafö Merk statt, und werden die Delegirten, die bis spätestens Abends 8 Uhr in Nürnberg ein- treffen wollen, am Bahnhof von Comiteemitzliedern in Empfang genommen. Hamburg, den 20. Sept. 1373. v Namens des Ausschusses: Der Vorsitzende. Da vor dem Congreß noch ein Circular versandt wird, so werden alle Bevollmäckiigten hierdurch aufgefordert, alles Mit- theilenSwerthe unverzüglich einzusenden, insbesondere aber erbitte» wir genaue Angabe der Adressen und der Berkehrslokale. D. O. Zeitungen einfache Privat-Geldspekulationen find, wird ) Eigentlich: Belohnung. Gewerksgenossenschaftliches. Verband der Sattler und Berufs-Kollege». (Früher Allg. deulscher Sattlervercin.) Nerli«, 18. September. Es werden diejenigen Vertrauens- männer resp. Mitgliedschaften, welche noch keinen Kassenbericht bis dato eingesandt haben, aufgefordert, denselben in kürzester Zeit einzusenden, indem es sonst nicht möglich ist, die Ordnung in den Büchern zu erhalten. Durch derartige Uaregelmäßigkeiteu wird die Vereiusleitung denjenigen Kollegen, die mit derselben betraut sind, ungemein erschwert. Ferner werden jetzt zum letzten Male diejenigen Mitgliedschaften, welche seit Anfang dieses Jahres, trotz mehrfacher brieflicher Aufforderung des VereinSkassirers, ihren Pflich- ten weder in pekuniärer, noch in oben angeführter Weise nachze- kommen sind, hiermit aufgefordert, dieses binnen vier Wochen zu thun, andernfalls sich der Ausschuß alSdann geuöthigt sieht, Schritte zu thun, die denselben nicht lieb sein werden. Darum, Kollegen allerorts, die Ihr Interesse für unsere gute Sache habt, erschlafft nicht, wenn die augenblickliche Keife sich auch bis auf unser Geschäft erstreck: hat, die Zeiten ändern iich wieder zu unser» Gunsten. Schon ist es vorgekommen, daß einzelne Meister Lohnabzüge gemacht; schon will man die Arbeitszeit wieder ver- längern. Tritt alsdann noch eine Lauheit im Verein selbst ein, dann bekommen die Meister zu dergleichen Bedrückung noch mehr Muth, der ihnen momentan aber noch fehlt, da sie wissen, daß wir noch gut organisirt sind. Darum, Kollegen, laßt uns vor- wärts schreiten und nicht stillstehen, denn jeder Stillstand ist Rückschritt. Tretet dem neuen Ausschuß mit demselben Vertrauen entgegen, wie ihr es dem alten gethan habt, damit wir nach Iah- reSfrist wiederum st-llz zurückblicken können auf unser angefangenes Werk. Dies wünscht mit Gruß und Handschlag: Paul Straß er. Borsitzender, Marienstr. 7, Hof 2 Tr. rechts. HL. Sollten die Neuwahlen der Vertrauensmänner bereits stattgefunden haben, so werden dieselben ersucht, ihre Adressen so- fort einzusenden. D. O. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. München. Wohl kein Platz Deutschland« ist durch den Wiener Börsenkrach so sehr in Mitleidenschaft gezogen als München, und wir haben hier genug Gelegenheit zu Betrachtungen darüber, wie alle durch die Kopflosigkeit und Schlechtigkeit der herrschenden Klassen hervorgerufenen Katastrophen immer nur von den Prole tarier» ausgehalten werden müssen und sie mit den wuchtigsten Schlägen treffen, während die Herren Bourgeois die Köpfe auS der Schlinge ziehen, oder, wenn sie ja ein wenig hängen bleiben, nichts weiter als eine viel zu kleine Strafe für ihr verbrecherisches Treiben erleiden. Durch den großen Krach wurden in Wien eine Masse von Arbeitern unserer Branche brodloS gemacht; waS Wunder, wenn d:esclben, ihr Auge«uf Deutschland richtend, gen München zogen, um da Arbeit zu suchen. Sie kamen und sahen sich bltter ent- täuscht; denn einmal fanden sie hier, ganz wie wo anders, alle Magazine durch eine gänzlich kopflose Ueberproduktion vollständig überfüllt, und zum zweiten waren durch die Wiener Weltausstellung auch eine Masse norddeutscher Kollegen in den Süden gelockt worden, wodurch sich der Arbeitsmarkt bald vollständig überfüllte und wodurch auch bereits ein bedenkliches Weichen des Arbeits- Preises herbeigeführt wurde. Zl all Diesem kommt noch, daß durch die Furcht vor der Cholera die Großköpse auf dem Lande festgehalten werden, wodurch der Bedarf an ArbeitSkräfteu gegen sonst ein wesentlich geringerer ist. Allen Kollegen ist daber dringend zu empfehlen, sich von Mün- chen fern zu halten; ein Nichtberücksichtigen dieser Warnung dürste sich bitter rächen. In kürzester Zeit wird der Anschluß deS hiesigen Fachvereins an den Allgemeinen deutfcken Schneiderverein stattfinden; da dann alle größern Siädte Balerns sich angeschlossen haben, wäre eS nun dringend noth wendig, daß auch unsere norddeutschen Brüder dem Bunde in größerer Mass- beitreten. Mögen diese Zeilen ihren Zweck erfüllen und die Kollegen allerorts zum Beitritt in die Gewerkschaft veranlassen, damit wir im näcksten Frühjahr in fest ge- schlossenen Reihen den Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung mit Eifolg führen können.! j Mit sozialdemokratischem Gruß: C. F. Rick. Correspondenzen. Leipzig. Um den Leipziger Philistern eine„Gänsehaut" über deu Rücken schaudern zu machen, theilen wir hier eine Depesche mit, welche der„New-üjork-Herald" aus Leipzig erhalten haben will. Das famose Fabrikat lautet: „Leipzig, 28. Aug.(Spezialdepesche des N. Herald.) Unter den Soldaten der hiesigen Garnison sind bedenkliche Unruhen au»- gebrochen. Die„Sozialdemokraten" sind Herren der Stadt. Mili- tär und Polizei sind machtlos. Das Volk nimmt die Gesetze in die Hand." „Die Sozialdemokraten sind Herren der Stadt". Was schließe» diese schreckliche Worte nicht Alles ein! Das berühmte„Theilen", von dem die Philister stets reden, aber noch nichts gesehen haben, wer denkt nicht gleich daran? Da hätte es ein Ende mit den ge? müthlichen Stammtischen, wo man in aller Gemüthsruhe über die Sozialdemokraten losziehen kann. Und der gute Rüder machtlos! Das wäre das Ende aller Dinge. Nun, unsere Leipziger Pbilister gehören zwar zu den bornirtesten, aber der„New-Norker-Herald" ist auch das größte Lüzenblatt der Welt. Also mögen sie sich beruhigen. Uurgstädt, 18. Sept. Vergangenen Sonntag fand im Gast- haus„Bellevuc" eine von einem sogenannten freisinnigen Kreis- Wahl-Comite des 29. ländlichen Wahlkreis einberufene Wähler- Versammlung statt, natürlich veranstaltet von mehreren Fabrikan- ten und Großbauern, um den zusammengerufenen Wähler» ihre« zum Landtag ausgestellten Biedermann, Herrn Reichstagsabgeord- neten Professor Dr. Birnbaum aus Plagwitz, Lehrer der Landwirth- schaft an der Universität zu Leipzig, persönlich vorzustellen. Nachdem nun in der bestimmten Zeit Kutsche ans Kutsche die „theuren" Insassen nach dem Versammlungslokal gebracht, hatte» auch ich und einige Freunde, obgleich nicht zu den Auserwähttcu dieser Wähler gehörend, per Fuß uuS dahin begeben. Dort ange- kommen, währte es auch nicht lang? und die Versammlung wnrve eröffnet. Der Herr Professor ergriff das Wort und erläuterte da» Programm der liberalen Partei; er hob besonders die stegreichen Thaien deS Großpreußenthums, die Segnungen desselben, die namentlich in der gesicherten Zukunft Deutschland bestünden, hervor. Natürlich konnte er auch nicht unterlassen, mit aller Macht gegen die Sozialdemokratie loszuziehen, welche leider von den Re- gierungen der Einzelstaaten sowie durch die Conservativen unter- stützt würde, um inSzcsammt die liberale Partei zu verdrängen; es wäre nicht möglich, daß die Arbeiter sich zu einer Macht heran- bildeten, wenn diese nicht von obenher gehegt und gepflegt wür- den! Die Folge könnte sein, daß Zustände wie die jetzigen in Spanien auch bei uns eintreten könnten. Die Arbeiter müßte« überhaupt mehr beschränkt und kontraktlich gebunden sein; sie ge- nösscn viel zu viel Freiheit, und er würde ganz besonders für deren Beseitigung eintreten. Es könnte für den Bauer und Fabri- kanten nicht eher besser werden, als bis die Arbeiter gedemüthigt und für Arbeit gute Worte geben würden. Er empfehle deshalb den Bauern die Anschaffung von Maschinen, die eventuell durch Bcrmittelung des Staates zn bewirken sei; die Oekonomen würden dann nicht Löhne zu zahlen haben, die an das Gehalt manche« Subalternbeamten heranreichten. Nach Beendigung des Vortrages, der von den Wählern na- türlich gut aufgenommen worden war, forderte der Borsitzende etwaige Fragesteller aus, sich zum Worte zu melden. Ich ersuchte hierauf den Herrn Professor, mich darüber aufzuklären, wxs denn zu geschehen habe, wenn durch die Anschaffung der Maschinen so und soviel Arbeiter brodlos würden. Der Herr Professor hatte jedenfalls nicht erwartet, daß unter den dickbäuchigen Fabrikanten und Großbauern auch ein„freiheits- übermüthiger" Arbeiter sich befinve, denn er gab mir die kurze Antwort, daß er vor der Versammlung aus meine Frage nicht speziell eingehen könnte, im Privatgespräck sei er hierzu aber sehr gern bereit. Wie es scheint, scheute, der Herr Professor eine De- batte, denn das Verlangen eines Konservativen um einige Aufschlüsse veranlasste den Vorsitzenden mit brüllender Stimme zu erklären, daß der Herr Dr. Birnbaum nur erschienen sei, um seine Stel- lung zu dem Programm der liberalen Partei zu kennzeichnen, nickst aber, um zu dcbattiren, und mit dieser„Abfertigung" wurde die Versammlung geschlossen. Ich begab mich nunmehr sofort zu dem schon im Gehen de- griffenen Herrn Professor und erbat mir die versprochene Auskunft auf meine Frage. Die Antwort bestand in allgemeinen Redensar- ten, durch die rch belehrt werden sollte, daß es des Arbeiters wür- diger sei, wenn er durch eigene Kraft sich emporarbeite. Auf mein Entgegenhalten, daß er besser thätc, im Reichstage so für die Ar- beiter zu wirken, wie er versprochen habe sie zu bekämpfen, erklärte mir der Herr Professor rund heraus, daß wir in der Person de» Herrn Bebel einen ganz tüchtigen Vertreter auszuweisen hätten. Uebrigens sei er ja auch für Abschaffung der indirekten Steuern. Die Unterhaltung schien vielen der Herren, die sich um unS versammelt hatten, nicht recht zu behagen, denn der Ruf: die Kutsche steht bereit, war daS Signal zu allgemeinem Aufbruch. Hätte Herr Dr. Birnbaum nicht so rasch den Saal verlassen, vielleicht hätte er noch die Aeußerungen etlicher Kleinbauern ver- nommen:„Der spricht nicht für unS, das ist ein Großer w. zc." Sollte uns aber wieder Gelegenheit geboten werden, den Maschi- neu empfehlenden, Arbeiter unterdrückenden, sachsenfeindlichen Groß- prcußen den Reichstagsabgeordneten Herrn Professor Dr. Birn- bäum mit seinen die Arbeiter beglückenden Borträgen zu verneh- men, so möge er uns diese Gelegenheit nur recht bald verschaffen, da die hiesigen Herren Oekonomen zur Kartoffel-Erute immer Arbeiter fudbtn zu einem Tagelohn von 10— 12 Sgr.; da könnte manchem Subalternbeamten, wie der Herr Profeffor meinte, Gele aenhcit geboten sein, sich etwas zu verdienen, nm dann eine ruhige Existenz in Leipzig zu genießen. Die Reichstagswähler im Leipziger Bezirk können wahrlich stolz sein auf ihren Vertreter Dr. Birnbaum, welcher allgemein besür wortet, durch Anschaffung von Maschinen die Arbeiter in Ruhe stand zu versetzen. G. F. Kannover, 18. Septbr. Mit Bezug auf den Artikel in Nr. 104 des„Neuen Sozialdemokrat"(zum Tischlerstrike in Hannover) werden von dem klugen Verfasser, Hrn. W. Muschan, Gründe angeführt, welche, wenn wir den weisen Herrn mit seinen eigenen Worten schlagen wollten, an Entstellungen der Thatsachen nichts zu wünschen übrig lassen. Von dem weisen Herrn wird nämlich gesagt:„zum Sinke aufgefordert wurde von der dort bestehenden selbsthilferischen Produkliv-Genoffenschaft, welche an der Spitze eines Fachvereins steht, welcher, sammt den Mitgliedern der Holz� arbeitergeweikschast(beide der Eisenacher Partei angehörig), hoch stenö 150 Mitglieder zählt, wogegen die Mitgliedschaft unsers Vereins die gleiche Zahl hat, und die übrigen Tischler noch un organisirt sind". Ter kluge und weise Sekretär stellt hier nun Behauptungen auf, welche so von Lügen strotzen, daß es uns eis kalt überlaufen könnte, wenn wir das Lügen deS hochweisen Se kretärs nicht schon gewöhnt wären; denn es ist der Genossenschaft durchaus nicht eingefallen, den Strike zu provociren. Wenn nun der kluge Mann behauptet, daß der Fachverein mitsammt den Mitgliedern der Holzarbcitergewerkschast höchstens 150 Mitglieder zählt, so hat sich bei dem Herrn Muschan das Sprichwort wahr gemacht:„kluge Hühner legen auch mal in's verkehrte Nest", dem der Fachverein allein 147 Mitglieder zählte, auch durchaus nicht, wie der Verfasser behauptet, der Eisenacher Partei angehört, sondern die Statuten der Berliner Strikekasse anerkennt. Auch wud sich der Herr Sekretär in Bezug aus die gleiche Mitglieder zahl des Allgemeinen Tischler(Schreiner-)vereins sehr geirrt haben, und er wird wahrscheinlich aus lauter Partei-Eiser auf den Ein- fall gekommen sein, daß man vor der Zahl 50 auch eine 1 machen kann; denn wenn der Herr behauptet, die Wahrheit zu sagen, so fordern wir denselben auf, uns die 150 Namen zu nennen, und wir wollen ihm gern Gerechtigkeit widerfahren lassen. Was nun die Behauptung des Herrn Sekretärs anbelangt:„von Seiten der Eisenacher stellte man die Forderung einer 16- bis 18prozentigen Lohnerhöhung bei keinerlei Arbeitsverkürzung, dem stimmten unsere Mitglieder nicht zu, weil es auf der Hand lag, daß die nur von der Produktiv- Genossenschaft in Scene gesetzt war, um eine Er- höhung der Preise auch für ihre Erzeugnisse zu erzielen, während der Vortheil der Allgemeinheit nicht in Betracht gezogen wurde dies beweist auch der Vorschlag einer Wiedereinführung der Vesper- zeit von jeuer Seite, was ven Kollegen keinen andern Nutzen ein- gebracht hätte, als daß sie eine halbe Stunde länger den Staub der Werkstätten einzuschlucken gehabt hätten", so hat hier der Herr Sekretär seine Fertigkeit im Lügen so recht bewiesen, denn wir verlangen hier nickt 16 bis 18 Prozent, sondern, wie die Meister berechnet haben, 16�/3, 33', 3 50 und 60 Plvzeift. Das ist ein sehr großer Unterschied. Was den Beweis von unserer Seite über die Vesperzeit anbelangt, so sei dem Herrn Sekretär einfach ent- gcgnet, daß die Forderung der g'/�stündigen Arbeitszeit Beweis genug ist, daß er wieder sehr stark gelogen hat. Nun denn, Sie erzkluger Sekretär, wie ist. es denn, wenn Sie behaupten, die Genossenschaften haben selbstverständlich die Arbeft nicht eingestellt und so striken nur die wenigen-Mitglieder der Holzarbeitergewerk- schaft, um ihren Anführern die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Aber es sind nun, außer den Führern des Strikes, 600 Mann abgereist, 300 Mann sind schon bei Meistern rcsp. Arbeitgebern, die unterschrieben haben, in Arbeit getreten; wer ist es denn nun der die Kastanien aus dem Feuer hole» müß? Sind es du Allgemeinen- Deutschen, welche weiter arbeiten, oder Diejenigen, welche für die Sache eintraten und abreisten? Wir glauben, daß hier Blinde suhlen können, wie groß die Lügen des Herrn Sekretärs sind; doch wir wissen, daß dieses Lügensystem des Herrn Muschan eben darauf hinausläuft, den hiesigen Strike scheitern zu machen im Interesse der Hannoverschen Tischlermeister. Und daß dem so ist, beweist die hiesige Lokalpresse, die den betreffenden Artikel mit Freuden abdruckte, aber für uns durchaus Nichts auf- nimmt. Es ist dieses der Hauplbeweis, daß der Sekretär Muschan als Sozialdemokrat den Vcrrälher an dem Arbeiterintercsse gemacht hat; doch Dieses, Herr Sekretär, wird uns durchaus nicht wankend machen; wir werden Ihnen zeigen, daß das Umecht, welches Sie durch Ihre Verläumdungen uns anthun, uns durchaus nicht von dem Wege unserer Forderungen zurückbringt. Das aber merken Sie sich, Sie kluger Mann, daß durch diese Handlungsweise sich der Allgemeine Tischler(Schreiner-)verein hier am Orte ein Grab gräbt, aus dem er nimmermehr aufersteht. Die Commission. München. Welch ein panischer Schrecken vor der Demokratie dem Geldprotzenthum in den Knochen liegt, und welch' erbärmliche Feigheit dieser Coterie innewohnt, zeigte jüngst ein Vorfall in München. Zweien Raubmördern sollten in Amberg die Köpfe ab- geschlagen werden, da, 0 Schrecken, fand man die Guillotine nicht; schon beschtich verschiedene Fettwänste und Biervernichter der unheimliche Gedanke, die Münchener Zahldemokraten möchten dieses Instrument erwischt haben und manch Arbeiterschinder mag unwillkürlich nach seinem Hals gefüllt haben. Da, 0 Freude, kommt die Nachricht, daß die Theile der Maschine gefunden seien und den Mörvern nunmehr die Köpfe herabgeputzt werden könnten. „Aus Vorsicht für etwaige politische Unruhen", wie die libera- lcn Sauhirten schreiben, hatte man die Guillotine in drei Theile zerlegt und den einen in der Stadtcommandantur, den andern bei der Baubehörde, die beiden Fallbeile aber beim kgl. Bezirks- aericht als Plumpsack versteckt. Für diesmal ist der Staat gerettet! Hu, das rothe Gespenst! . Berichtigung. In Nr. 37 des„Fürther Demokrat. Wochenblattes" veröffent- licht Herr Memminger eine„Erklärung", die eine Rechtfertigung gegen den seine Person betreffenden Congreßbeschluß sein soll. Der Ton und Inhalt dieser„Erklärung" rechtfertigt in jeder Zeile die Anschauungen, welche die große Majorität der Congreßdelegirten von Herrn Memminger hat. Wenn wir von der Veröffentlichung jener Erklärung und einer gebührenden Abfertigung dennoch Ab- staud nehmen, geschieht dies nicht, weil Herr Memminger dies selbst wünscht, sondern weil wir dem Congreßbeschluß gemäß Herrn Memminger als„abgethan" für die Partei betrachten. Nur das sei dem genannten Herrn bewerkt, daß es ihm schlecht ansteht, über das„Brod der Verbannung" zu jammern, das er angeblich ißt, sintemalen er fteiwillig ausgerissen ist;'ferner, daß es einen Volksfiaatcvrrespondenten der„Frankfurter Zeitung" nicht giebt, eine solche Bemerkung wohl nur eine Denunciation sein soll. — Auch bleibt uns noch übrig zu constatiren, daß die in Nr. 71 deS„Volksstaat", in dem Artikel„Herr Memminger" gemachte Ausführung, der Genannte stehe in intimen Beziehungen zu Herrn Dr. Ladcndorf in Zürich, wie wir jetzt von befteundcter und unterrichteter Seite in Zürich erfahren, unrichtig ist, He>r Dr. Ladendorf, erfahren wir, habe im Gegenthcil den erwähnten Herrn sehr kühl behandelt. Wir hielten diese Berichtigung für unsere Pflicht und schließen hiermit in Sachen des Herrn Memminger die Akten. Von Herrn Ladendorf ist uns ein Brief zugegangen, worin er erklärt, daß die im„Volksstaat" Nr. 71 gebrachte Mittheilung, Memminger gehöre zu seinen(Ladendorf'S) Intimen, vollständig unbegründet sei und daß er mit Memminger niemals in irgend einer, weder persönlichen, noch politischen Beziehung gestanden habe und auch jetzt nicht stehe. Die Parteigenossen der nachbenannten Orte werden hierdurch aufgefordert unverzüglich dafür Sorge zu tragen, daß folgende Annonceuschulden baldigst bezahlt werden. Auerbach: Genossenschasts- Maschinenstickerei f. Mai ,2 Thlr. 3 Gr.; Altona Schuhmachergcw. f. Mai 6 Gr.; Arb.-Verein f. Dezember und Januar 26 Gr., für Juni 7 Gr.; Bremerhaven: Arbeiter- Partei 5 Gr.; Braunschweig: Metallarbeiter- Gewerk. für Juni 20 Gr., C. H. Müller für Februar 5 Gr.; Berlin: Manuf. u. Handarb. f. Jan. 6 Gr., Mctallarb.-Gew. f. Juni 6 Gr., Bernstein f. April 6 Gr., Schuhmacher-Gew. f. April 6 Gr., Reimann f. Juni 7 Gr., Manusakt. u. Handarb. f. Mai 7 Gr., Bensheim: Arbeiter-Partei für März 5 Gr., Weihrauch, Buch- binder, für März 3 Gr.; Bremen: Malergew. für Juni 4 Gr.; Bamberg: Arb.-Part. f. Juni 4 Gr.; Cöln: Cigarrenarb.-Gew. (Fest) für Juni u. Juli 1 Thlr. 10 Gr.; Chemnitz: Maurer- und Zimmergewerkschaft 15 Gr., llhle für Mai 8 Gr., Metall- arbeiter-Gewerkschast für Juni 7 Gr.; Crimuntzschau: Agitations- Comite für Mai 16 Gr., Volksverein(Ausflug) 1 Thlr. 10 Gr.; Cassel: Arbeiter-Partei für Mai 24 Gr.; Constanz: Arb.-Partei für Mai 6 Gr.; Düsseldorf: Reichelt f. Jan. 4 Gr.; Daruistadt: Dönges f. Febr. 4 Gr., Arb.-Part. s. März 12 Gr.; Dresden: Maurer u. Zimmerer f. Febr. u. Mai 24 Gr., E. Knos f. Mai 7 Gr., Metallarb.- Gew. 27 Gr., Agitat.-Comile f. Mai 6 Gr.; Duisburg: Arb.-Partei f. März 8 Gr.; Dessau: Spinner- strike f. März 7 Gr.; Erfurt: Hesse f. April 4 Gr.; Forst: Arb.- Part. Febr. u. Juni 1 Thlr. 18 Gr.; Freiberg in Sachs.: Arb.- Part. f. April 25 Gr.; Freiburg in Bd.: Gimbel f. April 4 Gr.; Gotha: Arb.-Part. Dez. bis Juni 19 Gr.; Holzarb.-Gew. f. Juni 7 Gr., Schuhm.-Gew. s. Juni 10 Gr.; Grimma: Ver. f. März5 Gr.; Glauchau: Korbmachcrmstr. Ed. Lehmann f. Junr 12 Gr.; Halber- f 11(Är* ASaibc in.VSolft«: Cöln Die hicfigen Abonnenten de«„Volksfaat" werdeu hier» sreundlickst ersucht, den Abrnnementsbelrag für das dritt Quartal bis zum l.8. d. M. entweder dem Ueberbringer de« Blatte« od« an mich selbst entrichten zu wollen. Für die Filial- Expedition: ____[+1_ G. Heinrichs, Thieboldgasse Nr. 88. Cöln Sotialdemoltratische Arbeiterpartei. Mittwoch, den I.Oktober, Abend« 8 Uhr: Geschlossene Par> teiversammlung bei Breuer, Eigelstein 25.— Tagesordnung: Urabsti» mung über die Beschlüsse des letzten Congresses. Das Erscheinen aller Mitglieder wird unbedingt erwartet. '''___ I. A.: Der Vertrauensmann. Frankfurt a. M. Soz.-dem. Arbeiterpartei. . �, Versammlungslokal: Stadt Kreuznach, Dominikanergasse 10.— Jeden Samstag Abend Vortrag und Di«- kusfion. XL. Der„Volksstaat" liegt in folgenden Wirthschaften au«: Schwab, Papageistraße; Schüßler, Papageistraße; im Stolzenfels, alte Mainzer- gasse; im Lindenbaum, Saalgasse; Eilz, Kannegießergasse und Foullou, Gelnhäufcrgasse. �af Frankfurt a. M. Zur bevorstehenden Saison empfiehl! sich die stadt: Arb.-Part. f. Febr. u. Mai 18 Gr.; Haide iu Holst.: Pe tersen f. März 24 Gr.; Hannover: Buchbind.-Verein f. März u. Juni 19 Gr., Arb.-Partei f. Jan. bis April 1 Thlr. 3 Gr., Schneiderverein f. Mai 10 Gr.; Hambnrg: Schiffszimmerer-Gew. f. März, Mai, Juni 29 Gr., Steinmetzengcw. f. April, Mai 13 Gr. Hildesheim: Arb.-Part. Mai u. Juni 18 Gr.; Hannover: Arb.- Part. Jan. bis April 23 Gr., Arb.-Verein 20 Gr., Holzarb. Gew. f. April 5 Gr.; Johann-Georgenstadt: Arb.-Part. f. Mai 6 Gr.; Langenbielau: Arb.-Part. f. März u. April 16 Gr.; Lengenfeld: Agil.. Com. 14 Gr.; Leisnig: Arb.-Part. f. Febr., Mai, Juni 25 Gr.; Lörrach: Allgemeiner Arbeiter- Bund, Mai 9 Gr.; Melsungen: G. Wolf 3 Gr.; München: Schneider Gentmeier April und Juni 16Gr., Schuhmacher-Produktivgenossensch.15 Gr., Schuhmacher-Fachver. Mai 6 Gr., Buchbinderver. Mai 5 Gr.; Münsingen: Schoell, Hemdensabr. Juni 8 Gr.; Markranstädt: Comite z. V.-Vers. Juni 5 Gr.; Müssen St. Niklas: Arb.-Bild.- Verein Juni 8 Gr.; Nürnberg: Expedition des„Demokratischen Wochenblattes" für Memminger Januar und Februar 3 Thlr.; Neviges: Beruh. Ahlmann, Schreinermstr., f. Febr. 4 Gr., Arb.- Part. f. März 13 Gr.; Planitz: Weber, Schlossermstr., f. Jan. 4 Gr., Arb.-Part. f. Juni 5 Gr.; Römerstadt in Mähr.: Arb.- Bild.-Berein f. Jan. 11 Gr.; Rochlitz: Arb.-Verein f. April 7 Gr., Frievr. Männel(Verl.-Anz.) 8 Gr.; Regensburg: Arb.-Part. 7 Gr., Fachvcrein d. Tischler 5 Gr.; Stuttgart: Sattterverein f. Junr 1 Gr.; Würzburg: Schuhmacher-Gew. f. Jan. 3 Gr., Tischler- achv. Mai 6 Gr.; Weimar: Arb.-Verein f. April 7 Gr., Schuhm. Gew. Juni 10 Gr.; Wilkowya: Joh. Blum f. Mai 8 Gr.; Zwickau- Arb.-Partei f. Mai u. Juni 26 Gr. Gleichzeitig erklären wir, daß Anoncen solcher Einsender, die nach zweimaliger Erinnerung die Gebühren nicht entrichtet haben Hinsort nickt eher aufgenommen werden, bis die rückständigen Be- träge bezahlt sind. Der Parteiausschuß.(2b) Hamburg, 10. Sept. 1873. chueider-Affoziatio« Meisengasse 12, den Parteigenossen und Lesern des„Bolksstaat" zut Anfertigung von Herrenkleidern unter reellster Bedienung. Swffe an Lager stets vorräthig. [3c*J Der Borstand Hamburg Aufforderung zum Abonnement auf> den„Bolksstaat". D>e Parteigenossen werden ausgcsorderl, beim bevorstehenden Quartal- Wechsel eine ganz besondere Ausmerlsamleit der Verbreitung des„Voll«- staat" zu widmen. Mit neuen Lesern dieses Blattes gewinnen wir uu» neue Freunde, fördernd die Interessen der gesammten Parici. Der Preis des„Volksstaal" ist vierteljährlich 1 Mark 10 Schillinge, monatlich!) Schill., srei ins Haus. QuartalSabonnemea:« sind zur Hälfte im Voraus, Monalsabonnemenls ganz im Voraus zu zahlen. Bestel- lungcn nehmen an: die Colportcure Schütze und Schultz Letzter« Play beim grünen Sood. Hof 34, Saal 2: serner: Traumann Dra- gonerstraße 25 und Geib, Rödingsmarkt 12. toi br 5- pd! bc L/1*0€ Si—, y,. L'tipjig Ms Zur� Beachtung für Töstser. Den 14. September dss. I. haben wir unser uneut- geltliches Arbeitsnachweis-Burcau Aeuclrchhvs Nr.il. bei Herrn Hüsner, eröffnet. Daselbst ist gleichzeitig die Herberge und wird dort die Reise- Unterstützung ausgezahlt___ stvj__ Emil Heßner, Vors. AUgeineiner deutscher Schneiderverein. .. Mittwoch, den 24. Septbr., Abend» 8 Uhr: Versammlung bei Zridler, Windmühlenstraße Nr. 7. Tagesordnung: Verein«« angelegeiiyeilen. Verschiedenes. Ausnahme neuer Mitglieder. Das Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt nothwcndig. willkommen. Der Bevollmächtigte. Kipjig Sosialdemoliratischer Arbeiterverein ._ Freitag, den 26. September, Abends 8 Uhr, bei Zeidler, gr. Windmühlen str. 7.— Tagesordnung: Vortrag über Prostitution von Voigt. Sozialpolitischer Wochenbericht; Ref.; Nauert. Mittwoch, den 24. d.«., Abends 8 Uhr: Borstanvssistung bei Illiiikler, kl. Windmühlenstr. 10.— Die Revisoren werden ersucht, hierbei zu erscheinen. Der Vorstand. (v p! Z> st- B R h C K st de Ossenlikch a. M. �'lvis für Schuhmacher. Das unentgeltliche Arbeits- Nachweise« Bureau der internationalen Gewerkschaft der Schuhmacher befindet fich bei Hrn. Johann Fleck, Schloßgasse 12, woselbst auch Zugereisten Logi» zum Wohnen angewiesen werden. Das Verkehrslokal befindet sich im Gasthaus zum„Lliidcnbaum", Sandgasse 1 Die Bevollmächtigten derjenigen Orte, welchen wir früher gedruckst Formulare zugesandt habcn, tiilen wir, solche wie oben umzliändcrn. Stuttgart Berichtigung. In der politischen Rundschau der vorletzten Nummer(87) mug es 2, Sp. 1 im 3. Absatz heißen: Aber war„er" denn wirklich ein so chlauer(nicht: schlimmer) Patron? Und am Schluß desselben Absatzes: daß er aber so wenig Herr gewesen je.(anstatt: daß er ebenso wenig:e.! Anzeigen:c. «ewerkschast der Hossarbeiter. zplltllllN Sonnabend den 27. September, Abend« halb neun Uhr: Mitgliederversammlung große Bergstraße 139.— Tagesordnung:�Dele girtenwahl, Eongreß.__ D. Be». Sonntag, den 5. October: Vergnügen und Ball in Bellevue(Eims Büttel). Karten i 4 Schilling find im Vereinslokal und bei den Eomitö Mitgliedern zu haben.___ Der Obige. «ewerkschaft der Holiarbeiter. Sonnabend den 27. sSeplbr., Abend« 8 Uhr: Allgemeine Holzarbeiter-Bersammlung bei Derosche, Köpnilerstraße 145, wozu sämmi liche Holzarbeiter und Fachgenossen eingeladen werden.— Tagesordnung: Zweck und Nutzen der Gewerksckast, Fragezettel, Debatte, Aufnahme neuer Mitglieder. � m Um zahlreiche Betheiligung ersucht D. V. Verlehrslokal: Krausenstr. II. Bevollmächtigter: Friedrich Arnold. Leipzigerstr. 118 im Hof 2 Tr. Gewerkschaftskasfirer: Robert Gintzel, Köpnickerstr. 24. Internationale Vauhandiverl,er-«en°sse, ischast. MjlUlUll? Allen Mitgliedern und correspondirenden Genossen zur Nachricht, daß alle Briefe an den Bevollmächtigten Friedrich Ernst Louis Mcr genstern, Peterstraße 24 1., zu senden sind._[26] ir2iM»osialdemokratislhe Arbeiterpartei. 'Ulli In der geschlossenen Sitzung vom 10. September wurde fast einstimmig unser Parteigenosse Friedrich Klüssendorf, wohnhast Perlen- graben 100, zum Vertrauensmann gewählt. In der Sitzung vom 17. Sept. wurde bis auf Weiteres beschlossen, den Beitrag um 1 Sgr. monatlich zu erhöhen zur Deckung der lokalen Ausgaben, welches wir hiermit den hiesigen Parteigenossen zur Kennwiß bringen. Mit Brudergruß H. Heinrichs. Friedrich Klüssendorf. sozialdemokratischer Arbcitcrdcrcin. Q.. Den Mitgliedern zur Kenntnißnahme, daß di« Veriammlungen von jetzt an jeden Montag Abend 8 Uhr im Lokal de« Herrn Hertcr, Büchsenstraße Nr. 27, staitsinden. Die VcreinSmitglieder werden dringend aufgefordert, pünktlich und zahlreich zu erscheinen und fleißig Gäste mitzubringen.(Zb) Photographie« von den hcrvorragensten Sozialisten, das Dutzend 15 Ngr. empfiehlt Henriette verw. Knieling, _____________ Dresden, Christianstraße 16, 4. Bei meinem definitiven Weggang von Leipzig und Umgegend em-, pfchle ich mich hiermit allen Freunden und Bekannten, von denen ich inich— infolge des bekannten polizeilichen Hindernisses— nicht ver- i sönlich verabschieden konnte. J Leipzig, den 21. September 1873. P. Hepner. ttu I. zu di g- de Wi al sck w n< w- te bi 9X gl Für Tischicr! Ter Tischlerstrike zu Bremen dauert seit 13 Wochen noch immer unerbittlich fort. Der, Zuzug ist also streng fern zu hallen.„ rr Das Comite. XB. Das Arbeiis-Nachweisungsbureau ist Hankenstraße Nr. 22, auf der Tischlerherberge. le m ti lä ai w le !t Abnehmer von Pantoffeln sucht W. Lehman», Schuhmachermeister, Mühlgrb. 248, Rochlitz in Sachsen. Die Parteigenossen bitte ich, mir womöglich Kundschaft brieflich zuzuweisen; Porto werde ich vergüten. Jraucnband: schwarz und bunt 9, 10 und 11 Thlr., lackirt und schwarz. mit rindlcdcrner Brandsohle 10, 11 und 12 Thlr.; Mannsband: auf Keit 12 und 13 Thlr., mit Absatz 13 und 14 Thlr., je nach Qualität und Größe per Dutzend. Bei reeller Waare, festen Preisen, baarer Kasse sehe ich freundlich einer gewünschten Abnahme entgegen. Hochachtungsvoll Der Obige.(2a) di h u w «t t dl Ankündigung. In unserm Berlage erscheint demnächst unter dem Titel Bolksstaat- Fremdwörterbuch zu billigstem Preise ein Fremdwörterbuch, welches sämmtliche allgemein gebräuchliche Fremdwörter erläutern und namentlich den Bedürfnissen. der zeitunglescnden und in sozialistischen Schriften studirenden Arbeitet vollständig-genügen wird. Bestellungen bitten wir gütigst schon jeyt zu machen, damit die Höhe der Auflage bemessen werden kann. __ Die Buchhandlung des„Bolksstaat". j Q Ii d z- g i> Frankfurter Beobachter. (Demokratisches Organ.)] Für das vierte Quartal 1873 werden Abonnements bei allen Postanstalten zum Preise von 2 st. 11 kr. ohne Bestellgeld'angenommen. Ter„Frankfurter Beobachter" erscheint täglich nebst dem Unter- haltungsblatt„Siesta" und enthält neben einem reichhaltigen politischen Thcil eine eingehende Berichterstattung über die lokalen Borkommnisse und Interessen, sowie den täglichen Börsenbericht nebst vollständiaein Conrsblatt. Inserate finden, insbesondere auch in Franssnrt und UM- gegcnd, die ausgedehnteste Berbreitting. Leipzig lituota. Keistiat S. iasper.(Redaktion und Zettzerstr. 44). Dru«1 rr.d»erksg der S«noff»nschast»bnbbrnck«r»i.