Ztr. 100a. Abonnement«-Hedtngnngen: Abonnements»Preis pränumerando! «Zierteljährl. 330 Mb. monatl. 1,10 Sir., wöchentlich 28 Pfg. frei in« Kau». Eimeln« Nummer 5 Pfg. SonntagS» Nummer mit MuNriertir Sonntag»» Beilage.Tie Neu« Welt" 10 Pfg. P»ft- Abonnement: ZPO Mark pro Quartal. «ingetragen In der Post. Zettung», Preisliste für 1900 unter vr. 7971. linier»reu, band für Teutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da« übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Erscheint lägttq«uher»onkag«. 17. Jahrg. Centr Devlinev Volksblstt. Dt» Insertion«-SleWihr »«trägt für die sechSgespalten««olonet» ,eile oder deren Raum»0 Pfg., für politisch« und gewerkschaftlich« Verein»- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Klein« Knfeigeu" jede« Wort S Pfg. (nur da» erst, wort fett>. Inserate für die nächst« Nummer müsten bi» i Uhr nachmittag« in der«rp«ditt°n abgegeben werden. Tie»rpedttton ist an Wochen- tagen dt» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen dl» 8 Uhr vormittag« geöffnet. Fernfprechrr:»mt I, Mr. I50& Telegramm-Adreste: „Sorlaldemoliral»erlitt" «organ der socialdemokratischen Partei Deutsrhlands. Nedaktivn: SM. 19. 7K, �'nth-Strasze 2. Mittwoch, den Ä. Mai 1000. Expedition: SM. 19. Veuth-Straste 3. Die SOuftjffgjgu ist. wie wir das nicht anders erUiirti Ordnung verlaufen und die Betei'.'igl�"'"uch dieses Jahr in vollster gewesen als im Vorjahr."ist auch diesmal eine größere Der Weltfcsttag der Arbeit so die Kräfte zeigen, über die wir fers� eine Heerschau sein. n»s im Jahre 1830 bis zum gestrigen äÖ9cn- u"&'eit ber ersten Feier tum der Partei belundet.'' �itag hat jede Feier ein Wachs Daß die.Ordnung" von den A würde, das wußten wir von vor: rb eitern nicht gestört werden hätten es nach den Erfahruf'�rein. Und auch unsre Gegner wissen müssen. Allein die Fn'lle» der letzten elf Jahre Verstand. So gab eS den, 1�'st blind und raubt den bürgerlichen Angstmeiern, Gläubig""stude und zehntauscnde von furchtbare Dinge gefaßt waren. 5°" des roten Gespensts. die ans nicht erfüllt, der Schreck ist überst,�"'' st*" Besorgnisse haben sich wieder ihres Lebens. Und w i r("'den und die Philister freuen sich gelungenen Festes. socialdemolraten freuen uns des In Deutschland war de massenhafter Besuch der Versan* Verlauf überall ein guter— hier und da. wo die Behörden imlnnge» und Fcstvcrgnügungen— znge und Volksfeste in der e' st� liberal zeigten, großartige Um- durchweg günstig, nur hier u»HU""c"d«i Natur. Da« Wetter war euthalt im Freien.' da noch etwas zu rauh zum Auf Wie in Bezug auf die Zc Bezug auf die Zahl derer, dhl der Fcstteilnchmcr, so ist auch in feierten, entschieden ei» Fort?'" den Tag durch Arbeits ruhe dies teils auS der günstige zu verzeichnen; es erklärt sich Konflikte mit den Arbeitern l" Geschäftslage, die dem Arbeitgeber dem Umsichgreifen politischer'"vorteilhaft erscheinen läßt, teils ans denen Viele doch einzusehen Bildung unter den Arbeitgebern. von eine Roheit ist, den Urbeilbrgnmen, daß eS ein Unrecht und hindern zu wollen. an der Feier eines ihm teuren FestS Von Störungen durch d. Maßregelungen durch Arbeit"! Poliza verlautet bis jetzt nichts, von In O c st r e i ch und U«cbcr nur wcüig. der Zug der Wiener in ds"S a r» war die Beteiligung sehr groß; schildert, und in Budapes"""vd uns als imposant gc- ArbcitSrnhe war dort allge' demonstrierten 20 000 Arbeiter. Die des Volks, das den 1. Ma"""' � � entspricht übrigens den Sitte» trgchtet.' icit undenklichen Zeiten alö Feiertag bc Die Feier in F r a n k. auf Versammlungen. Die�'ch beschränkte sich fast ausschließlich durch Genossen G u e s d e eigentliche Feier soll diesmal, wie wir wo im ganzen Land- erfuhren, auf den Sonntag stattfinden, gemeinem S t i m n die G c m e i n d e w a h l e» nach all» ■£ie Erringung einiger hl C �'(»oi» 21. Jahre an) staltfindcn. die schönste Maifeier.»"dert Gemeinden am 0. Mai wäre freilich Aus England, nicht mehr steigenden,*vo unsere Genossen angesichts der zwar Chauvinismus einen sä�och immer noch starken Springflut des richte». Es war fjjf'veren Stand haben, fehlen uns noch Nach- g c b u n g in den Riese London eine große F r i e d c n S k» n d- kein bürgerliches des KrystallpalasteS geplant. Da zunehmen, daß der°"vas über dieselbe meldet, so ist an- Sprengungen und Pp'atriotische" Mob keine der jetzt gebräuchlichen In Italien w'üeleien gewagt hat. Das einzige Lar"! die Beteiligung sehr zahlreich. W o l f s ch e Telegra'd- dem der Telegraph.— das halbamtliche den 1. Mai gar„iz'henbnrenu befolgt heute die Vogelstrauß-Politik. richten bringt, ist sth""-— der bürgerlichen Presse Nach- Angst gehabt haben p">' i e n. wo die OrdmmgSphilistrr besondere die Arbeiter weder müssen. AlS wunderbare Mär wird berichtet, daß Gegenteil Friede ggemordet noch gesengt, noch geraubt, sondern im keil protestiert hab�"digt und gegen eine Politik der Gcivaltthätig- unser Freund P o""-— Die bürgerlichen Blätter hätten das. wqs mal in nächster N6 1 0 I Ü l e s i a s in Madrid sagte, schon tausend» Socialistcn. hören können— au» dem Mund deutscher AuS Belg. � � Sstjaifcier aufs r 1 e n U"b der Schweiz wird gemeldet, daß die Staaten ijstänzendste verlaufen ist. Ans den Vereinigten Berichte vor;'� Angenblick, wo wir dies schreiben, noch keine über die V-' nai> dem, waS wir in der amerikanischen Parteiprcsse größcrnr Um bereiwnge» zum Fest gelesen haben. muß eS in Jahre.'>"g gefeiert worden fein, als in irgend einem früheren Der G drückt sich st- welchem da« Weltfest der Arbeit begangen ward. Presse hat desten in der Parteipresse au». Unsre deutschen! st� durchweg auf der Höhe deS Tag« gehalten. Die vollzählig i l a i z e i t u n g e n und M a i n u m m« r n. die heute verbreitet � U,,i stvgen. sind in M i l l i o n e n vonExemplare» nicht alle sii'd die Millionen ihrer Leser und Leserinnen, auch ivenn teiliae» koi' an bjn 9cstl''fle" Versammlungen und Festlichkeiten be- Und nicht haben daS Ma i f e st der Arbeit gefeiert. >ie bcraiiiib�ß die Männer und Frauen. Auch die Kinder. der crhcb�st"de Jugend. Das ist an uusrcr Maifeier vielleicht nickt eiiir"dste Z"g: die Familien feiern das Fest. ES ist � in d Partei, die daS Wcltfest der Arbeit begeht— lind mit'® arbeitende Volk, das Fest ist ein V o l kS f e st. feiert n �"lz könne» wir sagen, von allen Volksfesten, die je ge- n a ch �arden sind und noch werden, ist das idealste und edelste 'nhalt und Ziel unser 1. Mai. Das Berliner Straßenbild. Von den Straßen möchte unsre allezeit fürsorgliche Polizei die Maifeier womöglich gänzlich fernhalten, damit Auge und Ge- müt keines braven Bürgers durch den Anblick feiernder Arbeiter be- leidigt werden. Sie versucht es. aber es gelingt ihr nicht. Oeffentliche Aufzüge durch die Stadt sind bei uns verboten, und die Feier kann sich daher nur in den Versammlungssälen und Gartenlokalen ab- spielen. Doch Berlin ist zu sehr Arbeiterstadt, als daß der Arbeiter- feiertag dem Straßenbildc nicht dennoch seine Spuren aufdrücken sollte. Es ließ sich nicht verdecken und verstecken, daß die Arbeiter- schaft Berlins ihr Maifest feierte. Die Veränderung des Straßen bilds mahnte zu deutlich daran, weniger— ans begreiflichen Ursachen— im Innern der Stadt, desto mehr aber in den Außen bezirken, und hier in diesein Jahr noch stärker als in den Bor- jähren. Wer in den Arbeitervierteln am Dienstag in der Frühe anf die Straßen hinaustrat, der fand die Scharen, die hier jeden Morgen in ihrer Arbeitskleidung nach den Fabriken und de» Werkstätten eilen, recht merklich gelichtet. Größere Massen von Arbeitern sah man erst in de» ersten Vor Mittagsstunden, aber nicht in WerkeltagS-, sondern in Feiertagskleideni zeigten sich die Männer der Arbeit, die jetzt durch die Straßen zogen, und nicht den Fabriken strebten sie zu und den Werkstätten, um den, Kapital den gewohnten Frohndienst zu leisten, sondern den festlich geschmückten Versammlungssälen, um für die Befreiung der Arbeit zu demonstrieren. In kleinen und in größeren Trupps zogen sie dahin. Vorbei gingS an mancher Fabrik, in der eS heute still war, an manchem Neubau, der verödet dalag. Vor den VersammlungS- lokalen stand zum Empfang in mehr oder minder beträchtlicher Stärke die nnvcrnieidliche Polizei, um sich den Vormittag über in dem Gefühl ihrer gänzlichen Ucbcrflüssigkeit zu langweilen. Nach Schluß der Versammlungen ergoß sich in de» großen Arbeiter- quartieren des Nordens und des Südostens eine vieltausendköpfige Menschenmenge in den Straßen. Wie von selbst bot sich diesen Massen daS neue GcwcrkschaftöhauS am Engel- Ufer als ein gemeinsamer Saminelpunkt. als eine Centrale, der alle» zu- strömte. Gegen niittag war hier buchstäblich nicht durchzukommen. Andre Arbcitcrgnippe», die daS Maifest durch einen Ausflug feierten. zogen am vormittag und zum Teil schon in früher Morgenstunde hinaus in die Vororte. Sie wurden durch ein Frühlingsivettcr bcgüustigt— so schön, wie eS nicht oft einer Maifeier geleuchtet hat. Nach Treptow hinaus flutete ein gewaltiger Mcuscheustrom durch die Straßen des Ostens, und auf dem Schlcsischcn Bahnhof herrschte ein Treiben, wie an de» verkehrsreichsten Sonntagen. Am Nachmittag, als die Feiern in den Gartenlokalen ihren Anfang nahmen. wurde das Gewühl in den Straßen der Arbeiterviertel noch dichter. Taufende von Arbeiter- fanlilicn— Männer, Frauen und Kinder— zogen ans, um an diesem heiteren Teile der Maifeier sich zu beteiligen. Gar mancher Ordnungsphilistcr sah den langen Zügen nach und schüttelte mißbilligend sein Haupt. Wenn eS für den Maifcst» Bummler etwa« Erhebendes Ivar, sich dem niachtvollen Eindruck hingeben z» können, den diese inasscnhafte Be- teilignng der Berliner Arbeiterschaft an ihrer Maifeier machte, so war eS andrerseits manchmal höchst belustigend. zu sehen und zu hören, wie die bürgerlichen Kreise davon berührt wurden. Wohl ver- suchte der eine und der andere ein geringschätziges oder spöttisches Wort, aber die Gcriiigschätzmig und der Spott kamen gezwungen hervor, und mir der nachdenkliche Ernst, der sich auf manchem Gesicht lagerte, chic» echt zu sein. Ja freilich, was die braven Bürger am Dienstag in den Straßen Berlins wahrnahmen, war etwas andres, als eS die bürgerliche Presse aller Richtungen vorausgesagt hatte, daS sah so gar nicht danach auS, als ob die Begeisterung der Berliner Arbeiter- chaft für ihre Maifeier„im Schivindcn" sei. Die Versammlungen der Gewerkschaften. Die Veranstaltungen der Gewerkschaften am'Vormittag zeigten ohne Ausnahme eine starke Teilnahme an den Vcrsanunlungcn und gelangte in den an die GewerkschastSkoinmission angeschlossenen Vcr- saimnlungen die bereits im„Vorwärts" bekannt gegebene Resolution zur Annahme. Es liegen darüber folgende Berichte vor: Die Schneider und Schneiderinnen hielten zu- ammen mit den Arbeiter» und Arbeiterinnen andrer Zweige der BcklcidungS- Industrie, als Kürschner. Hutmachcr, Färber, Posamentierer, Textil-, Wäsche- und ÄonfcktionSbranche in den Arminhallen eine Gruppen- Versammlung ab. die von etiva ö— 600 Personen besucht war. Als Referent trat Paul Göhre auf. Er schickte seinem Vortrag eine Bemerkung etwa folgenden Inhalt« voraus: Genossinnen und Genossen I Es ist hc»t das erstemal, daß ich diese Anrede in einer großen öffentlichen Vcr- sammlung gebrauche. sLköhaftcr, anhaltender Beifall.) Heilt vollziehe ich in der Oeffentlichkeit meinen Uebertritt in die Reihen des kämpfenden Proletariat«. Von Jugend auf die Bestrebungen der Arbeiterklasse mit lebhaftem Interesse verfolgend, bin ich dahin gc- kommen, ivohin jeder, denr es mit der Vertretung der Arbeiterinteressen cnijl ist, kommen muß: zur Socialdemolratie I Von heut an marichicre ich als einer der Ihren in den Reihen des kämpfenden Proletariats. Stürmischer, langdauernder Beifall. sHieraufgingderRedncrzumThcina seines Vortrags über. Er gedachte der verstorbenen Vorläufer und Vorkänipfer des modernen Socialismus. belenckitete dann die gegen- wärtige Lage des Proletariats, sowie die Fortschritte, die die klassenbewußte Arbeiterbewegung sowohl anf politischem wie gewerkschafilichem Gebier seither gemacht hat, und ivics zum Schluß darauf hin, daß' die volle Anteilnahme aller an den Kulturgütern erst möglich ist, wenn das End- Jcl der«ocialdemvkralie; Befreiung der Arbeiter aus der Lohnknechtfchaft des Kapital« erreicht ist. Für dieses Ziel zu kämpfen ist unsre Aufgabe. Wir wollen arbeitend leben und genießen, arbeitend kämpfen— oder den Tod l(Stürmischer, anhaltender Beifall.)' Nachdem die bekannte Resolution angenommen Ivar. schloß der Vorsitzende Ritter die Versammlung mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung und die Socialdemolratie. In der Gruppenversammlung für das Handels-, Trans- Port- und Verkehrsgewerbe, die von 400 Personen be- sucht war, sprach Rechtsanwalt Victor F r ä u k l unter lebhaftem Beifall. Redner sprach bon den beiden Feiertagen der Social- demokratie, dem 18. März und dem 1. Mai und besonders über dessen Bedensimg und feierte die Socialdemolratie als den einzigen Hort der Kultur und der Ideale. Der Ertrag der Tellersainmlung ivurde der GeiverkschaftSkommission übermittelt. Die Versammlung der Holzarbeiter, die wieder in der „Neuen Welt" tagte, ivar anscheinend noch zahlreicher als in den Vorjahren besucht. Nicht nur der große Saal ivar bis auf den letzten Platz gefüllt, sondern auch der Garten ivar ziemlich dicht be- setzt. Die Zähl der in diesem Lokale versammelten Demonstranten ivurde anf ca. 12 000 geschätzt. Das vorzügliche Referat des Reichs- tags-Abgeordneten K. A. K l o ß- Stuttgart wurde von den Ver- sammelten mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die von der Berliner Gewerkschaftskommission empfohlene Resolution gelangte einstimmig zur Annahme. Mit einem kräftigen Hoch aus die Befreimv der Arbeiterklasse und anf die Völkerverbrüderung erfolgte der Schlu der imposanten Vcrsamnilnng. Die Versanimlung der Einsetzer(Tischler) im Lokale von Herzberg, Alle Jakobstr. 75, ivar von 100 Personen besucht. Die Schuhmacher waren so zahlreich erschienen, daß der Saal des„Schweizer-Garten", nachdem Tische und Stühle entfernt waren, abgesperrt werde» mußte. Die Zahl der Teilnehmer wurde auf 1500 geschätzt. Das Referat hielt Genosse Markwald, der in trefflicher Weise die Bedeutung des 1. Mai darlegte. Pas Nahrung«- und G e n u ß m i t t e l- G e w e rb e war bei Brochnoiv, Weberstraße 17, versammelt. Anwesend 600 Per- sonen. Genosse Sillicr referierte über die Bedeutung des Tags, an.der. Hand reichen statistischen Materials wies Redner die Not- wendigkeit deS gewerkschaftlichen und politischen Kampfs nach.. Ig der Diskussion nahm ein Anarchist daS Wort, dem vom Ncfercnteil unter stürmischem Beifall widerlegt wurde." Die Vertreter deS Graphischen Gewerbes tagten in dex Vöckbranerei. Kopf an Kopf ivar die Menge gedrängt, etwa 1000 Personen. Die Gefangvetcine des Gewerbes leiteten die Feier ein, dann hielt Dr. Friedeberg einen mit Begeisterung anf>- genommenen Bortrag über die Bedeutung dcS 1. Mai. Nach Ab- singnng dcS Liedes:„Ein Volk, ein Herz, ein Vaterland" ivurde der Festakt mit einem dreifachen Hoch aus die allgemeine Arbeiter? bewegung geschlossen. Die Metallarbeiter hielten im Palast-Theatcr ihre Vcr- sanmllimg ab. Der große Saal und die Galerien waren dicht besetzt, so daß eine weit größere Beteiligung in diesem Jahre auch seitens dieser Arbeitergruppe zu konstatieren ivar. Abgeordneter Fischer hielt hier da« Referat, und erntete für feine kernige und temperamentvolle Rede reichen Beifall. Ein Doppel-Quartett des Gesangvereins„Liberts". welches zu Beginn und Ende � der Versammlung ein stimmungsvolles Lied vortrug machte die Versammlung um so feierlicher. Nach einigen kurzen, kräftige» Worten des Vor- fitzenden Ottp Rüther ivurde die Resolution einstimmig an- genommen. Die Versammlung für die Leder bearbeitungs- Industrie, in welcher der Metallarbeiter S ch l e g e l das Referat hielt, war überfüllt. Der geräumige Saal in Marienbad konnte die Menscheiimässc nicht fassen; sämtliche Nebenräume waren besetzt, circa 800 Personen anwesend. Mit Vcgeistermig wurde die Resolution angenommen und fand die Versammlung mit einem brausenden Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung ihren Abschluß. Die Steinmetzen. Marmor- und G r a n i t a r b e i t e r wpren 250 Mann stark im„KöiiigShof", Büloivstrnße, versammelt. Mitschke führte auS, daß die Maifeier nicht allein dem Achtstunden- tag gelte, sondern überhaupt ein Protest gegen die Unkultur der Besitzende» sei. die sich in der Klassenjustiz, in der Vergewaltigung von Kunst und Wissenschaft äußere. Der Referent laS am Schluß ein von ihm verfaßtes Gedicht vor, das den im vorigen Jahr er- ruiigenen Achtstundentag zum Gegenstand hatte. Hervorgehoben sei ei» Beickflnß der Versammlung, sich, soweit dicS noch nicht geschehe». Man» für Mann der s o c i a l d e m o k r a t i sch en O r g a n i s a t i o n anzuschließen. In der Vcrsainmlnng der Putzer ini großen Saal von Keller hatten, sich 1V00 Genossinnen und Genossen eingefunden. Nachdem durch Gesang die Feier eingeleitet war, nahm Genosse Grempe das Wort, um die Bedeutung des Tags klarzulegen. Der Redner ging unter großem Beisall besonders ein anf die Erhöhung der Leistungsfähigkeit durch Anwendung maschineller Vorrichtuugeu und in je-3 nach, daß. wenn man endlich die in Amerika und England angewendeten technischen Hilfsmittel benutzen werde, dann auch bei uns im Bangewerbe eine ganz bedeutende Verkürzung der Arbeits- zeit leicht wäre. Die Rabitzputzer hatten eine besondere Versammlung ein- berufen, an der 200 Personen teilnahmen. Die ccntralisierten Töpfer und Dachdecker hielten die Versammlung im großen Saal des„GcwcrkschaftShauseS", Engel« nfer 15 ab. Anwesend ivaren über tausend Töpfer und zweihundert Dachdecker: eine mächtige Zunahme gegen frühere Jahre. Die Lieder- tafel„Freie Sänger" stimmte den Fcftgesang an, dann hielt Max Schütte unter großem Beifall eine Rede über die„Bedeutung deS 1. Mai." Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Tapezierer wiesen eine Tcilnehnierzahl von 270 auf. hier referierte Tapezierer Leo Schmidt. Die Versammlung der Vergolder. in der Poersch referierte. war von ungefähr 500—600 Personen besucht. Man konstatierte unter Verschiedenem, daß bei einer ganzen Reihe von Firmen samt« lichc Arbeiter feierten und die Arb'eitsruhe gegen früher bedeutend zngcnounncn hat. Die Versammlung der Zimmerer, die im Lokal bon Martens, Friedrichstraße, tagte, wurde kurz vor 10 Uhr abgesperrt, da der (wrämuige Saal vollständig gefüllt. Draußen mußten Hunderte um- kehren/ die in der Fricdrichstraße im Auf- und Abwogen eine kleine Demonstration der Maifeier gaben. Im Saal selbst hatten ivohl über 1000 Personen Platz gefunden, die dem Referat dcS Genosse« Robert Schmidt lebhaste Zustimmung spendete». Ueberaus, imposant war die Versammlung der central» organisierten Maurer. Der große Saal i>er Bock d r a u e r e i war von 3S(X) Personen gefüllt; hnnderte fanden keinen Einlaß, schon um Vzio Uhr war der Saal polizeilich abgesperrt. worauf 700 Mann in dem festlich geschmückten Garten Platz»abnieu. Nach einem von Silberschmidt gehaltenen Referat fand die Resolution der GewertschaftSkomnnssion einstimmige Annahme. Die Versammlung der Bauarbeiter tagte im nenerbauten großen Saal bei Kltem(Hasenheide). Der Saal war vollständig überfüllt, eS waren wohl an 3000 Personen anwesend. Hier hatte Genosse G. L i n k daS Referat übernommen. I» ca. euistüildiger markiger Rede wies er auf die Bedeutung deS DageS hin. Redner beleuchtete die Unterdrückungen, denen die Arbeiter auf wirtschafte lichem und politischem Gebiet ausgesetzt find. Langanhastender Beifall lohnte den Redner für seine vortrefflichen AnSführungen. Die Versammlung der Graveure und Cisekeure war von 30 Personen besucht. Der Referent, E. Brückner, sprach in kurzen treffende« Ausführungen über die Entwicklung der Produktion und die Forderungen für Verkürzung der Arbeitszeit. Die Buchbinder und verwandten Berufs» genossen waren im Meßpalast etwa 350 Personen stark ver- sammelt. G. Schmidt lote« auf die Bedeutung des TaaeS hin, Mit einem begeisternden Hoch auf den Achtstundentag und den Verband wurde die Versammlung geschlossen. Die Versammlung der Glasschleifer, Glaser und Porzellanarbeiter, welche Aiurenstr. 13 tagte, war von 250 Personen besucht. Genosse M e tz n e r hielt daS Referat, in welchem namentlich der Gegensatz der Maifeier zum Sedlutrununel betont war. Zum Schluß wurde die Resolution der Gcwerkschafts kommission angenommen. Vor den Bildhauern, ca. 300 an Zahl, welche den Saal des.Luifenstädtischen Konzerthauses' bis auf den letzten Platz füllten, sprach Redacteur S t r ö d e l in eingehender, tresslicher Weise über die Bedeutung de» t. Mai. Den Referenten lohnte begeisterter Beifall. Zur Diskussion meldete sich kein Redner und fand die von der Berliner GewerlschaflSkommisfion vorgeschlagene Resolution ein stimmige Annahme. Die Satt lerversammlnng, welche um lv'/r Uhr vor- mittags im„Englischen Garten' ihren Anfang nahm, ivar von 340 Personen besucht. Sassenbach hatte da« Referat übenwmmen. Redner schilderte in eingehender Weise die Bedeutung deS i. Mai «nd forderte zum Schluß zum Beitritt für die Organisation auf. Die Maler, Lackierer nnd BerufSgenossen hielten bei Feuerstein, Alte Jakobstt. 73, eine von ca. 400 Personen besuchte Bersammlnng ab, in welcher Genosse Lothar einen der Bedeutung des Tages angemessenen Vortrag hielt. Die Steinsetzer und Ra mm er feierten den 1. Mai in diesem Jahre zum erstenmal durch ArbeiiSrnhe, eine Errungenschaft deS vorjährigen Streiks. Beide Versamnilniigen waren überfüllt, die Arbeitsmhe ivar eine allgeineine. Die Steinsetzer waren im Rümaniischen Saale. Bninnenstr. 188, ea. 600 Mann stark versammelt. die Rammer Bergstraße 12 in einer Stärke von 300 Man». In beide» Versammlungen wurde nach einem entsprechenden Referat des Genossen Knoll die Resolution einstimmig angenommen. Bei BuSke in der Grenadierstraße waren die S tneca teure nnd Gipsgießer in einer Anzahl von 400 Personen versammelt. Zum zweitenmal ist diese BerufSgruppe am 1. Mai gesondert zusammengekommen— vordem hielten sie ihre Versammlung zusammen mit den Bildhauern und Modelleuren ab— und noch niemals ivar die Beteiligung eine so allgemeine, wie diesmal. Genosse D n p o n t referierte über die Bedeiitimg des Proletarier» Feiertag?, deS 1. Mai. Die Zinkgießer nnd Stürz er, ungefähr 100 Personen, hatten enien Ausflug nach Friedrichshagen unternommen und hielten hier im Strand-Restauraiit eine Versammlung ab. entgegen. Am Schluß der Versammlung wurde zum Beitritt in den W a h l v e r e i n aufaefordert. M Die im Gcwerkschaftskartell vertretenen Tapezierer waren iiü einer Stärke von 170 Personen versammelt. Stach einen» vom Kollegen Straßer gehaltenen Referat fand die vom Kartell vor» geschlagene Resolutton einstimmig Annahme. Allen Drohungen der Holzindustriellen zum Trotz war die ver« sammlnng der Möbelpolierer weit stärker al» in früheren Jahren, nämlich von 1000 Personin besucht. Der Gesangverein leitete die Feier ein, Kollege Reuter hielt daS Referat; die Per sammlnng sandte an die Londoner und Dresdener Kollegen ein Telegramm und ging dann mit einem Hoch auf die Socialdcmokrati« auseinander._' fei Die lokalorganisierten Zimmeret tagten im„Böhmischen Brauhaus". Die Zahl der anwesenden Personen, einschließlich der Frauen, betrug lvett ttbrr 200(7. Da» glänzende Refctoi des Genossen Ko tzke fand brausenden Beifall. MM Die von dem Gcwerkschafts-Kartell»ach dem Lokal„Borussias ' Säle", Ackcrstraß« 6—7.«inbenrfene gememsain« Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen, Dilderrahmcn- macher, Böttcher. Bäcker. Bretterschneider, Buch- d rucker. Holz-»nd Bretterträaer, Isolierer und Rohrum hüller, Kürschner, Metallarbeiter, Rohrer. !Stockarbeitcr. Schirm macher, Tis chle r war schon«im 9/4i0 Ahr polizeilich abgesperrt. Im«aal wnren 1300 Personen > mindesteuS 700 stauten sich draußen in den weiten Hosen. TasI Referat von Dr. Wehl, tviederholt von jubelltden DeifallSbezengmigeiü unterbrochen, weckte am Schluß einen wahren Sturm der Bc» geisterüng. Die dem Gewcrkschaftskartell für Berlin»nd ltingcgend m, geschlossenen Gewerkschaften nahmen in ihren Bersammlnnaen folgende Resolution an: Der geringe Erfolg, den bis jetzt die Kundgel'imgen gehabt haben, die die deutsche Arbeiterschaft in Befolgung des Beschlusses des Pariser Kongresses vom 20. Juli 1889'jährlich veranstaltet haben, indem weder eine ernstliche Eiiiführnng des AchlstundeutagS erreicht ist,»och die sonstigen Beschlüsse de« Pariser Kongresses tu Bezug auf Arbeiterschutz gelingend durchgeführt sind, hat»nö weder entmutigen noch abschrecken kvimen. Wir sehen vielmehr den Grund deS Mißerfolgs zum großen Teil in der Schuld der Arbeiter selbst, die durch durchaus ungenügende Unterstützung der Kund gedungen des 1. Mai und durch die Lauheit ihres Verhaltens dabei vielfach gezeigt haben, daß ihnen der Ernst der Sache, für die »vir unsre Kundgebung veranstalten,»och nicht genügend klar ge worden ist. Die? ist um so bedauerlicher, da neben den von dem Pariser Kongreß festgestellten Forderungen für die deutschen Arbeiter »och ein Kampf um ihre Gleichberechtigung durch die Brutalität der Unternehmer zur Notivendigkeit geivorden ist. da sie dem Arbeiter vielfach das Recht bestreiten, einen Tag im Jahr als ihren Feiertag zu begehen. Wir erklären, daß es auch ferner Pflicht aller ziel bewußten Arbeiter ist. sowohl für den«chtstimdenrag und für den Ausbau des«rbeiterschntze». als für ihre gesetzliche Gleichberechtigung durch Feier de« 1. Mai zu demonstrieren. . H"' aber ferner hierbei besser« Erfolge zu erreichen, ist e« un> «rläßltch notwendig. daß die gewerkschaftlichen Organisationen, welche die Träger dieser Belvegung sind, mehr als es jetzt geschieht. für die Aufklärung ihrer Mitglieder durch politische Belehrung nnd Schulung sorgen, um bei ihnen durch Verbreitung und Befestigung focialbemokratischer Grundsätze mehr Verständnis»nd Tmrgie für den Klassenkampf zu erwecken. Die Ziele der Maifeier und die Ausbreitung und Vertiefung der Feier selbst find nur dadurch zu erreichen, daß die Gewerkschafts belvegung offen socialdemokratisch ist. Die Beteiligimg war in allen Versammliingen bedentend stärker als in de» Vorjahren. Etwa 330 Bauarbeiter lokaler Richtung hatten sich im Englischelt Garte» versammelt. Hier Ivlirdigte Gustav Keßler die Bedeutung des Tags. Redner ist der Meinung, daß die pro letarisch« Kundgebung am 1. Mai eine noch viel zu' schwächliche sei. Trotzdem sie sich zum elftenmale wiederhole, war« noch gar»ichtS erreicht, und die große» Massen hielte» sich noch immer fern. Allein schuldig sei ihr Unverstand. Auftlänmg sei die Hauptsache. Die lasse fich aber nur durch rein socialdemokratische Gewerkschaften erzielen, nicht durch neutralisierte. Die„Nelitralisatoren'. von denen er. Legicn u.Gen. nennt, erscheinen dem Redner als die Krankheitserreger in der modernen Arbeiterbewegung. Seine Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Die Resolution des GewerkschaftSkarteNS wurde einstimmig angeiiomineii. Die Fliesenleger versammelten sich im Englischen Garten und nahmen an der Versammlung ungefähr 130 Personen teil. Genosse O b st legte unter reger Zustimmung die Bedeutung deS 1. Mai dar und gelangte sodann die Resolution des Gewerkschafts- kartells zur Annahme. Räch Abfingen der Marseillaise und Ausgabe der Maimarken erfolgte Schluß der Versammlung. Die HolzbearbtitnngSmaschinen« Arbeiter hielten ihre Maifeier im großen Saale von Stechert ab. E« hatten fich etwa 300 bi« 300 Personen eingefunden. Die Festrede hielt Genosse Paul John. Der„Seegersthe Männerchor" verschönte durch mehrere Vorträge die Feier. Nach Annahme der Nesolntiou der Gewerkschaftskommisfion wurde die imposante Versammlung mit einem Hoch ans die internationale Arbeiterbewegung und den Massengesang der Arbeiter-Marseillais« geschlossen. Die Kistenmacher waren vormittag» bei Stechert in der Andreasstr. 21 versammelt. Lankow sprach vor 200 Zuhörern. Nach Annahme der Resolution gingeil die Teilnehmer unter dem Gesang der Marseillaise anseinaiider. Die Maurer der Vertrau ensmänner-Centra» lisation waren in Quargs Festsälen versammelt. Etwa 2000 Männer nnd Frauen, welche das Lokal bis auf den letzten Platz füllten, nahmen, nachdem der Gesangverein Einigkeit Nordwest passende Lieder gesungen hatte, den Vortrag des Genofsen Kater Das Maifeft in d«n Berliner Wahlvereinen. Hatten schon die Vormittags-Versammlungen der Gewerkschaften dem Straßenbild der Großstadt ein eignes Gepräge aufgedrückt, in- den» Straßenbahnen und Omnibusse kurz vor Beginn der Versa»»»» lungen eine beängstigende Ucberfnllung mit feiernden Proletariern boten und die größeren Festlokale einen förmlichel» Menschen ström an fich saugten, so brachten die Nachniittags und Abend- Veraiistaltungen der politischen Organisationen eine»v a h r e V ö l k e r>v a n d e r n n g zu stände.� Konnten doch an ihnen auch iene Proletarier sich beteiligen, welche die Macht des Unternehmertums auch an diesem Tage in den Frohndienst des Kapitals z» zwülgcu vermocht hatte. Wie ingrimmig»nag da von mancher Arbeiterfaust der Hmiuner geschwungen»vorbei», tvie lässig an andrer Stelle die Axt gefallen sein, je nach dem Temperament der nur unwillig ihr Tageiverk Verrichtende»; wie rasch aber schlüpften nach Feierabend auch die gegen ihre»» Willen Zurück- gehaltenen in den FesttagSrock, um noch ein gutes Plätzchen im Festlokal zu erobern.— Ein gutes Plätzchen noch um diese Zeit? Ach»einl Schon an» frühen Nachinittag hatte» die Tansende derer, denen eine machtvolle Organisation de» Mut gab, den Tag auch gegen den Willen des Unter- nchmertumS zu feiern, sich mit Weib nnd Kind eingefliiiden und selbst die Vorsicht, vorher durch vorausgeschickte Verivandte Plätze belegen zu lassen, nutzte nichts, den» gegenüber einem solchen Andrang ließ sich diese Maßregel nicht aufrecht erhaltei». Etwa 30 000 Personen mögen sich in den diversen Lokalen ziisammengefmiden haben. Und da der Himmel ein Einsehen hatte und die Sonne im Kampf mit den mehr als einmal sich zeigenden Wolkelt immer wieder Siegerin blieb, so verlief auch überall die Feier in schönster Harmonie, eine Harmonie, die nicht einmal da gestört wurde, wo man ans Mangel an Lokalen über die Grenzen der Eivilisation hinan« in die Gegend von Treptow wandern »mißte. Wir lassen nunmehr die Berichte ans den eiiizeliien Bereinen folgen: Die Parteigenossen des ersten Berliner Reichstags- Wahlkreises hielten ihre Maifeier im„Feenpalast" ab. dessen großer Saal recht geschmackvoll mit roten Bannern und Fahne» mit eiitsprecheudeii Inschriften geschmückt war. Die Bühne zierten die Büsten der proletarischen Vorkämpfer Marx und Lastalle. Wohl an 2000 Personen Ivaren hier versammelt, um das Fest der Arbeit würdig zu begehen. Da? vorliegende Programm bot auch des Angenehmen und der Abwechslimgcn genug, um jeden Festteilnehmer zu befriedigen. War schon das Konzert eines gut besetzte» Orchesters angetban. dieAnweseiiden angenehm z» unterhalten. so gaben schließlich die Gesaiigsaufftihrungei» des bekannten Vereins Typographia' nnd die turnerischen Leistungen mehrerer Mitglieder des Vereins„Fichte" wiederholt Anlaß zu bedentendem Applans. Den Glanzpunkt deS Festes jedoch bot die mit großem Beifall auf- genommene Festrede, die Genosse Bebel hielt. Seine AuS- führungen. die eine gute Stunde währten, gipfelten in einem Rückblick ans die foeialdemokratische Arbeiterbewegnng voi» der ersten bi« letzten Maifeier deS 19. JahrhnnderlS. Letztere« nannte Redner da» der Bourgeoist«; da» 20. Jahrhimdert aber wird das des vereinigten Proletariat» sein, in dem e» die der Maifeier zn Grunde liegenden Forderungen unerbittlich sich erringen wird zum Wohle der ge- samten Menschheit.— Nachdem der offizielle Teil des Programm» erledigt, bot der Festball de» Tanzlustigen Gelegenheit, noch einige Stunden recht fröhlich iin Ki'etse von Kampf« nnd Gesinnungsgenossen zu verweilen. Zweite»'Wahlkreis. Bereits am frühen Nachmittag wanderte» die festlich geschmückte» Scharen hinanf nach der Bockbraneret, dem Festlokal der Parteigenossen des zweiten Wahlkreises. In dem großen Garten, an dessen Eingang die Büsten von Marx nnd Lassalle aufgestellt ivaren. hatten sich gut an die 6—7000 Menschen eiiigefunde». um hier das Maifest der Arbeit zu begehen. In der Mitte des Gartens ivar ein Empore errichtet, der Feier des TagS ciitsprcchciid geschmückt. Von hier rniS ließ eine gut besetzte Kapelle der Civil- Vcrllfsmusiker ihre Weise» er- tönen. Während die älteren Festgenossen NN Garten den Klängen der Musik lanschtcn. zum Teil sich i» Gruppen unterhielten, gab sich die Jugend dem Tanze hin. Durch sehr gut gelungene GeiangSauffühnmgen der Gesangvereine„Kreuzberger Harmonie",„Frohe Hoffnung".„G e r e ch ti g t« i l", Freiheit" sWefte»),„Sorgenfrei" und„Kreuzberger Konkordia" wurde das Fest sehr verschönt. Wohlgelungcne turnerische Auffübrmigen fanden de»»ingeteiltc» Beifall der Festteil- nehmer. Den Höhepunkt des Festes bildete die Festrede des Reichstags« Abgeordneten Rtch. Fischer. Oftmals von Beifallsbezcliguiige»»nrer- breche«, beleuchtete der Redner in scharfen Pointen das tultnr f e i II d- liche Treiben der bürgerlichen Gesellschaft. Al» der Borlragende dann am Schlüsse seiner Rede betonte, daß mir die oaterlandslose— keinen Glauben habende Soeialdemokrntie die»virllichen Interesse» de« socialen Frieden» wahrt und»nr die Socialdcmokratic allein noch Ideale vertritt. ertönte langanbaltender. nicht endenwollender Beifall. Damit war der offizielle Teil der Maifeier vorüber, der Tanz jedoch hielt die Festtetlnebmer noch lange veisammen. Die Parteigenossen de» dritten Wahlkreise» feierten den 1. Ma» in der Neuen Welt. Bereit« am frühen Nachmittag hatte» sich mehrere tausend Personen in dem festlich geschmückten Riesen-Etablissement versammelt»nid gegen Abend waren sämtliche Räume dicht besetzt. Die Zahl der Festtetlnehiner wurde auf mindestens 10—12000 geschätzt. Die Festrede hielt der Vertreter deS Kreises, ReichstagS-Abgeordneter W. Heine, tvelch« mit stürnitsche», Beifallsknndgebnngen von den Versammelteil auf- genommen nnirde. Auch für die Untcrhaltmig der Fcstrcilnehmer hatte da« Komitee reichlich Sorge getragen und Ivnrden die Arrangements desselben allgemein lobend anerkannt. Nebe» dem Konzert einer Kapelle der CivilberiifSnnisiker und den GcsangS- Vorträgen von Mitgliedern des Arbeiter- Sängerbunds, wurde ins- besondere den turnerischen Aufführungen einer Abteilung de» Turn- verein«„Fichte" lebhafter Beifall gezollt. Ein prächtige« Feuerwerk bildete fiir da» Publikum im Garten im wesentlichen den Abschluß der Feier, während in ein fröhliches Treiben ai Der vierte Wa in der. Koppenftraße! ausersehen. In de» dieses Lokals haite ch den-ölen bei Tanz und Musik noch lange idan'te. h lkp i s hatte für den Osten KellerS Säle i dj- Brauerei Friedrichshain als Festlokale' - eu FnihlingSschnnick prangenden Garten in den NachmittagSstnudei» ein« zahl-' .-„, einlcfnndeu, die in» Laufe des Abends aus reiche Festte,lnehme> hast,„«w'chs.' Mai» unterhielt sich bei Musik- wenigstens 8000 Pe'. onei,�� turnerischen Anst'ührnnqen von Mit- und Gesangvorträgi chne" während der Jugend Gelegenheit zum gliedern des Beremt(Mie Vc strebe hielt Genosse Glocke.— Tanz geboten loa � dckouen eu großen Saal, wurden cbeufalls Bei Keller, in dem'''inen oelwie«, außc rdeu» sorgt« die Gesellschaft Musik- und Gesanga» fchnu;.-,*.. Vorträge für die Erheiwr»»«« der Stt�clevicz durch hunwni,,,. des 1. Mai sprach unter allseitigen» Gäste. Ueber dw Bedeiit,,,'�� Heimann. Die Zahl der Fest- Beifall Genosse Stadtvcror.�gg o. Der große Saal»oar samt dm teilnehmer betrug reichlich 1Illt> oberen Saal ividmete man fich Galerie»» vollständig besetzt � che» des vierten Wahlkreises ivaren dein Tanz.- Für den C drei Festlokalc gewählt. � mochten gegen 1000 Personen an« Im Konzerthans Sausso�, Kouzert, turnerische» und theatra- Iveseud getvese» sei», die sichL �em xrnsteii Teil der Feier fischen Darstellungen unterh, Lmoffei, D»I p o n t Rechnung ge- wnrde durch eine Rede de-. trage». Joels Victoria-Garten n»d Lndlpigs Die beiden andren Festlos� Küpnicker Landstraße, im Macht- Parkrestaurant, liegen an Vorsteher?, der. wie im vorigen Jahr. bereich des Treptower Amtsi„,,j pokizeificher Schneidigkeit, die so mich diesmal mit beka.,, rZtricki durch das von den Genossen stark an Sachsen erinnert, er.Uock,., Der Polizeigewaltiqe. von aufgestellte Festprogranw' �»jrbeu.u.i da» Tanzen nicht gestattet, Treptolv hatte den seien en ,et �chderwelt in Aussicht geiiominencn und auch die zur Belustigung untersagt, ohne daß er irgend Ansfiihrun» eines Kasperle--ij�macu des Programms angegeben welche Grunde fiir diese pj« sjch um verschiedene Tische wechslung. SangeSkundige Arbei,,» nicht programmmäßig bckatnire grnppicrt hatten, ließen zwanglos me. n sich in den Sälen hin und Proletarienveisei» ertönen,»uid cn Fähigkeiten ausgerüsteter Gast »vieder ein mit einigen musikalischj�uen Unterhalt, mg eine Melodie ans Klavier setzte,»im zu seiner esem so fand sich bald ein KreiS im Dreivierteltakt erklingen zu las,, xs,,, d« diese Gelegenheit betanzlustiger Mämilein und Fränlei rigkeitliche Erlaubnis im Walzer nutzte, um sich auch ohne hohe o&tstclleit toinitei», hat der preußische zu dreh»». Soweit»vir bis jetzt seh.,,. Staat dadurch keinen Schaden erlitt- hatte,, die Parteigcnoffen des I», Schweizer-Garten„'feicr arrangiert, eine zahlreiche f>1 n ft e>» Wahlkreises ihre MCmf 3000 geschätzt wurde, füllte Schaar der Teilnehmer, deren Zähl-aal die Tanzlustigen ihr Recht den großen Garten, während im S cfflicher Weise und freudig zu» behaupteten. Da? Fest verlief in tr� gebotenen Alifführlingen bestimmend fanden die zur Unterhaltn»r Mitglieder des TunivereinS sonders die der Sänger nnd einzelnehme. Vor allem verdienen auch „Fichte" bei den Festteiliiehmern Aufim Anerlenmmg. Das eine stellte die Darstellimgen lebender Bilder volle, Mädchen aus der Fremde ii» stimnimigSvollen» Arrangement dat-jgs,„>!» die Fülle seiner dar.»vie cs zun» Thal herabst, j,„ Thaie anSzustreuen. Gabe» den armen Dorfbelvohnerillv, in dem die Unier- Mehr noch packte das ziveite B>nknlS auf und ab. nnd Ordnung i» dei, Gängen deS geräumigen: Ajcht viel weniger Di« Zahl der Besucber betrug hier nahezu 8000.„achmUtagS übet» ivaren«S im Berliner Prater. der cbemalls schon r die Festrede, iillt Ivar. Hier hielt Genosse K o b l e n z«chöilhanser Allee. Auch die Etablissements von Pnhlmann. Sjz Sivinemünder in welchen» Genosse Graßold die Festrede hielt.»wel, Platz gefüllt. Gesellschaftshans, waren abends bis auf den letzcstch�,�B,ai>erei. Auf gut 3000»st die Besilcher�ahl in der Fekdschlövglistil,„och- Müllerstraßc, zn schätzen. Hier wies Genosse?e',ituug deS malS in schivimgvoller Rede auf die Be« i„ per Tage« hin. In der„Norddeutschen Brauer wischen 4000 Genosse Manasse»prack,. schivantte die Besucherzahl.„ei Lokalen. und 5000. Die Moabitcr Genosse» hielte» ihre Feier in �„hi per Be- Peters Gesellschaftshans und Ähren» Brauerei ab. Die■mestcii feit». ucher in beiden Lokalen dürfte mit 3000 nicht zn hoch..Gen. Lieb- I» beiden Lokalen«nlflammte der Abgeordnete des Kreist-ssührungeu kiiccht, die Festtellnehmer durch seine jugendlich-fenrigen A oine ganze zu begeistertem Beifall. Zieht man noch in Betracht, das„gehörigen Anzahl von Gewerkschafteil schon Vormittags mit ihren Berliner ins Freie gepilgert ivaren. die also den Veranstaltintgen stj„„�dt Parteigenossen zum großen Teil ferngeblieben sein dürft, i„wo- sich, daß die Teilnahme an der Maifeier thatjächlich saute ivar.__ UCiti den Vororten. � � In R i x d o r f waren 2000 Personen, darunter die.choöihalb- vormittags im Apollotheater veriammelt. I» einem a vcS stündigen Vortrag wies Genosse Z u d e i l auf die Bede»wit«,- TagS hin mtd geißelt ferner das killtnrfeiiidlickic Streben de» afelgw Patrioten und Fleischveltcilrer. Nach«»nähme der Reiolntivi ein Liedervortrag von Arbeiter-Gesangvereinen. worauf die V lung mit einen» Hoch auf die Socialdemokratic geschlossei»»vi,, N„f, ' Die Feier am Abend irtnwte sich der ganz besonde f,jihcr merksomkeit einer hohen königlichen Polizeidirekl'ion. Prangtei Itnire FeMätze tm herrlichen Rot. so mutzte diesmal jede von der Stratze aus sichtbare Ausschmückung in dieser Farbe unterbleiben. obwohl aus den verflossenen Jahren nicht ein einziger Fall von Rot- toller bekannt geworden ist. Veranstalter des Festes am Nachmittag war der socialdemokratische Verein„Vorwärts". Es beteiligten sich im Apollo-Thcater ctlva 1800 und in Laukners Festsälen etwa 1000 Personen. Die Säle ivaren sinnig geschmückt. In, großen Garten des Apollo-Theaters konzertierten Civilbernfsinnsiker. Die Dar- bieiungen der Freien Turnerschaft Rixdorf-Britz fand« in beiden Vokalen vielen Beifall, ebenso die der Humoristen Gebrüder Ocstreich. Wesentlich verschönt wurde das Fest durch die stimmungs- vollen Vorträge der Arbeiter-Gesangvereine Rixdorfs, die sich samt« Uch zur Verfügung gestellt hatten. Der Jugend bot sich hinreichende Tanzgelege, ihcit. Festreden waren nicht vorgesehen, trotzdem wurden die Fcstlokale bis in die späte Nacht hinein polizeilich überwacht. Auch hatte es die Polizeidirektion fertig bekommen, dem Vereins- Vorsitzenden, der Berg n ü g e n angemeldet und die Vergnüg, mgs- sreuer entrichtet hatte, die Aunreldnng von Versammlungen zu ocicheimgew Die Parteigenossen»nd Genossinnen von Britz hatten am Abend eine von etwa 150 Personen besuchte Versammlung. Vor Eintritt m die Tagesordnung erfreute der Arbeiter-Gesangverchi die Anwesenden durch einig» Lieder. Dr. R a t k o lv s k i und W. Wach hielten dann Ansprachen über die Bedcntnng dcS TagcS. Nachdem noch der Genosse Händel der Ärbeitersolidarität gedacht hatte, wurde die Resolution der Berliner Gcwcrkschaftskommission ein- «iiimua angenommen. Mit einem Hoch auf die Socialdcmokratie schloß die Versaumiliing. Man blieb darauf noch gemütlich bei sammen. Vi ariendorf, Tempelhof. Mfa rienfelde. Wie aller- orts so feierte auch hier das klassenbctvnßtc Proletariat den 1. Mai. Der heutige Polizeikurs gestattete uns nicht, zur Befricdigimg des An- drangS, ein größeres Lokal zu haben und so mußten wir Uns mit unser, n Vereinslokal— Gerth. Tempclhof— begnügen. Wie voirulsznsehen war, so waren die zur Verfügung stehenden Räume vollständig überfüllt, lieber die Bedeutung des Tages sprach Genosse L e m m v klare, bündige Worte und doch voll bewegenden Ernstes.' Für die Zcrswenmig und Ausfüllung der schönen Stunde» sorgten im ausgiebigsten Maße der Gcsmigvcrem„Männerchor SangeSlust" und nicht zuletzt der sich Uns ziir Versügnng stellende Parteigenosse I. SchuItc-RninmelSbnrg. So fand die' Feier allseits beftiedigend ihren Abschluß und klang ans in dem Gelöbnis stets treu und einig zur Fahne zu halten. Die Maifest- Versammlung in T r e p t o w- B a u m s ch u l e». weg war von ca. 200 Personen besucht. Das Referat über die Bedenümg des Tages hatte der Genosse G v h r e. In S t r a I a u- R u m ,„ e l s b n r g war die Vormittags- Versammlung der Gewcrtschafte» in der dortigen Brauerei von 480 Personen besucht." Nach einem vortrefflichen Referat dcS Genossen Mathe 6 fand die Resolution der Gewerkschaftskommission ein- stimmige Annahme. Am Nachmittag vereinigten sich ca. 800 Per- In Friedrichs berg fand in Höflichs„Schwarzer Adler Nachmittagsfeier statt. Tciliichmer ca. 1000 Personen. Der Andrang war. in den späten Stunden ein außerordentlich starker. Fr iedrichs selbe. Zun, erstenmal fand hier eine von den vereinigten Gewerkschaften cinbernfene über alle Erwartung gut be- siuhte Bersaminlnug vormittags statt, in welcher Genosse Stadthage» über„den 1. Mai»nd die Kämpfe des Proletariats" referierte. Die Perstunmlung schloß mit einem brausenden Hoch auf de» 1. Mai und die moderne Arbeiterbewegung. Nachmittags versammelten sich die Genossen mit ihren Familien»ntcr zahlreicher Beteilignüg zum gemeinsamen Maifeste und war jeder davon überzeugt, daß dieses harmonische Fest wieder dazu beigetragen hat, die Bande der Arbeiterschaft anfS neue zu befestigen. In Oberschöneweide fand abends 8 Uhr eine Vcrsamm- lung statt, die von 280 Personen besucht war. Nach dem Referat 6e8 Gen. F l a t o w hielt noch der Gen. John eine zündende An- spräche. Beim Schluß der Versammlung stimmte die Versammlung die Marseillaise an.— Der Tanz war als staatsgcfährlich verboten worden. Köpenick. Die boin GewcrkschaftSkartell auf dert Vormittag einberufene Versammlung war von etwa 800 Personen besucht. Gen. S o n n e n b u r g sprach in eingehender Weise über die Be- deutnng des Tages. Die von der Berliner GetverkschaftSkommissioil empfohlene Resolution wurde einstimmig angenommen. Mit einem begeisternden Hoch auf das internationale kämpfende Proletariat wurde die Vcrsamm'ung geschlossen. Im)ß W e i ß e n s e e hielt Genosse Waldeck M a n a s s e bor einer chtgedrängten Zuhörerschaft eine eindrucksvolle Rede, nachdem ei Arbeiter-Liedertafel den Gesang„Völkersrühling" vor- getragen hl Die Resolution fand einstiininige Annahme. Pank v- Rieder-Schö„Hausen. Die am Vormittag des 1. Mai stattgefundene öffentliche Parteiversammlung fand in dem übcrfül m Saal„Zum Nordstern" statt. Genosse F r e i w a l d t referierte ü r die Bedeutung des 1. Mai; die Berliner Resolution fand einstin nge Annahme. Am Abend versammelten sich die Ge- „osien nelis Familien zum fröhlichen Beisannnensein. Von der Festrede rni.te laut polizeilicher Verfügung Ab st and g en o ni»,»werden. Adle» Hof. An der Gewerkschaftsversammlung am Vormittag beteiligten ch 800 Personen. DaS Referat hatte der Buchbinder D e n> p tv o f. Nach der Versammlung fand ein Uinzng durch den Ort statt.-M» der Abendversammlnng sprach Genosse Obst vor 800 Person n. Eine öffentliche Feier war polizeilich verboten worden; tro jdem war die Stimnnmg eine sehr gehobene. In N c n m ü h l e- K ö n i g s w u st e r h a n s e n wohnten der Abendvcrfm mlung 150 Personen bei. Genosse H i l d e b r a n d t referierte ü:t die Bedeutung dcS Tags. ES war die erste Maiver- samniluna. ie am Ort abgehalten wurde. Die M ifcicr in S ch v» e b erg nah», einen großartigen Ver- lauf und w r von 2000 Personen besucht. Die Festrede, gehalten vom Reich? �gs-Abgeordnetcu Z ubeil, führte die Bedentniig des Tages klar ivr Augen. Die Feier Würde mit einem Hoch ans den Weltfelerlal geschloffen. Die in Wilmersdorf im„VolksgarteN" abgehaliene Mai- fcicr, welch � von 1800 Teilnehmern besucht ivar, nahm einen glänzen- den Verla, In de. Versammlung der Gewerkschaften von Steglitz waren 800 Personen anwesend, welche»ach einem Referat des Gen Scheflcr die von der Gewerlschaftskoininission vorgeschlagene Resolutio« an- nähme». Die Abend- Versa»,», lang war von 600 Persone» beincht. Frl. Altman» hielt den mit viele», Beifall euifgcnvmmenen Festvortrag.— Die Arbeitsruhe war bedeutend größer als im ver- gaiigene» Jahre. In Schmargendorf sprach Genosse Paul Hirsch in gut- besuchten Versammlung über die Bedeutung des Tags, woraus die Resolution der GewerkfcdaftSlommijsion migcnominei, wurde. Charlotte»bürg. In der am Vorinitrag in der Gainbrinus- Brauerei abgehallene» Versammlung sprach die Parteigenossin Frau Emma Ihrer vor etwa 1200 Personen. Die Teilnehmer tonnteli bei weitem nicht im Saale Platz stndcn„nd mußten zum großen Teil im Garten verbleiben.— Die Versammlung bei Rietz war ebenfalls bis ans den letzten Platz gefüllt. Nach einem Vortrag des Genossen B l e e ck über die Bedeutimg des Tags fand die Resolution eillstinmngc Annahme. In 38 e st e n d hatten sich ca. 280 Personen in H o f f m a n n s Volksgarto, eingefunden. Genosse Hirsch als Referent, sprach ig eindrucksvollen Worten über die Bedeutung des Tages. Die von den Berliner Gewertschaften empfohlene Resolutio» wurde einstiinmig angenommen. Groß- Lichterfeld» ist bezüglich der Teilnahme � an der diesjährigen Maifeier gegen das Vorjahr erheblich foitgeschritte». Die Zahl der Arbeiter, welche die Arbeit ruhen ließen, betrug nahezu 100. An der Volksvcrsaminlimg am Abend„ahme,, über 300 Personen teil. Festredner war Genosse Max Schütte. I» P o» s d a m beteiligten sich an der Morgenversammlung etwa 800 Personen. Das Referat hielt Arends Die Versammlung in Wat.dmannSlust, in welcher Genosse Lankow sprach, war von etwa 180 Perfon en besucht. Bernau. Vormittags waren hier die Genoffen beim Früh- schoppe» im.EIhsmm" versammelt; an der Waldpartie am Nach- mittag beteiligten sich 120 Personen; die Versammlung am Abend tvar leider nur mäßig besucht. Spandau. Provinz Brandenburg. Am Morgenausflug nach PichelSwerder beteiligten sich 160 Mann. Die Bauarbeiter feiern größtenteils, selbst 18 italienische Maurer. In den königlichen Werkstätten war die Beteiligung durch Anschlag Verbote»! Die Abend- Veranstaltung tvar von 1600 Personen besucht. Brandenburg a. H. Bein, MorgcnauSflug der Grwerl- schaften nach dem Neuen Krug 1000 Personen zugegen; die Arbeits- ruhe war bedeutend»mifangreicher als im Vorjähr. Die Abend- vcrsainnilnngen in MengerlS VolkSgarten, Referent Dr. W e y I. und Kamps Eoncordia, Referent H. Pens, uahincn glänzenden Verlauf mit 1500 und 2000 Teilnehmern. Die Nachricht von der Kassierung des Locbellschen V.'andatS wurde begeistert avfgenommei». In F r a n k f n r t a. O. war die Beteiligung stärker als je. Die VorinittagSversammlung n�tr überfüllt.»0V Personen dcinon- stricrten durch ArbeitSrnhe, 800 beteiligten sich am gemeinsamen Spaziergang. Festredner war vormittags und abends Wit irisch- AJ Fürstcnwalde. Eine Gelvorkschafte-Versannnlnng, die von 300 Personen besucht war. nahm nach dem Referat Lothars-Berlin die Berliner Refoliition einstlminig an. In Nauen referierte Poerfch- Berlin. Die Versammlung war von ungefähr 280 Personen besucht. An der ArbeitSrnhe beteiligten sich diesmal bedeutend mehr Genossen, als das in früheren Jahren der Fall war. In Luckenwalde waren am Vormittag 800 Parteigenossen und Genossinnen versammelt, welche nach einer'eindrucksvollen Rede des Genossen M a x K i e s e l die Bcriincr Resolution einstimmig annahmen. Velten. Die Maifeier verlief in befriedigender Welse. Vor- mittags bei», Kommers 180 Teilnehmer. Am Garten-Konzert nach- mittags beteiligten sich ca. 300 Personen, an der Abeiid-Versammlnitg über 700 Personen. Genosse Dr. Wollheim hielt die Festrede. S p r e ,n b e r g. Di» Zahl der am NachinittagSansflng Beteiligten betrug 250. Abends Versammlung von 400 Personen, darunter viele Frauen. Referent Hübsch-Berlin. Trebbin. Die um 4 Uhr stattgefundene Versammlung war von 200 Personen besucht. Referent Genosse Blecck-Chnrlottenbnrg. Auch der Ausflug nach Lorcndorf und die Slbendseier waren gut besucht. Guben. Am NachinittagSmiSflug beteiligten sich 100, an der Abcndversaininlimg, in der Genosse Kotzke referierte, 800 Genossen. Die Beteiligung bedeutet einen Fortschritt. W r i e z e u. Vormittags fand eine sehr gut besuchte Versamm- lung statt, in der B r u„'s- Berlin sprach. Nachmittags Ausflug unter zahlrcickier Beteiligung. R e p p e n. Maurer und Zimmerer feierten. Die Demo,,- flration fand in überfüllten» Saal statt. Referent: Nachiigal- Berlin. S ch>v i e b u s. Die am Abend stattgehabte Berfa mm lung war von 300 Personen, darunter viele Franc», besucht. Als Redner hatte fich Genosse Grempc-Berlin eingefunden. In Heeg ermühle fand eine sehr gut besuchte Festvrrsamm- lung statt, in der Genosse BrunS-Berlin in wirküngSvollcr Weise über die Bedeutung deS Tages sprach. Forst i. L. Zu einer imposanten Demonstration gestaltete sich die hiefige Maifeier. Vormittags fand im Wittve Richterichen Lokal eine gut besuchte Versammlung statt, in welcher Schubert- Schönebcrg auf die Bedeutung deS Tags hinwies. Nachmittags Ausflug durch die Straßen Forsts nach K o y e n. DcS Abends fanden in den beiden größten Sälen der Stadt Versammlungen statt, welche vortrefflich besucht waren. Auch hier hatte Genosse Schubert die Festrede übernommen, die begeistert aufgenommen wurde. Eine entsprechende Resolution fand einstimmige Annahmt. Der diesmalige Bestich war bedeutend stärker als sonst.' K o t t b»' s. Die hiesige Maifeier ist sehr gut verlaufen. In der Vormittags- Versammlung, die in diesem Jahr arrangiert war. Ivaren ca. 180 Personen anwesend. Auch die Beteiligung an dem NachmittagsmiSflug war stärker als im vorigen Jahr. ES mögen sich 280 Personen beteiligt haben. Die Abendversaimnlung war überfüllt. Neber 1000 Personen hörten ciiien ausgezeichneten Vortrag über die Bedeutmig des 1. Mai, den Genosse Theodor Metzner- Berlin hielt. Der Redner streifte die Flotteiworlage, die lex Heinz«, die 48« Bewegung und empfahl zum Schluß die Berliner Resolution. die einstimmig aiigciiominen wurde. Nach Schluß des offiziellen Teils fand ein Kommers statt. Bei demselben wirkte» die hiesigen Arbeiter-Gesangvereine mit; somit nahm die diesjährige Maifeier durchweg einen erhebenden Verlauf„nd wird der hiesige» Arveiter- schaft noch lange im Gedächtnis bleiben. Oft« und LBeftpreuften. Stark besuchte Bersammluligen fanden in Königsberg statt. Die Zahl der Feiernden>var so groß wie im vorigen Jahre. A» der Festlichkeit de« Nachmittags beteiligten sich 3000 Personen. Au« G r a u d e n z wird un« berichtet, daß sich 00 Arbeiter der Tresor-Aktten-Gtsellschast an der Maifeier beteiligt haben. TchleSivig-Holstein. Die Maifeier in Kiel ist in ausgezeichneter Weife verlaufe». Die Äonniitagsversanlinlitng tvar noch nie so zahlreich besucht, wir in diesem Jahre. � Selbst das nationalliberale Organ in Kiel schätzt die Zahl der Versaminlungsteiliiehiner auf 2000 Im Bangewerbe ruhte die Arbeit vollständig, ebenso in der Holzindustrie. Auch der Nachinittagsaiisslng»ach ver Wiek durch Düsternbrook, dem Kieler ViNenvierlel, wurde dura, viele hunderte von Teilnehmern mitgemacht. :- i.1 r C. i � l � � t»?s» � OV„ e 4?»m»-e e- r to* i Ci t ttl, VW*/. t/iv| v va/ v.|| v t» unweit, Dr. Weiß, Wissell und Adam. Die kaiserliche Werft konnte die Feier nicht vorübergehen laffc». ohne mich lhterseitS zur Agitation für unsre Sacke beizutragen: durch einen Anschlag wurde» zwei Arbeiter, der Rietet I. und der Schlosser P. als socialdemokratische Agitatoren sofort entlassen. Gaarden. Anck hier verlief die Feier vortrefflich. In der gut besuchten Versammlung referierte Adler- Kiel Ellerbeck. Die Versammlung war von 500 Persone» besucht. Referent war I ä s ck, e- Kiel. Preetz. Die Feier»ah»,„ntcr starker Betcslignng den schönsten Verlauf. Die Festrede hielt K l ü ß- Kiel. Itzehoe. Am AuSflng beteiligten sich 800 Personen, die Ver- sammln,, a war von 800 Personen besucht. In Neumünster tagte am Morgen eine öffentliche Volks- versa», mlung. die von 187 Personen besucht war. Nachmittags ivar Gartentonzert, a», Abend 8 Uhr FestkommerS im„Elysinm". Am Morgen hatte Mehren«, in der Abendvekfammllmg Legien-Hamburg das Referat übernommen. In Elmshorn, wo tn einer VormittagS-verfammlimg der Genosse Stühmer sprach, hatten fich 150 Personen eingcfuiideii. ifthcinland-T'Sestfale». Essen. Di« Beteiligung an der Maifeier Ivar außerordentlich stark, die Versammlung morgens überfüllt. Wessel- Düsseldorf referierte. Ani NachmittagS-AuSfliig beteiligten sich ca. 1000 Per- soncn. Weil verschiedene Wirte Plakate mit Aufschrift:„Für Mai- denwiistranteN gesperrt" angebracht hatten, wurde der AuSflng bis Mülheim ausgedehnt, von Ivo aus mit der Bahn Rückkehr nach Essen erfolgte. Abends fand noch Äommcr» statt. Alle« ist in Ruhe verlaufen— mit Ausnahme der Polizei, die stellenweise sehr un- ruhig war. Dortmund. Der AuSflng ist grotzarllg vermusen, äw Personen beteiligten sich. Abends fanden Versammlungen in Barop. Hörde, Schnee, Eichlinghofen, Lünen' statt, die sehr gut besucht waren. In Dortmund fiel infolge polizeilicher Maß- nah,„im in letzter Stunde die Versammlung ans. Krefeld. Die Maifeier wurde eingeleitet durch eine Flug- blattverteilung. Am Morgen des 1. Mai fand eine Volksversammlung statt, in welcher Genosse K. R u pp- Krefeld referierte. Die Ver- faminlung war von ca. 380 Personen besucht. Eine vollständige ArbeitSrnhe war nur tu einigen kleinen Fabriken bewilligt. Sin Fabrikant hatte sich zu der Aeußernng verstiegen, wer am 1. Mai feiert, wird rücksichtslos auf da-Z Pflaster geworfen. Und ich werde dafür sorgen, daß er drei Monat keine Arbeit erhält. Eine derarttue_ Prutalttnt ist dem Krefelder Unternehmertum nach den vrrschiedcuen Streiks wohl zuzutrauen. Ein großer Teil der Arbeiter hatte es aber durchgesetzt, daß sie INN 4 Uhr nachmittags die Arhestsstelle verlassen kouuteu. Der Saal und die Veranda deS Feftlokal" waren denn auch nachmittags erdrückend mit Feiernden besetzt. Wir gehen .nicht fehl, wenn wir die Anwesende» ans 2800 schätzen. Die Festrede hielt Genösse Karl Haberland-Barmen. �, Ainstnrz. An dem Anöflng nahmen 400 Personen teil. Die abends stattgefundene Persammlung war vöst 700 Pcrsouen be- sucht. Trotz des Drucks der Industriellen»nicht die Maifeier hier Fortschritte. Rehme. Die Maifeier i» unsrem Dörfchen verlief in ge- wohnter Weise. Die Volksversammlung abends 8 Uhr war von über 700 Persone» besucht. In derselben referierte Genosse Kluge,»- Hagen aus Herford. Nach der Versammlung fand eilt Kommers mit Vorträge» statt. Die Maifeier in K ö l n hatte im allgemeinen einen auSgezeich- neteu Verlatlf. In der Morgenversammlung redete Gmoss« Gilsbach. Infolge der heimtückischen Kampfcsärt der Gegner war ftir die Partei nicht ei» einziger ausreichender Saal zu haben. An dem Nachmittags-Spaziergang beteiligten sich etwa 1000 Persone». Abends fanden in sechs Lokalen, worunter einige gute Säle, Ver- austaltungen der Gewerkschaften statt. Die Parteigenossen in Kalk nnd M ü l h e i in an» Rhein waren wegen der Saalcntziehunaen nicht in der Lage, die Maifeier in angemessener Weise zu begehe». Barme». Die öffentliche VorinittagSversammlung war von ca. 600 Personen besucht, das um 5 Uhr nachmittags beginnende Fest war bön 800— 900 Personen beiderlei Geschlechts frequentiert und verlief sehr angeregt. Die Maifeier in Düsseldorf verlief glänzend. Frühmorgens versammelte» sich die Genossen mit Weib und Kind, zogen zum Ha»lptbah»hof»>nd von dort in kolossalem Exlraznge nach den Gerrchheimer Waldungen. Hier verlief das eigentliche Maifest recht schön. Abends waren fünf Versammwngen, die sämtlich sehr gut besucht waren. Redner waren G r i m p e- Elberfeld, K u n t s ch und andre. �. Hagen. Äm Ausflug beteiligten sich diesmal 200 Personen, an der abcitds veranstalteten Festversamminng 300 Genossen uiid Genossinnen. Die Stimmung Ivar eine sehr gehobene. Provinz Hannover. Verden. Das Maifest wurde in würdiger Wesse begangen. Nachiuittags fand ein Spaziergang statt, ail welchem sich mehrere hiindett Männer und Fronen beteiligten ui»d abends eine gut be- suchte Vdlksversaminlmig. in welcher Genosse K. Krüger rcferserte. In Lüneburg»'ahmen 250 Personen an einem Rachmittags- äuSflUg teil. Die Versammlung am Abend war überfüllt. Fischer aus Hamburg referierte. In Nienburg war der Besuch der Versammlung über alles Ertvarten gut, die verfügbaren Räume überfüllt. Bchle-Hannover referierte über die Bedeutung des Tages. Auch in Bramsche fand am Abeird eine gut besuchte Der- sammlung statt, in der Schrader-Bramsche referierte. Provinz Sachsen. Magdeburg. Die ArbeitSrnhe ivar im Baugewerbe voll- ständig, obwohl die Baunnternehmer als„Strafe� eine dreitägige Aussperrung angedroht habe». Morgen«>„» 10 llhr fand eine Versnmmlniig statt. Das Lokal war überfüllt. Referent Albert Meyer. Räch Schluß der Versammlung zöge» die Teilnehmer und die Genossen, die fick, inzwischen angcsaminelt hatten, in«mein 3000 Personen starken Zug durch das Stadtinnere in ein großes Gartenlokal in einer Vorstadt, in welcher bei Konzert nnd sonstigen Belnstigimgeii der Tag vollbracht wurde. Abends vier stark besuchte Volks»'rrfa»,iiil»»gcn. Die Polizei hielt sich ruhig. Der Fcftzug war zwar verboten worden, doch legte man dem Durchmarsch durch die Stadt nichts in den Weg. Das Schutzniamisaiifgebot ivar— für Magdeburger Verhältnisse— gering. Die ArbeitSrnhe war größer als im vorigen Jahre. Halle' a.S. Die Feier war imposant. An den vormittags stattgcfnndcnei» Gewerkschafts- Versammlungen beteiligte» sich 4000 Personen, die alsdann durch die Stadt zogen. Die Polizei- Verwaltung, die vor dem Umzug dem VertraiieiiSmann der Partei, sowie den Vorsichern der Gewerkschaften das Versprechen gegeben hatte, alles zu ve rm ei d e n waS Anlaß z» einem Konflikt zwischen Demonstraitten„nd Polizei geben könitte, iveim der Zug nicht in Reih und Glied, sondern in zivnngloscn Bnippen gehe, hätte cö bald zu einem argen Konflikt getrieben. Als der Zug an der Reitbahn vorüberzog, stellte sich demselben ganz in,«» wartet ein Pvlizeipilett gegenüber nnd der Herr Ober-Polizoi-Jt»« svektor Weydeman». der m der Deinonsttation einen„geordnettn Zug" erblickte und beabsichtigte, denselben zn sprengen, kommandierte auf einmal„blank ziehen". Ei» Teil der Demonstranten ging einen andren Weg. aber gleich nachdem waren die„getrennten Teile" wieder beisammen. Ans Vorhalt deS Genosse» Swieilty kommandierte Herr Weiche, na, m seiner Polizcimaimschaft, die Degen wieder cinziistcckeii. Eine mttlagS stattfindende große Mtversa», mlung, in der Genossin Zietz-Hamburg sprach, war bis z»i» letzten Platz gefüllt. Erfurt. Die von der Arbeiterschaft Erfurts und JlverS- gehofcns veranstaltete Maifeier»ahm cineir nach jeder Richtung hin befriedigenden Verlauf. Da die Behörde eine» Umzug nicht ge- stattet hatte, pilgerten schon in der Frühe in losen Trupp« annähernd 780 feiernde Arbeiter nach de», gotbaischen Städtckie» Roda. Mittags erfolgte die Rückkehr nach der Stadt von der Bahnstation Wisch- leben»littcls Extrazugs. Die Wohllöbliche machte keine kleinen Augen, als sich"vom Erfurter Bahnhof aiis der MenscheNstrom in die Stadt ergoß. An der RackimIttagSfeier beteiligten sich 1800 Per- soneii. Die Versammlungen abends waren überfüllt. Im„Kardinal" sprach bei der Erfurter Arbeiterschaft Genosse Reiß Haus, in» .Alte» Fritz" für die JlverSgchofener Arbeiter Genosse M a y. I» S t a ß f» r t fand am Vorabend des MaitagS eine VolkS- ocrsaniinlung statt. In der Genosse Adolf H o ff», an n- Berlin über die Bedeutung der Fcicr sprach. Am 1. Mai mittags machte» zahlreiche Parteigenossen einen A u s f l» g»ach Borne. Auch flatterte an einem Tclcgraphendraht bei der Bodebrücke eine mit entsprechender Inschrift versehen« rote Fahne lustig in den Morgen hinein. Erst um halb sieben Uhr vermochte die Polizei das Unisturzzetchcn zu entfernen. In W i t t e„ b e r g. der alten Luther- und Mückerstadt, nahm die Feier eine» recht guten Verlauf. Der Vcrsammlutigösaal wnp dicht besetzt. Nach cinflttndigem Referat deS Abg. K» N e r t über Arbcitcrschutz»»id Arbcitcrtrny. Weltfrieden»nd MilstartsMilS, Jiitcriiaiionalität und ChanbiniSmu«»ahm die Versammluiia etn- stimmig die Berliner Resolutio» a«. und zwar mit dem Zusatz bei de,» PassuS von der„besten Garantie für de» allge»iein«i Völlcr- frieden": Im Zusammenhang hiermit erhoben die Versrnninelte» Protest wider die verbrecherische Gcwallthat der großbritannifcheir Regierung gegenüber den freien, rcpliblikanlsche» Gemeinwesen der südafrikanischcit Boerenstämme. Quedlinburg. 1. Mai. Einen geradezu glänzenden Verlauf hat diesmal die Maifeier hier genommen. Gestaltete sich schon der Festzug um 2 Uhr zu einer großartige» Demonstration(Teilnehmer »iliivestenS 700), so war der Einmarsch um 7 Uhr ein Tüuinphzug, da sich weit über 3000 Personen daran beteiligten. Die ganze Demonstration verlief ohne jeden Alvischenfall in wahrhaft muster- haster Weise. An der Spitze des Zugs schritt ein Musikchor; von Polizei war keine Spur zu sehen: die Behörde hatte verminftigcr Weise die Ordnung den Parteigenossen überlassen und dürfte es nicht zu bereuen haben. Abends sprach Genosse Adolf H o f f m a n n- Berlin vor überfülltem Saal über die Bedeutung der Maifeier. Halber st ad t. Die Arbcitsruhe Ivar diesmal doppelt so stark als in früheren Jahren. Morgens fand ein Ausflug unter starker Beteiligung statt, abends eine sehr gut besuchte VolkSver- faminlung, in der S w i e n t y« Halle referierte. Die Maifeier hat hier tiefe Wurzeln geschlagen. Osterwieck. Am Uinziig mit Musik durch die Stadt be« teiligten sich 200 Genossen. Abends fand eine gut besuchte Fest- Versammlung statt. Niederdodeleben. 70 Personen feierten durch Arbeits- ruhe. In der Abcndversannnlnng waren 2S0 Personen erschienen. Referent: Fabian-Magdcburg. Niet leben. Die Maiversammlniig konnte nicht stattfinden, da trotz der festen Zusage des Beamten die Bescheinigung über die schriftlich n»d mündlich erfolgte Anineldnng der Versammlung nicht zur Stelle war und der Beamte die Tagung nicht gestattete. Sri hl. Die Maifeier war diesmal eine stärkere als in den früheren Jahren. Am Morgen demonstrierten 70 Personen durch einen Ausflug. Die am Abend stattgehabte Bersmumlnng war von 100 Personen besucht. In Kahla hatten 120 Arbeiter den Ruhetag durchgesetzt. An der Abendversainmlnng beteiligten sich 700 Personen. Norddeutsche Staaten. S ch w e r i n i. M. Die Maifeier nahm einen ungestörten Ver- lauf. Die Arbcitsruhe zeigte einen allerdings nur geringen Fort- schritt gegen das Vorjahr; an dem MorqenauSflng beteiligten sich gegen 80 Personen. Die am Abend veranstaltete Feier war von gegen 400 Personen besucht. Das Programm der Feier setzte sich aus Konzert, Liedern, einem kleinen Theaterstück„Die Maifeier der Bnider Faulpelz" zusammen und sah zum Schluß, soweit der Platz dazu reichte. Tanz vor. Nach einigen Liedervortrngcii hielt, im Anschluß an einen von Herrn Wastphal vorgetragenen Fcstprolog, Redactenr Groth aus Rostock die Festrede, welche in ein brausend aufgenommenes Hoch auf die Idee des Achtstundentags ausklang. In Wismar hatte der Hafenarbeiter- Verband ein Kränzchen veranstaltet, wobei Steinbrügge die Festrede hielt. Ein Teil der Genossen hat den ganzen Tag. ein größerer von Mittag an gefeiert. Einen imposanten Verlauf nahm in diesem Jahr die Maifeier m H a m b u r g. Die Beteiligung der Arbeiterschaft an dem großen Festzug war den in letzter Stunde ergangenen Drohungen des Arbeitgebcr-Verbmids zum Trotz weitaus' bedeutender, als'im Vor- i 8"fl. dcr von St. Georg nach dem gewaltigen Garten- etablistcment„GertigS Mühlencamp" ging, vereinten sich etwa 1b bis 16 000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Auf dem Fcstplatz selbst waren weit über 20 000 Fcsttcilnchnier. Hier hielten die Genossin Wernheber und Grünwald, das Weltfest der Arbeit feiernd, wuchtige Ansprache». In dem Festzug bewegten sich 70 Korpo- .�reu Fahnen, Bannern und Enblemen. Neun Musikchore teilten den gewaltigen Zug. der das Staunen der die Feststraße anwohnenden Hamburger„Königlichen" erregte, m neun ziemlich gleiche Abteilungen. Am Abend fanden auf Ham- mirger Gebiet 16 Festversammlnngen statt mit Festreden und der Bedeutung des Abends entsprechenden sonstigen Veranstaltungen. Durch Vermittlung der Hamburger Parteileitung sind in die Üm- gcbung Hamburgs 60 Referenten für Festversammlungen entsandt. D,e Parteigenossen auf der preußischen Halbinsel Wilhclmsburg hatten zmn erstenmal eine Morgcu-Festvcrsamnilnng arrangiert, die von etwa bOO Personen besucht ivar. Genosse Emil Krause aus Hamburg hielt die Festrede, der Licdervorträge und Konzertstücke vorausgingen und folgten. An, Abend fanden auf Wilhelmsburg zwei iveitere Versammlungen statt. In Bremen, wonach eifriger Agitation in den Gewerkschaften an« Sonntag ein die Maifeier betreffendes Flugblatt in 33 000 Exemplaren verbreitet wurde, bewegte» sich am Dienstag in der Frühe von unserii Samnielplätzen starte Züge feiernder Arbeiter zum Renibertiplatz, um von hier ans einen gemeinsamen Demonstrations- Spaziergang durch den Bürgerpark anzutreten. Die feiernde Masse, nach genauen Schätzungen über 3000 Köpfe stark, war wicdernnr größer als im vorigen Jahre. In der Tabakbranche wurde allgemein ge- fcicrt, überaus stark wiederum von den Holzarbeitern und Schuh- inachern. Der Schiffsbau der Aktiengesellschaft„Weser" ruhte vollständig t700 Arbeiter feierten). Die Beteiligung der Banbrauche war infolge der letzten Lohnbcivegungen, die viele Opfer gefordert haben, nur gering. Die imposant verlaufene Frühdenionstration endigte in gemein- samein Zuge im„Kasino", Ivo Genosse Ebcrt die begeistert auf- genommene Festrede hielt. Nachmittags fanden Kinderfeste, abends Tanzscstlichkciteu statt. In Bloch b. Oldenburg beteiligten sich zahlreiche Genossen an einem Ausflug. In Bant ist die Maifeier vorzüglich verlaufen. An dem Fest- zug nahmen trotz des trübeii Wetters etwa 1000 Personen teil. Die Werftarbeiter waren natürlich an der Teilnahme verhindert. Auch die Abcndversammlungen waren zahlreich bcsulbt. In S t r i e g a u feierten über 300 Personen beiderlei Ge- schlechts. Die Versammlung am Abend fRefcrent Genosse Feld- >n a n»- Langenbielau) ivar von über 600 Personen besucht. Eine entsprechende Resolution ivurde einstimmig angcnomnieii. Saga n. Auch hier beging die Arbeiterschaft den 1. Mai in würdevoller Weise. Ei» Lokal steht uns hier nicht zur Verfügung und so mußten ivir anderthalb Stunden marschieren, wo wir auch Aufnahme fanden, es war dies im alten Kautz und zwar schon im Sorauer Gebiet. Deshalb ivar auch die Zahl der Teilnehmer nur gegen 130 Personen, manche Familie blieb des weiten Wegs halber zurück. Gendarmerie war auch vertreten, jedoch verlief das Fest in bester Weise. Neue Warthau b. Bnnzlan. Auf sämtlichen Brüchen ruht die Arbeit. Nachmittags IVe Uhr brillant besuchte Volksveriammlnng. Genosse Schütz- Breslau schilderte in l�estündiger begeistert auf- genommener Rede die Bedeutung des 1. Mai. Viele Frauen sind anwesend. Nach der Versammlung großes Volksfest. Wetter und Stimmung großartig. In B u n z I a u nahmen 200 Personen an der Vormittags- versanmilmig und 300 Personen am Ausflug teil. Die Beteiligung war stärker als je. Königreich Sachsen. Die Maifeier in Dresden nahm bei günstigem Wetter einen imposanten Verlauf. Die Arbeitsruhe war' größer als im Vorjahre. Auf den meisten Bauten ruhte die Arbeit vollständig, einige Fabriken feierten ebenfalls. Die sechs Vormittags- Versammlungen innerhalb der Stadtgrcnze waren teilweise überfüllt und von 7000 feiernden A r b e i t e ru besucht. Am Nachmittag waren für den 3. Kreis im„Sächsischen Prinz" in Striesen und für den 4. Kreis in der„Goldenen Krone" in R a d c b e n l Garten- seste veranstaltet. Die zur Vcrfiignng ftehendcii Räume erwiest« sich als viel zu klein; an dieser Nachmittagsdcmonstration beteiligten sich gegen 13 000 Personen. Abends war in 4 Lokalen Kommers, die Beteiligniig war eine außerordentlich starke. Sämtliche Räume waren überfüllt, viele fanden keinen Platz. Die Polizei verhielt sich ruhig. In der Nmgebiing fanden am Vormittag in P 0 t s ch a p p e I und Mügeln Versammlungen statt, am Abend in 10 Orten, wo uns Lokale zur Versügung stehen, ebenfalls. Beteiligniig sehr stark. Leipzig. Der Wcltfeiertag ist hier, begünstigt von dem herrlichsten Wetter, glänzend Verläufen. Viele Tansende hatten sich auf dem großen Fcstplatz und der Fcsthallc in Stötteritz eingesimden, um die angekündigte Festrede des Genossen Bebel anzuhören. Leider war es dem letzteren infolge der Aiiti-Mnidcnionftration des Reichstags nicht möglich, zu erscheinen. An seiner Stelle hatte Genosse Grenz-Leipzig das Referat übcriioiitnien. Die Festversanimlniig> nahm eiustiinniig Verantwortlicher Rcdactcur.� Paul Joh» in Berlin. eine Resolutton an, worin sie ihr Einverständnis mit den Arbeitern aller Länder in den Klassenfordernngen des Proletariats erklärt, sie fordert die Beseitigung der die Basis der heutigen Gesellschaft bildenden Produktionsweise und die Ersetzung derselben durch die kollektivistische, sie fordert ferner einen durchgreifenden Arbeiterschntz und vor allen Dingen den achtstündigen Arbeitstag. Der mit brausendem Beifall aufgenommenen Rede folgten Masseiigesänge und musikalische Unter- haltung.MAm Abend wurden in Leipzig und den umliegenden Ort- schaften zahlreiche Versammlungen abgehalten. In Zwickau beteiligten sich an der Vormittagsversamnilung über 400 Personen. Die Steinmetzen ließen ohne Ausnahme die Arbeit ruhen. Abends war von 7 Uhr an in zwei Sälen Kommers, wobei sich die vorhandenen Räume als viel zu klein erwiesen für die drängenden Massen. Großartig war der Verlmif der Maifeier in M i t t w e i d a. ES beteiligten sich 1200 Personen, die der Festrede des Genossen Rosenow am Schluß rauschenden Beifall spendeten. Würzen. Großartige Feier bei überfüllten Räumen. Genosse Thiele sprach vor 400—300 Personen. In Rötha ließen sämtliche Kürschner und auch ein Teil der Maurer die Arbeit ruhen und besuchten die Vormittagsversamiiilung. in der Genosse Kressicn sprach. Nach dem Vortrag wurde eine ent- sprechende Resolution angenommen. Abends war ein stark besuchter Koniincrs. In Limbach beteiligten sich 70 Personen am Mittagsausfluge nnd 300 Personen an der Festveranstaltung des Abends. Lorenz- Chemnitz hielt die Festrede. In Reichenbach i. V. beteiligten sich an dem Nachmittags- Ausflug 200 Personen, eine den örtlichen Verhältnissen angemesien großartige Beteiligung. Die Vcrsanimlung am Abend war noch viel stärker besucht. Johanngeorgenstadt. Mit wenigen AuSnahinen be- teiligten sich die Arbeiter aller Branchen durch gänzliche Arbeitsrnhe. Voniiittags vereinigten sich im Hotel Wartburg bei Konzert und Gesangsvorträgen ca. 300 Personen. Am Nachmittagsausflng nach dem Gasthaus„Gabe Gottes", woselbst wieder Konzert stattfand, beteiligten sich über 600 Arbeiter mit Familie. Wetter und Fest- stimniung war gut. Mitteldeutsche Kleinstaaten. E i s e n a ch. Die Maifeier hier am Ort war tvie gewönlich verboten. Am Nachmittagsansflng nach Schönau sGothaisch) be- teiligtcn sich 330 Personell(die stärkste Zahl bis jetzt). Der Saal des Gasthofs„Zum fröhlichen Mann", welcher als Gastziinmer eingeräumt war, war sehr stark besetzt, desgleichen die übrigen Lokalitäten. Weimar. Die Maifeier wurde von den hiesigen Genossen bei herrlichem Wetter würdig begangen. An dem Nachmittags-Ansflng nach Gabeindorf nahmen mehr als 200 Genossen teil. Abends hatten sich gegen 300 Genossen in demselben Lokal eingefunden. Die Be- teiligung war bedeutend stärker als in den vorhergehenden Jahren. Apolda. Die Arbeitsruhe war bedeutend stärker wie in den Vorjahren. Abends waren im„Gasthaus Vorivärts" die Räume überfüllt. Genosse Reichstags-Abgeordneter Bandert, der erst gegen ValO Uhr von Berlin zurückkam, hielt die Festrede, die, wie alle übrigen Veranstaltunge» unter der Leitung des Genossen Grufeld, mit großer Begeisteniiig aufgenommen wurden. Jena. An der Vormittags-Versammlung, in welcher unser Rcichstags-Kandidat Genosse Paul L e u t e rt- Apolda eine zündende Rede über die Bedeutung des 1. Mai hielt, nahmen über 100 Ge- nossen teil. Eine Resolution, welche von der Regienrng die Einführung des Achtstundentags und genügenden Arbeiterschntz fordert, fand eniftimmige Annahme. Der Nachmittags- ausflug gestaltete sich durch Kinderspiele usw. zu einem schönen Volksfest.' Die Zahl der Teilnehmer beiderlei Geschlechts betrug etwa 230. Unter großem Andrang nahm die Abendfeier einen pro- grammgemäßen Verkauf. Am Vorabend brannten auf den Bergen um Jena prachtvolle Rotfeuer. Die Polizei verhielt sich, trotzdem drei Orte(Jena, Burgau und Wenigenjena) in Betracht kamen, wider Erwarten gänzlich passiv. Kein Mißton störte die Festesfrende. Fra 11 k e nh aus en. Die Maifeier nahm dieses Jahr einen besonders schönen Verlauf. Am Ausflug am Nachmittag hatten sich nicht weniger als 700 Personen beteiligt, die Zahl der Besucher der Abcnd-Versoninilung betrug 300. In derselben hielt Genosse Hof- mann den Fcstvortrag. Auch in Saalfeld war der Verlauf der Feier ein glänzender. Gotha. Die diesjährige Maifeier gestaltete sich für unsre hiesigen Verhältnisse zu einer großen Kundgebung. Zum erstenmal hatten sich die Arbeiter drei größerer Fabriken vereinbart, ge- mcinsani zu feiern, ohne seitens ihrer Arbeitgeber auf Schwierigkeiten zu stoßen. Bei schönstem Wetter machten wir vormittags einen Ansflng über den Seeberg. nach Siebleben, an dem sich ca. 300 Genossen nnd Genossinnen beteiligten. Abends ivar der große Ankcrsaal, in dem Kommers stattfand, überfüllt. Viele konnten keinen Einlaß bekommen. Ge- »osse Bock hielt eine zündende Festrede, die mit großem Jubel auf- genommcn ivurde. Der MorgcnauSflug, sowie die eigentliche Abendfeier, verliefen in bester Ordnung. Bayern. In Nürnberg gestaltete sich die Feier höchst imposant. So- wohl eine VorniittagSversaiiinilnng als auch die vier großen Ver- sanunlungen des Abends waren sehr stark besucht. In begeisterter Stimmung wurde eine entsprechende Resolution angenommen. In H 0 f beteiligten sich 300 Personen an der Maiversammlung. Auch in O b e r k 0 tz a u, lvo infolge Mangels an Rednern die Ver- 'ainmlnng schon am 30. April stattfand, war der Besuch allen Er- Wartungen entsprechend gut. Ans Worms erhalten wir folgende Meldung: Etwa 130 Ge- nossen vereinigten sich zum ersteniiiale zu einem gemeinschaftlichen Ausflug nach Osthofen: auch hier in der nattonallibcralen Hochburg äugt es an zu tagen. Eine großartige Demonstration veranstalteten die Parteigenossen in dem rheinpsälzislben Dorfe R h e i n g ö n n h e i m. In einer glänzenden Versammlung wurde unter Heller Begeisteruiig eine Resolution für den Achtstundentag bcsckilossen und unsrer Sache viele neue Kämpfer gewonnen, die uns bisher noch fern standen. Württemberg. Die Parteigenossen Stuttgarts vereinigten sich am Vor- mittag in vier Berfammlungen, während der Festzug nachmittags ca. 6000 Teilnehmer aufwies. Hessen. In D a r m st a d t nahmen 300 Personen an der Versammlung teil, in der David referierte. O f f e 11 b a ck a. M. Die hiesige Maifeier verlief bisher in recht imposanter Weise. Als eine Art Vorfeier fand gestern abend Va7 Uhr in einfacher Weise die Grundsteiiilegung des von den ver- 'chiedciisieii Arbeitervereinigungen und der socialdemokratischen Partei gegründeten Saalbaus statt. Kreisvertrauensmann Gen. Orb that, nachdem die Stistuiigsnrkunde sowie einige Nnnimcni des Abend- blattcs dem Grundstein einverleibt waren, die üblichen drei Hammer- lbläge mit dcni Währsprnch:„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!" Hierauf hielt Genosse Ulrich eine kurze anfeuernde Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Arbeiter bei diesem Bau inimer dessen eingedenk seien, was brüderliches Zusaiiimeiihalteii nnd fester Wille zu stände bringen. Jni Herbst hofft man den Bau einzuweihen. Heule morgen 10 Uhr fand eine von 800 Personen besuchte Fest- versanimlnng in der Turnhalle der Turiigesellschaft statt, bei der Genosse Orb an Stelle des nach Berlin berufenen Ge- nossen Ulrich das Referat nberiioiimien hatte. Eine die Bedeuttnig des TageS würdigende Resolution fand ein- stinimige Annahme. Soeben(5 Uhr) ist der imposante Fest- zug. der V.4 Uhr seinen Anfang nahm, beendet. An demselben nahmen an 2300 Personen teil. An der Spitze des Zuges fuhr eine Rndfnhrerabteiluiig, dann folgte nach der Musik die socialdemo- statische Stadtvcrordiictenstaktion. der sich dann an 30 verschiedene Für den Jnseratcutcil verantwortlich Th. Glocke in Berlin. Druck und Korporationen anschlössen. Verschiedentlich sah man rote Fahnen und hübsche Guirlanden und Bilderschmuck. Bei Abgang des Berichts nimmt der gesellige Teil der Feier, bestehend in Konzert und Gesangs- Vorträgen seinen Anfang. UollitiZAze UeJtevJfrTzk. Berlin, den 2. Mai. Der Reichstag hat in seiner Sitzung vom 1. Mai den Schlaumeiern, welche die Maifeier zur Rettung eines konservativen Mandats be- .nutzen wollten, eine bittere Enttäuschung gebracht. Die social- demokratischen Abgeordneten stellten sich zu der pfiffig ver> anstalteten Gegen- Maifeier so zahlreich ein. daß sie im stände waren, die Kassierung der Wahl des Landrats v. Löbell herbeizuführen. Wären wir nicht am Platz gewesen und hätten wir uns durch die Maifeier von der Anwesenheit im Hans abhalten lassen, so hätten die Konservativen mii ihren Handlangern, den Nationalliberalen, die Mehrheit gehabt Auch das war eine Maifeier, die unsre Genossen außerhalb des Hauses mit der unvenueidlichen Aenderung einiger Maifcstprogramme aussöhnen wird. Das Löbcllsche Mandat wird bei der Neuwahl hoffentlich uns zufallen. Ueber den Inhalt der Verhandlungen, an denen sich unsrerseits die Genossen Auer, Fischer und Singer beteiligt haben, sei hier nur so viel gesagt, daß die Wahl Löbells. der selbst Landrat ist, eine preußische Muster-Land- ratswahl gewesen ist. Schamlose Beeinflussung der Wähler, schamloser Wahlterrorismus, schamlose Verletzung des Wahlgeheimnisses, schamloser Transport abhängiger Wähler an die Wahlurne, schamloser Mißbrauch der Krieger- vereine— kurz, das klassische Bild junkerlich-landrät- sicher Wahlmache. Das Nähere finden die Leser im Reichstagsbericht. Andre Wahlberichte, die auf der Tagesordnung standen— zusammen 22— gaben Anlaß nnd Material, das Bild zu vervollständigen. Ein Versuch der Fortschrittlcr. die Gültigkeitserklärung der Zwick schert Wahl zu erwirken, blieb erfolglos— sie wurde dem Anttag der Wahl- prüfungs- Kommission gemäß„beanstande t" und Er- Hebungen beschlossen. Ueberhaupt wurden alle Anträge der Kommission angenonimen. Auch„König" Stumm ist be- anstandet— wegen grober Unregelmäßigkeiten und Be- einflussungen. Genosse Sachse, dessen Mandat für ungültig zu erklären beanttagt war, hatte das Feingefühl, welches dem Herrn Landrat Löbell abging, das Mandat vor der Ver- Handlung im Reichstag niederzulegen. Offenbar ist er nicht im Besitz des„höheren Ehrgefühls".. Die Sitzung dauerte bis V26 abends. Mittwoch: Unfall- versicherungsgesetz-Novelle ic. Vorher aber, außer einem anttsemitischen Antrag auf Einstellung eines Strafverfahrens wegen antisemitischer Beleidigung, zwei mit der Flotten- vorläge zusammenhängende Anträge auf Abänderung des Zolltarifs und Reichsstempel-Gesetzes.— Das preußische Abgeordnetenhaus beriet am Dienstag den Anttag v. E Y n e r n(natl.) und Genossen. die Staatsregierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen. durch welchen nach den Grundsätzen des Gesetzes vom 8. Juli 1373 den Provinzialver bänden aus den Ueberschüsseu des Etatsjahrs 1899/1900 ein Fonds von 50 Millionen Mark über- wiesen werde. Nach unerheblicher Debatte gelangte der Antrag in folgender, vom Abg. Frhrn. v. Zedlitz(I.) beantragten Fassung, mit der sich Minister Dr. v. M i q u e l einverstanden erklärt hatte, zur Annahme:„Die Regiemng aufzufordern, mit möglichster Beschleunigung einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher das DotattonS« gefctz vom 8. Juli 1873 dahin abändert, daß die durch die wachsenden Provinzial- und Komiiiiinallasten besonders belasteten Provinzen be- sonders berücksichtigt werden, jedoch so, daß die Dotationen für die übrigen Provinzen nicht verringert werden." Mittwoch: Dritte Lesung der Novelle zu Kommunql- Wahlgesetz._ Agrarische Zuchthansvorlagen. Auch in Pr zen will man nun die Lentenot mit„Ziickithaiisvorlagcn" bekämpfe Die Abgeordneten v. M e n d e l- S t e i u f e l s nnd Genossen haben im Abgcordnetciihause folgenden Antrag ein'bracht: Das Haus der Abgeordneten ivolle beschließen: die kgl.< äatSregicnnig aufzufordern," noch in dieser Session, entsprechend n Beschlüssen des Abgeordnetenhauses voni I.Mai 1899 und der A ündiguug des Herrn'Ministers für Landivirtschaft. Domänen un Forsten am 23. Januar d. I. einen Gesetzentwurf gegen den vutraktbrnch der ländlichen Arbeiter sowie gegen die Berleitun �u demselben einzubringen. Ein solcher Entwurf würde die Landflucht natüi ich noch mehr anwachsen lassen. Politische Gewerkschaften. Im Auftrag de- Kaiser« hat Herr v. L u c a n u s den evangelischen � 1 r b e i t e r- vereinen seine Freude aussprechen lassen, daß sie,. verständnisvoller Würdigung der auch für das Wohl der deutscher„rrbciterschaft so bedeutungsvollen Verstärkung der deutschen Flotte.n Deutschen Flottenverein beigetreten sind". Diese evangelischen Gewerkschaften, von deren F rrcnt so oft der„unpolitische" Charakter der Geiverkschaften verlangt vird, treiben also selbst ganz ungeniert Politik, wenn auch ein reaktionäre, arbeiterfeindliche Politik.— � Der Krieg.\ Die Engländer sind bei Thnbanchn auf ernste'» Wider« stand der'Boeren gestoßen, der beim Abgang der aorliegenden Depeschen noch nicht gebrochen war. Feldmarschall Roberts meldete ans Bloemfontcin vom 30. April: Die Boeren waren am Sonnabend nnd Sonntag sehr ausdauernd in ihren Angriffen rund nni Thabanchu, aber die Stellung welche General RundleS Division inne hat, ist sehr stark. Rnndle wurde auch durch die unter General Freiichs Oberbefehl stehenden Kavalleriebrigaden Gordon und Dickson sowie durch die Infanterie- brigade Smilh-Dorrien und eine Abteilung berittener Infanterie unter Jan Hamilton unterstützt. Roberts ließ, wahrscheinlich um den Boeren durch eine Umgehungs- bewegung den Rückzug abzuschneiden, General Hamilton von Thabanchu aus nördlich vorrücken. Jndeß kam auch dieser General nicht allzniveit. Ein weiteres Telegramm Roberts berichtet nämlich: General Hnmilton ging gestern lam Dienstag) mit berittener Infanterie und Sniith-Dorricns Brigade von Thabanchu ans in nördlicher Richtung vor. Bei Hontticck stellte sich ihm eine von General Botha befehligte starke Trnppenmacht entgegen, zu der während des Tages noch Verstärkungen stießen. Während der Nacht schickte ich General French von Thavanchn ans zur Verstärkung ab. French konnte dies thnn, da in der Nähe von Thabanchu die Streitkräfte der Boeren sehr abgenommen haben. Heute müssen noch weitere Verstärkungen bei Hamilton cingetroffen seist Gestern verlor Hamilton etwa 30 Mann. Maxwell« Brigade, die zur 7. Division gehört, besetzte gestern ohne auf ernstlichen Wider- stand zu stoßen, bei Vlalfouters(?) und Scharskrnal einen Kranz von Kopjcs: nur die berittene Jnfantcric war einige Stunden lang in ein Gefecht verwickelt. erlag von Max Babing in Berlin. Hierzu X Beilage. <-«».. i». kcw KeilU dtt Lmärls" KMll WM».- M«n. Noichstng. 13Z. Sitzung. Dienstag, den 1. Mai, l Uhr. Am BnndeSratstisch: Niemand. Anf der Tagesordnung stehen Wahlpriifnnyen. Zur Wahl des Adg. Äraf Dönhoff-Frledrichstein tt.). l4. Königsberg) beantragt die Koimnission die Entscheidung iiber die Gültigkeit auszusetzen und weitere Erhebungen vorzunehmen. Der Reichstag beschließt ohne Debatte demgemäß. Die Wahl deS Abg. Börner lSchtvarzbnrg-SonderShausen, natl.) wird gleichfalls ohne' Debatte für gültig erklart. Ebenso die Wahl der Abgg. Ernst(Bromberg. frs. Vg.), Krämer(Koblenz, natl.). Die Wahl des Abg. v. Lobest st.) beantragt die Kommission für ungültig zu erklären, da die Oeffentlichkeil durch AuSwcisuug von Wählen, aus dem Wahllokal beeinträchtigt sei. Die Abgg. Dr. v. L e v c tz o w und Genossen beantragen weitere Erhebungen darüber, ob die nach dem Protest auS Wahllokalen ausgewiesenen Personen ivahlberechtigt gewesen sind, ob und in welchen Bezirken außerhalb derselben wohnhaste Personen, welche zur Beiwohnuiig des Wahlaktes erschienen ivaren, ungehindert zugelassen sind durch Bernehnmug fast sämtlicher Wahlvorstande, ob in Rhinow zwischen 10 und 6 Uhr einmal der Wahlvorstand mirauS zwei Personen bestanden hat. Abg. Auer(Soc.) stellt auf Grund der Beweiserhebungen fest, daß die Angaben des Protestes fich als durchaus wahr erwiesen haben, danach steht un- zweifelhaft fest, daß die Oeffentlichkeit der Wahl starke Einbuße er« litten hat durch Ausweisung von Personen, die wahlberechtigt waren. Auch die Aeutzerung des Protestes, daß der Landrat Chikane geübt habe, sei erwiesen,«ei doch eine Aeußenmg gefallen, man müsse sich die socialdeuiokratischen Aufpasser vom Leibe hallen. Der ganze An- trag der Konservativen beweise nur die Absicht, die Entscheidung zu verschleppe», dafür spreche daS Verlangen, fast sämtliche Wahl- vorstände zu vernehmen. Abg. Dr. Arendt(Sip.) gieht zu, daß einzelne Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind. Weitere Erhebnngen müßten aber erweisen, ob der AuSschlnß der Oesient- lichkeit systematisch oder nur in einzelnen Fällen erfolgt sei. Abg. Schwarze-Lippstadt(C.) bittet, den Kommissionsantrag anzunehmen, da die bisherigen Er- Hebungen vollständig genügten. Abg. Fischer-Berlin(Soc.) bittet, den Antrag v. Levetzoiv abzulehnen, da die Voraussetzungen, von denen auS er gestellt ist. hinfällig sind. So sind z.B. die im Antrag Levetzow verzeichneten Personen sämtlich in den Wählerlisten aufgeführt. Beweiserhebung danlbcr ist also überflüssig. Ich bitte deumach, den Antrag der Kommission anzunehmen. "Abg. Spahn(G), auf der Tribüne fast unverständlich. spricht fich fiir den Beschluß der Kommission auS. In der Abstiimnung wird darauf die Wahl des Abg. d. Löbcll gemäß dem Antrag der Kommission gegen die Stimme» der Konservativen und Nationalliberalen für ungültig erklärt. Betreffs der Wahlen der Abgg. Graß mann(4. Marien- Werder, natl.), Götz v. Olenhusen(12. Hannover, C.) beantragt dir Kommission Beweis erhebnngen. Der Reichstag beschließt demgemäß. Die Wahlen der Abgg. v. K a r d o r f f(3. Breslau, Rp.). Graf Bi sm a r ck-B o h l cn'(StraIsun,d k..) v- B o ni n- B ar enb erg (5. KöSlln. f.), werden gemäß den Kommiffionsbeschlüssr» für gültig erklärt. Die Wahl des Abg. Sachse(Soc) beantragt die Kommission für u» gilt ig zu erklärciu Bevor in die Verhandlung dieses Antrags übergegangen ist, teilt Präsident Graf Balleftrem mit, daß der Abg. Sachse sein Mandat bereits schriftlich nieder gelegt hat. Zu der Wahl deS Abg. Will(1. KöSlin, f.) beantragt die Kommission weitere Beweiserhebungen. Abg. Ga«p lRp.) bittet die WahIprüftmgZ-Kommissionen, nicht all«»„Denunziationen", wenn nicht genügend Beweise vorlägen, AllubeijJ zu schenken. Das sei in diesem Fall vielfach geschehen. ir tNach druck verboten.) !r' Jt Die Dorfarme. Zu �rhallirchen lebte vor Jabren ein armeS Weibchen. Da» hatte einmal einen Mann gehabt, der war Leineweber gewesen und hatte ih? sechs Kinder und sonst nichts Hinteriasien, als er im besten Mannet�lter die Augen schloß für die Ewigkeit. Sechs Kinder uud sonst ni sts— da weiß man genau, wie reich die Liöbcth Fade»- schneide» war, als sie zurückkehrte in das eng« Häuschen am Dorfende Aber damals war die LiSdeth doch reich: sie hatte ein paar die Arbeit ge>oohnie> Arme und mit Fleiß und Ausdauer brachte sie ihr halbes' Dutzend Trabanten in die Höhe. Da flogen sie nach und naQ auS— eins ließ sich hier nieder,«ins dort, einem gings ein weilig besser, einem ein wenig schlechter, aber gut gingS keinem, und datt Sprichwort der Allen, daß eine Mutter eher seibS Kinder ewährei» kann, als sechs Kinder eine Mutter, beivahrheitete sich. Für die LiSbeth Fadenschneider konnte keines der sechs Kiuder auch nur einen Thaler jährlich von seinem kärglichen Einkommen ab- zwacken. So-', hat denn die Lisbeth. als sie siebzig Jahre alt geworden war un'' Nadel und Schere nicht mehr halten lonnte. sich auf ihre u» . i-sitzt, andern'leiligtümern Truhe der sie nach Art der alten Waschfrau unter auch„ihr Hemd, ihr Sterbehemd" bewahrte. und die zHände i» den Schooß gefaltet, während sie sprach:„Jetzt geht's» cht mehr! Lisbeth. a-as nieinste, was soll ich jetzt machen? Jetzt wt ,d' ich halt Hunger leiden müsien. O jeh I" Uud, sie litt Hunger. Sie nährte sich von Kaffee. Brot und Kartoffel» und von Kartoffeln, Kaffee und Brot. Dabei ging'S in rafender Schnelligkeit bergab mit ihr, und ehe sieben Wochen um waren, vermochte sie kaum einmal iu der Woche zum Bäcker zu gehen. um sich einen Laib Brot zu hole». Da brachte ein Dorfältester die Geschichte mit der alten halb- verhungerten Frau vor den Gemeinderat, und der hielt dieser Ge» schichte wegen eine Sitzung ab. „Also," sagte der Bürgermeister,.Ihr wißt ja. Ihr Männer. um was»vir heut' zusammen gekommen sind. Die Lisbeth Faden- Ichneider kann nicht mehr. Was sollen wir machen?" Di« Herren Gcmeinderäte schwiegen still. „Will leiner was reden?" fragte der Bürgermeister. Keiner wollte etlvaS reden. DaS Ortsobcrhnupt kraute sich ob dieses Bescheids hinter den Ohren.„Ja. ja, hm, hm," fing er endlich an.„Ja, ja. hin, hm, was ich sagen wollte, lvcnn niemaud etwas sagt— hm, hm— ich werde halt' doch etwas sagen müssen." Die Gemeindcräte nickte» zu diesen Ausführungen des Orts- oberhauptcs eifrig mit den Köpfen.„. Der Bürgermeister nahm seine Kappe vom Tische, drehte sie zwischen den Fäuste» hin und her und that nach einer kleinen Weile aufS neue de» Mund auf: „Ich Hab' es gesagt. Ihr Männer, die LiSbeth Fadenschneider kann nicbt mehr. Sie ist fertig, und eS bleibt nichts übrig, wir iverden darüber raten iniissen. was z» thun ist in dieser Sache. Will einer der Männer'Iva» reden? will'was sagen. Du hast's Wort, Jakob I" Di Abg. Dr. Pachnicke(frs. Dg): Der Wahlproteft ist der dickste. «mfangreichste, der uns je vorgelegen hat, er ist 1W Seiten stark. Wenn auch nur ein Teil der Protestpunkte sich als richtig erlvcist, so muß die Wahl fiir ungültig erklärt werden. Abg. Kopsch(frs. Vp.): Die Bedeutung dieses Wahlprotests liegt darin. daß durch ihn die Zustände in Pommern endlich einmal beleuchtet»verde». Er»st so umfangreich, daß wenn alle die darin verlangten Zeugenvernehmungen vorgenommen»verde»» sollten, eine Neuwahl vor Äblans der Legislaturperiode doch nicht erfolge» könnte. In diesem Protest ist so ziemlich alles enthalte»»,»vas in das Register der Wahlbeeinflussungen gehört. Die Wahlen in Pommern sind in der That„geheim", denn die Lellte»vissen selbst»»eist nicht, »ven sie wählen, nnd sie ist auch„allgemein", denn die Bauern miiffei» allerdings ga»,z ollgemein unter Führung zur Wahl un»e marschiere»».(Sehr gltt! links.) lim das Wahlgefchäft etwas intereffanter zn machen, hat man die verschiedenartigsten Stimm- zettel von 3 bis 12 Cei»tiineter hergestellt.(Heiterkeit.) Der ganze Bericht entrollt ein trauriges Bild davon,»vie man anf dem Lande darmif ausgeht, den Bauern mit allen Mitteln ihr Wahlrecht zu nehmen. Hoffentlich»vird die Bekaimtgabe des Berichts dazu führen, daß solche Dinge nicht mehr vorkommen.(Bravo! links.) Abg. Spahn(C.) schließt sich dein Kommissionsantrag an. Abg. Gamp(Rp.): Einzelne Wahlbeeinflnffunaen mögen ja bei der Wahl vorgekommen sein, jedenfalls sind Bestechungen nicht vorgekoirnnei».»vie in Breslau, wo Socialdemokratcn fiir 5 Mark Entgelt bei der Landtagswahl freisinnig gestimmt haben.(Unruhe bei' den Socialdemokratcn.) Aus dem Protest allein kann man übrigens nicht schließen, daß die Wahl sich so abgespielt hat,»vie eS dort dargestellt ist. Ich kann aus eigener Beobachtung mitteilen daß in einem Falle die Thasachen vollständig entstellt sind und ich habe die Ueberzengnng, daß eS in vielen Fällen so sein»vird. Abg. Dr. Paöhnicke(frs. Dg.): Wober kommt Herr Gamp zn dieser Neberzengi»ng? Die Wahl- prüftingS-Kominission hat die einzelnen Beschwerden genau geprüft und d-r größte Teil derselben ist bereit» ertviesrn. Abg. Auer(Soc.): Es ist ei» Mißbrauch der Immunität, tvenn man gegenüber Leuten, die sich hier nicht verteidige» können, Beschuldigungen erhebt, Herr Gamp hat meinen Parteigenossen ii» Breslau den Borwnr' gemacht, daß sie sich hätten bestechen lassen. Dagegen erhebe ich Protest und»veise die Verleumdung des Herrn Abgeordneten zurück (Bravo! bei den Socialdemokratei». Unruhe rechts. Glocke des Präsidenten.) Vicepräsident v. Frege: Der Ausdruck„Verleumdung" ist parlamentarisch unzulässig. Abg. Gamp(Rp.) verliest eine Erklärrmg des Abg. de Witt, der ebenfalls von Vor- gängen bei der Bresürner Wahl spricht, die daS politische Scham- gesühl auss gröblichste verletzen. Abg. Singer(Soc,): Diese Aenßernng des Herr»» Abg. de Witt hat mit der Erklärung meines Freundes Auer nichts zn thun. Auer hat nicht bestritten, daß sich Borgänge bei der BreSlmicr Landtagswahl ereignet hätten, wie sie zu der Beailstandung der Wahl durch das preußische Abgeordnetenhaus geführt habe». Auer hat dagegen protestiert, daß Herr Ganip meinen Parteigniosien eine Handlung vorivarf. die sie in den Augen jedes anständigen Menschen verächtlich machen würde. Wenn ich' Herrn Gamp diese- Infi» Nation zurück geben wollte— ich will es nicht— könnte ich»mr sage»», man traut niemand etwas zu. was man nicht selbst zu tlflrn bereit ist, (Bravo! bei den Socialdemokratcn. Unruhe rechts.) Abg. de Witt(G.): Ich habe nicht behauptet, daß die Breslauer Svcialdcmokratcn sich haben verleiten laffe», da ich zu vorsichtig bin, um solche unbt- wieselten Behauptungen aufzustellen. Abg. Gamp(Rp.):\ Ich habe durchaus nicht gesagt, daß sich in ÄrcSlan Leute durch die S oder 6 M.. die sie erhalten haben, bestimmen lassen, gegen ihre Ucberzeugung zu votieren. DaS liegt im Ausdruck„Bestechung" auch gar»ücht dm.(Lache» links.) Ich»viederhole, eS ist mir nicht eingefallen, dem Worte einen schlechten Sinn unterznlcgen. Jakob Bäbbler. ein knorriger alter Bauer mit auffallend langen Armen nnd Beinen, erhob sich', nid sagte:„Nu ja.»ersteht sich,»vir sind ja dafür da. für die alte» Weiber. Was wollen wir machen? Mach' einmal einer einen Vorschlag." „Ja. mach' einmal einer einen Vorschlag." wiederholte der Bürgermeister. „Zim» Beispiel"— mit diesen Worten erhob sich nun ein andrer Genieindcrat, ein schippelrundeS Mämilein mit himmelblanen Knopf- äuglei».„Zum Beispiel, eS irntß etwas geschehen. Ich Hab' sie gesehen und ich»veiß zum Beispiel, daß es so nicht weiter gehe» kann. Aber Iva»? Weim ich zum Beispiel»viißte. daß eS i» der Gemeinde einen gäb'. der sie für ein Geringes zu fich nehnien lvürde, da»viirde ich zum Beispiel sagen: Nimin fiel So mein ich." Der Bürgermeister schüttelte de» Kopf:„Das»vird halt doch nicht gehen, Ehristian,'s nimmt sie keiner. So'ne alte Frau kann lange lebe», und die Geschichte kann uns teuer kommen. Wenn ich eine» Vorschlag mache» soll. so mache ich den: Gebe» wir der LiSbeth halt pro Jahr zehn Thaler— ich denke, dann ist die Sache erledigt. Was meint Ihr dazu?" „Da iverden wir eine Steiler mehr erheben müssen." warf einer der Männer hin. „Hat sich denn die Lisbeth schon selbst um eine Unterstützung an uns gewandt?' fragt ein andrer. „Das hat sie nicht gethan. Bon andrer Seite wurde ich darauf aufinerlfain gemacht." erwiderte der Bürgermeister. „Ich meine," versetzte darauf der Fragesteller,„da sollten wir warten, bsi» sie selbst kommt. Fragen wir sie erst einmal, ob sie einer Unteiftützung bedürftig ist. Dann haben wir immer noch Zeit. etwa» zn beraten und zu beschließen. „Und wenn sie ihrer bedürftig ist, denn kann mm» ihr ja das Häuschen verkaufen. So viel wird dabei herauskommen, daß man die Frau, ohne der Gemeinde eine neue Steuer auflegen z» müssen, erhalten kann. Wa» meint Ihr?" wußte nun noch einer zu sagen. Nach einigem Hin- und Herreden wurde der Beschluß gefaßt. die Witwe LiSbeth Fadenschneidcr solle, fall» sie sich in»virklich traurigen Verhältnissen befinde, ein schriftliches Gesuch mn Unter- stützung an den Gemeinderat einreiche»». Da» Weitere solle dann später besprochen und beschlossen»verde». Die LiSbeth Fadenschneider bekam diesen GenunnderatSbeschluß schriftlich zugestellt. Fürs erste konnte sie nun nicht lese», und als ihr eine NachbarSfrau das Schriftftück plausibel gemachte hatte, da koimte sie nicht schreiben. Sie rief sich deshalb, al» sie noch ein paar Tage gehungert hatte. einen oft an ihrem Häuschen vorbeigehenden Gerickitsvollziehcr in die Stube. Der schrieb ihr i» säuberlicher, stracker Schrei bgehilfcnschrist anf einen Bogen Kanzlcipapier folgende»: „Unterthänigste kromemon» der Witwe Elisabeth Fadenschneider an den hochlöbltchen Geineinderat von Thalkirche». Ich bin siebzig Jahre alt und es fehlt niir an jeglicher Ludiitan?. Sechs Kinder habe ich. die haben nicht»; ein Häuschen habe ich. da» trägt nicht»,»veswegen ich demütigst suxplicire um Suspension seitens des hochlöblichen Gemeinderats. Statt des Namens. Der hochlöbliche Gemewderat kraute fich in den Haaren. Der er Jakob Bäbbler Bürgermeister gab jedem bat Schriftstück der Reihe nach in die Hand. 1 denn er fürchtet« sich, die vier sonderbaren Motte auszusprechen. Abg. v. Stand»)(k.): Ich muß die Anschuldigungen, die der Abg. Pachnicke gegen die konservative Partei erhoben hat, auf das energischstte zurücklveisen. Da» Austreten»ncincr Partei bei den Wahlen ist eher noch nicht energisch genug. Darauf schließt die Diskussion. Da» Hans beschließt gemäß dem Antrag der Kommission die Wahl deS Abg. Will zu beanstanden. Die Wahl des Abg. S t ö ck e r(k.)[1. Arnsberg) wird für gültig erklärt. Die Wahlen der Abgg. Baron de S ch n» i d(tvildk.) �12. Elsaß- Lothringen) und Dr. H ä n e l(frs. Vg.)(7. SchleSwig-Holstcin) Iverden beanstandet, ebenso die Wahl des Abg. Fürst zu Inn- und K« y p haus e n(k.) sl. Hannover). Die Wahl deS Abg. Harriehausen(11. Hannover; bei keiner Fraktion) beantragt die Konimission fiir ungültig zu er- klären, weil nnznläsfige Agitattonen ans die Äncgcrvereine aus- geübt sind. Abg. Dr. Arendt(Rp.) beantragt den Antrag der Wahlpriisungs- kommission abzulehnen uud die Gültigkeit der Wahl zu beschließen. Das Haus beschließt dem Antrag der Koinmission gemäß gegen die Stimmen der Konservativen und Reichspattci die Wahl für ungiiltig zu erklären. Die Wahl des Abg. Graf MagniS(G.)[11. Breslau) wird für gültig erklärt, doch sollen einzelne Protestpnnkte der Regierung zur Kenntnisnahme übermittelt»verde». Für gültig»verde» auch die Wahlen der Abgg. Hasse(natl.) und Dietrich(k.) erklätt. Bei der Wahl des Abg. Dr. Ztvick(6 Berlin) beantragt die K o m n» i s s i o i» Betvciscrhebuugen. Abg. Fischbeck(frs. Vp.) meint, daß die verschiedenen Angaben des Proteste» so unerheblich seien, daß Beweiserhebungen gar nicht nötig»vüre». Insbesondere sei unerheblich, ob in einem Wahlbezirl die Wahlhandlung durch den Vorsitzenden eröffnet sei oder nicht. Abg. Singer(Soc.) Man kann der WahlprüstingSkomlnission durchaus»ncht einen Vorwurf daraus machen, daß sie BetveiSerhebunge» vornimmt. In dein einen Bezirk liegt das Stimmenverhältnis so, daß wenn, wie es»vahrscheinlich ist, die betreffende Wahl kassiert»vird, das Gesamt- Stimmenverhältnis sich zu Gunsteii deS Genossen Robert Schmidt verschiebt. Es ist durchaus falsch, daß es unerheblich sei, ob der Lorsteher die Wahlhandlung eröffnet habe oder nicht. Die Art der Eröffnnng ist durch das Wahlreglement bestiinmt. Ucbrigens kann ich Herrn Fischbeck mitteilen, daß der Vorsteher des freisinnigen Wahlvereins in Berlin V erklärt hat, daß er die betr. Wahl nicht eröffnet habe. Abg. Spahn(G.) verteidigt den Beschluß der Konmiission. Das Haus beschließt dem Antrag der Kommission g e in ä ß. Auch über die Wahl des Abg. Frhrn. v. Stumm(Rp.) beschließt daS Hans dem Kominissionsautrage gemäß Beweiserhebungen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung Mitttvoch 1 Uhr(1. Beratung deS von den Abgg. Miiller-Fulda ni u n g e n über die Höhe der landwirt- schaftlichen Zollsätze könnten erst nach Beendigung der Vorarbeiten getroffen werden.(Diese offizielle Erklärung deckt sich im wesent- lichen nnt der von dem Schatzsekretär in der vorigen Sitzung ab- gegebenen persönlichen Erklärung.) Abg. Müllrr-Fulda(C.) ist mit dieser Erklärung wenig zu- frieden, zumal dadurch die Frage der Leutcnot nicht geklärt worden sei. In den Kreisen seiner schlesischen FraktionSgcnossen herrsche Sorge und Erbitterung über die Maßregel» des preußi- scheu S t a a t s m i n i st e r i'u m S, welches jlavische Arbeitskräfte nicht zulasse, ja sogar ausweise. Seine politischen Freunde legten großen Wert auf die Klärung der landwirtschaftliche» Arbeiter- frage. In der Leuteuot erblicken sie eine ernste Gefahr für die Landwirtschaft, ein Teil des Centrums würde daher gegen die Flotten vorläge sein, wen» die Maß- regelungen fremder landwirtschaftlicher Arbeiter nicht miter- bleiben. Abgeordneter Frese(freisinnige Vereinigung) bedauert als grundsätzlicher Gegner der Erhöhung der Getreidezölle, die vom Schatzsckretär abgegebene Erklärung. Abg. v. Kardorff(Rp.l bestätigt aus eigner Anschauung die bestehende Land- orbeitcrnot in Schlesien. Abgeordneter Gröber(C.) und Abg. Graf Kliurkowström(k.) sprechen sich ähnlich ans. Abg. Szmnla(C.) giebt eingehende Darlegungen über den landwirtschaft- lichen Arbeiternlangel in Schlesien. Er äußert den Verdacht, daß bei Zulassung fremder Arbeiter in einzelnen Fällen konfessionelle Rücksichten maßgebend gewesen seien. Abg. Graf Arnim(Rp.): DaS beste Mittel gegen die Leuteuot fei die Erschwerung der Abwanderung in die Städte, indem man den Nachweis der vorhandeucn Arbeitsgelegenheit, der Woh- nung je. verlange. So wichtig aber auch die Arbeiterfrage sei, man dürfe von deren Lösung nicht die Annahme oder Ablehnung der Flotteuvorlage abhängig mache». Abg. Graf Stollderg(k.): Der Grund der Abwanderung der landwirtschaftlichen Arbeiter in die Städte liege darin,' daß die auf Kosten der Land- ivirtschaft bevorzugte Industrie höhere Löhne zahlen könne. Zur Hebung der Leutenot sei eine ganze Reihe kombi- nierter Maßregeln erforderlich, ein Haüptniittel sei die Ab- Änderung des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz. Abgeordneter Dr. Haffe(natl.) erkennt die Lentenot an, legt jedoch Verivahrung ein gegen die Behauptung des Abg. Szmula, das einzige Hilfsmittel sei die' Oeffimng der Grenzen„ohne Rücksicht auf die sogenannte Nationalität". Dieses Hilfsmittel bedeute die Gefahr, das Deutsche Reich zu einem vielsprachigen Bölkerstaat zu machen. Ab- geordneter Richter: Es ist interessant, wie jetzt allerlei ganz außerhalb des Flottcngcsctzes stehende Materien heran- gezogen werden. DaS werden wir uns für die Zukunft merke». Was Graf Arnim will, das ist der alte feudale Wunsch, die Arbeiter au die Scholle zu fesseln. AIS Vorwand nimmt man das angebliche Interesse der Arbeiter selbst; der ivahre Grund ist, daß man die Arbeiter fesseln und ihnen Bcdiugmigcn aufzwingen will, die sie nicht ivollcn. Abg. Bebel: Es war ja zu erwarten.' daß die Herren auf dem Lande die'Geduld verlieren würden. Ausfällig ist nur, daß eS nicht schon läugst geschehe», denn die frühere Militärvorlage entzog weit inchr junge' Leute der ländlichen Arbeit als diese Flotten- vorläge. Bald' wollen Sie wieder die 7000 Mann für das Heer bewilligen.(Widerspruch des Abg. Gröben Umfang" m,genom>neii: „Die Lokale, in denen am Vormittag Versammlungen von Gc- werkschaften abgehalten ivurden,»varen durchweg gut besncht. Dort, wo bekannte socialistische Parteiführer sprachen, herrschte ein sehr starker Andrang. Die Zahl der Teilnehmer an den Kestveraiistaltiiiigei» wird mif über 40000 geschätzt; mit den Besuchern der Parteifestlich- leiten, die am Nachmittag und Abend vor sich gehen, dürfte die Zahl mehr als 100 000 betragen." Unsre Leser sehen, daß es auch der bürgerlichen Presse nicht mehr gut möglich ist, den Festtag der Arbeit als etwas Gleich- gültiges zn behandeln. Die Maifeier wird sich weiter Bahn breche» und allmählich werden auch die ärgsten Scharfmacher genötigt sein, sie anzuerkennen. Baron Moriv von Cohn, der langjährige Bankier des Kaisers Wilhelm I., ist in der Nacht zum 1. Mai 88 Jahre alt in Dcff'air gestorben. Wilhelm I. hatte seiiiem Bankier viel zu danken. Nicht allein daß dieser mit dem ihm anvertrauten Pfunde wacker wucherte, half der klug rechnende Israelit schon 1848 dem damaligen Prinzen von Preußen bei der Flucht nach England brav mit den nötigen Geldmitteln aus. Sehr betreten tvar Herr v. Cohn, als beim Tode des Kaisers 1883 das Ministerium recht bureaukratisch mit ihm ver- nhr. Der„Berl. Börsen-Conrier" hebt an dem Verstorbenen noch hervor, daß er zu einer hiesigen Künstlerin in nahen Beziehungen gestanden habe, die durch das Alter deS BaronS schon dem niedrigen Klatsch entrückt waren. Ein Diebesnest ist gestern in den, vom Direktor Gchnmam» kürzlich verlasienen Cirkus Renz entdeckt und ausgehoben worden. In der unter dem Cirkus gelegenen Tmmclivirtschasr wurde» in der letzten Zeit allnächtlich Diebstähle an Speisen. Getränken und andren Gcnnßmitteln verübt. Schon lenkte sich der Verdacht auf das Haus- personal, als auf eine eigne Art die wirklichen Diebe entdeckt wurden. De»»» Hausmeister Saalmami, der jetzt den Cirkus bcanf- sichtigt und die darin zmückgebliebene» Kamele füttert, fiel eS schon einige Tage ans, daß sein Hund nicht zn beruhigen lvar,»vem» er bei Tag oder bei Nacht mit ih»»» den CirknS betrat. Als er gestern mittag etwas früher als gewöhnlich die Kainele füttern ging. schlug der Hund gleich wieder an. Er sah mm noch,»vie cii» Man» auf der Galerie über eine» Verschlag hinwegsetzte und dam» verschwand. Der Hund stellte de», Eindringling, der sich lang hin- gelegt hatte. Da aber Herr Saalmann keinerlei Waffe bei sich hatte, so hielt er es für gerate», erst Hilfe zu holen, bevor n weiteres unternahm. Er lief rasch zu seiner Frau, und diese rief zwei Schutzmänner. AIS mal» aber nun den Cirkus absuchte, warder Man» nicht mehr zu finden. Der Hausmeister verschloß mm sämtliche Thüren und unternahm dann nachmittags mit Hilfe des BnffeticrS und einiger Kellner ans dem Tnunel sowie eines Kriminalbeamten vom fünftel» Revier noch einmal eine Durchslichnng aller Räume, wobei zwei Hunde führten. Diese blieben schließlich vor einem großen Wasserbehälter hinter der Gallerte stchei» und waren nicht mehr von der Stelle zu bringen. In den» Behälter selbst war nichts zu finden. Der Kriminalbeamte entdeckte aber eine Leiter, die hinter dein Be- Hölter in ein Versteck hinabführte. Hier fand er denn auch den gesuchten Mann, der sich in die äußerste Ecke verkrochen hr.i'a und mm ruhig abwartete, was mit ihm geschehen»verde. Der Beamte erkannte in dem Erwischten einen gewissen Hoppe»vieder, mit dem er schon früher zu thun gehabt hatte. Dieser wollte von den Diebstählen nichts wissen und behauptete auch, daß er erst eine Nacht im Cirkus gewesen sei. Das glaubt»hm aber niemand. Ebenso wenig glaub- würdig ist, daß er allein in dem Nest gewesen sei. Denn man fand ein größeres Lager, das sich die Spitzbuben aus Pferde- decken und znrückgebliebenei» Garderobestücken zurechtgemacht hatte ,.; Eingedningeii waren sie zunächst durch ein offenes Stallfenstcr. Däiii» batten sie mit einem Nachschlüssel alle Jimenräume und auch die Thüren zum Tunnel geöffnet, aus dem sie nach Bedarf Weine. Coguac, Brot, Butter, Cigarren»e. mitnahmen. Hoppe»vurde vom Revier der Kriminalpolizei zugeführt. Zum Konitzcr Mord. Bekanntmachungen, welche auf die Entdeckung des Mörders 20 000 M. aussetzen, süid auf Veranlassung des Ministers auch in Berlin an den Anschlagsäulen veröffentlicht worden. Zn Belohnungen für diejenigen Persoiien, welche sonst durch ihre Angaben zur Anskläruiig des Verbrechens oder zur Er- greiftlng des oder der Mörder, insbesondre auch für diejenigen, welche Kleidungsstücke usw. oder Leichenteile des Ermordeten ans- finden, stehen weitere 6000 M. zur Verfügung. Wege» Mordversuchs»vurde gestern der in der Admiralstr. 21 wohnende Handelsmann Ridetzke in Haft genommen. R. ist ein dem Trünke ergebener Mann und lebte»nit seiner Frau seit längerer Zeit in Uiifrieden. Frau R. unternahm vor 14 Tagen einen Selbsi nord- vorsnch, indein sie Schwefelsäure trank, wurde jedoch im Krankenhaus Am Urban wieder hergestellt und am Sonnabend von dort entlassen. Am Sonntag mißhandelte R. seine Frau wieder in brutaler Weise und sie beschloß, fich von ihre»» Mann zu trennen. Sie saildte zu dem in derselveu Straße tvohneiiden Klempner H.. dem eine Schwester der R. die Wirtschaft besorgt, und H. begab sich in die Ridetzkesche Wohnung, un» den Handelsinann zu beruhigen. Der Er- regte wies jedoch den Klempner hinaus, folgte»hm" bis auf die Treppe und feuerte auf den Nichtsahnenden einen Revolverschuß ab. Die Kugel verfehlte jedoch glücklicherweise ihr Ziel. H. erstattete Anzeige bei der Polizei, welche die Verhaftung des Ridetzke vornahm und ihn gestern in das Untersuchungsgefängnis überführte. Zu der Mitteilung über die Exmission niit den traurigen Folgen, die wir gesten» brachte», schreibt uns der Rechtsanwalt Dr. Grünberg: Die Exmission ist nicht wegen 8 M.. sondern wegen 23 M. RestinictSzins für Febrliar und März am 26. März erfolg». nachdem die Verurteilimg bereits am 17. März von, kgl. AintSgericht ausgesprochen war; Mieter hatte also hinreichend Zeit, um sich andre Mietsräume zu verschaffen, und kam ihm die Exmission nicht uncrwartet. Die Exmission ist nicht abci,ds, sondern nachmittags 5 Uhr erfolgt, und ist eS nicht Schuld der Eigeuthünler, wenn Mieter sich mit seinen Kiuden» um 1 Uhr nachts nach Weiße»,- see begicbt. Der Domstifts-Kandidat Herrmann»st allerdings Mit- cigentümer des fraglichen HauscZ, jedoch ist derselbe nicht als' Kläger aufgetretei», hat vielmehr von der Führung des ExinissionsprozeffcS keine Kenntnis, auch haben sich die Mostardschen Eheleute nicht etwa, Fristgewähnlug nachsuchend, an ihn gewandt. Der neueste Rattoualfesttag und Herr Bertram. Durch die städtische S ch u I d e p n t a t i o u»st an die Lehrerschaft der Gemeindeschnlen, städtischen Gymnasien und Realschulen eine Ver- fügung erlassen, durch welckie die Lehrer angewiesen werden, aus Anlaß der Großjährigkeitserklärung unsres Kronprinzen bei geeigneter Gelegenheit die Schüler auf die Bedeutung dieses Ereignisses aufmerksam zn machen. Es mag schon einige Vorbereitung er- fordern, den Kinder» die Bedeutiing dieses Ereignisses auseinander zu setze». Zwei schwere Unfälle ans der Gtraßenbah»», von denen einer aiif der Stelle zum Tode führte, habe» sich gestern abend im Tiergarten ereignet. Der 30 Jahre alte Maurer August Podzuareck ails der Wicnerstr. 12, wollte an» Großen Stern nm OVa /Uhr auf einen Kraftwagen der Linie Straßenbahnhof Charlottenburg-Kupfcrgraben aufspringen, nachdem er sich schon in Beivegnng gesetzt hatte, trat fehl, wurde durch die Gewalt der Bewegung vom Trittbrett geschleudert und kam so miglücklsch zu Falle. daß er unter de» Anhänge- wagen geriet, dessen Rüder ihm den Kops zennalmten. Als ein Arzt vo» der Rettungswache in der Altona erftraße aukorm,'var der Verunglückte bereits tot. Die Leiche»vurde»ach der Schau- Hause gebracht. Dreiviertel Stunden später ereignete sph der zwxitc Unfall am Brandenburger Thor. Hier venmglückte■; Kanf- »»arm Theodor Küster, Vertreter des Eiscnbahiiinontierui sepots Mohr u. Speyer in der Jägerstraßc 14. bei»» Absprim i» von einem elektrischen Wagen vor der Haltestelle. Küster fielch n und schlug mit dem Hinterkopf so heftig auf, daß er sich eine» �ffeilde Wunde und eine Gehirnerschütterung zuzog. Er»vurde ig" einer Droschke nach der Unfallstation in der Kroncnstraße und r dort mit einem Koppschen Rettungswagen nach dem Krankcnh.�s am Urban gebracht. � AlS Leiche wiedergefunden worden»st gestern der Ic�ti Jahr alte Gemeiiideschülcr Walthcr Paul, ein Sohn des Böttchei NeisterS Paul aus der Linkstr. 20. Der Knabe besuchte am erste'�tOstcr- feiertag»»ittags den Kindcrgottcsdicnst in der Matt ikirche und kehrte nicht wieder nach Hause zurück. Der j�otteS- dienst war um 1�4 Uhr zu Ende. Die Nachforschmigei» gsgabe»?/ daß Paul um 2-/2 Uhr an, Lützownfer gcschei, wurde. Bekannten Knabe» sagte er dort, daß er etwas„bummeln"»volle. Von da an fehlte jede Spur, bis gestern Schiffer die Leiche dcS Vennißten an der»mteren Frciarche im Landwehrkanal landeten. Spuren änßeter Verletzungen sind an ihr nicht vorhanden. Da weder zu Hause noch in der Schule etwas vorgekommen war, so muß man annehnjen, daß der Knabe durch Unvorsichtigkeit verungliickt ist.'j Im Victoria- Theater ist gestem eine plattde.»tsch« Gesellschaft aufgetreten. Das Publikum nahm nur ff ärlichen Anteil an diesem Ereignis; kauin, daß sich ein dutzend Park, ttreihen notdürftig besetzt fände». Immerhin lohnt sich für Freunde der plattdenticheii Sprache der Besuch. Sind auch einige tter Mit- wirkende» nur mittelmäßige Künstler, so wird der Wert des Gast- ipiels doch durch eine Dame erhöht, die. an sich schon im Fach der komischen Alten tüchtig, die eigentümliche Specialität Hamburger Bürgcrfrauci» geradezu vortresflich darstellt. Neben dieser Künstlerti», Frau Agt e. ist Herr S a n d c r sowie Frl. M e tz zu ncime». Ueber die beiden Liistspielc, welche von der Gesellschast gegeben werden, läßt sich nicht viel sage». Der Einakter„Tante Lotte", von JuliuS S t i n d e geschrieben, ist eine drollige Schnurre mit hanS- backener Moral, und bringt das Hamburger Lokalkolorit in der Titelrolle wie»i» der Figur des Käsehökers vortrefflich zum Ans- druck. Der Dreiakter„Familie Buch holz" scheint unS der Abklatsch irgend einer Berliner VerwcchslimgSposse zu seü». A»S de» Nachbarorten. Waldbrand. In der Nähe des durch den Jänickeschci, Giftmord dckaynt gewordenen TcnfelsccS bei Potsdam hat am Sonntag- nachmittag ein Waldbrand über 100 Morgen Unterholz eingeäschert. Aus AdlerShof wird berichtet: Am Maitage wurde der ans Anlaß des Lutzeschcn Streiks verurteilte Tischler Triebs. der Frei- heil; wiedergegeben. Etwa 300 Teilnehmer der Gewerkschafts- Versammlung, unter denen sich viele Sänger befanden, cnipfiiigci» den Parteigenoffeu bei der Ankunft auf dem Bahnhof mit kräftigem Hoch und San'grsgruß. Uiir de« Jnlialt der Jnseraic «ber«Immt die Redatiion dru, Publikum gegenüber keiniirlci PerantUiortuiig. Mittwoch, den 2. 2R a t. cperuhnuS. D'« Hftifauedn. An- , fang 7'/. Uhr, Schaiispielbans. Jugend von heute. Ansang 7l/i Uhr. Deutsches. Gespenster. Anfang ?>/- Udr. Sessing. Morituri. Anfang 7l/z Uhr. Berliner. Ueder unsre Kraft. An- sang 7»/, Uhr. Neues. Im Exil. Anfang 7l/z Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Ansang 7t/z Uhr. LSrste». Die Geisha. Anfang ?'/- Uhr. Schiller. Macbeth. Anfang S Uhr. IlmTiiu Geschlossen. Luise». Der Erbförster. Anfana 8 Uhr Central. Berlin nach Elf. Anfang 8 Uhr. BcNe-Sllliance.§ 184. Anfana 8 Uhr. Carl Weist. Der Minculimig von TranSvaal. Anfang 8 Uhr. Victoria. Familie Bnchholz. Vor- Tante Lotte. Anfang »er: 8 Uhr. Friedrich '' Meyer i WilhelmstadtischeS. auf der Pariser Well- Ausstellung. Anfang 8 Uhr. Metrvpol. SpecjalitätenvorsteMmg Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. Apollo. Svecialilälen- Vorstellnng. Im Reiche des Jndra. Ansang 8 Uhr. Palast. Specialitäten- Vorstellung. Eine alle Geschichte. Ansang 8 Uhr. Nelchsftalle». Stettlner Säuger. Anfang 8 Uhr. Passagr. Paiioplikniu. Specials- täteu-Vorftclluug. Urania. Juvalideusir. l»7/«L. Täglich abends von S— 10 llhr� Stertzivarte. Daiibrnstrafte 48/4». Abend? 8 Uhr(im Theatersaal)„Bon den Alpen zum Vesuv" Nachm. S Uhr! Dasselbe.(Er- mäßigte Preise.) SlhillkrThtiittr (rSallner- Theater». Mittwoch, abends 8 Uhr: Zllardetd. Tranerwick in 5 Allen PTO 22, Zhakelpeare. übersetzt von r tzr. Slbillcr. Donner» tag, abends 3 Uhr: Brand. Freitag, abends 8 Uhr: B«r arrdrsolien« lirnw. •-■ Hierauf r- Amphltryon. Holzarbeiter-Verband Schöneberg. Donnerstag. 3. Mai. abends 8V> Uhr, bei Obst, Grunewaldstr. 10: G eiicral- Versa in in lung-. Tagesordnung: 1. Abrechnung und'Anschliist au Berlin. 2. Bericht von» VcrbandStag. Ble ttrt«vem'altiinx. Schweizer Garten Am llSnigitboe.— deden Haltestelle der Ringbahn.— Am?rlollrlodedaln. vt.nnkt.n. lZro88ez von der Hauskapelle Ul»d f446lL* LplligliMen-Voi'stöllung. Volksbelltstigttttgen I Jw grosten Saal aller Art. Iieii:iii. Neu! 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Die Preise sind billig nnd fest, und wird Nicht konvenierendes bereitwilligst umgetauscht."9(2 In der sich den Verkaufsräumen unmittelbar anschliessenden, durch riesige Glaswände getrennten Fabrik sieht man das Arbeiten der durch zwei elektrische Kraftmotoren betriebenen Maschinen neuester Konstruktion, welche zur Herstellung von Goldschnmck- waren dienen. Für den Einzelverkauf sind die Eingänge A und B reserviert. Ooldwaren- Industrie Belmonte&€ie, Königstrasse 46. Komplette Garnitaren(Anm band. Breche, Ohrringe) in Gold von 25 M. an, in Goldpiated la v. 7-12 M. Arbeiter Von beu yinftcriuntbcr GigavrcnfaBritrmtcu hoben bic nochfolgenben bic SoSmovbcnmncn bet Arbeiter bewilligt: H. Sporn. Dietrich(Hanisch Nacht). K. Weigal. R. Klähre. W. Enlgk. 0. Wessly. R. Relnlke. C. Franr. F. König. H. Müller. A. Kurras. Die»oinuiifHo« ber Berliner Tabakarbeitcr. ä Mir-. 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Julius Lindenbaum Grosse Frankfnrterstr. 141, BERLIN O., Grosse Frankfurterstr. 141, Eckhaus der Fruchtstrasse. 8W 8 grosse Scheufenster, IS Bogenlampen, tegeshelle elektrische Beleuchtung."VS EekhauB der FruChtStraSSO. Grösstes Etablissement der Bezirke Ost, Nordost nnd Südost für 8231L* Herren- und IC naben-Bekleidung. , Sämtliche Sport-«. Jagd-Artikel. onmB,. «4Mftiae*Palel0 w B e!- u f s k I e i d« n gT-m mmer-Aü2Uae �.... Sneciaütäti lüassanferiBaunao"* Reelle billigste Preise. 7.gieHliligd.4.Klilsse20S.Kal.Preiif!.Lotterit. «an» Mai 1900, uormittagg. 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