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HKtoöer. 1873. -chwiudel und Staatshilfe. �'» ml) gel' \m ml ng )■ Dir Leser des Volksstaat"«erden sich des famosen österrei- iifch'fcelgifchen Schwindler« Langrand erinnern, der vor einigen pc- fahren rie unheilige, heidnische und jüdische Spekulation zu„chri- tigi stianisiren" suchte, und dessen christlich-religiöser Schwindel schließlich £c' so unverschämt wurde, daß die Gerichte einschreiten mußten. Ein Abbild diese« Laugraud treibt seit einiger Zeit im„Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" sein Wesen; das Publikum im Ramen der Religion plündernd, die Beutelschneiderei en gp-os unter dt« Teckmantel des Christenthums und der Philanthropie prakti- zirend— kurz, ein richtiger Langrand, nur aus dem Katholischen w'z Protestantische übersetzt. Aber die protestantische Copie ist Slücklicher als daS katholische Original. Gegen den neuen Lan- m Stand ist noch kein Gericht eingeschritten und wird auch kcins j einschreiten— in Berlin gibt e« zwar„Richter", aber nicht für -—1 die Strousberge der verschiedenen Confessionen. Eingeschritten ist M allerdings worden, und zwar„von Oben her", von Staatswegen, aber nicht um den Betjäger in'S Zuchthau« zu bringen, sondern um ihm die Fortsetzung seiner frommen Beutelschnei- der ei zu ermöglichen! Ter Betreffende ist nämlich von den wodischen„Krachs" nicht verschont geblieben; die christliche„Blase" war schon mehrmals auf dem Punkte, zu platzen, und nur durch die„StaatShilfe" des christlichen Staats konnte die Katastrophe abgewendet werdeni Toch betrachten wir uns den Mann etwas wo."iiher. Vor einigen Wochen, als ihm die erste„StaatShilfe" zu Theil ward, widmete die„Frankfurter Zeitung" dem Hrn. Quistorp — so nennt sich der bibelfeste Schwindelpatron— folgenden Steck» crief; „(Ein neuer Langrand). Es ist eine unangenehme Pflicht str den Publizisten, in dieser Zeit de« allgemeinen Mißtrauens und der Entwerchung noch Steine auf einzelne Anstalten oder Personen werfen zu müssen. Unsere Leser werden uns jedoch das �eugniß nicht versagen können, daß wir in dieser Beziehung das Uchtige Maß eingehalten haben. Wir haben lange und oft genug und zu rechter Zeit vor der nun seit Monaten wüthenden Börsen- krisis gewarnt. Wir haben dagegen, seitdem die Krisis eingetreten ist, nichts unterlassen, um die Kapitalisten aufzuklären und zu be- ruhigen, da wo wir es mit gutem Gewissen thun konnten. Wenn wir uns heute gezwungen sehen, auch in ungünstiger Zeit einmal von dem Rechte der Kritik ausgiebigen Gebrauch zu machen, so geschieht das nur in der Ueberzeugung, daß eine wirkliche Besse- rung der jetzigen Verhältnisse erst dann eintreten kann, wenn daS Publikum gelernt haben wird, strenge zu scheiden, das waS in sich gesund und lebensfähig, von dem was faul und schwindelhaft ist. Sind eS ja doch die leichtfertig angelegten und noch leichtfertiger verwalteten Anstalten, welche durch ihre fortwährenden Geldver- iegeuheiten bisher einer Wiederherstellung des tief gesunkenen Ver- stet trauenS im Wege standen, wozu sonst alle Vorbedingungen vor- ich Händen sind. Zu den zweifelhaftesten Gesellschaften dieser Art st»! gehört der Quistorp'sche E'entralbauverein in Berlin, dessen Rech- kr- nungSabschluß vor einigen Tagen veröffentlicht worden ist. Die I Berliner Blätter haben dieses Aktenstück meist stillschweigend mit- � getheilt, oder sie haben es sogar noch mit einigen beruhigenden sstei rnii iten rar au liti»! affk N)!; Mi Ii' io- Phrasen begleitet. Einen richtigeren Blick hat die' Berliner Börse flizeigt, indem die Aktien seit dem Erscheinen des Berichts vom 19. Juli bis zum 27. Juli von 107'/, auf 59 heruntergingen, ein Beweis wie gering(?) der Einfluß der Presse ist, wenn die- c1' selbe nicht nach allen Seiten hin ihre volle Schuldigkeit thut. ei- Herr Quistorp selbst hat eine weniger günstige Meinung von sei- uem Centralbauverein als die Berliner Blätter an den Tag gehegt. Er hielt e« wenigstens für angezeigt, mit einem Rechlferti- ri' gungSvcrsuch seiner Geschäftsleitung vor daS Publikum zu treten. Derselbe ist in einem„An unsere Herren Aklionäre" gerichteten '» Circular veröffentlicht worden. DaS Circular erinnert lebhast an die in ähnlicher Lage veröffentlichten Schriftstücke Langrand-Du- wvnceau's, für deren Anfertigung er bekanntlich einem„Professor" i» Hunderttausend Franken jährlich bezahlte. Herr Quistorp erklärt, U daß der Centralbauverein eine„Culturaufgabe" zu lösen über- vrmmen habe, welche darin besteht, eine Wohnungsreform auf ja' Grundlage der Eiuzelwohnung anzubahnen. Auch Herr Langrand »'' hatte beständig Culturaufgaben zu lösen; e« ist bekannt, mit wel- chem Erfolg er dieS gethan hat. Ter deutsche Centralbauverein des Herrn Quistorp hatte ursprünglich als Genossenschaft nach tri der englischen Benefit building societies seine Thätigkeit begonnen. Bald wurde jedoch dieses System verlassen und der Verein in eine Aktiengesellschaft mit einem Kapitale von 1,200,000 Thaler umgewandelt. Mit diesem mäßigen Kapitale bürdete Herr Quistorp der Gesellschaft im Laufe eines einzigen Jahre« Lasten auf, zu deren gänzlicher Durchführung kaum da« zehnfache Kapital ausgereicht haben würde. Er erwarb zu„civilen Preisen" eine große Menge von Bauterrain in und um Berlin, in Magdeburg, Bad Eimen und Thale, ein halb Dutzend Ziegeleien, ferner Ofen- kabriken, Kalkbrennereien, Stuck- und Cementfabriken, errichtete *me Baufastorei in Wolgast und legte eine GaSfabrik für die Stadt Wolgast an. Alle diese Unternehmungen, welche zum Theil ahne jeden inneren Zusammenhang sind, wurden innerhalb Jahres- >r>st unternommen. Nach der Bilanz vom 15. Juli hatte die Ge- 'risschaft sjir ca. 4,000,000 Thlr. Grundstücke, industrielle Unter- uehmungen, angefangene Bauten, alles mit einem Aktienkapitale �an 1,200,000 Thlr., welches das einzige unkündbare Pafsivum ber Bilanz ist. Ten Rest......» Gesellschaft an verschieden Hypotheken, welche aus 'asten, sind in der Bilanz Passivum figuriren, sondern unter den Aktiven von dem Werthe eineS jeden Objekt« abgezogen sind. 600,000 Thlr. Hypotheken- Pfandbriefe, gegen welche ebensoviel Hypotheken als Unterpfand im Portefeuille sind, bringen wir als durchlaufende Posten nicht in Anschlag, obwohl auch diese Angelegenheit nicht völlig klargestellt ist. Den Rest von ca. 1,800,000 Thlr. schuldet der Bauverein einfach gegen Accepte oder in Contocorrent meist an die verschie- denen anderen Ouistorp'scheu Anstalten. Wir haben nicht noth- wendig, auf den Werth oder Uuwerth der einzelnen Aktivposten einzugehen. Wir halten uns an die Thatsache, daß die Aktien- gesellschast allen Grundsätzen kaufmännischer Verwaltung Hohn gesprochen hat, indem sie den 3-fachen Betrag des Aktienkapitals auf lange Jahre hinaus festgelegt hat und den Mehrbetrag in laufender Rechnung schuldet. Man ftihrt zwar zur Rechtfertigung dieses beispiellosen Schwindels an, daß die Hauptgläubiger Herr Quistorp selbst oder seine anderen Institute seien, und daß die- selben dem Centralbauverein die Gelder sobold nicht kündigen würden. LuculluS speist bei Lucullus, Herr Quistorp borgt bei Herrn Quistorp, und bedankt sich in.seinem Circular selbst für die Hülfe, welche er seinem eigenen Bauverein geleistet hat. Die Sache hätte somit auch ihre komische Seite, wenn wir nicht gleich- zeitig erfahren würden, daß die preußische Bank oder du Seehandlung demselben Herrn Quistorp soeben eine Million Thaler vorgeschossen hat, jedoch erst, nachdem der neue Langrand mit der Einstellung aller seiner Bauten gedroht hatte. Herr Quistorp hat bekanntlich außer dem Centralbauverein noch viele andere Unternehmungen, unter denen gar manä>es für ein Jahrzehnt al« Zukunftsmusik zu betrachten ist, wie z. B. das Frankfurter Westend. Den kolossalen Verbindlichkeiten gegenüber, welche dieser Mann sich aufgeladen hat,„um eine Culturftage zu lösen", dürste die Million der preußischen Bank wirken, wie ein Tropfen ans einen heißen Stein. Als Curiosum erwähnen wir zum Schlüsse noch, daß dieses Muster einer Bilanz, welche der Centralbauverein erstattet hat, damit abschließt, den Attionären 19 pCt. Dividende, dem Vorstande 50,400 Thlr. Tantiemen zu- zuweisen.— Alles mit einem baaren Kassenbestande von 2139 Thlr. 8 Sgr. 4 Pfg. Das ist da« ganze flüssige Vermögen des Centtalbauvereins. Wir dürfen wohl nach dieser Darlegung die Frage auswerfen: Welches Urtheil würde eine Jury von Kauf- leuten über die' Verwaltung des Centralbauverein« auf Grundlage der Bilanz des ersten Geschäftsjahres fällen? Die Antwort möge sich jeder Leser selbst geben. Der Ausgang, welchen diese scanda- löse Wirthschast ttotz aller Reklame nnd künstlichen Manipulationen nehmen wird und muß, ist für jeden halbwegs Unbefangenen zweifellos. Das Publikum möge auf seiner Hut sein." Obiger Steckbrief wurde kurz nach dem Wiener„Krach" ge- schrieben. Seitdem ist der amerikanische„Krach" gekommen und mit ihm für Ehren-Quistorp neue Schwulitäten, neue— Staatshilfe. Natürlich, wozu haben wir denn eine„Regierung der ehrlichen Leute"? „Aus Berlin wird uns bestätigt," schreibt die„Frankfurter Zeitung" unterm 27. September,„daß die preußische Bank und die Seehandlung, in der Ueberzeugung, daß sie bei einer Rückfor- derung ihrer Guthaben doch momentan nichts erhalten würden, in eine Prolongation und sogar noch Ausdehnung ihrer Dar- lehen gewilligt haben. Die Berliner Blätter behandeln die ganze Angelegenheit immer noch mit Sammtpfoten. Der„Börsen- courier" spricht von einer„Intervention von dritter Seite". Daß Herr Quistorp sich hoher Protektionen erfteut,� ist längst bekannt. Schon bei deni ersten ihm bewilligten Vorschusse hat eine in Char- lottenburg wohnhafte hochgestellte Dame intervenirt. Um einer Erneuerung des Quistorp'fchen„Krachs" möglichst vorzubeugen, hat die preußische Bank sich von jetzt an eine Conttole der Qui- storp'schen Anstalten vorbehalten. Es ist ein Mitglied des Haus>t- bankdirektoriums dazu dengnirt, darüber zu wachen, daß keine neuen Engagements eingegangen und die vorhandenen Aktiva nach Thunlichkeit, indeß ohne Beeinträchtigung des Geschäfts, realisirt werden. Gleichzeitig wird uns geschrieben, daß die preußische Bank auf alle Quistorp'fchen Realitäten hypothekarische Eintragungen hat bewerkstelligen lassen. Als eine dieser Eintragungen im Betrage von 700,000 Thlr. bei der Hypothekenbehörde angemeldet werden sollte, ttaf es sich gerade, daß ein ftüherer Theilhaber deS West- ends, Herr W., eine Stunde vorher 300,000 Thlr. angemeldet hatte. Eine Realisation der Ouistorp'schen Realitäten und bau- lichen Unternehmungen dürste nur mit kolossalen Verlusten und nach einer langen Reihe von Jahren bewerkstelligt werden können. Bis dahin würden die enormen Zinsen, welche alljährlich zu ent- richten sind, in keinem Falle zu erschwingen fern. Unbegreiflich ist eS uns, wie heute noch Berliner Blätter diesen Schwindel indirekt in Schutz nehmen können, indem sie zur Entschuldigung anführen, Herr Quistorp habe keine persönlichen(?) Gründervortheile erzielt." Bis auf den heutigen Tag hat die„Norddeuffche Allgemeine Zeitung"— ein andere« preußisches Regierungsblatt liegt uns nicht vor— kein Wort gegen den Schwindler Quistorp gebracht, über dessen„persönliche Gründervortheile" wir beiläufig nur so viel wissen: daß er„persönlich" blos ein paar Millionen Thaler zu- sammengeschwindelt hat— zu wessen„Vortheil", das wissen wir fteilich nicht juristisch genau zu sagen. Jedenfalls nicht zu dem der von ihm Geplünderten." Wie wird diese Quistorperei enden? Halten läßt sich das Scbwindelgeschäft nicht aus die Dauer. Man wird Hrn. Quistorp also vermittelst eines finanziellen Fallschirms ir la Strousberg vor dem jähen Sturz zu bewahren suchen und dem verdienstteichen rWA'* x.______ r* n<' Pj<:___ v.« v* S»- Cil*, lassen, und die preußische Bank und die Seehandluna werden über Nacht keine sozialistischen Tugend-Anwandlungen bekommen. „StaatShilfe" in Gestalt von Zuchthaus für die kleinen Spitzbuben! StaatShilfe in Gestalt von Millionen blanker Thaler für die großen Spitzbuben! Da« ist Losung und Moral de« heutigen Klassenstaats. Nebrr die Kougresse z« Genf. Von Johann Philipp Becker. Die Bourgeoispresse hat in den letzten Wochen wieder und zwar diesmal im Gegensatz zu ftüherem Angstgeschrei, vielen schadenfrohen Lärm gemacht, aber wie gewöhnlich Wir- kungeu mit Ursachen und umgekehrt in erquicklicher Selbst- täuschung verwechselnd, nicht halbwegs ein richtiges Verständ- niß über> die allgemeine sozialdemokratische Arbeiterbewegung und der sich daraus entwickelnden Organe und Faktoren an den Tag gelegt. Sah früher das böse Gewissen der Unterdrücker und Ausbeuter, unter Wehgeheul und Zähneklappern, in der Jntcr- nationalen Arbeiterassoziation ein entsetzliches Weltungeheuer er- standen, so glaubt eS jetzt in weiterer Phantasiegeburt mit der frohen Botschaft des HinsterbenS derselben beruhigt zur alten Tagesordnung übergehen zu können. Ja,„die Internationale ist todt, ganz todt", ging der Jubelruf durch alle„wohlunterrichteten" Blätter. Es ist aber nur todt, was nie oder doch nur in ge- wissensbangen Hirnbehältern gelebt hat, und war wohl das frühere Angstzeheul begründeter als daS jetzige Freudengejohl. Die Internationale Arberterassoziation, die nicht die sozialdemokratische Bewegung erzeugt hat, sondern umgekehrt auS dieser hervorgegangen ist, wird so lange eben leben, als diese lebt, deren Ausfluß, Lebens- form und VerfassungSgewand sie abgiebt, und die sozialdemokra- tische Arbeiterbewegung wird leben, so lange Unterdrücker und Unterdrückte, Ausbeuter und Ausgebeutete, Fürsten», Pfaffen- und Klassenherrschaft epistiren, die Gleichberechtigung im Lebensgenüsse — Gerechtigkeit für Alle— nicht Geltung erlangt hat. Dieses Sttebziel ist nicht neu; die Kulwrgeschrchtc hat, wenn auch wem- ger klar und noch weniger allgemein bewußt wie jetzt, nie ein an- deres gehabt. Natürlicher Weise hat nur die unterdrückte Klasse, die allein ein Interesse an solcher Umgestaltung hat, die geschicht- liche Initiative und sind, weil die Kapitalherrschaft international, Unterdrückung und Ausbeutung in allen Kulturländern die gleichen, auch allezeit international ihre Besttebungen, sind Menschlichkeit und Menschheitlichkeit ihre sittlichen Lebensbedingungen. Nun ist aber die Sozialdemokratie noch im Jugendalter, hat noch manche Entwicklungsphase zu durchschreiten, noch manchmal, gereifterer Kraft und erleuchteteren Bewußtseins gemäß, ihr Kleid zu wech- seln, nach Geschmack und Bedürfniß ihre Organisation einzurichten und Verfassung zu formen. Selbstverständlich ist eS dabei, daß die jugendliche Bewegung, die in religiöser, politischer und sozialer Beziehung mit der herkömmlichen Geschichte im Gegensatz steht, auch von den überlieferten Mängeln, Vorurtheilen, Nationalalbern- heiten, Rassenabneigungen, Ueberweltlichkeiten u. s. w. des zeitweiligen Geschlechts nicht ganz frei sein kann, sondern noch viele, bei ihrem Entwicklungsgange auszumerzenden Gegensätze im eige- nen Schooße birgt. Sie muß eben ihre Schule und ihre Schülerin, ihre Erziehungsanstalt und ibr Zögling, wie ihre Leistung ein Kollektivwerk und Gemeingut Aller sein. Da ja alle Kultur- errungeuschaften das Ergebniß intellektueller und materieller Arbeit aller Zeiten und aller Orte sind, jeder weitere Fortschritt auf der schon erworbenen Wissenschaft und dem schon geschaffenen Real- wesen beruht, wozu jeder in den Entwicklungskreis gezogene Mensch nach seiner stets der Gemeinschaft schuldigen Kraft und Fähigkeit seinen kleinern oder größcrn Bruchtheil beigettagen hat und fort- während beittägt, so kann auch der genialste Kopf und die ge- schickteste Hand, mögen sie auch sonst vrel Anerkennung verdienen, keine bevorrechteten Privatansprüche geltend machen. Auch die dem geschichtlichen Entwicklungsprozeß zur Grundlage und Richtschnur dienenden Prinzipien können nicht erfunden, sondern, weil im Wesen der Sache schon vorhanden und damit innig verwebt, nur entdeckt, aber allerdings und immer präziser und allgemeinver- ständlicher formulirt werden. Sagt man z. B.„Lassalle'sche Grund- sätze"„ so können nicht die sachgemäßen, urwüchsigen kultur-histo- risch wirkenden, sondern nur die sachwidrigen, überlebten Verhält- nissen angepaßten, zur Fanatisirung und Sektirerei geeigneten, mehr oder weniger willkürlich erfundnen und privateignen gemeint sein, und wäre es gegebenen Fall« sehr erlaubt zu sagen: Die Grundsätze, die richtig sind, gehören nicht dem Lassalle, und die dem Lassalle gebören, sind nicht richtig. Ebenso verhält es sich mit Schulze-Delrtz schen, Proudhon'schen, Fourier'schen, Mill'schen» Marx'schen u. s. w. „Grundsätzen". Marx hat überhaupt nie, wie wohl selten ein selbständiger Denker und Forscher, die Prätension geäußert, Grund- sätze erfunden, sondern sie bloß entdeckt, d. h. ihr Vorhandensein im sozial-ökonomischen Entwicklungsprozeß wissenschaftlich nach- gewiesen zu haben. Aber wie verkehrt behandelt die Presse der herrschenden, ökonomisch beftiedigten Klasse alle die hier oben an- gedeuteten Standpunkte in Beurtheilung der großen, immer allge- meiner werdenden Zeitbewegung und namentlich der Vorkommnisse auf den Kongressen zu Genf! Die liberale Presse raisonnirt aber zuweilen als wäre noch die Zeit, wo die Kultur noch in theotta- tischen Hosen und im theologischen Mantel stack, wo der„heilige Geist" nur von oben herunter kam, jeder gute Gedanke als Gnadengabe einer mystischen Vorsehung galt und die ReligionS- pariei-Benennungen: Christen, Mohamedaner, Lutheraner, Calvi- nisten und überhaupt nach Personen benannte Sekien ganz in der Ordnung waren. Wie muß eS nun aber über alle? Maaß be- lehrend d. h. empörend sein, wenn der geistreiche Berichterstatler de»„Journal de» TöbatS" über die hiesigen Kongresse den von „Bakunin erfundenen KollectiviSmuK" dem„von Marx reprüsen- tirtcn" Kommunismus gegenüberstellt und dann sagt: Marx ist der wahre Vater der kommunistischen Lehre, welche man LassalleaniS- mn» nennt.(Marx est le veritable pere de la doctrine com- munlste qu'on appelle Lassallisme.) Was will man aber sagen, wenn sogar im sozialdemokratischen Lager die Mitglieder eines großen Vereins sich theilS aus fanatischem Stolz und Erkenntniß- niangel, theils aus eigennütziger Schlauheit selbst Lassalleaner nen- nen und den Sektenstempel aufdrücken? Darin liegt wohl die unbarmherzigste Kritik gegen die nun bald völlig in eine Dogmen- sacke eingeschnürte Wirksamkeit Lassalle's? Daß die Bourgeois- presse die Anhänger der aus thatsächlichem, wissenschaftlich gepfleg- ten Boden frei herausgewachseneu internationalen Sozialdemokratie „Marxisten" betitelt, ist, soweit eS nicht durch Erkeiintnißlostgkeit geschieht, eine beleidigende Abgeschmacktheit und zwar um so mehr, als dies in Gegenüberstellung der wahnwitzigen Sekte der„Ba- kunisten" gethan wird; die dagegen ihre, mit Verspottung und Verhöhnung durchwirkte Benamsung, als wohlverdiente Strafe trägt. Liest man nun gar die Kongreßberichte des großen, weit verbreiteten und mit sittlichem Ernst stets so rührend affektirenden „Journals de Geueve", so ist man versucht zu glauben, man habe es darin wirklich mit einer systematischen Begriffsverwirrung zu thun. Nicht nur brachte das stolze, aus seine publizistische Ehre und Würde so eifersüchtige Blatt auszugsweise das Konfuseste, was es über den Gegenstand in französischen Zeitungen aussindig zu machen im Stande war, sondern auch noch aus dem„Land- boten" von Winterthur die von einem unserer Parteigenossen ver- faßte scharfe Kritik über die Secessionisten und deren Kongreß, um — mau höre und staune— der übrigen Welt zu zeigen, wie man in der Schweiz so treffend das Treiben der ge- sammten Internationalen Arbeiterassoziation beur- rheile und verurtheile".„Umgekehrt heißtauch gefahren"!— Nun kommen wir auf die beiden Kongresse, wovon der der Son- derbündler nicht als solcher der Internationalen Arbeiterassoziation, sondern als„Kongreß der Internationale" durch Maueranschlag angekündigt war. Derselbe hatte 25 Delegirte vereinigt, worunter 6 Franzosen und 1 Russe, alle in Genf wohnend(von diesen 7 vertraten 4 die hiesigen aus 15 Mitgliedern bestehende„Leotion de la propagande socialiste et rdvolutionnaire" und die übrigen 3 Frankreich), 6 von der Juraföderation(etwa 150 Mitglieder zählend), 3 Italiener(viele Sektionen, die aber nur 300 Mit- glieder vorstellen, vertretend), 5 Spanier, 1 Belgier, 1 Holländer (letzterer mit dem Auftrag, auch den nachfolgenden Kongreß zu besuchen und nach beiden Seiten hin versöhnend zu wirken) und 2 nur England(Hales und EccariuS, letzterer der bekannte deutsche Arbeiter), die beide nach ihren eigenen Aussagen sich von einem neuen, ihnen selbst nicht näher bekannten Verein Mandate zu ver- schaffen wußten, um im Kongreß als Zeitungskorrespondenten Ge- schäfte machen zu können. In der ganzen Vertretung befanden sich 7 Handarbeiter(hiesige Arbeiter behaupten sogar nur 4) und also 19, wie sie sich bescheiden selbst nannten,„Gedankenarbeiter" (travailleurs de la peasdc); ExProfessoren, Exzeitungs- und son- stige Schreiber und 1 Student. Bakunin hatte sich wohlweis- lich ferngehalten. Die Verhandlungen wurden französisch geführt, spanisch und italienisch nur wenig, deutsch und englisch gar nicht, aber im Ganzen sehr viel gesprochen. Die Phrase von der sozialen Lrevolution mit den Schlagwörtern:„Anarchie",„Staats- und AuwritätSlosigkeit",„Enthaltungen der Politik",„am Gebäude der alten Welt keinen Stein auf dem andern lassen", spielte die Hauptrolle, ohne jedoch der Organisationsbedingungen zu einer so radikalen Umgestaltung zu gedenken. Die Theilnahme des Publi kumö war sehr gering und namentlich die der Arbeiterbevölkerung ganz null; aber immerhin sorgten sozialistische Dilettanten, wozu die neueste französische Emigration ein ziemliches Kontingent liefert, und von Zürich gekommene russische Studentinnen für gehörige Clague. Afterrevolutionäre Klubrednerei hat damit süße Genug thuung gefunden. Wer die soeben erschienene Schrift:„Die Allianz der sozialistischen Demokratie und die Internationale Ar- beiterassoziation"(Hamburg, Otto Meißner) gelesen, kann sich wc- nigstenS eine annähernde Vorstellung machen, wie hier im Saale der Bierwirthschaft Schieß der heftige Geist der Anarchie die Köpfe der Welterlöser umschwirrte und aller Menschheit offenbarte: wie logischer Weise die Anarchie keine Organisation und die Organi sation keine Anarchie bedeuten könne, wie ohne Organisation die strammsten Organisationen, die Gewaltstaaten sammt Chassepot und Kugelspritzen, die Kapitalhcrrschaft sammt Zauberkraft, die hierarchisch disziplinirte Pfafsenmacht sauimt Gotteshülfe und glückseligmachender Dummheit, gleich Spreu auseinanderfahren und in lauter Nichts vergehen werden. Ja, ja! hat Gott die Welt aus Nichts geschaffen, so machen jetzt die Bakuxiisten mit Nichts die Welt zu Nichts! Doch uibil ad rem(das thut nichts zur Sache) und wollen wir sie einstweilen in ihrem Nichts nach Wohlgefallen herumschwärmen lassen und zur Abwechselung zu dem Etwas des VI. Kongresses der Internationalen Arbeiterassoziation im Hotel de Navigation übergehen. (Fortsetzung folgt.) I Politische Uebersicht. — Bezüglich der in letzter Nummer von uns besprochenen Konferenz über die ländliche Arbeiterfrage thut flü offiziöses Blatt nun doch endlich den Mund auf. Die„Deutsche Reichs-Correspondenz" schreibt: „Die erste Hauptzruppe der Fragen, welche der Konferenz un- terbreitet wurden, bezog sich auf die Erörterung, ob die Auswan- derung ländlicher Arbeiter durch polizeiliche Maßregeln eingeschränkt oder durch sonstige äußere Mittel erschwert werden könne. Die erste der Spezialfragen bezog sich auf die Einleitung einer Rück- Wanderung ländlicher Arbeiter aus Amerika, und zwar, ob davon ein Erfolg überhaupt zu erwarten ist, eventuell ob zur Vorberei- tung dieser Maßregel Ermittelungen über die Lage der von hier ausgewanderten ländlichen Arbeiter in Amerika angestellt werden sollen und auf welchem Wege dies zu geschehen habe. Die zweite Spezialfrage bezog sich auf die Besteuerung der Auswanderer und ob die Wiedereinführung einer solchen Steuer gegenüber den wirth- schaftlichen Grundsätzen der neuern Gesetzgebung überhaupt möglich und zu empfehlen sei. Die dritte Spezialfrage bezog sich auf die Einschränkungen des Eoneessionswesens der AuswanderungSuuter- nehmer und Agenten, und zwar darauf: ob eS rathsam, das ganze Concessionswesen zu beseitigen und an seine Stelle StaatSagentu- ren zu fetzen; ob sonstiger Anlaß vorhanden sei, die betreffende Gesetzgebung einer Revision zu unterziehen, ob die Zahl der Aus- wanderungSagenten mehr wie bisher zu beschränken, ihre Haftbar- keit namentlich in Bezug auf die Beförderung Pillftärpftichtiaer zu erweitern und die Aufsichtsführung zu verschärfen sei, und ob end- lich ein Bedürfniß vorhanden sei, die Strafbestimmung in Z 144 des deutschen Strafgesetzbuchs zu verschärfen.�) Die vierte Spe- zialsrage betraf die Forderung von'Nachweisen»c. als Bedingung der Auswanderung, z. B. Nachweis darüber, daß er seine Ver- pflichtuugen gegen den Staat, die Familie oder drifte Personen erfüllt habe; ob zum Schutz gegen die Verletzung solcher Pflichten Maßregeln zu ergreifen wären, welche den Auswanderungslustigen zur vorgängigen Anzeige über den>- Zeitpunkt der beabsichtigten Auswanderung bei der Polizeibehörde seines Wohnorts verpflichtet. Die fünfte Spezialfrage betraf die Controlbehörde in den Hafen- Plätzen. Sie bezog sich guf die Einrichtungen, welche gegenwärtig bestehen, um das Auswanderungswesen in den Hafenplätzcn staat- lich zu überwachen, und ob ein Bedürjniß vorliege, diese Einrich- tungen im Interesse des Rechtsschutzes zu erweitern. „Die zweite Hauptgruppe der vorgelegten Fragen bezog sich auf das Rechtsvcrhälmiß zwischen den ländlichen Arbeitgebern und den Arbeitern und auf den Schutz des Arbeitsvertrags gegen wider- rechtliche Verletzung. Die Diskusston hierbei drehte sich um die Spezialfrage: ob die zur Giftigkeit des Arbeitsvertrags noch erfor- derliche schriftliche Form unter entsprechender Aenderung der land- rechtlichen Vorschriften aufgegeben werden könne; ob es rathsam sei, den Unterschied zwischen ländlichen und gewerblichen Arbeitern eventuell auch in Beziehung auf die Folgen des Kontraktbruchs und die Regelung der Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu regeln, ob die Lohnbeschtagnahme ganz auzufgeben und diese Angelegenheit unter Auflxebung des Gesetzes vom 24. April 1354 für alle Kategorien von Arbeitern im Wege der Ge- setzgebung einheitlich zu regeln sei, und welche Gesichtspunkte die Gesetzgebung hierbei für alle Kategorien von Arbeitern, eventuell in Beziehung auf ländliche Arbeiter, zu befolgen habe. „Die dritte Hauptgruppe der Fragen betraf die Mittel, welche angewendet werden können, um die Lage und Lebensstellung der ländlichen Arbeiter zu verbessern. Die Spezialsragen erstreckten sich darauf: ob dem Mangel an ländlichen Arbeitern durch die gebo- tene Möglichkeit der Erwerbung eines eigenen Grundbesitzes ent- gegen gewirkt werden könne; auf welchem Wege und durch welche Mittel die Staatsregierung hierzu mitwirken könne; ob durch Aen- derung unserer Agrargesetzgebung in der Richtung, daß die Be- gründung eines erbpachiähnlichen Rechtsverhältnisses(erbliche lieber- tragung von Grundstücken unter Vorbehalt unablösbarer Reallaften, Dienste ic.) anzurathen sei; ob sich eine Revision unserer Gesetz- gebung über die Zerstückelung von Grundstücken und die Gründung neuer Ansiedelungen empfehle; ob Erleichterunzen für die Abzwei- gung kleinerer Gutslheile gegenüber dritten Berechtigten über die Grenzen des Gesetzes vom 3. März 1850 hinaus sich empfehlen, uud ob es sich rechtfertigen lasse, die Bildung eines freien grund- besitzenden Arbeiterstandes durch Vermittlung staatlicher Geldinsti- tute zu erleichtern. „Die vierte Hauptgruppe der Fragen galt der Entgegenwirkung des Umsichgreifens der sozialen Bewegung unter den ländlichen Arbeitern. Es handelte sich darum, ob man sich von einer Vcr- mehrung der Grundbesitzer(allgemein oder vorzugsweise durch Her- stellung größerer prästationsfähiger bäuerlicher Wirthschaften) einen Erfolg gegen die soziale Bewegung versprechen könne; ob hinrei- chcnder Anlaß vorliege, daß die Landesregierung in LaudeStheilen mit vorwiegend großem Grundbesitze, namentlich in den Provinzen Preußen, Posen und Pouimern, entweder allgemein zur Vermehrung der Grundbesitzer oder zur Begründung nährfähiger bäuerlicher Wirthschaften die Initiative ergreifen und auf welchem Wege, rcsp. mit welchen Mitteln, die StaatSrezierung dies Ziel erreichen könne. „Die fünfte Hauptgruppe endlich betraf die Besprechung: ob ausreichende Veranlassung vorliege, der Arbeiternoth auf dem Lande in diesem Jahr durch außerordentliche, vorübergehende Maßregeln, etwa durch Einstellung gewisser öffentlicher Bauten oder durch mög- lichst frühzeitige Beurlaubung der dienstlhuenden militärischen Mannschaften, zu Hülse zu kommen." Dazu bemerkt unser Parteiblatt, der„Braunschweiger Volks- fteund": „Obschon uns von der„Deutschen Reichs-Correspondenz" nicht die Resultate der Verathung mitgetheilt werden, zeigen uns doch die in Erwägung gezogenen Mittel, daß die preußische Regierung sich gegenüber der ländlichen sozialen Bewegung mit sehr reaktiv- nären Gedanken trägt. Gleich der erste Punkt, ob durch Polizei- liche oder sonstige äußere Mittel der Auswanderung hindernd ent- gegengetrcten werden solle, beweist, daß man daran gedackt hat, die ländliche Bevölkerung wieder mehr oder weniger an die Scholle zu fesseln. Auch die in Betracht gezogene AuSwanderungssteuer würde, wenn die Regierung sie einführte,� involviren, daß man aus dem Boden, worauf man geboren ist, fest haftete und sich nur durch Entrichtung einer Abgabe loskaufen könnte. Ein gleiche Tendenz würde dem Nachweise, daß man seinen Pflichten gegen den Staat, die Familie und gegen Dritte genügt hat, zu Grunde liegen; denn ein solcher'Nachweis schlösse die möglichst größte Erschwerung und allerlei Chikanen in sich. Der angebliche Schutz des Arbeiisver- trags läuft auf das Nämliche hinaus, und es ist hierbei vor Allem zu berücksichtigen, daß der Arbeiter, wenn er, vom Hunger getrie- den, einen Vertrag abschließt, überhaupt jener Freiheit entbehrt, welche zur Giftigkeit der Kontrakte nothwendig ist. Was aber die zur Sprache gebrachte Verbesserung der Lage des ländlichen Arbei- terS anbetrifft, so wäre sie, wenn sie versucht würde, das gerade Gegentheil von Dem, was sie zu sein vorgibt. Eine erbliche Ueber- tragung von Grundstücken mit unablösbaren Rechten und Dienste» würde un« wieder in die Zeit vor dem Jahre 1343 zurückführen und einen neuen Feudalismus begründen. Wenn die preußische Regierung der Auswanderung wirksam entgegentreten will, schaffe sie doch das stehende Heer und den lästigen Militärdieust ab und lege daS Recht, Krieg und Frieden zu machen, in die Hände Per aus gleichem allgemeinen Wahlrecht hervorgegangenen Volksvcr- tretung!" So weit der„Volksfreund". ES versteht sich von selbst, daß die preußische Regierung dies nicht thun kann, ohne sich selbst den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Graf Eulenburg hat zwar gesagt, man müsse dem Volk die Heimath angenehm machen, dann werde eS nicht auswandern. DaS war aber eine bloße Rcdefigur. Volk und Regierung sind in Preußen, wie über- Haupt im modernen Klassenstaat, Gegensätze. Was der Regie- rung frommt, ist der Schaden des Volts, und umgekehrt. Die Heimalh dem preußischen Volk angenehm machen, heißt, sie der preußischen Regierung und dem was drum und dran hängt unangenehm, za unerträglich machen. Sind die Herren Eulen- bürg öd Co. ehrlich darauf bedacht, der Auswanderung des Volks ')» 144 de» Reichsstrafgesetzbuch» lautet: Wer e» sich zum Seschäste macht,'Norddeutsche unter Vorspiegelung falscher Thatsachen oder wiffent- lich mit unbegründeten Angaben zur Auswanderung zu verleiten, wird mit GesängniZ von einem Monat bi» zu zwei Jahren bestraft. zu steuern, so haben sie ein sehr leichtes Mittel: sie brauchen m selber auszuwandern. Dieses einzig wirksame friedliis Mittel zur Beseitigung der Massenauswanderung wird aber mos schwerlich von den HH. Eulenburg& Co. adoptirt werden. — Welche sauberen Vögel sich unter der sogenannte»„radift len" Partei in Frankreich befinden, beweist die Thatsache, daß ei hervorragendes Mitglied derselben den Bonapartisten ein» Compromiß öffentlich angetragen hat. Und zwar ist die« Niemai Anders alS Herr Eduard PortaliS, der Herausgeber dö „Avenir national"(die„Zukunft der Nation"). Dieses politisch Chamäleon, das sich„Republikaner" nennt und da», wie unsefl Lesern bekannt, die im„Corsairc" für die Beschickung der Wien« Weltausstellung durch französische Arbeiter gesammelten Geltssuir men nicht herausgeben wollte, hat im„Avenir national" an dl „Prinzen" Bonaparte einen offenen Brief gerichtet, worin d! Bonapartisten offen die Hand geboten wurde. Der„Prinz" ist rauf eingegangen und hat sich dadurch mit der ganzen Gesellsch der bonapartistischen Literaten überworfen, die auf's Heftigste geg diese„Allianz" austreten, so daß sie sich auch wohl zerschlag' wird. Die„Radikalen" sagen hinterher, sie hätten Portalis r jeher für einen Schuft gehalten. Und doch konnte dieser bis. eine solche Rolle spielen! Unsere deutschen„Demokraten", die ii den ftanzösischen„Radikalen" ihre Gesinnungsgenossen erblicke», mögen sich fteuen über die schmutzigen Hände, die sie brüderliksi gedrückt haben! — Ueber den Stand der Dinge in Süd-Wales lesen wil in einem englischen Blatt: Seit dem Eindringen der Amalgam»' ted Association(vereinigten Assoziation— der Kohlenarbeiter! in dem südlichen Thcil des Fürstenthums*) sind die Hauptindstri» zweige dieses Bezirks tief erschüttert worden. Ungewißheit hiusichbl lich der Bewegunzen der Arbeiter hat auf Seiten der Weis einen Mangel an Vertrauen hervorgerufen, und sowohl die Eis' alS die Kohleniudüftric haben die Festigkeit verloren, durch wel sie sich bis zum Jahre 1871 auszeichneten. Die Herren(Masti — Meister, Arbeitgeber) fürchten einen andern Strike; die Mäw (men, Arbeiter) sind von der Unvermeidlichkeit eines solchen üb zeugt; die Führer der vereinigten Assoziation unterhalten eine be- ständige Agitation, warten aber darauf, daß die Herreu de» Kamps eröffnen. Aus der Vergangenheit eine Lehre ziehend, gehe»! die Arbeitgeber mit Ueberlegung zu Werk, und suchen ihre Kraft' vollständig zu organisiren. In den früheren Conflikten fehlte ihnen an Einigkeit; theilweise waren sie in offenem Wider streii mit einander. In Zukunft wollen sie gemeinschaftlich nach go meinsamem Plane ihre Schlachten schlagen. Zu diesei» Zweck haben sie die Errichtung einer Arbeitgeber-Unio» in Angriff genommen, welche„M onmonthshire und Süd- wales Kohlengruben-Assoziation"(Monmoutlislure and SoutL Wales Callieries Association) heißen soll. Im Laufe diesck (der vorigen. Redakt. d. V.) Woche wurden Privatmcetinzs abge- halten, in denen Herr Fothergill, Parlamentsmitglied, den Vorsik führte; er soll Präsident der Assoziation werden. Man diskutirlt den Statutenentwurf. Ungeachtet der strengsten Geheimhaltung ist doch so viel herausgekommen, daß die Assoziation jedes einzelne Mitglied für die demselben aus Conflftten mit Arbeitern erwach- senden Nachtheile schadlos zu halten beabsichtigt. Ferner sollen di< Mitglieder sich gegenseitig in der Leitung und dem Betrieb der Kohlengruben Beistand leisten; überhaupt soll es Zweck der Asso- ziation sein, die Interessen der Mitglieder als Geschäftsleute und Grubenbesitzer nach allen Ricktungen hin zu wahren. Um dü Assoziation in Stand zu setzen, ihre Aufgabe zu erfüllen, soll ei« Fond von 30,000 Pfd. St.(200,000 Thlr.) gebildet werden".—' So weit der Bericht des engtischen Blattes, welches kein andere* ist, als das sogenannte„Arbeiterorgan" Beehive. Selbst Herl Max Hirsch wird uns zugeben müssen, daß ein Bollblut-Bour- geoisblatt in einem redaktionellen Artckel kein Wort in diesei« Berichte zn ändern brauchte.— Doch daS nur nebenbei. D* die Grubenbesitzer, trotz des Beschlusses der Kohlenarbeitergewerk schaft sich nicht zu unterwerfen, auf ihrer Forderung von Eni- lass ungssch einen bestehen, so dürfte der Kampf schon in der nächsten Zeit zum Ausbruch kommen— ein Kampf, der bei de« gewaltigen Dimensionen, die er annehmen muß, aller Wahrschei«' lichkeit nach zu einer- Krise in der englischen Gewerkschafts' bewegung führen wird. ") Wale» hat noch den Titel eines Fllrstenthum», wie Irland u«' Schottland den von Königreichen(weßhalb Großbrittanien auch„da» vereinigte Königreich" heißt— England, Irland und Schottland.) — In Brauns chw eig hat sich herausgestellt, daß jener Müller, den auch der„VolkSftaat" erwähnte und der sich als ein vom heidenmäßig reichen Vaterland im Stich gelassener Jnva- lide einführte, ein Schwindler ist. Die„patriotischen" Blätter er- heben darüber ein großes Geschrei und hätten alle Ursache, ruhiS zu sein. Damit, daß Müller als Schwindler entlarvt ist, ist nidft ein Jota davon widerlegt, was unser Parteigenosse Bracke über den„VaterlandSdank" gesagt hat. Das theurc Baterland läßt d'' Invaliden hungern und damit basta! Man sehe sich die Tages- blätter an, wo barmherzige Pastoren zur Unterstützung hungernder Invaliden fast alltäglich auffordern und man hat Beweise genuS dafür. Müller hin, Müller her— seinen Schwindel hat ihi« jedenfalls nur der üble„VaterlandSdank" ermöglicht. Und dara« haben die Sozialdemokraten keinen Thcil! Nochmals die„Kolonie Saxonia". Ein Brief des„Präsidenten der Colonie Saxonia", Schnei' der, an einen Bürger von East Saginaw in Michigan, der s«' eben die Runde durch verschiedene Blätter macht, wirft ein" scharfes Schlaglicht auf die Zustände der„paradiesischen" Colom'- daß wir ihn zum Abdruck zu bringen uns genöthigt fühle«- Schneider schreibt: Muuising, Lake superior(Oberer See), 15. Juli 1873. Bei der hier stattgefundenen Neuwahl bin ich zum Präsidente« gewählt, gleichzeitig bevollmächtigt worden, für die Colonie Sa?«' nia einen neuen Ansiedelungspunkt zu finden. Dank meiner Vor- ficht und meinen immerwährenden Abmahnungen ist mit der M"- nising Jron Company noch kein Contract abgeschlossen worden! wir sind also in der Lage, nach Abrechnung mit der Compa«? abzuziehen. Allerdings hat die Company verstanden, die Colon« mit ihrer nachlässigen Führung so in Schulden zu stürzen, d«? diese Abrechnung der Kasse den Rest nimmt und noch außerde» die Mitglieder mit leerer Tasche abgehen müssen. Der Bode« ist hier derartig, daß ihm sich nur mit der ausdauerndsten am merksamen Behandlung etwas abringen ließe, das Klima so ang' nehm, daß uns am 4. und 5. alles übrige Gepflanzt« total er' froren ist, und schließlich ist die Behandlung der Company e«« tu tl brf if* H so menscheufreundlich«, daß wir mehr Sclaven als freii Ar- beiter sind. Wir haben z. B. seit unserem Hiersein. Mitte Mai. nicht einen Cent Geld erhalten, obwohl alle Leute fort- während arbeiten. Ich will Sie mit Aufzählung aller Dinge nicht langweilen. Genug, wir muffen gehen und wollen uns ein anderes Land suchen. Da ich nun erfahre, daß bezüglich der Ab- gäbe von Land schon früher mit Ihnen unterhandelt wurde— ich selbst bin erst aus Egypten(Afrika) der Colonie nachgereist— so erlaube ich mir, nachstehende Fragen an Sie zu rickten, nm deren schleunige Beantwortung ich jedoch der Dringlichkeit wegen bitten würde, und nach deren Eintreffen ich sofort mit zwei Mit- gliedern zur Einsichtnahme des Landes abreisen würde. Ich nehme an, daß Sie über die Colonie so ziemlich unterrichtet sind, füge jedoch bei, daß wir aus Sachsen allein bei ordentlicher zweiten Ansiedelung noch auf Tausende von Nachzüglern rechnen können; hat doch der Bcrein selbst noch 300 Mitglieder in Deutsch- land. Dr. Schneider, Präsident der Colonie„Saxonia", Muuising, ScLoolkraft Co. Mich. Dieser„Doktor" Schneider steckt offenbar trotz seine? jämmer- lichen Gewinsels mit der famosen„Company" unter einen: Hut. Er bestätigt, was der„Volksstaat" so oft bis in'S Detail ausge- führt hat, daß der Boden in Mnnising durchaus unergiebig ist, daß daS Klima sich dem russischen oder sibirischen nähert und daß die Colonisten von der„Munistng Jrou Company" auf daS Schmählichste betrogen und genasführt sind.„Ptehr Sclaven, als freie Arbeiter", damit ist unseres ErachtenS genug gesagt, um jedem vernünftigen Menschen über die„Colonie Saxmiia" die Äugen zu öffnen. Nichtsdestoweniger rechnet der„Doktor" Schneider mit einer Gemüthlichkeit, um welche ihn ein Bismarck beneiden dürste, noch auf„Tausende von Nachzüglern", obwohl er weiß, daß diese erst noch— und hoffentlich vergeblich— zu erwatte ndcn Taufende ganz derselben Noth, demselben harten Klima und derselben Sclaverei unabweisbar änheim fallen mliffen. Daß, nachdem solche Thatsachen durcb den-„Präsidenten" der Colonie selbst an die Oeffentlichkeit gekommen sind, der„Verein" seine 300 Mitglieder in Deutschland behalten wird, wollen wir zu Ehren des gesunden Menschenverstandes nicht annehmen. Die un- verschämte Prellerei der Auswanderer durch die„Company", wie sie dem ersten Zuge widerfahren, wird den etwaigen Nachfolgern nicht erspart bleiben. Der Brief des„Doktor" Schneider aber giebt uns erneute Veranlassung, die deutschen Arbeiter und na- nientlich die sächsischen, von denen man„Tausende von Nachzüg- lern erwartet, zu warnen, sich nicht serner von Schwindlern und Betrügern als Ausbeutungsobjekte benutzen zu lassen. Gieße«: G. Mittenberger, Neustadt litr. v. 201. Stade: Wa- gener, pr. Adr.: Schneidermeister Bremer, StockhauS. Würzburg: I. Ledermann, 4. Distr. Reurergasse Nr. 8. Nürnberg, 3. Nensing, GeierSberg pir. 16.' IV. Augsburg: A. Büttner, per Adr.: Bernhardt u. Comp., Karlstr. ci. 78. Großenhain: A. Ku- nath, Marktgasse Nr. 252. 1. Barmen: F. Krejei, Schaafbrückcn- straße Nr. 9. Gotha: F. Knopf, am Berg Nr. 41. Elberfeld: H. Krellmann, Untergrünenwalderstr. Nr. 24. Bamberg: Ruhl pr. Adr.: Schneider Iörstel, Sandbad 1691. RcgenSburg: M. Erndl, Kepplerstr. v. 46. 3. Stock. Pforzheim: Franz Ueber, pr. Adr.: W. Freyvogel, Marktplatz. Halle a/S. Julius Bever, kl. Sandberg 21, Hof rechts, 1 Tr. Landshut: Johann Huber, per Adr.: B. Englhardt, Schneidermeister, untere Altstadt Nr. 104. Die Mitgliedschaften Fütth und Schweinfurt sind bekanntlich eingegangen, sowie auch erst seit kurzer Zeit Pirna,„wegen Mangel an Betheiligung". Im Austrage des Ausschusses. Mit Gruß und Handschlag Herm. Weck, Geschäftsführer, BernSbachstraße, 23. lll. Innere Partei-, BerwaltnagS- und OrgauisatiouS- Augelegeuhelten. Protokoll betreffend. Den Vertrauensmännern zur Nachricht, daß in dieser Woche das Protokoll des diesjährigen �arteikongresses zur Versen- dung gelangt. Das Protokoll ist 6 Bogen stark und kostet per Stück 3 Sgr. Die Zusendung erfolgt franko bei Bestellung von niindestenS 5 Exemplaren. Die Vertrauensmänner werden aufgefordert, Bestellungen auf das Protokoll sofort zu macheu und den Betrag möglichst gleichzeitig in Briefmarken miteinzusenden. Hamburg, 3. Oktober 1873. Der Ausschuß. I. A.: Parteikassirer H. Benneke, kleiner Schäferkamp 34. Internationale Gewerkschaft der Maler, Lackirer und Vergoldet. In Nr. 91 dieses Blattes, welche einzusehen leider erst heute (4 Tage später) ich Gelegenheit habe, findet sich die Urabstimmung über einige Paragraphen des Statuts ausgeschrieben, die von wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung der Gewerkschaft sein dürften, so daß es nothwendig erscheint, einige Worte darüber zu verlieren. Hoffentlich kommt der damit beabsichtigte gute Rath noch rechtzeitig, um diese ohnehin schwache Gewerkschaft vor Schaden zu bewahren. So einverstanden man auch, auf allgenieine Erfahrung gestützt, mit der beantragten Aenderung des§ 1 sein muß, so sehr die vorgeschlagene Aendening dringend geboten erscheint, so sehr muß man doch gegen die Aenderung des ß S und 6 sich erklären. In allen Gewerkschaften besteht diese 13-wöchentliche Probezeit, und noch keine hat Ursache gehabt, diese Bestimmung zu ändern, im Gegentheil, alle sind sehr gut dabei gefahren. Ebenso ist es mit tz 6, und wenn bei den meisten anderen Gewerkschaften auch die bezeichnete Frist nicht auf vier, sondern auf sechs Wochen festgesetzt ist, so ist daS aber auch die allerhöchste Frist, die überhaupt gesetzt werden darf. Durch eine Aenderung des Statuts in der beau- tragten Weise, 8 Wochen Probezeit, und das Recht, 8 Wochen mit dem Beitrag zu restiren, ist jeder Unordnung Thor und Thür geöffnet, und die Existenz der Gewerkschaft geradezu in Frage gestellt, indem thatsächtich dann solche Mitglieder, die in allen Gewerkschaften unter die Rubrik säumige Zahler gehören, groß gezogen, ja sogar prämiirt werden. Hoffentlich wird die Aenderung dieser beiden Zß 5 und 6, die in ihrer jetzigen Fassung sehr gut sind, abgelehnt. Ein Gewerkschaftler, der etwas davon zu verstehen glaubt. Gewerksgeuossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schneider-Verein. ßhewnih, 1. Okt. Ein Wort über die sogenannte„In- terpellation" der Braunschweiger Mitg ltedschaft resp. C. Ludolph'S. ES könnte nach dem Artikel der Braunschweiger Mitgliedschaft, resp. C. Ludolph'S(siehe Nr. 91 d.„V.") den Anschein gewinnen, als leiteten den jetzigen Ausschuß womöglich unlautere Motive, die Uebersiedclung der Geschäftsführung nach Braunschweig so lange als irgend möglich zu„verschleppen", ja noch mehr, dieser Aufsatz ist sogar dazu angethan, den jetzigen Ausschuß den Mitgliedschaften gegenüber zu diskreditiren! Deshalb halten wir cS für unsere Pflicht, hierüber eine nähere Erklärung abzugeben. Nach dem Datum des Poststempels erhielten wir am 30. August die Bekanntmachung von der Neuwahl des AuS- schusseS und am 15. September fanden wir dieselbe im„Volks- flaat". DaS ist also eine„Verschleppung" von nicht 4 Wochen, sondern von 15 Tagen!! Wie es nun kam, daß der Ausschuß cS doch nicht so genau mit der Veröffentlichung genommen hat, als wie er eS hätte nehmen sollen— darüber folgendes: Wenn wir genau nach dem Wortlaut des Statuts gehandelt hätten, so wäre die GeschästSleitung gerade mit Ende des 3. Quartals, d. h. mit Ende September nach Braunschweig übergesiedelt.— Der Braun- fchweiger Ausschuß noch nicht eingerichtet— und gleich die Ab- rechnung vor der Thür— dies, glaubten wir, könnte Veranlas- fung zu verschiedenen Unregelmäßigkeiten geben, und wir glaubten im Interesse des Vereins sowohl als des neuen Ausschusses zu handeln, wenn wir uns dieser Arbeit noch unterzogen', umsomehr, als erst mit Ende dieses Quartals daS volle Geschäftsjahr deS hiesigen Ausschusses beendigt ist! ES ist dies voriges Jahr so ge- handhabt worden, und wir haben desgleichen gethan, aber nicht deshalb, weil eS voriges Jahr fo Usus war, sondern da uns hierzu dieselben Motive leitete»!— Uns war eS voriges Jahr sehr willkommen, daß Freund Reimann(der frühere Geschäftsfüh- ser) sich dieser Arbeit noch unterzogen hatte, denn dadurch war e« uns möglich geworden, uns näher in der Sache zu oricntiren. Wir glauben, dies wird genügen� um in dieser Angelegenheit die nöthige Aufklärung zu verschaffen. Wir können jedoch nicht umhin, dem neuen Ausschuß zu Braunschweig den Rath zu ertheilen, künftighin in derattigen Fällen etwas vorsichtig zu Wette zu gehen, denn durch Uebereilung derartiger Sachen wird größtentheilS der Sache mehr geschadet als genützt! Es dürste sich auch hier der Spruch bewahrheiten„blinder Eifer schadet nur". Auf Wunsch der Leipziger Mitgliedschaft folgt hiermit die Be- vollmächtigten-Liste: »erlin: Aug. Wendt, alte Schönhauserstraße Nr. 11, Eing. Muladtstr. 3 Tr. Bremen: F. Busch, Göthstr. Nr. 11. Braun- ichweig: E. Schäfer, Marstall Nr. 13. Baurcuth: A. Lauter- tkorn, M. 451. Schweizer, Münzgasse 170. S-drstf. Chemnitz: - Weck, Bernsbachstr. 23. III. Frankfurt a O.: Blandow. vrststr. Nr. 8. Leipzig: M. Stumpf, Ncukirckbof Nr. 31. Correspondenzen. Burgstädt, 30. Sept. Der wahrheitsgetreue Bericht im „Volksstaat" über die Landtagswählerversammlung am 14. Sep- tember auf Bellevne, in welcher Herr Dr. Birnbaum in gerade nicht liebenswürdiger Weise gegen die Arbeiterklasse loSzoz, scheint einem Correspondenten deS national-liberalcn„Leipziger Tageblatt" nicht recht zu behagen, denn er sucht seinen Lesern begreiflich zu machen, daß der Bericht gehässig und verlogen sei, ohne anzugeben, was Unwahres in demselben enthalten ist. Der Schreiber des Tazeblattattikels kann sich nicht ärger brandmarken, als wenn er schreibt, der Interpellant und Einsender der Burgstädter Corre- spondenz sei der Führer der Burgstädter Sozialdemokraten. Fast scheint es, als ob der Tageblattschreiber einen jeden Arbeiter für einen Führer hält, der nicht ruhig mit anhören kann, wenn ein „Gelehtter" die Mittel und Wege angiebt, wie die Arbeiter noch mehr zu unterdrücken sind. Wäre diese Bezeichnung in der Ber- sammlung geschehen, die anwesenden Leipziger würden sicher ersah- ren haben, wer der Interpellant war, und das„Tageblatt" hätte seinen Lesern nicht den Bären aufbinden können, Dr. Birnbaum habe dem Führer der Burgstädter Sozialdemokraten gcgcnüberge- standen. Wenn weiter gesagt wird, die Rede des Herrn Professor wäre in ihrer Bedeutung von dem Betreffenden mißverstanden, so kann der Tageblattberichterstatter sich beruhigen und glauben, daß der Arbeiter die gegen ihn geschleuderten Worte sehr wohl versteht. Daß der Herr Dr. Birnbaum in ruhiger und humaner Weise zu seinen Wählern gesprochen, ist nicht zu leugnen, ist wohl auch nicht anders(?) von einem Professor» erwarten: daß er aber in ver» letzender Weise den Arbeiterstand angriff, und der Regierung den Borwurf machte, daß sie nicht energisch genug gegen die Bewe- gung unter den Arbeitern vorgeht, diese Motte haben nicht nur unter dem Arbeiterstand angestoßen, sondern auch theilweise bei seinen Wählern, und wäre eS Manchem erwünscht, wenn ähnliche Versammlungen öfters wiederkehrten, denn diese sind die beste Agitation für die Sozialdemokratie. Bertt«. Die Fortschrittspartei kann nicht mehr mit solcher SiegeSgewißheit auf ihr liebes Berlin blicken. Trotzdem die radi- kalen Elemente theilS irregefühtt und in falsche Bahnen geleitet (z. B. die Radikalreformer, GewerkSvereinler), theilS zersplittert, so ist eS doch fraglich, ob nicht vielleicht schon diesmal die Kaiser- stadt einen Sozialdemokraten in den Reichstag senden wird; we- nigsten« scheinen die Herren von der Fortschrittspartei große Furcht zu haben, und um gewählt zu werden, machen sie jetzt schon aller- lei Kunststücke, um die Berliner Arbeiter auf ihre werthe Persön- lichkciten aufmerksam zu machen. Sie selbst, die Herren Duncker, Virchow-c. sind noch zu stolz dazu; dafür schicken sie eine Reihe von Personen in'S Feld, die thetlwetse ihnen treuergeben, theilweise immer dort sind, wo Gelegenheit vorhanden, sich wichtig zu machen. So erlassen jetzt eine Anzahl von Personen, von denen wir neben unfern alten Freunden Nathan Schlesinger, Max Hirsch noch die Herren Sachse, Schäfer und Belling nennen wollen, in den Zeitungen eine Erklärung, in welcher sie verlangen, daß die zu wählenden Reichs- und Landtagsabgeordneten für folgende For- derungen eintreten: 1. die Ausstattung der wirthschaftlichen und gewerblichen Bereine mit der civilgerichtlichen Rechtsfähigkeit, unter Stellung liberaler Normativ-Bestimmungen; die damit verbundene gesetzliche Anerkennung des freien Kassenwesens, der freien, auf der Organisation dieser Bereine beruhenden Schieds- und Einigungsämter, ent- gegen den behördlichen ZwangSkasseu und den bureaukra- tisirten Schiedsgerichten; die Abwehr jeder Beeinträchtigung des KoalitionS rechtes; 2. den kulturstaatlich pflichtgemäßen Schutz für Leben und Gesundheit aller Staatsbürger, insbesondere der Kinder. der jugendlichen und weiblichen Arbeiter durch eine euer- giftbe Fabrik- und Handwerks- Gesetzgebung; 3. die Beseitigung der Ausbeutung der Gesellschaft vermit- telst der Pttvilegicn einzelner Gesellschaftsklassen, also des Papiergeld-Monopols der Privatbanken, de« Bau und VerwalwngS-MonopolS der Privat-Eisenbahn Ge- sellschasten; die Beseitigung der Zuchthausarbeit, insoweit sie der freien Arbeit schädigende Konkurrenz macht, und die Re- gelung des LieferungSwesenS im Interesse der freien Arbeit und der Gefammt-Jndustrie; die Ersetzung der unter allen Umständen ungerechten Verbrauchssteuern durch die progressive Einkommensteuer; und endlich, waS zu dem Allen die Unterlage bildtt: 4. die Ermöglichung einer humanen und den StaatSzwecken entsprechenden Jugendansbildung für Alle durch die von jedem kirchlichen Einfluß zu befteiende, unentgeltliche, in ihren Zielen wesentlich zu hebende Volksschule, sowie durch die mit derselben organisch zu verbindende Fott- bildungSschule. Mit Stolz und Hohn können wir auf diesen Wunschzettel blicken; wie jener Chalif können wir ausrufen: was davon gut ist, steht in unserm Programm, was nicht darin steht und im Berliner Wunschzettel enthalten, ist überflüssig oder taugt nichts. Wie radikal hört sich Punkt 3 an:„Die Beseitigung der AuS- beutung der Gesellschaft vermittelst der Privilegien einzelner Gesellschaftsklassen". DicS scheint ja ein Hauptcoup gegen die Bour- geoisie zu sein; aber so empören sich nicht die betteffenden Unter- zcichner gegen ihre Brotgeber, und kleinlaut führen sie den Inhalt des Satzes 99', Prozent mildernd fott:„also des Papiergeld- Monopols, des Monopols der Privatbahnen." Wodurch, hochge- lehrte Herren Unterzeichner, z. B. Hr. Hirsch und Ihr neuer Freund Hr. Belling, unterscheidet sich das Privilegium des die Bahn bauenden SttonSberg von dem Privilegium deS die Lokomotive bauenden Borsig? In Bezug auf die Arbeiter, die in beiden Un- teruehmungen angestellt sind, gar nicht, und dieses ist doch sicher die Hauptsache. Man frage die Herren Unterzeichner, die in Punkt 2„Pflicht- mäßigen Schutz für Leben und Gesundheit aller Staatsbürger" verlangen, ob sie, zur Beseitigung der Tausende hinmordendcn langen Arbeitszeit, für den Normalarbeitstag stimmen würden. In Punkt 4 plaidiren sie für Jugendbildung; jeder Arbeiter weiß, wie solche bei heutigen Verhälttuffen möglich ist. Durch folgende fast spaßhafte Satze wird die Erklärung ein- geleitet: „Am 13. September d. I. sind die unterzeichneten VettrauenS- männer einer größeren Anzahl fortschrittlicher Wähler der Haupt- stadt zu dem Zweck zusammengetreten, um für die bevorstehenden Wahlen sowohl zum preußischen Landtage, wie zum deutschen Reichs- tage zu wirken. Darüber, m welchem Sinue und in welcher Weise sie dies zu thun gedenken, wollen sie zunächst sich zu ihren Mit- bürgern und Mitwählern aussprechen. „Wir sind— das sagen wir an erster Stelle, um Mißver- ständnissen vorzubeugen— durchaus nicht gewillt, eine neue und besondere Partei zu bilden, oder auch nur mnerhalb unserer alten, nämlich der Fortschrittspartei, welcher wir seit Jahren Alle thätig angehören, auf eigene Hand zu operiren. Unsere politische Ueber- zeugung und Gesinnung hat sich in Nichts geändert." Als„Vertrauensmänner" einer größeren Anzahl von Wählern geriren sich diese Helden! Wir fragen, mit welchem Recht maßt sich Hr. Hirsch und sein neuer Freund, Hr. Belling, dieses Prä- dikat an? Ein Vertrauensmann muß gewählt sein; nirgends aber hat hier eine solche Wahl stattgefunden, und wer Herrn Belling kennt, wird es für eine Unmöglichkeit halten, daß ihn eine solche Wahl treffen könnte. Also maßen sich diese Herren unrechtmäßig einen solchen Titel an! „Wir wollen keine neue Partei bilden-c.", so winseln, gleich- sam zur Entschuldigung, diese Pseudo-Vertrauensmänner,„wir bleiben Alle bei der FottschrittSpartei, der wir seit Jahren Alle thätig angehören." Dies unterzeichnet auch Herr Schäfer, der Sprecher der freireligiösen Gemeinde. Bis vor kurzer Zeit hat Herr Schäfer der demokratischen Partei angehött und dte Fortschrittspartei bekämpft. Sollte Herr Schäfer, seinem ehemaligen Kollegen Herrn Sachse zu Liebe, freiwillig seine Gesinnung geän- dert haben, oder ist ihm von dem Vorstand seiner Gemeinde der Brodkorb etwas höher gehängt worden? Sonst stimmt es aller- dings; diese Pseudo-VettrauenSmänner mit ihrem neuen Programm gehören der Fortschrittspartei an, die seit 20 Jahren das Volk hänselt. An der Sache wird dadurch Nichts geändett, daß vielen hervorragenden Mitgliedern dieser Pattei, wie Löwe und„unser Fritz Harkott", dieses Programm, besonders ß 1, zu radikal ist. Aber dieS kennzeichnet ihre Schwache; in den wichtigsten Puntten verschiedener Meinung, wagen sie doch nicht sich zu trennen, weil sonst nur Atome übrig bleiben würden. Ihr Haß gegen die So- zialdemokratie hält sie wiederum zusammen. Vielleicht siegt dies- mal noch die Fortschritts-, die Bourgeoispartci in Berlin; in einigen Jahren wird hoffentlich die„Kaiserstadt" wirklich unser sein. Fl. Seesen, 22. Sept. Am Sonntag, den 21. d., fand in Osterode eine Volksversammlung statt, an welcher auch C. Wolf aus Braunschweig, sowie mehrere Patteigenossen aus Theil Seesen nahmen. Zu Vorsitzenden wurden Klingenberg(aus Osterode) und Hoberück, zum Schriftführer O eh l mann(aus Seesen) ge- wählt. Ueber den Gegenstand der Tagesordnung:„Die Äewerk genossenschaften", referirte C. Wolf in eingehendster Weife. Nach- dem derselbe erklärt hatte, es sei nöthig, daß zwischen den Arbeitern ein Meinungsaustausch bezüglich ihrer Lage stattfinde, wies er darauf hin, daß dieselben vereinzelt nicht im Stande seien, für eine Berbesserung ihrer Verhältnisse zu wirken, und daß, da auch die Arbeitgeber sich mehr und mehr vereinigten, nm den gerechten Forderungen der Arbeiter einen Damm entgegensetzen zu können, und einzelne Arbeiter, welche für.die Rechte ihres Standes ein- träten, sehr vielen Verfolgungen ausgesetzt seien, ein Zusammen- gehen aller Arbeiter nothwendig sei. Der Redner zeigte sodann, daß zum Proletariate nicht nur die Handarbeiter, sondern auch der niedere Beamtcnstand und viele geistige Arbeiter gehötten, und empfahl dringend die Bildung von GewerkSgenossenschaften, wobei er klarlegte, welchen Nutzen dieselben auch für die Zukunft haben, und wie auch die Moral durch sie gehoben werde. Der Referent führt- ferner aus, wie daS Kapital, ohne von der Arbeitskraft befruchtet zu sein, völlig werthloS fei, sprach noch über die Nacktheile der Fabrikskrankenkaffen gegenüber den Genosscnschaftskassen und hob nochmals die Wichtigkeit der GewettSgenossenschaften hervor. Hier- auf setzte Oehlmann auseinander, daß durch den sich mehr und mehr entwickelnden Großbetrieb das gesammte Kapital sich in den Händen Einzelner konzcntrire, daß in Folge dessen der Unterschied zwischen Reich und Arm ein immer größerer werde, und. wies au" die enormen Uebelstände hin, welche dadurch in der heutigen Ge- sellschast um sich greifen, worauf er der Versammlung folgende Resolution zur Annahme empfahl:„Die heutige Versammlung sieht in der Bildung von Gewerksgenossenschaften das einzige Mittel, durch welches die schreienden sozialen Mißstände in der/ heutigen Gesellschaft beseitigt werden können, und durch welches Zustände herbeigeführt werden, unter welchen Jeder, der seine Pflichc erfüllt, auch seine» vollen Rechtes theilhaftig wird."— Diese Resolution ward einstimmig angenommen und beschlossen, dieselbe im Wochen� blatte veröffentlichen zu lassen. Nachdem noch mehrere der Anwesenden, worunter namentlich der Gastwirth Schräder, in gediegener Weise ihrer Sympathie für die Arbeiterbewegung Ausdruck ver liehen hatten, ergriff Wolf nochmals das Wort und sprach über die häusig sehr gedrückte Lage der Kleinmcister, wobei er darau hinwies, daß dieselben mehr und mehr zu Lohnarbeitern herab- sinken. Die Versammlung, welche in würdigster Weise verlief und auf alle Anwesenden einen äußerst günstigen Eindruck zu machen schien, schloß mit einem Hoch auf den Vorsitzenden Klingcnberger, welcher duich seine anerkcnnenswerthe Thätigkcit für die Arbeiter- fache sich mannigfache Maßregelungen zugezogen hatte, und sich des- halb genöthigt sieht, Osterode Lebewohl zu sagen. („Braunschweiger VolkSfteund"). Kannover. Seit einem Jahre bildeten sich hier mehrere Ge werkfchaftsvcreine und erhielt hierdurch die Arbcitersache einen mächtigen Aufschwung; zu verwerfen ist aber, daß von Seite des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins die Gewerkschaftsvereine als Agitationsfcld für seine spezifischen Zwecke benutzt werden, wodurch die Gewerkschaften auscinandcrgerissen werden. Gelingt das Zer- störungswerk nicht, dann ist man infam genug, im„Neuen So- zialdcmokrat" die Fehde gegen dieselben fortzusetzen. DaS lehrt der Strike der hiesigen Tischler. Dessen ungeachtet werden die Gewerkschaften floriren, denn die Masse der Arbeiter gelangt weit eher durch Erfahrung als durch Belehrung zu der Einsicht, daß die heutigen ökonomischen Zustände unhaltbar sind, und mehr als andere Organisationen sind die Gewerkschaften die Schule prakti scher Thätigkeit. Gleichzeitig mit dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein sinnen auch die Arbeitgeber aus Mittel und Wege, wie den Gewerkschaften ein Damm entgegengesetzt werden könne; und da sind sie denn auf den Einfall gekommen, ein Central-ArbeitSnachweiSbureau zu gründen. Dasselbe befindet sich Marktstraße No. 59. Ter Nach- weis ist unentgeltlich. Arbeiter allerorts! Was von einem solchen Unternehmen, ins Leben gerufen von Arbeitgebern, für Euch Er- '■prießliches zu erwarten ist, das auseinanderzusetzen habe ich wohl nicht nöthig. Es wird genügen, wenn ich Euch warne, von dieser Seite auf kein Engagement einzugehen. Mit Gruß F. Schaure. Hieße«, 25. Sept. Die Nummer 88 des„Volksstaat" enthält eine Notiz aus Gießen, auf die ich folgendes erkläre: 1) daß in einer Versammlung der Schuhmacher-Gewerffchaft der Stempel an F. Löber für wenige Kreuzer verkauft, 2) daß das vorhandene Geld unter die Anwesenden vertheilt, 3) von den Theilern eine Gesellschaft,„Heiterkeit" benamset, gegründet wurde, wofür der Stempel verwendet ward. Dies wurde mir als That ache von Partei- und GewerkSgenossen mitgetheilt. Auf mein Befragen beim jetzigen Bevollmächtigten Simon erhielt ich die be -tätigende Antwort, indem er hinzufügte, nicht anwesend gewesen zu sein, sonst hätte er es verhindert. Dem Parteigenossen Z. er- llärte Simon im Beisein von Parteigenossen E., das Geld sei vertrunken worden. Aus Vorsicht lud ich den Schuhmacher Döhn .n die Spies'sche Wirlhschaft. Derselbe war in jener Versamm- lang anwesend und bestätigte Alles, meinend, das Geld sei hier gesteuert, könne daher auch getheilt werden; auch glaubte er nicht, daß die Gesellschaft„H." Geld oder Stempel wieder herausgebe. Dies der Sachverhalt und die(von Simon bestätigte) von mir in die Welt geschleuderte Unwahrheit. Wenn nun gesagt wird, „Alles befindet sich im Besitz der Gewerkschaft", so hege ich dennoch starken Zweifel, der durch die Notiz noch erhöht wird, deren Schluß lautet,„daß wir die Gelder nicht in dem uns vorgeworfenen Sinne verwendet, ist daraus zu schließen, daß alle benachbarten Strikes von hier aus unterstützt wurden". Sonderbarer Schluß! Da vor Monaten ein Strike von hier unterstützt wurde, ist es unwahr, daß heute daS Geld in dem vorgeworfenen Sinne ver- wendet d. h. getheilt wurde. Wo aber, wann und wie viel sind der„alle benachbarten Strikes", die von hier aus unterstützt wur- den? Man zähle aber das Wiesbadener Geld nicht mit. Zum Schluß ersuche ich die Interessenten, eine Untersuchungscommission aus Partei- und GewerkSgenossen zu wählen, damit ich den Be- weis der Wahrheit meiner Mittheilung antreten kann. Mit sozial-demokratischem Gruß Orbig, Vertrauensmann. Isrankfnrt a. M., 27. Sept. Abrechnung des hiesigen Steindrucker-Strikes. Von den Collegen Nürnbergs gingen ein durch Ch. Meyer 120 fl.; vom Verein für Fortbildung der Buch- vruckcr und Schriftsetzer Leipzigs 50 Thlr.; vom Sennefelder Verein Hamburgs durch Fenk 42 Thlr.; durch F. Huhn 20 Thlr.; von den Collegen Darmstadt's 7 fl. 30 kr.; von den Collegen aus Kreitz'« 6 Thlr. 15 Sgr.; von den Collegen aus Bielitz 3 Thlr.; von den Collegen aus Chemnitz 10 Thlr. 10 Sgr.; von den Buchdruckern Frankfurts 50 fl.; von den Buchbindern 4 fl. "21 kr.; Werthpapier-Druckerei Dondors 15 fl. 12 kr.; vom Allge- meinen deutschen Arbeiterverein 5 fl.; sozialdemokrattsche Arbeiter- Partei 2 fl. 45 kr. Indem wir allen Gebern hiermit danken, bitten wir um Entschuldigung wegen der späten Abrechnung und ersuchen zugleich, den Zuzim noch fern zu halten, indem noch 15 Mann ohne Arbeit sind. Mit Gruß G. Müller. I. Lauth. (Ter mitunterzeichnete Müller ist derselbe, der sich gegen unsere Frankfurter Parteigenossen in den maßlosesten Angriffen ergeht. Wenn wir trotzdem die Einsendungen des Herrn Müller aufnahmen, so geschah dies lediglich im Interesse der Sinkenden, und au« demselben Grunde veröffentlichen wir auch obige Abrech- »ung. D. R. d. B.) AamKerg. Montag, den 8. September, hatten wir hier eine Volksversammlung, in welcher Herr Walster aus Dresden refc- rirte. Tages-Ordnung war:„Die Arbeiterbewegung und die Reichstagswahlen". Die Versammlung war sehr gut besucht und wies Redrer in einunddreiviertel-stündiger Rede schlagend nach, daß der Arbeiterstand heutzutage gar kein Recht habe gegenüber den andern Klassen, ja daß man denselben noch auf alle mögliche Art und Weise beschränke und verfolge. Es sei die höchste Zeit, daß sich die Arbeiter vereinigen, um das zu erkämpfen, was man ihnen ungerechter Weise verweigere. Sodann ging der Redner auf die ReichstagSwabten über und betonte, daß, wenn wir auch von dem jetzigen Reichstage für das arbeitende Volk nichts Gutes zu hoffen hätten, wir doch AllcS aufbieten müßten, bei den nächsten ReichStagSwahlen Männer in denselben zu bekommen, die für daS gesammte arbeitende Volk etwas Gutes zu schaffen Willens und im Stande wären, und nicht solche, die zu allen Herzenswünschen der Fürsten und Consorten ja sagen. Um nun zu erreichen, daß wir Arbeiter allerorts tüchtige Parteigenossen in den Reichstag bekommen, werden auch wir Bamberger Arbeiter uns rüsten zu der nächsten Wahlschlacht. Darum auf, organisirt euch. Der Verttauensmann: A. Mamme. Henf. Man schreibt uns über die famose Nachtwächter-Ab- schiedS-Fanfare Bakunin's:. Von einem„Zurückziehen" aus dem politischen Leben kann bei Hrn. Bakunin nicht die Rede sein. Ebenso gut könnte man von einem Fisch, der im Netz zappelt, sagen: er„ziehe sich zurück". DaS Netz, in dem Hr. Bakunin zappelt, ist von trefflichem Stoff und so gut geflochten, daß der gefangene Fisch auch nicht die leiseste Aussicht hat, durchzuschlüpfen und machte der Fisch auch noch so viel faule Fische. Der bärbeißige Mar« war seiner Zeit in dem stählernen Netz des Vulkan nicht sicherer aufgehoben als der bärbeißige Renommist Bakunin in dem papiernen Netz, das ihm die Kommission deS Haager Kongresse« über den Kopf ge- warfen. Und dieses Papiernetz wird nimmer zurückgezogen werden� gleich dem Stahlnetz, das Mars und die lustige Frau Venu« um- spann. Es hält seine Beute fest, bis sie sich zu Tode gezappelt hat. Oder will Hr. Bakunin vielleicht die Aechtheik der von der Kommission veröffentlichten Aktenstücke bestreiten? Mit dem- selben Recht und derselben Aussicht auf Erfolg könnte er bestreiten daß er Bakunin ist. So gewiß Bakunin eplstirt, so gewiß sind die betreffenden Aktenstücke von Bakunin, und so gewiß schlagen diese Aktenstücke Bakunin moralisch todt. Oder haben es schon gethan, wie die Todesanzeige beweist, welche er sich eigenhändig in dem reaktionären Genfer Journal geschrieben hat. Denn eine Sclbst-TodeSanzeige ist Ä, und weiter nichts. IClltlftllttl De» hiesigen Abonnenten zur Kcnntniß, daß der \i-hl II flll III BolkSstaatpreis pro Quartal in zwei Raten erhot en wird» und zwar die erste Hälfte beim Beginn des Quartal«, die zweite Hälfte bei Beginn de« zweiten Monat«. Monat«- Abonnements find gleich zu entrichten an Unterzeichneten. O. Rofenhatn. XL. Bestellunaen werden von dem Obigen sowie in der Restauration Meßmer freundlichst entgegen genommen. Leipzig Verkehrs-Lokal und Arbeits-Nachweis für Sattler! und Berufsgenossen Friedrichsstraße 5, bei Halliger._(4c») CSnmhltrn Sozialdemokratische Arbeiterpartei. �lilllUlliy Die Versammlung findet erst am Montag, den« 13. Okt., Abend» 9 Uhr, im großen Saal von Hansch, Schauenburger- 1. straße 14 statt. C Tagesordnung: Vortrag von Geib über den RetchStag und dicf> nächsten ReichStagSwahlen._______(2a) � Gewerkschaft der Holzarbeiter. Köln Warnung für Solche, die nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika auszuwandern gedenken. Da jetzt in den Vereinigten Staaten allenthalben große Ar- beitSlosigkeit herrscht, und selbst solche Arbeiter, die schon lange in irgend einer Stadt gearbeitet haben, trotz wochenlangen SuchenS jetzt massenhaft ohne allen Verdienst sind, das Finden von loh- nender Arbeit für die Eingewanderten mithin noch schwieriger ist, so warnen wir alle auswanderungslustigen Arbeiter Europa's, ihr Vorhaben so lange aufzuschieben, bis sich hier bessere Aussichten bieten. Im Austrage der Sektion IU. der Internationalen Arbeiter- assoziation von Chicago. Brüderlichen Gruß und Handschlag Jac. Winnen, Sekretär. 139 West. Polkstt. Erklärung. Den Geithainer Parteigenossen hiermit zur Nachricht, daß der Artikel in No. 86 deS„Volksstaat" nicht von mir herrührt. Wil- Helm Lehmann hat ohne mein Wissen und Willen Mißbrauch mit meinem Namen getrieben; ich würde längst im„Volksstaat" ge- antwortet haben, habe mick aber von anderen Genossen abhalten lassen, indem ich es in Narsdorf thun sollte, da aber in der Eni- gegnung der Geithainer meine Person etwas sehr stark kompro- mittirt ist, so sehe ich mich gezwungen, dies hiermit öffentlich zu thun. In Narsdorf wird sich daS Weitere finden. Rochlitz, den 2. Ottober 1873. Mit sozialdemokratischem Gruß Franz Louis Endtmann. Berichtigungen. In der Note über die Haftbriefe unter der„Politischen llebersicht" in Nr. 92 muß es heißen: Vermittelst dieser»„Hastbriefe", die auch Pri- vaten in dlsneo(anstatt:„Schwarz auf Weiß") zur Verfügung gestellt wurden;— in blanco, d. h. unausgefüllt, mit einer leeren Stelle ür den Namen» der hineingesetzt werden soll.— In dem Artikel:„Wie ein Graf sich die Arbcilerftage gelöst denkt"» in derselben Nummer, muß es panern et circonses heißen» was mehrere Male und mehrfach falsch gesetzt ist.— In dem Artikel:„Ein Harmonieapostel in der Klemme", muß es etwa in der Mitte der ersten Columne(Sp. 2» S. 1) Hand- werker(statt Mechaniker) heißen. Briefkasten der Rcdaction. I. in Cassel: Nachdem beide Theile zu Worte ge- kommen» halten wir die Sache der Oeffentlichkeit gegenüber für erledigt. Brnstn in Berlin: Wird erledigt. E. M. in Dresden: Wenn Sie wirk- lich fromm sind, so wenden Sie sich an einen Pfaffen; wir erklären Ihnen nun ein- für allemal, daß wir uns nicht weiter einlassen. der Expedition. Von Geh. u. Wlf Warschau: 4. Qu. 16 Gr. Masch. Stppr Hamburg: Ann. 16 Gr. Arb.-Part. ebcndas.: Annonce Thlr. 1. 25. Hamb.-Altonaer Töpferver.: Ann. 28 Gr. G. Klöpfcr Kännstadt: 1 Volksstaatschuldschein gratis zurück. F. Mllr Braunschw.: 3. Qu. Thlr. 25. 20. L. Nnsty Werschetz: Ab. u. Schr. Thlr. 3. 29. F. Brn Schw.-Gmünd: 3. Qu. Thlr. 1l. 12. 5. O. Stlzr Reudnitz: 2. Qu. 12 Thlr. H. Bglr Werdau: 3. Qu. Thlr. 12. 7. A. Thl Wien: 4. Qu. Thlr. 2. 4.» Schr.: 6 Gr. Stgr New-Uork: 4. Qu. 16 Gr. Schb Düsseldorf: 4. Qu. 16 Gr. A. Rdtk Königsberg: 3. u. 4. Qu. Thlr. 4. 16. 6. A. Klhr hier: Ann. 15 Gr. A. Wbs Forste: 3. Qu. Thlr. 5. 18. 7. Schndb Brundöbra: Schr. 5 Gr. G. Slr. Kaisers- lautern: Schr. Thlr. 5. 21. 4. A. Rrg Mauche: 4. Qu. Thlr. 1. 5. Rchrt Chemnitz: Ann. 17 Gr. Uhle das.: Ann. 4 Gr. O. Rschn Cob- lenz: Ab. Ottbr. 25 Gr. W. Bdng Berlin: Ann. Aug. Thlr. 2. 22. Brthl Janovic: 4. Qu. Thlr. 1. 4. Hffm«gram: 4. Qu. Thlr. 1. 4. Hrm hier: Schr. 2 Gr. Mndstm Zürich: V.-St. Thlr. 6. 26, Schr. Thlr. 1. 12. Lst Colporteur hier: 3. Qu. Thlr. 4. 28. 5. Kspk Ber- lin: 4. Qn. Thlr. 1. 5. A. Fld Reichenberg i. Böhm,: 4. Qu. Thlr. 19. 17. Dr. VIklt Wien: 3. u. 4. Qu. 3 Thlr. Wlff hier: 4. Qu. 16 Gr., Schr. 3 Gr. Lhmnn Rochlitz: Ihre letzten Ann. können nicht aufgenommen werden; die eine ist schon zweimal inserirt worden, in anderer Fassung unzulässig.__ Zum Reichstagswahlfond. Durch W. Badinz gesammelt in einer Berliner Eigarrenfairik durch Fischer 1 Thlr. 4. 5. Äussorderung. Der srübere Vertrauensmann der Partei in Düsseldorf, Hr. E. Reichelt, wird hierdurch aufgefordert, umgehend seine Adresse an die Expedition de«„Volksstaat" einzusenden.(2a) Anzeigen:c» StllUttfdjÖJCijJ Metallarbeittr!Gcwcrtt°gcn-ssenschaft. Die Versammlungen finden jeden Mittwoch Abend regelmäßig bei Schellbach, alte Knochenhauerstraße 13 statt. Der Bevollmächtigte: fS.f L. H. Müller, Scharrnstraße 22, II. Sonntag, den 12. Oktober, vierte« Stiftungsfest, ver-jl bunden mit Concrrt und Festball mm Besten de« Krankenunterstützung«- Da Bunde«. Int Lokale de« alten Kuhberg«.— Anfang Abend» 8 Uhr. j — Entree 7,/j Sgr. Die Mitglieder der Partei sowie der Gewerkschaften und Fachvereint erhalten EiutriU«karttn zu 5 Sgr. im Bereinslokal, Follerstr. 99—101,.. Sonnabend» von 8 Uhr, sowie Sonntag» von 10 Uhr Morgen« an. _ Da« FestcomUs.(*>)C Internationale Gewerkschaft der Maurer u. Zimmerer.?� KtiPM Dienstag, den 7. Ottober, Versammlung bei Zeidler» Windmüdlenstraße 7. jn Tagesordnung: Der Normalarbeitstag. Ref.: Fink. Zahlreiche« Erscheinen ist Pflicht. DU (taihllrt forbcrn olle Mitglieder der Internationalen Metall-.. arbeiter- Gewerk« gmosseuschaft auf, Montag bei Arnolds pünkilich zu erscheinen, da die Lokalfrage auf der T.-O. steht. lev * ch« en er, en Ch «r Süddeutscher Ardeitertag in Mainz. Sonntag, den 12. Lctober, im Saale des Hrn. Garetz(Mitternacht): Eröffnung Mittags halb zwei Uhr.— Tagesordnung: 1)|Ut Ueich»- tagswahl. Referenten: M. Kaiser(Mainz), ErHardt(Mannheim). 2) Dit Wahlagitation und deren Organisation zum nächsten Reichstag. Referenten: Löbenberg(Darmstadt), Leyendecker(Mainz). 3) Die „Süddeutsche Volksstimme". Referenten: Sabor(Frankfurt), Zirfaß (Mainz). Wir ersuchen die Parteigenossen Süddeutschlands, sich diesen Tag zu*.. merken. Es hängt von diesem ein großer Theil unserer politischen Existenz in Süddeutschland ab. Wir erwarten daher zahlreiche Bec»Wt ttetung. Tie Verttauensmänner von:'eil Mainz, Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach, IG« Mannheim, Heidelberg, Kaiserslautern, ein Kreutznach jc. ic. j(tf] XU. Wir bitten, dem schon in Händen verschiedener Vertrauensmänner»�� sich befindlichen Circulär, welches den Arbeitertag auf den 5. Sc fla vir lober bestimmte, keine Berücksichtigung zu schenken, da tristige.» Gründe die Mainzer Mitglieder bewogen, denselben auf den 12. Oc- tob er festzusetzen. [36] Der Vertrauensmann von Mainz: PH. Müller. kai fe( Den Parteigenossen zur Nachricht, daß alle Mon- � itVll'VlIUvI'll tag Abend Versammlung stattfindet im Storchen- �tf nest, Kirchgasse.„Volksstaat" und„Süddeutsche Volksstimme" liegen au« ihr bei Gastwirth Lang, Bahnhofstraße, und bei Gastwirth Müller, Mauritius- na: platz. Bestellungen auf den„Volksstaat" nimmt entgegen a,a 2a)_ Konrad Roth, Marktplatz Nr. 3, Hinterhaus. Ihel Schweizer Kräuter-Blumen-Thee, � au« dem Canton Glaru« dirett bezogen, ein erprobte« Mittel gegen Ber-',nl i«er-' schleimung, Brustkatarrh:c., wie vorzüglich zur Blutreinigung, da« Packet W 3 Ngr., 4 Stück 10 Ngr. gegen baar, sowie � chweizer Kräuter-Käse n in Stücken in-'!, und'/z Pfund. Preis 10 und 7 Ngr. da« Stück,° 1 gegen baar oder Postvorschuß, empfehle ich allen Parteigenossen zu freundl. Abnahme. Wiederverkäufern Rabatt. Elia« Reimensberger, (2a)_ au« Markirch im Elsaß. di< s° ne Wir sind gern bereit, zur Unterstützung unser« wegen Verbreitung der Sozialdemokratie im Elsaß gemaßregelten 6öjährigen Parteigenossen ei, Bestellungen aus oben genannten Thee und Käse entgegen in nehmen. Die Expedition dis„Volksstaat". Für Parteiblätter! Ein in Berlin ansäsfiger Parteigenosse wünscht Parteiblättern gegen billige« Honorar mit Correspondenzen zu dienen. Adressen s»b C. F. 10 beliebe man der Redaktion de«„Volksstaat«" einzusenden.__J August Delitzsch, Schneider — in Reudnitz, Täubchenweg Nr. 32— empfiehlt sich den Parteigenossen und Lesern de»„Volksstaat" zur An- ferttgung moderner, gutsitzender Herrengarderobc unter reellster Bedie- nung. Stoffe werden nach Musterkarte in schöner Auswahl geliefert. Getoerkschaftsverwaltungen. Gewerkschaft der Holzarbeiter: Borfitzender Th. Do eck, Hamburg, Erste Vorsetzen Nr. 13, Kassirer H. Somann, Altona, Adolphstr. sstr. 32. Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer: Vorsitzender Heinr. Ricke, Braunschweig, Schöppenstedterstr. Nr. 50, Kassirer Wilh. Weißensee, Braunschweig, Kupfertwiete Nr. 8. Gewerkschaft der Schneider: Borfitzender H. Schöffel, Chemnitz, Zimmerstr. 16. Gewerkschaft der Schuhmacher: Vorsitzender W. Bock, Gotha, Berg 37, Kassirer A. Köllein, Gotha, Hützelsgasse 16. I«ternati»n»le MerallarbeitergewerkSgcnossenschaft: Vorsitzender Rich. T. I. Wolf, Chemnitz, Lindenstraße 8, Kassirer Carl Herm. Hickethier, Themnitz, innere Rochlitzerstr. 30, 3. Etage.__(ml)_ de Vi di na J> de P sei de di E ur de § eli IHji ei, ü( Ut de n» Bekanntmachung. Die Vertrauensmänner oder Filialexpeditionen derjenigen unmöglich ist, ihren vollen Bedarf an' pro viertes Quartal(Oktober— Dezember) U Orte, für welche es Volkssiaat-Excmplaren pro vwricv � durch die Post zu beziehen und demnach die Filiale beibehalten, � werden hiermit aufgefordert, unS hiervon unter Angabe der be� gj nöthigten Zahl von Exemplaren baldigst Nachricht zu geben.» Der Versandt geschieht jedoch nur dann, wenn das Abonnement für das dritte Quartal vollständig berichtigt ist. Filialen, die am 1. Oktober noch restiren, oder von welchen uns Nachricht über das Fortbestehen derselben nicht zugegangen, werden für aufgehoben erachtet. Für Sachsen und HerzogthuN Altenbnrg werden neue Filialen nicht errichtet. Leipzig, 9. September 1873. Die Erpeditiou des„Volksstaat". Liipziz Gerinttr.»i,h«tt«nr».Caiver.(Redaktion«uh«xpedittt'i Zetzerltt. 44). D.'ick uu»»erlsg der SeurAeufchestsbuchdrackerei.