mlM !hwl lvis� lag, nt- un!> den Be� siere eer- und I WieS «hm««8« und vnch- kM 3a» und üXtakel es. AStl'U�pckttt»»« ffi* kU B�iialgtin Staat«: I. 1. Catgt, K» 1«1 Hebokcn, H. 3, G. R. LI»»«««», »». lla-kc« et»,-rm. m. Der Volkskaal W lAottamiatspreb: H» Krenß« wcl. Gtempel- L I Sg»., für dt« übrig« Ich« Staat«« 16 Sgr. pr» Quartal. fEMut«• ftk*«miK«t( «Mik« M all« Deutsch« Usfiaustalt« aus dm Z. n. L ÜMCt». aus dm». M». »at desesder«»nzenomme», k» Rar Sachs« u. Hrzgth. Oachs.-Ältmblirz auch aus da« 1. Vkmat k 6« /, Gg». Mt$ES*KKUa. OrgakdersozialdemokrattschenArbeUerparteiundderinternationalenGevierksgenossenschasten. Nr. 100 Sonntag, 19. HKtoöer. 1873. Das Heer des Älassrustaats. von JCjll Jj ach, tini, aal« und der in» .) iter- ze'« lit' ich Bekanntermaßen war unsere Bourgeoisie in der guten alten Z«t, da sie noch liberal war und an den eigenen Liberalismus Slaubte, eine eiftige Gegnerin der stehenden Heere, in welchen sie Werkzeuge deS Despotismus erblickte, unvereinbar mit jedem frei- Etlichen und gedeihlichen Staatsleben. Jndeß wie von anderen Äugendschwärmereien ist unsere Bourgeoisie auch von dieser zurück- gekommen; sie hat sich überzeugt, daß stehende Heere zwar Werk- iluge des Despotismus, aber zugleich auch vortreffliche Waffen gkgcn die rebellisch gewordenen Arbeiter sind, und daß sie, mag chre Existenz sich hundertmal nicht mit einem freiheitlichen und Rechlichen Staatsleben vertragen, den Interessen der besitzenden Klassen um so förderlicher sind. Es ist wahr, die stehenden Heere kosten viel Geld— aber die Zahlung läßt sich mit Leichtigkeit cius das arbeitende Volk wälzen— ja wälzt sich schon von selbst varauf kraft des herrschenden Produktions- und Besteuerungs- shstemS. ES ist wahr, die stehenden Heere verführen die Herren »llr Staatsruder zu Kriegen, welche dem Handel und der Industrie Ichaden— indeß auch die Hauptnachlheile deS Kriegs lassen sich N'S arbeitende Volk schieben, und überdies bietet der Krieg ja herrlich« Gelegenheiten zur Bereicherung, wenn man nur hübsch lange Finger, ein weites Gewissen und einflußreiche Freunde hat. und die Nachtheile für die Freiheit! Bah, wer spricht heutzutage »och von solchen Kindereien in gebildeter Gesellschaft! Genug, daS stehende Heer mag kosten, was es kosten will,— eie Bourgeoisie hat die Kosten nicht zu tragen, dafür aber hat sie R Dienste deS stehenden HeereS gegen die»Feinde der inneren Ordnung", die Zerstörer des„Eigenlhumö", der»Familie" und lonstiger schönen Dinge und Lügen, die zu ihrer Existenz noth- Mendig sind. Und mit Vergnügen votirt daher die Bourgeoisie "p aus des arbeitenden Volkes Tasche— das Budget für die leidigen Maschinen zur Niederschicßung des arbeitenden jßolks. Da schwatzen Piofessoren und andere Leute von„Lösung R sozialen Frage", schreiben Bücher, halten„Congresse" mit sK Ellenreden; die Regierungen organisiren internationale Stieber- �lonstrenzen zu demselben Zweck, und doch ist bis jetzt außerhalb da.«er sozialistische,, Partei nur ein einziges, wirkliches, erusthasteS, �(jlRiktisches Heilmittel aufgetaucht und wiedeiholentlich zur Anwen- gekommen: Nieverschießung der Arbeiter. Der Rest �hdas«--- hcchlerlsche oder konfuse. In Frankreich, England, -Belgien, Preußen, Oesterreich— kurz, überall die rührendste Ein- stimmigkeit in Bezug auf diese Panacee*). Da nun aber die Kur üicht vorgenommen werden kann ohne Leute, welche die Nieder- schießung der Arbeiter besorgen, und da das stehende Heer aus- brücklich für dieses GesellschastsrettungS-Geschäst abgerichtet wird, 1° können wir mit vollem Recht sagen: Die Lösung der s�ozia- ken Frage im heutigen Staat heißt— stehendes Heer. Daß die Bourgeoisie ihre Abneigung gegen das stehende Heer �gelegt hat, kann man ihr darum auch nicht verargen, oder gar i" als Inkonsequenz anrechnen. Sie hat einige Illusionen verloren, °aS ist Alles. Indem sie jetzt den Säbel anbetet und Millionen und Milliarden dem stehenden Heer in den Rachen wirft, handelt � nur in ihrem wohlverstandenen Klasseninteiesse. � Indessen die Arbeiter so sans fa�on**) todlschießen, hat doch „„»ch�cherlei Unangenehmes.„Blut ist ein ganz besonderer Saft"; �sUnsern Bourgeois ist nie nachgesagt worden, daß sie gern Blut stießen sähen, und es unterliegt keinem Zweifel, sie würden eine �Unblutige Lösung der sozialen Frage vorziehen. Nur immer hu- �sicnchcm!(gfn todtgeschossener Arbeiter repräsentirt ja obendrein zeü'ch? und so viel Thaler pro Jahr, die dem Herrn Bourgeois in jchfUe Tasche wandern. Wozu das Huhn schlachten, das die gol- » J/eue« Eier legt? Gibt cS kein Mittel, es zum Eierlegen zu jjotJstlvuigx,,? Nicht durch direkten Staatsbefehl, was den heuti- i>ow�n Gewohnheiten zuwider, aber durch friedliche Aktion des �taatS-Jnstruments zur Lösung der sozialen Frage, deS stehen- eu Heeres? jta't l.. Gedacht hat man schon vielfach daran; auch schon verschiedent xitt-'che praktische Versuche gemacht. In Deutschland, England, Frank- mi�lch, Oesterreich sind Soldaten schon zu industriellen und land- virthschaftlichen Arbeiten„kommandirt" worden, zum Theil in der lavi Ausgesprochenen oder doch offen zu Tag tretenden Absicht, die nicht 0?*''Ulsormirten„freien" Arbeiter zu Paaren zu treiben. In Bel- ihiu P,l.en, dem kontinentalen Muster-Klassenstaat, sucht man neuer- Erst die Hungerkur. Dann die Blut- und Eiscnkur. Das ist die Lösung der sozialen Frage durch das stehende Heer— die einzig mögliche im Klassenstaat. J Ii«' d-i den iH rtiti' vet' hast ig ?'UgS Methode in diese friedliche Aktion des Militärs zur Lösung bC'fc'i sozialen Frage zu bringen und den Soldaten wirklich„pro- uktiv" zu machen. Nach der letzten Nummer der„Jnternatio- d.$" scheint dort die Anordnung getroffen worden zu sein, bei j'tifea sofort Soldaten an Stelle der ausgetretenen tbwfc„ eiter einzustellen. Ein soeben in Lüttich vorgekommener Ru, wo 12 Arbeiter, welche Lohnerhöhung forderten, Knall und * lall auf Befehl der Militärbehörde durch Soldaten ersetzt wurden, . �utet anf systematisches Vorgehen. Und warum nicht? „ b.««,e'st so natürlich, so im Einklang mit dem Wesen d»«, eastaatS, daß wir nicht im Mindesten zweifeln: die in- ör* Verwendung der Soldaten zum Behuf der„Regulirung RoeitSmarktS" im Interesse der Bourgeoisie, das heißt, zum "ohnherabdrückung. wird bald allgemein zur An- bnrtfc"8 Spangen. DaS stehende Heer löst dann nach jeder Rich- 2 3 hm die soziale Frage im Bourgeoissinn: > es beschützt die Bourgeois vor dem Klassenkampf, in Gestalt von StrikeS, indem es die Arbeiter aus- x.-I) hungert; es beschützt die Bourgeois vor dem Klassenkampf, in Gestalt von Aufständen, indem es die Arbeiter todt schießt ,0"' Tin Mittel, das Alle« heilen soll. '*)> Ohne alle Umstände. Der Quistorpschwindel hat gerade so geendet, wie wir es zu Anfang voraus sagten: die vornehmen Gönner und Gönnerinnen, Helfershelfer und HelferS- helfe: innen des stommen Spitzbuben haben Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um den Baukrout abzuwenden; und als sich schließlich herausstellte, daß trotz ausgedehntester Staatshilfe der Spekulations- Rattenkönig des„deutschen Langrand" sich nicht am Leben erhalten lasse, richteten sich alle Anstrengungen der hohen und höchsten Herrschaften darauf, den gaunerischen Schützling ver- mittelst eines Fallschirms vor allzu jähem Sturz zu bewahren. Und letzteres ist auch gelungen. Was freilich nicht zum Verwun- dern, wenn man bedenkt, daß der Kaiser-Köuig Wilhelm sich in Person„sehr lebhaft für Herrn Quistorp interesstrte" und daß ein Bruder des Kaiser-Königs, Prinz Karl, sowie Beider Schwägerin, die Königin� Wettwe(hinterlassene Frau Friedrich Wilhelms IV.) sich für den beireffenden Ehrenmann nicht blos platonisch, sondern auch sehr materiell mit bedeutenden Geldsummen„interessirt" haben. In welcher Ausdehnung direkte Staatshülfe durch die Kö- nigliche Bank und Seehandlung geleistet wurde, ist noch nicht fest- zustellen, da der ganze Apparat des Berliner PießbureauS syste- matisch daraus hinarbeitet, das Publikum in dieser skandalösen Angelegenheit zu nasführen und die Wahrheit hinter einer Wolke von ganz- oder halbunrichtigen Angaben und zweideutigen Dementis zu verhüllen,— ein Bestreben, in welchem das Preßbureau von der Mehrzahl der sogenannten unabhängigen Blätter natürlich aufs Eifrigste unterstützt wird. Außer dem oben erwähnten Eingreifen Hoher und höchster Herrschaften lassen sich aber trotzdem schon jetzt folgende zwei Thatsachen konstatiren: 1) das Preußische Mini- sterium hat in der einen oder anderen Form zu Gunsten des Herrn Quistorp zu interveuiren gesucht; und 2) die Preußische Staatsbank hat sich für selbigen Herrn Quistorp, als dessen Sturz bereits von jedem Vernünftigen vorher gesehen wurde, in einer Weise engagirt, welche sich wider durch daS Gesetz, noch durch den Gebrauch rechtfertigt. Letzteres hat man offiziell ein- gestanden, indem einer der Bankvirektoren plötzlich verabschiedet und zum Sündenbock für den Bankvirektor Dechendt gemacht wurde, dessen Mitschuld übrigens nur auf Kosten seines gesunden Menschenverstands weggeleugnet werden kann. Die Summen, um welche Herr Quistorp, Dank seinen Protek- toren, das Publikum betrogen hat, erheben sich aus ungefähr 20 Millionen Thaler! Und Dank dem von den nämlichen Pro- tektoren ihm dargebotenen Fallschirm hat Herr Quistorp bis auf den heutigen Tag>(13. Oktober) die gerichtliche Erklärung deSBankrourS umgehen, und einen beträchtlichen Theil der Summe, um die er das Publikum beschwindelt, sich priva- tim sichern können! Wir entnehmen nun noch dem Börsenbericht des„Handels- blattS" der„Frankfurter Zeitung" vom 13. d. nachstehende Be- merkungen über diese, unsere heutigen Staats- und Gesellschasts- Verhältnisse so grell beleuchtende und so scharf charakterisirende Angelegenheit: „Die Leser der„Frankfurter Zeitung" waren seit Anfangs August auf dieses für jeden nüchternen Beobachter unvermeidliche Ereigniß(Bankrout QuistorpS) vorbereitet. Einen neuen Langrand nannten wir damals diesen traurigen Faiseur(Macher). Und in der That ist auch die Aehnlichkeit eine frappante. Wie Langrand hatte Quistorp in kurzer Zeit eine ganze Reihe von Anstalten aller Art ins Leben gerufen, die alle miteinander in Verbindung waren. Wie Langraud gehörte auch Quistorp zu den„Frommen". Beide erfreuten sich der wärmsten Protektion hochgestellter Persönlichkeiten. Beide bringen weniger die eigentlichen Börsenkreise, als das Privatpublikum in Verluste. Diese Verlufte, von denen fast aus- schließlich Norddeutschland betroffen ist, werden auf mindestens 30—40 Millionen Gulden geschätzt. Herauskommen dürfte für die Actionäre nicht viel, da die halbwegs guten Objecte mit Hy- potheken belastet sind. Ob und wie weit noch andere Berliner Gründer- Gruppen den Folgen ihrer schwindelhaften Operationen, und dem einmal grasstreuden Mißtrauen erliegen werden, muß sich nun bald herausstellen. Im Interesse deS gesammten Verkehrs wäre eS unstreitig besser gewesen, man hätte den Sturz QuistorpS nicht vierzehn Tage mittelst allerlei künstlichen Rettungs- versuchen aufzuhalten versucht. Wir haben dies gleich am ersten Tage ausgesprochen, und eS wundert uns nur, daß so gewiegte Kaufleule, wie Diejenigen sind, welche zu einem speziellen Hülfskomitee zusammengetreten waren, sich erst so spät von der völligen Aussichtslosigkeit ihrer Anstrengungen überzeugt haben sollen. Erklären läßt sich die Sache nur in der Weise, wie sie von einem unserer Berliner Correspondeuten dargestellt worden ist; daß nämlich das Comitee nicht Quistorp, sondern dem Haupt- bankdirektorium zu Hülfe eilen wollte, weil letzteres in der Quistorp'schen über die ihm durch Statut und Reglement ge- zogenen Grenzen hinausgegangen war." So weit die„Frankfurter Zeitung." Eine gerichtliche Untersuchung nickt blos des Quistorpschwin- delS selbst, sondern deS Quistorp-„MitschwindelS" wird schwerlich zu vermeiden sein— aber das Resultat der Untersuchung wird genau daS der gegen Wagcuer niedergesetzten Königlichen Kommission sein— Nichts-- Der bekannte Fundamentalsatz des Constitutio- nalismus lautet: Der König kann nicht Unrecht thun. Aus dem konstitutionellen Rothwclsch in gewöhnliches Deutsch übersetzt heißt dieS: Wer die Gewalt hat, hat immer Recht, und kann ungestraft thun, was er will. Politische Uebersicht. — Nationalservil.„Roch hat die europäische Presse die Betrachtungen nicht erschöpft, zu welchen ihr die Reise deS Königs von Italien Veranlassung gegeben, und schon wird der öffentlichen Meinung ein neues FriedenSpfand(!) geboten in dem Besuche, welchen der deutsche Kaiser*), wie nunmehr definitiv feststeht, in den nächsten Tagen dem österreichischen Kaiserhofe abstatten wird." Diesen nationalservilen Blödsinn lasen wir am vorigen Sonntag in dem Hauptorgan der— Fortschrittspartei, an der Spitze des„Wochenberichts" der Berliner„Volkszeitung". Nun, ein neuer Beitrag zur Illustration der alten Thatsache, daß Fort- schrittler und Nationalliberale Früchte ein und desselben Baumes sind, und sich blos dadurch von einander unterscheiden, daß die Nationattib raten nüchterner und— ehrlicher sind. Der Fort- schrittler ist ein Nationalliberaler mit etwaS mehr Illusionen und politischer Heuchelei. Voilä tont. Doch das im Borbeigehen. Wir nannten obigen E-guß„nationalservilen Blödsinn". Der Ausdruck ist stark, aber sicherlich berechtigt. Zeugt es nicht von der vollständigen Abwesenheit alles historischen BlickeS, ja alles Nachdenkens, den persönlichen Bewegungen irgend eines Individuums, und sei dieses Individuum ein gekröntes Haupt, maßgebenden Einfluß auf den Gang der politischen Ereignisse zu- zuschreiben? Das weiß heute jeder Schulbube— oder würde eS wenigstens wissen, wenn ächt wissenschaftliche Geschichtswerke nicht aus unseren Schulen und höheren BildungSanstalten verbannt wären— genug, jeder Mensch, der seine Nase in ein Wissenschaft- liches Geschichtswcrk, z. B. Buckle, gesteckt hat, weiß heutzutage, daß manche„großen Männer" und großen Herren auf der Welt zwar schon recht viel Unheil angerichtet haben, daß sie aber an dem allgemeinen Gang der Entwicklung gerade so unschuldig sind, wie das Heupferd der Fabel an dem Fortfahren des Wagens. Nicht blos vor ihren Kammerdienern, sondern auch vor der Ge- schichte, der kritischen— nicht der bedienten- und Mythen- haften, legendären(sagenhasten)— Geschichte, verlieren die großen Männer ihre Größe. Die Gesckichte hat scharfe Augen; sie ent- deckt die Toilettengeheimnisse, die falschen Waden, die falschen Fe- dern; und ist nicht so diskret, wie ein Kammerdiener, ihre Ent- deckungen für sich zu behalten. Es gibt zwar sogenannte Geschichts- schreiber, die eine kammerdienerliche Diskretion üben, z. B. Prof. Sybel**), allein das sind eigentlich auch keine Geschichtsschreiber, sondern Kammerdiener, welche die falschen Waden und Federn ihrer„Herrschaften" nicht blos zu respektiren, sondern auch anzu- legen und hübsch herauszuputzen haben. Ist es nun an sich schon ein Beweis mangelnder Kenntniß der historischen Entwicklungsgesetze, in dem Besuch, welchen ein Mo- narch dem andern abstattet— ganz abgesehen von der notorischen Herzlichkeit solcher Besuche— ei»„Friedenspfand" zu erblicken, so ist dies in dem vorliegenden Falle doppelt unpassend und lä- cherlich. Oder sollte es der„Volkszeitung" etwa unbekannt sein, daß die gestrenge Dame Geschichte bereits angefangen hat, die Toilettengeheimnisse des in Rede stehenden Monarchen(des Hel- denkaisers) zu verrathen? Hat die„Volkszeitung" nichts von den„Enthüllungen" der Benedetti und Lamarmora gehört? Ist es der„Volkszeitung" verborgen geblieben, daß ein gewisser Monarch im Jahr 1866 auf's Entschiedenste gegen den Krieg mit Oesterreich war— sicherlich eben so ernstlich wie in diesem Moment—; daß aber„daS Pferd, welches immer am Graben stillstand", zuletzt doch hiuübersetztc— um daS stallduftende Bild des„genialen" Bismarck zu gebrauchen—-? Ist daS Alles der„Volkszeitung" unbekannt? Aber sie hat ja selbst über die betreffenden Bücher geschrieben— welche sie darum freilich nicht gelesen zu haben braucht. Jndeß wir wollen eS annehmen, um das Sündenregister des„Organs für Jedermann" nicht noch mehr zu belasten. Wir fragen also die„Volkszeitung": Erstens: wer und waS bürgt ihr und uns dafür, daß daS„Pferd" nicht noch einmal über den Graben springt? Und wenn nicht dieses„Pferd" — ein anderes? Und wenn nicht über diesen„Graben", über einen anderen? Und zweitens: wodurch unterscheidet sich der nationalservilstc NationalserviliSmus der nationalservilen Presse von dem NationalserviliSmus deS Duncker'schen Organs der Fort- schrittspartei? — Zum Kapitel von der politischen Enthaltung. Daß die politische Enthaltung, oder Enthaltung von der Politik in Wirklichkeit nur die Enthaltung von revolutionärer� de|- mokratischer Politik bedeutet und auf die Ausübung contre- revolutionärer, un demokratischer Politik hinausläuft, haben wir wiederholt hervorgehoben und begründet. Unsere Leser werden sich der traurigen Rolle erinnern, welche die Anhänger des Hrn. Ba- kunin in Frankreich gespielt haben, und wie zwei der intimsten Freunde deS Hrn. Bakum»— Blanc und Richard— offen in'S Lager des Bonapartismus gelaufen sind. Jetzt haben wir ein neues, vielleicht noch skandalöseres, Seitenstück zu verzeichne». der letzten Nummer des Hauptorgans der belgischen Jnternatio- nalen, die leider auf die Bakunin'schen Leimruthen gerathen sind in Nr. 243 der Brüsseler„Internationale"—, befindet sich *J Im Original gesperrt. **) Siehe dessen Geschichte de« Revolutionszeitalter«— das verlogenste, servilste, und widerspruchvollste Machwerk, da« je zusammcnge- schmiert worden ist. eine, G. Durand unterschriebene, Correspondenz aus Paris, welche das erzinfame und erzdumme Allianzprojekt des Hrn. Portalis auf» Wärmste befürwortet und den Pariser Arbeitern die Be� lcidigung anthut, zu sagen, sie seien mit demselben eiuvei standen. Nach Hrn.„G. Durand- hat PortaliS„der Revolution einen großen Dienst geleistet". Die Republik an die Bonapartistcn verrathen— ein der Revolution geleisteter Dienst!„Revolu tion" ist also diesen Bakunisten identisch mit BonapartiSmuS. Wir nehmen Akt davon.— Bon den belgischen Arbeitern aber erwarten wir, daß sie sich solche Patrone vom Hal« schaffen. — In der„St. Iohanner Zeitung" lesen wir: „Für eine bedrängte Familie! An Euch, Kameraden, die Ihr einen pflichtgetreuen und braven Soldaten zu schätzen wisset, und an Alle, denen ein fühlendes Herz in der Brust schlägt, richten wir die Bitte: tretet zu einem Werke der Barm Herzigkeit zusammen! Der ehemalige Feldwebel Powitz, der wäh- rcnd einer 3jährigen Dienstzeit nicht ein Mal bestraft worden und dem von allen Seiten die glänzendsten Atteste zucrtheilt wur- den— der seine späteren Funktionen pflichtgetreu ausübte und als 40jähriger Mann noch freiwillig mit in den Krieg zog—, dieser Mann steht elend und hilflos da,— man hat ihn, der sich einer felsenfesten Gesundheit erfteut, von Amtswegen als „brustkrank" bezeichnet, und deshalb findet er keine Anstellung! Die Verzweiflung hat seine Frau in den Wahnsinn gestürzt, seine fünf Kinder müssen im Elend aufwachsen— die Kinder eines braven Mannes, eines langgedienten braven Soldaten! Können wir einem solchen Jammer zusehen, ohne die Hand zu rühren? „Kameraden und Mitbürger! Der jetzt in der Welt umher- irrende und fast an Gott und der Welt verzweifelnde Powitz, den nur sein Patriotismus dem Verderben überliefert hat, wird selbst zu unS sprechen. Kommen wir am Sonntag den 11. Oktober, Nachm. 3 Udr, zu Ritzdorff, hören wir seine Leidens- geschichte auö seinem Munde, nehmen wir Einsicht von den Akten, Zeugnissen und Empfehlungen, und dann, wenn wir von seiner Unschuld alle Beweise haben, dann wollen wir unser Herz sprechen lassen. Kommt; kommt auch Ihr Frauen, die Ihr den Schmerz einer Frauenseele am besten zu würdigen versteht, helft einer Mit- schwester daS schwere Leid mildern! Einige Krieger." Wenngleich uns nun dünkt, als ob ein Feldwebel von„felsen- fester Gesundheit" sich ganz wohl dazu bequemen könne, zu ar- beiten, wozu er ja keine„Anstellung" braucht, so wollen wir doch nicht die Rücksichtslosigkeit übersehen, mit welcher ein Soldat „von AmtSwegen" ohne alles Weitere als„brustkrank" bezeichnet und damit für alle Staatsstellen unzulässig gemacht wird, obwohl man weiß, daß er ganz gesund ist. Wir haben hier ein Stück jener preußischer Militärwirthschaft, welche erlaubt, daß jeder„Vor- gesetzte" nach Belieben an den„Untergebenen" sein Müthchen kühlen kann. Sollte fteilich daS bekannte„Ehrgefühl", welches nach der Theorie von Roon-Plötz dem Feldwebel in ordonnanz- mäßig höhenm Grade innewohnen muß, als dem„gemeinen Sol- daten", den Feldwebel Powitz daran verhindern, sich zu Arbeiten, vielleicht Handarbeiten, zu bequemen, welche mit seinem„Ehrgefühl" nicht übereinstimmen, so müßten wir bedauern, kein Mitleid mit ihm haben zu können; denn wer da glaubt, daß Arbeit, welcher Art sie auch sei,„des Königs Rock" schände, der mag auch zu sehen, wie er sich an seinem„Ehrgefühl" satt essen kann. Es hat Minister gegeben, welche mit ihrer„Arbeit" des Königs Rock weit mehr geschändet haben, als je einem Stcinklopser oder Rinnstein- seger möglich wäre. Wer sich dies Alles genau überlegt, der mag in dem Feldwebel Powitz ein Opfer brutaler prcußifcher Miliiär. wirthschaft erkennen und sich darüber freuen, daß seine Kameraden erkannt haben, daß ihn sein„Patriotismus" dem„Verderben über- liefert" hat. Powitz und seine Genossen brauchen weder an Gott noch an der Welt zu verzweifeln, wohl aber dürfen sie verzweifeln an dem blöden Wahn des heutigen„Patrioiismus". — Am 23. Oktober soll in Leipzig ein„allgemeiner Handwerkertag" zusammentreten. Dieser Handwerkertag hat den ausgesprochenen Zweck, einen Bund der Arbeitgeber gegen die Arbeiter zu gründen, und dazu die schon bestehenden Handwerker- vereine in einer umfassenden Organisation zu vereinigen. Der Statutenentwurf besagt wörtlich:„Man will sowohl im Allge- meinen die politischen, sozialen und gewerblichen Interessen der selbständigen Arbeitgeber wahren, als auch insbesondere auf die Herbeiführung und Erhaltung gesitzlich geregelter Verhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sowie zwischen Lehrherrn und Lehrlingen bedacht sein." Dies bedeutet nichts Anderes, als daß die Handwerksmeister gesonnen sind, sich eine Organisation zu geben ähnlich derjenigen der Fabrikanten. Der projektirte „Arbeitgeberbund" dürste somit aus dem Gebiete des Klein- gewcrbeS werden, waS der„Fabrrkanlenbund" auf dem Ge- biete der Großindustrie. Die Arbeitgeber wollen auch beim Klein- aewerbe solidarisch handeln, um allensallsige Forderungen der Ge- sellen und Gehilfen, die ihnen nicht passen, zurückweisen zu können. Wir wissen schon, waS das heißt. Was nun vollends das Lehr lingSunwesen betrifft, so werden die Kleinmeister nicht im Stande sein, da eine heilsame Entscheidung zu treffen. Daß die Kleinmeister gezwungen sind, die Lehrlinge aus alle nur mögliche Weise auszubeuten, dafür sorgt schon der gesellschaftliche Entwick lungSprozeß, welcher sie immer mehr dem Proletariat zutreibt. In- dessen gerade die Thalsache, daß die Kleinmeister� sich gezcn die Gesellen organisiren wollen, zeigt zur Evidenz, daß sie ihre gesell schaftliche Stellung falsch auffassen. Sie suchen die Großindu- striellen, die Fabrikanten nachzuahmen und bemerken nicht, daß sie damit dew Untergang ihrer Klasse eminent beschleunigen. Ein Kleinmeister, der die Arbeiterbewegung auf Grund der sozialdemo Akratischen Prinzipien auffaßt, wird sich der Organisation, die der Handwerkertag schaffen will, nicht anschließen. Er weiß, daß nicht die Gesellen, nicht die Arbeiter es sind, welche seine gesell- schastliche Stellung erschweren, sondern er erkennt seinen Haupt- fand in der Concurrenz dcS Großkapitals. Statt sich also ängst- lich vor seinem unerbittlichen Feind auf die Knie zu werfen, wird er vielmehr erkennen, daß nur der Arbeiter stand hier helfen kann, indem er die Macht des Kapitals bricht. Er wird auch nicht erwarten, daß der Arbeiterstand seine(des KleinmeisterS) Klasse zu erhalten strebt, sondern er wird, indem er dem gesellschaftlichen Prozeß unterliegt, kläftig mitmirken an der Abschaffung der Klassen- Herrschaft. Alles andere ist Humbng! DaS Kleinmeister- und Kleinbürgerthum ist der Auflösung versallen und davor rettet weder das Kuranzen der Gesellen, noch daS Schulmeistern der Lehrlinge! -— Aus der Hauptstadt der Gottesfurcht und frommen Sitte schreibt die„Volkszeitung": „ES giebt in der ganzen Residenz wohl kaum einen Stadt- trole stehende prostituirte Dirnen und 54 sogenannte„LouiS". Diese Ziffern beziehen sich jedoch nur auf die polizeilich angcmel Veten resp. in eigener Wohnung angesessenen; die Zahl der„wil- dew' Dirnen und anderen Gesindels, welche« namentlich in der KönigSmauer, deren Häuser meist zwei Ausgänge haben, wovon einer nach der Neuen Friedrichsstraße führt, und die wie Dachs höhlen und Schlupfwinkel des Verbrechens angelegt sind, spottet jeder Berechnung. In dem mit der KönigSmauer in Verbindung stehenden Hause Klosterstraße Nr. 112 wurden in dem Zeiträume von einer Woche 22 Prostituirte gefunden." Die frommen Sittenverbesserungsversuche deS Polizeipräsidenten haben nicktS genutzt und werden nichts nutzen. Im„Staat" der „Milliarden", der„schönen Kavalleriegefechte", der Stieber-Bis- marck-Wagener-Ouistorp ist die infamste Prostitution gerade so nothwendig wie der Schlamm in einem Sumpf. E» scheint echter Berliner Witz zu sein, der zener lieblichen Gegend den Namen Königsmauer" gegeben hat. — In Boston(Nordamerika) erscheint der„Pionier", ein Blatt, das den bornirten BourgcoiS-RepublikanismuS predigt. Der Redakteur deS„Pionier", der bekannte flegelhafte Herr Heinzen, scheint in Deutschland entweder Schurken oder Narren zu Corre- spondenten zu haben, denn in No. 39 seines Blattes lesen wir iu einer Correspondenz„auS Norddeutschland": „Bekanntlich hatte die österreichische und preußische Regierung Ende vorigen Jahres eine Commission niedergesetzt zur Unter- suchung über das Treiben der Sozialdemokraten, von deren Erfolg nichts verlautete, bis dann jetzt die„V. Z." den Schleier zu lüften beginnt und berichtet, daß der von Seiten Preußens be- kannte G h. RegierungSrath Wagener, welcher mit der Commission betraut war, gleichzeitig Schriften gegen die Bourgeoisie anfertigen ließ und im Interesse der Regierung(?) in seinem Namen ver- öffentlichte; als Verfasser derartiger Schriften nennt man die Hrn. von Schweitzer, Liebknecht u. s. w., welche dafür recht gut be- zahlt wurden, obgleich der größte Theil des Regierungsgeldes in Hrn. Wagener'S Tasche floß. So hat denn dieser musterhafte Gründer noch nebenher die sogenannte volkSvcrderbliche Richtung des Liberalismus bekämpft und als Kunst der Ausbeutung ver- dämmt. Hier fällt wieder ein eigenthümlicheS Licht auf die bo russische Regierung, daß sie gerade diesen Menschen anstellen mußte, um durch ihn die sozialistischen Agitationen und deren StaatSgefährlichkeit zu ermitteln und Vorschläge zu erhalten, wie Dem zu begegnen sei; es fehlt nur noch, daß man diesen Geh. RegierungSrath mit der Untersuchung der Eisenbahn-Schwindeleien benaut hätte." Also der Correspondent des Herrn Heinzen! Entweder glaubt Herr Heinzen die gegen Liebknecht geschleuderte Lüge selbst nicht und dann ist er ein Schuft, weil er sie doch abdruckt und dem Publikum als baare Münze verabreicht; oder er glaubt sie und dann. wollen wir ihm verzeihen, dann ist er— Nichts für ungut! — ein Esel. Das Letztere ist uns das Wahrscheinlichere. Wir wollen hier nicht weiter darauf aufmerksam machen, daß schon die Zusammenstellung Schweitzer's mit Liebknecht eine Infamie ist, wir wollen nicht weiter ausführen, wie gerade Liebknecht es war, der unablässig den Schweitzer in seiner wahren Gestalt den Arbeitern vorführte, auch nicht weiter daran erinnern, daß Liebknecht schon vor Iahren in öffentlicher Reichstagssitzung den Schweitzer als den Doppelgänger de« Herrn Wagener bezeichnete— wenn aber die„Bezahlung", die Herr Heinzen Liebknecht vorwirst, in einer zweijährigen Festungshaft besteht, dann ist eS allerdings ehrenvoller, für den unablässigen Kampf gegen alle Unterdrückung solche„Bezahlungen" anzunehmen, als wie ein gewisser Heinzen auszureißen und drüben über dem Ozean den großmäuligen Hans wurst zu spielen. Im Uebrigen wollen wir insofern Mitleid mit Heinzen haben, als jedenfalls sein„Correspondent" ebenfalls nichts mehr und nichts weniger als ein Doppelgänger Wagener'S ist. Nur Agenten Wagener'S können die Frechheit besitzen, solche in- same Lügen zu sabriziren und nur ein Heinzen kann sich dazu hergeben, diese Fabrikate zu verbreiten. DaS Weitere sei deshalb dem traurigen Menschen geschenkt! von deS Arbeiter« Blut und Schweiß sich mästet, epistirt, werde» wir auch von geopferten Leben und Gliedmaßen zu hören bekom- wen; dagegc» wird nicht aufzukommen sein. Wohl aber»st tl unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß in solchen Fällen, i» denen der Kapitalist offenbar verpflichtet ist, wenigstens mit Geld und Unterstützung gut zu machen, was gut zu machen möglich ist, er auch dazu angehalten wird. Unsere Parteigenossen wollen als» überall, wo Arbeiter während ihrer Thätigkeit im Dienste det Kapitals verunglücken, den Angehörigen und Hinterlasseuen der Verunglückten den Rath geben, auf Grund des Hastpflichtgesetzes ihre Entschädigungsansprüche zu erheben, da« Resultat derselbe« aber in der Parteipresse zu veröffentlichen. Wir wissen, daß es der deutschen Bourgeoisie unter Anführung deS kleinen LaSker im Reichstag gelungen ist, durch Einschiebung entsprechender Bestimmungen in da» Haftpflichtgesetz den Haupt- theil ihrer Verpflichtungen in schamlosester Weise auf die Schulter» der Arbeiter abzuwälzen und in den meisten Fällen sich ihrer Verpflichtung ganz zu entziehen. Aber darum ist eine Aenderung nothwendig, und diese, ist nicht eher möglich zu erreichen, bis durq evidente, gerichtlich festgestellte Fälle die Schwindelhaftigkeit oder Unzulänglichkeit des Gesetzes vor aller Welt an den Pranger gestellt wird. bezirk, durch den sämmtliche Behörden so viel belästigt weiden, gung, welche er auf Geheiß des Arbeitgebers in der Nähe der als in dem von 43 Häusern gebildeten, schmutz'gen, engen Gassen'»Transmission vornahm, von dieser erfaßt und so zugerichtet wor- des Kalands- und Kleinen Iüdexhoses und der Königsmauer. Nach den amtlichen Listen wohnen in denselben 346 männliche — In Dresden erscheint seit längerer Zeit ein aus dem Rep tilienfond gegründetes Blatt, das sich, gleich seinen aus gleicher Quelle in Frankfurt a. M., München w. gegründeten Namensbasen,„Dresdner Presse" nennt. Als Bismarck'scher„Sauhirt" sunktionirt an dem genannten Blatte ein gewisser Dr. Döhn, der sich gleichmäßig durch servile Gesinnung gegen seinen Herrn und Meister in Varzin, wie großes Mundwerk und denunziatorischeS Auftreten wider die Gegner des„Genialen" auszeichnet. Besagter ReptiliensondSstipendiat bezeichnete nun kürzlich m seinem als AblagerungSplatz für Bismarck'sche Wünsche bestimmten Blatt als Hauptaufgabe des sächsischen Landtags unter anderm „ein entschiedenes Auftreten gegen reichsfeindliche Bestrebungen der Ultramontanen, der Partikularisten und der mit beiden Hand in Haud gehenden rochen Sozialdemagogen".— Nach Ansicht dieses Preßorganes haben also unsere„liberalen" Biedermänner in der zweiten sächsischen Ständekammer noch zu viel gcthan, in- dem sie sich damit begnügten, die Beschwerden der sächsischen Sozialdemokratie als„ungerechtfertigt" zurückzuweisen, sie häiten im Gegentheil den Eifer der Regierung, ihrer Polizei, ihrer Staatsanwälte und ihrer Richter durch direkte Aufforderung noch energischer vorzugehen anfeuern sollen. Eine solche Ausstacheluug zur Verfolgung einer Partei, die sich bisher streng innerhalb der von ihren Feinden gezogenen Gesetzesschranken bewegt hat, kann nur von einer vollständig mo- ralrsch verlotterten Partei ausgehen, von einer Partei, der im Gefühl ihrer nur auf Ungerechtiaseit, Gewalt und Raub beruhen- den Existenz, keine anderen Waffen, den Gegner zu bekämpfen, zu Gebote stehen, wie die rohe, brmale Gewalt. Wir geben dem Dresdner Reptilien fondSblatt, wie der ge- sammten liberalen Presse, welche seine Aeußerung abgedruckt hat, die ganz bestimmte Erklärung, daß wir, weit entfernt, Schrittx.der Liberalität nur zu weite, er Verfolgung der Arbeiterbestrebungen zu bedauern oder zu beklagen, im Gegentheil solche mit Freuden begrüßen werden, weil sie einfach in unseren Händen ein weiteres Mittel sind, die wankende Macht des Liberalismus zu untergraben und zu Boden zu schmettern. — Am 11. Oktober ist der Feuermann Gottftied Schulze in der Wolfram'schen Appretur zu Meeraue während einer Beschäfti- den, daß er Tags darauf starb. Es vergeht fast kein Tag, wo nicht aus diesem oder jenem und 462 weibliche Personen; darunter befinden sia> 43 bestrafte. Orte die Zeitungen von ähnlichen Opfern im Dienste der Kapital Weiber, 41 bestraste Männer und 76 unter sittenpolizeilicher Kon-! macht berichten. So lange daS Raubsystem der Bourgeoisie, das Zu den ReichStagswahlen. Wie die Zeitungen berichten, sollen bereits im Januar die Neuwahlen für den Reichstag stattfinden. Da dies als sicher an-! genommen werden darf, ist eS die höchste Zeit, daß unsere Partei- genossen sofort und überall die Wahlagitation mit Nachdruck vor-. bereiten. Um für einen solchen Zweck das nothwendige Material- zu liefern, erscheint in den nächsten Tagen im Verlag der Buch- Handlung deS„VolkSstaat" eine Broschüre unter dem Titel:„Diej Thaten des deutschen Reichstags und der Landtage",*) in welcher die Thätigkeit des Reichstags in seiner dreijährigen Legislatur-- Periode einer Kritik unterzogen und alle wichtigen Beschlüsse und' Gesetzentwürfe, gestützt auf aktenmäßiges Material, beleuchtet wer-! den. Ebenso sind diejenigen Handlungen der Landtage der Einzel- staaten, welche namentlich zur Charakterisirung der„liberalen� Bourgeoisie beitragen, hervorgehoben und kritisch behandelt. 3«� Anfang der Broschüre befindet sich zunächst ein Kapitel, betitelt: „Winke für die Agitation", in welchem vieljährige Erfahrungen mit besonderer Berücksichtigung der Wahlagitationen zusamme«- gestellt sind. Diesem Leitfaden für die Agitation folgen auSzugS' weise die nöthigen gesetzlichen Bestimmungen, die Jever, der mil der Agitation zu thun hat, kennen muß, um zu wissen, wie sich gegebenen Falles zu verhalten hat. ES sind dies die wichtig- t stcn Bestimmungen, der deutsche» Vereins- und Versammlung«- gesetze; 2) des ReichstazSwahlzesetzes; 3) der Reichswahlgesetzver-l ordnung; 4) des Reichsstrafgesetzbuches. Ihnen folgt das Pf»', gramm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei und eine Listsi derjenigen Reichstags- und BundeSrathSmitglieder, welche hervok-i ragend bei Gründungen betheiligt sind. Beiläufig bemerkt, eio< nette und sehr respektable Gesellschaft, welche besser als viele Boge« lange Auseinandersetzungen illustrirt, warum der Reichstag W die Regierungen nicht anders handeln konnten als sie gehandtstj haben. Die Broschüre, die 96 Seiten enthält, kostet per Stü 3 Szr. gleich 12 Kreuzer süddeutsch, im Dutzend per Stiil 2 Sgr. 5 Pfg. Die Parteigenossen wollen für ihre weiteste Verbreitung Sorg» tragen und insbesondere ersuchen wir die Parteipresse, sie ihre«' Lesern zu empfehlen. s II! ") Da« Format der Broschüre ist da« Normalformat für alle kiinH gen Seiten» der Buchhandlung de«„Volksstaat" zu vaösientlrchende» Broschüren." _ A Gewerksgenossenschaftliches. und Handarbeit� Gewerkschaft der Manufaktur-, Fabrik t Krankenkasse.) ßrimmitschau, 14. Oct. Allen Mitgliedern zur Nachricht, daß»! nachdem der zettherige Vorsitzende Kirchhübel sein Amt als Solche niedergelegt, sich die hiestge Borortsverwaltung genau nach de« Bestimmungen der dießbezüglichen Paragraphen des Gewerkschaft«! statuts constituirt hat. Die am 7. October er. stattgehabte Neu wähl ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender: Franz Gerhold. 2. Vorsitzender: Carl Pampel; Cassirer: Anton Pölsch. Sämmtliche Briefe sind von heute an zu richten an de« zweiten Vorsitzenden Carl Pampel, Turnhallenstraße 3030.«»J sämmtliche Gelder nebst Kassenberichten an den Cassirer Anto» Pötsch, ebenfalls Turnhallenstraße 303C. Zum Correspondenten des aus drei Mitgliedern bestehende« AufsichtSrathS ist Albrccht Thierfelder, Turnhallenstraße 312L er nannt und sind jedwede Mclamationen seitens der Mitglieder selbigen zu richten.) Mit collegialischem Gruß In Vertretung der VorortSverwaltu«!! F. Gerhold, Bors. ii ' gründe sich mit den"stipulirten Punkten einverstanden erklärt« Der Ausschuß übernimmt zur nächsten Generalversammlung g� die Verantwortung darüber, daß er aus Dringlichkeitsgründen Urabstimmung vorgenommen hat, umsomehr als ein bedeute«: Kostenauswand erspart wird, da einige tausend Statuten gedr> worden, was überhaupt im Circulair sehr deutlich angegebew u l» 3 n d et i# t» et eS m 'S 'S it- e« et »g er et 5« a- ei- ?t; ial! ch- viej her »r. md er- n in" Jffll :tt:| A«1 er nn' et tig- )tK r°' ißt' ein' and bell ,tüi litD stA'1 (retj Was die neuen Statuten anbelangt, so sind die Aenderungen derart, daß sie gegenüber den alten ganz gleichbleiben, waS Bieder- mann um so mehr bekaunt sein wird, als er selbst Protokollant bei der Generalversammlung war, und was den beabsichtigten Coup anbelangt, so bedarf es wohl nur der Erklärung, daß der Aus- schuß eS sich zur Pflicht gemacht hat, mehr Regelmäßigkeit einzu- führen, als es bis jetzt der Fall war. Und gerade die Dresdener Verwaltung sei zugleich aufmerksam gemacht, daß sie seit langer Zeit mit ihren Verpflichtungen im Rückstände geblieben, deren Erledi- gung der Ausschuß baldigst entgegensieht. Der Ausschuß betrat diesen Weg ungern, sah sich aber den andern Mitgliedschaften gegenüber dazu gezwungen und hofft, falls bie Dresdener Minorität weitere Ausfchlüffe wünscht, daß sie sich an die ihnen bekannte Adreffe des Ausschusses wende. Mit social-demokratischem Gruße Für den Ausschuß Rich. C. I. Wolf, Lindenstraße 8. Den Mitgliedern diene zur Kenntniß, daß laut Entschließung des Bayerischen Ministeriums der Beschluß des StadtmagistratS zu Augsburg,„wonach die Auflösung der Metallarbeitergewerks- genoffenschaft erfolgte" aufgehoben wurde. Der Entanckelung unserer Gewerkschaft steht nichts mehr im Wege und hat sich der Fachverein nunmehr dem Ganzen wieder angeschlossen. Mit Gruß und Handschlag Rich. Wolf. Pforzheim, 12. October. Sonntag den 23. September hiel- ten wir eine Abendunterhaltung i» der„Germania" ab, bestehend in Musik und Gesangsvorträgen, und hielt dieselbe die Theilnehuier in der fröhlichsten Stimmung bis zu später Stunde beisammen. Was den Besuch derselben anbelangt, so wäre derselbe schlecht ausgefallen, wenn uns nicht die Mitglieder der hiesigen Gewerk- vereine durch ihre Anwesenheit zahlreich unterstützt hätten. Wer die hiesigen Metallarbeiter kennt, wundert sich nicht, daß die Be theilignng von Seiten derselben eine schwache war. Man gehe nur die Straße entlang nach Brötzingen, da fallen Jedem ver- sckiedene Reihen von Baracken ins Auge, die ein hiesiger Fabri- kaut, der die meisten Metallarbeiter beschäftigt, für diese hat er bauen lassen. Unwillkürlich drängt sich die Frage auf, können das Menschen sein, die darin wohnen? Die Antwort giebt sich ein -Jeder selbst, der das Vergnügen hatte, dies Eldorado zu sehen, und dabei ist eine verhältnißmäßig hohe Mietbe zu zahlen. Doch wenn man bedenkt, daß es nnter diesen Arbeitern eine bedeutende Zahl giebt, die meistens die ganze Woche bis Nachts 12 Uhr arbeiten, und Samstags, Sonntags und Montags ihr einziges Ver gnügen darin besteht, in der Kneipe zu sitzen und sich toll und voll zu saufen, und deren einzige Unterhaltung das Kartenspiel ist, so wird man begreifen, daß solcken Menschen, die gleich dem lieben Vieh dahinleben, auch jeder Stall als Wohnung recht ist und auch in keiner anständigen den Geist und Gemüth erheiternden Unter- Haltung sich behaglich fühlen. Es ist daher auch ganz natürlich, wenn solche Arbeiter unsre Organisation und ihre Mitglieder be- schimpfen, denn von solchen Menschen ist nichts anders zu erwarten. Unsre Mitgliedschaft kann daher auch dreist behaupten, daß sie die intelligentesten und besser gestellten Arbeiter aufzuweisen hat. Was den Stand der Gewerkschaft hier anbelangt, so können wir vor- läufig mit demselben zufrieden sein. Vor 2 Monaten gründeten wir eine lokale Krankenkasse, und sind wir schon in der Lage, eine ansehnliche Summe auf hiesiger Sparkasse zu deponiren. Ferner haben wir ein unentgeltliches ArbeitsnachweiSbürean gegründet und befindet sich dasselbe bei Herrn Jacob Lenz, Bierbrauerei Hofs Neubau, 2 Treppen. Alle zugereisten Collegen bitten wir, sich nur an obige Adresse zu wenden. Der Bevollmächtigte. sdn«' ruH •m w en' rerl wet ewe> del> ühfl d-� J L0fj ,ut-e stZ auff c* hketl art« ä1, n itert1 edl» nl Correjpondenzen. Leipzig. Es ist erfreulich, daß der Verband für Buchbinder in der kurzen Zeit seines Bestehens es bereits zu einem eigenen urde entgegengehalten, daß die Vertrauensmänner keineswegs das Recht hätten, in dieser Sache selbstständig vorzugehen und das an sich berechtigte Mißtrauen gegen die Absichten der Fabrikanten �urde noch verstärkt durch die Auslassungen der Vertheidiger des Projekts, der Herren Schelle und Genossen, nach welchen die In- vaudenkasse mit der Krankenkasse, welche bekanntlich von den Fabri- anten bevormundet wird, eng verbunden sein müßte. Der Zweck .er gestrigen Versammlung war demnach, Klarheit über das vor- regende Projekt zu verbreiten. Ueber die Nothwendigkeit der Jn- alldenkasse herrsehte in Ansehung des Umstandes, daß weder die �hrikanten, noch der Staat oder die Gemeinde sich der arbeits- unfähigen Arbeiter angemessen annehme, nur eine Stimme, eben- 1° u>aren aber aucb alle Redner sich darüber vollständig klar, daß >e von den Arbeitern ausgebrachien Geloer unter allen Umstän- nnf�e" � bfrcn eigener selbstsländiger Verwaltung bifinden ümßten. Die Zugehörigkeit zu einer solchen Kasse dürfe nicht von °em Beschäftiglsein in den Fabriken etues einzelnen Ortes, oder gar in einem einzelnen Etablissement abhängig sein, mau werde sonst Erfahrungen machen müssen, gleich den Arbeitern in Zeltweg in Steyermark, wo der Graf DonnerSmark seine Fabrik mitsammt dem Eigenthum der Kranken- und Jnvalidenkasse verkaufte. Viele Arbeiter daselbst hatten einen erheblich besseren Lohn auswärts verschmäht, weil sie ihrer Jnvalidenversorgung nicht verlust-g gehen wollten, nun aber wurden sie, als sie ihr Recht bei den Ge richten suchen wollten, einfach entlassen, wodurch ihr Recht an der Kasse an sich verloren ging. In einem anderen Falle ging der Fabrikbesitzer mit den auS seinem Bankerotte geretteten Summen durch und nahm auch das Geld au» der Kasse sseiner Arbeiter mit, welche das Nachsehen hatten. Unsere Herren, fuhr der Redner fort, thun so etwa? nicht, wie man sagt(Gelächter), aber wo sollen wir dieselben denn überhaupt suchen? man könnte sie nur finden in den Bädern und großen Städten, denn in die Fabriken kom- men sie schon lange nicht mehr, da stinkt's ihnen zu sehr. Die Aktiengesellschaften bieten den Arbeitern gar keine Sicherheit, we- der in Bezug auf ausdauernde Arbeit, noch in Bezug auf das ihnen anvertraute Geld, daS bringt der herrschende Schwindel so mit sich. Heute gelten ihre Papiere ISO, in'/« Jahren zahlt man keine SO Thaler dafür, wie ein Fall in Chemnitz beweist, heute schätzt man das Vermögen einer Gesellschaft auf Millionen und es werden hohe Dividenden gezahlt, morgen zeigt eS sich, daß anstatt deS großen Besitzthums bloS ungeheure Schulden da sind. Außer- dem, wie viele Direktoren von Aktiengesellschaften sind auf Unter- schleifen ertappt und eingesperrt worden, die Menge derjenigen nickt gerechnet, welche man hat entwischen lassen! Treten Geschäfts- stockungen ein, wie es bei unserer unvernünftigen Produktionsweise von Zeit zu Zeit geschehen muß, so fällt es den Aktiengesellschaf- ten und Fabrikanten gar nicht ein, ihre Arbeiter der Invaliden lasse zu Liebe zu behalten, sondern man wirft sie ohne Weiteres auf die Straße. Das Alles fordert dringend, daß die Arbeiter sich mit ihren Kassen auf eigene Füße stellen. Sind 24,000 Tha- ler zu den Zwecken der Jnvalidenversorgung da, so möge man sie bedingungslos den Arbeitern geben, nicht aber sie als Leimrnthe für die. Gimpel unter den Arbeitern benutzen. Das Letztere werde fteilich ebenso sicher versucht we>den, als das erstere unterbleiben würde und deshalb möchten die Arbeiter aus ihrer Huth sein. Wie man in Bezug auf die Krankenkasse hinterlistig vorgegangen wäre(bei der letzten Wahl der Vertrauensmänner in der sächsischen Maschinenfabrik), so werde eS auch ferner geschehen. Die Vertrauens männer in gedachter Fabrik seien zwar gewählt, jetzt aber sind sie nicht mehr zu sehen, in letzter B�rtrauensmännersitzung war Einer davon anwesend. Die Frage wegen der mehreiwähnten 24,000 Thaler wurde nicht genügend aufgeklärt, da die Vertreter des im Veitrauensmänner-Kolleginm vorgebrachten Projekts sich trotz di- rekter Anfragen in Schweigen hüllten, nur so viel erfuhr man, daß der Kommerzienrath Hartmann 12,000 für die Zwecke der In- vatidenversorgung gestiftet habe, von welchen er die Zinsen noch bezieht, das übrige Kapital sollen andere Fabrikanten in Aussicht gestellt haben. Große Unklarheit herrschte auch darüber, wo die den Arbeitern abgezogenen Strafgelder hingekommen und ob dieselben etwa zur Bildung des fraglichen Fonds benutzt worden sind. Viele Redner behaupteten, eS sei darüber nie eine Abrechnung erfolgt, aus der Rede eines Mitgliedes konnten wir nur entnehmen, daß die fragliche Kasse in Hartmann's Fabrik einmal von einem Be- amten bestohlen worden sei; derselbe sprach auch von erfolgter Ab- rechnung, wir konnten aber nicht verstehen, ob sich das auf die von Hartmann gestifteten 12,000 Thaler oder auf die Strafgelder bezog.— Von einer Seite wurde geleugnet, daß die Fabrikanten hinter dem im Vertrauensmänner-Kollegium aufgetauchten Projekt ständen, dagegen wurde andererseits behauptet, in einer Fabrik hätten die Vertrauensmänner bereits Auftrag bekommen, eine Ab stimmung vorzunehmen und es seien ihnen die dazu nöthigen Stimmzettel schon ausgehändigt worden, was allerdings die sehr berechtigte Vermuthung bestätigen würde, daß es den Fabrikanten darum zu thun sei, die Arbeiter zu überrumpeln und mit der In validenkasse die freie Bewegung derselben noch mehr zu hemmen, als eS bisher mit der Krankenkasse schon geschieht. Dafür spricht außerdem noch der Umstand, daß die Arbeiter den Kampf für Selbststäiidigmachung der Krankenkasse bei letzter Verwaltungsraths- wähl siegreich aufgenommen habe. Endlich wurden noch die wahr- Haft empörenden Zustände, welche bei den Knappschaftsinvaliden- lassen der Bergleute im Lugauer Kohlenreoier herrschen, als ab- schreckendes Beispiel und zum Beweise dafür vorgeführt, wie sehr die Freiheit und das Nicht der Arbeiter durch solche Zwangskassen geschädigt werden. Nachstehende Resolution fand einstimmige An- nähme: „Die heutige Mitgliederversammlung d»r allgemeinen Krankenkasse für Maschinenfabriken nnd Gießereien der Stadt Chemnitz erklärt sich mit der Gründung einer In- validenkasse vollständig einverstanden, verwahrt sich jedoch entschieden gegen jede Bevormundung von Seiten der Fabrikanten in irgend welcher Form und beschließt, daß, falls eine solche Kasse errichtet werden sollte, dieselbe unter Selbstverwaltung der Arbeiter zu stellen sei." (Chem. Fr. Pr. Heyer, 13. October. Schon seit lanzer Zeit hat man keine Berichte im„Volksstaat" gefunden, die über irgend welche Thätig keit im hiesigen Kreise Kunde gegeben hätten; es ließe sich daraus leicht der Schluß ziehen, daß hier von Thätigkeit gar keine Rede sei. Dem ist jedoch nicht so; denn außer der Walster'schen Agita- tionSreise(Walster hat an 12 Orten im IS. Wahlkreis Versamm- lungen abgehalten) haben wir sehr schöne Beweise von Thätigkeit zu verzeichnen, und will ich einige hier erwähnen. Am 20. Juli fand in Lößnitz ein Arbeiteisest statt, bei welchem Arbeiter auS Schneeberg, Schlehma, Beida, Oelsuitz, Lugan, Stollberg, Her- merSdorf, Niederzwönitz, Geyer, Grünhain und den umliegenden Dörfern sich be'heiligten. Der auswärtige Festredner erschien nicht und so übernahm ich die Festrede, bei welcher ich Gelegenheit hatte, unsere warmen und innigen Sympathien für unseren tüch- tigen Parteigenossen Liebknecht, unseren früheren Vertreter im Reichstag, Ausdruck zu geben. Ich unterließ eS jedoch auch nicht, dem„Gründer", Dr. zur. Minckwitz, jetzigen Vertreter des 19. Wahlkreises, einige ruhrende Bemerkungen zu machen, die einen tiefen Eindruck machten. Den 10. August fand in Thalheim eine Volksversammlung statt, in welcher ich referirte und die sehr gut verlief. Den 23. August hatten die Grünhainer Parteigenossen ein Arbeiterfest veranstaltet, welches gut besucht war und einen günstigen Verlauf nahm. Bei demselben hielt Stolle(Crlmmit- schau) die Festiede. Ueber das Fest in Stollberg ist schon Er- wähnung in diesem Blatte geschehen und füge ich noch bei, daß ich außer diesen noch in Wilkau(den 3. August und 6. September) und in Neudörfel bei Zwickau(den 9. September) Volksversamm- lungen abgehalten habe. Gleichzeitig will ich hier etwa« erwähnen, daS für uns doch einige Bedeutung hat. In Sachsen bestehen die Wahlkreise ans so und so viel GerichtSamtsbezirken, und der 19. z. B. aus fol- genden: Schneeberg, Lößnitz, Hartenstein, Stollberg, Geyer und Grünhain. Nun werden aber von jetzt ab nach und nach mehrere Gerichtsämter außer Wirksamkeit gesetzt, wa« nothwendiger Weise, wenn die Reorganisation vollendet ist, eine Verändernng der Wahlkreise zur Folge haben muß. Im beregten 19. Wahlkreis nämlich fallen die Äerichtsämter Grünhain und Geyer au«,(letztere« tritt Ende dieses Monats außer Thätigkeit) und kommen nun alle dazu gehörigen Orte, außer Zwönitz', an andere Wahlkreise. Bleibt Grünhain bis zur Wahl ihätig, so ist die Möglichkeit vorhanden, daß der 19. Kreis, mit Hinwegfall des Gerichtsamtsbezirks Geyer, bestehen bleibt, und das wäre sehr nützlich. Jedenfalls gilt e«, die Sache abzuwarten, und werden wir nn« natürlich in unseren Vorbereitungen zur Wahl keineswegs beirren lassen. Parteigenossen! Ich benutze die Gelegenheit, Euch Allen zuzu- rufen: Seid thätig! Vorzüglich die Parteigenossen von OelSnitz, Zwönitz und andern Orten, wo es noch viel zu thun giebt, müssen baldigst eine erhöhte Thätigkeit entfalten, und glaube ich nicht von Neuem nöthig zu haben, mich Euch zur Verfügung zu stellen, da auch Kräfte von Außen gern bereit sind, hier zu wirken. Also auf! Ihr wißt Alle, waS zu thun vor uns liegt; ich brauche es hier nicht weiter zu erörtern; Euch jedoch daran zu erinnern halte ich nicht für überflüssig. Allen Freunden sozial-demokratischen Gruß C. Demmler. Kalle a/S., 14. Okt. Auf gestern Abend war hier BolkSver- sammlung mit der Tagesordnung:„Die Arbeiterbewegung und die ReichStagSwahl" anberaumt, zu welcher Herr Hasenclever al« Referent erscheinen sollte. Der Herr Präsident blieb indessen „wegen eines Todesfalles" aus und an seiner Stelle trat einer seiner Commisvoyagenrs ans, ein Herr Arnold aus Finster- walde, dessen„Vorträge" in der Regel auS den traurigsten HanS- wurstiaden bestehen und der von Sozialismus und Arbeiterbewe- gung gerade so viel versteht, wie der— vom Lautenschlagen. (Wir lassen dies passiven ans die Gefahr hin, daß der„Nene" wieder behauptet, wir hätten in einem seiner Apostel die Arbeiter beschimpft, da ja nach dem„Neuen" die NichtSthuer Grottkau, Kapell, Richter u. s. w. alle„Arbeiter".'sind. R. d. V.). In dieser Weise fiel denn auch sein Vortrag ans, der die gröbste Ignoranz verrieth und nur aus Anekdoten bestand. Nachdem die Weisheit des Herrn Arnold erschöpft, begann Blos(Leipzig) den- selben zu widerlegen und dessen Unwissenheit zu zeigen. Das durfte natürlich nicht gevnldet werden und alsbald erhoben die anwesen- den Tölckianer ein viehisches Gebrüll. BloS ließ die Versamm- lnng abstimmen, ob er weiter sprechen solle oder nicht. Die große Majorität entschied:„Sprechenlassen!" Das kümmerte freilich die Jünger Tölcke's nicht, die ihr wüstes Gebrüll fortsetzten, so daß Blos nach Kurzem auf daS Wort verzichtete.„Wir wollen keine Persönlicbkeiten", hieß es, als Blos den unfehlbaren Präst- denten Hasenclever angriff. Herr Arnold freilich konnte eine Stunde lang ungestört über eine Menge Mitglieder der sozial-demokrati- schen Arbeiterpartei in der persönlichsten Weise raisonniren und Niemand hinderte ihn daran. Hadlich(Leipzig) sprach sich in sehr milder Weise über das„Referat" des Herrn Arnold auS und sn-bte in durchaus sachlicher Weise die Mängel desselben zu zeigen, allein das Gebrüll begann wieder und hörte auch nicht wieder auf. Fink(Leipzig) ging, was der Referent nicht gethan hatte, wirklich auf die Arbeiterbewegung und die heutigen staatlichen Verhältnisse ei» und erhielt vielen Beifall. Das durfte wieder nicht sein und es gab wieder Skandal. Die Anbeter des Tölcke'schen Knüppels gingen sogar so weit, daß sie den Antrag stellten, einer unserer Freunde in Halle solle hinausgeworfen werden, weil er gesagt hatte, Hasenclever beziehe wöchentlich 17 Thaler Gehalt. Die Versammlung ignorirte diesen Antrag. Nachdem noch einige„Lassallea- ner" das tollste, blödsinnigste Zeug geschwatzt und die Versamm- lnng in Folge dessen auf ein Minimum zusammengeschmolzen war, wurde beschlossen, daß ein„Lassalleaner" als Candidat für den Reickstag ansz istellen sei. Wir gratulireu! Hotha. Von einigen Parteigenossen ans Kassel ersucht, in Melsungen bei Kassel in einer Volksversammlung, berufen von Mitgliedern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, zu erschei- neu/ fuhr ich nach Kassel, nm mit einigen Freunden Rücksprache zu nehmen. Der Zufall wollte es, daß ich ans der Fahrt nach Melsungen mit Herrn Frick aus Barmen, Kandidat deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins für den Kasseler Wahlkreis, um- geben von einer Piätorianergarde, im Coupö zusammentraf. Ein '„Volksstaat", in welchem ich las, wurde mir von einem Begleiter Frick's, Namens Plick, mit folgenden Worten abverlangt:„Geben Sie mir einmal den„Bolksstaat" hir; waS lesen Sie denn?" Ich brauchte dem Frager nicht zu antworten, denn einer seiner Cum- pane antwortete:„Na, was die Zudenjungen schreiben;" und ein Dritter, Namens Weiß, fügte hinzu:„Schwatz doch nicht mit solch einem Kerl". Die Versammlung wurde kurz vor 7 Uhr eröffnet und die Herren vom Allgemeinen übernahmen das Bureau. Herr Frick hielt nun eine schöne Rede, sprach immer nur von seiner Partei und erntete Beifall. Hierauf erhielt ich daS Wort. Ich ging auf die Arbeiterbewegung im Allgemeinen ein, machte die Anwesenden damit bekannt, daß außer dem Allgemeinen deutschen Aibeiterverein auch eine sozial demokratische Arbeiterpartei existire, und daß diese noch weitgehendere Prinzipien verfolge als der All- gemeine deutsche Arbeiterverein und trotzdem würden wir von jener Seite als Bourgeoisdemokraten hingestellt. Ich theilte mit, daß von unserer Seite mehrmals die Hand zur Versöhnung gebo- ten worden sei, aber immer ohne Erfolg; und zu denen, die eine Einigung der deutschen Arbeiter nicht wollten, gehöre auch Frick. Als ich auf Schweitzer und die jetzigen Leiter des Allgemeinen, Tölcke u. s. w. zu sprechen kam, da brach die langunterdrückte Wuth aus. Der Vorsitzende wollte mir das Wort entziehen, aber ein energischer Protest der Versammlung belehrte den Herrn eines Anderen. Der Ruf: Bock soll weiter sprechen! war fast allgemein, und man gab klein nach. Ick fuhr fort, daß die Leiter deS Allgemeinen die Arbeiter im Interesse der Gegner und namentlich der preußischen Regierung spalteten. Wieder drohte der Vorsitzende mit Entziehen des Wortes, abermals energischer Protest der Ver- sammlung. Jetzt erklärte der Vorsitzende, die Versammlung sei zu stürmisch, er müsse dieselbe schließen. Doch ertheilte er noch Herr» Frick daS Wort, der denn auch mit Roth und Mühe die Ruhe wieder herstellte. Herr Frick erklärte nun, daß er uns als Sozial- demok-aten anerkenne und daß er für die Einigung auf der Ge- neralversammlung gewesen sei,(also auch lüzen thut Herr Frick) daß nur die Organisation es sei, welche uns auseinanderhalte. Ferner verlange er von mir zu wissen, ob ich ihn auch für einen preußischen Spion halte, denn eS handle sich um seine Kandidatur. iEr widerlegte mir aber nicht das, was ich von den jetzi- gen Leitern des Allgemeinen behauptet. Ja, es war doch den Anwesenden ein wenig stark, daß Tölcke, der damalige Jnti- mus Schweitzer'«, heute noch die Leitung deS Allgemeinen mit habe. Auch ich erhielt wieder das Wort und zitirte einige AuS- sagen jener Herren, die meine Behauptungen begründeten. Wieder lief Frick, ob id> etwas gegen ihn vorbringen könnte, und ich rieth ihm öffentlich, er möchte mich nicht provoziren, sonst würde ich allerdings auch ihm etwa« sagen. In der Hoffnung, daß ich nicht« wüßte, rief man: Heraus damit, und als ich den„Volks staat" auS der Tasche zog und rief, ja hier will ich Ihnen be- weisen, schloß man schnell die Versammlung. ES ist mir nicht mög- lich, die für mich iutcreffante Versammlung, ohne den Raum des Blatte« zu sehr zu beeinträchtigen, in allen Einzclnheiten wieder- zugeben. Nur sei noch bemerkt, daß man Parteigenosse Walz auS Kastel das Wort gar nicht ertheilte. Eine Resolution, welche, ehe die Versammlung geschlossen wurde, von Plick, Maurer aus Kassel, eingebracht wurde, und die die Kandidatur Fuck's befürwortete, erhielt ungefähr von 60— 70 Personen 20—25 Stimmen, doch da« ist schon hoch gegriffen. Jedenfalls ein großer Sieg für den „Neuen". Parteigenossen, auch ich war Einer, der Vereinigung wollte, habe aber einsehen gelernt, daß mit dieser fanatistrten Masse es absolut unmöglich ist, und daß erst dann, wenn die „Führer" des Allgemeinen beseitigt sind, die Arbeiterbewegung zur Kraft und Blüthe kommen wird. Darum nur frisch an'S Werk, eS hält nicht schwer, wenn man jene Herren auf ihre eigenen Aussagen hin packt. W. Bock. Döttingen. Die hiesigen Schneidergesellen haben die Arbeit eingestellt, weil eine berechtigte Lohnforderung nicht bewilligt worden ist. Krankfurt a. W., 1. Okt. Eine« der besten Werkzeuge der preußischen Regierung zur Niederhaltung der Sozial-Demokratie ist unstreitig der mit großem Unrecht sich also nennende Allgemeine deutsche Arbeiterverein, welcher, hätte er noch einen kleinen Funken von Scham, sich eher Krieger-Vcrein oder Verein zur Bekämpfung der Sozial-Demokratie nennen würde. Zu den vielen Beweisen heute einen neuen. Durch die vielen Chicanen seitens der Polizei vor zwei Jahren, sowie durch die verschiedenen StörungSvei suche von den Mitgliedern des Allgemeinen Preußischen waren wir so weit gekommen, daß uns kein Lokal mehr zur Verfügung stand, bis auf ErneS, und um unS dieses zu sichern, schloffen wir einen Contrakt mit dem Wirth ab, dahin lautend: beiderseitig viertel jährliche Kündigung und eine Vergütung von 50 Gulden bei ein maliger Benutzung die Woche. Aus diese Weise blieben wir ziem- lich zwei Jahre unbehelligt, bis kürzlich von dem sich hier herum- treibenden Frohme, sowie von Prinz die Parole ausgegeben wurde, unS zu vernichten. Wie Sie aus Nr. öl dS. Bl. ersehen haben, hatte diese fanatisirte Garde unter Anführung deS Prinz bereits den Anfang zu ihrem Zerstör ungswerk gemacht, doch erreichten sie an diesem Abend ihren Zweck nicht und setzten 8 Tage später ihre Heldenarbeit fort. In größerer Anzahl erschienen sie schon eine ganze Stunde vor Beginn der Versammlung und besetzten das Lokal. Diesmal auch Georg Müller, welcher sich vorher brieflich anmeldete. Der Wirth forderte die ungebetenen Gäste auf, das Lokal zu räumen, welcher Aufforderung der größte Theil in soweit Folge leistete, als sie sich aus dem Veisammlungslotal in daS WirthschasiSlokal zurückzogen, dort aber die Gäste mrt Drohungen insultirten und dem Werth einen neuen Besuch ankündigten. Der kleine Rest, wobei sich der Haupthahn Prinz befand, entfernte sich erst, nachdem wir mehrmals erklärten, eS sei geschlossene Versamm- lung und eS würden innere Angelegenheiten besprochen. Mährend unserer Versammlung schwärmte nun daS ganze Corps wie Wilde theilS in dem Hause, theilö um dasselbe herum, kleine Trupps kamen beständig und verlangten Einlaß zur Versamm- lung; kurzum, es war nicht möglich an jenem Abend eine ruhiae Ber- sammlung abzuhalten urd wurde dieselbe aus Wunsch deS Wirthes frühzeitig geschlossen. Etliche Tage später sandte unS letzterer einen Brief, in welchem er erklärte, daß er uns in Folge der wiederhol- ten Scandalscenen sein Lokal nicht mehr geben könne. So haben wir denn ohne Schwertstreich das Lokal verlassen müssen. Samstags darauf hatten sich die sauberen Herren, ticSmal auch Ehrenmann Frohme und ReichstagS-Candidat Schmitt-c. wieder zusammenge- schaart, um einzurücken, aber stehe da, es blieb dunkel im Saal, ihr Werk war vollbracht; vergnügt drückten sie sich die Hände und schieden mit dem Bewußiseiii, ihre Schuldigkeit gethan zu haben. Und die Polizei? Die sah rmd hörte Nichts, sonst wäre tie jedensallS eingeschritten, oder sie sah und hörte, hatte aber keine Zeit, denn sie mußte ja unsere Versammlung überwachen, daß ja kein staatSgesährlicheS Wort einem Redner entschlüpfe, oder eine Tellersammlung vorgenommen würde, oder ein noch nicht 18 Jahre alter Sohn des WirlhS der Verhandlung beiwohne oder gar, was noch daS Schlimmste wäre, eine MajestätSbeleidignng begangen würde. Nun, das große Werk ist vollbracht; sie haben uns um unser Lokal gebracht, reiben sich die Hände ob dieses großen Sie- gcs über die„Ehrlichen" und die Polizei lacht. Herr v. Bismarck kann das neue Vereins- und Versammlungsgesetz ruhig ad acta legen, diese Hasselmänner sind daS reaktionärste Vereins- und Ver- sammlungsgesetz; auch die Bourgeoisie kann noch lange ruhig schla- fen, es wird noch manch harten Kampf kosten, bis der Unverstand der Menschen besiegt ist.— Parteigenossen allerorts! Ihr sehet, wie es uns hier geht, nehmt Euch dieses gemeine Vorgehn zur Notiz. Da unsere öffentliche Agitation gegenwärtig darniever liegt, so schaffet Ihr mit desto größere Energie, suchet der Partei immer neue Mitglieder zuzusühren und„Voltsstaat"-Abonnenten zu ge- Winnen und der Sieg muß unser werden. K. Mainz. Iternm Crispinns! Wiederum unser„8", alias „J"," alias„vom Mittelrhein" u. s. s. In der„Neuen Frank- surter Presse" vom 7. October befindet sich ein Artikel aus Mainz mit dem Zeichen eines Doppelkreuzes(„8"?„d"?). Der Artikel wendet sich gegen unser Lokalblatt, die„Süddentsche Volksstimme" und der stellesuchende Denunziant, der ihn geschrieben, versteigt sich zu nachstehendem Wuth- und Nothschrei: „Das Unglück war also nicht groß, vorausgesetzt, daß sich nichts ereignete, was dem kleinen Blatte eine Bedeutung verlieh. Und richtig! es gelang der Weisheit, mit welcher wir regiert werden, ein solche« Ereigniß in Scene zu setzen. Die letzte am Freitag erschienene Nummer der„Süddeutschen Volksstimine" brachte u. A. einen Artikel von Johann Jacoby, ziemlich philosophischen Cha- rakters, jedenfalls in Betreff des Inhalts nicht schlimmer und in der Form weit anständiger und gemäßigter, als die täglichen AuS- lassungen des„BolkSstaat". Nun haben wir uns zwar schon oft darüber gewundert und es zuweilen sogar höchlich beklagt, daß gegen die rasfinirten, bösartigen Aufhetzungen dieses internationalen Hanptblattes nicht eingeschritten wird; wir bekennen eS offen, daß wir dem„Volksstaat" gegenüber sogar die schärfsten Ausnahme- maßregeln vollständig am Platze finden würden. Aber ein An- dereS ist es, einem weitverbreiteten, in der Aufforderung zum politischen und sozialen Umstürze in jeder Nummer exellirenden Blatt zu zeigen, daß AlleS eine Grenze hat, und einem unbedeutenden, vergleichsweise harmlosen Lokalblättchen, eines Vergleichs- weise harmlosen Artikels wegen, durch gerichtliche Beschlagnahme erst eine Wichtigkeit zu geben, die ihm bis dahin gänzlich mangelte." Ex nngue leonern! An der Klaue erkennt man den Löwen und an der Denunziation den Denunzianten. Also die„schärfsten AuSnahmSmaßregeln" würde Freund Schultz e„gegen die bös- artigen raffinnten Aufhetzungen deS„BolkSstaat" am Platz finden" Wir glauben'S ihm. Andere Leute würden es auch. Beiläufig begreifen wir den Zorn de« Herrn Schulze auf den„BolkSstaat" nicht recht. Da der Mann nichts anderes zu thun hat, als über unser Blatt Artikelchen zu schrecken, die ihm bezahlt werden, sollte er für de»„BolkSstaat" doch eine gewisse Dankbarkeit fühlen. Wenn durch„schärfste AuSnahmSmaßregeln" dieses Blatt unter- drückt und die Redakteure eingesperrt oder gar füsilirt werden sollten, waS würde auS dem unglücklichen Schulze werden? Also haben Sie Erbarmen mit sich selbst, Herr Schulze! Mreskau, 14. October. Das am 11. d. M. stattgehabte Allgemeine Arbeiterfest war, vom schönsten Wetier begünstigt, von ungefähr 1000 Personen besucht, und hatten selbst einzelne Partei- genoffen auS den benachbarten Provinzialstädten die Reise nicht gescheut, um sich an demselben betheiligen und einmal ein paar sröhliche Stunden im Kreise gleichgesinnter Genossen verweilen zu können. Den Glanzpunkt deS Programm« bildete die vom Partei- genossen Walster auS Dresden gehaltene von stürmischem Beifall begleitete Festrede, auf deren, wenn auch nur auszugsweise, Wie- vergab« ich allerdings verzichten muß, um den Raum des„BolkSstaat" nicht über Gebühr in Anspruch zu nehmen. Bei der be- kannten Gediegenheit unseres Freundes Walster als Redner möge hier die Bemerkung genügen, daß mir von den verschievensten Seiten der Wunsch geäußert wurde, denselben recht bald wieder in unsrer Mitte zu sehen. Auch die gutgewählten Gesangs- und deklamatorischen Vorträge fanden den ungetheilten Beifall der Anwesenden. Während der Festrede traf ein Telegramm von Dresden ein, folgenden Inhalts:„Strikende Töpfer Dresdens grüßen, denkt an Eure Brüder, die nicht Freude mit Euch theilen können. Walster bringt'S." Der Unterzeichnete setzte den Anwesenden mit kurzen kräftigen Worten die Sachlage auseinander und forderte dieselben auf, ihre im Kampfe stehenden Arbeitsbrürer nicht im Stiche zu lassen, sondern Jeder nach seinen Kräften ein Scherflein zur Unterstützung derselben beizutragen. Eine hierauf durch einige junge Damen vorgenommene Tellersammlung ergab A» 15. November, Abend» 8 Uhr, findet auf„Königs- höhe", GreisSwalderstr. 8, unser „Zweites Allgemeines Arbeiterfest" statt. Diese» zur»vrläufigen Kenntnißuahme.* Da« FeficomitS. JöraUllfdjlüCig«etallartei,?r!se»erk"gtooffenschaft. Die Versammlungen finden jeden Mittwoch Abend regelmäßig bei Schellbach, alte Knochenhauerftraße 13 statt. Der Bevollmächtigte: sS.s_ S. H. Müller, Scharrnstraße 22, U. Hamburg, Altona, Wandsbeck, Harburg. Sozial-demokratische Arbeiterpartei. «ersammlung am Montag, den 20. Oktbr., Abend« 9 Uhr, präcise, in Hansch'S Elublokal, Sch uenburgerstraße 14, Hamburg. Tagesordnung: 1) Wahl eme« Parteisekretär«. 2) Abrechnung. 3) Die Agitation. Die Mitgliedskarten find vorzuzeigen. Die Parteimitglieder au» Hamburg, Altona, Wandsbeck und Har- bürg haben Zrtritt._ ftiintl Internationale Metallarbeüerschaft. �UUUUUCr Montag, den 20. Oktober: Geschlosseue Mitgliederversammlung im„Deutschen Hause", Bäckerstraße.— Tagesordnung: Die Urabstiim- mung über die Anträge der Bcaunschweiger Eonferenz. E« ist Pflicht aller Mitglieder zeitlich am Platze zu sein. _ A. Klrmesch, Schriftführer. Leipzig Allgemeiner deuffcher Schneiververem Dienstag, den 21. Oktbr., Abend« 8 Uhr, Becsammlung Gewandgäßchen Nr. 4, 1 Tr.— Da« Erscheinen Aller wird erwartet. Die Restirenden werden aufgefordert, ihren Pflichten nachzukommen. Der Bevollm. s Bl ei S fd Leipzig Gewerkschaft der Holzarbeiter. Heute, Sonnabend den 18. Oktober: Generalversammlung. Miillcheu � � Schlosser" wacht allen au«- m_-- i wänigen Eoll-gen bekannt, daß derselbe sein frühere» den Betrag von 11 Thlr. 9 Sgr. 5 Pf, welche Summe an Freund Lokal verlassen und sich dasselbe jept beim Smglspieler-Lräu, SendNnger- Walster zur Aushändigung an die strikenven Töpfer übergeben wurde, Nach Beendigung deS ConcerteS hielten die Fneuden des TanzeS den größten Theil der Anwesenden noch bis gegen Morgen beisammen und verlies das ganze Fest überhaupt in der schönsten Harmonie ohne die geringste Störung, so daß dasselbe wohl bei allen Theilnehmern eine sieudige Erinnerung zurücklassen dürfte, außerdem glaube ich aber auch wohl behaupten zu dürfen, daß durch die gehörten Vorträge auch in daS Herz manches bisher In- differenten(Gleichgültigen) ein Samenkorn unserer Prinzipien ge- senkt worden ist, welches seiner Zeit gute Früchte tragen düiste, waS für uns um so Wünschenswerther wäre, als wir durch die vollständige Unmöglichkeit, noch ein geeignetes Veisauiinlungslokal zu bekomme», verhindert sind, unsere Prinzipien, so wie wir dies gern wollten, unter den Maffen zu verbreiten, vielmehr jetzt fast gänzlich auf die Privatagitation angewiesen sind. Uebeihaupt straße Ne. 28 befindet, woselbst sür Arbeitsnachweis unb Nachlherberze gesorgt ist. Solingen de« Wirthen Klein. 26] Sozialdemokvatiscke Partei. Montag, den 20. d. M.,' Abend» 7 Uhr im Lokale T. O.: Besprechung wichtiger Parteiangelegenheiteu. Der Vertrauensmann. Wnndslieck Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Mittwoch, den 22. Oktober: Oeffentliche Mit- gliederversammlung im Lokale der„Harmonie".— Tagesordnung: „Die sozial-politische Bewegung und die Gewerkschaften". Referent: Herr R. Pranst. 1 Gäste haben Zutritt. Julius Kölln. bl bi Si dt « dc fd fd H fd ei so P si- to S de Asiltations-Comits Chemnitz. ganztny aus vl« Pr.v»iag»a..o.. angew.esen ,tno. rreoe.yaupr Chenmitz BoUsverlam'.nl'ü? von dürfte es wohl kaum e.ne zweite Stadt in Deutschland geben, wo da bedürfen, wollen bis längstens den vorhergehende., Donnerstag die Agltation mit solchen fast unüberwindlichen Schwlerigkelten zu die diesbezüglichen Mittheilungen an Robert Reichert Lindenstr 5 kämpfen hat, als hier, und deshalb ist für unS ein Fest, wie das gelange» lassen, da sonst nicht mit Gewißheit auf Unterstützung gerechnet ZU B de. vergangene, ein-Lichtpunkt in der Nacht der Verfolgung und Maß regelung, eine Aufmunterung und Kräftigung zu neuem eiiergischem Kampfe. Parteigenossen, thue jeder seine Schuldigkeit! Der Vertrauensmann: H. Oehme. Der Bergarbeiter I. Ziegenrücker aus] NiederhaSlau, wohnhaft bei Flechsig daselbst, hat durch schlagende Wetter so bedeutende Brandwunden davon getragen, daß er schon seit län- gerer Zeit schwer krank darnieder liegt. Der Verunglückte erhält auS der Knappschaftskasse eine wöchentliche Unterstützung von 1 Thlr. 13 Sgr. Daß diese Geringfügigkeit nicht ausreicht, um Ziegenrückcr mit seinen vier kleinen Kindern selbst vor dem drückendsten Mangel zu schützen, das dürfte tpohl einem Jedem einleuchten. Sollte daher dieser oder jener Parteigenosse sich theilnahmSvoll nach dem Befinden des Bergarbeiter« Ziegenrücker erkundigen wollen, so möge er sich an Flechsig in NiederhaSlau (Sachsen) wenden. «erichtigung. Im zweitletzten Absatz de« Arnkel«:„Diebe" in Nr. 97 de» laat" ist hinter„Reinigungsprozeß" das Wort: nicht vergessen. heißen:„Im Interesse der besitzenden Klassen liegt dieser„Reinigung» Prozeß" nicht u. s. w. Volk«- E« muß Briefkasten der Expedition. Gew. d. Manufakt.-Arb. Berlin: Für Annoncen haben Sie 23 Gr. ,n zahlen. Fachverein der Schlossir München: Die Annonce beträgt 6 Gr. Geib Hamburg: Die beiden Annoncen trafen erst Mittwoch Nachmittag» 4 Uhr hier ein, daher zu spät. V. Lchtst. Lechhausen Schrft. 5 Gr. Svk. Bremen Ann. 4 Gr., Malergehilfen das. Ann. 4 Gr. R. Krgl. Elberfeld Ab. Oktbr. 8 Gr. Finkelst. Königsberg Ab. Sept. 18 Gr. Jh. Prtst. Vafarhelp Schrft. Thlr. 1 4. Arb.-Ber. Aarau 4. Qu. Thlr 19 6. I. Mtn. Schmölln Schrft. Thlr. 2 2 5. S. L. Mühlhausen Schrft. 4 Gr. Jqn Bbl. Wcen 4. Qu. Thlr. 20. G. Hnchr«.«81» 3. Qu. Tblr. 12 10. Arbeiterpartei Wandsbeck Ann. 8 Gr. H. D. Lucas« Schrft. 4 Gr. 0. S. Gotha Schrft. 3 Gr. H. Dtz. Zwickau Ann. 1 Thlr. Fachverein der Holzarbeiter Salzburg Thlr. 1 20. H. Smn. Altona 3. Qu. Thlr. 8 10. H. Gnm. Pforzheim 3 Qu. Thlr. 22 25 7. der Redaction. G. R. in Hamburg: Bruf folgt. Dr. W. in Brandenburg: Borläufig läßt sich die Sache nicht benutzen. Bielleicht weiß die betr- Zeitung selbst nicht genau, was hinter der Annonce sür „Schätze" stecken. Th. d. B. Wir verstehen Ihre Frage nicht. Anzeigen ic. ÖCrllll Da ich vom I. Novbr.Züe Filialexpedition aufgebe, bitte ich die Abonnenten ihr Abonnement frühzeitig anderweitig aufzugeben, damit keine Störungen eintreten. Ä. Friese. Berlin Sozial» demokratische Arbeiterpartei. llezirltsversammlungen. Montag, den 20. Oktober, Abend« 8 Uhr, Vudtoitz Local,«dmiralstraße 11, Eingang vom Hof: Production und Bertbeilung, Bortrag de» Herrn Adam. Berschiedenc«. Dienstag, den 21. Oktober, Abend« 8 Uhr, bei Macke, Auguststraße 80, Vortrag. Diskussion. Berschiedene«. Um zahlreichen Besuch dieser Bersammlnngen ersucht Da« Agitations-Tomitü. NU. Die Parteigenossen de« Wekerviertel« werden ersucht, zur Auf- findung eines geeigneten Bersammlungslocal« behilflich zn fein. A. He in sch, Vertrauensmann. werden kann. (Donnerstags findet regelmäßig Sitzung statt.) Mein Geschäft Der Vorstand. _ sm2b we U> in lai de bi, der neuer sowie getragener Kleidungsstücke und Schuhwerk» befindet sich: Brühl Nr. 72.(Früher Plauen'scher Hof.)* F. U. Kiclhorn. die Von dem Werke Herr Bogt von K. Marx sind noch dicr Exemplare ä 3 Thlr. gegen baar zu beziehen durch die Biichhandliing des„Volksstaat". 3b] Soeben ist im Verlage der Geuossenschastsbuchdr.ickcrei erschienen und durch die Buchhandlung des„Volksstaal" zu bezichen: Die Thateu des deiltschm Ntichstages und der Landtage. ele hi, AI lui i? Ei du A-bst einem Anhange, enthaltend: 1) Winke für die Agitation 2) die wichtigsten Bestimmungen der deutschen Vereins- und Bersammlunas- gesetze, 3) des Rcichswahlgesetzes, 4) der Reichsmahlgesetz- Verordnung, 5) des deutschen Sirafgesctzbiiaies, 6) Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, 7) Litte der bei„'Gründungen" hervorragend bctheiliaten Reichstags- und Biindcsrathsmitglieder P�is pr. Stück 3 Sgr.(10'/, Kr. südd.), im Dutzend pr. Stück 2 Sgr. 5 Pf.(9 Kr. sudd.), gegen baar oder Postvorschuß im Dutzend pr. Stuck 2 Sgr.(7 Kr. siidd.) [4a]__ Die Buchhandlung des„Uolltsstaat". iw ive sai Dt Ar Dt B. au (K lvl Soeben ist in unserm Verlag erschienen: Die 10. Lieferung des Leipsiger Hochverruthsprofles. Preis per Exemplar 2 Sgr. 5 Pf. Da von den früheren versandten Lieferungen mehrfache Retour- nirungen stattfanden, so machen wir hiermit bekannt, daß von Lief 10 nur an jene Besteller versandt wird, die ihren Bedarf uns neuerdi'nas bekannt geben, oder dies in den letzten 4 Wochen gethan haben Die Buchhandlung des„Polksstaat" Soeben erschien im Berlage der Genossenschaftsbnchdruckerel und ist durch die Buchhandlung des„Volksstaat" zu beziehen- Protokoll des fünften Congreffcs der sozial-demokratischen Arbeiterpartei abgehalten zu Kifenach am 23., 24., 25., 26. u. 27. August 1373. Preis pro Expl. 3 Sgr.(10-/, Kr. südd., 15 Kr. österr. W) [4b] L in de, we b» Dc Äe Bis das die fei St- >Bi> ein Das Protokoll des dltsjllhrigell parteikongresses wurde am 14. und 15. dS. MtS. an die Vertrauensmänner ver- fandt; dieselben werden daS Exemplar zu 3 Sgr. oder 10'/- Kr. S. W. an die Parteigenossen ablassen. Gegen Einsendung des Betrages(in Briefmarken) erfolgt die Lieferung deS Protokolls ftanco. Hamburg, 15. Oktober 1873. Der Parteikassirer H. Benneke, kleiner Schäferkamp 34. tto zu, du H. bei ka. de a 8(] §ii en die bi« lid Bin Leipzig: Bcrantw. Redakteur: Casper.(Redaktion und Expedition �echerstr. 44.) Drucf unb Berlag bcr GtnoffenfchaftÄöuchbruderel. Bis