ta Jdytff. *Hmn«Ci oak Vv ch k« 3a« nU KusUakt*«w. SftUttUatB fit Mi StHialitn«laaUa: f. C Ctrgt, fito Iii Boboktn, H. J. G.«. itzuatcktt, M R. MatkOt»t». At»A»»»»»tiPrrii: Bit Vttaßta wcl.Btnnpt«- «M«t>1 G«r., sir kU ßbrtg» W»MHia Gtoatta 16 Gß». »t» Quartal. MaaatD->»,W«e»»»ta »«akta ktt«Int»«utschta »»ßaaßaltta a>f km 8. a. I. EUtuU a. aas kw t. 9t»« aat M»ak«rt aujwemwta, Mi Ali.«achsta o. Hr,ßth. •a�f�xntakari au» aas kw 1. St»aat i d> OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternatlonalenGewerksgenossenschaften. Nr. 104 Mittwoch, 29. HKtoöer. 1873. Die Prostitution und die„Volkszeitnng". Die Prostitution ist eine von den vielen Nachtseiten der heutigen Gesellschaft, die erst mit der heutigen Gesellschaft selbst verschwinden werden. PhilantropischeS Klagen und Jammern und Moralpredigen andern eben so wenig an diesem Ucbel, wie polizeiliche Unter- drllckungsmaßregeln. So lange noch Zustände existiren, in denen Tausende von Frauen der Existenzmittel gänzlich beraubt sind oder um kärglichsten Lohn ausgebeutet werden, so lange das herrschende Ausbeutungs- und Unterdrllckungssystem Tausenden von Männern ein geordnetes Familienleben zu begründen unmög- lich macht, werden Frauen aus der Hingabe ihres Leibes eine Quelle deS Lebensunterhaltes machen müssen. Es kommt hinzu, daß die herrschenden Klasten zum guten Theil die geschlechtliche Ausnutzung der Frauen und Töchter des Volkes gerade so sehr für einS ihrer geheiligten Privilegien ansehen, wie die physische Ausbeutung am Webstuhl oder der Spinnmaschine. Mit dem zunehmenden ökonomischen Druck müssen naturgemäß auch alle aus den gesellschaftlichen Zuständen erwachsenden Uebel sich vergrößern. Der Glanz, die Verschwendungssucht und die Eorruption, welche wir bei unseren„besitzende» und gebildeten Klaffen" finden, wirken mit der- Kraft des bösen Beispiels auf die untern Klaffen. Nichtsthun und schwelgerische Genußsucht, welche die„höheren" Klaffen als Lebenszweck ansehen, stachelt den Trieb zur Nachahmung in den„untern" auf, und verbreitet überall Zer setzung und Fäulniß. Diese gesellschaftliche Verderbniß, zu welcher die oberen Schichten «st die Veranlaffung und das Beispiel gegeben, wird nichts destv' weniger von diesen zum Gegenstand ihrer philantropischen Quack salbereien und sittlich' entrüsteten Strafpredigten gemacht. Mit heuchlerischem Augenverdrehen klagt man über die in der Arbeiter klaffe zunxhmcnde Unsittlichkeit und legt mit echt jesuitischer Falsch' heit dieser zur Last, was man selbst durch das System, das man unterstützt und das Beispiel, daS man giebt, hervorgerufen hat. Unter die Kategorien dieser echt jesuitischen Anschuldigungen ! gehört ein Artikel der tugendhaften Berliner„Volkszeitung", eineS � Blattes, das allezeit bereit ist das Füllhorn seiner Beschimpfungen j aus die Arbeiterklasse auszuschütten, wo sich nur die Gelegenheit findet. In seiner Nummer vom 10. Oktbr. bringt das Organ deS KathedersozialiSmuS, des Herrn Franz Duncker und der preußischen > Fortschrittspartei„Klagen über die zunehmende Unsittlichkeit" in i Berlin, in welchen es behauptet, daß es besonders die Arbeiter seien, welche mit ihrem schwer verdienten Gelde die Prostitution unterstützten, wie namentlich die großen Einnahmen der„Prieste rinnen der Liebe" an Sonnabenden und Sonntagen bewiesen. Das edle Blatt behauptet, daß die 15,000 Piostituirten, welche Berlin beherbergt, täglich pro Kops eine Einnahme von 2'/- bis ä Thlr. machen müßten und diese Summe, die jährlich sich au ungefähr 20 Millionen Thlr. belaufe, in überwiegender Weise von der arbeitenden Klasse aufgebracht werde. Eine solche inö Blaue hinein gemachte Behauptung ist ein- fach eine Unverschämtheit und eine Beleidigung der gesummten Arbeiterklasse. Wir wollen gar nicht einmal reden von den gan� unzweifelhaft übertrieben hohen Summen, welche die„Volkszeitung" die Prostitution auf Kosten der Arbeiter vertilgen läßt. Es ist Thatsache, daß die große Mehrzahl der Prostituirten, durch die bitterste Roth zu ihrem elenden Broderwerb getrieben, selbst dabei Uur ihr kümmerlichstes Auskommen findet. Die Besitzer der Pro- sisiuirten-Häuser(Bordellwirthc) sind ja selbst die unverschämtesten Ausbeuter. Die Zahl der Prostituirten ist namentlich in Berlin 1° groß, daß deren Preis nach dem der„Volkszeitung" sehr gc- �ufigcn Gesetz von-Angebot und Nachfrage gedrückt sein muß. Ber Verkauf weiblicher Reize ist ja in unserer famosen Gesellschaft eben so gut, ja noch besser ein„Geschäft", wie beispielsweise der Berlag des Hirrn Franz Duncker oder die rerdummenden Band b>Uruilcitartikel des Herrn Bernstein. Aber ganz abgesehen hiervon bestreiten wir auf Grund unserer genauen Kennlniß des ArbeitercharakterS und der Arbeitcrverhältniffe, baß auch nur ein irgendwie erheblicher Theil der Arbeite, klaffe die bffcntlrcben Häuser frequentirt. Wir wollen damit keineswegs gc- lagt haben,°daß die Arbeiter Tugendhclden sind und aus christ sicher Abstinenz(Enthaltsamkeit) daS natürliche Bedürsniß gcschlecht sicher Befriedigung unterdrücken. Aber die Arbeiterklasse ist von alten Schichten der Gesellschaft diejenige, welche am meisten den �tschlcchtötrieb in sittlicher Weise zu befriedigen sucht und zwar , 9t b«,ch Eingehung dauernder Verbindung mit dem andern Gcschlecht. -tzd. gerade die Freunde der„Volkszeitung" sind es, welche dem Ar- bsiter aus dieser seiner übergroßen moralischen Gesinnung einen , �°Nvurf machen, ihm die Enthaltung von der Ehe und der Er- �"gung von Kindern als ein Mittel zur Lösung der sozialen Sfage anempfehlen und ihn also, da die Befriedigung deS G- MechtStriebcs in den Jahren nach erlangter Reife eben so noth 86 rv�bjg ist für die Gesundheit deS Körpers und die Frische deS ,°>stes wie ordentliches Essen und Trinken, frische Lust und Geist- Körperübungen, auf unnatürliche Wege drängen, und zur Be- all Atzung per Prostitution oder zur Sclbstbefleckung zwingen. jk, 5m Gegensatz zur Arbeiterklaffe sind eS die besser situirten Waffen, bei denen d,e Eheschließung und die Kindercrzeugung mehr ' � Mittel kalter Berechnung und egoistischer Absichten, als eine gegenseitige Neigung und menschliche Hingabe vollzogener — b('st. Da aber das müßiggängerische und üppige Leben dieser .yo» �sien in weit höherem Gerade die geschlechtlichen Triebe anregt, "b sie(g gerade, welche die Hauptstützen der Prostitution abgeben. Die„Volkszeitung" wird z. B. junge Kaufleute, Comptoiristen, Kenten und dergleichen sicher nicht zu den Arbeitern rechnen er l- i. > t af- 'r., nd e», ien und doch sind eS diese vorzugsweise, bei denen der Bordellbesuch oder daS Halten von Concubinen zur Standesgewohnheit gehört. Mag es immerhin sein, daß die starke Frequenz der öffentlichen Häuser an Sonnabend und Sonntagen, die der„Volkszeitung" ein Hauptmotiv für ihre gemeine Beschuldigung bieten muß, von der Arbeiterklaffe herrührt; aber wie geringfügig sind jene paar tau- send Besucher, gegen die hunderttausende, die ihnen fern bleiben? Und wie viele sind unter jenen Besuchern nicht Neugierige, die nur dem Antrieb folgen, sich von dem Treiben in jenen Häusern zu überzeugen? Und was will endlich jener auf zwei Abende in der Woche concentrirtc Besuch von einem Theil der weitaus zahl- reichsten Bevölkerungsgruppe sagen, wenn sieben Abende in der Woche den übrigen an Zahl bedeutend geringeren Klassen zu Gebote stehen? Der Arbeiter hat nicht die Mittel und ist auch meist zu ehr- lich dazu, um ein Mädchen zu benutzen und sie als ausgepreßte Citrone bei Seite zu werfen, aber diese Handlungsweise ist Regel in den obenbezeichneten Ständen. Der verheirathete Arbeiter wird mit ganz verschwindenden Ausnahmen den Besuch der Bordelle vermeiden, dagegen ist es der nach Geld und Rang verheirathete BomgeoiS, der vorzugsweise die Befriedigung geschlechtlicher Triebe außerhalb des Hauses aussucht. Wer Gelegenheit gehabt, im vertraulichen Kreise unserer Bour- geoiS zu verkehren, weiß, daß meist neben dem„Geschäft" den Hauptgegenstand der Unterhaltung Weiber und geschlechtliche AuS- schweifungen bilden. Und wer etwas näher in diesen Kreisen be- kanrt, weiß, daß eine große Zahl derselben neben ihren legitimen Frauen sich ihre Maitressen halten und„noble" öffentliche Häuser besuchen. Nirgends wird die„Heiligkeit" der Ehe, die angeblich wir Sozialdemokraten zerstören wollen, mehr mit Füßen getreten wie von unfern„Besitzenden und Gebildeten"; nirgends werden ge- schlechtliche Ausschweifungen schlimmster Art mehr begangen wie von unfern„Besitzenden und Gebildeten". Polizei und Staatsan- wälte, die so eifrig die Sozialdemokratie bewachen, weil sie für Besserung der Zustände und der Sitten kämpft, würden ein dankbareres und ergiebigeres Feld ihrer Thätigkeit finde«, wenn sie den geheimen Privatvergnügungen unserer Bourgeois nachspür- ten. Mancher, der heute den Kopf gar hoch einherträgt, als Ver- trctcr der Regierung, Vater der Stadt oder Besitzer großer Reich- thümer und Vorstand philantropischer Stiftungen geehrt und ge- priesen wird, müßte mit Schimpf und Schande in's Gefängniß oder Zuchthaus wandern und die Zahl der geschiedenen Bourgeois- Frauen würde zahlreich werden wie der Sand am Meere. Bezweifelt die tugendhafte„Volkszcitung" unsere Angaben, so können wir ihr mit interessanten Beispielen aufwarten. Wir kennen zum Beispiel den Besitzer einer sehr„liberalen" und„ar- beiterfteundlichen" Zeitung in der Hauptstadt der Intelligenz, der eS nicht verschmähte trotz seiner legitimen Ehefrau in den Armen einer interessanten Wittwe der Liebe zu pflegen*). Auch könnten wir Namen nennen, die im Reichstag und in der politischen Welt als „liberale" und hoch angesehene Politiker ihre Rolle spielen und trotz ihres christlich angetrauten Ehegespons, dem heidnischen Gräuel der Vielweiberei und HaremSwirthschaft Freund sind. Wie die Creme(Auslese) der Leipziger Bourgeoisie, und zwar alte und junge H...., sich in einem Verein zusammengefunden, den sie blasphemisch den„Tugendbund" nennt und in dem sie daS Verführungsgeschäft bei Frauen und Mädchen prinzipiell und e» gros betreibt, haben wir schon früher einmal angeführt. Wir könnten auch erzählen, wie Beamte zu Gunst und Avancement durch ihre Vorgesetzten kamen, weil sie gefällige Frauen besaßen; wie Väter der Stadt die ihnen übertragene Aufsicht über öffent- lichc Häuser benutzten, um Gunstbezeugungen ihrer Insassinnen zu erobern und wir kennen Geschäfte und Fabriken, wo ein hübsches Mädchen- und Frauengesicht vor den entehrenden Anträgen der Herren Prinzipale keinen Tag sicher ist. Zum Uebe» fluß zeigt ein Blick in den Annoncenraum unserer tugendhaften„liberalen" Zeitungen, wie sie unter dem Strich die Moral praktisch handhaben, die sie über dem Strich thetretisch lehren. Kurz die Sittlichkeit unserer Bourgeoisie ist ein großer linkender Pfuhl von geschlechtlichen Verirrungen und Verbrechen; die Arbeiterk!asse, im Vergleich zu ihr, ein Muster von Moralität. Darum hübsch sachte, liebe„Volkszeitung", mit den Verleum- düngen; eine goldene Regel sagt:„wer in einem Glashaus sitzt, 'oll nicht mit Steinen werfen!"— •) An dcrselbigen„liberalen" und„arbeiterfreundlichen" Zeitung wirkt seit ihrer Gründung als„berühmter" und(von allen Freunden der deutschen Sprache) gefürchteter Leitartikelschreiber ein sittenstrenger, die verderbten Sozialdemokraten(die er mit hartnäckiger Tugend nur „Sozialdcmagogen" nennt) gewerbsmäßig verleumdender Mann, dem vor nicht langer Zeit bei Gelegenheit einer ichweren Erkrankung da« Malheur passirte, daß sich 6(oder gar 7) außerhalb de« Redaktionslokals und der ehelichen Wohnung verfaßte— Leitartikel von verschiedenen Größen in der ehelichen Wohnung präsentirten; was für den Leitanikelsabrikanten weniger überraschend als unangenehm war. Anmerkung des Setzer», der von fraglicher Zeitung noch manch Stückchen zu erzählen weiß. Oeffentliche Meinung. Die öffentliche Meinung ist eine öffentliche Dirne— wer wollte eS noch bezweifeln, nach dem Schauspiel, welches uns die deklassirte „Kaiserstadt" an der Donau in diesen Tagen dargeboten hat? „Frenetischer Jubel empfing den Fürsten Bismarck", schreibt ein Zeitungskorrespondent, der unzweifelhaft lieber daS Gegcntheil ge- schrieben hätte, also sicherlich nicht im Verdacht der Uebertreibung stehn kann. Wer ergeht sich in diesem„frenetischen Jubel"? Und wer ist der Gegenstand dieses„frenetischen Jubels"? Vergegenwärtigen wir uns die gegenseitige Stellung. ES sind die Besiegten, die sich dem Sieger zu Füßen legen. Die Be- siegten, deren Wohnungen vor kaum 7 Jahren in Gefahr waren auf Befehl jenes Mannes in Brand geschossen zu werden; die Besiegten, deren Brüder, Söhne und Bäter aus Veranlassung jenes Mannes getödtet, verstümmelt worden sind; die Besiegten, deren Staat durch jenen Mann von seinem natürlichen Ankergrund, Deutschland, losgerissen und steuerloS auf die hohe See geworfen worden ist, wo das lecke Schiff ohne Aussicht auf Rettung herum- treibt, ein Spielball der Winde. Und nicht allein Besiegte sind es, die vor dem Sieger be- wundernd im Staub liegen. Wohl kann der Niederlage vergessen, wer in ehrlichem, offenen Kampf überwunden ward. Wie zwei G eg- ner, die irgend einen Streit auf der Mensur offen und ehrlich auSgefochtcn, einander rückhaltslos die Hand reichen können, so zwei Völker, nachdem- das von beiden angerufene Kriegsglück ohne Tücke und Hinterlist auf Seiten des Gewinnende», entschieden hat. Aber so war es nicht hier. Nicht bloS Besiegte sind es, welche die Schleppe des Sie- gerS küssen; nein— Verrathene, die dem Ueberlister um den Hals fallen. Es ist ein umgekehrter Judaskuß, den Wien dem Urheber des 1866er„Bruderkriegs" auf die Wange drückt. Nicht in offenem ehrlichen Kampf wurde Oesterreich zu Boden geschmettert. Es war besiegt, ehe es daS Schwert zog. Von Ränken umgarnt, von einem Netz der Lüge und des Verraths umsponnen, ward eS ein leichtes Opfer des Feindes, der ihm die Schlinge um den Hals warf. Und dieser Feind— es ist der Mann, welchen eS jetzt mit„frenetischem Jubel" begrüßt hat. Und erst eben war das ganze, ohne Seitenstück dastehende Jntriauenspiel, das selbst„wälscher Tücke" GewissenSskrupel verur- sacht hatte, in all seinen Fqden enthüllt worden. Und doch dieser Empfang! Wie war es möglich? Wie? Je nun, auf diese sehr einfache Weise. ES hat bloS heidenmäßig viel Geld gekostet. Nicht als ob wir an bezahlte Hurrahschreier hier dächten, die freilich auch nicht gefehlt haben dürften. Die Millionen, deren Saat in diesem Empfang so glorreich aufgegangen ist, sind durch das Pump-, Schleußen- und Röhrenwerk deS preußischen Preßbureaus und deS dazu gehörigen Reptilienfonds gegangen. Es ist Thatsache, daß ein Theil der österreichischen, besonders Wiener Presse schon v»r 1870, fast die gesammte österreichische Presse seit 1870 im Bismarck'schen In- teresse geschrieben hat. Voran die beiden„Pressen", von denen die eine vor Kurzem in höchst unhöflicher, aber nicht minder un- wahrhaftiger Weise es abgeleugnet hat, daß sie direkt auf Rechnung der preußischen Regierung gekauft worden sei. Ob direkt, oder indirekt verkauft, die österreichische Presse hat ihre Schuldigkeit Bismarck gegenüber gethan; sie kann stolz ans ihre Leistungen sein, und Bismarck auf seine„Sauhirteu". Sie haben sich„ver- dient gemacht" ums Vaterland der Wagener, Quistorp, Stieber, Bismarck. Kein Zweifel, das„Volk", welches den„ftcnetischen Jubel" verübt, war zum Theil höherer Pöbel, der absolut keine Gesinnung hat, und zum Theil Bourgeoisie, welche auftichtig für den Mann des siegreichen Ordnungs-SäbelS schwärmt, heiße er Bonaparte oder Bismarck. Für diese bedurfte cS nicht der Corruption durch die Presse. Es waren aber auch— in dieser Beziehung dürfen wir uns keiner Selbsttäuschung hingeben— zum großen Theil Männer aus dem arbeitenden Volk, schlichte Handwerker und eigentliche Arbeiter, welche bei dieser traurigen Orgie der Nieder- tracht mitspielten. ES ist ja leider wahr, die große Mehrzahl der Arbeiter sind noch, weil sie die Zeitungen der Bourgeoisie lesen, geistig von ihr geknechtet. Diese geistige Knechtung ist schlim- mer als die politische und ökonomische; weil sie die Thatkraft lähmt, den Willen, für die Anbahnung besserer Zustände zu wirken, nicht auskommen läßt. Das Proletariat, daS Volk über- Haupt von den Banden der Presse, welche die Erhaltung der Heu- tigen Klassenherrschaft im Interesse der herrschenden Klassen erstrebt, zu befteien, daS muß darum eine Hauptansgabe für uuS sein, die wir nie aus den Augen verlieren dürfen. Die jüngsten Vorgänge in Wien haben uns den Einfluß der Presse gezeigt, gezeigt, wie sie ein Volk zu der widernatürlichsten freiwilligen Infamie herab- würdigen kann. Lernen wir an diesem abschreckenden Exempel, wie nothwendig es für die Sozialdemokratie ist, den Einfluß der feind- lichen Presse zu zerstören, indem wir die Bourgeois- und sonstige Reaktionspresse durch die Arbeiterpresse verdrängen. Jedem Arbeiter muß eS klar werden, daß der Arbeiter, der seine geistige Nahrung aus einer BonrgeoiSzeitung zieht, ein Verräther ist an seiner Klasse. Ohne die geistige Emanzipation des Proletariats keine poli- tische und ökonomische Emanzipgtion. Das mächtigste Mittel der geistigen Emanzipation ist aber die Arbeiterpresse. Durch die B ourgeoiSpressc geknechtet, muß daS Proletariat durch die Arbeiterpresse befreit werden. Verdrängung der Bour- gcoiSpresse, Ersetzung derselben durch die Arbeiter- presse— ist unerläßliche Vorbedingung deS Siegs der Sozialdemokratie! Politische Ucbcrsicht. — Die Untersuchungshaft, welche heutzutage florirt, ist ein «chand steck auf unserer sogenannten Kultur. Sie ist die Beibe- Haltung der Folter in ihrem schlimmsten Wesen. Und diese Fol- ter steht vollkommen im Belieben des Untersuchungsrichters, wäh- rend die ehemalige Folter nur unter Beobachtung streng vorge- schriebener Formen applizirt werden konnte. Vor einigen Tagen lasen wir, wie in Rudolstadt ein Mann 6 Monate als des Mor de» verdächtig in Untersuchungshaft gehalten und schließlich, nach- dem sein Lebensglück zerstört, seine Frau in den Tod gejagt wor- den war, freigesprochen wurde, weil die Anklage absolut jeder Be- gründung entbehrte. Heut lesen wir in der Berliner„Volks- zeitung" Folgendes: „Düsseldorf, 12. Okt.(Eine Untersuchungsgeschichte am Rhein.) Die Rheinländer rühmen stch deS bei ihnen geltenden Civilrcchts und auch wohl deS Versahrens in Untersuchungssachen. Das Ci- vilrecht wollen wir für heute bei Seite lassen, was aber hier auf dem Gebiete der Kriminaluntersuchung alles möglich ist, beweist folgende Geschichte. Im Juli v. I. wurde die Handlung Sieg- mund Jaeger, ein bedeutendes Getreidegeschäft dahier, fallit erklärt und der Inhaber verhaftet. Unmittelbar darauf erhob die Staats- behörde die Beschuldigung wegen einfachen Baukerotts. Indessen wurde nach ganz kurzer Zeit von dem Handelsgerichte die Freilassung des Falliten ohne Kaution und von dem Landgerichte gegen Kaution verordnet. Der auf diese Weise freigelassene Fallit sollte sich aber der ihm gewordenen Freiheit nicht lange erfreuen. An- (angs September c. wurde auf Betreiben der Staatsanwaltschaft eine Verhaftung von Neuem verordnet und die Anklage wegen betrügerischen Bankerotts erhoben. Seit jener Zeit, also wäh- rend eines Zeitraums von 13 Monaten befindet sich der Fallit noch immer in Untersuchung und Haft und ist immer noch nicht dem zuständigen Richter zur Aburthei- lung überwiesen. Dies ist geradezu unerhört und erinnert an die finstersten Zeiten des JnquisitionSverfahrens. Wie man sich erzählt, war die Führung der Untersuchung zuerst einem jungen unerfahrenen ReferendariuS übertragen, welchem sie aber wegen verschiedentlicher Mißgriffe, um unS gelinde auszudrücken, entzogen wurde. Die Sache gelangte dann in die Hände des ordentlichen Untersuchungsrichters. Verhaftet wurden demnächst noch der Vater des Angeklagten, ein Bruder desselben, ein Kaufmann aus Düsseldorf, alle der Theilnahme an dem betrügerischen Bankerotte be- schuldigt. Trotz aller Untersuchungsmittel mußten alle Mit-Be- schuldigte nach und nach aus der Haft entlassen und es mußte auch die Beschuldigung selbst aufgegeben werden. Nur der Fallit blieb in Untersuchung und Haft, er befindet sich noch heute hinter Schloß und Riegel. Die Syndike des Falliments erstatteten am 28. Februar dieses Jahres einen Bericht an die Gläubiger, in welchem sie sagen,' daß„sicherem Vernehmen nach sich keinerlei An- zeichen eines betrügerischen Bankerotts ergeben, vielmehr die des- fallsigen Verdachtsmomente vom Falliten aufgeklärt worden seien." Trotz alledem ist ter Fallit noch immer verhaftet und noch immer nicht dem zuständigen Richter überwiesen. Man sagt sich Ällerlei über Gutachten und Gutachten, die auf Veranlassung der Staats- auwaltschast über die Bücher des Falliten eingeholt und von denen deS Eine von dem Andern über den Haufen gestoßen worden sei, die kaufmännischen Gutachten sollen sich aber dafür ausgesprochen haben, daß kein Betrug vorliege. Wie dem aber auch sein mag, der Fallit hat ein Recht darauf, daß er vorS Gericht gestellt wird. Er soll sogar 6 Monate lang nicht vom Inquisitor vernommen worden sein. Ja, es soll sogar während der Justiz- ferien die Untersuchung vollständig brach gelegen haben. Als wenn es in einer Kriminal-Untersuchung, bei welcher der Angeklagte v er- haftet ist, überhaupt nur Ferien geben könnte! Inzwischen wer- den die Gläubiger des Falliments aufs Aergstc geschädigt, es liegen aus der Fallitmasse ungefähr 130,000 Thaler bei der Depositen- kafle deponirt, eine Verlheilung hat nicht stattfinden kön- nen, und die Gläubiger verlieren nicht nur die erhebliche Zins- disierenz, sondern entbehren auch des Kapitals, welches sie bei den gegenwärtigen Konjunkturen erst recht gebrauchen könnten. Die Verschleppung der Jaegerschen Untersuchung kann demnach für viele Gläubiger von der unheilvollsten Wirkung sein. „Die oberste Justizbehörde hat sich gewiß in die Rechtsprechung nicht einzumischen— und wo sie dies unter dem Lippe'schen Re- gime hier in Preßprozessen versucht hat, kann dies nicht genug verdammt werden— aber dafür, daß ein Angeklagter vor seinen zuständigen Richter gestellt wird, dafür hat auch der Justizminister gl sorgen. ES sollen in dieser Richtung bereits Schritte gethan ein, damit dieselben aber nicht fruchtlos bleiben, haben wir ge- glaubt, uns mit dieses Zeilen an die öffentliche Meinung und zu- gleich an den Justizminister wenden zu sollen. Herr Justizminister, thun Sie ihre Pflicht und sorgen Sie dafür, daß der Kaufmann Siegmund Jaeger vor seinen zuständigen Richter gestellt wird!" So die Correspondenz der„Volkszeitung". Warten wir ab, was der„Herr Justizminister" thun wird! Für heute nur Eins: Gegen solche Justizgreuel wäre unter den heutigen Verhältnissen das wirlsamste Mittel, daß die Richter für ungerecht verhängte Hast persönlich mit Leib und Bermö- gen verantwortlich gemacht werden und daß der Geschädigte das Recht der Klage erlangt. Auf anderem Wege ist da nicht zu Helsen.— — Um noch einmal auf den Faktor der ultramontanen„Deut- scheu Reichszeitung", Herrn Siegert, der im Gesängniß sitzt, weil er es nicht mit seiner Ehre vereinbaren kann, den Verfasser eines angeklagten Artikels zu nennen, zurückzukommen, sei-hier be- merkt, daß, nachdem der oberste Gerichtshof diese Art von Folter als„zu Recht bestehend" anerkannt hat, durch diese Entscheidung deS obersten Gerichtshofes nunmehr auch definitiv festgesetzt ist, daß der Rechter das Recht hat, zum Behuf der Erpressung von Zeugenaussagen die Folter der Untersuchungshaft nach Belieben zu verhängen. Wir sagen: nach Belieben; denn der Richter braucht jetzt blos die„moralische Ueberzeugung" zu haben, irgend Jemand weiß irgend Etwas, was auch die Behörde gern wissen möchte, und er hat das„Recht", den betreffenden Je- mand auf unbestimmte Zeit, aus Monate, auf Jahre, ohne Urteilsspruch, einfach nach seinem richterlichen Privatermessen, der Freiheit berauben, von Familie, Geschäft, Verdienst fortreißen, körperlich, geistig, finanziell zu Grunde richten zu können. Wenn das nicht barbarische Zustände sind, wissen wir nicht, was barba- rische Zustände sind. Wenn das nicht Gewissenszwang ist, wissen wir nicht, was Gewissenszwang ist. Wenn das nicht schmachvoller Eingriff in die persönliche Freiheit ist, wissen wir nicht, waS schmachvoller Eingriff in die persönliche Freiheit ist. Wimn das nicht Folter ist, wissen wir nicht, was Folter ist. Da wird jetzt von dem„Kulturkampf" gefaselt. Wohlan, wo findet sich die„Kultur" in der Siegerl'jchen Angelegenheit? Sind Diejenigen Vertreter der Kultur, welche einen ehrenhaften Mann, weil er nicht zum verrätherischen Schuft werden will, jetzt nahezu vier Monate im Gesängniß halten und das Von Rechts Wegen? Oder wird nicht im Gegentheil die„Kultur", die wahre Kultur, welche gleichbedeutend ist mit Bildung und Humanität, nicht die Zündnadelkultur des QuatrifoliumS(vierblätteriges Klee- l blatt) Wagener- Bismarck- Stieber- Quistorp, wird sie nicht unter die Füße getrampelt in der Person des unglücklichen Faktor« Siegert? Ebenso brutal unter die Füße getrampelt, wie nur je in der Person eines Opfers der katholischen Inquisition? Wodurch unter- scheidet sich diese protestantische Inquisition von der katho- ljschen? Wir sind begierig, ob jetzt die Presse sich rühren wird. Nach- dem die Entscheidung deS Obertribunals erfolgtj, ist jeder�Vor- wand, noch länger zurückzuhalten, beseitigt. Die„VolkSzeitung", das Hauptorgatt der preußischen Fortschrittspartei, hak, wie�wir gesehen, die Entscheidung deS Obertribunals ohne Bemerkung mit- getheilt. Wird die gesammte übrige Presse dieses Beispiel unsäz- licher Feigheit und Verkommenheit nachahmen, und eS ruhig hin- nehmen, daß die Freiheit jedes einzelnen Staatsbürgers, der Will- kühr deS ersten besten Richters überliefert, lind daß die Presse von der Gnade und Laune des ersten besten Individuums, das Richter heißt, abhängig ist. DaS Objekt, um welches eS sich in dieser Affaire des„ultramontanen" ZeitungS-Faktors handelt, ist hun- dertmal wichtiger als das Objekt des„Kulturkampfs" zwischen kaiserlicher und päpstlicher„Gensdarmerie".— — Eine Abfertigung. Ja dem vom Kaiser(König) Wil- Helm unterschriebenen Brief an den Papst findet sich auch die unvermeidliche Phrase von„reichs- und staatfeindlichen Umtrieben". Darauf antwortet nun in dem„Mainzer Journal" ein Katholik, unter dem man wohl nicht ohne Grund Bischof Ketteler vermuthet, wie folgt: „Staatsfeindliche Umtriebe haben Ew. Majestät uns im An- gestchte Europa's vorgeworfen. Entweder bewegt sich unsere Agitation innerhalb der Schranken der Gesetze, und dann wären Sie nicht berechtigt, uns diesen Vorwurf zu machen; oder sie geht über diesen Boden hinaus, und dann begründen staatsfeindliche Umtriebe das Ver- brechen des Hochverraths. Nun denn, Majestät, befehlen Sie Ihrer Regierung auf Grund der Thatsachen, die Ihnen ja ange- sichtS eines solchen Vorwurfs zu Gebot stehen müssen, unsere iFührer als Hochverräther vor Gericht stellen zu müssen. 'Nachdem Sie einen so furchtbaren(!!) Vorwurf gegen die Ehre(!!), gegen die Integrität(!!) des Charakters, gegen die Loyalität ihrer Gesinnungen geschleudert, gestatten Sie wenigstens diesen Männern, Ihnen zu beweisen, wie übel Sie berichtet waren." Abgesehen von der albernen Jercmiadc über den„furchtbaren Vorwurf", der in der Anklage hochverrätherischer Gesinnung liegen soll— wir kennen sehr viele„Hochverräther", die Männer von „Ehre" und höchster„Integrität bes Charakters" sind; und ken- nen sehr viele durch„Loyalität" sich auszeichnende, sehr hochge- stellte und sehr einflußreiche Personen, die Lumpen in des Wor- tes weitester und verwegenster Bedeutung sind; und nicht bloß wir kennen derlei loyale Lumpen, sondern waS die Jeremiade noch alberner macht, der Mann, an welchen der„Katholik" sein offenes Schreiben richtet, kennt sie auch, von seiner Berührung mit verschiedenen entlarvten Prachtexemplaren dieser Sorte Bismarck- scheu„Volks" her— abgesehen von dieser albernen Jeremiade ist die Antwort von zwingender Logik. Entweder ist die Beschuldigung der„StaatSfeindlichkeit" bloße Phrase, oder sie ist ernst gemeint. Im ersteren Fall ist sie durchaus unbedeutend, im zweiten Fall muß sie in einer Anklage auf Hochverrath gipfeln. Aus die- fem Dilemma kommen die Herren, die jenen Brief schrieben und vom Kaiser unterschreiben ließen, nicht heraus, sie mögen sich wen- den und drehen wie sie wollen. Kein Wunder, daß„Onkel Spener", deS Kaisers„Frühstückszeitung", dem soeben von Berliner Richtern bescheinigt worden ist, daß, wer auS dem Reptilienfond schöpfe, darum kein Schuft im juristischen Sinn sei, die unangenehme Antwort mit dem Alt- weibergeschwätz abzufertigen sucht, die„Insolenz des Tons"(dieses Schreibens) stehe selbst unter den Auslassungen der deutschen Bischöfe ohne Beispiel da;--„der UltramontanismuS scheine den Beweis liefern zu wollen, daß die Ehrfurcht vor dem Ober- Haupt deS deutschen Reich« ihm ein gänzlich fremdes Gefühl ist, und daß er auch darin(!) mit der Sozialdemokratie auf gleicher Grundlage, mit der großen Mehrheit der Nation aber im feindlichen Gegensatz sei. Nun, das Letztere bleibt abzuwarten. Was uns Sozialdemokraten betrifft, so bekennen wir gern, daß wir vor Niemand und Nichts„Ehrfurcht" haben, und daß wir die„Ehr- furcht" für ein Gefühl halten, dessen nur unklare und beschränkte Menschen fähig sind. Daß die Antwort deS Katholiken nicht geeignet ist, den Kaiser in der öffentlichen Achtung zu Heben, daS geben wir gern zu; die„Spenersche Ztg." möge deshalb mit ihren eigenen Patronen rechten, welche den Kaiser, gegen allen „konstitutionellen" Brauch in die Arena deS politischeu Kampfs geführt haben, wo es natürlich Püffe setzt. Erwähnt sei noch, daß auch die Berliner„Volkszeitung", Hauptorgan der preußischen Fortschrittspartei, über die Antwort höchlich erbost ist, und sie„dreist" nennt.„Dreist", daß man sich aus den Boden deS Rechts stellt! O du für den„Rechtsstaat" schwärmende Dunckerin! — Aus Krähwinkel— hätten wir beinahe gesagt— nein auS Bayern schreibt man der„Frankfurter Ztg.":„Wir erhalten soeben Kenntniß von einer vom Ministerium deS Innern erlasse- nen Entschließung, die wohl eine prinzipielle Bedeutung in der Frage der Coalition der Arbeiter hat. Ja Augsburg wollte stch vor längerer Zeit ein«„internationale Metallarbeiter- schaft" bilden. Der Augsburger Magistrat, an dessen Spitze der „liberale" Bürgermeister Fischer steht, erließ hierauf eine Verfü gung, wonach diese„Metallarbeiterschaft" nach Art. 11 deS Ver- einsgejetzes als ein politischer Verein zu betrachten ist, da der Vereinszweck, wie insbesondere aus dem§ 2 der Vereinsstatuten hervorgehe, aus öffentliche Angelegenheiten sich beziehe.(Der dtirtc § 2 der Statuten nennt als Zweck der Bereinigung:„gegenseitige Wahrung der Ehre und geistigen und materiellen Interessen der Gewerbsgenossen durch Abschaffung aller bestehenden Zwangskassen und Einführung freier KrankenuntcrstützungS- und Bezräbniß- kassen, Gewährung von Schutz an die Mitglieder gegen Bedrückung oder ungerechtfertigte Anforderungen von Seiten der Arbeitgeber und Behörden, nöthigensalls Bestreitung der Kosten für alle ge- richtlichen Klagen und Führung der Prozesse auS der Gewerkschafts- lasse".) Die magistratische Verfügung enthält nun weitere Stelle: „Mit Rücksicht darauf, daß die AugSburger Mitglieder der inter- nationalen Metallardeiterschaft einen Bevollmächtigte» und einen OrtSkassirer gewählt und im Hinblicke auf die Statuten kann eS keinem Zweifel unterliegen, daß diese Mitglieder dahier thatsächlich einen Zweigverein der Metallarbeiterschaft bilden, deren Beschlüssen und Organen sie nach den Statute» unterworfen sind und mit welcher sie zu einem gegliederten Ganzen vereinigt sind. ES wird demgemäß auf Grund de« Art. 17 des Vereinsgesetzes eröffnet, daß der hiesige Zweigverein der internationalen Metallarbeiter- schaft, wenn derselbe in Wirksamkeit treten und bezw. seine Wirk- samkeit fortsetzen sollte, gemäß Art. IS, Ziff. 4 des Vereinsgesetzes sofort geschlossen und Strafeinschreitung gemäß Art. 122 de- antragt werden müßte." Der hierauf bei der schwäbischen Kreis- regierung erhobene RecurS wurde von dieser Stelle ohne jede weitere Motivirung verworfen und der Magistratsbeschluß pure(ohne Aenderung) bestätigt. ES wurde nun Beschwerde beim Ministerium eingereicht; dasselbe hat jetzt, nachdem ihm die Be- schwerde vor l'l, Jahren eingesandt wurde, dahin entschieden, daß der Beschluß des Magistrates außer Wirksamkeit gesetzt werde, da aus den Statuten der internationalen Metallarbeiter- schaft in Chemnitz das Bestehen eines AffiliationsverhältnisscS im Sinne des Gesetzes zwischen der genannten Metallarbeiterschaft und den Mitgliedern derselben in Augsburg nicht entnommen werden könne." So ist also daS unzarische Ministerium noch übertroffen, welches zur Entscheidung über die Statuten des Arbeitervereins „Vorwärts" nur ein Jahr gebraucht hat. Die Entscheidung del Ministeriums hat das Gute, daß mit derselben den burcaukrati- scheu Plackereien in Bayern gegen die internationale Metallarbeiter- schaft wenigstens insofern ein Ziel gesetzt ist, als die Artikel 14 und 17 des Vereinsgesetzes nicht mehr in der Weise angewendet werden können, wie es stch der Herr Fischer und die lakonische Kreisregierunz von Schwaben erlaubt haben. Die bayerische» Arbeiter mögen sich den Fall merken, damit sie dem Hrn. Fischer und seinen„liberalen" Genossen heimleuchten können, wenn die- selben sich unterstehen sollten, von ihrer„Freisinnigkeit" zu reden. — Moderner Ablaß! Pfälzische Blätter berichten: „An einem Abend im Mai d. I. hat ein Oekonom, David Raab, von Lambsheim, einen gewissen Friedrich Lichtenbecger von Lud- wigShafen beim Verlassen des WirthShauses zu Lambsheim über- fallen und mit Mess-rftichen so schwer verwundet, daß der Ange- griffenc wochenlang in Lebensgefahr schwebte. Im Publikum kennt man die Dinge nicht, welche den Thäter zu diesem lleberfall ver- anlaßten.-Zu Ende der vorigen Woche sollte nun die Aburtheilung Raab's vor dem Zuchtpolizeigerichte zu Frankenthal stattfinden. Da, bei Eröffnung oer Sitzung, erklärte der Anwalt des Beschä- digten, daß dieser seinen Strafantrag zurückziehe. Somit war, nach der neuen R-ichSgesetzg-bung, jede gerichtliche Bestrafung be- seitigt, ja der Staat, d. h. die Gesammtheit der Steuerpflichtigen, hat die sämmtlichen erwachsenen Kosten der Untersuchung zu tragen! Nun Hai man mittlerweile erfahren— und es ist so sehr öffent- liches Geheimniß, daß es bereits in den pfälzischen Zeitungen steht—, daß Raab sich um den Preis von 5000 Gulden von Lichtcnberger losgekauft habe, wovon dieser der Gemeinde Lambs- heim die Hälfte schenke." Der vorliegende Fall zeigt, daß unsere moderne Rechtspraxis noch nicht einmal über den Tetzel hinausgekommen ist. Der Tetzel war allerdings ein frecher Pfaffe— er war auch auS Leipzig— und verkaufte vor etwa 380 Jahren seine Ablaßzettel für schweres Geld unter dem Motto:„Sobald daS Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegfeuer springt!" Die heute herrschende Rechtspraxis aber stellt Demjenigen, der einen meuch- lersschen Mordanfall verübt hat, einen Ablaßzettel ans mit dem Motto:„Sobald daS Geld-m Kisten klingt, der Meuchler aus dem Gesängniß springt!" Die Sache ist einfach die: Die330 Jahre vom Tetzel aus das„neue Reich" haben uns so viel„Entwicklung" gebracht, daß statt himmlischer jetzt irdische Ablaßzettel in aller Form ausgestellt werden. Der Tetzel war ein grober Schwindler; er griff der„ewigen Gerechtigkeit" im„Jenseits", im Himmel vor, verwandelte die Ehebrecher in Tugendhelden, die Diebe in Be- schützer deS Eigenthums, die Mörder und Räuber in„Kultur- tämpfer"— Alles fiir's Geld! O, daß dieser Mann noch lebte! Er würde manchen Bock in ein Schaf verwandeln. Die moderne Rechtspraxis aber macht aus Meuchlern ganz„anständige Leute", Alles sür's Geld! Ja, wer einen langen Geldbeutel hat, der mag sich wohl fühlen! Er fällt einen Andern meuchlerisch an, sticht ihn schier todt und— zahlt für das Vergnügen 5000 fl., denn er hat's ja! Damit aber auch das Publikum seinen Antheil au solcher Kulturentwicklung habe, werden die Gerichtskostcn„nieder- geschlagen", d. h. die gesammten Steuerzahler haben sie zu tragen. Die neue Bestimmung, welche die Bestrafung solcher„Körperver- letzungen" nur auf Antrag des Verletzten eintreten läßt, macht eS möglich, daß irgend welcher reiche Flegel die„Körperverletzung" als Vergnügen betreiben kann! Mit Geld ist ja All-S wieder zu vertuschen! Nicht den Richtern zu Frankenthal machen wir irgend einen Vorwurf; sie haben nach den bestehenden Gesetzen gehandelt, weil sie nicht anders konnten. Aber das System, nach welchem diese„Gesetze" geschaffen sind, welches duld.t, daß für Geld Ab- laßzettel auf Mord unv Todtschlag ausgeft llt werden, da» System, dessen ganze Moral im Geldbeutel steckt, daS ist in unfern Augen, die wir das Interesse deS armen ManneS vertreten, ein unsitt- licheS System, das die heutige„Gleichheit vor dem Gesetz" nicht anders zu illustriren weiß, als mit dem Tetzel! Darum hinauS mit dem T tz.'l und waS drum und dran hängt, aus dem neun- zehnten Jahrhundert! —„Bett' um die gnädig' Straf!" hatte bisher der österreichische Soldat zu sagen, beoor die Prügel-Prozevur an ihm vollstreckt wurde, und mit„Dank' für die gnädig' Straf!" quittirte er den richtigen Empfang. Dieses famose Stück Kultur scheint verschicdeue Fabrikanten auf die„göttliche Jvee" gebracht zu haben, auch der Arbeiter, in ihren Augen daS zu scheerende Schaf, habe sich nicht allein für die Schur zu bedanken, sondern auch um dieselbe zu bitten. Es ist ein altes Kunststück der Herren Schafscheerer, daß sie stets einige Schafe auftreiben, die stch beklagen müssen, daß sie nicht mehr Wolle lassen dürfen, sobald die Herren Schasscheerer gegen jene weaizcn und ungenügenden gesetzlichen Bestimmungen vorgehen wollen, welche die Schur manchmal etwas erschweren. In diesem Sinne muß man eS auffassen, wenn in verschiedenen Blättern zu lesen steht, daß die Spinner von Crimmitschau, Werdau, Glauchau und Plauen gesonnen seien, eine Petition an das Ministerium zu richten folgenden Inhalts: -„1) DaS königliche hohe Ministerium wolle hochgeueigtest dahin wirken, daß die MmimalalterSgrenze für die Beschäftigung von Kindern in Vigogne- und Streichgarnspinncreien von dem 12. auf daS 10. Lebensjahr herabgesetzt werde; 2) das h. Ministerium wolle seinen Einfluß dahin geltend machen, daß die Bestimmung der ReichSgewerbeorvnung, wonach jugendliche Arbeiter von 14 bis 16 Jahren nur 10 Stunden täglich beschäftigt werden dürfen, l � wieder aufgehoben werde; 3) das h. Ministerium wolle dahia wirken, daß die in der gegenwärtigen Gewerbeordnung enthaltenen% Beschränkungen der Arbeitszeit Minderjähriger nicht noch auf i Jü höhere Lebensalter ausgedehnt werden; 4) daS h. Ministerium wolle dahin wirken, daß keine neuen beschränkenden Bestimmungen in Betreff der AibeitSzeit von erwachsenen weiblichen Personen rs gesetzlich angeordnet werden." ES wird Jedem klar sein, daß diese? Machwerk nicht von r' Spinnern, sondern von Spinnereibesitzcrn ausgeht. Leider i* ist es Thatsache, daß stch nur zu viele Arbeiter finden, welche in � ihrem eigenen Fleische wühlen und solche Petitionen unterschreiben. L4 Der Lohn der Spinner ist durch die Konkurrenz der Maschinen l auf ein Minimum herabgedrückt worden, und da der Hunger weh thut so dürfen wir einen Spinner deshalb nicht verurtheilen, weil er ohne weiteren Einblick in die Entwicklungsweise der Produktion denkt, er stelle sich desto besser, je früher er seine Kinder an die Maschinen treibe. Jene Armen, welche ihre Namen hergeben, um der Farce der Fabrikanten einen Anschein vom Gehalt zu verleihen, sind eben doppelt übel dran. DaS ist ja ein Hauptmerkmal der kapitalistischen Produktionsweise, daß sie die Erzeuger aller Werthe Zwingt, gegen ihre eigensten Interessen zu wiitheu, daß sie Weib und Kind zu Konkurrenten des Gatten und VaterS macht. Da dürfen wir uns nicht wundern, wenn die von dem furchtbaren Konkurrenz- Strudel Fortgerissenen sich an Strohhalme klammern. Möge das sächsische Ministerium immerhin die Ausbeutungswuth der Herren Fabrikanten unterstützen und ihr mehr Spielraum vn- schaffen, damit sie sich, statt wie bisher aus den zwölf-, nunmehr schon aus den zehnjährigen Kindern ihre Opfer auswählen können; es ist ja auch nicht neu, wenn der ganze Nachwuchs des arbeitenden Volkes schon in zärtem Alter dort in Kasernenschulen, hier in in- dnstrielle Zuchthäuser gepfercht wird,— aber der„Liberalismus" der Bourgeoisie mit seinen Phrasen von„Bildung" ist bankerott. Und daS ist der Anfang vom großen Krach, von allem Ende! — ES ist allerdings selbstverständlich, daß wir solchen Gegnern, wie den hiesigen Leitern deS Allgemeinen Deutschen Ar- beitervereins und dcö„Neuen Sozialdemokrat" gegenüber nicht weichherzig zu sein brauchen und ein wenig Schadenfreude empfin- den, wenn unS Gelegenheit gegeben wird, eine kleine Revanche zu nehmen für' die Unflathigkeiten, die diese Gesellen schon verübt haben. Die Leser des„Volksstaat" werden sich erinnern, daß kurz vor dem letzten Eisenacher Kongreß Herr Hasenclever, der„Prä- sident der Menschheit", in Breslau in einer Volksversammlung auftrat, wobei fanatisirte Jünger Tölcke's an unseren Parteigenossen verschiedene Rohheiten verübten. Der„Neue", der sich darüber herzinniglich sieute, druckte mit großem Behagen einen Artikel ab, den die„Schlesische Presse", ein Börsenblatt, natürlich zu Un- gunsten unserer Partei, über diese Versammlung gebracht hatte. Um dem„Neuen" mit gleicher Münze heimzuzahlen, drucken wir nun hier den Bericht der Berliner Blätter über die neueste Tölckiade ab. Hierbei ist sieilich der Unterschied zu machen, daß der„Neue" damals daS Breslauer Börsenblatt zu Hülfe nahm, weil es die Flegeleien seiner Anhänger gut hieß; wir drucken nachstehenden Bericht ab, weil durch denselben das Treiben der Berliner sxents provoosteurs wenigstens annähernd in das richtige Licht gestellt wird. Unter dem Motto:„Haut ihm!" berichten Berliner Blätter gleichlautend wie folgt über die neueste Tölckiade „Der Vorstand deS vierten Berliner Wahlbezirks hatte am verflossenen Freitag eine allgemeine Urwählerversammlung nach dem Mohrmann'schen Lokale ausgeschrieben, zu welcher der Eintritt ohne weitere Kanteten gestattet war. Warum auch nicht? Herr Prä- sident Hascnclever hatte ja decretirt, daß„unser Volk" sich nicht an den korrumpircnden indirecten Wahlen betheiligen darf. Seit Monaten war den Sozialdemokraten aber keine Gelegenheit gege- ben, eine frische, fröhliche VersammlungSsprengung in Scene zu setzen, und nichts verweichlicht bekanntlich mehr ats«Unthätigkeit. Es war also am Sitze des ZeuS in der Dresdenerstraße beschlossen worden, die Mannen zu einem kleinen Exercitium zu sammeln. Der kundige Thebancr erkannte sofort beim Eintritt in den Mohr- wann'schen Saal, was die Glocke geschlagen. Da saßen sie alle, die Führer und Präsidenten, Aurin, Finn, Becker, Gcottkau ic., der zottige Hasselmann an der Spitze, im Kreise ihrer Ge- treuen, sehnsüchtig der Zeit harrend, wo eS„losgehen" werde. Und die Zeit kam. Der langjährige Vorsitzende, Stadtverordneter Berlin, eröffnete die Versammlung, und sofort verlangten die Sozialisien für das„souveräne Volk" das Recht der Bureau- Wahl. Warum nicht, meinte Berlin, wenn es Ihnen sonst Spaß macht! Wen wünschen Sie denn zu wählen? Finn! Finn! heult es von allen Seiten. Na, wollen mal sehen, replicirt Berlin; wer Finn wählen will, erhebe die Hand! Etwa ein Fünftel der Versammlung. Minorität! sagt Berlin. Majorität! schreien die Sozialisten und pfeifen dazwischen auf den Fingern, daß Einem die Ohren gellen. Na, wollen mal sehen, beschwichtigt Berlin mit göttlicher Gemüthlickkeit, wer mich zum Vorsitzenden haben will, erhebe die Hand! Die anderen vier Fünftheile reckten die Arme in die Höhe. Majorität! zubcln die Sieger. Mino- vität! brüllen die Unterlegenen. Fmn ist gewählt, donnert Hassel- wann dazwischen, und wenn Finn nicht da oben sitzt, findet die Versammlung nicht statt! Die Berliner Urwähler sind im Allgc- weinen keine Revolutionäre, aber eine solche Frechheit brachte die Versammelten, welche bis dahin die Episode nur mehr als an Agende Einleitung angesehen hatten, etwas aus dem Häuschen. »Ruhig, Maul halten!" erwiderte man dem ungekämmten Versechter des Vo.ksrechts.„Wir sind daS souveräne Volk, Berlin gehört unS, Finn muß rauf!" kommandirt Hassclmann. »Schmeißt den Kerl raus!" ist die Antwort. Die Situation ist im höchsten Grade bedenklich, als Hasselmann die schmierige Sturmhaube auffetzt und den Knüppel fest in die Hand nimmt. Noch einmal fordert er daS Recht„seines souveränen VolkeS"� jedwede Versammlung zu terrorisiren, und als ihn die Gegner verlachten, auch der Schlachtgesang der Hasenclever'schen ungehört w dem Brausen der aufgeregten Menge verballt, da schwingt Hassclmann ingrimmig den Knüppel über Pein Haupte, im Vachsien Augenblick saust derselbe herab, schlägt klatschend auf den Rücken eines alten gebrechlichen Herrn— und die Keilerei ging los. Die Urwähler des vierten Wahlbezirks sind zum größten Äleile Männer der Arbeit, aber nicht von der Hasenclever'schen Strikesorte; sie' verstehen, fest zuzugreifen und sind gewohnt, daS, v>as gethan werden muß, schnell zu vollbringen. DaS rüde"Attentat Sozialistenführers fand sofort seinen Lohn, hundert Arme Zangen um die Ehre, den getroffenen Alten zu räche», die Uebrizen �gagirte« sich mit dem„souveränen Volk". Ein Schlachten war'S, Vicht eine Schlacht zu nennen. Die älteren Herren versammelten sich auf der Bühne des Saales, um dem Getümmel zuzuschauen, jsie Furchtsamsten salvirten sich in den Keller, wo sonst der Gar- {siobier und der Requisiteur ihr Wesen treiben. Einen Augenblick Deckte die Kämpfenden ein ChaoS von Stuhlbeinen, fliegenden gläsern, fuchtelnden Stöcken und erhobenen Armen, wie als wenn �e Artillerie den Gruß der anrückenden Heere verkündet und das Rottenfeuer der Infanterie den Empfang bescheinigt. Dann klärte sich die Situation. Man sah die Sozialisten per Schub an die jftür spediren, von dort wieder zurückschnellen, ihren Lohn für die �fispielloS steche Störung in wohlapplizirteu Knallschoten in Em- pjang nehmen und dann daS Weite suchen. Wohl eine Viertel- siwrde dauerte die Execution. Dann bestieg Berlin mit seiner So schreibt Lasker'S Knüppel im Vollgefühl seines Siege«. Dieser„Kulturkampf" zwischen den beiden Knüppeln beweist uns, daß wir dem Lasker'fchen Knüppel doch Unrecht thaten, als wir ihm an der Wiege das Prognostikon stellten, er werde, sobald er den Schatten seines älteren Bruders, Sankt Tölcke, aus der Ferne erblicken werde, mit affenartiger Geschwindigkeit sin daS erste Maus- oder Kellerloch hineinkriechen. Er hat's„gewagt", und, statt inS MauSloch zu kriechen, seinem Conkurrenten eine Schlacht geliefert und ihn durchgebläut. Es ist keine Mähr, und eine wahrhaftige Geschichte: LaSker'S Knüppel hat einen„großen Sieg" erfochten über Tölcke'S Knüppel; und was daS Schlimmste, er hat ihn erfochten in der ersten Schlacht! Und er hat ihn erfochten gegen den Moltke des Tölcke'schen Knüppels, den großen Hassel- mann in Person, den wüthenden Wasser-, Seifen- und Bourgeois- feind, dessen Feindschaft gegen die Bourgeois sich aber in ähnlicher Weise zu äußern scheint, wie seine Feindschaft gegen Wasser und Seife: darin, daß er sich von ihnen fernhält, statt ihnen auf den Leib zu rücken. Wir gesiehen, das Resultat hat uns einigermaßen überrascht. ES ist wahr, zu Eisenach sahen wir Tölcke'S Knüppel in Tölcke'S eigener Hans grimmigen Gesichts und lammfrommen GemülhS unter dem kaudinischen Joch dahcrschleichen; daß er aber vor Laskers Knüppel die Segel streichen würde, daS hätten wir allerdings nicht erwartet. Genug— Tölcke's Knüppel hat das Kränzlein jungfräulicher Ehre verloren, und hundert„Revanche- kriege" können es ihm nicht zurückgeben. Verloren isi verloren. Lassen wir nun auch den amtlichen Schlachtbericht des Besiezten folgen: Tölcke'S Knüppel schreibt: „Berlin, 18. Oktober.(Die LaSker-Garde.) Die Fortschrittler haben augenblicklich eine lächerliche, intriguante Methode ange- nommen, um scheinbare„Wählerversammlungen" in den einzelnen Bezirken abzuhalten. Sie laden dieselben aber fast nie öffentlich, sondern nur durch Cirkulare ein, welche unter den Fortschrittlern kolportirt werden. Gestern Abend war nun eine solche sogenannte allgemeine Wählerversammlung im Frankfurter Stadtviertel ange- sagt, welche die Fortschrittler, um sie formell zu einer öffentlichen zu macken, am Freitag Morgen durch einige versteckte Annoncen der„Volkszeitung" und„Voss. Ztg." publik machten. Da-so selbstverständlich daS Publikum kaum darauf aufmerksam wurde, ward sie nur von etwa 150 Bourgeois und 60 Arbeitern, letztere Sozialdemokraten, besucht.— Bei der Bureauwahl, zu welcher die Einberufer wie immer nur zögernd schritten, erhielt bei der ersten Abstimmung unser Parteigenosse Finn 47 Stimmen, gleichwohl stimmten bei der Gegenprobe nur 43, genau gezählt, gegen ihn. Finn war somit von Rechtswegen gewählt. Ganz unparlamenta- risch ließ nun aber der Einberufer über sich abstimmen und er- klärte jetzt, die Majorität zu haben. Nach einigen Hin- und Widerreden erklärte nun der Parteigenosse Hasselmann, daß er gegen dies unparlamentarische Gebahren in der überhaupt unge- nüzend bekannt gemachten Versammlung Protest einlege und seine Parteigenossen ersuche, mit ihm den Saal zu verlassen. Das ge- schah in aller Ruhe. Als nur noch sechs oder sieben Parteigenossen im Saal sind, schleicht sich ein Lasker-Gardist von hinten an Hasselmann heran und versetzt ihm— anscheinend mit einem Jagdmesser s— einen Stich in den Hinterkopf, der eine drei Zoll lange, bis auf den Schädel gehende Wunde verursacht. Zugleich packt ihn ein Bourgeois von vorn, den Hasselmann aber mit seinem Bambus zusammenhaut. Auf dieses Signal stürzt die LaSker-Garde von allen Seiten auf ihn los; man reißt ihm daS Plaid fort und sucht ihn niederzuwerfen. DaS glückt aber nicht. Ein mächtiger Steinträger haut mit einein Stuhl Bahn; auch Aurin, den die Bourgeois packen, schafft sich Platz. Parteigenossen kommen zu Hülfe und nun sausen die Hiebe hageldicht. Die Lasker- Garde flüchtet in die Ecken, Stühle, Tische und Gläser de- molirend, Hasselmann erobert sein Plaid zurück und der Vorsitzende eiklärt in der Angst die Versammlung für geschlossen. Als der Wirth sich daran machte, die Gasflammen zu löschen, ziehen die Lassalleaner unbehelligt unter dem Gesang der Marseillaise ab__ Polizei war nicht anwesend. Ob die Bourgeoisie daher nachher noch eine neue Versammlung hinter verschlossener Thür abhielt, ist uns unbekannt. Mögen unsere Berliner Parteigenossen übrigens künftig immer fest organisirt auf dem Posten sein, dann wird der Lasker-Garde die Lust zu Excessen rasch vergehen." Hasselmann, der diese Fall stafsi ade natürlich selber verübt hat, wird hoffentlich in irgendeinem Verehrer des„Fuselfceien" seinen Homer finden. Der Hünenkampf um Hasselmanns Plaid stellt sich dem Kampf um Patroklus' Leiche würdig zur Seite. Und „der drei Zoll lange Stich im Hinterkopf",„anscheinend von einem Jagdmesser"(Apropos, unglücklicher Hasselmann, warum hast Du nicht lieber Dolchmesser, Küchenmesser, Käsemesser gesagt — irgend ein Messer, nur kein Jagdmesser, daS unwiderstehlich an Jagdgeschichte und Münchhausen erinnert?)„der drei Zoll lange Stich" kann ja mit Leichtigkeit noch um einige Zolle ver- längert und vertieft werden. Unsere Leser werden uns hoffentlich nicht zürnen, daß wir dieser Schlacht der zwei feindlichen Kultur- knüppel einigen Raum gewidmet haben. Sie ist ein Theil des .Kulturkampfes", der jetzt gekämpft wird, und wird auch ihr Nach piel haben. Warten wir's ab! Femer find folgende BertraumSmänner bestätigt. Jüterb oak� R. Grunert; Soest: W. Hense; Erustthal I: C. Bohne. Hamburg, 26. Oktober 187Z. Der Ausschuß: H. Bennecke. Aug. Geib, RödingSmarkt 12. A« die Parteigenoffe»! Zu den Beiträgen, welche im September und Oktober d. I. für die Jnhaftirten eingegangen, sind nachzutragen: Meerane(BolkSverein) 2 Antheilscheine der Leipziger Genosse»- schaftSbuchdmckerei mit 20 Thlr., Hamburg(durch Geib auf Liste 117) 6 Thlr. 18 Gr. Femer früher eingegangen von Eckstein in Altona für die Agitation 1 Thlr. Hamburg, 25. Oktbr. 1873. Mit Gmß H. Beunecke, Hamburg, kleine Schäfcrkamp Nr. 34. J�derglkichlichen Gemüthlichkeit wieder den Präsidentenstuhl und t'* Bortrag der Abgeorduete» Duncker und Eberch begann.— r-n Tölcke in Iserlohn aber ging noch am selbigen Freitag Abend g?chstiheude Depesche ab:„Großer Sieg! Kein Mann ist im �»ale gebliebm. Mit sozialdemokratischem Gruß!" — Neuer Schwindel. Wir erzählten neulich von einem preußischen Feldwebel Powitz, der, obgleich kerngesund, als „brustkrank" entlassen wurde. Wir bemerkten diesen Herrn zu- erst in St. Johann und jetzt finden wir ihn wieder in Stuttgart. wo er den gläubigen Patrioten seine Leidensgeschichte vorjammert. Dieser Mensch' reist auf seine Kerngesundheit und weist nr Geld nach, daß er(Powitz) kerngesund ist. So ersehen wir aus der Stuttgarter„Presse", wo eS heißt:„Powitz logirt im Gasthaus zur Garbe, wo Jeder, der sich für den betteffenden Fall interessirt, den schwergeprüften Mann sprechen und Einsicht von den Akten nehmen kann." Das ist deutlich. Die Powitz'sche Affaire ist weiter nichts als eine unverschämte Bettelei. Mögen sich ver- schiedenc Michel ihren Geldbeutel beschneiden lassen; ein vernünftiger Mensch wird dem kerngesunden Powitz einfach sagen: Gehe hin und arbeite! Innere Partei-, BerwaltungS- und Organlsations- Angelegenheiten. An die Parteigenossen! Neu angemeldet sind folgende Orte: Harthau bei Chemnitz, Vertrauensmann Gustav Lange; Weißenburg a. S.: O. Größler. Der Erfurter Vertrauensmann heißt nicht Bein, fondem W. BohreS. Gewerksgenossenschaftliches. Internationale Metallarbcitergewerksgenossenschaft. ßhcmnih, 22. Okt. Allen Mitgliedem sowohl unserer als au- derer Gewerkschaften sowie sämmtlichen Arbeitern in Bayern, welche sich denselben anschließen wollen, sei hiermit ein Beschluß des k. b. StaatSministcriumS des Innern mitgetheilt, um, falls et einzelnen Paschas wieder einfallen sollte, daS rechtliche Bestehen unserer GewerkSgenossenschaften anzuzweifeln, dann darnach hau- dein zu können. Anlaß sich au das Ministerium beschwerend zu wenden gab die Auflösung der internationalen Metallarbeiterschast zu Augsburg durch den AugSburger Magistrat vom 17. Febmar 1372 und einer Regierungsentschlwßung vom 18. April und lautet die Ministerialentschließunz folgendermaßen: K. B. Staatsministerium deS Innern! Der königlichen Regierung, Kammer des Innern, werden die Beilagen deS Berichtes vom 1. Juli v. I. anruhend unter dem Eröffne« zurückgegeben, daß aus demselben und den darin befindlichen Statuten der internationalen Metallarbeiterschast zu Chemnitz das Bestehen eines Affiliationsverhältnisses im Sinne des Art. 17 des Gesetzes vom 26. Februar 1850„die Bersamm- lungen und Vereine betreffend" bezüglich der genannten Me- tallarbeiterschaft und der Mitglieder derselben in Augsburg nicht entnommen werden konnte und deshalb der Beschluß des Magistrats Augsburgs vom 17. Februar v. I. und die derselben bestätigende Regierungsentschlicßung vom 28. April ejusd. a aus Anlaß der von Ludwig Jellc erhobenen Be- schwerde hiermit außer Wirksamkeit gesetzt werden, hienach hat die königliche Regierung, Kammer deS Innern, das Weitere zu verfügen. München, den 2. Oktober 1873. Auf Seiner Königlichen Majestät Allerhöchsten Befehl gez. Pfeuser. Durch den Minister der Generalsekretär gez. du Bain. An die kgl. Regierung, K. d. Ä., von Schwaben und Neuburg. Die internationale Metallarbeiterschast betteffend. Der unermüdlichen Ausvauer unsere« Mitgliedes Ludwig Jelle in Augsburg, sowie der uneigennützigen Unterstützung deS Advoka- ten Herrn Dr. Kcouacher in Fürth, welcher die gerichtliche Vertre- tung unentgeldlich übernahm, haben wir es zu verdanken, daß wir fernerhin weiterer Plackerei enthoben sind und fühlt sich der hiesige Ausschuß demselben zum Danke verpflichtet. Nunmehr fordern wir aber zur regste» Theilnahme an der internationalen Metallarbei- tcrgewerkschaft auf, darauf hinweisend, daß die Zukunft nur den Männern gehört, welche Vernunft genug besitzen um einzusehen, ljaß ein Anschluß an unsere Organisation unbedingt nothweadig'ist, um vor noch weiterer Bersumpftheit und Sclaverei gestützt zu sein. Nicht dürfen wir uns fernerhin durch Fabrikordnungen, Strafen, Schimpfworte, ja selbst Schläge wie Sklaven behandeln lassen; wir müssen vielmehr eingedenk sein, daß wir als edelstes Geschöpf der Erde die Ausgabe haben, uns und unseren Nachkommen ein würdiges Dasein zu sichern. Allerdings trägt daS arbeitende Volk viel Schuld an den heutigen Zuständen durch seine Thcilnahmlosig- keit, und nur dadurch ist eS möglich geworden, daß das heutige Raubritterwesen unter den hoch önenden Namen Banken und Aktiengesellschaften in einem solchen Maßstabe getrieben werden kann. Die Raubzüge deS mittelalteilichen Raubrittergesindels er- scheinen als Spielerei gegen die Unthaten der heutigen Raubritterei; während es sich damals um Einzelne handelte, fallen heute der unersättlichen Habgier der herrschenden Klassen Tausend und aber Tausend zum Opfer. Betrachtet die Tabellen über daS Sterblich- keitSverhältniß und Ihr werdet den Massenmord in seiner lang- samen aber um so gräßlicheren Form erkennen. Bedarf es erst tüchtigen RüttclnS, um Euch auS dem Schlafe herauszureißen. Oeffnet die Augen und erschrecket über die Allsei- tigkeit des Elendes. Lasset nicht wie Feiglinge alles Elend blindling« Uber Euch ergehen, sondern mit stolzem Gefühl erhebe sich Eure Brust und mit dem Rufe: Ich will ein Mann sein, will eintreten in den Kampf für meine Rechte und für deS gesammten Volke« Wohl! Mittheilungen sind zu richten an Unterzeichneten, von welchem auch jederzeit unentgeltliche Auskunft zu erlangen ist. Für den Ausschuß der int. Metallarbeiterschaft: Rich. C. I. Wolf, Lindenstraße 8. I. Die Mitglieder derjenigen Ort-, welche ihre statistische« Formulare noch nicht eingesendet haben, werden aufgefordert, die« schleunigst zu thun, da doch eine so große Arbeit damit nicht ver- knüpft ist und diese zur gesammten Uebersicht und Zusammenstel- lung unbedingt nothwendig sind. D. O.j Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Nraunlchweig, 24. October. Da die hiesige Mitgliedschaft am 20. d. mit der Berathung der Statuten für die Centtal-Kranken- lasse begonnen hatte, so theile ich mit, welche Abänderungen hier- orts bis zum§ 8 gestellt werden. In§ 1 wo es heißt:„Den Mitgliedern bei unverschuldeten Krankheiten angemessene Unterstützung zu sichern" soll da« Wort „unverschuldete" wegfallen. � In 8 2 anstatt:„Dieselben haben durch Attest nachzuweisen, daß sie zur Zeit gesund sind und daS 60. Lebensjahr noch nicht überschritten haben" soll es heißen:„Bis zu 6 Monaten nach Gründung des Kranken- Unterstützungs-BundeS kann jede« Gewerk- chaftS-Btitglied ohne Unterschied des Alter«, mit Beibringung eines GesundheitS-AttesteS aufgenommen werden.". In§ 3 die Worte:„Jede« Mitglied hat bei seinem Eintritt 5 Sgr. zu entrichten" sollen gestrichen werden.„ In L 4 anstatt:„Die Berechtigung zur Kranken- Unterstützung tritt jedoch erst nach Ablauf von 13 Wochen, vom Tage des Em- tritt# an gerechnet, ein' soll e# heißen:»Jedes Mitglied des Aranken-Unterstützungs-Bundes tritt sofort in seine Rechte ein, sobald es seine Beiträge pränumerando entrichtet hat.' In ß 5 soll es heißen:»Geschieht die« innerhalb von 2 Mo- »aten nicht, so werden die Säumigen gestrichen n. s. w.' statt »3 Monaten.' Bei tz 8 soll hinzugefügt werden:»Bei denjenigen Kranke», welche im HoSpital behandelt werden, wird nur einstweilen der Betrag ausgezahlt, welcher für die Behandlung, resp. Verpflegung erforderlich ist, der Ueberschuß jedoch erst dann, wenn der Be treffende au» dem Hospital entlassen ist.' Diese Hinzufügung zu ß 8 wird nicht zu verkennen sein, zumal fle dem Kranken immer nützlich sein kann, denn 1) bekommt der- elbe den vollen Bettag von 4 Thlr. wöchentlich ausgezahlt, so kann er dadurch, daß er Geld hat, ttotz ärztlichen Verbot«, wie eS ja auch oft geschieht, sich jedwelche Speisen und Getränke u. s. w. verschassen, welche gcradeweg eine Krankheit verschlimmern, der Betreffende also hierdurch auch länger da» Krankenbett hüten müßte. Und 2) würde es für Jeden eine annehmbare Wohlthat sein, wenn er, aus dem Kdankenhause entlassen, sich noch eine« Guthaben« zu ersreuen hätte, welches ihm eine Erholung gestattet, bevor er feine noch matten Glieder der Arbeit wieder zuzuwenden brauchte. Weil nun aber der Kranken-UnterstützungS-Bund auch zu einer Agitation dienen soll, welcher die Organisation fördert, so kann eS nicht rathsam sein, wenn noch extra ein EinttittSgeld festgesetzt wird, da ja ohnehin Jeder, welcher der Krankenkasse angehören will, erst GewerkschaftS-Mitglied sein muß, sein Eintritt also hier und da mit Geldopscrn vciknüpft ist, und man weiß ja genug, daß in dieser sowohl wie in ähnlicher Weise, die Groschen eine Hauptschuld mitttagen, weShalb sich viele zurück zichn. Man muß den Beittitt deshalb so leicht wie möglich machen. So z. B. wird sich auch Jeder daran stoßen, wenn er 13 Wochen vorher Kranken- geld bezahlen soll, ehe er bei vorkommenden Fällen auf Unter- stützung rechnen kann. Diese Abänderung theile ich den Mitgliedschaften mit, um darüber zu urthcilen; in den folgenden Paragraphen werden keine großen Abänderungen mehr nöthig sein. Sie werden erst noch durchgenommen. Wenn der neue Ausschuß in ftine Funktion ttitt, werden wir eine Zeit setzen, in welcher die Urabstimmung erfolgt sein muß. Dann theile ich noch mit. daß ich am 12. d. in Helmstett war und dort eine Mitgliedschaft gründete, der Bevollmächtigte heißt H. Ahlers, wohnt Ostendorf Nr. 6 bei Fischer, der Kassirer Paul Sens, Schuhstraße bei Schünemann. Collegen aller Orts! Rüstet Euch! tretet ein in die Organi sation, auf daß wir groß und stark werden und den wuchtigen Schlägen des Kapitals ein Halt bieten können. Mit Gruß und Handschlag I. A.: C. Ludolph. ßhemnih, 23. October. Abrechnung pro III. Quartal 1873. Einnahme: Bestand vom II. Quartal Thlr. 236 13 2, Schweinfurth Thlr. 1 21, Bremen(noch vom ll. Quartal) Thlr. 3, Schweinfurth Thlr.— 21 3, Pforzheim(noch vom ll. Quartal) Thlr. 7 16, Pirna Thlr. 4, Leipzig Thlr. 2 22 5, Chemnitz Thlr. 1 12, Landshut Thlr. 4 4, Stade Thlr. 6 7, Gotha Thlr. 3 14 8, Elberfeld Thlr. 4 IS, Braunschweig Thlr. 4 23 5, Bayreuth Thlr. 1 6, RegenSburg Thlr. 2 11, Nürnberg Thlr. 30 6, Pforzheim Thlr. 1, Berlin Thlr. 2 20 5, Gießen Thlr. 1 10. Für Zinsen Thlr. 5 12. Summa Thlr. 374 15 2. Ausgabe: An Georg Schöffel zur Generalversammlung Thlr. 12, zur Deckung der Delegationskosten an Mendt(Berlin) Thlr. 3, desgleichen an Weck(Chemnitz) Thlr. 3 23, für eine halbe Mille Statuten zu salzen und zu lieben Thlr. 1 15, für den„Volksstaat- Thlr. 5, für 1000 Mitgliedsbücher zu drucken u s. w. Thlr. 17 15, für 200 Stück AbrcchnungS-Formulare, für Inserate in der„Ch. Fr. Presse', Ausschußsitzung bettessend vom 1. Januar an Thlr. 1, für 1000 Mitgliedsbücher zu heften Thlr. 6, an A. Luttner den 4. Theil der Delegationstosten zur Generalveis. Thlr. 7 6 1, Gratifikation an den Hauptkassirer Thlr. 8, für zwei Annoncen im„Volksstaat' Thlr.— 10, an G. Mittenberger in Gießen den 4. Theil der TelcgationSkosten Thlr. 4 13 4, an denselben für verlegtes Geld, Mandat nach Lüttich bett. Thlr. 16, an Baumann zur Generalversammlung, Agitation in Weimar betr. Thlr. 1 25, sür eine Kiste zur Verpackung der Utensilien nach Braunschweig Thlr.— 10, für Porto der Postanweisung deS KasstrcrS Thlr. 6 5; laut Buchauszug der Buchdruckerei von Schubert u. Co. waren im Januar 1873 sür 2000 Stück Aufrufe irrthümlich Thlr. 4 20 gebucht, während dieselben Thlr. 5 20 kosteten, m'thin ein Nachtrag von Thlr. 1, desgleichen waren 2000 Stück Statuten mit Thlr. 15 10 gebucht, während dieselben Thlr. 15 15 kosteten, mithin ebenfalls ein Nachtrag von Thlr.— 5, für Porto, Schreibmaterialien und Emballage des Geschäftsführer« Thlr. 5 5 7. Summa Thlr. 86 13 7. Einnahme: Thlr. 374 15 2, Ausgabe: Thlr. 86 13 7, bleibt Bestand: Thlr. 238 2 5. Die Augsburger Mitgliedschaft hatte die Abrechnung eingesandt, diese wurde aber wieder retour gesandt zur besseren Nichtigstellung. Entschuldigt hat sich Frankfurt a. O., da eS keine Abrechnung einsenden könne. Ihren Pflichten sind bis zur Zeit noch nicht nachgekommen: Bremen, Fürth, Würzburg, Großenhain, Barmen, Bamberg und Halle a. S. Ferner gebe ich noch bekannt, daß auch in Zwickau eine Mit- gliedschaft in der Gründung begriffen ist. Adresse des Geschäftsführers zu Braunschweig: F. Mumme, alte Waage Nr. 6, die des Vorsitzenden: C. Ludolph, Stecher- straße Nr. 20, 2 Tr., de» Haupt-KassirerS: C. Beck, Turnerstr. Nr. 8 Den 26. October geht die Hauptkasse an den Kassirer E. Beck, sowie die Bücher und sämmtliche Utensilien an den Geschäfts- führcr F. Mumme nach BraUnschweig ab. Mft sozial-demokratischem Gruß Herm. Weck. schäste deS Ausschusses wieder übernommen, und von jetzt ab alle Briefe an mich zn richten bitte. Mit Gruß Theodor Rosenkranz, Derenburg-Twete 3. Gewerkschaft der Maler, Lackirer und Vergolder. Nraunschweig, 24. Oktober. Der Ausschuß macht hiermit daS Resultat der Urabstimmung über§ 1, 5 und 6 des Statuts bekannt.§ i. Mit zwei Drittel Majorität das Wort„intcr- national' gestrichen, so daß die Gewerkschaft jetzt abgekürzt den Namen führt:„Gewerkschaft der Maler, Lacttrcr und Vergolder.' tz 5 mit einfacher Majorität dahin verändert, daß statt 13 Wochen 8 Wochen und§ 6 gleichfalls mit einfacher Majorität dahin ge- ändert, daß statt 4 Wochen 8 Wochen gesetzt wird. Der Nachtrag zum Statut wird binnen 8 Tagen gedruckt und den Bevollmächtigten mit den noch fehlenden Ortsstempeln über- sandt werden. Durch den Rücktritt des Bevollmächtigten für Dresden, Herrn I. Rosenbaum, ist dort eine Neuwahl nothwendig geworden und Herr A. Schmidt hierzu gewählt und als solcher bestätigt. Die Adresse de» neuen Bevollmächtigten ist A. Schmidt, Schützenstraße 9, 11. Zugleich die Mittheilung, daß ich die Ge- Correspondenzen. .Leipzig, 22. Oktober. Im Meeraner Stadtverordnetencollc- gium haben unsere in der ensschiedenen Majorität befindlichen Parteigenossen einen Anttag bezüglich der über Meerane verhängten Suspension de» Versammlungsrecht« angenommen, den wir ver- urthcilen müssen. Nach dem Bericht de«„Cr.-B.- und B.' wurde in der Sitzung vom 16. d. M. auf Anttag de« Herrn Winkler folgender Anttag einstimmig angenommen:„Seit Monaten und zwar seit Monat Juni d. I. ist unS durch eine Kreisdirektionsverordnung das Vereins- und Versammlungsrecht entzogen worden; ob dies die hiesige Einwohnerschaft verschuldet, möchte wohl be- zweifelt werden; da nun dieses Verbot immer noch auf unserm Orte lastet, sehe ich mich veranlaßt folgendes Gesuch resp. Antrag zu stellen: Das Collegium möge in seiner Gesammtheit ein Ge- such an das hohe Ministerium richten, worin dasselbe ersucht wird, die hiesigen Verhältnisse zu prüfen, damit wir wieder in unsere Rechte gelangen, und bitte, wenn mein Anttag Gehör findet, ihn einer Deputation zur Weiterbeförderung zu übermachen". Die Annahme dieses Antrags verräth sehr wenig männliche Entschiedenheit und geringes Bewußtsein von der Stellung, welche in diesem Falle der Vertretung einer Stadt gegen daS willkührliche und parteiische Vorgehen der Zwickauer KrciSdirektion geziemte. Indem die Vertreter Meerane's daS Ministerium ersuchen, die Verhältnisse zu prüfen, ob daS Verbot des Vereins- und Ver- sammlungSgesetzes noch länger ausrecht zu erhallen sei, erkennen sie da« Vorgehen der Zwickauer Kreisdirektion sür be- rechtigt an und verlassen damit den einzigen Boden,. der ihnen zukam, den Boden des Prinzips, auf Grund dessen sie unter Er- Neuerung ihres Protestes gegen das Verfahren der Zwickaucr KreiSdirektion energisch die Zurückgabe ihres Rechts reklamiren mußten. Wenn das Volk in so schwächlicher und unmännlicher Weise gegen die Beraubung von Rechten sich wehrt, wie eS in dem vorliegenden Fall geschieht, darf es sich nicht wundern, wenn es von seinen Regierern mit Fiißttitte» regalirt wird. Wer schlechte Behandlung sich gefallen läßt, ist gute nicht werth. ßoöurg, 23. Okt. Am Freitag, den 17. dS., wurde uns das Vergnügen zu Theil, den seit kurzer Zeit seiner Haft entlassenen Parteigenossenen Most in unserer Mitte begrüßen zu können. In einer eigens dazu anberaumten außerordentlichen Versammlung, welche sowohl von Mitgliedern als auch von Fremden ziemlich stark besucht war, hielt derselbe einen Bortrag über„Tie Stellung der Sozialdemokratie gegenüber den verschiedenen Parteien«. Mit großer Klarheit und Verständlichkeit charakterisirte Redner den Zweck und die Bestrebungen der konservativen, ultramontanen als liberalen Partei. Er hob hervor, daß sämmtliche nur darauf ausgingen, den Kleinbetrieb und hauptsächlich die Landleute unter ihr Banner zu bekommen, um sie bei Wahlen:c.:c. mit Erfolg benützen tu können. Bei seinem Uebergang zur Sozialdemottatie nannte er die Partei noch jung und im Wachsen begriffe», machte die Auwesen- den mit dem Ziel und den Bestrebungen derselben bekannt, erklärte mit großer Klarheit das Wort„Revolution", wie es in der heu- tigen Bewegung zu verstehen sei und gab seinen Worten Nachdruck indem er versicherte, daß keine Macht der Erde die Gewalt hätte, der Bewegung der Sozial-Demokratie Einhalt zu thun, mhge der Versuch durch Auflösen von Vereinen oder Einkerkerung von Agi- tatoren, oder sonst wie gemacht werden, letzteren Versuch bezeichnete er sogar als sür uns günstig, indem dadurch die. für die Arbeiter- fache sich krank und müde g-uncht, Zeit zur Erholung bekämen. Nach 2'/-stündiger Rede schloß derselbe seinen Vortrag mit der Aufforderung an die anwesenden Fremden, sich dem hiesigen Ar- beiterverein und dadurch der sozial-demottatischen Parte: anzu- schließen und standhast einzutreten für die Prinzipien derselben und empfahl ferner noch mit großer Wärme das Lesen und Halten des „Volksstaat". Leipzig, 25. Okt. In einer gestern Abend im Leipziger Saale stattgehabten öffentlichen Buchbinderversammlung wurde zur Kennt- niß gebracht, daß die Buchbindereibesitzer laut Versammlungsbe- schluß sämmtlichen VerttauenSmännern kündigen wollten. Es wurde beschlossen, diese auf die Sprengung deS Vereins hinzielende Maßregel mit einer allgemeinen Kündigung seitens der Vereins- Mitglieder zn beantworten.— DaS heutige„Leipziger Tageblatt" meldet, daß die Buchbindereibesitzer auf Antrag ihrer Commission beschlossen hätten, mit allen gesetzlichen Mitteln dahin zu wirken, daß der Vorsitzende deS Gehilfenvereins, Herr Richter, in Leipzig keine Arbeit mehr bekomme. Motivirt wird dieser kindische Be- schluß damit, daß, so lange Richters Existenz gesichert sei, derselbe auch nicht aufhören werde zu wühlen. Nun die hiesigen Buchbim dergehilfen werden durch standhastes Ausharren beweisen, daß die Roth und nicht„Wühlerei" deS Herrn Richter es war, die sie die L.hnerhöhung zu fordern zwang. Dabei ist wohl zu bedenken, daß die Gehilfen zu wiederhotten Malen den Weg der Unterhandlung betreten wollten, von den Prinzipalen aber stets schnöv zurückgewiesen wurden. Briefkasten der Redactio». Husch m Berlin: Wir müsse» Ihrem Artikel vor- läufig noch den Abdruck versagen. Näheres ßrilflich. Mick in Augsburg: Besten Dank. Hll m München: Wir senden Ihr Schreiben de» Ausschuß ein. der Expedition. Ohme Breslau: Ann. in Nr. 103 kostet 10 Or. H. Anke Altona: Wollen Sie freundlichst die Annovcenrestanten in Nr. 87 nachsehen. Bon Rmm hier: Schr. 4 Gr. Hrll Nürnberg: Schr. Thlr. 1. 10. 3. Schlz hier: Schr. 20 Sr. Schoeidergewerkschast Chemnitz: Ann. 10 Gr Ws» Burgstädt: Schr. Thlr. I. 10. Nmnn in Cassel: Schr. Thlr. 2. 10. 5. Br Saotscheln: Schr. 5 Gr. Jrlb Berka: Schr. 6 Gr. Hchbm Großenhain: Schr. 9 Gr. Slwk Wien: Schr. Thlr. 1. 12. W. Schsr Neudörfel: Schr. Thlc. 1. 15. Vswck Schwelm: Schr. Gr. 16. 5. Wlf Wehlau: Schr. Gr. 7. 8. I. Schft Mainz: Schr. Thlr. 5. 4. 2. Brwik Eifenach: Schr. 2 Thlr. Endr Leipzig: Schr. 9 Gr. Scklbrg hier: Schr. 4 Gr., Bchh. Schr. Gr. 2V. 5. Xz« hier: Schr. 8 Gr. Krzpinr München: Schr. Thlr. 1. 5. 2. vr. Jgr Speyer: Schr. Tblr. 2. 23. 4. I. Flder Solingen: Schr. 1 Thlr. Fond für pol. Gemaßregelte. Bon G. Wgnr Meiningen: 5 Gr. Reichstagswahlfond. Für die Wahl Jacoby'S in Berlin von der Holzarbeitergewerkschaft das. gesammelt Thlr. 2. 26. W. Bading. Berichtigung. In Nr. 94 soll e» nicht heißen: gesammelt durch Fischer, sondern ges. durch Windihorst in der Ponatschen Cigarrenfabrik.(| Ehr. Hadlich. Berichtigung. Im ersten Absatz der„Politischen Uebcrsicht" von Nr. 102 muß Z. 4 v. u. da« Wort: werden wegsallen(also:„wie übereifrige Soldschreiber verrathen haben u. s. w.) Ferner sei hier eine« häßlichen Druckfehler« erwähnt, der sich in den Kalender eingeschlichen hat. Zu Ansang der Schweigcl'schen Erzählung muß e« heißen: Kaiser Friedrich III.— Einen Kaiser„Wilhelm", wie dort irrthümlich steht, kennt die deutsche Geschichte nicht, man müßte denn dem jetzigen König von Preußen al» solchen betrachten. Äugsbllrg In der Filialexpedition, bei Unterzeichneten find von heute ab die Volksstaatkalender, Hoch- verrathSprozeß, 10. Heft, wie alle sozialistischen Schriften zu haben. Die hiesigen Parteigenossen werden ersucht sür die weiteste Verbreitung des„Bolk«fiaat" zu wirken. Da« Abonnement ist im Voraus zu eut- richten. Monatsabonnemcnts werden angenommen, ebenso Einzelblätter abgegeben.- Für die Filialexpeditiou Augsburgs: _ I. Ender», mittlen r Lech 361 C. mrt(l Allgemeiner Deutscher Schneider-Berein. »Os ilUHfUjUid äty Die Gewerkschafts-Versammlungen finden re--s gelmäßig jeden Montag Abend» von 8 Uhr ab aus der Herberge, Weber- straße statt.— Tagesordnung: 1) Fort etzung in der Berathnng über die Statuten der Eentral-Krankentasie; 2) Berschiedene». >11. Der unentgeltliche Arbeits-Nachweis befindet sich Echternstraße Nr. 48 bei Herrn Beulke. E. Schäfer, Leo. (Tjil,» Agitations-Comite. II Den Parteigenossen Rheinland« und Westphalen« bringen wir hiermit das am 1. Oktober hierseldst gewählte Agitations-Comite zur Kenntniß. Dasselbe besteht au» folgenden Personen: Georg Schumacher, Gustav Heinrichs, Friedr. Klüsseu- dorf, Jean Kröger, Jobann Höller. Da der Bericht ütcr die Berhandlungen der Ronsdorfer Eonserenz vom 21. September nicht aufgenommen wurde, so sehen wir uns ve» anlaßt, denselben schriftlich per Eircular an die Vertrauensmänner in Rheinland und Westphalen zu senden und bitten wir daher die Partei- geuoflen der betr. Orte, un« die noch bis jetzt unbekannten Adressen der Vertrauensmänner anzuzeigen, damit eine geregelte Verbindung hergestellt werden kann. Alle Correspondenzen wolle man gefälligst an den Unter- zeichneten einsenden. Brudergruß und Handschlag I. A.: Gustav Heinrichs, Thieboldsgasse 88. Großzschocher gft fc81, Oct0fccr' Bolsversammlnng in Grützner'» Gasthof.— T.-O.: Dle Reich«tag«wahlen und die hohen Steuern. Zu zahlreichem Erscheinen ladet ein Da» Comitv. Leipzig Sozialdemokratischer Arbeiterverein. .. Freitag, den 31. Okt. 1873, Abend» präcise 8 Uhr, bei Zeidler gr. Windmühlenstraße 7. T.-O.: Fortsetzung des Bortrag'» über Prostitution von Voigt. Soz.-pol. Wochenbericht. Ref.: S t e f a n i. Gäste willkommen. Der Borstand. Mittwoch, den 29. Oktbr., Abend« Punkt 8 Uhr: Borstaudesttzung bei Winkler, kl. Windmühlenstraße 10. W. Fink 1. Vorsitzender. f II u rt Gewerkschafts- Borstände. Donnerstag, den 30. Oktbr., Abends 8 Uhr, Versamm- lung bei Winkler, kl. Windmühlenstraße. O. St. Leipzig ArbeiterbildungSverein. Sonntag: 1—3 Uhr Zeichnen. Montag: Gesaug Turnen, Stenographie, Rechnen. Dienstag: Deutsche, englis-be und ftanzöfiche Sprache; Schönschreiben. Mittwoch: Diskussion oder Vor« trag. Donnerstag: Gesang, Stenographie, Turnen, franz. Spracht. Freitag: Buchführung, engl. Sprache, Wechselkunde. Sonnabend: Vortrag oder Diskussion. smls Julius Ferdinand Dreisel war allezeit ein treuer Partei- genösse. Ohne Redner zu sein war er stets thätig, wenn es irgend galt, für die Partei zu azitiren, bei den Wahlen Stimmen zu werben und die Schläftige» aufzumuntern, ihre Pflicht zu rhu». Auch war er stets einer der Ersten, wenn es galt, einen Sammcl bogen zur Hand zu nehmen, um denselben zu irgend welcher Un- terstütznug cirknliren zu lassen. Leider ist unser Dreisel aber schon seit 2 Jahren frank und dadurch gegenwärtig in eine sehr traurige und hilfsbedürftige Lage gekommen. Weber von Profession und Familienvater in der jetzigen theuren Zeit will schon Alle« sagen. Rechnen wir dazu eine unheilbarc'Krankhcis, welche ihn unfähig zu jeder Arbeit macht, so ist die Hilssbedürftigkeit konstatirt, wir brauchen nichts mehr hinzuzufügen. Dreisel litt an einer Halsgcschwulst und wurde Ende 1371 im JohanneShoSpital zu Leipzig operirt. Obgleich er feit jener Ope- ration ein entstelltes Gesicht hat, ist er darum nicht genesen, im Gegentheil, die Geschwulst kehrte wieder und Hai den ganzen Kopf schon so schr eingenommen, daß infolge dessen nach ärztlichem Gutachten daS eine Auge bereits'stanz verloren ist und Dreisel einer zweiten Operation gewärtig sein muß. Alle Partcigenrsscn von hier und auswärt», welche sich des Unglücklichen annehmen wollen, mögen sich wenden an den Ver- tcauenSmann Emil Petermann, Böhmcrsttaße Nr. 217 in Meerane. Die Parteigenossen zu Meerane. Leipjig Z»r Beachtung sür Töpfer. Den 14. September dss. I. haben wir unser unent- geltliches Arbeitsnachweis-Bureau Neuftrchhof Nr. 11, bei Herrn Hüfner„ eröffnet. Daselbst ist gleichzeitig die /Herberge und wird dort die Reist- Unterstützung ausgezahlt.__[w]__ Emil Heßner, Bors. LPlt ffjsmillrtl So Sonnarend, den 1. Aoocmdcr, große«" KNUieNUIlUoe ArbeitemrbrüHkrungOsest im Th. Schulz'schen Locale. Ansang Abend« 8 Uhr. Wozu Parteigenossen und Freunde der Arbcitcrsache von nah und fern herzlich eingeladen find. Jedenfalls erwarten wir, d>ß die Parteigenosse«! von Jüterbog, Dahme, Treuenbritzen und Berlin zahlrei-b erscheinen. *_ Da« Festcomitö. [SK) tWlftttllhlMttt«llen Parteigenossen hiermit zur Kenntniß, «VI U II 1.1»II paß unser Local, in dem wir jeden Sonntag Abend gemüthliche Zusammenkunst haben, in der„weißen Taube", T. I 9 sich befindet. Daselbst befindet stch auch der Berkehr sämmtlicher Gcwerk- schafien._____ Der Vertrauensmann.[3fl Die Restanten de»„Volksstaat' werden hiermit aufge- fordert innerhalb 8 Tagen, vom heutigen an gerechnet, zu zahlen, widrigenfalls die Namen derselben ohne Ausnahme veröffentlicht werden. Die Nachlässigkeit im Ziblen macht eS unbedingt nothwendig, daß da« Abonnement im Boraus bezahlt wird. Wer bei den dritten Blatte nicht bezahlt hat, kann dasselbe nicht weiter erhalten. I. Schäfer. Leipzig: Berantw. Redakteur: Casper.(Redaktiou und Expedition Zeitzerstr. 44.) Druck und Berlag der Genossenschaftsbuchdruckerei. U ii st j- kl 3 bi s- fi S s. ei b Ä f« fi bi % i k b it bi rt S n « ft C ir