ta/ünff. »K«S «hm»»»> US» Vvch' k« I». m,d aaMnikM n. |�.«.«»»«. am Ml■•boktn, N, i, G.«. iillllK, 0 Sb Harket itr. wm, m. Der Volksstaal e OrgandersozialdemokratischenArveiterparteiundderinternationalenGewerksgenosseilschaften. ff» V«»t» wcl. vtemp««- «»«rS1G,».,fHrH»»brtg« »»ffch»'«t»«t» 16 GH». p»» Quartal. VCmmI«• AkaHirairaif ■wk» M«Im Deutsch» PeßasHalte» auf k« S.». I. UmmU m. auf k» t. R» Mt Hfaukit« a»t»»m«»u, t»*«*• Sachs»"• «Gchs..«»»burH auch auf bw 1.«»aat 1 5',, Sf», Nr. 105. Areitag, 31. HKtoöer. 1873. Abonnements auf den„Bolksstaat" für die Monate November und Dezember zu 10�/3 Neu- � groschen werden bei allen deutschen Postanstalten, für Sachsen und Herzogth. Sachsen-Altenburg auch für Monat November allein zu 5'/, Ngr., für Leipzig für November Zu 6 Ngr. bei der Expedition Zeitzerstraße 44, und bei Col- porteur Müller, für die Umgegend von Leipzig bei den Filial- . expeditionen: für Volkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefeld k. 1 bei O. Stelzer, Reudnitz, Kapellengasse 11, 2 Tr., für Plagwitz � und Lindenau k. bei Frau Hohe, Roßmarkt Nr. 9, in Lindenau, 1 für Connewitz jc. bei Teubert, Bornaischc Straße 197, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst ! entgegengenommen. Parteigenossen! ermüdet nicht, auch fernerhin allerorts nach ! Kräften zur Weiterverbreitung des Parteiorgans beizutragen. Die Redaktion und Ezpedition des„Uolksstaat An die Parteigenossen! Wie Euch aus Zeitungsnotizen bekannt geworden ist, werden � die Wahlen zum Reichstage schon im Januar, spätestens An- fangs Februar 1874 stattfinden. Die Parteien unserer Gegner rüsten sich, um den Wahlkampf in der gewohnten Weise für sich auszunutzen und vermittelst schöner Redensarten das arbeitende � Volk nach wie vor vom Verfolg seiner wahren Interessen abzu � lenken. Unsere Partei, die sozial-demokratische Arbeiterpartei, hat dem gegenüber die erhebende, zugleich aber auch schwere Auf- I gäbe, für die Rechte des Volkes auf der Wacht zu stehen und ! den arbeiterfeindlichen Parteien die auf Täuschung abzielende, ' die Arbcitcrausbeutung, den Egoismus und den Schwindel künst- I lich verdeckende Maske unnachsichtlich vom Antlitz herunterzureißen. Um dieser Aufgabe nach Möglichkeit genügen zu können, müssen auch wir uns bei Zeiten kampsfähig machen. Wir haben j uns dabei zuvörderst die alte Wahrheit„Einigkeit macht stark" | in's Gcdächtniß zu rufen und ihr entsprechend zu handeln. Die Mitglieder aller Orts müssen sich in einer Zeit, wie es die Ftz'ge ist, Bichl- noch denn sonst als ein Ganzes fühlen, zumal I es gilt, überall die Kräfte der Partei zu stählen und zu messen. f In den Wahlkreisen, vor Allem in den vom Partei-Kongreß besonders hervorgehobenen, müssen, sofern dies noch nicht ge- schchen ist, schleunigst Wahlcomitö's gebildet und alle Schritte � eingeleitet werden, welche uns zum Wahlsiege dienlich sind. Die Wahlcomite's haben sich sofort mit dem unterzeichneten Aus - schusse bezüglich der Agitation in Verbindung zu setzen, um so ein planloses Wirken von vornherein auszuschließen. Wer sich berufen fühlt zur Agitation, sei es im engeren oder weiteren � Kreise, der wird ersucht, sich dem Ausschuß oder einem Wahl- cvmitö zur Verfügzing zu stellen, um dann an geeignetem Orte ! für die Grundsätze und die Candidaten der Partei zu wirken. Doch es ist nicht genug, den Willen für die Wahlagitation ber Partei zu haben, es gehört auch die Möglichkeit dazu, diesen i Willen bekunden zu können. Hier begegnen wir einer anderen ' Wahrheit:„Ohne Geld kein Sieg!" Parteigenossen! Ihr alle, Mann für Mann, habt Euch ' biese Wahrheit vor Augen zu führen, Eure Opferwilligkeit wird bann die altbewährte sein und Ihr werdet nicht zögern, die Ansammlung von Geldern für den Partei-Wahlfond energisch in Angriff zu nehmen. Erinnert Euch daran, daß der Congreß die Begründung des Wahlfonds dem Ausschuß zur Pflicht ge- ümcht hat und zwar in der Erkenntniß, daß das Geld für die i Wahlagitation nicht in einzelnen Ortskassen zerstreut und so j üicht selten tobt liegen, sondern zusammenfließend in eine Kassx von hier aus auf die wichtigsten Agiiationspunkte be- � fruchtend verwandt werden soll. Wir fordern Euch nun auf, die ausgesandten Listen in Eurem Freundeskreise, sei es im Hause oder in der Werkstatt, m Umlauf zu setzen und dabei die Bedeutung der Wahl für die Verbreitung unserer Principien allen Gesinnungs- und Arbeits- genossen an's Herz zu legen. Arbeiter, Partei- und Gewerksgenossen! Jeder von Euch üürd zur Wahl seine Schuldigkeit thun, das erwarten wir. Daß 1 Ihr in den Partei- und Arbcitcrversammlungcn in nächster Zeit stets den Wahlfond befürworten und demselben nach Kräften Beiträge zuwenden werdet, halten wir für selbstverständlich. Die gute Sache, für die unsere Partei im Vordertreffcn steht, wird Euch begeistern und erkennen lassen, daß sie im breiten Strome bcs WahlgctricbcS nur gefördert werden kann, wenn wir Alle iür sie eintreten und so den Förderungsmitteln unsererseits einen Werth verleihen, der die ererbte Macht unserer Gegner tief in Schatten stellt. Vorwärts, Parteigenossen, zu neuer Thätigkcit und durch sie iu neuen Erfolgen! Hamburg, 30. Okiober 1873. Der Ausschuß. I. A.: Kud. praast. Au,,«eid, Rödingsmarkt 12. !. Die Listen für den Wahlsond sind den Vertrauensmännern unterm Mutigen Tage zugeschickt worden. .. Alle Gelder für den Wahlfond sind nebst den Listen an den Partei- �"stirer H. Ienneke, kleiner Schäferkamp 34, Hamburg, einzusenden. s- Quittung über die Beiträge zum Wahlfond wird außer in der Partei-Abrechnung auch im„Volksstaat" geleistet. Die Bakunisten au der Arbeit. Denkschrift über den letzten Aufstand in Spanien von Friedrich Engels. Der so eben veröffentlichte Haager Commissionsbericht über die geheime Allianz Michael Bakunin's(siehe die Artikel: Cagliostro Bakunin in Nr. 87 und folgende des„Volksstaat") hat der Ar- beiterwelt das geheime Treiben,' die Schurkereien und das hohle Phrasengeklingel dargelegt, vermittelst dessen die proletarische Be- wegung dem aufgeblähten Ehrgeiz und den selbstischen Zwecken einiger verkannten Genies dienstbar gemacht werden sollte. In- zwischen haben diese Gerngroßmänner uns in Spanien Gelegen- heit gegeben, auch ihre praktische Revolutionsthätigkeit kennen zu lernen. Sehen wir, wie sie ihre ultra-revolutionären Phrasen von Anarchie und Selbstherrlichkeit, von Abschaffung aller Autorität, besonders der staatlichen, von sofortiger und vollständiger Emanci pation der Arbeiter verwirklichen. Wir sind dazu jetzt endlich im Stande, da uns außer den Zeitungsberichten über die Ereigniffe in Spanien jetzt auch der von der Neuen Madrider Föderation der Internationalen an den Genfer Kongreß eingesandte Bericht vorliegt. Es ist bekannt, daß in Spanien bei der Spaltung der Jnter- nationalen die Mitglieder der geheimen Allianz die Oberhand be- hielten; weitaus die größere Mehrzahl der spanischen Arbeiter hing ihnen an. Als nun im Februar d. I. die Republik pro- klamirt wurde, kamen die spanischen Allianzisten in eine sehr schwierige Lage. Spanien ist ein in der Jodnstrie so sehr zurückgebliebenes Land, daß dort von einer sofortigen vollstän igen Emancipation der Arbeiterklasse noch gar nicht die Rede sein kann. Ehe es dahin kommt, muß Spanien noch verschiedene Vorstufen der Entwicklung durchmachen und eine ganze Reihe von Hinder- nissen aus dem Wege räumen. Den Verlauf dieser Vorstufen in die küizestmögliche Zeitdauer zusammen zu drängen, diese Hinder- nisse rasch zu beseiligen— dazu bot die Republik die Gelegenheit. Diese Gelegenheit konnte aber nur benutzt werden durch Ihätiges politisches Eingreifen der spanischen Arbeiterklasse.'Dies fühlte die Masse der Arbeiter; sie drang überall darauf, daß man sich an den Ereignissen betheilige, daß man die Gelegenheit zum Handeln benutze, statt wie bisher, den besitzenden Klassen das Feld für ihre Aktion und ihre Jutriguen frei zu lassen. Die Regierung schneb die Wahlen aus zu den konstituirenden CorteS; welche Stellung sollte die Internationale nehmen? Die Häupter der Bakunisien waren in der größten Verlegenheit. Eine fortgesetzte politische Un- thätigkcit eischicn von Tag zu Tag lächerlicher und unmöglicher; die Arbeiter wollten„Thaten sehn." Andrerseits hatten die Allianzisten seit Jahren gepredigt, daß man an keiner Revolution sich betheiligen dürfe, die nicht die sofortige volle Emancipation der Arbeiterklasse zum Ziel habe; daß die Bornahme irgend welcher die Arbeiter glauben zu machen, es sei eine große revolutionäre Handlung, bei den Wahlen zu Hause zu bleiben und überhaupt, statt des Staats in dem man lebt, und der Einen bedrückt, den Staat als solchen anzugreifen, den Staat im Allgemeinen, der nirgends existirt, und der sich also auch nicht wehren kann. Es ist das namentlich eine prächtige Art, revolutionär zu thun, für Leute, denen das Herz leicht in die Hosen fällt; und wie sehr die Führer der spanischen Allianzisten zu dieser Sorte gehören, weist die Anfangs angeführte Schrift über die Allianz im Einzelnen nach. Sobald aber die Ereignisse selbst das Proletariat in den Vorder- grund drängen, wird die Enthaltung eine handgreifliche Abge- sckmacktheit, das thätige Eingreifen der Arbeiterklasse eine unab- weisbare Nothwendigkeit. Und dies war in Spanien der Fall. Die Abdankung Amadeo's hatte die radikalen Monarchisten von der Macht und von der Möglichkeit verdrängt, sobald wieder zur Macht zu kommen; die Alfonststen waren vor der Hand noch un- möglicher; die Karlisten zogen, wie fast immer, den Bürgerkrieg dem Wahlkampf vor. Alle diese Parteien enthielten sich nach spanischer Sitte; es nahmen an den Wahlen Theil nur die in zwei Flügel gespaltenen bundesstaallichen Republikaner, und die Masse der Arbeiter. Bei dem gewaltigen Zauber, den der Name der Internationalen damals noch auf die spanischen Arbeiter auS- übte, bei der damals wenigstens praktisch noch bestehenden, vortreff- lichen Organisation ihres spanischen Zweigs, war es sicher, daß in den katatonischen Fabrikdistrikten, in Valencia, in den anda- lusischen Städten u. s. w. jede von der Internationalen ausge- stellte und getragne Kandidatur glänzend durchging, und daß ucher eine Minorität in die Cortes kam, stark genug, um zwischen den beiden Flügeln der Republikaner bei jeder Abstimmung den Ausschlag zu geben. Die Arbeiter fühlten dies, sie fühlten, daß jetzt die Zeit gekommen sei, ihre damals noch mächtige Organi- fation in Beireguiig zu setzen. Aber die Herren Führer aus der bakuniftischen Schule hatten so lange das Evangelium von der unbedingten Enthaltung gepredigt, daß sie nicht plötzlich umkehren konnten; und so erfanven sie jenen jammervollen Ausweg, die Internationale als Ganzes sich entfalten, aber ihre Mitglieder als Einzelne nach Belieben stimmen zu lassen. Die Folge dieser politischen Bankerotterklärung war, daß die Arbeiter, wie immer in gleichem Fall, für die am radikalsten thuenden Leute stimmten — für die Jutransigenten, und dadurch mehr oder minder für die späteren Schritte ihrer Gewählten sich mit verantworlich hielten und in sie mit verwickelt wurden. Politische Uebersicht. ■— Seitens der preußischen Reptilienfondpresse wird seit eini- ______________ ,,„.... v.„„______,___........ gen Tagen mit großem Fleiß in Umlauf gesetzt, Fürst Bismarck politischen Handlung die Anerkennung des Staats, dieses Prinzips> werde demnächst in das preuß sche Ministerium zurückireten, und muf.- kj.'— v v.c w-t--------' zwar solle, um ihm das ehrenvoll zu ermöglichen, extra das Amt des Bösen in sich schließe, und daß daher namentlich die Theil- nähme an irgend welcher Wahl ein todeswiirdiges Verbrechen sei. Wie sie sich aus dieser Klemme zogen, lehrt der angeführte Ma- dr.der Bericht: „Dieselben Leute, welche den Haager Beschluß über die politische Haltung der Arbeiterklasse verwarfen und die Statuten der Asso- ciation mit Füßen traten, und damit den Zwiespalt, den Kampf und die Unordnung in die spanische Internationale einführten; dieselben Leute, die die Schamlosigkeit hatten, uns in den Augen der Arbeiter als ehrgeizige Stellenjäger darzustellen, welche unter dem Vorwand die Arbeiterklasse zur Herrschaft zu bringen sich selbst die Herrschaft erobern wollten; dieselben Leute, die sich autonome, anarchische Revolutionäre u. s. w. nennen, haben sich bei dieser Gelegenheit mit Eifer darauf geworfen, in Politik zu machen, aber in der allerschlimmsten, in der Bourgcoispolitik. Sie haben nicht dafür gearbeitet, der Arbeiterklasse die politische Macht zu ver- schaffen— diese Idee verabscheuen sie im Gegentheil— sondern einem Bruchtheil der Bourgeoisie ans Ruder zu verHelsen, der auS Abenteurern, Ehrgeizigen und Stellenjägern besteht, und sich intranstgente(unversöhnliche) Republikaner nennt. „Schon am Vorabend der allgemeinen Wahlen für die Kon stituante verlangten die Arbeiter von Barcelona, Alcoy und andern Orten zu wissen, welche Politik die Arbeiter zu befolgen hätten, sowohl im parlamenlarischen Kampf wie in jedem andern. Es wurden deßwcgen zwei große Versammlungen abgehalten, die eine in Barcelona, die andere in Alcoy; auf beiden stemmten sich die Allianzisten mit allen Kräften dagegen, daß man die von der Internationalen(der ihrigen not» beue) zu beobachtende politische Haltung feststelle. Man beschloß also, daß die Internationale, als Association, durchaus keine politische Thätigkcit auszuüben habe, daß aber die Internationalen, jeder für sich, handeln möchten wie sie wollten und sich jeder ihnen gutdünkenden Partei anschließen könnten, kraft ihrer famosen Selbstherrlichkeit! Und was war die Folge der An- Wendung einer so abgeschmackten Lehre? Daß die große Masse der Internationalen, mit Einschluß der Anarchisten, sich an den Wahlen bctheiligte, ohne Programm, ohne Fahne, ohne eigne Kandidaten, und so dazu beitrugen, daß fast ausschließlich Bourgeoisrepublckancr gewählt wurden. Nur zwei oder drei Arbeiter kamen in die Kam- mer, Leute, die absolut Nichts repräsentiren, die nicht ein einziges Mal die Stimme erhoben haben zur Vertheidigung der Interessen unsrer Klasse und die ganz gemüthlich für alle von der Majorität vorgelegten reaktionären Vorschläge stimmen." Das kommt von der bakuniftischen„Enthaltung von der Politik". In ruhigen Zeiten, wo das.Proletariat von vornherein weiß, daß es doch höchstens einige wenige Vertreter ins Parlament bringt, und daß ihm die Erlangung einer parlamentarischen Majorität gänzlich abgeschnitten ist, mag es hie und da gelingen eines„preußischen Staatskanzlers" aus die Person des unvergleich- lich„großen" Mannes„zugeschnitten" werden. Wir wsssen nicht, ob die Offiziösen uns etwas vorschwindeln, oder ob sie die Wahr- heit sagen. Eins ist so gut anzunehmen wie das andere; und im Grund ist es auch vollkommen gleichgültig. Ob Bismarck seinen zahlreichen Titeln noch einen neuen hinzufügt oder nicht; ob Bismarck auf den„Kehrichthaufen der Geschichte" fliegt und durch Manteuffel ersetzt wird, mag für die Stipendiaten des Reptilien- fonds und für BierhauSpolitiker von Juierqse sein, hat aber für Den, der von den inneren tieibcnden Krästen, von den Gesetzen der historischen Entwicklung einen Begriff hat, absolut kein Jnter- esse. Man gehe die preußische Geschichte von der Zeit an durch, wo das Haus Hohenzollern den Plan faßte, sich die settesten Bissen deS zerbröckelnden römischen Reichs deutscher Nation, nebst ande- ren fetten nichtdcut.chcn Bissen"(denn im Landnehmen war die preußische Poluik stets sehr international)„einzuverleiben", und man wird, wie einen fortlaufenden rothen Faden— der sich nur selten in kurzen Zwischenperioden dem Blick entzieht— dieselben Ziele, dieselbe Taktik vorfinden, wie bei dem Fürsten Bismarck. 8uum enisius—„Jedem das Seine" war von jeher der offizielle Wahlspruch, dem schon vor beinahe 100 Jahren die Polen als Commentar und Ergänzung zugleich das Wörichen rapero, zu deutsch„annektiren", hinzufügten, um es euphemistssch auszu- drücken. Dabei wurde stets wacker in modischen Stichwörtern ge» wacht; stets„deutsch" gethan; nie ein Bündniß mit dem„Erb- feind", nie ein Versprechen„deutschen" Lands an den„Erbfeind" gescheut, welches Versprechen je nach Umständen gehalten wurde, oder auch nicht. Kurz, die Personen haben gewechselt, daS System ist dasselbe geblieben, wenn auch der Anstrich, der äußere Firniß von Zeit zu Zeit erneuert und„zeitgemäß" verändert wurde. Man lese in Sybel'S, deS berüchtigten Schönfärbers Buch die Geschichte des Baseler Friedens, und man wird Lamar- mora's Werk vor sich zu haben glauben. Genau dieselbe politische „Moral", dieselbe politische Praxis— mit dem einzigen Unter- schied, daß der..Erfolg" damals fehlte, was aber das Prinzip nicht berührt. Also ob Bismarck oder Manteuffel, oder der Dienst- mann Zi. Z. aus dem Firmenschild führ, das Geschäft wird nach den nämlichen Grundsätzen geführt.' Wenn wir der Gerüchte über die beabsichiigie„Ernennung" Bismarcks zum preußischen Staatskanzler crwäynen, so geschieh. eS nur, um zu zeigen, in wie ganz orientalischer- Weise bei uns im„neuen Reiwe" regiert wird. Vor zehn Monaten muß.e Bismarck infolge von Hofintriguen und Skandalen„hinter den Coulissen" fast sch,mpf>ick> zurücktreten. Seiidem tobte ein ununterbrochener Kampf in der Umgebung des Königs(Kaisers) und un, die Person des Königs—— in diesem Kampf hat Fürst Bismarck jetzt zufällig die Obeihand. Mor- gen ist er vulleichr wieder unten. Ganz wie in der Türkei, nur daß dort statt des„HüftwehS" die bekannte„seidne Schnur" besteht» Mlt welcher sich in Ungnade gefallene Minister zu erhängen haben' — Der„Culturkampf". Nicht in allen Ländern haben eS die Pfaffen nölhig, Prcßfrciheit zuverlaugen; im„neuen Reich" indcffcn, wo sie sich um die Herrschaft im Staate balgen» müssen sie sich den Anschein geben, als seien sie von fteiheitlichen Ideen erfüllt und kämpfen also aus Nützlichkcitsgründen für Preßfreiheit, um die Sympathien des Volks zu gewinnen. In Frankreich ist das anders. Das Hauptblatt der ftanzösischen Ultramontanen» „UniverS"(Weltall), spricht sich ganz anders aus und sagt gelc gentlich einer Verhimmelung des Grafen Chambord, des künftigen „Herrschers" von Frankreich:„Wem liegt etwas an der Minister verantwortlicbkeit, am parlamentarischen Regime, an Preßfreiheit, am Vereinsrecht und an allen sogenannten po- litislben Freiheiten?... Diese Bedingungen mögen einige Tausend Professoren, Advokaten, Scbriststeller und liberale Rentiers zuftie- den stellen, nichts weiter. Dies sind aber verschwindend kleine Abtheilungen in der Masse; das eigentliche Volk, jenef für welches man die Monarchie herstellen muß, kennt nur Eine Monarchie, die, wo der König regiert." Als wir diese Worte lasen, war uns gerade, als ob wir sie schon einmal irgendwo g' lesen oder gehört hätten. Und wir haben unS an ihn erinnert, an jenen Deutschen, der gerade so denkt, wie „verkommene" uliramontane Franzosen jenseits der Mosel; wir wissen, wer die Ministerverantwortlichkeit überflüssig findet und„das Geld nimmt, wo er eS findet", wir wissen, wer die Preßfreiheit für schädlich erachtet, wer mit einer freien Presse nicht regieren kann und deshalb den Z 20 ersonnen hat, wir wissen, wer das Vereinsrecht im Stieber verkörpert sieht. Und wenn gute Patrioten noch immer nicht merken sollten, von wem wir all das wissen, so wollen wir ihnen weiter erzählen, daß wir auch Emen kennen, der behauptet, gerade wie das ultramontane „Univers", daß sich nur em kleiner Theil des Volkes für Preß- freiheit interesstre und daß er, sowie der König von Preußen zum „Volke" gehörien. Alles genau so wie die französischen Pfaffen im „Univers". Und der Mann, der genau so denki, wie französische Pfaffen, das ist der große„Cuttnikämpfer", der, wenn man un- sere Philister hört, Deutschland gerettet haf vor dem vatikanischen Ungeheuer und daS„Licht" in die Wekt bringt, wie man bei jedem Tingcl-Tangel vernehmen kann. Eine vortreffliche Gesinnungs- Verwandtschaft! Und zwei so innige Freunde sollten einander wehe thun! Nehmen wir noch dazu, daß ja, nach eigenem Geständniß des Schnapsfabrikanten von Varzin„politische Heuchelei" ge- trieben wird, so sind alle Räihsel gelöst und der dickköpfige Pa- tiiot, der auch jetzt noch nicht begreift, daß der„Culturkampf" eine Comödie ist. der ist für alle Zeiten verloren. — 311 Frankfurt ist der Prozeß gegen Leopold Sonnemann, den Herausgeber der„Fraickfurter Zeitung", wegen des bekannten Artikels über den Fra kfurter Bier kr awall:„Die eigentlichen Schuldigen hinter den Coulissen" Ende voriger Woche verhandelt worden. Da wir den Artikel in Nr. 68 des„Bolksstaat" abge- druckt haben und uns selbst ein Prozeß in der gleichen Sache be- vorsieht, wollen wir die wesentlichen Momente der Frankfurter Verhandlung hier anführen. Geistreich wird Niemand das Vor- gehen des Staatsanwalts nennen wollen, der eine lange Anklage- schuft zusaminengedüflelt hatte, worin der Angeklagte betastet wurde: 1) erbickiele Thalsachen, wissend, daß sie erdichtet sind, wissentlich behauptet und verbreitet zu haben, um dadurch Anordnungen der Obii�k.it verächtlich zu machen und 2) wider besseres Wissen in Beziehung auf die königl. preußische Staatsregierung und nament- lich auf den mit der Leitung der die innere Verwaltung betreffen- den Angelegenheiten betrauten Herrn Minister Grafen Eulenburg, unwahre Thalsachen behauptet und verbreitet zu haben, welche den- selben verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung her- abzuwürvigen geeignet sind.— Bergehen gegen§ 131, 168, 187, 73 des Strafgesetzbuchs.— Diese„Staatsverbrechen" werden also auch demnächst dem„Volksstaat" auf den Rücken geladen werden. Dw Art und Weise, mit welcher der Ankläger hier den Jndlden- beweis zu führen suchte, daß ein verläumverischer Angriff gegen die Staatsregierung vorliege— während doch von derselben in dem ganzen lncnmlnirten Artikel auch nicht mit einer Sitbe ge- sprochen ist und gerade aus diesem Grunde der Gerichtshof sich zu der Frage an den Angeklagten genöthigt sah, wer denn im „eigentlich Schuldigen hinter den Coulissen" ge- wird um so merkwürdiger bleiben, als sie in der Behauptung fand, Herr Sonnemann fei Proiector der sozialdemokratischen Arbeiterpartei „Volksstaat"(aha!) und suche als solcher den allgemeinen deutschen Arbeil er- Verein zu verdächtigen, daß er im Bunde mit der Regierung stehe. Ein Beweis, wo und wann diese „Verdächtigung" von Sellen der„Frankfurter Zeitung" stattge- fuuden hat, ist nach dem uns vorliegenden Berichte nicht geliefert worcen; sie wird aber nichtSdestowemger als Ausgangspunkt für dw Beschuldigung benutzt, der Verfasser des incriminirten Artikels habe sagen wollen, daß die Regierung mit Hülfe des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins den B-ertrawall vom 21. April d. I. angesbftet habe. Man darf deshalb billig fragen, auf welche Weife der Herr Staatsanwalt davon Kenntniß erlangt hat, daß der „Allgemeine deutsche Arbeiterverein" verdächtigt wird, im Bunde mit der Regierung zu stehen? Die Klarlegung dieses Punktes wäre gewiß um so nothwendiger gewesen, als ja mit dem Vor- handensein oder Nichlvoihandeusein dieser Verdächtigung die Be- weisführung der Anklage sieht oder fällt. Sehr interessant ist die Ausführung des Staatsanwalts, daß der Allgemeine deutsche Ar- beitelverein„wenigstens doch noch zu Deutschland halte." Die Hasselmänr.er erhalten also scbwarz auf weiß vom Staats- anwalt daS Zcugniß ausgesteüt, daß sie gute Patrioten sind und kein Liebäugeln mit de» Bakunisten wrrd sie künftighin davor retten können, daß man sie unbarmherzig auS dem Kreise der „Rcichsfeinde" hinauswirlt. Sonnemann erklärte, der angeklagte Arut«! sei von einem Manne von beveutender juristischer Besä- h-gung verfaßt, habe, wie aus der Form zu ersehen, kernen agita- torischen Zweck ve, folgt, sondern nur einen historischen Rückblick auf die Ässise, veihandlungen geben wollen. Er habe blos die Wahrheit enihüllen wollen, die man während der GerichtSverhand- lang mit einer gewissen Scheu umgangen habe. Die in dem A> titel ausgeführten Tdatfachen seien nicht als unrichtig angefochten worden; man ziehe aber aus denselben unrichtige Folgerungen�und lege eiwas in den Artikel hinein, was nicht darin luge. Die SlaalSanwa tschaft habe es sich bequem gemacht, und id>e Anklage einfach einem denunciatorischcn Artikel der„Neuen Franks. Presse" nachgeschrieben. Es gelte dies namentlich von der Inte polalion, welche den Gege-ssatz zwischen dem allgemeinen deutsche» Arbeiterverein und den Eisenacher Sozial Demokraten beir.ffe und die„Franks. Zi�.» a s Vertreteria dieser letzteren Richtung bezeichne. Gegen em solches Ve, fahren müsse er sich auf's Emschledcnslc verwahren. Auf dw Frage des Präsidenten, was denn das sei, was von allen Dächern herab gepfiffen und gesungen werde, erwidert der Angeklagte: Er habe sich darüber nicht zu erklären. Die Staatsanwaltschaft möge eS sagen und beweisen, wenn sie eS wisse. Er könne nur sagen, daß weder Graf Eulen- bürg noch der hiesige Polizeipräsident gemeint sei. Im Prozeßbericht der„Frankfurter Zeitung" heißt eS noch weiter: „Herr Staatsanwalt Kunitz fragt den Angeklagten: Ob nicht die „Franks. Ztg." und der„Volksstaat" an Einem Strange ziehen. Der Angeklagte erwidert, daß zwischen beiden Blättern wohl manche Berührungspunkte stattfänden, ebenso wie zwischen der Demvkra- tischen und Fortschrittspartei, daß sie sich aber auch häufig bekämpften. Die weitere Frage, ob er bei dem„Volksstaat" pekuniär betheiligt sei, verneint der Angeklagte.(Zur Notiz für den „Neuen!� Er habe allerdings einmal einem Mitglicde dieser Partei ein Darlchn gemacht, dasselbe habe aber weder der Redaktion noch dem Comitö angehört." DaS Urtheil ist auf den 30. Oktober ausgesetzt worden. Wir enthalten unS einer eingehenderen Besprechung dieses hoch interessanten Prozesses, weil uns durch den gegen unS selbst anhängig Grunde mll den meint sein solle? ihren Gipfelpunkl ein Intimus und mit dem Organe gemachten Prozeß Gelegenheit geboten ist, was wir denken und wissen, in wirksamster Weise an die richtige Adresse zu bringen. Hervorgehoben sei nur erstens, daß der königlich preußische Staatsanwalt die Rich- tigkeit der in dem incriminirten Artikel der„Frankfurter Zeitung" enthaltenen Thatsachen nicht bestritten hat, und zweitens, daß der königlich preußische Staatsanwalt den „bekannten Berliner Ober- und Unters ozialdemagogen" außerdem noch den sehr unwillkommenen Liebesdienst erzeigt hat, dem Allge- meinen deutschen Arbeiterverein ein gutes Sittenzeugniß auszustellen, und ihn, den bösen Sozialdemokraten gegenüber, unter seine fteund- liche Protektion zu nehmen. Mehr konnten wir nicht verlangen. Wir hatten nicht auf so viel gehofft. Am nämlichen Tage, wo dieser Prozeß verhandelt wurde, be- thätigtcn die Frankfurter Mitglieder des Allgemeinen Deutschen ihre patriotische Gesinnung in eklatanter Weise und zeigten, daß sie das Lob des königlich preußischen Staatsanwalts wohl verdient hatten. Eine projektirte Versammlung des„demokratischen Wahl- Vereins" wurde, wie der„Frankfurter Beobachter" erzählt, durch das massenhafte Eindringen„schwieliger Fäuste" vom Allgemeinen deutschen Arbeiterverein unmöglich.„Zum eigentlichen Schwingen des Tölcke'schcn Knüttels", sagt der„Beobachter",„kam es nicht; dagegen bewies der Verein seine deutsche Gesinnung recht äugen- Allig durch den. Umstand, daß er sich gerade den„demokratischen Wahlverein" und nicht den„namenlosen"(nationalliberalcn) Iucho'schen Wahlverein, der zu derselben Stunde im Saalbau eine Versammlung abhielt, zu seinen Interventionsübungen aus- suchte. Es dürfte recht interessant werden, wenn sich dieses aus Berlin nach Frankfurt importirte Vergnügen demnächst auch aus die bei städtischen Wahlen stattfindenden Wählerversammlungen ausdehnen sollte. Dann werden wir so recht zu beurihecken wissen, in welchem versumpften Zopfthum sich doch eigentlich das alte Frankfurt vor der Annexion befand, daS solche angenehme Diver- klssements der„Metropole der Intelligenz" nur von Hörensagen kannte!" Ja, eS ist so. Die Wirthschaft des Trifoliums Tölcke-Hassel- mann-Hasenclever ist Nichts weiter, als ein Stück ächt preußischer „Entwicklung". —„Heil unserm Hehl!" In der„Süddeutschen Volksstimme" lesen wir: „Vom Rhein, 20. Ott. Der„VolkSstaat" bringt in Nr. S7 vom 12. d. unter dem Titel„Bourgeois-Großmuih" eine Be- sprechung der in viele Blätter beförderten Miitheilungen über die vorgeblichen Verdienste der Wormser Lederfabrik Cornelius Hehl um das materielle und geistige Wohl ihrer Arbeiter. Wir ver- weisen auf den hochinteressanten Artikel und wollen hier nur Einiges demselben zufügen. Wenn der„Volksstaat" meint, von den 330,000 Gulden, die Herr Hehl„seinen" Arbeitern jährlich zu geben sich rühmt, kämen auf einen Arbeiter circa 1 fl. 2 kr. per Tag, so ist das ein gewaltiger Irrthum. Von den-viel ge- rühmten 330,000 Gulren, von denen die Firma Heyl, die sich selbst auf jährlich 105,000 Gulden Revenüen abgeschätzt hat, so viel Wesens macht, sind die, wie wir hören, hohen Gehalte der Geschäftslciter, Direktoren, Commis:c., und ebenso die nicht un- anständigen Salaire der„Falzer"(die dem Fabrikanten bekanntlich am meisten nützen), abzuziehen; geschieht dies, so kommen auf den einzelnen Fabrikarbeiter, der täglich bis zu 12 Stunden schaffen muß, durchschnittlich kaum 40 Kreuzer per Tag.— Was weiter die angeblich rühmenswerthen Bemühungen der Firma Cornelius Heyl für das„geistige" Wohl„ihrer" Arbeiter anlangt, so wird uns mitgetheilt, daß sie die„Ihrigen" nur gewisse Zeitungen lesen läßt, aber strenge ahndet, wenn sich einer der Fabritsklaven unter- fängt, andere Blätter, als die von der„Herrschaft" geduldeten, zu lesen. Die Vorträge, mit denen man die Leute behelligt, sollen eigenthümlicher Art sein, und ein Wormser Parteigenosse hat uns versprochen, demnächst einen Auszug aus einer solchen Predigt zu liefern, wie zu gleicher Zeit einen gewissen Verlrag zur Veröffent- lichung zu bringen, den jeder, der sich der Fabrik zu eigen giebt, unweigerlich zu unterschreiben hat."*) Einer solchen Berichtigung geben wir gerne Raum. Dem Herrn Heyl muß die„Wohlthätigteits"-Larve von seinem Gesicht heruntergerissen weiden. 40 Kreuzer, also 11'/- Groschen per Tag ve, dienen die glücklichen Lohnstlaven, die von Herrn Heyl, damit sie sich diesem paradiesischen Verdienst nicht entziehen können, mit „Arbeiterwohnungen" an seine Scholle gebunden werden. Man mag daraus die Erbärmlichkeit jener Gesellen ermessen, die einen Fabrikanten, der„seine" Arbeiter für zwölsstündige Arbeit mit täglich 11'/, Groschen abspeist, als ein Muster von Großmuth und Herzensgüte in die seile Presse hineingeschmiert haben. Für Geld ist eben Alles zu haben, und wenn sich ein Bismarck seine Sauhirten" einstellt, warum nicht auch ein Heyl? — DaS Organ des a, bettenden Volkes im Rhein- und Maingau, die„Süddeutsche Volksstimme" in Mainz, bringt einen be- acbtenswerthcn Artikel über Iugendbildung, dem auch hier einen Platz anzuweisen wir nicht versäumen wollen. Es heißt dort „Unsere liberalen Organe und besonders unsere„Mainzer Zeitung" geben bei jeder Gelegenheit vor, die Bttdung in Erb- pacht genommen zu haben, ebenso seien sie eS nur, welche die Volksbildung erstreben. Doch in einem unbewachten Augenblicke, als es der„Mainzer Zeitung" unter ver heuchlerischen MaSkc zu heiß wurde, ließ sie die Maske fallen und brachte einen Artikel über„Patriotische Jugenderziehung." Da heißt es wörtlich: Wich- tiger als Denkbildung, Aufklärung und alles Wissen ist dem künftigen Staatsbürger Gesinnungstüchtigkeit und warmes Nationalgefühl." Hier wird also von den „Liberalen" zugegeben, daß ihnen Denkdildung, Aufklärung und •) Wir ersuchen die Wormser Parteigenossen, doch auch uns einen genauen Bericht über die Heyl'iche Bierzig-Kreu.er'Kultur oder wenigsten» genaue, oerwendbare Notizen einzusenden. Die Redaction des„Votksstaat." Wissen Alle» Nebensache ist, wenn nur die Jugend Gesinnung»- tüchtigkeit erlangt, d.h. nationalliberal wird. Um diese» Werk zu vollbringen, empfiehlt die„Mainzerin" Entlassung der ultra- montanen und„verbissen" demokratischen Lehrer, denn die Leiter der Schulen und die Lehrer müssen erprobte Gesinnung haben, d. h. deutlich ausgedrückt, nationalliberale Streber sollen allein Lehrer werden. Die„Mainzerin" verlangt die Entlassung, weil die ultramontanen und„verbissen" demokratischen Lehrer die Iu- gend nicht zu muthigen hingebenden Soldaten zu machen vermögen. Jetzt genug der Citate. Es ist hieraus deutlich zu ersehen, wie die„Liberalen" die Schulen zu einer RekrutendrillungSanstalt degradiren wollen. Wir wundern uns nur, wie da dieselben über die Ablehnung des Schulgesetzes ein solche» Lamento erhebe» können. Es entspricht dies doch nicht ganz dem Wunsche, eim „patriotische Iugendbildung" herbeizuführen, wenn auch Anfänge zu solchem Thun vorhanden sind. Um also die„pattiotische Iu- gendbildung" zu erzielen, empfehlen wir unseren hessischen„Libe- ralen," bei der Neuberathung des Schulgesetzes folgenden Schul- plan zu entwerfen. 1. Stunde: Auswendiglernen der Kutschke- lieber, 2. Stunde: Auswendiglernen der famosen Broschüre„Na- poleon, der Cujon," 3. Stunve: Einpauken de» Satzes: Es giebt nur Deutsche, alle übrigen Völker stehen tief unter unS, besonder»; muß man die„Franzosen," so da„Erbfeinde" genannt werden, ausrotten, 4. Stunde: Auswendiglernen des GevichteS: Kaiser Wilhelm saß ganz heiter. Nachmittags 1. Stunde: Tanzen um einen Scheiterhaufen, worauf eine französische Puppe verbrannt wird. In Ermangelung derselben ein„Reichsfeind," ein Sozial-' demokrat oder Ultramontaner, 2. Stunde: Allgemeine Prügelei 1 unter Schülern, um sich auf spätere Kämpfe einzuüben." Was die von dem Mainzer nationalliberalen Blatt geforderte j Entlassung der„ultramontanen oder verbissen demokratischen Lehrer" I betrifft, so hat dieselbe in dem Fall eines Lehrers, der zugleich hessischer Abgeordneter ist und jüngst gegen eine Regierungsvorlage| stimmte, zu einer förmlichen Denunziation auf Grund dieser! Abstimmung geführt, und den Herren Nationalliberalen eine empfindliche Züchtigung Seitens der amtlichen„Darmstävter Zeitung" zugezogen. Das Organ des hessischen Ministeriums,[ das wahrhaftig nicht an einem Ueberfluß von Freisinnigkeit leidet, bedeutete den Herren Nationalliberalen, welche sich in Hessen be-' kanntlich„Fortschrittspartei" nennen,(und auf diesen Titel auch! eben so guten Anspruch haben, wie die preußischen„Volkszeitunzs"- Fortschrittler), eine Regierung, welche die Volksoertrelung nicht zu j einer Posse herabwürdigen wolle, müsse den Beamten, die in die i Volksoerttetung gewählt seien, die volle Freiheit belassen, nach' Pflicht und Gewissen zu stimmen; und wenn eine Partei, die sich ür liberal ausgebe, die Regierung zu einer Verletzung diese» I Prinzips auffordere, so stelle sie damit ihrem Liberalismus ein trauriges Zeugniß aus. Bamberger und Consorten werden nach dieser grausamen Abfertigung finden, daß Bismarck allerdings recht s hatte, als er sagt-, Preußen sei den Süddeutschen„zu liberal." — Ein Amerikaner, Dilmar, welcher dem kürzlich in Peters-| bürg statistischen Congreß beigewohnt hat, also durchaus kein So- zialdemokrat ist, hat statistische Aufstellunzen gemacht, die zu dem Resultat führen, daß im Berhältniß zu anderen Nahrunzsstoffea und Bedürfnißgegenständen zu viel Brodstoffe procuzirt werden. Den Berichten von 1370 zufolge, meint Delmar, produzire von der kommerziellen Welt Europa mit einer Bevölkerung von 302 Will. Seelen 5,335 Mill. Bushel Getieide oder 17,7 per Kopf; Asien(Rußland und Türkei) mit einer Bevölkerung von 27 Mill. 250 Mill. oder 9,3 Bushel per Kopf; Afritr, Bevölkerung(Äegyp- ten) 8 Mill. Seelen, 80 Mill. B. oder 10 per Kopf; das von 2 Mill. bevölkerte Australien 30 Mill. B. oder 15 per Kopf; Nordamerika mit 52 Mill. Seelen, 1725 Mill. B. oder 33,2 per Kopf; Centralamerika mit 3 Mill. Seelen, 20 Mill. B. oder 6,7 per Kopf; Südamerika mit 28 Mill. Seelen 217 Mill. B. oder 7,8 per Kopf; Westindien mit 4 Mill. Seelen produzirt 0, alle übrigen Länder mit 26 Mill. Seelen 200 Millionen.— Nehme man noch 2 Mill. Seelen, die zerstreut umherwohnen, und 7 Mill. B. Importe aus der nichtkommerziellen Welt, so habe man für« 423 Mill. Menschen 7,727 Mill. B. oder mehr als 18 per Kopf." Nun, meint Herr Delmar, könne 1 Mann durchschnittlich nur 3 bis 10 B. jährlich verzehren, und der Rest werde zu Saaren, Futter, Gettänke, Zucker, Siärke und Brennmaterial benutzt. Für Nahrnng, Futter, Saaten sei Getreide nöthig; für Stärke, Zucker, Getränke bis zu einem gewissen Grade ökonomisch; in- allen an- deren Fällen, namentlich bei Benutzung zu Brennmaterial, bedeute es Ueberproduktion und Verlust. In England, dem bestverpflegiea Lande, verbrauche man die enormen Quantitälen zur Bereitung von Stärke, Gettänken und Futter mitgerechnet, nur 16 per Kopf, von denen 10 durchschnittlich daveim produzirt werden. Trotzvem werden in der Welt ca. 19 per Kopf produzirt. Einen Beweis für feine Theorie findet Delmar auch in dem Umstände, daß mit dem Jahre 1348 der Preis für Getreide sich gar nicht geändert hat, während dieser, wenn nicht zuviel produzirt worden wäre, hätte steigen müssen. Wenn die statistischen Aufstellungen DelmarS auf Thatsachen beruhen, dann wäre allerdings ein eklatanter weiterer Beweis da- für erbracht, daß die heute herrschende kapitalistische ProduktionS- weise ohne jede Berechnung, ohne jeden Plan und ohne jeden Vorbedacht wirthschaftet, daß blind in den Tag hinein produzirt wird. Weiter wäre auch bewiesen, daß daS heute herrschende Elend nicht durch den Mangel an Nahrungsmitteln überhaupt verursacht wird, sondern gerade durch die Art und Weise der kapitalistischen Produktion, die nicht mit Rücksicht auf das Wohl der Gesammt- heit vor sich geht, sondern je nach den Anttieben der Habsucht, deS Egoismus bald nach der einen, bald nach der andern Richtung hingelenkt wird, so daß stets hüben Ueberfluß und drüben Mang« abwechselnd herrscht._ — Parteigenosse Carl Lienig in Hof, früher verantwortlich« Redakteur der„Hofer Zeitung", ist vor daS oberfränkisdff Schwurgericht verwiesen worden und zwar erstens wegen Bei«' digung des Leipziger GefchwornengerichtS, zweiten« wegen Gotic»' lästerung! Gewerkskenossenschastliches. unv Gewerkschaft der Schuhmacher. Wir bringen hiermit die Namen der Städte, wo uusre werkschaft Mitglieder zählt, sowie die Namen der Beamten allseitigen Kenntniß, und ersuchen wir die Bevollmächtigten Kassircr, sich dieselben zu notiren. Apolda: Bev. Schuhmachermsn- H. Läußer; Arnstadt i. Th.: B>v. Conrad M-seberg, Grab" garten str. 507; Amberg i. B.: Bev. A. Muzbauer bei Schwab Gewehrf.-Arb. Paulanergasse; Braunschweig: Bev. H errn ue», hh be lex »0 Vv •bei i. lle, 'en «ri frbj -v. t, »\ <>! r t• it :i * " I J r: t( d t.! h '» I t« ie I ch ch :i! m ch! ht s- i o- I m en n. SN )2 »f;i a. p- ort -f: >er .7 i >er lle I at a. i iir -f.-' S � itr :r, j it« ite en !? ot ;iÄ lit rt ■t, en a» s« en rt iv ht !« it« .t, tl Echternstr. ZI f A. Böning, Friesenstr. S; Berlin: Bev. Fr. Giffey, Jerufalemerstr. S0 b. Faby; Chemnitz: Bev. Ernst Hecht b. Linus Fischer, Königstr. 7, 2 Tr.; Coburg: Bev. Schuhmachermstr. Theo- dor Simon, Steinweg 119; Constanz a. B.: Bev. I. Stadel- hofer, SammlungSg. 676, I. Schcrrer, Kafsirer, Plattenstr. 131; Dresden: Bev. H. Witthauer, gr. Kirchgaffe S, 4 Tr., M. Haiuert, Kassirer, gr. Briidergaffe 31, 3 Tr.; Erfurt: Bev. A. Wenige, Evgegaffe 5; Eßlingen: Bev. G.Hunn, Apothekerg. 2; Freiberg i.S.: Bev. Bernhard Buchmann, Pfarrg. 986, 1 Tr.; Gotha: Bev. W. Bock, Reiseunterst, zahlt A. Köllein, Hützelsgasse 16; Gießen: Bev. Martin Simon, Tiefenweg 144; Helmstedt b. Braunschw.: Bev. H. Sens b. Schuhm. A. Bangemann, Kibitzstr.; Leipzig: Bev. M. Hörtsch, Reiseunterst. zahlt W. Jülich, Lessingstr. 13, i. H. 1 Tr.; Limbach b. Chemnitz: Bev. Ernst Lehrmann, Linden- straße 45, Kassirer F. Petcrmann; Landshut i. B.: Bev. Stein- bichler, Hcrreng. H. 37x; Ludwigshafen: Bev. Scb. Hort bei Schlang, Oggersheimerstr., Kassirer I. Bauer b. Schreiner Eichler, Quadrat 13; Mühlhausen i. Th.: Bev. H. Heißner b. B. Müller, kl. Bmgstr., Kassirer G. Heimann, SpiegelSg.; Mainz: Bev. M. Götz, Balthasermalerg. 5; Nürnberg: Karl Daucher bei Ä. Damm, Mohreng. 7(alt) 1435, 3 Tr., Kassirer Chlouba, JohanniSgasse 816; Neucoschütz im Plauenscken Grunde: Bev. F. Thiele b. Stiebitz; Ofsenbach a. M.: Bev. I. Schlanger, Gasthaus z. Lmdenbaum, Sandgaffe; Pforzheim: Bev. John, Brüderstr. 92; Rochlitz i. S.: Bev. Bruno Flach, Wallg. 407; Regensburg: Bev. V. Marawetz, Kaff- Setz. Fffchg.; Stade: Bev. Franz Pape bei Thiemann, Baumsbrücke; Stuttgart: Bevollm. V. Schröder b. F. Maier, Brunnenstr. 24; Schweinfurt: Bev. Georg Kiesel b. Chr. Keller, Judengaffe 154, Kassirer E. Ebner, Bauerng. 82 b. Chr. Barthelmann; Würzburz: Bev. A. Meisel. Brombacherg. 25, Kassirer Z. Fehrer, Wohlsahrtsg. 10; Weimar: Bev.— Kassirer Ernst Heidrich, am Vornberg bei Wocte; Wolsenbüttel: Bev. Vogel, kl. Zimmerhof 6; Mannheim: Bev. T>anz Münz, O. 4. N. 17. Protokollgelder sind noch schuldig: Freiberg i. S., Chemnitz, Stade, Ersuit, Arnstadt, Apolda, Amberg(wie steht's msi Ab- rechnung?), Großenhain, Fürih, Mainz, Schweinfurth, Berlin, Limbach b. Ch. Wir biiten freundlichst, die Gelder zu berichtigen, sowie die Nichtverkauften zu retourniren. Für die Verwaltung: W. Bock, Berg 37. 8. Dem Dresdener Kollegen für die freundliche Ausnahme und Bewirthung meinen aufrichtigsten Dank. D. O. Correspondcnzen. cWpzig, 26. Okt. Ende vergangener Woche tagte in der Cen- tralhalle" Hierselbst eine Versammlung, die sich„Allgemeiner deutscher Handwerter- resp. Arbeikgeberbundcstag" zu nennen be- lieble. Es waren dieS fast ausschließlich gut siiuirte Kleinmeister, die durch die nun immer-mehr an Umfang gewinnende Groß- Produkllon in eine sä'ie>e Stellung geraihen si d und ihre Existenz beiroht sehen. Anstalt nun aber den wirklichen Feind zu b'.kämpfen, veisammeln sich die Herren und versuchen ourch Massen- Petition an de» Reichstag das Zunftwesen, womöglich mit noch etwas schärferen Maßregelungen gegen die Arbeiter, wieder einzu- führen.„Denn die Arbeitnehmer— so bemerkten mehrere Redner wörtlich— sind unsere giößten Feinde." Nun, H.rr Max Hirsch und Consorten, was sagen sie zu dieser offen bekandeien..Harms nie" zwischen Kapital u..d �lrbeil? Daß die Sozialdemotraten als Hauptzielscheibe aller Angriffe herhalten mußten, bevarf erst nicht weilerer Erwähnung. Die Herren Meister zeigten jedoch auch nicht Übel Lust rebellisch zu werden. Sie hatten näiiilich, wie bereits an- gedeutet,„Maffen-P-titionen an den Rcichsiag" gerichtet, in denen sie u. A. sorderten: 1.„Wiedereinführung der Prüfungspflicht der �ehilinge nach beendeter Lehrzeit. 2. Endliche Regelung der Gesetzgebung über die Kranken-, Hülss- und Sterbekaffe> für Gesel- len, Gehülfen und Fabritarbeiter, gemäß K 141 der Gewerbeordnung und Abschrffung der tbeilweis noch bestehenden Beitrags Pflicht zu den bezeichneten Kassen. 3. Einführung von ArbeilS- Eontrol-Büchern, in welche Arbeitgeber und Arbeitnehme, bei Strafe verpflichtet sind, die Eii tragung darüber zu veranlassen, Un welchem Oite, welche Zeit hindurch und bei welchen Arbeitge- Peru ein Arbeitnehmer in Arbeil gestanden hat. 4. Obligatorische Einführung gewerblicher Schiedög« richte mit exekutiver Gewalt" u. b w. Nun ist bekanntlich der Reichstag über diese Petitionen zur Tagesordnung übergegangen und hatte dieses Benehmen der Herren Deister gar sehr in Harnisch gebracht. Herr Tischlermeister Brandes(Berlin) äußerte:„Die neue Gewerbeordnung habe den �'deiigeber dem Arbeunebmer gegenüber vollständig schutzlos hin Mellt. Man habe bei Festsetzung der Gewerbeordnung die Ar- ueiterverhältnisse an maßgebender Stelle verkannt. Nun wolle man ueilich nicht eingestehen, daß man sich zur Zeit geirrt."— Herr Twchslermeister Todt(Minden) bemerkte mit grimmiger Miene: "Tie Regierungen haben auf die sozial-demokratischen Agitationen Malb ein wachsames Auge, weil diese energischer Naiur sind. 'ülenn wir etwas erreichen wollen, dann müssen wir in gleicher Weise handeln und auch eventuell den Muth ?.�ben, den Regierungen zu drohen". Offen gestanden, bei 'ffen Worten wuide mir gruselig. Hätte nicht der Redner in �wselben Athemzuge noch den Versammelten warm an's Herz ge- .8*, darauf hinzuwirken, daß neben dem„politischen Reichstage" "ü'b.im„sozialer" errichtet werde, ich hätte thaffächlich lange Zeit j/.'�sJ gehabt, um wieder Herr meines HumoiS zu werden. Dem Kannten Sozialisten-Fresser, Herrn P.osessor Dr. Birnbaum �"p»'g)(Re,chslagsabgeordneten) gelang eS schließlich, wenn auch .'ur thesiwe se(der Herr wurde nämlich für seine Reden durch Bei- ™ und Zischen belohnt und 10 Delegirte, zumeist Leipziger und fc�euer, gaben schriftlich zu Protokoll, daß sie sich mit den �"«führungen Birnbaums duichauS nicht einverstanden eiklären Vi ftT0*" wenn er s- ner das Wort eihalte) die diesem wohlgemeinten Rathc Folge. Trotz alledem versprachen die Undankbaren dem Herrn Professor nicht, für seine Wiederwahl wirken zu wollen, obgleich er diesen Wunsch wiederholentlich durch: „um dies auszuführen, muß ich allerdings erst wieder gewählt werden" ic. kundgab. Denn trotz aller Warnungen sdeS Herrn Professor Birnbaum vor einer einseitigen Interessenvertretung, die er unter den grausigsten Schreckbildern schilderte,„die beispielS- weise die Arbeitnehmer, welche doch numerisch überwiegend, zu noch größerem Eifer bei den Wahlen anfachen würde" u. s. w., und obgleich ihnen der gute Mann versprach, wenn er wieder Reichs- tagsabgeordneter werden sollte, so werde er für Bildung von „freien Commissionen", für die verschiedenen Interessen(Land- wirthschaft, Handwerker, Handelsstand-c.) wirken, resoloirten die Versammelten:„nur Handwerkern und Denjenigen, die daS Ge- lübse ablegen, in erster Linie die Interessen des selbstständigen Handwerkerstandes zu vertreten, bei politischen Wahlen ihre Stimme zu geben." Motivirt wurde diese Resolution U.A.:„Die materielle Existenz steht über allen politischen Fragen und der selbstständige Handwerkerstand bildet daS Hauptfundament im Staate".— Nun kam es zur Behandlung der Lehrlingsfrage. In dieser Angelegen- hcit erklärten sich jedoch die Herren Meister für vollständig rath- los. Soll Herr Professor Birnbaum ebenfalls hiersür kein Me- dikament haben? dachte ich bei mir im Stillen. Ein ordentlicher deutscher Universitäls Professor müßte sich doch von Gottes- und Rechtswegen im Besitze der Allerweisheit befinden! Lebhaft um- schwebten noch diese Gedanken mein Hirn, als mir sie der Herr Professor schon in der realen Wirklichkeit vorführte. Er wisse Mittel behuss Lösung dieser Frage, sagte er; dies ahnte ich so- eben, dachte ich, und diese Mittel sind:«den Lehrlingen nicht so viel Freiheit als bisher gewähren, denn man müsse unselbstständige Menschen auch als solche behandeln; ferner müsse man den Lehr- lmgen die Theilnahme an allen Arbeiterverbänden und Versamm- lungen verbieten und serner sei dahin zu wirken, daß dies von Gejctzeswegen geschehe; endlich sei d en Lehrlingen soweit als thun- tich aller Verkehr mit den Gesellen zu unteisagen." DieS war allerdings den Herren Meistern ganz aus der Seele gesprochen und sie schloffen nun befriedigt über diesen Gegenstand die Akten. Ferner wurde noch resolvirt:„Um frivolen(?) Strikes die Spitze abzubrechen, ist die Gründang von Arbeitsbureaux an allen Orten auf's Dringendste zu empfehlen."— Zuletzt wurde noch ein über ganz Deutschland sich erstreckender Verein, unter der Firma: „Verein selbständiger Handwerker und Fabrikanten" ge- gründet. Der Zweck dieses Ve-einS ist laut ß 1 der Statuten: „1. Die durch Einführung der Gewerbefreiheit verloren gegangene innere Organisation der Gewerke wwder herzustellen, und zwar in einer Wesse, welche den gänzlich umgestalteten Verhältnissen soviel wie möglich Rechnung trägt. 2. Verbesserungen der Gewerbege- seygebung herbeizuführen, die heivortreiendcn Unzuträglichkeiten im gewerklichen Leben in ihren U fachen zu bekämpfen und wieder wohl gegliederte Verbände zu schaffen, welche für ihre Gewerke für- sorgend willen, für Ordnung und Recht innerhalb derselben ein- treten und dahin streben, daß geregelle Verhältnisse zwischen Ar- beilgeber und Arbeitnehmer, Lehrherren und Lehrtingen herbeige- führt werden. 3. Einführung von Gewerbekammern in allen Staa- len, Plovinzen, Kreisen, Bezirken und größeren Slädten zu erstre- den, und die Regierungen davon überzeugen zu inchen, daß nur durch solche mit amtlicher Autorität ausgestattete Organe cS möglich sei, den Regierungen gemachte Beschwerden zu vermitteln, und überall in's geweibliche Leben fördernd und ermuthigend einzugrei- fen". Die Leitung des Vereins wurde einem aus 15 Personen bestehenden Borstande übertragen, von denen jedoch nur 5 am Vororte wohnhaft sein dürfen. Diese Letzteren bilden den geschäfts- führenden Ausschuß, sie haben einen besoldeten, juridisch- und volkswirihschastlich gebildeten Sekretär, sowie sonstige geeignete Persönlichkeiten behufs Agitation für den Verein anzustellen. Zum Vorort wurde für daS nächste Vereinsjahr Berlin gewählt.— Zu bemerken ist noch, daß die Regierung, jedenfalls wohl die sächsiswe, durch den Mund deS KreiSgerichts-DirektorS v. Burgs dorff(Leipzig) erklären ließ:„Sie nehme den wärmsten Antheil an den hier gepflogenen Verhandlungen. Letztere gewinnen um so mehr an Bedeutung, als gegenwärtig noch nicht abzusehen sei» welche Folge» die neue G.werbeordnung haben werde".— Ilabeat sibi! Elkauchau, 26. Oktober. Wie der Tiger nach Blut, so lechzt unsere Bourgeoisie nach billigem Menschenfleisch. Die Bestim- mungen unserer Gewerbeordnung, welche die Kinderarbeit in Fabriken einigermaßen einschränken, aber häusig nicht beachtet werden, sind unfern patriotischen und frommen Bourgeois ein Dorn im Auge. Ihr sehnlichster Wunsch ist, sie beseitigt zu sehen, um durch billige Kinderarbeit sich leichter die Beutel füllen und die Bäuche mästen zu können. Diesem Zweck zu Liebe wird alles menschliche Gefühl, jeder Funke sittlichen Slrebens bei Seite ge- setzt und mit der größten Schamtosigkeit nach der Erreichung des Zieles getrachtet. Gegenwärtig wird in den Industriestädten Erimmiischau, Glauchau, Wcrdau, Plauen, Reichenbach ic. eine Petition unter den Fabrikanten kolportirt, worin diese Menschen- ktasse die Frechheit hat, um Folgendes bei dem sächsischen Ministerium einzukommen: „Dasselbe wolle dahin wirken, daß 1) die Minimalalters- grenze für die Bsschäftigung von Kindern in Vigogne- und Streich- garnspinnereien von dem 12. aus das 1.0. Jahr herabgesetzt werde; 2) daß die Bestimmung der Reichsgewerbeordnung, wonach jugend- liche Arbeiter von 14—16 Jahren nur 10 Stunden täglich beschäftigt werden dürfen, wieder aufgehoben werde; 3) daß die in der gegenwärtigen Gewerbeordnung enthaltenen Beschränkungen der AibeitSzeit Minderjähriger, nicht noch auf höhere Lebensalter ausgedehnt werden; 4) daß keine neuen beschränkenden Bestim- mungen in Betreff der Arbeitszeit von erwachsenen weiblichen Personen gesetzlich angeordnet werden." Selbst die zahme und bourgeoisfreundliche„Deutsche Allge meine Zeitung" macht zu diesen Forderungen unserer geldgierigen Fabrikanten die Bemerkung,„daß ein solches Schriftstück ein schmäh- licher Beweis von dem Egoismus eines TheileS unserer Fabrikanten �'�keisttr--" zu beschwichtigen. Auch dieser that die Aeuß-iun> daß sei" unv daß diesem Ego,Smas gegenüber die Sozialdemokratie FJ* Arbeitnehmer der größte Feind deS Arbeitgebers sei. Des Wei„vollkommen" recht habe • � bemerkte er u. A.:„Die eingereichten Petitionen seien nur - vian sich r««V übcr dieselben nicht vollständig klar war. Außerdem seien iV,l.r!,.hon«n sehr spät eingereicht wo-deu. Die Behai dlung der- Nun �hald nid)t t)cr■ baa P'j�um des Reichstages gekommen, da sich.... > r-etit ch hätte vielleicht mehrere Tage in Anspruch genommen »nd n'Ur--�eit die ReicdStags-Abgeordnetcn schon sehr ermüdet j); au® hier nicht zu erwähnenden Gründen m ßmuthig gewesen. lleh aber nochmals über die in den Peiitionen geschilderten >et/'täntc nachträglich genaue Untersuchungen anstellen, die Pelitio- ?>,m vermittelst der Unieriuchungen gesammellea Ma- �bij, �°b«riren(umformen), alsdann erkläre er(ttirnbaum) sich 'iib dieselben einzureichen, sie mit ocker Energie zu desürworlen tine'"Mde m,t Dusel zugsri»,, ß�enn sie solchergestalt n larsolg er zielen würden. Du P ister Ie.steten auch schließtich und am besten gefördert werde. Möge die„Deutiche Allgemeine Zeitung" sich künftig auch in andern Fällen dieses Zugestänvniss.S erinnern, unsere Partei- genossen aber werden energisch gegen daS Ausbeuterthum vorgehen und namentlich verhüten, daß nicht A> beiter sich übertölpeln lassen, die Petition ihrer Blutsauger zu unterzeichnen. Während die Bourgeois der sächsischen Jndustriebezirke die Schranken zu beseitigen trachten, welche das Gesetz ihrer Vampyr- nalur gezogen hat, tagten in Leipzig in diesen Tagen 170 Ver- treter des reaktionären Elements unserer Kleingewerbetreibenden, welche als echte Ant poden unserer Bourgeois über gesetzliche Ein- sührung von Beschränkungen im zünftlerischen Sinne debattirtcn. Die Weisheit des Professor Birnbaum, die bei dieser Gelegenheit wieder zu Tage trat, ist wahrhast erschrecklich. Aerlin..Selbsthülse oder StaatShülfe" lautete das Thema, das in einer am 24. hier abgehaltenen öffentlichen Arbeitewer« sammlung, einberufen vom Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verein, von Herrn Klinkhardt besprochen werden sollte. Dieser Klinkhardt, dessen Hauptforcc im Schimpfen besteht, glaubte nun da» Thema am gründlichsten zu erörtern, wenn er einfach auf Schulze-Deliysch schimpfte. Indem er dies denn auch zur Genüge that, deklamirte er mit möglichst falschem Pathos ganze Sätze aus jsden Schriften Lassalle'S. Man braucht deshalb aber durchaus nicht zu glauben, daß er etwa den Lassalle begriffen hätte; eS wird folgender Satz, den er in seiner Rede aufstellte, dies beweisen. Der große Agita- tor Klinkhardt sagte nämlich:„Die soziale Frage ist eine künstlich hervorgebrachte, und unsere heutigen schlechten Zustände sind künst- lich erzeugt von der Bourgeoisie".— Zu einer wirklich sachge- mäßen Besprechung kam natürlich der Referent nicht, er salbaderte noch etwas über die Quistorp'sche Angelegenheit, war sich aber auch darüber durchaus nicht klar, sondern bedauerte, wie auch sein Nachredner Schwekendick, Herrn Quistorp wegen seinen fehlgeschla- genen Spekulationen. Schwekendick ging sogar noch weiter, er be- dauerte die gesammte Bourgeoisie, weil sie sich nicht wirklich glück- lich fühle und in steter Angst um ihr Capital sei. Wenn diese Leute nicht unter der Botmäßigkeit Hasselmanns ständen, so würde es einem ganz wunderbar vorkommen, wie Jemand, der sich So- zialdemokrat nennt, emen Mann wie Quistorp seiner fehlgeschla- genen Spekulationen wegen bedauern kann, statt das nur auf Schwindel basirte Treiben desselben öffentlich an den Pranger zu stellen. Aber so ist daS ja ganz natürlich.— Dies zur Kennzeichnung der beiden Agitatoren, die wohl demnächst wieder auf die Reise geschickt werden, um andere Gegenden mit ihrem Unsinn unsicher zu machen.— Die hiesigen Arbeiter nahmen, soweit eS nicht enragirte Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins waren, Beider Reden mit der größten Ruhe auf, und zum großen Aerger der Herren meldete sich kein Opponent zum Wort, der in die ganz resultatlose Versammlung etwas Salz ge- bracht und ihnen einen greifbaren Anlaß zum Schimpfen gegeben hätte.— Konstanz. Was die aus dem ,. Reptilien fond" gemästete« „Sauhirten" bei den Lesern ihrer Geistes-Produkle für eine gren- zenlose Ignoranz voraussetzen, beweist eine Abhandlung der hie- sigen Zeitung über George Veisset, dem vom„Volksstaat" schon früher gekennzeichneten Verräther an der Kommune. Dies« ganze Schmiererei, die stark nach Abdruck auö der„Neuen" an der „schönen blauen" riecht, ist ein neuer Beitrag zur Geschichte unse- rer verkommenen Bourgeois Geschästs-Zeitungsschreiber. Für den denkenden Arbeiter ist derartiges Geschreibsel eine Mahnung, gegen derartige miserable Verdächtigungen der gerechten Bestrebungen der Arbeiterklasse entschieden Front zu machen, um dieser Sippe, der Lügen und Verleumden Bedürfniß ist, das Handwerk gründlich zu legen. Denn eine Partei, welche den Verraih an den Kämpfern für Menschenrechte als etwas Nachzuahmendes preist, ihre eigne Niederträchtigkeit dadurch zur Eridenz beweisend, verdient, daß sie aufhört zu existiren. Darum, Parteigenossen, benutzt die unö gegc- bene Zeit. Verbreitet unser Organ, den„Volksstaat", damit die Arbeiter den lügenhaften Auslassungen der Bonrgeois-Zeitungen die Wahrheit entgegenstellen können. Denn nur dadurch, daß wir unser Organ, den„VolkSstaat", allüberall hin verbreiten, können wir der Verdummung des Volks durch die sogenannten„liberalen" ic. Zeitungsschreiber mit Erfolg entgegenarbeiten. Mit sozial-demokratischen Gruß G. Riegel. Staßfurt, 25. Okt. Am Sonntag den 19. d. M. fand in Neundors die Neuwahl des Central-Agitations-ComiteS für den Regierungsbezirk Magdeburg und Herzogthum Anhalt durch Par- teimitglieder aus Neundorf, Straßfurt und Magdeburg statt. Als Sitz deS Comitee'S wurde Staßfurt als am geeignetsten seiner passenden Lage halber mit großer Mehrheit gewählt. In der hierauf am Donnerstag Abend abgehaltenen Mitgliederversammlung fand die definitive Wahl des Vorstandes bestehend aus drei 3 Personen statt, und sind die Unterzeichneten hieizu gewählt. Um nun die Agitation lebhafter wie bisher zu belreiben, und da die Reichs- tagswahlen hierzu daS ergiebigste Feld bieten, wenden wir unS an alle Parteimitglieder und Fteunde unserer Sache im hiesigen Bezirk mit der Forderung, sich als Glieder dieser großen über be- nanntes Terrain sich erstreckenden Agitationskette zu betrachten und stets der hohen Pflicht eingedenk zu sein, durch Wort und That zu handeln, damit endlich dem Comite Gelegenheit gegeben ist, planmäßig der Organisation unv dem Programm gemäß voll und ganz seine Pflicht zu erfüllen. Soll nun nicht ferner, wie dies ja häufig schon der Fall gewesen, Zeit und Geld unnütz geopfert werden, soll also das Central-Comite nicht nur dem Namen nach existiren, dann ersuchen wir alle Parteigenossen, diese Be- strebungen genügend zu würdigen und des§ 2 unser« Programms, welcher fordert, daß jeder Parteigenosse sich verpflichtet, mit ganzer Kraft für Verwirklichung unserer Prinzipien einzutreten stets zu gedenken. Wir verlangen daher von allen Parteigenossen Folgen- des: 1) Opferwilligkeit, d. h. die pünktliche regelmäßige Zahlung freiwilliger Beiträge zur Agitationskasse und das stete Anspornen säumiger und lässiger Parteimitglieder. 2) Ueberall, wo sich irgend Gelegenheit bietet im Wohnorte oder Außerhalb für das Prinzip zu agitiren, neue Anhänger hier wie dort zu werben und sobald sich in Orten, wo noch keine Mitglieder existiren, Freunde unserer Sache gefunden haben, dann dafür Sorge zu tragen, daß daselbst eine Versammlung anberaumt und dem Haupt-Comite schleunigst davon Anzeige gemacht wird; denn in der Fabrik, Werkstelle, Bergwerten u. s. w. bietet sich Gelegenheit genügend, durch fremde Collegen die Grundsätze der Sozial-Demokratie nach allen Gegen- den zu verbreiten; unv 3) sind dann hier und da Verbindungen angeknüpft und das Comite in Kenntniß gesetzt, dann erst kann von planmäßigem Vorgehen und von Erfolgen auch in unserm Bezirk die Rede sein. Dann gilt es vor Allem, die gewonnenen Positionen zu behaupten und zu befestigen, und hierzu muß wiedere jeder Einzelne bewährte Parteigenosse seine Schuldigkeit thun. Wenn wir nun inSgesammt unS so gegenseitig in die Hände ar- beiten, wenn wir den Worten nun auch die Thaten folgen lassen, stets eingedenk unserer bewährten muthigen für die Idee der Menschheil heute noch im Gefängniß schmachtenden Partei- und Kampfgenossen, dann wird und kann uns der Muth und die AuS- dauer nie fehlen. Dann müssen unS die Gegner wenigstens ach- ten lernen und dann nur kann und wird das von uns übernom- mene Amt Nutzen bringen und unser ganzes Werk von Erfolg ge- krönt sein. Darum rufen wir bei unserm Antritt Allen zu: Hand an'S Werk und nicht gezögert. Alle Brief» und Nachrichten sind an unfern Schriftführer, alle Gelder prompt und pünktlich an unfern Kassirer zu senden. Hein, ich Niehof, Vorsitzender. W. Fischer, Schriftführer, Prinzenstraße Nr. 1 im Laden. Fr. Helmund, Kassirer, Schul- zenplatz Nr. 2. 2 Tr. Broitzem. 25. Oktober. Wir hatten zu heutigem Abend eine Volksversammlung einberufen, zu welcher die Bewohner von mehreren umliegenden Dörfern sich eingefunden hatten; sehr Viele hatteo den Weg von über einer Stunde nicht gescheut, um in der Ver sammlung Ausklarung zu suchen. ES referirten Herr W. Bracke jun. »nd Herr Luber aus Braunschwcig. Dieselben sprachen über die Reichttagewahlen und die Arbeiterbewegung. Die Anwesenden erklärten, sämmtlich für Herrn Bracke bei der nächsten Reichstags wähl stimmen zu wollen, und mit voller Kraft einzustehen für die Sache der Arbeiter. Die Arbeiterbewegung ist jetzt hier auf dem Lande in vollem Gange, von allen Seiten kommen Einladungen, um Versammlungen abzuhalten und GewerkSgenossenschaften zu gründen. ES haben sich auch bereits auf verschiedenen Dörfern GewerkSgenossenschaften gebildet. Die rege Theilnahme spricht deutlich dafür, daß der Arbeiter seine Lage erkannt hat und die selbe zu verbessern sucht. Darum,«erthe Parteigenossen, lasset nicht nach zu agitiren; es wird zu letzt unsre Mühe belohnt und wir werden zu unferm Ziele gelangen. Mit sozialdem. Gruß F. Brüning!. Ztreme«. Allen Parteigenossen bringen wir hiermit zur Kenntniß, daß e« un» gelungen, hier wieder eine Mitgliedschaft unserer Partei zu gründen. In der Sonnabend den[25. d. Mts. stattgefundencn konstituirenden Versammlung wurden gewählt zum Vertrauensmann: G. Saeveke; zum Kassircr: Busch. 14 groß- ten TheilS neue Mitglieder traten sofort der Partei bei. Von der seit ca. einem Jahr eingegangenen alten Mitgliedschaft gehören biS jetzt nur sehr Wenige zu unS. Wir erwarten, daß auch diese sich un« wiederum anschließen, um gemeinsam mit uns für die Ausbreitung unserer Partei zu agitiren. Der Grund zur Auflösung der früheren Mitgliedschaft waren hauptsächlich: Die in bekannter Manier— worüber so viele un- sercr Parteigenossen in Bremen unv anderSwo ein Lied singen können— mit Knüppelhieben und Messerstichen unterstützten öfter in Scene gesetzten Sprengungsattaquen von fanatisirten Anhängern deS Allgemeinen deutschen Arbeiter-BereinS. Wir werden bestrebt sein, unsern Mitgliedern andere Begriffe über Humanität, Räch- stcnliebe, Brüderlichkeit und die Prinzipien der Sozialdemokratie überhaupt, beizubringen, als leider eine zu große Masse jener Männer sie besitzen. Jenen Leuten, welche unsere Versammlungen besuchen, um belehrt zu werden oder zu belehren, werden diese stets geöffnet sein. Gegen Störenftiede jedoch werden wir das einzige Mittel, das Hausrecht gebrauchen. Mit sosial-demokratischem Gruß G. Saeveke. Wonsdorf, 21. Oktober. Gestern Abend hielt unsere Partei hiersetbst' eine Volksversammlung ab, welche von ca. 400 Mann besucht war. In das Bureau wurden gewählt: Wille als erster, Buttermann als zweiter Vorsitzender und Unterzeichneter als Schrift führer. Der Referent, Herr Schuhmacher aus Cöln, sprach über das Thema:„Die Dictatur und die Betheiligung des Volks an der Gesetzgebung." An der Hand der Geschichte wies Redner treffend nach, daß. die Dictatur stets den Culturfortschritt hemme und daß, so lange diese vorhanden sei, nicht die wahre Freiheit herrschen könne. Um nun zur letzteren zu gelangen, müssen die Bölkir gebildet werden. Ferner müsse daS Volk das Recht haben, an der Gesetzgebung theilzunehmen. Nachdem Referent über letz teren Punkt sich noch ziemlich klar ausgesprochen, fordert er die Versammelten auf, an der Bewegung theilzunehmen, und dies könne am besten geschehen durch Eintritt in die sozial-demokratische Ar- bciterpartei. Letzterer Aufforderung wurde denn auch von mehreren Seiten Folge geleistet.— Vor Schluß der Versammlung sprach Herr Schuhmacher noch über die heutige kapitalistische Presse, schil- derte deren Verlogenheit und Einigkeit, wenn es gegen die Arbeiter ginge, und forderte dieselben schließlich zum Abonnement auf den „Bolksstaat" auf. Rud. Böhm, Schriftführer. W. HtadSach, 20. Oktober. Da in letzter Zeit hierorts das Wallfahrten zur Mode geworden, so pilgerten auch wir, Sauren, Körner, Eschen und Unterzeichneter gestern zu einer Volksoer- sammlung nach Grefrath, wo wir als Referenten eingeladen waren. Der Vertrauensmann Baum daselbst eröffnete die zahlreich besuchte Versammlung; zum Vorsitzenden wurde Sauren gewählt, zum Bei- sitzenden Eschen aus Borschemig und zum Protokollführer Schrörr aus Süchteln. Als Tagesordnung war aufgestellt:„Der Partei- kongrcß und die Reichstagswahlen." Referent: Obermann aus Creseld. Obermann lehnte das Referat ab, und zwar aus dem Grunde, weil Sauren als Delegirter der Mitgliedschaft Gresraih anweseiid sei, und derselbe Bericht über den Partcikongreß zu er- statten habe. Es entspann sich eine Geschäfisordnungs- Debatte. Sauren bemerkte, daß es unstatthaft sei, in einer Volksversammlung über den Kongreß, über welchen nur in den Mitgliedschaften ge- sprachen werden könne, Bericht zu erstatten, daß er trotzdem aber nicht abgeneigt sei, auch in der heutigen Versammlung die Ersah- rungen, die er auf dem Kongreß gemacht, zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, wenn die Versammlung dieses wolle und ersuchte er Herrn Obermann nocdmals, sein Reserat zu übernehmen. Hierauf brachte Körner(M. Gladbach) den Antrag ein, den vorstehenden Punkt der Tagesordnung als ersten Punkt zu streichen, hingegen die bevorstehenden Landtagswahlen als Punkt 1 gelten zu lassen. Die Versammlung stimmte diesem Antrage bei. Körner übernahm daS Referat, beleuchtete in einer langen Rede die Ucbelstände des Dreiklassen-WahlsystemS, aus welchem der Landtag hervorgehe, und öreslau Leipffg Ans Waiern. Am Kopfe der von dem 4Ser„Demokraten" Iegel redigirten stockbiSmärckifchen„Nürnberger Presse" vom 20. Oktober befindet sich daS Ideal eines denunziatorischcn Wasch zettelS, betitelt„zur Arbeiterfrage." Eingangs desselben sind eine Anzahl Leimruthen gelegt, um— Gimpel zu fangen; man höre: Es möge hier alsbald angemerkt werden, daß wir in dem Eni stehen dieser Bewegung(Arbeiterbewegung) einen Fortschritt er- blicken."(Ganz damit einverstanden, Waschzettel.)„So viel Schönes und Nützliches auch in den Arbeiterbildungsvereinen frit herer Zeit erstrebt und erreicht wurde, so trafen diese Bestrebungen doch den Kern der Sache nicht genug." Sehr vernünftig gesprochen für einen— Waschzettel! „Man muß daran festhalten, daß derjenige Zustand, in welchem bestimmte, thatsächlich vorhandene Jntereffenkreise(ein neue» Wort!) nicht zum Ausdrucke kommen, ein ungesunder ist, u. s. w."„so unliebsam die Arbeiterbewegung auch den meisten Nichtarbeitern sein mag u. s. w." Jetzt kommt aber das Ideal alles bis heute eschriebenen Blödsinns:„Insofern kann man also den von 'assalle gegebenen Anstoß als eines derjenigen Dinge betrachten, welche, widerwärtig und gemeinschädlich wie sie in sich sind, dennoch einer innern Nothwendigkeit der Entwicklung dienen." Das heißl also: das was einer innern Nothwendigkeit der Entwicklung dient, ist widerwärtig und gemeinschävlich!!!„Daß nun zu- gleich(v. i. neben der Arbeiterfrage) eine Arbeiterbewegung da ist, verschärft und vergiftet die Arbeiterfrage nach mehr als einer Seite hin, aber es hat die gute Wirkung, ein Uebcrsehen(!) und Miß- achten(!) dieser hochwichtigen Kulturftage unmöglich zu machen, und überdies läßt es(?) an den Erwägungen und Löhnungs- bestrebungen der Gesellschaft die Hauptinteressenten, die Arbeiter selbst, angemessenen Theil nehmen(klingt sehr gütig, ist aber nicht wahr) und verhindert dadurch eine einseitige Inangriffnahme. So roh(!) und unschön(!) gerade dieses letztangedeuiete Schwergewicht sein mag, so unentbehrlich ist es u. s. w." Also daß der Inte- ressent Antheil nimmt, das ist roh und unschön! Ktingt daS nicht verrückt? Ein Beispiel: daß die Börscninleressenten an ten Krachs Antheil nehmen, ist roh und unschön. Daß es für diese Gesellen unschön war, glauben auch wir. Der zweite Absatz des Waschzettels fängt sehr interessant an: „Es ist ein vollständiger Entwicklungsgang,(soll wohl Reptilien- häutungSprozeß heißen?) den Einsender dieses während der zehn Jahre deutscher Arbeiterbewegung an sich selbst beobachtet hat." In diesem Absatz wird dem deutschen Volk vor der„Kommune" bange gemacht, aber wem noch? auch der Sozialdemokratie. Man höre:„Das deutsche Volk ist in einem geistigen Ausschwung(!!) begriffen u. s. w. Irren wir unS aber in diesem Punkte, dann allerdings sind unsere Hoffnungen aus Sand gebaut— natürlich diejenigen der Sozialdemokratie nicht minder(!), denn dieselbe geht naturgemäß(!) mit dem Sinken eines Volksihums unter den Ersten zu Grunde"(soll wohl heißen rn die Höhe?) Der dritte und letzte Absatz fängt also an:„Nun kommen wir aber zum Kernpunkt,"(nämlich der Denunziation).„Jere Nummer des„Volksstaat" wimmelt von Darstellungen, denen zufolge die soziale Revolution überall eine schlechthin bcrechiigte und eine in allen Landern solidarische(ganz gewiß!) ist. Dcm muß ein Ende gemacht werden.(Aha, und um dieses zu sagen, so viel tolles Geplapper!)„Wir werden des schrecklichen Gesellen Herr werden." Alles Andere ist zwecklos.„Ein Staat und eine Gesellschaft, welche sich gegen solche Angriffe nicht zu schützen wissen, geben sich selbst auf." Das nennt man den Staat um Hilse nolhzüchtigen, wenn so brav denunzirt wird! (Wir gratuliren Herrn Iegel, daß er endlich als„Sauhirt" offen Fmrbe bekennt und empfehlen ihm, falls er um weitere Denunziationen verlegen sein sollte, Herrn Julius Schultze in Mainz.) Verein für Sattler und' �''Sonnabend, den 1. November, Abend« präcise S Uhr: Gt«er>lversam«l»mg in Gratweil» Bier hallen, Komandantenstra�e 77— 79, oberer Saal. Tagesordnung: Die heutige GeschSftSlrisi». Ref.: Herr Bernstein. XL. ES»st Pflicht eine» jedm Mitgliedes m erscheinen und für Zu» silhrung von Giften zu sorgen._ Henke, Vertrauensmann. Soz.-dem. Arbeiterpartei. Die gewöhnlichen öffentlichen verfamm» lungen finden von jetzt ab jeden Montag, Abend» halb 8 Uhr, im Saale de« Herrn Freudenthal, Marktstraße 6(früher Gerhardt'« Hotel» statt. E« werden daselbst Bonräg», sowie Vorlesungen au« dm Werken der bedmtendsten Nationalöconome» gehalten und find dam eingeladen alle, welche irgend welche« Interesse an der hmtigen soz. Bewegung zu befitzen vermeinen. Der Vertrauensmann.[2a Bremerhaven Soz.-dem. Arbeiterpartei. Montag, den 3. Novbr., Abend« 8 Uhr: Orffeatliche Versammlung im Saale de» Gasthause»„Zum Bater Rhein", Huben- und Lehmgruben» straßen-Ecke.— Tagesordnung:„Die Entsteh ang und Forternwicklung de» Eigenthums". Vortrag, Diskujfion und Fragenbeantwortung. Die Parteigenossen werven ausgefordert vollzählig und pünktlich zu erscheinen und soviel al» möglich Gäste mitzubringen. Der Vertrauensmann. (Snitthtirel Sozial demokratische Arbeiterpartei. �'UIUUUI.D Montag Abend Versammlung bei Hanfch, Schauen» burgerstraße.— Die Hamburger Einiguagsdestrebungen Gäste haben Zutritt._ Ref.: Praast. ». Geib. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Freitag, de» 31. Oktbr., Abend» Punkt 6 Uhr: schußfitzung bei Z-idler. Ali«. Sonnabend, den 1. November, Abend» 8 Uhr: Gewerkschafts-Bersammlung. Tagesordnung: ArbeitSnachweifungSbureau. Fragekasten. Der Bevollm. Q-fnl I(ictfrt Beffrksversammlung der sozial-demokratische» Arbeite Partei im 19. Wahlkreise. Bncskastcn der Redaction. Es geben uns fortwährend noch Briese zu, welche verlangen, daß wir den bekannten Äusrus zur Bildung deutscher Krieger- v er eine».worin der„Volksstaat" angegriffen und ihm vorgeworsen wurde, er habe die„deuischen Krieger" als„saudiiten" bezeiihaet) abfertigen sollen. Sonneberg und Lörrach sind die Letzten, die dies verlangt haben; Sonnebcrg hat sich, als nicht sogleich eine Ädsenigang erfolgte, an den Ausschuß gewandt. Wir mochten ersuchen, den„Voltsstaat" doch künftig genauer zu lesen, denn wir haben den bekannten Aufrus der ln vielen Blattern gleichlautend ersch-en, schon in Nr. 93 de«„Volksstaal" in der „politischen Uebersicht" besprochen. Damit dürste die Sache erledigt sein. H. F. in Berlin: Besten Dank und Gruß. Die verlangte Adresse ist: Stud. St. Tninerstraße Leipzig. Redact-on der„Hoser Zeitung": Seit längerer Zeit erhalten wir Jpr Blatt nicht mehr. der Expedition. Rgr Fraustadt Schrft. 20 Gr., Dll Cuccase Schrft. 10 Gr., Arb.-Verein Großzschocher Ann. 14 Gr., Schr. Thlr. 1 H. Rk Altona: Schr. 1 Thlr. Ann. Thlr. 1 0, W. Wtkr Düsseldorf E« ist dringende Nothwendigkeit, ebenso muß e« Haupiausgave aller so ial- demokratischen Parteigenossen im 19. Wahlkreise scin, sich zu orga- nistren und Vordere tungen zum Wahlkamps zu der un« immer näher rückenden ReichStagSwaHl zu treffen. Zu diesem Behufe soll Sonntag, den 9. November, von Vormittag halb 1t Uhr, im Gasthos„Zum weißen Roß" eine Bezirksversammlung abgehalten werden. Tagesordnung: 1) Wahl und Bestimmung de» Eentralort«. 2) Wahl eine» Wahlagitationcomitö'S. Wir erwarten daher von allen Parteigenossen aller Ort« im 19' Wahlkreise, daß sich e« selbige zur Aufgabe machen die Bezirk«»erlamm- lung zu beschicken und ergeht nochmal» die dringende Auisorderung an alle Vertreter zahlreich sich einzufinden um über unsere Zustände über» Haupt»u berathen._ DaS Comits. Sorben ist im Berlage der Getiosseiischaslsbilchdruckerci er- schienen und durch die Expedition des„BolkSilaal" zu beziehend Der ftoiksstaat-Kaicildcr für 1874. Inhalt: Kalendarium. Biographischer Kalender. Die Schlacht m um den Birlenbaum. Französische Arbeiter. Eine Parabel von St. Simon. Roth j} sj Robert Owen, ein Charakterbild. Oer s jC Pauker von Ncklashausen; historische Erzählung von Robert � Schweichel. i I Preis pro Stück ohne Stempel 3 Ngr. 5 Pfg., Preis pr» � Stück mit Stempel 4 Ngr. Bei Abnahme von 12 Stück und � darüber 4 3 Ngr. exclusive Stempel. Bei Baarzahlung außerhalb Sachsen 24 Stck. 2 Thlr. für Sachsen incl. Stempel 2 Thlr. 12 Gr. An unS unbekannte Besteller wird nur nach vorherige Einsendung deS Betrages in baar oder Reichsbriefmarken oder gegen Postvorjchuß versandt. Soeben ist im Verlage der Genoffenschastsbuchdruckerei erschienen und durch die Buchhandlung des„Volksstaal" zu beziehen: Thüttn des deutschtil Reichstages und B der Landtage. p|' Nebst einem Anhange, enthaltend: l) Winke für die Agitation, 2) dir wichtigsten Bestimmungen der deutschen Vereins- und Versammlung»-»i Schr- 3 Thlr W. Hck Regensburg.Schr� 11 Gr.| Tot.lbWittou: F��Au'ZawNTs.' A M i-Ii Z? m» c"rrm Zittau: Schr 3 Gr..' Trttnn �beiterpartei, 7) Liste der b-i ,, Gründungen" hervorragend betheil.g--"■ Sin. q ä I Reichstags- und Bundesrathsmitglieder v %Äi; I? Ii MNo Pr-is pr. Stück 3 Sgr(10./. Kr. süddJ, im Dutzend pr. Stück 2 Sgr- b, 5 Pf.(9 Kr. sudd.), gegen baar oder Postoorschuß im Dutzend Ni unterwarf die bestehenden Parteien einer gründlichen Kritik. Die 33 Thlr., Bchhm hier: Schr. 3 Gr., Berlin: Schr. 4 Thlr. Ann. 10 Gr., Hhl Leipzig: Ab. 0 Gr., G. Rdr Neundorf: Ann. 26 Gr., Th. Mllr Mainz: Ann. Thlr. 2 8 8, Arb.-Part. Stuttgart: Ann. 19 Gr., Schnei- derverein dasselbst Ann. 12 Gr., Schuhmacherverein das. Ann. 3 Gr., W. Hff Erfurt: Ab. Oct. Thlr. 4 24, C. Mllr Glauchau: Ab. 3 Qu. 57 Thlr., Hdlch hier: Schr. Thlr. 1 22 5, Ocklm Hamburg: Ann. 5 Gr., Rede des Herrn Körner wurde mit dem größten Beifall aufge nommen. Hierauf brachte derselbe folgende Resolution ein, welche von der ganzen Versammlung einstimmig angenommen wurde. „In Erwägung, daß die LandtagSwahlen eine rein reaktionäre Lbntz Ziegelhain: Schr. Thlr. 1 6, Mersthdr Lesevereiii Schr. 9 Gr., Institution und lediglich dazu angethan sind, das arbeitende Volk Sattlervereiii Berlin: Ann. 22 Gr., Tabakarbeiterverein Breslau: Ann. 7 Gr., Arb.-Partei das. Ann. Thlr. 1 28, Ver. Geselligkeit Ann. 20 Gr., Fest-Ann. Thlr. 1 26, C. Urb Horste: Schr. Thlr. 1 6, I. Mllr hier: Schr. 5 Thlr., Dr. I. Speyer Schr. 4 Gr., Eckrt Mcerane: Schr. Thlr. 2 20, W. Fchnr Essen: Schr. Thlr. 3 3 5, Khl Ottweiler: Schr. mundtodt zu machen, erklärt die Volksversammlung, gegen jedwede Klassenwahl protestirend, sich der Abstimmung bei derselben zu enthalten, und ist der Gewählte nur als Vertreter der Bourgeoiste und deren Verbündeten der Reaktion zu betrachten. Die Volks- Versammlung verpflichtet sich aber, bei der nächsten Reichstagswahl mit aller Energie jedoch nur für einen Arbciter-Kandidaten einzu Thlr. 16 5, Prbst Buckau: Schr. Thlr. 3 10, Fndst Hannover: Ann. treten." Nachdem Sauren über den Kongreß berichtet, sprach noch ��ntsollbei N m�gssch � M 3 Gr., O. Wklr Oederan: Ann. 8 Gr., E. Bchm Stollberg: Schr. 8 Gr., Z. Prst Bachum: Schr. 2 Thlr., Schr Knittelfeld: Ab. 4. Qu. Thlr. 1 4, A. Kpll Berlin: Schr. Thlr. 1 3, Krm München-Gladbach: An». 10 Gr., Th. Klb Frankfurt a. M.: Schr. 5 Thlr., Orbig Gießen: die Ann. kostet 6 Gr., B. G Schy Knittelfeld: Sie schulden noch 14Gr., C. Pfndr Eßlingen: Die„Grundzüge der Gesellschaftswissenschaft- kosten 25 Gr. und kann durchaus bezogen werden. Simon Gießen: der betr. s4bj pr. Stück 2 Sgr.(7 Kr. südd.) Die Buchhandlung de« Die 10. Lieferung des N! K fr Leipziger Hochvetrathsprojses. Obermann über die ReichStagSwahlen. Hierauf nahm Alb. Eschen daS Wort, ermahnte die Anwesenden, sich zu organisiren und wies auf die Nothwendigkeit festen Zusammenhaltens bei den bevor- stehenden Reichstagswahlen hin. Redner betonte ganz besonders die Nothwendigkeit der Auftechterhaltung der Kandidatur SaurenS für den Kreis Kempen, weil bei Ablehnung derselben Zeisplitte rungen entstehen könnten. Zudem liege auch kein Grund vor, von der Kandidatur SaurenS abzustehen, und ganz besonders, weit derselbe vom Kongreß wäre offiziell ernannt worden. Bor allen Dingen sei cS aber Pflicht der Mitgliedschaften, sich den Kongreß- beschlüssen zu fügen und nur den Ausschuß der Partei als Exekutiv- Behörde anzuerkennen. Dem Redner wurde der ungetheckleste Beifall. Nachdem sämmtliche Redner zur Einzeichnung in die Parteilisten und zum Abonnement auf den„Volksstaat" die An- wesenden, und zwar nicht ohne Erfolg, aufgefordert hatten, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Mit demokratischem Gruß Joh. Johnen. bingen: Wir liefern alle von der Post reklamirten Expl. gratis nach; wir werden recherchiren._ Gcnosscnschaftsbuchdruckerci. Antbeilscheine bez. Antheilquittungen erhielten serner: In Reichenbach «. S. 1. R. M. 1, M. L. 1, E. N. l. S. W. 1, in Stuttgart: Th. Kr. 3, M. M. 1, in Leipzig: W. S. 1 Thlr. f' ll U fl Sozial.drmokratischer»rbeiterverei» Versammlung jeden Donnerstag Abend 9 Uhr. Donner«- tag, den 6. Novbr, fi»d sämmiluhe zur Biblwlh.k gehörigen Bücher mit- zubringen.____ Der Borstand. OlM-fii, Gewcrlschajt der Holzarde'ter. Sonnabend, den 1. Noobr., Adeod« 8 Upr: Versammlung Köpnikerstraße 145, dej Deooshe. Vorirag von Herrn Gifjey. Ausnahme neuer Mitglieder. Der Lev. Von wo au» kann man die BereinSgesetze beziehen? R. Gintzel. Preis per Exemplar 2 Sgr. 5 Pf._ Da von den früheren versandten Lieferungen mehrfache Retour � nirungen stattfanden, so machen wir hiermit bekannt, daß von Lief. nur an jene«esteller dersandi wird» die ihren Bedarf uns neuerdlvg bekannt geben, oder dies in den letzten 4 Wochen gethan haben. j (30) Die Buchhandlung des„BvlksstaaL�® Soeben erschien im Verlage der Genoffenschastsbuchdruckerei und>i. durch die Buchhandlung des„Bolksstaat" zu beziehen: L Protokoll des fünften Congreffes g. der sozial- demokraUCchen Arbeiterpartei E abgehalten zu Kisenach am 23., 24., 25., 26. u. 27. August 187�" dl Preis pro Expl. 3 Sgr.(10>/, Kr. südd., 15 Kr. österr. 38.) fg [4c]________ S Zur allgemeinen Kenntniß bringen wir, daß Inserat« für die nächste Nummer nur besti«� � Aufnahme finden, wenn daS betr. Manuscript einen Tag vorder' also Montag, Mittwoch oder Iireitag mit der letzten%ßt' mittagSpost(11 Uhr) in unseren Händen ist. Inserate bitten wir an unS zu adressiren. Die Expeditian des„Bolksstaat" ye ka Leipzig: Bnautw. Redakteinv fcaSper.(Redaktion und ExvediN� Zeitzerstr. 4L) Druck und Be Genoffenschastsbuchdruckerei«