I 3 Z a U > in in iien «hm«»«Ii nk»»ch kH 9n« mtk CaMnkH«b. -•iXklt«»»« ffc Mt •MtekK»«Hatti»: * f. C«» ,». an In H«b«k«a, R. J. ■■ G. U.(IibiA 11! W& Harhat atr. am. Bt SSmnwrtaytil»: Mr fm|i» w«l. «»«i»1G«».,stkki«tkrtg« HaatzHi»»««in, 1«»,«. PiO Quartal. Maaita AkaamemiAw bat al«»»«atsch« >«» aas k»». a. _____ tm. a»sk»<.MO- Mk kfaak««« a»|«»»in wta, I» tat. Gachs» m. Hizith. Gachs�Tl»»kA«, auch aas ka» 1. n««at k 6>/,««. OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternationalenGelverksgenossenschasten. Nr. 111. Areitag, 14. Movemöer. 1873. nett ei> etzt' Ä Zu den Reichstagswahlen. Die ReichStagswahlen stehen vor der Thür. Sämmt- liche Regierungen sind seitens des Reichskanzleramts aufgefordert worden, sofort die Aufstellung der Wahllisten zu veranlassen und das sächsische Ministerium des Innern hat verordnet, daß diese Listen in der Art fertig gestellt werden müssen, daß schon Ende diese» Monats die gesetzlich vorgeschriebene öffentliche Auslegung stattfinden kann. ' Gleichzeitig wird durch offiziöse Corrcspondenten die Nachricht verbreitet, daß schon in der Weihnachts- �voche die Wahlen stattfinden sollen. Demnach ist für die Agitation keine Minute Zeit mehr zu verlieren und wir erwarten, daß unsere Parteigenossen allerorts, wo es nicht schon geschehen ist, rasch vorgehen, die WahtkomilsS constituircn und die Agitation kräftig betreiben. Damit sie überall genau wissen wie sie sich bei Auslegung der Listen zu verhalten haben, lassen wir hier zunächst die einschlägigen Bestimmungen des Reichswahlgesctzes und deS WahlreglemeniS folgen. § 1 des Reichswahlgesetzes lautet: Wähler für den Reichstag des deutschen Reichs ist jeder Deutsche, welcher das 2S. Jahr zu- rückgelegt ht»t, in dem Bundesstaate, wo er seinen Wohnsitz hat. � Und ß 8: In jedem Bezirke sind zum Zwecke der Wahlen Listen anzulegen, in welche die zum Wählen Berechtigten nach Zu- und Bornamen, Alter, Gewerbe und Wohnort eingetragen sind. Diese Listen sind spätestens vier Wochen vor dem zur Wahl bestimmten Tage zu Jedermanns Einsicht auszulegen und ist dies juvor unter Hinweisung auf die Einsprachcfrist öffenilich bekannt Zu machen. Einsprachen gegen die Listen sind binnen acht Tagen nach Beginn der Auslegung bei der Behörde, welche die Bekannt- machung erlassen hat, anzubringen und innerhalb der nächsten Tage zu erledigen, worauf die Listen geschlossen werden. Nur diejenigen sind zur Theilnahmc an der Wahl berechtigt, welche in die Listen aufgenommen sind. Die auf Z 8 des Wahlgesetzes bezüglichen Paragraphen des Reglements lauten: § 2. Die Wählerliste ist zu Jedermanns Einsicht mindestens acht Tage lang auszulegen. Dar Tag, an welchem die Auslegung beginnt, ist nach Maß- gäbe des tz 3 deS Gesetzes von der zuständigen Behörve fcstzu- setzen und von dem Gemeindevorstand unter Hinweisung auf§ 3 des Reglements, scwic unter Angabe deS Lokals, in welchem die Auslegung stattfindet, noch vor dem Anfang der letzteren in orts- üblicher Weise bekannt zu machen. Es ist nothwendig, daß diese wie alle andern einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen den gesummten Wählern zugängig ge- wacht werben und dies kann nur geschehen durch strenge und ge> wissenhafte Befolgung folgender Ralhschtägc, welche wir der kürz- lich erschienenen Broschüre:„Die parlamentarische Thati. keit des deutschen Reichstags und der Landiagc und die Sozialdemokratie- tntnehmen. Dort heißt es Seite 70 u. s. f.: «1) Die Wähler sind am Schlüsse einer jeden Versammlung auf den Wahltag und die Art des Wählens— siehe die betreffenden Paragraphen des Wahlreglements— aufmerksam zu machen.'Namentlich ist ihnen einzuprägen, daß die Wahl eine geheime ist, daß Niemand(weder der Arbeitsgeber, der Gutsbesitzer, der Beamte, der Pfarrer, noch irgend wer) das Recht habe, ihn zu fragen, wen er wähle oder gewählt habe, nock ihn zu zwingen, irgend wem gegen feine Ueberzeugung seine Stimme zu geben. Bei der großen Abhängigkeit der arbeitenden Klassen und der Schüchiernheit, die namentlich auf dem Lande existirt, kann dieser Punkt nicht nachdrücklich genug betont werden. .2) Ist den versammelten Wählern klar zu machen, wie noth wendig cS ist, daß jeder Wahlfähige seine Stimme abgebe, daß er sich eines Vergehens gegen seine Klasse und seine Augehörigen schuldig mache, wenn er, sei es aus Furcht vor irgend Jemand oder auS Trägheit und Gleichgiltigkeit, oder weil er eine Stunde Arbeitszeitverlust fürchte, der Wahlurne fern bleibe. Namentlich ist darauf hinzuweisen, daß t.in Arbeitgeber da« Recht hat, ihm einen Gang von der Arbeit nach rer Wahlurne, um seine SiaatSbürgcrpflicht zu erfüllen, zu verbieten/ «3) Jedem Wähler ist anzuempfehlen, daß er sich eines der für den Candidaien auszugebenden gedruckten Wahlzettels bediene, und wenn er dies auS irgend einem Grunde nicht will, daß er dann den Vor- und Zunamen, Stakid und Wohnort des Eandidaien deutlich, ohne alle und jede Zu- »hat und irgend eine Bemerkung, auf ein Stück weiße« Papier schreibe und zusammengefaltet an der Wahlurne abgebe. Ein Stimmzeticl, der nicht in der vorgeschri denen Weis- ausgestattet ist, ist ungiltig. »4) Ist jeder'Wähler aufzufordern, daß, wenn er irgendwo und von irgend wem eine unge>etzliche Beeinflussung der Wahlen bcmeikl, er dies sofort einem Mitgliede de« Wahl- comll6S anzeige. Insbesondere ist darauf zu achten, ost Arbeitgeber ihre Arbecker durch Branntwein, Bier orer sonstige Genüsse sür Wahlen i» ihrem Sinne zu gewinnen suchen. Ferner, ob GenSd'armen, Polizei oder Gemeinde- beamte dazu benutzt werden,„egnerijche Stimmzettel, Flugblätter und dergleichen zu v.rtheilen, oder— wie e« auch fcho» vorgekommen ist— am Wahltag in die Häuser Derjenigen, auf welche man von Seilen der Bchoiden glaubt einen Einfluß ausüben zu können, geschickt weiden, um sie an die Wahlurne zu tieiben. Alle solche Vorlällc sind ungesäumt dem Wadlcomitö anzuzeigen, von diesem gewissenhaft zu notlren, und ent- weder sofort an die Oeffentlichkeit zu bringen oder, wenn sich ein nachtheiligcr Einfluß auf die Wahl herausgestellt hat, in Form eines Wahlprotestes zeitig dem neu zusammen- tretenden Reichstag zu übersenden. „5) Werden die Wahlversammlungen zu einem Zeitpunkt abze- halten, wo die öffentliche Auslegung der Wahllisten bevor- steht oder sie eben ausliegen, dann ist an alle Wähler die Aufforderung zu richten, die achttägige Frist zu benutzen, um sich zu überzeugen, ob ihr Name in der Wahlliste steht oder nicht, denn im letzterm Falle sind sie des Wahlrechtes verlustig. Um dieses möglichst zu verhüten und die Durch- ficht der Wahlliste zu erleichtern, ist eine Organisation zu treffen, wonach je Einer— der keineswegs Wähler zu sein braucht, denn die Einsicht in die Wahllisten steht auch dem noch nicht 25jährigen frei— beauftragt wird, eine Liste der Wähler— sei eS einer Werkstatt, einer Fabrik, eines Gutes, eines Hauses, mehrerer Häuser oder einer Straße — anzulegen und diese mit der amtlichen Liste zu ver- gleichen. Dadurch w'rd viel Zeit und Mühe erspart, und, richtig organistrt, werden Viele ihr Wahlrecht ausüben können, die es sonst verlören, denn die Wahllisten sind be- kanntlich häufig sehr lückenhaft. „Wir wiederholen: Die genaue und energische Handhabung der oben angegebenen Winke ist für die Wahlen von enormer Be- deutung und unter Umständen Ausschlag gebend. Die Arbeiter- Partei muß zeigen, daß sie durch Energie, Umsicht und Takt zum mindesten hinter keiner der gegnerischen Parteien zurücksteht, ja sie muß sie in diesen Eigenschaften Alle übertreffen. „Es versteht sich ferner von selbst, daß die oben gegebenen Winke nicht allein in den Wahlversammlungen gehandhabt werden müssen, sondern durch die WahlcomitöS überall da, wo sich die Gelegenheit bietet. Anweisungen und Aufforderungen, die Wahl- listen einzusehen müssen Seitens der Wahlcomüös rechtzeitig in der Lokalpresse vcS Bezirks, eventuell durch Plakate oder Flugblätter, erlassen werden. Die Organisation der Massendurchsicht der Wahl- listen ist ebenfalls durch die ComitöS, unterstützt bei allen diesen Schritten durch die Parteigenossen deS Bezirks, in die Hand zu nehmen. Oefscntliche Warnungen gegen Wahlbeeinflussungen, Auf- forderungen: jede ungesetzliche Wahlbeeinstussung, wie ungesetzliches Gebühren der Behörde» sofort zur Anzeige zu bringen, sind eben- falls wrederholt zu erlassen. Kurz. eS muß der arbeitenden Klasse Muth und Selbstvertrauen eingeflößt, die lächerliche Angst und Schüchternheit vor den Beamten und den sogenannten„Großen" des OrtS oder Bezirks ihr genommen werden. Das Wahlrecht ist eine Bürgerpflicht, die Jeder ohne Scheu und Menschenfurcht ausüben soll und gesetzlich auszuüben das Recht hat; kein Mensch darf ihn daran hindern." Wuteres ist noch in der Broschüre nachzulesen. Nun frisch ans Werk, Parteigenossen; die Zeit deS Besinnens ist vorüber, jetzt gilt es zu handeln! Der Stand der Englischen Reformfrage. in. Am 7. Mai dieses JahrcS stellte Sir Charles Dilke im Unter- Haus den Antrag,„daß es wünschenSwerth sei, die Ungleichheiten in der Bertheilung der Wahltraft in England, Schottland und Jc- land auszuheben." Unter„Wahlkraft"— voting power ist das Gewicht, die Bedeutung der einzelnen Wahtstüumen zu ver- stehen. Wenn z. B. 100 Mann in irgend einem Wahlkörper einen Vertreter zu wählen haben, in einem andern Wahlkörper aber 1000 Mann, so hat die Stimme eines der 100 zehnmal soviel Wähl- kraft voting power— als die eines der 1000. Sir Cbarles Dilke fühi te damals u. a. folgende Z siern an, welche die Ungc- heuerlichkert der herrschenden Einrichtungen hervortreten lassen— Ziffern, die er beiläufig den 14 Jahre früher von dem damaligen Refvrmlöwen und jetzigen RegierungSpudel Jodn Bright ge- haliencn R-formreden entnommen hat, und die natürlich nicht hin- dein werden, daß er in eimgen Jahren ein ebenso zahmer, geleh- riger RegierungSpudel sein wird, wie sein Vorgänger John Bnght. Die Zahl der Wähler, bemerkt Sir Charles Dilke, beläuft sicb im Ganze» aus ungefähr 2'/- Million(genau 2,644,564). Der Ge- sammtwahlkörper ist aber so ungleich vertheilt,>o daß die Stim men der Wähler in den verschiedenen Grasschaftcn und BoroughS ein sehr veilchiedeneS Gewicht haben. Eine Anzahl kleiner Bo roughs mit zusammen 80,000 Wähiern schicken>00 Vertreter inS Ui terhaus. Neben diesen ktemen BoroughS haben wir eine An- zahl von großen volkreichen BoroughS mit zusammen 1,080,000 Wählern, die ebenfalls 100 Vertreter inS Unterhaus schicken. Em Wähler jener kleinen BoroughS verfügt demnach über zwölfmal so viel voting power als ein Wähler dieser großen BoroughS; mit andern Worten, seine Stimme hat zwölfmal so viel Gewicht. Im Unterhaus sind 80 Mitglieder, die zusammen 140,000 Wähler, und 4�4. die zusammen bloß 104 000 Wähler vertreten. Zwölf Mit- glieder sitzen sür zusammen 20,000 Wähler, während Lambeth und Ma-ylebone, zwei Stadttbeile Londons, jenes mit 40.000 und diese« gar unt 50,000 Wählern bloß je zwei V-rtieter haben. Die 90,000 Wähle- dieser zwei hauptstädtischen BoroughS haben also zusammen bloß ein Drittel soviel B. Nieter al« je, c W,000 kleinstädtische» Wähler. ES sind 12 Mitglieder im Unterhaus, die zusammen 6 5,000 Wähler vertreten, und 12 andere, die zusam- men bloß 3000 vertreten. Die Stimme der letzteren Wähler ist demnach, wie ein einfache« Rechenexempel ergibt, 208 mal, geschrie- den: zweihundert und achtmal mehr werth als die der eiste- ren! Ein Mitglied ist von 64, wir schreiben vier und sechzig Wählern, ein anderes von 13,720 Wählern in« Unterhaus geschickt worden; jene 64 Wähler haben also je 292mal— zweihundert und zweiundneunzig mal mehr voting power, als diese 18,720! Von der Gesammtwählerschaft wählt eine halbe Million die Hälfte der Unterhausmitglieder; die andere Hälfte wird von den übrigen 2 Millionen gewählt.„So ist es denn nicht zu verwundern, meint Sir Charles Dilke, daß bei Abstim- münzen sehr häufig die UnterhauSmajorität eine Minorität von Wählern, die Unterhausminorität eine Majorität von Wählern vertritt. Bei der Abstimmung über die Binningham Sewage biü (Bill zur Canalisation von Birmingham) stimmten 150 Mitglie- der gegen, 147 Mitglieder für die Bill, welche somit durchfiel. Jene 150 Mitglieder repräsentirten 1,455,000 Wähler, die sieg- reiche Majorität aber blos 1,063,000." Soweit Sir Charles Dilke. Hinsichtlich der Abstimmung über die Birmingham Sewage Bill sei bemerkt, daß die Canalisation von Birmingham zwar im Interesse der öffentlichen Gesundheit dieser volkreichen Industrie- stadt ein dringendes Bedürfniß ist, daß sie aber von einem der herrschenden LandlordS, Sir Robert Peel— dem mit Recht berüchtigten Sohn des mit Unrecht berühmten„Staatsmanns" Sir Robert Peel— bekämpft wird, weil er davon eine Entwerthung seiner in der Nähe von Birmingham gelegenen Güter befürchtet. Das Interesse von anderthalbhundertausend Menschen wurde also in diesem Fall dem Sonderinteresse eines aristokratischen Laffen geopfert, der, obgleich weit über das Schwabenalter hinaus, doch in seinem Leben blos dumme Jungenstreiche, ja Bubenstreiche ge- macht hat! Der Antrag Sir Charles Dilke'S hatte das Schicksal, welches er in diesem Unterhaus haben mußte. Hr. Gladstone gestand die „Anomalien" zu, aber es sei schon zu spät in der Session; ein so großer Mißstand sei nur durch eine große Maßregel zu besei- tigen, die im Anfang der Session eingebracht werden müsse, damit beide Häuser Zeit zu reiflichster Ueberlegung hätten. Natürlich wurde der Dilke'sche Antrag verworfen, und zwar mit 268 gegen 77 Stimmen; hä ten die 77 Jasagenden Grund gehabt, zu glau- ben, daß von ihrem Votum das Schicksal der Motion abhänge, sie hätten wie ein Mann dagegen gestimmt, Sir Charles Dilke selber nicht ausgenommen. Natürlich fällt es auch Hrn. Gladstone nicht ein, zu Anfang der nächsten Session eine„große Maßregel" einzubringen. Die„große Maßregel" de« Hrn. Glad- stone erinnert uns an einen bekannten Jemand, der wegen seiner Hasselmännischen Wasserscheu vielfach interpellirt werden mußte, und dann immer die Autwort hatte:„Es widerstrebt mir, mich aus so einer winzigen Waschschüssel zu waschen; ich brauche das große, unendliche Meer, an dem ich geboren bin." Er brauchte eS allerdings; aber das Meer kam so wenig zu diesem Jemand, wie einst der Berg zu Muhamed, und sintemalen der Jemand sich nie dazu entschließen konnte, zum Meer zu gehen, wie Muhamed zum Berg, so blieb erssein ganzes Leben lang ungewaschen wie Hassel- mann. Das„große unendliche Meer" dieses Wasserscheuen ist „die große Maßregel" Gladstone'S. Doch nun noch einige Zahlen und FactS(Thatsachen), um den „großen Mißstand" zu beleuchten. Abgesehen von der Verschieden- heit des Census in den Grafschaften und BoroughS ist auch die voting power der Grafschafts- und Boroughwähler eine verschie- dene. Während in den Grafschaften 1 Wähler auf 18 und in den BoroughS 1 auf 8 Einwohner kommt, kommt dort ein Ber- treter auf 4143, hier 1 auf 3910 Wähler. Doch daS ist eine kleine„Anomalie", die in diesem Ocean von Anomalien verschwin- det. Unter den Wählerschaften ist kaum Eine der andern annähernd gleich. Diese hat 1, fene 2, eine drrte 3 Vertreter ganz ohne Rücksicht auf die BevöikerungSzahl, in tollster Willkuh lichkeit— Verzeihung, wir wollten sagen nach den heiligen Gevoten der„histo- tischen Entwicklung". Kleine Nester, die auf 5 Meilen Entfernung kein Mensch kennt— außer wer durch die Akten der Wrhlbestechungs- Prozesse durchzuwaten hat— haben 1, ja 2 Vertreitr; wichtige Industriestädte, wie jj. B. Croydon mit 71,315 E. nach dem letzten Census, hat keine Vertretung, sondern ist der Grafickaft, in welcher eS liegt, einverleibt, und die Wähler(nach dem County- CensuS) sind Stimmvieh für die Gruavherren. Nach dem letzten CciisuS sind in den Counties 316 Ortschaften mit je über 10,000 Einipohnern einbegriffen, die kein stävtisches Wahlrecht haben; da- gegen giebt eS 56 BoroughS mit jc weniger alS 10,000 EiNwoh- nern» die daS Recht haben» besondere Unterhausmitgliever zu wäylen. Durch die letzte(18(p7er) Reformbill erhielten Birmingham, GlaSgow, Mauchester, LeebS und Liverpool je 1 UnterhauSmit- glied mehr(3 statt 2), und der Städtekomplex London(die„Me- t cPoliS", bestehend aus der Cily von London— der„Sich" par excellence— der Cily von Westmlkkster und den Beistädten— denn Bo- städte kann man sie nicht nennen— Tower Hamlet», Marylebone. Lambeth, Finsbury, Hackn y u. s. w) 4 Mitglieder mehr, 22 anstatt 18. Dies war ein elendes Flickwerk. London m-t über 3'/- Millonen Einwohner», das he-ßi mit einem Achtel der Gesammtbevölkerung, hat nur ein Dreißigstel der Ge- sammtvertreiung. Und die oben genannten 5 Städte mit ZvsaM- men über 2 Mill. Einw-chnern, v. h. einem Fünfzehntel der Gesammtbevölkerung, haben ur ein Bierundvierzigstel der Gesammtvertretuna. Wä e die Vertretung der K»pfzahl ver Wähler- schaslen entsprechend, so müßte L nvon 82 u, v gen. 5 Städte 44 Mitglieder inS Unterhaus schicke», d. h. vier-, refp. dreimal so viel alS jeyt. Nach einer Denkschrift, welche Mr. BriggS auf der Reform- konferenz vom 12. November des vorigen JayreS verlas, käme bei gleichmäßiger Vatrctung und bei einer Zahl von 658 Unterhau«- Mitgliedern je 1 Mitglied aus 50,000 E-nwohner.„Nach diesem Maßstab gemessen, sagt Hr. Briggs,>st London, die größte Stadt be« Landes, am schlechtesten vertreten. Maryleb one mit 477,000 Ein», hat 2 Vertreter und sollte 9 haben; FinSbury mit 443,000 bat 2 statt 8; Hackney mit 362,000 hat 2 statt 7; bloß die City ist unverhältnißmäßig gut vertreten; bei 72,000 E. hat sie 4 Per- treter, während sie bloß 1 haben sollte. 17 große Provinzialstädte mit zusammen 3,269,000 E. haben 87 Vertreter statt 63, wohin- gegen 60 kleine Boroughs mit zusammen 417,000 E. 60 Vertreter haben, anstatt 8, die ihnen der Kopfzahl nach gebührten.« Soweit Hr. Briggs. Aus diesen Ziffern erhellt die„Methode" der „historischen Entwicklung": Parlamentarische Mundtodt- machung der die moderne revolutionäre Bewegung re- präsentirenden großen Städte. Daß zu Gunsten der„City" eine Ausnahme stattfindet-, kann Niemand wunder nehmen, der den reaktionären Charakter der Geld- und Handelsaristokratie kmnt.—...._ Erläutern wir dies durch einige weitere Zahlen. Die winzigen Boroughs von Lichfield und Stamford mit zu- sawmen 15,000 E. haben 4, Westminster, die Schwester-City von London mit 250,000 E. hat nur 2 Vertreter. Dort kommt so- nach 1 Mitglied auf 3750, hier auf 125,000 E. Mit anderen Worten, die Stimme eines Wählers jener zwei Nester hat über dreißigmal so viel Gewicht als die eines Wählers von West- minstcr, der eigentlichen politischen Hauptstadt von Großbritannien. Wie schon erwähnt, sitzen im Unterhaus 100 Mitglieder, die in Wem 80,000, und andere 100, die in Allem 1,080,000 Wähler vertreten. Während Einer der Ersteren je 800, vertritt Einer der Letzteren je 10.800, d. i. 13'/, mal so viel Wähler. Anders ausgedrückt: das Votum eines Wählers der Ersteren hat dreizehn und ein halb mal so viel votinA power, als das eines Wählers der Letzteren. Zum Schluß lassen wir aus dem auf Antrag Dilke's veröffent- lichten amtlichen Bericht noch nachstehende Tabellen folgen: I. London mit 3,600,000 Einwohnern 22 Unterhausmit- glieder. n. Die 10 größten englischen Provinzialstädte: Stadt Manchester Liverpool Birmingham Leeds Wolverhampton Sheffield Wednesbury Stoke on Trent Newcastle Oldham Summa HI. Die dreißig kleinsten englischeu Boroughs, die je durch 1 Mitglied vertreten sind: Stadt Einwohner Wähler Mitgl. Abingdon 6,571 841 1 Andover 5,744 753 1 Bodmin 6,758 922 1 Brecon 6,308 922 1 Calne 5.315 640 1 Chippenham 6,875 970 1 DevizeS 6,839 900 1 Dorchester 9,915 677 1 Evesham 4,883 721 1 �arwich 6,079 665 1 >ertford 7,894 974 1 )orsham 7,831 970 1 knaresborough 5,205 769 1 Launceston 5,468> 795 1 Lerminster 5,863 927 1 LiScard 6.576 868 1 Ludlow 6,203 842 1 Lymington 5,356 705 1 Marlborough 5,034 598 1 Marlow 8,627 871 1 Midhurst 6,753 979 1 Northallerton 4,961 804 1 PeterSfield 6,104 880 1 Radnor 7,0 6 959 1 Richmond 5,358 631 1 Ripon 6,806 991 1 Tavistock 7,725 810 1 TewkeSbury 5,409 676 1 ThirSk 5,734 934 1 Warcham 6.532 904 1 Summa 186,667 24,954 80 Diese Ziffern werden genügen. Für London, die größte Stadt und in jeder Beziehung die Hauptstadt Großbritanniens 1 Mitglied auf je 163,636 Köpfe; für die 10 größten englischen Provinzialstädte 1 Mitglied auf 102,700; und für die 30 kleinsten englischen Boroughs je 1 Mitglied auf 6222 Köpfe! Das sind Zahlen, die für sich selbst sprechen! Politische Uebersicht. —„Die ich rief, die Geister, werd' ich nicht mehr loS." So mag der große„Kulturkämpfer" und Junker manch mal denken, wenn er zu Varzin am„Hüftweh" leidet und heraus rechnet, daß die Fabrikation von Papier und Schnaps viel reu- tabler ist, als Halali! gegen die Pfaffe« zu blasen. Hat doch der „Kulturkampf" seine positiven und seine negativen Resultate. Dies fwiitische Spcktakelstück, da» mit so großem Lärm in Scene ging, ist bereit» zur Farce zusammengeschrumpft. Der Held des„Cul- turkampfS", der„geniale Staatsmann" steht ja bekanntlich„aus der Höhe der Zeit und der Geschichte", wie seine historischen „Sauhirten" behaupten. Und von dieser„Höhe der Geschichte" herab hat der„Geniale" den Anstoß gegeben zu jener ungeheuren Leistung, die einzig in der Welt dasteht, er hat den„Kulturkampf" so weit getrieben, daß dem widerspenstigen Erzbischof Ledochowski seine StaatSdroschke und ein Paar Droschkengäule durch den Exekutor gepfändet und öffentlich versteigert worden sind. Ein SrtiudeS Stauneu geht zurück durch alle Jahrhunderte. Hannibal, iato, Cäsar, ColumbuS, Friedrich II. und wie die sonstigen „Genialen" noch heißen mögen, sie drehen sich im Grabe herum und bitten die Weltgeschichte, stille zustehen; die„Genialen" aller Zeiten fürchten als Stümper zu erscheinen vor„Ihm", der die Stufenleiter staatsmännischer Vollendung bi» zu der schwindelnden Höhe erklommen hat, wo man mit den Erzengeln— nein den Droschkcngäulen eines widerspenstigen Bischofs zusammentrifft. Aber Bismarcks„geniale" Borgänger mögen sich im Grabe be- ' ruhigen; dies Refüuat des„Kulturkampfes ist allzu„positiv", um Todte zu erwecken. Daß man„auf der Höhe der Zeit und der Geschichte" auch sehr„negative" Resultate erzielen kann, ist zwar für un» nicht neu, aber doch für Andere und es kommt vor, daß eS„genialen" Staatsmännern geht, wie Göthe's Zauberlehrling, der die Geister nicht mehr zu bannen vermochte, die er heraufbeschworen. Solche Zauberlehrlinge sind nämlich alle„Genialen", welche Ge- schichte„machen" wollen und eS kommt bei dieser„Macherei" ein- fach nur darauf an, ob sie ihren Meistern etwa» abgelernt haben oder nicht. Solch einem„genialen" Zauberlehrling kann eS z. B. einfallen, durch das Getöse und Schauspiel eines„Kulturkampfes" das gute leichtgläubige Volk dahin zu bringen, daß eS in heiligen „liberalen" Eifer gcräth, sobald eS eine Kutte oder eine Tonsur erblickt und dabei nicht merkt, wie ihm von hinten die Pickelhaube als PandyrabÜchsc*) über Augen und Ohren gestülpt wird. DaS gute Volk glaubt, die„Schwarzen" seien von dcr Eidc verschwunden, da es keine solchen mehr sehen kann— wie muß es aber erstaunen, wenn es einmal die verfinsternde Pickelhaube einen Augenblick lüftet! Oder was mag so ein Patriot denken, der Jahr und Tag den„Culturkampf" mitgekämpft hat und nun plötzlich 89 Vertreter RomS im preußischen Landtage sitzen sieht? DaS sind die„nega- tiven" Resultate eines„CulturkampfeS" und unser Zauberlehrling beweist damit, daß er von der„Macherei" nicht viel versteht. Ja, diese„negativen" Resultate! Erzielt auf Grund des urreaktionären DreiklassenwahlgesetzeS, auf dessen Gebiet die Ultramontanen nicht einmal ihre volle Macht entfalten konnten! Aber Geduld, die Geister, die der„geniale" Zauberlehrling unvorsichtig heranfbe- schworen, sie lassen sich nicht wieder bannen, aber sie werden wohl selber wieder gehen. Da wird so ein vorwitziger, unbeson- neuer„ReichSfrcund" sich von seinem bösen Gewissen übertölpeln lassen, wird auf die 89 ultramontanen Abgeordneten hinweisen und rufen:„Hier sind die negativen Errungenschaften des„Cultur- kampfs", aber wir wollen positive sehen!" Und der„Geniale", nicht verlegen, holt die Droschkengäule des Erzbischofs Ledochowski hervor— die ein„polnischer Kellner" gesteigert haben soll— stellt sie auf die„Tribüne der Geschichte" und ruft:„Hier sind die positiven Resultate deS„CulturkampfS"! Das„Denkervolk fällt mit rauschendem Beifall ein, der unberufene Frager schweigt und„ein Stück Geschichte ist wieder gemacht!" — Unsere Bourgeoisie ist im Erfinden von Unternehmungen für die Geldmacherei unerschöpflich; das Edelste und Höchste wie das Profanste muß zu diesem Zwecke herhalten. Aber unzweifel- hast originell und eigenthümlich ist ein Unternehmen, das jetzt in Bochum in der Rheinprovinz unter der Firma„Aktiengesellschaft Stahlhausen" gegründet worden ist. Die„Gründer" scheinen eS auf nichts Geringeres als eine Lösung der sozialen Frage auf Aktien abgesehen zu haben, denn sie bezwecken mit ihrem Unternehmen die„Wohlfahrt" der Arbeiter und sonstigen Bedien- steten des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlsabrikation in jeder Hinsicht zu fördern, und soll dies erreicht werden inSbe sondere 1) durch Erwerbung von Grundstücken und Gebäuden, beziehentlich Neubau von Wohnungen für verheirathete und un- vcrheirathete, im Dienste des Bochumer Vereins stehende Personen, sowie durch Errichtung gemeinnütziger, auf die Förderung mate- rieller wie sittlicher Zwecke gerichteter Anstalten; 2) durch Berkauf von Bauplätzen und fertigen Wohnhäusern sowohl an Arbeiter und sonstige Bedienstete deS Bochumer Vereins, als auch an andere, nicht beim Bochumer Verein beschäftigte Personen; 3) durch Ge- winnung, Selbstfabrikation, An- und Verkauf von Baumaterialien aller Art; 4) durch An- und Verkauf, beziehentlich Sclbsterzeugung von Lebensmitteln und Bckleidungsgegenständen, sowie. durch Bc schaffung aller sonstigen Lebensbedürfnisse; 5) durch AtterSverfor gungen, Wittwen- und Waisenunterstützungen; 6) endlich durch alle auf die vorgedachten Zwecke bezüglichen Geschäfte. Die Mittel für dieses so„humane und arbeiterfreundliche" Unternehmen, das hoffentlich recht bald im„Gewerkverein" des Hrn. Max Hirsch seinen Panegyriker**) finden wird, sollen 2000 Aktien ü 100 Thlr. und 1500 Aktien n 200 Thlr. beschaffen, so daß das gesammte Kapital 500,000 Thlr. beträgt. Es bedarf wohl keiner Auseinandersetzung, daß dieses neue Unternehmen nur den alten Schwindel bezweckt, die Arbeiter an die Scholle zu fesseln, sie sich leibeigen zu machen und durch die beabsichtigten Einrichtungen einen Theil heS Lohns, den man ihnen ausgezahlt, unter anderer Firma wieder in die Taschen der Aktiv- näre deS Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation zu leiten. Diese Vereinigung plündernder Aktionäre rechnet ein fach, daß der Profit, den bisher so viele Grund- und Hausbesitzer, Krämer, Wirthe, Groß- und Kleingewerbetreibende von ihren Ar- beitern gezogen haben, von Rechtswegen ihnen gehöre und solange die Arbeiter noch ihre Haut zum Gerben hergeben, kann es ihnen im Grunde genommen auch ziemlich gleichgültig sein, wer der Gerber ist. Schade, daß das Projekt für diese famose Gesellschaft nicht einige Monate früher aufgetaucht ist; die kürzlich in Eisenach tagen- den Kathedersozialifien hatten dann einen neue» Knochen, an dem sie nagen und der Welt die Unumstößlichkeit ihrer Harmonielehre beweisen konnten. —„Nicht der König von Preußen, sondern ich selbst bezahle meine Beamten", soll sich König Ludwig von Bayerland nach einem ultramontanen Blatt dieser Tage zu einem seiner getreuen „Unterthanen" geäußert haben. Großer Jammer ob dieses„Königs- worteS" in der nationalmiserablen Presse und einmüthigeS Ver- langen nach einem Dementi, welches aber nicht erfolgt ist. So wird es also bleiben wie bisher und mancher gute„Reichsfreund" wird nicht ruhig schlafen können, wenn er daran denken muß, daß die berühmte„deutsche Einheit" eigentlich ein sonderlich Ding ist, da sie durch zwei Worte eines Monarchen in Frage gestellt werden kann. Wir fttr unser Theil haben kein Interesse weder an dem Bestände des„Deutschen Reiches" noch de»„Königreich«" Bayern und wir würden uns, falls daS eine oder das andere oder auch alle beide„krachen" gingen, dadurch so wenig in unserer GemüthS- ruhe stören lassen, wie der heilige Antonius von Padua durch die Versuchungen deS Satans. Wenn ein Fürst von Gottes Gnaden denkt, seine„angestammten Rechte" seien ebenso„heilig" wie die angestammten Rechte" eines andern Fürsten von GotteS Gnaden, so finden�wir daS, von fürstlichem Standpunkte aus angesehen, ganz begreiflich und schließlich kann ja unS ganz gleichgültig fein, welche Persönlichkeit eS ist, die das heutige Heft in der Hand hat. Wir werden uns indessen mit Niemanden darüber streiten, ob daS GotteSgnadenthum des König» von Bayern dieselbe Berechtigung habe, wie daS GotteSgnadenthum des Königs von Preußen. Wir werden unter den heutigen Verhältnissen stets dieselben Forderungen an Staat und Gesellschaft zu stellen haben uny der König von Bayern hat mit denselben eben so wenig zu thun, wie der König *) Die Büchse, welche die Götter einst dem ersten Weibe, Pandora, mitgaben und in welcher alle Uebel eingeschlossen waren.Z **■) Verfasser von Lob- und Schmeichelreden. von Preußen und der König von Sachsen. Unsere„Liberalen" werden aber niemal« au« der Zwickmühle herauskommen, welche für die- selben dadurch geschaffen worden, daß was dem Einen recht, auch dem Andern billig ist. Wer die» nicht einsieht, kann von„Recht" überhaupt nicht reden, und wenn die„Liberalen" glauben, der König von Bayern habe die Pflicht, auS purer„Reichsfreundlich- keit" fein Königreich auf dem Präfentirteller nach Charlottenburg zu tragen, so haben sie sich einmal grausam getäuscht. — AuS dem Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte. Der„Oeffentliche Anzeiger" de» Regierungsbezirks König»- berg führt an, daß 83 Ausländer auS dem Reiche ausgewiesen sind; 385 Inländer werden wegen unerlaubter Auswanderung verfolgt. AuS Mecklenburg. Schwerin, wo der bekannte Groß- Herzog Friedrich Franz reziert, sind in den letzten Jahren 15,125 Einwohner über da» Meer ausgewandert. Von„Wohl- stand" und„Bürgerglück", die bei luns im„Reich" im höchsten Grade vorherrschend sein sollen, scheinen diese Leute gar nicht» verspürt zu haben. — Daß die„Ultramontanen" sich über ihre Wahlsiege amü- siren, kann man ihnen wohl kaum verargen. Ein jedes Thierchen hat fein Plaisirchen, sagt das bekannte Verschen, und wenn Mallinckrodt den Falck klopft, so ist das für ein demokratisches, und gar ein sozialdemokratisches G-müth zum Mindesten ebenso erheiternd, als wenn Falck den Mallinckrodt klopft.(Schade nur, daß sie einander nicht härter klopfen!) Die sich„demokratisch" nennende„Rheinische Zeitung" des Excommunisten Bürgers ist aber anderer Ansicht. Sie schreibt ingrimmig: „Bonn. Geistliche Poesie. Bei einem von mindestens 150 Wahl- männern der Centrumspartei besuchten Jubeldiner, welches zur Siegesfeier sich an die Wahl am 4. November anschloß— mau I hatte sogar polizeiliche Erlaubniß zu einem öffentlichen Aufzuge mit � Musik nachgesucht—, wurde unter anderen ein in der Haupt-! mann'schen Druckerei gedrucktes Lied ausgetheilt, wovon einige Exeu»« plare in unrechte Hände gekommen sind. Es beginnt: Liberale Zeitungsschreiber. Fünfmalhunderttausend Lumpen Wohnten in dem großen Reich, Aber ach die armen Lumpen Hatten keinen Nahrungszweig. Sprach ein Staatsmann zu den Lumpen: „Euer Schicksal thut mir leid, „Meinen Beistand sollt Ihr haben, „Seid J3hr nur zum Dienst bereit. Die Folge ist, daß„man bald nur Blut und Eisen in der ganzen Literatur fand" und schließlich bei Austern und Champagner die so wohl Versorgten den Toast bringen: Wir sind Alle echte Lumpen, Doch ein Köh'rer waltet noch: Der uns hat so gut placiret, Dieser Hohe lebe hoch! Man beachte die Finesse, welche, um vor einer Beleidigungsllage sich zu sichern, das Wort Höh'rer mit einem großen H druckt; ohne Zweifel sollte eS aber mit einem kleinen h gesungen werden." Gut denunzirt für ein„demokratisches" Blatt! Die„Rhei" nische" kann eS, bei einigem Fleiß, noch weit bringen in dem edel« DenunziationSgeschäft. Apropos, die„Rheinische Zeitung" hat Z« verschiedentlichen Malen über den„Reptilienfonds" und dessc« Stipendiaten raisonnirt. Sind die Stipendiaten de»„Reptilien- fondS" etwa nicht„Lumpen"? Zählt das Geschlecht dieser „Lumpen" nicht nach Tausenden? Ist es nicht eine erlaubt� „poetische Freiheit", die Tausende von Lumpen deS Reptilienfonds, in Anknüpfung an ein bekanntes Lied, als„fünfmalhunderttausend Lumpen" aufmarschiren zu lassen? Und ist Derjenige, welcher „Lumpen" besoldet, wissend daß es„Lumpen" sind, ein Ehren- mann oder ein Lump? Und wenn ein„Lump", ist er ein größerer oder geringerer oder gleickigiojzer„Lump", als die von ihm besol- deten„Lumpen"? Wir bitte» die„Rheinische Zeitung" um Be- antwortung dieser GewissenSftagen. Daß die Berliner„auch"- demokratische„Bolkszeitung" das patriotische, kulturkampferischr Denunziatiönchen der Rheinischen Schwester frisch- fromm- fröhlich- frei abgedruckt und damit direkt vor die richtige staatSanwaltlichr Schmiede gebracht hat, versteht sich von selbst. — Die New-Vorker„Arbeiterzeitung" empfiehlt eS, die nach den vereinigten Staaten Auswandernden vor einem großen Schwindel zu warnen, der drüben von gewissenlosen Pfaffen getrieben wird- DaS Blatt schreibt: „Zur Auswanderung. Herr Governor Dix hat die verschiedene« Anstalten des Staate» New'gork zu Empfang, Schutz und Be- fördcrung der Einwanderer, wofür dieselben ein Kopfgeld vo« 2'/- Dollars(3 Thlr. 10 Gr.), welches gewöhnlich im Reisegeld inbegriffen ist, bezahlen müssen, inspizirt!— DaS Resultat dieses Besuches war das aller hochobrigkeitliche« Inspektionen seit AdamS Zeiten her.. Der„Herr" besah sein Werk und siehe da, alles war gut! Trotz alledem werden die Eni- hüllungen der„A.-Z." über die zweideutigen Umtriebe eines beute- gierigen Pfaffen in demselben inspizirten Castle Garten, Landung»- platz der Emigranten in New-Jork, durch ein westliches Blatt, dei« „Davenport Demokrat", bestätigt: „ES ist bekannt," schreibt das genannte Blatt,„daß die Em>- granten am Pult deS LandungS-Beamten darüber beftagt werde«, wie viel Geld sie mitbringen und oh sie Wechsel oder Geldordrt haben. Daneben steht der Missionär und horcht genau der Ans- wort. Ist nun der Einwanderer arm, so reicht er ihm bloS ei« Traktätlein von Anno Tobak oder irgend ein religiöses Blatt, ist derselbe aber mit einigen Hunderten Dollars versehen, oder mö Wechseln zu solchem Betrage, so reicht ihm der eiftige Seelsorger freundlich die Hände und giebt ihm eine Vermahnung wie folgt- „Lieber Freund, ich freue mich, Dich zu sehen. Du solltest a«! Deinen Knien Deinem Schöpser danken, daß er dich die Gefahre« der See hat überleben lassen. Aber andere Gefahren und Ver- suchungen warten Deiner. Die Sünde wird Deinem Seelenheil und Deinen irdischen Gütern ihre Schlingen legen. Ich, als Diener der Kirche, warne Dich, scharf ans Dein Geld Acht zu habe«- damit man es Dir nicht raube oder Dich bei Umwechselu«i desselben nicht betrüge. Ich habe Viele vor Verlusten bewahrt unt würde auch Dir gerne helfen, wenn meine geistlichen Pflichten d Nur erlaubten."— Solche einschmeichelnde Rede fängt sofort de« Einwanderer und er bittet den frommen Mann, daß er ihn oder sein Geld vor Schwindel retten möge. Mit scheinbarem Wider-" streben fügt sich endlich der Missionär dem Verlangen und der Gimpel ist gefangen. Der Psaff führt ihn au» Castle Garde« weg nach der eigenen Bank, und da» Geld wird umgesetzt. Aber weiter! Der Verkauf von Eisenbahnbilletten bnngt de«> frommen Mann noch mehr ein, nämlich reine 10 Prozent, un« diese« Geschäft wird offen betrieben. Der Missionär Neuman«, ein deutscher Pfaff, mußte dem Herrn Webster selbst eingestehe«' daß er durch diesen Handel im letzten Jahr: 1300 Dollars gewönne« habe. Er versicherte aber dabei mit ftommer Miene, daß er d«'. Geld verwandt habe, um arm« Emigranten" mit Lebensmitteln zu versehen. Da» hat sich aber al» unwahr herausgestellt, indem Col. Coonan, der Chef des Landungsbureaus, für die Lebensmittel bezahlt hat, welche der fromme Reverend auf Kosten seiner Profite beim Tickethandel vertheilt haben will.— Aus anderen Mitthei- lungen auS New-Vork erfahren wir, daß Reverend Neumann neulich ehten tüchtigen Grabb» gemacht, indem er die 150,000 Dollar in Gold, welche die Mennoniten mitbrachten, umgesetzt hat, und ferner, was da» Jnteresianteste ist, daß er auf Pfänder Geld aaSUtHt. Er unterhält zu dem Berufe eine Office in Nr. 78 Brodway, wo er armen Einwanderern gegen Versetzung ihres Gepäcks und gute Zinsen Kleinigkeiten vorstreckt oder vorstrecken läßt.«— Wir wollen hoffen, daß der Auswanderer, dem Vorstehendes zu Gesicht gekommen, den frommen Bauernfängern und Strauch- dieben vor dem Herrn, welche drüben al»„Stellvertreter Gottes auf Erden« ihr Unwesen treiben, nicht in die Hände fällt! vom — Die schönen Seelen finden sich. Der„Neue vorigen Sonntag enthält auf der ersten Seite einen Aufruf(der beiläufig als Stilprobe ein wahres unioum ist) zu Gunsten einer Feier Robert Blums, und auf der letzten Seite die Ankün- digung eineS SchillerftsteS. Aus der„Volkszeitung" vom gleichen Datum ersehen wir, daß auch der(Hirsch-Duncker'sche) Berliner Arbeiterverein ein Schiller- und Blum fest zelebrirt. Die preußische Polizei macht sicherlich keine Schwierigkeiten. Wir werden nun nächstens auch ein Luther- und Heckerfest zu er- warten haben. Doch nein— kein Heckerfest.. Seit seinen letzten Reden und Polizeiabenteuern ist Held Hccker in Berlin miß lieb ig geworden. Die nämliche Nummer des„Neuen« belehrt uns daß man einen„'letzten Todesstoß« erhalten, folglich mehrmals getödtet werden kann, was bisher nur, und zwar auch blos fprüch- wörtlich von den Katzen angenommen wird; und ferner, daß der Allgemeine deutsche Arbeiterverein„stets auf seinem Wachtposten bleiben wird,« was sehr beruhigend ist für die preußische Regierung, den Mitgliedern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins aber im Fall einer allgemeinen Ueberfchwemmung das traurige Schicksal jene» ruffischen Soldaten zuziehen könnte, der, als die Newa einst Übertrat, die Weisung„stets auf feinem Wachtposten zu bleiben" trotz der heranströmenden Fluthen so gckreulich befolgte, daß er in seinem Schilderhause elendiglich ertrank— ein Märtyrer der„Or ganisation« und„Disziplin«. — Das Leipziger Bezirksgericht hat Hepner wegen angeblicher Beleidigung des Herrn von Mücke, weiland Schwurgerichts- Präsidenten, in Nr. 29 des„Voltsstaat«, in zweiter Instanz zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt. Das erstinstanzliche Urtheil lau- tete nur auf 20 Thlr. Geldstrafe. — Parteigenosie Wörlein in Nürnberg, der wegen des AuS druckS„Wilhelm Zollern« zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt »st, war auch angeklagt wegen der Aeußerung, daß, wer beten wolle, dieS nicht in einem großen Haufe zu thun brauche, sondern auch seinen Herrgott in einen Vogelkäfig setzen und da anbeten könne. Das Fürther Bezirksgericht sprach ihn von der„Gotteslästerung" frei, daS Nürnberger AppellationSgericht verurtheilte ihn, so daß er jetzt eine Gesammtstrafe von 3 Monaten 15 Tagen zu verbüßen haben wird. Die Bourgeoisbilduug gemalt von einem Bourgeois. In der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" der Herren BrockhauS und Biedermann giebt ein Corrcfpondent, der schon verschiedentliche stark kompromittirende„Enthüllungen« über die Hauptstadt de»„JntelligenzstaatS" geliefert hat, anläßlich der jüngsten Wahlmännerwahlen folgendes erbauliche Kulturbild zum Besten: „So oft ich als Beisitzer bei diesem Wahlactus fungirte, habe ich die Erfahrung gemacht, daß in der dritten Klasse mehr In- telligcnz steckte als in den beiden ersten, denn dort findet nicht allein der Hände Arbeit ihren Tummelplatz, weit mehr krystallisirt sich hier alles, wa« an Geist und Bildung in Berlin pulstrt, was aber freilich nicht fo auf den Geldsack schlagen kann wie die dicken Schlächter, Bäcker und Brauer, die allerdings die meisten Steuern zahlen, sie aber durch theuere Fleischpreise, erstaunlich kleine Brote und sehr dünnes Bier wieder von ihren Consumenten herausschlagen. Und wo steckt bei diesen Leuten die Blüthe der Intel- ligenz? Mit der deutschen Grammatik stehen sie auf dem schlimmsten Fuße, und die constanten Verwechselungen von„mir" und„mich« stehen so en vogue(sind so beliebt), daß man fast an dem wohl- thäligcn Einfluß der immer so viel gerühmten Volksbildung ver- zweifeln möchte., ,,,. Kommen etwa auf einen Urwahlbezrrk 300 Urwähler, so nrmmt die dritte Klasse davon mindestens 270 in Anspruch. Da sitzen denn der vielleicht mit vielen Kindern, aber mit wenig Geld ge- segnete Rath, Doctor oder Professor mit dem Arbeiter auf Einer Wahlbank; in der' zweiten Klasse finden Sie die in der Regel mit vielen Hypotheken belasteten HauSeigenthümer, jene Blüthc der Berliner Bourgeoisie, die e» oft nicht verschmäht, HauS und Hof höchst eigenhändig zu säubern, die im Exmittiren der Miether eine fabelhafte Gewandtheit besitzt und mit dem Executor aus vertrau- testem Fuße steht. Diese Sorte Menschen, welche die Miethsschraube so raffmirt anzulegen versteht, daß kein Miether nach einem Jahre sicher ist, ewig und immer wieder gesteigert zu werden, zahlt aber der Stadt aus den geschraubten Mlethen die geschraubten Steuern, ergo, würde der' einfältige GerichtSdicner in„Viel Lärmen um Nichts« sagen, gehören sie auch in eine höhere Klasse. Die erste Klasse wählt in der Regel unter sich selbst. Zu ihrer Kategorie gehören steinreiche Rentiers von altersgrauem Datum oder die vorbenannten Bilauer, Bäcker und Schlächter, die dann entweder sagen:„Ich wähle mir!« oder, wie e« sattisch in einem Wahl- bezirke vorgekommen ist, pathetisch ausrufen:„Ich wähle mir, meinem Sohne' und meinem Schwiegersöhne!«« Nun, mit dieser Schllde'rung der Vertreter der herrschenden und besitzende« Klasse« können wir Sozialdemokraten recht wohl - zuftieden sein. Daß die Wähler der zwei obersten Klassen bei den preußischen Dreittassenwahlen ausschließlich der Bourgeoisie und dem Grundbesitz angehören, ist jedem unserer Leser bekannt. Und in Bezug auf diese Vertreter der besitzenden Klassen, von diesen, hl» besonder»„intelligent" von ihren Klassengenossen ge- wählten Wahlmännern der ersten und zweiten Klasse muß der BoürgeöiSkorrespondent eineS Blattes, welche» im eminentesten Sinne' de» Worts ein Organ der Bourgeoisie ist, da» beschämende Gtständuiß machen, daß sie im Durchschnitt der ersten Elemente ber Bildung ermangeln, und den Wahlmännern der dritten Klasse, die nur Proletarier der Hand- und Kopfarbeit enthält, an„In- kelligenz« nachsteht! Von der„Bildung« wie von der„Intelligenz" der steinreichen Bankier», der dicken Schlachter, Bäcker und Brauer haben wir zwar niemals etwas gehalten und halten auch heute nichts davon. In der heutigen Gesellschaft, wo„Bildung" und.Intelligenz« nach dem größeren oder geringeren Umfang des GeldfackS gemessen werden, ist es erklärlich, daß die Bourgeoisttasse mit dem CouponS- abschneiden und G-ldeinstreichen vertrauter ist, als mit den ein- fachsten Regeln der Sprache und es ist eine Thatfache, daß manche Leute, die an der Börse Millionen erschwindelt, an elementarer Bildung hinter manchen zehnjährigen Schulknaben zurückstehen. Herr Biedermann aber, welcher der von ihm vertretenen Klasse, der Bourgeoisklasse unumwunden das Zeugniß ausstellt, daß sie sich, was Schulbildung betrifft, in dem erbarmungswürdigsten Zustande befindet, würde— und mit ihm alle feine Klassen- und Gesinnungsgenossen— sehr gut thun, den Mund weniger voll zu nehmen mit den Phrasen von„Bildung« und„Intelligenz", wenn er auf die Arbeiterfrage zu sprechen kommt. Das Beste wird fein, wenn Herr Biedermann und Seines- gleichen für ihre Leser, die ja zum größten Theil auS Rentiers, dicken Bäckern, Fleischern, Brauern und Fabrikanten bestehen, in ihren Blättern„Lektionen für richtige Anwendung des DativS und AccusativS" geben wollen und ihnen die dritte Klasse dabei als Muster vorführen, damit sie die Sache mit„Intelligenz" in die Hand nehmen. Freilich könnte die Sacke zu Ergebnissen von „hochgradiger Bedenklichteit« führen. Der Bourgeois, der Bäcker, der Brauer, der Fleischer, der Rentier, der sich zur Bildung und Intelligenz eines Wählers der„dritten Klasse« emporschwingt, kann leicht so vernünftig werden, daß er zu dem Resultat gelangt, ein wirklich gebildeter Mann müsse auch bessere Zeitungen lesen, als die„Deutsche Allgemeine" und ihresgleichen. Wir zürnen deshalb dem Herrn Biedermann nicht, wenn er unfern wohlgemeinten Rath nicht befolgt, verübeln es ihm aber auch nicht, wenn er seinem allzu naiven Berliner Correspondenten für sein ungeschickies„Geständniß" einen kleinen Rüffel ertheilt. Wir nehmen Akt von diesem Geständniß. Gewerksgenossenschaftliches. Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter-Gcwerksgenossen- schaft. Crimmitschau. Gewerksgenossen und Freunde! Wir beab- sichtigen, die Weihnachtsfeiertage, als den 26., 27. und 28. Dezbr., wenn thunlich, urchere dritte ordentliche Generalversammlung nach Hof(Baiern) einzuberufen, und ersuchen wir die Mitglieder, etwaige anderweitige Vorschläge wegen Zeit und Ort ungesäumt einzubringen. ES erfolgt indeß diese Bekanntgabe auf Grund des § 27 unserer Statuten dergestalt, daß hiermit die erste Einladung zur Generalversammlung als ergangen zu erachten ist. Vorläufig stellen wir auf die Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht der Ver- waltung und des AufsichtScathes. 2. Zu gewärtigende Anträge der Mitglieder(stehe§ 27). Gruß und Handschlag! Für die Borortsverwaltung: A. F. Colditz, 2. Vors. Crimmitschau, 11. November.(Vorort der Krankenkasse der GewerkSgenossenschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter beiderlei G-schlechtS.) Die Vertrauensleute werden aufgefordert, bis längstens den 20. November an untenstehende Adresse zu berichten was sie an die Hauptkasse seit 11. December vorigen Jahres unter der Adresse Kirchhübcl für Gelder gesandt. Ferner, was für Pa- ckete, Briefe und Werthsendungen sie von demselben erhalten haben; noch ist genau anzugeben, wieviel jede Statutensendung an Zahl war. Da der Ausstchtsrath es übernommen, zweckmäßige Einrich- tungen innerhalb unserer Krankenkasse zu treffen, so machen wir darauf aufmerksam, daß derselbe in der am 3l. Oktober abgehal- tenen Borortsttzung den Entwurf einer einheitlichen Organisation der Auszahlung der Krankengelder eingebracht, und sollen die nö thigen TageSmarken sowie Abmeldescheine bis 1. Januar in den Händen der Mitgliedschaften sich befinden. Ferner wird aufge- ordert, stets strenge Controle über die kranken Mitglieder sowie über die Verwaltung der localen wie der Hauptverwaltung zu üben, denn jeder muß darauf bedacht sein, die Verbindung, der er angehört, als Muster dastehen zu sehen. Dresden(Neuwahl.) Vorsitzender: Otto Hoffmann Chrr tianstr. Nr. 16/4; Kasstrer: Kaule, Waldgasse fNr. 22/3; Eon- troleur: Rcinhold Bauer, Prießnchstr. Nr. 27/2. Ferner bean- tragt Dresden die Einschreibegebühr auf 15 Gr. zu erhöhen. Für die Vorortsoerwaltung Franz Gerhold, 1. Vors. Internationale Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer. /eipzig. In der am 4. dS. MtS. abgehaltenen öffentlichen Mitgliederversammlung referirte Ramm aus Leipzig über den NormalarbeitStag, und wurde folgende Resolution angenommen: „In Erwägung, daß durch die lange und unregelmäßige Arbeits- zeit der Arbeiter geistig und moralisch versumpft, erblicken die Bau Handwerker Leipzigs in der Einführung des 10stündigen Normal arbeitstagS das erste Mittel zur Besserung ihrer Lage, und empfehlen allen Mitgliedschaften eine rege Agitation für denselben." I. Bolte, Schriftführer. Verband der Klempner(Spenaler) und verwandten Be rufsgenoffen. Kamturg, 11. November. Berussgenossen! Sämmtlichen Be> vollmächtigteu diene hiermit zur Nachricht, daß die Congreß-Pro- tokolle nunmehr erschienen sind, und sind Bestellungen bei dem unterzeichneten Geschäftsführer zu machen. Desgleichen sind auch die Verbandsstatutcn fertig zum Versandt, und ersuche ich dringend, baldmöglichst die nothwendige Anzahl zu bestellen. Zugleich nehm- ich die Gelegenheit wahr, allen Collegen das Abonnement az»f unsere VerbandSorgane an'S Herz zu legen, damit wir nicht nöthig haben, die Sudelpresse unserer Gegner zu etwaigen Annoncen rc. zu be- nutzen; denn das wird vollkommen überflüssig sein, wenn unsere BerbandSorganc fleißig von Euch, Eollegen, gelesen werden. Ver- bindet Euch unter einander, wenn eS dem Einzelnen zu viel ist, und abonnirt auf die zu VerbandSorgancn bestimmten Arbeiter- zeitungen. Schließlich richte ich an die Redaktion des„Gewerkverem" die Aufforderung, sich zu erklären, ob sie beabsichtigt, alle unsere Pu- blikationen»ä»et» zu legen. Wir könnten in diesem Fall- unsere kostbare Zeit zu etwas Besserem benutzen. Der Verwaltungsrath. I. A.: W. Metzger, Geschäftsführer, Böhmkenstraße 8, 2 Treppen. Metallarbeittr-GeVerksgenossenschaft. In der am 10. H. Mt». stattgefundeueu Neuwahl wurde EndeSuntcrschriebener al» Bevollmächtigter gewählt. Richard Ludwig, Baiersche Str. 9 c, 4 Treppen. Sprechstunden von 12—1 Uhr Mittags u. 6—8 Uhr Abend». Verband für Buchbinder. -Leipzig. Für die strikenden Buchbinder erhalten: Von de» veremlgten Gewerkschaften Leipzig» durch O. Stelzer 5 Thlr.: Sammlung der Schneidergehilfen Leipzigs 15 Thlr. 20 Gr. 3 Pf.: Arbeiterschaft Leipzigs durch Ehrlich 2 Thlr. 15 Gr.; A. Pötfch 10 Gr.; Sozialdemokratischer Arbeiterverein zu Leipzig �... LouiSBier, Caroliuenstr. 13. ZlranKfurt a. W. Collegen! Der Strike dauert fort. Zu-» zug ist fern zu halten. Bericht in nächster Nummer. Correspondenzen. Meichenbach i/B. Die Wahlagitation ist im Gange. All sonntäglich finden Volksversammlungen in den naheliegenden Dörfer« statt. So schüchtern die Leute zu Anfang auch sind, später stimm- ten sie darin überein, daß es so nicht fortgehen darf, daß eS ander» werden muß. Noch mehr freuen ste sich, wenn irgend einer Capa- cität im Dorfe durch Debatte der Standpunkt der Arbeiter klar gemacht wird, wie die» gestern in Ruppertsgrün dem dortigen Leh- rcr erging, welcher auch Gegner der indirecten Steuern, und vor-- zllglich die Schlachtsteuer abgeschafft, hingegen..Luxusartikel« wie Schnaps und Tabak besteuert wissen wollte. Wir sagten ihm, was Luxusartikel sind�und befürworteten die Abschaffung aller in- directen Steuern. Die. Parteigenossen. Yertt». Preußen hat wieder gewählt.— Ueber solche Wahle« zu sprechen, lohnt kaum der Mühe; doch haben die Berliner Wahlen diesmal einige Eigenthümlichkeiten, welche ich in einigen Zügen skizziren möchte. Was die Personenfrage anbetrifft, fo ist dieselbe Garde, der alte Stamm, eine Clique zur gegenseitigeu Glorification wieder gewählt worden. Nur einer der Getreuen, Herr Prediger Müller, wollte nicht mehr mitspielen, und als Zu- reden wider sonstige Erfahrungen nichts half, mußte ein neuer Candidat um die Gunst der Berliner d. h. der Wahlmänner buhlen. Herr StadtsyndikuS Zelle wurde von der Masse vorgeschlagen und gewählt. Diesen Herrn kennen Sie noch nicht, deshalb will ich Ihnen denselben mit einem Satz aus seiner Candidatenrede vor- stellen. In Bezug auf das Wahlgesetz sagte nämlich derselbe: „Die Commune ist eine Vermögcnsgenossenschaft; deshalb dürfe in derselben niemals das gleiche Wahlrecht herrschen, sonst würde« vielleicht solche Leute in dje Stadtverordnetenversammlung gewählt werden, von denen einige ich dieser Tage oor'tn Rath haus sagen hörte:„Dies HauS haben sie mit unfern Steuern gekooft."« Dieser Witz sicherte ihm die Stimmen der Bourgeoisie und Zelle ist eine neue Zierde des DönhofsplatzeS geworden. Bekannt ist schon, daß der Laster- Knüppel bei der Wahl Ge- burtshülfe geleistet, da» Rencontre mit dem Tölcke-Knüppel ist schon erwähnt worden; er wurde aber außerdem noch zur ruhigen Schlichtung anderer Differenzen bei den Wahlen benutzt. Bon einem Wahlmann, Magistratssecretär Kupsch, wurde heftige Oppo- sition gegen Duncker gemacht; die Fortschrittspartei liebt aber keine Opposition und so wurde Herrn Kupsch in einer Versammlung mit dem LaSker-KnUppel gedroht, so daß er den Vorsitzenden um seinen. Schutz bitten mußte. Einen interessanten Spaß hat sich daS Ministerium mit den Berlinern erlaubt. Da einmal die Steuer das Wahlrecht begründe, so kommt es wohl nicht darauf an, dachte Herr v. Eulenburg, welche Steuer man nimmt. Sei eS die Kopf-, Mahl-, Hunde- oder Einkommensteuer und er wählte die MiethSsteuer. Dadurch hat er aber vielen Berlinern sehr wehe gethan. Viele hohe Be- amte nämlich haben freie Wohnung; andere geben den Werth ihrer Wohnung zu niedrig an(um Steuern zu defraudiren) und so kam eS, daß der Geheime CabinetSsecretair des Kaisers— man staune über die Entwürdigung eines hohen Beamten— mit einem Schuster- g-sellen zusammen auf einer Wahlliste der 3. Klasse stand. Andere hohe Herren sind dabei so schlecht gefahren, daß ste mit ihren eignen Bedienten zusammen wählen mußten. Darüber wurde ein Lamento angestimmt, man bedauerte, mit Personen so niedrige» Ranges nur gemeinsames Recht zu haben. Der Schustergeselle resp. jeder andere Arbeiter aber soll ruhig den Werth seiner Stimm» und die zwanzig seines Gleichen noch dazu durch eine einzige ka- binetssekretairliche annulliren lassen; raisonnirt er» dann kommt Zelle nnd macht faule Witze, wofür er dann in den Landtag ge- wählt wird. Fl. Staßsurl. Unsre Parteibewegung gewinnt auch wieder etwa» mehr Aufschwung. Besonder» nachdem die Cholera, die ja eine ergiebige Handhabe zur Beschneidung de» an sich schon reattionäre» Versammlungsrechts lange hindurch unsrer strammen Ordnung«- polizei Gelegenheit geboten, vorüber ist; und so gehen wir nua zunächst in und dicht um Staßfurt energisch vor. Ja der letzten öffentlichen Versammlung wurde der Beschluß gefaßt, thatkräftig in die Wahlagitation einzutreten, und ist zunächst Theodor Metz» ner in Aussicht genommen. Bremer(Magdeburg), der zufällig anwesend war, fchlug diese Candidatur vor und ich unterstützte sie. Man war im Allgemeinen damit einverstanden. Es sind zwei Wahlkreise zu bearbeiten und wird e» bedeutende Opfer a« Geld und Zeit von Seiten aller Parteigenossen und Freunde erfordern; ein Einzelner oder Einzelne sind nicht im Stande, nur einen annähernden Sieg zu erringe«. Alle, Mann für Mau« müssen durch größere Opfer an Zeit und Geld mitwirken, nur dann erst kann und wird ein Sieg errungen werden. Bor allen Dingen gilt es, den von sämmtlichen Congreß-Delegirten empfohlene« und vom Ausfchuß durch Listen ausgeschriebenen allgemeinen Wahl- fond nach allen Kräften durch reichlich- Unterstützung zu fördern. Hier gilt eS also nicht, wie irrthümlrch einzelue Parteimitglieder meinen, eine„Bettelei", sondern daS allgemeine Partei-Jnteresse, weil ausdrücklich eine Anzahl offizieller Kandidaturen, die schon fast bestimmte Aussicht auf Erfolg haben, zu unterstützen sind. Also nicht lokale Opferwilligkeit kann unsre allgemeine Sache allein fördern, sondern nur die Opferwilligkeit tedeS Einzelnen. Iq zweites Reihe kommt dann natürlich daS lokale Wahl-Interesse, und da gilt eS zu beweisen, daß wir auch hier am Platze sind. W. Fischer. Königsberg i.'Kr., 8. November. Die Verhältnisse, wie sie heute den Arbeiter belasten» werden recht grell durch folgende» Borkommniß beleuchtet. Am 7. d. M. sollte eine Wittwe mtt vier unerzogenen Kindern aus ihrer Wohnnng hin»«gesetzt werden. Der Schutzmann Nr. 12 wurde zur Hilfeleistung bei diesem menschenfreundlichen Akt gerufen, uud er zeigte sich dieser Aufgabe noch mehr wie gewachsen; denn sein rohes Benehmen gegen die unglückliche Frau soll der Anlaß gewesen sein, daß diese in Heller Verzweiflung nach einer Brücke lies und sich von einem dort be- festigten Floß in» Wasser stürmte. Der Schutzmann, jedenfalls au» Furcht, seine Menscher freundllchkeit mißdeutet zu sehen, stürzte der Frau nach, und beide wurden von anderen Leuten wieder herau» gezogen. Zeuge diese» Vorfall» waren unter vielen Andern der Eisendreher Mowitz, Metalldrehcr Matern und Boß, ehemaliger Eisenbahnbeamter. Ueberhaupt sind die Schutzleute hier sehr auf- merksam. Eine Frau au» dem Arbeiterstande, die auch nur momen- tan ihren Eimer auf da» Trottoir setzte, wird vom Schutzmann angezeigt und verfällt in Strafe. Während Offiziere, Unteroffiziere »nd Soldaten, hauptsächlich im Bezirk selbigen Schutzmann», nicht allein durch ihr Stehn auf dem Trottoir da» Paffiren unmöglich «achen, sondern noch ungestört stundenlang Appell auf demselben abhalten und da» Borübergehn unmöglich machen. Der Vertrauensmann.' A. Schwarz. Alarme«, 9. November. Braunschweigische Bauern haben Bracke durchgehauen. Diese SiegeSdepesche setzte hier auch wohl anderwärts, alle honetten Leute in freudige Bewegung. Die Herren Brodgelehrten, entzückt über diesen famosen Bauernstreich und durch- drungen von ihrer Verwandtschaft mit den Bauern, halfen tapfer »ach und gießen Bracke Gift in die Wunden d. h. sie spitzen die Feder, tauchen sie in ätzende Flüssigkeit und schreiben giftvolle Artikel. So ergriff der Brodgelehrte oder politische Sticfelwichser der„Weser Zeitung" seine Gift und Galle enthaltene Feder oder schmierige Wichsbürste und schmierte oder wichste tapfer drauflo» und viele liberale Blätter, worunter auch die so echt kaufmännisch geführte Elbcrfelderin, schmierten dieselben Striche oder wichsten derselben Richtung nach. Und daiob Freude und Händeklatschen im ganzen Lager. O, diese Siegesdepesche! Feurigte sie doch die Nasenrubinen genußsüchtiger Bourgeois und ließ ihre sonst doch so schwerfälligen Saufbotdenleiber mit quecksilberner Geschwindigkeit zur nahen Kneipe eilen. Und dort rutschte schon daS ganze stroh- köpfige Spießbürgerthum geräuschvoll auf den Bänken hin und her -und läßt sich beifallSstürmisch von einem modegeckisch gekleideten Lassen diese famose LaSkerade erzählen. Hierauf große Begeisterung; Anstoßen der Gläser; alles ist ein Herz und eine Seele und ein Gedanke belebt die Häupter, nämlich: der größte Bauer oder vielmehr der erste Bauer, der den Strauß anfing, muß befördert werden— zum mindesten zum Offizier in Las kerS— Knüppelgarde. In ähnlichen Weisen plaidirtc man hier allerwärtS nur auf verschiedene Art die Beförderung deS größten Bauern.— Einschalten müssen wir hier, daß wir mit dem in Lorstehendem vorkommenden Ausdruck„Bauer" keine Ackerbauer oder Landleute beleidigen wollen, sondern nur geistige Bauern meinen, welche in jedem Stande zu treffen sind. Leider sind aber, wie oben bezeichnete Affaire beweist, die Ackerbauer auch in vielen Fällen, vermöge ihrer heutigen Erziehung, geistige Bauern.— Landleute, betrachtet Euch diese Burschen, die Euch zujauchzen, wenn Ihr solche Streiche macht, die Euch zum Vieh erniedrigen. Betrachtet diese Burschen, die vielfach die Schuld tragen, daß Ihr Euch noch auf dem geistigen Niveau bewegt, diese Burschen, die daS„Dolche in den Rücken bohren" verstehen und dabei heiligen- schcinumgebene Herrgottvertreter und heutige Zeitgeisterzieher sind. Betrachtet diese Burschen, die Euch statt Brod Steine geben und Eure entwicklungefähigen Gehirne verbilden und verdummen, diese Burschen, die Euch statt geistige Nahrung geistigen Schund reichen, betrachtet sie! und Ihr werdet finden, daß alle diese Burschen In- teressi an den heutigen gesellschaftlichen Zuständen haben, und von diesem Standpunkt aus alles, was sich demselben entgegenstellt, nothgedrungen unschädlich machen müssen. Betrachtet sie. und Ihr werdet finden, wo Euer Banner ist und auf welchen Buckel der Knüppel gehört! Ein Leser deS„Volksstaat." Keidenheim.(Württemberg) Sonntag den 2. d. M. war auf Veranlassung deS württembergischem AgitationScomitöS eine Volksversammlung im Saale deS GesellschastSgartens. In dieser zahlreich besuchten Versammlung erntete der betreffende Referent allgemeinen Beifall. Eine Sammlung für die Ja- haftirten ergab die schöne Summe von 6 st. 2 kr. Nach Veen- digung deS Vortrags wurde zur Gründung einer Parteimitglied- schast aufgefordert, und trateu über 20 Mann sofort mit Namen»- Unterschrift zu einer Mitgliedschaft zusammen, welche auch sofort zur Wahl eines Vertrauensmanns und KassirerS schritten. Wie wir wisien, beabsichtigt daS AgitationScomitö in möglichst kurzer Zeit in Oberkochen, KönigSbronn u. dgl. einzukehren, und machen wir hiermit die Parteigenossen von Aalen, Giengen sowie diejenigen in und um Hcidenheim darauf aufmerksam. Näheres brieflich. D____ r. Wnhkßauleu i. E. Eine rege Agitation ist hier im Gange; etliche Fabrikstädte der Umgegend, wie Markirch, Sultz, Thann nehmen Theil daran. Bald wird man eS überall einsehen, wie nöthig es ist, alle Arbeiter deS ElfaßeS zu organisiren. In Thann wurde vor 12 Tagen in der Lchr'schen Spinnerei und Weberei angesagt, daß man von 5 bis 7 Uhr arbeiten müßte, statt von K bi» 7 Uhr und das noch mit Lohnabzug. Natürlich empörte solch Begehren die Arbeiter, welche auch ohne die geringste Or- Sanisation den Kampf aufnahmen, die Arbeiter der Fabrik von lourdain folgten dem Beispiele und machten Strike. Leider konnte man nicht lange aushalten und nach 12 Tagen arbeitete wieder alles. Nicht genug karn man rufen: Arbeiter, organisirt Euch! Der Anfang ist in Thann gemacht; seid ihr nicht kämpf bereit, so unterliegt ihr Uberall und arbeitet für weniger Lohn länger als jetzt. Darum auf, Arbeiter, laßt alle Zänkereien bei Seite, seid fest und standhaft und laßt Euch nicht durch persön- liche Zerwllifniffe abwendig machen. Vorwärts, daß auch wir hier und besonders in der großen A'beiterstadt Mühlhausen Bataillone der großen Arbeiterarmee zur Verfügung stellen können. I. S. Thlr. 2 27 5. Fr.«tll Berlin Schr. Thlr. 4 5. Pchlr Hannover Schr. Gr. 26 2. Sthl Seithain Schr. 3 Gr. Rchl Chemnitz Ann. 4 Gr. ffi. Wlf Mtllsen St. N. Schr. 4 Thlr. Hhe Lindenau Ab. Nov. Thlr. 1 19 S Lchtgr Lechhausen Schr. 2 Thlr. Mttlr Buchhaudl. hier Schr. 1 Thlr. Ebrt Wilkau Schr. Thlr. 4 24. Smn Schneidemühl Schr. Thlr. 2 10. Hoch hier Schr. Thlr 1 5. Ab. 4. Qn. Thlr. 1 15. Lmmhrt Gotha Schr. 2 Thlr. Grblr Speyer Schr. Gr. 4 5. Hll Allendorf Schr. 3 Gr. Tbr Wieda Schr. 15 Gr. Dennhardt hier Ann. Thlr. 1 13 5. Rbnw Berlin Schr. Thlr. 3 24. Lf Stuttgart Schr. 15 Gr. Arbeiter« Partei Elberfeld 6 Gr. Anzeigen?e. N-vftr» Sonnabend, den 15. Novbr., Abend« 8 Uhr Königshöhe, Ol II IN Greifswalderstr. 8: Zweites allgemeiues Arbeitersest Eoncert. Gesangvorträge. Prolog. Deklamation. Festrede gehalten von Aul. Bahlteich aus Chemnitz. Alle Parteigenossen müssen sür zahlreiche Betheiligung sorgen. BilletS find in allen Bersammlungen zu haben. EntrS 2'/, Silbergroschen. Parteigenossen der Umgegend find sreeundlichst eiugeladen. 3bs Dag Festcomitö. Dresden Arbeits-& Wohnungsnaohweis von C. J.Evans, im Arbeiterbildnngsverein, Palmstraase 20.[3b Gewerkschaft der Schuhmacher.- Nächsten Sonnabend, den 15. November, Abend» 7 Uhr feiert unsere Gewerlschaft, im Saale des König» von Preußen, in der Futterstraße, ihr erstes Stiftungsfest und werden dazu die Gewerlschaltsmitglieder unserer Nachbarorte, sowie Freunde und Gönner unserer Sache freundlichst eingeladen. Um unsere werthen Gäste von der Bahn abhohlen zu können werden vorherige Anmeldungen erbeten unter der Adresse A. Wenige, gr. Engengasse 5. Da« Comiiö.' Berichtigung. 22. sä-tfischer Wahlkreis, statt Montag Sonntag, deu 16. Novbr., Bezirksversammlun� in Falkenltem._ Zum Reichstaaswah lfond. W. Khrr. München 8 Gr. 5 Pf. Fink. Briefkasten der Redaktion. Herold in Berlin: Zur Aufnahme nicht geeignet. Schmelzer in Clberseld- In nächster Nummer. Soz.-dem. Arb.-Partei t» Tbal-eim: Wir haben uns an den Ausschuß g'wandt unv wirb so die Sache schneller und besser erledigt weiden. H. m M.: Der Gründer Miguel erscheir t i» nächster Nummer. Körner in München- Gladbach: Brie, folgt. W H. m H.: Weil dt„volksftaat" Jdnen zu scharf in'» Zeug gebt, verlangen Sie, daß seine gegenwärtigen Redakteure abtreten und Ihnen d e Redak>ic>n üi-eriaffen. Dazu haben wir vorläufig noch keme Lust. Auch kann fich der„Volksftaat" als Organ der sozialdemo- krat'schen Artenerpartei»icht in der Weise mit Comunalangelegenhe ten befassen, wie Sie es wünschen. der Expedition. I. Mllr hier Ab. 4. Qu. 15 Thlr. Fschr hier Schr. Thlr. 9!ü. Ahr München Schr. Gr. 14 5. Fschr Staßsurt Schr. Soz.-dem. Lrbeirerpatei. föriiisyflsTh Die Mitglieder von Elberfeld und Barmen werden slläs ersucht, Sonntag, den 16. November, Nachmittag« 5 Uhr bei Herrn A. Kasper, Haspelerbrücke zu erscheinen. Besprechung über die Reichstagswahlen. __ B. Horn, Vertrauensmann. Soz..dem Arbeiterverein. �UUIUUiy Montag, den 17. Nov., Abends 3 Uhr: Versammlung bei Hansch, Schanenburgerstr. 14.— TageSoronung: Besprechung des Vorgehens zur ReichStagSwahl in Hamburg. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. Die Mitglieder werden dringend ersucht, sich zur Versammlung ein- zufiuden. Verband der Klempner u. Verl». BerufSgenossen. �fUlUUUiy Sonnabend, den 22. November, in F e h r m a n n'« Clublokal, Pferdemarkt 43: Eoncert und"IklT. Entrö 8 Schllg.— Damen frei. Da» Comitö. Karten find bei Herrn Eckhardt, Schoppenstahl 22, sowie bei dem Vorstande de« Vereins zu haben.(3a') Bon Sonntägigen"""d.' M. an, werden unsere Versammlungen jeden Sonntag, Nachmittag 5 Uhr, in L a n g e's Restauration stattfinden. Nächsten Sonntag: Berathung über die Reichstagswahl, wozu die Großzschochrr'schen Freunde ausgesorcert werden zu erscheinen. Der Borstand. Leipzig Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 15. dss. M., Abends 8 Uhr: Gewerkschaf!»-Versammlung. Der Bev. ifoihtitt Gewerkschaft der Metallarbeiter. �>1�3 1�7 Sitzung den 17. Novbr. 1873, bei Arnhold, Reudnitzer- straße Nr. 10.— TageSorbnung: Rechenschaftsbericht der Festangelegenpeit. Allen Mitgliedern zur Kennmiß, daß am 10. Novvr. der«esch'luß gesaßt wurde, eine Extrasteuer von 1 Ngr. pro Woche zu erheben u. jebe« seine Pflichten pünktlich nachkommt.— Aufnahme neuer Mitglieder. Der Bevollm. WltlinN Vorläufige Anzeige. älVlMlU-»» Die hiesigen Parteigenossen beabsichtigen in einigen Wochen ein Arbeitersest abzuhalten. Nähere« wiro später bekannt gegeben._[2a Freunden und Genossen zur Beachtung! Briefe-c. sür mich bitte nur per Adresse I. Geruhard t, Ziegen- gasse Ü2 Cassel an mich aelangen zu lassen. Cassel, den 11. Novvr. 1873._ Carl Kleist. 14. Wahlkreis: Borna, Penig, Kohren, tiausigk, Colditz, Rochlitz, Geithain, Lunzenau :c. Sonntag, den 16. November a. c., Nachmittag 2 Uhr: Conferem auf Bahnoos Narsdors, bei Hrn. Grassel.— Tagesordnung: Definitive Aufstellung eines Candidaten. Organisation zur Wahl. Umfrage. Jeder Ort möge einen»der meyrere Delegirte beauftragen. __ Das Central- Wahlcomitö. Geschäfts-Anzeige. Ich bringe den Paiteimugliebern Augsburg« zur Notiz, daß ich bei Herrn I. Endre», Schuhmacheemeist-r, m.uterer Lew, eine Eigarren- Niederlage errichtet habe. Weckeßer, Cigatrenfabnkaut, Würzburg. kill. Bezugnehmend auf Obige« empfehle ich mein Cigarren- Lager zu Fabrtipreisen zur gisäll gen Abnahme. Prompie und reelle Bedienung sichert zu I. Endre», Augsburg, mittlerer Lech C. 316. Soeben ist erschienen, von uns direkt und von der Expedition de« „volisstaar" zu beziehen: krolotarierlieclvrlmdi von Johann Most. vierte Auslage. Prei«: gebnndin 4 Ngr., brochirt 3 Ngr. 3aZ Expedition ter Chemnitzer Freie Presse. In unserem Berlage erscheint und ist durch un» zu beziehen: „freimsui-kl- und Sozialdemokrat". Der Verfasser oieser Broschüre bespricht in kurzen kräftigen Worten den Kreimaurei-B"nd, unlerueht dessen Organi atio» u> d d.a reden in den Logen e ner wahrheitsgetreuen«ritit»n» stellt den Vergleich zwischen den Tendenzen der Freimaurer und Sozial- Demokraten. Preis 6 Sildergioschcn. 3b] Administration de« sozial-poblischen BollsblaUe« in Klagenfurt. Von der Expedition deS„VolkSstaat" ist zu beziehen Ztlestt, Die junge Mutter oder die Behandlung der Kinder und ihre Erziehung......... Thli -- Die physische Lebensklmst, praktische Anweisungen zur Verhütung von Krankheiten......... Bebel, A., Unsere Ziele. 3. Auflage..... Thlr. Becker, 33., Der alte und neue Jesuitismu«..... -- Briefe deutscher Bettelpatrioten. In 5 Lief, it.. -- Reaktion in Deutschland gegen die Revollltion v. 1848 -- Mißbrauch der Nationalitätenlehre...... —— National-ökonomische Raketen........ Bracke, SB., Der Lassalle'sche Vorschlag. Sin Wort an den 4. Congreß der sozial- demokratischen Arbeiterpartei. Ber Braunschweiger Ausfchuß der sozial-demokratischm Ar- beiterpartei in Lötzen und vor Gericht 1871... Der Bürgerkrieg in Zrankreich. Adresse de« Generalrath« der Internationalen Arbeiterassoziation.... Ber Zeitgeist............... Bie dritte Niederlage de» französischen Proletariat»... Bie parlamentarische Thätigkeit de» deutschen Reichstag« und der Landtage und die Sozialdemokratie... Bietzgen, Religion der Sozial- Demokratie, 1. 2. 3... —— National- Oekonomische»......... —— Die bürgerliche Gesellschaft........ -- DaS Wesen der menschlichen Kopfarbeit.... Sichhoff, Internationale Arbeiter-Assoziation..... «ngels, F., Der deutsche Bauernkrieg.......—.5. -- Zur Wohnungsfrage. 1. Heft: Wie Proudhon die Wohnungsfrage löst.. 2.„ Wie die Bourgeoisie die Wohnungsfrage löst. 3.„ Nachtrag über Proudhon u. die Wohnungsfrage Erinnerung an die letzten Maitage 1871(Gedicht)... Herr Böhmert, Professor der Nationalökonomie in Zürich, und seine Fälschungen der Wissenschast, begangen in seinem Buche:„Der Sozialismus und die Arbeiter- frage"............... Hillmann, Die intern. Arbeiter-Assoziation(1364—71), ihre Geschichte, Programm und Thätigkeit..... — Praktische Emanzipationswinke....... Hirsch, C., Normalarbeitstag.......... — Die angeblichen sozialen Theorien und die wirklichen Bestrebungen des Herrn Bakunin...... Houh, Freie Gedanken(Geoickte)......... Satobi), L., Es werde Licht(Poesien)....... Kant, Von der Macht de« Gemüthe«....... Kapital und Arbeit..............—.— ,6 Krasser, vr. F., Anti-Shllabu»(Gedicht)......—.—.6.* — Ceterum censeo(Gedicht)........—.—.5. Lassalle, F., Arbeitersrage, Leipziger Rede......—. 1.—. — Ueber Bersassungswescn.........—. 2.—. -- An die Arbeiter Berlin«—.2. -- Offenes Antwortschreiben.........—.1. —— Macht und Recht...........—»» —— Hochverrathsproceß.......... -- Fichte'« politisches Vermächtniß...... --„ Philosophie.......... —— Arbeiterlesebuch........... -- Arbeiterprogramm.......... -- Die Wissenschaft und die Arbeiter..... -- Criminalprozeß, II. Instanz....... -- Criminalprozeß, III. Instanz....... -- Bastiat- Schulze von Delitzsch...... -- Der italienische Krieg und die Aufgabe Preußen« -- Franz von Sickingen......... — System der erworbenen Rechte...... — Düsseldorfer Assisenrede........ — Düsseldorfer Prozeß.......... — Die Feste, die Presse zc......... — Was nun?............ — Julian Schmidt............—.12. — Erwiderung auf eine Recension der Kreuzzeitung über da« Buch„Herr Bastiat- Schulze"......—.1, — Indirekte Steuern........... Leipziger Hochverrathsproiess. In 12—14 Lieferungen. Liedknecht, W., Zu Schutz und Trutz. Festrede, gehalten beim SiiftungSsest des Crimmitschauer Volksvcrein« am 22. October 1871.......... —— Was ich im Berliner Reichstag sagte. Enthaltend die Reden von 1867 und 1870....... -- Die politische Stellung der Sozialdemokratie.. -- Wissen ist Macht— Macht ist Wissen. Vortrag beim Stiftungsfest de« Dresdner und Leipziger Arbeiter- Bildungsvereins im Jahre 1872...... Marx» Da« Kapital. 2. Aufl.(in 9 Lieferungen ä 10 Gr.) — Der XVIII. Brumaire des Louis Bonaparte... Most, Mahnruf an die landwirthschaftliche Bevölkerung —— Liederbuch.(Neue Auflage unter der Presse). geb. 4 Gr., ungeb. Photographien von Marat, Marx, Lassalle, Feuerbach, Bebel, Liebknecht, Hcpner, Engel», Getb, Dietzgen, Most, Bracke, Walstcr, Joh. Jacoby, Garibaldi, DeleScluze, Ferrö, Rossel, Milliere, Blanqui, Baillant, Crömieuxl Fränkel ,c.; in BisitenkaNenformat...... -- Gruppenbilder(Tableauxi der sog. Wiener, Braun- schweigcr, Leipziger und Pcster Hochverräther... -- in Kabinetformat............ -- in Groß-Folio(Lassalle, Brustbild)...... Protokoll de« Sisenacher Congrcsses von 1869.... -- de» Stuttgarter Kongresse»........ —- de« Dresdener Kongresse«......... -- de« E senacher Congresse» 1873....... -- beg �chw-izer Arbeiter- Congresse« ja Ölten... Kathgeder siir«ewerdtreidende.(Auch in 8 Lieserungen). Reich, Hr., Medizinische Abhandlungen....... Rittinghausen, Sozial-demokratische Abhandlungen, 5 Hefte (1.— 4. Heft i 3 Ngr., 5. Heft 6 Ngr.) Rockel, Sachsens Erhebung und da» Zuchthaus zu Waldheim Achauer, A., Festrede, gehalten am Gründungsfest der Metall- arbeiterschaft zu Dresden, den 3. September 1872. Scheu, H., Wiener HochverralhSprozeß 1870..... Scholl, Dem Andenken Feuerbachs......... Serno-Solowiewitsch, Unsere russischen Angelegenheiten, über- setzt von S. L. Borkheim........ Stamm, Erlösung der darbenden Menschheit..... — Sozialistische» Wahlprogramm.....'.. Statuten der Internationalen Arbeiter-Assoziation... Bahlteich, Der Parteikamps zwischen den Sozialisten Deutsch- lands Bogel, Verfälschung der Lebensmittel........ Bolkostaat-Katender für 1874..... Gestempelt Ungestempelt Bordote, Sozial-politische Monatsschrift, 6 Jahrgänge(1866 bis 1811), der Jadrgang......... Zvalfter, Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman. In Lies, t tvohnung, frage. Ein soziale Skizze........ Zitger, reuqtkug-ln unv Raketen(3 Gedichte)..... Zimmermann, L. R, Pfassenpeilsche. 2 Bde., i.... Pur«rinnerung für die deutschen Mordspatrioten... 5. 5. —. 2. 5. —• 2.—'» —• 3.■—. —. 2. —. 2. 6. —■ 3«—- —. 5. —. 3«—■» —» 6.. —• 8»—'. -.12. 5. 5.—.—. -. 2. 5. —. 2. 5. —. 2,—. -. 2. 6. 5. 4. 2. -. 2. —. 2. —. 1. -. 2. 3.-. -. 15. —. 3.-. -. 2. -. 2. —. 6. 1.—. —. 1. —. 1. —. 3. —. 3. -. 2. 1. 10. 1. 20. —. 18. —. 10. -. 1. 18. -. 2. -. 2. —. 15. -. 1. —. 1. —. 1. -. 7. -. 4. 5. ö. 6. 6. -. 7- — 2. 2. — 1. — 18. -. 2. Leipzig: Berantw. Redakteur: Ea«per.(Redaktion und Sxpedrtio« Zeitzerstr. 44.) Druck und Verlag der Genossenfchafwbuchbruckeret.