Erscheint in Leipzig Miltwvch,Freitag,Simntag. Bestellungen nehmen an alle PoftanstaUcn u. Buchhand- lungen des In- U.Auslandes. Filml-Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. Ä. Sorge, vor 101 Hoboken, N. J. Wm. Lueders, 409 Mayatr. Chicago, JH. Peter Haß, 8. W, Corner Third and coates str. Philadelphia. Der Volksstaat Zibonnementspreis: Für Preußen incl. Stempel- steuer 21'/, Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. Monat»- Ab onnemeut, werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2ten u. 3ten Monat und auf den Zten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat ä ü'/z Sgr. angenommen. OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiunÄderinternationalenGewerksifeniisienschasten. K. IIS. Sonntag, 23. Movemöer. 1873. Für die heute fällige Nummer erhalten unsere Abonnenten die Agitationsnummer, deren Herausgabe der Kongreß beschlossen hat.— Exemplare hiervon sind gegen Einsendung des Betrags(30 Stück 6 Gr. bei frankirter, 100 Stück 10 Gr. bei unfrankirter Zusendung) von der Expedition zu beziehen. Arbeiter? Bor Euch liegt die Nummer eines Blattes, das in mehr als vierjährigem Kampfe bereits für die Arbeitcrrechte und die Besser- ung Eurer Lage eingetreten ist. Maßregelungen und Verfolgungen find ihm dafür zu Theil geworden, wie keinem zweiten Blatt der deutschen Presse. Aber wie auch die Feinde der Arbeitersache von allen Seiten cS anfallen und bekämpfen mögen, kühn und unent- wuthigt verfolgt es seinen Weg, daS Banner hochhaltend, auf dem geschrieben steht: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit! Tod der Roth und dem Müssiggana. Arbeiter! wenn Ihr Eure eigne Befreiung wollt, dann unter- stützt dieses Blatt, haltet cS selbst, schafft ihm Leser in jeder Fabrik, in jeder Werkstatt, in jeder Hütte. Der„Volksstaat" sei die gci- stige Nahrung deS deutschen Proletariats, durch den eS Belehrung in seiner Unwissenheit, Trost in seinen Leiden und Hoffnung für seine Zukunft schöpft. DaS Gift, das Tausende von Blättern Eurer Gegner tief in Arbeiterherzen hineingetragen, die feige unterwürfige Gesinnung, die fie erzeugt, die falschen Lehren die sie verbreitet haben, sie müssen ausgerottet werden. Ihr habt leider keine Zeit, gute wiffenschaftliche Bücher zu lesen und auch nicht die Mittel, sie Euch anzuschaffen. Aber ein vcr- nünftigeS Blatt, das Eure Jutereffen vertritt, Euch über daS WüuschenSwcrthcste, über Eure Lage in Staat und Gesellschaft auf- klärt, daS könnt Ihr lesen, dazu habt Ihr die Mittel und eS zu unterstützen ist Eure Pflicht. Betheiligt Euch also an den Bestrebungen Eurer Brüder, die dieses Organ Eurer Wünsche mit ihren schwachen Mitteln ge- gründet und bisher erhalten haben, cheht zur und»«onnirt; Ihr werdet einen Rathgebcr und Genossen in ihm finden, den Ihr später so wenig wie das tägliche Brod vermissen wollt. DaS Blatt erscheint wöchentlich 3 Mal: des SonntagS, Mitt- wochS und Freitags. Der Preis desselben beträgt nur 16 Sgr.— SK fr. füdd. vierteljährlich, wozu in Preußen noch der Zuschlag der Stempelsteuer kommt; für den 2. und 3. Monat des Quartal« nimmt jede Postanstalt besondere Bestellungen an. Da« Monat»- abonnement tostet 5'/, Sgr.— 19 kr. füdd. Ist die Ausgabe für die Mittel des Einzelnen zu hoch, dann ver- einigt Euch zu zwei und drei und haltet cS gemeinschaftlich; Ihr ehrt Euch und Eure Sache, indem Ihr daS Blatt leset, unterstützt, eS verbreitet und dadurch der Belehrung und Aufllärung Bahn schafft! Und nun noch EiuS. Tretet ein in die Reihen der sozial- demokratischen Arbeiterpartei. Wer schon Mitglied derselben ist, der suche seine Freunde und Arbeitsgenossen gleichfalls für die Partei zu gewinnen, damit deren Basis täglich erweitert und deren Einfluß stetig gefördert werde. Der Parteibeittag ist auf 1 Sgr. pro Monat festgesetzt und bietet gewiß keinen Anlaß, seinetwegen abseits vom Wege der großen Arbeiterbewegung stehen zu bleiben. Mit Gruß! Der Au, schuh der soiialdemoliratischtn Arbeiier-pariei. August Geib, RbdingSmarkt 12, Hamburg. H. Benneke, N. Schäferkamp 34, Hamburg. Was wir wollen. Im August(7., 8. und 9.) des IahreS 1869 traten auS allen Theilen Deutschlands, aus der Schweiz uud aus Oesterreich Männer zusammen, gründeten die sozialdemokratische Arbeiterpartei und stellten folgendes Programm auf: I. Tie sozialdemokratische Arbeiterpartei erstrebt die Errichtung des freien Bo lksstaales. II. Jedes Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei vcr pflichtet sich, mit ganzer Kraft einzutreten für folgende Grundsätze: 1) Die heutigen politischen und sozialen Zustände sind im hoch- sten Grade ungerecht und daher mit der größten Energie zu bekämpfen. 2) Ter Kampf für die Befreiung der arbeitenden Klassen ist nicht ein Kamps für Älassenprivilegien und Vorrechte, sondern für gleiche Rechte und gleiche Pflichten und für die Abschaffung aller Klassenherrschaft. 3) Tic ökonomische Abhängigkeit des Arbeiters von dem Kapi- lalisten bildet die Grundlage der Knechsschaft in jeder Form, und es erstrebt deshalb die sozialdemokratische Arbeiter-Partei unter Abschaffung der jetzigen Produktionsweise (Lohiisystem) durch genossenschaftliche Arbeit den vollen Arbeitsertrag für jeden Arbeiter. 4) Tic politische Freiheit ist die unentbchrliche Vorbedin- gung zur ökonomischen Befreiung der arbeitenden Klassen. Tie soziale Frage ist mithin untrennbar von der politischen, ihre Lösung durch diese bedingt und nur möglich im de mokratischen Staat. 5) In Erwägung, daß die politische und ökonomische Befreiung der Arbeiterklasse nur möglich ist, wenn diese gemeinsam und einheitlich den Kampf führt, gicbt sich die sozialdemokratische Arbeiterpartei eine einheitliche Organisation, welche es aber auch jedem Einzelnen ermöglicht, seinen Einfluß für das Wohl der Gesammtheit geltend zu machen. 6) In Erwägung, daß die Befreiung der Arbeit weder eine lo- kale noch nationale, sondern eine soziale Aufgabe ist, welche alle Länder, in denen es moderne Gesellschaft giebt. Umfaßt, betrachtet sich die sozialdemokratische Arbeiterpartei, soweit es die Vercinsgesctze gestatten, als Zweig der Jntcrnatio- nalcu Arbeiterassoziation, sich deren Bestrebungen an-! schließend. III. Als die nächsten Forderungen in der Agitation der sozial- demokratischen Arbeiterparkei sind geltend zu machen: I) Erlheilung des allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrechts an alle Männer vom 20. Lebensjahre an, zur Wahl für das Parlament, die Landtage der Einzelstaaten, die Provinzial- und Gemeindevertretungen, wie alle übrigen Pertretungskörpcr. Ten gewählten Bertreteni sind genügende Diäten zu gewähren. 2) Einführung der direkten Gesetzgebung(d. h. Borschlags- und Bcrwerfungsrecht) durch das Volk. 3) Aufhebung aller Vorrechte des Standes, des Besitzes, der Geburt und der Konfession. 4) Errichtung der Volkswchr an Stelle der stehenden Heere. ü) Trennung der Kirche vom Staat, und Trennung der Schule von der Kirche. 6) Obligatorischer Unterricht in Volksschulen und unentgeltlicher Unterricht in allen öffentlichen Bildungsanstaltcn. 7) Unabhängigkeit der Gerichte, Einführung der Geschworenen- und Fachgewerbegerichte, Einführung des öffentlichen und mündlichen Gerichtsverfahrens und unentgeltliche Rechts- Pflege. den, zur Ausübung der Klassenherrschaft. Die große Mehr- zahl der Bevölkerung erhält nur eine schmachvoll ungenügende und verkehrte Erziehung, wird planmäßig an der Entwicklung ihrer Fähigkeiten gehindert, weil ein gebildetes, acht menschlich gebildetes Volk die herrschenden politischen und sozialen Zustände nicht dul- den würde. Denn Bildung— wahre Bildung, nicht fystnna- tische Verbildung und hündische Dressur, die sich heute so gern unter dem Namen der Bildung breit macht— ist die Mutter der Frei- heit, Gerechtigkeit und Gleichheit; und darum nicht verträglich mit der Existenz des heutigen Klaffenstaats.— Die Sozialdemokratie will die höchstmögliche Bildung für Alle und Jeden: gleichen, unentgeltlichen Unterricht in bestmöglichen Volks- schulen und höheren Schulen(Realschulen, Fachschulen, Gqmna- sten, Akademien, Universitäten). Sie geht von der Ansicht aus, 8) Abschaffung aller Preß-, Vereins- und Koalitionsgcsctze; Ein- daß eS der Zweck des Staat« ist, für die leibliche und geistige führung des Normalarbeiwiages: Einschränkung der Frauen- Wohlfahrt der Staatszlieder zu sorgen; der sozialdemokra- und Verbot der Kinderarbeit, Beseitigung der durch die Zucht- tische Staat ist daher in erster Linie eine große allze- und Arbeitshausarbeit den freien Arbeitern geschassenc» Kon- meine Bildungsanstalt. ■ y u v«:• Im heutigen Klasscnstaat ist die Justiz gar oft ein Spott aus > ihren Namen Justiz heißt Gerechtigkeit. W.e kann aber von Gerech- stnler progressiven Emkommensteuer und Erb,ch°fts- � � y�e sein, inmitten von Zuständen, die im Ganzen und 10) Staatliche Förderung des Genossenschaftswesens und Staats im Einzelnen, in ihrem Wesen und ihren Erscheinungen de» em- kredit für fteie Produktivgenoffcnschaften unter dcniokratischc» � fachst-n Forderungen der Gerechtigkeit inS Gesicht schlagen? Nur Garantien. j Heuchelei oder gedankenlose Inkonsequenz kann an Individuen straf- Wer, der eS ehrlich meint mit dem Wohl seiner Mitmenschen, bar finden, waS entweder in Staat und Gesellschaft anerkannte kann diesem Programm die Zustimmung versagen? Wer, der nicht Praxis und Moral ist, oder was die nothwendige Wirkung der Freude hat an eigner, nicht ein Interesse an seines Mitmenschen Pflichtvergessenheit des Staats(mangelhafte Bildung), der verkehr- Knechtschaft und Ausbeutung, kann leugnen, daß die Erfüllung ten GesellschaftSorganisatton(Armuth). Die dem Staat und der dieses Programm« ein Segen wäre für da» Volk? j Gesellschaft heut zu Grund liegende Ungerechtigkeit stempelt die Betrachten wir Staat und Gesellschaft, wie sie sind. Justiz von vornherein zur Ungerechtigkeit. Soll daS sein? Die Alle Macht- und Gcnußmittel befinden sich in den Händen' Sozialdemokratie will, daß die Justiz Gerechtigkeit werde; und in einer kleineu Minorität; und diese Minderheit benutzt selbfiver-. dem fteien Volksstaat, den sie erstrebt, schafft sie die sunerläßliche Vor- ständlich ihre Macht dazu, sich daS Monopol aller Bortheilc, welche � bedingung dazu. Wie dem Volk da« Recht gebührt, die Gesetze zu der Besitz der Herrschaft in Staat und Gesellschaft verleiht, zu machen(Gesetzgebung), die Gesetze zu vollstrecken(Regierung erhalten und zu befestigen, und die beherrschte Majorität an der und Verwaltung), so gebührt ihm auch das Recht, die Gesetze an- Erlangung politischer und sozialcr Rechte zu verhindern. zuwenden(Rechtsprechung). Tie Rechtsprechung gleich der Gesetz- Die politische Macht, wer übt sie auS? Eine winzige Minder- aebung, Regierung und Verwaltung muß den Händen der privi- heit von Privilegirten der Geburt und des ReichlhumS. Die un- j legirtev Personen, Stände und Klassen entzogen werden, die ihrem geheure Mehrheit deS Volks ist absolut machtlos, und weil macht- Sonderinteresse das allgemeine Interesse und die Gerechtigkeit los auch rechtlos; denn ein Recht, an dem nicht die Macht der opfern. Bis eine vernünftige und naturgemäße Staats- und Ge-. Benvirklichunz hängt, ist nur ein Scheinrecht, uur eine Spie- sellschaftSordnung die sogenannten Vergehen und Verbrechen, die lerei, ein verwirrendes Trugbild. Welche Bedeutung hat z. B. in Wirklichkeit nur gesellschaftliche Krankheiten sind, mit der Wurzel, daS Recht, einen Abgeordneten zu wählen, der bloß reden darf, d. h. durch Entfernung der Ursachen, ausgerottet hat, verlangt aber auf die Regierung de« Lande» nicht den leisesten Einfluß auS-! daher dieSozialdemokratieVolkSgerichte(Schwurgerichte, Schied«- üben kann? Die herrschende Minderheit herrscht für sich, nicht aerichte soweit thunlich) und unentgeltliche Gerichtspflege. für die beherrschte Mehrheit. Zwischen Herrschern und Beherrsch- Die BolkSgerichte, welche wir erstreben, unterscheiden sich von den ten besteht ebenso wenig eine Jntereffengemeiiischaft, wie zwischen heutigen Schwurgerichten, wie der heutige Staat sich von dem Plantagendesitzern und Negersklaven. Für den Plantagenbesitzcr Volksstaat unterscheidet. Nicht ein Monopol der besitzenden Klassen kommt das Interesse der Neger nicht in Frage; maßgebend ist ihm soll das Schwurgericht sein, nicht ein Mittel zur Jnscenesetzuwg einzig sein eigenes Interesse, und er behandelt die Neger, wie jener schimpflichsten Farce der Gerechtigkeit: der Klassenjustiz, sein Interesse eS ihm vorschreibt. Genau so im heutigen Staat, wo die Vertreter der besitzenden Klasse über die Vertreter de« cnt- Nicht das Interesse des Volts kommt in Frage, sondern auSschließ- erbten Volks zu Gericht sitzen, und ihren Klasseühaß und ihre lich da» Interesse der herrschenden Mindeiheit. Dem Interesse der Klasseninteressen in die Toga de» Gesetzes hüllen— nein, durch Herrschenden daS Juteresse der Behetrschten dienstbar machen, heißt freie, allgemeine Wahl sollen die Geschwornco au« dem herrschen. Solange eS Herrschende und Beherrschte gibt, wird es Schooße des GesammtvolkS hervorgehen, auf daß da« Schwur- so sein; denn Herrschen ist seiner Natur nach Ausbeuten, gcricht in Wahrheit ein VolkSgericht sei. Daraus folgt, daß daS Interesse des beherrschten Volks die Um- In der Gemeinde, die ein Staat ist im Staate, tritt:ie gestaltung de« Staats von Grund au« und seinem! Unterordnung der bcherrsckften Mehrheit unter die Sonderinteressea Wesen nach erheischt. Der Staat muß aushören, die Domäne der herrschenden Minderheit noch greifbarer hervor als im großen einzelner Personen, Stände und Klessen zu sein; er muß werden Staat, weil Herrschende und Beherrschte einander körperlich näher, die Vereinigung voll- und gleichberechtigter Bürger, von denen in unmittelbarerer, persönlicherer Berührung mit einander sind. Keiner über den Andern herrscht, Keiner von dem Andern be- Die herrschende Minderheit besteuert nach ihrem Gutdünken die herrscht wird. DaS erstrebt die Sozialdemokratie., beherrschte Mehrheit, wälzt dieser die Hauptsteuerlast auf, verwendet Wir wollen an Stelle de» heutigen Klassenstaat« den den Ertrag zu ihrem eigenen Nutzen, und wirft dem„elenden freien Volksstaat. steuerzahlenden Plebs" höchstens die Brosamen hin. Vom Schweiße Auf wem lastet nicht erdrückend, entwürdigend, das eiserne der Arbeiter errichtet fie für die Kinder der Reichen höhere Unter- Joch des heutigen Klassenstaats. Was gilt heute das Volk? Ein richtSanstalten, von denen die Kinder der Arbeiter ausgeschlossen Fürst begehrt nach seine« Nachbars Land. Bergebens fleht das sind, baut, um ihrem Vergnügen zu stöhnen, Theater, von deren Volk um Frieden. Die Wünsche, daS Glück und Wohl der Mil- Schwelle das Eintrittsgeld den Arbeiter zurückscheucht— jetzt frei- lionen in der Einen Wagschale— der Wille, die Laune eines lich kein Nachtheil für ihn, da das moderne Theater nur dem ver- ' Einzigen in der andern, und sederleich schnellt die Wagschale derbtesten Geschmack dient, von den herrschenden Klassen zu ciocm mit ten Wünschen, dem Glück und Wohl der Millionen etwa« verfeinerten Bordell herabgewürdigt worden ist. Kurz: empor. Die KriegSsurie ist entfesselt: Tauseude werden in den die herrschende Minderheit verfährt in der Gemeinde nach den Tod, Hunderttausende in daS Elend gestürzt. Soll das sein? nämlichen egoistischen, gemeinschädlichen Grundsätzen wie in dem Die Sozialdemokratie will, daß kein Krieg geführt werde, außer Staat. Dem muß abgeholfen werden. Die Sozialdemokratie sor- zur Vertheidigung der Freiheit und Rechle des Volks; sie will dert daher, wie für den Staat, so für die Gemeinde da» allge- daher, daß die Macht, Krieg zu erklären— denn von einem meine gleiche fteie und direkte Wahlrecht; die vollkommene Gleich. „Recht" kann hier nicht die Rede sein— dem Volk und seinen berechtiguna und Gleichstellung, wie der Staatsbürger, so der Vertretern gehöre. Gemcindeglieder; die freie Gemeinde in dem freien Staat. Der kräftigste Theil des Volk«, die Männer in der Blüthe de« Lebens, werden jetzt auf Jahre auS ihrem Beruf gerissen, nützlicher, ftuchtbrinaender Arbeit entzogen, in da« stehende Heer eingereiht und zu blindem Gehorsam einexercirt. Die Folge hiervon? Krieg auf Krieg, wodurch alle Leidenschaften entfesselt und alle guten Sitten in ihren Grundfesten erschüttert werden.— Soll daS sein? Die Sozialdemokratie will, daß daS stehende Heer, so oft Mittel der Knechtung uud Eroberungssucht, abgeschafft, und, solange noch die Möglichkeit de« Krieges vorbanden ist, durch ein Volks- beer ersetzt werde. Jeder Bürger soll von Jugend auf im Ge- brauch der Massen geübt und zu militärischen Leistungen tüchtig emacht werden. Ist jeder Bürger Soldat, dann ist auch jeder Um aber Staat und Gemeinde zu dem machen zu können, wa« sie seiin sollen, das heißt zu Bereinigungen freier und gleichberechtigter Menschen, die in brüderlicher Solidarität, im Zusammen- wirken Einer für Alle, Alle für Einen, daS höchstmögliche geistige und leibliche Wohlbefinden jedes Einzelnen erstreben, ist e« uner- läßlich, die ökonomischen Grundlagen der heutigen Gesell- schaft zu ändern, denn auf ihnen beruht der heutige Staat und die heutige Gemeinde, deren Mißbräuche und Ungerechtigkeiten nur die nothwendige Conscquenz der gesellschaftlichen Mißbräuche und Un- gerechtigkeiten sind. Welches Bild bietet die heutige Gesellschaft? Der Krieg, da» Faustrecht herrscht, wie zwischen den Löl- oldat Bürger, und kein Tyrann mehr im Stande, da« Volk kern, so zwischen den einzelnen Klassen und den einzelnen Men- zu vergewaltigen. schen. Durch die kapitalistische Produktion ist Krieg zwischen ff Jetzt ist die Erziehung ein Privilegium Weniger, und für � Bourgeoisie und Arbeitern; durch die Conkurrenz ist der Bour- drese Wenigen nicht eine Erziehung zum Menschenthum, lon-' geoi» im Krieg mit dem Bourgeois, der Arbeiter mit dem Arbeiter. D:5 SoiiaMeatifratu will biefem Krieg in Permanenz, diesem Krieg Aller gegen All« ein Ziel setzen; sie will Friede zwischen den Menseben, Friede zwischen den Völkern, Friede zwischen den Klassen. Kein Friede ist aber zu hoffen, solange die Ursache fort- dauert, welche den Kriegszustand herbeiführt. Diese Ursache ist: die heutige Klassenherrschaft mit ihrer Lohn- sklaverei, mit ihrem ökonomischen Raubbau, ihren Industrie-, Handels- und Geldkrisen, ihrem Börsenschwindel, ihrer Betrügerei in allen Geschäftsbranchen, ihrer Verfälschung der leiblichen und geistigen Lebensmittel, ihren StrikeS und LockoutS, ihren ArbeitermassakreS durch Hunger, verpestete Wohnungen und Werkräume und„wunderthätige" Hinterlader. Auf der Basis des Lohnsystems thürmt sich der Riesenbau her heutigen gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen zur Knechtung und Ausbeutung des arbeitenden Volks— das Zwing- Uri des Proletariats, die finstere Bastille deS Klassenstaats, wel-de den Körper deS Volks gesangen nimmt, den Gedanken tödtet, den Charakter bricht oder verderbt, und ihre Kanonen dräuend auf Jeden richtet, der sich vor dem herrschenden Unrecht nicht in hüen Staub beugt. Das Lohnsystem muß also fallen, soll in Staat und Gesell- schaff Friede, Ordnung, Freiheit, Gerechtigkeit, zur Geltung ge- langen! Dank dem Lohnsystem und der Monopolisirung der Arbeitsinstrumente(Werkzeuge. Maschinen, Grund und Boden, Bergwerke, Eisenbahnen u. s. w.) durch eine Minorität, ist die Arbeit, die alle gesellschaftlichen Werthe und Reichthümer schafft, zur Armuth und Knechtschaft verdammt. Der Arbeitgeber bereichert sich durch die Arbeit seiner Lohnsklaven, denen er in der Form von Lohn nur einen Theil ihrer Arbeit bezahlt; den un- bezahlten Rest steckt er als„Profit" in die Tasche— ein Raub, her sich von dem gewöhnlichen Raub nur dadurch unterscheidet, daß er von den heutigen Klassevgesetzen nicht bestraft wird. Oder ist etwa ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Arbeitgeber, der „seinen" Arbeitern einen Theil deS Ertrags ihrer Arbeit vorent- hält und diesen Theil sich aneignet, und dem„humanen" Straßen- räuber, der sich begnügt, den Reisenden durch die Logik der ge- spannten Pistole nur um einen Thell seiner Habe!zu erleichtern, vor dem Gesetz darum aber nicht minder ein Straßenräuber ist? Die heutige, aus Grund des Lohnsystems stehende Produktions- weise hat zur Wirkung auf der einen Seite: die Anhäufung des Besitzes in den Händen Weniger, und die mit übermäßigem Besitz verbundene Corruption dieser Wenigen; auf der anderen Seite die Massenverarmung, den Pauperismus. Der Arbeiter kaun in Mitten der Reichthümer, die er erzeugt, seine einfachsten Bedürsnisse nicht beffiedigen; Entbehrungen, ungesunde Werkstätten und Fabrikräume stehlen ihm seine Lebenskraft, wie der Arbeitgeber ihm den Ertrag seiner Arbeit stiehlt; Siechthum und ein früh- zeitiger Tod erwarten ihn; er hat kein Familienleben, denn da sein Lohn nicht zum Leben ausreicht, müssen Frau und Kind ihm in die Fabrik folgen; für die ausblühende Tochter hat er die Aussicht des kurzen, glänzenden Elends der Prostitution, oder des laugen, bleiernen, sonnenlosen Elends des LebenS eines Proletarierweibes.— Wer, der unter dem Drucke dieser menschenunwürdigen Zu- dem Manne. Abschaffung der Prostitution, schreite sie Opfer, der, seine UiAenntniß der Verhältnisse ausbeutend, ihm un- verschämt einher unter dem Deckmantel der BourgeoiSehe, oder günstigere Bedingungen stellt, als er ihm bei Kenntniß der Ver- laufe sie schamlos geschminkt und nackt auf der Gasse. hältnisse oder bei einer sicheren Stütze durch gleichdenkende Genossen Genug. Anknüpfend an die tatsächlichen Verhältnisse, nicht würde zu bieten gewagt haben.— Angebot und Nachfrage nach utopistischen Irrlichtern nachjagend, sondern fußend auf den Er-! Arbeitskräften regulirt allerdings die Höhe des Lohns, der nach einem rungenschaften der �Kultur, erstreben wir die Abschaffung deS ökonomischen Gesetz sich um die Höhe der Preise der zum gc KlaffcnstaatS, der Klassengesetzgebung, der Klassenherrschaft. Unser Ziel ist: der freie LolkSstaat mit ökonomischer und politischer Gleichberechtigung; die freie Gesellschaft mit genossen- schaftlicher Arbeits; das Wohlergeheu Aller einziger Staats- und GesellschaftSzweck! Lrgauisirt Euch! Männer der Arbeit? Ihr Alle, die Ihr leidet unter den heu- tigen Zuständen in Staat und Gesellschaft— Ihr Alle, die Ihr seufzt unter der Last de» Elends, unter dem Druck der Lohnstla- verei, unter der Wucht stets anschwellender Steuern! Ihr Alle, die Ihr Frau und Kind in trauriger Gegenwart dahinwelken, traurigerer Zukunft entgegengehen seht! Ihr Alle, die Ihr in un- gesunden Werkstellcn und Fabrikräumen Euch abschindet, um den Reichen noch reicher zu machen, aber selbst nicht genug verdient, um Euch und den Euren die Befriedigung der nothwendigsten Bedürfnisse zu sichern! Ihr Alle, die Ihr Eure Kinder schon im zartesten Alter dem Moloch der Industrie opfern müßt! Ihr Alle, die Ihr den Sohn, der die Stütze Eure« Alters sein sollte, in die Kaserne liefern müßt, wo er zur gedanken- und willenlosen Maschine gemacht; auf den Exercirplatz, wo er alS fühlloseS Ding behandelt wird; auf das Schlachtfeld, wo Schlachten geschlagen werden, die nicht die Eurigen und nicht die seinigen sind, und wo er die Aussicht hat, zum Ruhm Derer, die ihn in„Königs Rock" gesteckt, seine Knochen auf dem Felde der Ehre zu lassen!— Wollt Ihr, daß dies so fortdauere? Oder wollt Ihr menschenwürdige Verhältnisse für Euch und für Alle? Wollt Ihr die Hände feig in den Schooß legen, und als unabänderliches Schicksal hinnehmen, wa« nur vergäug- licheS Menschenwerk ist? Oder wollt Ihr die in Euch schlummernde Kraft zu Eurer Beffeiung von Elend und Schmach benutzen? Ihr wollt Eure Lage verbessern, Ihr wollt Menschen wer- den, Zustände herbeiführen, die es Euch möglich machen als Men- scheu zu leben. Wer aber das Ziel will, muß auch das Mittel wollen. Und daS Mittel, daS einzige Mittel der Rettung, der Befreiung heißt Organisation.» Vereinzelt seid Ihr ohnmächtig, könnt Ihr nur winseln und klagen. Handeln könnt Ihr nur gemeinsam. Nur wenn Ihr Euch zusammenschaart, Euere Kräfte vereinigt, durch Bereinigung sie vervielfacht, erlangt Ihr die Fähigkeit, die Macht, Euere Ketten zu zerbrechen! Der alleinstehende Weizenhalm wird vom Wind weg- geweht— das Weizenfeld mit seinen Millionen zusammenstehender Halme trotzt dem Sturme und bringt goldene Ernte. Blickt in das große Lehrbuch der Geschichte. Immer und über- all die organisirte und disziplinirte Minderheit, welche Uber die unorganisirte und undiSziplinirte Mehrheit siegt und herrscht. Die Bauern im deutscken Bauernkriege waren meist zahlreicher als die wohnheitSmäßigen Lebensunterhalte nothwendigen Lebensbedürfnisse dreht. Obgleich selten über diese Höhe sich erhebend, läßt er doch so viele Schwankungen zu, daß zwischen einem leidlich erträglichen Leben und einem Leben bitterster Entbehrungen ein erheblicher Unterschied besteht. Die Höhe, auf welcher innerhalb dieser Grenzen der Lohn sich hält, zu bestimmen, liegt zwar nicht ausschließlich, aber immerhin wesentlich in der Macht des Arbeiters. Eine Macht, die er nicht al« Einzelner gegenüber der Macht des Kapitals bc- sitzt, wohl aber in der Vereinigung mit seines Gleichen.„Einig- keit macht stark!" Dies Sprichwort gilt in allen Beziehungen de« Leben» und ganz besonders in der Stellung der Arbeiter zum Arbeitgeber. Die Interessen von Arbeiter und Unternehmer stehen sich gegenüber; der Unternehmer, als Käufer der Waare Arbeit»- kraft, hat da» lebhafteste Interesse,[die Waare so billig al« möglich zu erhalten; der Arbeiter, als Verkäufer dieser Waare, hat däS Interesse, sie möglichst theuer zu verkaufen. Der Unternehmm wird stets den Versuch machen, den Arbeitslohn zn' drücken, die Arbeitszeit zu verlängern; der Arbeiter hingegen: I den Lohn zu erhöhen, die Arbeitszeit zu verkürzen. Der.Arbeit- j geber wird den Versuch machen, dem Arbeiter zu den übernommenen> Verpflichtungen noch neue aufzubürden und seine Person an Ort, j und Scholle zu fesseln; der Arbeiter wird bestrebt sein, sich die!> Verpflichtungen möglichst zu erleichtern und seine Person frei zu �' n halten- Da» kann er aber nicht, wenn er allein steht, auf seine! eignen schwachen Kräfte angewiesen ist und die Gewißheit hat, �! daß, wenn er heute von seinem Arbeitgeber weggeht, zehn, zwanzig 1 Andere bereit sind, an seine Stelle zu treten und zu thuu, waS er zu thun verweigert hat. DaS kann er nur, wenn er mit seinen � Genossen vereinigt ist, wenn ein Band der Brüderlichkeit Alle:> umschlingt und Alle dem Wahlspruch huldigen:„Einer für Alle, i! stände seufzt, stimmt nicht mit uns ein in den Ruf: Nieder mit Schaaren der Fürsten und Ritter; sie stritten für eine gute Sache dem Lohnsystem!? Ja, nieder mit dem Lohnsystem!>««d waren�voll Mnchund B-g�uNg. Denn°ch�a�si�«la da» ist die Grundforderung der Sozialdemokratie— das Ä und da» O unserer Agitation. An Stelle der Lohnarbeit mit ihrer Klassenherrschaft soll treten die genossenschaftliche Arbeit, die Association(cooperative Produktion). Die Arbeits- iustrumente müssen aushören, das Monopol einer Klasse zu sein, und Gemeingut Aller werden. Keine Ausbeuter und Ausgebeutete mehr! Regelung der Produktion und der Bertheilung der Produkte im Interesse der Allgemeinheit. Ab- schassung, wie der heutigen Produktion, die Ausbeutung und Raub, so deS heutigen Handels, der nur Betrug ist. In der Ordnung der Gleichordnung sollen die Arbeiter die für die Gesammthert aller StaatSglieder nöthigen Arbeiten ver- richten. An Stelle der Arbeitgeber und ihrer hündisch sich krümmen- den, oder in Rebellion befindlichen Lohnsklaven: fme Genossen! Die Arbeit Niemandes Qual, weil Jedermanns Pflicht! Ein menschenwürdiges Dasein Jedem, der seine Pflicht gegen die Gesellschaft erfüllt! Der Hunger hinfür nicht mehr der Ar- beit Fluch, sondern des Müssiggängers Strafe! Und damit die» sich verwirklichen könne, der Volksstaat— der Staat Aller und für Alle, der Staat, welcher ist: die ver- nüuftig und gerecht organisirte Gesellschaft; die allgemeine Ver- sicheruugSanftalt deS Glücks und der Bildung; die brüderliche Gemeiuzcbaft freier und gleichberechtigter Menschen.— Wie jede Partei und Klasse, welche sich jemals gegen Herr- schinde Mißstände aufgelehnt, deren Beseitigung sich zum Strebe- -iel aenommen— wird die Sozialdemokratie von den eigennützigen 0' 0 �____- cm: � � i /s i v/,Y.; f;. oder verblendeten Anhängern des Miß-Staats und der Miß Gesellschaft geschmäht und verläumdet; sie wolle die Unordnung, den Klassenkampf, Vernichtung deS EigenthumS, Zerstörung der gen der besseren Organisation und strengeren Disziplin chrer Feinde. Und in wieviel Volkserhebungen hat sich dies seitdem wiederholt! In den modernen Klassenkämpfen de» Proletariats genau dasselbe Schauspiel! Unorganisirt, oder nicht genügend organifirt, truppweise, jeder Trupp nach eignem Plan, auf eigne Faust, oder, wenn in Massen, ohne feste Organisation und Disziplin ziehen die Arbeiter in den„heiligen Krieg" gegen das Kapital und— werden geschlagen. Habt Ihr nicht m der römischen Geschichte von dem Kampf der Horatier und Curiatier gelesen? Bon Jenen war bloß noch Einer übrig, seine zwei Brüder getödtet. Die drei Curatier lebten; griffen sie den überlebenden Feind gemeinsam an, so mußten sie siegen, obgleich er unverwundet, und sie durch Blutverlust geschwächt. Durch List lockte er sie einzeln heran und überwältigte Einen nach dem Andern. So kämpfen unsere Feinde. Sic sind an Zahl nicht an- nähernd dem arbeitenden Volk gleich; sie sind aber stärker, weil sie zusammenhalten; und sie siegen, weil sie nur von ungeor- dneten Massen und nicht nach einheitlichem Plan angegriffen werden. Ihr habt die Ueberzahl, Ihr habt das Recht! Um Euer Recht zur Geltung zu bringen, fehlt Euch bloS Eins: die Macht. Und die Macht ist Organisation. Die Organisation Eurer Gegner hat Euch bisher geschlagen; organifirt Euch und Ihr schlagt Eure Gegner, die ihre bisy engen Siege nur Eurem Mangel an Organisation verdankt haben. Ohne Or- ganisatio» keine Möglichkeit rvnnttiffttmn»-in, Möglichkeit der Niederlage Alle für Einen". Dieses Band brüderlicher Vereinigung bildet die GewerkS- genossenschaft. Die Gewerksgenossenschaft ist ein Verein von Gleichen, in welchem sich die Mitglieder und Angehörigen eine« GewerkS oder verwandter Gewerke zu gegenseitigem Schutz und Trutz zusammen- finden, ihre Interessen berathen, gleiche Pflichten sich auferlegen, gleiche Rechte genießen, und dessen Haupt- und Lebenszweck es ist, für alle seine Mitglieder daS möglichst höchste materielle und geistige Wohlergehen herbeizuführen, sie gegen Gewaltthätigkeit und Unter- drückung zu schützen. Wer eS als Arbeiter mit sich selbst und den Seinen wohl meint, der trete in die Gewerksgenossenschaft ein. Wer seine Arbeitskrast zu möglichst hohem Preise verkaufen, gegen Chikanen und Unterdrückungen z eines Arbeitgebers geschützt, in der Krankheit, auf der Wanderschaft und in Fällen unverschuldeter Arbeitslosigkeit unterstützt sein will, der trete in die Gewerksgenossen- schaff Wer glaubt, daß übermäßig lang- Arbeitszeit Leib und Leben ruiuirt, verkürzte Arbeitszeit aber beiden nützt, der trete in die Gewerksgenossenschaft. Kurz, gegen die vielen Leiden und Unbilden, welche daS Leben des Arbeiters verbittern, gibt e« ein vorzügliches Mittel— die Gewerksgenossenschaft. Nicht in dem Sinne, als wenn die Gewerksgenossenschaft die l Wünschclruthe sei, mit der über Nacht das Paradies auf Erden' hervorgezaubert werden könne, geben wir diesen Rath, sondern weil einzig und allein in der fest geschlossenen Vereinigung von Tausenden die unüberwindliche Macht liegt, die dem Arbeiter al» Einzelnem fehlt. Wir haben gesagt, die Gewerksgenossenschaft soll der Sammel- xunkt sein, in dem sich die Arbeiter eines oder mehrerer verwandter Gewerke vereinigen; wir fügen hinzu, daß die« nicht bloS für eine»,. oder mehrere Orte, für eine Provinz, einen Staat gelten soll,.> sondern für alle Staaten, alle civilisirten Nationen. Unsere Gegner,. die Kapitalisten, ftagcn nicht, wenn es sich darum handelt, den Arbeiter auszubeuten, ob er weiße, gelbe oder schwarze Hautfarbe hat, deutsch, französisch oder englisch spricht. Hautfarbe und Sprache, Religion und Nationalität sind ihn« gleich, Hauptsache ist, daß die Arbeiter für möglichst billigen Lohn möglichst viel und lanz arbeiten und sich nicht mucksen. Deutsche Kapitalisten haben aus Schweden Arbeiter kommen lassen, um die Löhne der veutschen Arbeiter zu drücken; englisch- : an Organssanon verdantt baden. JJHne ajr- Kapitalisten oder deren Agenten durchziehen häufig Deutschland, özlichkeit des Siegs. Mit Organ, satiou keine mit Hilfe deutscher Arbeiter die Löhne der englischen Arbeiter siederlage. Also organlslrt Euch.. Ihr drücken, und amerikanische Ausbeuter importiren Chinesen tau- sfott� tfV-rÄ m Pnirp r__...... w:. �___....... �______•« r/ �.. braucht nur zu wollen! Da» Schwert ist geschmiedet, da» Eure sendweise, um die Löhne deusscher und amerikanischer Ärbeiter Fesseln zerhauen, den Stahlpanzer durchdringen wrrd! Greift zu! herabzusetzen. So ist da« Kapital wahrhaft international, d. h. Der Rahmen der Organisation ist da: die sozialdemo-! alle Nationen umfassend, und so müssen auch die Arbeiter sich ver- kratische Arbeiterpartei mit ihren Gewerkschaften. Der binden und über die buntbemalten Grenzpfähle der einzelnen Staa- ten und Nationen hinaus sich brüderlich die Hände reichen.— Di« GewcrkSgenossenfchaftsmitglieder eine» Orte« vereinigen sich, wähle« Familie, Zerstörung der Bildung, den viehischsten Sinnengenuß,"an, a,e rtrve,rerparle, mn tyren iIewerr,-yasren: �er die tiefste Degradation des WeibeS! Bollständiger und ftecher kann. �hmen ist d« aber dw Reihen sind noch dunn, Tausende, man die Wahrheit nicht auf den Kopf stellen D,- alte Ge- � wo Hunderttausende fem sollten! Tretet � �_ sellsckast wirft unS ihre eigenen Verbrechen vor, um rahmen, tretet massenhaft ein, m hellen Haufen, und die Arbeiter- �hrx Beamten und schließen sich dem Vorort ihrer speziellen Ge derentwillen wir sie zum Tod verurtheilt haben. bataillone werden bald zu einer Arbeiterarmee anschwellen, werkschaft, sei eS die der Metall-, Bau-, Holz- oder Manufaktur DieUnordnung herrscht— dieSozialdemokratie will Ordnung. Gegner Trotz bieten kann. arbeiter, der Schuhmacher-, Schneider-, Klempner-, Buchbinder Krieg und Klassenkamps herrschen- die Sozialdemokratie. The.le und herrsche! ist die Losung der Feind- gewerkschaft-c., an. will Friede und Harmonie der Interessen— Abschaffung � zerbrechen wir wie Gla» das Die verschiedenen GewerksgenosienschaftS-Berwaltungen vereinü de« Klassenkampfes durch Abschaffung der Klassen. Doppchoch der Klassenherrschasi und der politl,chen Knechtschaft.. �n sich später und bilden einen Verband oder eine Union, und � � l' y...—." � � un\*Y0 Stmittrt TViÄ s�k w:„____ w_______ 5�.'._______ ev,..'.....*< e. DaS Eigenthum ist heut eine Lüge für die Mehrzahl der daS ist unsere Losung. Das sei die Euere!> die Unionen der verschiedenen Staaten und Nationen haben sich nschen, ein Raub ftir die Minderheit, für welche es keine Tretet em in die sozialdemon-atifche �veiterpartei, tttwt ein,. wiederum zu vereinigen und bilden den Internationalen Verband Menschen.>W I. WW xyge. Die Sozialdemokratie will Eigenthum für Jeder- mann. Sie will das Eigenthnm zur Wahrheit machen, dem Arbeiter den vollen Ertrag seiner Arbeit sichern, und dem kapitalistischen Plünderungssystem steuern. Die heutige Gesellschaft löst die Familie auf— die Sozial- demokratie will, indem sie die entsittlichende Klassenherrschaft be- seiügt, die Rechte der Familie zur Geltung bringen. Staat und Gesellschaft wetteisern heut mit einander, die Bil- dungSkeime in den Menschen zu ersticken, die ungeheuere Mehr- heit de» Volks geistig und körperlich zu verkrüppeln: die herrschende Minderheit zu korrumpiren— die Sozialdemokratie will gleiche und möglichst gute Erziehung für jedes Individuum: die möglichste Entfaltung aller Fähigkeiten in allen Menschen; För- dentng von Kunst und Wissenschaft; Kunst und Wissen- schaft zum Gemeingut de« Volk» gemacht. Dank den gesellschaftlichen und staatlichen Mißverhältnissen ist da» Weib heute rechtlos und in den meisten Fällen zur ehelichen oder— Jeder in die Gewerksgenossenschaft seine- Beruf», und der Triumph � oder die Internationale Union. So werden die Arbeiter aller der Arbeit über das Kapital, der Fleißigen über d,e Faullenzer, �er schließlich eine einzige ungeheure Macht, die ihre Verbin wird nicht ausbleiben. An dem Tag, wo die Mehrheit des ar- beitenden, leidenden Volks organifirt ist, können wir- die Hand ausstrecken nach den lockenden Früchten des Sieges. Darum säumt nicht! Treibt die Säumigen an! Je rascher die Reihen sich füllen, desto kürzer die Nacht de» Elend«. In Eurer Hand liegt Euer Geschick! Die Gewerksgeuoffeuschafte», ihr Zweck und ihr Ruhe». i Die Zeil der Zünfte und der Innungen ist vorüber. Die moderne Entwicklung der Gewerbe und der Industrie hat diese Verbände mit ihren beschränkten Zwecken gesprengt, haltlos und hilflos ist die Masse der Arbeiter der Macht der Kariiali-esiZir, ____!______ außerehelichen Prostitution verurtheilt;! d. h. der großen Arbeitgeber überliefert. Gezwungen zu arbeiten, ist der verkehr der Geschlechter unnatürlich und sittenlos— die um zu leben, muß der Arbeiter seine Arbeitskraft um l-den Preis Sozialdemokratie will die Emanzipation de» WeibeS, wie die losschlagen. Oft fremd mit den Lebens- und ArbeitS-Bedingungen j r. /W1.« r-...! ff � t f � rt*** m Li C/Xt*«• V* Ss C f' de«'Manne«; sie will vollkommene politische und soziale Gleichberechtigung und Gleichstellung de« WeibeS mit de« Orte«, an dem er seine Thätigkeit beginnt, fällt er häufig genug der schlauen Unterdrückungssucht seines Unternehmer» zum Einfluß; der Arbeitzeber verwahrt da« Geld, natürlich in seine« düngen in aller Herren Lander hat, und damit um so wirksamer der UnterdnickungS- und AuSbeutungSsucht de« Kapital» entgegen treten kann. Damit aber die GewerkSzenossenschaftSorganisation kein Phan tasiegebilde sei, sondern reelle Macht entfalte, müssen die Mitglieder sich in der Form von regelmäßigen Steuern ein kleines Opfer auferlegen, ein Opfer, das reichlich aufgewogen wird durch di« Vortheile im Falle der Roth. Jede GewerkSgeuossenschaft besitzt eine Krankenkasse, aus welcher die Mitglieder in Krankheitsfällen unterstützt werden. Kranken« lassen gibt e« zwar viele und eS wird wenige Arbeiter geben, dü einer soliden nicht angehören; wie sind diese aber meist beschaffen? Hat der Arbeiter ein Recht, die Verwaltung über diese Kassen, di« doch au» seinen sauer verdienten Groschen gegründet sind, auSzu üben? Nein! Arbeitgeber und Behörden legen die Hand darauf der Arbeiter hat nur zu zahlen. Die schlechtesten und verwerfliche sten Krankenkassen sind aber die überall bestehenden sogenannte« Fabrikkrankenkassen. Der Arbeitgeber ist der eigentliche Verwalte« der Kasse, die Arbeiter haben nur beratheude Stimme ohne jede« T-schäft, und mit Hilfe dieser Krankeukussengroschen müsicn ihm'Gemeinsamkeit der Interessen) beweisen und Einer für Alle, Alle die Arbeiter zum zweiten Mal seiuen Beitrag für die Kasse vcr- für Einen einstehen müssen. Der Arbeitgeber muß überall lernen, dienen. Wird der Herr bankerott, so ist'S die Kasse auch. in seinem Arbeiter den Menschen zu achten, und zwar als einen Oder: Ein Arbeiter, der Jahre lang in eine Fabrikkasse ge- Menschen, den nicht der Arbeitgeber auS Gnade und Barmherzig- steuert, wird alt und unbrauchbar. Man entläßt ihn. Der Mann, keit erhält, oder dem er„das Brod giebt", wie der beliebte Aus- der gewissenhaft seine Pflichten erfüllt, ist plötzlich aller seiner Rechte' druck lautet, sondern der umgekehrt den Arbeitgeber nährt, ihm verlustig; kommt er in Roth und Krankheit, so fällt er der öffcnt- i sein Wohlleben ermöglicht und für die Füllung seines Beutels sorgt. lichen Armenpflege zur Last und wird al» Lump angesehen. Oder: Wie aber die Arbeiter durch feste Organisation und brüder- ein Arbeiter omß auS irgend einem Grunde eine Fabrik verlassen; licheS Zusammenhalten in der Lage sind, ihre Lebensstellung zu wird er krank, bevor er an einem andern Orte oder in einer an- verbessern, so sind sie umgekehrt durch dieselben Mittel in der dern Fabrik in Arbeir getreten und sich die UuterstützungSrechtc Lage, zu verhüten, daß dieselbe sich verschlechtert, oder, wenn ausS Reue erworden hat, so ist er, wie der alte auS der Arbeit schlechte Zeiten und Arbeitslosigkeit kommen, sich über Gebühr geworfen« Arbeiter, auf die öffentliche Wohlthätigkeit angewiesen, verschlimmert. In solchen Fällen wird der Arbeitgeber sofort Da» ist das LooS des Arbeiter» in taufenden von Fällen. bereit fein, den Lohn zu kürzen, die Arbeitszeit zu verlängern, Wie steht e» aber mit der GewerkSgenossenschaftSkrankenkasse? wenn nicht die Arbeiter ihm die Zähne zeigen und, auf ihre gefüll- Da geht dem Arbeiter fein Geld nie verloren; an der Verwaltung! ten Kassen zeigend, ihm mit gänzlicher Verweigerung der Arbeit drohen. der Kasse und der Bestimmung der Gelder nimmt er den vollsten Antheil. Verläßt er eine Fabrik, eine Werkstatt, einen Ort oder Die Organisation und nur die Organisation kann dieses ver- hüten. Feinde der GewerkSgenossenschaften behaupten, Dieselben eine Gegend und tritt anderwärts in Arbeit, seiner Rechte geht wollten nur StrikeS machen, die Arbeitslöhne muthwillig erhöhen, — i»— 1 vie Arbeitszeit über das mögliche Maß ve: kürzen. Wer das sagt, der lügt. Die GewerkSgenossenschaften kennen die Gesetze, welche die heutige Produktion beherrschen, zu genau, um nicht zu wissen, daß eS nacb jeder Richtung hin ein Maß giebt, über daS sie nicht hinausgehen können, wollen sie nicht jede Arbeits- einstellung zu Grunde richten. Dieses Maß selbst ist allerdings nach dem jeweiligen Zeitpunkt verschieden; in günstiger Zeit hochstehend, sinkt es bei ungünstiger. Auch will keine GewerkSgenossenschaft die Arbeitseinstellung ihrer selbst wegen. Sind die Forderungen der Arbeiter, die bi» jetzt noch nirgends das Maß des Möglichen überschritten, in ftiedlicher Verständigung mit den Arbeitgebern zu erreichen, gut, dann wird jede Gewerksgenossenschaft mit Freu- den darauf eingehen. Weigern sich dessen aber die Arbeitgeber, behandeln sie die Arbeiter, wie es oft geschieht, noch hochmüthig von oben herab, dann müssen sie sich auch gefallen lassen, daß die Arbeiter jedeS ihnen zu Gebote stehende rechtliche Mittel ergreifen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Bon einem gesetzlich gewährleisteten Recht aber Gebrauch zu er nicht verlustig, er ist überall vollgiltigeS Mitglied, brüder ' licher Aufnahme und, im Falle der Roth, der Unterstützung gewiß. Wie mit der Krankenkasse ist e» mit der Wanderunterftützung. Das Wandern kommt allerdings mit der zunehmenden Großindu- strie immer mehr ab, aber dennoch kommt eS noch häufig genug vor, und Arbeitslosigkeit, Arbeitseinstellungen und ArbeitsauSfchlüsse machen eS oft auch zur Rothwendigkeit. Dann ist eS Sache der jüngeren und unverheiratheten Arbeiter, den älteren Platz zu machen, indem sie wandern, und sie werden dies um so lieber thun, je sicherer sie sind, eine Beihilfe zu erhalten und durch die Verbindungen der GewerkSgenossenschaft an einem andern paffenden Ort ein Unterkommen zu finden. II. Was wir bisher über den Vortheil der Vereinigung der�Ar- , beiter in GewerkSgenossenschaften gesagt, gilt in ganz besonderem Maße, wenn e« sich um Streitigkeiten mit den Arbeitgebern hau- I delt; sei eS wegen des Lohn«, der Arbeitszeit, der ArbeitSzeugnisse oder der Behandlung, oder wegen eines der sonstigen vielen! machen, dazu haben' die Arbeiter nicht allein das Recht, sondern Punkte, wegen deren der Arbeiter mit dem Arbeitgeber nicht selten auch die Pflicht, daS sind sie sich selbst, ihren Familie« und selbst in Conflikc kommt. I p�m Staat und der Gesellschaft schuldig. Denn Staat und Ge- Sicher ist, daß wenn der Arbeiter ausschließlich aus seine sellschaft stehen sich besser bei wohl genährten und geistig ftischen, Person und seine Mittel angewiesen ist, er in allen diesen Fällen, als halb verhungerten und geistig versumpften Arbeitern. sehr selten sein Ziel erreichen wird. Der Arbeitgeber hat die Waffe Auch wissen die GewerkSgenossenschaften zu gut, daß bei einer sofortiger Entlassung, gegen die dem Arbeiter nur die des sofor- Arbeitseinstellung der Arbeiter, der nichts hat, weit mehr leidet tigeu Weggangs bleibt; ein Mittel, da» in den meisten Fällen und viel mehr zu verlieren hat, als der mit GlückSgütern ver- seine Wirkung verfehlt, weil Andere da sind, die an seine Stelle scheue Unternehmer. So das Wohl des Arbeiters nach allen Seiten wahrnehmend, sucht die Gewerksgenossenschaft auch den Arbeitsnachweis asier- wärt» in die Hand zu bekommen, wodurch sie eine neue Waffe gegen die Unternehmer erhält, den Arbeiter vor Ausbeutung gewissenlosscr Agenten und Herbcrgsinhaber bewahrt, ihm jeder Zeit gnvifsenhaftc Auskunft verschafft und ihn davor schützt, daß .....—...„.------- er Zeit und Geld durch nutzloses Umherftagen nach Beschäftigung Von allen Waaren ist die Arbeitskrast diejenige, welche am opfern muß. ersten im Preise fällt und am letzten steigt. Sie fällt zuerst� Indem endlich die GewerkSgenossenschaft entweder ihr eigenes im Preise, weil sie sich nicht wie eine andere Waare austeben und Organ besitzt oder ein allgemeines Arbeiterorgan benutzt, in wel- auf Lager legen läßt. Jede Stunde, die sie brach liegt, ist für cheni sie den Ideenaustausch der Mitglieder vermittelt, wächst der ihren Besitzer, den Arbeiter, ein Verlust und er verspürt diesen � geistige Zusammenhang Aller stetig. Dies hebt den Arbeiter, macht um so rascher, da in ihr das einzige Mittel seiner Existenz liegt, ihn stolz und selbstbewußt und lehrt ihn sich fühlen als— Mensch. ihr Preis ihm nicht gestaltet Ersparnisse zu machen, sie um des: Darum Arbeiterl Zögert nicht, tretet ein in die Gewerks- lieben Leben» willen also losschlagen muß. Sie steigt zuletzt,' genossenschaften und kämpfet mit Euren Brüdern in Reih und treten. Gerichtliche Hülfe ist selbst da, wo daS klare Recht und das Gesetz aus Seiten des Arbeiter» sind, in den seltensten Fällen eine Hülfe, weil er den Gang des ProcesseS nicht abwarten kann, auf's Pflaster geworfen rasch nach Arbeit suchen muß und bei der Solidarität, dem innigen Zusammenhalten der Arbeitgeber, wenn e» sich um„unzufriedene, wühlerische" Arbeiter handelt, kein Unter- kommen am Orte oder feiner nächsten Umgebung findet. nachdem alle andern Waaren und namentlich auch die Lebens mittel längst gestiegen sind, weil der Arbeiter als isolirtes Einzel- wesen der socialen Stellung und Macht des Unternehmer» nicht gewachsen ist, weil er selten Ueberblick genug besitzt, um die gün- stigen Conjuncturen des Arbeitsmarktes auszunutzen, weil er in seiuen ebenfalls ifolirt dastehenden ArbeitSbrüdern eben so viele seindliche Concurrenten erblickt, die ihm daS Brod vom Munde wegschnappen', und weil der Unternehmer nie freiwillig, sondern nur gezwungen den bisher bezahlten Lohn erhöht. Lohnerhöhung wird also, abgesehen von Zeiten äußersten ArbeitermangelS, also„bei steter Nachftage nach Händen", Glied zu Eurem und der Euren Heil! Der Normalarbeitstag. „Der Mensch arbeitet, um zu leben, aber er lebt nicht, um zu arbeiten." Das ist ein Grundsatz, den jeder Arbeiter sich tief ins Gedächtniß prägen sollte. Arbeiten soll Jeder, aber essen auch, wenn aber heute Viele essen und zwar gut, die nicht arbeiten und Andere schlecht essen und wenig, die viel arbeiten, dann sind eS unsere ungerechten Zustände, die dem Besitzenden ennöglichen, auf nur Kosten des Nichtbesitzenden zu leben, der faulen Drohne gestatten, dann eiutteten, wenn der Arbeiter mit seineu Genossen sich ver-' vom Honig der fleißigen Biene zu zehren bündet scoalirt, daher der Name Coalition) und seine Forderungen Die Drohnen der heutigen Gesellschaft, unsere sogenannten stellt. Der vereinigten Macht der Arbeiter wird, wenn der Mo-:„Gebildeten und Besitzenden" zwingen die fleißigen Bienen, die ment der Forderung geschickt gewählt ist, der Arbeitgeber nunmehr Arbeiter, für sie zu schwitzen und zu arbeiten, und— möglichst eben so wenig widerstehen können, wie vorher der isolirte Arbeiter lange zu arbeiten. Je länger die Arbeitszeit, desto mehr Gewinn gegenüber der socialen Macht des Unternehmer». Soll aber den für den Unternehmer. Daß der Arbeiter seine Kraft aufteibt, gerechten Forderungen der Arbeiter nicht der gehörige Nachdruck frühzeitig zu Grunde geht, genirt ihn nicht; Menschenfleisch ist mangeln, dann müssen Mittel vorhanden sein. Genügende billig, stürzt der Eine, tritt ein Anderer an seine Stelle und die Mittel können aber nicht erst im Moment de« Kampfe» gesammelt wilde Jagd geht von Neuem los. werden, sie müssen vorher gesammelt sein, und darum ist eine Nun, die wilde Jagd währt so lange, als daS Arbeitervolk sie regelmäßige wöchentliche oder monatliche Steuer in der Gewerks- sich gefallen läßt und nicht zur Einsicht kommt. genossenschaft und ihre Auffammlung für Zeiten der Roth nöthig. Jede menschliche Arbeit erheischt Anstrengung, jede Anstrengung Der größte Theil der bisher mißglückten StrikeS(sprich Stteiks), Kraftverbrauch, jeder Krastverbrauch aber ist Abnutzung von Hirn wie man die Arbeitseinstellungen nennt, verdankt da» Unterliegen und Muskel. Wird Hirn und Muskel nicht ersetzt, so geht der der schlechten Organisation und den vorhandenen ge- Mensch zu Grunde; folglich ist die beständige zweckmäßige Erneue- ringfügigen Mitteln. rung von Hirn und Muskel eine Existenzfrage für ihn. Der Er- Neben der Organisation und den genügenden Mitteln müssen satz für beide« ist Nahrung und Ruhe. Beides in gewisser Quan- die Strikenden aber auch die Sicherheit haben, daß nicht fremde tität ist unumgänglich nothwendig, soll der Mensch normal gesund Arbeitskräfte an ihre Stelle treten, und deshalb ist es nöthig, daß und eine entsprechende Zeit am Leben bleiben. Gute Nahrung die GewerkSgenossenschaft sich überall hin ausdehnt, wo eS Ar- wird den Menschen in den Stand setzen, größere und länger: beiter des betreffenden Fache» giebt. Kein Mitglied einer Gewerks- dauernde Leistungen zu vollbringen, aber sie reicht allein nicht aus. genossenschaft wird alsdann an einem Orte in Arbeit treten, wo Ohne genügende Ruhe wird der Körper auch bei bester Nahrung end- seine Genossen sich im Sinke befinden; eS wird im Gegentheil sie lich entkräftet und zerfällt. Ist die dem Körper zugemuthete Au- nach Kräften moralisch und materiell unterstützen. Aber eine strengung groß, muß auch die Ruhe größer sein, um ihn in Stand Arbeitseinstellung(Strike) muß auch planmäßig vor sich gehen, zu setzen, seine Thätigkeit ohne Schaden an Gesundheit von Neuem d. h. e» darf nicht eher die Arbeit eingestellt werden, bis der wieder aufzunehmen. Ist die dem Körper gereichte Nahrung schlecht, günstigste Zeitpunkt da ist; e» dürfen ferner nicht die Arbeiter ein so bleiben seine Kräfte dementsprechend schwach und erfordern, um und derselben Branche an mehreren wichtigen Orten zugleich die regelmäßig thätig sein zu können Arbeit einstellen, wodurch die Mittel zur Unterstützung geschwächt als unter normalen Verhältnissen� _ l. l* rvr■ u___<._ Vv„ v»avmIC«"TN �... 1 eine längere Dauer der Ruhe und die Niederlagen der Arbeiter gewiß werden. Darum wieder ist die Centralisation der verschiedenen Orte unter eine gemein- same Oberleitung nothwendig, welche die einschlägigen Verhält- nisse genau prüft, für ausreichende Unterstützung sorgt, Zuzug ab- hält, die Abreise und Unterbringung jüngerer Arbeiter, die an der Arbeitseinstellung betheiligt sind, vermittelt. Also auch hier liegt wieder der ungeheure Vortheil einer guten und ausgedehnten Or- ganisation auf der Hand. Was von der Arbeitseinstellung zum Zwicke höherer Löhne gilt, gilt natürlich auch für Arbeitseiustelluagen zur Erreichung kürzerer Arbeitszeit. E» können aber auch noch andere Fälle z. B. Forderungen um Lohnerhöhung oder Verkürzung der Arbeitszeit vorkommen, welche «ine Arbeitseinstellung rechtfertige», ja nothwendig erscheinen lassen. Auck» Mißhandlungen, moralische wie thätliche, die nicht selten von Arbeitgebern oder ihren Beamten gegen Arbeiter ausgeübt werden, gehören unter die Fälle, wo die Arbeiter ihre Solidarität Diese einfachsten Grundsätze menschlichen Wohlbesinden» werden aber in der heutigen Welt geradezu auf den Kopf gestellt. Schlecht genährt, wie der Arbeiter ist, der die ganze Gesellschaft erhält, ist da» Maß seiner Ruhe auf das Aeußerste reduzirt. Kein Wunder daher das schmale, hohläugige Aussehen und die geringe Lebens- dauer der erwachsenen Arbeiter, die Schwächlichkeit, Kränklichkeit und entsetzliche Sterblichkeit der Arbeiterkinder! Will der Arbeiter seine Rasse nicht der AuSbeutungSsucht der Uaternehmerklassc zum Opfer fallen lassen, muß er neben besserem Lohn auf tüijcre Arbeitszeit dringen. Eine zwölf-, dreizehn-, vier- zehnstündige Arbeitszeit ist viel zu lang; dabei muß der gesundeste Körper zu Grunde gehen. Eine zehnstündige Arbeitszeit, wie sie in einigen Geschäften, Z. B. bei den Buchdruckern, bereit» einge- führt ist, ist da« höchste Maß der täglichen Leistung. Denn die zehnstündige tägliche Arbeitszeit, die, wenn sie selbst körperlich nicht anstrengend sein sollte, meist in dumpfen, schlecht gelüsteten Arbeits- räumen stattfindet und in einer einseitigen, mechanischen, geist- tödt-ndcn Beschäftigung besteht, erschöpft Körper und Geist de» kräftigsten Manne«. Für Beschäftigungen wie in Gruben und Bergwerken, Fabriken und gewerblichen Anlagen, in welchen die Arbeiter ungewöhnlicber Hitze, übermäßiger Anstrengung oder vielem Staub und Gestank ausgesetzt sind, ist auch diese Zeit noch zu lang und eine höchsten» 8stündige Arbeitszeit zu erfweben. Wäre der Staat wie er sein sollte, wären Diejenigen, welche die Gesetze machen und im Staat den Einfluß ausüben, nicht zu- gleich auch Diejenigen, welche von dem Schweiß de» Arbeiter« sich mästen, von seinem Arbeitsertrag sich die Taschen füllen, dann würde der Staat e» für seine Pflicht halten, durch strenge Gesetze eine normale tägliche Arbeitszeit für alle Arbeiter festzusetzen. Allem daran ist bei dem jetzigen Zustand unserer Staatsverwaltung nicht zu denken, und so muß der Arbeiter sich selbst helfen und sie sich erkämpfen. Als Einzelner kann er da« nicht, wohl aber vereinigt mit seinen Genossen, durch sesteS und entschiedene« Auftrete«. Darum Ein« tritt in die Arberterorganisattonen, namentlich in die GewerkS« genossenschaften. Alle Wünsche, alle Forderungen de» Arbeiter« bleiben unerfüllt, solange er die« nicht begreift und darnach hau« delt. Bei Vielen besteht nun die Befürchtung, daß kürzere Arbeit«- zeit ihnen verringerten Lohn bringe und ihnen da» Leben erst recht verkümmere. Wissenschaft und Erfahrung beweisen da« Gegen- theil. Der Arbeitslohn muß nach ökonomischen Gesetzen unter allen Umständen so hoch sein, daß die verlorene Arbeitskraft wie- der ersetzt werden kann, also die Kosten dcS gewohnheitsmäßige» Lebensbedürfnisse gedeckt werden. Thatfächlich ist auch nirgend« verkürzte Arbeitszeit mit verkürztem Lohn Hand in Hand gegangen. Wohl aber sind infolge kürzerer Arbeitszeit die Löhne fast überall gestiegen, und zwar weil der Arbeiter bei größerer Muße auch geistig regsamer wurde, durch geistigere Regsamkeit sich als Mensch zu fühlen anfing und nun auch verlangte, al» Mensch zu leben. Die Vereinigung, die ihm die Waffe gab, sich kürzere Arbeitszeit zu erkämpfen, gab ihm auch die Waffe, für höheren Lohn einzutreten. Was werden also die Folgen kürzerer und streng geregelter Arbeitszeit für den Arbeiter sein? 1) Er wird mehr Ruhe genießen, also seinen Körper besser kräftigen können und damit an Lebensdauer gewinnen; 2) die größere Muße wird ihm Zeit geben, sich auch geistig auszubilden, sich mit seiner eigenen Lage zu beschäftigen, darüber nachzusinnen und für ihre Verbesserung einzutreten; 3) die höhere geistige Regsamkeit wird ihm Muth und Spann« kraft geben und sein Bestreben auf bessere materielle Stel- lung lenken. Größere Bildung, höherer Lohn und endliche vollständige Befteiuug vom Joch der Lohnarbeit wird da» Resultat sein. 4) Das Familienleben, das bei langer Arbeitszeit, die in der Regel auch mit SonntagSarbeit verknüpft ist, vernichtet, die Kindererziehung, die dadurch vernachlässigt wird, gewinnen beide. Familienfteuden, die einzigen, die der Arbeiter sich verschaffen kann, sind nun erst ermöglicht. 5) Die Unregelmäßigkeit der Produktion, die heute bei einer großen Zahl von Beschäftigungen in furchtbarer Weise ein- gerissen ist, wird nach und nach beseitigt. 6) Endlich wird verkürzte Arbeitszeit die Conkurrenz der Ar« beitSkräfte vermindern, weil mehr von denselben gebraucht werden, wodurch naturgemäß die Löhne steigen. Der Normalarbeitstag ist somit eine» der wichtigsten Ziele der Arbeiterbestrebungen; er ist sozusagen der Schlüssel, der lhue» die Thllre zu ihrer vollständigen Befreiung aus der Lohnsklaverei und auS dem Joch des Unternehmers eröffnet. Aber eine solche Er- rungenschaft fliegt den Arbeitern nicht in den Mund, sondern sie will erkämpft fem. Was dem Arbeiter nützt, schädigt.in der Regel den Unternehmer, den Bevorrechteten und Ausbeuter,' die beider- seitigen feindlichen Interessen platzen in erbittertem Kampfe auf einander und der Arbeiter kann— zum letztenmale sei'S gesagt— nur siegen, indem er sich vereinigt, sich organistrt. Ohne Or« ganisation kein Sieg, ohne Organisation keine Rettung! Die Preffe. Wa» ist die Presse?„Die Presse ist die sechste Groß- macht", sagen ihre Bewunderer. Wir sind nicht ihre Bewunderer und sagen: die Presse ist die erste Großmacht. Die Presse ist die große Fabrik, welche die„öffentliche Meinung" anfertigt; und zugleich der Nürnberger Trichter, durch welchen die„öffentliche Meinung" in jeden einzelnen Schädel hineingeschüttet wird. Sie ist die Amme des Volk», das sie mit dem Brei der von ihr zurecht« gekochten Gedanken und Gefühle aufpäppelt. Mächtiger al» der konstitutionelle Fabel-König, der nur regiert aber nicht herrscht, führt die Presse ein unbeschränkte» Szepter: sie herrscht und regiert; und der stolzeste, Volk verachtendste, fteiheitsfeindlichste Despot er- kennt ihre Gewalt an, beugt sich vor ihr. Aber wie übt die Presse ihre Macht aus? Im Interesse der Gesammtheit? Um daS Volk aufzuklären und zu bilden?' Sucht sie die Schäden in Staat und Gesellschaft zu heilen? Ist sie die Rächerin des be« lcidigtcn Rechts? Reicht sie die Hand dem Unterdrückten? Erhebt sie das Schwert gegen den Unterdrücker? Nein, und nochmals Nein! Nehmt die Zeitungen durch, wie sie Euch vorkommen: Re- gierungSorgane, offizielle und offiziöse— fortschrittliche Blätter, liberale, frei-konservative, konservative, ultramontane. WaS findet Ihr darin? Was bieten sie Euch? Die Einen verherrlichen den Staat, der Euck knechtet und aussaugt; die Andern ssingen Psalmen auf die Gesellschaft, welche Euch an die Galeere de« Elends und der Lohnsklaverei angeschmiedet hat; die Dritten streuen Weihrauch der Kirche, die seit mehr als anderthalb Jahrtausenden daS Volk in Unwissenheit und Knechtfeligkcit zu erhalten bemüht gewesen. Untereinander oft uneinS, sind diese Organe de» Staat», ver Gesellschaft, der Kirche stet» einig, so oft e» gilt, den Anstren- gungen des Volks zu seiner Befteiung von dem dreifachen Joch des Staats, der Gesellschaft und der Kirche entgegenzutreten. Keine Niedertracht, welche die Presse nicht für Hochsinnigkeit auszugeben; kein Verbrechen, da« sie nicht zu einer großherzige» That umzufälschen bereit wäre; kein Schurke, dem sie nicht den Lorbeer de» Ruhm» oder den Eichenkranz der Bürgertugenh auf'« Haupt setzte,— wenn eS ihr zweckdienlich erscheint, denn„der Zweck heiligt da» Mittel," und der Zweck ist, Staat, Gesellschaft, Kirche mit allen herrschenden Mißbräuchen und Ungerechtigkeiten zu erhalten und zu stärken. Wa» diese Presse gestern erhöhte, da« zieht sie heute in den Staub; wa« sie gestern in den Staub zog, hebt sie heute zu den Sternen. Vor dem Abenteurer, den sie gestern mit Füßen trat, weil er ein verlornes Spiel zu spielen schien, liegt sie heut, da Fortuna ihm gelächelt, anbetend auf den Knieen, um morgen, hat die launische Glücksgöttin ihm den Rücken gekehrt, ihr EintagSidol wieder in de» Koth zu ziehen. Dcr Moloch bU Kriegs ecrfchlingt H»udertta»sende—.Heiliger Krieg! Ruhmvoller Tieg!- trompetet die Presse.»Sei stolz, Volk, daß Deine Söhoe auf da« Schlachtfeld geführt werden! Daß ihneu die Brust von tödtlichem Blei durchbohrt, daß ihnen der Schädel von Granatsplittern zerschmettert, der Arm durch Säbelhiebe gelähmt wird; daß sie mit der Gistluft de« Hospitals Siechthum und Tod einathmen— himmlische« Vergnügen, ewige Ehre! Ebenso himmlische« Vergnügen und ebenso ewige Ehre al« dem Bruder an« dem Nachbarland, welcher in ander« gefärbte Uniform gesteckt worden, um sich dasselbe himmlische Vergnügen, dieselbe ewige Ehre»u bereiten!- Da« arbeitende Volk quält und schindet sich in ungesunden Fabriken, in verpesteten Werkstätten, um mit seinem Schweiß und seinem LebeuSblut die Glücklichen zu mästen, die durch Zufall oder schlechte Gesetze oder gewissenlose Ausbeutung ihrer Mitmenschen m den Besitz der zur kapitalistischen Produktion nöthigen Arbeit«- instrumente gelangt sind— e« wird ärmer und ärmer, während tue, für welche e« arbeitet und die selber nicht oder nur leicht arbeiten, reicher und reicher werden; e« kann seine Kinder nicht erziehen; e« hat kein traute« Familienleben: die Knaben und Mädchen müssen im zartesten Alter dem nimmersatten Kapital in' den Rachen geworfen werden; die Frau wird de« Manne« Mit- sklavin, seine Konkurrentin, und muß sich in das nämliche Joch spannen lassen, statt ihrer Häuslichkeit vorzustehen.— Häuslichkeit! Leeres Wort für den Arbeiter! Grausamer Hohn! Er hat keine Häuslichkeit, so wenig er eine Familie, so wenig er Eigenthum ha». Und die Presse— zieht sie diese Mißstände, diese Gräuel! an'« Licht? Bon Zeit zu Zeit spricht sie davon, aber nichi um Abhülfe zu schassen, nein, blo« um durch die zur Schau gerragen e Sympathie den Arbeiter ans die Leimruthe zu locken, um da« Proletariat zu „Stimmvieh-«der zu einem Choru« verächtlicher Hurrahschreier herabzuwürdigen. Insbesondere die Junker- und Pfaffenpressc macht gern in Sozialdemagogie nnd sucht die Arbeiter gegen die Bourgeoisie zu Hetzen, inoem sie derselben die Ma«d» Dienstag Abend statt bei Schell- A. Heuer, Bevdllm., Schbppeustädlerstraße Nr. 47. I (P(n Einladung zum Pestball s«;ialdtmskratische» Arbeiterpartei. Sonntag, den 30. November, von Abend« 8 Uhr ab, im großen Saale de«„Odcum"(Eigelstein) zum Besten des Reichs- tagswahlfond«. Karten sind zu haben in den Partcivcrsammlungcn, im Ver- cinSlokale bei Breuer und beim Eolporteur de«„VolkSstaat". Entrs an der Kasse 7 1a Sgr. 2a*]__„Das Festcomitö". J�T�vTTI Allgemeiner BöUcher-(Kstper-)Ber»in. Der Verkehr und unentgeltliche Arbeitsnachweis für Böttchergehilfen befindet fich ZahnSzasse 21 d beim Gastwirth Pesch«!.—! Reiseunierstützung ist bei dem Bevollmächtigim W. Petters, Rofenweg � 66, 4. St., in Empfang zu nehmen. Zugleich machen wir darauf aus- merlsam, daß in der Zeit des Striles unsr« Arbeitgeber ein» Arbeits- nachwei» mit bcsondern Bedingungen eingerichtet haben, und bitten wir, daß fich alle znreisendm Gesellen an vbm erwähnien Arbeitsnachweis von unfrer Seite wenden miigen._ Petters, Bev. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Dienstag, d» 25. Nov., Abend» 8 Uhr: Versammlung, Gewandzäßchen 4, I. Et. Tages-Srd-l Dringende Berelnsangelegenhetten._ Der Bev. feijiffg nung: �<>1 hilft Gewerkschaft dcr Melallarbeiter. Montag, den 24. November:873, Sitzung bei Arnhold, � Rciidnitzerstraße.— Tagesordnung: Wahl eines ErgänzungSmitg'ltdt« zur Conttoltommifion,— Gleichzeitig Aufnahme neuer Mitglieder. j ttathlill So;.-dem. Arbeiterverein. Die Bereinsfitzungen werden von nun an Freitag« Abends 8 Uhr bei Herrn Restauratenr Ja bin, Turncrstraße, abgehalten. Gäste willkommen. Zugleich bringen wir allen Mitgliedern zur Kennwiß, daß in der letzten geschlossenen Mitgliederversammlung beschlossen wurde, für die nächsten drei Mouate eine Extrasteuer von 2'/, Nzr. pro Mitglied zur! Wahlagitation zu erheben. Ter Vor stand. s3a s Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Die Versammlungen finden jeden Montag regelmäßig im! Holsteinischen Hause, Marlesgrube bei Herrn H. Schmidt, statt. Die Parteigenoffm werden ersucht, größere Pünktlichkeit im Besuche s der Versammlung walten zu lassen. A. Lustermann, Berlrauensmann. Lübeck Bürgschaft deS Sieg» in unseren Händen. Die vereinigte Junker-, Bourgeois- und Pfaffenpresse kann nur durch eine, von dem ar- bettenden Volk mit allem Nachdruck unterstützte Arbeiter- nnd Bolkspresse überwunden werden. Und mit der Herrschaft ihrer Presse verlieren die Feinde de« Volk« die Unterlage ihrer Herrschaft in Staat und Gesellschaft. Also nieder mit der Junker», Bourgeois- und Psasfen-Prefse! Und hoch die Presse de« arbeitenden Volk«! � Reichstagswahl. Männer der Arbeit! „tyudqmä delirant reges, plectuntur Achivi!"(Was die Fürsten verschulden, müssen die Völker büßen.) So meint ein Poet aus grauer Zeit, und ein Blick auf die Geschichte aller Völker mag Euch zeigen, ob er Recht gehabt oder nicht. Fond für pol. Gemaßregelte. Von E. M. Landau 1 Thlr.____________ Partei Wahlfond. Vom Verein der Sattler und Bernssgenossen in Leipzig 15 Gr. Von Vgl hier 1 Thlr. Bon E. E. St. Königsberg 20 Gr. Bon Fl. H. in Fulda 1 Thlr. Von Stcklbg hier 1 Thlr. 16 Gr. 5 Ps. Fink. Wahlfond f. v. 12. n. 13. sächs.«»hltteis: Vom Kegelklub der Rothen Leipzig 5 Thlr. Hadlich. ReichStagswahlsond für Berlin. Zur Wahl I. Jacoby's ges. beim Arbeiterfest am 15. Nov. 12 Thlr. 5 Gr., durch A. M. u. B. 1 Thlr. Ig Gr., durch Eigarrenarbeiter Große 7 Gr., durch Maschinenbauer Grausen 1. Samml. 1 Thlr. 10 Gr. 3 Ps., 2. Samml. 1 Thlr. 12 Gr. 6 Pf., Samml. in der Parteiver- sammlnng 2 Thlr. 21 Gr. 9 Pf. Heinsch. Thonberg u. Umgegend Abmd» 8 Uhr: Versammlung.— Vortrag von Hrn. Voigt. Discusfion.! Fragekasten. Sämmtltche Mitglieder werden in Betreff der bevorstehenden Reich«- tagswahl ersucht, zu erscheinen.____ Der Borstand. Den Partei- und Gewerksgeuoffen hiermit zur Nachricht, daß fich meine Wohnung von jetzt an «äangellr. 9, 2 Fr. befindet.- Chemnitz. Stich.«. I. Wolf. Geschäftsführer der Melallarbeiter-Gewerkschast t __ und Vertrauensmann der s.«d. Arbeiterpanci. Hochwichtig für Herren-Schneider. Das Lohr-Institut für Ilorrenschnoider in Eadeberg bei Dresden| beginnt seinen Cnrsus Anfang Jannar 1874. Unterricht im Maassnehrnen und Zuschneiden nach der rühmlichst I bekannten Methode des Herrn F. A. Mayer, verbunden mit Buch-j ftihrung, Correspondcnz etc. Tzchncke k Mayer. Prospekte gratis.__(OhS.) i Soeben ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Ein Jahrhundert der Revolutionen. Gcschiditlichc Entwick- luiig der Kämpfe für und gegen die Bölkcrfreihcit, vom amerikanischen Unabhängigkeitskriege bis in die neueste Zeit.i Von Ludwig Wittig.(Verlags- Magazin in Zürich.) Lief. 1 u. 2 ä 5 Sgr. (Das Werk erscheint in circa 20 Lieferungen.) Die sozial-demekratische Zeitung„Tagwacht" äußert fich hierüber u. a. folgendermaßen:...„Schon die erste Lieferung läßt un« das vor- liegende Werk eiuer besondern Beachtung würdig erscheinen! und wenn die folgenden Theil« desselben dem Inhalt de» bis jetzt Er-! schienenen in Gediegenheit entsprechen, so wird hierdurch in der That! eine Lücke in der sozial-polttisch-geschichtlichen Literatur ausgefüllt werden, j Und das gilt ganz besonder» hinsichtlich der literarischen Bedürfnisse de« Arbeiter«. Denn wenn es schon im Allgemeinen richtig sein dürste, daß! eine engere Zusammenfassung und Zusammenhang« Darstellung der re-> volntionären Ereignisse von Interesse ist auch für Denjenigen, der den. Entwicklungsgang dcr menschlichen Gesellschaft im Detail und in der� Universalitat der Weltgeschichte studiren kann, so ist die« um so gewisser! der Fall hinfichllich der Arbeiterklasse, welche hierzu weder die pekuniären Mittel noch die Zeit besitzt." Bon der Buchhandlung de«„Bolksstaal" ist zu beziehen: Kecker, Joh. Phil., Wie und Wann? -- Geschichte dcr süddeutschen Mai-Revolution -- Vorbote Soz.-pol. Monatschrist.(6 Jahrgänge, 1866-1871)............. 27.—. 2.-. 3. Allen Parteigenossen zur Nachricht, daß ich am 15. Novbr. VklUH Weberstraße 32, eine Leihbibliothek und Mchbinderei errichtet habe. Gleichzeitig nehme ich Bestellungen auf sämmtlich« er- erscheinende Journale und sozialistischen Schriften entgegen. Bitte um geneigten Zuspruch. G. Sorge S.' Soeben ist im Berlage der Genossenschaftsbuchdruckerci erschienen und durch die Buchhandlung des„Bolksstaat" zu beziehen: Die Parlamentarische Thätigkeit dt5 Deutschen Kttchstnges und der. Mndtnge und die Soziat- Demokratie. Nebst einem Anhange, enthaltend: 1) Winke für die Agitation, 2) die wichtigsten Bestimmungen der deutschen Vereins- und Bersammlungs- gesetze, 3) des Reichswahlgesekes, 4) der Reichswahlgesetz-Verordnung, 5) des deutschen Strafgesetzbuches, 6) Programm dcr sozialdemottatischcn Arbeiterpartei, 7) Liste dcr bei„Gründungen" hervorragend beiheiligten Reichstags- und Bundcsrathsmitglieder. Vielfach ausgesprochenen Wünschen ciitgegcnkommcnd, haben wir von dieser Schrift eine Partie Exemplare in Pappe binden lassen, und werden hierfür, um den Absatz möglichst zu er« leichtern, nur den Selbstkostenpreis(ä Stck. Va Sgr.) berechnen. Der Preis stellt sich demnach folgendermaßen: pr. Stück getuude» 3'/» Sgr.(12 Kr. süddA; brach. 3 Sgr.(10'/, Kr. südd.); im Dutzend pr. Stuck gebunden 3 Sgr.(10'/, Kr. südd.); brach. 2'/, Sgr.(S Kr. südd.); gegen baar oder Posworschuß im Dutzend gcbondeu pr. Stück 2'/, Sgr.(9 Kr. südd.); brach. 2 Sgr.(7 Kr. südd.) Wf- Pr. Kreuzband beträgt der Preis pr. gebundene» Exemplar 4'/, Sgr., pr. brach. Exemplar 4 Sgr. Leipzig: Verantw. Redakteur: Casper.(Redaktion und Expedition Zeitzerstr. 44.) Druck und Verlag der Genoffenschastsbnchdruckerei.