Erscheint in Leipsig Mittwoch, Freitag.Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In-».Auslandes. Filial-Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. sorge, vor 101 HodoKeu, X. J. Wm. LuederS, 409 Maystr. Chicago, J1I. Peter Haß, 8. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Der VWW Abonneinenispreis: Für Preußen incl. Stempel- steuer 21'/, sgr., für die ührigen Deutfchcn Staaten 16 Sgr. pro Quartal. Monat»- Ab onnement» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf dcn titcn u. Zken Monat und auf den ZIen Monat besonders an- genommen, imKgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altcnburg auch aus den 1 ten Monat ü 5 Sis Sgr. angenommen. OrgandersozialdemokratischenArbelterparteiundderinternationalenGewertsgenosienschaften. 116 Abonnements aus den„Bolksstaat" für den Monat Dezember zu 5'/s Mugroichen werden bei allen deutschen Postanstalten, für Leipzig zu 6 Ngr. bei der Expedition, Zcitzcrstraße 44, und bei dem Eolporlcur Müller; für die Umgegend von Leipzig bei den Filiale expeditioncn: für Volkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefeld ic. bei O. Stelzer, Reudnitz, Äapellengasse 11, 2 Tr., für Plagwitz und Lindenau k. bei Frau Hohe, Roßmarkt Nr. 9, in Lindenau, für Connewitz«. bei Teubert, Lornaische Straße 197, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Rr. 87 daselbst entgegengenommen. Parteigenossen! ermüdet nicht, auch fernerhin allerorts nach Kräften zur Wcitcrvcrbrcitung des Parteiorgans beizutragen. Die Redaktion und Expedition des„Dolksllaat Tie«Vossische Zeitung" schreibt und die„Norddeutsche Allge- meine Zeitung" druckts nach, daß in der nächsten Zeit alle Fraktionen des preußischen Landtags sich mit der ReichStagSwahl beschäftigen werden, vm Comil6S zu ernennen. Die„Vosstsche Zeitung" hält diese Maßregel sür um so nothwendiger,„als die sozialdemokratische Partei, welche den Landtagswahlen fern blieb, entschlossen scheine, nicht nur in den größeren Städten Preußen?, sondern aller Orten im Reich alle Hebel in Bewegung zu setzen, um möglichst viele der ihrigen in den Reichstag zu bringen." Unsere Parteigenossen werden die Befürchtungen und Ver- Wuthungen unserer Feirde zu rechtfertigen wissen, indem sie durch die äußersten Kraftanstrenguugen einen möglichst großartigen Sieg unserer Partei zu erfechten suchen. Es gilt unsere Ehre, da muß Jeder jede Minute Zeit und den letzten übrigbleibenden Groschen dransetzen. Wir ersuchen unsere Parteigenossen, uns über den Gang der Wahlagitation stets auf dem Laufenden zu erhalten. DaS Beste wird sein, wenn jedes Bezirkswahlcomilö ein Mitglied aus seiner Mitte ernennt, welches die Parteipresse von wichtigen Vorgängen sowohl auf unsrer Seite wie auf Seite der Gegner zu unterrichten hat. Die eingehenden Wahlnachrichten werden wir stets an der Spitze des BlattcS veröffentlichen. In München ist Seitens der Arbeiter im ersten Wahlbezirk Pröbstle, im zweiten Geiser ausgestellt. Die Parteigenossen in Pforzheim haben als Candidaten Johann Jacoby aufgestellt, das Gleiche geschah im Bamberger Bezirk. Im holstein'schen Bezirk Altona-Wandsbeck wird Seitens unserer Partei Bebel gegen Hasenklever candidiren. Im IS. sächsischen Bezirk Frankenbcrg-Mittweida-Burg- städt haben sämmtliche gegnerische Parteien unserm Parteicandi- daten Vahlteich den 1)r. Gensel in Leipzig gegenübergestellt. Von den Parteigenossen in Cöln ist ZierfaS(Mainz) von der sozialdemokratischen Arbeiterpartei als ReichStagscandidat auf- gestellt worden. Für den Wahlkreis Lennep-Mettmann, den früher einmal Hr. Fritzsche im Reichstag vertrat, ist auf einer Delegirten-Con- fercnz der Parteigenosse in Ronsdorf Carl Hennig als Candidat bestimmt worden. Wir werden nächste Woche daS Verzeichniß fämmtlicher Seitens unserer Partei aufgestellten Candidaten veröffentlichen und bitten demgemäß um sofortige Mittheilung der erst neuerdings Auf- gestellten. — Wie neuerdings versichert wird, sollen die Wahlen erst im Januar, statt im Dezember stattfinden. Die HinauSschiebung deS Termins kann uns recht sein, ändert aber an unserer Thätigkeit nichts; diese muß unausgesetzt fortdauern und mit immer größerem Eifer betrieben werden! An die WahlkomitvS und die Agitatoren in Sachsen! Um die Agitation in möglichst praktischer Weise und ohne Zeitverlust, namentlich in weil ausgedehnten Bezirken betreiben zu können, ist es nothwendig, daß sich die ComitöS und die Agita- toren mit einer genauen Karte von Sachsen versehen, welche sämmt- liche Orte des Landes nebst den Verkehrswegen enthält. Wir empfehlen als solche diejenige von C. Gräfe, welche in allen Buch- Handlungen und durch die Expedition des„Volksstaat" zum Preise von 12'/> Groschen zu haben ist. Da daS OrtSverzeichniß der einzelnen Bezirke durch das Centralwahlkomits den Bezirkswahl- kvniites bereit» zugesandt worden ist, werden diese mit leichter Mühe sich aus der Karte zurccht finden und ihren Bezirk abgrenzen können. Ztresde«. An die Wähler des 11. sächsischen Wahlkreises (Würzen, Grimma rc. ic.). Nachdem der von der LandcSver. sammlung in Chemnitz sür den 11. Wahlkreis vorgeschlagene ReichStagS-Kandidat W. Fink in Leipzig durch verschiedene Gründe veranlaßt, seine Kandidatur zurückzuziehen sich gcnöthigt sah, hat der Landeswahlausschuß in seiner letzten Sitzung beschlossen, den Wählern genannten Wahlkreise«, den Drcchslcrmeister August Bebel aus Leipzig, derzeit auf Hubertusburg, als Kandidaten vorzuschlagen und die Wähler des 11. Wahlkreises zu ersuchen, in ihrer Agitation zu den bevorstehenden Reichstagswahlcn von diesem Vorschlag Notiz zu nehmen und ihre Stimme nur den vom LandeS-WahlauSschuß vorgeschlagenen Kandidaten August Bebel zu geben. Zugleich ersuchen wir die Parteigenossen in Würzen, Grimma und anderen Orten deS 11. Wahlkreise«, uns umgehend Nachricht über ihre Vorarbeiten zu den Wahlen zukommen zu lassen. Im Namen deS Landes-WahlauSschusseS: I. Auer, 1. Vorsitzender. A. Otto Walster, I. Schriftführer. Mittwoch, 26. November. Stolkberg, 23. Nov. An die Wähler de« 19. sächsischen Wahlkreises. Bei dem plötzlich und unvermuthet näher gerück- ten Wahltcrmin der ReichStagSwahl werden alle Parteigenossen und Wähler allerorts nochmals aufgefordert, da, wo sich noch keine Lokalcomitö'S gebildet, solches eiligst schnell zu thun und die Adressen anher gelangen zu lassen. Solche Parteigenossen, welche sich über irgend Etwas im Unklaren befinden, mögen sich an daS Centralwahlcomitö wenden, welches bereitwilligst Auskunft und nölhige Anweisung ertheilt. Wir, sowie alle Parteigenossen allerm tS, wissen sehr gut, daß gerade der gewählte Zeitpunkt sür die Arbeiter ein sehr ungünstiger ist; es schadet aber nichts; eS gilt auch dieses Mal zu beweisen, daß wir, die wir an und für sich die große Mehrzahl sind, auch dieses Mal stark sind uNd vor keiner Beschwerden scheuen. Treten wir Alle mit Energie ein in den Kamps und halten wir einen Jeden an, sein Recht zur Gel- tung zu bringen. Die Unkosten werden bestritten. Also lustig an'S Werk. Glück auf zur Wahlschlacht! Das Central-Wahlcomitö: Fr. Oesterreich, 1. Vorsitzender, Schlossgasse; K. Ehrentraut, 2.„« E. Bachmann, Kassirer, Herrenstraßc; E. Ficker, 1. Schriftführer; O. Neubert, 2. Schriftführer; I. Lorenz, El. Becker!, Beisitzer. Alle Briefe und Correspondenzen wolle man adressiren an Fr. Oesterreich, 1. Vorsitzeuder, Schloßgasse in Stollberg. RB. Es hat sich hier die Meinung verbreitet, unser Candidat Liebknecht habe noch ein volles Jahr Festungshaft zu ver- büßen. Das ist salsch. Liebknecht wird im April nächsten Jahres (1874) frei, hat also nur noch fünf Monate das Vergnügen, auf HubertuSburg zu residiren. Kurth, 19. November. Die Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiterpartei hier haben in der Veyanimlung vom IS. dS. Mts. den Parteigenossen Gabriel Löwen stein als ReichStagSkandidaten für den Wahlkreis Fürth Erlangen aufgestellt und ein Central- Wahlcomitv ernannr zur Betreibung der Wahlagitation. Sollte ein gewandter R�ner m die Nähe von Fürth kommen, so ersuchen wir denselben hiermit, an die unterzeichnete Adresse eine Nachricht hiervon gelangen zu lassen. Die Reichstagswahlen sind ja die beste Gelegenheit zur Ve»h»«Uuug der sozialistischen Idee. Im Auftrag: Ter Vertrauensmann: Philipp Herpfer, Gustavstraße' 7, 2 Stade. Unterzeichnetes ComitS giebt hierdurch den" Partei- genossen und Freunden der Devise„gleiches Recht für Alle" im 18. hannoverschen Wahlkreise bekannt, daß von den Stader Partei- genossen Herr Th.?)orck auS Hamburg als Kandidat für die bevorstehende Reichstagswahl in obigem Wahlkreis aufgestellt worden ist. Das Comitö fordert die betreffenden Wähler auf, auch ihrer- seitS nach besten Kräften für dessen Wahl zu wirken. �_'_■. DaS Comit6. 1873. Moderne Folter. In der bayrischen Abgeordnetenkammer ist vom Abgeordneten Lerzer nachstehende Interpellation an das Kriegsministerium ge- richtet worden: „In Neumarkt in der Oberpfalz starb im Sommer heurigen Jahres ein Soldat der dortigen Garnison Namens Plattner, der wegen seiner Leiden, die er im Dienste auszustehen hatte, im Leben schon als Märtyrer gehalten und als solcher auch im Grabe noch geehrt wird. Die stets frischen Blumen auf seinem Grabe und das eigens von dortigen Bewohnern auf dasselbe ge- setzte vergoldete Kreuz geben laut Zeugniß hievon. Das Martyrium dieses Soldaten bestand neben einem beständigen Gehirn- leiden, in Folge dessen er oft vom Pferde stürzte und seinem Dienste nicht gehörig vorstehen konnte, was ihm aber als Ver- stellung angerechnet wurde, in Dunkelarrest bei Wasser und Brod, in Säbel- und Peitschenhieben, in Fauftschlägen und Fußtritten, in Untertauchen in der Pferdeschwcmme und an den tiessten Stelleu, in welcher er anstatt zu reiten, sein Pferd an der Hand führen mußte— wegen angeblicher Reinigung wurde er mitten im Winter und bei sehr großer Kälte in einem ungeheizten Saal in eiskaltes Wasser geworfen— in eigens kommandirtem Darüberreiten, nachdem er vom Pferde gestürzt zu Bodeu lag, und in den gröbsten Beschimpfungen. Die mittelbaren oder unmittelbaren Urheber dieser Leiden waren ein Bataillons- arzt, der den leidenden Zustand �es Plattner nicht zu verstehen schien, indem er ihm noch am Sterbetage Verstellung vorwarf, ein Premierlieutenant, der ausdrücklichen Befehl zum Wasierwerfen, zum Darüberreiten, zu Faustschlägen w. je. erlheilte, ein Wachtmeister und zwei Korporale, die ihn fast täglich mit Säbel- und Peitschenhieben, sowie mit Fußtritten traktirten. Sogar am Todes tag soll er noch vom erwähnten Wachtmeister gedrosselt worden sein. So spricht sich die Volksstimme in und um Neumarkt aus, dasselbe bestätigten auch zehn von mir vernommene Augen- und Ohrenzeugcn. Wenn man nun bedenkt, daß dieses geschehen ist von zum Theile Gebildeten, und in einer Zeit, wo die glorreicben Erfolge(Der deutsche Micbel kann selbst bei solchen Angelegen- heilen sein mordspatriotisches Wasser nicht halten. Rev. d. V.) des letzten Krieges, an dem ja auch unsere bayrische Armee und gewiß auch die gemeinen Soldaten, zu denen Plattner gehörte, so hervorragenden Antheil nahmen, in noch so frischem Gedächtnisse stehen; in einer Zeit, wo aus Rücksichten der Humanität und in löblicher Weise Vereine selbst zum Schutze der Thiere bestehen und nach den bestehenden Gesetzen deren Mißhandlung bestrast wird, dürfte es der allgemeinen Volksstimme, sowie Vertretern des Volkes nicht zu verargen sein, wenn sie sür solche Unthaten Sühne ver langen. Man wird eine entsprechende Sühne um so gerechtfertigter finden, als bei Straflofigkeit solcher Fälle, dieselben sich sehr leicht vervielfältigen und Nachahmung finden könnten, und der sonst so edle(ah! sonst ist er„edel"! Red. d. V.) Militärstand zum Schrecken nicht nur unserer Söhne, sondern auch ihrer Eltern und Anverwandten, sowie aller mit Gefühl be- gabten Menschen sich gestalten müßte. Deßwcgeu erlaube ich mir an das königliche KricgSministerium die Frage: 1) Hat dasselbe Kenntniß vön' eben genannten Mißhandlungen und amt- liche Untersuchung gepflogen? 2) WaS ist zur Bestrafung der Thäter geschehen? evenwell 3) waS gedenkt die Kriegsverwaltung hiegegen zu thun?" Ja, endlich bekommt so ein guter„Patriot" einmal eine Ahnung davon, daß„der Militärstand ein Schrecken aller»lt Gefühl begabten Menschen" werden muß. Der Herr Kriegsminister Pr an ckh hat auf diese Interpellation geantwortet und gesagt, daß es richtig sei, daß Plattner gehirn- krank gewesen, daß der Arzt die» nicht erkannt, daß Plattner als Simulant(als ein sich absichtlich Verstellender, krank stellender) betrachtet und mit Dunkelarrest bestraft worden sei. Daß er mißhandelt worden, sei nicht wahr. Da« kann allerdings Jeder 'agen und braucht noch nicht einmal bayrischer Kriegsminister zu ein. Der Herr Kriegsminister bemerkte noch, daß er die„An- chuldigungen als gehässtge, tendenziöse Entstellungen in ihre ge- bührenden Schranke« zurückweise" und damit fiel der parla- mentarische Vorhang über eine der scheußlichsten Greuclthaten unserer„modernen Civilisation". Das„hohe Haus" ließ eS sich in deutschem ManneSmuth natürlich gefallen, daß damu die Interpellation erledigt war. Wie wenig eS gefruchtet hat, daß die Plattner'schc Angelegen- heit, die schon vor Monaten durch die Presse ging, an die Oeffent- lichkcit kam, zeigt nachstehende Plattnerei, die das„Fürther dcwo- kratische Wochenblatt" auS Nürnberg erzählt. „In der Bärenschanzkaserne dahier befindet sich der Soldat Alt, der Sohn eine« wohlhabenden Müllers. Derselbe erlitt schon in frühester Jugend eine Beschädigung durch einen Mühl- wagen, wurde aber vollständig wieder hergestellt, und seiner Zeit konskribirt. Während seiner Anwesenheit beim Regiment hatte er das Malheur, sich mit dem Pferde zu überschlagen, was ihm eine schwer« Verletzung im Kreuz zuzog, so daß er nicht mehr im Stande ist, auftecht und in regelmäßigem Schritt zu marschiren. Aehnlich wie bei Plattner erklärt man nun diese Unfähigkeit für Verstellung und sperrt ihn ein. Herr Stabsarzt Fuchs, der bei vielen Soldaten in gewisser Hinsicht in sehr gutem Andenken ist, erklärte den Mann bei der Untersuchung für diensttauglich, weil er— man höre und staune— wohlgenährt sei! Als ob ein Mensch, dem es im Kreuz fehlt, nicht recht gut„wohlgenährt" sein könnte, namentlich wenn er wie Alt die materiellen Mittel hat, um sich Lebensmittel kaufen zu können. In Folge dieser Er- klärung des ArzteS wurde nun Alt gezwungen, an den regelmäßigen Exerzitien Theil zu nehmen; selbstverständlich ist derselbe nicht im Stande, seinen Pflichten nachzukommen. Die Behandlung, welche er deshalb von den Rittmeister Siller, demselben, welcher bereits im 70er Kriege einem Soldaten da« Gehör mit einem Prügel verschlagen hat, zu erdulden hat, ist so haarsträubend un- menschlich, daß wir uns nicht entschließen konnten, auf die bloße Erzählung der umwohnenden Bürger hin, etwas darüber aufzu- nehmen; wir mußten uns selbst überzeugen, und daS haben wir denn an zwei Tagen, während welcher der Unglückliche sich zufällig nicht im Brummstall befand, an Ort und Stelle gethan und können deshalb für jede Silbe, die hier geschrieben steht, den Beweis der Wahlheit antreten; außerdem können mehr als 3 Dutzend Zeugen ,ur Verfügung gestellt werden. Ein Hauptinstrument. durch welches Alt zur„Raison" gebracht werden soll, ist die Reitpeitsche deS Herrn Rittmeisters, mit welcher derselbe dem armen Menschen Schläge auf die Bein- versetzt; außerdem ist es üblich, ihm Fuß- tritte zu appliciren, ihn von einer Seite aus die andere zu reißen, an den Ohren auf den Voltigirbock zu zerren und dem Unter- osfizier, der die Uebungen lcftet, zuzurufen, er solle den Kerl exer- zieren lassen, vis er hin sei. Erzählen sich doch die Soldaten anderer Eskadronen allgemein, daß der Rittmeister dem Gequälten schon gesagt habe, er wolle ihm eine Kugel geben, mit der er sich todtschießen könne, mit einem Wort, man ist der Ansicht, daß der Unglückliche die Kaserne nicht lebendig verlassen wird. Ein Wunder wäre dies ällerdingS nicht; denn nach jedem verunglückten Exerzitium sperrt man ihn fünf Tage in die Sttafstube, aus der er nur herauskommt, um neue Mißhandlungen zu erdulden, oder man sperrt ihn des Nachts ein, um ihn bei Tage dressiren zu können. Konstatirt muß jedoch werden, daß die Unteroffiziere, sowie die sämmtlichen anderen Offiziere der Eskadron den Aermsten aus das Humanste behandeln, und nur aus diesem Grunde ist eS erklärlich, daß Alt sich nicht schon lange aus Verzweiflung eine Kugel durch den Kopf jagte." Daß bei irgend welchen„wilden" oder„barbarischen" Völkern solche Schindereien vorkommen, haben wir nirgends gehört, noch gelesen und das„deutsche Reich" muß eS demnach allein sein, wo es KriegSknechte gibt, die roh genug sind, ihre Soldaten todt zu schinden und zu quälen. Roher als die heutigen Prätorianer können diejenigen de« römischen Kaiserreich« und deS dreißigjährigen Krieges nicht gewirthschaftet haben. Wo aber die Gewalt zu brutal austritt, da muß nothwendig bald ein Rückschlag erfolgen, wie die Bozensehne springt, welche allzustraff gespannt wird. Und so geben auch die an den beiden bayerischen Soldaten verübten Greuel der Erwartung Raum, daß ein System, welches der schändlichsten Ouälcrei, der unmensch- lichsten Grausamkeit unter dem Namen„DiSciplin" freien Spielraum läßt, keinen Bestand haben wird. Und daS Maaß ist über- voll. Denken wir an die Armen von Sedan. von Regensburg, von Hohenzollern, die sich in der Sonnenhitze todtmarschiren mußten, an die Hunderte von Säbelaffairen, welche die Tages- presse berichtet— so können wir nur den Ruf erheben: Wir leben im neunzehnten Jahrhundert! Weg mit der mittelalterlichen Barbarei und Platz für die Mensch lichkeit! Politische Ucbcrsicht. — Preußische Musterwirthschaft. Der„Staatshaushalts- etat", der dem preußischen Landtage vorgelegt worden, enthält allerlei kleine Pöstchen, die für uns nicht ohne Interesse sind. Wir finden vor allem, daß 40,000 Thaler für„geheime AuS- gaben im Interesse der Polizei" bestimmt sind. Der Stieber ist theuer, wie freilich seine Leistungen für das BiSmarck'sche Regime unschätzbar sind. Preußen ist ein„Staat" von 28 Millionen Menschen und es muß unter diesen 28 Millionen merkwürdig viel zu stiebern geben, wenn für die geheimen„Interessen" der Polizei schon 40,000 Thaler nöthig�sind. Die Loyalität und das Gefühl der W RH welchen Zwecken denn eigentlich Wir können eS uns ungefähr denken, und wenn irgend Jemand die praktische Erfahrung gemacht hat, daß der Sticber mächtig ist, so ist eS sicherlich die Sozialdemokratie; aber es thut nnS wirklich leid, daß dem„Genialen" die Verlegenheit erspart worden ist, die ihm durch eine dies bezügliche Anfrage im Landtage hätte bereitet werden können. Der preußische Staatshaushalt hat noch andere interessante Posten. Bekanntlich wird ja der Heldengreis fort- während von getreuen Unterthanen angebettelt. ES mag darunter manche arme Wittwe fein, deren Kinder hungern, weil ihr Er- näbrer im glorreichen Krieg erschossen worden und wir am We- NWen werden eS einer solchen verübeln, wenn sie den Gnadenweg betritt; aber wenn eine Volksvertretung vorhandcn wäre, so müßte sie auf dem Wege der Gesetzgebung dafür sorgen, daß die Hinter- dliebenen der Opfer deS Krieges nicht Roth leiden und nicht einen Dispositionefond für„Gnadenbcwilligungen" errichten, mit denen es seine Bewandtniß hat, weil gar oft die Protection der Höflinge dabei maßgebend ist. Denn dabei kommen arme Wittwen stets zu kurz! Und wie viele Müßiggänger und Bümmler mögen aus solche „Gnadenbewillizungcn" spekuliren. Wir haben bis jetzt noch nichts davon erwähnt, daß jedesmal bei Ankunft fremder Monarchen in Berlin ganze Waschkörbe voll Bettelbriefe an dieselben be- fördert werden, weil unS beim bloßen Gedanken an solche niedrigen Betteleien ein Ekel befällt. Unsere„Besitzenden" und„Gebil- deten", die sich nicht schämten, den„gekrönten Schuft" en müsse anzubetteln, warum sollen sie dies nicht auch bei dem Czaren Alexander oder dem„Ehrenmaun" Victor Emanuel thun? — Eine ganz eigenthllmliche Ucberraschung ist den„Cultur- kämpfern" zu Theil geworden: die„Ultramontanen", die schon im letzten Landtag Anläufe dazu machten, ihren Gegnern den„libe- ralen" Wind aus den Segeln zu nehmen, haben ihren Feldzug im neuen Landtag mit einem Antrag auf Einführung des allgemeinen direkten Wahlrechts für den Landtag eröffnet und weitere Anträge in liberalster Richtung bezüglich der Preßgesetzgebung k. angekündigt. Der liberale Vorspann deS Bismarckischen Karrens ist aus den Wolken gefallen ob dieser plötzlichen Vertauschung der Rollen und steht verdutzt am Berg; gegen den Antrag auf Abschaffung des Drei-Klasien-WahlsystemS können sie um so weniger etwas ein- wenden, als Götze Bismarck dasselbe in höchst eigener Person aus das Schärfste verurtheilt hat. Was aber wird aus dem„Cultur- kämpf", wenn die Culturkämpfer sich nothgedrungen von den Culturfeinden, deren rllckwärtserische Tendenzen sie so hitzig de- nunzirt, ins Schlepptau nehmen und die„liberale" Fahne voran- tragen lassen müssen! Das ist freilich keine beneidenSwerthe Zwickmühle! Und eS dürfte schwer sein zu entscheiden, ob Zurück- Weisung oder Annahme des„ultramonianen" Antrags für die „Liberalen" das Blamablere ist. Und nicht blos auf die parla- mentarische Arena(Kampfplatz) scheinen die„Ultramontanen" sich mit dieser sinnreichen Methode der Kriegführung zu beschränken. Nach dunkelen Andeutungen der katholischen Presse, die in dem verlegenen Zurückhalten der Reptilienfondsstipendiaten Bestätigung finden, hat der Papst in einem zweiten Brief an den Kaiser gewisse sehr unangenehme Dinge zur Sprache gebracht und u. A. die mit den Culturprätensionen des neuen Reichs schwer in Harmonie zu bringenden„Segnungen" des Militarismus in zwar nicht sehr schmeichelhafter, dafür aber desto verständlicherer Sprache erwähnt. Kein Wunder, daß es den Herausforderungen der„ultramontanen" Presse noch nicht gelungen ist, die preußische Regierung zur Ber- öffentlichung dieses Briefes zu bewegen, der offenbar nicht hinter den Spiegel gesteckt werden wird. Beiläufig fei erwähnt,� daß der jetzige Papst sich auf den„Culturkampf" mit liberalem, ja demo- kratischem Apparat ganz vortrefflich versteht, mindestens so gut wie Fürst Bismarck. Man braucht nur die Geschichte von 1843 nach zulesen. Wir verfolgen mit„ungeheurer Heiterkeit" dieses Duell zwischen den zwei mittelalterlichen Gespenstern, von denen jedes die Welt überzeugen will, es vertrete die Cultur des 19. Jahr- Hunderts. — Der Bericht der„königlichen Untersuchungskom- Mission" ist dem Landtag vorgelegt worden. Er umfaßt vierzig bis fünfzig Bogen und die noch ungedruckten Anlagen min- dcstcnS doppelt so viel! Da möge sich nur der Landtag in Gottesnamen an das lohnende Geschäft des Stecknadelsuchens in einem Bündel Heu machen! Wir wünschen gute Verrichtung! — Die Berliner„BolkSzeitung" schreibt mit großer Ge- müthSruhe: „Berlin. Durch die den MagistratS-Mitgliedent gewährten GehaltSzuschüsse steigt der Ausgabeetat für dieselben um 11,300 Thlr., nämlich von gegenwärtig 41,400 Thlr. aus 52,700 Thlr. ES beziehen vom nächsten Jahre Gehalt: Oberbürgermeister Hobrecht 10,000 Thlr., Bürgermeister Duncker 5000 Thlr., Stadtbaurath Blankenstein 4000 Thlr., Stadtbaurath RoSpatt 3100 Thlr., Stadtschulrath Dr. Hofmann und der zu wählende zweite Stadt- schulrath je 3000 Thlr., Syndikus Le Brun 2300 Thlr., die Stadttäthe Gilow und Schreiner je 2600 Thlr., Syndikus Zelle 2500 Thlr., Stadtrath Nöldechen 2300 Thlr., Kämmerer Runge 2200 Thlr., Stadtrath Dr. Weber 2000 Thlr. Di« Stadttäthe Voigt, Eberty, Friedet und Neubrink je 1900 Thlr." Wir citiren dies nur deßhalb, weit einst der„geniale Staats- mann" im preußischen Landtage, sich gettiebcn fühlend, einen faulen Witz zu machen, sich zu dem„geflügelten Wort" hinreißen ließ, die Pariser Commune habe einen„gesunden Kern" und sei„nichts anderes als ein Kampf um die preußische Städteordnung." Die preußischen Junker und Bourgeois hörten diesem geistreichen Ausspruch andächtig zu und Keinem fiel es ein, zu fragen, warum man denn so die Kommune allerorts bekämpfe, wenn sie nichts weiter fei. Wie wenig indessen die Männer der Commune mit der preußischen Städteordnung zu thun hatten, das beweist, daß sie ihre Arbeit für höchst bescheidene Gehalte verrichteten und nicht das Fett vom städtischen Einkommen abschöpften, wie es laut obigem Lohntarif von den Berliner Magistratsleuten geschieht. Daß die Communebcwegung sich um nichts anderes gedreht habe, als um die urreaktionäre preußische Städteordnung und sonach auch um die mit ihr zusammenhängende ebenso reaktionäre com- munale Organisation, das zu behaupten kann sich nur ein Bismarck erdreisten, dessen Plattitüdcn, je fader sie sind, desto jubelnder von dem„Denkervolk" aufgenommen werden und dessen„geflügelte Worte" immer da für„sehr geistreich" gehalten werden, wo sie dem Pferdestall sehr nahe sind. — Diebe und„Theiler". Beim Durchblättern alter englischer Zeitungen stoßen wir auf folgende Notiz, deren Richtig- keit beiläufig feststeht.„Ein Kaufmann aus Wopping(bei London) hinterließ für die Erziehung der Armen 100,000 Pfd. Sterl. Aber Lord Eldon gab(zu Anfang dieses Jahrhunderts) die Voll- macht dazu, diese Summe für die Bezahlung der Schulden d es(erzliederlichen) Prinzregenten zu verwenden! Das Christus- Hospital(in London), die sogenannte Blaurockschule (nach der vorgeschriebenen Tracht der Schüler so benannt) ver- wendet ihr jährliches Einkommen von 70,000 Pfd. Sterling für die Erziehung der Söhne aus Familien, welche Geld, Einfluß und Co nnexionen haben! Unv doch war diese Schule ursprünglich für die Kinder von mittellosen Bürgern bestimmt! Wenn man daS Einkommen aller in der City befinvlichen und nach dem Willen der Erblasser für die Armen bestimmten Stiftungen zusammen- rechnet, ein Einkommen, welches jetzt dazu verwandt wird, Kin- dern der Reichen eine kostspielige(und nebenbei obendrein herzlich schlechte) Erziehung zu geben, so würde die Summe nicht blos für die unentgeltliche Erziehung aller armen Kinder von London ausreichen, sondern es wäre auch noch genug da, um Schulgebäude zu errichten und im Stande zu halten." Kurz das alte Lied: die Armen von den Reichen destohlen und ausgeplündert! Hier direkt, dort indirekt— hier durch offenen schamlosen Diebstahl, dort durch Ausbeutung ihrer Arbeits- kraft!— Erwähnt sei noch, daß die oben angeführten Beispiele nicht vereinzelt dastehen, unv daß es auch in Deutschland wohl keine„reiche" Stadt giebt, in der nicht ähnliche Spitzbübereien im Schwang wären. Vielleicht kommen wir auf daS Thema zurück. — Moderne Folter. Unsere Leser erinnern sich der Zu- Tod-Folterung des armen Nitschke, von der wir in einer der letzten Nummern berichtet haben. Wie es scheint, will man in Hannover em ähnliches Meisterstück kulturkämpferischer Thätig- keit liesern. Im Sommer des vorigen Jahres wurde der weisen- freundliche Pastor Grote wegen angeblich in einem Kalender be- gangener Majestätsbeleidigungen zu lümonatlichem Gefängniß verurtheilt. Jetzt nun, wo ber Mann bald in Freiheit gesetzt werden mußte, hat man, nicht zuftieden mit jener drakonischen Bestrafung, in dem inkriminirten Schriftchen(einem Kalender) nach fünf- vierteljährigem Stiebern zwei neue Majestätsbeleidigungen entdeckt und vor einigen Tagen deßhalb gegen Grote verhandelt. Wie man sich denken kann, war der Angeklagte über solch uner- hörtes Beginnen sehr erregt, und ließ sich m seiner Vertheidigungs- rede zu einigen heftigen Aeußerungen hinreißen, die sofort zum Gegenstand neuer Anklagen gemacht wurden. Das Urtheil über die zwei neuen MajestäiSbeleidigunzen ist noch nicht gefällt. Daß eS kein freisprechendes fein wird, dürfen wir erwarten. Dann folgt der Prozeß über die in der Bertheidigunzsrede begangenen Beleidigungen; aus diesem Prozeß wird voraussichtlich, außer der obligaten Strafe, ein neuer BeleidizungSprozeß erwachsen. Und so wird Pastor Grote, wenn der Staatsanwalt und die Richter eS nicht müde werden, den Unglücklichen zu Tode zu Hetzen, gleich dem armen Nitschke im Gefäugniß auZ einer Strafe in die andere verfallen, bis man ihn auf den Kirchhof bringt, der ja auch eine Station im„Rechtsstaate" ist. — Der Hunger. Wir lesen im„Westnngarischen Grenz- boten", einem Bourgeoisblatte: „Die Bewohner der Städte Preßburg, Tyrnau, Bösing zc. wurden am Allerheiligenfest nicht wenig erschreckt durch die Nach- richt, in Ratzersdorf— wo eben eine größere Zahl Arbeiter bei den Waagthalbahn-Bauten beschäftigt ist— seien Arbeiter-Unruhen ausgebrochen. Der Schrecken war kein gewöhnlicher, denn trotz aller Versicherungen unserer weisen Regierunzsmänner, in Ungarn gebe es keine Arbeiterftage, ahnt es die Bevölkerung — wenn sie eS leider auch nicht weiß— daß dem nicht so ist, daß wir allerdings keine Fabrikarbeiter haben, dagegen aber einen Taglöhner-,, Pöbel", ein Handwerker-„Proletariat" besitzen, welchen Rechnung getragen werden muß. Das Unglück hierbei ist nur, daß dieser Instinkt unserer Bevölkerung nicht die rechte Richtung erhält, daß er vielmehr zu der Anschauung gedrängt wird, daS Unrecht sei ausschließlich auf der Seite des„PöbelS". Woher sollte aber auch die Erkenntniß kommen, daß die Schuld an der nicht hinwegzuleugnenden Unzufriedenheit der Arbeiter-Klassen nicht minder auf Seite jenes TheileS liegt, der der arbeitgebende ist. Erst in unserer Dienstag-Nummer sprachen wir uns über die Hand- werker und ihre Gehilfen einigermaßen aus, und fanden, daß die Unbildung beider Theile die Ursache der täglich erregter werdenden Reibungen ist; heute schon müssen wir— veranlaßt durch die einlaufenden genauern Berichte über die Unruhen in RatzerSdorf, sowie über„Crawalle" auf der Gömörer Bahn— uns gegen den Mißbrauch wenden, den Arbeitgeber gegenüber ihren Arbeitern treiben. Während in Gömör die Bahnarbeiter durch die ZahlungS- Unfähigkeit des„Generalunternehmers" um ihren Lohn gebracht werden, beuten bei der Waagthalbahn„Subunternehmer" oder Partieführer" die Arbeiter durch das sogenannte Truck-System auS. Nicht genug, daß der Arbeitslohn durch die vielen Hände, welche er passire» muß(von den Conzessionären zu den General- Unternehmern, von diesen zu Sub-Unternehmern und von diesen zu ersten oder gar zweiten Partiesührern), bettächtlich verkürzt wird, so kommt überdies der Lohn den Arbeitern gar nicht in die Hände. Dies geschieht so; Der Partieführer ist zugleich Marketender. Er creditirt dem ihm unterstehenden Arbeiter Schnaps, Wurst, Speck, Brod, Tabak, welche Waaren meist nicht nur verfälscht oder schlecht geliefen, sondern auch weit theuerer als anderwäNs an- gerechnet werden. Die ohnedies geringe Sparsamkeit der Arbeiter wird durch die Leichtigkeit des Credits arg geschwächt, und häufig wird der Lohn ganz verzehrt. Was durch diese Art des in England stark bekämpften Truck-Syftems nicht erreicht wird, vollendet die auf der Waagthalbahn angewendete Finte, daß nur in längern Terminen ausgezahlt wird, wodurch oft— wie es am Samstag der Fall war—- die Arbeiter jedes Lohnes entblößt sind. Natürlich ist eS sodann, daß die Manövers endlich durchschaut werden — wäre der Arbeiter selbst„nur ein Slovake"— und der Unwillen zum Ausbruch kommt. VerdammenSwerth ist es. wenn zur Gewalt gegriffen wird, allein die Jusriz-Behörden mögen bei der Bestrafung der„Rädels- führer" an die obigen Ursachen der Ausschreilungen denken und dabei beachten, daß daS Gewerbegesetz mit Rücksicht auf die Fabrik- arbeiter jene Mißbräuche strengstens verbietet, und dasselbe Verbot auch Taglöhner und Bahnarbeiter betteffend aufgestellt worden wäre, wenn diese Arbeiter-Klassen schon gesetzlichen Normen unter- stellt wären. Für die Legislative aber seien jene Ereignisse die dringliche Mahnung, auch für die landwirthschaftlichen und Eisen- bahn-Arbeiter ic. zu sorgen. Denn auch diese spielen in der sozialen Frage, vor der wir ebenfalls stehen, eine Rolle, und zwar eine je schlimmere, je unfertiger unsere Zustände und je thatenloser die„LandeSväter" sind." Bei solchen Dingen von„Rädelsführern" zu sprechen, ist ein- fach albern. Der Hunger ist hier der einzige„Rädelsführer" und wer dieS nicht einsieht, der maße sich überhaupt nicht an, in solche Dinge hinein zu reden. Merkwürdig ist, daß der„Grenz- böte" klar erkennt, daß die raffinirte AuSbeutungsweise der„Arbeit- gebcr" die Schuld ttägt an ver Unzufriedenheit der Arbeiter; aber von diesen Rechenschaft zu verlangen und sie verantwortlich zu machen für das, was ihre Handlungsweise zur Folge hat. fehlt ihm der Muth. So ist's aber in der ganzen Gesellschaft. Geräth der Arbeiter über die unverschämten Diebereien deS„Arbeitgebers" in Wuth und vergeht sich, so wird er hart bestraft; der intellek- tuelle Urheber des Vergehens aber kommt nicht nur ungeschoren davon, sondern erhält wo möglich noch Staatshilfe zu weiterer Menschenschinderei. DaS ist die Macht des Besitzes, welche ge- brachen werden muß, indem die Klassenherrschaft gebrochen wird. — Monsieur Durand hat in der letzten Nummer der „Internationale" eme Verlheidigung, oder richtiger Entschuldigung hervorgestammelt, die aber so unlogisch und albern ist, daß es Papierverschwendung wäre, auf daS traurige Schriftstück einzugehen, welches uns übrigens, nebenbei bemerkt, an der Unehrlichkeit des Mannes zweifeln läßt, jedoch auf Kosten seines Verstands. G-Nug— er giebt zu, daß er eine Eselei begangen haben könne, schwört aber Stein und Bein, daß er in gutem Glauben gehandelt habe. Interessant für unS ist blos, daß Herr Durand sich hinter die Rockschöße des fetten Bakunin und des dünnen Richard, deS Bakuninschen Faktotums und bonapartifchen Agenten, versteckt. Wir warten ab, was die belgischen Parteigenossen in dieser Sache thun werden. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß der in VervierS er- scheinende„Mirabeau", ebenfalls Organ der belgischen Jnter- nationalen, unsere Bemerkunzen über die Affaire Durand sebr übel nimmt, und sich dabei zu der Behauptung versteigt, der„BolkS- staat", der„seit drei Jahren gegen uns(die belgischen) Arbeiter ebenso gehässige als lächerliche Verleumdungen schleudert," habe erklärt, die„Revolution" sei den Anliautoritariern(Bakanisten) gleichbedeutend mit Bonapartismus." Wir ersuchen den Verfasser deS bett. Artikels, uns nachzuweisen, 1) wo wir das Letztere erklärt haben, und 2) uns eine einzige Stelle deS„Volksstaat" seit dem Bestehen unseres Blattes zu zeigen, worin eine„Berläumdung" der belgischen Arbeiter enthalten ist. Zeigt er uns irgend eine Aeußerung, die für unsere belgischen Brüder beledigend sein könnte, so werden wir dieselbe zurücknehmen. Von der Ehren- haftigteit des„Mirabeau" erwarten wir Berücksichtigung dieser unserer Notiz. — Ueber die Lage in Italien schreibt ein Corresoondent dir„Vereinigten Staaten von Europa"(Nc. 32) aus Mailand unterm 10. d. Mts.:„Das Elend, die nothwendige Folge unserer Finanzverschleuderung und schlechten Verwaltung, fordert zahlreiche Opfer unter den Arbeitern in Stadt und Land. Es gibt in Italien kein Brod und kein Geld mehr.(Soll heißen für daS arbeitende Volk. R. d. B.) Hier in Mailand, der moralischen (geistigen) Hauptstadt des Königsreichs, in der reichsten und ge- bildctsten Stadt Italiens, sieht man hier und da Individuen, Männer, Weiber und Kinder, herumirren, die aller Existenzmittel ermangeln. Ganze Familien sind ohne Obdach und alle diese Un- glücklichen, überwältigt von den Qualen des Hungers, sind auf den Stufen der großen Kathedral-Treppe gelagert, von wo sie die Hände flehend nach den Vorübergehenden ausstrecken. Welch ent- wtzliches Schauspiel! Um so empörender, als eS in herzzerreißendem Contrast mit dem LuxuS steht, welchen die Fürsten des G-ldsacks zur Schau stellen. Was ich von Mailand berichte, gilt in gleichem Maaß von den ämilischen Provinzen, wo daS Elend ebenso groß ist. Wer trägt die Schuld dieser Armuth? Wenn man in daS Jahr 1861 zurückgeht und die Preise der nochwendigen Lebens- mittel prüft, so wird man finden, daß sie seitdem fortwährend ge- stiegen sind, bis sie die jetzige exorbitante(maßlos überttiebene) Höhe Erreicht haben. Auf der anderen Seite sind die Arbeits- löhne bei weitem nicht in einem dem Steigen der Lebensmittel- preise entsprechenden Verhältnisse emporzegangcn; der heutige Durchschnittslohn beträgt hundert Centimes(gleich 1 Franc, d. i. 8 Groschen!) für zwölf Stunden! Ja den RezierungS- finanzen läßt sich eine beständige Vermehrung der Cirkulatioa von Kassenanweisungen der Nationalbank bemerken, so daß in Folge dessen die Waarenpreise um 25 30 Prozent gestiegen sind(waS eine Entwenhunz des Papiergelds zu diesem Bettag bedeutet); und obgleich die Herren Kapitalisten, die auS den Bankaktien 46—100 Prozent Zinsen ziehn, unS weiß machen wollen, die Staatsmänner tdäten ihr Möglichstes zur Abhülfe dieser traurigen Zustände, so lassen wir unS doch nicht in der Ansicht erschüttern, daß hier(?) die Grundursache des uns erdrückenden Elends liegt. Man kann sagen: Italien befindet sich jetzt in der näm- lichen Lage wie Frankreich vor 1789(dem Jahr des Ausbruchs der großen Revolution).-- Die gegenwärtige Lage ist die Verurtheilung der konstitutionellen Monarchie ohne Appell. Kein Wunder, daß die Unzuftiedenheit allgemein. Der Hunger ist bekanntlich ein böser(mitunter auch sehr guter) Rathgeber, und eS wäre leicht möglich, daß das italienische Volk in sehr kurzer Zeit dea Dingen eine andere Gestalt gäbe." So der Correspondent der„Vereinigten Staaten". Was er über daS in Italien Herrscheade Elend sagt, ttägt den Stempel der Wahrheit, und wird durch sonstige Mittheilungen bestätigt. Auch darin hat er unzweifelhaft Recht, daß er die konstitutionelle Monarchie, d. h. die Monarchie, welche den Staat der Bourgeoisie zur Plünderung überliefert,„ohne Appell verurtheilt" und auf die Dauer unhaltbar erklärt. Er irrt aber, wenn er glaubt, daS in Italien herrschende Elend sei die Folge der verschwenderischen und korrupten Finanzwirthschast. Daß letztere daS liebet befördert» unterliegt allerdings keinem Zweifel, sie ist aber selber Wirkung deS ökonomischen Systems, in dem daS Arbeiterelend seine Grundursache hat. Die öffentliche Ausbeutung ist ihrem Wesen nach identisch(einerlei) mit der privaten Ausbeutung— der einzige Unterschied ist in der Methode: der Privatausbeuter und der öffentliche Ausbeuter plündern Beide das arbeitende Volk unter tem Schutz und mit Hülfe des Staats, nur daß der öffentlicke Ausbeuter den ganzen Staat zur Raubdomäne bat, und der Privatausbeuter nur dasjenige Terrain, welches er sich zu erobern Versteht.— — Verirrt sich ein Sozialdemokrat so von ungefähr ins Leipziger Universitätsgebäudc und schaut sich das schwarze Brett an, allwo die Herren Professoren einladen, aus dem Becher der Weltweisheit zu trinken. Allvort steht auch in zierlicher Schrift zu lesen: .Da« Ktrafrcchts-Praktikum beginnt Montag, den 45. November. Prof. Dr. Pinding. Eigenthümlich ist die Sache schon, wenn auch nicht gerade der Skalp(die nach indianischer Sitte abgeschälte Kopfhaut) des alten Aufseß daneben hängt. Die.Lebensharmonie", von welcher deutsche Professoren so viel und so gerne reden, ist demnach auf deutschen Hochschulen schon zu einer solchen Vollendung gelangt, daß ein deutscher Professor, der bei der..Einweihung" der hoch- preußischen Unvcrsität im ftischannektirten Straßburg dem alten Aufseß ein Jaustrechts-Praktiku««ach allen Regeln des.Ur- germaniSmus" gelesen hat, nun in Leipzig, der„geistigen Metropole Deutschlands", der studirenden Jugend ein Strafrechts- Praktikum liest. Was der Herr Professor Binding wohl denken mag, wenn er an die Bestimmungen des Strafrechts kommt, welche sick gegen die Mißhandlung Wehrloser, gegen die Brutalität des Stärkeren richten? Daß doch die schöne Zeit der Geister und Gespenster schon vorüber ist! ES wäre unbezahlbar, würde der alte Aufseß sich bei dem„StraftechtS-Praktikum" des Herrn Binding im Grabe herumdrehen und seinen„Geist" in den Hörsaal senden, wo der praktische Professor über die graue Theorie liest. Denn der alte Ausseß versteht etwas von der„Praxis" des Herrn Bin ding, dieser„Zierde" der almn mater unv Universität, der„großen Seestadt" Leipzig! — Am 21. d. Mts. ist Parteigenosse Dasckn er, nachdem er 10 Monate Festung wegen diverser„Majestätsbeleidigungen" ver- büßt, aus Hubertusburg entlassen, aber sogleich von einem Diener der heiligen Hermandad in Empfang genommen und nach dem benachbarten Wermsdorf„verbracht" worden, um verschieden� liche kleine Gefängnißstrafen dort zu verbüßen. Da Braunschweig den 1. Dezember ebenfalls entlassen wird, reducirt sich die Zahl der wegen politischer Vergehen inhaftitten Festungsinsassen vorläufig auf die beiden Leipziger„Hockverräiher". — Die Berliner„Volkszeitung" entnimmt der„Mittel- rheinischen Zeitung" die Nachricht, daß Bebel's Gesundheitszustand in Folge seiner Hast zu großen Bedenken Veranlassung gebe. Wir wissen nicht, waS für ein„wohlwollender" Freund Bebel'S diese Ente in die Welt gesetzt hat, denn wir könne? auS eigner persönlicher Anschauung versichern, daß Bebel's Gesundheitszusland ein ganz ausgezeichneter ist und in dieser Beziehung ihm seine Haft »ur genützt hat. — Von der„Süddeutschen Volkszeitung", Organ des Stuttgarter Preßvereins, ist die erste Ltummer unter der Re- daktion von Carl Hillmann erschienen. Das Blatt verspricht, die soziale Frage„allgemein und fern vom Parteigezänk" behandeln zu wollen. Unsere desteu Wünsche begleiten das junge Unter- nehmen. — Parteigenosse Radtke in Königsberg ist in zweiter Instanz wegen„Majestätsbeleidigung" zu 3 Monaten Gefängniß verunheilt worden. hier erst zwei und ein halb Monat und sind schon 50 Mitglieder Gewerksgenossenschaftliches. Metallarbeiter-Gewerksgenossenschaft. ßöemnitz. Den Mitgliedern benannter Geweikschaft diene hiermit zur Nachricht, daß laut Abstimmung deS den Mitgliedern zugesandten Circulairs Punkt 1 mit mehr denn zehnfacher, Punkt 2 mit mehr denn dreißigfacher, Punkt 3 mit achtfacher und Punkt 4 mit mehr denn doppelter Majorität angenommen wurden. Sonach Punkt 1, das Wort„International" betreffend, welches schon so vielfältig der Erweiterung unserer Gewerkschaft hinvernd im Wege stand, indem man sowohl von Seiten der Gerichte als unserer Gegner dem Worte eine ganz falsche Bedeutung beilegte und sich mit demselben zu jeder Maßregelung berechtigt glaubte, als wie auch die Entfernung dieses Wortes bei Vereinigung mit andern Gewerkschaften bedingt wurde, zu streichen ist und die fernere Titulatur Metallarbeiter- Gewerksgenossenschaft lautet. Es ändert dieses unser Prinzip um kein Jota, da unser ganzes Vorgehen auf internationaler Grundlage beruht und die Erlangung der allgemeinen Menschenrechte sich auch unter keiner andern Form erzielen läßt. Die drei andern Bestimmungen, welche auf die Vereinigung mit den andern Gewerksgenossenschaften Bezug haben, treten erst mit dem Tage der offiziellen Bekanntmachung der Ver einigung in Kraft. Den Fachgenossen in Thüringen, Bayern rc. zur Nachricht, daß die projeciirte Agitationsreise(wegen Beschleunigung der Reichs- tagSwahl) vorerst unterbleibt und nach Neujahr stattfindet, zu welchem Zwecke weitere Mittheilungen erwartet werden. Für den Ausschuß: Rich. C. I. Wolf, Lanaestr. 9, 2 Tr. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Kalle a. S. Sonntag den 16. d. MtS. erfolgte die Urab- stimmnng über da« Krankenkassenstatut. Von den Paragraphen wurden geändert in ihrer Grundfassung:§ 2, wo es heißt: daß sie daS 50. Lebensjahr u. s. w. soll eS heißen: Diejenigen, welche über 50 Jahre sind, können nur beim Inkrafttreten des Bundes als Mitglied angenommen werden. Bei§ 3 soll das Eintrittsgeld wegfallen.§ 5. Jedes Mitglied, welches 2 Monate Steuern restirt, wird gestrichen, tz 8. Mitglieder, welche sich auf der Reise befinden, bekommen nur dann Unterstützung, wenn sie sich im Krankenhause befunden haben und dies durch ärztliches Attest be- stätigen.§ 9 soll dahin geändert werden, daß statt 4 Thlr. nur 3 Thlr. und statt 26 Wochen nur 13 Wochen Unterstützung ge- währt werden, ß 10. Die restirenden Beiträge haben gestrichene Mitglieder nicht zu enttichten, sind aber u. s. w.§ 15 soweit anjenommen, jedoch die Zeit, wo der'Krankc zu Hause sein muß, hat nur der Arzt zu bestimmen. Ferner geben wir allen unfern Collegen zur Nachricht, daß Unser Verein sich eines guten Fortschrittes erfteut. Wir bestehen stark, anfangs waren deren nur 22. Es herrscht jetzt als Folge der Organisation ein brüderlicher Geist unter uns, darum rufen wir allen Collegen zu, organisirt Euch. Den Ausschuß ersuchen wir, uns doch neue Bücher, wie bestellt, zu senden, die alten sind vergriffen. Sodann möchten wir noch an die Holzarbeitergcwerkschaft in Leipzig die Anfrage stellen, ob sie nicht gesonnen wäre, mit irgend einer Branche hier in Verhandlung zu treten behufs Einberufung einer Versammlung sämmtlicher Holzarbeiter zur Gründung einer Mitgliedschaft; das Feld ist gut, nur tüchtige organisatorische Kräfte fehlen uns. Ebenso steht es mit den Metallarbeitern, die bei der Anzahl großarttger Etablissements stark vertreten sind. Zu Gewerks-Versammlungen bekommt man hier einen Saal, aber zu keiner Volks- Versammlung; darum müßten wir es aus diese Weise versuchen. Es exislirt hier ein Buchdrucker- Berein, Böttcher- (Küper-) Verein und Allgemeiner deutscher Schneiderverein. In nächster Zeit soll sick eine Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiterpartei konstituiren. Wir würden uns freuen, wenn obige Winke beachtet würden. Mit sozialdemokratischem Gruß Julius Beyer, Bev.; kl. Sandberg 21, Hof 1 Tr. Verband für Buchbinder. Krankfurt a. M., 20. November.(Buchbinderstrike.) Drer unserer Collegen befinden sich in Haft. Warum? weiß nur die hochlöbl. Polizei, vielleicht auch die Herrn Meister. Die Ver- Haftung war schon mehr eine Einfangung wie der größten Ver- brecher, denn einer derselben wurde durch die Polizei auf der Herberge, der andere aus dem Bett geholt, der dritte ist unfern Augen entschwunden. Collegen allerorts! Merkt Euch das.— Haltet den Zuzug fern, unsere Zahl vermindert sich mit jedem Tage durch Abreisende. Unterstützung ist zu senden an K. Klein, Trierische Gasse in ver Bucbbinderei deS Herrn Meier. W. Fornoff. Allgemeiner Böttcher-fKüper-Verein. Dresden, 12. November. Den Strike der Dresdner Böttcher- gesellen, welcher am 6. Ottober ausbrach, erklären wir für beendet. Obgleich durch die vielfach und wohl auf die„humanste" Weise gettoffenen Maßregeln unserer Arbeitgeber und durch die Kurz- sichtigkeit der Arbeiter selbst, welche der UeberredungSkunst gewisser Arbeitgeber zu statten kam, unser Strike zum Therl vereitelt und die gerechte Forderung nickt erzielt worden ist, so kennen wir doch zu unserer Zuftiedenheit berichten, daß wir trotz alledem die zehn- ständige Arbeitszeit in den meisien Werkstätten eingeführt sehen, sowie auch eine Lohnerhöhung von 20 bis 25 Procent erzielt ist. Diejenigen Arbeitgeber, welche durchaus noch nicht von dem alten Zopf lassen wollen, werden dies seiner Zeit noch gern von selbst ihun, denn Unterzeichneter wird nicht aufhören, in Gemeinschaft mit seinen Collegen öffentlich die Wahrheit zu verkündigen und seine so tief gesunkene Profession seiner Zeit auch am hiesigen Platze dahin zu bringen, daß auch den Böttchergesellen endlich ein menschenwürdiges Dasein zu Theil wird, waS natürlich der Arbeiter nach der Ansicht unserer Arbeitgeber nicht zu beanspruchen hat. Deshalb, Collegen allerorts, ruf- ich Euch zu, organisirt Euch so weit Ihr es könnt; es'Hut uns allen sehr noch. Folgen wir dem Beispiel anderer G-werk-, und es wird nicht mehr vorkommen können, daß man uns mit den niedrigsten Maßregeln auseinander sprengt. Schließt Euch alle der bereits geschaffenen Organisation des Allgemeinen Böttcher-(Küper)-Vereins an, bald kommt die Zeit, wo dieselbe in einer stattfindenden General-Versammlung immer festeren Grnnd fassen wird, wo wir dann im Stande sein werden, in geschlossenen Reihen auch Denjenigen, die uns zu Nichte machen wollen, mit einem donnernden Halt entgegentreten zu können. Mit Gruß und Handschlag F. W. Petters, Bevollmächtigter. Gleichzeitig geben wir hier eine kurze Abrechnung über die eingegangenen UnterstützungSgelder, und sagen unfern auswärtigen Collegen den freundlichsten Dank. Sollte an uns der Mabnruf erschallen, den wir ergehen ließen, so werden auch wir unsere Pflicht nicht unerfüllt lassen. Quittung: Berlin durch Plüschke Thlr. 150; Hamburg d. Denckmann Thlr. 20; Breslau d. Mielisch Thlr. 21; Leipzig d. Schimmel Thlr. 24; Zwickau d. Weiht Thlr. 18; Bremen d. Losck Thlr. 20; Döbeln d. Söhniy Thlr. 15 8 5; Birnbaum d. Salomon Thlr. 13 15; Berlin d. Salcnger Thlr. 11; Auerbach i/L. d. Rößler Thlr. 4: Itzehoe d. Fasche Thlr. 6 3; Dort- mund d. Lippmann Thlr. 14; Chemnitz d. Frommelt Thlr. 5; Radeberg d. Jung Thlr. 5; Hannover d. Plügge Thlr. 10 20; Altenburg d. Stock Thlr. 13 7 5; Wien d. Walter 10 st.— Thlr. 5 20; Prag d. Katolika 12 st. Thlr. 6 24; Halle a. d. S. d. Mauruschatt Thlr. 3 23; Lübeck d. VietenS Thlr. 4; Bielefeld d. Thiele Thlr. 3; Frankfurt«,O. d. König Thlr. 3 5; Dresden Gewerkichafl der Holzarbeiter Thlr. 30; Dresdner Sammlung: durch Hartmann Thlr. 3 2 3; d. Hackebeil Thlr. 1 25; d. Schneider Thlr. 1 5; d. Sieh Thlr. 1 24 5; d. Kersten Thlr.— 27 5; d. Börner Thlr. 1 7; d. Lotze Thlr. 3. Summa der einge- gangenen Unterstützung Thlr. 421 12 3. Bestand der Strikekasse Thlr. 50 20. Summa Summarum Thlr. 472 2 3. An Unterstützung wurde gezahlt Thlr. 374 1. An Vereins- Unkosten Thlr. 53 16 7. Summa Summarum Thlr. 427 17 7 Bleibt Bestand Thlr. 44 14 6. Correspondenzen. Peichenbach i. P. Der am Sonntag in Falkenstein statt- gehabten Bezirksversammlung ging eine Volksversammlung voraus. Wolfrum auS Lcngenseld erhielt den Vorsitz. Seidel und Müller aus Reichenbach und Schaarschmidt aus Mylau referirten über den Reichstag und befürworteten ein thätigeS Eingreifen deS be- drückten Volkes zur Erzielung anderer Zustände. Die Worte mächten einen guten Eindruck. DaS Central- Comitö Hierselbst fordert hierdurch alle Partei- genossen in den Städten aus, sofort die nahen Dörfer zu besuchen, um Männer zu gewinnen, welche zur Einberufung von Wahlver- sammlungen oder zum Austragen der Wahlaufrufe und Stimm- zettel fähig sind. Die Namen dieser Leute sind an daS Central- Comitä zu.berichten; auch muß fosort Anzeige gemacht werden, wenn gegnerische Versammlungen stattfinden sollten, damit den Gegnern der Sozialdemokratie die Lust vergehe, blos vor der Wahl zum Volke zu reden. Reudnitz, 15. Nov. Wir muthen dem„Volksstaat" durchaus nicht zu, sich mit den Angelegenheiten jedes einzelnen Ortes, mag derselbe Schilda oder Krähwinkel heißen, zu beschäftigen. Wenn es aber gilt, Uebelstände zu beseitigen, die vielleicht weit verbreitet sind, und gegen welche anzukämpfen der Einzelne machtlos ist, dann ist es Pflicht, dieselben öffentlich zu rügen. ES ist hier schon öfters vorgekommen, daß für hiesige Lehrer von Hau» zu Haus gesammelt wurde, um dieselben zu ihrem Geburtstag zu be- schenken. Besonders thäbg war dabei ein Kaffeeklub, zu dem auch die Frauen der betreffenden Lehrer gehörten und welche recht ge- schickt die Wünsche ihres Herzens anzubringen verstanden. Näch- slens werden es nun 25 Jahre, daß einer von diesen Herren das A-b-c traklirt hat, und man macht schon seit einiger Zeit die ge- waltigsten Anstrengungen, dieses Jubiläum so großartig wie mög- lich zu seiern. Wir hätten auch gar nicht« dawider, wenn die „hohen Herrschaften" dies unter sich abmachten. Wenn man aber schamlos genug ist, den Klingelbeutel von Familie zu Familie betteln zu schicken und selbst Schulkinder dazu zu verwenden, so wird es Zeit, über solches Treiben einmal ein ernstes Wort zu sprechen. Wir hatten früher eine Schule, worin alle Kinder gler- chen Unterricht genossen, und konnten damit ziemlich zufrieden sein. Allein bald wurde eS den sogenannten Vornehmen zu gering, ihre Kinder neben denen der Arbeiter sitzen zu lassen, und zu kostspielig, dieselben in die nahe Stadt zu schicken. Es mußte daher für diese eine besondere,(vielleicht um eine Treppe) höhere Anstalt errichtet werden. Die Trennung geschah. Da jedoch die bemitteltere Classe nicht die sämmtlichen ErhaltungSkosten für ihre Schule decken mochte, so nahm sie daS Fehlende aus dem Ge- meindesäckel, so daß auch der ärmste Arbeiter genöthigt ist, seinen Tdeil dazu beizutragen. DaS ist ja die liebe Humanität im Sinne unserer Zeit! Und dazu muthet man bei den jetzigen Theuerungsverhältnissen den so schon bedrängten Arbeiterfamilien zu, zu einer Feier beizusteuern, die doch gar nichts weiter auf sich hat. Wenn ein Armer um eine Gabe bittet, so nennt mau ihn eiligst einen unverschämten Bettler; ist's hier anver«? Wir dach ten, es müßte sonst zartfühlenden Lehrern und deren Frauen nur angenehm sein, wenn sie durch solch Aufsehen erregenden Spektakel in ihrer Berufsthätigkeit nicht gestört würden, und sie würden deshalb nur klug tvun, solche Tage zu verschweigen. äl. Sonneberg, 16. Novbr.(Grausamkeit'gegen einen Arbeiter.) Ein hiesiger Parteigenosse schuldete dem VereinSarzt R. für die Behandlung seiner Frau die Summe von 6 fl. 30 kr. Die Lage des Mannes war eine verzweifelte; er konnte nicht zahlen; und wahrscheinlich, weil er ein Sozialdemokrat ist, wurde von dem' Arzt die Exekution eingeleiter. Der Exekutor tritt in die Stube deS Arbeiters und theilt diesem mit, daß er ihn zu pfänden komme. Der Arbeiter erbietet sich, dem Arzte wöchentlich 1 fl. abzuzahlen. Der Exekutor läßt sich aber auf einen Vergleich nicht ein und schre iet zur Pfändung. Und was pfändet er? Ohne Rücksicht auf die kranke Frau— das Betttuch, die Bettdecke und eine Lade. Die großen Hallunken, die sich durch Betrügerei mühe- los Millionen erwerben, können ungestört von ihrem Raube zeh- ren, der arme Arbeiter aber, wenn er ohne sein Verschulden in Roth geräth, wird noch um sein Letztes gebracht. Das ist die beste der Welten! HZerfin. Am Sonntag den 9. November hatten wir in Grat- weils Bierballen eine Parteiversammlung durch Plakaie einberufen mit dem Bemerk, Freunde und Gesinnungsgenossen seien will- kommen. In Folge dessen sahen sich die Herren Tölke, Hasen- clever nebst einer bedeutenden Anzahl Mitglreder deS Allgemeinen Deutschen veranlaßt, daß nicht allzugeräuniige Lokal schon lange vor der Zeit zu besetzen, um wieder einmal zu zeigen, daß sie nichts weiter bezwecken, als im Interesse der herrschenden Klasse das Versammlungsgesetz illusorisch zu machen. Unter solchen Um- ständen wird eS uns kein Parteigenosse verdenken, wenn wir den Herren den Spaß dadurch etwas versalzten, daß wir die Eröff- nung so lange wie möglich hinzogen, besonders da wir wußten, daß jene Herren im Handwerkerverein eine Robert Blumfeier an- gesetzt hatten. Unser Zweck wurde erreicht und konnten bei Er- öffnung der Versammlung wenigstens die später gekommenen Par- teigenossen von 100 in daS Lokal gelangen. Nachdem unser Vertrauensmann erklärt hatte, daß er das Bureau unter keiner Be- dingung NichtParteigenossen überlassen würde, fügten sich die Her- ren, wenn nur die Tagesordnung abgesetzt und dafür über unser Verhalten bei der nächsten Reichstagswahl debattirt würde. Da- mit konnten wir zufrieden sein, wenn wir auch gleichwohl wußten, daß das Aussprechen ein vergeblickes sein würde. Nach den AuS- führungea Hafenclevers, daß die hiesigen 13 Eisenacher Mühlen- dammer und deshalb gegen ihn agitirten, um im Interesse der Bourgeoisie die Stimmen der Arbeiter zu zersplittern und daß sich Johann Jakoby niemals zu solchen Possenspiel hingeben würde, wenn er nicht salich berichtet worden wäre; nahm Parteigenosse Bernstein das Wort und wies die Angriffe HasencleverS encrgifch zurück, indem er zunächst die Parteigenossen aufforderte durch Hand- aufheben zu zeigen, wer die 13 Mühlendammer wären(es erhoben circa 150 die Hand. Hasenclevcr:„Es bleiben doch ru: 13"). Dann wies Redner auf die Beschlüsse der General-Versammlung des Allgemeinen Deutschen hin und erklärte, daß unsere Congreß- beschlüsse nur Consequenz dieser wäret». Betreffs Johann Jakoby'S könnte er den Herrn Präsidenten ebenfalls dahin berichtigen, daß derselbe vollständig mit uns einverstanden wäre und sehr wohl wüßte, daß uns wenig Aussicht auf Erfolg vorhanden ist. Uns aber sei es gerade darum zu thun, für diesen Mann, der erst in jüngster Zeit für seine Idee gelitten hat, mit aller Energie ein- zutreten. Was nun weiter geredet wurde, hatte für unS kein In- teresse und ebensowenig die beanttagte fainose Resolution; wir konnten jetzt mit ruhigem Gewissen die Herren ihren Blödsinn schwatzen lassen. Wie übrigens die anwesenden unbefangenen Ar- beiter urtheilten, zeigte das sich eine Anzahl nach Schluß der Ver- sammlung in unsere Listen einzeichnen ließen. Die Herren Hasen- clever und Consorten mögen übrigens einsehen, daß ihnen ein solches Gebaren wenig Nutzen bringt; todtschreien und unterdrücken läßt sich daS vernünftige Wort nicht, der Stamm unserer Partei- genossen hält fest und wächst mit jeder Versammlung, die 13 Mühlendammer werden den nicht zählen könnenden Präsidenten noch oft in Verlegenheit setzen. Wie sehr unsere Partei hier an Anhang und Mitgliedern ge- Wonnen hat, beweist das am 15. o. in den weiten Räumen der Königshöhe fiattgefundene Arbeiterfest. Obgleich wir zu demselben weder durch Plakate noch durch andere Anzeigen als durch den „Volksstaat" eingeladen hatten, waren dennoch die Säle überfüllt. In bisher noch unerklärter Weise war das Festprogramm, auf dessen Rückseite das zum Massengesang bestimmte Lied„Arbeitend leben oder kämpfend den Tod" stand, in die Hände der Polizei gekommen. Die Existenz de« neu geschaffenen Reiches stand auf dem Spiel, wenn in Berlin das Lied gesungen wurde, die Polizei hatte also nichts eiliger, als bei einer großen Anzahl Parteige- Nossen(mehr als 13, Herr Hasenclever!) mit ungewöhnlichem Eifer nach dem gefährlichen Objekt zu fahnden, natürlich resultatlos, denn fast«alle waren schon in den Händen der Festtheilnehmer. Der ist, daß wir jetzt, da der Winter vor der Thür ist, nicht durch- BertraucnSmann wurde am Freitag vor die Polizei citirt und ihm bedeutet', daß das Fest nicht stattfinden könnte, bis schließlich der Herr Polizeirath die Einwilligung gab, wenn keine Politik ge� trieben würde. Am Eingang deS Saales vostirten sich mehre Po- lizeibeamte, um jedes Lied, welches Ihnen zu Gesicht kam, mit Beschlag zu belegen, natürlich nur, um die Anwesenden festlich zu stimmen. Musikstücke, Gesangsvorträge und Deklamationen wechselten zur Befriedigung in pastender Reihenfalge ab, den Glanz Punkt deS Abends bildete jedoch die Festrede unseres Genossen Bahlteich au« Chemnitz, der es, ungeachtet deS Polizeiverbotes, sehr wohl verstand, an Beispielen aus der Geschichte und dem Leben unsere Ziele, deren Berechtigung und nothwendige Erfüllung zu schildern. Festlich gestimmt blieben die Parteigenossen bei Gesang und Tanz bis zum frühen Morgen zusammen. Gewiß für Alle ein neuer Sporn zur unausgesetzten weiteren Thätigkeit zur Ver- breitung der sozialvemokratischen Ideen. Am Montag sprach Bahlteich in einer stark besuchten Bezirks- Versammlung über„Sozialismus und Lassalleanismns", uns als Mitglied der Bewegung von ihrem Beginn an eine Uebersicht über die Geschichte und Entwicklung der Arbeiterpartei gebend, wofür wir Alle ihm nochmals unseren herzlichsten Dank zurufen. Ztresta«.„Wohlan, wer Recht und Wahrheit liebt", der komme und haue die„Ehrlichen", so lautete am 10. ds. MtS. die Parole da— ich will nicht sagen Unehrlichen, aber— Fanatiker. Unsere Partei hatte eine„allgemeine Arbeiterversammlung" anberaumt. Da das Lokal am alleräußersten Ende der Stadt war, so kamen unsere Genossen nicht gerade zahlreich; infolge dessen glaubten jene sich in der wirklichen oder eingebildeten Ma jorität und versuchten, als Ochme sofort nach der Vorsitzenden- wähl die Versammlung schloß(um Jenen nicht die Gelegenheit zu geben, unS in dem von ur S gemietheten Lokale zu stören, terrorisircn oder gar das Wort zu verweigern), eine ganz gewöhn lichc Keilerei. Sie besetzten die Treppen, die zur Hausthür führten und wollten uns zum Hofe hinausdrängen, um da uu- gestörter ihr Müthchen an uns zu kühlen; indeß es gelang unfern Leuten doch, sich Bahn zu machen und so drängten sich beide Schaaren in das Gastzimmer. Auf O eh nie war es hauptsächlich abgesehen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: todtgeschlagen wurde er, wenn die Fanatiker seiner l ätien habhaft werden können. Ich sah sie, wie sie aus dem Saal ins Gastzimmer, die Mar- seillaise singend, colonnenweise, mit geballten Fäusten, geschwungenem Knüppel und berserlerwüthigcm Auge einmarschirten. Ich habe s.Z. m Berlin gesehen, wie betrunkene Tölckeancr aufs LoShauen dressirt waren— aber die ReindcrS'sche Schaar hat mir ungleich mehr imponirt. Keme Betrunkene wahrhaftig, alle nüchtern, aber begeistert, jeden„Ehrlichen", der ihnen in den.Weg käme, ohne Pardon niederzumachen. Die Berliner Tölckc'ö sind zahme Vögel gegen diese Breslauer Androphagcn.— Dehme kam mit einem gelinden Puff ins Gesicht wejj; Andere dito. Bei etwas ungünstigerer Constellalion, die von Minuten und Sekunden abhing, wäre es jenerseits zu wirklichem Todtschlag gekommen. Eine Aussöhnung der Fraktionen ist hier am Ort nun absolut unmöglich. Es wird vielmehr abzuwarten sein, bis der Knüppel sich hier selbst unmöglich geniacht hat, und dann muß unsrer>eitS die gewerkschaftliche Organisation wieder in Breslau ins Leben gerufen werden. Es ist dies zwar furchtbar schwierig, weil Bres lau keine Fabrik-, sondern nur eine Kleinmeister-, Philister- und Krämer stadt von LOv.oCK) Einwohnern ist, indeß, ohne Gewerk- schasten ist kein Fortkommen in der Sacke.— Araunschwcig, 15. November. Während die Actionäre von Eisenbahnunlernehmungen in den meisten Fällen für die euigelegten Kapitalien hohe Dividenden beziehen, sind die unteren Klassen der Eisenbahnbediensteten bei Privatbahneu sowohl wie bei Staats bahnen durchweg sehr schlecht gestellt. Die Arbeitseinstellungen sind daher auch bei dieser Arbeitsbranche nothwendig, wenn aus gütlichem Wege die berechtigten Forderurgen der Bediensteten ab- gelehnt werden. So berichtet der„Braunschweiger Bolkösreund" über einen kürzlich nuter den hiesigen Magazinarbenern deö Bahnhofs ausgebrochenen Strike Folgendes: „Die Arbeitseinstellung seitens der Magazinarbeiter deS Bahn- Hofe« dauert fort. Die Elscnbahndrrection hat sich nolhbürflig damit zn behelfen gesucht, daß sie eine Anzahl Elsenbahnbauarberter und Dienstleute zum Ersatz herbeigezogen hat. Diese räumten heute nur auf. Der Güterschuppen!st noch geschlossen. Ueber die Verhältnisse der Magazinarbeiter ersahreu wir Folgendes. Jeder Magazinarbeiter mußte bei seinem Eintritt 50 Thaler, jeder Ober- arbeiter 100 Thaler Kaution stellen. Was im Schuppen abhan- den kam, das mußten die Arbeiter aus ihrem geringen Lohn ersetzen. War dagegen im Schuppen Etwas überzählig, wurde es von der Direction in Beschlag genommen. Ein halbes Dutzend Obermbeiter bekamen LS Groschen Lohn; alle übrigen dagegen erhielten nur von 17 bis 19 Groschen. Davon geht monatlich 1 Thlr. für die Krankenkasse ab.— Die Direction hat jetzt einen Akkord vorgeschrieben, der unannehmbar ist. Für den Centner AuS- und Einladen sollten die Arbeiter 4, 47 Pfennig bekommen. Es gibt viel blinde Arbeit, z. B. Durchladung(von Empfang- Seite nach Vcrsandt-Seite), Umladung von bunten Waaren u. s. w. Diese blinde Arbeit rst in dem neuen Tarif nicht rnbegrifsen.— Aus dem Bahnhofe gibt es 2 Kolonnen, bestehend ans 3 Ober arbeitern und 7 Magazinarbeiter, welche die Lavungen, wie Holz, Stein, Kohlen, Möbeln u. dgl., anzuweisen haben. Auch diese waren in dem von der Direction vorgeschlagenen neuen Lohnsatz nicht mit inbegriffen, so daß dieselben auch von dem Akkordgelde bezahlt werden sollten. Die Arbeiter wurden förmlich zu der Ar beitseinstellung gedrängt. Am Donnerstag Abend kam der Ober- Güterinspector Lüddecke und rieth den Arbeitern die Annahme des neuen Akkordsatzes an, indem er erklärte, daß die Direcrion sich durchaus auf nichts Andere« einließe, und wer nicht wolle, könne gehen. Freitag Mittag beschicd der Ober-Güterinjpector Lüddecke drei Mann auS den Arbeitern zu sich und iheilte ihnen mit, daß die Direction bereit wäre, einen Groschen Zulage zu geben. Hie- raus wurde die Arbeit eingestellt. Nur 4 Mann blieben. Die Zahl der Einstellenden betrug 131." Kannover, 19. November. An die Tischler und Fachgenossen DeuffchlandS, Oesterreichs und der Schweiz. Mit schwerem Herzen müssen wir Euch melden, daß der hiesige Strike bis heute noch nicht zu unfern Gunsten ausgefallen ist. Ihr Alle wißt, wie sich zu Anfang unserS Strike der Tischler-(Schreiner-) Verein gegen unS benommen hat in der Agitation gegen uns und in Artikeln, welche er gegen uns brachte. Daß dieses nur dazu angeihan war, den Strike scheitern zu machen, ist leicht erklärlich. Man bedenke, daß durch die falschen Berichte sich der Zuzug nach hier so sehr vermehrte, daß wir durchschnittlich per Tag 20 bis 25 Fremde hier hatten. Statt nun wieder abzureisen und mit einzugreifen in das Rad der Bewegung, zogen die Zugereisten vor, trotz unserer Er- Mahnung und Auseinandersetzung, hier doch bei Meistern, die noch nicht unterschrieben hatten, in Arbeit zu treten. Die Folge davon kommen können, sund so wurde denn in der letzten Versammlung beschlossen, den Strike bis auf Weiteres zu vertagen. Es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: 1) In Erwägung, daß der Tischler-(Schreiner-) Vaein durch sein taktloses Benehmen in Bezug der Agitation gegen den hie- sigen Tischlerstrike viel dazu beigetragen hat, die Sache scheitern zu machen; 2) In Erwägung, daß der zu Berlin auSgebrochene Börsen- krach und der dadurch hervorgerufene Umschwung in der Bau- konjunctur den Zuzug zu sehr hervorrief, sieht sich die heutige Versammlung veranlaßt, den Strike bis auf Weitere« zu vatagen. Wir ersuchen nun sämmtliche Kachgenosseu, den Zuzug so viel wie möglich fern zu halten, denn die Zeit wird schon kommen, wo die Verrälher unserer Sache einsehen werden, daß sie sich selbst verrathen haben. Die Strike Commission. biB. Abrechnung folgt nach. Der Arbeitsnachweis befindet sich nur allein Ballhosftraße Nr. 1. Wir warnen jeden zugereisten Collegen vor den Vorspiegelungen falscher Agenten. D. O. Lobberich, 18. Novbr. Nachdem seit Mende's letztem Wirken die Agitation so gut als darnieberlag, hielt Freund Sauren vor einem Monat hier eine Versammlung ab, in welcher wir gleich eine ansehnliche Mitgliederzahl erlangten. Wir bescklossen, sobald als möglich energische Schritte zur bevorstehenden ReichstagSwahl in dieser unS günstig scheinenden Situation zu thun, und hatten wir zum 16. eine Volksversammlung ausgeschrieben. Die Tage«- ordvung war: Die bevorstehende ReichstagSwahl, Ref. Körner auS Gladbach; die Agitation der sozialdemokratischen Arbeiter- Partei, Ref. Eschen aus Borschemich; Verschiedenes, Ref. Sauren aus Gladbach. Schon beim Eintreten in den Saal wurde jedem Unbefangenen klar, was es an der Zeit war. Da saßen sie, die Gründer, die VerwaltungSräthe und Direcloren, den feisten Bauch auf dem Tisch hängend, sehnsüchtig der Dinge harrend, die da kommen sollten. Viel zahlreicher waren jedoch die Arbeiter er schienen, so daß wohl an 700 Menschen anwesend waren. Ins Bureau wurde einstimmig Sauren als erster, Körner als zweiter Vorsitzender und Unterzeichneier als Schriftführer gewählt. Unbe- kümmert um die zahlreichen Bourgeois übernahm Körner das erste Referat, ließ das verkümmerte Wahlrecht sowie den aus demselben hervorgegangenen Reichstag gründlich durchs Fezfeuer gehen und schilderte das Vorgehen der liberalen Presse mit den treffendsten Ausführungen. Beifall wurde dem Redner von allen Seiten zu Theil. Trotz mehrfacher Aufforderung Saurens, wenn Gegner vorhanden, sich ungenirt zum Wort zu melden, hielt sich kerner jener Bierbauksgelehrten für kompetent, am Vortrage irgend welche Aussetzungen zu machen. In Abwesenheit Eschens reserirte nun Sauren über den zweiten Punkt der Tagesordnung. Er gab zu- nächst einen Ueberblick über die Agitation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, wieS sehr treffend nach, daß sich der Sozialismus nur aus den bestehenden Verhältnissen und nicht durch die Agitation entwickelt habe, daß die Proletarier in vielen Beziehungen unter dem lieben Vieh ständen, und sei es angesichts solcher Zu- stände Pflicht der Arbeiter, sich solcher Wirthschafl gegenüber zu vereinigen. Nach wiederholter Aufforderung zur Jnlerpellaiion wirft sich endlich der Fabrikdirector Schulz in die Brust und meinte, daß er den Referenten doch eines Besseren belehren müsse, denn er und seine Collegen ständen in keiner Beziehung unter den. Vieh; er verlange den Beweis geliefert, daß solches bei den Ar- beilern der Fall wäre. Sauren trac sofort die Beweissührung an, indem erznur als einfaches Beispiel anführte, daß dem Bich wenigstens noch Zeit vergönnt sei, mit Ruhe seine Nahrung zu sich zu nehmen, daß die Arbeiter hingegen, während die Maschinen in vosler Thätigkeit sind, ihr trockaeS Brod zu sich nehmen müßten; sie wären stets die gehorsamen Diener der blank geputzten Ma Ichinen, sie wären gleichsam eingeschoben als ein Majchinentheil aus Knochen, Fleisch und Blut zwischen den dauerhafteren Theilen aus Eisen, Stahl und Metall, mit denen sie oft bei Gefahr ihres Lebens Schritt halten müssen den langen Tag, wenn auch darüber das mit den Maschinen hämmernde arme Muischenherz zerspringen sollte. Eben weil zur Berzehrung des Mahles keine Zeil, darum trägt des AlbeiterS Frau oder Kind es ihm entgegen auf halbem Wege zur Fabnk. Und so sieht man solche Arberter das Mittags- brod heißhungrig verschlingen auf der Straße, auf den Wällen, in den Promenaden. Nicht endenwollenoe Bravos wurden dem Redner zu Theil. Da sich Hr. Schulz trotz dieser gründlichen Wrdeilezung nicht für überführt hielt, führte Körner die Beweis- führung noch weiter aus, indem er Hrn. Schulz den guten Rath gab, sich einmal in sein Geschäft zurückzuversetzen; er habe doch jedenfalls neben der Aufsicht über die Weber auch die über die Pferde, Ochsen und Jagdhunde seines Prinzipals. Freuen Sie sich, so srug Parteigenosse Körner den Director, nun nicht bei weitem mehr über ein gutgenährteS Pserd, einen wohldresstrten Jagdhund, als über einen gurgeuährten Arbeiter, schmerzt Sie der Verlust eines Pserdes ober Ochsen nicht mehr als der eines Ar- beilers? Da der Hr. Schulz nur zusammenhanglose Worte stam meln konnte, brach die Versammlung in schallendes Gelächter aus. Nachdem der Vorsitzende die Ruhe wieber hergestellt, erklärte Hr. Schulz sich öffentlich sür überführt, meinte aber, die Bekämpfung der Farikherren dürfe er nicht dulden, denn wenn sie einmal böse würden und gar nicht arbeiten ließen, was würden dann die Ar- beiler machen, dann seien sie ja doch außer Erwerb. Sauren gab ihm darauf den guten Rath, er solle sich die Eigenschaft eine« Hamsters anzuschaffen suchen, der sich den Winter über rn das ein- getragene Getreibe einscharrt und davon den Winter über zehre, bis die Frühlingssonne den Anbruch besserer Zeiten verkünde. Das Ausbeuten sei ein zu lukratives Geschäst, als daß die Fabri kanten wegen einer Differenz mit den Arbeitern sofort zur Schließung ihrer Fabriken schreiten sollten. Der vernünftige Fabrikant würde sich mit seinen Arbeitern zu vergleichen suchen, der ausbeutungs- süchtige dagegen würde erst alle übrigen Unterdrückungsmaßregeln erschöpfen, bevor er den Arbeitern den Stuhl vor die Thjir setzte. Ich glaube jetzt wohl annehmen zu dürfen, fuhr Körner fort, daß Sie und Ihre Collegen Aufklärung haben. Damit nun dem Hrn. Director der thatsächliche Beweis seiner lächerlichen Ausführungen geliefert würde, reichte Körner folgende Resolution ein: „Die heutige Volksversammlung erklärt die Interpellation des Hrn. Schulze keineswegs dazu angethan, die Ausführungen des Referenten zu widerlegen, vielmehr hat sie den Anstoß gegeben, über verhüllte Punkte Aufschluß zu geben und die Thalsache sestzusteUen, daß die überall herrschenden Zustände höchst unge- recht sind. Die'Versammlung empfiehlt daher den Eintritt in die sozialdemokratische Arbeiterpartei, sowie einem Arbeiter- kandidaten bei der nächsten ReichstagSwahl die Stimme zu geben." Hierauf fanden viele Einzeichnungen in die Listen der Partei statt. Nachdem Sauren nun noch zum Abonnement auf den„Volks- staat" aufgefordert, wurde die Versammlung geschlossen. Mit sozialdeniokratischem Gruß Friedr. Schetter. Briefkasten der Redaktion. Wir erhalten verschiedene Anfragen bezüglich eine» durch die BourgeolSpreffe laufendm albernen Artikel«, wo geschildert wird, wie ein gewisser Heppner in einer Frauen Versammlung gesprochen bat. Dieser Heppner hat mit unserem au« Leipzig hinauSgerüderten Freund Adolf Hepner durchaus nicht« zu thun, sowie die ganze Versammlung nicht von unserer Partei arrangirt worden ist. Damit lst auch die An- ftage aus Brunn d'ibra erledigt. A. H. in Breslau: Erhalten. Will sehen, wa« fich thun läßt. Brätter in Gera: In nächster Nummer werden wir Ihren Prozeß berücksichtigen. C. W. in Witten: Wird ge- legenilich verwendet. Oesterreich in Stollbag: Für diese Nummer leider zu spät: also in nächster. Wegen Stossandrange« mußten einige Tom- spondenzen für die nächste Stummer zurückgelegt werden. der Expedition. F. Lschk Sömmerda Schr. Thlr. 14 5. G. Gl« Bruundöbra Schr. 4 Gr. Mllr Mainz Schr. 3 Gr. Htzt Schülp Schr. 6 Gr. Fschr Staßfnrt Schr. 1 Thlr. Trtmnn Berlin Ab. Nov. Thlr. 21 17. Kttl Weimar Schr. Thlr. 3 18. Lchhm hier Schr. Gr. 18 3. W. Tbß Oelsniy Schr. Thlr. 2 15. Wlm Wald b. Solingen Schr. 4 Gr. Hm Helmstedt 9 Gr. L. Mhlhrn Erimmittzschau Schr. Tblr. 25 9 6. Jgh« Witten Ab. 4. Qu. 6 Thlr. Schbrt«irldbag Schr. i Thlr. Mllr Leisnig Schr. 24 Gr. Hck Gräffrath Schr. Thlr. 1 10. Krtschmr Dortmund Schr. Gr. 27 5. Grnlr Zwickau Schr. Thlr. 1 19. Arb-Bild.-Ver. Meran Ab. Nov. u. Dez. Thlr. 1 2. A. Prbst Buckau Schr. Tblr. 2 10. Schbrt hier Agtnummrn. 1 Thlr. Rttgr Eisenberg Schr. Gr. 5 5. Gcnossenschaftsbuchdruckcrci. Antheilscheine bez. Antheilquittungen erhielten serner: In Ober- lungwitz: F. W. Bnnwtz 2, in Frankfurt a. M.: L. Gslmn 2, in Leivzig: W. Sr. 1, in Reudnitz: E. Grhrdt 10, in Hohenstein: I. Ssrl 1, G. Mllr 1. L. Psnck 1 Thlr._ Zum Reichstagswahlfond. Leipzig: Zum 12 und 13. sächs. Wahlkreis Trotz Rüder nnd Stieber 1 Thlr. 22 Gr. Zum Jvhanndenkmal 2 Thlr. 4 Gr. 7 Pf. B. Schft. hier 5 Gr. 8 Gr. 5 Pf. ges. in Martin« Londitorei. B. Gerhardt, Reudnitz 1 Thlr. V. Holzarbeitergewerischast 1 Thlr. 3 Gr. 4 Pf. Berlin r Für die Wahl Jakoby's: Cigarrenardeiter Große 5 Gr. Schlech'sche Eigarrenfabrik 12 Gr. Sammlung im A. C. 15 Gr. G. durch Bam- berger 15 Gr. Erttag einer Scatxartte durch Bernstein 11 Gr. _ Cöllt Einladung inm Pestball der sozialdemokratische» Arbeiterpartei. Sonntag, den 30. November, von Abrnd« 8 Uhr ab, im großen Saale des„Odeum"(Eigelsteiii) zum Besten des Reichs- lagöwahlftmds. arten sind zu haben in den Parteiversaintstliinge», im Ver» cinSlokalc bei Breuer und beim Colporieur des„Vvlksftaat". Emre au der Kasse 7'Ii Sgr. 21)*]„Das Fcsteomitv". Fransurt a. M. Der„BolkSstaat" liegt in folgenden _ Wirthschaften au«: Martini, gr. Bocken» hnmergasse: Eitz, Kannengicßergaffe; Schüßler, Papageigasse; Schwab, Schöppengaffe; im Stolzenselz alte Mainzergasse und im Lmdenoaum Saalgasse.— Die Mitglieder werden ersucht, obige Wirthschaften zu berücksichtigen. Trotz mehrfacher Aufforderung haben folgende Herren bis heute noch keine Zahlung geleistet: Schob �Schneider, Ausenthalt unbekannt): Ober- maier(Commi«, zur Zeit in Wien): Sozialdemokratische Arb.-Partei in Isenburg; Lrnauld(Kaufmann in Isenburg); Iakoby, Stech, Leonhardt in J�enourg; Hessel jr. in Kreuznach. In Zulnnst wird ein jeder faule Zahler so lange verössentlicht, bi« er bezahtl hat.__________ Theodor Kalb, Judengasse 156. Lnpjig Reichstag. Mittwoch, den 26. November, Abend« 3 Uhr: Wähler- Versammlung in der„Toühollc". Tagesordnung: Die bcoorsiehenden Reichstagswablen und die seit- herige Vertretung der Stadt Leipzig im Reichstag. Ref.: Auer au» Berlin. Das Comite. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Freitag, d. 2s. Nov., Sitzung im Saale der Restauration v. Jabin, Turnerstraße, vis ä vis der Turnhalle. T.-O.: I) Vortrag über Dr. Joh. Jacoby von Hadlich; 2) Skizzen aus Marat's iournalistischem Leben, Vortrag von Nauert. Gäste willkommen.__ Der Borstand. «1) ,* Ittt 1* i in Allen Parteigenossen hiermit zur Kcnntniß, haß unser Local, in dem wir jeden Sonmag Abend gemüthliche Zusammenkunft haben, in der„weißen Taube", T. 1 9 sich befindet. Daselbst befindet sich auch der Verkehr sämmtlicher Gewerk« schuften. Der Vertrauensmann,(üb Leipzig Stade Sonnabend, den 29. November, Abends halb 9 Uhr: Bolksvcrsammlnng im Lokale des Herrn G. Schröder„Zum Schützenhos", wozu sämmtliche Arbeiter und Wähler freundlichst eingeladen sind. Das Comite. Wandsbeck Sozialdcmolratischer Arbeiterverein. Mittwoch, den 3. Dezember, Abend« halb 9 Uhr: Geschlossene Mitgliederversammlung im Lokale der„Harmoie".— Tagesordnung: Die Reichstagswahl im 3. schleswig-holsteinischen Wahllreise. Der Vertrauensmann von Altona ist hierm eingeladen.— Alle Parteigenossen müssen erscheinen.— Die Mitgliedslarren sind vorzuzeigen. Für Wandsbeck ist Joh. Jahncke, Kampstraße 8, zum Filial-Ex- pedienten des„Volksstaal" ernannt. Derselbe bat auch den Swriften- vmrieb übernommen._ Julius Kölln, Vertrauensmann. 13. Reichstags-Wahlkreis. (Umgebnucz von Leipzig.) Behufs Eonstituirung eines Central- Wahlcomitö's und Aufstellung deS Caudidaten werden die Borstände der Ardciter-, Lokal- und Gemeinde- Vereine und sonstigen Vereinigungen de» Kreise« wie die Wähler über- Haupt auf Sonnlag, den 30. Nov., Nachmittag« 3 Uhr zu einer Be- sprechung nach Leipzig, Zeidler's Restauration, gr. Windmühlenstraße 7 hierdurch eingeladen. Das prov. Wabl- Tomitö. Unfern Wirth und Parteigenossen Friedrich Gey zu seinen am 27. November stattfindenden 34., sowie seiner lieben Frau Flora zu ihren am 29. Novemver stattfindenden 29. Geburtstage ein donnernde« Lebe- hoch! Die Parteigenossen von Forst. Gustav Schmidt in Balm wird ersnchl, mir seine Adresse zu- kommen zu lassen. I. Jonscher, E>