Erscheint in Leipzig Zpjttivc-ch, Freitag, Zounlag. Bestellungen nehmen an all« Postanstalten Buchhand» hingen des In- uÄuslandes. Filial-Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. Ä. Sorge, Boi 101 Hoboken, N.J. Wm. LuederS, 409 Maystr. Chicago, JU. Peter Haß, 8. W. Corner Third and eoatee atr. Philadelphia. AkznncmcnlLprci«: Für Preußen incl. Stempel- steuer 21'/, Sgr., für die übrigen Deutschen Staate« IL Sgr. pro Quartal. Monat»- Ad«nnementa werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den �ten u. 3 ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den 1 ten Monat & 6 Sgr. angenommen. TrgandersozialdemokratlschenArbeiterpatteiundderinternationalenGetveMgenossenschasten. Zaserate, die Abhalwng von Partei-, Bercins- und Volksversammlungen, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und Vergnügungs- Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Nr. 119. MttAwch, 3. Aecemver. 1873. Abonnements auf den„Bolksstaat" für den Monat Dezember zu 5'/» Neugroschen werden bei allen deutschen Postanstalten, für Leipzig zu V Ngr. bei der Expedition. Zeitzerstraße 44, und bei dem Colporteur Müller; für die Umgegend von Leipzig bei den Filial- expeditionen: für Volkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefeld ic bei O. Stclzer, Reudnitz, Kapellengasse 11, 2 Tr., für Plagwitz und Lindenau ic. bei Frau Hohe, Roßmarkt Nr. 9, in Lindenau, für Connewitz K. bei Teubert, Lornaische Straße 197, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst entgegengenommen. Parteigenossen! ermüdet nicht, auch fernerhin allerorts nach Kräiten zur Weitcrverbreilung des Parteiorgans beizutragen. Die Redaktion und Expedition des„Nolksstaat". ReichstagSwahl. Parteigenossen! Das preußische Abgeordnetenhaus hat vor einigen Tagen einen Beschluß gefaßt, der von ganz besonderer Wichtigkeit für die Wahl agitation ist. Seitens der ultramontanen Fraction war der Antrag auf Ein- führung des allgemeinen gleichen und directen Stimmrechts an Stelle des bisherigen verrotteten Dreillasienwahlsystems gestellt. Welche Motive die ultramontane Partei für Stellung dieses An- trag« hatte, ist für uns gleichgültig. Der Antrag war gut; er beabsichtigte, dem Volk zu einem lange vorenthaltenen Rechte zu verhelfen und jeder Liberale, der es nur ein wenig ehrlich mit der Freiheit uud dem Volke meinte, mußte dafür eintreten. Aber der Liberalismus in seiner Angst vor dem Volke konnte sich dazu nicht enischließcn. Mit 241 gegen 94 Stimmen— also die Stimmen der Ultramontanen und circa eines halben Dutzend Fort' schrittler— wurde der Antrag auf sechs Monate vertagt, richtiger verworfen. Der Liberalismus in seiner bodenlosen Feigheit wählte vtesen Weg, um nicht durch eine directe Vernei- nung auch seinen verblendetsten Anhängern die Augen zu öffnen und sich den Boden in der jetzigen Wahlagitation vollständig zu entziehen. Käme nach 6 Monaten der Antrag wieder zur Ver- Handlung, dann würden die Herren Liberalen Mann für Mann dagegen stimmen, denn dann sind die ReichStagSwahlcn vorüber und man hat weitere 3 Jahre Zeit. Aber der Antrag wird nicht einmal mehr zur Debatte kommen, weil der preußische Landtag spätestens Anfang März, also nachdem kaum Zweidrittel des Vertagungstermins vorüber sind, geschlossen wird. Die Hinterlist, womit der Liberalismus sein Ansehen bei den Wahlen zu retten gedenkt, liegt auf flacher Hand. Zeigen wir, daß er unS wenigstens nicht täuscht. Benutzen wir diese neueste seiner volkSverrätherischeo Handlungen, um sie den Hunderten von Volksversammlungen, die in diesen Wochen abgehalten werden, darzulegen und den„Liberalismus" an den Schandpfahl zu nageln. Die Niederträchtigkeit des„Liberalismus" m Preußen ist gleich der Niederttächtigkeit seiner Vertteter in ganz Deutschland. Ueber- all wird daffelbe Spiel gettieben, überall werden in Zeitungen und Versammlungen dem Volke schöne Versprechen gemacht, die dann in den Kammern und dem Reichstag mit Füßen getreten werden. ES ist Zeit, diesem Treiben einer heuchlerischen uud verrotteten Partei, die als Verttetung der Bourgeoisie überall das Heft in Händen hat, ein Ende zu machen. Darum, Parteigenoffen, rührt Eulb!— Anknüpfend an die in Nr. 117 veröffentlichten Candidaten für die sächsischen Bezirke, lasten wir hier die uns bis jetzt bekannt gewordenen Candidaturen in den übrigen Staaten folgen: Diese find: 1) Berlin, alle sechs Bezirke: Johann Jacoby: 2) Altona- WandSbeck: Bebel; 3) Stade: Borck; 4) Einbeck: Dr. Kirchner; S) Cöln: Zicrfaß-Mainz; 6) Lennep-Mettmann: Carl Hennig; 7) Kempten: Sauren; 8) Braunschweig, in allen drei Bezirken: Bracke; 9) 3. Weimarer Bezirk Neustadt: Ufert; 10) Hof:?)orck; 11) Bamberg: I. Jacoby; 12) Nürnberg: Grillenberger; 13) Fürth: Löwenstem; 14) Würzburg: Grillenberger; IS) München, 1. Be- zirk: Pröbstle; 16) München, 2. Bezirk: Geiser; 17) Augsburg: Most; 18) Eßlingen: Hofbaurath Demmler, Schwerin; Mainz: Johann Jacoby; Kaiserslautern: Johann Jacoby; Marburg: B. Schneider; Altenburg: Hofbaurath Temmler. Är««kf«rt a. M. Wir erhalten folgende Zuschrift: „An die Redattion de«„Volksstaat". Frankfurt a. M., 30. Nov. 1873. Der Berfaffer der Mannheimer Correspondenz in Nr. 118 de« .Volksstaat" war nicht gut untenichtet(Was ja keine Schande ,st. Red. d.„B."). Ich habe nicht telegraphisch oder auf son- stigem Wege die Kandidatur für den Reichstag angenommen, viel- mehr»iederholl, was ich schon vor Monaten Gelegenheit fand zu erklären: daß ich eine Kandidatur für den deutschen Reichstag nicht annehme. Ueber die Gründe zu solchem Enffchluffe vielleicht ein andermal. A. Sabor." Klancha». 30. Nov. An die Wähler de« 17. sächsischen Wahlbezirk«! Zum zweiten Male in diesem Jahre ruft un« die bevorstehende ReichStagSwahl zu den Waffen, um abermals unseren bewährten, zur Zeit noch in HubertuSburg eingekerkerten Freund und Parteigenoffen Anguff Aeöet aus der Wahlurne hervorgehen zu lassen. Obgleich wir bis jetzt in unserem Wahlbezirk bei jeder Wahl eine immer größere Majorität erzielt haben, so dürfen wir unS dennoch nicht schon im Voraus einer SiegeSgewißheit hingeben. Das unterzeichnete CentralwahlcomitS fordert deßhalb alle Orte deS Wahlbezirks aus zur Gründung von Localcomite'S schreiten zu wollen und spätestens bis zum 10. Dezember die nöthigen Adressen an den Unterzeichneten gelangen zu lassen. Deshalb Parteigenossen organisirt euch, damit, wenn der Feind sich zeigt, wir geschlossen ihm gegenüber stehen. Also muthig eingetteten in den Wahlkampf, dann muß der Sieg unser sein. Mit Gruß und Handschlag: Das Centralwahlcomit« des 17. Wahlbezirks. Hermann Albert, Borsitzender, Hoffnung 41. Zur Wahlorganisatiou. Obschon es ganz erwünscht und nothwepdig ist, daß an allen Orten, wo unsere Partei Mitglieder zählt, dieselben auch einen Parteigenossen, der allgemein bekannt ist, und infolge dessen recht viele Stimme erhalten würde, als ReichStagScandidaten auf- stellen, und dann möglichst viele Stimmen aufbringen, so darf dabei doch nicht aus dem Auge gelassen werden, daß noch viel Wichtigeres und NothwendigereS zu beachten und zu thun ist, als durch derartige„Stimmzähler"-Candidaturen zu erproben, wieweit die sozialdemokratischen Ideen unter dem Volk verbreitet sind. Einsender diese« ist dafür, daß an jedem Ort, Stadt oder Dorf, gleichviel, die Parteigenossen einen eigenen Candidaten auf- stellen, und wenn auch nur S0, ja wenn auch nur 10 Stimmen aufgebracht werden. Das Resultat muß sofort, wie eS offiziell bekannt ist, dem Ausschuß der Partei angezeigt werden, der dann festzustellen hat, wie viele Tausend Stimmen für die Partei abgegeben sind. Es wird nicht schwer sein, hunderttausend Stimmen aufzubringen, ohne die Kräfte unnöthig anzuspannen. Also, alle Mann an die Wahlurne: keine Stimme dar fehlen. DaS Verwerflichste wäre Wahlenthaltung, gleichviel aus welchem Grunde. Aber man soll das Eine thun und daS Andere nicht lassen, sagt ein altes Sprichwort, und daS mögen die Parteigenossen ge- rade bei der Wahlagitation recht sehr beherzigen, andernfalls dürften manche Orte, wegen Nichtbefolgung desselben sich schwere Vorwürfe zu machen haben. Deshalb also, und obschon um die Stärke der Partei zu prü fen, überall gewählt werden soll, dürfen doch an solchen Orten, wo nicht unzweifelhafte, mindestens begründete Aussicht auf Erfolg vorhanden ist, die Kräfte der Partei nicht vollständig für die Stimmzähl-Wahlen erschöpft, die aufzubringenden Geldmittel für diese Wahlen von untergeordneter Bedeutung verwandt und ab- sorbirt werden. Es wäre ein ungeheurer Fehler und hätten solche Orte sich bittere Vorwürfe zu machen, die für hoffnungslose Wahlen alle vorhandenen Geldmittel verpulverten, wenn durch ein solches taktloses Vorgehen sichere Wahlkreise, denen es aber an Geldern fehlt, die Agitation erfolgreich zu betteiben, verloren gingen. Allem Anschein nach sind wir leider auf dem Wege, eine solche Thorheit Su begehen, und deshalb wollen wir schon jetzt unsere Stimme er- eben, um uns das Recht zu sichern, später um so entschiedener unsere Mißbilligung auszusprechen. Wir warnen ganz entschieden vor zwecklosem Verpulvern großer Geldmittel bei der Wahl in todten Wahlkreisen, und erwarten, daß unter allen Umständen der Central-Wahlfond der Partei erst bedacht werde, ehe überhaupt ein Pfennig für anderweitige Wahlagitation ausgegeben wird. Und nun denke man ja nicht, daß wir ohne Roth unsere Stimme erheben. Wir könnten eine ganze Reihe von Wahlkreisen nennen, in welchen, obschon absolut keine Aussicht auf Erfolg und wo doch die großartigsten Anstrengungen vorbereitet werden, von wo aber noch kein Pfennig an den Central-Wahlfond eingesandt worden ist. Wenn auch nur ein sicherer Wahlkreis wegen mangelnder Geld' mittel verloren ginge, die in unsichern Wahlkreisen verschleudert wurden, und hätten erspart werden können, es wäre eine bittere, zu theuer erkaufte Lehre. Also hüte man sich, die Pferde hinter den Wagen zu spannen. K. Handelskrise«. Wir haben in letzter Nummer darauf aufmerksam gemacht, daß eine allgemeine Geschäftsstockung sich vorbereitet, daß eine all- gemeine Handelskrise im Anzüge ist. Wie solche Unordnungen entstehen und welche Ursachen ihnen zu Grunde liegen, das führt Friedrich Engels in seinem schon 1845 erschienenen sozial-öko- nomischen Werke:„Die Lage der arbeitenden Klassen in England" so wissend au«, daß wir eine Wiedergabe der einschlägigen Stellen für geboten erachten. Engels schreibt: „Bei der heutigen regellosen Produktton und Vertheilung der Lebensmittel, die nicht um der unmittelbaren Befriedigung der Be» dürfnisse, sondern um des Geldgewinns willen unternommen wird, bei dem System, wonach jeder auf eigene Faust arbeitet und fich bereichert, muß alle Augenblicke eine Stockung entstehen. England z. B. versorgt eine Menge Länder mit den verschiedensten Waarco. Wenn nun auch der Fabrikant weiß, wie viel von jedem Artikel in jedem einzelnen Lande jährlich gebraucht wird, so weiß er doch nicht, wie viel zu jeder Zeit die Vorräthe dort betragen, und noch viel weniger, wie viel seine Concurrenten dorthin schicken. Er kann nur aus den ewig schwankenden Preisen einen unsicheren Schluß auf den Stand der Vorräthe und der Bedürfnisse machen, er muß aufs Gerathewohl seine Maaren hinausschicken; alles ge- schicht blindlings ins Blaue hinein, mehr oder weniger nur unter der Aegide des Zufalls. Auf die geringsten günstigen Berichte schickt jeder, was er kann— und nicht lange, so ist ein solcher Markt überfüllt mit Maaren; der Verkauf stockt, die Capitalieu bleiben aus, die Preise fallen, und die englische Industrie hat keine Beschäftigung für ihre Arbeiter mehr. Im Anfange der industriellen Entwicklung beschränken sich diese Stockungen auf ein- zelne Fabrikattonszweige und einzelne Märkte, aber durch die cen- ttalisirende Wirkung der Concurrenz, die die Arbeiter, die in einem Arbeitszweige brotlos werden, auf die am leichtesten erlernbaren aus den übrigen, und die in einem Markt nicht mehr unterzu- bringenden Waaren auf die übrigen Märkte wirft, und dadurch allmälig die einzelnen Krisen näher zusammenrückt, find diese nach und nach in eme einzige Reihe von periodisch wiederkehrenden Krisen vereinigt worden. Eine solche Krise pflegt alle fünf Jahre auf eine kurze Periode der Blüte und des allgemeinen Wohlbe- findens zu folgen; der heimische Markt, wie alle fremden Märkte, liegen voll englischer Fabrikate und können diese letzteren nur lang- sam consumiren; die industrielle Bewegung stockt in fast allen Zweigen; die kleineren Fabrikanten und Kaufleute, die da« AuS- bleiben ihrer Capitalien nicht überstehen können, falliren, die größeren hören während der Dauer der schlimmsten Epoche auf Geschäfte zu machen, setzen ihre Maschinen still, oder lassen nur „kurze Zeit" arbeiten, d. h. etwa nur halbe Tage; der Lohn fällt durch die Concurrenz der Brodlosen, die Verringerung der Arbeit»- zeit und den Mangel an gewinnbringenden Waarenverkäufen; all- gemeines Elend verbreitet fich unter den Arbeitern, die etwaigen kleinen Ersparnisse Einzelner sind rasch verzehrt, die wohlthätizen Anstalten werden überlausen, die Armensteuer verdoppelt, verdrei- facht sich und reicht doch nicht au«; die Zahl der Verhungernden vermehrt sich, und auf einmal tritt die ganze Menge der„übir* flüssigen" Bevölkerung in erschreckender Anzahl hervor. Da« dauert dann eine Zeit lang, die„Ueberflüssigen" schlagen fich durch, so gut es geht, oder schlagen sich auch nicht durch; die Wohlthätigkeit und die Armengesetze helfen Bielen zu einer mühsamen Fristung ihrer Existenz: Andere finden hier und da in solchen ArbeitSzweigeu, die der Concurrenz weniger offen gelegt worden sind, die der Industrie ferner stehen, eine kümmerliche Lebenserhaltung— und mit wie Wenigem kann der Mensch sich nicht für eine Zeit lang durchschlagen! Allmälig wird der Stand der Dinge günstiger; die aufgehäuften Waarenvorräthe werden consumirt, die allgemeine Niedergeschlagenheit der Handels- und Jnduftnemänner hindert ein zu rasche« Ausfüllen der Lücken, bis endlich steigende Preise und günstige Berichte von allen Seiten die Thätigkeit wieder her- ftellen. Die Märkte liegen meist weit entfernt; bis die ersten Zu- uhren hingelangen könnten, steigt die Nachfrage fortwährend und mit ihr die Preise; man reißt sich um die zuerst ankommenden Waaren; die ersten Verkäufe beleben den Verkehr noch mehr, die noch erwarteten Zufuhren versprechen noch höhere Preise; man fängt in Erwartung eines ferneren AuffchlagS an, auf Speculation zu kaufen, und so die für den Consum bestimmten Waaren gerade zur nöthigstcn Zeit dem Consum zu entziehen— die Speculation steigert die Preise noch mehr, da sie Andere zum Kaufen ermuthigt und neue Zufuhren vorweg nimmt.— Alles da« wird nach Eng- land berichtet, die Fabrikanten fangen wieder flott an zu arbeiten, neue Fabriken werden errichtet, alle Mittel aufgeboten, um die günstige Epoche auszubeuten; die Speculatton tritt auch hier ein, »nz mit derselben Wirkung, wie auf den fremden Märkten, die preise steigernd, die Waare dem Consum wegnehmend, durch beide« die industrielle Production zur höchsten Kraftanstrengftng treibend — dann kommen die„unsoliden" Speculanten, die mit ficttvem Capital arbeiten, vom Credit leben, die ruinirt sind, wenn sie nicht gleich flott verkaufen können, und stürzen sich in die» allge- meine, unordentliche Wettrennen nach Geldgewinn, vermehren die Unordnung und Hast durch ihre eigene zügellose Leidenschaft, welche Preise und Productton bis zum Wahnfinn steigert— es ist ein tolles Treiben, das auch den Ruhigsten und Ersahrendsteu ergreift; eS wird gehämmert, gesponnen, gewoben, al« gälte e» die ganze Menschheit neu zu equipiren, als wären ein paar tausend Millionen neuer Consumentcn auf dem Monde entdeckt worden. Aus einmal fangen drüben die unsoliden Speculanten, die Geld haben müffen, zu verkaufen an— unter dem Marktpreise, versteht sich, denn die Sache hat Eile— dem einen Verkauf folgen mehrere, die Preise wanken, die Speculanten werfen erschreckt ihre Waaren in den Markt, der Markt ist in Unordnung, der Credit ist erschüttert, ein HauS nach dem andern stellt die Zahlungen ein, Bankerott folgt auf Bankerott, und man findet, daß drei Mal mehr Waare am Platz und unterwegs ist, als der Consum erfordern würde. Die Nachrichten komuien nach England, wo in der Zwischenzeit noch immer mit aller Gewalt fabricirt worden— ein panischer Schrecken ergreift auch hier die Gemüther, die Falliffement« von drüben ziehen andere in England nach sich, die Stockung stürzt dazu noch' eine Menge Häuser, in der Angst werden auch hier alle Vorräthe au den Mar» gebracht und der Schreckeu dadurch noch überttieben. DaS ist der Ansang der KrifiS, die dann wieder denselben Verlauf nimmt, wie die vorige und später wieder in eine Periode der Blüte umschlägt. So geht e« in einem fort, Blüte Krisis, Blüte, Krisis, und dieser ewige Kreislauf, in dem sich die waren; daß man den Zeichnern sogar noch 62,000 Thlr. Provision| Ein zweiter Zeuge( Zeugin) giebt an, daß Plattner mehrere englische Industrie bewegt, pflegt sich wie gesagt, in je fünf oder für die Hergabe ihrer Namen ausgesetzt hatte; endlich daß die Male in deren Wohnung kam, um eine Tasse Kaffee bat und stets sechs Jahren zu vollenden. ganze Geschäftsführung des nunmehr in Concurs gerathenen Unter- über Gehirnleiden tlagte, sowie darüber, daß man ihm diese KrankAls man Hieraus geht hervor, daß zu allen Zeiten, ausgenommen in nehmens eine in hohem Grade leichtsinnige und schwindelhafte heit nicht glaube, und daß er oft geschlagen werde. Zum Beweise ben furzen Perioden höchfter Blüte die englische Industrie eine unbe- war. Auch für die übrigen zahlreichen, bei anderen Eisenbahn- der erlittenen Behandlungen zeigte er ihr Arme und Brust, welche schäftigte Reserve von Arbeitern haben muß, um eben während der unternehmungen vorgekommenen Uebervortheilungen der Actionäre von schwarzen und blauen Flecken ganz bedeckt gewesen seien. am meisten belebten Monate die im Markte verlangten Maffen und Brandschaßungen des Actienkapitals, burch die an der Grün- Der dritte Zeuge( Beugin) giebt an, daß sie mehrere Male im von Waaren produciren zu können. Diese Reserve ist mehr oder dung betheiligte hohe Aristokratie und die sogenannten Finanzkreise, vorigen und heurigen Jahre fah, wie Plattner beim Ausrücken der minder zahlreich, je nachdem die Lage des Marktes minder oder hat die Unterzeichnung zahlreiche Belege geliefert. So z. B. geht Mannschaft von zwei Unteroffizieren in die Mitte genommen und mehr die Beschäftigung eines Theiles derselben veranlaßt. Und aus dem Berichte hervor, daß trotz der Ableugnungen im Herren- links und rechts auf denselben eingehauen wurde. wenn auch bei dem höchsten Blütenstande des Marktes wenigstens hause der Oberst- Truchseß und Erblandmarschall Fürst Buttbus einmal besonders hart mit ihm verfuhr und ein ihr bekannter Korzeitweise die Ackerbaudiftritte, Irland und die weniger von dem sich für seine Bemühungen um das Zustandekommen der Berliner poral Namens Müller unter den dabei Thätigen war, habe sie Aufschwunge ergriffenen Arbeitszweige eine Anzahl Arbeiter liefern Nordbahn die Kleinigkeit von 180,000 Thlr. baar und 120,000 Thlr. gerufen: warum man denn gar so grausam und unmenschlich mit können, so bilden diese einerseits boch eine Minderzahl, und ge- in Stammaction contrattlich zusichern ließ; daß Brinz Biron Blattner verfahre, da er doch krank ſei. Allein es wurde ihr behören andererseits ebenfalls zur Reserve, nur mit dem Unterschiebe, als Gründer- Provision aus der Kasse desselben Unternehmens beutet, daß Plattner sich nur verstelle und es sie nichts angehe. baß der jedesmalige Aufschwung es erst zeigt, daß sie bazu ge- 20,000 Thlr. erhielt; daß der Landrath des Kreises Teltow Brinz Beugin sagt ferner aus, Plattner sei öfter in ihr Haus gekommen, hören. Man schränkt sich, wenn sie zu den belebteren Arbeits- Handjery als Gründer der Berlin- Dresdener Bahn eine Bro- habe über heftige Kopfschmerzen und Mißhandlungen Seitens seiner zweigen übertreten, baheim ein, um den Ausfall weniger zu merken, vision von 20-30,000 Thalern erhalten hat, welche er nachträglich Vorgesetzten geklagt, und habe ihr zum Beweise der erlittenen arbeitet länger, beschäftigt Weiber und jüngere Leute, und wenn zu Kreiszwecken" benutzen zu wollen erklärte. Was die Leistungen" thätlichen Behandlungen wunde Flecken sehen lassen. fie beim Eintritt in die Krisis entlassen zurückommen, finden sie, ber Finanzwelt betrifft, so wollen wir hier nur eine Thatsache Zwei weitere Zeugen sagen gleichzeitig aus, daß sie ungefähr daß ihre Stellen besetzt, und sie überflüssig sind wenigstens vorführen: Das Finanzconsortium der Berlin- Dresdener Bahn 14 Tage vor dem Tode des Plattner denselben beim Pferdegroßentheils. Diese Reserve, zu der während der Krifie eine un-( die Herren S. Abel, H. C. Plaut und P. Gravenstein) haben schwemmen im sogennnten Schloßweiher drei Mal in's Wasser geheure Menge, und während der Zeitabschnitte, die man als die Stammattien zu 70% übernommen, dem mitbetheiligten Con- fallen fahen. Statt ihm zu helfen, mußten die Soldaten auf BeDurchschnitt von Blüte und Krisis annehmen tann, noch immer sortium dagegen einen angeblichen Uebernahmecours von 82%% fehl der Unteroffiziere denselben immer wieder untertauchen, wobei eine gute Anzahl gehören das ist die überzählige Bevölkerung" verrechnet und dem Publikum die Actien à 90% aufgehalft. Es sie bemerkten, daß es für diesen Hund nicht schade sei, wenn Englands, die durch Betteln und Stehlen, durch Straßenkehren, ist gut, daß diese und ähnliche zahlreiche Thatsachen in einem amt- er erepire. Den Zeugen fiel dies Benehmen um so mehr auf, als durch Einsammeln von Pferdemist, Fahren mit Schubkarren oder lichen Berichte festgestellt und an die Deffentlichkeit gelangt sind. Blattner allgemein für tränkelnd gehalten wurde. Efeln, Herumbötern oder einzelne gelegentliche kleine Arbeiten eine In dieser Hinsicht dient der Bericht gewissermaßen als Warnungs- Der sechste Zeuge sah ungefähr 14 Tage vor dem Tode des Kimmerliche Existenz fristet. Man sieht in allen großen Städten tafel, welche aufgestellt ist, um in Zukunft Jedermann an die Blattner, wie derselbe im sog. Schloßweiher beim Pferdeschwemmen eine Menge solcher Leute, die so durch kleine gelegentliche Ver- Fallgruben zu erinnern, welche moderne Wegelagerer allerwärts fein Pferd führen mußte, und zwar an die tiefsten Stellen, während bienste„ Leib und Seele zusammenhalten," wie die Engländer gegraben haben. Auch über das Verfahren der Regierung bei den die übrige Mannschaft ritt. Als er mitten im Wasser war, tam fagen. Es ist merkwürdig, zu welchen Erwerbezweigen diese über- Conzessionsertheilungen bricht die Enquete unnachsichtlich den Stab. ihm seine gewöhnliche Ohnmacht, die man öfters an ihm bemerken fluffige Bevölkerung" ihre Zuflucht nimmt. Die Londoner Straßen- In den zahlreichen erörterten Fällen ist meist erwiesen, daß nicht konnte, und er fiel in's Waffer. Nachdem ihn ein paar Soldaten Yehrer( cross sweeps) find weltbekannt; bisher wurden aber nicht mit gleichem Maße gemessen worden ist. Zwischen den Zeilen ist aus dem Wasser zogen, wurde kommandirt:„ Stoßt ihn wieder nur diese Kreuzwege, sondern auch in anderen großen Städten die sehr deutlich zu lesen, daß Hochgeborene" und einflußreiche Gründer in's Waffer, diesen Hund, wenn er auch hin ist!" Dieses Hauptstraßen von Arbeitslosen gekehrt, die von der Armen- oder mit Leichtigkeit Conzessionen erlangen konnten, um welche sich ge- Kommandowort hörte Zeuge vom anwesenden Premierlieutenant Straßenverwaltung dazu angenommen wurden jetzt hat man wöhnliche Bittsteller vergeblich bemüht hatten. In allen diesen Fürthmaier zuerst und dann von allen anwesenden Unteroffizieren. eine Maschine, die täglich durch die Straßen raffelt und den Ar- Beziehungen hat der Bericht ein reichhaltiges und ziemlich voll- Der fiebente Zeuge fah den Soldaten Plattner im vergangenen beitslosen diefen Erwerbszweig verdorben hat. Auf den großen ständiges Material zusammengestellt, wenn auch nicht zu verkennen Sommer, als er eben Stallwache halten mußte, auf der ThürRouten, die in die Städte führen, und auf denen viel Wagenver- ist, daß manche Partien absich lich etwas im Halbbuntel gelaffen schwelle liegen und dabei ihn jämmerlich über Kopfschmerzen klagen. lehr ist, sieht man eine Menge Leute mit kleinen Karren, die den find. Eine öffentliche parlamentarische Enquete hätte unzweifelhaft Da tam Korporal Müller, forderte ihn auf, seinen Pferdezaum zu frischgefallenen Pferdemist mit Lebensgefahr zwischen den vorbei- noch ganz andere Ergebnisse zu Tage gefördert. Das soll uns puzen, und da Blattner sagte, er könne gar nichts leisten, gab ihm rollenden Kutschen und Omnibussen wegscharren und zum Ver- aber nicht abhalten, ben Mitgliedern der Kommission die Aner- Müller mehrere Stöße mit dem Fuße, worauf Blattner zu pußen tauf einsammeln dafür müssen sie oft noch wöchentlich ein paar fennung auszusprechen, daß sie innerhalb des durch die königliche anfing, aber nicht vollenden fonnte, und ein Anderer ihm half. Shillinge an die Straßenverwaltung bezahlen, und an vielen Botschaft gezogenen Rahmens ihre Schuldigkeit gethan haben, um Später fab Zeuge den Plattner auf der Düngerstätte liegen; und Orten ist es ganz verboten, weil sonst die Straßenverwaltung der Wahrheit über die Zustände des Eisenbahn- Conzessionswesens als in den Stall geblasen wurde, Plattner aber nicht gehen konnte, ihren zusammengelehrten Koth, der nicht den gehörigen Antheil möglichst nahe zu kommen." tam Korporal Gluth und drohte, mit dem Säbel darein zu " " Pferdemist enthält, nicht als Dünger verkaufen könnte. Glücklich Das scheint uns denn doch etwas mild geurtheilt. Daß schlagen, wenn er nicht aufstehe. Kurze Zeit hernach sah Zeuge find diejenigen Ueberflüssigen," die sich eine Schubkarre verschaffen manche Partien absichtlich etwas im Dunkel gelassen sind," ist den Blattner durch zwei Soldaten abführen, wahrscheinlich in Arrest. und damit Fuhren thun tönnen, noch glücklicher diejenigen, benen nach unseren Begriffen eine schwere Anklage, welche die Möglich- Derselbe Zeuge sah auch einige Male die in Folge erhaltener Stöße es gelingt, Gelb für einen Efel nebst Karre zu bekommen der feit einer lobenden Anerkennung einfach ausschließt. Wie schwarz und blau unterlaufene Haut des Plattner. Efel muß sich sein Futter selbst suchen oder erhält ein wenig zu- reimt sich die Behauptung, daß die Mitglieder der Kommission Ein fernerer achter Zeuge( Zeugin) sah neben andern Mißfammengesuchten Abfall, und kann doch einiges Gelb einbringen. innerhalb des durch die königliche Botschaft gezogenen Rahmens handlungen, wie Blattner einmal in Folge seines Gehirnleidens Die meisten Ueberflüssigen" werfen sich aufs Hökern. Na- ihre Schuldigkeit gethan haben", mit jener Angabe zusammen, daß an das Pferd hinfiel und in den Zügeln hängen blieb. Die Stallmentlich Samstag Abends, wenn die ganze Arbeiterbevölkerung auf von diesen nämlichen Mitgliedern manche Partien absichtlich etwas wächter wollten ihm helfen, aber Korporal Müller schalt dieselben den Straßen ist, sieht man die Menge zusammen, die davon lebt. im Halbbunkel gelassen sind?" Nach dem, was die Frankfurter und fragte, warum sie diesen Hund nicht haben hängen lassen, daß Schnürriemen, Hosenträger, Lizen, Orangen, Kuchen, kurz alle Beitung" über den Inhalt des Berichts sagt, liefert derselbe absolut ihn der Teufel geholt hätte. möglichen Artikel, werden von zahllosen Männern, Frauen und fein neues Material, sondern bestätigt blos, in schonendster Weife Der neunte Zeuge, welchen Plattner öfters besuchte, giebt an, Kindern ausgeboten und auch sonst sieht man alle Augenblicke für die Schuldigen, die famosen Laster'schen Enthüllungen. Weiter daß er ihn gar oft über zu harte Behandlung klagen hörte und folche Höker mit Orangen, Kuchen, Ginger- beer oder Nettle- beer nichts. Als die königliche Commission niedergesetzt ward, erwartete besonders darüber, daß er beim geringsten Vergehen zwei Tage in ben Straßen stehen oder umherziehen. Zündhölzchen und der- tein Mensch, die Commission werde Laster zum Lügner stempeln; lang bei Wasser und Brod eingesperrt werde. Einmal habe er artige Dinge, Siegellad, Patentcompofitionen zum Feueranzünden zc., was man erwartete, war, daß die Untersuchung ins Allgemeine ihm seine Arme gezeigt, welche ganz mit Blut schwarz unterlaufen, bilden ebenfalls Handelsartikel für diese Leute. Andere soge- geführt, und hinter Wagener eine Wand errichtet wurde, waren, daher kommend, daß er mit beiden Armen an die Recftange nannte Jobbers gehen in den Straßen umber und sehen sich um dessen zahlreiche Mitschuldige dem öffentlichen Blid zu entziehen. bes Turnapparats gebunden worden sei, wonach zwei Soldaten nach gelegentlichen kleinen Arbeiten um; manchem derselben gelingt und das ist nach dem eigenen Resumé der Frankfurter Zeitung" den herabhängenden Körper herumschwingen mußten. Dieser Zeuge es, sich ein Tagewert zu verschaffen, viele find nicht so glücklich. denn auch in Wirklichkeit geschehen. Hat die Frankfurter Zeitung" vernahm ferner, daß Plattner, angeblich um ihn vor Ungeziefer zu An den Thoren aller Londoner Dods," erzählt der Rev. W. etwa Schlimmeres erwartet? Wir nicht. Wir dächten, es wäre reinigen, bei der größten Kälte in einem ungeheizten Saale in Champney, Prediger im öftlichen Bezirk von London, erscheinen das Schlimmste. einen Behälter voll eistalten Wassers gelegt wurde. jeben Morgen im Winter schon vor Tagesanbruch Hunderte von Einen parlamentarischen Spaß hat sich soeben die Der zehnte Zeuge bestätigt ebenfalls den krankhaften Zustand Armen, die in der Hoffnung, ein Tagewerk zu erlangen, auf die italienische Kammer gemacht, indem sie einen von dem Abgeordneten des Plattner, sowie dessen überaus schlechte Behandlung. Eröffnung der Thore warten, und wenn die jüngsten und stärksten, Mancini gestellten Antrag auf Errichtung eines Internationalen Der Unterfertigte glaubt, daß diese Zeugenaussagen genügen und die am meisten bekannten engagirt worden sind, gehen noch Schiedsgerichte annahm, und an die italienische Regierung das dürften, um nachzuweisen: 1) daß der an einer schweren Hunderte niedergeschlagen von getäuschter Hoffnung zu ihren ärm- Ersuchen richtete, in diesem Sinne thätig zu sein.„ Das ist nun Krankheit leibende Soldat Plattner durch Unfähigkeit lichen Wohnungen zurüd." Was bleibt diesen Leuten, wenn das zweite Cabinet, welches für den Gebanken des internationalen des Arztes und durch die gröbsten Mißhandlungen seiner fie teine Arbeit finden und sich nicht gegen die Gesellschaft auf- Schiedsgerichts gewonnen wäre," ruft ein enthusiastischer Journalist dienstlich Vorgesezten förmlich bis zum Tode gepeinigt lehnen wollen, anders übrig, ale zu betteln? Und da fann aus. Das zweite Cabinet? Wir kennen weber ein erstes noch ein wurde, und 2) daß zu diesen Mißhandlungen( siebe man fich nicht über die Menge von Bettlern, die meist ar- zweites. Er wollte vermuthlich die zweite Boltsvertretung Beugenausfage 1 und 6) der Befehl ertheilt wurde. beitsfähige Männer sind, wundern, mit denen die Polizei fort- fchreiben und dachte dabei an den bekannten Beschluß des Nach dieser öffentlichen Erklärung sind nach Ansicht des Unterwährend zu kämpfen hat. Die Bettelei dieser Männer hat aber englischen Unterhauses, der auf die englische Regierung ungefähr fertigten zwei Fälle denkbar: einen eigenthümlichen Charakter. Solch ein Mann pflegt mit seiner eben so viel Einfluß haben wird, wie die frommen Wünsche des a. Entweder find die vorstehend geschilderten Thatsachen unFamilie umberzuziehen, in den Straßen ein bittendes Lieb zu fraglichen Journalisten, und wie der Beschluß der italienischen wahr, dann erfordert es die Ehre des Militärstandes, der fingen oder in einem Vortrage die Mildthätigkeit der Nachbarn Kammer auf die italienische Regierung. Unterzeichneten als Verbreiter unwahrer tendenziös gehässiger anzusprechen. Und es ist auffallend, daß man diese Bettler nur- Moderne Folter. Wir können nicht umhin, unferen Thatsachen vor Gericht zu stellen und ihm Gelegenheit zu in Arbeitsbezirken findet, daß es fast nur Gaben von Arbeitern neulichen Mittheilungen über den zu Tode gequälten bahrischen geben, seine Behauptungen öffentlich zu beweisen ober find, von denen fie fich erhalten. Ober die Familie stellt sich Soldaten Plattner noch die Hauptpunkte der Erklärung anzu- b. bie Thatsachen sind wahr, dann hat die tief beleidigte fchweigenb an eine belebte Straße und läßt, ohne ein Wort zu fügen, welche der Abgeordnete Lerzer, derselbe Landtagsabgeord- öffentliche Meinung, dann hat das Volk ein Recht, Sühne fagen, den bloßen Anblick der Hilflosigkeit wirken. Auch hier rechnen nete, welcher das bayrische Kriegsministerium wegen der Plattner zu verlangen für Mißhandlungen eines Mannes, der dem fie nur auf die Theilnahme der Arbeiter, die aus Erfahrung wissen, zu Theil gewordenen Behandlung interpellirte, auf die barsche Baterlande seine Dienste weihen mußte, aber weil er bas wie der Hunger thut, und jeden Augenblick in die gleiche Lage Antwort des Kriegsministers Brandh in bayrischen Blättern ab- ihm Unmögliche nicht leisten fonnte, bis zu seinem Ende Tommen tönnen; benn man findet diese stumme, und doch so höchst gegeben hat. Es heißt darin: gepeinigt wurde. München, ben 18. November 1873. " ergreifende Ansprache fast nur an solchen Straßen, die von Ar- Der Unterzeichnete, welcher nur auf die dringendsten Bitten, beitern frequentirt, und zu solchen Stunden, in denen sie von Ar- nur in der Absicht, um das bisweilen harte Loos der Solbaten zn Lerzer, Landtagsabgeordneter. beitern passirt werden; namentlich aber Sonnabend Abends, wo erleichtern, nur nach Vernehmung einer großen Anzahl von Augen- Auf diese Erklärung hin hat sich das bayrische Kriegsministerium überhaupt bie Geheimnisse" der Arbeiterbezirke in den Haupt- und Ohrenzeugen, von denen zehn ihre Aussagen mit Namens- veranlaßt gefehen, eine Untersuchung einzuleiten. Warten wir deren ftraßen sich enthüllen, und die Mittelklasse sich von diesen so ver- unterschrift bestätigten, sich vertrauensvollſt an die oberste Kriegs- Ergebniß ab! unreinigten Gegenden so viel wie möglich zurückzieht. Und wer verwaltung um Sühne gewendet hat, von derselben aber barsch Sie möge aber ausfallen wie sie wolle, und wir versprechen von den Ueberflüffigen Muth und Leidenschaft genug hat, sich der abgefertigt wurde, ist es seiner Ehre und dem Wohle des Landes uns nicht viel von ihr jene patriotischen Siegestümmel, welche Gesellschaft offen zu widerseßen, und auf den versteckten Krieg, den und seiner Söhne schuldig, hiemit den Weg der Deffentlichkeit zu das herrliche Kriegsheer", die germanische Urwüchsigkeit", die die Bourgeoisie gegen ihn führt, mit dem offenen Kriege gegen die betreten. beutsche Kultur" so gerne im Munde führen, fie müssen verBourgeoisie zu antworten, ber geht hin, stiehlt, raubt und mordet. Borerst soll ein kurzer Auszug aus den mit Namensunterschrift stummen ober der Name Blattner überführt sie der infamften ( Schluß folgt.) bestätigten Angaben vorurtheilsfreier Zeugen die Thatsachen flar Lüge! stellen, wobei bemerkt wird, daß die betreffenden Zeugen bereit sind, Das preußische Preßcorruptionssystem mit Stieber ihre Aussagen nötbigenfalls eidlich zu erhärten. und Reptilienfond wird so oft von guten" Patrioten" geleugnet, Der erste Zeuge gibt an, daß er den Soldaten Plattner brei und wird behauptet, es gäbe gar keine„ Sauhirten". Bir citiren mal vom Pferde habe stürzen sehen, daß er gehört habe, daß deshalb eine Berliner Correspondenz der Frankfurter Zeitung", Blattner mit dem Namen Sauterl, Sauvieh, Bauernvieh wo es heißt: Politische Uebersicht. - Ueber den Bericht der königlich preußischen Eisenbahn- titulirt worden sei; er habe gehört und gesehen, wie der Premier-„ Eine recht brastische Schilderung dieser Verhältnisse findet sich unterfuchungstommission, ber uns noch nicht zu Gesicht ge- lieutenant Fürthmaier die Estabron tommandirte, über ben in einer vor zwei Jahren in Zürich erschienenen Broschüre des tommen ist, fällt die Frankfurter Zeitung" folgendes Urtheil: vom Pferde gestürzten Plattner, da er auf dem Boden lag, hin- Dr. Eduard Löwenthal, dessen Zeugniß in dieser Beziehung Biel Neues haben wir aus dem eifrigen Studium der überzureiten. Er sah und hörte ferner beim Nachhausereiten nach um so unverdächtiger ist, als er selbst lange Zeit aus dem Preß 195 Seiten des Berichts der Spezial- Untersuchungs- Commission dieser Behandlung, wie genannter Fürthmaier 2 Mann komman- fond gefüttert wurde, und noch jetzt zu den dort maßgebenden über das Eisenbahnwesen nicht erfahren. Allerdings sind die An- birte, welche den Blattner in die Mitte nehmen und mit Fäusten Persönlichkeiten in Beziehung steht. Als ein Probeeremplar der flagen, welche Herr Laster gegen Wagener und seine Helfershelfer links und rechts auf denselben einhauen sollten; was auch wirklich von der Regierung im Dienste der geheim- offiziösen Presse verim Abgeordnetenhause vorbrachte, in allen Theilen bestätigt worden. ausgeführt wurde. Dieser Zeuge giebt ferner an, daß Plattner wendeten Berfonen verdient der Mann immerhin einige Beachtung, Es ist erwiesen, daß Wagener und Genossen sich als Gründer und öfter in seine Wohnung tam, sich über seinen leidenden Zustand, umsomehr, als er in neuerer Zeit wieder das Bestreben zeigt, in Berwaltungsräthe der Pommerschen Centralbahn bedeutende Privat- sowie über die schlechte Behandlung von Seite seiner Borgesetzten der Deffentlichkeit eine Rolle zu spielen, und so werden ein paar Remunerationen zum Nachtheil der Gesellschaft ausbebungen hatten; beklagte und öfter den bloßen Rüden zeigte, welcher in Folge der biographische Notizen über ihn nicht ohne Interesse sein. Schon baß die Actienzeichnungen zum größten Theil nur Scheinzeichnungen erlittenen Behandlung ganz blau angelaufen war. in der Conflictsperiode entfaltete er in mehreren Blättern, nament lich in dem damals noch vielgeleseneu und im Ruft des Libera- lismuS stehenden„Publicist" eine rege Thätigkeit als gonverne- mentaler Preßagent, obwohl sein Einfluß von der Regierung nicht besonder» hoch geschätzt worden z» sein scheint, da fie ihn nur mrt monatlich 4V Thalern dotirte. Diese bescheidene Wirksamkeit ge- nllgte seinem Ehrgeiz auf die Dauer nicht. Nachdem er hier den B ersuch gemacht hatte, durch Gründung einer neuen ReligionS- gesellschast, der sogenannten„Cogitantengemeinde", seinen Namen in weitere Kreise zu tragen, ging er nach Dresden, wo er während des österreichischen Kriege» ebenfalls— zum Theil als aAvnt provocateur— im Sinne der preußischen Regierung wirkte. Die Geldansprüche, die er für diese Thätigkeit erhob, scheinen indessen bald so groß geworden zu sein, daß man sie von Berlin aus nicht mehr zu beftiedigen geneigt war, und so beschloß Hr. Dr. Löwen- thal, seinen bisherigen Brodherren zu zeigen, wie gefährlich er ihnen als Gegner sein könne. Er trat alS wüthender Preußen- seind auf, und um als solcher unbehelligt wirken zu können, zog er sich nach der Schweiz zurück, wo er eine Zeitschrift„Die Frei- heitSwacht, Organ der europäischen Unionspartei" herausgab und u. A. die oben erwähnte Broschüre:„DaS preußische Völker- Dreffur- System und die europäische Föderativ-Republik der Zu- kunft" schrieb— ein Pamphlet, voll der gröbsten Majestätsbelei- digungen und der plumpesten Angriffe gegen seine früheren Brod- Herren. Ein Theil Ihrer Leser wird sich des Titels dieser Broschüre wahrscheinlich noch erinnern, da dieselbe zu einem intereffanten Prozeß Veranlassung gab, der am 14. Februar 1871 vor der Frankfurter Strafkammer verhandelt wurde. Der 21jährige Kauf- mann Hornig, Mitglied des„demokratischen Vereins" in Frank- furt, hatte aus Zürich, dem damaligen Aufenthaltsorte des Dr. Löwenthal, eine Anzahl Exemplare der genannten Schrift zuge- schickt erhalten und zwei derselben in der„Bavaria" an Freunde zum Lesen gegeben. Unmittelbar darauf wurde Hornig verhaftet, und demnächst als Verbreiter der Broschüre zu 4 Wochen FestungS- Haft verurtheilt. Niemand wußte, wie die Polizei von dem Vor- handensein der strafbaren Schrift Kenntniß erhalten, bis der Ober- staatsanwalt Schmieden aktenmäßig konstatirte, die Absendung des PacketS sei der Polizeibehörde von Zürich aus mitgetheilt worden. Eine Vergleichung der Denunziation mit der Packetadreffe ergab überdies eine wunderbare Aehnlichkeit beider Handschriften. Seit jener Zeit war kaum ein Jahr verflossen, als Hr. Dr. Löwenthal sich wieder frei und unbehindert in Berlin umherbewegte, ohne daß die Polizei ihn wegen jener Broschüre im Mindesten mole- stirte. Nachdem er eine Zeitlang als Mitarbeiter der„Berl. Bllrgerzeitung" thätig gewesen, trat er in die Redaction der„Neuen freien Zeitung", deren Chef er bald darauf wurde, und kämpft jetzt energisch für die„Freiheit des Volkes". Neuerdings hat er, um seiner Wirksamkeit eine breitere Grundlage zu geben, an alle Bezirks-, Handwerker- und Arbeitervereine ein Circular erlassen, in welchem er dieselben auffordert, sich der internationalen Frie- denspropaganda anzuschließen und demnächst zu einem unter seiner Leitung zu konstituirenden Vereine zusammenzutreten." Dieser Löwenthal hat auch in Sachsen sein Wesen getriebcu und einst an den„Volksstaat", der ihn früher schon kennzeichnete, geschrieben, er(Löwenthal) erlläre Jeden für einen„unverbesser- lichen Esel", der ihn für einen Spion oder Polizeiagenten halte. Der Kerl hat das Zeug zu seinem Handwerk, denn Frechheit muß diese Sorte vor Allem besitzen, sonst kann sie Stieber nicht brauchen. Apropos, die Berliner„Neue fteie Zeitung", die Löwenthal jetzt redigirt, macht viel in AftersozialiSmuS, ja sogar in„Jnternatio- naliSmüS". Geb« sich kein Arbeiter mit diesem Abklatsch des PreßbureauS ab! Die Arbeitervereine, an die Hr. Löwenthal sein Circular erlassen hat— uns ist übrigens kein solches zu Gesicht gekommen— mögen dies einfach zu den Acten legen. — Die Habsucht und die SpekulationSwuth sind eS wiederum, welche in Grünberg(Niederschlesien) einen großen „Krach" vorbereitet haben. Die bekannten Etablissements von Förster sind e», die im Todeskampf liegen. Wir lesen über diese Etablissements in ver fchiedenen Blättern: „Der Niederschlesifche Kassenverein Friedr. Förster jun. u. Co. wurde am 1. Juli 1868 mit einem Grundkapital von einer Million Thaler gegründet, und hat Friedr. Förster jun. zum per sönlich hastenden Gesellschafter. Am 1. Juli 1370 wurde die alte berühmte Tuchfabrik von I. S. Förster unter der Firma«Schle fische Tuchfabrik I. S. Förster und Comp.", basirt auf einem Aktienkapital von einer Million Thaler, welches später auf zwei Millionen Thaler erhöht wurde, in ein Aktienunternehmen umge wandelt, und es traten hier gleichfalls Förster jun. und dessen Bruder August Förster als persönlich hastende Gesellschafter ein. Der große Ruf, dessen sich diese Tuchfabrik erstellte, bestimmte eine Anzahl angesehener Männer, in den Aufsichtsrath zu treten, so daß diesem noch bis zu diesem Augenblick Direktor Fromberg vom schlesiscken Bankverein zu Breslau, Conful Müller(von der Firma G. Müller u. Co. in Berlin), Banquier Max Alexander �von der Firma Gebr. Alexander in Breslau), Banqnier Ignatz Leipziger(von der gleichnamigen Firma in Breslau) und Banquier Hermann Bein(von der Firma Bein u. Co. in Berlin) augehö ren. Der Bankverein vertheilte für 1870 eine Dividende von 10 Prozent, pro 1871 12 Prozent und pro 1872 15 Prozent. Tie schlefisch« Tuchfabrik hatte 1870/71(da» Geschäftsjahr geht hier mit dem 30. Juni zu Ende) eine Dividende von 11 Prozent, während für 1872/73 noch nichts proklamirt ist. ES war jedock die Bilanz per 30. Juni 1873 vollständig fertig, und verblieb nach reichlichen Abschreibungen noch ein Nettogewinn von 8S,020 Thalern, zu dem sich noch ein Nettogewinn von 75,000 Thalern der Sorauer Filiale gesellt, so daß im Ganzen dies einen ver- sügbaren Gewinn von 164,000 Thalern ergeben hätte. Der Auf- sichtSrath der Tuchfabrik machte bei Entstehung der Fabrik, als Herr Friedrich Förster jun. auch hier alS personlich hastender Ge- ftllschafter eintrat, demselben zur Pflicht, aus dem Kassenverein auszuscheiden; eS wurde dies auch von demselben fortgesetzt in bestimmte Aussicht gestellt, ohne daß es aber sich jemals thatsäch- iich verwirklichte. DaS Geschäft der Tuchfabrik entwickelte sich nach allen Richtungen hin glänzend, weil diese Fabrik vornehmlich ein- farbige, und besonder« schwarze Tuche, die wenig von dcp Eon- lunctur abhängig sind, producirte; sie litt durchaus nicht so, wie fllan eS im Augenblick glauben machen will,«uter der amerikani- Ichen KrisiS. Allein Commerzienrath Friedrich Förster jun. enga- girte theilS die Tuchfabrik-Aktiengefellschaft für feine persönlichen Zwecke bis zu einem ganz enormen Grade, theilS gab er sich einer Reihenfolge von Illusionen hin und begann eine AuSdehnurg der Fabrik lediglich auf Credit in so ungemessene Größen hinein, °aß, als dieser Credit unter dem Elnflosse der schlechten Zeit er- schöpft war, der Zusammenbruch fast unvermeidlich wurde. So wurde die große Tuchfabrik von Gebhard und Wirth in Sorau Iekauft, welche unter der Firma:„Sorauer Filiale der schlesischen Tuchfabrik" arbeitet, so gründete er mit 160,000 Thlrn. die Fa- brik von Janke a«S Bradford, so für 80,000 Thlr. die Webstühle von Loui» Meinecke, und zwar Alles gegen Wechfelcredite, die schließlich denn auch in so großen Summen fällig wurden, daß schon im Anfang vorigen Monats ein Theil dieser Wechsel nicht eingelöst wurde und sich bereits 70,000 Thaler nothleidende Wechsel beim Beginn de« laufenden Monats vorfanden. Der AussichtSrath trat zuerst der Frage näher, ob es möglich sein werde, die Fabrik zu halten, wenn derselben ein gewisser Indult gewährt und die schon nothleidenden Wechsel und die in nächster Zeit fällig werdenden kleineren Fabrikantenwechsel anderweitig be- zahlt würden. Die Mitteldeussche Creditbank in Meiningen, der Schlesische Bankverein und die Firma Gebrüder Alexander entschlossen sich, zu diesem letzteren Zwecke noch eine gewisse Summe zusammenzuschießen unter der Voraussetzung, daß auch die preu- pische Bank einen Indult bewillige und gegen Sicherstellung der Fabrik einen neuen Credit von 150,000 Thlrn. gewähre. Man war bei diesem Abkommen von der Ansicht ausgegangen, daß die mannigfachen Wechselverbindungcn, welche die Firma Hinsberg, Lübke u. Co., Filiale des Banner Bankvereins, mit dem Nieder- schlesischen Cassenverein unterhielt, für die Tuchfabrik außer Ansatz bleiben könnten, und daß eventuell auch die neuerdings auf das Sorauer Etablissement hypothekarisch eingetragenen 300,000 Thaler für die Gesammthcit der Gläubiger'sich würden heranziehen lassen. „Leider zeigte sich, daß die Zwischenzeit noch benutzt worden war, um die Tuchfabrik auch in Wechselverbindlichkeiten zur Sichcrstellung der Firma Hinsberg, Lübke und Cie hineinzuziehen, so daß mindestens noch 340,000 Thlr. von den Gläubigern baar zuzuschießen seien, wenn man den Fall der Fabrik abwenden wolle. Auch diese Opfer waren die Mitglieder des VerwaltungS- rathS der Fabrik zu bringen bereit, für den Fall, daß die preußische Bank sich bei dem ganzen Arrangement betheilige. Die strengen Normen, innerhalb deren diese aber sich bei ihrer Creditgewährung zu bewegen hat, machten es schwierig, auf diese Wünsche einzu- gehen. Der niedcrschlesische Kassenverein, der neben einem Actien- kapital von 1 Million Thaler noch circa 600,000 Thaler Depositen besitzt, erscheint in seinen Verhältnissen verwickelter, als die schlesische Tuchfabrik. Die Gesammtverbindlichkeiten der Letzteren, in die Friedr. Foerster jun. in ganz unverantwortlicher Weise hineinge- zogen wurde, betragen in Summa rund 900,000 Thlr., denen ein Actiencapital von 2 Millionen, dazu noch nach der am 30. Juni 1373 gezogenen Bilanz ein Reservefonds von 58,509 Thaler und ein bis jetzt noch nicht zur Vertheilung gelangter Reingewinn von 164,000 Thaler gegenüberstehen. Schließlich wollen wir noch mit- theilen, daß nach den neuesten Meldungen sowohl Direktor From- berg, als auch die Herren Bein, Alexander und Leipziger ihren Austritt aus dem Verwaltungsrath der Tuchfabrik erklärt haben." Die Sache ist deutlich. Die Klasse, deren Monopole Besitz und Kapital sind, fühlt sich zu wohl in ihrer gesellschaftlichen Stellung und springt mit den Werthen um, als ob diese sich von selbst auf der Straße fänden. Wie viele Arbeitstage sind wohl nöthig, bis ein Arbeiter mit Verbrauch von Hirn und Muskel die Werthe wieder erzeugt, die ein Herr Förster in einer Stunde zum Fenster hinausfliegen läßt? Die ungesunde Wirthschast, welche durch die Ausschreitungen der Fürsten des Geldsacks in unseren gesummten finanziellen Verhältnissen vorherrschend ist, steckt den gaüzen GesellschaftSkörper an und nur durch eine Radikalkur wird er wieder gesunden. — Ueber die Art, wie die Leiter der Hirsch-Duncker'schen Ge- werkvereine die„Arbeiterfreundlichkeit" auffassen, und über die Keckheit, um nicht zu sagen Gewissenlosigkeit, womit st« angeblich „arbeiterfreundliche" Männer den von ihnen gegängelten Arbeitern als ReickstagScandidaten empfehlen, liegt neuerdings wieder ein interessantes Beispiel vor. In einer Candidatenliste, welche die„Volkszeitung" in ihrer Nr. 278 veröffentlicht, empstehlt das Comitö der Hirsch- Duncker- schen Gewerkvercinc unter Andern den ftühern Stadtrath in Mee- rane, jetzigen Bürgermeister Ludwig Wolf in Großenhain, als Reichstagscandidaten. Wir richten an die Mitglieder jenes Co mitö'S hiermit öffentlich die Frage, wie sie es wagen können, deut schen Arbeitern einen Mann als Vertreter zu empfehlen, der in seiner früheren Stellung als Stadtrath von Meerane sich als der größte Feind der Arbeiter gezeigt hat und in dieser Feindschaft so weit gegangen ist, daß er das äußerst rcactionäre sächsische Ver- einsgesetz in der reactionärsten Weise auslegte. Der' Thätigkeit des Hrn. Ludwig Wolf ist es zu verdanken, daß jetzt bereit« in den fünften Monat da« Versammlungsrecht in Meerane untew drückt ist, obgleich in den vielen Dutzenden von Volksversamm langen, welche in den letzten sechs Jahren in Meerane abgehalten wmden, nie die geringste Störung vorgekommen ist. Die feind- selige Stellung, in welche sich Hr. Ludwig Wolf als Stadtrath nicht nur mit den Arbeitern, sondern selbst mit der großen Majo- rität der Bürgerschaft von Meerane gesetzt hat, zwang ihn endlich. seinen Posten zu verlassen. Hr. Stadtrath Ludwig Wolf trat auch, gleich dem berüchtigten I. Schulze in Mainz, in jene gemischte Gesellschast ein, die sich als„Kathedersozialisten" aufgethan; und dies genügte den Weisen des GewerkvereiuS, Harmonieapostel Max an der Spitze, um ihn den Arbeitern als„Vertreter" zu empfehlen. Beiläufig bemerkt, empfehlen die Gewerkvereinler auch Hrn. Carl Wartenburg in Gera als Candidaten. Letzterer ist, wie es heißt, im 18. sächsischen Bezirk gegen Motteler zu candidiren be- stimmt. Die Empfehlung der Berliner Gönner wird ihm fteilich dort nichts helfen. Die Arbeiter des 18. Wahlbezirks wissen aus dem„BoltSstaat", mit welchen konfusen und reactionären Ansichten bezüglich der sozialen Entwicklung dieser Hr. Wartenburg voll- gepfropft ist. — Am 12. Januar künftigen Jahres tritt in LeedS der echste Jahreskongreß der englischen Gewerkschaften zu- ämmen. Unter den zur Diskussion auf der Tagesordnung tehcnden Fragen ist die erste: Vertretung der Arbeit im Parlament, und die besten Mittel sie durchzusetzen. — Der„Neue" ist sehr ungehalten darüber, daß Bebel in Altona gegen Hasenklever kandidiren soll, er sieht darin die Ab- ficht, der Bourgeoisie zum Siege zu verhelfen. Wir könnten mit der gleichen Anklage antworten, indem wir auf die Aufstellung der Caudidatur Tölcke'S in Chemnitz hinwiesen. Doch das fällt uns nicht ein; Hr. Tölcke genirt uns nicht und wird entsprechend ab- gethau werden. Daß die Sozialdemokratie gespalten und sich gegenseitig be- kämpfend in den Wahlkampf eintritt, daran ist einzig und allein der„Neue" schuld. Wir haben bereits vor einem Jahr auf die Nachtheile dieser Bekämpfung für die Reichstagswahlen hingewiesen, aber der„Neue" hat alle unsere EinigungSvorschläze mit Hohn und Spott zurückgewieft«; er erntet nur. was er gesät. Und da- mit bastak 3««ere Partei-, Bervaltuvgs-»ad Organtsatioas- Augelegeuheiteu. An die Parteigenossen! Für die Jnhaftirten und Gemaßregelten gingen seit Ende October d. I. an die Parteikasse ein: Bon C. H. in Berlin 2 Thlr. 15.; Berlin(durch Heinsch) 5 Thlr. 18. 3.; Großenhain 3 Thlr. 19. 7.; Pforzheim 17 Gr. 1 Pf.; Lechhausen 2 Thlr.; Cöln 1 Thlr. 8.; Mittweida 15 Gr.; Fürth(durch Löwenstein) 19 Thlr.; Mylau 1 Thlr. 4.; Coburg 5 Thlr.; Leukersdorf 1 Thlr.; Frankfurt a. M. 1 Thlr. 2. Für den Wahlfond gingen in dcisselben Zeit ein: Von Hainichen 1 Thlr. 3.; Schwerin(Demmler) 10 Thlr.; Kleinzschocher(durch Hofmann) 3 Thlr.; Luxemburg(gesammelt bei Remy von Bü, Deff, Ti, Muni, Zulukaffer und sonstigen Luxemburger Parteigenossen) 10 Thlr.; Hamburg, von Dr. B. 15 Gr.; Coburg 7 Thlr.; Hannover 6 Thlr.; Stuttgart, vonP. W. 1 Thlr.; Hamburg(summarischer Beitrag der Parteimitglied- schast) 40 Thlr. Ferner von E. Prey, Hamburg, zur Agitation 1 Volksstaat-Schuldschein(1 Thlr.). Hamburg, 27. Nov. 1873. Der Parteitasfirer: H. Benneke, kl. Schäferkamp 34. Gewerksgenossenschaftliches. Metallarbeiter-Gewerksgenossenschast. Chemnitz, 26. November. Hiermit erfolgt die Bekanntgabe der Adressen der Bevollmächtigten obenbcnannter GewerkSgenoffen- schaft soweit wir in deren Befitze sind: Augsburg: Konrad Hirth, Schmiedgasse 0. 226; Berlin: H. Havenith, Lienienstraße 79; Braunschweig: C. H. Müller, Scharrenstr. 22 II.; Bremerhafen: stellv. Bevollm. I. Ewald, Weststr.4; Crimmitschau: Rudolph Habelitz, Nied. Vorstadt 357; Dresden: Ignatz Auer, Große Brüdergasse 12 II; Hannover: Fr. Weykops, Kiagesmarkt 13 a; Harburg: August Borchardt, Bremerstraße 2; Nürnberg: Albrecht Wolf, Heugäßchen 8 111.; Pforzheim: Jacob Lenz, Bierbrauer, Hof'S Neubau 2 Trepp.; RegenSburg: Joseph Malgersdorser, Cafee Setz L. C. 83 III; Reichenbach: Ferdinand Braunlich, Wwe. Clauß, Unt. Dunkel- gasse 882; Stollberg: Emil Bachmann, Herrnstraße 347; Spandau: W. Lamprecht, Ackerstraße 21.; Werdau: Carl Golle, Ronneburgerstraße 657; Leipzig: Richard Ludwig, Baiersche Straße 9 c. 4 Treppen; Wolfenbüttel:(?) Langeherzogstraße 23; Control- kommission daselbst: Adolph Petzsch, Antonstraße 19 2 Treppen, 1. Vorsitzender, Oscar Stephany, Körnerstraße 6d. 3 Treppe«, Stellvertreter; Chemnitz: Richard Wolf, Langestr. 9 II.; Vorort daselbst. Unterzeichneter Geschäftsführer, Carl Herrmaun Hicke- thier jun. Rochlitzerstraße 30 III. Hauptkasstrer. Zugleich werden diejenigen Mitgliedschaften, welche noch mit ihren Abrechnungen im Rückstände sind, wenn dieselben auch noch nicht die Höhe des nach tz 3 ihnen zustehenden KaffabestandeS er- reicht haben, aufgefordert, dieselben längstens bi« 15. Dezember ein- zusenden, widrigenfalls die Säumigen durch den Hauptkasstrer n»- mentlich im„Volksstaat" aufgeführt werden. Ferner diene den Mitgliedern zur Kenntniß und Darnachach- tung, daß Schlosser Gericke in Wolfenbüttel aus dem Verband« der Gewerksgenossenschaft ausgeschlossen wurde, indem derselbe fei- nem Fabrikanten behülflich war, ein Zwangskrankenkassenstatut zn verfertigen, wonach ein jeder Arbeiter dieser Fabrik zum Beitritt gezwungen ist. Allerseits bestens grüßend Für die VorortSverwaltung: Richard C. I. Wolf, Langestraße S II. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Den Mitgliedern sowie den Fachgenossen, die Protokolle be- stellt haben, hierdurch zur gefälligen Kenntnißnahme, daß eS nicht Schuld der Verwaltung ist, wenn das Protokoll des Nürnberger Holzarbeiter-CongresseS in diesem Jahre etwa nicht mehr erscheinen sollte, da hiS heute da« Manuscript nicht einmal vollständig in unfern Händen sich befindet. Hamburg, den 30. November 1873. Der GewerkSauSschuß. Gewerkschaft der Maler, Lackirer und Vergolder. Araunschweig, 28. November. Fachgenossen! Zu verschie- denen Malen haben wir Euch gebeten, uns brüderlich die Hand zu reichen zum gemeinsamen Borgehen, zum gemeinsamen Handek». Wohl macht eS uns dieser Zeichunkt zur Pflicht, Euch Fachgenossen allerorts zum Anschluß an die Gewerkschaft aufzufordern. Der Winter ist vor der Thür. Erbarmungslos werden Viele von un» hinausgejagt auf die Landstraßen, und müssen diese auf eine den Menschen erniedrigende Weise ihr Leben zu ftisten suchen. Di« übrigen Wenigen, so durch ihres Brodherrn Gnade und Barm- Herzigkeit Arbeit behalten, sind gezwungen, gegen kargen Lohn flch schnöder BiHandlung und allen möglichen Chicanen auszusetzen. Ein kümmerliche« Dasein ist ihr LooS. Schon sind die Anfänge der durch die ruchlose Börsenspekulation verursachten Geschäft»- stockung da, und da gerade wir es sind, die von den Arbeitgebern im Handumdrehen zur Annahme jeder von diesen gestellten Be- dingung gezwungen werden können, so wird da» Erste«ine Lohn» Herabsetzung sein. Hier ist es die Gewerkschaft, die un» die Mittel bietet zur Wahrung unserer Interessen. Deshalb fort mit aller Nörgelei, fort mit jener lokalen Absonderung, die uns nur zu sicher der Willkür unserer Arbeitgeber überliefert. Fachgenossen! Schließt Euch der Gewerkschaft an, denn nur durch einheitlich« Organisatio» können wir der Gefahr die Spitze bieten und dem Verderbe« entgehen. Alle Briefe und Aufträge um Uebersendnng von Statute» wolle mau an den Unterzeichneten richten.— Herrn Radtke i» Königsberg ersuche um gef. Antwort auf den Brief vom 14. d. M. Mit collegialischem Gruß Tbeodor Rosenkranz, Derenburg-Twete 3. ?. 8. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck diese« gebeten. Verband für Buchbinder. Iraukfnrt a. W.(Buchbinderstrike.) College«! Nachdem hier der Kampf bereits vier Wochen dauert, halten wir es Euch gegenüber, die Ihr uns so überaus andauernd unterstützt, für nöthig, Euch einige Mittheilungen über den Verlauf und gegen- wältigen Stand de« Strike« zu machen. Die hiesige» Lohnverhältnisse kennt Ihr bereits aus frühere» Berichten, ebenso unsere Forderungen; nachdem die Prinzipale hiervon durch Circulair verständigt waren, dieselben jedoch hierauf teine Antwort gegeben, vielmehr baburch, daß nur wenige unserer Inng ohne Resultat zu schließen, was wieber mit einem unvergleich- Dresben: Erhalten. W. K. in Erfurt: Wir legten Ihre Anfrage einft Einladung zu einer Verständigung nachkamen, den Beweis geliefert, baren Freudengebrüll von Seiten der Anhänger des„ Neuen" be- weilen zurück, da, wie Sie aus dieser Nummer ersehen, der Ausschuß baß für fie der Arbeiter durchaus kein Recht habe, Forderungen zu gleitet wurde. Ihrer Gewerkschaft dieselbe Frage an 3. gerichtet hat. A. H. in Breslau: Die 11. Lieferung des Hochverrathsprozesses wird noch einige Zeit nöthig 1 1 A NEAR Fond für pol. Gemaßregelte. Rich Sattlerverein hier ftellen und ihrethalben ein Gehülfe getroft verhungern könne, wurde Nach allen diesen Vorfällen kann man sich nicht genug wun- baben, bis sie erscheinen tann. G. R. in Neundorf: Wir werden Ihre bie Einstellung der Arbeit auf den 1. November beschlossen, und dern, wie der Neue" die Unverschämtheit noch haben kann, solche Correspondenz aufnehmen, wenn Sie im Falle einer Klage Ihre Angaben 48 Mann legten an diesem Tage die Arbeit nieber, nachdem noch Erklärungen vom Stapel zu laffen, wie dies in Nr. 136 geschieht. vor Gericht vertreten. G. 5. in Königsberg i. Pr.: Weil zu umfangreich, ben Arbeitgebern brieflich erklärt worden war, daß sofort nach Glauchau, 28. Nov. Bei der am vergangenen Montag, ale tönnen wir Ihre Entgegnung nicht wörtlich aufnehmen. Sind Sie mit Genehmigung der Forderungen bie Arbeit wieder aufgenommen den 24. d. Mts. stattgefundenen Stadtverordnetenwahl haben die Streichungen einverstanden? würde. Die Antwort war die Gründung eines Meister- Vereins Candidaten der Bürgerversammlung( welche von der sozialdemo- der Expedition. A. Mchl Hohenftein Schr. Thlr. 2 25. Gglr hier unter dem Namen Buchbindergenossenschaft, und gipfelt dessen fratischen Partei einberufen war), mit großer Majorität den Sieg Schr. 8 Gr. Rusch Netzschkau Schr. 10 Gr. Ronw Berlin Schr. Thlr. Thätigkeit bis heute in Schaffung einer Werkstatt-( Zuchthaus-) davon getragen. Die Candidaten der Bürgerversammlung erhielten 326 5. A. Kht Geestendorf Schr. 15 Gr. Krl St. Johann Schr. 20 Gr. Erb Wiesbaden Schr. 10 Gr. Drschr Altenburg Ab. Novbr. Ordnung und Arbeitsbuch. In einem Circulair heißt es ungefähr von 504 abgegebenen Stimmen 443-258 Stimmen, also im 6 Gr. Hus Soest Schr. Gr. 18 5. Sy Gotha Schr. 5 Thlr. Rchtr wie folgt: Nachdem beschlossen wurde, keinen der jetzt strikenden Durchschnitt 366 Stimmen, die Candidaten der Gegenpartei er- Stötteritz Schr. Thlr. 4 1 1. Krmr Coburg Schr. 1 Thlr. Sfm PlagGehülfen vor Weihnachten wieder in Arbeit zu nehmen, theilen hielten 164-44 Stimmen, also im Durchschnitt 112 Stimmen. with Pitt Thlr. 1 7 5, Ann. 7 Gr. Schrr Kiel Schr. 24 Gr. Schnor wir Ihnen nachfolgend die Namen derselben mit.( Folgen die Hoffentlich ist diese Wahl blos ein kleines fiegreiches Vorgefecht Johanngeorgenstadt Schr. 8 Gr. Spur Breslau Ann 3 Gr. Fachver. Ramen sämmtlicher Verbandsmitglieder). Während man uns vor- der großen entscheidenden Reichstagswahlschlacht, zu welcher wir der Spengler Wien Ab. 4. Qu. Thlr. 14. Brnds hier Schr. Thlr. 5 25 5. Arb. Bild. Ver. Brünn Ab. 3. u. 4. Qu. 4 Thlr. wirft, nur von einigen Aufwieglern geleitet zu werden, bedenken vollständig gerüstet sind. diese Herren Meister nicht, daß gerade sie es sind, welche sich von Dresden, 30. Nov. Im Lokale des Arbeiterbildungsvereine, Frankenberg Schr. Thlr. 1 25, Ann. Thlr. 18. mehreren ihrer Mitglieder, besonders von dem Meister Dietrich, Balmstraße 20, ist von E. J. Evans eine Anstalt für Arbeits- b. 4. Du. Gr. 17 5, Ann. 11 Gr. Tpf Quedlinburg Schr. Thlr. 5. Enß Berlin Sqr. Thlr. 1 5. Rene Demin Schr. Thir. nasführen lassen. Genannter Herr, die Hauptleuchte der Genossen- und Wohnungsnachweis errichtet worden. Die nach Dresden kom- 2 15. Ing Ronneburg Schr. Thlr. 27. Schwe Wiesbaden: Baftiat schaft, war schlau genug, sich vor Beginn des Strikes mit foge- menden und mit den örtlichen Verhältnissen unbekannten Arbeiter Schulze loftet 6 Gr. Obndhl Cöin die Ann. toftet 3 Gr. Strrmr in nannten gesinnungstüchtigen Arbeitern, welche eigentlich einen ganz werden gut thun, sich an diese Anstalt zu wenden. Die Geschäfts- Königsberg: Ihre Ann. toftet 5 Gr. Ost Schftr Dresden: Bon der anderen Namen verdienten, zu versehen, und kann nun seine Mit- zeit ist täglich von früh 9 bis 1 Uhr und von Nachmittags 3 bis als defect retouren Schrift augenblicklich kein Erpl. auf Lager, bitte um meister auslachen, denn er fann ja mit Hülfe dieser Gesinnungs- 6 Uhr. Aus der Geschäftsordnung entnehmen wir, daß Jeber, einige Gebulb. Gewerksch. der Manufakturarb. Berlin: Ihre Annoncen tüchtigen flott weiter arbeiten; ob die andern durch den Mangel der Arbeit oder Wohnung sucht, ebenso Jeder, der solche anbietet, betragen f. Oft. 9, f. Nov. 15 Gr. an Arbeitern ihr Geschäft ruiniren, ist ihm natürlich gleichgültig, einen Einsatz von 5 Sgr. einzahlen muß. Sobald durch die Vervielleicht auch gerade recht. Von welchem Geifte ein Theil diefer mittelung der Anstalt der Zweck der Anmeldung erreicht worden. 2. W. hier 5 Gr. Meister der Genossenschaft gegenüber beseelt ist, geht daraus hervor, ist, oder sobald der Angemeldete die Dienste der Anstalt nicht daß mehrere derselben bei den Bersammlungen von ausharren mehr beansprucht, erhält er gegen Abgabe eines ihm bei der Ansprechen, während sie ihren Gehülfen so ganz unter der Hand den meldung eingehändigten Coupons die Hälfte des Einsatzes zurück. Zarif genehmigt haben. Wir sind fest entschlossen, den Kampf Sonneberg, 16. Novbr. Mit Vergnügen berichten wir den auszufechten, gilt es doch unsere Existenz! Collegen, unterſtüßt Parteigenoffen, daß wir abermals einen Fortschritt zu verzeichnen uns nicht nur durch Gelb, sondern auch durch Fernhalten des haben. Nachdem in letzter Zeit mehrere Agitatoren über die Ar- muß es ftatt Carl Göbbert Ronneburg beißen: Carl Güthert Ronneburg Zuzugs, denn nur dadurch kann uns der Sieg werben.beiterfrage und die Reichstagswahl unter großem Beifall referirten, Es ist uns gelungen, Diejenigen, welche nicht abgereist sind, hatten wir heute die Freude, nnfern Parteigenossen Ufer t, welcher theilweise bei solchen Brinzipalen unterzubringen, welche den Tarif auf einer Geschäftsreise hier eintraf, zu hören, und wir dürfen mit genehmigt haben, so daß die Zahl der Strikenden nur noch etwas Recht sagen, daß der anderthalbstündige Vortrag Ufert's in jeder Berlin Sonnabend, en 6. Dezember: Geſchloſſene Mitgliederüber 20 Mann beträgt, deßhalb können wir jedoch noch nicht von Beziehung ein gediegener war. Durch das Auftreten Ufert's haben einem Sieg sprechen, und würde Zuzug tommen, so tönnte das wir nicht nur zeitweilig einen Erfolg errungen( 18 Mann sind der versammlung bei Möwis Weberstraße 24 a. Tagesordnung: Anträge Erreichte auch wieder verloren gehen. Drei unserer Collegen be- Partei beigetreten), sondern viele ältere Mitglieder erklärten auch, zur Generalversammlung und Wahl eines Delegirten. finden sich in Haft, jebenfalls nur darum, weil sie als Arbeiter von nun an mit ganzer Kraft für die Arbeiterfache einzutreten. Ich ersuche alle Mitglieder am Platze zu sein. ihre Schuldigkeit gethan; überhaupt ist das Vorgehen der hiesigen Auch gab uns Ufert etliche beherzigenswerthe Winte für die ReichsPolizei ein berartig schroffes gegen die Strifenden, daß gerade tagswahl. Mit sozialdemokratischem Gruß Dresden Arbeits-& Wohnungsnachweis von C. J. Evans, diese die beste Erzieherin der hiesigen Buchbinder zu Sozialisten ift. Unterlassen wir die bis jetzt eingegangenen Unterſtüßungen Mannheim, 28. November. Am 20. v. M. hatten wir eine Frankfurt a. M. Wirthschaften aus: Martini, gr. Bockenfolgen und bitten wir Euch, in Eurem Eifer noch nicht nachzu- start besuchte öffentliche Mitgliederversammlung, in der auch einige beimergaffe; Cilz, Kannengießergaffe; Schüßler, Papageigaffe; Schwab, laffen. Zuvor aber noch ein Wort. Collegen, Ihr kennt unsere Demokraten erschienen waren. Von diesen gab ein gewiffer Bol- Schüppengaffe; im Stolzenfels, alte Mainzergaffe; und im Lindenbaum, Lage, dieselbe liegt in dem Wort Buchbinder; 3hr wißt, daß die linger die Erklärung ab, daß er und seine Freunde für den Reichs Saalgaffe. Die Mitglieder werden ersucht, obige Wirthschaften zu beArbeitseinstellung tein frevelhaftes Spiel ist, sondern daß gerade tag mit uns für unsern Kandidaten stimmen würden. Von Jacoby rücksichtigen. unser so sehr heruntergekommenes Handwerk Thatkraft verlangt, wurde Abstand genommen, da derselbe schon in verschiedenen WahlDer Vertrauensmann. Zum Reichstagswahlfond. 2. B. hier 5 Gr., Rhlr. hier Thlr. 2 7 5, Reeze Thlr. 27 5. Berichtigung. In Nr. 117 des Boltsftaat" letzte Seite 3. Spalte Rubrik„ Quittung" Anzeigen 2c. Manufakturarbeitergewerkschaft. Ficker, Vertrauensmann. in. im Arbeiterbildungsverein, Palmstrasse 20. Der„ Boltsstaat" liegt in folgenden mis Theodor Kalb, Judengasse 156. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. barum ersuchen wir Euch, thut alles für Kräftigung des Verbandes, kreisen kandidirt; einstimmig wurde hierauf Sabor*) als Kandidat Leipzig Freitag, den 5. Dezember, Abends 8 Uhr, bei Jabin, L.- D.: Soz.- pol. Wochenbericht, Ref: Preis. Frage Der Vorftand. Gewerkschaft der Holzarbeiter. denn wenn Ihr Eure Solidarität bezeugen wollt, so könnt Ihr proflamirt und auch Herr Bollinger stimmte für ihn. Tags da- Turnerstraße. dies nur durch den Verband. Unsere Bewegung ist nicht Kinder- rauf lafen wir im„ Mannheimer Anzeiger", Organ der Demokra- taften. Gäfte willkommen. spiel, sondern ein Kampf um die heiligsten Interessen, um unsere tie, Folgendes: „ Wie man uns mittheilt hat die hiesige sozialdemokratische Ar- Leipzig Donnerstag, den 4. Dezember, punkt% 9 Uhr: AusExistenz und unsere Zukunft; das bedenkt, und dann werdet Ihr die Quin& Sonnabend, Versammlung. Sozialer Wochenbericht v. Gutzschte. Bwei tüchtige Möbel- Drechsler moralische Kraft in Euch fühlen, diesen Kampf auszufechten. beiterpartei( Eisenacher Richtung) in einer gestern Abend abgehat schußfizung bei Zeidler. Mit collegialischem Gruß inside Corell. tenen Versammlung beschlossen, einen Sozialdemokraten aus FrankUnterstüßungen gingen bis jetzt ein: Hamburg fl. 35 furt, Adolph Sabor, als Kandidaten für den Reichstag aufzustellen. Berlin 1. bis 3. Sendung fl. 51 45, Gaffen- Zürich fl. 15 50, Namens des hiesigen Demokratischen Vereins gab Herr Bollinger Fragekaften. Würzburg fl. 4 9, Hannover fl. 8 45, Stuttgart 1. bis 3. Sen- die Erklärung ab, daß dieser Verein die Kandidatur des genannten bung fl. 44 38, Eßlinger und Stuttgarter Collegen fl. 4 30, Sozialdemokraten acceptire und dafür agitiren werde." Am 22. Mainz fl. 8 45, Dresden fl 8 45, München fl. 14 15, Frant- lafen wir in demselben Blatt, Herr Bollinger habe nicht im Nafurt a. M. Tapezirer- Verein fi. 11 36, Steindrucker- Verein fl. 10 54, men seines Vereins gesprochen, sondern nur erklärt, daß er und finden gute Arbeit bei Ch. Jos. Odendahl, Heumarkt 6, in Cöln. Buchdruder Berein fl. 16 12, Spengler- Berein fl. 6 6, Schreiner- seine Freunde wohl für uns stimmen würden, falls demokratischer Berein fl. 10 40, Dondorf und Naumanne Druckerei fl. 15 36, feite fein Kandidat aufgestellt würde. Dagegen sei von einem Soeben ist im Verlage der Genossenschaftsbuchdruckerei erschienen Sozialdemokratische Arbeiterpartei fl. 11 52, Buchbinder- Verband Vorstandsmitglied des Demokratischen Vereins der Redaktion die und durch die Buchhandlung des Boltsstaat" zu beziehen: fl. 35 Summa fl. 314 18. dobist Abschluß bringen wir nach beendigtem Strike. " Die parlamentarische Thätigkeit des Deutschen Reichstages und der Landtage und die Sozial- Demokratie. Mittheilung geworden, daß die Demokraten zur Reichstagswahl noch keine Stellung genommen hätten, es könne aber schon jetzt mit Bestimmtheit angenommen werden, daß jede Coalition mit ben Sozialdemokraten abgelehnt würde. Der hiesige Anzeiger" meldet dann weiter, daß der demokratische Verein in seiner letzten Sigung befchloffen habe, einen eigenen Kandidaten aufzustellen und Nebst einem Anhange, enthaltend: 1) Winke für die Agitation, 2) die daß von sämmtlichen Rednern entschieden Verwahrung eingelegt wichtigsten Bestimmungen der deutschen Vereins- und BersammlungsSeipzig, 30. November. Auch bei uns ist die Reichstagswahl- worden sei gegen ein Zusammengehen mit den Sozialdemokraten. gesege, 3) des Reichswahlgesetes, 4) der Reichswahlgefez- Verordnung, fampagne eröffnet, und zwar durch eine Wählerversammlung, die Selbstverständlich grämen wir uns über diese Haltung der Demo- 5) des deutschen Strafgesetzbuches, 6) Programm der sozialdemokratischen am 26. b. M. in der Stärke von ungefähr 600 Mann in der fraten uns gegenüber nicht sonderlich; im Gegentheil bestärkt uns Arbeiterpartei, 7) Liste der bei„ Gründungen" hervorragend betheiligten Tonhalle abgehalten wurde. Als Referent war Auer aus Berlin dieses Vorgehen nur um so mehr in unserem Beschlusse, bei den Reichstags- und Bundesrathsmitglieder. Correspondenzen. erschienen. Natürlich mußte es das Bestreben des Referenten sein, Wahlen mit feiner Partei einen Compromiß einzugehen. Arbeiter Vielfach ausgesprochenen Wünschen entgegenkommend, haben die Versammlung von der Unhaltbarkeit der heutigen Zustände von Mannheim! Lernt selbständig denken und handeln; glaubt wir von dieser Schrift eine Partie Exemplare in Pappe binden zu überzeugen, und er führte seine Aufgabe so meisterhaft durch, nicht, daß Jeder Euer Freund ist, der Euch die Hand drückt. Die laffen, und werden hierfür, um den Absatz möglichst zu erdaß die Bersammlung am Schluß einhellig sich für Bebel entschied, Landtagswahlen müssen Euch überzeugt haben, daß man wohl gern leichtern, nur den Selbstkostenpreis( a Stck. 1 Sgr.) beben der Referent in Bertretung der Boltsrechte als der energischsten Euch als Stimmoich benutzen möchte, für Euch aber etwas zu thun rechnen. Einen vorschlug. Herr Mar Schlesinger aus Breslau, Mitglied nicht gesonnen ist. Sgr.( 9 kr. südd.); broch. 2 Sgr.( 7 Kr. südd.) Sgr., pr. broch. Exemplar 4 Sgr. Br. Kreuzband beträgt der Preis pr. gebundenes Exemplar Gewerkschaftsverwaltungen. 11 Gewerkschaft der Holzarbeiter: Borsitzender Th. Yord, Hamburg, Erste Borsetzen Nr. 13, Kaffirer H. Somann, Altona, Adolphftr. Nr. 32. Der Preis stellt sich demnach folgendermaßen: pr. Stück gebunden des Allg. Deutschen und wüthender Gegner der Ehrlichen", fand Seidelberg, 20. November. Gestern Abend hatten wir Ge- 31, Sgr.( 12 kr. südd.); broch. 3 Sgr.( 10% Kr. jüdd.); im Dußend fich darauf gedrungen zu erklären, daß er und seine Freunde auch legenheit, Herrn Johannes Most im Lokal der sozialdemokratischen pr. Stück gebunden 3 Sgr.( 10 kr. südd.); broch. 2½ Sgr.( 9 kr. für Bebel stimmen würden; von einer Behandlung der inneren Bartei sprechen zu hören. Unsere kühnften Erwarterungen wurden füdd.); gegen baar oder Postvorschuß im Dugend gebunden pr. Stüd Streitfragen wolle er jedoch absehen, um, wie er zartfühlend be- übertroffen durch die Leistungen des Herrn Most. Leider war die 2 mertte, den Erfolg nicht zu gefährden. Selbstrebend kann diese Versammlung sehr schwach besucht. Herr Most rügte dies mit Erklärung in unserem Berhalten dem Aug. Deutschen gegenüber Recht, indem er jagte, er habe vor wenigen Tagen vor ungebil- 4 nichts ändern, und Auer hatte sehr Recht, Herrn Schlesinger auf beten Bauern gesprochen, die sich noch unter einem Demokraten bie vielen brudermörderischen Attaquen aufmerksam zu machen, einen Menschen mit rothen ftruppigen Haaren ic. vorstellten, aber denen unsere Mitglieder aberall da ausgefeßt find, wo die Mit eine solche Gleichgültigkeit hätten sie nicht gezeigt. glieber des Allg. Deutschen die Majorität bilden. Ein Verein, Redner hatte die bevorstehenden Reichstagswahlen als Thema ber die Arbeiterbewegung nach einer Schablone zuschneiden wolle, fich auserwählt. Er zeigte, daß bisher bei allem nichts zum Wohle fei einfach antidemokratisch. Herr Schlesinger meinte, es würde bes Boltes geschehen sei. Er unterzog sämmtliche Geseze einer sich schon herausstellen auf welcher Seite das Recht sei. Das scharfen aber gerechten Kritit, wobei er mehrmals durch Beifalls. meinen wir auch. Nur scheint uns der Tölde'sche Knüppel nicht bezeugungen unterbrochen wurde. Besonders seine Worte über den bie geeignete Methode, Auffälrung unter den Arbeitern zu ver- fogenannten Kulturkampf wurden mit großem Beifall aufgenommen. breiten und die Einigung zu vollziehen. singlungEr schilderte die Vorgänger im Reichstage, so seien z. B. oft nur Die Bersammlung ernannte schließlich ein Wahlcomité von 10 50 Abgeordnete anwesend, während die Kneipe im ReichstagsMann, dem die weiteren Schritte in der Agitation in der Stadt gebäude immer start besucht wäre; wenn dann etwas besonders übertragen wurden. Wichtiges vorkäme, so telegraphirte man in die Kneipe, bann Soneeberg. Hinsichtlich jener heuchlerischen Betheuerungen tämen die Abgeordneten alle herbei, sie wüßten aber häufig nicht, im Reuen" ist aus dem 19. Wahlkreise, welcher Liebknecht doch um was es sich eigentlich handle, sondern richteten sich ganz nach unbestreitbar in überwiegender Majorität gesichert ist, und wo die ihren Fraktionsführern. @rad Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer: Borfizenber Heinr. Ride, Braunschweig, Schöppenstedterstr. Nr. 50, Kaffirer Wilh. Weißensee, Braunschweig, Kupfertwiete Nr. 8. Gewerkschaft der Schneider: Borsitzender G. Schlössel, Chemnitz, Zimmerftr. 16. Gewerkschaft der Schuhmacher: Borfizenber W. Bod, Gotha, Berg 37, Kaffirer A. Köllein, Gotha, Hützelsgaffe 16. Gewerkschaft der Metallarbeiter: Borsitzender Rich. C. J. Wolf, Chemnitz, Langestraße 9. Kaffirer Carl Herm. Hidethier, Chemnitz, innere Rochlitzerstr. 30, 3. Etage. ( m1) Ju Berlage der Genossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig ist erschienen Die Anhänger des Neuen" gar keine Chancen haben, zu berichten, Als Rebner dann noch begeistert davon sprach, daß, wer Debaß daselbst in Burchardsdorf am 9. November eine Bollever- mokrat von Herzen sei, niemals, und wenn er es auch mit dem und durch die Expedition des Bolteftaat" zu beziehen: fammfung zur Erläuterung der sozialdemokratischen Prinzipien und Tobe bezahlen sollte, davon laffen könnte, da sah man's dem ber Reichstagswahl abgehalten werden sollte, um zugleich für den Hochverräther" von Desterreich an, daß auch er um feiner Ueberim Gefängniß schmachtenben Candidaten aufzutreten. Jedoch schon zeugung willen schon viel erbuldet.- Zum Schluß traten noch X. X. *) Sabor hat inzwischen jede Kandidatur abgelehnt. D. R. Bakunißten an der Arbeit. Dentschrift über ben legten Aufstand in Spanien bon Friedrich Engels. bei Beginn der Abstimmung erhoben die Anhänger des„ Neuen" einige Anwesende dem Verein bei. auf Commando Einzelner ein solches Wuthgeheul, wie man es in einer Menagerie nicht wahrnehmen wird, und als dieselben sahen, baß wir nicht willens waren, uns in eine Keilerei einzulaffen, sprangen ihrer vier Mann auf die Bühne, wo dieselben den Einberufer Sontag nicht nur mit allen Schmähworten überhäuften, sondern denselben auch thätlich insultirten und von der Bühne zu berücfichtigt. M. in Coburg: Ihre Annahme it richtig. 3hr Auftrag verbrängen suchten, so daß derselbe gezwungen war, die Verfamm- wird besorgt, sobald weitere Expl. vorhanden. Bekten Dant für Phot. Beißerfit. 44) Drud und Berlag der Genossenschaftsbuchbruckerei. Briefkasten ber Redaction. Fl. in Breslau: Erhalten. Ihre Wünsche werden Breis 12 Silbergrosen. Leipzig: Berantw. Rebatteur: R. Seiffert.( Rebaltion u. Expedition