Erscheint in Leipzig �\4' �L/ �borncmenlsprcis: Mittwoch, Freitag, Sonntaz. � W �_-M �, Für Preußen incl. Stempel. «-«<»»»»-»»q«-,«,»»-£■ B I>». 1�/ iSÄfe lÄ ffÄ-Ätt MW>>4'4V-| I I T-rfV-�V■ i6s�o-->- Filial-Expcditionen für die W W V W H Hl M/ M/ m m Hl Hl I ZNonat»- Abonnement» Vereinigten Staaten: Hx H--B H H H l Mk l>�� II II II I werden bei allen Deutschen F. Ä. Sorge, r B B|; I fl B I I I 1� II II II I Postanstalten den Lten Box 101 Hoboken, N. J. B,| �| �B. B'| 1|||/ III II II I u.gtenMonat und auf den Wm. Lueders, �lW>| W'�WBxP' 1 3ten Monat besonders an- «09 blavstr. ciblsnso, �11. � ▼~ f*" ▼ ▼ ▼ ▼ ▼ ▼ genommen, im Kgr. Sachsen Peter Haß,---- 1 u. Hrzth. Sachst- Altenburg ». ÜV. vorner TuirS null f auch aus den I ten Monat oosteo»tr. Philadelphia, l i b-/., Sgr. angenommen. Organ der sozialdemokratischenArbeiterpartei und der internattonalenGetverksgenossenschaften. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit I Sgr.,— Privat- und VergnügungS- Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Mmwoch, 10. Pecemöer. 1873. 122. Reichstagswahl. Parteigenossen! Von allen Seiten werden an den unterfertigten Ausschuß An- forderungen und Aufforderungen zum kräftigen Eingreifen und Unterstützen zu den Reichstagswahlen gerichtet; wir sind auch gern bereit, Alles aufzubieten, was in unfern Kräften steht, doch dazu bedürfen wir auch der Mithülfe aller Derjenigen, welche gleich unS ein Jntereffe daran haben, daß die sozialdemokratische Partei ihre Vertreter in den Reichstag durchbringt. Vor Allem handelt es sich darum, die Kräfte zu konzentrircn auf diejenigen Punkte, wo sichere Aussicht vorhanden. Die Parteigenoffen derjenigen Wahl- kreise, wo absolut keine Aussicht auf Durchbringen eines Candi- baten ist, thäten deshalb am besten, die ihnen zur Verfügung stehenden Geldmittel dem Partei-Ausschuß zur Verfügung zu stellen, der ja am besten wissen muß, wo Hülfe am nöthigsten. Sachsen liefert voraussichtlich eine Reihe von Abgeordneten, aber es muß agitirt, eS muß organisirt werden; eine ganze Reihe bewährter Parreigenoffen werden während des Wahlkampfs sich ganz der Agi- lation widmen, aber wir müssen Geld haben, um sie zu unter- stützen; Wahlaufrufe und Flugschriften werden und müssen in Masse verbreitet werden, denn wo das gesprochene Wort nicht hin- reicht, muß daS geschriebene seine Wirkung thun; alles dies aber ist mit großen Kosten verknüpft und kann unmöglich von Einzelnen getragen werden; deshalb stellen wir an fämmtliche Parteigenossen das Ersuchen, mit ganzer Kraft einzutreten und Opfer zu bringen siir die gemeinsame gute Eoache. Besonders aber ersuchen wir die Parteigenossen derjenigen Orte, wo voraussichtlich nur eine Mino- rität zu erwarten ist, sich keine unnützen Ausgaben zu machen, sondern ihre Mittel dorthin zu geben, wo ein Sieg voraussichtlich, wenn die Parteigenossen ihre Pflicht ihun. Der Vorsitzende des LandeS-WahlauSfchusseS für Sachsen hat sich mit dem Sekretär des Partei-AuSschusseS in Verbindung gesetzt und ein Abkommen dahin gehend getroffen, daß der Kassirer des Landes- Wahlausschusses Gelder für den Wahlfond entgegenzu- nehmen ermächtigt ist. Wir ersuchen deshalb besonders die Partei- genoffen in Sachsen, von Obenstehendem Notiz zu nehmen und ihre Pflicht zu thun. Dresden, den 1. Dezember 1873. I. Auer, 1. Vorsitzender des sächsischen LandeS-Wahl- auSfchusseS, Große Brüdergasse 12. H. Lotze, Schriftsetzer, Münzgasse. 10, Kassirer. Die Vorsitzenden der WahlcomitöS des ersten, zweiten, siebenten, zehnten, elften, vierzehnten, zwanzigsten, einundzwanzig sten und dreiundzwanzigsten Wahlkreises werden ersucht, umgehend ihre Adressen an die Vorsitzenden oder Sekretär des sächsischen Landes- Wahlausschusses hierher gelangen zu lassen. Zugleich ersuchen wir die Parteigenossen obengenannter Wahlkreise, endlich einmal ener- zisch einzugreifen, und sich an der Rührigkeit der Parteigenossen anderer Bezirke ein Beispiel zu nehmen. Die Wahlauftufe kommen im Laufe dieser Woche zur Versendung und hofft der Landeswahl- aasschuß, daß die Parteigenossen allerorts in Sachsen für die größtmöglichste Verbreitung desselben sorgen werden. Parteigenossen, thut Eure Pflicht, und der Erfolg wird ein großer sein. I. Auer, 1. Vorsitzender, A. Otto-Walster, Secretär. • Honsdorf, 2 Dezember. An die Parteigenossen im Wahlkreis s Lennep-Mcttmann. Wie Ihr erfahren habt, finden die Wahlen ;»um Reichstag am 10. Januar 1874 statt. Da wir die Vorar- besten begonnen, fordern wir Euch allerorts auf, das gleiche zu thun und WahlcomitöS zu bilden, die mit uns in Verbindung zu treten haben, damit wenn es gilt, wir Alle in geschlossener Pha- lanx vorgehen können. Wir haben als Candida! unseren Parteigenossen Carl Hen- n'ng, Zeichner und Bandwirker von hier aufgestellt; wir erwarten, � daß Ihr mit allen Euch zu Gebote stehenden Mitteln agitirt; nur frisch ans Werk. Keiner darf auf dem Kamfplatz fehlen! DaS Arbeit!r-Wahlcomit6. I. V.: 1. Vorsitzender: Ernst Wille, Breitestraße. Cassirer: August Böning, Lüttringhauserstr. Briefe sind an den 1. Vorsitzenden, Gelder an den Cassirer Zu richten. Denlmzia«ten. Herr Julius Schulze schreibt in der„Conkordia" vom 14. und vom 21. Nov., unter der Ueberschrist:„Nochmals der Volks- flaat" wie folgt: «Schreiber dieses genießt die Auszeichnung, daß sich der„Volks- siaat" seit einiger Zeit fast in jeder(!) Nummer mit seinen Cor- sespondenzen besaßt und daS ganze Füllhorn seiner Wuth(!) über chn ausschüttet. Der Grund ist ein für das Organ einer Partei, die sich mit ihrer rücksichtslosen, ungeschminkten Wahrheitsliebe brüstet,� recht sonderbarer: er ist kein anderer, als daß Schreiber dieses sich bemüht, die im Publikum noch vielfach vorhandene Un> 'larheit über Wesen und Ziele der„VolksstaatS"-Partei zu zer- flören. Auf diese Bemühungen hin, die sichtlich dem wahrheits- liebenden Blatte sehr unbequem sind, hat dasselbe ihn durch An- hängung deS Ekelnamens„Denunciant" in den Augen seiner Leser verächtlich zu machen gesucht. Eine alte Regel sagt aber, daß man Dasjenige thun muß, waS dem Feinde mißfällt�). Es ist in der .*) Nach dieser Regel thut der„BolkSstaat" was er„thun muß", denn er„mißfällt dem Feinde" unzweifelhaft; Herr Schulze darf aber versichert sein, daß er uns nicht„mißfällt", sonst würden wir hent nicht 'ein Porträt, gemalt von seiner eigenen Hand, bringen. That wahr, daß es noch immer viele Leute giebt, welche den „Volksstaat" wesentlich für ein politische?, sich durch Preußenhaß und demokratische Gesinnung hervorthuendeS Blatt halten, und daß überhaupt die öffentliche Meinung den Einfluß und die Be- deutung dieses Blattes nicht genug würdigt. Unter solchen Um- ständen ist es einfach Pflicht, zur Aufklärung beizutragen, und das Geschrei über„Denunciation" soll den Schreiber dieses um so weniger hindern in diesem Geschäfte fortzufahren, als es einfach lächerlich ist, bei Dingen von Denunziation zu sprechen, welche nicht etwa in verschwiegener Stille der Nacht verhandelt und von dem«Denunzianten" erlauscht worden sind, sondern in einem öffentlich erscheinenden Blatte von Jedem, welcher dies will, nach- gelesen werden können. Wer sich nicht im Gegensatze zu Staat und Gesellschaft, sondern als verpflichtetes Mitglied beider fühlt, der darf es nicht so machen wie es heute noch viele Leute in miß- verstandener Gutmüthigkeit und aus einem Reste alter Antipathie gegen die Organe der Staatsgewalt thun, wenn sie z. B. für den tranSportirten Verbrecher gegen den begleitenden Gensd'armen, oder für den des Hochverraths Angeklagten gegen den StaatSan- walt Partei ergreifen; sondern er muß die Organe des Staats in der Erfüllung ihrer Aufgabe nölhigcnfalls unterstützen(Bravo!), u. A. auch dadurch, daß er das Publikum auf die dem Staate und der Gesellschaft drohenden Gefahren und die gegen beider Be- stand gerichteten Bestrebungen aufmerksam macht und auf diese Weise zur Klärung des öffentlichen UrtheilS beiträgt/ Dies zur Charakterisirung deS Standpunktes, den Schreiber dieses einnimmt, und in dem er sich durch die Schimpfereien(?) des„Volksstaats" nicht irre machen lassest wird. ES ist, wie oben schon bemerkt, recht seltsam, daß der„Volks- staat" sich so ungemein darüber erbost(?), wenn man einsach die Wahrheit(Schulze und Wahrheit!) über ihn sagt. Indem man Letzteres thut, kann es sich nur um Eins von zwei Dingen handeln: um die Theorie, welche das genannte Blatt vertritt, oder um die Art, wie es dieselbe zur Geltung gebracht zu sehen wünscht. Ueber die von der internationalen Sozialdemokratie gepredigte Theorie kann keinesfalls ein Zweifel obwalten, und seinen Grundsätzen ge- maß müßte der„Volksstaat sogar allen Denen, welche diese Theorie dem großen Publikum gegenüber klarstellen, hierfür dankbar sein; denn er erklärt dieselbe ja für eine absolut wahre, für eine solche, die nur von der Unwissenheit oder von der Bosheit bekämpft werde, und die also durch sich selbst zum Siege gelangen müsse. Es kann uns also unmöglich ein Vorwurf daraus gemacht werden, wenn wir dem Publikum die Principicn, die Ausgangs- oder Ziel- punkte des„VolksstaatS" darlegen, und ebenso unmöglich können hier die beliebten Redensarten von„aus dem Zusammenhang ge- rissenen Stellen", von„tendenziöser Auslegung":c. Platz greifen, schon aus dem einfachen Grunde, weil Crtate hierfür überflüssig sind. Suchen wir zunächst in ein paar allerkürzesten Worten die Theorie des„VolksstaatS" zusammenzufassen. Die international- sozialdemokratische Partei erstrebt ein Staatswesen, in welchem die absolute Volksherrschaft nicht nur den politischen, sondern auch den sozialen Verhältnissen gegenüber(gegenüber! von Schulze!) Platz greift; in welchem alle Produktion unter Controle der Staats- gewalt stehen, und der genossenschaftlichen Produktion, jeder privaten gegenüber, von Seiten des Staates aller mögliche Vor- schub geleistet wird. Auch dieses Staatswesen— hier sagen wir Etwas, was allerdings streng genommen nicht mehr nothwendiz zur Theorie gehört, was aber vom„Volksstaat" unzählige Male als nothweudige Consequenz derselben bezeichnet worden ist— repräscntirt jedoch nur eine UebergangSperiode, jenseits deren das Reich deS reinen CommuniSmuS beginnt. Nun, das ist eine„Theorie" so gut wie viele andere. Gegen daS Aufstellen und Vcrtheidigen einer Theorie, wenn sie nicht gerade eine verbrecherische ist(ei wie gnädig!), läßt sich nichts ein- wenden, und wäre sie noch so hirnverbrannt; und diese Theorie ist weder eine verbrecherische, noch kann man sie ohne Weiteres (ei wie gnädig!) eine hirnverbrannte nennen. Nun kommen wir aber weiter zur Betrachtung der Art und Weise, wie sie verwirklicht werden soll; und wir irren wohl nicht, wenn wir den Grund für die Erbitterung(ei wie eingebildet!) des„VolksstaatS" darin suchen, daß wir aus der Gesammthaltung und aus einzelnen Stellen des sozialdemokratischen Organs darüber ins Klare zu kommen und dem Publikum reinen(Prrr!) Wein einzuschenken bemüht sind, wie der„BolkSstaat" sich die Verwirklichung seiner Theorie denke und wie er für sie zu wirken bestrebt sei. Versuchen wir nach- stehend, ein Gcsammtbild dieses Bestrebens zu liefern.(Folgt nun das„Gesammtbild", mit dem„reinen Wein". Wir ersehen, als Einleitung, daß der„BolkSstaat" an tendenziöser Verlogenheit seines Gleichen suche und:)-- Nun kommen wir(nämlich Schulze, der im Plural der Majestät von sich spricht). Nun kommen wir zur Hauptsache. Es mag lediglich unsere persönliche Ansicht sein, wenn wir den politischen Haß der Internationalen gegen Preußen für weiter nichts halten als für den, auf dem Grunde sozialer bezw. sozialistischer Bestrebungen erwachsenen Haß! gegen das widerstandskräftigste unter den heutigen größeren Staats- wesen, und wenn wir demgemäß glauben, es sei ein schwerer Irr- thum, die Auffassung und Thätigleit der„VolksstaatS"-Partei für' eine wesentlich politische zu halten. Keine persönliche Ansicht, son- dern unbedingte Thatsache ist eS aber, daß diese Partei nicht auf dem Wege friedlicher Entwicklung, sondern auf dem Wege zuerst gewaltsamen politischen, und weiter- hin sozialen Umsturzes ihre Ideen zu verwirklichen ge- denkt*). Daß dem so ist, glauben wir in ftüheren Nummern *) Lieber Schulze, wenn Du Herrn Stieber, der säebfiscken Oberstaats- der„Conkordia" schon sattsam bewiesen zu haben**); wir haben namentlich die, durchaus unmißverständlichen Stellen des„Volks- staats" mitgetheilt, in denen Solche, welche eine friedliche Eni- Wicklung wollen, als Verräther an der Arbeitcrsache gebrandmarkt werden. Alle jene Glorifikationen der Revolution quand meme, alle jene Spmpathie-Bezeugungen, die auch den rasendsten, den verbrecherischsten Ausbrüchen französischer und spanischer Schwärm- geisterei gewidmet werden— sie sind natürliche Consequenzen eines Standpunktes, welcher die ganze heutige Gesellschaft als ein or- ganisirtes, unter dem Schutze des Staates stehendes Raubsystem betrachtet, und eS daher als Pflicht auffaßt und verkündet, dieser Gesellschaft und diesem Staate mit dem einzig richtigen Mittel zu Leibe zu gehen. Dieses Mittel aber besteht darin, zuerst jede Achtung vor den bestehenden Einrichtungen und deren Trägern zu zerstören, die Massen in den Dienst der sozialdemokratischen Idee hinein zu fanatistren und zu organisiren, und dann, wenn die» Alles weit genug gediehen ist, loszubrechen. Bei genauerer Be- trachtung wird man auch finden, daß diese„Praxis" mit einer „Theorie", welche die Grundlagen unseres Staats- und Gesell- schaftslebens für falsch erklärt, von dem Augenblicke an trefflich übereinstimmt, wo eS sich gezeigt hat, daß der allgemeine Ent- wicklungSgang mit der Theorie nicht übereinstimmen will, sich so- gar von ihr abwendet. Da muß denn eben durch gewaltsame Mittel nachgeholfen werden!— Man hat, zur Beruhigung ge- wisser Leute, daS famose Mittel angewendet, die Worte„Commune" und„Petroleum" als Kinderschreck-Phrasen in Umlauf zu bringen. Wir erinnern wiederholt daran, daß Bebel im Reichstage erklärt hat, die deutschen Communards würden sich vorkommenden Falls schwerlich so gemäßigt betragen wie die französischen!" Es folgen dann einige Citate auS dem„Volksstaat" und zwar 1) Most'S Brief, 2) eine Notiz über die Berliner Prostitution,— hier erblickt Herr Schulze im Wort„Königsmauer" eine Majestätsbeleidigung! — und 3) der Aufruf an die belgischen Soldaten. Darauf gehtS weiter:„Wir können nach diesen, keineswegs mühsam zusammen- gesuchten, sondern beliebig herausgegriffenen Citaten nicht anders als erklären, daß wir an allen unseren früheren Ausführungen über den„Volksstaat" und die von ihm vertretene Partei festhalten, auch mit lauter Warnung deS Staates und der Gesellschaft wie bisher fortzufahren gedenken. Möge der„BolkSstaat" es für seine Pflicht halten, in der vorstehend charakterifirten Weise zu wühlen; wir halten es für unsere Pflicht, dem Publikum Kenntniß hiervon zu geben, und wenn der„Volksstaat" noch so wüthend(!) über „Denunziation" schreit.(Schluß folgt.) Der Klaffenstaat. Man macht uns häufig den Vorwurf, eS sei eine leichtsinnige, jeder Begründung ermangelnde Anklage, die wir gegen den heuti- gen Staat schleuderten, indem wir ihm den Charakter eine» Klassenstaats beilegten. Der uns gemachte Vorwurf des Leicht- sinns ist ein leichtsinniger und ermangelt seinerseits jeder Be- gründung. WaS heißt Klassenstaat? Die Organisation deS Staats im Interesse einer Klasse, und zwar der privilegirtcn, herrschenden, d. i. besitzenden Klasse. Wir brauchen die Augen nur aufzuthun, und jeder Blick fällt auf Thatsachen, welche den Klassencharakter des Staats beweisen. Nehmen wir nur den gegenwärtigen„Krach", der ein paar Tausend mehr oder weniger hochgestellte, der Herr- schenden Klaffe angehörige Gründer und Schwindler zu mehr oder weniger sanftem Fall gebracht; und ein paar Millionen Arbeiter dem Elend überliefert hat. Die paar Tausend der herrschenden Klasse angehörigen Gründer und Schwindler, die an dem„Krach" schuld sind, die zum großen Theil, selbst nach dem jetzt gültigen, von Bourgeoisgesetzgebern entworfenen Strafgesetzbuch ins Zuchthaus geschickt werden sollten, wohlan— sie erhalten vom Staat jede erdenkliche Unterstützung, StaatShülfe in des Wortes auS- gedehntester Bedeutung. Und die paar Millionen Arbeiter, welche am„Krach" vollkommen unschuldig sind, und die in den Zeiten der„Prosperität" froh gewesen wären, wenn sie eS nur halb so gut gehabt hätten, wie die bankrouten„Gründer"? Für sie, für die Mitglieder der beherrschten, nichtbesitzenden Klasse gibt eS keine„StaatShülfe". Keine Regierung denkt daran, ihnen unter die Arme zu greifen, in keiner Kammer ist ein Wort zu Gunsten der Arbeiter gesprochen worden,— der Arbeiter cxistirt eben für den heutigen Staat nicht, außer um Blut- und Geldsteuer zu zahlen. Was geht des Arbeiters Roth den Staat der Reichen an? StaatShülfe für ihn? Bah! Er soll sich nur nicht mucksen, ruhig am Hungertuch nagen, ruhig verhungern— und will er daS nicht, „muckst" er sich— nun, dann soll ihm StaatShülfe zu Theil werden, in Gestalt von blauen Bohnen auS der„wunderthätigen" Zündnadel. Bis ins Kleinste verräth sich der Klassencharakter deS heutigen Staates. So lasen wir dieser Tage in der„Norddeusschen all- gemeinen Zeitung"(vom 3. d.) folgende Notiz: „Seitens der Generaldirection der Telegraphen ist bekanntlich seit kurzer Zeit die Anstellung von jungen Damen im Alter von 20—30 Jahren, welche der französischen und englischen Sprache mächtig sind, als Telegraphistinnen in gewissen Grenzen für zu» auwaltschaft und der Leipziger Staatsanwaltschaft den Beweis liefern kannst, garantiren wir Dir ein Fixum von 3—4000 Thlr., und Du brauchst tn der„Conkordia",„Frankfurter Presse" und sonstigen Blättern dieser Couleur weder Dich, noch die Leser, noch die unglückliche deutsche Sprache abzumartern. ") Für Stieber, die fächfifche Oberstaatsanwaltschaft und Leipziger Staatsanwaltschaft scheints aber doch nicht„sattsam" gewesen zu sein. lässig erklärt worden. Die Anstellung ist mit einem Gehalt von 250—300 Thlr. jährlich verbunden. Die„N. Z."(»Neue Zeit") erfährt, daß in letzter Zeit eine große Zahl von Bewerbungen nm diese Stellen, und zwar auch von Damen aus den besten Ständen, bei der Generaldirection eingelaufen sind, und daß seitens dieser Behörde beabsichtigt wird, gerade diesen(den besten) Ständen, in denen die Existenz unverheiratheter Töchter besonders schwer(!) sicher zu stellen ist, eine Erleichterung durch vorzugsweise Berücksichtigung der Gesuche zu Theil werden Ju lasten. Die Generaldirection hat sich übrigens betreffs der Entscheidung über die Anträge der Bewerber völlig freie Hand vorbehalten." Also offen erklärt: Mädchen„aus den besten Ständen" wer- den bevorzugt! Und der Staat hält sich verpflichtet,„unverhei- ratheten Töchtern der besten Stände" fürsorglich unter die Arme zu greifen. Die„Existenz" dieser Mädchen„ist ja besonders schwer sicherzustellen"! O wie mitleidig doch der Staat ist! Schade nur, daß dieser mitleidige Staat nicht bedenkt, wie schwer es erst den „niederen Ständen" sein muß, die Existenz ihrer unverheiratheten Töchter sicher zu stellen, wenn es den„besten Ständen" schon so schwer ist?— „Borzugsweise Berücksichtigung" der Töchter auS den„besten Ständen" bei Staatsanstellungen, und Hintansetzung der Töchter des Proletariats; Staatshülfe für die Gründer und großen Spitz- buben, absolute Gleichgültigkeit für das Elend der arbeitenden Klassen— das ist der moderne Klasfenstaat. Politische Uebersicht. —„Ich thue nicht mehr mit," ertönt eS, wo die„Libe- ralen" nach Candidaten für den Reichstag anfragen. Die Bieder- männer— darunter auch der Biedermann— die drei Jahre hindurch der staunenden Welt bewiesen haben, daß sie die Hiebe der„gemeinsamen Peitsche" mit unnachahmlicher Grazie zu em- pfangen wissen, die bewiesen haben, daß so eine ReichStagssession eigentlich gar nichts Andere« ist, als ein Collegium, in welchem ein„genialer" Professor den„beschränkten Unterthanen" das alte Praktikum vom„Gehorchen" und vom fröhlichen Sterben für Gott, König und Baterland liest, in welchem die hündische De- muth als der vollendetste Ausdruck des Männerstolzes gepriesen wird, diese Biedermänner sind parlamentsmüde geworden und gleich Schauspielern, die heiser geworden durch viele Deklamation, lehnen sie es ab, auch ferner„Volksvertreter" zu fein. Für 80 Wahlkreise, so berichtete dieser Tage die Presse, hätten noch keine Candidaten entdeckt werden können und sogar auf vielfache Anfragen nach Berlin, ob sich dort nicht„deutsche Männer" fän- den, welche ein Mandat übernehmen wollten, sei keine befriedigende Antwort gekommen, da man sogar dort des parlamentarischen „Handwerks" überdrüssig sei. Am Wohl des Baterlands verzwei- feinde Patrioten haben sich indessen auch an den„Genialen" nach Barzin gewendet. Wird er helfen? Er kann es wenigstens, wenn er will. Creaturen hat er genug und sitzt doch auch sein Ober- Preßturko Aegidi im preußischen Landtag. Wenn er alle seine Stieber,„Sauhirten" und„catilinarischen Existenzen" zu ehrsamen ReichStagscandidaten bestellt, dann dürfte den achtzig bedrängten Wahlkreisen bald geholfen sein. Die„Frankfurter Zeitung", welche in ihrem Leitartikel vom 6. Dezember die Gründe dieser unter den parlamentarischen Bieder- Männern herrschenden Berzichtungswuth zu erforschen versucht, kommt dabei zu folgendem Resultat: „Sie bewilligten— mit schwerem Herzen mag's oft geschehen fein— Millionen um Millionen, Dotationen, Cadettenhäuser u.s.w, sie forderten bescheiden Diäten, einmal, zweimal, dreimal. Ein dreimaliges Nein war die Antwort. Sie warteten auf ein frei- finniges Preßgesetz, ein drakonischer Entwurf kam ihnen zu Ohren, und der eiserne Wille drohte ihnen zum Schluß noch mit der Zumuthung, die Rechte der Volksvertretung auf Normi- rung der Heeresziffer für immer preiszugeben. „So schieden sie von Berlin. Konnte es anders geschehen, als mit dem traurigen Bewußtfein der Ohnmacht des Parlaments, mit der entmuthigenden Erkenntniß, daß Opfer und Bitten vergeblich seien, daß für die Freiheit keine Stätte sei in dem stolzen Prachtbau, so lange darin absolutistischer Einzelwille herrsche?" Das Frankfurter Blatt traut somit den abgetretenen„Liberalen" zu, daß sie es dennoch ehrlich gemeint, daß sie dennoch die Frei- heit, wenn auch auf dem Wege der„Opfer" und„Bitten" ge- wollt hätten. Wir werden eS nicht tadeln, wenn dem im Uebermaß seiner Schmach untergegangenen Gegner ein mildes Urtheil gesprochen wird— wir selbst aber sind zu streng, um dies thun zu können. Es ist uns einfach unmöglich, zu glauben, daß die Herren „Liberalen" die Freiheit hätten erbetteln wollen. Gerade die Preßgesetz-Affaire beweist dies. Gerade der„Volksstaat" ist das „abschreckende Beispiel", mit dem sie dem Spießbürgerthum gru- sein machen, und wenn irgend Jemand weiß, daß die„Liberalen" keine Preßfreiheit wolle», so sind eS wir, die wir täglich lesen können, wie in vom Reptilienfond gefütterten und andern Blättern der Ruf nach der Unterdrückung des„internationalen Hauptblattes" erhoben wird! Und offen gesagt— unS, die wir so ziemlich die meisten Verfolgungen zu erleiden hatten und noch zu erleiden haben unter der deutschen Presse— die gegenwärtige Preßtyrannet ist unS immernoch lieber als eine schmachvoll erbettelte Preß- freiheit, für welche dem„Löwen des TageS" pflichtschuldigst die Pfoten zu lecken wären. Nein, wenn die Herren„Liberalen" zurücktreten, so geschieht dieS nicht, weil sie an der„Freiheit" verzweifeln, sondern weil sie durch ihren unerhörten ServiliSmus nicht nur zum Gespött aller noch halbwegS denkenden Menschen in Deutschland, sondern zum Gespött aller Länder geworden sind. ES gibt auch solche, die sich daraus Nichts machen, und darum werden wir Lasker, Miguel, Braun u. s. w. auch im nächsten Reichstage wieder sehen und hören. DaS sind eben die Leute, wie sie Bismarck braucht. Die „ehrlichen Leute" des„Genialen" dürfen keine Scham haben.' Wenn wir die Worte„Liberalismus" und„Freiheit" zusammen stehen sehen, da fällt uns das Verschen vom Kettenhund ein, der stets sehr eiftig bellte und an der Kette riß— „Doch übtrsprang er nie den Strich, Den Kreis, den er getreten sich, Getreten in den Boden Tief mit den treuen Pfoten!" Glaubt wohl irgend Jemand, daß die Herren„Liberalen" aus dem Kreise des Servilismus, der Lakaienhaftigkeit je wieder her- auskommen werden, den sie sich seit Jahren getreten?— Sa- pienti sat! — Parlamentarische Misere. Die Herren Nationallibe- ralen und Fortschrittler haben doch nicht gewagt, ihr Votum vom 26. November auch gegen die Abschaffung des Zeitungsstempels zu wiederholen, und am 3. d. den betreffenden Antrag der Ultramon- tanen angenommen, der in Folge dessen mit sehr großer Majorität (351 gegen 6 Stimmen) zum Beschluß erhoben wurde. Zum Beschluß. Was ist aber ein Beschluß des preußischen Landtags? Gerade so viel wie ein Beschluß des preußischen Reichstags. Junker Bismarck will mit der Stempelsteuer ein Händelchen machen: „Genehmigt mir mein Preßgesetz mit dem famosen§ 20, und ich genehmige Euch die Abschaffung der Stempelsteuer! Dienst, Gegendienst!"— So steht die Sache, und der Beschluß des preußi- schen Landtags vom 3. d. wird als Makulatur im Pulte des „großen Staatsmanns" schlummern, bis zu dem Tag, wo die „liberale" Majorität des Landtags die politische Nothwendigkcit des famosen tz 20 begriffen haben wird. Und begreifen wird sie. Kein Zweifel. Gegen die„liberale" Presse richtet sich der Thadden'sche Galgenparagraph nicht, nur die sozialdemokratische und ultramontane Presse gehört an den Galgen. Häufen sich doch schon jetzt die„liberalen Stimmen", welche ganz ungenirt aussprechen, daß den Reichsfeiuden keine Preßftciheit zu gewähren sei. Man lese z. B. die cynische Erklärung in der vorletzten Nummer der„Concordia". Ein interessanter Zwischenfall in der Debatte über die Stempel- steuer war die Rede des, von den Liberalen als Hort des Libera- lismus gepriesenen Ministers Camphausen. Derselbe war durch die Andeutungen Windthorst'S über den Reptilienfonds so aus der Fassung gebracht, daß er nicht nur dem Mangel an Gründen durch polizeiwidrige Grobheit abzuhelfen suchte, sondern auch die liberale MaSke vollständig fallen ließ, und von dem Bismarckjschen Preß- gesetz mit dem ß 20 sagte, die Annahme desselben wäre eine Wohlthat für die Presse gewesen! Die armen Liberalen müssen sich nun wieder einen anderen Götzen aufputzen, vor dem sie auf dem Bauch rutschen können. — Der„Culturkampf". Die ultramontane„Germania" in Berlin veröffentlicht die Abschrift eincS geheimen Erlasses, welcher seitens des preußischen Regierungspräsidenten zu Düsseldorf den Landräthen der Rheinprovinz zugegangen ist. DaS hochinter- essante Schriftstück lautet: „Citissime! Düsseldorf, den 24. November 1873. Da die Listen zu den letzten Wahlen zum Abgeordnetenhause erst in einiger Zeit wieder hierher zurückgelangen werden, die ein- zelnen Abstimmungeu daher zur Zeit hier nicht constatirt werden können, so ersuche ich Euer Hochgeboren, in die umstehende Nach- Weisung gefälligst einzutragen, wie die darin namhaft gemachten Lehrer gestimmt haben(ob ultramontan; klerikal; für die Cen- trumspartei einerseits, oder regierungsfreundlich; liberal an- dererseits?) und in der Colonne„Bemerkungen" ein Urtheil über deren gesammte Haltung in dem gegenwärtigen kirchen- politischen Kampfe abzugeben. Nachdem dieses geschehen und die Nachwcisung gehörig voll- zogen worden, ist diese Verfügung drevi manu schleunigst hier- her zurückzusenden. Der Regierungspräsident. gez. v. Ende. An den Königlichen Landrath, Herrn N. N. zu N." Dieser Stieberiadc ist ein Formular angehängt, das durchaus einem Steckbrief gleicht und einzelne Rubriken enthält, in welche die Merkmale für„gesammte Haltung" eingefügt werden sollen. Welches Strafgericht nun wohl über die„Siezer von Sadowa" hereinbrechen wird, wenn glücklich herausgestiebert wird, daß sie für die„Ultramontanen", für die Reichsfeinde gestimmt haben? Natürlich werden die Kostgänger des Reptilienfonds in dieser neuesten preußischen StaatSaction, die nichts Anderes bezweckt, als die klerikal gesinnten preußischen Lehrer zu zwingen, sich der Wahl zu enthalten oder für die Regierung zu stimmen, nichts Anderes erblicken als einen„Fortschritt" gegen Rom. Ja, der preußische „Fortschritt" ist weit, weit hinter dem Windthorst zurück. — Der„blaue Montag." Wie unsere bayerischen Partei- blätter mittheilen, wird in München jeden Montag von der hoch- löblichen Polizei auf die Arbeiter Jagd gemacht, welche„Blauen" machen, d. h. Montags nicht arbeiten. Es mögen unter diesen Arbeitern nicht wenige sein, welche sich vielleicht den Sonntag ab- gequält haben, damit irgend ein großprotzigcr Bourgeois oder höherer Hoflakai am Sonntag Abend noch seinen Galaftack oder seine Lackstiefeln bekommen hat. Wenn nun solche Arbeiter glauben, es müsse für sie auch einen Tag geben, an dem sie ausruhen können, so kommt die Münchener Polizei und steckt sie als„ar- beitsfcheu" mit wirklichen Vagabunden, Dieben und sonstigen liebenswürdigen Auswüchsen der heutigen Gesellschaft zusammen in Polizeigewahrsam. Das sind die„freien" Arbeiter. Wir haben hiermit nur einen weiteren Beweis, daß die Institution der Po- lizei, wie sie im heutigen Staate besteht, durchaus nicht den In- teressen der Gesammtheit entspricht. Die heutige Polizei ist einmal zu stieberischen Zwecken da; zum Andern ist ihre Pflicht, die arbeitende Klasse zu zwingen, sich so viel als nur menschenmöglich für die herrschenden Klassen abzuschinden, und damit ja kein Augen- blick verloren werde, steckt man die Arbeiter, wenn sie sich das harmlose Vergnügen des„blauen MontagS" erlauben, in'S Loch. So werden die Erzeuger der Werthe traktirt, während Diejenigen, welche diese Werthe zum weitaus größten Theil verbrauchen und verschleudern, ganz unbehelligt bleiben. Es giebt Bourgeois, deren ganzes Leben ein„blauer Montag" ist, die so„arbeitsscheu" sind, daß sie in ihrem Fette ersticken, und es wird Niemand gehört haben, daß jemals irgend ein solches Individuum wegen„Arbeits- scheu" verhaftet worden ist. Selig sind eben Diejenigen, die nicht arbeiten und doch essen, denn ihrer ist das Himmelreich auf Erden, wenn sie auch GottcS Faullenzer genannt werden; die Polizei aber läßt solche ungeschoren. — AuS Oestreich kommt nach vielen schlechten Nachrichten auch endlich eine gute. Der Kaiser, der am 2. Dezember sein 25 jäh- riges Regierungsjubiläum feierte, hat an diesem Tage eine voll- ständige Amnestie für die„MajestätSbeleidigcr" erlassen und gleichzeitig einen allgemeinen Strafnachlaß in Aussicht gestellt. Die Behörden sind ausgefordert worden, sofort die bezüglichen Berichte einzusenden. Das ist binnen drei Jahren in Oesterreich die zweite Amnestie, die erste wurde im Februar 1371 bei Antritt des Ministeriums Hohenwarth-Schäffle erlassen, in Folge deren die östreichifchen „Hochverräther" A. Scheu, Oberwinder, Most und Ändere frei kamen. — Die„Hofer Zeitung" ist dieser Tage confiscirt worden und zwar wegen eines aus der Agitationsnummer des„Volksstaat" abgedruckten Artikels: �„Orzanisirt Euch!"„Hochverrath" und „Vorbereitung zum Hochverrattz"(§ 81 und 86 des Reichsstraf- zesetzbuches) war das Halali, unter welchem die Hofer Preßjäger das Rothwild erlegten. Dieselben haben indeß doch eingesehen, daß in dem confiscirten Artikel von„Hochverrath" oder dessen „Vorbereitung" eigentlich absolut nichts zu entdecken ist, und be- rufen sich nun auf den§ 130. Auch gegen diesen können wir keinen Verstoß in dem confiscirten Artikel entdecken und die Re- daction der„Hofer Zeitung" wird jedenfalls, wenn dennoch ein Prozeß angestrengt werden sollte, den Beweis liefern, mit welcher Voreiligkeit gesetzeSunkundigc Beamte den Arbeitern ihre Press- vorenthalten. Das ist der Segen der„vorläufigen"(besser vorsündfluthlichen) Beschlagnahme! — In der Umgegend von Pforzheim treibt zur Zeit wieder der„Agitator" Schuster sein Unwesen. Derselbe ist von einer kopfhängerischen, augenverdrehenden Muckersippschaft als Agent engagirt worden, um den Arbeitern weiß zu machen, sie hätten sich auf Erden brav zu schinden, zu plagen und dabei ja nicht zu mucksen, sondern höchstens zu sparen und zu beten, wofür sie dann auch im Jenseits als Lämmer Gottes in Abrahams Schooß eingehen dürfen. Zum Glück ist indessen das arbeitende Volk nicht mehr so dumm, sich auf solchen Leimruthen fangen zu lassen; im Gegentheil ist die Arbeiterbewegung in Pforzheim im kräftigsten Aufblühen begriffen und daß unsere Genossen zu Pforzheim dem frommen Schuster schon tüchtig den Standpunkt klar gemacht haben, ersehen wir aus der„sittlichen Entrüstung" der gegnerischen Blätter. Der fromme Schuster hat nämlich nicht den Muth, Stand zu halten, wenn ihm Gegner gegenübertreten und„verbietet" deshalb gewöhnlich jede Diskusston. Unsere Pforzheimer Freunde lassen sich aber von einem Muckerapostel nichts„verbieten" und so wird dieser Schuster vielleicht noch zu der Einsicht gelangen, die ihm fehlt: nämlich daß eS für ihn das Beste wäre, bei seinem bimm- tischen Leisten zu bleiben! — Alle Anerkennung verdient die Opf-rwilligkeit der in Or-�k ganisationen vereinigten Münchner Arbeiter. Dieselben haben für»! ihr, von Parteigenossen Geiser redigirtes Organ„Der Zeitgeist V in der kurzen Zeit vom 1. Mai bis 19. Oktober nicht weniger i als 1063 fl. 18 kr. gesammelt. Nenne man uns eine zweite! Partei, die für ihre Sache ähnliche Opfer bringt. Die Opfer- i Willigkeit der Münchner Arbeiter können sich aber auch viele Partei-! genossen in unfern Reihen als Muster annehmen! Gewerksqenossenschastliches. Metallarbeiter-Gewerksgenossenschaft. ßhemnitz, 3. Dezember. Den Mitgliedern benannter Gewerk- schuft ist mitzutheilen, daß sich bei der Bevollmächtigtenliste in Nr. 119 des„Volksstaat" ein Fehler eingeschlichen hat, als es bei Wolfenbüttel Bev. Albert Salzmann, Langeherzogstraße 3i und Controlcommission: Leipzig, Adolph Petzsch Antoastraße 19,! 2 Tr. heißen muß. Zugleich ist zu bemerken, daß sich in Mann- heim eine Mitgliedschaft gebildet hat, und allenfallsige Zuschriften! an den dortigen Vevollmüchligten, Schlosser Friedrich Schneider, j Lit. I. 4, Nr. 10 zu richten sind. Für die Vorortsverwaltung: Rich. C. I. Wolf, Langestr. 9, 2-'J .....-._'•••>■■ Gewerkschaft der Holzarbeiter. Da trotz mehrfachen AnmahnenS Herr Zierfaß das fehlende Manuscript des GewerkschaftS-Protokolls noch nicht eingesandt hat, die Fertigstellung des Protokolls jedoch nicht noch weitere 9 Wochen aufgeschoben werden kann, so fordern wir Herrn Zierfaß hierdurch nochmals öffentlich auf, das in seinen Händen befindliche Material, Schriftstücke, Telegramme, Anträge rc. geordnet oder nicht geordnet, gleichviel, an den 2. Schriftführer des Congresses, Herrn Rudolf � in Erfurt, zur Bearbeitung einzusenden. Derselbe wird für um-. gehende Fertigstellung Sorg- tragen. Altona, den 6. Dezember 1873. Der Ausschuß. Correspondenzen. Wendnitz, 3. Dezember. Ja Nr. 116 des„Volksstaat" vom) 26. November e. brachten wir einen Bericht über die Art und; Weife der Einsammlung zum 25jährigen Jubiläum eines hiesigen- Elementarlehrers. Wir sahen ab von allen Persönlichkeiten und: hielten wir uns streng an das Sachliche. Trotzdem machten wir» uns dabei des Verbrechens schuldig, junge confirmirte Mädchen! für Schulkinder anzusehen. Nun, wenn man bedentt, daß jene? jungen Mädchen noch nicht zu wissen schienen, wie unschicklich; es ist, zu solchen Zwecken von Haus zu HauS zu laufen und da-- durch auch auf arme Arbeiterftauen sogar in Abwesenheit ihrer! Männer einen moralischen Zwang(mögen sie sich das in ihrer kindlichen Einfalt erklären lassen!) zur Beisteuer aufzuerlegen, und wenn man weiß, daß schon früher zu ähnlichen Umgängen in Reudnitz Schulkinder verwendet worden sind, so wird man unS wohl auch wegen unsers schrecklichen Versehens gern enffchuldigen. Wenn aber die heutige Nummer des Organs für„SchweinSknöchel: und Sauerkraut" in dem Bericht über die abgehaltene Feier des! betr. Jubiläums damit abschließt,„daß das, was der„Volksstaat" i in Bezug auf dieses Jubiläum im Voraus berichtete, bloße Er- findung, und waS in demselben Artikel über die hiesigen Schul- Verhältnisse stand, sinnlose Verdrehung" sei, ohne nur mit einem Worte nachzuweisen, waS erfunden und sinnlos verdreht worden, so halten wir eine solch knabenhafte Rechtfertigung vor der Oeffentlichkeit(wenn auch ganz im Sinne unsrer Koniphäen der SchweinSknöchelchen-Polttik) für so albern und absurd, daß wir unS in unsrer Abwehr ganz kurz fassen können.� Es ist einUnwahrheit zu behaupten(und zugleich Unsinn!), daß der„Volks- staat" im Voraus in Bezug auf dieses Jubiläum berichtet hättet nur die Borarbeiten hat er einer Beurtheilung unterzogen, die Bettelei vcrurtheilt und die Art und Wesse, wie dies gewöhnlich in Reudnitz geschieht, ein wenig bloß gestellt. Bei den ehemaligen Schülern mag man gesammelt haben, das bestreiten wir ja nicht, finden aber durchaus nicht« von dem Bettelumgang in den Fami- lien in dem Bericht mit angeführt. Wo liegt denn nun die Er- findung? Oder meint Skribifax etwa, daß die Angabe erfunden fei, solche Betteleien seien in Reudnitz gewöhnlich von einem Frauen� Kaffee-Klub— ich will ihn nicht anders bezeichnen— ausgegangen, so wollen wir ihm Beweise bringen und Namen nennen, daß ihn! die Augen übergehen sollen. Und wo soll denn in unserm Berichte eine sinnlose Verdrehung liegen? Etwa in der Angabe, daß ma» die Reudnitzer Schule getrennt und eine Abtheilung für die Wohl- Drangen 4 Ellen lang, 24 Schuß per Zoll, 3 Mal in einer Decke habenden sowie eine für die Armen errittet haben soll? Oder in �Muster umhängen: Lohn 5 Ngr. Noch gibt es dichtere, für die der Angabe, daß das Schulgeld für die höhere Abtheilung die es etwas mehr Lohn setzt. Die besten Arbeiter verfertigen in an- Unterhaltungskosten derselben nicht decke und man deshalb genöthizt derthalb Stunden eine Decke; es gibt aber auch Arbeiter, die zwei- sei, den Gemeindesäckel in Anspruch zu nehmen? Kem Reudnitzer der eS mit der Wahrheit ehrlich meint, wird dies leugnen können, und dennoch besitzt man die stupide Dreistigkeit, uns eine sinnlose Verdrehung unterschieben zu wollen. Wir kennen die Entstehungsgeschichte der hiesigen Schule ganz genau, die Personen, die dabei betheiligt waren und die Motive, von denen sie geleitet wurden, ja noch manches andere besser, als Manchem lieb sein dürfte. Besagtem Stribifax aber geben wir den guten Rath, erst a-b-r- gerecht denken zu lernen, ehe er sich hinausschieben läßt, um für Andere sich den Pelz waschen zu lassen. Studire er nur Wittstocks Geschichte der Pädagogik, dann wird er dergleichen Salbaderei bald satt bekommen und gewiß wenigsten« etwas vernünftiger denken und schreiben lernen. M. Weerane, 26. November. Die letzte Kammerrede des Herrn Penzig, schreibt der„Crimmitschauer Bürger- und Bauernfteund", des nationallibcralcn Landtagsabgeordncten für Meerane:c, hat viel Sensation gemacht und die Lehrer unserer Stadt rasch zu einer sehr eigenthümlichen Klarlegung veranlaßt, mit der Schlußbemer- kunz, daß sich diese Lehrerschaft noch eine weitere Beleuchtung der Penzig'schen Rede vorbehalte. Wir werden ja sehen, wo das hinaus will. Täuschen wir uns nicht, so ist die ganze Geschichte ein seinangelegtes Wahlmanöver, denn man munkelt bereits stark, daß derselbe Penzig bei der kommenden Reichstagswahl Bebel's designirter Gegencandidat sei.— Bebel, der Festungsgesangene, kann diesmal nicht, wie vor drei Jahren in der Tonhalle hier, in offener Volksversammlung den Kampf mit Herrn Penzig aufnehmen, um denselben niederzuwerfen; aber die Wähler Bebel's werden wissen, was ihre Schuldigkeit ist und die Lanzen für den gefan- genen Volkstribunen brechen. Parteigenossen, seid auf der Wacht! Wir lassen die in vorstehender Correspondenz erwähnte Er- klärung der Lehrer Meerane's hier deS genaueren Verständnisses halber folgen: „Die in Nummer IS? des hiesigen Wochenblatts abgedruckte Rede des Herrn Penzig zur Schlußberathung über Lehrergehalts- aufbesserung in der II. Kammer nöthigt uns zu folgender Klar- legung: Herr Penzig behauptet,„daß die ganze Ausbildung eines Lehrers nicht mehr als 360 Thaler koste, der Staat liefere das Uebrige." Inwieweit diese Behauptung begründet ist, möge folgende Zu- sammenstellung nachweisen: Schon die Vorbedingungen zur Aufnahme in'S Seminar erheischen nicht unbedeutende Opfer, indem der sich dem Lehrerberuf widmende junge Mensch Privatunterricht in Musik, oft wohl auch noch in anderen Unterrichtsdisziplinen erhalten muß. Die Kosten- höhe hierfür unterlassen wir anzuführen. Während der 6jährigen Seminarzeit stellt sich der Kostenauf- wand wie folgt: Kostgeld ü Jahr S0 Thlr., in 6 Jahren Thlr. 300. Schu�eld ä Jahr 20 Thlr., in 2 Jahren(Proseminar)„ 40. Für Bücher, Musikalien, Schreib- und Zeicknenmate- rialien, Buchbinderlöhne ä Jahr 15 Thlr.„ 90. Erste Ausstattung(Bett, Wäsche, Kleider:c.)„ 50. Jährliche Ergänzung der Kleider, Wäsche:c. 30 Thlr., in 5 Jahren Für Porto, Reisespesen, Wäscherlohn ü 15 Thlr., iu 6 Jahren Taschengeld wöchentlich 7'/, Ngr., in 6 Jahren Für Veralimentirung während der lOwöchentlichen Ferien und sonstige Zuschüsse an Naturalien a Jahr 20 Thlr., in 6 Jahren Giebt in Summa Thlr. 828. Daß diese Einzelpositionen nicht zu hoch gegriffen, werden Sachverständige zugestehen müssen. Hierzu liefert der Staat„als UebrigeS" nichts. An den verschiedenen Seminarien wird gänzlich Unbemittelten in den letzten Jahren ein Stipendium gewährt bis zu 25 Thlr. jährlich. Ferner tritt Herr P. im Eingänge seiner Rede der Dar- stellung des Abgeordneten Zumpe entgegen, als ob die Lehrer schlechter gestellt seien, als manche Handarbeiter. Fürwahr, ein geflügeltes Wort des Abgeordneten P.!! Lehrer — Handarbeiter. Lehrerstand Sachsens! erkenne hieraus deine gesellschaftliche Stellung, hege kühne Erwartungen von deiner Zu- kunft und siehe klar, in welcher Weise man dieserseitS Lehrerarbeit würdigt! Eine weitere Beleuchtung der P.'schcn Rede behalten sich vor die Lehrer Meerane's. Aus Kohenflein- Krnstthat bringt der„Crimmiffchauer Bürger- und Bauernfteund" folgenden beachtenSwerthen Artikel: „Bor einiger Zeit befand sich in gewissen Zeitungen eine No- tiz, welche die Lage der hiesigen Weber in rosigem Lichte schilderte und die Behauptung aufstellte, daß die Weber hierorts durch die Teckenweberei bedeutend höhere Löhne erzielt hätten, ja daß sogar Schulkindern ein Verdienst von 12 Pfennigen die Stunde durch Franzenknüpfen geboten würde. Darnach wäre wahrscheinlich die soziale Frage hierorts der Lösung nahe! Leider aber ist der Corre spondent jener Zeitungen entweder ein Ignorant, und dann sollte er seine Feder zu eiwaS Anderem gebrauchen, als über Arbeiter- Verhältnisse zu schreiben, oder es ist Einer von jener Sorte, welche bei jeder Gelegenheit die Phrase an die große Glocke hängen: „Seht, eS ist nicht wahr, was die Sozialdemokraten behaupten; es steht nicht so schlimm mit den Arbeitern; hier habt Ihr das Gegentheil." Diese Sorte lügt geradezu mit Bewußtsein. Wir kennen unsere Pappenheimer. Der That nach sind die hiesigen Verhältnisse ganz andere. Es wird ziemlich allgemein bekannt sein, daß der Weber unter allen Arbeitern der gedrückteste und abhän- gigste, daß er ein wahrer Sklave des Kapitals ist. Es sollte nur mancher Uneingeweihte einmal zu Zeiten der Geschäftsstockungen die Geschäfts Paschas in ihren ComptoirS regieren sehen! Welch eine unwürdige Behandlung da den Arbeitern zu Theil wird, das ist haarsträubend, aber auch zum Tollwerden ist'S, welche Hunde- demuth manche Arbeiter besitzen. Es ist thatsächlich wahr, daß der gedrückteste Arbeiter— obwohl es rühmliche Ausnahmen gibt — sich zur Knechtung am besten brauchen läßt. Eine Reihe von Jahren arbeiteten die hiesigen Weber nach Glauchau und Meerane; das berüchtigte Verlegersystem, das damals hier am Platze war, ist genugsam kritisirt worden. Allgemeine Erleichterung der Ge- müther trat ein, als einige hiesige Fabrikanten die Deckenweberei anfingen. Daß aber die Arbeiter aus dem Regen unter'die Traufe kommen sollten, ahnten sie nicht. „Was den Lohn anbelangt, so kann sich jeder Weber darüber selbst ein Urtheil bilden, wenn ich statt alles Anderen den OrtS- Lohntarif hier folgen lasse. Meistens sind es Sewingdecken, Jac- quard, Harnisch 4 Gang, das Blatt 3 Ganz, 3 Ellen breit, ohne undeinhalb Stunden zubringen, so daß der Durchschnitt zwei Stunden beträgt. Davon gehen ab, gering gerechnet, 1 Ngr. für Treiben und Spulen: bleibt 4 Ngr., die andern Auslagen nicht gerechnet. Nun können aber bei den Webern durchaus nicht, wie bei einem andern Geschäft, die vollen Stunden des Tages gerech- net werden; es darf z. B. an der Maschine etwas passiren, was öfters vorkommt, da gibt es gleich zwei, auch drei Stunden, ja noch länger Aufenthalt; desgleichen entsteht, wenn eine Kette ab- gewebt ist, durch Scheeren, Bäumen, Andrehen, je nachdem, an- derthalb bis zwei Tage Ausenthalt, wofür es keinen Heller setzt. Wer eine Stube zu zwei solchen Stühlen braucht, kann bei den jetzigen Miethpreisen 25 Thlr. und noch mehr zahlen, und muß noch ftoh sein, eine zu bekommen. Schlimmsten Falls ist der Ar- beiter an den Fabrikanten gefesselt; die Stühle sind alle Eigen- thum der Fabrikanten; bei dem geringsten Vorkommniß, wenn das Geschäft nicht flott geht, wird dem Arbeiter der Stuhl ge- nommen. «Nun trifft es meistens, daß so ein Arbeiter entweder aus Mangel an Raum oder um nicht zu verhungern, wenn die Arbeit vorgerichtet worden ist, seinen eigenen Stuhl verkauft hat; dann steht er da und weiß nicht wo aus noch ein, und das Ende vom Liede ist, daß er noch tiefer in die Armuth geräth. Es gibt ja noch Pfandhäuser für den, der noch etwas zu versetzen hat. Ist das nicht der Fall, dann hungert er, mit ihm Frau und Kinder. WaS aber den Verdienst der Kinder anbelangt, so muß ich sagen, daß die Bourgeoisnatur des Correspondenten in diesem Punkte recht deutlich hervortritt, denn hier kann nur von Ausbeutung dieser armen Geschöpfe gesprochen werden. Es ist wahr, es wer- den, und namentlich in Ernstthal, eine große Zahl Kinder mit Frangen-Knüpfen beschäftigt, wobei für die Decke 5 Pf. bezahlt werden; aber es gehört ein flinkes, der Schule entlassenes Mädchen dazu, welche in dreiviertel Stunden eine fertigen will. Also famos gelogen, Herr Corrcspondent! Die armen kleinen Wesen haben 4 Stunden Schule, dann kommen 6 Stunden Deckenknüpfen, auch wohl 7 oder 8 Stunden; das sind dann 12 Stunden, ohne die Schularbeit zu Hause. Und dafür 15— 18 Ngr. Verdienst die Woche! Nun ja, der Hunger ist ein eiserner Zwinger. Hören Sie, Herr Correspondent! 6 Pfd. Brod kosten ziemlich 9 Ngr., ein Scheffel Kohle ziemlich 28 Ngr. K. w.! Vergleichen Sie doch gefälligst einmal das Arbeitslohn damit, und Sie werden finden� daß Sie sich gewaltig geirrt haben! „Die beste Antwort auf Ihre Behauptung von der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit wird Ihnen aber die hiesige Arbeiter- bevölkerung bei Gelegenheit der bevorstehenden Reichstagswahl geben.» ßhemnitz. Seit einiger Zeit lassen es sich Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins trotz ihrer Versicherung hier keinen Candidaten aufzustellen, angelegen fein, auf den Dörfern herumzuziehen und in ehrlos verläumderischer Weise über die sozialdemokratische Partei und deren Agitatoren herzufallen, weniger um für ihren Kandidaten aufzutreten, wohl wissend, daß derselbe (Tölcke) gar keine Chancen hat, als dadurch zu bewirken, daß die Landbevölkerung, welche von dem Treiben dieser edlen Ritter noch keine vollständige Kenntniß hat, wie dies hier der Fall ist, durch 150.1 Wahlenthaltung der Bourgeoisie den Siez zuführe. Stollöerg, 4. Dez. Vorgestern hatten wir hier Bolksverfamm- lung, und war Parteigenosse Auer aus Dresden erschienen, um über das Thema:„die bevorstehenden ReichstagSwahlen" zu rc- feriren. Die Versammlung war ziemlich gut besucht und herrschte eine ausgezeichnete Stimmung unter den Anwesenden. Die Wahl Liebknechts im 19. Wahlbezirk ist als gesichert zu betrachten, wenn von Seite der auswärtigen Parteigenossen Alles geschieht, was zu geschehen hat. Vor Allem müssen der Parteibehörde die nöthigen Mittel zur Agitation zur Verfügung gestellt werden. Den besten Agitator für den 19. Wahlbezirk haben wir in dem Bezirksamt mann Zumpe in Stollberg gesunden. Derselbe hat durch seine Aeußerung im sächsischen Landtage, daß in seinem Amtsbezirk jeder Bergarbeiter 600 Thlr. verdiene u. s. w. die ganze nicht zu kleine Schaar der Bergarbeiter darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es sei, im gesetzgebenden Körper Männer zu haben, die die Ver Hältnisse des arbeitenden Volkes wirklich kennen und nicht papagei artig alles nachplappern, was ihnen durch Bergwerksinspectoren und Fabrikbesitzer einfach als Lüge aufgebunden wird. Die Berg- arbeiter wundern sich darüber, wie man so frech sein kann, und eine Lüge in die Welt hinauszustreuen wagt, wie die, daß der Durchschnittsverdienst eines Kohlenbergarbeiters pro Jahr 600 Thlr. betragen soll. Bei einem Schichtlohn von 20 Ngr. macht der wirkliche Verdienst, das Jahr zu 300 Arbeitstagen gerechnet, 200 Thlr., rechnet man hierzu noch, daß bei Akkordarbeiten u. s. w. etwas mehr verdient wird, so kann ein tüchtiger Bergarbeiter bei großer Anstrengung es wohl auf 300 Thlr. bringen, höher aber ist der Durchschnittslohn nicht zu veranschlagen. Nun, Hr. Zumpe hat sich einfach düpiren lassen, die„Genialen" werden eben nicht alle. Wir aber, und mit uns alle Arbeiter und Kleinbürger des 19. Wahlkreises sagen uns, daß wir im Reichstage einen Vertreter haben wollen, der sich um die Verhältnisse des arbeitenden Volks bei diesem selbst und nicht, wie unser Zehnthaler- Mann im Ab- geordnctenhaus, bei unfern Ausbeutern erkundigt. Als erfteuliches Zeichen, wie unsere Grundsätze überall mehr Anklang finden, selbst dort, wo bei den letzten Wahlen wir noch gar keinen Boden hatten, mag die Thatsache dienen, daß in Schneeberg sich ein Lokalcomits gebildet hat, und von dort die Agitation sehr rührig betrieben wird. Irankenöerg, 2. Dezember. Sonntag den 30. November hatten wir im Dorfe Sachsenburg bei Frankenberg eine VolkSver- sammlung einberufen, welche auch ziemlich stark besucht war und Nachmittags'/-4 Uhr von uns eröffnet wurde. Auf der Tages- ordnung stand„der bisherige Reichstag und die Reichstagswahl", worüber Herr Auer aus Dresden referirtc. Herr Auer �sprach unter wiederholtem Beifall nahezu drei Stunden. Zum Schluß forderte der Vorsitzende zur Interpellation auf, wozu sich jedoch Niemand meldete. Hierauf ermahnte Unterzeichneter die Wähler, daS Wahlrecht ja auszuüben und kein Opfer zu scheuen, um zum Siege zu gelangen. Nach einigen ermunternden Worten des Vorsitzenden wurde die Versammlung geschlossen und der Referent Auer ging in Begleitung zweier Parteigenossen nach Oltendorf, um dort ebenfalls einen Vortrag zu halte». Die Versammlung hat einen guten Eindruck hinterlassen und reuen wir uns, in Sachsenburg Boden gefaßt zu haben. Mit sozialdemokratischem Gruß A. F. Rösch. Presden, 1. Dezember. Ein vergnügter Schmaus muß es gewesen sein, da die fleißigen Arbeiter auf dem Baue des Pro- essor Gieße auf der Langegasse feierlichst eingeladen waren. Feierlich ertönten die Blechtöne der Militännusik zum dem Gesang- 76. 120 buchliede Nr. 52 mit der Melodie:„Wer nur den lieben Gott läßt walten". In Reih und Glied aufmarschirt stand der Herr Professor Gieße mit Frau und holdseligem Töchterlein, umgeben von der Arbeiter rüstiger Schaar, und die wackere Ehehälfte ging mit tapferem Gesänge den Andern löblich voran. Nachdem man auf diese Weise den lieben Gott mit Blechmusik, von Säbelträgem geblasen, hatte walten lassen und vaS streng den Arbeitern auf den Mund sehende Fräulein die Augen wieder niederschlagen konnte, sprach der Bauherr einen herzerquickenden Dank dem Pro- fessor Gieße, den Polirern und Arbeitern, worauf ein Polirer seinerseits etliche Hochs ausbrachte. Nach diesen geist- und herz- stärkenden Erquickungen ging es zu den materiellen Genüssen über, die wirklich auch hinter den kühnsten Befürchtungen zurückblieben, denn der Mann bekam— man höre: eine saure Gurke, ein Stück Brot und ein Stück Wurst fammt einem Seidel Einfachen zum Hinunterspülen! Man denke sich die Begeisterung. Professor Gieße aber dachte jedenfalls:„zuviel kann der Mensch wohl geben, doch gibt er nie genug", und verabfolgte an Jeden einen Thaler Gratifikation. So geht denn, Ihr bauenden Menschen und beher- ziget das Beispiel.(„D. V.") Kof, 29. Nov.(Reichstagswahl.) Am letztverflossenen.Sonn- abend hielten wir Hierselbst eine Volksversammlung ab, die trotz des miserablen Wetters stark besucht war. In derselben referirten Grillenberger und Lienig über die bevorstehenden Reichstags- wählen. Der Candidat der Arbeiterpartei, Theodor Horck, wurde mit überwiegenver Majorität zum Reichstagcandida'ten gewählt. Das Wahlcomitö, welches daS Recht besitzt, sich beliebig zu coop- tiren, besteht auS den Herren Dietzel, Bär, Schellhase, Lienig und Bermel. Der Letztere, als bewährter langjähriger Parteigenosse be- kannt, wurde infolge dieser Wahl von dem Juden Regcnsburger aus Fürth, der Hierselbst eine Fabrik besitzt, entlassen. Auch haben die Weberei-Fabrikanten beschlossen, höhere Löhne zu zahlen, um die Weber„aus den Händen der Sozialdemokraten zu reißen", ein Zeichen, daß man der Wahl des Kautschukmannes v. Schauß noch nicht sicher. Da unsere Gegner in zwei Lager gespalten, so werden wir wohl drei Candidaten erhalten und wer alsdann den Sieg davonträgt, liegt außer Zweifel, denn die Arbeiterpartei ist einig. Sonneverg, 25. November. Wie sehr sich hier die Stimmung zu Gunsten unserer Partei ändert und wie begeistert die hiesige arbeitende Bevölkerung einer jeden Aufklärung, die ihr geboten wird, entgegen eilt, bewies die heutige Volksversammlung, in welcher Herr M. Kayser aus Mainz referirte. Derselbe kam Nachmittags unerwartet hier an,(Ich hatte zwar am 20. d. M. von Kayser Auftrag erhalten, am 25. eine Volks- Versammlung einzuberufen, ich benachrichtigte auch sofort Kayser, daß ich aus verschiedenen und triftigen Gründen für diesen Tag keine Volksversammlung einberufen könne, jedoch hat mein Schreibe« Kayser nicht erhalten, da er bereits abgereist war.) uud von 6 Uhr an konnte erst seine Anwesenheit bekannt werden, dessen ungeachtet sprach er doch vor einer Versammlung von ungefähr 300 Personen. Es ist dieser Umstand hauptsächlich dem Prinzipal des Unterzeich- neten, Herrn Gust. Stier zu verdanken, welcher ersteren sofort aus dem Geschäft für diesen Tag entließ, damit die nöthigen Vorkeh- rungen an Einladunzen getroffen werden konnten. Die Tagesordnung war:„Die Thätigkeit des Reichstags und die Berttetung der Arbeiter." Herr Kayser schilderte hauptsächlich die Thaten unseres Abgeordnete» Lasker und der nationalliberalea Partei, die immer und immer wieder nur die Interessen der Bour- geoisie in's Auge zu fassen und zu ihren Gunsten zu bewahre« wisse, dagegen aber der Arbeiter nicht gedenke oder nur zum Nachtheil für dieselben. Um diesem Uebel aber abzuhelfen, forderte Herr Kayser alle Arbeiter auf, nur solchen Candidaten ihre Stimme bei der nächsten ReichstagSwahl zu geben, welche wirklich Volk»- Vertreter sind und die Rechte der Arbeiter zu wahren wissen. Hierauf behandelte Heinr. Greiner von hier auf klare Weise die jetzige Lage der Arbeiter und schlug schließlich den DrechSlermeister August Bebel aus Leipzig, zur Zeit Staatsgefangener auf Hubertus- bürg, zum ReichstagScandidaten vor. Herr Kayser unterließ nicht, den persönlichen und politischen Charakter desselben zu schildern und denselben ebenfalls zu empfehlen, worauf Herr Bebel als Candidat gegen Lasker von der Versammlung einstimmig auf- gestellt und ein Wahlcomitö zur Betreibung der Agitation nieder- gesetzt wurde. Am 17. d. M. trat denn auch das WahlcomitS zusammen, es stellte aber auS Localrückstchten statt Herrn Bebel Herrn LoniS Eckstein auS Walvheim bei Dresden auf, da derselbe schon im August hier referirte und sich bei Vielen Anhang erworben hat. Hoffen wir, daß Saalfeld, Pösneck:c. nicht zurückbleiben und diesen Vorschlag gehörig berücksichtigen, denn nur Einigkett macht stark. Mit sozialdemokratischem Gruß Chr. Greiner. Magdeburg, 3. Dez.(Agitationsbericht; neue Ausbreitung). Im Auftrage des Ausschusses übernahm ich es, an folgenden Orten Vorträge über die Prinzipien der Sozialdemokratie und über unsre Stellung zu den bevorstehenden Wahlen zu halten. Die erste Ver- sammlung fand am 16. Nov. in Forst statt. Die Tagesordnung, worüber ich referirte, lautete:„WaS wir wollen." Am 17. war wiederum Parteiversammlung ebendaselbst. In Cottbus, wo ich ebenfalls sprechen sollte, war kein Saal zu bekommen, und so be- rief Parteigenosse Kraft für den 20. Nov. in Peitz eine Bersamm- lung ein, die von 200— 300 Personen besucht war. In Peitz dominiren die Gewerkvcreine; das Bureau nahmen die Borstands- Mitglieder der dortigen OrtSvereine in Beschlag. Ich referirte über:„Die Arbeiterbewegung und deren Ziel." Als Gegner trat der Mittedacteur deS„Gewerkvercin" Franz BujarSky auf. Der- elbe that der Versammlung kund, daß er das Programm unsrer Partei, von dem ich nur einige Punkte kurz berührte, noch nie habe so entwickeln hören, die Fortschrittspartei könnte mit AuS- nähme einiger Punkte dasselbe mit gutem Gewissen unterzeichnen. Auf alle Emwürfe dieses Apostels«der Harmonielehre, der mich als Jünger Bebels bezeichnete, näher einzugehen, halte ich für überflüssig. Nur das sei bemerkt, daß Hr. Bujarsky den an- wesenden Philistern mich als Wolf im Schafspelze darstellte, ich wäre ganz anders aufgetteten, wenn ich in Peitz bereits festen Fuß hätte. Die Pariser Commune, daS Theilen, die StaatShülfe mußten nun herhalten, um den Wolf zu entpuppen.„Was wollen Sie mit der StaatShülfe?" rief Hr. Bujarsky, ,:der Staat, daS sind wir, das Volk, also ist daS nichts weiter als Selbsthülfe." Der Beifall, der auf meine Widerlegung folgte, mochte die Herren ärgern. Es erhob sich kein Wuthgeschrei, als ich nieine Ueberein- timmung mit der Pariser Commune kundgab, der Pfeil war also vergebens abgeschossen. Ich bot Hrn. Bujarsky eine neue Schlacht auf Sonntag, den 23. an. Sei eS nun, daß Hr. BujarSky fürchtete, am Sonntage zu verlieren, oder glaubte er, er könnte mich auf einmal zermalen, er erwiderte hierauf nichts, sondern ging, nachdem ein, wie es schien, angeheitertes Pfäfflein, die Bersamm- lung belustigte, sofort zu neuen Angriffen über. Ihm folgte ein Gewerkoereinler; nun kamen die Schlagwörter, resp. Schimpf- «orter hageldicht,»Blutsauger",„Faullenzer", Schwindler u. s. w. war der geistige Erguß jener Herren. Anstatt mir das Wort zu ertheilen, um diese niederträchtigen Beschuldigungen zu widerlegen, schloß man die Versammlung. Um dem Werke die Krone auszu- setzen, nahm man Licht, Tmte und Feder vom Bureautisch hin- weg, ich war somit verhindert, Einzeichnungen entgegen zu nehmen. ZlHehrere Arbeiter begleiteten mich in mein Quartier und ließen sich da einzeichnen. Die Mitgliedschaft konstituirte sich am Sonn tag, den 23. November. Am 21. Nov. hielt Otto Kapell seine Candidatenrede vor einer zahlreich besuchten Voltsversammlung in Forst. Unsere Partei- genossen, die Mann für Mann auf dem Posten waren, eroberten Sm erstenmale in einer Volksversammlung der Lassalleaner das ureau, selbstverständlich erregte dies das Wuthgeschrei dieser Herren. Ich trat Kapell entgegen und legte der Versammlung klar, warum wir nicht mit dem Allg. deutschen Arbeiterverein stimmen können. Kapell schimpfte nun wie rasend auf Bebel, Lieb- knecht, Bracke u. s. w. Durch ein Manöver Kapells, das vom Vorsitzenden hätte verhindert werden können, wenn er die Schliche dieses Herrn besser kannte, war mir die Widerlegung abgeschnitten, und so kam eS, daß die Candidatur Kapells, wenn auch mit win- ziger Majorität angenommen wurde. Der zehnte Theil der für K. Stimmenden ist nicht einmal wahlfähig. Sonnabend, den 22., hielt ich wiederum in Forst Versamm- lung ab, die ebenfalls, wie die vorgehenden, gut besucht war, und beschlossen die dortigen Parteigenossen, Joh. Iacoby als Candi- daten aufzustellen; 30 Mann traten durch diese Versammlung der Partei bei. Sind die Forster Parteigenossen nunmehr stets auf dem Posten, so dürfte das Terrorisiren der Versammlungen durch die Lassalleaner für Forst sein Ende erreicht haben. Am 24. sollte in Jüterbogk Versammlung sein, es war aber kein Lokal zu bekommen, und so begab ich mich am 25. nach Luckenwalde, ich referirte über„die ReichstagSwahlen" und empfahl die Candidatur unseres dortigen Parteigenossen Wilh. ErHardt. In schlichter, kräftiger Weise versprach ErHardt für die Prinzipien der Sozialdemokratie einzutreten und erntete nicht nur ungetheilten Beifall, die Versammlung beschloß auch einstimmig bei der Wahl fiir ihn zu stimmen. r Für den 26. hatte ich Mctallarbciterversammlung und für den 27. Volksversammlung in Spandau anberaumt, da die dortigen Parteigenosse nur für den 27. einen Saal bekamen, so wurde die Tagesordnung wie folgt festgesetzt: 1) Zweck und Nutzen der Gewerkschaften; 2) die Reichstagswahlen. Ueber den 1. Punkt der Tagesordnung referirte ich, über den zweiten Metzner aus Berlin. Metzner wies schlagend die Unfähigkeit der jetzigen Reichs tagsabgeordneten, ferner als solche zu gelten, nach. An den De� batten betheiligten sich noch Hcinsch(Berlin), Camin, noch einige andere Parteigenossen und ein paar Gewerkvereinler, die jedoch nur die Lachlust der Versammlung hervorriefen. Metzner wurde einstimmig für Spandau als Candidat angenommen. In Magdeburg, wo ich ebenfalls Versammlungen abhalten sollte, gab es kein Lokal und so wandte ich mich am 29. nach Staßfurt, wo Volksversammlung stattfand, die schwach besucht war. Es liegt dies dort an örtlichen Verhältnissen; unsere Partei zählt daselbst nunmehr 136 Mitglieder. Am 30. war Arbeiterfest in Staßfurt; ich hielt die Festrede; deklamatorische Borträge, kernige Ansprachen von Bremer(Magdeburg) und Fischer wechselten mit einander ab. In Königsaue referirte ich vor einer schwach besuchten Ver sammlung über:„die ReichstagSwahlen«. Die Versammlung war weder durch Plakate, noch durch Annoncen bekannt gemacht, daS Ausschellen hatte der Ortsschulze im letzten Augenblick untersagt, daher die schwache Betheiligung, nur eine größere Anzahl Berg- leute, die Kenntniß davon hatten, fanden sich ein. Am 6. findet wiederum Versammlung daselbst statt und wird dieselbe andere Resultate aufzuweisen haben. Die Parteigenossen in Quedlinburg beriefen für Dienstag, den 2. Dez. eine Volksversammlung ein, zu der ich als Referent ein geladen war. Einige Bourgeois störten die Versammlung durch laute Unterhaltung, die Drohung der Arbeiter, diese Geldprotzen an die Lnft zu setzen, machte bald jeden weiteren Skandal ver- stummen. Ueberall herrscht unter den Parteigenossen ein reges Leben und allerorts haben sie sich gerüstet, um am Wahltage mit Ehren kämpfen zu können. Wenn nicht Alles täuscht, und der Eifer der Parteigenossen nicht erlahmt, so dürften wir glänzende Erfolge aufzuweisen haben. Mit sozialdemokratischem Gruß Philipp Wiemer. UB. Vergessen habe ich, daß für den Magdeburger, sowie für den Staßsurter Wahlkreis ebenfalls Metzner aus Berlin als Reichs- tagScandrdat aufgestellt ist. D. O. Aarmen, 2. Dezember. Gestern Abend hatte ich Gelegenheit, die Herren Henneberg und Fr ick in einer hierorts abgehaltenen Volksversammlung sprechen zu hören. Der Besuch der Versamm- lung war ein schwacher zu nennen, da höchstens 3—400 Mann anwesend waren. Auf die Rede deS Herrn Heoneberg will ich nicht weiter eingehen, da mir dieselbe zu bedeutungslos schien. Herr Frick sollte über„die Sozialdemokratie und ihre Gegner" sprechen. Derselbe leitete seine Rede damit ein, daß er sagte, die Gegner nennten die Anhänger der Sozialdemokratie(»lins Allge- meiner deutscher Arbeiterverein) Vaterlandslose, gegen welche Bc- Zeichnung er sich jedoch verwahre, da er ein guter Deutscher sei und sein deutsches Vaterland über Alles liebe; zum Beweis führte er folgende„selbsterlebte" Anekdote an:„Im Ausland habe ihn (Frick) Jemand geftagt, was er für ein Landsmann sei? Frick: Ein Deutscher!— Frager: Aus welchem Strich Deutschlands?— Frick: Aus Preußen.— Frager: Ah, dann find Sie ja ein Preuße!— Frick: Sie irren, ich bin nur ein Drittelspreuße, ich gehöre in die 3. WählerNasse!"— Durch solche und ähnliche Witze suchte er seine Zuhörer zu fesseln. Auf sein Durchkommen im Wahlkreis Kassel-Melsungen hat Frick große Hoffnungen und suchte er denn auch der Versammlung begreiflich zu machen, was er im Fall der Wahl im Reichstag alles sagen wolle, z. B. bei der Be- rathung deS Militärbudgets wollte er und die andern Sozial- demokraten der Regierung sagen:„Da ganz Europa in Waffen steht, so können wir es Euch nicht verdenken, wenn Ihr Euch ge- ruftet uud die Grenzen besetzt haltet; aber das Pauschguantum bewilligen wir Euch nicht, wenn Ihr uns nicht spezialisirte Rech- »ung legt!"(Als ob das nicht auch ein Nichtsozialdemokrat sagen könnte!)— Zum Schluß seiner Rede forderte Herr Frick„aus eigenem Antriebe" die der ultramontanen Partei angehörigen Arbeiter auf, für Hasselmann bei der nächsten Wahl zu stimmen. Auf letztere(nämlich die katholischen Arbeiter) schien überhaupt Herrn Fricks Vortrag berechnet zu sein, denn(und das ist ein großes Verbrechen) statt wie sonst jeden Satz mit dem Namen Lassalle zu beginnen, hatte er jetzt immer nur den Namen des Nazarener's im Munde. Was werden die Heiligen des Berliner „Neuen" dazu sagen? Ist das nicht geradezu e.u Dementi der Behauptung des„Neuen", mit den Ultramoutanen nichts zu thun haben zu wollen, wenn ein Agitator deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins die katholischen Arbeiter auffordert, für die Wahl Hasselmann'S zu stimmen?— Herr Frick hatte eS auch viel mit der von Jesus von Nazareth gepredigten Nächstenliebe zu thun, ich bezweifle jedoch, ob der Redner dieselbe selbst übt! Ein Bei- spiel: In der Versammlung war ein Arbeiter zugegen, welcher, da er etwas zu viel getrunken hatte, sich einigermaßen ungebührlich aufführte. Als mehrfache Aufforderungen zur Ruhe nichts ftuch teten, fragte Herr Frick von der Theaterbühnc herunter:„Sind etwa Leute anwesend, welche bei Quistorp Arbeit nehmen wollen?— der ist bankerott! Sind etwa Leute hier, welche bei den National- liberalen in Arbeit treten wollen?— die setzen jetzt gerade Tau sende von Arbeitern auf die Straße— oder sind etwa Meister aus Fabriken anwesend, welche morgen zu ihren Fabrikherren sagen wollen: die haben wir aber geärgert!— Mein Junge, Du ärgerst Dich am meisten, wenn Du auf der Gasse Haue kriegst!" Also Knüppel aus dem Sack!— wollte sagen„Tölcke herbei!"— Ich könnte diese kleine Blumenlese aus Frick'S Rede noch verlängern, doch ist der Raum des„Volksstaat" viel zu kostbar und schließe ich deshalb. Rud. Böhm. Aürth, 2. Dezember. Die Agitation für die Reichstagswahl kommt in Fluß. Auf unsere Versammlung hin hat ein provi- sorisches Comit6 der Bolkspartei auf gestern Abend eine Ver- sammlung derjenigen Gesinnungsgenossen eiuberusen, welche in politischer Beziehung mit ihnen gehen. Ja Folge dessen begaben wir uns in großer Zahl auch hin. Nachdem daS Bureau ge- wählt war, begann Herr Dr. Landmann Namens des ComiteS das Wenn und Aber zu erwägen, ob man in die Wahlagitation eintreten solle, machte dann den Sozialdemokraten den Vorwurf, sich von der Demokratie getrennt und die Freiheitsarbeit im Stiche gelassen zu haben.» Schließlich brachte er den Antrag ein, ein Wahlcomite von 25 Mann zu ernennen, welches ein Wahlpro- gramm ausstellen und sich dann nach einem geeigneten Kandidaten umsehen solle. Um den Parteigenossen überhaupt ein Bild von der politischen Bedeutung dieses Dr. Landmann zu geben, brauche ich nicht viel Worte zu machen. Wäre unser Parteigenosse Walster mit den hiesigen Verhältnissen bekannt, so hätte ich ihn in Ver- dacht, unfern Dr. Landmann kopirt und denselben in den Roman „Am Webstuhl der Zeit" Dr. Raffmauö genannt zu haben; eine größere Aehnlichkeit wie zwischen dem politischen RasfmauS und der politischen Vergangenheit unsers Dr. Landmann existirt nicht mehr. Nachdem der gute Mann geendet, meldete ich mich zum Wort und erklärte, daß wenn eS noch eines Beweises bedürfe, daß wir recht gethan hätten, unbekümmert um andere Parteien selbst mit einem Kandidaten hervorzutteten, den Beweis Herr Dr. Landmann mit seinem Antrage selbst erbracht hätte, nachdem ein- mal der Termin für die Wahl so kurz sei, um der Demokratie die Agitation zu erschweren, tre'.e nun er mit einem Antrag her- vor, der geeignet erscheine, überhaupt jede Agitation zu verhindern. Mit seiner Freiheit möge er nicht so dick thun; die politische Frei- heit könne ohne soziale Gleichheit nicht bestehen, wer wirklich frei sein wolle, müsse es für Alle wollen. Ich fragte, was eS dem Arbeiter nütze, wenn er von Polizei wegen auf ein Stück Papier seinen Namen schreiben und zu Versammlungen einladen dürfe, um seine Interessen zu besprechen, wenn ihn dafür sein Arbeit- geber maßregelt und die andern Freude daran haben und ihm keine Arbeit geben. Was es dem Arbeiter nütze, Vereine gründen zu dürfen von Polizeiwegen, wenn die Fabrikanten die Macht hätten, dieses zu verhindern und dergleichen mehr. Ich verwies ihn noch auf Spanien, Frankreich und Amerika, wo die Arbeiter von dem Worte Republik nichts herunter beißen könnten und wo die Klassenherrschaft trotz der Republik blühe; die politische Frei- h-it verlangen und die soziale Gleichheit nicht wollen, sei eine Phrase. Ich empfahl der Versammlung das Programm der sozial- demokratischen Arbeiterpartei, forderte sie aus für unsere Kandidaten zu stimmen. Nach mir sprach Löwenstein in demselben Sinne und lieferte die Beweise, daß wohl Dr. Landmann sich von der Demokratie getrennt hätte, aber die sozialistische Partei nicht. Herr Landmann wußte nichts zu sagen, als daß unsere Parteipresse eS eben wäre, die gegen die Demokratie hetze. Hierauf sprach Herr Dr. Kiderlin sich entschieden für den Kandidaten unserer Partei aus. Er wisse nicht, warum man nicht für unS stimmen könne; nachdem man einmal 9 Punkte deS Eisenacher Programms anerkannt, habe man keine Veranlassung, des 10. Punktes wegen gegen die Sozialdemokratie zu stimmen. Er nahm in kräftigen Worten unfern Kandidaten gegen die höhnischen Angriffe eines hiesigen WinkelblättchenS in Schutz und empfahl der Versammlung tüchtig für die Wahl zu wirken. Nach Schluß der Versammlung gingen wir in unser Versammlungslokal und hatten wir die Freude, wieder einige Parteigenossen zu gewinnen. Ueberhaupt hat uns die Wahlagitation schon mehrere Parteigenossen zugeführt und haben wir die beste Hoffnung, uns bald wieder mit Mitglied- schaften anderer Städte messen zu können. Mit Gruß Ph. Herpfer. Partei 6 Gr.; Mainz: Arb.-Partei Filiale 7 Gr.; Mannheim: Ärb.-Partei 16 Gr.; München: Fachv. d. Schlosser 5 Gr.; Mylau: Arb.-Berein 14 Gr.; Nürnberg: Wallinz, Schneider- mstr. 7 Gr.; Ncwyork: Ionsder 12 Gr., Vereinigte Tischler 8 Gr.; Offenbach: Arb.-Partei u. Schuhmzew. 14 Gr.; Roch- litz: Lehmann 9 Gr.; Reichenbach i/V.: Agitat.-Com. 24 Gr.; Staßfurt: W. Fischer 11 Gr.; Stollberg: Wahlkom. 15 Gr.; Stade: Arb.-Partei 4 Gr.; Spandau: Arb.-Partei 14 Gr.; Stuttgart: Arb.-Ver. 23 Gr., Schuhm.-Gew. 5 Gr.; Solingen: Arb.-Partei 8 Gr.; Witten: Junghans 8 Gr.: Wechselburg: Börner 14 Gr.; Wiesbaden: Arb.-Partei 12 Gr.; Wandbeck: Arb.-Ver. 22 Gr.; Weimar: Arb.-Partei 4 Gr.; Wilkau: Arb.- Eartei 22 Gr.; Zwickau: Sattler 10 Gr.; Zürich: Verlegs- magazin Thlr. 1. 6. Richtige und baldigste Zahlung wird erwartet. Die Expedition des„Volksstaat." An Annoncengebühren pro Hctover und Ilovemver schulden: Augsburg: Arb.-Partei 25 Gr., Liter.-Vercin 4 Gr., Endres, Geschftsempf. 13 Gr., Expedit. deS Volksvertreter 12 Gr., Schuhmachergew. 12 Gr.; Altona: Holzarbeiter- Gew. 17 Gr.; Braunschweig: Metallarb.-Gew. 1 Thlr., Maurergew. 5 Gr., Schnciderver. 7 Gr.; Barmen: Arb.-Partei 5 Gr.; Breslau: Arb.-Partei 1 Thlr., Ver. Geselligkeit 13 Gr.; Bremerhaven: Arb.-Partei 16 Gr.; Bremen: Arb.-Partei 17 Gr.; Berlin: Arb.-Partei 5 Thlr. 19 Gr., Holzarb.- Gew. 23 Gr., Manuf.- Gew. 24 Gr., Sattlerver. 14 Gr., Böttcherver. 1 Thlr. 5 Gr., Metallarb.-Gew. 13 Gr., Sämmtl. Gew. 4 Gr., Fließ 10 Gr., GörgcS, Buchbinder 14 Gr.; Chemnitz: Schubert u. Co. 2 Gr., Metallarb.-Gew. 15 Gr., vereinigte Gew. 23 Gr., Agitat.-Com. 24 Gr.; Cöln: Tischlerver. 13 Gr., Holzarb.-Gew. Thlr. 1 6, Agitat.-Com. 16 Gr.; Constanz: Arb.-Partei 7 Gr.; Dresden: Buchbinverver. 10 Gr.» Böttcherver. 27 Gr., Arb.-Bild.- Verein 8 Gr., Schuhmachcr-Gew Ii Gr.; Düsseldorf: Arb.-Partei 5 Gr.; Eßlingen: Arb.-Partei 16 Gr.; Elberfeld: Arb.-Partei 9 Gr.; Erfurt: Holzarbeiter-Gewerkschast 9 Gr., Schuhmacher- Gew. 20 Gr.; Forst: Arb.-Partei 4 Gr.; Frankfurt a M.: Thlr. 2 4; Freiberg i/S.: Arb.-Partei 10 Gr.; Gotha: Arb.- Partei 5 Gr.; Geithain: Wahlkomits 9 Gr.; Gera: Arb.-Partei 4 Gr.; Großenhain: A. P. 5 Gr.; Hamburg: Sämmtliche Gew.-Verwaltungcn 15 Gr., Arb.-Partei Thlr. 3 12., Klempner und GaSfitter Thlr. 1 20, Holzarb.-Gew. 13 Gr., Buchbindern. 16 Gr., Stepper und Vorrichter 7 Gr.; Hannover: Arb.-Partei 20 Gr., Metallarb.-Gew. 19 Gr.; Hof: Genossenschaftsdruckerei 1 Thlr.; Königsberg i P.: Stormcr Buchbinder 5 Gr.; Lon- d'on: Arb.-Bild.-Verein 12 Gr.; Lechhausen: Arb.-Bild.-Berein Vorwärts 3 Gr.; Luckenwalde: Arb.-Partei 16 Gr.; Limbach: Agitat.-Com. 6 Gr.: LandShut: I. Eber 5 Gr.; Lübeck: Arb.- Briefkasten der Redaction. Reitenbach-Plicken: Ihre Karte haben wir erst heute(Msntag) erhalten; die Bestellung konnte also nicht nach Wunsch effektuirt werden. Gruß! Lokalcomite in Rochlitz: Ihr Schreiben vom 5. dss. habeu wir Ihrem Kandidaten übermittelt und bemerken hier, daß wir den bewußten Aufruf auf Wunsch Ihre« Kandidaten und mit seiner ausdrücklichen Zustimmung nach Geithain geschickt haben. Damit fallen die Borwürfe von selbst weg, die Sie nns machen. A. B. in Göppingen: Dank für die Notizen. Gelegentlich werden wir sie dem stieberndca „Doctor", der sein Diplom wahrscheinlich in New-Jersey„in absentia" hat ausstellen lassen, unter die Nase reiben. A. H. in Breslau: Wir kommen nochmals auf L. zurück. Grnß! Nächstens Brief. H. G. in Frankfurt: Bezüglich de» eingesandten Artikels werden wir uns brieflich an Sie wenden. F. W. T. in Baden-Baden: Den„Bolksstaat" bestellen Sie am Besten auf der Post. Brief folgt.— Siele Correfpondenzen mußten diesmal zurückgestellt werden, da wir selbstverständlich während der Wahlperiode die auf die Wahl bezüglichen Artikel bevorzugen müssm. der Expedition. H. Fmmn Duisburg Ab. 4. Qu. 7 Thlr. I. Mllr hier Ab. 4. Qu. 9 Thlr. Lhm Stuttgart Schr. 24 Gr. Mrta Rochlitz Schr. Thlr. 1 20 6. Mllr Lichtenstein Schr. Thlr. 1 6. Pllr Falkenstein Thlr. 1 7 2. Klb Frkf.aM. Schr. Thlr. 10 4 6. LngdrfBarmen Az.-Nr. Thlr. 2 10. RS Lörrach Ag.-Nr. 17 Gr. Holzarbgew. hier Ann. 26 Gr. Tischler hier Ann. 4. Gr. Bdng Berlin Schr. u. Ab. Thlr. 11 13. Mchl Hohenstein Schr. Thlr. 1 17. Wgnr Meiningen Schr. 11 Gr. Rchelt Mylau Schr. 20 Gr. Bchhm hier Schr. Gr. 13 6. Hdlch hier Ag.-Nr. 1 Thlr. Vgt Halberstadt Ann. u. Schr. Thlr. 3 9. Sthl Geithain Ag.-SKr. 1 Thlr., Placate Thlr. 1 10. Mllr. hier Ab. Gr. 17 5. Zum Reichstagswahlfond. Gesammelt in der Bebel'schen Drechslerwerkstatt 2 Thlr. 10 Gr., v. Echlr. hier 2 Thlr., v. IIb. in B. 10 Thlr. Anzeigen:c. Altona Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 13. dss., Abends 9 Uhr: Versammlung gieße Bergstraße 139.— Tagesordnung: Vortrag von H. Praast. Diskussion wichtiger Angelegenheiten. DaS Erscheinen, auch der Hamburger Mitglieder, ist nothwendig. Einführung gestattet._ Der Bevollm. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 13. Dezember, Abend» 8 Uhr: t'eneratverjammtung öpnikerstraße 143.— Die Mitglieder werden auf § 25 aufmerksam gemacht. Zum Schluß Bortrag de« Herrn Heinfch über die bevorstehende Reichstazswahl._ Berlin Freitag, dm 12. Dezbr, Abends halb 9 Uhr versammelt sich das Agitation«. TomitS im Cafe Wach, Matnzstr. 5. � hiesigen Leser des„Volksstaat" sowie Gesinnung»- genossen werden ersucht, zu einer zwanglosen Zusammen« kunft Sonntag, d. 14. dss., in der„Sonne" am Jacobsthor, präcise 11 Uhr Vormittag, zu erscheinen._[2a Dresden Arbeits-& Wohnungsnachweis von C. J.£ van«, im Arbeiterbildungsverein, Palmstrasse 20.[jN. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Freitag, den 12. Dezember, Abends 8 Uhr, bei I a b i n, Turnerstraße, vis-ä-vis der Tumhalle.— T.- O.: 1) Soz.-pol. Wochenbericht. Ref.: Voigt. 2) Ueber da« Verhalten bei der Reichstagswahl. Gäste willkommen. Der Borstand. Zugleich bringen wir allen Mitgliedem zur Kenntniß, daß in der letzten geschlossenen Mitgliederversammlung beschlossen wurde, für die nächsten drei Monate eine Extrasteuer von 2', Ngr. pro Mitglied zur Wahlagitation zu erheben. Der Vorstand. Gewerkschaft der Holzarbelter. Vkl-pZlB Sektion der Glaser. Mittwoch, den 10. Dez., Versammlung, Gerberstraße 56.— Tage»- ordnung: Wahl de« Borstande»._ itattttTtit Der Verkehr und Arb«itSuachwe>s der Schuhmacher befindet fich Münzgasse 3, b. Hm. Schreiber, woraus alle Collegen aufmerksam gemacht wetden. Die Controle. Die Parteigenossen von SonderShausen und Gneußen werden aufgefordert, sich wegm der ReichstagSwahlen mir uns in Verbindung zu setzen. Da« Wahlcomite der Arbeiterpartei in Amstadt. C. Hägerich.___ Zur Agitation in Sachsen. Spezialkarten von Sachsen pr. Expl. 9 Gr., unter Kreuzband ftco. Expl. 10 Gr., auf Leinwand gezogen pr. Expl. 27 Gr. 5'Pf. liefert gegen Einsendung de« Betrage» in Briefmarken oder Postvorschuß. Di« Buchhandlung de»„Volkstaat". Die Fliillkn, welche von„Tmtz uud Schutz" noch Expl. auf Lager ohne augenblickliche Verwendung haben, werden ersucht, solche sofort zu retoumiren. Die Buchhandlung des„Bolksstaat". Durch die Buchhandlung de«»Polttfiaat" ist zu beziehen: Am Webstuhl der Zeit. Lieferung 12 und 13 Preis pro Lieferung 2 Groschen. GoWndig in 15 Lieferungen.� Ein Jahrhundert der Revolutionen. Lieferung 1. 2. 4 5 Groschen._ Inserate für die Mittwochsnummer müssen Montags, für die Freitags- nnmmer Mittwochs, für die SonntagSnummer Areitags Mittags in unseren Händen sein, wenn sie bestimmte Aufnahme sindea sollen. Inserate bitten wir an unS zu adrefsiren. _ Die Expeditis» des„Bslkssiaat". Leipzig: Berantw. Redakteur: R. Seisfert.(Redaktion und Ex« peditton Zettzerstr. 44.) Dmck und Verlag der Gmossenschaftlbuchdmckerei. I