Erscheint in Leipsig Viittwoch, Freit« z,S onnt«z. Bestellungen nehmen an all» Postanstalten u. vuchhand- lnngen de« In-«.Auslände». Filial-kiyeditionen sür die vereinigten Staaten: F. Ä. Sorge, »da 101 Ladalre», X.J. Km. Lueder», 4M May»tr. Chic**», JU. Peter Hai, T. W. Corner Third aal »«»t»» atr. PhUmUlphi*. Der Vollisßaat Astonnemrntstirri».' Füi Preußen incl. Stcinpel- stener Sl'/i Sgt., für die übrigen Deutsche» Siaaten W> Sgr. pro Quartal. Zg,»al,->d»iNkme>it, werden bei allen Deutschen Postanstalten ans den Lten u. L leu Monat und ans den Zten Monat besonder« an- genommen, im Kgr. Sachsen U. Hrzth. Sachs.-Rltenburg auch ans den l ten Monat i 6". Sgr. angenommen. OrgandersozialdemottatischenArbeiterparteiundderinternationalenGewerksgenosienschasten. Inserate, die Abhaltung von Partei-,»«ein»- und BolUversammlungen, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und BergnügungS- Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Hr. 128. Mittwoch, 24. Aecemver. 1873. Der Feiertage wegen fällt die nächste Nnmmer aus. Die Redaeti»«. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Januar beginnt ein neue« Quartal und fordern vir deßhalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Der Preis beträgt 1k Sgr.(56 Kr. rh.) pro Quartal, 5/, Sgr.(t8 /» Kr.rh.) pro Monat, in Preußen incl. Stem- pelsteuer 21�/, Sgr. Alle deutsche Postanstalten nehmen Abonnements entgegen. Denjenigen Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband beziehen, wird dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender Weise berechnet: sür Deutschland I Thlr. 5 Ngr.(jl ff. 3 fr. rh.); für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavien und Italien 1 Thlr 1V Ngr.(5 Frc«.); für Frankreich, die Niederlande, Portugal, Großbritannien, Rumänien und die Türkei 1 Thlr. 20 Ngr.(61/* FrS); für Spanien r'id sür Amerika 2 Thlr. Für Leipzig und Um egend ist der AbonnementSpreis (mit Bringcrlohn) auf 17*/» N�r. pro Quartal und 6 Ngr. pro Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition diese» Blattes, Zcitzerstraße 44, und bei Cvlporteur Müller, für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpedilionen: für LolkmarSdorf, Reudnitz, Neuschönefeld ic. bei O. Stelzer, Reudnitz, skapcllcngasie 11, 2 Tr., sür Plagwitz und Lin- denau ic. bei Frau Hohe, Roßmarkl Nr. 9, m Lindenau, sür Connewitz zc. bei Teubert, Bornaische Straße 197, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst. PI- Thonberg bei Horn, Hauptstr. Nr. 95, für Stötteritz i-t-C. Richter. Nur jene Stadt- oder Kreuzband-Abonnenlen können für da« vierte Quartal auf Zusendung des Blattes reflektireu, welche ihr Abonnement mündlich oder schriftlich erneuert haben und mit Zahlung nicht im Rückstände sind. Der Abonnemente etrag ist bei Bestellung zu entrichten. •SS Die Kebokiion und Expedition de«„jlolkestaat". Reichstagswahl. Unsere Parteigenossen fordern wir wiederholt und nachdrücklichst aus, alle ungesetzlichen Borgänge in der jetzigen Wahlperiode genau zu notiren und sich Zeugen und Beweise dafür zu schaffen. ES rst di« unumgänglich nothwendig, um bei etwaigen Wahlprotestcu da« nöihize Material zu haben. So verlautet verschiedeuseitig, daß die Wahllisten an dem ge- setzlich angeordneten Tage noch nicht fertig gewesen sind und auS- gelegen haben, daß man Wählern, weil sie keinen eignen Hausstand besaßen oder mit den Steuern im Rückstand waren, die Ausnahme in die Mahlliste versagte, daß man ferner trotz Paragraph 17 des Reichswahlgest tze« ordnungsmäßig angemeldete Bersammluugen verbot u. s. w. Alles die« sind ungesetzliche Handlungen, die »uter Umständen zur Eaffirung einer Wahl führen können, und La alle diese hier aufgeführten Akte nicht gegen unsere Gegner, sondern nur gegen un« ausgeübt werden, um für un« günstige Wahlen zu verhindern, so ist klar, daß wir da« größte Int« esse haben, scharf aufzupassen und alle« actenmäßig genau festzustellen. Für den Wahlkreis Calbe- AscherSleben ist von der sozialdemo- «satischen Arbeiterpartei Theodor Metzuer auS Berlin als Ean- dtdat aufgestellt worden. Die Lokalc»«itS« nnb Parteigenossen de« IV. sächsischen Wahlkreise« werden aufgefordert,«Se Bersammlungen vorher bei unterzeichnetem EomilS anzuzeigen, widrigenfalls sie »»cht ans Unterstützung rechnen können. Stollberg. Da« Senirnl-Comil«!. I.A.: Fr. Oesterreich, Schloßgaffe. Die Parteiblätter«erden«n Abdruck gebeten. Sur vtherziz««g fi»r die betzorsieheAde Reichs- wähl. Die Gesetzgebung unsere« Lande« lag bisher in den Händen »kr bevorrechteten Classcn. Gutsbesitzer, Fabrikanten, E«p>tal>sten •«r Art, hohe Beamte, Edellente, Grasen, Fürsten». dgl..Große" wurden bisher gewählt, um die Gesetze zu machen. �»Wer da« Kreuz hat, segnet sich zimst», sagt ein bekannte« vprüchmort. Die bisherigen sogenannten.BolkSvertreter" aber Mutzten die Gesetzgebung, um sich nicht allein znerst, sondern um sich und ihren Anhang, die besitzend« Klasse, ausschließlich zu »«gnen, Ehemals hieß e«:„Arbeit bringt un« Ehr' und Brot, Müßig- gang nur Sckande, Reu und Roth." Durch da« Bersahren, immer nur Leute sür die Gesetzgebung zu wählen, die nicht Arbeiter sind, ist it dahin gekommen, daß redliche Arbeit mit Roth und Schande, mit Entbehrungen und Elend aller Art!zu kämpfen hat, während der Coupon« abschneidende Müßiggänger, der wucherische Speculant, die ganze arbeitsscheue Ausbeutersippschaft Ehr' und Brot in über- mäßiger Fülle haben. Soll da» ander« werden, soll die Arbeit zu Ehren kommen, so dürfen künftig nicht mehr die Müßiggänger gewählt werden, um di« Gesetze zu machen, sondern wohlerfahrene tüchtige Arbeiter. Zudem sind Personen, welche jährlich Taufende zu verzehren haben, ganz gleichgiltig, ob diese Tausende auS wucherischen Spe- culationen(Gründungen) fließen oder wo sonst her— selbst beim besten Willen außer Staude, sich in die Lage der Nothleidenden, der Arbeiter, Kleinbürger und kleinen Beamten auch nur hinein- zudenken und dieselbe richtig zu beurtheilen, ebensowenig, wie der Blinde sich eine klare Vorstellung von den Farben zu machen vermag. Ten Bevorzugten in der Gesellschaft geht e« gut; sie finden deßhalb auch die gegenwärtige Gesellschaftsordnung ausgezeichnet, und ihr ganze« Bestreben ist selbstverständlich nur daraus gerichtet, diese vortreffliche„Ordnung" ausrecht zu erhalten, mehr und mehr zu befestigen, und Jeden al« Ordvungsseind, BolkSversührer u. tgl. zu verdächtigen und zu dcnunciren, der mit dieser Art von Orb' nung nicht zufrieden ist, nicht zuftieden sein kann. Den ausgebeuteten und deßhalb nothleidenden Claffen gegen über bildet die ausbeutende Cläffe und ihr Anhang eine einzige AuSbeutnpartei, gleichviel ob sie �lch Fortschrittspartei, National- liberale, Confervative, Ulttamontane d. i. Pfaffen(evangelische nicht minder al« katholiscbe) oder wie sonst nennen. Sie Alle be- trachten die große Masse de« Botk« als um ihretwillen da, und die Roth der großen Maffe ist für sie nur eine Quelle des Wohl- standcS. Je größer die Roth der auSgcblUtelen Masse, desto größer der Wohlstand der Herren Ausbeuter. Wa« fpeciell die Herren Pfaffen betrifft, die bekanntlich auch sehr gut effen und trinken, aber nicht arbeiten wollen und deshalb bei den Wahlen sehr»uhrig sind, so kann gar nicht scharf genug hervorgehoben werde», daß diese Herren noch immer die Wölfe in Schafskleidern sind, wie scbon Jeiu« sie genannt hat. Von dem, wa« sie den Armen Jahr aus, Jahr ein von dcm „herrlichen JenfeitS" vorfabeln, glauben sie selber nicht eine Silbe. Sie sind Wegweiser, die selbst am besten wrffen, daß der Weg, den sie der Menge zeigen, ein falscher ist, weshalb sie sich hüten, diesen Weg selber zu gehen! Wo findet man heutzutage einen sogenannten„Seelsorger", der um seiner eignen Seele willen, um der ewigen,„himmlischen" Freuden theilhastig zu werden, sich Entbehrung, Roth und Elend aller Art gern gefallen läßt, um sich mit Fasten und Beten Tag und Nacht zu läutern sür da« von ihnen so viel gepriesene Jenseits? Wo ist ein Pfaffe, der da« Wohlgefallen an„irdischen„ Gütern, die habsüchtigen, die sinnlichen Begierden und bösen Lüste in sich selbst bekämpfte und irdische Güter höchsten« dazu benützte, um sich Frcunde im Himmel zu machen?! I» früheren Zeiten gab e« unter dieser Zunft solche, die da« glaubten, wa« sie lehrten und sich folgnichtig absichtlich alle möz- lichen Entbehrungen auferlegten, sogar ihren Leib mißhandelten, und Alle« aufboten, um sich das Erdenleben gründlich zu verleiden, um in ihrem Sehnen nach dem„geträumtcn Jenscit«" durch keine irdische Freude gestört zu werden. Heute giebt e« solche Käuze nicht mehr. Heute sagt der BolkSmund sehr bezeichnend:„Pfaffen- sack hat keinen Boden." Die Herren Seelsorger haben gegenwärtig ihr irdisches Dasein möglichst crmsorsabel gestaltet, und nur die Furcht, daß eS mit dem müßiggängerischen Wohlleben zu Ende sein würd, daß auch sie ihren Unterhalt durch nützliche Arbeit sich selbst beschaffen uiüß� ten, wenn erst Diejenigen, von deren Schweiß sie, wie alle anderen Ausbeuter sich jetzt mästen, zum Bewußtsein gekommen sind— nur diese Furcht macht sie zu wüthenden Gegnern der Social- Demokra ten, die bekanntlich die Ausbeutung der Menschen durch den Mem schen gesetzlich abgeschafft wissen wollen. Die Frömmigkeit, welche die sogenannten„Seelsorger" heucheln, ist Schwindel der rasfinirtesien Art. Würden ihre„frommen" Predigten nicht mehr so gut bezahlt, müßten sie ihren Unterhalt durch nützliche Arbeit sich selbst erwerben, wären sie so gestellt, daß sie ihren BerdummungSbestr ebungen nur nach Feierabend nachgehen könnten, wie die« gegenwärtig bei den nützlichen Arbeitern aller Grade mit ihren Ausklärungsbestrebungen der Fall ist, würden sie gar noch wie diese verdächtigt und verfolgt: wahrlich, diese sehr ehrenwerchen Herr» würden die„ftomme" Arbeit gar bald ein- stellen I Die arbeitsscheue«uSbeutersippschaft hat allnding« guten Grund, «it de» Pfaffen, al« ihren wohlbezahlten und wirksamsten Werk- zeugen, zusammen zu halten; sie w»ssen auch beiderseits sehr gut, wa« sie thun, wenn fit sich gegenseitig für die Gesetzgebung wäh- Un; wählt aber irgend ein Nothleidender einen Ausbeuter, Pfaffen «der sonstigen Arbeiterseind, oder belheiligt er sich jgar nicht an der Wahl, so weiß er nicht, wa« er thut! Da« allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht mit geheimer Abstimmung, wie wir e« für den Reichstag haben, legt die Gesetz» gebung iu die Hand der Untndrückten und Nothleidenden, weil diese die ungeheure Mehrzahl in der gegenwärtigen Gesellschaft bilden. Sobald nun alle Nothleid« den von diesem Rechte einen vnnünstigen Gebrauch machen, d. h. sobald sie nur unter ihren so zahlreiche» LeideuSgefährteu die Tüchtigsten auswählen, und sich unter allen Umständen durch Ihresgleichen in der Gesetzgebung ver- treten lassen, so kann eS keine Macht der Welt verhindern, daß die Gesetze künftig die Rechte der Unterdrückten und Armen ebenso warm vertreten, als sie bisher die Rechte der UnterdrückerZund Reichen vertreten haben.(Schluß f.) „Die grwerbliche Thätigkeit der Fraue» vom hygie- nischrn(gesundheitlichen) Standpunkt ans",*-) ist der Titel einer neuerschienenen Broschüre Dr. L. Hirt'«(Privatdozenten an der Universität Breslau), der bereit« eine größere Schrift über die Krankheiten der Arbeiter veröffentlicht hat. Da die„mit speziellem Hinweise auf die an eine Fabrikgesetzgebung zu stellenden Anforderungen" verfaßte Broschüre un« noch nicht vor- liegt, so theilen wir au« einer Rezension in einer Nummer (49) der„Conkordia" Nachstehende« über den Inhalt mit: „DerBersasser geht die hauptsächlichsten der gesundheitsgefährliche« Industriebetriebe durch, in welchen Frauen verwandt werden und theilt aus seinen, u. A. auf einer dreijährigen Reise in Deutsch- land, England, Schottland, Frankreich, Holland, Belgien und der Schweiz gesammelten Erfahrungen das hierher Bezügliche mit. Eine der Hauptursachen, sowohl der schlechten GesundheitSverhält- niffe unter einem großen Theil der weiblichen Ardeiterbevölkerung, als auch der relaliv großen Zahl von Todtgeburten und de« enorm hohen Sterblichkeitsprozentsatze« der Kinder im ersten Lebensjahre findet er in der mangelhasten Controlle der Beschäftigung von weiblichen Arbeitern mit giftigen Stoffen, und in der Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit, welche sie gerade hierbei entwickeln."„Hier", bemerkt er, ist das eigentliche Feld für die Fabrikgesetzgebung, hier ist noch Vieles, ja Alles zu thun, und hier werden BorsichtSmaß- regeln, namentlich wenn sich dieselben auf die Zulassung zu den fraglichen Arbeiten beziehen, von den schönsten Erfolgen begleitet sein." Sebr frappant ist folgender vom Verf. angeführte Beleg: In Fürth(bei Nürnberg) arbeiten in den Spicgelbelegereien aller- dings meist mehr Frauen als Männer, aber die Differenz ist un- bedeutend,—„trotzdem fanden wir unter 41 genau cootrolirteri, in den letzten Jahren vorgekommenen und in den Journalen de« Fürther Krankenhauses verzeichneten Queckstlbererkrankungen 35 asficirte Frauen und nur 6 Männer, d. h. also 85'/- Prozent der guecksilbcrvergisteten Arbeiter waren weiblichen Geschlecht«! Zwei in den Belegereien arbeitende Frauen, welche wir in dem Sprtale examinirten, hatten während ihrer Ehen zusammen 13 Kinder ge- boren, davon waren 11 während der ersten 6 LebenSmonate ge« storbcn(etwas über 84 Prozent) und in ähnlicher Weise ließ sich constatiren, daß durchschnittlich 65 Prozent der von Quecksilber- arbeiterinnen geborenen Kinder innerhalb deS ersten Lebensjahre» starben!"— Bon den Beschäftigungen einer anderen Kategorie, denjenigen nämlich, welche durch eine gewisse Körperstellung von nachtheiligen Folgen begleitet sind, wird namentlich die Arbeit an der Nähmaschine angeführt;„wir können jetzt mit positiver Sicher- heit behaupten, daß diese Beschäftigung, sobald sie als Broderwerb benutzt und 8, 10, ja 11 Stunden täglich vorgenommen wird, in verhältnißmäßig kurzer Zeit(8—12 Monaten) auch die kräftigste Gesundheit zu ruinircn im Stande ist." Die vom Berf. in Vorschlag gebrachten gesetzlichen Maßregeln zum Scbutzc der Gesundheit der Arbeiterinnen zerfallen der Natur der Sache nach in allgemeine und in spezialisirte Vorschriften. Die prinzipielle Ausschließung der Weiber von der fabrikmäßigen Thätigkeit wird von ihm verworfen, da sie theil«(vom sanität- lichen Gesichtspunkt aus) nicht nothwendig sei, theil« eine zu große Störung, stellenweise sogar Zerstörung de« Industriebetrieb« mit sich führen würde. Dagegen empfiehlt er folgende allgemeine Vorschriften: 1) Unter dem Schutze derselben stehen*. jugendliche weibliche Arbeiter(junge Mädchen, im Alter von 12— 18 Jahren, und b. Erwachsene.(Die Arbeit der Kinder unter 12 Jahren regelt die Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni 1839—§ 128 bi« 133) 2) Die Beibringung«ine« ärztlichen Gesundheitsatteste« ist vor der Aufnahme in die Fabrik erforderlich. 3) Der OrtSpolizeibehörde ist der Bestand an weiblichen Ar- beitern wöchentlich mitzutheilen; die sanitätspolizeiliche Eon- trole der Fabrik ist zu jeder Zeit ohne Weitere« zuzulassen. Einrichtung de« Arbeitsbuches für die jugendlichen Arbeiter nach ß 131 der Gewerbe-Ordnung. 4) Die Maximalzeit der täglichen Arbeit für junge Mädchen und Veiheirathetc(resp. Wittwen«it Kindern) beträgt 10 Stunden; für Unverheirathete über 18 Jahre(eveut. kinderlose Wittwen) 11 Stunden. 5) Die Arbeit darf früh nicht vor 6 Uhr beginnen, Abend« nickt nach 6 Uhr geschlossen«erden. 6) Außer den halbstündigen Morgen- und RachmittagSpanse» ist den Berheiratheten auf ihren Wunsch eine Mittagspause von anderthalb Stunden zu gewähren. Unverheirathete haben nur auf eine Stunde Anspruch. 7) Für alle weiblichen Personen ist die Nachtarbeit in Fabriken:c. unbedingt verboten. Die Begründung dieser Borschläge mag man im Buche selbst nachlesen; wa« da» Verbot der Nacktarbeit betrifft, so glaubt der Verf., daß e« sich allerdings nicht sofort, sondern nur nach und nach werde in Ausführung bringen lassen. Die speziellen Vorschriften beziehen sich 1) auf jugendliche weib- *) Breslau und Leipzig, Ferdinand Hiri 4 Sehn. 53 Seiten. ich« Arbeiterinnen(von 12— 18 Jahren); es«erden erwa 12 In- dustriebetriebe resp. Manipulationen aufgeführt, von denen sie ganz auszuschließen, und etwa 30, in denen sie nur dann zu verwenden sind, wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßregeln(Lenti- lationSanlagen u. f.«.) vorhanden und geprüft worden sind; 2) auf Schwangere(in der zweiten Hälfte), welche gleichfalls in gewissen(die Gefahr der Vergiftung mit sich führenden) Betrieben nicht beschäftigt werden dürfen; und 3) auf Wöchnerinnen. Keine DReuentbundene darf vor dem neunten Tage ihrer Niederkunft in irgend einer Fabrik auf irgend eine Weise beschäftigt werden; will sie dann die Arbeit wieder aufnehmen, so hat sie einen durch eine approbirte Medicinalperson ausgefertigten Erlaubnißfchein beizubringen; vom 10. bi» 42. Tage nach der Entbindung darf keine Arbeiterin in gewissen Industriebetrieben(denselben, von welchen auch die Schwangeren ausgeschlossen sei x sollen) beschäftigt werden.- So viel über den Jnha� der Hirt'schen Schrift nach dem Resumö der„Concordia". Wc a wir auch die von Dr. Hirt befürworteten Schutzmaßregeln bei Weitem nicht für ausreichend halten können, so würde ihre Durchführung doch unläugbar mit sehr viel Vortheilen verknüpft sein und die schlimmen Einwirkungen der Jndustriearbcit auf den weiblichen Körper wesentlich abschwächen. Im achten Punkt des Eisenacher Programms fordern wir«Ein- schränkung der Frauenarbeit." Es ist dies ein Punkt, der auf dem nächsten Parteikongreß wohl zur Sprache zu bringen fein dürfte, da innerhalb der Partei mit Bezug auf die Frauenfrage und speziell die Frage der Frauenarbeit viel Meinungsverschiedenheit und Un- klarheit existirt. Unter der Herrschaft der kapitalistischen Produk tionSweise ist jede Frauen- wie Kinderarbeit für die Industrie nicht bloS den Frauen und Kindern, sondern auch den Männern verderblich. An sich ist gegen die Frauen- und Kinderarbeit nichts einzuwenden, und ist sogar von Owen die Kinderarbeit mit Recht als integrirender Theil der Jugenderziehung betrachtet worden. Aber wir haben es mit der heutigen Produktionsweise, nickt mit einem zu erstrebenden idealen Zustande zu thun; und wie die Dinge jetzt liegen, müssen wir jede Maßregel-unterstützen, die auf Beschränkung und gesundheitliche Regelung der Frauen- und Kinderarbeit hmzielt; und sind sogar verpflichtet, so lange der Kapitalismus noch herrschen wird, die vollständige Fernhaltunz der Frauen und Kinder von der Bourgeoisindustrie im Interesse der Frauen und Kinder selbst wie des Proletariats im Allgemeinen zu erstreben. Politische Uebersicht. — Die ganze Jämmerlichkeit des Berliner Parka- mentariSmus(der Parlamentarismus taugt freilick nirgends etwaS) wurde in der Debatte über die Diäten von Lasker enthüllt, der ruhig erklärte, ein Botum des Landtags für Diäten würde ja doch nichts nützen; Bismarck habe sich ja nicht einmal um die dahin zielenden Beschlüsse des Reichstags gekümmert. Wozu denn Landtag und Reichstag da sind, wenn ihre Beschlüsse doch werthlos sind, das hat Herr LaSker uns allerdings nicht gesagt. Die Wiener„Tagespresse" sagt zu der naiven Argumentation des Herrn LaSker: „Leider ist das eine Wahrheit. Aber dann sollte Lasker auch consequent sein und sein zweifaches Mandat niederlegen. Wozu hat man überhaupt eine Volksvertretung nöthig, wenn sie stets bereit ist, sich unter den allmächtigen Willen eines einzigen Mannes zu beugen? Da ist uns ein nackter Absolutismus tausendmal lieber, als solcher Pseudo-ParlamentariSmns, und einer Versamm- lung von Ja-Herren würden auch wir die Diäten versagen. Jeder dafür verausgabte Thaler wäre Verschwendung." Lasker„sollte konsequent sein!" Wer lacht da? UebrigenS thun wir dem Mann nicht Unrecht! Er ist konsequent in seiner Weise! Er hat leeres Stroh gedroschen. Er drischt leereS Stroh. Und er wird leeres Stroh dreschen. Sela! Ueber den diäteulosen Reichstag, der nack der BiSmarcksschen Theorie(die beiläufig auck auf Conto der„politiscken Heuchelei" kommt) in Folge der Diätenlosigkeit„durch ihren Besitz unabhängige Männer" enthalten sollte, fällt das schon envähnte Wiener Blatt folgendes wohlverdiente Urtheil: „Das Argument, Reichthum verleihe eine größere Unabhängig- keit, ist besonders durch den deutschen diätenlosen ReickStag that- sächlich widerlegt worden. Selten hat man eine servilere Ver- sammlung gesehen. Selten ist die Stellung eines Abgeordneten schamloser zur Erlangung persönlicher Bortheilc ausgebeutet worden, als dort, und auch hier in Oesterreich sind es hauptsächlick die reichen Verwaliungsrälhc, welche unfern vorigen Reichsrath in Mißcredit gebracht haben. Uneigennützige Hingebung für das Volk findet man in höherem Grade unter den ärmeren Klassen, als in den begüterten. Oft deckt die Blouse des Arbeiters ein Patriot»- schereS Herz, als der salon- und reichstagfähige schwarze Frack." f7— Moderne Folter. Der„Staat", wo der bekannte Obo- tritenherzog Friedrich Franz, der Erfinder der„schönen Cavallcrie- gesechte", natürlich von GottcS Gnaden, regiert, das berühmte Mecklenburg, hat Einrichtungen, die dem Geist„schöner Cavallerie- gesechte" vollständig entsprechen. Der„Fremde" mag in diesem Lande unter Friedrich Franzens Scepter wohl manchmal glauben, er sei um 500 Jahre zurückversetzt. Ist e» dock erst zwei Jahre, seit dort die Prügelstrafe für Civilpersonen abgeschafft ist. Seitdem der Haselstock nicht mehr Symbol der mecklenburgischen „Cultur" ist, vertritt»ach preußischem Muster die Polizei seine Stelle. Man höre: Ein Dienstmädchen aus Schweden hat fünf Jahre im Mecklenburgischen gedient. Das Mädchen bekömmt ein uneheliche« Kind, giebt dasselbe bei ordentlichen Leuten in Pflege und sorgt für dasselbe. Aber Mecklenburg ist ein„sittlicher" Staat, wo zwar die reichen Leute ungenirt die größten Aus- schweifungen sich erlauben dürfen, denn„ihre Mittel erlauben daS", wo aber die„uneheliche" Niederkunft eines Dienstmädchens ein gar nicht zu sühnendes Verbrechen ist. Vor solcher„Sittenverderbniß" muß dieser„Staat" gerettet werden. Alsbald erscheint die Schweriner Polizei, an der Spitze Herr Senator Bade und dekrctirt: „Die Mutter mag hier im Lande bleiben, aber das Kind muß fort." Ob die Mutter im Stande ist, das Kind nach Schweden zurückzubringen, ob sie überhaupt die nöthigen Mittel zu einer solchen Reise aufbringen kann— was kümmert'S die Polizei! Die auf's Aeußerste geängstigte Mutter weiß sich nicht zu helfen; ihre günstigen Zeugnisse Helsen ihr nicht«:„DaS Kind muß fort!" verlangen die unerbittlichen StaatS-Nachtwächter. Bon allen Qualen der Verzweiflung gefoltert ertränkt die arme Mutter ihr un- fckuldigeS Kind, daS, kaum auf die Welt gekommen, schon dem mecklenburgischen„Staat" gefährlich ist. Der Schlußakt dieses Dramas vollzieht sich natürlich vor den Geschworenen, welche die Aermste wegen KindSmordes zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilen. Derart springt man um mit Ausländern im neuen deutschen „Reich". Eine Handvoll bestochener Subjekte ist freilich trotz alle- dem frech genug, niederzuschreiben» daß die« preußische„Reich" sich der größten Achtung de« Auslände« erfreue und Tausende von Gimpeln sind dumm genug, die« zu glauben. I» Wahrheit ist die« ander«. Die Bewohner der skandinavischen Halbinsel, die Schweden und Norweger, welchen diese mecklenburgische Bru- talität nahe geht, werde» zwar nicht, wie e« vielleicht in Preußen im umgekehrten Fall geschehen würde, darin einen Anlaß zu einem „heiligen Krieg" erblicken— sie werde» sich aber erinnern, daß schon 1871 gefangene Franzosen von verthierten mecklenburgische» Junkern statt Pferden an Fuhrwerke gespannt«orde» find und sie «erden die«„deutsche Reich" mit seinem Mecklenburg auf dieselbe „Culturstuse" stellen, wie etwa de»„Staat" der Kopfabschneider, Dahomey, oder die Fidschiinseln der australische» Kannibale». — Lebensart. Der„geniale Staatsmann", der e« für gut befunden hat, sich seinen bedrängten Parlamcntlern wieder einmal zu zeigen, sprach am 17. d. gegen den 80jährigen KreuzzeitungS- ritter Gerlach, der ihn an eine vor 25 Jahren von dem Janker Bismarck gehaltene Rede(„vom Narrenschiff der Zeit, da« an dem Felsen der Kirche zerschellen werde" ,c.) erinnert hatte, u. A.: „Wenn der Herr Vorredner Einzelnheiten meiner Rede citirt, so möchte ich zuerst einmal sagen: wenn er so schweres Gewicht auf meine Ueberzeugunz legt, vie ich vor 25 Jahren ausgesprochen habe, warum will er denn auch nicht meinen lebendigen Worten von heut- trauen?(Eden weil sieden„lebendigen Worten".von anno dazumal widersprechen, lieber„Genialer"!) Over wenn„er mir einen Vorwurf daraus macht, so nehmen wir an, nicht etwa der Vorredner, sondern ich wäre mit der Zeit attersschwach geworden." Wie gesagt, Gcrlach ist 80 Jahr alt! Diese— zarte Bemerkung wurde vom Reichstag natürlich mit der bekannten „großen Heiterkeit" aufgenommen. — Nationalservil. Die Berliner„Volkszeitung", die zwar mitunter elwaS rothe Sckminke zur Schau trägt, au fond aber so gut bismärckisch-patriotisch ist wie die„Nationalzeitung", schreibt in chrcr Nr. 296: „Der ultramontane„Volksfreund" in München giebt folgende Phrase zum Besten:„„WaS thut der große deutsche Culturkämpfer Bismarck? Er hat auf Varzin eine Schnapsbrennerei errichtet. Schnapsbrenncr und Culturkämpfer zugleich. Diese eine Thatsache. sagt mehr, als wir in Hunderten von Leitartikeln klar machen könne»."" Obgleich die„Volkszeitunz" kein Wort weiter sagt, so wird ihre Tendenz doch zur Genüge durch die einleitende Bemerkung bezeichnet. Die„Phrase" des„Volksfreund" wird als etwas Absurdes hingestellt. Aber ist sie denn absurd? Will die „VolkSzeitung" vielleicht leugnen, daß Bismarck Schnapsbrenner ist? Cr hat-S unglücklicherweise selber im Reichstag erklärt. Oder will sie behaupten, daß Culturkampf und Schnapsbrennerei zwei Geschäfte sind, die sich mit einander vertragen? Bisher hielt man den Schnaps für einen Culturfeind. Oder hat sich dies geändert, und giebt es jetzt eine Schnapskultur, für welche die „VolkSzeitung" schwärmt? Und ist es diese SchnapSkultur, welcher der gegenwärtige„Culturkampf" gilt, als dessen Gegnerin sich die „VolkSzeitung" oben im Aushängeschild des Leitartikels ankündigt, für den sie aber im Kämmerlein ihres politischen Theils schwört, eine possierliche Inkarnation der Zweiscelentheorie. Und ist heut- zutage nicht der SchnapS, sondern ein Jeder, der die SchnapS- kultur bekämpft, ein„Culturfeind"? Und obendrein natürlich auch „ReichSfeind"? „SchnapS SchnapS Schnaps, Du edeleS Getränke! Komm her, mein Schatz,-c." — Die„Elbcrfelder Zeitung", ein vom Berliner Preßbureau beeinflußtes„liberale?" Blatt, schreibt über di: Lage der Schul- lehrel-Wittwen und Waisen im„Staate der Milliarden", welcher für seine säuimtlichen Schulen nur zwei, für jeiueu H-ldengreiS vier Millionen zu verausgaben hat: „In der Presse ist wiederholt auf den andauernden Nothstand der Schullehrer Wittwen aufmerksam gemacht und darauf hinge- wiesen worden, daß daS Abgeordnetenhaus auf eine radikale Be- seitigung desselben hinzuwirken die Initiative ergreifen möge. DaS neue Gesetz, betreffend die Errichtung von Elementarlehrer-Witt- wen- und Waiserkassen hat diesen Nothstand durchaus nicht be- eitigt. Dasselbe stellt sich immer mehr und mehr als eine nur halbe Maßregel heraus." Sehr passend fällt dem„Frarkfurter Beobachter" das bekannte Wort eines„sreikonservativen" Abgeordneten ein, der bei einer Schilderung der Roth der Lchrerfamiliea einst auSrief:„Man zeige nur erst eine verhungerte Schullehrerwittwe, wenn ich daran glauben soll." Nun, das„liberale" Elberfelder Blatt hat mit Fingerns darauf hingewiesen und Derjenige, der die Ver- antwortung zu tragen hat für die„halbe Maßregel", der die Schuld daran trägt, daß„der Nothstand durchaus nicht beseitigt" ist, das ist Niemand anders als der große Drachentödter, der sich jeyt vergebens abquält, den verschobenen preußischen Staatskarren wieder gegen die Pfaffen flott zu machen, daS ist der Herr Cultusministcr Falck, oder, wie ihn seine„liberalen" Mit-Cutlurkämpfer spcichel- leckend nennen, der„Moltte deS Culturkampf«". — Bourgeoisdemokratie. Ein Telegramm meldet uns, daß die Versailler„äußerste Linke", gestützt auf die Bazaine ertheilte Begnadigung, Amnestie für alle Commune-Gesangeuen,„die keine hervorragende Rolle gespielt," verlangen will. Also die, welche„eine Hervorrageade Rolle gespielt," d. h. bei der Er- Hebung von Paris ihre volle Schuldigkeit gethan, werden von der „äußersten Linken" der trockenen Guillotine für würdig brachtet. O diese politischen Charlatane! Bazaine hat wohl keine„hervor- ragende Rolle gespielt?" — Zu Breslau sind unsere Genossen Oehme und Geiser — letzterer zur Zeit Redacteur des„Zeitgeist" in München— zu drei Monaten Gefängniß verurthcill worden wegen eine« Auf- rufS, den sie früher als Mitglieder der Controlkommssston der sozialdemokratischen Arbeiterpartei erlassen halten. DaS Urtheil, eine Blüthe des bureaukratischen ZopsthumS, motivirt die„Strafe" mit der„Gefährlichkeit"(!) der Angeklagten und„weil sie bei ihrer Bertheidizung sogar den Gerichtssaal zur Agitation für ihre Parteiansichtcn benutzten." Diese famose Argumentation liefert ein so treffliche« Bild von der„Redefreiheit" vor preußischen Gerichten, daß wir nicht umhin können, den preußischen Männern der„Justiz" einen guten Rath zu geben. Man hange einen Maulkorb vor der Thüre der GerichtSsäle auf und lege einen solchen— zu allen- fallsigcm Gebrauch— auf den grünen Tisch der wohllöblich:n „Diener der Gerechtigkeit", damit der Angeklagte die„Redefreiheit" niemals aus den Augen verliert. Daun werde» solche„Uttheile" nicht mehr nöthig sein. — An«® reiben wird nn« heute(20. D:zbr.) telegraphisch mitgetheilt, daß Genosse Auer auf Artrag der StaatSanw Atsch»ft zu Mittweida wegen angeblichen Vergehen« gegen den§ 131 de« R. Str. G. B. verhaftet wordin ist. Für seine Fceilaffaug werden 500 Thlr. Caatioa verlangt. Da« ist die Wahlagitation unserer Gegner. — Mie Aner, so ist anch Uhle an« Chemritz verhaftet »ordenZund zwar zu Freiberg,«ul er keinen Gewerbeschein(!) zum Colportiren besaß. Wie viele Thaler da« Freiberger Gericht«- amt für seine Freilassang verlangt, wissen wir nicht. Z«»ere Partei-, Ler»alt««g«-«xt OrgaxisatisaS- Axgelegexheite«. An die Parteigenossen! Die Ausbreitung der Partei macht ecscenliche Forsschritte. Auch in dieser Woche können wir eine Anzahl von Or-ea namhaft machen, an welchen die Partei von nun an treue und eifrige Genossen zu Mitgliedern zählt. Diese Orte find: Biere: Vertrauensmann Simon Kühne; Bömicke: Chri- stian Jansen; Gandersheim: Carl Urban; Köaigsau bei Aschersleben: Hermann Lehrmann; Meiningen: Jo- Hann von Hof. Folgende Vertrauensmänner sind neu angemeldet und bestätigt worden: Lobberich: Franz D-rstappen; Soest: C. H. Gudc. Ferner theilen w-r mit. daß folgende Orte ihren Pflichten ge- gen die Pa.teikasse für Monat November noch nicht nachae- kommen stao: Altona, Auerbach, Bielefeld, Brackwede, Broitzcn, Cassel, Co- bürg, Constanz, Crefcld, Crimmitschau, Dessau, Deuben. Dülken, Dahme, Eisenach, Eßlingen, Erfurt, Forst. Frankfurt a. M.. Frank- furt a. d. O., Frankenberg, Freiberg, Frohburg. Fürth, Gera, Ge- sau, Gelenau, Geestendorf, Geithain, Gotha, Göppingen, Gößnitz. Greiz, Hänichen, Hohenstein, Jüterbogk, Königsberg, KöthenSdorf, Kleinzschocher, Lörrach, Lunzenau, Magdeburg, Marburg, München, Mülsen St. NiclaS, Müssen St Micheln, MünchenbernSdorf, Nie- bcrhaslau, Nürnberg, Neukirchen, Neuftädtel, Netschkau, Obcrlung- witz, Offeubach, Oeoeran, Pfersee, Pforzheim, Plauen, Reichenbach Ronneburg, Rochlitz, Rege�Sburg, Saatfeld, Schw. Gmünd, Soest, stollberg, Stuttgart, Süchteln, Schwabing, Wildenfels, Witte», WittgenSvorf, Weida, Wilkau, Werdau, Wolfenbüttel. Folgende Orte sind mit ihren Beiträgen sogar noch für Ok- tober, einige selbst noch für September im Rückstände. Auerbach, Bielefeld, Brackwede, Cassel, Constanz, Crefeld, Dahme, Dessau, Deuben, Dülken, F'»ksurt a. d. O., Fcankenberg, Frohburg, Geitbain, Gelenau, Gera, Geiau, Hänichen, Jüterbogk, Kleinzschocher, Königsberg, Lunzenau, Mülsen St. NcklaS, München, Münchcnbernsdorf, Neustädtel, Netschkau, Ooerlungwitz, Offen- buch, Plaueu, Reichenbach, Rochlitz, Ronneburg, Saalseld, Weida, WilvenselS. Die Parteigenossen vorgenannter Orte(Re- stanten) werden dringend an ihre Pflichten ge- gen die Parteikasse erinnert und besonder« die betreffenden Vertrauensmänner aufgefordert, für schleunige Zusendung der Beiträge an den unterzeichnenten Kassirer Sorge zu tragen. Himburg, IS. Dez. 1S73. Mit Grufj! Der Ausschuß: I. A.: H. Benneke, kleiner Schäferkamp 34. August Geib, RödingSmartl 12. Correspoudenzeu Leipzig, 20. Dezember. Etwas Neues überHerrn Birnbaum den Gcgencandidaten Joh. JacobyS im Leipziger Landkreis. Herr Birnbaum erklärte gestern in der„Deutschen Allgemeinen Zeitung", die Nachricht in Berliner Blättern, daß er in die Redaktion der „Spener'schen Zeitung" eintreten wolle— die bekanntlich in inti- men Beziehungen zum preußischen Preßbureau steht— sei irrig, aber er werde von Neujahr an ein wirthschaftlicheS Blatt, den „Oekonomist", herausgeben, welcher als Beilage zur„Spener'schen Zeitung" erscheinen soll. Nun damit ist bewiesen, daß Herr Birn- bäum wesentlich den politiscken Standpunkt der preußischen Regie- rung theilt, sonst würde er mit der„Spener'schen Zeitung" rncht in Verbindung treten köllnen. Die„Spener'sche Zutuns" steht aber nicht bloS mit der preußischen Regierung in Verbindung, sondern sie ist auch Eigenthum der Freiconservatioen, d. h. einer vollständigen Regierungspartei. Einer Partei, die fast ausschließlich sich auS dem hohen grundbesttzeadcn preußischen Asel und der hohen Burcanlratie rckrutirt. Herr Prof. Birnbaum hat sich schon in Berlin, durch Gründung der sogenannten„fmen Bereinigung für die Interessen des LandbaueS" eifrig bemüht, de» hochadligen Herrn Grundbesitzern seine Person zur Verwendung zu empfehlen. DaS scheint ihm halb gelungen zu sein; gelingt e« ihm ganz, dann wird er wohl Plazwiy-Lcipzeig verlassen und nach Berlin übersiedeln; dann hat da« Mandat für den 13. Bezirk seinen Zweck erfüllt. Denn wir haben schon früher einmal gesagt und wiederholen eS heute: daß Herr Dr. Götz in Lindenau schon vor mehr als drei Jahren sich gegen ein Mitglied unserer Partei rahin äußerte, Herr Birnbaum bewerbe sich seiner Ansicht nach nur um ein Mandat, um durch dasselbe in Berlin einen Posten zu erhalten. Wollen die Wähler de« 13. Wahlbezirks abermal» einen Mann wählen, der wohl für die Interessen deS hohen Asels, nicht aber um die Interessen deS Kleinbürgers, deS Bauern, deS Arbeiter« Sorge trägt? Der durch seine ganze Thätigkeit im Reichstag al» Volksfeind sich gezeigt, al« eckter RegierungSmann sich entpuppt hat'-' Die Wähler des 13. Bezirk« werden Herrn Birnbaum nicht wieder wählen, sie werden nur einen Mann wie Joh. Jacoby ihre Stimmen geben, der durch eine 40jährige selbstlose Thätigkeit für da« Volk auf sein Vertrauen und seine Dankbarkeit Anspruch hat! Teipiig, 22. Dezember. Die am vergangenen Donnerstag von hiesigen Mitgliedern des Allg. deutsch-» Acb.- Vereins einberufene Baltsvcrsammlunz im Gosenthal verlief sehr ruhig, nachdem der Vorsitzende, Ramm, erklärt hatte, daß er bei jeder persönliche» oder Parteizänkerei sofort dem betr. Revner da« Wort ent'iehe» würde. ES wurde warm die Wahl Bebels empfohlen. Ton»- abends fand im Leipziger Saal eine schwach besuchte Versammlung der Schneidcrgehilfen statt, wo Bios über die Bedeutung der Reichst» zSwahlen referirte und wo eine Resolution zu Gunsten Bebel» angenommen wurde. Zu Möckern wirkte Sicher in gut besuchter Versammlung für die Wahl von Johann Jacoby; btfielb« zrschah gestern(S»»ntaz) m Ne»sch»»eftl>, w» Steiler und in Connewitz(Kroue),«» Ramm referirte. Z>resde». Der„Dresdener Volksbote- bringt über die zu Waffer gewordene„LandeSversammlung- der Natioualliberalen lolgendenden ergötzlichen Bericht: „(Der Nibelungen Roth oder der nationalliberal-fortschritt- glichen Landesversammlung in Braun« Hotel zu Dresden traurige« Schicksal.) Entthronten Fürsten ist e« eigen, daß sie»och immer die Formen und einen Theil de« Schimmer« ihrer ehemaligen Herrlichkeit um sich zu erhalten suiben, und so ist e« ähnlich auch «it den Parteien, die ehemal« im Volke einigen Einfluß ausübten. Unsere Nationalliberalen und Fortschrittsleute find von dieser verzeihliche» Schwäche nicht frei,«nd wenn sie auch zur Erhaltung chres Ansehen« sich gegenseitig anftecht zu erhalte» suchen, wie zwei Balken, die nicht mehr im Boden wurzeln, sondern sich an einander lehnen müssen, so möchten sie doch gerne glauben lassen, sie wären etwa«, wa« sich öffentlich sehen lassen kann. So hatten sie denn zur Stärkung ihre« Ansehen« eine Einladung ergehen blassen, die Herren von der Chocoladenfarbe de» großen Finanz- manneS Jordan bis zum Penstk de« Herrn Ludwig, de« Katho- likenfteffcrS, eine Einladung, welche so halb und halb die Sozial- demokraten fernhalten, aber Alle anlocken sollte, welche auf den Köder de« Worte« freisinnig beißen möchten. Die Sozialdemo kratcn meinten aber, daß sie zu den freisinnigen Wählern auch zu rechnen seien und wollten sich da« Schauspiel mit ansehen. E« war derselbe Saal in Braun« Hotel, wo man bei Beginn de« »heiligen- Kriege« die im Namen der Menschlichkeit de« Völker- friede,« und Völkerwohle sprechenden Sozialdemokraten Walster und Vahlteich mit der den gebildeten Ständen eigenen Pferde- Mäßigkeit nicderbrüllte. Der Präsidentcntisch war fein vorbereitet, an dem die nationalliberalcn und fortschrittlichen Halbgötter thronen und aus die Kinnladenkrämpfe de« Or.Döh n lauschen würden. Nahe !«ih»r, Dr-»o-n, Ros-n>»»g 2. Etage. Kasfirer: A. Lantzsch, Dresden, Louisenstraße 63, Hmteroau«, 1. Etage.___[26] Photographieen von den hervorragendsten Sözialisteä i Dutzend 15 Gr. emphitlt 3c] Henriette Knieling, Lhristianstraße Nr. 16, 4. Etage. pvn Arbeit8-& Wohnungsnachweiß ron C. J. Evans,. J-'l CöllCli im Arbeiterbildangsvereia, Palmstrasse 20.[j9J. it Mt dem r. Januar beginnt em neues lulilf Ui». U.„vi. Abonnement auf den„Volksstaat" un� ersuche ich die seitherigen, wie auch neue Abonnenten frühzeitig bei mir zu abonniren. Da« Abonnement beträgt pro Quartal lftei in'« Hau» gebracht> 1 fl. 25 tt., pro Mouat 29 kr. Th. Kalb, Juoengasse 156. Wir fordern die Restanten de«„Volksstaat", sowie der Schriften auf, endlich einmal Ihre Angelegenheiten mit unfern Filial-Expedienten Kalb zu ordnen, widrigenfalls wir einschreiten. Wir haben beschlossen, daß vom 1. Januar ab nur Derjenige de« „BoltSstaat" erhält, welcher da» Abonnement im voraus bezahlt hat. Schriften«erden ohne Geld nicht verabfolgt. _ Die Zeitung«- Eommisfion. Oftilllilt Arbe-terdildungSverein. Sonnabend, den 3. Feiertag: Weihnachtsfeier in de« Räumen de»„Eldorado".— Ansang Abend« 6 Uhr. D. B. ifoihttit Sozialdemokratischer Arbeiterverein Freitag, den 2. Feiertag, Abend» 8 Uhr: Gesellige Zusammenkunft im Saale de« ArberterbildungSverein«_ D. B. Warnung! Der Buchbinder Pieper(früher in Hamburg, später in den Rhein« landen),»or welchem schon aus dem diesjährigen Parteicongreß gewarnt wurde, hat durch feine Schwindeleien unsere Parteigenossen in Solingen und besonder» Duisburg schwer geschädigt. Da Pieper, zuletzt in Mühlheim a. d. Ruhr wohnhast, sein Glück anderswo, angeblich in Brüssel, probiren will, so wir» durch die Parteibehörden hiermit au»- drücklich vor demselben gewarnt. Zur Agitation in Sachsen. Spezialkartw von Sachse« pr. Expl. 9 Gr., unter Sreuzband frco. Expl. 10 Gr., auf Leinwand gezogen pr. Expl. 17 Sr. 5 Pf. liefert gegen Einsendung dt» Betrage» in Briefmarken»der Postvorschuß Die Buchhandlung de»„Bolksstaal. Pegau, Negis, Cohren Dt» Leser de«„volksßaat" in obigen Orte««erde« geb.te» Ihre Adresse« schleunigst an»n« gelange« z« lasse«. Die Uxpeditio» de«„Volksstaat". Hodes-Anzeige. Ifen Fremide» and«est»»»«g««'«»ff»» znr Nachricht, daß»eine jüngste, 3jährjge Tochter Anna zur ewigen Rahe eingegangen ist. Herz. lichen Dank de« Weberverei«, welcher mir in meiner Krankbeü hilfreich znr Seit« stand,«öge Jeder»or ähnliche» Schicksalsschlägen bewahrt bleibe«. Graz, de« 20. Dezember 187». Im Name« der trauernden Familie: _«. Zsch-rsch._ keipzig: Berantw. Redakteur, vi. Preißer.(Redaktion n. Expedttw» Zeitzerstr. 44.) Druck nnd Verlag der Genoffewschastsbnchdruckerei.