Erschimt in ffipjtg Kitiwvch,Friit«g, Sonntag. Sofiellnngen neljtr.ni an alle Vostanstaiitrn«. Buchhand- wnzen des In-«.Auslandes. Pi'ial Expedüionen für die Bereinigten Staaten: A. A. Sorge, »vi Z OI Svdsksn, I?. J. Wm. LuederS, tOS'AI i/str. Chicago, J1L Peter Haß, t. Vf. Corner Thitä and eontM itr. Philadelphia. Nr VMsKaat Adonmmrntsprei«: Für Preußen incl. Stempel- steuer 21>/, Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. Menati-Adennemenl, werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2ten n. Ilten Monat und auf den Sten Monat besonders angenommen, imKgr. Sachsen ». Hrzth. Sachs.-Altenburg auch au� den Iten Monat i 6'/, Sgr. angenommen. OrganÄersozialdemokratischenArbetterparteiundderWernatlonalenGetverksgenossenschasten. Ut Inserate, die Abhaltung von Partei-, BereinS- und Bollsversammlungen, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat-- und BergnügungS- Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. lÜT. L Sonntags 4. Januar. 1874. j? AlionnemtNtS- Einladung. � SDiit beut 4. Januar begium ein neues Quartal und fordern rpir dcßhalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich �reimal erscheinmde Parteiorgan auf. Der Preis beträgt 16 Sgr.(56 Kr. rh.) pro Quartal, 5-/» Sgr.(18- 2 Kr.rh.) pro Monat, in Preußen incl. Stempelsteuer 21-/, Sgr. Alle deutsche Postanstalten nehmen Abonnements entgegen. Denjenigen Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband beziehen, wird dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender Weise berechnet: für Deutschland 1 Thlr. 6 Ngr.(2 fl. 3 kr. rh.); für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavien und Italien 1 Thlr 10 Ngr.(6 FrcS.); für Frankreich, die Niederlande, Portugal, Großbritannien, Rumänien und die Türkei 1 Thlr. 20 Ngr.(6-/4 Frs.); für Spanien und für Amerika 2 Thlr. Für Leipzig und Umgegend ist der AbonnementSpreis mit Bringerlohn) aus 17-/, Ngr. pro Quartal und 6 Ngr. pro Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition dieses BlattcS, Zeitzersiraße 44, und bei Colpvrteur Müller, 'ür die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: für 'lolkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefeld w. bei O. Stelzer Reudnitz, Kapellengasse 11, 2 Tr., für Plagwitz und Lim •enau sc. bei Frau Hohe, Roßmarkt Nr. S, in Lindenau, für Tonnewitz sc. bei Teubert, Bornaische Straße 197, für lltinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst, ür Thonberg bei Horn, Hauptsir Nr. 96, für Stötteritz ei O. Richter. Der Abonncmentsbetrag ist bei Bestellung zu entrichten. Abonnements bei der Expedition, sowohl einzelne wie von Filialen, welche nicht rechtzeitig erneuert worden, werden vom Januar 1874 an nicht mehr cffektuirt. Bei Nachbestellung ist an die Post 1 Sgr. Bestellgebühr osßer dem Abonncmentsbetrag zu entrichten. Partetgenoffen! Der Jahreswechsel fällt in eine Zeit, wo wir alle unsere Kräfte ingespannt habrn, um einen unserer Partei, einen unserer Ideen oürdigen Sieg bei den Wahlen zu erfechten. Wir unterlassen I daher, da wir mitten im aufgeregtesten Parteikampfe stehen, den «im Jahreswechsel üblichen Rückblick in die Vergangenheit zu »erfen; wir wollen unsere Blicke vorwärts richten und sie nicht bwenden vom zehnten Januar! Wer im vergangenen Jahr feine Schuldigkeit nicht gethan haben vllte, der hat jetzt Zeit, sie im neuen Jahre noch zu thun. Hängt sch von der kurzen Spanne Zeit, die wir noch vor uns haben, rn unserer Thätigkeit in den nächsten acht Tagen hauptsächlich je Ausfall der Wahlen ab. . Nochmals rufen wir Euch zu:„Alle Mann auf Deck!" ille Mann an die Arbeit! Wer diesmal feine Parteipflicht -rsäumt, wen die Hobe Bedeutung der ReichStagSwahlen nicht aregt zu rastloser Thätigkeit, der wird niemals die Ideen erfassen innen, von welchen unsere Partei getragen ist. Zeigen wir den Gegnern, daß wir eine Partei von politischer edeutung sind. Der Beweis dafür ist unser Sieg bei der ahl. Dabei vergcßt den„Volksstaat" nicht! Der„Voltsstaat" ist er Kampfgenosse im Wahlstreit, dessen Stimme überallhin dringt d Euch beisteht. Sorgt, wo ihr könnt, für feine Ausbreitung; hleudert ihn massenweis unter die Massen des Volks und legt n einzeln in jedem einzelnen HauS, in jeder Werkstatt, in jeder ütte nieder. Thut Ihr Eure Schuldigkeit, so wird auch dem VolkSstaat" ein entsprechender Zuwachs nicht fehlen. Also vorwärts, dem zehnten Januar entgegen gearbeitet, id mit aller Macht in die Agitation eingegriffen. Wir müssen iegen! Erst nach Schlacht und Sieg wollen wir rückwärts schauen! Für jetzt aber nur: vorwärts! '- Reichstagswahl. Unsere Parteigenossen zu Frankfurt a. M. haben August iebel als Candwaten für den Reichstag aufgestellt. Zur Landsrage.*) 1. )ie zwei in der heutigen bürgerlichen Welt einzig möglichen systeme— Pol und Gegenpol der Landfrage— das System Privatgroßgrundbesitzes und das System des Privat- -ingrundbesitzes(Parzellensystem) sind in den beiden ökono- sch entwickeltsten Eulturlandern, mit charakteristischer Theilung ' Arbeit, jeneS in England, dieses in Frankreich wahrhaft ') Auszüge aus der demnächst im Verlage der„Volksstaar'-Buch- «dlung erscheinenden Broschüre über die Landsrage. klassisch verwirklicht, und, zwar noch nicht zu den allerletzten Eon- sequenzen, aber doch so weit durchgeführt worden, daß die letzten Consequenzen klar und deutlich vor Jedem daliegen, der Augen hat, zu sehen. In England, der Grund und Boden in wenig Händen (30,000) konzentrirt; kapitalistischer Großbetrieb deS Ackerbaues; der unabhängige Kleinbauerstand vollständig ausgetilgt; statt freier Bauern elende Lohnsklaven, die selbst unter den Comfort deS Armenhauses(vorkbouse) herabgedrückt sind; dagegen rationelle Bewirthschaftung, mit Benutzung der durch Wissenschaft und Kapital gebotenen Vorthcile; in Folge dessen intensive Productivität der Arbeit(das Product gleich 716 Francs per Kopf, die gesammte vom Laudbau lebende Bevölkerung, Weiber und Kinder einge- schlössen, und reichlicher Bodenertrag(30 Bushel per Acker), zum auS> schließlichen Nutzen der Pächter und Landlords. In Frankreich der Grund und Boden in zahlreichen Händen (7,846,000) zersplittert; Kleinbetrieb deS Ackerbaus; die Bauern durchschnittlich verschuldet, nicht Lohn- aber Hypothekensklaven, in- directe Sklaven des Kapitals, durchschnittlich in den jämmerlichsten Verhältnissen lebend; in Folge Kapitalmangels irrationelle Be- wirthschaftung des Bode: S, geringe Productivität der Arbeit(das Product gleich 215 FrcS. auf den Kopf, also nicht der dritte Theil dessen, waS in England auf den Kopf kommt) und karger Boden- ertrag(18 Bushel per Acker gegen 30 in England)— der ftan- zösische Parzcllenbauer sich plackend für seinen Gläubiger, wie der englische njjricultural labourer(Landproletarier) für den Pächter und Gutsherrn. DaS französische System ruinirt den Staat, ruinirt das Land, ruinirt den Bauern, und führt, wenn eine vernünftige, das Volks wohl erstrebende Politik nicht vorher eingreift, zum allgemeinen Bankrout, und muß schließlich durch Anheimfallen der kleinen Höfe an die kapitalistischen Gläubiger oder durch Versteigerung an die Meistbietenden und Meifthabenden in das englische Landsystem übergehen. Und das englische Landsystem? Es ermöglicht eine ratio- nelle Bewirthschaftung deS Bodens, raubt aber dem arbeitenden Volk die Früchte derselben, und wirst sie wenigen Monopolisten in den Schooß; eS verurthcilt die sich abschindenden Bebauer deS Lands zur hoffnungslosesten Armuth und häuft auf die müsfig- gängerischen Eigenthümer des Landes eine unerschöpfliche Fülle von Schätzen, die sie theilS in wüster Jmmoralität vergeudet, theilS, unter Anwendung der korruptesten Mittel, zur Befestigung ihrer ökonomischen und politischen Herrschaft gebraucht. ES führt dahin, daß in nicht serner Zeit ein paar Familien, daß eine Familie den ganzen Grund und Boden von England in ihrem Besitz ver- einigt— schon jetzt„besitzen" hundertundsechzehn Personen die Hälfte von England und drei Viertel von Schott- land— und diese Familie England nach Belieben aushungern kann. Das ftanzösische System ist ökonomisch unhaltbar; es trägt die Keime der Auslösung in sich, und ist eigentlich nur eine Vorstufe des englischen Systems. DaS englische System ist insofern ökonomisch berechtigt, weil es heute den relativ größten Ertrag gibt, aber es beruht auf der flagrantesten gesellschaftlichen Ungerechtigkeit, ist schon heute ein Fluch für die Mehrzahl des Volks, und wird, wenn zur höchsten Vollendung gebracht, ganz England in eine ökonomische und poli- tische Abhängigkeit bringen, für welche die bisherige Geschichte kein Leitenstück bietet: ein Land lord, der Herr alles Grund und Bodens, Herr aller Fabriken ist, die gesammte Ackerbau- und In- dustricproduction monopolisirt, alle Staatsbürger in seinem Lohn hat, die Preise aller Lebensmittel und sonstigen Waaren nach Gut- dünken— regelt. Ein Hirt und Eine Herde— Ein Sklavenbesitzer, welcher durch seine Sklavenpeitscher seine Land- und Stadtsklaven an die Arbeit treiben läßt. DaS ist der Gipfel, das Endziel der modernen, kapitalistischen Cultur! In Deutschland haben sich die Grund- und Bodenverhält- niffe in Folgender Bielstaaterei und der Abwesenheit einer einheit- lich gleichförmigen politischen Entwicklung, nach keinem gemeinsamen System ausgebildet. Wir begegnen in den verschiedenen Staaten und LandeStheilen den verschiedensten und mannichfalttgsten Arten und Abarten des Grundbesitze» und entsprechend vielgestaltigen Zuständen der Landbevölkerung. Während wir im östlichen Theil Preußen» und in Mecklenburg den englischen Großackerbau haben, herrscht am Rhein und Uberhaupt in Westdeutschland das ftanzö- fische Parzellensystem vor. Zwischen dem englischen und ftanzöfi- schcn System bewegen sich unsere deutschen Grundeigenthums-Ber- Hältnisse, hier das eine, dort das andere mehr oder weniger ent- faltet, häufig, ja wohl in den meisten Landstrichen, beide neben- einander bestehend, in einander überspielend. Um ein Beispiel zu wählen: in Hessen-Darmstadt haben wir vorwiegend das sranzösi- sche System, aber zwischen die kleinen Bauerngütchen haben sich die Großgüter der Standesherren, der Fürsten von SolmS-Lich, SolmS-Laibach u. s. w. eingeschoben, die vollständig englisch be- wirthsä aftet werden, und von Jahr zu Jahr mehr anschwellen, durch die unaufhörliche Aufsaugung der kleinen Bauerngütchen. Diese großen Gutsherren sind richtige Hechte im Karpfenteich: die armen Karpfen, d. h. die Kleinbauern sind bloß dazu da, um die vornehmen Hechte zu mästen. Fürsten brauchen es nicht zu sein, nicht einmal Adlige; ein guter Bürgerlicher, der sich für„sein" auS dem Mark des arbeitenden Volks geschlagenes Geld ein„Ritter- gut" oder was sonst die Bezeichnung sei, kauft, wird ein ebenso guter Hecht, wie ein reichsunmittelbarer Fürst oder Landjurker mit ellenlangem Stammbaum. Wenn man Zähne hat und Karpfen in der Nähe, so lernt sich der Karpsenfang und das Karpfenfressen gar rasch. Mitunter hat der Hecht philanthropische Anwandlungen; er sucht daS Bauerchen, welches zu den verspeiscten Aeckern ge- hörte, wenigst nS vor unmittelbarem Verderben zu retten. So ist es im Odenwald vorgekommen, daß ein ganzes Dorf von dem Grafen von Erbach gekaust und die Einwohnerschaft sammt dem Bürgermeister und Dorfpolizeidiener nach Amerika geschickt wurde, wo die Leute nun der Segnungen republikanischer Freiheit ge- nießen. DaS war gewiß„liberal", in doppelter Beziehung, und — der Herr Graf hat unzweifelhaft seine Rechnung dabei gefun- den.— Man kaun zugeben, daß die Lage unserer Landbevölkerung in vielen Gegenden Deutschland» nicht so schlimm ist, wie in England und Frankreich; auch unsere industriellen Zustände, für welche die gleichen ökonomischen Gesetze gelten, sind noch nicht so auf die Spitze getrieben, wie in den beiden genannten Ländern, was aber nicht hindert, daß sie, und zwar mit wachsender Ge- schwindigkeit, genau in der r ämlichen Richtung vorwärts drängen. Mag hier und da aus dem Land der Bauer und Landarbeiter sich noch vergleichungSweise eines idyllischen Daseins erfteuen— nach den ehernen Gesetzen der heutigen Gesellschastsorganisation eilen wir unaufhaltsam im Norden und Osten englischen, im Süden und Westen zunächst stanzösischen, schließlich aber, wenn nicht bei Zeiten die Entwicklung in andere, heilsame Bahnen gedrängt wird, ebenfalls, durch die nothwendize Aussaugung der kleinen Bauern- güter, englischen Zuständen zu. Der mecklenburgische und oft- preußische Bauernknccht ist schon jetzt nicht besser daran, als der englische axrieultural labourer(Landarbeiter); ja in mancher Be- ziehung noch schlimmer, denn er vereinigt in seiner Person da» Elend des modernen Lohnsklaven und die Rechtlosigkeit des mittel- alterlichen Leibeigenen. Der deutsche Ackerknecht steht unter dem Stock, kann von seinem Gutsherrn zum Krüppel, ja todt ge- schlagen, wenn er sich muckst, niedergeschossen werden, ohne daß ein Hahn darnach kräht.*) Das wenigstens kann dem engli- schen Landarbeiter nicht geschehen. Aushungern darf ihn der Pächter oder Gutsherr, ihm das Mark aussaugen, ihn ins Armenhaus werfen, nachdem er den letzten Rest von Arbeitskraft aus ihm herausgepreßt hat, aber ihn schlagen! Nimmermehr. Abgesehen davon, daß kein englischer Landarbeiter e« sich ungestraft gefallen ließe, würden auch die eigenthumStollsten englischen Friedensrichter und Geschwornen den Pächter oder Gutsherrn, der einen Arbeiter, ohne von ihm arigegriffen zu sein, körperlich mißhandelte, zu einer empfindlichen Straft verurtheilen. Und unsere deutschen Kleinbauern in den Landstrichen, wo das Parzellensystem herrscht, was ist ihre Lage? Führen sie etwa eine so sehr bcneidenswerthe Existenz? Der Engländer Howitt, der in dem Parzellensystem das zu erstrebende Ideal erblickt, sagt von den Bauern der Pfalz:„Sie arbeiten fleißig ftüh und spät, weil sie das Bewußtsein haben, daß sie für sich selbst arbeiten. Sie placken sich von Tag zu Tag, Jahr aus, Jahr ein; sie sind die geduldigsten, unermüdlichsten und beharrlichsten aller Thiere." Nicht ein menschliches Leben führen sie nach dem Zeugniß de« zu gün- stiger Beurtheilung geneigten Engländers, sondern das Leben von Thieren! Das ist aber zu mild ausgedrückt: kein Thier ist im Stand, die permanente Abrackerung, die Entbehrungen, zu denen diese„freien Grundeigenthümer" vcrurtheilt sind, auch nur ein Jahr lang zu ertragen. Doch nicht auf alle deutschen Bauern paßt da« Bild von dem Pfälzer Kleinbauern, der sich„von Tag zu Tag plackt" und„da« geduldigste, unermüdlichste und beharrlichste aller Thiere" ist; und Mecklenburg und Ostpreußen sind uicht maßgebend für da« übrige Deutschland. Gut! Man soll nicht schwarz färben. Denen, die da behaupten, für Deutschland gebe es keine Landftage, weil, von einzelnen lokalen Ausnahm«zuständen abgesehen, die deuffche Landbevölkerung im Allgemeinen vortrefflich gestellt sei, diesen Herren Schönfärbern seien nun aber zwei Thatsachen— ugly facls, häßliche Thatsachen nennt eS der Engländer— unter die Augen gehalten, zwei Thatsachen, die keine Sophistik„aus der Welt zu schaffen" vermag. Erstens die preußischen Steuerlisten. Nach den vo» Lassalle gemachten Berechnungen, die zwar Widerspruch erfahren haben, inieß durch den Widerspruch nur bestätigt worden sind, er- hellt, daß in der preußischen Monarchie„89 bis 96 Prozent der Bevölkerung in gedrückter, dürftiger Lage find", indem 96 Prozeut der Bevölkerung für die Familie, die Familie auf 5 Köpfe ge- rechnet, ein jährliches Einkommen von je 500 Thlr. und weniger; und 89 pCt. ein solches von unter 500 Thlr. haben. Bon diesen„39—96 pCt. in gedrückter dürstiger Lage" hat die ungeheure Mehrzahl, nämlich 36 pCt. der Gesammtbevölke» rung, also von je hundert Familien sechsundachtzig ein jährliches Einkommen von unter 400 Thlr.! ') Rammien I Politische Uebersicht. — Herr Laster,„des Schwadern« geübtester Meister," ist von der«liberalen" Partei zu Frankfurt am Main als Reichstags- candidat aufgestellt worden und hat infolge dessen eine— natürlich ellenlange— Candidatenrede gehalten. Der kleine Aithuer des großen Wagener, „-- im Reichsstall der tüchtigste Gaul, «Der größte Schwätzer auf Erden, „Dem nach dem Tode noch extra das Maul «Muß todtgelchlagen werden," ficfccrbett sich als ein allerliebste«„geniale» Staatsmännchen"; er uchte, wie die„Frankfurter Zeitung" witzig bemerkt, sich al«„eine DuodezauSgabe de« großen Format« Reichskanzler" zu präsentiren. Indessen waren auch verruchte Sozialdemokraten zugegen, die e» nicht unterlassen konnten, den Herrn LaSker zu fragen, ob er denn im Reichstag wirklich die Acußerung gethan habe, daß die„wohl- gesinnten" Bürger die Sozialdemokraten mit Knüppeln todt- schlagen sollten. Herr LaSker gestand zu, daß er diese Worte getrancht haste, als ein Vertreter dieser Richtung(Befbel) mit der Wiederholung der Thaten der Commune gedroh t habe." Bekanntlich hat LaSker die Worte vom„Todtschlagcn mit dem Knüppel" in der Sitzung de« Reichstags vom 8. November 1871 gebraucht und ließ durch Aälschnng den„Knüppel" aus dem Pro- tokoll de» Reichstag« entfernen. Als Pebel ihn darüber zur Rede stellte,' ließ er die Fälschung durch den Reichstag sanctioniren. In feiner Candidatenrede zu Frankfurt gesteht er selbst zu» daß er den Ausdruck vom„Todtschlagen mit dem Knüppel" ge braucht hat! Voila un homme! Bismarck, da» ist dein Mann! Es geht hm gerade wie andern„genialen Staatsmännern", er verplappert ifich znweilen.s Uebrigen» hätte Herr LaSker nicht nöthig gehabt, sich und den Reichstag durch die genannte Protokollfälschung auf ewig zu blamiren und in den dringendsten Verdacht der Unehrlich- keit zu bringen. WaS er damals in Berlin versäumte, hat er in Frankfurt nachgeholt. Er erwiderte auf die Anfrage der Frank- furter Sozialdemokraten betreff» seiner Knüppeltheorie wörtlich: „Ich kann mir nur denken, daß eine kleine Zahl verwegener Männer wie die Communarden in Pari» im Staude wäre, Mil lionen von Menschen unter Furcht und Angst zu halten und ihnen Zerstörung, Plünderung und Gesetze aufzuerlegen, in Feuer branden und Vernichtung von Eigenthum(!) sich zu sättl gen, daß dies nur möglich fei durch die moralische Entsitt lichung, die während de» langen Belagerungszustandes eingetreten fei. Das aber hoffe ich, daß jede ehrliche Bürgerschaft(!) und insbesondere die Bürgerschaft von Berlin, wenn AeHn licheS versucht werden sollte, den Muth haben werde, solche Men schen mit Knütteln niederzuschlagen." „Stürmisched Beifall" der„gebildeten" Bourgeoisie lohnte de« Reiches Oberschwadroneur für diese beinahe unglaubliche Ge- finnungsroheit. Ja, wir wären versucht, eine solche Roheit der Gesinnung unglaublich zu finden, wenn wir eS nicht mit dem Haupwertreter einer gänzlich verwahrlosten, verlotterten Partei zu tljun hätten, wenn es da» erste Mal wäre, daß er die Knüppel- theorie als Evangelium gepredigt! Drück' ihm die Hand, lieber Tölcke, er hat Farbe bekannt, er will in demselben Zeichen siegen, wie Du! DaS„Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" bedarf indessen zu feiner Aufrechthaltung de« sozialdemagogischen Tölcke- knüppel» und deS„liberalen" LaSkerknüppel«. Darum Glückauf, „ehrliche Bürgerschaft"!„Insbesondere ehrliche Bürgerschaft von Berlin," wir gratuliren zu der neuerklommenen Sprosse auf der großen Leiter der Cultur. Hoffentlich verfehlt ihr nicht, dafür zu sorgen, daß dem großen LaSker von der Berliner Universität ein Ehren-Doctordiplom für seine pattiotische Frankfurter Rede auS- gestellt wird! Und zwar zum„Ehrendoctor der Aesthetik" oder des„praktischen StrafrechtS"(damit er seinem Gestn- nungSbruder Binding ähnlich sieht) müßt ihr ihn ernennen, wenn ihr Geschmack haben wollt! Eintreten der Wirksamkeit der ReichSverfassunz in El- saß-Lothringen vom 1. Zanuar 1874 auf daS Verbot des Postdebit» von Zeitungen ohne Einfluß ist. Der Oberpräsident von Elfaß-Lothringen. v. Möller." Mit andern Worten, der oberste Beamte von Elfaß-Lothringen erklärt, daß „das Eintreten der Wirksamkeit der Reichsverfassung blo« auf dem Papier stattfindet, und daß thatsächlich die Reichsverfassung außer Wirksamkeit bleibt. Wir find begierig: welche» Resultat die von der„Germania" angekündigten„weiteren Maßregeln" haben werden. So viel steht fest: hat die preußische— Verzeihung, wir wollten sagen die Reich Sregieruug das„Recht", vom 1. Jan. 1874 an einer Zeitung das Postdebit für Elsaß-Lothringen vorzuenthalten, so hat sie daS Recht, es jeder beliebigen Zeitung für jeden beliebigen Theil des Reich» und natürlich auch für daS ganze Reich vorzuenthalten, und die ReichSvecfassung ist damit offenbar zu Makulatur gemacht— waS�freilich nicht sehr zu bedauern. verschuldet, sondern ein grammatikalisch- stilistischer Fehler de« Hru RedacteurS, aber wir können dem nicht beipflichten: Marat war ige ein vortrefflicher Stilist und kannte die Grammatik au» dem Grund, und der Rrtacteur de»„Neuen" schreibt ja„wie Marat". Also Druckfehler!) ack id ssß «i — Jntelligenzstaatlich. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" vom 28. Dezember enthält folgende Bettel-Annonce: „Edle Herzen mögen eines durch unverschuldete Heimsuchun- gen, langjährige Krankyeiten und wiederholte Todesfälle in tiefe Nothlage gerathenen Mitgliedes de« Lehrerstandes eingedenk sein, dessen großer Bedrängniß weder durch eigene Mittel, noch auch durch bereitwilligst aber nothgedrungen nur in beschränktem Umfang gewährte Zuschüsse von kompetenter Seit« abgeholfen werden kann. Der Bedrängte, dem von che- rufenster Seite ein ehrende» Zeugniß der Berufstreue und Redlich- keit ausgestellt wird, bittet die Redaction, ihm womöglich zum Besitz eines Pianino(!) zu verhelfen, das ihm ein großes Hilfs- mittel zu einem besseren Einkommen durch Privatverdienst werden könnte. Möge diese Bitte in dem großen Leserkreise der„Nord- deutschen Allgemeinen Zeitung" nicht ungehört und unerhört ver- hallen. Ein winzige» Scherflein von jedem Leser unserer Zeitung, und einem wackeren, treu und tapfer kämpfenden Familien- vater wäre ein Herzenswunsch erfüllt, eine gehoffte Erleichernng gewährt, vielleicht der Grund zu besseren Tagen gelegt. Unsere Expedition wird Beiträge zu dem obigen Zweck gerne mit Dank entgegennehmen und über die einlaufenden Spenden an dieser Stelle quitttren. Die Red. d.„Nordd. Allg. Ztg." Eingegangen sind bereits: vom Stammtische 6 Thlr. 14 Sgr." So dieses Schriftstück. Eines CommentarS bedarf es nicht, um so weniger, als eS ja nicht vereinzelt dasteht. Daß der Schulmeister von Sadowa hungern und betteln muß, liegt in der Natur der Dinge und ist auch so etwas wie Nemesis. Nur über einen Passus ein Wort.„Bedrängniß— der nur in beschränktem Umfang— von kompetenter Seite abgeholfen werden kann." Kann!!! Also da« Leiborgan de» Hrn. Fürsten Bismarck, der 4',!- Mill. Thaler allein an Dotationen aus der Reichs-, resp. preußischen Staatskasse gezogen, hat die Dreistigkeit, zu behaupten,„von kom- petenter Seite, d. h. von Seiten diese« selbigen Staats, der dem Hrn. Fürsten Bismarck 4'/- Mill. Thaler allein an Dotationen in den Schooß geworfen hat, oder noch richtiger von Seiten diese» sel- bigen Hrn. Fürsten Bismarck, der die 4'/, Millionen allein an Dotattonen gezogen hat und der ja der Staat ist, könne einem tüchtigen und berufstreuen Lehrer, der unverschuldet ins Elend ge- kommen, nicht geholfen werden! Mit den 4'- Mill. Thalern, die Hr. Fürst Bismarck allein an Dotationen gezogen hat, hätte man „von kompetenter Seite" dem gesammten deutschen Lehrerelend auf einige Jährchen abhelfen können— will un« bedünken. — Zur Charakteristik unser« Verfassungslebens. Vor Kurzem meldete die„Germania", der für die Dauer de« AuS- nahmezuftandeS in Elfaß-Lothringen der Postdebit für diese„neuen RerchSlande" entzogen worden war, die Post habe auch für da« bevorstehende Quartal keine Abonnements der„Germania" für Elfaß-Lothringen angenommen. Da der Ausnahmezustand in den neuen Reichslanden mit dem 1. Januar aufhört und in der ReichSverfassunz ausdrücklich festgestellt ist, daß keiner Zeitung das Post- debit entzogen werden kann, so klang diese Mittheilung nicht sehr glaubhaft. Nun veröffentlicht aber die„Germania" folgendes ihr zugegangene Schreiben:„Straßburg, den 21. Dezember 1873. Auf die Anfrage vom 19. d. erwidere ich erzebenst, daß das —„Unser Braun" hat eine Sammlung seiner verschiedenen schimmeligen Journalartikel veranstaltet und nicht weniger al» drei dicke Bände zusammengestoppelt. Sie führen den geschmackvollen Titel: Aus der Mappe eines deutschen ReichSbürgerS. Im 3. Bd. S. 24 behauptet Hr. Braun u. A.:„Das sozialistische Programm de» Dr. Joh. Jacoby enthält im Wesentlichen nichts Neues, sou- dern seine Gedanken sind den Schriften von Karl Marx in London und I. B. v. Schweitzer(!) in Berlin entlehnt." An einem Nachweise, daß Joh. Jacoby irgend Etwas von Hrn. Dr. I. B. v. Schweitzer entlehnt habe, läßt e»„unser Braun" natürlich ganz und gar fehlen:— ein Nachweis ist ja auch nicht nöthig; hat ja die Nennung Schweitzers nur den Zweck, Etwas von dem Geruch, der Herrn Schweitzer anhastet, womöglich auf Joh. Jacoby zu übertragen. Wa« aber durchaus nicht gelingen will, lieber Reichs- tagShanSwurst und literarischer. Langfinger! Wenn du selbst bei Andern„entlehnt" hast, ist daS noch kein Beweis, daß auch Jacoby daS Entlehnen betreibt, und wenn Jacoby Gedanken entlehnt hätte — was er nicht gethan hat— so wäre daS immer noch nicht so schlimm, als wenn man wie„unser Braun" nicht nur„Gedanken", sondern auch gleich die ganzen Sätze und Worte bei Andern „entlehnt"? Berstanden, lieber„HeiterkeitSmacher"? — Einer fulminanten MajestätSbeleidigunz macht sich das„Leipziger Tageblatt" schuldig, indem eS eine„Todtenschau" auS der Wiener„Deutschen Zeitung" abdruckt, worin es heißt: „Die regierenden Häuser betrauern den König Johann von Sachsen, den Prinzen Albreckft von Preußen, die Königin-Wittwe Elisabeth von Preußen, Sidl Mohamed» den Kaiser von Ma- rokko und den König von Dahomey." Welch ein Majestätsoerbrechen! Der vielweibrige Sultan von Marokko in einer Linie mit einer Königin von Preußen! Und gar der Fürst aller Kopfabschneider, der König von Dahomey, der all- jährlich ein paar Tausend Menschen abschlachtet, um einen Blut- « zu schaffen, der ab und zu einem Sklaven einen Gruß an seinen Borgänger im Jenseits auftragt und diese» mittelst Kopf- abschneidens befördert; der sich endlich eine weibliche Leibgarde hält zu kriegerischen und anderen Zwecken— dieser schreckliche Gesell wird von dem„Leipziger Tageblatt" auf gleiche Stufe mit dem König Johann und andern Hoheiten gestellt und, wie eS im „Tageblatt" heißt, noch ausdrücklich bedauert! Das hätten wir einmal thun sollen! — Ein hübsches Beispiel dafür,, wie eS einem Sozialdemokraten im gelobten Sachsen ergehen kann, liefert unser Parteigenosse Daschner. Seit länger al» einem Jahre ist derselbe von Ge- ängniß zu Gefängniß geschubt worden und noch ist unsicher, wenn und wo er endlich die Sonne der Freiheit erblicken wird. Im Dezember vorigen Jahre« wurde er wegen eines Polizeivergehens, begangen im„Dresdner Volksboten", zu 6 Tagen Polizeigefängniß verdonnert. Auf Grund dieser Verdonnerung wurde er al»„AuS- länder"— Daschner gehört dem„deutschen Ausland" Baiern an — ausgewiesen, aber ohne daß er in der Lage war, den Staub von seinen Füßen zu schütteln und wie geheißen, von dannen zu ziehen, in die Untersuchungshaft an das Dresdner Bezirksgericht«- efängniß geliefert. Hier wegen„Majestätsbeleidigung" zu 8 Monaten Festung verurtheilt, wanderte er nach Hubertusburg. Von dort wurde er abermals noch vor Ablauf seiner Haft nacb Dresden ge- 'chleppt, um sich wegen verschiedener weiterer„Majestätsbeleidigungen" Uu verantworten, die ihm abermals 4 Monate Festung einbrachten. Nachdem auch diese verbüßt, wurde er auf Anordnung deS Justiz- Ministers nach der Wermsdorfer Frohnfeste transportirt, um eine Haft von S Wochen und 3 Tagen zu absolviren. Kaum waren diese am 29. Dezember herum, al» abermals ein Diener der heiligen Hermaudad erschien, um ihn nach dem Polizeigefängniß in Dresden abzuholen, wo er, Gott weiß wegen welchen Ver- brechenS, weitere 5 Tage Haft abzusitzen hat. Sind auch diese vorüber, soll er wiederum in die trauten Räume des Dresdener BezirkSzericktSzefängnisseS wandern und vorläufig 14 Wochen dort zubringen. Frei ist er dann noch immer nicht; aber Niemand und er selbst nickt, weiß wie lange noch ihm unverlangte„StaatShülfe" zu Theil werden wird. Kommt er endlich frei, wird die Dresdner Polizei ihrer bekannten Maxime getreu, den AuSweisungSukaS erneuern und dann kann er, um einige Erfahrungen an sächsischer Gerechtigkeit, deutschem Heimathsrecht und deutscher Freizügigkeit reicher, jenseits der grünweißen Grenzpfähle sich eine neue Existenz 'nchen. O Deutschland, wie bist du so schön! — Herr Julius Schulze, Handelskammersekretär in Mainz, hat gegen den„Bolksstaat" wegen der verschiedenen Artikel über da? Treiben deS bekannten S.„vom Mittelrhein" Anklage erhoben. Herr Schulze meint, er sei kein Denunziant, kein Reptilienfonds- Aspirant. Nun, wir werden sehen! — Die toleranteste Weisung für die bevorstehenden Wahlen hat jedenfalls der Berliner„Neue" seinen Gläubigen gegeben; er ruft ihnen nämlich zu:„Also die Augen aufgemacht, hr Wähler in Stadt und Land! Laßt euch diesmal nicht wieder von Phrasenhelden die Katze im Sack verkaufen! Wählt Alle!" Da« heißt wahrhaftig feurige Kohlen auf da» Haupt der Gegner ämmelu. Alle soll der Arbeiter wählen— Alle, die sich ihm wäsentiren, Pfaffen, Junker, Bourgeois, Arbeiter— einerlei, Alle! Alle!„Wählt Alle!" Hinten nach kommt fteilich noch „aber":„aber wählt nur Arbeitercandidaten!" Aber diese»„aber" ist so vollständig sinnlos, steht in so flagrantem Widerspruch zu dem vorherigen„Alle", daß es nur als Druckfehler bettachtet wer- den kann.(Einer unserer Setzerburschen, der schon jetzt so viel Corpsgeist hat, daß er nicht gern auf die Setzer etwas kommen läßt, will uns einreden, nicht ein Druckfehler habe den Nonsens — Gekränkte Unschuld. Wir erhalten folgende» Schreibeu:er „Berlin, den 22. Dez. 1873. leni An die Redaction de«„Volksstaat" in Leipzig.»ttt Sie versehen meinen Dr.-Titel mit Gänsefüßen, um ch« lar anzuzweifeln und ich habe denselben insixni cum laude an der lut> badischeu Universität Freiburg auf Grund einer Dissertation i" L die Systeme Spinoza'» und Leibnitzens erworben, al» n 22 Jahre alt war. Sie bezeichnen mich ferner al» einen„Stteber'scheu Spitzel' und ich kenne Hrn. Stieber so wenig, wie dieser wahrscheinli' mich und mit der Polizei überhaupt habe ich stet? eher oi gespanntem als auf freundschaftlichem Fuße gelebt. Sie bezeichnen mich al«„Sozialdemagogen", während i geflissentlich mich stets fern von den sozialistischen Wühlereie gehalten habe, wenngleich ich s. Z. mit Lassalle persönlick un! al« Schriftsteller sehr befreundet war. Nun brurtheilen Sie gef. Ihre angegebenen Ausstreuunge selbst und Sie werden kein anderes Prädicat dafür finden, wi ich. Sollten Sie selbst bezüglich meiner irgendwie belogenen worden sein, so wäre Ihr Auftreten allenfalls zu entschuldigen i h und wenn Ihnen daran liegt, der Wahrheit die Ehre zu geben,)pf so bin ich gern bereit, Ihnen brieflich jegliche Auskunft übervoll etwaige verleumderische Behauptungen, die Ihnen unterbreitet ie 5 sein mögen, zu ertheilen. Dr. Ed. Löwenthal." on Nun auf ein Wörtchen, Herr„Doctor"! Sie glauben wohl, ehö wir wüßten nicht mehr,«aS der Jahrgang 1871 des„Bolksstaat' md in Nr. 33, 54, 7l> u. s. w. über Sie enthält? Sie glauben wohl, äel wir wüßten nicht mehr, daß damals der„Bolksstaat" die Arbeiter jjwe vor Ihnen, als einem Agenten der preußischen Regierung, ge< rein warnt hat.)au WaS Ihren„Doctor"-Titel betrifft, so kommt un« derselbeje sc allerdings verdächtig vor und riecht nach Gießen oder Neu-Jerseh,sie seitdem wir wissen, daß Sie in Tübingen al«„Jurist" bei der< ersten Staatsprüfung glänzend durchgefallen sind und eine zweite(Bin nicht mehr zu bestehen gewagt haben.»uf Als Spitzel StieberS bezeichnen wir Sie deßhalb, weil Sie, ael nachdem Sie an dem offiziöS-BiSmärckifcheu„Publizisten" in! Berlin als Rundschauer funzirt, als„Religionsstifter" und„radi ugb kaler Demokrat" nach Dresden kamen, dort himmelstürmende>olli Narretheieu trieben und mit Hinterlassung vieler Schulden, an- lfü! geblich wegen einiger Prozesse, nach Zürich dnrchbrannten. Ja San Zürich gaben Sie die„FreiheitSwacht" und ihre Broschüre über Hue daS„preußische Völkerdressursystem" herau», die als Machwert uchc eines axent provocateur natürlich von MajestätSbeleidigunger, näck wimmelten und mittelst welcher Sie den Frankfurter Kaufmannjsähe Hornig glücklich in die Hände der Polizei und in'S Loch spedirten>ich Darauf gingen Sie wüthender Majestätsbeleidiger nach BerliuMit zurück, ohne daß Ihnen ein Haar gekrümmt wurde, und wurdechem Mitarbeiter von Bismarcks persönlichem Organ der„Nord-)uo deutschen Allgemeinen Zeitung". Von dieser gingen Sie zur eue „Staatsbürger-Zeitung" und von da übernahmen Sie die Re--< daction der„Neuen Freien Zeitung", welche, wie aus dem idis! tischen Schriftchen Ihres Vorgängers Krämer hervorgeht, im Dienste eines Gründers steht und unter demokratischer MaSte' die Arbeiter zu verdummen und über ihre Klassenlage zu täuschenist: sucht. Dieser„Knltnraufgabe" suchen Sie noch jetzt gereckt zu._ werden. Sie sehen, Herr Doctor, daß wir genau unterrichtet sind und Ihre„Auskunft" nicht brauchen. Wem aus Obenstehendem nicht klar wird, daß Sie ein Agent Stiebers sind, an dem ist Hopfen und Malz verloren. Hat Lassalle wirklich mit Ihnen zu thuockari gehabt, so würde er sicher sich dessen schämen, wenn er noch lebtejami Im Uebrigen ist unS das auch sehr gleichgültig.„Spiegelberg, etwa wir kennen Dich!" Also beruhigen Sie sich und genießen Suliege Ihre„Stellung'', die ja, wie Ihr Vater, der Schulmeister zl�rfre Baisingen in Württemberg, meint, eine„ausgezeichnete" ist! WiiHal stolz würde er wohl sein, wenn er wüßte, daß er einen azonlSti provocateur„für'S Baterland" gezeugt hat! Damit, Herr„Doctor" gsch find Sie, wir hoffen für immer, entlassen! Bess Arbeiter! seid vor dem Agenten Stiebers und Bismarck», vofNau dem azent provocateur Eduard Löwenthal und seiner„Neuenund Freien Zeitung" auf der Hut! chie _ lund Gewerksgenossenschastliches. gern eine' Allgemeiner Deutscher Schneiderverein Che: Araunschweig, 21. Dezember. Jeder Bevollmächtigte vestvar sämmtlichen Mitgliedschaften wird hiermit aufgefordert, ernstlickuttze darauf zu achten, daß das, was daS Vereinsorgan, der„Volksjhmt staat", hinsichtlich unserer Bewegung veröffentlicht, der Mitgliedierör schaft vorgelesen resp. erklärt wird. Der Ausschuß hält eS flüPar zweckmäßig, daß die Bevollmächtigten allerorts sich regen, im eignetersch Orte so gut, wie auch in den Städten, welche in der NachbarschasKar liegen; wenn nicht persönlich mit jenen Städten kann verkehr! eing werden, so doch brieflich, jedenfalls aber muß eine Thätigkett in'lbrir Leben treten, die dazu angethan ist, die noch Schlafenden zu weckeaflenl — DaS Vereinsorgan selbst aber muß von jedem BevollmächtigjVer ten gehalten und genau gelesen werden, auch muß Jeder, der ettstali ernstliche» Interesse für da» hohe Ziel der Arbeiter-Bewegung hat allg für dessen Verbreitung sorgen nach jeder Richtung hin, häuptsäch Zer lich in den Werkstätten. Nu, Nun wollen wir allen Mitgliedern das Resultat der Abstim 2< mung über die Statuten der Central-Krankenkasse mittheilen, d-«Adr selben sind von den meisten Mitgliedern anerkannt. Dieß beweis Adr der Bericht der Berliner Commission. Bevor nun der Kranken Ka, llnterstützungS-Bund ins Leben tritt, ist eS unumgänglich uöthißwur daß der Ausschuß weiß, wie viel Mitglieder sich dem Kranken Übe: UnterstützungS-Bunde anschließen«ollen. Die Zahl 500 muß voldav werden, bevor dieser Bund ins Leben tritt, und wir glauben fest So; sie wttd voll werden, wenn Jeder, der ein Interesse dafür bi! eins tüchtig sich ins Mittel legt und dafür agitirt.— Der AuSschu Kai setzt in dieser Angelegenheit eine Zeit fest, in welcher jeder Bevoll Ber mächtigte die Zahl der angeworbenen Krankenkassen-Mitglieder a kon den Ausschuß einzuschicken hat und zwar bis spätesten« in 14 To So; gen(vom Tage der Veröffentlichung an gerechnet).— Rl Diese Krankenkasse gewährt Jedem Unterstützung und Rech Pa, wenn er seine Pflichten tteu erfüllt, mag er sein wo er will, tsdics Dorf oder Stadt, auf Reisen oder in Arbeit. Deshalb ist d«zu' ez lange Säumen, derselben beizutteten, nur schädlich, besonder» den Orten, wo die Polizei die Krankenkaffen-Verwaltung hat, h uer kann man sich kurz entschließen und sich einfach von derselben■ �tz« jptoj achtll, indem man sich dem Bunde zuwendet. Also jetzt Hand : w angelegt, überall! damit das angefangene Werk vollendet wird, euud, nd wir mit Freuden auf unsere Arbeit zurückblicken können.— Also Nun noch ein Wort über die ReichStagSwahlen. GcwerkSge jssen! Ihr Alle werdet fühlen, daß die Lohnarbeit wie ein Blei wicht auf uns lastet; Ihr werdet fühlen, daß die Bevorzugung nbeui er herrschenden Klassen immer mehr an Raum gewinnt und daß, rZ.(«nn die« so fort geht, e« für uns ein schreckliche» Ende nehmen »ird, wenn wir nicht vorbeugen. Denn wir fühlen und sehen eS i ihu iar und deutlich, wie die herrschenden Klaffen in frechem Ueber- n der wth mit Verachtung auf un», die Arbeiter, die Alle« schaffen, liederblicken. Ihr werdet auch fühlen, daß Zeiten kommen müssen, wo die 'beit befreit wird vom Druck de» AuSbeuwn�S- System«. Und ~n wir un« Alle fragen, wodurch können wir un« von diesem :dt befreien? so müssen wir un» antworten: immer nur durch gesetzgebenden Körper den Reichstag. Und da die Zeit jetzt •anrückt, wo dieser Reichstag neu gewählt wird, so ist c« unsere o ichMicht, daß wir unsere Arbeiter-Candidaten unterstützen und unsere ereieirotimmen für dieselben abgeben.— und Sodann werdet Ihr auch Alle einsehen, daß diese Reichstags- oahl-Bcwegung groß- Opfer kostet und daß diese Opfer gebracht inger»erden müssen, wenn wir wollen selbstständig werden, sowie, daß , wi'»ir hier ebenfalls nicht dürfen zurückstehen, weder zagen noch säu- löget wn, sondern frisch mit eingreifen, die Wahlbewcgung erleichtern biger i helfen, indem wir dem Wahlkostenfond aus unfern Mitteln ein jeden,)pfer bringen. Wir erinnern Euch deshalb an den Aufruf im über�olkSstaat Nr. 125 vom 17. Dezember; darum versammelt öfterer reitettie Mitgliedschaften, eS ist dies so wie so sehr nöthig und zugleich L" ou Nutzen, ladet die Collegen, welche noch nicht zur Gewerkschaft wohl, ehören, mit ein und sammelt Beiträge zur ReichStagSwahl. Es taat" nd viele Mannen und wenn Jeder wenig gicbt, so kommt doch wohl, iel zusammen, und wir erreichm durch geringe Mittel große beiter Zwecke. Die Bevollmächtigten werden sodann verpflichtet, diese . ge«ceiwillig gesammelten Gelder, alle ohne Ausnahme, an unfern hauptkassirer C. Beck, Turnierstraßc Nr. 8 einzusenden, aber rasch, sselbe e schneller, desto besser.— Der Ausschuß wird dafür sorgen, daß ersey.kie Gelder an ihre richtige Stelle gelangen. i der} GewerkSgenossen! Thut Alle in diesem Euch vorgeschriebenen weite�inne Eure Schuldigkeit! Wälzen wir nicht die vielen Lasten Nif Einzelne, sondern greife Jeder mit ein in die Bewegung und Sie, iel schneller folgt die Erlösung. " in Da nun das alte Jahr so weit vorüber ist, so erinnern wir radpugleich an das Ende des letzten Quartals, und bitten jeden Be- linde ollmächtigten die AbrcchnungS-Formulare genau und sauber auS- au- ifüllen, den neuen Mitgliedschaften dient die? ebenfalls zur Notiz. In Daun fordern wir die Mitgliedschaften auf, welche noch das 3. über Quartal rückständig sind, ihren Pflichten nachzukommen; ferner er- »werk achen wir die neu beigetretenen Mitgliedschaften resp. die Beooll- mgeriMächtiglen, welche Bücher und Statuten beansprucht haben, um naaoiähere Mittheilung über den Stand der Gewerkschaften(Hauptfach- irteuitch Eibeustock in Sachsen). Es muß überhaupt eine Mitgliedschaft »erlinMit der andern korrespondieren, dieS fördert die Agitation; außer- rrdeckem bitten wir noch zum Schluß um die prompte Einlieferuug der kord�luartalsteuer, sowie um die Regelung der sämmtlichen vorgeschrie- enen Fälle. GewerkSgenossen! Vorwärts sei stets unser Losungswort!— Z Mit Gruß und Handschlag für den Ausschuß: C. Ludolph, Vorsitzeuder. Der Geschäftsführer, an welchen alle Briefe zu richten find, lscheotst: F. Mumme, alte Waage Nr. 6, 2 Tr. »t zu.- Correspondenzen. �opfey Leipzig. Die in letzter Zeit abgehaltenen Wahlverjauimlungen thuB>aren so ziemlich alle von gutem Erfolg begleitet. Die VolkSver- lebte�fammwng im„Gosenthal" zu Leipzig, wo Fink referirte, war >erg, etwas schwach besucht, während die Versammlungen in den um- � S inliegenden Ortschaften sich fast sämmtlich eines guten Besuches zu 'X zuerfreuen hatten. Zu Alt- Schönefeld wirkten Ramm und WieHadlich in gut besuchter Versammlung für Jacoby, desgleichen »AsnIStelzer in Paunsdorf, während die Versammlung in Groß- :tor"Zsch scher, wo Fink referirte, weniger zahlreich besucht war. Besser fielen die Versammlungen au« zu AlbrechtShain bei , vojNaunhof, wo Ramm, und zu Lindenau, wo BloS, Nauert teueMnd Preißer sprachen. Einen äußerst günstigen Verlauf nahm die Volksversammlung zu Rötha am NeujahrStage, wo Hadlich �und BloS mit durchschlagendem Erfolg für Johann Jacoby wirkten. Hlochkih, 27. Dezember. 14. sächsiscker Wahlkreis! Die Partei- genossen unseres Kreises werden sich noch erinnern können, daß in einer Nummer de»„Volksstaat" im Monat Juli d. I. kurz vor der Chemnitzer LandeSversammlung ein Artikel aus Rochlitz abgedruckt e deflvar, der seinem Inhalte nach dazu dienen sollte, daß die Chem- astlickUltzer Landesversammlung unfern 14. Wahlkreis nicht so ganz Zolkqhintansetzen sollte. In diesem Aufsatz wurden Gründe und Punkte glieverörtert und klargelegt, daß der 14. Wahlkreis gut sei für unsere z fiüPartei und bei einer energischen Agitation der Sieg gesichert igneOerscheine, vorausgesetzt, daß bei nächster Wahl wieder 3 verschiedene cschafiKandidateu aufgestellt würden. Dieser Umstand ist nun wirklich rkehrs eingetreten, denn die heutige Nummer deS„Rochlitzer Wochenblattes t in� bringt in ihr em politischen Theil über den 14. Wahlkreis Fol- »eckeUigendes:„So erfreulich sich anfangs auch noch vor Kurzem die ichtizsBerhältnisse der Reichstagswahl in unserm(14.) Wahlbezirk ge- er-ttstalten zu wollen schienen, so stehen wir doch, Dank sei eS der ; hat allgemeinen Indifferenz, augenblicklick allem Anschein nach einer itsäch Zersplitterung der Stimmen als Wahlresultat ziemlich nahe." Nun führt das Blatt 4 verschiedene Kandidaten mit Namen auf, bsiimL Conservative(Herr Amtshauptmann v. Könneritz und Herr , die Advokat Gülde von hier), einen liberalen Kandidaten(Herrn »eweilAdvokat Siegel), zum Schluß so nebenbei einen sozialdemokratischen ankeu Kandidaten(Hirrn Buchhändler Fink au« Leipzig). Diese« Mal öthiz wurde unserm Fink die Ehre gegeben die ihm gebührt. Die inkeu liberale Partei, die das letzte Mal bei der Stichwahl den Sieg ß vol davon trug(Venn das erste Mal hatten wir, eine Hand voll \ fest Sozialdemokraten, beiden Parteien den Sieg vereitelt), hätte sich r hat einfach selbst den Todtenschein ausgestellt, wenn sie diesmal keinen Sfchu Kandidaten selbstständig aufgestellt hätte. Aber daS hatte der l-voli Verfasser deS schon erwähnten Artikels nicht erwartet, daß die »er a> konservative Partei sich durch 2 Kandidaten zersplittern und uns 4 Ts Sozialdemokraten dadurch in die Hände arbeiten würde. Das Rochlitzer Wochenblatt" klagt denn auch, daß die konservative )iech Partei nicht rechtzeitig ein Centralcomitö gebildet habe, um in ll,-•dieser Zeit der Bedrängniß sich über einen Mann verständigen st dMju können, eS tröstet sich jedoch sen und demselben, statt eS zu fliehen, wie eS euch in den Kram paßt, ihr„Großen", fol- gen. WaS die Folge sein wird, könnt ihr„Herren" selbst au«- rechnen. DieS war vor den„heiligen" Feiertagen die letzte Berfamm- lung, denn in Reichenau war Niemand zu finden, welcher eine solche einberufen hätte, und in Nassau kamen gerade 12 Manu, um der Versammlung, welche für den 21. einberufen war, anzu- wohnen. Acht Mann plazirten sich sofort an zwei Tische, um— Karten zu spielen, und mit vier Mann läßt sich keine Bersamm- lung abhalten. Freilich trug auch die Weihnachtszeit, vor welcher die Bergarbeiter Tag und Nacht arbeiten müssen, um das Röthige für die Feiertage zu verdienen und den Abgang, den dieselben am Lohne verursachen, zu decken, viel dazu bei. Dafür wird an de« Feiertagen nicht gerastet. Am zweiten Feiertage sah man unHeim- liche Gestalten, mit großen Papierbündeln versehen, durch die Straßen eilen und aus einem Hause ins andere schleichen. E« waren dieS die Mitglieder der so gefürchteten und nicht minder gehaßten sozialdemokratischen Pattei, welche Wahlaufrufe vertheilten, trotz der großen AaitativnSkosten, trotz Cautionen»c. unentgelt- lich vertheilten, obzwar sich gewisse„Herren" die Sttohköpse zerbrachen, woher die Sozialdemokraten, die doch von Hause au» „arme Teufel" sind, das„schwere Geld" nehmen mögen. In de« meisten Wohnungen wurden die Ausrufe freundlich angenommen, nur im„Faullenzerviertel", Erbische Straße geheißen, verursachte« dieselben krampfhaste Zwerchfellerschütterungen. Die„Herren" be- liebten zn lachen, uneingedenk des alten Sprichwortes: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Ein sehr„auffgegläärter"„Herr" verstieg sich sogar zu der Aeußerung:„Ihr wollt wohl Stollen essen«nd Wein ttinken, weil Ihr die Feiertage zu Eurem Treiben ver- wendet?" Nun, natürlich! Der„Herr" wird doch nicht glaubeu, daß Stollen und Wein bloS für Couponsabschneider, Rauchfauz- ritter, himmlische Hofjuden oder für allerhand gut gehaltene» und gemästetes Federvieh da feien, dies wäre ein großer Jrrthum. Ich erinnere den„Herrn" und Alle seines Gelichters nur an den Satz, welchen ein ihnen allen bekannter, von den verschiedenen Seligkeit»- tändl-rn auch noch oft in Anspruch genommener, etwas konfuser Briefschreiber vor 18 Jahrhunderten mit der größte» Seeleoruhe niederschrieb:„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" ES dürfte, wenn dieser Satz zur Geltung kommen sollte) so Manchem, der heute Stollen und Wein uur für sich und Seinesgleichen bean- sprucht, erzmiserabel gehen. Hainichen und Oederan sind heute ebenfalls mit Wahlaufrufe« überschwemmt. Ja, ja, die bösen, bösen Sozialdemokraten, nicht» ist ihnen mehr heilig, nicht einmal die Weihnachtsfeiertage. Morgen geht c« frisch hinaus, um die„Pest des Jahrhunderts" auch unter die„friedlichen",„unverdorbenen" Dörfler zu bringen. Merkt's Euch, ihr Herren, in jede Stube kommt ein solch gefähr- licher Anftuf, wir sind abgehärtet und fragen nichts darnach, weu« auch das„Herz de» Volkes" vergiftet wird. Euch, den politischeu Quacksalbern, kann es ja ein Leichte« sein, diesen„Giftschaden" zu beileu! Genosse Uhle ist gegen CautionSerlag von 50 Thlr. auf freie« Fuß gesetzt worden. Da Auer auS Dresden 200 Thlr. kostete, wirst sich die Frage auf: Ist Auer«„Verbrechen" viermal so schwer, als Uhle'S, oder ist daS Dresdner Gericht viermal so theuer? PreiScourante wären sehr erwünscht. ES scheint, als ob auch die» Mittelchen nicht recht klappen wollte. O, die Sozialdemokraten haben unerschöpfliche Geldsäcke, denen schaden einige Thaler Cau- tton noch nicht«! Mit MauneSgruß und Handschlag Rud. Aug. Wolf. Stolwerg, 29. Dezember.(AgttationSbericht auS dem 19. sächsischen Wahlkreis.) Die Parteigenossen, welche mit dem Terri- torium Sachsen« bekannt sind, dürften wissen, daß der 19. Wahlbezirk, in welchem vo» unserer Partei Liebknecht aufgestellt worden ist, einer der schwierigsten und zerklüftetsten ist.— Seit dem 6. Dezember d. I. haben«ir die Agitation für die ReichStagSwahl begonnen, und trotz der nicht geringen Schwierigkeite« sind schon so bedtutende Srsolge erreicht, daß die Wahl unseres inhaftirten Parteigenossen W. Liebknecht heute als gesichert zu be- trachten ist.— Mit dem 2. Januar 74 werden wir jedoch bis zum Tage der Wahl die Agitation mit verdoppelten Kräften be- treiben.— Zur Kenutuiß der Parteigenossen lassen wir hier ein Ge- sammtbild unserer bisherigen Thätigkeit folgen. Seit dem 6. dS. MW. haben wir im Ganzen achtzehn Volksversammlungen abgehalten, welch« sämmtlich den besten Verlauf genommen haben. Außerdem fallen dazwischen noch eine Anzahl kleinere Vereins- und Partei- Versammlungen. Vom 6. bis 14. d«. MtS. fanden Volksversammlungen statt: in Zwönitz, Nieder-Würschnitz, Ober-Würschnitz, Neustädtel, Grünhain und Elterlein. In diesen Versammlungen refmrte Parteigenosse F. Naucrt, welcher den Reigen eröffnete. Vom 14. bis zum 21. wurden wir durch die Ankunft Scheil'S und Wiemer'« erfteut und nun konnte die Agitation in verstärkter Weise betriebe» werden. Am 29. fanden drei Volksversammlungen statt, die erste in Zwönitz, in welcher Parteigenosse Stolle referirte und welche einen günstige» Verlauf nahm. Die beiden andern sauden in Schneeberg und Neustädtel statt. In dieser bevölkerten Gegend erhielt Liebknecht vor drei Iahren nur eine geringe An- zahl von Stimmen. Bei der diesmaligen Reichstagswahl hoffen wir bei der Stimmung, welche unter den Arbeitern dort jetzt herrscht, ein glänzendes Resultat zu erzielen.(Sfehe darüber den Bericht in Nr. 129 unter Lößnitz.) Am 2S. fanden Versammlungen in Lugau und Nieder-Würschnitz statt, in beiden Versamm- lungen referirte Molteler. In letzterem Orte fand nach der Ver- fammlung noch ein geselliges Vergnügen(Abendunterhaltung) statt, welche einen ziemlich reichlichen Ertrag für die Wahlunkofien ergab. Außerdem fand an demselben Tage eine gut besuchte Volksver- sammlung m Niederdorf statt, in welcher Parteigenosse Scheil referirte.— Am 27. referirte Parteigenosse Wiemer in Mitteldors und Neu-Wiese vor gut besuchten Versammlungen. Scheil zog in Begleitung mehrerer Stvllberger Parteigenossen nach BurckhardS- dorf, in welchem früher die Mitglieder deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins ihren Sitz hatten und von denen heute noch ein Heiner Stamm vorhanden ist. Nach dem Vortrage Scheil'S for- dcrte einer ihrer Sprecher(Roscher) seine Parteigenosse-» auf» unserui Kandidaten Liebknecht ihre Stimme zu geben; bedauerte aber gleich- zeitig, daß unsere Partei in andern Wahlkreisen(Chemnitz)(!!) den Kandidaten des„Neuen" Concurrenz mache u. f. w. Scheil suchte ihn zu beruhigen. In der Versammlung waren viele Gele- nauer Parteigenossen aus dem 20. Wahlbezirk erschienen, in wel- chem von den„Allgemeinen" Tölcke aufgestellt ist nnd von unserer Seite Liebknecht. Ein Parteigenosse von Roscher forderte darauf von Srheil, er solle die Gelenauer auffordern, daß sie bei der Wahl nrcht unserm Kandidaten, sondern Herrn Tölcke ihre Stimme geben. Scheil lehnte dies entschieden ad, da er nur für den 19. Wahlbezirk agitire und kein Recht habe, sich in die Angelegen- Helten des andern Wahlbezirks einzumischen. Zwar waren die „Unfehlbaren" damit nicht ganz befriedigt, jedoch mußten sie schließlich beschämt abziehen, als Parteigenosse Weigel aus Gelenau mittheilte» wie dieselben jeden Versuch zu einem vernünftigen Zu- sammengehen früher schnöde von der Hand gewiesen hätten. Die Versammlung, welche eine würdevolle Haltung bewahrte, wurde darauf vom Vorsitzenden Walther geschlossen. Am ZS. referirte Wiemer in Gablenz, während Temmler und Flechsig in Iahnsdorf thätig waren. Scheil mußte auf dringendes Ersuchen nach Hohenstein-Ernstthal, wo er in Gemein- fchaft mit Kayser aus Breslau für die Wiederwahl Bebel'S wirkte. Wir haben Ursache, über die bi« jetzt errungenen Resultate zufrieden zu sein. Die allgemeine Stimmung im 19. Wahlkreis ist eine sehr gute. Die Organisation scheint sich sehr gut zu be- währen, und trotz der schwierigen Agitation in Folge der zerrissenen Gestalt unseres Wahlkreises rechnen wir bestimmt auf unfern Sieg am 10. Januar 1874. Im Auftrage des Central Wahl-ComitvS: Fr. Oesterreich. Stollöerg, 30. Dezember. Den Localwahlcomites sowie allen Parteigenossen des 19. Wahlbezirks in Sachsen hiermit zur Nach- richt, daß dieselben sich wie bisher den Anordnungen des Central- wahlcomitö zu unterwerfen haben» indem eigenmächtiges Handeln blos zur Unordnung und Unannehmlichkeiten führt. Alle Local- eomitvS haben sich streng an dem BersammlungSkalender zu halten. DaS Centralwahlcomitv ist sich seiner Aufgabe bewußt. Alle Kräfte werden angespannt, um zum Siege zu gelangen. Den Parteige- nossen von anderen Wahlbezirken zur Notiz, sich aller voreiligen Eingriffe in uosre Organisation zu enthalten, indem dieses bloS Störungen verursacht. Das Centralwahlcomitv Fr. Oesterreich. Keyer, 29. Dezember. Sonnabend den 27. Dezbr. fand in Grünhain abermals eine Volksverfaoimlung statt, nachdem eine solche vor 14 Tagen dortselbst stattgefunden, in welcher Freund Nauert referirte; demselben wurde damals das Wort entzogen, weil er erwähnte, daß Bismarck eine Schnapsbrennerei besitze und betreiben lasse. In der letzten Versammlung referirte Stolle und beleuchtete derselbe die verschiedenen Parteien, kenn- zeichnete die Thaten des Reichstages, empfahl mit warmen Worten die Wahl Liebknecht» und erläuterte das Programm der Partei in emer 2'/» stündigen Rede, welche mit der größten Aufmerksamkeit angehört und mit vielem Beifall aufgenommen wurde. Als Stolle von den Gemeindekollegien sprach und bewies, daß dort ebenfalls nur Befitzende zu Gunsten ihrer Klaffe Gesetze machten, wurde er von dem Polizcivertretcr unterbrochen, welcher meinte, daß Stadt- verordnete gar keine Gesetze machen könnten; er mußte sich aber von Stolle sagen und beweisen lassen, daß cS doch wahr sei; was sehr viel Heiterkeit in der Versammlung hervorrief. Eine äußerst starke Betheiligung und eine begeisterte Stimmung ist noch zu be- richten. Sonntag den 28. fand in IanSdorf eine stark besuchte Versammlung statt, in welcher ich und Flechsig referirte». Auf- merksamkeit und Stimmung ließ nicht» zu wünschen übrig. Außer- dem fanden in den Feiertagen noch an folgenden Orten Versamm- lungen statt: Lugau, Würschnitz, Neuwief, Mitteldorf, Niederdorf und Gablenz. Die Stimmung schemt überall ganz günstig. C. Demmler. Aakkenstei», 23. Dezember. Die Wahlbewegung in den um- liegenden Ortschaften ist im besten Fluß und die Versammlungen find größtentheilS zahlreich besucht von ausmermerksamen Zuhörern auS dem ländlichen Abeiter- und Bauernstande. DaS den Leuten so einfach wie möglich über die heutigen Zustände Vorgetragene macht in der Regel den besten Eindruck, vorzüglich wenn Gegner da sind. So hatten wir gestern Nachmittag in Bergen tüchtigen Kampf mit achtbaren Gegnern, welche die nationalliberale Partei towie die„großen" mit Blut erkauften„Errungenschaften" verthei- digten. Wir vermochten von den freiheitlichen Rechten nichts zu finden und konnten mit Leichtigkeit unter dem Jubel der Zuhörer unsre Prinzipien verfechten. Abends waren in Neustadt dieselben Gegner, und hier erhielten wir schließlich deren Zustimmung in mehreren Punkten, nur sollten wir langsamer zum Ziele schreiten; Bebel zollten sie allgemeine Anerkennung. Noch etwa« Grobgeschütz gab es daselbst in Person des dorttgen Einwohners Eulitz, früher GenSdarm in Reichenbach, welchcm eS kurz nach Beginn der Ver- sammlung zu kalt wurde im Saale, obwohl er an der Thüre mit Anderen laut zu reden anfing. Wir hießen ihn gehen, was ihm nicht passen wollte, bis er durch den allgemeinen Unwillen ge- zwungen sich entfernte. Zu beklagen ist, daß die Einberufung mit großen Schwierigkeiten verknüpft ist, da vielmals die Behörde nicht nur ein Gemeindemitglied vom Orte der Versammlung an- gezeigt wissen, sondern dasselbe sehen und sprechen will. Rob. Poller. Rob. Müller. Königsberg, 26. Dezember. Mittwoch den 17. Dez. fand im hiesigen Schützenhause eine Versammlung der„sozialpolitischen Partei" statt; d. h. die Vorsitzenden der hiesigen OrtSvereine hatten sich diesen Namen beigelegt in der Erwarwng, daß ihre BercinS- mitglieder auf diesen Köder zu Gunsten der Fortschrittspartei an- beißen würden. Dem geschah aber nicht so, obgleich die hiesige Fortschrittspartei sich den Schankwirth Andrcak aus Berlin zu diesem Zwecke herbestellt hatte. In der betr. Versammlung waren unsre Parteigenossen in der Majorität, ttotzdem wurde Blank Vorfitzender, weil dieser als Einberufer die Stimmen durch einige seiner Leute zählen ließ und herausrechnete, daß er mit 117 gegen 70 gewählt sei, ttotzdem daß etwa 3— 400 Mann anwesend waren. AndreakS Rede machte nicht den geringsten Eindruck, er schimpfte riesig auf die Sozialdemokraten, hatte dabei aber immer nur die Hasencleverianer im Auge und deren Tölkeleien. Darauf meldete sich, nachdem noch einige der Unsrigen gesprochen, Max Herbiz zum Worte. Derselbe mußte von der Tribüne sprechen und wurde von der ganzen Versammlung mit Acclamation empfangen. Er legte den Unterschied zwischen den Hasencleverianern und unserer Partei auseinander, machte Andreak noch auf verschiedene Wider- sprüche in seiner Rede aufmerksam, wogegen sich dieser vergeblich zu vcrtheidigen suchte. Die Rede HerbigS wurde mit allgemeinem Beifall, fast mit Begeisterung aufgenommen. Zum Schutze An- dreaks hatte Niemand das Wort ergriffen. Die„sozial-politifche Partei" hat sich unter die Fittigc der invaliden fortschrittlichen WahlcomitvS zurückgezogen. Andreak reist in der Provinz herum und sucht da, wo er keine Gegner findet, seine Schimpfereien gegen die Sozialdemokraten an cen Mann zu bringen. BemetkenSwerth aber natürlich ist eS, daß unsere Hartung'schc Zeitung, die übrigens dieselbe Taktik gegen uns befolgt wie An- drcak, erst eine Woche nach der Versammlung eine kurze„Todes- anzeige" derselben brachte, während sie vorher viel von dieser „sozialpolitischen Partei" zu rühmen hatte. Die Einberufer dieser Versammlung hatten nur 4 Thlr.�für daS Local zu zahlen, während wir stets 10 Thlr. geben müssen. Unsere größeren Versammlungen im Kneiphös'schen Gemeindegarten kosten uns jedesmal 3 Thlr. Localmiethe, während die Ortsvereine, bei viel geringerem Bierausschank, gar nichts für dasselbe Local zu bezahlen haben! Wir haben hier mit den größte» pekuniären Miß- ständen zu kämpfeu, und deshalb ist es zu entschuldigen, wenn wir unfern Parteipflichten nicht prompt genug nachgekommen sind. Unsere öffentliche Parteiversammlung am Montag den 22. c. wurde polizeilich aufgelöst, weil Arbeiter Schreiber, der sich vor Kurzem in unsere Partei einzeichnen ließ, gegen die Dynastien im Allgemeinen sprach. Derselbe ist gleich TagS darauf in Haft genommen worden. Wiesbaden, 28. Dezember. Die Wahlbewegung entfaltet sich in immer größerem Maßstabe, es werden Versammlungen auf Versammlungen bei der Landbevölkerung wie auch in den Städtchen und Hierselbst abgehalten. So kamen wir mn zweiten Weihnachts- feiertage nach Oestrich und Mittelheim, Winkel(Rheinzau) und hielten daselbst Nachmittags 3 Uhr eine Wählerversammlung ab, bei welcher der von unS aufgestellte VolkScandidat fein politisches Programm entfaltete und ihm mehrmals Beifall gezollt wurde. ES wurden, nachdem er gesprochen, die Gegner, welche auai vertreten waren, aufgefordert, ihn zu interpelliren und trotzdent die- selben noch einige mal aufgefordert, blieben ste dennoch stumm und der Candidat wurde von der Majorität angenommen. Samstag den 27. Dez. hielten wir in Bibrich eine Versammlung, dort war vorläufig wenig zu holen, denn die Schulze- Delitz'schen Bildungs- und Consumvereine dominiren an dieseui Orte, welche auch ihre wahre Bildung bewiesen haben durch ihren Tumult und die Unruhe. Ein weiterer Bericht von unserm Kandidaten Herrn I. M. Hirsch in Mainz, welcher daselbst in Bibrich referirte, wird diesen Scandal ausführlich zur ewigen Berdammniß der Bildungs- vereine und ihrer Führer noch näher erläutern. Am Sonntag hielten wir in Schierstem eine Versammlung ab, welche sehr fia,k besucht war; hier waren wenigstens keine Tumultuanten oder Ver- bildungsvereinler, und wurde bei der Abstimmung unser Hirsch einstimmig als Candidat angenommen. Es sprach in dieser Ber- sammlung noch ein gewisser Heinemann aus Mainz, welcher den preußischen Musterstaat unbedeutend angriff, was die überwachende Behörde veranlaßt-, die Versammlung aufzulösen. Wir machten dann nach Wiesbaden und hielten da in einem von lauter Arbeiter bewohnenden Stadttheil zVorstadt) eine Versammlung ab. wobei immer unser Candidat Hirsch selbst referirte. Hier entwickelte er sein politisches Programm wie bisher immer in eingehender Weife und legte den Arbeitern hier meistens durch Zahlen klar, wie sehr sie gedrückt sind und auch hier wurde derselbe bei emer stark ver- ttetcnen Zahl von Arbeitern ohne Interpellation einstimmig ange- nommen. Am 1. Januar machen wir wieder weiter und halten Nachmittags 3 Uhr in RüdeSheim und Abends 7 Uhr in Erbach eine Versammlung. Auf Wunsch von S.'Hofmann au» Plagwitz ist der vorigen Quittu folgende Fassung zu geben: von der Genossenschaft der Glaser tn Leipj durch Hofmaou in Plagwitz Liste 298, Thlr. 4 2 5. Mt sozialdemokratischem Groß H. Benneke Kasstrer, kleiner Schäfertamp 84. Hamburg, 26. Dez. 1873. Reichstagswahlfond. 8. Deckert hier 10 Gr.. v. N.®. G. W. W. B. M. S. in Thor berg Thlr. 1 5. Bei der Sylvefierfeier iu der Schirmeister'schen R< stauration gesammelt 1 st. bsterr._ « ! ■« An die Parteigenossen! Für dm Wahlfoud ging serner ein: Bon Radeberg durch F. Mühham Thlr. 1 3; v. Heddernheim d. Engelhardt, gesammelt von I. Kitz 2 Thlr. und v. A. Senf Gr. 17 3; Erfurt d. W. Bohre« Liste 11 u. 12 Thlr. 3 8 6; Crimmitschau d. Mehlhorn von der Gewerkschaft der Manufaktur-, Fabrik- u. Handarbeiter I. Rate 30 Thlr.; Altona d. Somaim, v. d. Gewerkschaft der Holzarbeiter 1. Rate 50 Thlr.; Darmstadt d. Fluchtmann v. P. S. Thlr. 1 12 10; Aachen d. I. Marx 3 Thlr.; Agg. d. Schneiderverein d. C. Lutolph, Braun- schweig 25 Thlr.; Heidelberg d. Nethiug 3 Thlr.; Zürich d. C. Harer, vom Deklamatorischen Club de» DeMschm Verein« 20 Thlr.; Godram« stein d. E. Mohl Thlr. 3 20; Gelenan d. E. B. Rmter Lifte 115, 18 Gr.; Forst d. K. Urban Thlr. 2 20; Leipzig«. C. 5 Tblr.;-Lübeck d. Luster- mann Liste 381 u. 385, Thlr. 3 15; Wand«beck d. Kölln Thlr. 3 15; Gotha d. W. Bock, von der Gewerkschaft der Schuhmacher 20 Thlr.; Zwickau d. Hofmann 3 Thlr.; Stade d. Wildstake Tblr. 4 6; Frank- surt a. M. d. Kalb 1. Rate 8 Thlr.; Hannover d. Wewand Liste 328, 1 Thlr.; Schwabing d. Grmßling r Thlr.; Brackwede d. Niedermeyer Thlr. 3 2; Gießen d. Orbtg Liste 133 u. 135, Thlr. 2 18 10; Hilde«- heim d. T. Kaiser Thlr. 1 13; Mylau d. Reichelt sen Thlr. 4 27 4; Cöln d. Klüßendorf 3 Thlr.; Hainichen d. Hosemann Thlr. 2 16; Quedlinburg d. Topf Liste 5v4, Gr. 28 3: Dortmund v. B. Schulze u. Kretzschmar 1 Thlr.; Frohburg d. Kästner 1 Thlr. u. 1 Thlr. freiwillig z. Pacteikasse. vv SD Brieflasten der Redaktion: H. G. in Frankfurt: Sie haben un« nicht richt verstandm. Wir habm H. schon sehr scharf angegriffen. Der Artikel vo G. ist aber kein Angriff, sondern nur eine kurze Abhandlung über G schichtsphilosphie. Th. K. in Frankfurt: Mr haben die angeführi Gründe gegen B schon geltend gemacht. Ceutralwahlcomit« in Siofl' berg: Wird besorgt. R in USheinen: Besten Dank. Der Beitrag ist de Ausschuß übersendet. Die sämmtlichen eingefandtm Auflösungen d Räthsel« im letzten„Erzähler" sind richtig. � Wir ersuchen die Parieigmossen, von jetzt ab die Wahlagitation«- ur« Stimmungsberichte so kurz als möglich zu fassen, da wir dieselbt bei der großen Anhäufung vo» Material sonst nicht mehr vor der Wah zum Abdruck bringen können. der Expedition: I. B. Hrim Mainz Ab. 4. Qu. Tlhr. 8 2 Wls hier Ab. 1. Qu. 1« Gr. Rsch Frankenberg Ag.-Nr. 1 Thlr. Rbuf Berlin Schr. 5 Gr. A. Frzl Aussig Ab. 1 Qu. 2 Thlr. Wbrchtsü Cilli Ab. 1 Qu. Thlr. 1 21. Litr. Bercin Augsburg An. 5 Gr., ArbJ Partei das. 6 Gr. Endr« hier Ab. 1. Qu. Gr. 17 5. Rdtk Königs«�. Ab. 4. Qu. 5 Thlr. R«lr Markersdorf Ag.-Nr. 10 Gr. Khlr Zwickar� An. 10 Gr. Plm Siegburg Schr. Thlr. 16 5 Hss. Erfurt Ab. Detjrti 6 Thlr. Urb. Forste Ab. 4. Qu. Thlr. 4 3 5. Gnthr Großmhail s 1 in c-4!� r Schr. Thlr. 3 4 5. Drolr Luck-nwalde Schr. Thlr 2 4 4. Mrkl MylaA,/ Schr. Gr. 19 4. Albrcht hier Ab. 6 Gr. Schdlbr Teplitz Ab. 1 QirJ-J Thlr. 1 4. Fachver. d. Holzarb. Linz Ab. 1. Qu. Thlr. 1 21. Frwlar'ff Markirch Ab. 4. Qu. Tblr. 1 5 Hchgrtl Cöln Ab. 4� Qu. 1 Thlr Thrbch hier Schr. Tblr. 2 19. Markovic Pvncsowa Ab. 1. Qu. Thlr. i Neuhaus Schr. 7 Gr. Dnel Friedersdorf Schr. 7 Gr. Zpp. Altenbrg An. 7 Gr. Schmdt Füufkirchen Ab. 1. Qu. Thlr. 1 21. Schwrzgr Wien Ab. 1. Qu. 2 Thlr. A. Grblr Speyer Schr. Thlr. 1 17. Fi Nbrhrn Eßlingen Ab 4. Qu. Thlr. 17 25. Arb.-Bild.-Berein Neun« kirchen Ab. 1. Qu. Thlr. 1 21. Stj. llzrintc AltgradiSka Ab) 1. Qu; Thlr. 1 4. Pl Straßourz Ab. Nov. u. Dec. 24 Gr. »erichtigung. Im letzten„Bolksstaat-Erzähler", muß e« zu Anfang des erstm Absatzes der dritten Seite heißm:„Sie haben gewiß rech!. (statt nicht) lange über diese Verhältnisse nachgedacht, Herr Henng". Iwil Altona Gereerkschaft der Hoezarbeiter... Sonntag, den 4. Januar 1874, Generalversammlung?� Nachmittag« 3 Uhr, im Schumacher-AmtShau«, große Bergstraße. Wegen wichtigen Angelegenheiten werden hierdurch besonder» diDyf Hamburger Mtglteder eingeladen. H, Somanu. Berlin Gewerkschaft der Holzarbeiter. Wir bringen hindurch zur Kenntniß, daß Herr G. Lemkes Simionpr. 25, 4 Treppen al« Bevollmächtigter gewählt worden ist. Ihre Annonce kam zu spät, iklisnntii! Bereinigte Gewerkschaften. Den Vorsitzenden, al« den Mitgliedern sämmtlicher hier bestehendm Gewerkschaften al«: Metallarbeiter, Former-Fach« verein, Holzarbeiter, Bauhaudwerker, Manufaktur-, Fabrist u. Handarbeiter, Schuhmacher u. Sch»eidir, diene hiermit zuri —-----------——------------... Kentnißnabme, daß sich das Verkehrslokal von nun an in dem eigen zu diesen Zwecke gemietheten Lokale: Poststraße Nr. 34 parterre befindet dasselbe zu jeder Tageszeit geöffnet und Gewerksgenoffe C. H. Hickethiefi al« Verwalter sungirt. Der Bevollm.: C. I. Wolf.(3a.) Oeffentliche Versammlung der Klempuer und £>illUUUrg»erwandien BerusSgeuossen. Montag, den 5. Januar, Abend« 81'2 Uhr, in Tüige« kleinen Saal. find T.-O.: 1) Gesetze zum Schutz und Schaden der Arbeiter. Referent:>eu A. Geib. 2) Unsere Organisation. Der Bevollmächtigte. Int trat Urtihttrr Gewerkschaft der Holzarbeiter. .„T?1? � Sonnabend, d. 3.', Abends Punkt 8 Uhr, AuSschußfitzungibre bei Zetdler.— Bon 9 Uhr an, können die Mitglieder Mitgliederbeiträzefine abstempeln lassen._' � tun Gewerkschaft«- Versammlung, der Reichstagswahl wegen, erst denfi,. 7. Januar. Die» zur Beachtung. D. B. Montag, d. 5. Januar, Abends halb 9 Nhr�j lllbMMI; Volksversammlung in der Tonhalle daselbst. i* Tagesordnung: Die RetchStagSwahl. Das Comite. Herr Hermann Scheidhauer, Feilenhaner au« Schneeberg, ersuche ich seine jetzige Adresse an mich gelangen zu lassen, da ich ihm eine»,. wichtige Mittheilung zu machen hqbe. München. Konrad Jäger, Sendlingerlaadstraße 38 8.»-> — stuö Hochwichtig für Herren-Schneider. � Das Lehr- Institut für Herrenschneider in Radeberg hei Dresden ssre beginnt seinen Carsos Anfang jannar 1874. lue Unterricht im Uaassnehmen und Zuschneiden nach der rühmlichst tzri bekannten Methode des Herrn F. A. Mayer, verbunden mit Buch-»Q führnng, Correspondenz etc. � Tzchncke A Mayer, r Prospekte gratis.(6t8.) � Zur Waßl-Agitation. Die zweit« Auslage der Schrift Die parlamentarische Thätigkeit des Deutschen Keichstnges und der Imdtnge| und die Sozial-Demokratie ist soeben erschienen und sür D/. Sgr. zu haben. Um die weiteste Verbreitung diese« werthvollen Schristcheu« zu f ermöglichen, liefern wir gegen Einsendung de» Betrag»»derj gegen Postnachnahme 30 Stck. für 1 Thlr. n. s. w. bei nnfrankirter, Zusendung.—, jM- Der tn erster Auflage enthaltene„Anhang" ist in der zweiten Auflage nicht abgedruckt. Diejenigen, welche noch Exemplare der ersten Auflag« auf Lager haben,, wollen solche nur gegen dm ursprünglichw Preis abgebm, andernfalls dieselben schnellstens, spätestens aber bi« 1. Januar an un» zurückfmdm. Ferner empfehlm wir, als zur Agitation iu hohem Grade geeignet: Zu Hruh und Schuh. Bortrag von Wilh. Liebknecht. 4. Auflage. Preis 2 Ngr. Die Expedition des„Nolksstaat'fi Le'pzig: Kerantwl Redakteur: M. Preißer.(Redaktion n. Expedition Zettzerstr 44.) Druck nnd Verlag der Seiwffmschastsbuchdrnckeret.