� Erscheint h ftipfa "W Ikittwoch,Fr«»t«z,«onnt«g. Bestellungen nehmen an alle 64. PostanstaUen u. Buchhand. dmgen d«S In- u.Busl ande». - Gikial-Expeditianen für die Bereinigten Staaten: THmi F.A. Sarge, Box 101 Hobokea, N. J, ÜBm, Lueder», «09 Hayttr. Chicago, JH. Peter Haft, R. W. Coner Third xsd itr. PküodelpUa, Jlbsnatmrt!t?p'.di: Kür Preußen incl Siempel steuer Ül�/j Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. Manala-Adanuemeut» «erden bei allen Deutschen Postanstalten auf den Lten u. Zten Monat und auf den 3 Int Monat besonders angenommen, im Kgr. Sachse» ». Hrzth. Sachs.-Altenburg j auf den Iteu Monat ü b>/, Sgr. angenommen. Peter Haß, I■- Hrzch. Sachs.-AIt-iiburg , BW. Coner Thlrd and P_«*?,»uf den Iteu Monat oostes etr. PUlodelpfate. t*'* Sgr. angenommen. »ZvrgandersozialdemolrattschenArbeiterparteiundderwternattonalenGetverksMsfsenschasten t de»«»««.»» t>i» Wkluithmti tum Nartei- Knttnd, tmb BolkSverlatnmlunaen lontie die Kilial-lkrveditionen und lanstiae lltartei-Slnoeleaetibeiten betreffend werden mit 1 Kar— Nrinat- und ReranilounaS, i dl - m selb« Wa 2 l llbm chtsi Arb. A»serate, die Abhaltung von Partei-, Lereins- und LollSversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und Bergnügungs- Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Vhv 2 Mittwoch, 7. Januar. 1874. Ädoumments- Einladung. Mit dem 4. Januar beginnt ein neue« Quartal und fordern deßhalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich Degreimal erscheinende Parteiorgan auf. chail Der Preis beträgt 10 Sgr.(50 Kr. rh.) pro Quartal, W�1/» Sgr.(18»d Kr.rh.) pro Monat, w Preußen mcl. Stem- ''" euer 211/a Sgr. f.J mke z«r( zen thierl 3 a.) rtol— Thlr. Alle deutsche Postanstalten nehmen Abonnements entgegen. hlr. i Denjenigen Abonnentm, welche das Blatt per Kreuzband �"beziehen, wird dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender �Peise berechnet- für Deutschland 1 Thlr. b Ngr.(2 fl. 3 kr. rh.); ffit die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavien und Italien 1 Thlr 10 Ngr.(S Frcs.); für Frankreich, die Niederlande, Portugal, Großbritannien, Rumänien und die Türkei 1 Thlr. 20 Ngr.(e1/« FrS.); für Spanien und für Amerika 2 Thlr. Für Leipzig und Umgegend ist der Abonnementspreis lit Bringerlohn) auf 171/« Ngr. pro Quartal und 6 Ngr. Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition lung�icseS Blattes, Zeitzerstraße 44, und bei Eolporteur Müller, die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: für »lkmarSdorf, Reudnitz, Reuschönefeld:c. bei O. Stclzer, Reudnitz, Kapellengasse 11, 2 Tr., für Plagwitz und Lin- ic. bei Frau Hohe, Roßmarkt Nr. 9, in Lindenau, für nnewitz ic. bei Teubert, Bornaische Straße 197, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst, für Thonberg bei Horn, Hauptstr. Nr. 96, für Stötteritz lcheqei O. Richter. Brill Der AbonnementSbitrag ist bei Bestellung zu entrichten. Z«r Landstage. Ii. Verweilen wir bloß bei dieser letzteren Ziffer. ES wird wohl Riimavd bestreiten, daß 400 Thlr. da< Muumum ist, dessen eine aal�amilie bedarf, um halbwegs austävdig zu lebe». Freilich Millio- ent.nen— und die Arbeüetbtvölteruug EachsenS und der übrigen e. Iudufiriebezirke Sachsens gehört größtentheils in diese Zahl— wären sehr froh, wenn sie 300— 400 Thlr. jährlich für sich und uugihre Familien hätten; allein, wer eine Vorstellung davon hat, waS rägeeme Familie sich für 400 Thlr. jähilich beschaffen kauo, wird auch zugeben muffen, daß et auch nur den allerbescheidensten Anforde- ruugen genügt, daß et nur knappsten», nur uolhdürftigst zur Bc- k�friedigung der dringendsten Betürsniffe eines civilisirten Mcuschen �zureicht, und daß eine Familie, die noch unter diese» Niveau ge- wird, unmöglich gesnude Nahrung, Kleidung, Wohnung er- . Owingen, Reinlichkeit beobachten, und für eine menschenwürdige ithuug der Kinder sorgen kann. Und über fünf Sechstel der Gesammtbevölkerung revßen« sind unter diese» Niveau gedrückt! Sind— denn die Berechnungen Lassave'S, obgleich vor acht Ähren auf Grund der damals zugänglichen Daten gemacht, treffen ich für die Gegenwatt zu; und sollten sie etwa nicht mehr ganz treffen, dann bloß deshalb, weil die Lage der unteren und mitt- ren Klaffen sich in dem letzte» Jahrzehnt wesentlich verschlim- inert und die Zahl der im behaglichen Wohlstand lebenden,»weder cksturmen noch reichen Leute" in Stadt und Land bedeutend abge» °�vvmme» hat und täglich abnimmt.*) Und wende mau auch Vicht ein, die Berechnung gelte ja bloß sür da» Preußen vor �.ber Anuection, d. i. nur sür die kleinere Hälfte von Deuffchland. —-Und wen» dem so wäre, und wenn im übttgen Deutschland in Wirklichkeit bessere Zustände herrschten— e« wäre schon schlimm tevug. Aber nicht einmal dieser traurige Trost hält Stich vor er Kritik. Schon vor der Annectiou umfaßte Preußen Landstriche der»erschiedensten Eulturstufeu in Bezog auf Industrie und Acker- bau, und bot auf diese Weise ein treues Bild de» gefammteu Teutschland« dar. Sind auch andere deutsche Staaten, nach der relativen Bevölkerungsziffer betrachtet, ans industriellem Gebiet vor Preuße» vorau», wie z. B. Sachsen, so ist damit nicht gesagt, daß « solchen Staate» günstigere Berhältniffe obwalten; von Sachsen z» speziel ist entschiede» da« Geaentheil richtig— eise so arme Be- >tc»älter»«g wie in sächsischen Erzgebirge und Boigtland finden wir, ttr bifftr i» Schlesien, i» ganz Preußen nicht. Genug: wir können »it Fug»nd Recht annehmen» daß die preußischen Ziffern im Wesentlichen anch für da« übrig« Deutschland gelten, und daß � Deutschland somit aus je 100 Familien L« zählt, deren ll, BermögenSverhältnisst die Möglichkeit einer menschen- sn. würdigen Existenz ausschließen. Bon diesen LS pCt. fällt über, da in Deutschland die ländliche Bevölkerung bei weitem, im ' Berhältniß von nahezu 2 zu l, die städtische überwiegt, die bei Weitem größere Hälft«, beinahe zwei Drittheilt, auf da» »nd.— i Ließe der Mangel einer genauen Statistik, vor der die Rc- lUrnngen vnd herrschenden Klassen in Deutschland eine ganz ab- � sonderliche Scheu haben,— als ob das Elend sich dadurch ent» ''n*) Die im Jahre 1873 von dem preußischen MnanMiniffer»er- »nilichten Tabellen bestätigen dieS. uche eine den fernen ließe, daß man die Augen zuschließt— noch irgend einen Zweifel auskommen, so muß derselbe vor der zweiten»häßlichen Thatsache" verschwinden, welche sich tagtäglich unserem Blick au' drängt, von der wir tagtäglich in den Zeitungen lesen, und d wir tagtäglich mit Händen greifen können, wenn wir an die großen Heerstraßen des LöikerverkehrS gehen: die Auswanderung Großbritannien, namentlich Irland, dessen mittelalterliche Boden- kultur mit kleinen Pachtgütcrn von dem englischen Großackcrbau ausgetilgt wird, stellt daS größte Contingcnt zu der Armee von Europomüden, die aus der allen Welt in die neue flieheu, um sich zu retten vor dem grausamen Wolf Hunger, der sie mit seinen unerbittlichen Zähnen zu zerfleischen droht. Nächst Großbritannien ist es Deutschland, da» diesem Heer der Hurgerflücht- linge die meisten Rekruten liefert. Seit Jahrzehnten rollt, bald sich verengend, bald zu unbeimlicher Breite anschwellend, ein ununterbrochener Strom von Auswanderern, durch Zufluß aus allen Gauen de» BalerlaudeS genährt, über Hamburg, Bremen, Rotterdam, Havre»der grauen Wasserwüste" zu, unaushaltsam vordringend nach dem Lande der Verheißung, der Hoffnung. Die Zeiten der Kreuzzüge scheinen wiedergekehrt: aber nicht einem re° ligiösen Wahvgebild rennt heute daS Boll nach, nicht ein Grab ist'S, waS eS sucht: nicht die ewige Seligkeit im Jenseits, sondern das zeitliche Glück hier auf Erden ist der Magnet, der da« Boll mit unwiderstehlicher Gewalt nach Amerika hinüberzieht, und statt eine« Grab« sucht et bat Leben, frisches, fröhliches Leben, ein Leben ohne Nahrungssorgen, ohne Kasernendienst, ohne Polizei- chikaneu, ohne endlose Cchuhriegelcien von Seiten der Behörden — ein menschenwürdiges Leben, mit»Ellbogenraum": unbeschränk- ter Freiheit der Bewegung— die Aussicht auf genügendes AuS- kommen, die Kinder nicht in den besten Jahren zu TödtungS- Maschinen gemacht, keine Furcht vor Amtmann, vor Landrath— ein freie« Leben, ein Leben der Freiheit unter dem Sternenbanner der großen Republik! Nicht Alle, die hinübereilen, finden die Berwirklichung ihrer Wünsche: aber besser wie hier finden sie'« in den meisten Fällen. Und betrachten wir uns nun den Strom der AuSwandrer. AuS welchen Elementen etzt er sich zusammen? Bewohner der Städte find verhältnißmäßig sehr selten; für den Mann der sogenannten »gebildeten Stände", für den«Studitten" ist Amerika nicht da» Land; dott, wo der Kampf mit der Natur noch in seinen ersten Stadien steht, braucht man Menschen mit gesunden Gliedern, starken, arbeitsgewohnten Händen. Die Proletatier der Städte sind zu sehr ausgesogen von dem Kapital, al« daß sie, trotz der Schulze'schen Spar» ezepte, sich da« nöthige Ueberfahrgeld ersparen könnten; und da««len bürgcrlhum wiegt sich noch zu sehr in Illusionen über seine hoffrungSlose Lage, um leicht zu dem letzten Mittel der Auswanderung zu schreiten. DaS Land ist eS, daS die überwältigende Mehrzahl dieser modernen Kreuzfahrer stellt; das Land ist eS, dessen Söhne und Töchter sich losreißen von der undankbaren Eide und ihr für immer den Rücken kehren. Warum? „O sprecht, warum zieht ihr von danneu? Da» Neckarthal hat Wem und Korn, Der Sckwarzwald steht voll finstrer Tannen, Im Speffart klingt des Aelplers Horn."*) »O sprecht: warum zieht ihr von danneu?" Der Dichter hat nur gefragt, nicht die Antwort gegeben. Bcrmuthlich, weil sie sich von selbst gibt. Warum sie von bannen zichn? Wohl hat daS Neckarihal Wein und Korn, aber von dcm Wein kommt nur was zu schlecht ist auf den Tisch des Weinbauers, und von dem Erlös für das Korn de« GetreidebauerS geht da« Meiste in die Taschen deS HhpoihekengläubigerS. WaS nützen dem oberländer Landmaun»de« Schwarzwalds finstere Tannen"? Sic beherbergen nur das Wild, da« seine Saaten auffrißt; und haut er sich zur Winterseuerung einen Ast ab von den»finsteren Tannen", so muß er gewärtig sein, als Forstfrevler in« Gefängniß gesteckt und stiner bürgerlichen Ehrenrechte beraubt zu werden. Und»de« Aelpler» Ho> n" im Spessatt mag sehr romantisch dem VergnügungSretsendeu Itingen, der die prachtvolle Wald- und Berglandschaft bewundert, dem unglücklichen Bauer de« Speffart klingt'S aber wie bittrer Hohn aus sein elende« freudloses Dasein. Schön ist'S auch ander- wätt« auf der deutschen Erde.„Die Welt ist vollkommmen über- all", sagt der Dichter, vergißt jedoch nicht beizufügen:»Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual." Und wo ist der Ott in uufetm schönen vaterlaude, wo der Mensch mit seiner Qual nicht hingekommen wäre? Mit seiner Qual, da« heißt mit seineu unnatürlichen, ungerechten Staat«- und GeftllschastSeinrichwugen, welche den fleißigen Manu der Arbeit zu Boden drücken und dem Müßiggänger da« goldne Ecepter der Macht im sozialen«nd politischen Reicht verleihen, den Genuß im umgekehrten Bethältviß zur Arbeit gewähren, Dem, rer am weutgsteu arbeitet, den meisten, Dem, der am meisten arbeitet, den wenigsten Genuß? Wie, und diese Landbevölkerung, die in hellen Hansen weg- zieht von HauS und Hof, weil die Hcimaih ihr die Eisülluug de« bescheidensten Glücksideal« zur Unmöglichkeit macht, die mit Frau vnd Kind den Boden verläßt, weiten ihr, ihrer Bäter»nd ihrer Vorfahren Schweiß seit Jahrtausenden gedüngt hat; die au« dcm Lande ihrer Geburt fortzieht in eine vngewisie Zukunft, in ein fremde« Land, dessen Sprache unverständlich an« deutsche Ohr hallt— diese iandbevölkerung sollte in uns Sozialdemokraten, die wir in Deutschland die neue Welt zu begründen, die wir *) Freiligrath, in seinem Gedicht:»Die Auswandrer". Deutschland zum wohnlichen Aufenthalt zu machen fire- den, ihre Feinde erblicken? Seit wann haßt der Kranke den Arzt, der ihm Heilung bringt? Seit wann der Unglückliche den Freund, der ihm die helfende Hand reicht? Sind wir hasscnSwerth, die wir dem at bettenden Manne auf dem Lande wie in der Stadt ein menschenwürdige« Dasein zu sichern bemüht sind? Oder muß sich nicht vielmehr der Haß unserer Landbevölkerung gegen die Zustände richten, au« denen ihr, eine winzige Minorität abge- rechnet, nur Ungemach, Noch und Elend erwächst? Zustände, welche der Arbeit den Fluch der Armuth aufgebrannt und dem Müßig- gang den Genuß zum Begleiter gegeben haben? Statt die Faust brudermörderisch, selbstmörderisch gegen un« zu erheben, möge da« arbeitende Volk de» Lande« die Hand ergreifen, welche da» arbei- tende Volk der Städte ihnen hinhält, und vereint mit ihm die neue Welt in der alten herstellen. Keine Auswanderung mehr! Ju Deutschland liegt unser Amerika. Kennt Ihr das Lied de« deutschen Dichter«?*) Jenseits der grünen Wasserwüfie* Wie liegt die Zukunft winkend da! Eine grüne lachende Küste Ein geahnet Amerika! Und ob auch hoch die Waffer springen, Ob auch Sandbank un« droht und Riff: Ein erprobt und verwegen Schiff, Wird den Muth'gen hinüberbringen. Frisch auf denn, springt hinein! Frisch auf da« Deck bemannt! Stoßt ab! Stoßt ab! Kühn durch den Sturm! Sucht Land und ffndet Land! Ihr ftagt erstaunt: wie mag c« heißen? Da«»probte Schiff, et heißt allhie, In Oesterreich wie in Preußen: Sozialdemokratie.*� E« ist die einzig richtige Fähre— Drum in See, du kecker Pirat!— Drum in See und kapre den Staat, Die verfaulte schnöde Galeere! Frisch ans u. s. w. O stolzer Tag, wenn solche Siege Das Schiff de» Volke« sich erstritt! Wenn, zu Boden segelnd die Lüge, Zum ersehnten Gestade e« glitt! Zum grünen Strand der neuen Erde, Wo die Freiheit herrscht und da« Recht, Wo kein Armer stöhnt und kein Knecht, Wo sich selber Hirt ist die Herde! Frisch auf u. s. w. Wo nur der Eintracht Fahnen weh'n, Wo un« kein Hader mehr zerstllckt! Wo der Mensch von der Menschheit Höh'n Unenterbt durch die Schöpfung blickt! O neue Welt, nach Sturm und Fehde, Wie erquickt un« bald deine Ruh'! Alle Herzen pochen dir zu— Und der Bra> der liegt auf der Rhede! Frisch auf, denn, springt hinein! Frisch auf, da» Deck bemannt! Stoßt ab! Stoßt ab! Kühn durch den Sturm! Sucht Land und findet Land! ') Freiligrath« I Zu fingen nach der Meledie der Marseillaise. **j Der Hr. Staatsauwalt wird die kleine Poetisch« Freiheit entschnl- digen, die wir nn« hier genommen haben; der Spaß au Hochverrath»- projtsse» wird ihm ja wohl»ergangen sei». „MilitsirischeS Menscht«material." Ein Arzt schreibt un«:»Mit welcher Flüchtigkeit bei den Militär- Aushebungen von den Militärärzten verfahren wird, ist Jedem bekannt. Ein flüchtiger Blick, ein paar leichte Schläge mit dem gekrümmten Zeigefinger gegen die vielleicht etwa« flache Brust und höchstens noch du Frage: Haben Sie einep Fehler? genüge» für die militärischen Nachfolger de« HippokrateS, um über da« »Wohl" oder richtiger da«»Wehe" eine« Menschen für die nächsten fünf Jahre zu diSpooiren, Daher kommt es denn, daß so viele von den Militärärzten für gesund erklärte Leute zu Grunde geheu, � i)— mm'BT und daß die Stnblichkett, selbst' in FriedenSzeite», beim Militär eine über die Gebühr große ist. Ein beigebrachtes Attest de« Civilarzte« hat nach§ 74 der Ersatz- Instruction keine Gül- tigkeit; e« braucht keine Rüiksicht darauf genommen zu werde». <5«' genügt, wenn der Stabsarzt, welcher einen Zeitraum vou ein uud neun zehntel Minuten zur Untersuchung verwenden kann, da er durchschnittlich an einem Tage 200— 360 Manu unter- sucht, und der Oberstabsarzt, der nur ein upd acht hundert- fiel Minute dazu Zeit hat, einen Mann für gesund erkläre». Da« ist nicht etwa au« der Luft gegriffen, sondern steht deutlich gedruckt in einem Buche de» OberstabSarztS Kratz in Tilsit, welches in diesem Jahre bei Enke in Erlangen unter dem Titel »Rekiutirung und Jnvalidistruna" erschien. Herr Kratz bittachtet in diesem Buche sich vnd seine College» als»ökonomische Berwal- ter des milttärifcheu Menschenmaterials." Welche widerliche Rohheit au« dem Munde eines Arzte«! Man sollte fast meinen, al« seien die Milttä, ätzte von den Fortschritten der medicinischen Wiffenschest nicht berührt worden, denn daß bei einzelnen Lernen Stunden dazu gehören, um über Gesundheit und Krankheit klar zu werden, da« ist auch jedem Richlarzte bekannt. .inatuni erpeot pq acev rtm Ärzi un» averhäapi das gefammte Boll nicht gegen diese Masseuuntersuchungen und dringt auf Be- seitigung jenes Paragraphen in der Militär- Ersatz- Instruction, welcher auf civilärztliche Atteste Ritckstcht zu nehmen verbietet? Nach unserer Meinung müßte ei« civilärztliches Attest gerade Ber- anlassung sein, den Betreffenden nicht bloß ein Mal �enau zu untersuchen, sondern ihn fortgesetzt zu beobachten, wie dies jeder LebenSversicherungSarzt in zweifelhaften Fällea thut. In Staaten natürlich, wo der privilcgirte Massenmord als ultima ratio Recht spricht, da kann eS auf etliche Tausende von Menschenleben, die zu schwach oder mit Gebrechen behastet waren, welche dem militär- ärztlichen Scharfblick entgingen, nicht ankommen. Das Proletariat sorgt der bürgerlichen Zweikinder-Ehe gegenüber ja stets für den erforderlichen Nachwuchs." Soweit unser Gewährsmann. Wenn er fragt, warum sich das Boll nicht gegen eine solche Wirthschaft erhebt, so können wir ihm leicht darauf die Antwort geben. DaS Volk erhebt sich gegen den § 17 der Ersatz- Instruction, sowie gegen Maffenuntersuchungen auS demselben Grunde nicht, auS welchem e» das ganze ungeheure Militärjoch zur Zeit ruhig erträgt, aus demselben Grunde nicht, au» dem eS duldet, daß eine kleine Minorität, ein- Coalition von Dieben und Spitzbuben, die Erträgnisse seine» Schweiße« ver- jubelt und verschwelgt, während e» selbst den Mangel und den Hohn obendrein hat, während ihm Tag und Nacht die blasse Roth in's Antlitz grinSt. DaS Volk kennt seine Klassenlage noch nicht; ist es einmal so weit gekommen, dann werden wir von Dingen hören, von welchen sich Ersatz-Instructoren und leichtsinnig untersuchende Militärärzte allerding« heute Nichts träumen lassen. weder moralisch noch juristisch die Berurtheilung rechtfertigte; und mit Ausnahme der Richter, welche das Uctheil gesprochen, dürfte eS wohl in ganz Deutschland keinen Juristen— von sonstigen Menschen gar nicht zu reden— gegeben haben, der nicht über daS Urtheil bedenklich den Kopf geschüttelt hätte. Da kam plötzlich die Nachricht, Schütt habe ans die Berufung gegen das llcth eil verzichtet, nad damit indirekt dasselbe für gerecht erklärt. Es klang die» etwas überraschend, um so mehr als es in den ersten Prozeß-richten geheißen hatte, Schütt habe sofort die Berufung angemeldet. Trotzdem erfolgte von keiner Seite her Einspruch, s» daß man wohl oder übel glauben mußte. Jetzt, nachdem jene Nachricht sich 14 Tage lang erhalten, wird auf einmal von Greifs wald« gemeldet,„Schütt habe de« Verzicht auf die Appellation zurückgenommen." Also 1) Appellation; 2) Verzicht auf die Avpcllation; 3) Zurücknahme des Verzicht« auf die Appellation. Wie sind diese sehr auffälligen Widersprüche und Schwankungen zu erklären? Während der Prozeßverhandlungen gegen Schütt kamen gar sonderbare Dinge an den Tag über die urwüchsige Justiz, welche in jenen preußischen Hinterländern geübt wird, wie der patriarchalische Stock dort noch ia voller Macht steht und zur Erpressung von Aussagen nach dem Geschmack der Richter her- halten muß. Sollte etwa der Stock der äeuz ex machina sein, auf dem jene sonst geradezu unerklärlichen Widersprüche und Schwan- knngen zurückzuführen sind? »p Politische Uebersicht. — Hasselmarat verübt im„Neuen" folgenden Silvester- scherz(Nr. 151:„An die Leser des„Neuen Sozialdemokrat"): „Die theoretische Entwicklung der Nationalökonomie(„Blut und Leichen-) und Geschichtsphilosophie(des Geschichtsschrei- bers Tölcke), so trocken dies(was?) auch Manchem erscheinen mag, nahm einen großen Theil des Raumes unsere» Blattes ein, und am Uebrigen(also nicht für die„Nationalökonomie" und„Ge- schichtSphilosophie"?) galt nur die eine Parole: Kampf gegen die Unterdrücker deS Proletariats(Knüppel aus dem Sack gegen die Sozialdemokratie �ind das Bischen VcreinSfreiheit, welches die preußische Polizei nicht selbst antasten mag!). Selbst der Annon- ceutheil kennt keine Gründer- und Schwindelreclame(außer für „Fuselsreie" und Daubitz'sche Schnapsbürgerzeitung!); er ist nichts als ein Spiegel der(snselfmen) Agitation des Allgemeinen deut- scheu Arbeitervereins. Nun wohl, da(wo?) können wir darauf bauen, daß alle unsere Freunde das Blatt lesen, nur um die wich- tige soziale Frage(ist sie wirklich„wichtig" lieber Hasselmarat?) nach jeder Richtung zu durchdenken(mit„Fuselfreicm") und für die Sache der enterbten Menschheit unermüdlich zu streiten(mit Tölcke's Knüppel). Sie(nämlich„unsere Freunde") gehören«nS an(nämlich dem Hassel-, Hasen- und Tölcke-Marat), wie wir ihnen(wir hatten gedacht, die Leibeigenschaft sei in Preußen auf- gehoben; wir sehen, eS war ein Jrrthum); der„Neue Sozial- demokrat" ist einerseits die Brandfackel(Hu! Hu! verkriecht Euch Ihr Bourgeois! Wenn das nicht:» Ia Marat geschrieben ist—), welche in die Pulvertonne des sozialen Elends geschleudert wird(Hu! Hu!! Hu!!!) um(natürlich Staat und Gesellschaft in die Luft zu sprengen? Bei Leibe nicht; Hassel-, Hasen- und Tölcke-Marat ist nicht so— reaktionär und Freund Sticber könnte es auch übel nehmen;) nein um den Zündstoff in der Ar- beiterklafse zu entflammen(eine„Brandfackel"„in die Pul- vertonne deS sozialen Elends geschleudert",„um Zündstoff zu entflammen"— eine köstlichere Antiklimax*) ist wohl nie vollbracht worden! Warum nicht: um mit dem Feuer der explodirenden „Pulvertonne" einen„steifen" Sylvestergrog für Hassel-, Hasen- und Tölcke-Marat zu brauen?); anderseits(das heißt auf der Seite, wo er nicht„Brandfackel" ist) ist er geistig wie materiell Eigenthum der Arbeiterklasse(!!), repräsentirt durch ihre(von Hassel-, Hasen- und Tölcke-Marat) aufgeklärten Mitglieder, durch den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein. An Feinden fehlt es uns nicht. Sind doch gewisse Pa- ragraphen des neuen PreßgesctzentwurfS direkt auf Leit- artikel unsere« Blatt» gemünzt(!!!) und sind für unS doch Prozesse etwas alltägliches(??!!). Aber nimmer soll uns das abhalten, mit der größten Rücksichtslosizkeichü In Marat(kein Druckfehler! Auch keine boshafte Einfügung!) unsere (deS Hassel-, Hasen- und Tölcke-Marat) Sache zu verfechten"-c. Bravo! Paragrapy 20 ist bloS aus den„Neuen" gemünzt. Hassel-, Hasen- und Tölcke-Marat hat„alltäglich" Prozesse— im Mond und macht„alltäglich" die Bekannsschaft der Stadtvoigtei— von Außen, und schreibt dreimal die Woche„mit größter RücksichtS- losigkeit ä Ia Marat"— zu StieberS Vergnügen. In der nämlichen Nummer(im Artikel:„zum Jahresschluß") leistet Hassel-, Hasen- und Tölcke-Marat daS Nachstehende:„Nur ein Feind ist noch zu überwinden, da« ist die Trägheit und persönliche Engherzigkeit so vieler Arbeiter, diese Folge deS sozialen Drucks und der knechtischen Bcrdnmmung. Aber sollten wir Lassalleaner diese» letzte Bollwerk dea Tyrannei nicht erstürmen können, nachdem der Feind auf deni offnen Feld der Debatte uns(v. i. dem Knüppel: der Knüppel, da« bin ich, nämlich Hassel-, Hasen- und Tölcke-Marat) gewichen ist:c." Man weiß nicht, soll man über die Abgeschmacktheit der Phrase mehr lachen, oder sich über die Plumpheit, mit welcher die hofsozialr- stische Pointe enthüllt wird, mehr wundern. Also nur noch Einen Feind haben die Arbeiter zu überwinden: ihre Trägheit und per- sönlichc Engherzigkeit. Zwar ist dieser„Feind" nur„die Folge deS sozialen Drucks und der knechli chen Verdummung", da» heißt der faulen staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen, und nach gewöhnlicher Logik läßt sich die„Folge" blo« dadurch beseitigen, daß die Ursache beseitigt wird, aber nach der Logik de» Hassel-, Hasen- und Tölcke-Marat handelt e» sich ausschließlich um die Bekämpfung der„Folge"— die faulen staatlichen und gesellschaft- lichen Einrichtungen bleiben vollständig auS dem Spiele, was jedenfalls ganz im Interesse der Herren Stieber, Bismarck und auch der Herren Bourgeois ist. So schreibt der„Neue" a ta Marat. — Bekanntlich hat der preußische Minister des Innern, Graf Eulenburg, gegen den„Volksstaat" wegen des Artikels„Die eigentlichen Schulvigen hinter den Coulissen" Strafantrag gestellt. Infolge dessen ist Blo« als Hauptanzeklagter in erster Instanz— welche bekanntlich in Sachsen nach Act der„heiligen Vehme" ge- heim verfährt— zu drei Monaten Gefängniß verartheilt wor- den, während der frühere verantwortliche Revacteur CaSper, vor- behaltlich eines ReinizungseideS, freigesprochen worden ist. Selbstverständlich wird Bios gegen seine Berurtheilung Einspruch erheben. — Unsere Parteigenossen zu Köln haben von Johann Jacoby folgendes Schreiben erhalten: „Königsberg, den 31. Dezember 1373. . Geehrter Herr! Auf Ihr gefälliges Schreiben vom 30. d. M. erwidere ich, daß eine Candidatur für Köln mir von keiner Seite angetragen worden ist, ich auch meinerseits einen solchen Antrag jedenfalls zurückgewiesen haben würde, da es mir bekannt ist, daß die vor- tige sozialdemokratische Arbeiterpartei bereits einen andern Can- didaten aufgestellt hat. Mit demokratischem Brudergruß Ihr Dr. Ioh. Jacoby." Dem gegenüber hört man, daß die bürgerlichen Demokraten Johann Jacoby dennoch als Candidatea aufrecht erhalten wollen. Es ist also klar, daß die Aufstellung Johann Jacoby'S, ohne diesem davon nur Mittheilung zu machen, Nichts weiter ist als ein gegen uns gerichtetes perfides Wahlmanöoer der Herren von der Bolls- Partei. — Fälscher. Mit welchen Mitteln man im Allgemeinen deutschen Arbeiteroerein die Wahlagitation betreibt, gebt daraus hervor, daß im Wahlkreis Hanau, wo Richter aus Hrnnover, der bekannte Agent HaseucleverS, aufgestellt ist, daS Wahlcomits sich als„sozialdemokratische Arbeiterpartei" unterzeichnet. Schämt man sich dort vielleicht schon des NamenS„Allgemeiner deutscher Arbeiterverein"? Oder glaubt man, mit dem Namen unserer Partei mehr Vertrauen zu erringen? Jedenfalls eine sehr bezeichnende Thatsache! Correjpondenzen. Naunhof, 3. Januar. Gelbe Plakate thatea un« gestern kund und zu wissen, daß der„bewährte" Abgeordnete Prof. Dr. Karl Birnbaum auS Plagwitz beabsichtige, sich seinen Wählern„behufs seiner Wiederwahl" vorzustellen. Derselbe erschien auch AbeudS gegen 6'/- Uhr im Versammlungslokale, daS dicht gefüllt und von nahezu 1000 Menschen besetzt war. Alsbald lief durch die Ver- sammelten die schaurige Mähr, daß auS Leipzig Sozialdemo- traten angekommen feien, welche dem Herrn Professor entgegen- zutreten beabsichtigten. Aengstlich steckten die„liberalen" Macher der Versammlung die Kopfe zusammen und vertagten sie endlich aus eine halbe Stunde. Herr Birnbaum, die schwere Prüfung ahnend, die seiner harrte, übersah mit kundigem Bicke daS Schlachtfeld. Daß, sobald er sich auf den Reichstag einließ, die Sozialdemokraten ihn mit dem wuchtigen Anklagematerial, das die Thätigkeit jeneS DebattirclubS bietet, unmöglich machen würden, war mathematisch genau berechnen. Herr Birnbaum ließ daher den Reichstag links l etn und erwähnte desselben mit keinem Worte. Er fchleuderte dagegen eine Stunde lang die albernsten Verdächtigunzen gegen die Sozial- demokratie und besprach das Eisenader Programm, sowie den „Katechismus" BakuninS. Der Herr Professor stellte Behauptungen auf, die einem Schulknaben zu Prügeln vcrholfen hätten. Zum Beispiel meinte er allen Ernstes, es gäbe keine nothleidenden Arbeiter. Alle ökonomischen Begriffe, namentlich die genossen schastliche Idee, stellte er geradezu auf den Kopf. Als er glaubte, die Sozialdemokraten hinreichend bei den anwefeiden Bauern — Sehr auffällig sind die verschiedenen Notizen, welche über den angeblichen Mörder der Anna Böckler seit dessen Ver- urtheilung in Umlauf gesetzt worden sind. Da» Beweismaterial oder richtiger das Belastungsmaterial— denn von Beweisen war nicht entfernt die Rede— auf Grund dessen Schütt vernr- theilt wurde, war so mangelhaft, so vollständig werthlos, daß es *> eiz. umgekehrte Leiter(Kliwax), d. h. groß anfangen und klein aufhören. und Arbeitern verdächtigt zu haben, schloß er. Aber der Herr Professor,„der Mann, der Alle» kann," hatte seine Rechnung ohne den Wirth gemacht. Zuerst entgegnete ihm Stelz er(Neu-Schö- nefeld), der ihn an seiner Thätigkeit im Reichstage packte; der Herr Professor aber erklärte in kurzen Worten, sich darauf„nicht einlassen" zu können. Nun erhielt Ramm(Leipzig) daS Wort, der ganz unverblümt sich freute, den vielbegehrten aber gewöhnlich durch Abwesenheit glänzenden Herrn Professor endlich einmal„vor der Klinge" zu haben und ihn alsbald über dieselbe springen ließ. Denn kaum begann Ramm näher auf die Sache einzugehen, kaum hatte er erwähnt, daß der Herr Professor sich wohl nur um da» Mandat deS 13. Wahlkreises bewerbe, um sich mittelst desselben eine ergiebige Stellung zu„machen", indem er sich in Berlin be- liebt zu machen strebe— da erschienen alle bösen Geister des Schönheimer'schen Bankvereins und der Bsschweiler Tuchfabriken vor den Augen des Herrn Professors. Er fühlte, daß er hier verloren, daß er hier unmöglich fei; er fuhr in seinen Ueberrock, stülpte die„Esse" auf, schützte Verspätung vor, nahm so hastig Abschied von seinen Gesinnungsgenossen, daß diese ganz erstaunt dasaßen, und riß aus. von Hohngelächter und einem schrillen Pfiff begleitet.„Der Bernboom ist ausgerissen; er fürchtet die Sozialdemokratin!" konnte man die Bauern und Handwerker sagen höre». Nachdem Ramm unter stürmischem B-ifat ei» B« diese»„LAkSvertreterS", der nicht de» Math hat, vor seinen eigrl a« Wählern Farbe zu bekennen, gegeben, wie» Blo»(Leipzig) en sch gisch die gegen die Sozialdemokratie geschlenderten Lüzen u tt Berläumdungeu zurück. Der Vorsitzende, H.wr Dampfmühleabesiz sai Sellnick, dem wir zugestehen müssen, daß er den Borsitz n m: Unparteilichkeit und Anstand geführt hat, erklärte mit sichtlich Fe Berlezenheit, daß Herr Birnbaum durch seine„Familienverhä I nisse"(haha!) gezwungen gewesen sei, die Versammlung zu ve no lasse». Nachdem nochmals Ramm gesprochen, schloß die Sersama ih> lung i« der besten Stimmung gegen Birnbaum; au« jedem Gest« sig war zu lesen, wie verächtlich mau dachte von der Flucht ein so, ManneS, der da vorgiebt, in Berlin das Wohl de« Volke« wahr« im zu wollen und nicht dea Math hat, vor seinen etaene» Wähler an Stand zu halten. Die Wahlactien de» Herrn Birnbaum si« noch tiefer gesunken, als die Actien de» Schönheimer'schen Bau dn verein», dessen VerwallungSrath er ist. Von den Knütteln,«el< für der Raunhofer Forstmeister im Walde abzuschneiden erlaubt habi Fli soll, um die Sozialdemokraten zu prügeln, war auch Nichts � eig sehen; soviel aber steht fest: Die Landleute und Arbeiter v krei Naunhof werden sich wohl hüten, eine» Mann ia dea ReichStq der zu wählen, der da ausreißt, wo ihm Leute gegenüber treten, ihm hinter die Coulissen gezuckt haben. Nach alledem bleibt uri nur noch zu sagen: Da» skandalöse Benehmen deS Herrn Birst bäum war echt„liberal." Kainichen, 1. Jauuar. Gestern ist Parteigenosse Fleische hier vom hiesigen GerichtSamt verhaftet worden. Fleischer ha bisher die Wahlbewegunz für hier und die Umgegend zum größte„T Theil und mit bestem Erfolg geleitet und meldete gestern Bor das mittag mit einem Einwohner auS Mobendorf eine Vecsammlun kur an, die heute stattfinden sollte. Der Mobendorfer Einwohne"dar wurde mit dem Bescheid entlassen, daß die Bescheinigung über di da» erfolgte Anzeige Fleischern eingehändigt werden solle. Da» gcschä abz jedoch nicht, sondern Fleischer wurde in Haft genommen. Als in«kü Lause deS Nachmittags Fleischers Frau und dessen Schwager stö wir an Gerichtsftelle nach dem Grund dieser Bechaf-ung erkundigten beit erwiderte ihnen der Assessor Küchler:„Das weiß ich selbe> ma nicht, wir sind geschworene Leute uaz können unsera Erb schu nicht brechen!" Nachmittags hat man dann in ver Wohauaa wu« Fleischer'S, der hier ein offenes Geschäft hat, Haassuch.ng gehalteal hör teßlich„ich u 1 in 7. He s- alle Kisten, Kasten und Schränke wurden durchwühlt r.d schließt� hat man einige Briefe und Broschüren(Thätigkeit d Ä deutschet Gr: Reichstags) mitgehen heißen. Der Stidtwachtmeist-l Friedrich ist bei dieser Haussuchung so eifrig gewesen, daß er sein» yöchsteigenst Alle Person auf den Boden gelegt, um unter dem Bett Hemm uschnüffela. t.\ Sogar den Stiefelknecht hat man nicht ungeschoren gelassen, a�c: Assessor Küchler hat außerdem zur Frau uns.res Genossen Fleischer Arb esagt, als sie sich über diese durch nichts gerechtfertigte V..yaftnstz efchwerte:„Wenn Ihr Mann die Sache einmal führt, des so muß er auch etwas leiden!"— Fleischer ist hals u.rdMm magenleidend und trug ihm dessen Frau gestern Abend ein Bett nach dem Gefängniß, das aber von dem Wachtmeister Fanke zu- rückgewiesen wurde. Ueber die urgermanische G.obheit diese? Menschen und seines Weibe», die sie beide bei dieser GAe zezheit ent- falteten, berichten wir noch gelegentlich. Erwähnt sei nur noch, daß dieser Wachtmeister Funke einem Parteigenossen gegenüber, derfnichi sich nach unserem G'nossea Fleischer erkundigt hatte und dabei mitAnh dem impertinenten Dienstmädchen(!) dieses Wachtmeisters in Wort-stvack Wechsel gekommen wa-, gesagt hat:„DaS werde ich Ihnen ge-'Und denken!"— Daß hier gegen Genosse Fleischer ein Gewaltac: ssung vorliegt, glaubt man hier allgemein und die nächsten Tage werdenden uns darüber wohl Klarheit bringen. Di- Bewegung geht, durch seinli folche Maßregeln getrieben, flott vorwärts; einige 50 Genossen IVer« brachten den im Gefängniß schmachtenden Fleischer heute Abend safte ein Ständchen, indem sie vor seinem Z-llenfenster vas Proletarier- ragl licd und:„Was macht die Polizei" sangen.— Uasere Gegner ssfni fürchten, daß wir bei der Wahl mit dem Arbeiterkandidatcn durch- PlS dringen werden, daher diese namenlose Wuth, die sich bei jeder öers Gelegenheit kund giebt, die aber den guten Leuten Nichts nützt, amr wohl aber uns, denn gerade dadurch wird bis zur Unwiderle flich- Peru keit bewiesen, daß eS für das Volk sehr gefährlich ist, die Gesetz->bgb gebung in den Händen dieser das Gesetz nach Belieben Hand--hn habenden Leute zu belassen. Und diese Lehre wollen wir am daS 10. Januar benutzen! hier Kohenäein. Am 23. Dezember, Abends 8 Uhr fand auch hier Köc im Saale des Meisterhauses eine überaus stark besuchte Bolksoer- ted« fammlung betreffs der ReichStazwahl statt. Vertrauensmann LouiS»ffei Pößneck eröffnete dieselbe und wurde IuliuS Seifert als Vorsitzeader pnd gewählt. I. Auer war als Referent bestimmt, da jedoch die«>d Ttaatsauwallfchast zu Mittweida ander« beschlossen, so erschien M. �»zi Kayser aus Mainz und Iul. Scherl auS Breslau und erledigten erw sich ihrer Aufgabe zur vollständigen Zufriedenheit. Da kurze"" Zeit zuvor der Aufruf de» Zittauer Gewerbevereins, der höchst wahrscbeinlich durch mehrere Zeitungen die Runde gemacht, in»nii unfern beiden Lakalblättern auf Antrug der hiesigen Gewerkoereine""" verbreitet wurde, so luden wir selbstverständlich diese Herren ein, unS Opposition zu machen. Der Gewirkverein zu Hohenstein war denn auch vollzählig erschienen. Doch man hör- und staune, der Stadtverordneten-Vorsteher Herr Paul S-Ydel, welcher Mitglied des Gewerbevereins ist und uns Opposition machen wollte, hatte 50 Mann der freiwilligen Feuerwehr in Civil bestellt. Zu welchem Zweck wissen wir nicht. Einen sehr imposanten Eindruck machte es auf die Versammlung, als der Vorsitzende, welcher davon Kenntniß erhalten, dieses bei der Einleitung bekannt gab. Ob man vielleicht glaubte, Petroleumbomben würden explodiren? In der That muß dieses auch der Fall gewesen sein. Die Herren mochten von der Wahrheit, die Ihnen unsrerseits entgegengehalten i■* wurde, so betroffen sein, daß trotz der mehrmaligen Aufforderung sah de« Vorsitzenden und trotz des feaerwehrlichen Schutzes sie sich dd doch nicht getrauten un« zu widerlegen oder sich auch mtr zu««; mucksen. Wie ein Wald erhöbe» sich die Hände, als der Bor-*>d sitzende fragte, ob man den seitherigen Vertreter August Bebel-cho wieder als Candidaten anerkenne und am 10. Januar die Stimmen 8 r auf denfelben vereinigen wollte. Mit einem Hoch auf Bebel»s wurde die Versammlung geschloffen. Gleichzeitig bemerken wir, cht daß in Tirschheim und GecSvorf zu demselben Zweck Bersamm- lungen, in denen Albert auS Glauchau referirte, mit gutem Erfolg abgehalten wurden. Aerkin. Den von der Fortschrittspartei als„Damm" gegen den„Sozialismus" organisirten OrtSvereinen ist eS, trotz aller Vertrauensseligkeit doch nicht entgangen, wie die Programme der Liberalen sich immer mehr verwässern, und wie sie namentlich die „foziale Frage" jetzt vollständig„todt schweigen" wollen. Statt sich nun aber zu erinnern, daß wir da»„frevelhafte Spiel" mit der Arbeitersachc von vornherein durchschaut und vor diesen verrätherischen„Arbeiterfteundcn" so nachdrücklichst gewarnt rin )eui i tat >ert ta seri litl akti iins haben, statt sich jetzt der„sozialdemokratischen Arbeiterpartei" um so enger anzuschließen, sehen wir die so schmähliz genasführt«»! B i* ea u -st, B [ii hä vi» OrMvmtne sich av die alten Programme der Fortschrittspartei ««Kammern, und sich sehr schüchtern dm„linken Flügel" der Fort- schrittSpartei nennen! Das im Sept. d. I. von den OrtSvereincn veröffentlichte„eigene" Programm ist nicht« weiter, als eine Zu sammenstellung aus den.verflossenen" Programmen der„ehe maligen" Fortschrittspartei, giach wie vor beharren sie in ihrer Feindschaft gegen den Sozialismus. Insofern also der künstlich aufgerichtete„Damm" trotz alledem noch besteht, könnte die sog. Fortschrittspartei mit dem Erfolge «4 ihrer Verrätherei immerhin zuftieden sein; denn je größer die Zer- istt splitterung unter den Arbeitern, je gesicherter ist ja auch das liberal- ein fortschrittliche Ausbeuterthum. Aber so vertrauensselig die Arbeiter hre im Allgemeinen, so mißtrauisch sind ihre Gegner; sie wollen durch- au» die„Führerschaft" behalten. So beabsichtigte z. B., wie uns zuverlässig mitgeteilt wird, der„Sparapostel" Schulze, sich zur Ruhe zu setzen und ein Mandat für den Reichstag nicht mehr anzunehmen. Als aber der„linke Flügel" den Maschinenbauer Ramsch, also einen„Arbeiter", als eigenen Candidaten aufstellte und zwar in dem hiesigen 6. Wahl- kreise, der vorwiegend von Maschinenbauern bevölkert ist, da wurde der müde, aber doch so„wohlbcwährte" Schulze sofort als Gegen- candidat aufgestellt. Gegen die Candidatur des bekannten Hugo Landgraf soll die Fortschrittspartei sogar den Fürsten Pleß als Gegencandidat warm unterstützen. Die Stellung der„Aolksztg." zu des„Durchlauchtigen" famoser Wahlagitation gehört natürlich nur in das weite Gebiet der modernen„Heuchelei"! Mau sieht, wie sehr die alten„Führer", richtiger Verführer, „Demagogen" in des Wortes schlimmster Bedeutung, davor zittern, daß die Arbeiter, und wären sie zur Zeit auch noch so zahm und kurzsichtig, ihre„eignen Führer" werden möchten, weil dieselben dann über kurz oder lang auch den richtigen Weg finden werden, das so schwer auf ihnen lastende Joch deS„Ausbeuterthums"— abzuschütteln. Der von den Ausbeutern aller Grade erfundene „kürstliche Gegensatz" zwischen„Selbsthilfe" und„Staatshilfe" wird den„ArbeiterzersplittcrungSdienst" bald versagen. Die Ar- heiter werden erkennen, daß sie eS sind, welche den Staat ausmachen, daß somit Staatshilfe zugleich Selbsthilfe ist, und daß die schmarotzende, arbeitsscheue„Ausbeuterzunft" als elender„AuS- wuchs" des'"edernen Staats wohl in das CorrectionShaus ge- hört� um arb.... und sich der Gesellschaft nützlich machen zu lernen, nicht aber in un ReiäMg, um den nützlichen Arbeitern aller Grade Gesetze vorzuschreiben. Angesichts der bevorstehenden ReichstagSwahl aber rufen wir Allen, die sich durch ihre Arbeit(körpeilichc wie geistige) redlich er. ähreu, zu:„Brüder, reicht die Harb zum Bunde!" Wählt a�rrortS nur die von den Arbeiter- Wahlcomitö'S aufgestellten cheisÄrbeitercandidaten!(13-n.) ■gtmi«, 1. Januar. Leider kann ich Ihnen auch bei Beginn es neuen JahreS keine erfreulichen Nachrichten melden. Die All- jmnnen Deutschen setzen ihr altes Unwesen fort. Versammlungen Zettzu stören und zu sprengen macht ihnen das größte Vergnügen und iu-wird j-deSmal als großer Sieg gefeiert. Ani Vormittage des se» IT. Dezember hatten unsere Parteigenossen in Woltertdorff, at- Üheater-Restaurant, eine öffentliche Mitgliederversammlung eir.be- >ch, rufen, um die Candidatur Jacvby'S zu besprechen; allein eS kam der nicht dazu. Gleich bei Eröffnung der Versammlung machten die nit Anhänger HasenkleverS einen so gräulichen Skandal, daß der über- »rt- wachende Polizeibeamte sich veranlaßt sah, zur Ruhe aufzufordern ge- und da hierauf der Lärm sich nur steigerte, wurde die Versamm- �ct slung polizeilich gesvlossen. Der Zweck war erreicht.— Sonntag, jtnfcen 28. Dezemlnr hatte der Verein für Sozialpolitik(Tewrrkoer- rch»einler) eine Versammlung, wozu Gäste eingelanden waren. Dieser fea Verein ist ein selbflständiger V.rein und hat also das unzweifel- ad hafte Recht, unter Leitung seines Vorstandes zu tagen. Aber was ragt die Hasenklever'sche Gesellschaft nach Recht. Sofort bei Er- Öffnung begann ein Höllenlärm. Mehrere Allgemeine verlaugten ch- dlö souveränes Volk die Bureauwahl. Da eS dem Eröffner der Versammlung nicht gelang die Ruhe herzustellen, schloß er die Ber- »mwlung. Nun versuchten die fanatisirten Allgemeinen den Ein- ierufern"die Anmeldung zu entreißen, waS jedoch nicht gelang, 'bglcich von den Allgemeinen die Thür verrammelt und ur gefähr ehu Minuten lang das Austreten gewaltsam verhindert wurde. das sind Hasenktever'sche Siege. Die Rohheit gepaart mit »(et st an -l< ab« k vi st< . t ur irr h- ha zte lor un �N< di chai in sich tea b- ird rag tea. m che iß dm :ln. en. >er St. ch. ch. d- m rer er- uS »er Die K, sammengesetzt, sowie daS Bureau zur nächsten Ansammlung fol- gendermaßen festgestellt: Parteigenoffe Cahlenberg erster, Dahlen, Bev. d. Arb.-BereinS, zweiter Vorfitzender, Unterzeichneter Schrift- führer. Es gelang, den großen Saal im Hotel Royal zu einer öffent- lichen Wählerversammlung zu erhalten und wurde dieselbe ange- meldet wie bekannt gemacht. Es war aber bestimmt in Gottes Rath oder eines Andern, daß die Versammlung nicht stattfinden dürfe, und wurde da» Lokal uns TagS darauf wieder abbestellt, sowie Philipp, der Einberufer, au« der Arbeit entlassen ohne alle Ursache. Trotzdem nun keine Versammlung stattfinden durfte, hatten sich viele Hundert Arbeiter eingefunden, welche die große Thorhalle deS Hotels füllten und den Breitenweg auf und ab wogten. Kurz darauf fand eine Versammlung des Allg. d. Arbeiter- vereinS in einer erst Tag« zuvor neu eröffaeten Restauration statt, und war dieselbe ohne Angabe der Tagesordnung selbigen Tag« erst durch das dortige Lokalblatt bekannt gemacht. Es hatten sich ungefähr 20— LS Personen, darunter mehrere unserer Parteigenossen, eingefunden. Der Einberufer R. Dahlen machte nun die Anwesenden mit der Tagesordnung: Aufstellung eines Arbeitercandidaten für den Reichstag bekannt. Es wurde über diesen Punkt die Debatte erössnet, welche an Lächerlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Von Seiten der Allzem. Dentschen wurde Dahlen vorgeschlagen, sowie der Agitator Lampe von einem Ehristlichsozialen. Von unserer Seite wurde durch Philipp auf die Unsin iigkeit dieser unter den obwaltenden Umständen hier zur Sprache gekommenen Candidatenaufstellung unter Protest hinge- wiesen. Die Versammlung, von welcher Niemand etwas wisse, sei nicht berechtigt, über die Candidatur zu entscheiden,»jedoch schlug er Fischer aus Staßfurt unter Zustimmung Anderer al« Candi- baten vor. Half aber Alles nichts; abstimmen, hieß eS. Lampe erhielt 6 Stimmen, der von dem Ehristlichsozialen Vorgeschlagene die Stimme desselben, Fischer 5, die übrigen erhielt Dahlen. Einige enthielten sich der Abstimmung. Es wurde mithin Dahlen als der gewählte Arbeitercanditat proklamirt, für welchen ihn auch der„Neue" ausgab. Die Parteigenossen, welche provisorische Mitglieder des Arbeiter- WahlcomitS�s waren, beschlossen, auf dieses Manöver(denn für etwas anderes konnte cS Niemand auffassen) nicht eingehen, son- deru lieber auszutreten. Das gab Anlaß zu einer Zusammenkunft unserer Parteigenossin, in welcher nach bestem Wissen und Willen die Candidatensrage eingehend erörtert wurde. Unbestritten waren wir in unser« Wahlkreise dem Arbeiterverein überlegen, wir hatten zwei sestorganisirte Orte, auf deren Mitglieder wir bei der Wahl- agitation bestimmt rechnen konnten, hatten mit vielen Orten des Wahlkreises Anknüpfungspunkte, sowie namentlich in OscherSleben, wo vie Organisation wieder hergestellt werden muß, viele tüchtige Parteigenossen, am Orte selbst die nöthige Anzahl agitatorische Kläfte und eine ganze Reihe opferwillige Parteifreunde, welche uns thatkräftig in jeder Beziehung zur Seite standen, an welchem es dem Arbeitervereine in den mersten angeführten Punkten mangelte. Wir sagten uns ferner, zur Agitation gehört in erster Linie Geld, und es sei ein unwürdiges Spiel für Arbeiter, die Opfer, welche gebracht werden müßten, in der Bekämpfung der Arbeiter unter einander zur Freude der Bourgeoisie zu verwenden. Wir mußten hir einen Mann als Candidat haben, der da? Vertrauen beider Theile besaß und fanden ihn in Hwrn Fr. W. Fritzsche. Es hätten sich auch bei einer Zersplitterung eine Menge friedliebender Arbeiter der Wahl euthal'.en oder den Candidaten der anderen Parteien ihre Stimnie gegeben, es wäre erst recht dem Judisseren- tiSmus Vorschub geleistet und hätte»nzweifelhaft zu ähnlichen Re- sultaten geführt, wie bei unserer FciihjahrSagitation z.B. in Wege- leben, wo unsere schon 01 Mitglieder zählende Partei zu Grunde ging durch die Umtriebe eines gewissen Dohne aus Altona. Auch des Verfalls in Quedlinburg nicht zu vergessen, und obgleich die dort hart mitgenommenen Perso»en als Märtyrer von gewisser Seite gelten, flößen uns solche Auftritte Abscheu und Ekel ein, und können diesilbeu der großen Sache des Proletariats nur zur Schande gereichen. Aus diesen angeführten Gründen werden die Parteigenossen ersehen, wie die Sachen zur Zeit hier liegen. Wir beschlossen, wenn wirklich mit Erfolg in die Wahlagitation eingetreten werden sollte, einen letzten Versuch zur Einigung zu macheu. Von kom� hierischer Dummheit als Vorkämpfer für gleiches Recht für All-, Petenten Parteimitgliedern wurde an die übrigen Comit&mtglieder liöchten doch die auSwäriigen Parteigenossea sich nicht durch leere unter den oben angeführten Motivirungen der Antrag gestellt iedensarten herumziehender Haseukiever'scher Agitatoren täuschen äffen. Hier in Berlin zeigt die Gesellschaft ihre wahre Natur. lnd waS ist das Resultat? Die differente Masse des Arbeiter- nd KleinbürgerftandeS zieht sich vor jeder Annäherung mit der ... Sozialdemokratie zurück, weil sie das Prinzip mit dem Knüppel eti ftrwechselt. TaS will aber Hafenktever. Die Arbeiterbew'gung cze!°ll zersplittert sein, ein Spott ihrer Gegner. Die Mitglieder jft Werer Partei aber sollen hiermit gemahnt sein, AlleS aufzubieten, in[-»mit Kotz Haseuklev« und ihm verwandter Seelen das sozialistische «e"'"* r" 0""!|| j HHjM n. das Mandat für den hiesigen Wahlkreis von beiden Fratlionea Herrn Fritzsche anzutragen und im Falle einer Ablehnung zwischen Dahlen und Fischer zu losen. Damit erklärten sich die übrigen Comitchnilglieder einverstanden, und hat auch Herr Fritzsche zu beiderseitiger Zufriedenheit das Mandat angenommen. Die Agitation ist den 14. d. M. durch unsera Candidaten selbst eröffnet worden, wo derselbe i i einer Volksversammlung in Oschersleben zur Zufriedenheit aller Anwesenden über das Pro- I.. I W gramm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei referirtc und» nach irinzip doch noch seinen Triumph in der größten Ärbeiterstadt dem auch Philipp unter Beifall gesprochen, wurde Fritzsche ein- ... Deutschlands feiert. stimmig zum Candidaten gewählt. In Hornhausen, wo am selben ar � Kaller stadt.(Zur ReichStagswahl.; Hier haben sich beide Tage auch Versammlung abgehalten werden sollte, hatte der dov hjialdemvkratische Fraktionen in der Ausstellung eines Arbeiter- ed findidaten geeinigt, und ist gemeinschafckich F. W. Fritzsche in ite perlin, Geschäftsführer der Gewerkschaft Deutscher Tabaksarbeiter, »m?>ii Candidaten für den Wahlbezirk Halberstadt-OscherSleben te Wernigerode aufgestellt. Die Agitation wird in unserm Wahl- >n-jirke mit aller Energie bekieben, so daß alle den Arbeitern feind- )b � gesinnten Parteien, welche auS diesem Grunde schon eine »ktionäre Masse sind, vor den Sozialdemokraten Gruseln und en Anschaut bekommen. cn Den Parteigenessen allerorts wird es wünschenSwerth sein, zu fahren, wie der Compromiß deS Allg. d. Arb.-VereinS einerseits t der hiesigen Parteimitgliedschaft anderseits zu Stande gekom- -n; ob wir recht oder unrecht thaten, wird die Zeit schon lehren, dd wird eS immerhin für uns von durchschlagendem Nutzen sein. .. chon längst war von der hiesige» Mitgliedschaft im Einverständ- in 8 mit den Hornhäuser und OscherSleber Parteigenossen Fischer el Staßfurt als Candidat ins Auge gefaßt, als uns die Nach- x, ht deS„Volksstaat" überraschte, wonach die Wahlen schon im a- izember d. I. stattfinden sollten. Im Verkehr mehrerer Partei- lg Nossen mit Mitgliedern deS Arbeitervereins sprach man sich über ■ Aufstellung eines Arbeitercandidaten auS, und da vor der Hand n Lokal zu einer Versammlung aufzukeibcn war, lud man die tyigsten Mitglieder beiderseits zu einer eventuellen Besprechung Nachdem sich beide Theile über die Candidatenftage zur Ge- 'He ausgesprochen, beschloß nian, sobald wie möglich eine Wähler- Mwmlung einzuberufen, welche sich dann den Candidaten wählen te fiU, von Seiten des Arbeitervereins sollte Dahlen, von un« at Mer der Versammlung vorgeschlagen werden, wer dann die Ma- nt"'tiit erhielt, für den sollten.beide Theile gemeinschaftlich ein- ur'■». Wir waren hiermit vollkommen einverstanden. Auch wurde m' Arbeiter Wahlcomit� auS beide» Fraktionen.provisorisch zu- r» el tige Schulze das Ausrufen untersagt und konnte die Versammlung nicht stattfinden. Gleichfalls fand am selben Tage eine Versamm- lung in Osterwick statt, wo Dahlen referirtc, und wurde auch Hr. Fritzsche einstimmig zum Candidaten gewählt. Den 1ö. Dez. war eine Versammlung in Kl.-Quenstedt, wo Fritzsche und Philipp re- serirten und ebenfalls Fritzsche einstimmig gewählt wurde. Den 17. Dez. hatten die Liberalen eine Versammlung einberufen, in der sie eine schmähliche Niederlage erlitten, über die später berichtet wird. Den 18. hielten wir im Deutschen Kaiser hier eine ver- sammlung ab, und kotzdem dieselbe aus Zeitmangel nicht bekannt ! gemacht war, war dieselbe sehr zahlreich besucht, und Herr Fritzsche prach auch hier unter großem Beifall und wurde einstimmig von der Versammlnng als Candidat gewählt. Sonntag, den 21. Dez. sprach unser Candidat wieder in OscherSleben, wo derselbe unter großem Beifall seine Candidatenrede hielt, Dienstag, den 23. Dez., referirtc Philipp und Ph. Wiemer in Hornhausen, wo ebenfalls Fritzsche gewählt wurde. Am SS. Dez., als am ersten Feiertage, fanden folgende Ver- sammlungen statt: in Wegeleben referirtc Philipp, in HarSleben Dahlen, in Crottdorf und Schwanebeck die Parteigenossen Rch. Cahlenberg und Fordan sowie Birkau. Am zweiten Feiertage, wo unser Candidat wieder anwesend war, fand eine große Wähler- Versammlung im Tivoli statt, wo unser Candidat großen Beifall erntete, und wurde derselbe von den Anwesenden einstimmig gewählt. DaS Arbeiter-Wahlcomitö im Wahlkreise Halberstadt-OscherS- leöen-Wernigcrode hat sich folgendermaßen konstituirt: R. Dahlen, Bevollmächtigter des Arbeitervereins, 1. Vorsitzender, Rch. Cahlen- berg, Mitglied der fozialdemokrat. Arbeiterpartei, StellverKeter, Fr. Martini, BerkauenSmann der soz.-dem �Arbeiterpartei, Schrift- führer, Simon, Kasstrer. Alle Zuschriften betreffs Abhaltung von Versammlungen tc. sind an den Schriftführer de» Arbeiter-Wahlcomite, Fr. Martini, Bekenstr. 53, 2 Tr. zu richten. Nachschrift. Heute, den 2S. Dezember, drangen vier Polizei- fergeanten in die Wohnung des Vorsitzenden R. Dahlen unter dem Borwande, Haussuchung zu üben; nachdem diese Gesellen Alle» um und um gewühlt, sogar mehrere Gegenstände in ihrem Eifer zerbrochen, und eine Menge nicht nach Petroleum riechender sozia- listisch-r Schriften eingesackt, hießen sie Dahlen mitgehen, als der- selbe etwas Schriftliches darüber sehen wollte, hieß cS: Im Name» des Gesetzes! Dahlen, vorgeführt vor den Polizeicommiffar, wird von diesem befragt, wa« er wolle, und da er natürlich die Ant- wort zurückgibt, ich weiß es nicht, läßt man ihn eine Stunde warten, und heißt ihn dann nach Hanse gehen. Jedenfalls galt es, unsere Flugblätter und Stimmzettel zu ergattern, und haben diese Gesellen mit vielem Geräusch und langer Nase abziehen müssen. Dahlen hat Beschwerde eingelegt. Gleichfalls theile ich Ihnen noch mit, daß die sämmtlichen Parteiea, Liberale, Conser- vative und Fortschrittler sich vereinigt haben und deu Staat»- minister a. D. von Bernuth unserm Fritzsche entgegenstellen. Uul die Arbeiter unseres Wahlkreises zu zersplittern, bringt da» Lokal- blait einen Wahlaufruf, in welchem ein uns gänzlich unbekannte» provisorisches Wahlcomitö fangirt und Alle auffordert(namentlich werden die Arbeiter aufgefordert), dem von dem Comitö ausge- stellten Candidaten, dem Di-. Joh. Jacoby in Königsberg ihre Stimme zu geben. Dieses ist nur ein elendes Manöver, welche» man mit dem Namen unseres großen Parteigenossen treibt. Da derselbe jedenfalls von dieser Candidatur nichts weiß, fordert da» hiesige Arbeiterwahlcomit� die Königsberger Parteigenossen auf, im Interesse unserer gemeinsamen Sache Herrn Dr. Joh. Jacoby zu der Erklärung zu veranlassen, ob seine Candidatur hier wahr oder nur singirt ist. Mit sozialdemokratischem Gruß Martini. Kisenöerg, 23. Dezember. Neulich hatten die Mitglieder der Partei und Leser des„Volksstaat« das Vergnügen, einen Artikel auS Schwarza zu lesen über die traurige Lage der dortigen Ar- beitcr. Heute aber will ich noch zur allgemeinen Keantniß folgende Polizei- und Pfaffenwirthschaft veröffentlichen. Nachdem ich in Eisenach in einer Volksversammlung mit Giffey aus Berlin sprach, reiste ich nach»Meiningen und konnte dort mit Hülfe einiger Freunde die Vorkehrungen zu einer am 2. Dezember stattgefnndenen Volk»- Versammlung treffen. In derselben wurde eine Parteimitgliedschaft gegründet in Anwesenheit des Meininger StaatSrathes und der hervorragenden Bourgeois. Opposition fand weiter nicht statt, alS daß man dagegen protestirte, ich hätte den von ihnen so hoch vcrrehrten und geschätzten Mann(nämlich Schultz-- Delitzsch) zu sehr herabgewürdigt.»Aar Mittwoch früh wiederfuhr mir seitens einiger, mit dem eisernen Kreuz decorirten Sergeanten de» 32. Regiments eine Behandlung, die mich lebhaft an die Lausigker Affaire erinnert und nur von mit»Plötz- Roon'schem„Ehrgefühl" ausgerüsteten„Helveuföhnen" ausgeführt werden kann. An dem- selben Tage ging ich nach Schwarza, traf AbendS 6 Uhr dort ein, begab mich zu einem Parteigenossea und war kaum 3 Stunden anwesend, so erschien in Civil ein Amtsbote, welcher mich als Arrestant erklärte, und warum?(man höre) weil ich noch nicht an- gemeldet sei. Wie sich's leicht denken läßt, war ich nicht geneigt, mitzugehen; es hieß aber: Wollen Sie gutwillig mitgehen, oder ich gebrauche Gewalt. Der Gewalt wich ich aus und ging mit. »Beim Amtmann angelangt, fuhr mich dieser an: Haben isie Le- gitimationspapiere? worauf ich bejahend antwortete. Ich mußte dieselben abgeben und mir wurde bedeutet, daß sie sammt den Schriften, nämlich Volksstaat, das Programm der Partei und den Anti-Syllabus, welche ich verschenkt hatte, nach Suhl zum Rechts- anwalt geschickt würden, wo ich dann andern Tags hingehen sollte, um mir meine Papiere geben zu lassen. Außerdem wurde ich zum andern Morgen 8 Uhr vorgeladen, um das Protokoll aufzu- nehmen. Beides Letztere hielt ich nicht für zweckmäßig, ging vielmehr Tags darauf nach Erfurt und machte bei der Regierung Anzeige von dem Vorgefallenen. Darauf kam ich in den Wahlkreis Reuß jüngere Linie. Hier ereignete sich folgender Fall: Die Angelegenheit mit dem Gensdarmeu in Langenbergen will ich übergehen, da derselbe noch so anständig war und sich zufrieden gab, nachdem die Gesetze ihm unter die Nase gerieben waren. Aber das zu Frankenthal Geschehene kann ich nicht verschweigen. Es war Voltsversammlung Sonntag den 14. Dezember daselbst. Man ließ dieselbe ruhig und unbewacht tagen.»An demselben Abend hatte der Arbeiterverein dortselbst unter seinen Mitgliedern eine Avendunterhaltung arrangirt, zu welcher Gäste durch Mitglieder eingeführt wurden. Kaum hatte dieselbe begonnen— es waren einige komische Vorträge gehalten und von mir der Anti-Syllabus bis zur Hälfte vorgetragen— so Kitt der Gensdarm Schöncfcld ein und verbietet sofort das Weitersprcchen, verlangt nach dem Vorsitzenden, dann meine Pa- piere, welche ich wohl bei mir hatte, aber deshalb nicht zeigte, weil die anwesenden Einwohner von Frankenthal sich dafür ver- bürgten, daß ich der Genannte sei. Doch damit nicht einverstanden, ließ der GenSdarm den Ortsrichter holen, welcher meine In- haftirung vornehmen sollte. Derselbe weigerte sich dessen und nun wollte der GenSdarm sich meiner mit Gewalt versichern, bei welcher Gelegenheit er mir den Nock zerriß. Die Erbitterung der Anwesenden war in stetem Wachsen begriffen und nur der Bcson- nenheit derselben haben wir eS zu verdanken, das es keine Prü- gelei gab. Dienstag, den 16. Dezember machte ich bei dem Landrath zu Gera Anzeige von dem Geschehenen, dieser versprach mir, die Sache gründlich untersuchen zu wollen und mir seiner Zeit Nachricht da- von zu geben. Und nun zur Pfaffenwirthschaft! In Schwarza soll der Pfaffe auf der KaNzel sich so weit ver- stiegen haben zu sagen:„Hütet Euch vor denen, die da nächstens kommen werden. Es find dies die Sozial-Demokraten, die Euch die Familien zerstören und Euer Eigenthum rauben wollen". Mir wurde eS von einem sogenannten Heiligenmcister erzählt. Hier in Eisenberg hat der Superintendent auf der Kanzel erzählt: Eine wahre Schande ist e«, daß diese Leute daher kommen und stehlen Euch das Geld aus der Tasche. Wer weiß, was noch alles gesagt wurde, denn die alten Weiber, die eS erzählten, konnten nicht alles behalten. Parteigenossen! Man sucht daS Kleinlichste heraus, um un» zu vernichten, aber fürchte sich Keiner! Der geringste Verstoß von der Beamtenwelt gegen die Gesetze muß bei den höheren Behörden angezeigt werden, denn diese wollen sicher nicht, wenigsten» die Meisten C??!!), daß solche groben Verstöße gegen persönliche Frei- heit, Recht und Gefetz begangen werden, lieber den Ausgang der Prozesse, die, wenn ich sie ausführlich besprechen wollte, gewiß zu viel Raum beanspruchen, werde ich später berichten. Mit sozial-demokatischem Gruß H. Jmhof. Kamiurg, 20. Dezember.(Warnung!) Sämmtliche Klempner tcn gucken Um Evcd sodann ganz nach Verdienst zu ducken Mög' Euch da» drckc Fell auch noch so jucken.— auf- •) Das mit Gift getränkte Hemd, an dem Herakles starb. Er so wie Ihr soll aus der Richtbank sitzen Und dort nach„GotteS Fügung" weidlich schwitzen Bon Sündenbock fahrt Ihr nnr fort zu schreiben Wir aber werden uns vergnügt die Hände reiben. Sie sehen, Herr Redacteur, da« politische Ei« sängt an zubrechen— ein Säuseln der Idee des MärzeS— die Ouvertüre zum Reichstag, zu welchem Hamburg zwei Söhne Israel«, die Herren Wolfsohn und Zacharias senden dürste, obwohl des Letztern Wahl noch nicht gesichert erscheint, denn der Einfluß der Börsen- comilö« ist iu Folge der Ungunst der Krach- Zeiten ein wenig er- schüttert. Gegen den Fortschritt«- Candidaten Dr. Bank« treten zwei Sozialdemokraten auf mit geringen, wenn auch besseren Chancen al» bei der vorigen Wahl. Einer allein würde wohl durchdringen und da« würde Aug. Geib sein, der Buchhändler, den die väterlich besorgte preußische Regierung 1870 in Eisen ge- schlössen nach Lötzen zu internireu für gut fand. Einen völlig unbescholtenen achtbaren Hamburger Bürger! Eine Wahl Geib« wäre ein vortresflicher Protest gegen diesen Akt der brutalen Gewalt! Ein Hamburger Abonnent. zvnrztnrg, 26. Dezember. Den 7. d. MtS. hielten wir drei Bolksverfammlungen ab und zwar in Würzburg halb 10 Uhr Morgen«(Huttenfchen Garten), in VeitShöchheim Nachmittags 4 Uhr(Gasthof Krone) und in Zell AbendS 7 Uhr(Gasthof Rose). Tagesordnung: Der deutsche Reichstag und dessen Bedeutung für da« arbeitende Volk. Referent: Hr. Grillenberger auS Nürnberg, ReichStagScandidat. Alle Versammlungen waren äußerst zahlreich besucht und fanden die Vorträge de« Herrn Grillenberger allge- meinen Beifall. BemerkenSwerlh ist, daß in Würzburg die liberale Partei resp. da« liberale Wahlcomilö autographirte Bettelbriefe an die Arbeiter sendete, welche aber in der öffentlichen VolkSversamm- lung zu Würzburg von allen Arbeitern mit Entrüstung abgewiesen wurden mit der Bemcrkung:„Wir lassen unS nicht mehr als Stimmvieh benutzen, weder von den Ultramontanen noch von den Liberalen." Andern Tags(3. Dezember) hielten wir unter gleichen Ber- Hältnissen eine Volksversammlung in Randersacker ab. TageSord- nung dieselbe. Referent ebenfalls Hr. Grillenberger auS Nürnberg. HeidingSfeld war ebenfalls in unserem FeldzugSPlan aufge- nommen, wurde aber, wie schon 8 Tage vorher, durch die LiebenS- Würdigkeit deS dortigen Herrn Bürgermeister« und die Furcht(?) der dortigen Wirthe vor dem gestrengen Herrn, vereitelt. Die Stadt HeidingSfeld blieb also für diesmal vom rothen Gespenst verschont, nichtsdestoweniger aber hatte dies die Wirkung, daß viele Bewohner von HeidingSfeld der Volksversammlung in Randersacker beiwohnten. ErwähnenSwerth und charakteristisch ist, daß ein schlichter Bauersmann und Gutsbesitzer in HeidingSfeld in der öffentlichen Versammlung die Erklärung abgab:„Wenn unsere Esel von Wirthe kein Lokal zu einer Versammlung hergeben, so stelle ich Euch meinen Hos und meine Scheuer zur Verfügung und Herr Grillenberger muß nach HeidingSfeld kommen trotz Bürgermeister." Der wackere Mann stellte nach der Versammlung eine scbriftliche Bescheinigung über sein Versprechen auS.— Auch der Bürger meister von Randersacker erwiderte uns bei der Anzeige der Ver- sammlung:„Hier wird noch nicht getheilt! wir brauchen Euch Theiler nicht hier!" Nun die„Theiler" waren doch dort und der Herr Bürgermeister war so enttäuscht über unsere Art zu theilen, daß wir sehr in Zweifel sind, ob, wenn wir die Anschauungsweise über da« Theilen wirklich hätten, wie der Herr Bürgermeister von Randeracker, derselbe nicht mehr mit un« sympathisiren würde, alS durch die Realistrung unserer Anschauungsweise. Ohne fiegesduselig zu sein geben wir un« doch der festen Hoff nung hin, wenn auch nicht die Majorität, so doch eine erkleckliche Anzahl Stimmen für unseren Candidaten Herrn Grillenberger durchzubringen. Die beste Antwort aus so manchen Lohnlobhudelei- schreiber: Bei uns giebts keine soziale Frage! Mit sozialdemokratischem Gruß Das Wahlcomitö. Speyer a. Rh. Wir hatten am 13. Dezember Gelegenheit, einen Vortrag des hiesigen Einnehmer« Herrn PauluS zu hören, welcher das Thema:„Die konservative Sozialdemokratie" be- handelte und welchem Lassalle'S Arbeiterlefebuch als Basis diente. — Zu gleicher Zeit erfuhr ich, daß sich seit Kurzem ein gewisser Ullrich vom Allgemeinen deutschen Arbeiterverein hier befinde, welcher denn auch schon insofern seine Thätigkeit entfaltete, alS derselbe den für den Wahlbezirk Speyer-Frankeathal niedergesetzten, ständigen Agitatior, Heirn Meyer in Ludwigshasen, hierherbeorderte, welch' Letzterer auch nach beendigtem Vortrage da« Wort ergriff, um die Person Lassalle'S, sowie dessen Wirken zu beleucbten.— Sonntag, am 21. Dezember war nun„große Volksversammlung", zu welcher ca. 200 Personen erschienen waren. Den Vorsitz erhielt unser Genosse Pfeiffer. Herr Meyer referirte über„daS Interesse der Arbeiter an der ReichStagSwahl." Herr Heuser au» Offen- bach a. M. sekundirte. Der Punkt 2 der Tagesordnung:„Bor schlag eines Candidaten" fand seine Erledigung dadurch, daß Herr Heuser, welcher schon in verschiedenen Orten de» Wahlkreise« als ReichStagScandidat acceptirt, von Herrn Meyer vorgeschlagen, auch hier al» solcher angenommen wurde. Em Wahlcomit«, auS IS Mann bestehend, wurde hierauf zu weiterer Betreibung der Sache zusammengesetzt. Wir find bisher passiv gefolgt, weil wir einsahen, daß un« die Arbeit erleichtert wird, indem diese Leute den Stein de« Anstoße« ein Stückchen we.ter wälzen und anderer- seil« un« nicht leicht beikommen werden, indem wir voraussichtlich rhre Versammlungen beherrschen. G. Verein 14 Gr.; Newyork: IonSder 12 Gr., Bereinigte Tischler 3 Gr.; Offen bach: Arbeiter- Partei u. Schuhmachcrgewcrkschast 14 Gr.; Reichenbach i/B.: Agitat.'Com. 24 Gr.; Stollberg: Wahlkom. 15 Gr.; Stade: Arb.-Partei 4 Gr.; Spandau: Arb.- Partei 14 Gr.; Stuttgart: Arb.-Ver. 23 Gr., Schuhm. Gew. 5 Gr.; Solingen: Arb.-Partei 8 Gr.; Witten: Iunghau« 3 Gr.; Wiesbaden: Arb.-Partei 12 Gr.; Wandsbcck: Arb.-ver. 22 Gr.; Weimar: Arb.-Partei 4 Gr.; Wilkau: Arb.-Partei 22 Gr.; Zürich: VerlagSmagazinThlr. 1. 6. Richtige und baldigste Zahlung wird erwartet. Die Expedition de«„Volksstaat." Brieflasten der Expedttio«. V. Frbr Tosel Ab. 1. Qu. Thlr. 1 3, Prtst Bafarhelp Lb. 1. Qu. 27 Gr., Hhe Lindenau Ab. Jan. Thlr. 2 12, Slrch Römerstadt Ab. 1. Qu. 23 Gr., I. Mllr Leipzig Ab. 4. Q». 6 Thlr., G»lr hier Schr. Gr. 10 5, Hrmnn hier Ab. Jan. Gr. 5 S, Nmnn üreseld Schr. Thlr. 2 7 5, Exped. d.„Dresdner Lolksboteu" Schr. Thlr. 2 15, Grhrdt Ronneburg Schr. 1 Thlr., Schrpft Nendörfel Schr. 1 Thlr., Stmmbrgr Sonneberg Schr. Thlr. 1 20, Rchtr Dölitz Ab. 4. Ou. Thlr. 1 7 5, Hllrg Zöbigker Lb. 1. Qu. 16 Gr.. Hdlch hier Ab. 4. Qu. Thlr. 1 3. M. Siaffa Solonlk Türkei Ab. Thlr. 2 1. Schr. 19 Gr., Sthl Geithaiu Ag.- Nr. 1 Thlr., Ebrt Wilkau Schr. Thlr. 3 15 8, Kr» München Ab. 4. Qu. Thlr. 37 21 4, Hmnn Coburg Schr. Thlr. 1 9 8, Gew. d. Holzarb. Berlin Ann. Thlr. 1 23, A. Mchl Hohenstein Ab. I. Qu. 19 Thlr., Stlzr Reudnitz Av. 3. Qu. 9 Thlr� L. Nnfiy Wien Schr. o. Ab. Thlr. 5 3, Gggbrgr Graz Ab. 1. Qu. 17 Gr., Fach», d. Holzarb. Graz Ab. 1. Ou: Thlr. 1 21, Fschr©tag« fürt Schr. 2 Thlr., Ann. 11 Gr., Ag.-Nr. 10 Gr., M. Wlz hier Schr. Fü: Thlr. 1 28 5. M. Kögel Neustädte! bei Schneeberg Annoncen kostet 8 Gr., C. Sdr Jsvringen: Ihr Ab. s. Jan. beträgt 12 Gr, Smun Ab tona die Holzarb. Gew. hat f. Ann. 7 Gr. gut, K. Jgr München Ihr« Ann. beträgt 5 Gr., Einsendung in Briifmarken, G. Pli in Straß bürg wollen Sie da» Blatt per Kreuzband sortdeziehen? wenn nicht, Antwort. wtv vuv-vo»» fv*i v-v u v vt»» V t der Redaktion. M. in Halbcrstadt; der Bericht konnte wegen große» Stossandrangs nicht eher aufgenommen werden. Wenn ein„liberale»' Wahlkomitö die Jcsuiterei begeht und Johann Jacoby als seinen San didaten proklamirt, so schadet Ihnen da» Nicht». Jacoby wird ntr mal» eine Candidatur annehmen, die ihm national miserable Reiß wedler anbieten. Weisen Sie aus da« Beispiel in Köln hin, machen Sie die Sache gehörig bekannt, ceigen Sie, wie ein„liberale»" Comitö, nnr um die Arbeiter irre zu führen, einen Namen anncktirt, dess n Träger der entschiedenste Feind de» heutigen„Liberali»mut" ist und Sie habe». ei» vortreffliche« AgitationSmittel. L. in Stollderg: In nächster Nummer. � kau So 10. auf sich Pti klar die Agi als An Annongebühren pro Hctster und N»»e«Ier schulden: Aug»bürg: Arb.-Partei 2S Gr., End««, GeschftSempf. 18 Gr., Expedit, de« Volksvertreter 12 Gr., Schuhmachergcw. 12 Gr.; Braunschweig: Metallard.-Gew. 1 Thlr., Maurergew S Gr., Schneiderver. 7 Gr.; Bremerhaven: Urb. Partei 16 Gr.; Bremen: Arveiter- Partei 17 Gr.; Berl.in: Arbeiter-Partei L Thlr. IS Gr., Sattlerverein 14 Gr., Sämmtliche Gew. 4 Gr., Fließ 10 Gr., Görge«, Buchbinder 14 Gr.; Che« «itz: Schubert u. Co. 2 Gr., Metallarb.-Gc«. 16 Gr., vereinigte Gew. 23 Gr.» Agitat.-Com. 24 Gr.; Cöln: Holzarb.-Gew. Thlr. 1«; Eonstanz: Arb.-Partei 7 Gr.; Dresden: Buch binverver. 10 Gr., Böttcherver. 27 Gr., Arb.-Bild. Verein 3 Gr., Schuhmacher- Gew. 1e Gr.; Düsseldorf: Arb.-Partei 6 Gr.; Eßlingen: Arb.-Partei 1« Gr.; Elberfeld: Arb.-Partei 9 Gr.; Frankfurt a/M.: Arb.-Partei Thlr. 2 4; Freiderg i/S.: Arb.- Partei 10 Gr.s; Gotha: Arb.-Partei 5 Gr.; Gera: Arb.-Partei 4 Gr.; Großenhain: A. P. 5 Gr.; Hamburg: Sämmtliche Gew.- Verwaltungen 15 Gr., Buchbinierv. 16 Gr., Stepper und Vorrichter 7 Gr.; Hannover: Arb.-Partei 20 Gr., Mctallarb.- Gew. 19 Gr.; Hof: GenossenschaftSdruckerei 1 Thlr.; Königs- berg i/P.: Stoimer Buchbinder 5 Gr.; London: Arb.-Bild.- VeremIL Gr.; Lübeck: Arb.-Partei 6 Gr.; Mainz: Arb.- Partei Filiale 7 Gr.; Mannheim: Arbeiter- Partei 16 Gr.; München: Fachvereio der Schlosser 5 Gr.; Mylau: Atbeiter- Reichstagswahlfond. wo B. St hier 15 Gr. Uedersch. d.«eis. in Rötha Thlr. 1 20, R. M2 Pst hier Thlr. 1 2 5. Schfr hier 15 Gr Fond f. pol. Gemaßregelte. Er B. R. A. E. hier 2 Thlr., v. Deutschen Berein d. Huttelmeier Zürich Thlr. 1 2_ tlJ und wüs den 10. Januar, beim Derlheilen der Alimmsetlel vor den Wahllokalen behilflich zu sein, werden freundlichst gebeten, stchnv, entweder Dunstag, d. 6. ds«. M. Nachmittag» 4 Uhr, im Arbeiter-�. dildungsverein, Ruterstr. 43 II.,«der Freitag, d. 9. ds». M. Abenb»� 8 Uhr im Nebenzimmer de» Saale» bei Jadin, Turnerstraße vis 4 vi»" der Turnhalle einzufinden. Da» Comit« für die Wahl Bebel'». ---.------- ü HVtlllift«ewerkschast»er Holzarbeiter. VClfPjUJ Mittwoch, den 7. Januar, Bersammluug bei Jabin.�i Turnerstraße. Zahlreiche« Erichtiueu erwartet alle Der Bevollm. Hab Anzeige. Bon der Schrift Die parla«e«tarische Thätigkeit des Reichst«zS ist eine 2. Auflage in*000 K-emplare« erschienen. L Wir ersuchen dringend, van diesem wichtigen AgitationSmittel hj l finl und der Be' stui eim hin d. h. für die weiteste Berbreitnnßwie heü den reckten Gebrauch zu machen, desselben Sorge zu tragen. Gegen Einsendung de« Betrag« liefern wir»0 Stall smvcn 1 Fflkr. unfrankirt.— Wer nicht selbstchäng in die Agitation ew'nif, zugreift» vermag, möge durch Bertheilung diese« Schriftchen« da�yar Seine zur Erreichung d«S Partei Zweckes beitragen. ,(I Die Expedition des„VottSstaat". beg Än die Filialexpeditionen. von der Brochure„Leipziger Hochoerrathsprozeß' ew Re W. .....,.. alle über« »ühligen Expl. der Lieferung 1—10(besonders von Lieferung 4) sofol< zu retourniren. Zugleich bringen wir zur Kennwiß, daß alle Schriften, welch« nickt baar bezahlt wurden und wofür augenblicklich keine Berwendung ist,&Ü anl 16. Januar an unS ftanco rückgesandt werden müssen. s3l Zw der p- pztg:«erantw. Redakteur: M-Preißer.(«edaktiou u. Expeditta« Dil Zecherftr. 44.) Druck und«erlag der Seuogeoschasisbuchdruckerei.