Sr. auf F. XK «cht Vit 8« fnt I« .cht int «d ia. L8, Hr. ix. Hr. !U- lb. li. ter 5. bg in ffl. at- Erscheint i» kripsiz Mt»»»ch,Freit«g.Sonntag. ngm nehmen an all« »stalten u. Buchhand- i des In-».AuSlandet. �Expeditionen für die Neremigten Staaten: F. Ä. Sorze, »»n 101 Hoboken, N, J. Nrn. Lnedert. in Mayitr. CUeag«, JU. �cter Hai. 1. W. Coraer TbW u4 (tr. PUUdtlpkU. jLbonnrmpnftprci»: Srüt Preußen incl. Stempelsteuer 210, Sgr., für die übrigen Deulfchen Staaten IS Sgl. pro Quartal. ZlOnata-Zibonnement, werden bei allen Deutschen Plostan st alten auf den 2ten n. s ten Monat und auf den Sten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen R> Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den I ten Monat k 6'/, Sgt. angenommen. Organ der sozialdemokratischenArbetterdartei und der internatianalenGetverksgenossenschaften. z»ferate. die Abhaltung von Partei-, SerentS- und Volksversammlungen, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und BergnügungS- Anzeigen mit i Sgr. die dreigespaltene PetU-Zeile berechnet. Kr. 10. Sonntag, 25. Januar. 1874. cn »(- in» n» ge. iff' eu» ar erde?! UN Das Resultat der ReichstagSvahl. Am 10. Januar ist nachstehende Anzahl von Stimmen für unsere Candidaten abgegeben woiden. Es fielen Stimmen: Auf Bracke in Braunschweig: 1. Bezirk 7,7K6, 2. Bez.<5,828, 3. Bez. 2,795; auf Johann Jacoby im Leipziger Landkreis: 4,630, Dresden 3,582, Weimar 2,731, Berlin 2.265, Mainz 1,348, Pforzheim 1,328, Solingen 1,892, Breslau 1043, Stuttgart 413, Bamberg 340, Elberfeld 298, Sora» 140; Grillenberger in Nürnberg 5,355, Würzburg 730, Baireuth? im 21. fach fischen Bezirk 6,515, Hof 1,603, Erfurt?? Liebknecht in Stoib berg. Schneeberg 8,141, Dresdner Landkreis 3632, Zschopau 630, Eisenach 955; Bebel in Glauchau: 7,777, Leipzig 3,651, Würzen- Oschatz 845, Hannover 61, Frankfurt a. M. 63, Bielefeld 36, Fulda 12, Mannheim 630, Altona 200, Kastel?? Fink in Roch' litz-Geilhain- Pegau 3844; Bahlteich in Miitwelda-Burgstädt Frankenberg 7,180; Most in Chemnitz 10,084, Darmstadt-Groß- gerau 1224, Heidelberg 64, Augsburg 1,609, Lechhausen 287, Pößneck- Saalfeld 1000; Geib in Haimchen-Freiberg 5,942, Ham bürg 548, Motteler in Zwickau-Crimmitschau 8941; Walster: Döbeln- Waldheim 3,300; Daschner: Bautzen-Kamenz 513; Eck- stein, Wolsdruff-Tharand 3,743; Wolf, Großenhain-Meißen 874; Ufert, Pirna-Königstcin 1596; Engelhardt, Annaberg 319; Albert, Plauen 1650; Demmler, Altenburg 2,682, Eßlingen 3,860; Voigt, Gera 1,600; Sy» Gotha 1,438; Bock, Coburg?? Mühlhausen-Langensalza?? Geiser, München 1,782; Pröbstl, München 1,486; Rick, Regensburg 230; Löwensteiu, Fürth 2,222; Rick, Landshut 192; Burck Hardt, Göppingeu 2,683; Metzner, Calbe-AsckerSleben 2,594, Potsdam 273, Magdeburg 1,208; Herbig, Königsberg 1542; Zirfaß, Cöln 1069; Kirch ner, HildeSheim?? Hirsch, Wiesbaden 291; Schneider, Mar bürg 1,292;Henning, RonSdorf 629, Crefeld?? Ehrhardt, Lücke» walde 1,641; Kühn, Langenbielau 930; Fritzfche, Halberstadt 816; Winkler, Arnstadt 992. In Sachsen sind zur Reichstagswahl 1874 seitens der So- zialdemokratie folgende Stimmen abgegeben woiden. Candidaten der sozialdemokratischen Arbeiter-Partei: lg al kr' tet ch, nt kr. >er o- it-| iL; -st i . t»' 3.J in r: nt ab a! 3. Bezirk: Daschner 4.„ Liebknecht 5."" e. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13, 14. 15, 16, 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. kstein Wolf Ufert Geib Walster Bebel Bebel Jacoby Fink Bahlteich Most Bebel Motteler Liebknecht Liebknecht Engelhardt Uorck Albert 513, 3.632, 3,582, 3,743, 874, 1,596, 5,942, 3,300, 845, 3,651, 4,630, 3,844, 7,180, 10,064, 7,777, 8,941, 8,141, 630, 319, 6,515, 1,650, 87,389. Candidaten des Allgemeinen deutscheu Arbeitervereins: 1. Bezirk: 3.„ 5.„ 7... 16.„ 20., 23.„ Keller HülSbeck Stuhr Tölcke Tölcke Zwiebler 1,518, 471, 110, 1,083, 142, 1,561, 370, 5,255. Ob drefes Resultat genau ist, können wir nicht sagen. Daß an rni ersten und zweiten Bezirk gar keine Stimmen für uns abge- geben worden fein sollen, scheint unS nicht glanblich; haben doch r- vre liberalen Blätter die Stimmen Liebknecht» im 20. Bezirk al ebenfalls vollständig unterschlagen. Wir ersuchen unsere Partei- genossen im 20. Bezirk, un« zu melden, ob die von un» ange- ' Pthrle Zahl die offiziell richtige ist. F»_ Da« Gesammtresultat aller bi» jetzt auf die sozialdemokratischen Kandidaten in Sachsen abgegebenen Stimmen beträgt 92,644 � 8f8« 44,243 im Jahre 1871. Die Stimmenzahl hat sich also wehr �ls verdoppelt und wird sich in Folge der drei Stichwahlen «n Lf'r X," M,)b 14* Dezirk, wo unsere Candidaten in der engeren ck. Wahl find, noch um einige tausend Stimmen vergrößern. Be- merkt fei, daß un 1. 2., 3., 7., 11. und 20. Bezirk eine Agi- t» tatton gar nicht stattfand, im 8., 10., 21. und 23. Bezirk nur üü-J*'1.Ö".111®';. Die Parteigenossen concentrirten vielmehr ihre «raste auf die übrigen Bezirke, wa< um so uöthiger war, da nicht weniger wie 4 der aufgestellten Candidaten: Liebknecht. Bebel. «aschner in Folge von Gefängniß. Most in Folge der Ausweisung verhindert waren zu agittren. Uhle und Sonntag wurden in der wichtigsten Periode der Agitation verhaftet und Letzterer erst nach Wahl freigelassen. Auer wurde ebenfalls im entscheidenden Moment gefaßt, endlich zwar gegen Caution steigclassen, aber ver- ' suchtet, das Weichbild Dresden» nicht zu verlassen. Daß ttotz �ser Haupthindernisse, neben den vielen zweiten und dritten Grades die Partei dennoch diese großarttgen Resultate errang, spricht ttien so sehr für die gute Organisation im Allgemeinen, den Opfer- muth und die Begeisterung jede» Einzelnen. Weiteres über da» Gesammtresultat der Wahlen in Deutschland werden wir an- knüpfen, sobald dasselbe endgültig feststeht. Bi» jetzt beträgt dasselbe, soweit es un« bekannt ist— und aus mehreren Wahlbezirken sind noch gar kewe Nachrichten da— etwa 163,000 Stimmen. Wir ersuchen die ParteiwahlkomitöS in den noch fehlenden Wahl- bezirken, nnS umgehend da« Resultat der Wahl mitzutheileu; außerdem wollen die Parteigenossen nnS sofort Berichtigungen einsenden, falls solche in Bezug auf obige Zahlen fich als noch- wendig herausstellen sollten. Politische Uebersicht. — Die Wahlsiege unserer Partei lassen die Nationalliberalen nicht schlafen. Fort mit dem Plunder des Freiheitsscheine», heißt es nun bei ihnen, wir sind die Besitzenden und somit die Herr- schenden. Außer unserer Freiheit dulden wir keine mehr. Ein- mal zu dieser Erkenntniß gelangt, ist das allgemeine Wahlrecht für sie ein Stein im Wege. Das gestehen nun auch schon viele ihrer Preßmamelukeu zu. Hören wir z. B. da«„Göppinger Wochenblatt"(zugleich Amtsblatt), wie trefflich sich die Heulmeierei schon ausgebildet hat. ES sagt:„Die bedenklichste Seite der diesjährigen Wahlen bilden die Erfolge der Sozialdemokraten. Nicht nur, daß sie ihre Hauptworlführer in den Reichstag bringen, sie haben auch ansehnliche Nstnvruäten au manchen Orten erreicht, wo sie nicht siegen tonnten; in dieser und jener Stadt bildeten sie, wenn auch >m Ganzen unterliegend, eine lokale Mehrheit, und in Landorten, wo vielleicht zum ersten Male Name und Begriff der Sozialdemo- kratie gehört wurde, haben sie Wähler gefunden. Da» allgemeine Stimmrecht wird in Folge davon härter als je angeklagt werden, die Diäteulosigkeit dagegen in etwas günstigerem Licht erscheinen. Dieses bedeutende Anwachsen der äußersten demokrati- schen Partei kann dem ruhigen, steten Wachsen der bürgerlichen Freiheit keineswegs förderlich sein. Angesichts solcher Wahlergeb- nisse werden die besitzenden und die regierenden Klassen nicht ohne Besorgnisse in die Zukunft blicken, in welcher die Folgen de« all- gemeinen Stimmrechts sich mehr und mehr entwickeln werden." Aha, eS ist bedenklich, daß die Bauern schon für Sozialdemokraten stimmen! Die Diätcnlosigkeit soll unsere Abgeordneten zum Schwei- gen bringen— wie liberal klingt da»! Die„bürgerliche Freiheit" der liberalen Amtsblätter ist gefährdet— man sieht e«, der„Segen" der fünf Milliarden bricht sich in Deutschland wie in Frankreich immer mehr Bahn. Während man sich in den diplomatischen Kreisen noch nicht recht einig ist, wie ein neuer Krieg eingefädelt werden soll, der Krieg aber selbst schon ganz offen für unauS bleiblich erklärt wird, sucht man das Augenmerk der Völker von dem Elend abzulenken, welches der letzte„heilige Krieg" gebracht hat. Allem dieses Elend ist zu unzweideutig, überall macht e» sich geltend und die„Krachs" oben sind nur das Wetterleuchten von dem Gewitter, welches alle Culturländer zu überziehen im Begriffe steht. In Amerika sehen wir eine großartige Arbeitslosigkeit, alle Geschäfte stocken, und in Europa ist'S nm kein Jota besser. Die KrachS" werden zur Alltäglichkeit und wenn es heute in Wien oder Berlin ettvaS ruhiger ist, al» gewöhnlich, gleich erschallt der Nothschrei von anderer Seite. In dieser Hinsicht sei eine Zuschrift citirt, welche die„Hamburger Nachrichten" vom 20. Januar aus ariS veröffentlichen. Sie sagt mehr als die besten Leitartikel, denn ahlen beweisen. ES heißt darin:„Die kommerzielle und indu- strielle Lage von Frankreich, insbesondere von Paris, ist noch immer eine prekäre, der Stillstand des Geschäfts ein bedenklicher. Die Noch unter den arbeitenden Klassen ist groß und da« hiesige Leih amt hat augenblicklich auf 40,000 Matratzen Darlehen machen müssen, d. h. viermal so viel al» in gewöhnlichen Zeiten, und diese ominöse Anzahl würde noch größer sein, wäre da» Leih amt nicht durch Mangel an Raum genöthigt, Tausende von Borgern zurückzuweisen.« — Sozialdemagogisches. Die Berliner„BolkSzeitung ist über die„Schande", daß der„König im sozialen Reich" in der Reichshauptstadt und bisherigen Fortschrittsdomäne Berlin mit Hasenklever zur engeren Wahl gekommen ist, vollständig aus dem Häuschen. Nun— wenn e« ihr genügte, sich durch die komischen Aeußerungen ihrer Verblüfftheit lächerlich zn machen— wie z. B. n der letzten Svnntagsnummer— so ließe sich nichts dagegen einwenden. Jedermann hat das Recht, ein Narr zu sein(to rnake fool of hirnself, drücken es die Engländer auS). Aber die BolkSzeitung" gehört in die Kategorie der boshaften Narren, und diesen muß man auf die Finger klopfen, erforderlichen Fall« zu noch strengeren Maßregeln Zuflucht nehmen. Da« Organ de» Hrn. Schulze, dieses bankrouten BourgeoiS-„Sozialdemazogen", enthält in der letzten Nummer gegen die Sozialdemokratte einen DenunziationSartikcl, dessen plumpe Schamlosigkeit auf einen be- kannten Namensvetter des entthronten„Allverehrten" als Verfasser hinzuweisen scheint. Freilich— eS ist das eine Eigenschaft, die in jenen Kreisen sehr häufig zu finden ist, und zwar ausS Klassischste ausgebildet. Anknüpfend an die famose gesellschaftSrettende Epistel des strebsamen Hrn. Teffendorff hat die„«olkSzeitung« die Stirn, zu schreiben:„Die Quelle der umsichgreifenden Brutalität liegt in der That in der weitverbreiteten demagogischen Aufreizung gegen die bestehende Gesellschaft. Bergessen wir aber hierbei nicht auch zu zeigen, von wem diese Demagogie großgezogen und im Stillen begünstigt worden ist.„Wer hat denn mit Lassalle geliebäugelt, als er sich weltberühmt machen wollte durch Niederkämpfung der sogenannten„liberalen Bourgeoisie"? Brauchen wir denn gar zu weit zu suchen, um zu zeigen, wie der Geheimrath Wagener im Interesse der„Regierung" Broschüren ausarbeiten ließ gegen da« Bourgeoisiesystem, und wem Hr. von Schweitzer, der Nachfolger Lassalle's, ein gar sehr willkommener Agitator war, um die Arbeiter gegen die Besitzenden aufzuhetzen?— Wir sind froh, daß eS jetzt besser werden soll. Staatsanwalt und Polizei sind jetzt auf die richtige Quelle der Brutalität hingewiesen, die in dem demokrati- schen Treiben liegt, wo man die Leidenschaften dumpfer Geister ausstachelt, und Gefetz und Recht, Sitte und Besitz als Feinde der Freiheit anklagt und mit Knüppelweisbeit niederkämpfen lehrt." Genug dieser„Knüppelweisheit" und diese» Knüppelstils. Man gehört nicht ungestraft zu den Bewunderern LaSkerS. Soweit die citirten Sätze einen Sinn haben, ist eS der: die scheußlichen Roh- heften, durch welche Berlin einen so traurigen Ruhm erlangt hat, da« steche Louislhum, die furchtbare Ueberhandnahme von Gewalt- thätigkeiten und Verbrechen aller Art sind der Sozialdemokratie (denn unter Sozialdemagogie versteht die bankroute Sozialdema- aogin„BolkSzeitung" die Sozialdemokratte) zu verdanken, sind die Folge der sozialdemokratischen Bewegung. ES ist die« eine be- wußte Lüge und Verleumdung. Die„BolkSzeitung" weiß so gut, wie wir, daß die sozialdemokratischen Grundsätze zeder Roh- Heft enffchieden feindlich sind, und sie weiß ferner ebenso gut wie wir, daß alle diejenigen schlimmen Leidenschaften, über deren AuS- brüche in Berlin mau sich neuerding« so entsetzt, durch da» jetzt herrschende politische System genährt und gepflegt, und durch den Militarismus und die Institution der„heiligen Kriege" sogar zum herrschenden StaatSgeist, zum StaatSpnnzip erhoben sind. — Der„Volkswille" schreibt:„Die Lage der österreichischen Arbeiter hat sich bisher noch keineswegs gebessert. Im Manu- faNurgefchäste herrscht fast gänzlicher Stillstand. In Bielitz, Brünn, Reichenberg und Jägerndorf, den Hauptplätzen der österreichischen Schafwollindustrie, sieht eS trostlos auS. Arbeitcrentlassungen sind dort noch immer an der Tagesordnung; da« Elend steigert sich mit jedem Tage und lauter und lauter ertönt der Ruf nach Staats- hülfe sür die brodlosen Arbeiter. Nicht viel besser geht e« den Manufakturarbeitern in Wien, von denen der größere Theil bereits aufs Pflaster gesetzt ist, während die noch Arbeitenden sich jede Lohnreduktton gefallen lassen müssen. Auch über die Lage der Eisen- und Metallarbeiter Wiens wird AehnlicheS berichtet. Von drei Wiener Waggonfabriken sind— wie der Borstand der Ge- nosscnschast der Maschinenfabrikanten und Mechaniker mittheilt— momentan zwei gänzlich unbeschäftigt, die dritte arbeitet nur mit halber Kraft; die Prager Maschinenfabrik kann jetzt nur 10 Per- cent der Arbeiterzahl beschäftigen, die sonst bei ihr bedienstet ist, so daß im Ganzen fast 4000 Arbeiter feiern und brodlo« sind. Es steht zu befürchten, daß die Zahl der brodlosen Arbeiter sich verdoppeln wird, wenn nicht dafür Sorge getragen wird, daß die Waggonfabriken Arbeit erhalten. Nur eine kurze Zeit, höchstens drei Monate, und 8000 Arbeiter hungern. In diesem Augen- blicke der Gefahr bestellt die Bodenbacher Bahn tausend Kohlen- waggonS— im Auslande, bei Kramer und Klett in Nürnberg.— UebrrgenS wird in allen Geschäften über Mangel an Arbeit ge- klagt. So ist fast der größte Theil der Wiener Gold- und Silber- arbeiter seit Monaten zum Feiern verurtheilt. Auch die Schuh- macher und Schneider haben wenig zu thuu. Briefe, die unfl au» den verschiedenen Provinzen zukommen, schildern in ergreifender Weise das Elend, in welchem allerorts die Arbeiter leben müssen.« — In Spanien ist der Kehraus zu Ende: am 2.�Januar Castelar weggeblasen, dann ein paar Aufstände hier und da, auch in Barcelona ein Versuch, und nun Cartagena gefallen! Da« Lied von dem Heldenmuth und der Dummheit de« Volk«, da« sich von elenden Bauernfängern und schauspielernden Zungendrcschcrn naSführen läßt, und, wenn eS kämpft, nicht zur rechte» Zeit, nicht am rechten Orte, nicht mit dem rechten Zusammenhalt zu kämpfen weiß! Wie viel Tausende edler Leben find in den letzten Jahren in Valencia, Malaga, Saragossa, Barcelona, Cartagena zum Opfer gefallen! Genug des Blut«, um ein halb Dutzend Frei- staaten zu gründen— wenn nur dem Blut auch der Kitt de» Verstandes, de« Verständnisses beigemischt gewesen wäre. ES war ein Wittkampf der Thvrheit und der Unvernunft auf Seiten der demokratischen Parteiftaktionen— die Sozialisten mit inbegriffen — und es ist schwer zu sagen, wer in diesem Wettkampfe die An- dem überholt hat. Natürlich ernteten die Gegner der Demokratte die Früchte dieser Saal von Thorheit und Unvernunft.„Der glückliche Serrano pflückt die Birne, und Castelar, der den Baum aepflanzt, ist auf den Kehrichthaufen gewotfen!" jammern die Bewunderer deS verunglückten spanischen Thier» anläßlich de» Fall« von Cartagena. Nun, daß der Säbel die Frucht abschlägt, welche der inipotente Parlamentarismus gezeitigt hat, liegt in der Natur der Dinge und ist schon gar oft dagewesen. Daß Herr Castelar aber vor der Einnahme von Cartagena von der Bühne verschwun- den, ist vielleicht das glücklichste Ereigniß, da» ihm zugestoßen. Zur Lächerlichkeit wäre vielleicht die Infamie gekommen. Innere Partei-, Bervaltnng«- nnd OrganisatianS- Angelegenheiten. An die Parteigenossen! Die Wahlbewegung hat alle Mitgliedschaften mehr oder weui- ger angestrengt, doch weit mehr noch al» die einzelnen Mitglied- schasten wurde die Parteikasse beansprucht. Die Wahlerfolge beweisen, daß die gebrachten Opfer nicht vergeblich waren. Wir sind stolz auf diese Erfolge und hoffen, daß alle Parteigenossen eS mit uns sind. Daß gerade im Januar viele Mitgliedschaften mit ihren Beb trägen sich im Rückstände befinden, kann nicht befremden. Allein gegenüber einer über alle Maßen angegriffenen Parteikasse gilt keine Entschuldigung, und so fordern wir denn alle Vertrauensmänner eindringlichst auf, für baldige Zusendung der«stallten Beiträge an den mitunterzeichneten Parteikassirer Sorge zu tragen. Auch erinnern wir daran, daß noch nicht alle Centralwahl- comitsS über den Ausfall der Wahlen berichtet haben. Hoffentlich genügt dieser Hinweis, um die Säumigen zu sofortiger Pflicht- erfitllung anzuspornen.' Hamburg, 22. Januar 1374. Mit sozialdemokratischem Gruß! Der Ausschuß. I. A.: H. Benneke, kleiner Schäferkamp 34. August Geib, RödingSmarkt 12. Gewerksgenossenschastliches. Gewerkschaft der Schuhmacher. cholßa. Wie die Constanzer Collegen uns berichten, beab- sichtigt der dort bestehende Meistcrverein die junge aber thatkräftige Mitgliedschaft zu sprengen und haben Maßregelungen schon statt- gefunden. Die Collegen schreiben:„Wir wollen lieber das Härteste ertragen in dieser Jahreszeit als unsren Prin- zipien abschwören." Das ist Mannhaftigkeit! Wir warnen hiermit vor Zuzug nach Konstanz und zwar auf so lange, bis die dortigen Freunde selbst die Warnung aufheben. Ferner hoffen wir, sobald der Ruf erschallt zu unterstützen, daß kein Ort, kein Kollege zurückbleibe mit seiner Unterstützung. Das übermüthige Gebühren jener Herren, die nicht die mindeste Ursache haben mit unsren Kollegen in dieser Jahreszeit ihr frivoles Spiel zu treiben, muß gestraft werden. Kollegen allerorts, sorgen wir dafür, daß nicht jene Herren wie in Essen über die Niederlage der Kollegen in der„Schuhmacher-Zeitung" jubeln. Alle arbeiterfteundlichen Blätter biÄen wir um Abdruck obiger Zeilen. Für die Verwaltung: W. Bock. Verband der Klempner und Fachvcrwandter. Stuttgart, 13. Januar. Sonntag, den 4. Januar war Herr Kastner aus München hier, vom Verwaltungsrath berufen, eine Mitgliedschaft daselbst ins Leben zu rufen, waS auch von ziem lichem Erfolge gekrönt war, denn es zeichneten sich sofort 25 Mann in die aufgelegte Liste ein. Montag, den 12. Januar hielten wir nun eine weitere Versammlung ab zur definitiven Gründung und Ausschußwahl. Ist unsere Mitgliedschaft vorläufig auch noch klein, so ist doch alle Aussicht vorhanden, sie in Kürze auf die ihr ge- bührende Höhe der Collegenanzahl zu bringen, wie es von einer Stadt wie Stuttgart zu erwarten ist, denn auch die Arbeiter Schwabens werden sicher nicht zurückstehen hinter den Bemühungen ihrer Mitbrüder in anderen Ländern, auch sie werden beweisen, daß sie ihre Zeit erkennen und fördernd mit einzugreifen wissen in die Speichen des Rads der Zeit, zur endgiltigen Lösung ver sozialen Frage und rufen wir deshalb allen Collegen beim Ein- tritt in den Verband zu:„Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Roth uns trennen und Gefahr". Mit collegialischem Gruß für die Mitgliedschaft M. Seischab, Bevollmächtigter. KaSp. Zettler, Kassirer, rothe Straße 4, parterre. Correspondenzen» Leipzig, 20. Jan. Auläßlich der Stichwahl zwischen Dr. Joh Jacoby auS Königsberg und Dr. Heine aus Plagwitz fand gestern Abend eine gut besuchte Volksversammlung in dem �benachbarten Connewitz statt. Scheil referirte in derselben über die Stellung der neuen Demokratie zur alten und unterzog die Thaten der letzteren einer strengen aber gerechten Kritik, Jacoby, als den Vater der deutschen Demokratie, sowie feine unwandelbare Treue zu den Prinzipien derselben in das rechte Licht stellend. Da Jacoby sich voll und ganz bei Gelegenheit des Leipziger Hochverraths Prozesses zum Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei bekannt, sei eS Pflicht eines Jeden, welcher gegen die heutigen Zu- stände Protest erhebt, einem solchen unerschrockenen und konsequenicn Verfechter der Volksrechte seine Stimme bei der engeren Wahl zu geben. Nach Scheil ergriff noch Parteigenosse Stelzer aus Leipzig das Wort, die Stellung beider konkurrirenden Candidaten beleuchtend, und über die Thaten des bisherigen Reichstags, namentlich in Bezug auf das Militärgesetz der Versammlung ein klares Bild gebend. Die Versammlung verlief in schönster Ordnung. Trotz Aufforderung meldete sich kein Gegner zum Wort und wir sind berechtigt, auf den Sieg Jacoby's zu hoffen. M«nche«iernsdorf, IS. Jan.(Strike.) Nachdem nun auch bei uns von neubackenen Fabrikanten«in Teppichfabrikantenbund -gründet und dieser sich zur Aufgabe gestellt, die schon kärglichen öhne noch mehr herunter zu drücke», indem die Herren den Ar- heitern einen Lohntarif vorlegten, nach welchem einem fleißigen Arbeiter wöchentlich 20 Sgr. bis 1 Thlr. abginge, fühlten sich die Arbeiter gezwungen, auch einen Tarif auszuarbeiten und diesen den Arbeitgebern resp. dem Vorsitzenden de» Bundes vorzulegen. Diese Herren aber, welche auch nur Arbeiter sind, und wobei erwähnt werden muß, daß drei dieser Pattone, nämlich Ernst Schneider, Gotthard Hofmann und Kühl, Mitglieder der sozialdemottatischen Arbeiterpartei, ja sogar Erstgenannter Vorstand unseres Vereins ist, waren sehr erbost, daß sich die Arbeiter erlaubten, den Arbeit- gebern einen Lohntarif vorzulegen, und hielten ihren Tarif fest. Die Arbeiter waren nun gezwungen, die Arbeit einzustellen, und sind in Folge dessen mehrere Familienväter brodlos. Aber die alte Garde, welche eS größtentheilS bettifft, steht fest. Drin- gend nothwendig ist aber, daß uns die Parteigenossen sobald als möglich mit Geld unterstützen. Wir haben bei jedem Sttike unsre Schuldigkeit gethan und erwarten nun, daß uns die Parteigenossen zum Siege verhelfen. Gelder sind zu senden an Louis Vogel bei Gottfr. Bröhwel. Wir bitten alle arbeiterfteundlichen Blätter, diesen Aufruf zu be- rücksichtigen. Mit Brudergruß Der Vorsitzende deS Sttikecomitö: Carl Seifert. An die Wähler im 18. hannoversche» Wahlkreise. Stade. In nächster Zeit müssen wir noch einmal in die Wahlagitation eintteten, da für unfern Wahlkreis eine Nachwahl stattfindet, und die Stader Arbeiter freuen sich schon darauf, ob- schon wir bei der letzten Wahl nur eine verhältnißmäßiz geringe Stimmzahl hatten. Unsere Gegner, die nattonalliberaleu Macher, hatten aber auch Alles gethan, um sich den Siez zu sichern, und selbst zu Ungesetzlichkeiten hat man seine Zuflucht genommen, damit nur die Arbeiter nicht die Majorität erhalten möchten. Daß städtische Beamte, die aus den von den Kleinbürgern und Hand- werkern, sowie von den ärmsten Arbeitern aufgebrachten Steuern besoldet werden, mit der Verbreitung der Benningsen'schen Wahlzettel beaufttagt waren, also zur Förderung von Parteizwecken benutzt wurden, wollen wir den Machern der Benningsen'schen Wahl noch gar nicht mal so groß übel nehmen, weil vadurch dem Glauben an die Unparteilichkeit der Behörde ein arger Stoß versetzt ist, woran wir keinen Nachtheil haben. Daß aber in den Wahlbureaus selbst für Bennigsen agitirt, resp. Stimmzettel für denselben ausgegeben wurden, verstößt ganz entschieden gegen§ 11 des Wahlgesetzes, nach welchem im Wahl- lokal selbst nicht einmal ein Wähler sich den Stimmzettel schreiben darf. Ungesetzlich, weil den§ 13 des Wahlreglements verletzend, war eS ferner, daß beim Eintritt in'S Wahllokal Arbeiter ange- rufen wurden:„Na! wen wollen Sie wählen?" Wenn aber ferner Wahlvorsteher dem klarsten Wortlaut des § 9 des Wahlgesetzes, welcher lautet:„Die Wahlhandlung sowie die Ermittelung des Wahlergebnisses sind öffentlich", ent- gegen, Wähler, die bei Ermittelung des Wahlergebnisses anwesend sein wollten, dies verweigerten resp. dieselben aus dem Wahllokal wiesen, so wissen wir in der That nicht, ob eine größere Un- gesetzlichkeit denkbar ist. Es hat den Anschein, als ob das Wahl- gefetz nur dazu da ist, damit etwaige Wahlvorsteher dagegen handeln. Die Thatsache, daß bei Ermittelung des Wahlresultats die im A 9 des Wahlgesetzes vorgeschriebene Oeffentlichkeit verweigert wurde, veranlaßt uns aber zu der Frage, warum die» geschehen? Man muß doch einen Grund dafür gehabt haben, denn ohne Grund, und zwar ohne einen sehr triftigen Grund, läßt sich doch so leicht Niemand eine Ungesetzlichkeit zu Schulden kommen. Hier die Antwort. In allen Fällen, wo die Oeffentlichkeit bei Ermittelung des Wahlergebnisses, die in Z 9 des Wahlgesetzes vorgeschrieben ist, ausgeschlossen wird, geschieht dies entweder, um hinter verschlossenen Thüren das Wahlergebniß zu„schieben", oder aber eS geschieht dies, weil die Wahlvorstände daS Gesetz, nach welchem sie die Wahlleitung handhaben sollen, gar nicht kennen, sich nicht die Mühe gegeben haben, es zu lesen, oder wenn sie eS gelesen haben, die Bedeutung des Wortes öffentlich in geheim deuteln. Nun fällt es uns natürlich nicht ein, behaupten zu wollen, daß irgend wo, am allerwenigsten in Stade die im A 9 des Wahlgesetzes vorgeschriebene Oeffentlichkeit bei der Stimmabgabe resp. bei Ermittelung des Wahlresultats deshalb in eine geheime Er- mittelung umgewandelt worden sei, um daS Wahlresultat zu fälschen, daS hätte doch seine großen Bedenklichkeiten. Wir trauen den „Machern" der nationalliberalen Wahlen natürlich nicht so weit als wir sehen, aber zu diesen„Machern" rechnen wir nicht die auS mehreren Personen zusammengesetzten Wahlvorstände, über deren Häuptern außerdem noch der ß 103 des Strafgesetzbuches: „Wer— ein unrichtiges Ergebniß der Wahlhandlung vorsätzlich herbeiführt, oder da» Ergebniß verfälscht, wird mit Gefängniß von einer Woche bis zu drei Jahren bestraft," als Damoklesschwert auch dann noch hängen würde, wenn sie sich einer„Schiebung" des Ergebnisses schuldig gemacht hätten, wenn die Wahlen längstens vorüber sind. Aber auch ohne gleich das Schlimmste zu denken, bleibt der Ausschluß der Oeffentlichkeit bei der Stimmabgabe oder bei Er- mittelung des Wahlresultats eine durch nichts zu entschuldigende Ungesetzlichkeit, die umso strenger geahndet werden sollte, wenn Leute sich derselben schuldig machen, von denen man vermöge ihrer sogenannten Bildung anzunehmen berechtigt ist, daß sie das Wahlgesetz verstehen, wenn anders es ihnen nicht zu viel ist, die Nase hineinzustecken und eS zu lesen. Freilich! daS allgemeine Volksbewußtsein urtheilt nicht so milde als wir, und der einstimmig, gleichsam auS einem Munde kom- mende Schrei,„das ist Schwindel", den die Masse deS vor dem Rathhause versammelten Volkes ausstieß, als daS hinter ver- fchlossenen Thüren festgestellte Wahlresultat bekannt gegeben wurde, zeigt klar und deutlich, wie die Masse des Volkes instinktiv fühlte, daß Etwas nicht in Ordnung. Womit will man allen denen, die diesen Schrei ausgestoßen, beweisen, daß sie Unrecht haben? nach- dem man sich den einzig möglichen Beweis, die„Oeffentlichkeit", abgeschnitten hatte? Doch genug davon! Daß es auch vonvSeiten der„humanen" Arbeitsherren an Versuchen, die Arbeiter einzuschüchtern, nicht gefehlt hat, ist so selbstverständlich, daß es kaum der Mühe werth erscheint, darüber zu berichten. Aber wir wollen den Arbeitern bei der Gelegenheit den guten Rath geben, wenn bei der nächsten Wahl dieselben„humanen" Herren wieder kommen und verlangen, daß die Arbeiter sich unterschreiben sollen, unfern Gegencandidaten zu wählen, so thue man den„Herrn" doch den Gefallen, denn damit ist noch Niemand gehalten, seine Stimme am Tage der Wahl dem Gegner zu geben. Und wenn diese humanen Herren in Gesellschaft von Nachtwächtern, Stadtdienern und Polizisten Euch Stimmzettel unsers Gegencandidaten anbieten, so, nehmt sie an, je mehr desto besser, und verbraucht später dieselben wozu sie gut sind. Und wenn Eure humanen Herren oder sonstige dumm- dreiste Burschen Euch fragen:„Na! wen wollen Sie wählen?" dann nennt nur immer den Namen unser» Gegencandidaten. Wenn aber diese unverschämte Gesellschaft gar zu frech wird und versuchen sollte, Euch an der Ausübung deS Wahlrechts zu hindern, oder Euch durch Androhungen zu beeinflussen, dann sorgt dafür, daß derartige Fälle dem Wahlcomits bekannt werden; eS soll dann dafür Sorge getragen werden, daß der ß 107:„Wer einen Deutschen durch Gewalt, oder durch Bedrohung mit einer straf- baren Handlung verhindert, in Ausübung seiner staatsbürgerlichen Rechte zu wählen oder zu stimmen, wird mit Gefängniß nicht unter sechs Monaten oder mit Festungshaft bis zu fünf Jahren bestraft.(Schon der Versuch ist strafbar.)" nicht umsonst im Strafgesetzbuch steht; den Herren, die da glauben, die Arbeiter terroristren zu können, muß endlich einmal der Standpunkt klar gemacht werden. Aber am Wahltage nehme jeder feinen Stimm- zettel mit dem Namen Thedor Jorck in Hamburg gleich mit nach der Arbeit, und ttage denselben, wenn man ander» keine Zeit hat, in der Mittagstunde zur Wahlurne. Auf diese Art müssen die Schliche, Ränke und Schurkenstreiche der Gegner unschädlich gemacht werden. Unter allen Umständen aber vergesse man nicht, daß§ 9 des WablgesetzeS lautet:„Die Wahlhandlung sowie die Ermittelung des Wahlergebnisses sind öffentlich." Damit ist gesetzlich be- stimmt, vaß jeder Wähler zu jeder Zeit und beliebig lange in jedem Wahllokale sein kann, bis das Wahlresultat ermittelt und verkündet ist. Es ist Pflicht eine? jeden Wählers, etwaige Unregelmäßigkeiten oder Verstöße gegen das Wahlgesetz dem Comite anzuzeigen, vamit nöchigenfalls die Gültigkeit der Wahl angefochten werden kann. Ungesetzlich ist z. B. A Sschluß der Oeffentlichkeit bei der Wahl- Handlung und bei Feststellung deS Resultats, ferner daS Anstiegen von Stimmzetteln und Ausgeben derselben im Wahllokale. Keiner daft wählen, dessen Namen nicht in den Listen steht. Jeder Wähler muß seinen Stimmzettel selhst abgeben, uud zwar in der Zeit von Vormittag 10 bis Abends 6 Uhr. Schließlich schreibt man uns noch über die Wahl am 10. Januar: Als das Arbeiter-Wahlcomitä um 10 Uhr Vormittags die Wahl- lokale im Rathhause besetzte, um Stimmzettel auszugeben, waren die hochehrbaren und wohlweisen Herren ob solcher, in Stade bis dahin umrhörten Frechheit de» Plebs, sich vor den geheiligten Hallen des Rathhaufe» so gar nicht, und noch weniger vor den bereits mit Stimmzetteln hinpostirten Dienern der heil. Hermandad zu geniren, ganz entsetzt. Was gab es da für ellenlange dumme Gesichter. Hatten doch die hohen Herren alles so hübsch angeordnet. Jeder Wähler sollte dem Kreuzfeuer Bennigsen'scher Stimmzettel aus- gesetzt, womöglich mit Polizei-Bedeckung bis zum Wahlzimmer geleitet werden. Und nun diese Dreistigkeit von Seiten des Arbeiter-WahlcomiteS, sich ganz ungenirt daneben zu stellen, als ob die Leute gewußt hätten, daß sie dazu ein Recht haben. So etwas war noch gar nicht dagewesen. Aber es hals alles nicht. Die Arbeiter ließen sich nicht verblüffen, und da die Blicke der Stadt- und Polizeidiener die„Frechen" auch nicht niederschmetteren, so zogen sie es vor, dem Arbeiter-Comite das Feld allein zu überlassen. Aber welche Gesichter die nationalliberalen„Macher" schnitten» als sie an Stelle der Stimmzettel- bewaffneten Polizeidiener zum Schutze der Bennigschen Wahl, die Stimmzettel für 2)orck vertheilen sahen, und mit welchem Entsetzen die vom Schweiße der Arbeiter dick gewordenen Bourgeois in weitem Kreise um die Arbeiter herumgingen, als wenn eS Nigger wären, deren Geruch für die feinen Riecher der hohen Herrschaften unausstehlich ist, man muß das alles gesehen haben, um zu begreifen, wie lächerlich sich diese Menschensorte gemacht hat. Euch aber Arbeiter, Handwerker und Landleute im 18. Hanno- verschen Wahltteise rufen wir zu: Laßt Euch durch das anmaßende und brutale' Auftreten der Gegner nicht irre machen, Ihr seid im Recht. Organifirt Euch, verbindet Euch für die in kurzer Zeit j stattfindende Nachwahl, und Ihr habt die Macht, die Gegner der j Arbeit, die Gegner der Freiheit, die Gegner der BolkSwohlfahrt. die nationalliberale Partei im Wahlkampf nieder zu werfen! Brieflasten der Redaction. Nach England: Prozeß Bazaine sowie da» zweite Manusccipt erhalten. Erscheint in den nächsten Nummern. Einstweilen besten Dank und Gruß! Da» Weitere wird besorgt. H. F. in Berlin: Besten Dank! Wird demnächst abgedruckt. Sie können uns keineu grö- ßeren Gefallen thun, als wenn Sie Ihre Feder öfters für uns in Be- wegung setzen. der Expedition. B. A. Rdtk Königsberg Ab. 4. Qu. 4 Thlr. Khn Riesa Ab. 1. Qu. Thlr. 2 20. Zimmerges.-Kcankenk. hier Ann. 8 Gr. Scklbg hier Schr. 12 Gr. Sfn hier Schr. 5 Thlr. Hh Lindenau Ab. Jan. Gr. 4 5. Blkmr hier Ab. 1. Qu. 16 Gr. Khu Biere Ab. 1. Qu. Thlr. 1 5. Fnk hier Schr. Thlr. 2 12. Hrbz Königsberg Schr. 2 Thlr. I. Dhl Scheibb» Ab. 1. Qu. Thlr. 1 4. Trimmt Berlin Schr. Thlr. 10 11 5. G. Hnchr Töln Ab. 4. Qu. 17 Thlr. Tischler». Cöln Ann. 12 Gr. L. u. Frb Königsberg Schr. 5 Thlr. Wmr hier Schr. 15 Gr. Arb.-Partei Hamburg Ann. 27 Gr. Volk«». Glauchau Ann. Thlr. 1 20. F. Schttr Coburg Ächr. Thlr. 3 17. Zbl Berlin Ab. 4. Qu. Thlr. 9 6 7. Mhl Godramstein Schr. 4 Thlr. Fnk hier Schr. Thlr. 4 10. Klempner u. Gasfitter Hamburg Ann. 6 Gr. Grhrd Ronneburg Schr. Tblr. 1 2. Hckmnn Preß bürg Ab. 4. Qu. Thlr. 1 21. Thl Wien Schr. 4 Gr. Ptrs Berlin Ab. 1. Qu. 16 Gr. Kllbrg Berlin Ab. 1. Qu. 16 Gr. Uhle Chemnitz Schr. Thlr. 1 13. A. B. Mrn- berg: Alle Schrst. sind wie verlangt zu haben._ Alitvf ilt Allen Parteiaenossen zur Nachricht, da» ich in meiner Leih- bibliothck�nachstehende soziale Schriften aufgenommen habe: Ein Jahrhundert der Revolutionen cw Lief-rungeu), Am Webstuhl der Zeit, Rathgeber für Gewerbetreibende:e., und nehme Bestellungen auf sämmtliche Schriften entgegen. G. Görges, Buchbinder, Wederstr. Nr. 32. Berlin Sozial-demokratische Arbeiterpartei. Vesirkoversammlungen. Montag, den 26. Januar, Abend» 8 Uhr, Luow'.y Loeal,»dmiralstraße 11. Eingang vom Hof: Bortrag. Diskussion. Berschiedene». Dienstag, den 27. Januar, Abends 8 Uhr, Eafs HanSmann, Elisabethstraße 17, Eingang dam Hof: Vortrag. Diskussion. Berschiedenes. In beiden Versammlungen werden neue Mitglieder aufgenommen. Um zahlreiche Beteiligung bittet_ DaS Agitatioas-Conite. Gewerkschaft der Holzarbeiter. �UlllUUlZ Mittwoch, den 28. Januar, Abends 9 Uhr: Oeffent- liche Versammlung im Locale de» Herrn Eckhart, Schopenstehl 22. Tagesordnung: Zweck und Nutzen der Gewerkschaft. E»»erden alle Mitglieder ersucht pünktlich zu erscheinen. Ed. Prep. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. �UlllllUlZ Montag, den 26. Januar, Abeud» 9 llzr: Versammlung bei Hansch. Schauen bürg erstraße 14. T.-O.- Die im„Botschafter".enthaltenen Gesetzesvorschläge zum Schutze der Arbeiter. Ref. Külbel. Zutritt Jedem frei. IVlimtt cheneratversammlung I�T/ Ö der Zimmergeseltrn Krankenkasse zu Leipzig am 2. Februar Abend»>/,7 Uhr, im Saale de« Thüringer Hofe«. 2.-0,: Halbjährige Kassenabrechnung.(2a. 8.) Der Vorstand. Gewerkschaft der Metallarbeiter. Leipzig Dvi Ä pol, euch ttkai als> < Montag, den 26. Januar: Sitzung bei Arn hold, Read-' mtzerflr."—"T.-O.: 1) Kassenbericht. 2) Die Localfrage u. Bortrag.. ES ist Pflicht daß alle Mitglieder erscheinen. Srcrbekasse der Manufaktur- Sterbekasse der wcanusaktur- Fabrik-»ud Handarbeitcr-Genossrnschaft. Adresse des Borstandes: August Haverbier, Gerberstr. Nr. 2280. Thonberg u. Umgegend«tTÄ)«.Ä sammlung im Gasthof zu Thonberg.— T.-0.: Die Reichstagswahl. Sonntag Abend in der Tonhalle zu Neureudnitz._ j lsaltu 5 der größi oder Fäuß Äuf v Geburtsanzeige. Die gestern Abend erfolgte glückliche Entbindung meiner lieben Frau Emma Emilie geb. Rotber, von eiaem kräftigeu Knaben zeigt hiermtt'Zate liebe» Verwandten und Freunden an.* Briid Aunwctler t. d. Pfalz, d. 21. Jan. 1374. Georg Stebach, dng, --'Un Leipzig: Berantw. Redakteur: M. Preißer.(Redaktton und pedittou Zettzerstr. 44.) Druck ans Verlag der Geuossens chast» buch druckerrt.