i »v«rs. Erscheint in Leipzig mtw«'Mittwoch,Freitag,Som»l>q. -! Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- langen des In-».Auslandes. 5nt„ Filial-Expeditionen für die lttag. Bereinigten Staaten: mal» F. A. Sorge, � Hox 101 Hobokea, N. J. --, Wm. Lueders, 469 Maystr. Chicago, Jll. !»rgt. Peter Haß, h, so 8. W. Corner Third and o**8: coates str. Philadelphia. afen: Der Volks Abo«»emtnt«pttis: Für Preußen incl. Stempelsteuer 21'/, Sgl., für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. Manat»« Abonnement» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den'ülen u. Z tcn Monat und auf den 3 tat Monat besonders an genommen, im»gr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den l ten Monat a ö'/a Sgr. angenommen. �vrgandersozialdemokratischenArbeiterParteiundderinternationalenGenierksgrnossellschasten. »rußt 12 5. Tnn >lchtr' z»fer»tr, die Abhaltung von Partei-, Bereins- und«olksversammlungen, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden nnt 1 Sgr., Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Privat- und Vergnügung». �«r. 13 w.. Lgfl-' Sonntag, 1. Kevruar. 1874. Reichstagswahl. lerlm Gr. r>>t, . Bb- Hamburg(1. Wahlkreis): Möring 10,080, Hartmann 61K0. Hamburg(2. Wahlkreis): Hartmann 8246, Schmidt 10,275. ®!- Berlin(3. Wahlkreis): fHasenclever 6042, Schulze-Delitzsch t265 Stimmen. - j Dresden(Altstadt): Joh, Iacoby 6470, Minckwitz 7844. In Greiz ist Kamigann vom Allgem. deutschen Arb.-Verein ch�zegen den bisher patentirten DurchfallScandidaten Oppenheim unter- In Brandenburg ist Schweckendiek vom A. d. Arb.-Berein bei der Stichwahl unterlegen. Im Leipziger Landkreis(13. Wahlbezirk) hat, soviel jetzt : Pr übersehen, Johann Iacoby über Dr. Heine gesiegt. Politische Uebersicht. — Der„geniale Staatsmann" hat jetzt üble Zeiten, und wenn eil ihm schon Mallinckrodt und Schorlemer seine schlimmsten „Nerven" verursachten, indem sie die Enthüllungen Lamarmora'S >hm direkt unter die Nase rieben, so hat der Abgeordnete Eugen Richter sich über die heute herrschende Preßwirthschaft und Preß- Halle korruption j» einer Weise ausgesprochen, welche sicherlich nicht zur Nervenstärkung angethan war. Richter»ieS au Beispielen nach, ade», wie der Reptilienfond verwendet wird. So erzählte er, daß die '�bekannte bikmärckische„Frankfurter Presse" erst vom Polizeipräsi- �deuten Madai für 10,000, dann von der preußischen Regierung c' für 40,000 Thlr. angekauft worden sei. Und dieses Blatt hatte ' �bie Frechheit, einst gerichtlich zu klagen, als die„Frankfurter ' Latent" offen aussprach, daß e» aus dem Reptilieufond gespeist werde. Herr Bismarck rannte ruhelos während der Rede Richters '—"im ReichStagSgebäude umher und kam zuletzt zu LaSker, welcher „treue Diener" denn auch gegen Richter ins Feuer ging, um sich der-unfierblich zu blamiren. Eulenburg fand die Rede Richters„amü> sant". Auch ein„genialer Staatsmann"! Die Regierung hat ch�jauf die schweren Anklagen Richters eine ebenso schwere Antwort muMgegebeu: daS Reichspreßgesetz ist wieder da! und zwar in !�der Form, wie eS dem Reichstage vorgelegt wird. ES umsaßt 2S Paragraphen und behält die vorläufige Beschlagnahme bei. staat" und der„Neue Sozialdemokrat")". Was bedeuten sie au- derS als:„Lieber Herr Staatsanwalt, du hast unserm guten „Gewerkvereiu" zu einer Strafe verholfen; das müffen wir über un» ergehen lasten, aber nun fei auch so gut und verhilf dem bösen„Bolksstaat" und dem bösen„Neuen Sozialdemokrat", die sich deffelbigen Vergehens schuldig gemacht haben, zu derselben Strafe— und womöglich einer höheren, von wegen der„Ten- denz"!"? Kann es etwas anderes bedeuten? Kein Zweifel, mit- unter schlüpft ein Ausdruck, ein Wort in die Feder, dessen Trag- weite nicht sofort berechnet wird, und namentlich der Journalist, der oft rasch Geschriebenes ungesäumt in Druck gibt, ist solchem „Ausgleiten der Feder" ausgesetzt, aber im vorliegenden Fall kann diese Entschuldigung nicht angeführt werden. Nicht nur erscheint die„Concordia" bei sehr geringem Umfang— nicht viel über Zweidrittel einer„VolkSstaat"-Nummer— bloS einmal die Woche, so daß die RedaktionSarbciten von einem halbwegS fleißigen Mann mit Leichtigkeit, ohne Ueberstürzung in den Freistunden bewältigt werden können; die betreffende Notiz war auch, wie in einer An- merkung ausdrücklich mitgetheilt wird,„schon für die vorherige Nummer bestimmt" gewesen, aber„wegen mangelnden RaumS" zurückgestellt worden. Dadurch wird die Möglichkeit eine» lapsus pennav(AuSgleitcnS der Feder) auSgeschloffen. Entging dem Hrn. Redakteur daS Denunziatorische der Klammerbemerkung beim ersten Durchlesen, nach acht Tagen, beim zweiten Durchlesen, konnte eS ihm nicht entgehen. Es ist also eine absichtliche und über- legte Denunziation, und der Hr. Redakteur der„Concordia" ein Denunziant! WaS wir aber von Denunziationen und De- nunzianten halten, daS haben wir neulich gesagt, als wir mit Hrn. Schulze von Mainz abrechneten. — Ein recht einfältiges Rechenexempel stellt die Dresdener „Preffe" über den Ausfall der Wahlen in Sachsen an. Sie führt au», daß es in Sachsen 500,000 ReichStagSwähler gäbe; von diesen stimmten 257,963, die Sozialdemokratie erhielt 91,275 Stimmen. Man dürfe nun annehmen, daß bei der Disziplin der Sozial- demokraten nur sehr wenige nicht gestimmt hätten und die Partei alles in allem gerechnet, in runder Zahl 100,000 Wähler habe. Also nur der wicklichen Wählerzahl, die übrigen maßt sie sich an, ohne Weitere» als„reichstreue" Wähler zu betrachten. Als in der preußischen ConflictSzeit Herr von Eulenburg eines Tage» den Liberalen vorrechnete, sie repräfentirten nur 33 Prozent der Wähler, weil diese für sie gestimmt, die übrigen 67 gehörten l�ß Der berüchtigte Z 20 lautet jetzt: t„Wer mittels der Preffe den llngehoisam gegen das Gesetz! der Regierung, brach das Abgeordnetenhaus in"ein homcrtscheS ' oder die Verletzung von Gesetzen als etwas Erlaubtes oder Ver- Gelächter aus und die gesammte liberale Presse machte daS Rechen- — dienstliches darstellt, wird mit Gefängniß oder Festungshaft bis zu exempel vielfach lächerlich. Heute befinden wir uns an der Stelle taar zwei Jahren bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, so der Liberalen von damals. Zu behaupten, von 500,000 sächsischen tritt Geldstrafe bis zu 600 Mark Reichsmünze ein." Wähleru gehöite nur der fünfte Theil der Sozialdemokratie, ist Das lautet nicht minder erbaulich als der ftühere§ 20 und einfach lächerlich und dürfte daS Rechenexempel der„Dresdener wir sind sehr begierig auf die PrapiS, welche die Herren Juristen Preffe« bereits durch die Nachwahlen eine sehr unangenehme Cor- im Falle der Annahme dieses Galgenparagraphen einhalten werden, rccwr erfahren haben, indem diese zeigen werden, um wieviel § 21 lautet in seiner neuen Form: � Tausend Stimmen sich die Partei nur in den drei in Frage stehen e .Begründet der Inhalt einer Druckschrift den Thatbeftand einer strafbaren Handlung, so sind 1) der Verfasser, 2) der Redacteur oder Verleger, 3) der Verleger oder CommissiouSverleger, 4) der den Bezirken durch größere Agitation vermehrt hat. Die Wahlen sind bei der der Sozialoemokratte günstigen Stim mung im Volke keineswegs ein ausschließlicher Maßstab für ihre Drucker, 5) der Verbreiter mit der Strafe des Thäters zu belegen, Stärke. Hätte die Partei die doppelte Anzahl agitatorischer Kräfte, überhaupt doppelte Mittel zur Verfügung gehabt, würde das Re sultat ein noch weit glänzenderes fein. Nur die Beschränktheit der Kräfte und Mittel hat größere Resultate verhindert und wir hoffen, ohne daß eS eine» Beweises ihrer Mitschuld bedarf. Ist£ie Veröffentlichung ohne den Willen deS Verfasser» geschehen, so trifft statt j seiner den Redakteur oder Herausgeber die Verantwortlichkeit. Es 'J kann jedoch jede der in obiger Reihenfolge nachstehenden Personen dies in drei Jahren der„Dresdener Presse"— vorausgesetzt, daß die Strafverfolgung von sich abwenden, wenn ne eine der in dn sie dann noch lebt, zu beweisen. Reihenfolge vorgehenden Personen bei ihrer ersten gerichtlichen Ver- ritt uehmung oder innerhalb 24 Stunden nach derselben nachweist und— Charakteristisch. Bor wenigen Tagen stand der Re der Nachgewiesene in dem Bereiche der richterlichen Gewalt eines. dafteur der ultramontanen„Germania", Kaplan Majunke, vor »bej deutschen Bundesstaates ist. Diese Bestimmung steht der gleich den Schranken des Berliner Stadtgerichts und wurde als„Schuldig" Ä Zeitigen Verfolgung derjenigen nicht entgegen, in Ansehung derer, der„Majestätsbeleidigung", der Beleidigung des Reichskanzlers, des � außer der bloßen Handlung der Herausgeber des Verlages oder StaatSmcnisteriumS und einer öffentlichen Behörde(der Redaktion ßt der Verbreitung noch andere Thatsacken vorliegen, welche nack des. StaatSanzeigerS") zu einem Jahr Gefängniß und zu 200 Thlr. allgemeinen straftechtlicken Grundsätzen eine Theilnahme an der Geldbuße verurtheilt. Den Anttag de» Staatsanwalts, und zwar durch die Druckschrift begangeneo strafbaren Handwng begründen." des be— rühmten Hrn. Tessendorff, der neben drei Jahren Gesang- Also Einer muß„dran glauben", gleichviel ob schuldig oder niß 500 Thlr. Geldbuße, event. weitere 6 Monate Gefängniß ----- 1 i Vernichtung der vorfindlichen inkriminirten Artikel auch auf Serlust der auS öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte lautete, lehnte der Gerichtshof,«weil er keine Veranlassung dazu habe", ab. So behielt Hr. Majunke fein Reichstagsmandat, unschuldig. Worauf diese Ärt von„Recht" sich gründet, dürste wohl am Besten in Tahiti oder Honolulu zu erfahren sein. Ob wohl auch Schelliug der Sohn diese Paragraphen wieder auSge- klügelt hat? Oder Bucher? Oder Stieber? Oder Tessendorff? Diese„Bravsten der Braven" brauchen un« nicht erst zu beweisen, da» er durch eine glänzendere Wiederwahl nur aufs neue erhalten daß Bismarck mit einer fteien Preffe nicht regieren kann— wir! haben würde. Als Bebel vor zwei Jahren nur zu 9 Monaten wisse» es schon! Gefängniß wegen„Majestätsbeleidigung" verurtheilt wurde, fanden sich in Leipzig Richter, welche ihm auch daS Mandat aberkannten. In Berlin konnte der Staatsanwalt Tessendorff keine solchen Richter finden. So verschieden urtheilen die Männer, welche die Wage der„Gerechtigkeit" in der Hand halten; gut nur, daß das Volk bei den Wahlen auch ein Wörtchen über solche Urtheile mitsprechen kann und schon mitgesprochen hat. Die künftige Geschichtschreibung wird e« an der richtigen Bezeichnung auch nicht fehlen lassen. — Denunziautenthum. Ju der letzten Nummer(4) der sattsam bekannten„Concordia" findet sich folgende Notiz:„Auch gegen den„Gewerkvereiu" ist kürzlich wegen Preßvergebens ver- handelt worden. Derselbe hatte nämlich au» Anlaß de», falschen(??) GerüchtS, wonach die BereiuSbank.von H. Quistorp in Charlotten- bürg vom Staat eine Subvention erhalten haben sollte, der Re- gierung(ähnlich wie der„Bolksstaat" und„Neue Sozial- demokrat") vorgeworfen, sie, die sich den berechtigten Forderungen der Arbeiter gegenüber taub verhalte, unterstütze die Gründer, Schwindler u. s. w. DaS Gericht erblickte hierin eine Beleidigung de» StaatSwioisteriumS und verurtheilte den Verfasser des Ar- tikels, H. Polke, zu einem Monat Gefängniß, und den da- maligen verantwortlichen Redakteur, vr. Max Hirsch, zu 50 Thlr. Geldbuße, eventuell 14 Tagen Gefängniß." So die, mit AuS- ucchme der zwei Fragezeichen hinter dem Worte„falschen", ganz unveräudtrt abgedruckte Notiz der„Concordia". Man achte auf die gesperrten Worte in der Klammer„(ähnlich wie der„Volks- — Ein GefellfchaftSretterchen. Im Koburger Land- tage hat der Abgeordnete und Staatsanwalt Morchut einen Anttag auf„Regelung" des Verein»- und Versammlungsrechte» eingebracht. Er motivirte den Anttag damit, daß er Gesetze ver- mißte, nach denen die Behörden stritte verfahren könnten, denn bislang fei die Entscheidung, wann ein Beamter einzuschreiten habe, selbst für Juristen schwierig. So lagen die Dinge schon früher, seit Einfiihrung der allgemeinen direkten Wahlen sei ein Noihstaud eingetteten, der vom Staate gesetzlichen Schutz wider Raufbolde, die den Frieden Anderer störten, heische. Soweit dürfe es nicht kommen bei un«, daß der friedliche Bürger in seine Ver- sammlunzen nur mit dem Revolver gehen könne, um sich selbst zu schützen gegen steche Eindringlinge. Von anderer Seite ward vor der Elastccität solcher die Grundrechte beeinttächtigeuden Gesetze gewarnt, die leicht zu chikavöser Auslegung gegenüber mißliebigen Vereinen geeignet wären. Der Anttagsteller dagegen hielt elastische Schranken für besser al» gar keine Schranken, betonte auch, daß die Regierung schon jetzt zur Auflösung einer Bcrsammlung befugt sei, fall« letztere gegen das Sttafgefetzbuch verstoßen sollte. Hierauf einstimmige Annahme de» Antrage» Morchut. Wir haben darauf den Hrn. Staatsanwalt Morchut zu stagen, ob er einen der„stechen Eindringlinge" und„Raufbolde" nennen kann. Wenn ja, dann heraus mit den Namen, und wir werden sehen, ob wir es mit einem Mitglied der sozialdemokratischen Ar- beiterpartei, oder mit einem pattiotischen Laskerknüppelgardisten» In Binding zu thun haben. Im ersteren Fall stehen wir dafür, daß der Betteffende als unwürdig adl unserer Partei ausgestoßen werden wird. Die Sozialdemokratie schwärmt nicht für„steche Eindringlinge" und„Raufbolde"; jedenfalls macht sie dieselben nicht zu Universitätsprofessoren. Wenn aber Herr Morchut die „stechen Eindringlinge" und„Raufbolde«, von denen er spricht, nicht namhaft machen kann, so erlauben wir uns, ihm zu sagen: Lieber Hr. Staatsanwalt, entweder die„stechen Eindringlinge" und„Raufbolde« existiren nicht, und Sie haben nur„Gestalten gesehen", gleich dem seligen Bassermann, oder sind von irgend einem alten Weib, sei e« männlichen, sei eS weiblichen Geschlechts schmäh- lich genaSführt worden— oder die„frechen Eindringlinge" und„Raufbolde" existiren, sind aber Ihren gesellfchaftSretteri- scheu StaatSauwaltSfingern entschlüpft. Die erstere Annahme ist Ihnen ungefähr ebenso schmeichelhaft wie die zweite, und eS ist un» ziemlich gleichgiltig, auf welchem der beiden Hörner dieses Dilemma« Sie Ihren unbequemen Sitz zu erwählen für gut finden. — Der„Frankfurter Beobachter" enthält in seinem„Sprech- saal" nachstehend« Zuschrift: „Hr. Redakteur! Es wird Ihnen nicht unbekannt fein, daß den Mitgliedern der sozialdemokratischen Arbeiterpartei'(Elsenacher Pro- gramm), der auch ich angehöre, es seit Jahr und Tag unmöglich gemacht wurde, sich zu versammeln, von welchen Sellen will ich heute unerwähnt lassen, davon vielleicht an andere» Mal. ES war uns somit auch unmöglich, Wählervecsammlungen abzuhalten, um für unfern Candidaten(Bebel) Propaganda zu machen. Wir ließen deshalb Plakate drucken, vermittelst welcher wir unfern Candidaten proclamiren wollten. Aber der Mensch dentt und die Polizei lenkt, daS Plakat unterlag der Censur, indem eS gegen tj 9 des Preßgesetz-S verstoße. Hier muß ich bemerken, daß vor drei Jahren bei Gelegenheit der ReichstagSwahl Plakate ähnlichen Inhalt« angeschlagen werden durften. Wir ließen nun neue Plakate drucken, welche zu einer Versammlung einluden: dieselben gingen auch glücklich aas der Censur hervor und der Afficheur, Herr Eck- stein, war fleißig am Ankleben, alS um 11 Uhr Vormittags dem- selben von zwei Schutzleuten, trotz seiner Betheuerung, die Plakate hätten die Censur passtrt, daS Ankleben verboten wurde. Doch nicht genug damit; die schon angeklebten Plakate wurden größtentheilS von den Schutzleuten mit Messern her- untcrgekratzt. Kurze Zeit darauf, etwa 1 Uhr Mittag«, erschien ein Polizeiofficiant in der Wohnung des Herrn Eckstein, confiS- zirte die noch vorhandenen staatsgefährlichen Plakate und ttug sie zur Polizei. Abend« 5 Uhr, als eS recht hübsch Nacht war und die Plakate ihre Wirkung verloren hatten, setzte sie der Herr Polizeipräsident wieder in Freiheit, indem denselben nichts Unge- seyliches beizulegen sei. Dies ist geschehen in Frankfurt a. M. im Jahre de« Heils 1874, den S. Jan. Möge sich daS Publikum selbst da» Urtheil bildkn, denn jeder Commentar hierzu würde ab- schwächend wirken. Th. K." � DaS dächten wir auch. Sttaßenjungen und Polizei haben übrigens auch an andern Orten in Abreißung unserer Wahlplakatc gewetteifert. — AuS England kommt die wichttge Nachricht, daß da» Parlament vom Ministerium Gladstoue aufgelöst worden ist, und die Neuwahlen sofort vorgenommen werden sollen, damit das neue Parlament schon am 5. März, also genau einen Monat nach dem Deutschen Reichstag, zusammentteteo kann. Die Beweggründe des aalglatten Gladstone(dessen Liberalismus« von derselben Qualität ist, wie die gleichnamige kontinentale Waare, und dessen einziger politischer„Grundsatz" darin besteht, an der Regierung und den Vortheilen de« Regieren« festzuhalten) haben für un» und unsere Leser nur ein untergeordnetes, oder gar kein Interesse; was aber der Auflösung ein hohes Interesse für uns verleiht, ist der Umstand, daß bei den bevorstehenden Neuwahlen die englischen Gewerkvereine zum ersten Mal mit aller Macht, deren sie unter der jetzigen Organisation fähig sind, iu die Wahlbewegung eintteten. In England besteht allerdings, wie seinerzeit in diesem Blatt deS Näheren ausgeführt ward, nur ein sehr beschränkte» Wahlrecht und da« Wahlrecht ist obendrein räumlich so ungleich und so zum Vortheil für die herrschenden Klassen vcrtheilt, daß selbst bei allgemeinem Stimmrecht die Arbeiterklasse nur eine Minorität von Vertretern in« Parlament schicken könnte, aber auch mit dem jetzigen Census und der jetzigen Eintheilung der Wahlbezirke wäre es immerhin möglich, daß die Arbeiter eine Anzahl von Candidaten durchsetzten; nur wäre die erste Vorbedingung hierzu, daß sie sich vom Schlepptau deS„liberalen" Bürgerthums loS- lösten. Da» ist eS aber, was die gegenwärtigen Führer der englischen Gewerkschaften nicht wollen, und bisher auch mit Erfolg zu «erhindtrn gewußt haben. E< gelang ihnen, den belhörlen Ar- beitern weißznmachen, mit Hitlfe des vorhandenen Wahlgesetze» und der noch mit Sicherheit von den„liberalen" Ministern(für deren „Ehrlichleit" der„demokratische" Biedermann Bright bürgt) zu erwartenden Reformen(?) würde die Arbeitersache auf parlameu tarischem Wege im Unterhaus und durch da» Unterhaus zum Siege gelangen. Nun heißt«S: Ilic Rhodus hic salU!„Hier ist die erwünschte Gelegenheit, hier legt euer Probestück ab!"— Warten wir ab, wie da» Probestück ausfallen wird! Jedenfalls hängt von seinem Ausfallen der künftige Entwicklungsgang der enguschen GewerkSgenoffenschasten ab. Einen politischen Bankerott werden die Herren Potter und Genossen nicht überdauern. Wir hoffen, Hr. Gladstone hat der Arbeiterbewegung in England einen Dienst geleistet, dessen wohlthätige Wirkungen sich höchsten« noch mit denen de« englischen FabrikantenbuudeS vergleichen lassen. Wenn da» Volk zu träge ist, vorwärts zu gehen, wird e« zum Glück von seinen Feinden vorwärts gestoßen. Es ist eben ein alte» gute» Gefetz, daß„die Kraft, die stets da« Böse will, stet« da« Gute schaffen" muß. — Unser früherer verantwortlicher Redakteur Ernst CaSper ist von zwei Anklagen auf„MajestätSbeleidigung", deren eine am König von Preußen, die andere am König von Sachsen verübt fein sollte, sowie von einer dritten Anklage auf Beleidigung des Bezirksgericht« zu Leipzig freigesprochen worden. Dem Herrn Staatsanwalt freilich ist diese dreifache Freisprechung nicht recht und er hat dagegen Einspruch erhoben. In dem Erkenntniß, das unserem früheren verantwortlichen Redakteur eröffnet wurde, kam auch vor, daß Most auf Grund der Ansprache, dze er nach Ab- büßung seiner Hast zu Zwickau an die Parteigenossen erließ, zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt worden ist. Ebenso ist Uhle in Chemnitz zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt— warum, war noch nicht zu erfahren. — Berichtigung. Die Notiz in Nr. 11 de»„VolkSstaat" über meine Haftnahme bedarf der Klarstellung. Nicht wegen Be- leidigung des sächsischen Justizministeriums, sondern wegen Belei- digung deS Leipziger SchwurgerichtshofcS(von Mücke)— siehe polltssche Ueberficht in Nr. 20, Oahrg. 1873 deS„VolkSstaat"— wurde auf Antrag des Justizministerium» die Untersuchung gegen mich eingeleitet. DaS Justizministerium dagegen sah von einer Anklage ab. In der Voruntersuchung sagte ich aus, daß ich den Artikel weder selber verfaßt, noch die mkrimiuirten Stellen desselben vor deren Veröffentlichung gelesen hätte; letztere Aussage bekräftrgte ich durch Eid, und ich wurde demzufolge klag- und straffrei ge- sprachen; da ich aber zugegeben, den Verfasser des Artikels zu kennen, erhob daS sächsische Justizministerium nunmehr Anklage gegen den unbekannten Verfasser und citirte mich als Zeugen. Unter Androhung von ö Wochen Gefängniß wurde ich zur Nam- haftmachung des Verfassers angehalten. Diesen zu nennen, weigerte ich mich. Arn Sonnabend, den 24, d. M. erfolgte meine Citation und gleichzeitige Inhaftnahme, nachdem meine erhobene Beschwerde Segen den angedrohten Gefängnißzwang ia letzter Instanz von dem tustizministerium, also dem Kläger selber, zurückgewiesen worden war. Wahr ist, daß mir em nachgesuchter Haftaufschub von zwei Tagen abgeschlagen wurde. Leipzig, den 28. Januar 1874. R. Seifsert. Gewerksgenossenschaftliches. 'Gewerkschaft der Holzarbeiter. Kildeshtim» 27. Januar. Wir zeigen hiermit an, daß sich hier in einer am 16. Januar stattgehabten Versammlung eine Mitgliedschaft gebildet hat. Endesunterzeichneter wurde als Be- vollmächtigter, Brenneke als Kafsirer und Hempel als Schrift- ftihrer gewählt. Unser Vereinslokal ist bei Herrn Uthof, Gast- wirthschaft, Langerhagen, woselbst jeden Montag Versammlung ist. Carl Kaiser, Bevollmächtigter, Rosenhagen 227. Die Itnion, Organ der Gewerkschaft der Holzarbeiter, erscheint monatlich zwei Mal, und erhalten die Mitglieder der Gewerkschaft, welche beim jeweiligen Erscheinen ihre Beiträge bezahlt haben, das Blatt unentgeldlich. Die Bevollmächtigten der Orte, welche Nr. 2 deS Blattes, sowie Nürnberger Congreß-Protokolle nicht erhalten haben sollten, wollen sofort reklamiren. Gleichzeitig theilen wir den Mitgliedern mit, daß dieselben vom Februar ab, das Resse- geld an solchen Orten wo eine Mitgliedschaft unserer Gewerkschaft noch nicht begründet ist. von den Bevollmächtigten der Metall- arbeitcr-Gewerkschaft in Empfang genommen werden kann, während unsererseits in gleicher Weise Reisegeld an Metallarbeiter ausbe- zahlt wird. Selbstverständlich nur unter den Bedingungen als dies den eignen Mitgliedern gegenüber geschieht. In erster Linie also nur gegen Quittung durch Coupon«. Sobald noch andere Gewerkschaften der„Kewerks-Knion" beigetreten sein werden, wird dies in gleicher Weise bekannt gemacht. Hamburg, den 27. Januar 1874. Für die Centralverwaltung: Th. Aorck. Allgemeiner deutscher Schiffszimmerer-Berein. Zufolge näheren Berichts aus Wilhelmshaven,-haben die HauS- zimmerer auf der kaiserl. königl. Werft gekündigt, und den Schiffs- zimmerern, 23 an der Zahl, ist gekündigt worden. Den 21. Januar, worauf laut Bericht 20 Familie», die in den von der Regierung gebauten Wohnungen ihren Wohnsitz haben, den 22. Januar chre Wohnung gekündigt worden. Also 20 Männer müssen mit Weib und Kind ihre Wohnung verlassen. Ich ersuche also sämmtliche Mitgliedschaften deS Allgemeinen deutschen Schiffs- zimmerer Verein«, so rasch wie möglich die Unterstützungsgelder an den Kafsirer einzusenden, damit unsere Brüder stegreich au« diesem Kampfe hervorgehen. Halten wir fest an dem Wahlspruch:„Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern; in keiner Roth uns trennen und Gefahr. G. Rumpelt. Ich ersuche driugeud, allen Zuzug von Wilhelmshaven fernzu- halten. Ferner bringen wir zur Anzeige, daß Lauenburg und Elmshorn auch Mitgliedschaften gebildet und Elmsborn mit 36 Mitglieder« und Lauenburg mit 30 Mitgliedern sich den Allge- meinen deutschen SchssfSzimmerer-Berein angeschlossen haben. Metallarbeiter-Gewerksgenossenschast. ßhemnlh, im Januar. Hiermit erfolgt das Berzeichniß der Bevollmächtigten nachbenannter Mitgliedschaften, alS: Leipzig: Controlcommission, Emil Kolbe, Antonstrahe 19, 3, 1. Vonitzenoer; Oskar Stephanh, Körnerstraße 6b, z, Stellverlreter; Augsburg: Konrad Hirsch, Zeugschmied, Schmied' gasse 6, 226; Berlin: H. Haoeaith, Liaieustraße 79; Brauu- schweig: C. H. Müller, Scharrnstraße 22, 2; Bremerhaven: I. Ewald, Weststraße 4; Chemnitz: R. Wolf, Langeftraße 9, 2; Crimmitschau: Rudolph Habelitz, Ried. Borstadt 357; DreS den: Ignatz Auer, gr. Brüvergasse 12, 2; Hannover: Fr. Wehkopf, Klagesmarkt 13»; Harburg a. E.: August Borchardt, Bremerstraße 2; Leipzig: Richard Ludwig, Bair'sche Straße 90, 4; Mannheim: Wilhelm Müller, I. 2, Nr. 16; Nürnberg: Al- brecht Wolf, Heugasse 8, 3; Pforzheim: Jacob Lenz, Bier- braucr Hof« Neubau; RegenSburg: Joseph MalgerSdorfer, Kaffee Satz L. C. S3, 3; Reichenbach: Ferdinand Bräunlich, Wittwe Clauß, unt. Dunkelgasse 322; Stollberg: Emil Bach- mann, Herrustraße 347; Spandau: Eduard Camin, Fischerstraßc 18 pari.; Wolfe nbüttel: Albert Satzmann, Langeherzogstraße 32; Werdau: Carl Golle, Ronneburgerstraße 657. Die Adresse de» HauptkasfirerS, an welchen sämmtliche Geldsendungen zu richten sind: Carl Herrmann Hickethier, Chemnitz, Poststraße 34. Das Verkehrslokal zu jeder Tageszeit geöffnet: Poststraße 34 Part. Den Bevollmächtigten, welche noch mit Abrechnungen im Rück- stände find, hiermit die Mitthcilnng, daß nunmehr an die Mit- glieder des betreffenden Orte« Nachfrage geschieht, um dem ß 4 der Geschäftsordnung gerecht zu werden. Zugleich diene zur Nachricht, daß durch die Wahl eine Ber- zögerung der Zusendung der Couponhefte von Seiten der Cen- tralverwaltuug stattfand, dieselbe nunmehr aber baldigst erfolgen wird und man nun allerwärtS zur Verstärkung unserer Organi- sation da« Möglichste leisten möge. Noch sei bemerkt, daß die Ausschließung Wilhelm Gericke's in Wolfenbüttel nach Ergebniß einer nochmaligen Untersuchung, da die im..Volksstaat" vom 3. Dezesskbcr 73, Nr. 119 angeführten Gründe sich als nicht stich- haltig erwiesen, retournirt und Wilhelm Gericke in seine alten Rechte wieder eingesetzt wurde. Ja der Erwartung, daß allerseits mit regsten Eifer an der Befteiung der arbeitenvcn Klasse aus dem Sclavenjoche gearbeitet und die Nothwendigkeit des Beitritts zu den GcwerkSgenossenschaften erkannt werde, zeichnet Mit herzlichem Gruß Für den Ausschuß: Rich. C. I. Wolf, Langestraße S, 2. Correspoudenzen. Nerkin, 27. Januar. Ueber den Strike in der hiesigen Möscrschen Druckerei erlaube ich mir einige Einzelheiten mit- zutheilen, denn wie dies ja immer der Fall, so wimmeln auch diesmal die Berichte in der Bourgeoispresse von Entstellungen und Lügen. Diese Angelegenheit ist insofern von Interesse, al» aus Befehl des Kriegsministeriums ca. 50 Scyer aus allen Armee- Co, PS nach Berlin„kommandirt" wurden, um die Arbeiten für das Abgeordnetenhaus fertig zu stellen. Ein Bedürfniß hierzu lag durchaus nicht vor, da auch hier wegen der allgemeinen GefchäfiS flauheit über 100 Setzer ohne Beschäftigung sind, und die stenographischen Berichte von 3 Tagen in der Offizin der„Nordd. Allg. Ztg." hergestellt wurden, dieselben jedoch heute wieder zu Möser zurückgingen, da dort„genügend militärische Kräfte" vor- Händen sind; dadurch ist die Zahl der Feiernden erheblich gestiegen. Man kommt unwillkürlich auf den Gedanken, daß die Jnscenirung des Strikes von höherer Seite herrührt, denn der Buchdruckerei- besitzer Moser legte sich in letzter Zeit besonders auf Tarisnörge- leien und der letzte Fall, weshalb die Arbeitseinstellung erfolgte, war förmlich an den Haaren herbeigezogen, so daß die Mitglieder dieses Geschäfts nicht gut anders konnten, al» die Arbeit einstelle». Etwa» tief blicken läßt auch die Aeußerung des Herrn Moser gegenüber der Glhülsin-Commisston, welche sich am Montag Morgen zu ihm verfügte, um womöglich die Sache in Güte bei- zulegen:„Ich gehe jetzt nach dem Abgeordnetenhause und werde diesen Borfall zur Sprache bringen, man wird dort schon Mittel und Wege finden und Gesetze schaffen, welche den„Uebermuth" der Arbeiter brechen werden." Kurz darauf erfolgte auch die Er- klärung des Abgeordneten Berger(Fori schrittler), mit den bekannten Lügen, die ihm Herr M. zugeflüstert hatte. Für die in Rede stehende Arbeit hat nämlich Herr M. laut Contrakt nicht 1 Thlr. 15' oder 20 Gr., sondern 6 Thlr. zu verlangen, und wenn die Setzer dafür nach jetzt geltendem Tarif 7 Thlr. verlangt haben, so sind sie vollkommen rm Recht. Wenn nun dem Unternehmer ein geringer Verlust entstanden ist» erklärt sich dieö daraus, daß dessen Contratt schon seit vielen Jahren besteht, wo der Satzpreis um die Hälfte geringer war. Während dieser Zeit steckte Herr Moser einen kolossalen Gewinn in die Tasche, was auch der Um- stand beweist, daß der Genannte jetzt mehrfacher Millionär ist. Was den fabelhasten Verdienst von 30 Thlr. pro Woche bettiffl, so ist dies dahin zu berichtigen, daß in dieser Woche auch Say, der bereits in ftüheren Wochen hergestellt, jedoch noch nickt berechnet werden tonnte, da in diesem Geschäft die Auszahlung einer Arbeit nicht eher geschieht, bis der Druck erfolgt ist, mit in Rechnung gebracht wurde, um endlich einmal reinen Tisch zu machen. Ueber- dies ist derselbe laut Ausspruch unseres gewerblichen Schiedsgerichts noch um 10 Thlr. pro Mann reduzirt worden, so daß die 30 aus 20 Thlr. zusammenschrumpfen. Außerdem kann der Beweis von Seiten der Gehülfen geliefert werden, daß der DurchschnittSvcrdicnft pro Woche 12 Thlr. nicht überstiegen hat bei sehr langer Arbeit«- zeit. Entweder hat also Herr Möser die Arbeitseinstellung deshalb heraufbeschworen, um sich seine« unbequemen ConttakteS zu ent- ledigen, oder sie ist deshalb„gemacht" worren, um die in Bor- bereitung befindlichen ArbeiterauSnahmegesctze durch die„Unver- schämiheit der Arbeiter, die bei solchem Verdienst noch größere Forderungen stellen," zu motivircn. Und nun noch EmigeS über die im Militärrock steckenden Collegen. Dieselben werden alle Morgen in Begleitung eine« Offiziers zum Geschäft geführt, zum Essen und Schlafen abgeholt und wieder hingebracht und sind sammt und sonder» im Ordon- nanzhause einquartiert, um nicht mit anderen Elementen zusammen- zukommen. An süßen Versprechungen hat man eS auch nicht fehlen lassen, so sollen Diejenigen, die sich gut führen, mit 2 Jahren loskommen, währenddem man doch sonst zum Drillen 3 Jahre braucht, außerdem erhalten sie doppelt« Rationen und Traktament- zulage, sind mit Kleidungsstücken ausgerüstet worden, als gelte e« eine» Wintcrfeldzug anzutreten, ferner ist ihnen der unentgeltliche Besuch zum Aquarium, zur Besichliguog der königl. Schlösser:c. ,c. zugesichert, unv schließlich der Berliner Tarif(?) in Ausficht gestellt worden, jedoch soll die Auszahlung de« Verdienste« erst bei Eni- lassung vom Militärdienst erfolgen.— Als Curiosum sei hier noch erwähnt, daß am Sonntag, alS die„Hü sstruppen" hier ange- kommen waren unv sich zum Appell versammelt halten, der Haupt- nanu das Commando erschallen ließ:„Diejenigen, die Mitglieder des deutschen Buchdruckerverbandes sind, voitreten!" Sein Gesicht verlängerte sich bedeutend, als fast alle vortraten, und nun wurden diesen zur größeren Borficht die Knegsartckel verlesen und ihnen bedeutet, daß sie sich nur im„Königlichen Dienst" befinden. Auch scheiur man mit der Zusammeuberusuug ziemliche Eile gehabt zu haben, denn der eine wurde von der Wach« abgelöst und schleumz; hierher spedirt. Daß unter solche« Umständen ans der einen Seite die Freu»; der Bourgeoisie eine bedeutende, auf der andern Seite jedoch d Erbitterung unter den Arbeitern groß ist, läßt sich leicht denkt« Der Vorstand de« Verein« Berliner Buchdrucker hat nun ei« Protest an da« KriegSministerinm abgeschickt, welcher jedoch wch nur den Papierkorb erreichen wird. Vielleicht nimmt sich ei« unserer Arbeiter-ReichStazSabgeordneten der Sache an und briaf st« im Reichstag zur Sprache. Fond f. pol. Gemayregelte� B. H, Tdt Meerane 22 Gr. GenossenschastSbuchdruckerei.* Antheilscheine bez. Antheilqnlttungen erhielten ferner: Ja Glaachr 2 I. G.«snk 2 Thlr.; in Lei», ig H. Sch 2 Thlr.; in Meeraue E. I; 3 Thlr., H. T. 20 Thlr.; in Werdau F. Z. 5 Thlr.; in Dresden H. A 4 Thlr. Brieftasten der Rebaktidn: Karl Lerch in Wien: Wir haben nirgends erklärt daß die„Gleichheit" da» Organ der Wiener Gewerkschastsvereine f« Schaare in Hannover: Wir erhalten demnächst die„rothe Laterne"* dann wollen wir Ihnen das Verlangte nachweisen. Fritz Wedel tu Fürth Wir werden unser möglichstes thun. Nachricht folgt. Julius Hamm« in Kaiserslautern: Sie ersuchen uns um Aufnahme einer„Berichtigung' bezüglich de« Artikel» über den Exdemotraten und Renegaten Ph. Schmidt Ihre„Berichtigung" besteht darin, daß Sie den Verfasser de» Artikel« gemeine Seele" tituliren und die Kaiserslautern Sozialdemotratei „Fremdes Volk", sowie„kurzsichtige, verbissene und hoblköpfige Menschen' � nennen. Diese alberne Schimpferei nennen Sie„Berichtigung"? tllü J« muthen uns auch noch zu, dieselbe aufzunehmen? O Sie„kurzsichtiges 90 hohlköpfiger und verbissener" Mensch! Z. in Z: Die Replik ans de« Di Artikel von Herrn Kaplan Hohoff folgt in nächster Stummer. ps, der Expedition. B. E. Ptrm Meerane Ag.-Nr. Thlr. 1 10, Schr. m Thlr. 1 10, Mß Düsseldorf Schr. Thlr. 1 9 5. Kr Zürich Schr. 13 Gr. 7". Hnsch Berlin Ab. Dec. Thlr- 7 6 5. Bink Meerane An«. 8 Gr. So« a Bremen Schr. 2 Thlr. Rth hier Ab. 1. Qu. Gr. 17 5. Blr hier Ab.— 1. Qu. Gr. 17 5. GSlr hier Ab. 1. Qu. 8 Gr. Brgr hier Ab. 1. On Gr. 17 5. Klempner und Gasfitter Hamburg Ann. 6 Gr. H. Brm Fraureuth Schr. Thlr. 1 29 5. Schuhmacher«. Bremen Ann. 5 Gr. Berlin Sozial-vemokratischc Arbeiterpartei. pesirltsversammlnngeu. Montag, den 2. Februar, Abend» 8 Uhr, Vudwitz Loeal, ASmiratstraßc 11, Eingang vom Hof: Vortrag. Diskussion. Verschiedene». Dienstag, den 3. Februar, Abend» 3 Uhr, LafS HauSmauo, Elisabethstroße 17, Eingang vom Hof: Vortrag. Diskussion. Verschiedene». In beidm Versammlungen werden neue Mitglieder ausgenommen. Um zahlreiche Betheiligung und um Zuführung von Gästen bittet Das AgitatiouS-Eomitr. Er Er C- he, un ist P- fiel Z° SB. Parteigenossen sorgt für die weiteste Verbreitung de«„Bollsstaat". Für Schuhmacher ist da« Arbeit«. Nachweis-Burea» ein sowie Herberge: Karlstraße 11 bei C. Hirsch. SB. Dies allen Collegen zur gefälligen Beachtung. Der Vorstand. Bremen - 18 fCrtflt Sonntag, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, fiadet im große» � 42- III U Saale des„Odeum" Eizelstein wie alljäbrig ein großer chata-Maskenbass der vereinigten Eigarrentnacher zw statt. Wozu einladet Das Comits. der SB. Karten sind bei den Mitgliedern und bei Herrn Breuer Eigel- stein gratis zu haben.(*1:en ----- Eine Dame frei.____ J � Entrs 5 Gr. tfTWtttnift Bereinigte Gewerkschaften. r 42/Ul-IUIll«£ Den Borsitzenden, al« den Mitgliedern sämmtlicher A. "hasten al«: Metallarbeiter, Former-Fach- � hier bestehenden Gewerkschaften an:»cerairarverrer, Mormer-Fach- verein, Holzarbeiter, Bauhaudwerker, Manufaktur-, Fabrik-"f' u, Handarbeiter, Schuhmacher u. Schneider, diene hiermit zur wu Kentnißnahme, daß sich da» Berkehrslokal von nun an tu dem eigen« zu diesm Zwecke gemietheten Lokale: red Poststraße Nr. 34 parterre befindet tun dasselbe zu jeder Tageszeit geöffnet und Gewerlsgenosse 5. H. HickethierSr< pedtttou Zettzerstr. 44.) Druck mrd Verlag der GenossenschastSbachdruckeret N- de 9«: toi UB P. vo de Tit r