Erscheint in Jeipsig Mttwoch, Freitag, Sonntag. fie: Bestellungen nehmen an alle ien Vastanstalten u. Buchhand- Az iungen des In- u.AuS landet. Ax' Ftlial- Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Boa 101 Hoboken, N. J, Wm. Lueders. 409 Mayitr. Chicago, JU. Peter Haß, S.W. Corner Tnird and coatee str, Philadelphia. SN» Sr. NN. «4. Der VÄsstaal .»aldemokratischenArbetterparteiund der internatilmalenGetverksgenossenschaste«. Ab«nnnnent»pni» Für Preußen ind. Stempel» {teuer ZI'/, Sar., für die übrigen Deutschen Staaten 19 Sgr. pro Quartal. Monat»»Zldonae»e»t» werden bei allen Deutschen Pvstanstalten aus den Zten u. 3 ten Monat und aus den Lten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenbürg auch auf den Iten Monat ü b>/, Sgr. angenommen. ne sm, Ar. ig«' der «. der Iujrrale, die Abhaltung von Partei-, Perein«, und Boltsversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Ar gelegenheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und Vergnügung« Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespalten« Petit-Zede berechnet. Kreitag, 13. Ieöruar. 1874. Gr. inj: hat dern Parteigenoffeu! Da Johann Jacoby das Mandat des 13. Wahlkreises vbgclehnt hat— was wir übrigens nicht billigen—, so steht ine Reuwahl bevor. Wir müssen abermals mit aller Macht tl den Wahlkampf eintreten; wir müssen alle Kräfte anspannen, iaimt an Stelle Jacoby'S unser neuer Candidat Kaufmann Wilhelm Bracke in Braunschweig Siege und in den Reichstag gelangt. ant- Der stampf wird ein sehr heißer werden und wir müsien nmlhn abermals mit Ehren bestehen. Wir wollen und wir ameMstf�� siegen. Das können wir aber nur, wenn Ihr uns dach besten Kräften unterstützt. Und das ist Eure Pflicht. Wir _ mürben nicht an Euch appellircn, wcnu die bisherigen Wahl- kämpfe nicht unsere Mittel erschöpft, unsere Kassen geleert hätten. ,s Helft rasch, denn der Wahlkampf wird in Kurzem ent- ' brenucn und sendet Eure Beiträge an die Expedition des„Volks- >l instaat", Zeitzcrstraße Nr. 44. Bas Comite für die Mahl Kracke'». ¥-1__ al !t4aftiie Fallstricke des neue« ReichSpretzgefetzentvnrss. PZG Der neue Reichspreßgesetzentwurf, wie er dem Reichstag idendorgelegt werden soll, ist verschiedentlich Gegenstand der Krürk ge- ami�sen. Alle Blätter sind über den durch den ersten Entwurf be» tüchtigt gewordenen tz 20 hergestürzt, um zu sehen, wa« die neue Physiognomie deflelben fei. Dabei ist aber in einer unveranb anfcto8ttlichen Weise der übrige Inhalt deS Gesetzes übersehen worden »nd zwar von Blättern, von denen wir annehmen dürfen, daß g. ihnen aufrichtig um Wahrung der Preßfteiheit zu thun rst. Wir haben bei näherer Durchsicht des PießgesetzentwurfS einige __ vestlmmungen entdeckt, die in Nicht« hinter de« tz 20 in seiner Uten Gestalt zurückstehen, ja die in der Art, wie pe in den Ge- ützentwurf eingeschachtelt sind, nicht len geringsten Zweifel auf- Mjz/vmmen lassen, daß man den§ 20 im neuen Entwurf mit seiner Wesentlich gegen die Ultramonranen gerichteten Spitze nur gefaßt g.»at, um dafür in andern Paragraphen um so ungerirter der Sozialdemokratie und schließlich allerdings jeder oppositionellen Partei auf den Leib rücken zu können. Als ein Meisterstück in dieser Beziehung ist zunächst der tz 3 anzuführen, der in feinem �Wesentlichsten Inhalte also lautet: Für den Betrieb der Pußge- Werbe sind die Bestimmungen der Gewerbeordnung maßgebend. nser�vn andern alS den hierdurch berechtigten Perso, er dürfen Druck- ichriften, auch dann wenn ein Gewerbebetrieb nicht beab- m. fichtigt ist, ohne besondere polizeiliche Erlaubniß weder »«f Straßen, öffentlichen Plätzen und andern öfsent- nmlrchen Orten verkaust, vertheilt oder ausgestreut, noä» im ?errHerumziehen verbreitet werden. Borstehende Bestimmung �sindet auf Stimmzettel für öffentliche Wahlen, sofern sie nicht» i»* Zweck Zeit und Ort der Wahl und Namen der zu wählenden Person enthalten, keine Anwendung." Wird der Paragraph in dieser Fassung angenommen, dann ist »»n vornherein das allgemeine Stimmrechr für alle Opposition«- vaMtarteien strangulirt. Man hat demselben den H,l» umgedreht, •hne e« selbst auch nur anzurühren, und zwar auf folgende Werse. bi � Verbreitung von Druckschri ten und nicht wie bisher Lr�lvs btr Berkauf von solchen von der jedesmaligen polizeilichen �Genehmigung abhängt, sind damit alle Flugblätter, Aufrufe Bnd Plakate— wie wir später in Bezug auf letztere in§ 4 § 14 beweisen werden— von den der Polizei nicht ge- m. Rehmen Parteien, unterdrückt. DaS unentgeldlrche Berbreüeu Ausstreuen solcher Drucksechen, an denen brSher in keinem [«»ptaate Deutschlands der geringste Anstoß genommen �Urde, ist unmöglich gemacht, daffetde ist mck der Berbreitung Herumziehen, also dem Au S ragen von HauS zu Hau«, von £�t zu Ort der Fall. Die Polizei ist nach diesen Bestim- �Bngen künftig allmächtig; nicht von dem Willen der Wähler, '»Bdern von dem Wlllen der Polizei hängte« einzig und allein ?», wer gewählt werden soll, wer nicht. Würden an Stelle der Jeleeffenbcn Paragraphen des ReichSwahlgesetz>S künftig einfach die .�e gefetzt: Wählbar zum Abgeordneten ist im ganzen Bunde«- jjebiete jeder Deutsche, welcher daS 25. Lebensjahr zurückgelegt hat, BBranSgefetzt, daß die Polizei veS betr essenden Bezirk« e* erlaubt» dann wäre damit der geheimen Absicht der Re- Gerungen der präciseste Aasdruck gegeben. Man wendet vielleicht von Freuneen tneseS Entwurfs Bestim- ?Bugen ein, daß ja die öffentlichen Blätier noch zur Verfügung Dieser Einwand trifft nicht zu. Die große Mehrzahl er Blätter, namentlich in den ländliweu Bezirken, sind Regierun�s- Amtsblätter; diese haben schon jetzt den oppositionell n Parteien üsi�ste Epalien verschloffen. Ihre« umit chen Eharakier« halber sind »ber meist die gel-sensten, ab„eiehen davo, daß ar ßer einem üsblatt in den meisten Bezirke» kaum em äiiveres Bl tt ex ftirt k.'- diise» aber auch wirtl ch der Fall, fo in cS em liberales und wird»:e daS Amlsblalt verfahren. Ader nicht nur hat die �esschende Partei die voihauceneii Blätter zur Berfuguna, sie hat ' gleich tie Polizei auf ihrer Seite, weiche ihnen die Berbreitung .»er mögt chen Flugbiäirer rückhaltslo« gestaltet, während � das Gleiche dem Gegner verblelet. Gesetzt nun der Fall, einem oppositionellen Gegner sei selbst ein im Bezirk besteheades Blatt offen gehalten, das aber, wie es in den meisten Bezirken der Fall ist, nicht täglich, sondern 1-, 2- oder 3mal wöchentlich erscheint. In der der Wahl vorhergehenden letzten Nummer de« Blattes wird der gegnerische Kandidat in ver- leumderrfchster Weise angegriffen— wie das als„Wahlmanöver" häufig geschieht— dann ist der Betreffende trotzdem vollständig außer Stande zu antworten, weil ein Flugblatt zu verbreiten von polizeilicher Erlaubniß abhängt, welche wiederum nicht etwa dem Verfasser oder Herausgeber nur zu bewilligen ist, sondern den 20, 50, 100 Mann, welche bestimmt sind» in raschester Weise dem Flugblatt Verbreitung zu schaffen. Niederträchtiger und perfider konnte keine Bestimmung erdacht werden, wie sie§ 3 enthält. Dieser bezieht sich aber nicht bloS auf die Wahlagitation. Fällt eS einem Zeitungsinhaber ein, Probeblätter seiner Zeitung in Restaurationen je. gratis vertheilen zu lassen, so muß jeder Einzelne der damit Beschäftigten erst um die polizeiliche Genehmigung eintommen, die selbstverständlich»er weigert wird, wenn die Tendenz deS Blatte« nicht convenirt. K in Redner in einer Versammlung oder sonst irgendwo darf sich beikommen lassen, irgend eine Druckschrift selbst gratis vertheilen zu wollen— die heilige Polizei muß erst ihre Erlaubniß geben. Was wir über§ 3 gesagt haben, gilt auch über§ 4, welcher lautet:„Als Verbreitung einer Druckschrift im Sinne des Gesetze« gilt auch daS Anschlagen, Ausstellen oder Auslegen derselben an Orten, wo sie der Kenntnißnahme durch daS Publikum zugängig ist". Und der§ 14 vervollständigt dieses PreßerwürguugSgesey, indem er bestimmt:„Bekanntmachungen, Plakate und Aufrufe dürfen nicht öffentlich angeschlagen, angeheftet oder in sonstiger Weise öffentlich auSaestellt, oder auf öffentlichen Straßen, Pläyen oder an andere.' öffentlichen Orten unentgeltlich vertheilt werden. Ausgenommen hiervon sind die amtlichen Bekanntmachungen re. re., Ankündigungen über gesetzlich nicht verbotene Beisammlungen K." Aber alle Erklärungen, Auftufe und Bekanntmachungen, die etwas anders als die simple Anzeige nicht gesetzlich verbotener Versamm lungen betreffen, sind sonach einfach, wenn sie sich auf öffentliche Angelegenheilen beziehen und nicht amtlich sind, unterdrückt. Wird der voigeschlagene Preßg-setzentwurf wesentlich in ferner jetzigen Gestalt angenommen— und daran ist bei der Servilität, Feigheit«.iv Charakterlosigkeit be«„Liberalismus" nicht zu zweifeln — dann bedarf es nur noch eines entsprechenden Vereins- nnd Versammlungsgesetzes und der Anerkennung der Interpretation de« famosen§ 130 de« Strafgesetzbuchs, wie sie da« zu reaktionären Dieustleifiungeu steiS bereue preußische Obertribunal verübt hat, für das ganze Reich— wozu ein oberster ReichszerichtShof in Bälde gehorsamst sich verstehen wird— und der Ring der Unter- drückungsge�etze ist geschloffen, der Bernichtungskampf gegen die „reichsseindlxhen" Parteien kann regelrecht beginnen. � ES ist weilgekommen im Reich der Gottesfurcht und ftommen Sitte, wo die Freiheit, welche der Liberalismus als Frucht der Einheit versprach, darin besteht, daß immer neue Ausnahme- und UuterdrÜckungSgeletze für alle Diejenigen geschaffen werden, welche sich nicht blindlings der regierenden Gewalt unterwerfen wollen. Derartig hat selbst daS berüchtigte bouapartistische Kaiserreich nicht gewagt, mit der Presse und der öffentlichen Meinung umzuspringen, wie eS in diesem Preßgefttzentwurs geschieht. DaS deutsche Reich eilt bereits feinem Untergang entgegen, noch ehe eS seinen eigend Uchen Glanzpunkt erreicht hat. Auf der Gewalt und der Unter' drückung begründet, kann eS nur mit der Erhaltung immer größerer Gewalt und immer größerer Unterdrückung sich halten. Die Politik, die es geschaffen, hat es nach kaum drei Iahren seines BestanreS dahin gebracht, daß fast die Hälfte sämmtlicher Wähler offiziell alS„RcichSfeinde" in die Acht erklärt werden und daß man nur durch ein Heer bezahlter Federn, und die auSgiebigfte Ausnutzung der Beamlenmaschinerie daS Volk fast mit Gewalt zum Glauben an die Reichsherrlichteit zwingen kann. Eine Re gicrung mit solchen Maximen kann unmöglich auf die Länge existiren, und eS wird nur ein neuer Nagel zum Sarge der Reichs denlichteit fein, wenn der Reichstag die Schmach auf sich lädt, einem G-setzentwurf, wie dem hier gekennzeichneten, seine Zustim mung zu eriheileu. Politische Uebersicht. — Bismarck an der Spritze. Am vierten Februar hat Herr von Bismarck die weichen Herren Reichsboten wieder mit bayrischem B>er und Wurst abgefüttert und voll Liebenswürdigkeit dabei zum Besten gegeben, daß die Zeitungen, welche kürzlich von einer„kleinen Differenz" zwischen der preußischen und französischen Regierung berichteten, vollkommen wohl unterrichtet waren. Er hat wirklich ein Rundschreiben erlassen und Frankreich mit dem Kürassiersädtl gedroht, weil die ftanzöstschen Klerikalen und Pfaffen ihre denis len Gesinnungsgenossen„moralisch unterstützt" hätten.„Er habe"— so drückte et sich„genial" an«—„einen kalten Wasserstrahl nach Paris gesandt." Der„brave deutsche Mann" kann nicht umhin, diese„Abkühlung" der Fran- zoseu sehr staatSmännifch zu finden und da«„geflügelte Wort" vom„kalten Wasserstrahl" al« einen Genieblitz höchster diploma- tischer Weisheit zu bewundern. Sintemalen eS in Deutschland aber sehr viele Männer gibt, welche gar nicht„brav" im Bis- marck'schen Srnne sein wollen, so erlauben auch wir uns, die Sache von einer andern Seite zu besehen, als von welcher sie die deuischen Philister und Morr«Patrioten auffassen. Die Mehrzahl de« deutschen Volke« kümmert sich gar nicht darum, was die deutschen und ftanzöstschen Pfaffen einander in die Ohren zischeln; die Interessen deS deutschen Volkes haben mit den Interessen der deutschen und ftanzöstschen Psaffen gar Nichts zu thun. Wen« Herr von Bismarck sich mit den schwarzen Herren herumbalgt, waS hat daS Volk damit zu schaffen? Und doch hat Herr von Bismarck mit seinem„kalten Wasserstrahl" einxn Conflict mit Frankreich riSkirt, der möglicherweise wiederum mit Chassepot und Zündnadel hätte ausgetragen werden müssen. Durch den „kalten Wasserstrahl" ist also daS deutsche Volk in die Gefahr gebracht worden, sich mit dem ftanzöfischen gegenseitig Massen-- weis abschlachten zu müssen, lediglich weil eS dem Herrn von Bismarck nich- gefiel, daß die ftanzöstschen Pfaffen die deutschen „moralisch unterstützten" l Wegen einer solchen Lappalie, die da« Volk gar Nicht« angeht— man denke hierbei an den Ausspruch Bismarck'«, daß auch er zum Volke gehöre, und wäge Bismarck'« Interessen und des Volkes Interessen ab— hätte also die Masseuschläch erei mit ihrem Gefolge von Volksverrohung, Elend, Noth, Thränen, Krüppeln und Drehorgeln wieder in Seene gehen können! An solchen Fäden hängt da« Wohl und Wehe de« deutschen Volkes! Das ist der Segen der„genialen Staatsmänner"! '— Der erste Gang in dem Duell Bismarck-Lamarmora ist nicht zu Gunsten unseres„genialen Staatsmanns" ausgefallen. Lawarmora hat nicht« zurückgenommen, hat die Aechtheit der betreffenden Aktenstücke bewiesen; und die italienische Regierung ist ebenfalls öffentlich, wenn auch indirekt, für die Authentizität derselben eingetreten. Daß die italienische Regierung sich nicht in» Bockshorn'jagen ließ, hat daS Bismarck'sche„Volk" sehr verschnupft, wie auS folgender Ieremiade eines Reptilienkorrespondenz der „Deutschen Allgem. Zeitung" ä. ck. Rom 1. Februar erhellt:„Die Fürst Bismarck' Lawarmora'sche Streitangelegenheit hätte beinahe einen Bruch zwischen den Cabinetten von Berlin und Rom bewirkt, da da« italienische Gouvernement Herrn v. Keudell rundweg verweigert hat, eine Erklärung zu geben, daß au» den Staatsarchiven sich nicht konstatiren lasse, daß die von Lamarmora und Govoue aufgestellte bekannte Behauptung authen- tisch sei, und da da« italienische Gouvernement erklärt hat, daß dies ein Streit sei, der sie nicht« angehe." Mit anderen Worten die Regierung ves Reich« der Gottesfurcht und frommen Sitte hatte der italienischen Regierung zugemuthet, sie solle lügen, um Herrn Bismarck rein zu waschen. Allerdings stark.— Lamarmora hat sich übrigens nicht begnügt, den Fürsten Bismarck in diesem ihm persönlich ausgezwungenen Duell abzuführen, er hat ihm auch in der von Schorlewnier-Alst aufs Tapet gebrachten Affaire der ungarischen Legion eine fatale„Stoß in« Herz" Ueberraschuug bereitet; indem er eine Depesche des Herrn Usedom, eigenen Ge- sandten des Fürsten Bismarck, veröffentlichte, aus welcher mit klaren deutlichen Worten erhellt, daß die Betheurung des.fürsten Bismarck, er habe erst nach der Sldiacht bei Sadowa den vorher von ihm zurückgewiesenen Vorschlag zur Bildung einer un- garischen Legion adoplirt, das entschiedenste Gegenth'eil der Wahrheit, und zwar nothwendigerweise eine bewußte Unwahr- heit ist. Nun— daS kommt davon, wenn man nicht den Muth der Wahrhert hat und seiner Handlungen sich schämt. Wir ge- stehen, die nachträglichen Skrupel de«„genialen Staatsmanns", die ihn in diese fatale Lage gebracht haben, scheinen uns wirklich seiner nicht würdig. Wer den Cavour spielen will, muß auch sein Savoyen und Nizza haben. — Zur„RohheitSstatistik". Zwei gewiß unverdächtige Zeugen haben sich neuerdings zu Gunsten unserer Auffassung, daß oie überhandnehmende Verrohung ganz wesentlich der Blut- und Eisenpolitik zu verdanken sei, ausgesprochen: Herr Virchow und Herr Max Hirsch. Ersteier sagte in der Sitzung deS preußischen Abgeordnetenhauses vom 27. Januar: „Der Herr Minister des Innern hat neulich die Schuld an den mißlichen Zuständen Berlins der Bevölkerung zugeschoben und ihre zunehmende Verwilderung als die Ursache der Unzulänglichkeit der Polizei bezeichnet. Allerdings tritt dieselbe(die Verwilderung) sehr stark hervor, da unsere Presse die Skandalgeschichten mit be- sonderer Ausführlichkeit zu geben liebt.(Herr Virchow sähe e» natürlich lieber, wenn die mit den pharisäischen Phrasen von deutscher Sittlichkeit so häßlich kontrastirenden Thatsacheu hübsch von der Presse vertuscht würden!). Sie gewinnen dadurch eine unverhältnißmäßige(!) Publizität. Aber e« fragt sich doch, ob der Herr Minister statistische Unterlagen für seine Behauptung hat, nicht bloS die nicht ganz verläßlichen Ziffern der Brn- talitätSstatistik, die Herr Harkort sammelt(Herr Harkort wird von dieser Ohrfeige nicht sehr erbaut sein.). Und ferner: sind die dabei in Frage kommenden Elemente zugewanderte oder einheimische. Nach meiner Erfahrung daS erstere. Damit will ich jedoch durchaus der segensreichen Einrichtung der Freizügigkeit keine Schranken gesetzt wissen(weshalb denn überhaupt den Unter- schied machen?). Vtelmehr glaube ich, daß der G-und der Ver- wilderung in dem Einfluß der Schulregulative auf da« Schulwesen liegt, für welche« der Herr Minister Jahre lang die Verantwortlichkeit mitgetragen hat.(Aber war die„einheimische" Bevölkerung nicht ebenso gut unter dem Einfluß der Schulregn- lative wie die zugewanderte? Vi'chow'sche Logik.) Vielleicht wäre es auch angezeigt, die Frage statistisch erörtern zu lassen, ob nicht die drei großen Krieg« einen schädlichen Einfluß in dieser Hinsicht auf die männliche Bevölke- rung auSge rbt haben. Ich wenigsten« halte«S psychologisch für wohl begründet." So Virchow. Nu»— di« preußische Regierung wird sich wohl hüten, eine„BrutalitätSstatistik" von diesem Gesichtspunkte au« aufnehmen und der Blut- und Eisenpolitik sammt dem„Cultur- kämpf" die heuchlerisch« MaSke abreißen zu lassen. Herr Hirsch schreibt in einem»offenen Brief an den Land- tagSabgeorvneten Herrn I. Hoppe"(S.„Gewerkoerein" vom«. d.) wie folgt: »Als die CoalitionSfreiheit, zumal bei dem enormen gewerblichen Aufschwung, der rapiden Geldentwerthunz und der'Der- Witterung durch die häufige» Kriege auch bittere Früchte zeitigte, -- da stieg auch der Einfluß der einseitigen Manchester- Richwng In der Fortschrittspartei." Für uns kommt bloS der mir fetter Schrift gedruckte Theil dieses Satzes in Betracht. Er beweist, daß auch Herr Hirsch seine lichten Augenblicke hat. — Eine Ahnung. An„Ahnungen" glauben, wie uns wohl allseitig zugestanden werden wird, heuzutage nur noch alte Weiber. Ob diese Annahme durch das Folgende bestätigt oder entkräftet wird, überlassen wir der Entscheidung unserer Leser. In der »Wochenschau" des letzten„Gewerkoerein"(Nr. 5) lesen wir:„Wie sich jetzt herausstellt, hat sich unsere in der Wochenschau der Nr. 4 d. Blattes mitgetheilte Ahnung, daß sich unter dem Namen»All- gemeine GewerkvereinSliga" die Internationale(o Graus! o Graus! O grausigster GrauS!) verborgen(!) habe, bestätigt. Englische Ori- ginalkorrespoudenzen in deutschen Blättern besprechen nemlich(!) oen»Versuch einer internationalen Sektion, aus den Gewerkvereius- kongressen(wie viel Congresse sind denn jetzt von den englischen Trades UnionS abgehalten worden?) eine freundschaftliche Antwort zur Annäherung herauszulocken." Bekanntlich ist dieser Versuch mißglückt und„dieser Vorgang— schreiben die Blätter— wird den Trümmern der Internationale in England noch den letzten Stoß geben." So der„Gewerkverein". Welches„die Blätter" find, welche der„Internationale" dieses schreckliche Schicksal prophezeien, wissen wir mcht. haben aber eine„Ahnung", daß sie zum „Gewerkoerein" ungefähr in demselben VerwandtschaftSverhältniß stehe, wie weiland die Steifleinenen zu Sir John Falstaff. WaS die„Ahnung" des„Gewerkverein" betrifft, so sind wir zu unseren Bedauern genöthigt, dieselbe in die Kategorie der nichterfüllten Ahnungen zu verweisen, die ja, womit der gute„Gewerkverein" sich trösten kann» nicht ganz selten sein sollen. Die„Allgemeine GewerkvereinSliga" hat, das können wir dem„Gewerkverein" for- mell versichern, mit der Internationalen Arbeiterassoziation absolut nicht das mindeste zu schaffen, sie steht nicht einmal mit den ba- kunistischen Sonderbündlern in Verbindung, sondern ist eine einfache Privatspekulation, und zwar eine verunglückte. Nicht ein einziger Gewerkoerein, nicht eine einzige Sektiou eines Gewcrk- Vereins in Deutschland, Frankreich, England, Amerika, der Schweiz, Belgien, irgend sonst einem Land gehört zu der„Allgemeinen Ge- Werkvereinsliga", die mcht« anderes ist, als ein schwindelhaftes AuShängeschrld ohne irgend etwas dahinter. Also mit dem„letzten Stoß", den die„Trümmer der Jnter- nationale" in England erhalte« haben sollen, istS nichts, liebes Mäxchen; dagegen haben wir eine kleine„Ah ung", daß die Har- moniezöpfler der englischen Gewerkvereine sehr bald ihr Spiel ausgespielt haben werden, und vielleicht schon der nächste englische Gewerkschaftskongreß unter dem Banner der„Internationale" statt- finden wird. erwählt, welche denn auch die Verfolgung von Meloil-Bloncourt beschlossen hat. Für diese» sogenannte Parlament existirt also sie Unverletzlichkeit de« Abgeordneten nicht, wie eS schon die Affaire Ranc gezeigt hat. Ein Pariser Blatt berichtet weiter: „Während der Verlesung de« Briefe« richten sich alle Blicke auf de» Abgeordneten Melvil-Bloncourt, einen Mulatten, der in Pari« die Rechte stodirt und sich der Advokatur gewidmet, im Jahre 1348 in der republikanischen Presse eine Rolle gespielt und seitdem für einen persönlich schüchternen und in seinem Privatleben durchaus unbescholtenen Radikalen gegolten hat. Herr Melvil Vloncourt bewahrt durchaus seine Ruhe. Einige Abgeordnete der Rechten nähern sich seinem Platze und betrachten ihn wie ein wildes Thier. Unter ihnen zeichnet sich Herr v. GaSloude ganz besonders durch seine indiskrete Zudringlichkeit aus.„Was wün- schen Sie, Herr v. Äasloude?" ruft ihm Herr Henri Brisson unwillig zu; Herr GaSloude zieht sich begossen in die gastlichen Reihen der Rechten zurück." Bei ihrer Niedertracht benehmen sich die Krautjunker auch noch albern und tölpelhaft. Seit drei Jahren tobt nun das OcdnungS- banditenthum gegen die Anhänger der Commune; die Colonien sind mit Deportirten, die Gefängnisse noch mit Gefangenen gefüllt, und noch immer hat die Bourgeoisie Frankreichs nicht genug. Es wird weiter gemordet, gestandrechtet, verurtheilt und deportirt. Das Proletariat, das stets seine Feinde durch Milde und Mäßig- keit beschämt hat, so lange die Macht in seinen Händen war, wird auS der Behandlung, die seine Freunde erfahren, lernen, wie eS bei künftigen Gelegenheiten mit seinen Feinden zu verfahren hat. — Die Bersailler Henker dürsten nach Blut. WaS bis jetzt am TodeSpfahl zu Salory geflossen, genügt ihnen nicht; es geht ihnen wre jenem Raubthier, das, sobalv eS einmal Menschen blut gekostet, gierig nach„noch mehr" lechzt. Dem Präsidenten der Krautjunkerversammlung, jdemKomödianten Busset, ging folgendes Schreiben zu: „Paris, den 3. Februar 1874. Herr Präsident! Ich glaube Ihre Aufmerksamkeit auf die folgenden Thatsachen lenken zu sollen, aus welchen hervorgeht, daß ein Mitglied der Nationalversammlung in dem Communeaufstande ernstlich genug compromittirt ist, um der Gegenstand kriegsgerichtlicher Verfolgungen werden zu können. Im Juni 1372 war auf Grund von Dokumenten, die auf die Communebewegung Bezug haben, eine Untersuchung gegen einen gewissen Meloil Bloncourt ohne Vorname noch Bezeichnung seiner Wohnung oder seines Civilstandes, eingeleitet worden. Die Nachforschungen zur Fest stellung der Identität waren bis vor Kurzem erfolglos geblieben; endlich gewann der Untersuchungsrichter die Ueberzeugung, daß der Angeschuldigte Niemand ander« ist, als Herr Melvil-Blon- court, zur Zeit Abgeordneter der Nationalversammlung. Auf Grund dieser Eigenschaft de« Angeschuldigten mußten, die Unter- suchungen sofort unterbrochen werden. Aber seine Theilnahme an dem Aufstande bleibt deshalb eine nicht minder augenfällige. Herr Melvil-Bloncourt hat in folgender Art der Commune Bei- stand geleistet: 1) Am 5. April 1871 wurde er durch Verfügung de» Dcle- girten der Commune für den Krieg mit der Direktion der Wer- düngen für die Marschbataillone und die Artillerie bettaut. 2) An demselben Tage nahm er von seinem Posten im KriegS Ministerium Besitz und 23 Schriftstücke, von denen 16 f-ine Unterschrift tragen, bekunden, daß er thatsächlich bis zum 15. Mai 1871 das Amt eines Chefs der Abtheilung für Anwerbungen ver- sehen hat; diese Schrislstücke tragen fast sämmtlich die Ueberschrift: „Befehl des Bürgers Cluseret, Delegirter für den Krieg." 3) Es erhellt aus den Commune Papieren, daß er während dieser ganzen Periode eine Besoldung von 10 Fek. täglich, in Summa 410 Frk. erhalten und darüber quittirt hat. AuS andern minder authentischen Quellen, deren Gewicht nur durch eine gerichtliche Untersuchung festgestellt werden kann, geht wehr al« zur Genüge hervor, daß er schon unmittelbar nach dem 18. März einen thätigen Antheil an der Leitung der revolutionären Bewegung genommen hat. Demgemäß habe ich die Ehre, bei der Nationalversammlung die Ermächtigung zu weiteren Verfolgungen gegen den Abgeord- ueten Melvil-Bloncourt nachzusuchen, welcher der Theilnahme an dem Pariser Aufstande und insbesondere angeschuldigt ist: eines Attentats oder der Theilnahme an einem Attentat, welche« darauf abzielt, die Regierung zu stürzen oder zum Bürger- krieg aufzureizen; der Ausübung eines Amtes in bewaffneten Banden, welche darauf ausgehen, dem Staat angehörige Festungen oder Posten an sich zu reißen, die öffentliche Gewalt anzugreifen oder ihr Wide, stand zu leisten; Verbrechen, welch- in den Act. 87 88, 91, 96, 50 und 60 des Strafgesetzbuches vorgesehen sind Genehmigen Sie, u. s. w. von Ladmirault." Dieser Herr Ladmirault ist bekanntlich Gouverneur von Paris, der sich durch sein rücksichtsloses Unterdrücken von republikanischen und sozialistischen Blättern bereils die Verachtung aller Arbeiter erworben hat. Die Nationalversammlung hat eine Commission — Bei den englischen UnterhauSwahlen haben die Herrn Gewerkvereinler sich kolossal blamirt. Außer Macdonald in Stafford scheint nicht ein einziger ihrer Kandidaten gewählt worden zu sein, obgleich dieselben als gute Harmonie-Küchlein verttauensvoll unter die schirmenden Flügel der Henne Bourgeoisie gekrochen waren. Sollte noch der eine oder andere ins Unterhaus schlüpfen— im Augenblick, wo wir dies schreiben, sind noch nicht alle Wahlen beendigt— so würde dadurch das Fiasko nur nm so greifbarer gemacht, wie ein einziges Lämpchen in einem finsteren Saal die Dunkelheit nur sichtbarer macht. Wir leugnen nicht, daß wir mit diesem Resultat zuftiedcn sind(Herr Max Hirsch mag uns nun wieder flugS im„Gewerkverein" als Feinde der Arbeiter renun- ziren!).— Der Conttast zwischen der gewaltigen Macht, welche in den englischen TradeS-UnionS liegt, und diesem Schauspiel jämmerlicher Ohnmacht in der Aktion, kann nicht verfehlen, belehrend und aufklärend zu wirken. Noch lieber freilich wäre eS uns gewesen, sämmtliche„Führer" der TradeS UnionS, von der Potter- Schule wären ins Unterhaus gekommen, und hätten dort „im Angesicht von ganz England" vor ihren hohen Protektoren katzbuckeln und kratzfüßeln müssen. Da hätte sich der Bedienten- charatter der Leutchen so recht augenfällig gezeigt. Jadeß auch außerhalb des Parlament« werden die Herren reichliche Gelegenheit haben, sich politisch todt zu machen. Als charakteristssch sei hier noch angeführt, daß der neuste„Beehive" an der Spitze der Wahlaufrufe seiner„Arbeitcrcandidateu" den Ausruf deS Herrn JameS Rothschild bringt! Rothschild an der Spitze der Ge- werkoereinler! Schöne Aussichten Herr Max Hirsch, nicht wahr? Die zum Theil aus fortgeschrittneren Elementen der Gewerk- v ereinS-Aristokratie gebildete, schon früher von uns besprochene „ Arbeiter-VertretungS-Llgue"(I�akour Reprssentation I-euguv) hat nachfolgenden Wahlruf erlassen: „Mitarbeiter! Der langerwartete Wahlkampf ist endlich da. Da beide großen politischen Parteien sich nun um Eure Unter- stützung bemühen werden, ist eS unsere Pflicht, Euch zu sagen, daß Ihr erst für Euch selbst sorgen sollt. Mehrere Arbetterkandidaten sind im Felde, und ernst, indem wir Euch beschwören, daß Ihr Eure Rechte als fteic Bürger hochschätzt, verlangen wir von Euch, ohne Zögern für diese zu stimmen. Wir sagen Euch, daß wenu Ihr so ihut, Ihr nicht in einem beschränkten Kastengeiste handelt. Als Klasse verlangt Ihr keine andere unterdrückende Herrschaft im Rathe der Nation; aber als ehrenhafte und Euch selbst respek tirende Bürger wollt Ihr ein Ende machen d:r ungerechtesten aller Klassenunterdrückungen, unter welcher die große Arbeiterklasse des Landes allein leidet. Wir fordern Euch auf, für Arbeitercandi- daten zu stimmen, um praktisch daS Prinzip der Arbeiterverttetung auszuführen. Wir fordern Euch auf, für Arbeiterkandidaten zu stimmen,, auf daß Ihr da« Brandmal der Klassenausschließung von Euch entfernt. Und wiederum fordern wir Euch auf, für die Arbeitercandidaten zu stimmen, damit die Stimmen derer, die unter Euch gearbeitet und gelitten haben, vom Unterhause aus zur Nation gehen, Eure Ansprüche zu rechtfertigen und Eure Rechte zu vertbcidigen. WaS allgemeine politische Fragen angeht, so sollten die Arbeiter Großbritanniens, für welche die Vergangenheit Unterdrückung und Unrecht war, Keinen unterstützen, der sie rück- wänS führen oder in ihrem Streben nach Fortschritt aufhalten will. M>ßachtet daher alle sinnlosen Parteirufe und unte- stützt nur diejenigen, welche bereit find, gehörige Reformen in allen Zweigen der LandcSverwaltung zu bewilligen, Männer, die ent- schlösse e sind, etwas zu thun und die den Muth und die Einsicht haben, Euch zu fazen, was sie zu thun gedenken. Laßt diejeuigeo für politische Reaktion stimmen, welche die Zukunft fürchten. Ihr müßt für die Zukunft arbeiten und ihr vertrauen." von uns existiren, mit Namen und Wohnung de» Bevollmächtig zu veröffentlichen, werden wir durch Druck eines CircularS m kommen, worauf sämmtlich« Orte u. s. w. verzeichnet sind. Weit lung der Bevollm. wollen dieselben uns fteundlichst anzeigen, l den„Volksstaat" nicht durch öfteres Wiederholen dieser Bekam machungen zu sehr zu beeinttächtigen, erhält jeder Ort ein Exv plar dieses CircularS, und sollen die Bev. jede Wcchselung u neugegründete Mitgliedschaft darauf weiter verzeichnen.— N« gewählte Bevollmächtigte: Nürnberg: Georg Sörgel, bei H. Kaufmann, Karolinenstr. 355; Wiesbaden: Christian Acker, Röw. berg 7; Arnstadt: Adolph Georgie, Friedhof 709. Die NU: berger Collegen warnen dringend vor Zuzug nach dort, weil> Arbeitgeber, die augenblickliche Geschäftsstille benutzend, mit Lot abzügen beginnen. Ganz dasselbe wird uns aus mehreren Or berichtet, und ist dies eine neue Mahnung zur Organisation. DaS Resultat der Urabstimmugijfl„Ja". Wir werden dat die nöthigen Schritte veranlassen, dam?.: auch wir schon am erst März l. I. zur Union gehören. Es beträgt also vom 1. Mi die Steuer nach§4 de« Gewerkschaftsstatut und der Urabstö mung 2 Gr. 2 Pf. Wir bitten die Beamten der Gcwerksche genau hierauf zu achten. Die 2 Pf. werden an die Hauptts als Unionsteuer eingesandt. Für die Verwaltung: W. Bock.. Allgemeiner Böttcher-(Küper-) Verei«. In Birnbaum stellten am 2. Januar unsere Collegen Lohnforderung von 30 pCt. an ihre Arbeitgeber. Beide Part! einigten sich. Unsere Collegen erhielten eine 20procentige Eihöh ihre« Lohnes. Die Arbeitgeber bemerkten, daß bei der näich Brennperiode die Arbeit für Spritfabrikanten erhöht werden sol damit die Arbeiter dann den geforderten Lohn erhalten. A Birnbaumer Mitglieder meldeten mir, wenn sie nicht im Ve«! gewesen wären, hätten sie gewiß keinen Pfennig mehr erhalte Letzteres möge sich Mancher etwas ins Gedächtuiß nehmen, de vereint sind wir Alles, zerrissen aber Nichts. In Altona versuchen die Meister unfern Verein zu zerreiß« indem sie den verheiratheten Gesellen die Arbeit kündigen u meinen, wenn letztere Hunger haben, werden sie kommen, sich a bieten, billiger arbeite» und den Berein vergessen. Aber die Herr Meister werden sich sehr irren, denn die Altonaer Collegen st einig. Es werden solche Arbeitgeber keine Gesellen erhalten. D Gemaßregelten werden von ihren Altonaer Collegen und der Hanf kasse unterstützt. ES ist nothwendig, daß alle Mitgliedschaft dafür Sorge tragen, daß der Zuzug von Altona-Hamburg fei bleibt. F. Gragert. Allgemeiner deutscher Schneidcrverein. München, rm Februar. In einem früheren Artikel vö September v. I. juurds Mittheilung darüber gemacht, daß t durch den Atnen-Schwindel hervorgerufene Krise den hiesigen in ganz bedeutender Weise heimsuchte und wurde zugleich vor Zi zng der Kollegen nach hier dringend gewarnt. Leider hatte di« Gewerksgenosienschaftliches« Gewerkschaft der Schuhmacher. Kotha. Abrechnung. Kassenbestaad von Monat Dezember: Thlr. 198. 16. 3. Eingegangene Beittäge mit Extrasteuer: Offen- bach Thlr. 2., Weimar 2. 14. 5., Nürnberg 8. 23. 3., Leipzig 2. Konstanz 4. 24. 3., Mannheim 2. 25., LandShut 1., Wolfenbüttel 2. 10., Würzburg 18 Gr. 7., Gießen 17 Gr. 2., Wiesbaden 2. 7. 5., Rochlitz 3. 16. 5., Gotha 1. 14., Deuben 2. 12., Er furt 4. 17. 9., Gießen 17 Gr. 4., Mühloaufen 3. 4., Ludwig« Hafen 27 Gr., Apolda 1. 18., Dresden 19. 12., Koburg 1. 24. Pforzheim 15 Gr., Braunschweig 3. 6 4., RcgenSburg 4. 24. 3., Würzburg 20 Gr., LudwigShafcn 27 Gr. 5., AngSburg 1 Thlr. Summa der Einnahme mit Kassenbestand 283 Thlr. 23. 8.— Ausgabe: Strikeunterstüyung 15 Thlr., Abonnement auf die .Deutsche Schuhmacher- Zeitung" 26 Gr. 3., desgl.„Volksstaat" 6 Gr. 7., Porlo deS KasstierS 14 Gr. 5., Gehalt und Verlag des Vorsitzenden 11. 11. 6. Summa 23 Thlr. 29. 1. Bilanz. Einnahme 283 Thlr. 23. 8., AuSgabe 28. 29. 1., bleibt Kassenbestand 254 Thlr. 24. 7. Wir ersuchen die Orte, die noch mit Beiträgen im Rückstände find, die restireuden Beiträge sofort einzuseuden. Desgleichen wer- den die One gebeten, die noch Protokollgclver schuldig sind, zu zahlen, widrigenfalls dieselben namhaft gemacht werden. Dem Wunsche mehrerer Mitgliedschaften, die Städte, wo Mitgliedschaften Warnung nicht den gewünschten Erfolg und darum mußten st ganz naturgemäß unsere Arbeitsverhältnisse in demselben Ma' verschlechtern, in dem das Angebot der Arbeitskraft die Nächste überstieg. Alle unsere damals ausgedrückten Befürchtungen sind leider» Wahrheit geworden. Hunderte von Kollegen wurden unter« mißlichsten Umständen zur Abreise gezwungen, eine Menge ander« Veihenratbettr wurden durch den Hunger, der Confektiou in d Arme getrieben und so gezwungen, sich laugsam aber sicher d! eigne Grab zu schanftln. Was aber das am meisten Bedauern werihe ist, die der Organisation angehörenden Männer mußk zum großen Theil hiesigen Ort verlassen, während eine bedeutet Zahl der neuaukommenden Kollegen sich um die Organisati« gar nicht kümmert und der weitaus größte Theil der hier seßhaft Schneider mir ihrer„Intelligenz" sich über die„Thellcr" „Arbeiterverführer" höchlichst erboßen(z. B. die Arbeiter der von Hoß) und in tiefster Unterthänigkeit ihren„Meistern" über„gehorsamst ersterben",(um im Reichstagssthl zu Hier kann nur eine mindestens 1 Jahr andauernde Blokade, v' bunden mit reger Agitation Abhilfe schaffen. Zu allereist wäre nothwendig, daß der Vorort, München f alle Gewerksgeuossen, die in der Organisation steheu, gespo wird, d. h. dieselben auffordert hiesigen Ort zu meiden. Weiter wäre erforderlich, daß in unserer Gewerkschaft sich a> einmal das Augenmeik auf regere Agitation wenden resp. ein dl befähigtes Mitglied zu einer Rundreise veranlaßt werden mö denn so lange es noch neun Zehntel der Schneider giebt, die« unsere, Organisation nicht einmal Wissen haben, werden wir den vereinzelien Orlen wo Mitgliedschaften bestehen, wohl Ol zu bringen wissen, dieselben aber zum großen Theil verloren st werl sobald wir uns zum Kampfe stellen, sofort eine M« anderer nicht organistrter Arbeiter bereit sind, unserer Fordeci durch Massenangebot ih-er Arbeitskraft undurchführbar zu mach Um wieder ans die„Blokade" zurückzukommen, führen wir jedenfalls dorchschlagenden Beweis für ihre Nochwendigkiit> an, daß der Duichich-uttslohn in hiesiger Stadt 7 fl. 40 kr. o 4 Thlr. 11 Gr. 5 Pf. beträgt. Vergegenwärtige man sich, man bei solchem Verdiensten menschenwürdig leben kann. Colleg eS ist heule keine Phrase, wenn wir sagen,„die Schneider Münch« haben mir dem Hanger zu kämpfen. Und darum rufen wir C zu: meidet München! meidet eS in Eurem eigensten Interi Bon einem Strike müssen wir hier absehen, weil die Org« sation noch nicht darnach ist, uns den Sieg hoffen zu lassen> die Cholera der„hohen Polizei" die erwünschie Handhabe Z Versammlungö Veivoie schon seit 6 Monaten bietet; es bl daher das eirz ge Mittel unierc Löhne zu bessern, wenu die legen aller Orte unsere Warnung beherzigen und Müni meiden. Für die Mitgliedschaft: Großmanu, Bevollmächtigtet in - g° Korrespondenzen» 5f der t -Leipzig. Bezeichnend für die Zunft der„Reporter"- „Berichterstatter", die in öffentlichen Blättern ihr Unwesen Ken w ist die neueste Wahllüge der„Leipziger Nachrichten". Diesft hatten behauptet, in Kleinzschocher habe der Wahlvorstand 6 Uhr die Wahl nicht swließen können,„weil sonst die Sol'i demokraten ihn lootaeschlagea hätten." Der betress? Wahlvorsteher hat sich soto.t aus die Redaction der„L-i?» Nachrichten" begeben und dort erkläct, daß er um 6 Uhr geschlss habe und daß die Behauptung, er sei von den Sozialdemottf bedroht worden, gänzlich«ifulfe» sei. Auch wir können? bestätigen auf Grund ge lauer E tundigungen. Die„Leiph Nachrichten", resp. deren u"0i>ho,-aph scher Redakteur, übern die Verantwortung dem Be-ichierstater.— Die Sache ist t» rtei ihu ch? (ta (eti attf bei tigj ) ier Ziel . i leü t[ tib Ojt] :effl :iPi ch ol !ll eip! nV st einfach die: Ein Subjekt, das fich.Reporter" nennt, schreibt �verichte" für die.Leipziger Rachrichten", die Druckztile a 5 Pf. »der 1 Sgr., je nach der Laune de« Geldbeutel« de« unortho- graphische« Herausgeber«. Will fich nun jene« Subjekt, der .Reporter", etwa« verdienen, so muß er.Berichte" bringen, die „interefiant" sind, da sie sonst der Herausgeber zurückweist. Wenn nun nicht».Interessantes" passtrt, so muß selbstverständlich der .Reporter", um seinen Mäzen befriedigen zu können, etwas er- finden; er muß Lügen schreiben, und je unverschämter er lügt, desto.interessanter" ist der„Bericht", desto mehr Groschen fallen ab. Auf diese Weise ist die Behauptung, in Kleinzschocher hätte der Wahlvorsteher um 6 Uhr nicht schlich:» können,„weil ihn sonst die Sozialdemokraten todtgeschlagea hätten," in die »Leipziger Nachrichten" hineingekommen. So istS in diesem Fall, so in tausend und hundert- tausend andern. Unfern Lesern aber können wir getrost überlassen, zu unter- suchen, inwiefern sich ein solches Reportergewerbe vom Diebstahl unterscheidet. Um so getroster, da wir wissen, daß sich unter den .Reportern" auch wirkliche Diebe befinden. Naumburg, 2. Jan.(Wie man Geschäfte zu machen sucht.) Im Raumburger KrciSblatt befindet sich folgende Annonce:„Zur gefl. Beachtung! Ich erlaube mir hiermit gütigst dem hochverehrten Publikum rcsp. meinen geehrten Kunden und den Herren Gästen der Lokalitäten Naumburg« zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, daß ich aus dem sozialdemokratischen Verein ausgetreten bin und nie wieder in einen solchen eintreten werde. Ich bitte hiermit um ein gütiges Wohlwollen und Vertrauen und mich meines gebrechlichen KörperS halber zu berücksichtigen. Ganz ergebcnst Friedrich Ritter, Brezelträger." Gott habe ihn selig und lasse ihn gute Geschäfte machen. Kamenz. Wie bereits bekannt, ist im hiesigen 3. Reichstags- Wahlbezirk der Minister des Jni ern v. Nostiz-Wallwitz mit über 11,000 Stimmen zum„Vertreter deS Volks"(?) ernannt worden. In erster Linie waren es besonders dir Gewerbevereine, welche mit der Candidatur von Noftitz- Wallwitz hervortraten; diese Vereine verlangen vom Volksvertreter hauptsächlich Mitwirkung für Ein- führung von Arbeitsbüchern, Bestrafung deS ConttactbruchS und wahrscheinlich noch mehr dergleichen schöne Dinge; gleichwohl wurde auch der„Freisinnigkeit und Arbeiterfteundlichkeit" des Candidaten aller Reichsfreunde reichlich Erwähnung gethan. Aber wo steckt die gerühmte Freisinnigkeit deS Munsters eigentlich? ftagen wir, die sog.„ReichSfeinde". Die Erinnerung an den sog. Leipziger HochverrathSprozeß, die Ausweisungen von Hepner, Most, Ufert tc., die zahlreichen Maßregelungen, Polizeiwillkührlichkeiten»c. lassen uns an die Freisinnigkeit des Ministers nicht glauben. Wir stell- ten Parteigenosse Daschaer unsrerseits als Candidat auf, von den Mitgliedern des Allg. d. Arbeiterverein« wurde Keller als solcher aufgestellt, während endlich die Ultramontanen Graf Stollberg zum Vertreter fich auSersehen hatten. Die schönen Seelen aller Sorten .Liberaler" und„Conservatioer" fanden sich brüderlich zusammen, um vereint den„ReichSseindeu" entgegenzutreten. Die Agitation von dieser Se'te scheint geraume Zeit verdeckt, aber energisch be- trieben worden zu sein; erst kurz vor den Wahlen trat dieselbe auf dem Gebiet der Presse in die Oeffentlichkeit; vorzüglich der Sozialdemokratie wurde durch reichliche Verschwendung von Papier und Druckerschwärze seitens anonym auftretender strebsamer Preß- Turko-Rekcutcn viel Aufmerksamkeit zu Theil; auch der Candidat sowie die Tendenzen der Ultramoatanen gingen nicht ganz leer au«.— Kurz vor der Wahl begann der gegnerische Apparat zu arbeiten; und man kann wohl sagen, ohne zu übertreiben, daß in Sachsen für eine Candidatur kaum mehr gethan worden sein dürste, als hier für die von Nostitz-Wallwitz. Doch auch unfern Parteigenossen muß das Zmgniß ausgestellt werden, daß Alle nach Kräften ih-e Schuldigkeit gethan haben. Die für Daschner im hiesigen Bezirk abgegebenen Stimmen(in Kamenz 163, in BifchofSwerda 134, in Großröhrsdorf 83, in Elstra 33 tc., zusammen 513) rühren fast durchgängig von Män-i nern her, die doppeltem unv dreifachem Kreuzfeuer widerstanden haben. AlS ein weiterer Beweis für das auch hier, wenn zwar! langsam, so doch sicher sich Bahn brechende Botksbewußtsein gilt sicher daS Gcbahren der hiesigen Lokal-Schmierpresse; die schimpft und jammert, als ob es schon am andern Tag an den Kragen gehen würde. Namentlich die„Röder" in Großröhrsdorf, deren Redacteur ein bankerott gewordener Kaufmann ist,„der sächsische Erzähler" in Bischofswerda, die„Kamenzer Wochenschrift" und «udlich daS in Pulsnitz erscheinende„Wochenblatt für Pulsnitz und Königsbrück" mühen sich ab, der Sozialdemokratie das Feld streitig Zu machen. Im Uebrizen wird sich's wohl zeigen, daß die Ideen beS Sozialismus auch hier immer mehr Eingang fanden, trotzdem anonyme, angehende Preßturkos den Mund voll nehmen. Gotha. Die Erfolge der sozialdemokratischen Partei und die von derselben auch auf die Landbevölkerung ausgedehnte Agitation erfüllen unsre Gegner mit Schrecken. Wahrend daS hier erscheinende RegierungS Jntclligenzblatt behauptet,„die letzten Wahlen Hütten bewiesen, daß für die Sozialdemokratie kein Boden in unserm Ländchen sei"(aber doch bei nur mangelhafter Agitation 1433 St.) so bemüht sich schon seit einiger Zeit der Pastor Trümpelmann in Friedrichswerth Vorträge zu halten, wie der sozialdemokratischen Agitation auf dem Lande Einhalt zu thun sei. O, es wäre ja auch schrecklich für ein seelsorgendeS Gemüth, wenn die Landbevöl- �srung durch unsre Agitation aufgeweckt, sich nicht mehr zu reak- liouären Handlungen gebrauchen ließe, die Worte deS Herrn Pastor nicht mehr so recht glaubte und endlich daS gute Beispiel des Herrn Pastor nachzuahmen trachteten, sich„wohl zu nähren," zu kleiden flfld zu wohnen. Die Vorträge dürften schwerlich den gewünschten Zweck erreichen. Der hier tagende Landtag, zu dessen Corhphäen fluch Herr Trümpelmann gehört, ist eben daran, daß allen gothai- scheu Staatsangehörigen durch StaatSgrundgesetz garantirte freie JkrtinS- und Versammlungsrecht durch ein neues Gesetz zu be- schneiden. Vergebens wies einer der Abgeordneten darauf hin, daß flt denjenigen Ländern, wo reaktionäre Vereins- und VersammlungS- stütze existircn, die meisten Ausschreitungen stattfanden, während •fl Thüringen bei freiem Vereins- und Versammlungsrecht derartige Ausschreitungen nicht zu beklagen seien; der Antrag, der vom Staatsanwalt Morchutt gestellt und den Herr Pastor Trümpelmann flflt seinem„warmen" Herz für die Arbeiter aufs wärmste befür �ortete, wurde angenommen. Also auch Gotha bekommt ein Stück„Culturkampf". Ob eS Hrrrn Trümpelmann gelingt, der sozialdemokratischen Agitation dadurch Einhalt zu thun, dürfte die Zukunft beweisen. Wir flKinen, so lange eS Unterdrücker und Unterdrückte giebt, so lange wird die Agitation der Sozialdemokratie dauern. Das beste Mittel, diese Agitation zu beseitigen ist: Die Ursachen der Knechtschaft und der Noth auszurotten.< W. Bock. ,<ßof i. M. Sachsen resp. die Sozialdemokraten, die von dort ?fl>men, scheinen allü erall„höchst staatSg-fährlich" zu sein, denn lfl gelindes Gruseln überläuft die Rücken gewisser Leute, wenn so ein durch und durch rother Kerl irgendwo hin kommt und zu de» Arbeitern in öffentlicher Versammlung reden will. Der Staat muß dann um jeden Preis gerettet, eS muß„von AmtSwegen" solchen Wühlern die Möglichkeit benommen werden, ihre„destruk- tiven" Gesinnungen im Volke zu verbreiten. Daß fich die guten Leutchen bei solchen Gelegenheiten gründlich blamiren und für die Sozialdemokraten Propaganda machen, bedenkt zufälligerweise Niemand. Daß bei solchen Gelegenheiten auch so manche In- konsequenz unterläuft, thut auch nichts zur Sache. Doch ich will einen Fall erzählen, der sich in Hof ereignete. Im Dezember v. I. referirte ich einmal in Hof; die Versammlung wurde angezeigt und ich als Referent W. aus Wien angegeben. Damals durfte ich ungehindert sprechen, eS fiel einer wohlweisen Behörde nicht im Entferntesten ein, mir die Berechtigung abzusprechen. Von Hof ging ich nach Sachsen, um an den„sozialdemokratischen Umtrieben" Theil zu nehmen. AlS die agitatorische Thätigkeit in Sachsen beendet war, nahm ich mir vor, auch Baiern, wo noch nicht all- zuviel geschehen ist, zu bereisen. Ich fuhr daher von Leipzig nach Hof und ließ dort eine Versammlung einberufen. Einberufer war Bürger Lieniz, doch o weh! kein— Baier! Nemesis, welche bekanntlich ihre Freude hat auf etwaige„Gesetzesübertretungen" der bösen Sozialdemokraten besonders' zu achten und dieselben sofort zu rächen, war auch hier nicht faul. Die Versammlung wurde in„Form Rechtens" Nachmittags angezeigt. Abends kam ein Diener St. HermandadS mit einem Schrelbebriefe, welcher vom löbl. Stadtmagistrate Hof ausging und wie folgt lautet: An den Redacteur Herrn C. Lienig hier. In Bezug auf Ihre Anzeige vom 5. d. MtS. Abends 8 Uhr l« den LaubmannSgarten einberufene Versammlung der sozial- demokratischen Partei mit der Tagesordnung: Die Sozialdemokratie und ihre Gegner. Ref.: Wolf aus Sachsen. wird Ihnen mitgetheilt, daß diese Versammlung auf Grund des Art. 1 deS GeseyeS vom 26. Februar 1850, die Versammlungen und Vereine betr., hiemit ausdrücklich verboten wird, da dieselbe sowohl von einem Nichtbayern berufen, als auib insbesondere einem Nichtbayern daS Referat über den einzigen Punkt der TageS- ordnung übertragen ist. Gegen diesen Beschluß steht Ihnen innerhalb 14 Tagen daS Recht der Beschwerde zur kgl. Regierung von Oberftanken zu, waS Ihnen mit dem Beifügen bekannt gegeben wird, daß selbstverständlich die Einlezung des RecurseS Sufpenstoessect nicht hat. Hof, am 5. Februar 1874. Der Stadtmagistrat. v. Münch. Ich kann nur bemerken, daß in der Anzeige die„Staats- gefährlichkeit" enthalten war: Referent Wolf ans Sachsen. E« geschah die« nur auS Versehen, da mich Lieniz nicht fragte, wo denn eigentlich mnne„Heimath" sei. Der„Wiener" durfte seiner- zeit sprechen, der„Sachse" nicht. O heilige Einheit„Deutschland«". Weitere Commentare möge sich Jeder selbst machen. R. A. Wolf. Mrunndöbra b. Klinzenthal i. V.(Verspäteter Wahlbericht) Am 7. Januar c. erhielten wir die Nachricht von einigen aus- wärtigen Freunden, daß unserem Wunsch gemäß der von unserer Partei im 23. sächs. Wahlkreise aufgestellte ReichstagScandidat Herr Webermeister Stadtrath Albert auS Glauchau, trotz der wenigen Tage, die nur noch bis zur Wahlschlacht waren, auch bei un» daS Referat in einer Volksversammlung zu übernehmen sich erklärte. Dies versetzte un« in nicht geringe Freude, umsomehr, als am 3. Januar zuvor der von den Fabrikanten, Kaust mten-c. aufgestellte nationalliberale Candidat, Herr Krause auS Dresden, in dem nahegelegenen Klmgenthal seinen„Wählern" sein„politi- scheS" GlaubenSbekenntniß(wie die bez. Anzeige in den hiesigen Geldsack vertretenden Blättchen lautete) ablegte. WaS derselbe zu Tage förderte, war um kein Jota anders, als wie schon so vielfach auS Berichten dieses Blatte« zu ersehen war; daß er aber voll- ständig im Smne unserer hiesigen wohlgenährten Biertischhelden referirte, bezeugten sie durch wiederholtes gurgelndes Bravo. Daß sich diese Herren dadurch in den Augen deS arbeitenden TbeilS im rosigsten Lichte gezeigt zu haben glaubten, setzten sie voraus; daß ihnen aber diese Wahlangelegenyeit vor Thorschluß auch noch Mühe und Sorge bereiten könnte, dachten sie nicht. Welcher Arbeiter konnte ihrer Meinung nach die Frechheit haben, ihren Willen zu durchkreuzen. Welche Glückseligkeit und Ruhe die Herrn bis dato hatten, die Arbeiter so recht nach ihrer Pfeife tanzen zu sehen; das„Gift" der Sozialdemokratie war noch nicht bis zu uns in der Weise gedrungen, daß ein Mann aufgetreten wäre, der bei solcher Gelegenheit ihnen die Kappe von den Vollmonds- gesichtern gerissen hätte, um sie in ihrer wahren Gestalt darzu- stellen! Und jetzt wo dieses durch einen Mann geschehen sollte, in Gestalt deS Herrn Albert, das sollten wir nicht mit Freuden begrüßen? Ja, eS ist Thatiach-, daß sehr Viele gar nicht einmal wußten, ob uc wählen dürfen und wie sie sich dabei verhalten sollen; sehr Viele lesen ja kein Blatt, woher sollen e« dieselben denn wissen? Daß es unter so bcwandteu Umständen leicht ist, Jemandem ein 1 für ein U vorzumachen, ist wohl selbstverständlich. Am 7. Januar gegen Abend kam Herr Albert, welcher in OelSniy, 4 eine halbe Stunde von hier, anwesend war, selbst zu uns, um den Tag der Versammlung zu bestimmen und daS Nöthige zu veranstalten. Wir können nicht unterlassen, ein Eceigniß desselben Abends mitzutheilen, das auch die Bildungsstufe der Gebildeten so recht im grellsten Lichte kennzeichnet. Herr Albert unterhielt sich mit zwei Bourgeois im hiesigen Sblosser'schen Gasthofe(in welchem auch die Volksversammlung stattfand) über die Tendenzen der Sozialdemokratie; die beiden Herrn, vorzüglich der eine, welcher bei jeder passenden Gelegenheit seine WeltweiSheit au den Mann zu bringen suchte, glaubten vielleicht Herrn Albert als Arbeiter schon diesen Abend einen bittern Vorgeschmack beizubringen für den Tag, an welchem er hier öffentlich auftreten wollte. Aber die Sachlage änderte sich; Herr Albert machte dem betr. Herrn den Standpunkt in einer Weise klar, daß er schon diesen Abend viel- leicht zu der Einsicht gelangte, mit dem mag ich öffentlich nicht anbinden. Wenngleich die Unterhaltung mitunter heftig geführt wurde, blieb sie doch in den Grenzen deS AnstaadeS. Während dieser Unterhaltung kamen noch mehrere Gäste, unter diesen der Schankwirth und Gemeinderathsmitglied G... von hier, welcher, kaum daß er gehört hatte, daß dies ein Sozialdemokrat s.u. äußerte: „Kommen denn die rothen Hunde auch zu uns!" Hätie dieses ein Ochsenjunge gesagt, der hätte vielleicht ein paar Ohrfeigen erhalten, so äußerte dies ein Man», der froh sein muß, wenn ihm dwe„rothen Hunde" ihre paar Groschen hintragen, daß er seine Faulheit stärken und nebenbei dieselben über die Achseln ansehen kann. Herr Albert hat diese Aeußerung in der Versammlung öffentlich in einer Weise gerügt, daß Jeder zufrieden sein konnte. Doch zur Sache. Am Freitag den 9. Jan. zeigten rothe Placate in ziemlich allen Orte» der Umgebung an, daß auf Abend von 8 Uhr an, eine Versammlung mit dem Referat:„Die Thätigkeit de«»et* flossenen Reichstage« und die Reich«tag«wahlen" festgesetzt. Punkt 3 Uhr wurde die Versammlung eröffnet«nd zur Wahl der Vor» sitzenden geschritten. DaS Bureau gelangte in die Hände der Arbeiter. Auf daS Referat selbst einzugehn, halte» wir, um den Raum dieses Blatte« nicht zu sehr in Anspruch zu nehme», fltr überflüssig. Nur so viel sei gesagt, da» Herr Albert sich seine« Referat« in einer Weise entledigte, daß Jever ihm den vollsten Beifall zollte. Trotzdem die anwesenden Gegner dreimal zur Tat- Segnung aufgefordert wurden, meldete sich doch Niemand, weil es besser ist, jesuitcnmäßig zu verfahren, als sich öffentlich blamiren zu lassen. Nachdem noch von dem betr. Vorsitzenden, Herrn Glajj, die bezüglichen Paragraphen deS Wahlreglements, sowie die Strafe«, die auf Äahlbeeinflussungea resp. Fälschung de« Wahlergebnisse» angedroht sind, der Versammlung mitgetheilt waren, wurde selbige von Genanntem geschlossen.— Da also in der Versammlung kem Grund zu Streit gefunden wurde, so wuroe derselbe in der Post- Wartehalle, wohin wir uns mit Herrn Albert verfügten, welcher denselben Abend seine Weiterreise mittelst der Post bewerkstellige» wollte, provozirt und zwar in einer Weise, die alle Scham bei Seite ließ. Von einem gewissen Meinet, Bruder eines Fabrikanten in Untersachsenbcrg sind Herrn Albert sogar Schellen angcbotc» worden. Als derselbe abgereist war, sich also nicht mehr verthei- digen konnte, ist noch von einem hiesigen Schankwirth Namen« Dörfel geäußert worden: Herr Albert hätte sich von den Eingang« erwähnten zwei Bourgeois im Schlosser'schen Gasthofe 5 Thaler zu seinem weiteren Fortkommen gebettelt und daß er noch zu beide» gesagt haben soll, wer über 200 Thlr. in Vermögen hat, ist ei» Spitzbube; es ist dem Genannten sofort diese Aeußerung als Lüge nachgewiesen worden. Wir haben diese Verläumdung mit de» betr. Zeugen Herrn Albert berichtet, derselbe aber gab uns die Nachricht, daß er von einer Klage abstehe, uns auf Bebel verweisend, dem eS unter Umständen noch krasser erging; hingegen sollen wir den pp. Dörfel öffentlich als gemeinen Lügner und Verläumder darstellen. Mit dem Resultat der Wahl selbst können wir zufrieden sein. Speziell in unserem Ort hat Albert 100 (4 waren ungültig), Krause 83; daß eS da au langen Gesichter» nicht gefehlt hat, ist nach dem Mitgetheilten wohl begreiflich. Im Ganzen hat Albert im hiesigen Wahlbezirk 222 Stimmen erhalten (6 waren ungültig). Daß wir nicht siegen konnten, war voraus- zusehen; aber der Saamen ist gestreut, an der Frucht wird es bei nur einigermaßen betriebener Agitation nicht fehlen. Einige Parteigenossen. Aerkin, 2. Februar. In der Fabrik von Herrn H. K-rnaul in Berlin, alte Jacobstraße 1o, wählten die Arbeiter zweier Sec- tionen je zwei Deputirte, um dem Fabrikherrn die Bitte, um Erhöhung deS AccordpreifeS für Zusammensetzen der Visiere(für die neue» Mausergewehre) vorzulegen; sowie auch denselben zu ersuchen, die Zwangsfeierabendarbcit(bisher 10 Uhr auch 12 Uhr NachlS), wie auch die ZwangS-SonntagSarbeit(bisher von 7 Uhr früy bi« 3 Uhr Nachmittag«) insofern zu beschränken, daß eS einem Jeden in dringenden Fällen gestattet sei, AbenvS 7 Uhr die Fabrik ver- lassen zu dürfen. Ebenso sollte die Sonntagsarbeit bis 12 Uhr Mittag« beschränkt werden. Diese Bitte wurde zunächst in schrift- licher Form an Herrn Director Hüller gerichtet, welcher dieselbe m.t Achselzucken und Rückendrehen beantwortete. Der Schreiber d-r Petition wurde sofort entlassen, was zur Folge hatte, daß sämmiliche Zusammensetzer die Arbeit niederlegten. Hierauf schickte Herr Kernaul die Herrn Meister Buhle und Bellmann nach dem schräg gegenüber liegenden Lokal, um mit den Arbeitern zu unter- handeln, deSgl. die Stimmung zu erforschen. Die vier Deputirtea begaben sich zu Herrn Kernaul, um persönlich Rücksprache mit demselben zu nehmen. Derselbe bewilligte eine Erhöhung de« Accordpreise», auch versicherte er, daß den Arbeitern auch gestattet sein würde, in dringenden Fällen die Fabrik um 7 Uhr Abend» zu verlassen. Trotzdem wurde am Mittwoch Morgen den vier Leputirten eröffnet, daß dieselben für alle Zeiten auS der Fabrik entlassen seien. Die Arbeiter beschlossen nun in Anbetracht de» gebrochenen Worte« die Arbeit endgültig niederzulegen, worauf einem Jeden ein Zeugniß ausgestellt wurde, worin betont war, daß derselbe entlassen sei, weil er sich an einer planmäßigen Arbeit«- einstellunz betheiligt habe. Königsberg, 24. Januar. Aus zuverlässiger Quelle geht mir die Ra bricht zu, daß die Mitglieder der hiesigen Ortsvereine (Max Hirsch) Sonnabend den 17. c. in einer VerbandSversammlung beschlossen haben, diejenigen ihrer Mitglieder auszustoßen, ohne Anrecht auf die Kassen, welche zur sozialdemokratischen Arbeiter- Partei gehören oder deren Versammlungen besuchen! Die Mit- glieder haben sich durch Unterschrift dazu binden müssen. Schade, daß dieser Schritt nicht vor den Wahlen geschah, wir hätten dann 500 Stimmen mehr gehabt. Wie UnterstützungSvereine, die sich mit Politik nicht befassen dürfen und auch nicht wollen, einen solchen Beschluß fassen können, ist mir unklar. Berpönen sie eine politische Partei, so ist damit eingestanden, daß sie als Vereine Anhängsel einer andern politischen Partei sind. Durch ein solche» Vorgehen in blindem Haß bringen die Herren Borsteher jene Ort«- vereine, die wenigstens einigermaßen das Uebel der Arbeiter mil- der», in Conflikt mit den Gesetzen und können die Aufhebung jener Bereine zur Folge bringen. Blinder Eifer schadet nur. Die Mitglieder, welche für ihre Einschüsse fürchten, gehen nothze- drangen mit den Vorstehern mit; sie sollten aber bedenken, daß sie ihre Kassen durch Unterstützen der von ihnen einmal ernannten Borsitzenden, welche zu ihren Handlungen daS Licht deS Tage» scheuen, in noch viel größere Gefahr bringen. Wem der Zweck der Max Hirsch'schen OrtSvereine nach diesen Vorgängen noch nicht klar ist, dem ist nicht zu helfen. Königsberg i. Pr., 26. Januar. Unser Prof. Dr. Möller, der Vertrauensmann und das„Genie" der hiesigen Fortschritt«- Partei, hat sich seit seinem FiaSc» gegen Eckstein so voll Äuth gegen die Sozialdemokraten gesogen, daß er bei jeder Gelegenheit eS nicht unterlassen kann, seine Jauche zu verspritzen. So ver- faßte er einen Wahlaufruf seiner Partei, in dem keine Andeutung daoou gegeben war, wie der FortschrittSkandidat sich bei den ver- schiedenen voraussichtlichen Gesetzentwürfen deS künftigen Reichstages verhalten wird, wohl aber war der Satz in diesem Aufrufe enthalten:„Wählt keinen sozialdemokratischen Schwindler". Auf unfein Candivaten, den in allen Kreisen anständiger Gegner wohlzeachttten Kaufmaun Max Herbig, bezogen, eine Infamie sonder Gleichen*'). Dr. Möller wurde denn auch von den andern Fortschritilern bewogen, eine neue Auflage zu veranstalte«, in welcher er den„Schwindler" in„Apostel" übersetzte; in Bezug auf den hier seßhaften Herbig auch ein Blödsinn. Ferner äußerte sich dieser Herr Dr. Möller, nach den Wahlen in der Stadtoerordnetenversammlnng, gelegentlich eines von ihm *) Vielen unerklärlich ist es, wie ein Mann wle Dickert, der al» selbstständiger Tharakter noch viele Achtung genoß, seinen Namen al» da« Ziel eine«, lolchen AnscuseS yergeben konnte. fftt feit v-lksbibliothtk b«aatragtt« Zuschofft« ftite»« Ut Stadt »»« 300 Thlr.,„man hätte die Rohheit der Arbeiter unserer Stadt bei Gelegenheit der letzte« Wahlen erkannt". Ans die direkte Anfrage de» Dr. Johann Iacoby, ob Herr Dr. Möller die Rohheit der Arbeiter darin gesehen, daß ändert- Halbtausend Stimmen auf Max Herbig gefallen, oder aber weil der Fortschritttkandidat 8800 Stimmen erhalten, wagte Möller zu behaupten, er habe„Vernarrtheit" gesagt, nicht„Rohheit", so mit einer kurzbeinigen Lüge seine langathmige Unverschämtheit deckend I E« kann nicht fehlen, daß die Persönlichkeit Möller'« auf seine Partei zersetzend einwirken muß, indem der bessere Theil derselben sich uns anschließen, der andere mitsammt der Hartung'schen Zeitung zu dem nationalen Mischmasch verkommen wird. K0tr»«K«. Am Montag, den 26. Januar stierten wir ein Arbeiterfest, woselbst Staßfurter und Lederburger Parteigenossen «n» mit ihrem Besuch erfreuten. Parteigenosse Fischer nebst Frau aus Staßfurt hielten ergreifende Reden. Hauptsächlich müssen wir der Frau Fischer alle Anerkennung auSsprecheu. Freund Schöne- mann au« Ledeburg eesteute uns gleichfalls durch einen lehrreichen Vortrag. Bis zum frühen Morgen blieben wir beisammen und verließen da» Fest in gehobener Stimmung mit dem festen Vor satze, immer thätig zu sein für die Ausbreitung der Sozial demokratie, damit wir so endlich die Erlösung au» dem Elende herbeiführen. Kalt b. ßöt«.(Ausbeutung der Arbeiter.) In der Maschinen- Sbrik der Aktiengesellschaft„Humboldt" in Call bei Cöln ist die rbeitSzeit von 7 Uhr Morgen» bi» 12 Uhr Mittag» und von 1 Uhr Mittag» bis 6 Uhr Abend» ohne Unterbi echung. Wer zu faät kam, wurde nach tz 4 de» Reglemem» für jede versäumte Viertelstunde mit 6 Pfg. bestraft, da« heißt, wer keine vorherige Erlaubniß eingeholt hatte. Da nun oft Verspätungen vorkamen, so wurde am verflossenen Samstag die Bekanntmachung erlassen, wonach Derjenige, welcher 5 Minuten nach Beginn der jcdesmali- gen Arbeitszeit eintritt, eine volle Stunde, und Derjenige, welcher 10 Minuten nach Beginn der Arbeitszeit eintritt, zwei volle Stun- den an seinem Lohne gekürzt erhält. Zehn Minuten nach Beginn der jedesmaligen Arbeitszeit wird da» Etablissement geschlossen, und e« tritt dann für alle sehlenden Arbeiter der 8 4 in Kraft, welcher für einen halben Tag eine Strafe von 10 Sgr. verfügt, so daß also dann der Arbeiter, der Morgen» das Glück hat, zu ver- schlafen, nun auch den Nachmittag beinahe umsonst arbeiten kann. Ist daS nicht schön?— Wir benutzen jetzt die Gelegenheit zum Agitiren in der Fabrik und e» wird am 1. Februar in Calk eine Versammlung stattfinden, wo die Sache öffentlich behandelt wird. Mitten.(Erster AgitationSber icht.) Es wird von vielen Orten über Wahlbeeinflussung berichtet, aber so wie e» im Kreise Bochum zugegangen, wird e» schwerlich in andern Kreisen geschehen sein. Und da« von Lrberalenl So zum Beispiel brachten es die Liberalen fertig, daß wir in Bochum, einer Stadt von über 40,000 Seelen, kein Lokal bekommen konnten. RaSpe auS Essen war es einmal gelungen, ein Lokal in Bochum zu bekommen, allein wie er die Versammlung polizeilich anmeldet, wird er gefragt, in wel- chem Lokale, der betreffende Wirth hätte viele Lokale barunter waren Stuben gemeint). Raspe sagte dem Polizeicommissar, daß e» die Stube links sei. Wir waren ftohen MutheS nach Bochum gefahren, aber eS sollte anders kommen. Wie wir in dem Lokale ankamen, konnte die Berlammlung in Stube links nicht stall find.n, indem uns der Wirth erklärte, daß in Stube link« der Krieger verein fei, und überließ uns statt dessen rechts eine Hintere Gast stube. Aber wie Raspe die Versammlung eröffnen will, bedeutet ihm der Polizeicommissar, daß die Versammlung aufgelöst sei, weil er Stube links angegeben habe, aber dies sei Stube recht», und noch dazu eine Gastilube, und habe Raspe binnen fünf Minuten das Lokal zu verlassen. Also duifte er nicht einmal al» Gast in dem Lokale bleiben. Es wurde uns aber von Seiten mehrerer Arbeiter gesagt, daß es nicht wahr sei, daß der Kriegervereiu an dem Tage Versammlung halte, indem sie selbst zum Knegerverein gehörten. Am nächsten Sonntag hatte der Allgemeine deutsche Arbeiter verein eine Versammlung in Bochum eluberufen, aber in einem andern Lokale. Die Versammlung bestand zum größten Theile au» Mitgliedern des Allg. d. Arbeitervereins auS Essen und Gelsen- Archen und höchstens zehn Mann auS Bochum selbst, wie uns einige Aibeiter auS Bochum, die mit uns hingegangen waren, «ittheilten. Am Anfange waren wir in der Majorität, aber die Versammlung wurde so lange hinausgeschoben, bis die von Gelsen- Archen da waren. Dann wurde die Versammlung eröffnet. Da« Bureau bekamen die Allgem. Deutschs n. Seelig sprach zuerst über die Bestrebungen deS Allgem. d. Arbeiterverein« und behandelte zu unserm größten Erstaunen unser Programm, die nächsten For- derungen. Hierauf nahm Hillmann au« Elberfeld da« Wort und erläuterte, daß wir zunächst den bestehenden Staat iu einen demo- Aalischen Staat umändern müßten, denu im heutigen Staat würden unsere Forderungen nie zur Geltung kommen. Hillmann kam im Laufe seine« Vortrags aus v. Schweitzer und Tölcke zu sprechen; hierbei erklärte See>ig, wenn Hillmann in diesem Sinne weiter spräche, würde er als Vorsitzender ihm da« Wort entziehen. H. erwiderte, ich bin nicht hier um„Blindekuh" zu spielen. ES wurde von Seiten der Allgem. Diutschen ein Anttag eingebracht, Seelig al» Candidat für den Reichstag aufzustellen. Unser Parteigenosse ZunghauS hatte sich aber schon vorher zum Worte gemeldet. Nach dem derselbe die bisherigen Vertreter des Volk« im Reich«- und Landtage beleuchtet und den Ai weseuden gezeigt, daß sie von solchen Nicht« z« erwarten hätten, sagte er, Jeder müsse theilnehmen an der Politik; e« sei ein Fehler, daß die Arbeiter im Ganzen sich so wenig um die Politik bekümmerten. Redner kam auch auf die Tbaten de» Dr. Löwe Calbe, unser» bisherigen Vertreters im Reichstage zu sprechen, und hob nach einer trefflichen Kritik dessen Peison, hervor, wie die Arbeiter nur Männer wie Bebel und Liebknecht, oder ähnliche, wählen müßten. Ein ähnlicher Mann sei Hugo Hillmann au« Elbe, selb. Derselbe sei auch schon Arbei- tern Wittens und Umgegend al« Candidat für den Reichstag auf- gefiellr. Wir leiden in der ganzen Gegend fürchterlich unter dem Lokal Mangel. Ucberall sagt man uu«, zu solchem Zweck(BolkSauf- klärung) geoen wir u,(er Lokal nicht her. So wurde uv« z. B. in LangcndreeS vom Wirth gesagt, daß, wenn er uns noch einmal sein Lokal zu„solchem Zwecke" gäbe, so b käme er Unannehmlich- keiten mit dem Borstedce, derselbe hätte ihm schon gedroht. Bei einem Winh in Herbede wurde unS gesagt, wenn er unS sein Lokal gäbe, so wollte ihm der Bierbrauer im Orte kein Bier mehr liesern. Ich werde aber die vielen Versammlungen, welche wir dennoch noch abgehallen haben u, d in welchen RaSpe, Hamann und Scheck fiel« unter großem Beifall der Versammlungen rcserirten, nicht weiter erwähnen und nur zu der liberalen, welche in Witten ab- gehalien wurden, übergehen. Am 6. Januar hatte da« liberale Wahlcomits eine allgemeine Versammlung, i« welcher Dr. Löwe-Calb« seine Candidatenrede halten sollte, cinberufm und hierzu sämmtliche Wähler eingeladen. Die Versammlung wurde Abend» 7 Uhr durch den Borsitzendm de« liberalen Wahlcomit6'S eröffnet. Nachdem derselbe mit einigen Worten den Zweck der Versammlung beleuchtet, wurde dem Hrn. Dr. Löwe da« Wort ettheilt. Th. IunahauS verlangte da« Wort zur Geschäftsordnung und ei hielt eS. IunghauS erklärte, daß e« rn einer so einberufenen Versammlung parlamentarischer Gebrauch sei, daß da« Bureau auS der Mitte der Versammlung gewählt werden müsse. Aber der Herr Dr. Stäp« erklärte, daß er die Versammlung berufen, dieselbe polizeilich angemeldet habe, im Be- Jitze der schriftlichen Erlaubniß sei und in Folge dessen die Ber- ammlung leiteu und den Vorsitz führen werde. IunghauS verlangte zum zweiten Mal das Wort. Aber in demsel' en Augenblicke, wie er sich zum Worte meldete, wird er auf Befehl de« Dr. Stäps von der Polizei mit Hülfe einiger liberalen Comitämitglieder unter Schlägen au» dem Saale ins Arresthaus geführt, mit ihm sein College Ernst Zimmermann. Nach Schluß der Versammlung gehen Hillmann und Tottleben zum Bürgermeister, stellen demselben den Hergang der Sache vor und bitlen um Freilassung der Betreffen- den, worauf der Bürgermeister ihnen erwiderte, er hätte noch keinen Rapport von der Versammlung erhalten, der Wachtmeister würde vielleicht gleich kommen und solchen abstatten. Wenn sich dann die Sache so verhielte, wie sie ihm gesagt, so würden die betr. Herren sofort in Freiheit gesetzt, was denn auch geschah. Um 10 Uhr desselben AbendS waren IunghauS und Zimmermann nach zweistündiger Haft wieder in unsere Mitte; denn die Parteigenossen hatten sich alle im VercinSlokale versammelt. Unter lautem Hurrah traten die Bestecken in die Mitte der Parteigenossen. WaS die Versammlung selbst anbetrifft, so hielt der gezähmte Löwe(Calbe) wieder eine seiner bekannten unftylisirten Reden.(Es ist eine be- kannte Thatsache, daß Löwe keine» Satz zu Ende spricht und sieht daS gerade so au», als ein Frack mit nur einem Frackschoß.) Natürlich wieder die alten Leierkastenmelovien, was allis die„guten" Libe- ralen für die Arbeiter geschassen ,c. Hierbei behauptete Hr. Löwe, LaSker habe daS Haftpfllchtge>etz verbessert, während eS notorisch ist, daß gerade dieser Abgeorrnele eS verschlechterte. Hffenvach a. M.(Abrechnung vom Schuhmacherstrike.) Einnahmen: Eingegangen in Offenbach fl. 16 30; von auswärts: Augsburg durch EndeiS fl 10, Psmzhsim durch John fl. 7, Nürnberg durch Schlauba fl. 10, Frankfurt durch Sabor fl. 2, Baden Baden durch Schwörer fl. 4, Leipzig(erste Sendung) durch Bock fl. 6 16, Würzburg durch Meisel fl. 5, Dresden durch Witthaucr fl. 17 30, Leipzig(zweite Sendung) durch Lulich fl. 6 16, Gotha durch Bock fl. 7; entlehnt von der Haupikasse fl. 36� Summa fl. 123 30.— Ausgaben: für zwei Depeschen fl. 1 10, für 11 Geldsendungen fl.— 22, für zwei Annoncen in der Offen bacher Zeitung fl. 2 43, für Schreibmaterialien fi. 1 36, für sämmtliche Unterstützungen fl. 91 64. Summa fl. 97 49. An die Hauptkasse sind retour gesandt fl. 36, welche entlehnt waren. Bleibt Defizit fl. 9 19. Diese Abrechnung ist geprüft und für richtig befunden von den Revisoren Slenger, Daum, Seidel, Fleck, Klages und Bader. Wtr sagen hiermit allen Collegen unfern verbindlichsten Dank. Im Austrage: I. Schlanger, Bevollm. P. Müßig, Kassirer. Eßkinge«, 28. Januar.(Wahlberickt). Das Wahlresultat von unserem 6. wür tembergischen Wahlkreise ist bereits bekannt. In der Stadt Eßlingen siegle Demmler mit einer Mehiheit von 461 Stimmen, Demmler e, hielt 1,166, Obei staatSanwalt Lenz 706. In Stadt und Bezirk Eßlingen(ca. 20 Onschasteu) erhielten Demmler 2,359, Bezirk Nürtingen 849, Bezirk Kirchheim 469, Bezirk Urach 183, zusammen 3860 Stimmen; Lenz 2054, Nür tingen 1,801, Kirchheim 3,345, Urach 3,112, zusammen 10,312 Stimmen. Die Eßlinger und Nüriinger Volksoereine nahmen von Anfang an eine feindliche Haltung gegen unfern Candivaten an, enthielten sich auch bei der Abstimmung der Wahl, nur einige wenige dem Kleinhaudwerkei stände angehörende Volksvereinsmlt glieder gingen energisch mit uns vereint ins Zeug; da wir in Kirchheim, Nürtingen und Urach nur vereinzelte Parteigenossen hatten, so wird dort kein besseres Resultat erzielt werden, unsere Kirchheimcr Freunde halten mit den größten Hindernissen zu kämpfen, die beiden Kckchhrimer Zeitungen nahmen zuletzt gar keine Einsendungen für die Candldatur Demmler'S auf, Pfarrer, Schultheißen thateu ihr Möglichstes gegen unsere Freunde, das Theilen, Weibergemeinschast und alle die bekani ten Mittel mußten hechalten, um uns in den Augen der Bauern zu verdächtigen. Herr Oberstaatsanwalt Dr. Lenz mag sich UbrigeriS bei den Borständen der Volksoereine bedanken, welche durch die Wahlent- Haltung bewirkten, daß Lenz siegte; in unserm Eßlinger Bezirk aber werden die Herren Bolksparieiler mit der Z it den Boden vollends verlieren, um so mehr, da die Volkspartei neuerdings sich mit den Nationalliberalen zu verständigen sucht. Der Wahlsieg der So- zialdemokratie in Eßlingen hat eS ihnen angethan, sie finden des- wegen keine Ruhe, bis sie sich mit den Nationalen zu einer Partei verschmolzen habeu. Die Einleitungen sind schon im Gange, die beiderseitigen Programme sind beinahe gleich, eS handelt sich nur noch um die Form, die Mitglieder der Volkspartei wollen noch unter der Firma Volksvcrein tagen, die nationalliberalen haben den Namen württemdergische Fortschrittspartei angenommen, lieber kurz oder lang verschmelzen sich jedoch beide zu einem Bere u, UnS kann daS nur erwünscht sein, damit endlich die Zweideutig- kecken aufhören. DaS Wort, w-lcheS der«Volksstaat" vor 4 Iahren schon aussprach,„die Volkspartei wird zerrieben zwischen den Mühl- steinen der nationalliberalen und der sozialdemokratischen Partei" wird iu Württemberg bald zur Wahrheit werden. Wie übrigen» der Liberalismus unserer neuen Fortschrittspartei bestellt ist, daS sieht man am Besten dadurch, daß in ihrem Pro- gramm nicht einmal ein verantwortliche» Reichsministerium gefordert wird. Unfern Reichsboten aber möchten wir zurufen, ein scharfe« Auge auf die A. stimmungen der nationalen und Foit- schritlspartei zu richten, namentlich unfern Freund und Mitbürger Motteler ersuchen, insbesondere darauf zu achten, ob unser Lenz für die Freckassung der Inhaftiitcn Bebel und Liebknecht und für Diäten stimmt, da mit seinem Liberalismus sogar in Volkspartei- lichen Kreisen Aufheben« gemacht wurde. Wie die Verschmelzung der seckher feindlichen Parteien vor sich gehen wird, werden wir später zur Kenntniß bringen,__ Berichtigung bera, die früher gekomamen, selbstverständN-h auch früher krückfichttgen müssen. Die Parteigenoffen möge« bei dem«r»ß«««toffandrang entschuldige». Emilie Vi. in Dresden: Ihr Brief war zu schwer«ch hat un« deppelte« Porto gekostet. Die« ist besonder» ärgerlich Set«rief», deren Inhalt unbrauchbar ist. W. B. in Berlin: Seschieht, Wir bitten die Eorrespondenten, ihre Berichte mit Tinte»nd»icht»tt Bleistift zu schreibe». Die Sxpedttionea sämmtlicher deutsche» Parteiorgane werde» ersucht, je zwei Exemplare jeder Nummer, möglichst vom 1. Jan. 1874 an, nute? Kreuzband an da» Bureau de» Reichstage« in Berlin einjosende«. August Geib. der Expedition. B. Br Wien Ann 6 Gr. W. Wrth« Berlin Ann. 11 Gr. Äfrn hier Ab. 1. Qu. Gr. 17 5. Hßl hier Ab. I.Qu. Gr. 17. Stcklbrg hier Schr. 23 Gr. G. Hnchr« Cöln Schr. Thlr. 10 16 6. Mnf.-Fab. und Handarb.- Gewerksch. Gera Ann. 4 Gr. Mhrd Pbkzig Schr. 3 Gr. Fr; Wien Schr. 2 Thlr. Schndr Beerfelden Ab. Gr. 23 6. I. Mllr hier Ab. 10 Thlr. M. Mannheim Ab. Januar Thlr 8 26. Hcklhr Chemnitz Ann Thlr. 1 18. Bckr Gens Ann. Thlr. 1 12. Flschr Kleinzschocher Ann. 20 Gr. Trst das. Schr. Thlr. 1 6. Esntrt Würzen Schr. Thlr. 1 6. Buchbinderverein Hamburg Ann. 19 Gr. Sppst hier Schr, 2 Gr. H. Jgndrs Barmen: Da« veilangte Berzeichoiß von Feuerbach« Schriften folgt demnächst. Un die Urbeiter von Leipzig und Umgegend! Arbeiter! ES gilt, einem bewährten Volkskämpfer die Wahl iu den Reichstag zu sichern, es gilt, dafür zu sorgen, daß Herrn Wilhelm Bracke in Braunschwcig das Mandat deS 13. Wahlkreises für den Reichstag übertragen wird. Wer an dieser Wahl ein Interesse hat, der erscheine Freitag Abend 8 Uhr im Saale bei Jabin, Turnerstraße 4, in Leipzig. Auch die nicht Wahlberechtigten sind ftcundlichst eingeladen. Dort sollen die Kräfte vertheilt, die Plätze bestimmt werden, damit die Agitation möglichst kräftig betrieben werden kann. Arbeiter! Wir haben gethan, waS in unfern Kräften stand; thut nun auch Ihr Eure Schuldigkeit! Jeder ist willkommen. DaS Comitä für die Wahl Bracke'«. Allgemeiner Böttcher-(Küper) Berei«. oen 16. Februar: Stiftungsfest nebst Uall im Schützenhause, Liaieustrafje Nr. 5. Anfang de« Concert« Abend« halb 8 Uhr, de« Balle« 9 Uhr. Billeis für Herren 10 Gr. Damen frei. Nur Mitglieder haben Zutritt. Da« Lomite. Berein der Sattler und OI-lHl» Sonnaoerid, den 14. Febr. Abend« haldD Uhr: Geschlossene Mitgliederversammlung bei Ciriu», Prin enstraße 72. E« ist Pflicht eine« jeden Bereinsgenossen zu erscheinen. Henke, Bertranen«ma»n. d * b » s( 3 A Gewerkschaft der Manufakturarbeiter. Sonnabend, den 14. Feoruar 1874; Versammlung W Möwe«.— Dringende Angelegenheit. Unser Reich«tag»abgeordneter I. Moiteller ist anwesend. Da« Erscheinen aller Miglieder ist dringend niiihig! Der Bertranen«maun. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Montag, den 16. Febr. Abend« 9 Uhr: b. i! vi Hamburg Heffentliche Uerfammtung im großen Saale de« Herrn H a n s ch, Schauendnrgerstraße 14. O.: Die Erllärung Dr. Johann Jacoby'« nnd sein BcrHalien dem Reich«taq«mandat aegenüder. Zutritt Jedem frei.__________ Praa». Ooitittii Sozialdemokratischer Arbeiterverei«. Freitag, den 13. Februar, Abend« 8 Uhr bei Jabi«, Turnerstraße 3.— Tagesordnung: Soz.-pol. Wochenbericht. Resmat K ü n z e l. Reich«iaz«wahl. Gäste willkommen. Der Borstand. le I tili >is. Leipzig schußsttzung bei Zeidler, Gewerkschaft der Holzarbeiter. Donnerstag, den 12. Februar, Arend« 8 Uhr; Au»- H. Winter, Kasfirer. Gewerkschaft der Metallarbeiter. -Pslll zljllul Sonntag, d. 16. Febr. findet da« erste StiftuugS- sill fest tm Saale der„Germania" statt. Freunde nnd Bernssgenossen von Nah und Fern ladet srenndlichp>ld «w_ Da« Tomck«. �>F r K »ei Arbeits-Hosen. Aecht Englisch Lederhosen ä Stück 1 Thlr. 15 Sgr. „ Cord-Hosen ä Stück 1 Thlr. 15 Sgr. „ Starke Stoflf- Hosen ä Stück 2 Thlr. 15 Sgr. „ Militär- Drillhosen ä Stück 1 Thlr. „ Baumwollene feste Arbeitshosen ä Stück 27,/s Sgr. empfiehlt «a tlj lü [J.JN1 Louis Guttmann No. 24 Orimmaische Strasse No. 24. Bekanntmachung: °l! Wir erlauben nn« unfern geehrten GeschäfiSfreunden hiermit ergeben anznzetgen, daß die Generalversammlung am 1. Februar a. c. Friedrich Ei Wilhelm Fritsch al« Borsitzenden, Fürchtegott Seidel al« Kasfirer, August h, Wilh, Döhn al« Betriebidiceltor, Salomo Tröger und Moritz Bogel al» Revisoren erwäblt hat und daß der Betriebsdirektor wie zeither giltig für� die Genossenschaft zeichnet. Hochachtungsvoll: Mülsen St. Ni'la«, am 9. Februar 1874."l Der Berwaltungsraih der Konsum- Genossenschaft Mülsen St. Nikla« fti _ Ang. Wilh, Döhn, Betriebsdirektor,[2 Luchbinder. Alle Parteigenossen, so fern Sie mit Unterzeichnetem noch»icht Berb ndung stehen, we-den ersucht, um Anknüpfungspunkte berzuftellei umgehen» Ihre Adressen an Unterzeichneten gelangen zu lassen. Leipzig.(2a)_ H. Richter, Slernwarienstr. 28. Im Artikel III„Die Reich«iajj»aahlea'(Nr. 15) muß e« zu Anfang de« letzten Absätze« der 1. Spalte der 1. Seite statt„Bräaer" heißen: Hartmann._____ Rtichsttagswahlfond. Vom hies. Schuhmachern durch Kirsten Thlr. 2 12, durch Krügel in Barmea-Elberfeld Tblr. 6 8._ lvrreftafte» her Redaction. Wablk-miiö in Ronneburg: Ihren Bericht haben wir erkalten, konnten denselben aber noch nicht dringen, da wir die an- Herr Peter Schmidt, Bäckermeister in(Sintinatt(Nordamerika), wirst »rsachi, seine Aoreffe umgehend an den llnierzeichneien gelangen zu lasse». Sollte derselbe den„Bolklstaat" nicht lesen, so ersuche ich die dortige» verehrl. Leier so srenndlich zu sein, denselben, wenn iigend möglich, hier«, von in Kenntniß zu setzen, da Familienangelegenheiten dringend zu erAi ledigen find._ Georg Schmidt, Ober. Anger 6/1, München. � Herr Ferd. Löbenberg wird ersucht seine jetzige Adresse Pforzheüi � mitzutheilen_______ � »f Todesanzeige. Heute, den 10. Februar 1874, verschled nach mehrwöchentlichen Leide � ein guu« Partei- und Gewerksgcnossenschaft«- Mitglied, Karl HaprP« au« Neustadt a/O. jiflj Friede seiner Asche! Franz Hetmrich, Bertram nsmann. kl� Leipzig: Beraatw, Reoattenr: l>i, Preißcr(Redattion uu» ä oedttion Zeitzerftr. 44.) Druck und Verlag der GenossenschastSbuchdruckev r*i :«)