Erscheint in Leidig Mittwoch, Freitag.Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In- U.Auslandes. Filial-Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Loa 101 HodoKen, N. J. Wm. Lueders, 409 Maystr. Chicago, Jll. Peter Haß, 8. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Her Vollisstaak Ado»»»««»!»»«'»»: Für Preußen incl. Stempei steuer 21'/, Sgr., für die adrigen Deutfchen Staatm 16 Sgr. pro Quartal. Mouati- Ad«nae»rut» werden bei allen Deutschen Postanstalten aus dm 2 im u. Stm Monat und auf dm Ltm Monat besonders angenommen, im Sgr. Sachsm ». Hrzth. Sachs.- Altenburg auch auf dm I tm Monat a 5»/, Sgr. angmommm. OrgandersozialdemokrattschenArbeUerparteiundderinternationalenGewerksgenossenschasten. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Bereins- und Bollsversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Ar gelegenheiten betreffend, werde» mit 1 Sgr.,— Privat- und Berguüguugs- AnMgen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Nr. 21. KrettÄg 20 Aevruar. Die Mandatsablehnung Johann Jaeoby's '>hat in der ganzen Partei einen ungünstigen Eindruck gemacht, ja selbst Blätter, wie die„Frarlf. Ztg." und der„Fraulf. Beob." [ haben, obgleich sie den sonalisttschen Standpunkt Jacoby'S nicht . theilen, nicht angestanden, seuun Schritt zu verunheileri. ' Ter Gegensatz, in den sich Joh. Jacoty durch seine Mandats- »tlehnung zu der Gesammiheit seiner Parleigencfsen und speziell ' der Wähler gesetzt hat, veranlaßt uns, die von ihm angeführten - Gründe einer kurzen Kritik zu unierziehen. Johann Jacoby berust sich auf den feierlichen Einspruch, den er gegen die„Norddeutsche Bundetversasiung-, die jetzt„Reichs- • verfaffung" genannt werde, sti. erzeit im preußischen Abgeordneten- Hause erhoben habe, aus die Beläwpsurg einer Politik,„die eS für möglich erachtet, durch Gewalimritcl eine dauernde Einigung l( 1er deutschen Boltssiäwme berbeizusühren," und aus die Unwög- d lichleit,„auf parlamentarischem Wege einen Militärstaat in einen . Bolksstaat r mzugestalten." c. Abe düse ts>ünte rechtfertigen die MaudatSablehnung nicht. >: Tie sozialdemokratische Arbeiterpartei hat nie einen Augenblick da- - � gezweifelt, daß die in Deutschland durchgesührtc Gewaltpolitik eine demokratische Einigung Teutschlands vorläufig verhinderte, zs sie hat diese Politik, so wenig wie Jacoby geb.lligt, fie hat auch - nie den Glauben gehabt, daß schließlich aus pailamentarischem Wege sich ihr Programm endgültig verwirklichen loffc. Aber fie Hai auch nie sich rerheblt, daß die durch die BiSmarck'sche Politik hervorgerufer en politischen Zustände die Eniwicklung unserer gesell- � schastlichen Zustände degü, strgen und, da fie einmal vorhanden find, von u>S nicht ignorin werden können, ohne daß wir uns — selbst seladigen. Diese Zustände sind nicht urstr Ideal, sie sind im Gigentbeil, wie daS auch im Punkt 1 des Eisenater Pro- .c' gramme ans daS fchäitste beiont ist, uns feindlich und deshalb aus das entschiedinstc zu bekämpfen; aber d»se Zustände sind eir mal jf dir unabänderliche Turchgangtpunkt, den wrr passiren müfien, um � vnser Ideal zu erreichen. Mit bloßem Proti stiren und die Hände ar in den Echlß legen schaffen wir sie nicht aus der Welt, daS Jgno- irren r ützl uns auch nichts, denn ihre eiserne Schwere lastet pünd- lich auf uns u»d sie wird nicht vermirdert oder beseitigt, wenn vir un« nicht rühren und die Mafien nicht zu schmieden suchen, «m fie zu bekämpfen. Nur Protestiren und Nichts thun, heißt sich freiwillig mit gc bundenen Händen dem Feinde überliefern, beißt fch politisch todt � erklären, heißt daS wirtsawste Mittel der Bolksaustlärung, da« wir unter den gegerwäriigen Berhältnifien besitzen, zurückweisen »nd jede Befreiung von dem jetzt aus vn« lastenden Joch unmög » lich machen. Da« Volk versteh» auch eine solche Enthaltsamkeit«' — solitik nicht. Sein gefunder politischer„Instinkt* sagt ihm, daß »it dim eir fachen Pim, stiren nicht« gewonnen ist, daß dadurch veder die herrschende Gewalt in ihrem Knechtschaft«- und AuS- teutungslystem sich im Geringsten stören läßt, noch für e» je der tag herbeigesührt wird, wo eS bessere Zustände erhält. DaS � Volk als lebende« Wesen verlangt zu handeln, und lehneu Die � dnigen, in die e« sein Vertrauen gesitzt, ab, e« zu führen und hm die Wege zu zeigen, dann wird es sich denen anschließen, die wrgiben, in seinem Jnterefie zu handeln. So wird in Folge der ibstinenz jener wirklichen Freunde daS Volk durch seine ver- aeintllchcn Fnunde nur noch, tiefer in die Knechischaft geführt. Hätte die Partei stet« die Politik der Snthalisamk.it inue ge allen, welche Johann Jacol y heute beobachtet, die Partei wäre >»bt, wa« sie ist, und Joh. Jacoby würde schwerlich in die Lage tkcmmen sein, eine Wahl ablehnen zu körnen. Ja, hätte Ich. lacrby selbst die Politik stet« befolgt, welche er heute für die 'chlige hül», sein Name wäre nicht der, welcher er hivte ist. Oder iült eine parlamentarische Thätigkeit auf Grund eine« Dreiklafien- 'MsystlMS und einer nicht zu Nicht bestthendeo Berfüfiung, wie fe preußische, ein bessere« Feld für die politische und die soziale « �>ar zipaiionSarbeit g»bolen haben, als der ftühere Norddeutsche — ,r gegenwärtige Deutsche Reichstag? Wir können die« nicht � flehen. D»r Ursprung der preußischen Verfassung ist doch um to Hoar legitimer, wie derjenige der Deutschen Reichsverfassung. -w volksfeindliche Gewalt ha» hier wie dort als Gedurtthelfer an der ' gestanden, und da« nach dem Dreiklaffenwahlsystem gewählte �eßische Abgeordnetenhaus mit seinem Vormund, dem Herren- �tiae schwerlich einen besseren Boden für Bekämpfung der oek« j �l">h«il geliefert, wie der nach dem allgemeinen Stimmrecht �lih'te Reichstag mit seinem Vormund, dem BundeSraih. r. wir nun die Ablehnung de« ReichStagsmandatS feiteu« - H?QCclh,# als einen F,hler und mit feiner eigenen ftüheren 'hwlickkn xailamentarifchen Thätigkeit im Widerspruch stehend fachten, so betrachten wir auch die Art und Gelegenheit der Ab- hnrnijj sü» incorrect. .B?enn er sagt:„Die Aufstellung meiner Eandidatur für den �chsiag ist demnach als entschiedener Prmest anzusehen gegen niue deutsche Kaiserreich wie gegen da« ganze jetzt herrschende hsiew,- so ist gegen diese Worte nicht« einzuwenden, so lange "TO nickt die Deutung gegeben wird, daß damit die Eulhaltung Reichstag gemeint sei. In diesem letzteren Sinne ist seine ardidaiu, von keinem Einzigen in der ganzen Partei aufge- }' worden. Würde er diese Deutung seiner Eandidatur von 04'�herein bestimmt und ausdrücklich gegeben haben, dann unter- ' 9* es keinem Zweisei, daß er sicker ra nicht aufgestelht —'"»den wäre, wo man an die Möglichkeit eine« Siege« zirk auswählen zu können. ES mußte so aufgefaßt werden, weil man nicht annehmen konnte, daß Joh. Jacoby eine ernsthafte Eandidatur annehmen werde, indem er wußte, daß es der Partei nicht um formelle Protestwahlen, sondern um Siege für die Aus Übung einer praktischen agitatorischen Thätigkeit im Reichstag im Sinne unsere« Programms zu thun war. Auch ist die Partei auch materiell nicht so gestellt, um den Luxus einer Doppelwahl sich zu erlauben, abgesehen davon, daß die Ablehnung eines Man datS auf die kaum und mühsam gewonnenen Wähler den aller ungünstigsten Eindruck machen und daS Wahlcomitö in den Ver dacht bringen mußte, als habe eS absichtlich den wahren Standpunkt seines Eandidaten verheimlicht. So hat die Ablehnung des Mandats seitens Joh. Jacoby'S in der eigenen Partei nach allen Seiten hin Mißstimmung erregt, bei den Gegnern aber, die über die Wahl des alten Freiheit«' kämpferS e, schreckt und bestürzt waren, die größte Freude hervor gerufen. Namentlich bei denen, welche als ehemalige Gesinnung« gercsien und Mitkämpfer Jacoby'S fein persönliches Erscheinen als ein beständiger Vorwurf der Verleugnung früherer Grundsätze bc unruhigen mußte. An der Partei wird eS sein, die erlittene Schlappe nach besten K> ästen bei der bevorstehenden Wahl auszuwetzen. Sx- keret. �TObte. Der Vorbehalt über Aur ahme oder Ablehnung deS TOfcc« konnte nur so aufgelaßt weiden, al« sei er eine Reserve, füll« eine mehrmalige Wahl eiutrele, sich den geeigneten Be- Politische Uebersicht. —„Glauben Sie, daß anständige Leute für mich schreiben," warf Fürst Bismarck einst als„geflügelte« Wort" hin, dem er später das dazu passende von den„Sauhirten" nach- fliegen ließ. Er wird jetzt durch die Lamarmora-Polemik wohl auch zu der Urberzeugung gelangt sein, daß den„Leuten" die für ihn schreiben, noch etwa« Anderes abgeht, al« die„Anständigkeit", und daß sie wirklich das Geld nicht werth sind, daS ihnen auS dem ReptilienfordS so fteigebig gezahlt wird. Schreibt z. B. einer dieser..L.ute", und zwar einer der vornehmsten, in dem Bismarck- schen Leiborgan, der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" vom vorigen Mittwoch, an den berüchtigten Vorschlägen zur Annexion Belgien« an Frarkreich, die bei Eröffnung de«„heiligen Krieg«" eine so bedenkliche Rolle spielten, sei Fürst Bismarck ganz unschuldig gewesen, dieselben seien von Bonaparte gemacht und von Fürst Bismarck natürlich(„dilatorisch") zurückgewiesen worden. Zum Beweis der französischen Urhebersckast dt« sauberen Plan« führt da« Nordteuliche Prißreptil eine im heiligen Kriege erbeutete fran- zösische Instruktion für Hrn. Benedetti vom 16. August 1866 an, sowie einen von Benedetti'« Hand geschriebenen Bericht vom 23. August 1866 mit dem gleichfalls von Benedetti geschriebenen und mit Randbimerkungen in Bonaparte'S Handschrift ver- sehenen Vertragsentwurf zur Annexion Belgien« an Frankreich. Kein Zweifel, beide Aktenstücke sind echt; wir kennen Bonaparte zu gut, und haben außerdem zu viel Lebensart, um sie„genial" für „dreiste Fälschungen" zu erklären. Wir wollen auch nicht die ver- sängliche Frage stellen, warum Fürst Bismarck volle vier Jahre lang eine Ablehnung de« sauberen Planes hinausschob. Aber waS wir fragen, ist: wie konnte er e« erlauben, daß diese heikele Angelegenheit jetzt, und mit solch bodenloser Ungeschicklich- keit wieder heivorgezogen wurde? Offenbar sollte dadurch der neueste Hieb Lamarmora'» parirt werden. Lamarmora hat sich nämlich„erdreistet", nicht nur die Aechtheit der famosen Go- vone'scken Tepeschc amtlich festzustellen, sondern auch mehrere in dem bisherigen Abdruck der Depesche vorhandene Lücken zu er- gäuzen, und zwar die«ine dahin, daß Fürst Bismarck die Absicht in den Mund gelegt wird, Bonaparte durch die französisch redenden Theile Nelgiens und der Schmeiz zu entschädigen." Der betreffende Depesche Govone'« trägt aber daS Datum de« 3. Juni 1866, ist also dritthalb Monate vor den Aktenstücken geschrieben, welch« das Norddeutsche Allge- weine Preßreptil für die Französische Urheberschaft de» sauberen Plane«, und die engelhafte Unschuld de« Fürsten Bismarck zitirt! Doch da« ist nicht Alle«. Ja dem Lamarmora'schen Buche, dessen Akte, Mäßigkeit nun über jedem Zweifel feststeht, findet fich, Seite 288 ff. der Mainzer Uebnsetzung, eine andere Depesche Govone'S, in der folgende Stelle vorkommt:„Graf Bismarck erwiderte: Es handelt sich schließlich für Pieußen in dieser ganzen Angelegenheit (dem geplanten Krieg gegen Oesterreich) darum, ein Uedergewlcht in einem Theile Deutschland« zu erwerben, und letztere« mit ge- gebeuen Banden an fich zu fesseln. Kann e«, Preußen, kann er, der König, um solche Vortheile zu erlangen, ausgedehnte Provinzen mit deulschtm Bluie an Frankreich abtreten? E« würde dem Kaiser(Bonaparte) viel besser anstehen,..... zu erwerben. Ich(Govone) erwiderte, daß die Erwerbung...., welche« ein so blühende« nationale« Leben und ein so reges Selbst fiändtgkcitgesühl besitze, so schwierig sein könnte, daß e« dem Kaiser lBonaparie) nicht darnach gelüstete."-- Aus dem italienischen Text erhellt, daß der Name de« Landes, welche» Fürst Bismarck hier als Entschädigungsobjekt für Frankreich anbot, männlichen Geschlechts ist, und durch einen fatalen Zufall ist Belgien da» einzige in Frage kommen könnende L»nd, das in der italienischen Sprache einen Namen männlichen Ge- schlecht« ha». Diese Depesche ist aber am 22. Mai geschrie- den. Wahrhaftig, Benedetti kommt noch zu Ehren. Und Fürst BiSma>ck? — Der„Fortschritt", wie er sich rückwärts concentrirt. Ter Abgeoidnete Sonnemann beabstchtiate im Reichstage eine Interpellation über die ungeheuerlichen Wahlfkaudale einzu- bringen, die in der letzten Periode vorgekommen sind. Dieselbe lautete: „Das Reglement für die Ausführung des Wahlgesetzes zum deutschen Reichstage vom 23. Mai 1870 hat sich, wie viele Vorkommnisse bei den züngsten ReichStagSwahlen zeigen, in mehrfacher Beziehung al« unzureichend und mangelhaft erwiesen. Da« Verfahren, welches bchuf« Ausstellung der Wählerlisten beobachtet wird, hat fast nirgends zu einer Herstellung vollstän- diger und fehlerfreien Listen gesührt. Die im Z 2 vorgeschriebene Auslegung der Wählerlisten wurde von den Gemeinde- vorständen in sehr ver schieden artiger Weise aufgefaßt. Die Be- stimmung de« Wahlgesetze« in§ 3 al. 3 bezüglich der Personen, welche„eine Armenunterstützung aus öffentlichen oder Gcmeindemitteln beziehen", ließ ebenfalls eine gleichmäßige Interpretation in den verschiedenen Bundesstaaten vermissen. Die Borschrif en ocS tz 19 über die Stimmzettel bedürfen jedenfalls einer Ergänzung und Präcistrung. Gegen die Bestimmung de« tz 14 des Wahlreglements, welche vorschreibt, daß Abwesende nicht durch Stellvertreter an der Wahl theilnehmen können, ist vielfach verstoßen worden, und eS dürfte zu erwägen sein, ob hier nicht eine AbHülse möglich ist. Ferner dürste die Vertheilung von Wählerkarten, welche sich bei Communalwahlen an verschiedenen Orten sehr gut bewährt haben, manche Mängel beseitigen. Euh- lich dürfte die Frage zu untersuchen sein, ob nicht, wie in Elsaß-- Lothringen bereits geschehen, die Anberaumung der Wahlen auf einen Sonntag da» geeignete Mittel ist, um allen Wählern die Ausübung ihres Wahlrechts möglich zu machen. Dem Bundes- rathe ist eS unzweifelhaft nicht entgangen, daß in den angeführterr und in anderen Punkten da« Wahlreglement einer gründlichen Revision dringend bedarf. Die Interpellanten richten daher an den Herrn Reichskanzler die Anftage: Beabsichtigt die Reichsregierung. mit Beziehung auf tz 15 de« Reichswahlgesetzes vom 31. Mar 1869 eine Vorlage über die Abänderung des Wahlreglements vom 23. Mai 1870 dem Reichstage zur Genehmigung zu unterbreiten?" Obwohl dies Schriftstück, namentlich wa« die„Armenunter- stützungen" betrifft, noch lange nicht scharf genug gefaßt ist, so kann doch Niemand, der die Wahl als einen ernsten politischeiz Akt und nicht als eine Komödie betrachtet, einer solchen Interpellation seine Unterstützung versagen und wer der letzten Wahlbeweguug nur ein wenig nahe gestauden hat, der sollte begreifen, daß eine solche Interpellation im allgemeinen Jäter, ffe der gesammtea Wählerschaft auch dringend nothwendig ist. Da die Unterstützung der Sozialdemokratie nicht ausreichte, um die Interpellation vor- schriftsmäßig einbringen zu können, wendete sich Sonnemann an die Fortschrittspartei. Aber diese Herren, die doch„fort- schreiten" wollen, wenn man sie hört, hatten kein Interesse für da« so schnöde mit Fiißen getretene Wahlrecht. Sonnemann fand die nöthige Unterstützitng seiner Interpellation nicht bei jenen Leute». welche auch eine„Opposition"— freilich Sr. Majestät allerg«- treueste— bilden wollen. Duncker und Genossen, die wieder circa 12000 Arbeiter au» den Gewerkoereinen gegängelt und sich während der Wahl als„Arbeiterfteunde" aufgespielt haben, waren nicht zur Hand, als e« galt, Verwahrung einzulegen gegen die Verkümmerung des allgemeinen Wahlrechts, der einzigen politischen Waffe der Arbeiterklasse. Die Soireen de« Herrn von Bismarck thun eben heutzutage bessere Wirkung bei den Herren„Volksver- tretern", als daS Pflichtbewußtsein. Der Name„Fortschrittspartei" ist ein elender Schwindel und die Arbeiterklasse ist von Neuem vollberechtigt, denjenigen al« Lügner und Heuchler zu brandmarkm, der ihr weiß machen will, daß die Fortschrittspartei etwas Andere» sei al« eine falsche Clique, die je nachdem ste e« braucht, mit gleißnerischen Phrasen um sich wirst oder da« Volk betrügt und verräth. — Wenn die sozialdemokratische Presse gegen irgend einen Paragraphen de« heiligen ReichSstrasgesetzbucheS verstößt, geht sofort eine Hetzjagd loS— wir wissen au« unserer Praxi« wrt Belegen zu dienen— daß man glauben sollt«, der wilde Jäger selig sei mit Halali! in da« Jagdgebiet der Presse eingebrochen. Da wird ohne viel zu ftagen da» staatSgefährliche Stück Papier confiscirt und mausetodt gemacht oder eingestampft, der Unter- suchungsrichter kriegt den Redacteur beim Ohr, da« RedactiouS- und Druckereipersonal wird vernommen, der Staatsanwalt fabrzzirt mit Dampfgeschwindigkeit die Anklage und der arme Redacteur wird verdonnert und ins Loch gesteckt, daß ein Stieber seine Freude daran haben mag. Hintendrein schindet der Ex.S deutschen Reichstag«:c." gegen die Kirche und die Religion überhaupt erhoben habe. Ihre Bertheidigung erheischt eine Antwort und zwar speziell von mir al« Verfasser jeuer Broschüre. Erfolgte diese nicht eher, so wollen Sie die« durch ein längeres Unwohlsein entschuldigen, da« mich am Schreiben verhin- derle, und fällt sie etwaS lang au«, so mögen Sie daran« schließen, daß icb Ihre Einwände für wichtig und bedeutend genug hielt, nm sie in einer längeren Ausführung zu widerlegen, wobei icb darauf rechne, daß auch die Mehrzahl derjenigen, die diese Ertlä- rung lesen, etwas profitiren. •) Nachdem wir selbst zu den AaSsührunzeu de« Hrn. Äaplau Hoposi Stellung genommen, geben wir dem Verfasser der Broschüre:„Die par- lameutarische Tdätigkeit jc." Raum. Obwohl dessen«utwort ziemlich lang ausgefallen, glauben wir doch, daß ein« derartige Auseinander- sctzauz im Interesse her Partei liegt, da ja die religiösen Fragen bi« jetzt nur selteu derührt worden find und es ganz gut ist, wenn die Soüaldemokraüe ihren Staat puntt auch nach die>er Richtung klar und rückhaltsl»« darlegt. Die Red. des„Bolksstaat". Sie fühlen stch durch die Stelleu meiner' Broschüre persönli getroffen und verletzt, wozu Sie, wie Sie bei nochmalige« Durch lesen derselbeu vielleicht selber zugeben werden, keine Ursache haben. Ich habe kirchlich« Persooea nickt aagegriff-u, ich habe uirgeadt bestritten, daß e« unter deu„Dienern der Kirche auch ein« Anzahl gäbe, die au» innigster, ehrlichst.'? Ueberzeuznnz ihrem Berufe ob liegen"; ich konnte die» um so weniger, als ich einigermaßen dt Präpara iveaanstalten kenne, welch: bestimmt sind, junge nnbefanze« und noch unwisseade Gemüther zum„Dienste der Kirche" zurechl zuknetea und zu erziehen. Ich gehe noch weiter, ich gebe zu, daj e« Tausende von Männer» giebt, selbst auf vorgeschrittener Bil dunaSstuse, welche mit Leib und Seele der Kirche und ihren Lehre« ergeben sind, daß eS Tanseude und Abertausende giebt und Mil lionen gegeben hat, welche durch große Opfer aller Art sich ih Seelenheil bei der Kirche zu erkaufen suchten. Aber was beweif das gegen mich und meine Behauptungen? Einfach Nicht«, absolik Nicht«. Dieselbe Opferwilligkeit, Selbstpeinigung und AScese, der selbe fanatische Glaube, mit welchem Millionen Menschen au de» Christenthum gehangen haben und noch hängen, alle diese Eigen schaften haben Millionen Anhänger deS Jadenthums, der Lehr» deS Buddha, de» ConfuciuS, des Muhamed bewiesen, sie all' könneu mit demselben Rechte, wie Sie auf die Erfolge ihrer Rt ligion, auf die Opfer ihrer Gläubigen hinweisen. Wäre e» möglich, statistisch festzustellen, in welcher Religiol Mlliouen von Menschen am eiftigsten geglaubt und gestrebt, d« größte Entsagung, die größte Selbstpeinigung, die größte Aus opferunz stattgefunden hat, es unterläge keinem Zweifel, die Rev gion de» Buddha würde in allen Beziehungen den KatholiziSmü und das Christenthum überhaupt übertreffen. Nach Ihrer Logik wäre es nun ungerecht, wollte ich dennot behaupten, daß der BnddhaismnS trotzdem der Menschheit mety geschadet als genützt und den Fortschritt aufgehalten habe.& selbst aber sind genöthigt, kraft der Lehren ihrer Kirche den Bub dhaiSmuS als falsch, verkehrt, ketzerisch zu betrachten, obgleich fit mit Leichtigkeit nachweisen läßt, daß, waS Moral und Sittenstreng betrifft, der BuddhaiSmuS nicht nur dem Christenthum vollständls ebenbürtig ist, sondern die Moralsätze, kirchlichen Gebräuche uli> Dogmen aus dem älteren BuddhaiSmuS in daS 400 Jahre junges Christenthum herübergenommen sind. Und hier kommen wir auf den Hauptkern der Frage. WaS Ü denn daS Christenthum? Antwort: Wie jede andere Religion ei« von Menschen erfundene und anS älteren bereits bestehenden R> ligionen(ägyptischen, babylonischen, persischen, indischen) zusamme» gepflückte Glaubenslehre, die sich von den früheren Religionen ni dadurch unterschied, daß sie der vorgerückteren Bildungsstufe d Menschheit sich anpaßte, aber erst nach und nach zn dem jetzig! christlichen Religionsgebäude sich entwickelte und ihre ÄnSdehiiui erlangte. DaS Christenthum ist so wenig der göttlichen Offe> barunz v tsproffen, wie die von mir vorhin bezeichneten Religtone deren St.fler ohne Ausnahme mit der gleichen Entschiedenheit ih göttliche Sendung betonten, wie die« von dem mythischen Stift der christlichen Religion geschehen sein soll. Und wie Hundfl von Millionen Anhänger beweisen, welche die Glaubenslehren v Buddha, ConfuciuS nnd Muhamed gefunden haben mit demselb» ja theilweise mit größerem Glanben an ihre Wahrhaftigkeit. Ich habe nicht, wie Sie von sich behaupten, die philosophisch Systeme von Sokrates und PythagoraS bis auf Schopenhaw Feuerbach, Lassatte und Marx geprüst— wobei ich bemerken w> daß eS den beiden letzteren nie eingefallen ist, ein philosophisch System zu bauen, sie haben Pratlischeres gethan, und daß« philosophisches System des SokcateS nicht existirt, denn Sokra hat auch nicht«ine Zeile hinterlassen, sondern waS wir über sei Ansichten wissen, wissen wir durch seine Schüler, namentlich Plal der ihn auch in seinem Hauptwerk„Der Staat" als Hauptperf im Dialog einführt. Die philos-phischen Systeme der Sokrat Lassalle und Marx dürfen Sre also an» Ihrem Wiffensscha streichen.— Aber ich habe mich ein Bischen um die Cultl geschichte und die Naturwissenschaften gekümmert und darnach funden, daß für ein dcntfähigeS und wissenschaftlich gebild« Hirn«S etwas schwer sein muß, an den Katholizismus als r „Beste und Vollkouimenste" zu glaube». Es mußte Ihnen so i wie mir bekannt sein, daß die GründungS- uno Entwickln� geschichte, welche daö Christenthum durchgemacht, von nichts wen! als göttlicher Abstammung zeugt, daß der Zank, Hader, Stt gegenseitige Versolgungssuchr unter den ersten Christen schon in abscheulichsten Wesse sich breit machten, und in allen diesen„2 genden" Jene vorangingen, welcke als»Lehrer und Diener Kirche" mit dem entgegengesetzten Beispiel hätten voraugst sollen. ChristuS selbst, dessen Existenz sehr nebelhaft ist, von de! Lehren und Reden auch nicht ein vou ihm selbst geschriebe 1 Wort vorhanden ist, wurde erst später, nach seinem Tode, an» den Gewohnheiten und Begussea, welche daS Volk aus dem Heiv thum herübergcuoaimen halte, al« Gottmeufch verehrt. Jahrh$ derte lang wüthete der Stritt darüber, ob Christu« Gott gl T oder nur Gott ähnlich sei; erst im Jahre 32S wurde aus C Kirchenversammlung zu Nicäa, wo eS wie auf dem polaift T Reichstage herging und die Vertreter der beiderseitigen Richtnn H in der Christenheit in Ermangelung von Gründen sich mit A hi würfen und gegenseitigen B-schimpsungen bedienten, und als! f* nicht mehr ziehen wollte, eure gründliche Prügelei voraaha g« die Zweieinigkeit von Gott und ChristuS endgültig feststell de Die christlichen Lämmerhrrlen hatten da« B-dürftriß, eine f tu steh? nde Ansicht über da» Beihäliniß von ChristuS zu Gott br schaffen, weil der Streit unter den Priester» auch die Lämmer dt griff und viele der Gescheidterea uno Denkenden stutzig m» di mußte. S» war der erste große Schritt zur Begründung D christlichen Kirche, d. h. zur Leuhammelei der Massen im S> k\ der christlichen Priester geschehen. A, Im Widerspruch mit den Christen de« Abendlandes hatte wt unter deu Christen de» Morgenlances aber die Ansicht von e Dreiheit de« Gottes, wie sie in älteren Religionen sich ebeus tt| gebildet hatte, entwickelt. Damit d-ohle eine neue Gefahr Lo Kirche, und so ward denn eilig, 56.�ahre später, im Jahre � au aus der Kirchenversammlu! g zu Koiistanhnopel au» der Zweiess A> keit eine Dreieinigkeit geschaffen und dit heilige Geist at» Dr B im Bunde hinzugefügt. Das ist die sehr weltliche Geschichte � göttlichen Dreieinigkeit, de« böchsten Dogma« der christlichen K>' zu Sie werden zugeben, Herr Kaplan, daß rem menschliche Borg» pr wie die hier geschilderten, sehr schleckt geeignet sind, d.n Gl-s S an die Göttlichkeit deS Christenthum'» zu befestigen und ds» Ar sich eben nur auS der großen Unbildung der damaligen Zeit. wi der Unkenntniß, welche der Mensch über se ne Beziehungen zu di, und Natur und Naturereignisse» hatte, und leider noch hat» zu klären läßt, daß ein so zusammengebrauter Glaube Milliouel> ihr Hänger gesunden hat. Millionen Anhänger, die bis aus wi heutigen Tag nur möglich waren, weil die so von den Ki*' Ab Versammlungen zusammengestellten, zusamaungestritteue« und an sammen�ezautteil Do�mea von Kirch«»- und StaaUwigtn der Menschheit als»göttliche Offenbzrun�ea» eingebläuet und osn der Muttermilch anerzogen wurden. Wenn eö pafsirt, daß in der moeitrn Hillste de» IS. Jahrhunderts noch Hunderttausende von Köpfen sich itber daS oeil ausgeheckte Dogma von der Unfehlbar- leit de« Papste» erhitzen, darf man sich nicht wundern, wie fast zwei Jahrtausende lang ein großer Theil der Menschheit an die aötttich« Abstammung und Offenbarung de« Christeothum« glanbeu tonnte. Wie die heilige Dreieinigkeit erst durch die Priesterschaft ge- schaffen wurde, so erging c« genau dem Heiligendienst. In den ersten Jahrhunderten wurden keine Bilder in den Kirchen gelitten, ja die Kirchenversammlung zu Elvira verbot sogar feierlichst,„die Gegenstände der Verehrung und Anbetung an den Wänden ab- zomaleu". Eusebius und ChrysofiomuS, zwei berühmte Kirchenväter, die um 390 nach Christi lebten, bezeichneten den Bilder- gebrauch al« Götzendienst, und doch ist später die Heiligen- aubttuug und der Bilder- und Reliquiendienst in der christlichen Kircke so schlimm wie unter den schlimmsten„Heiden" getrieben worden und wird heute noch in der katholischen Kirche als CultuS gepflegt.(Schluß f.) Gewerksgenossenschaftliches» Gewertogrnosseuschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Haud- arbeiter. Die siir den Laus des Februar in Aussicht genommene Gene- ralversammlnng hat nach einstimmigem Bestluß in Rück- ficht auf die durch den Reichstag veranlaßt- anderweitige Thätig- keit des ersten Borsitzenden, dessen Anwesenheit füglich nicht ent- behrt werden könnte, auf unbestimmte Zeit verschoben wer- den müssen. Mit sozialdemokratischem Gruß Crimmitschau, 1ö. Februar 1874. Für den Borort: A. F. Colditz, 2. Borsitzender. Berein der deutsche» Zteinmetzeo. Zgerkiu, 15. Februar.(Allgemeiner Bericht.) In den seit März vorigen Jahre» schon bestehenden Mitgliedschaften Essen und Duisburg, sowie den s-it Ende vorigen Jahres sich dem Berein angeschlossenen Mitgliedschaften Köln, Elberfeld, Düsseldorf und Ruhrort erblickten die Mehrzahl der in Rheinland und Wesiphalen befindlichen Steinhauereibesitzer in der Tendenz der Bereine eine derartige Gemeinsährlichkeit, daß sie es für dringend geboten hielten, mit vereinter Kraft den tiessittlichen Bestrebungen der Mitglieder den GarauS zu machen. Gewisse Herren aus Duisburg und Düsseldorf, die sich schon vorige« Jahr bei den Gesellen sowie in der Ocffentlichkeit arg blamirten, indem sie den Gesellen den verdienten Lohn nur derart auszahlten, daß eS mitunter noch nicht einmal für Logis und Kost ausreicht«; diese Herren stellten sich an die Spitze dieser Gesellen- vereinigungS- Sprengungskolonne und beriefen obige Besitzer zu Conferenzen zusammen, in denen denn auch der ArbeiterauSbeutungS- Bruderbund für Rheinland und Westphalen zusammeugedrechfelt wurde, und fühle ich mich gedrungen, zur Kenntniß aller Stein- metzen sowie aller Arbeiter den Zweck dieses Bunde« an das Tage«- - licht zu ziehen. E» heißt in K 1: Zweck de« Bundes ist 1) Regelung des Verhältnisse« zwischen Arbeitgeber und Arbeit- nehmer durch ») Bekämpfung der sozialdemokratischen Bestrebungen der Arbeitnehmer und feste» Zusammenhalten der Arbeit- g-ber; b) Fesisrellung der Arbeitszeit und de« TagelohnS, was jeder Lokalverein(eS sind deren 22 angegeben) nach seinen OrtSverhältnissen bestimmt; c) Einführung von Entlassungsscheinen bei Auflösung deS Arbeitsverhältnisses, ohne welche kein Arbeitnehmer in ein neucS AbeitSverhältniß von einem BundeSmitgliede aufgenommen werden kann; 2) gegenseitige Unterstützung der Arbeitgeber bei ausbrechenden StrikeS der Arbeitnehmer durch Ueberlassung von Arbeits- kräften, eventuell durch Ausführung der uothwendigsten Ar- reiten eine» oder mehrerer durch Strikc betroffenen Bundes- Mitglieder; 3) Hebung de» sittlichen und moralischen Betragen« der Arbeit- nchmer durch Einführung gleichmäßiger allgemeiner Arbeit«- reglement« in allen Werkstätten; 4) Förderung der theoretischen und praktischen Ausbildung der Steinhauer durch Anhalten der Lehrlinge zum Besuch einer Sonntags- oderHandwerker-FortbildungSschule, wo-« irgend geboten ist. Uebcr da» Obige überlasse ich die Kritik jedem rechtlich denkenden Menschen selbst, bemerke nur, daß wir seit langen Jahren die Teufel in Menschengestalt vollständig kennen gelernt haben. Nach Conslituirung diese« Bunde« erscholl denn auch gleich in Ruhrort, Düffeldorf uud Duisburg von einzelnen der schon oben angeführten Herren da« Commando: Austreten au« dem Steinmetzvcrein oder hinau» au« der Arbeit! Natürlich sind wir solche Handlungsweise seit vorigem Jahre au» Thüringen, Leipzig, Hamburg k. schon gewöhnt und berührt die« un« und unsere Freunde wenig, da dennoch dort die größten Werkftellen für sozialdemokratische Steinmetzen offen stehen und sich die Besitzer derselben dem Arbeitgeber- Kunde nicht anschließen in der festen Ueberzeugung, daß bei solcher despotischer Handlungsweise die wahren Geschäftsinteressen geschä- digt«erden, indem der Frieden dadurch erst recht gestört wird. Den rheinischen Steinmetzen rufe ich aber nochmal« zu: Haltet fest am Bunde, mögen die Stürme kommen, wie sie wollen, die Ausbeutung muß beseitigt, die wahre Bruderliebe hergestellt werden. So ist ebenfalls von HildeSheim zu berichten, daß durch nicht regelrechte«, aber doch von beide» Seite» vereinbarte« Terminial- Lohnzahlen ein Platz-Sttike entstand, welcher jedoch mit Beftiedi- gung beider Theile beseitigt wurde. Doch verstanden e« die Arbeitgeber bald darauf, drei verheirathete Collegen, darunter den Bevollmächtigten, au» dem ganzen Orte hiaauSzumaßregeln. Ebenso kam un« von der Mitgliedschaft Nebra die Mittheilung zu, daß trotz de« im Jan. 1373 vereinbarten Lobntarif« 2'/» Sgr. pro Tag in Abzug gebracht, sowie die Arbeitszeit um eine halbe Stunde verlängert würde. Al» nun die Collegen in besagter Augelegenheit um eine Unterredung mit ihrem Arbeitgeber baten, wurde ihnen der Bescheid, Feierabend zu machen. Möchten doch diese Dickbäuche mit täglich 19 Sgr. 10 Pf. mit Frau und Kind zu existircn einmal den Versuch machen, auch wenn sie nicht mit ihrer Händekraft arbeiten. Die faule Mast würde sich bald legen; wie nun aber erst, wenn sie, wie diese, von Morgens früh bis Abends arbeiten müßten(Steinmetzarbeit ist bekanntlich eine der «ustreugendsten). Kein Wunder also, wen» man, anstatt gesunder kräss zer Gestalten, uur abgehärmte und abgezehrt« Männer steht. Wo kann da Friede und Eintracht in der Familie, wo Gesundheit und Erziehung der Kinder sein, wo die Frau selbst von früh bi« Abend» auf dem Felde oder auderSwo, vielleicht in der Fabrik, mit arbeiten muß. Wahrlich, Collegen, die» ist da« Loo« eine« Steinmetzen, mit 32 Jahr DarchschnittSakter in« Grab(die Kinder- sterblichkeit wird nicht dazu gerechnet, sonst würde da« Durchschnitt»- alter noch bedeutend mehr sinken), und bei seinen Lebzeiten nicht einmal geong Brod für sich und die Familie schaffen zu können. Blicken wir nach Hamburg, so sehen wir auch dort da« schäm- loseste Borgehen, die schamloseste» Maßregelungen gegen unsere Mitglieder. Die Ausbeutung wird in der krassesten Form betrieben, Keiner soll mucksen, auch wenn die Preise für die Arbeit noch so gering gezahlt werden. Von sittlichem Betragen seitens der Poliere und Arbeitgeber ist keine Spur. Die Versprechungen einer Er- höhung de» Lohnes während unsere« nur zu berechtigten Strike«, als man Leute in Essen, Würzburg und Ahlfeld anwarb, hielt man nicht.(Wo bleibt hier ein Wortbruchgesetz?) Die Agenten, in Person der Meister und Poliere, werden zum zweiten Male bei einer solchen Expedition schlecht fahren, auch wenn sie noch mehr als 27 Thlr. in der Schenke zum Vertrinken geben, man wird wohl trinken, jedoch nachher die Hunde loslassen. Selbst bei den ReichStagSwahlen hat man sich nicht gescheut, das fteie Recht de» Arbeiter« auf« tieffte zu verletzen. Fahrt nur so fort, ihr Herren! Eure Ohnmacht wird sich bald zeigen; bildet Euch nur ein, die naturgemäße Entwickelung der Arbeiterklasse mit Eurer verachtungswttrdigen Handlungsweise aufhalten zn wollen. Es wird der Tag der Vergeltung de« bitter getäuschten und um sein Recht betrogenen Arbeiter« kommen. Je mehr Verfolgungen, desto mehr Erfolge, und desto schneller am Ziele. „Brecht das Doppeljoch entzwei, Brecht die Roth der Sklaverei, Brecht die Sklaverei der Roth! Brod ist Freiheit, Freiheit Brod." A. Zabel, Vorsitzender, WeinberzSweg 4. lrB. Zu Bevollmächtigten sind bestätigt: in Duisburg G. Brinkmann, Untere Mauerstr. 21; Düsseldorf H. Boogen, Ost- straße 113; Ruhrort P. Mahlberg, Louisenstr. 300 X.; Elberfeld P. Buchbender, Alexanderstr. 3; Freiberg in Sachsen A. Wagener, Annabergerstr. 257 u. 253; Cöln P. Liyingcr, Kammachergasse 2; Frankfurt a/O. A. Gunzer. Ferner ersuche ich alle Bevollmächtigten, maßgebende Adressen von Collegen solcher Städte, die noch nicht zum Verbände gehören, an mich einzusenden, damit ich die Auftufe zur Generalversamm lung rechtzeitig versenden kann. Der Obige. Gewerksgenosseuschast der Maurer u. Zimmerer. Zlresde«, 1. Febr. Ein neues Jahr, da« fünfte, ist seit dem Bestehen der hiesigen Mitgliedschaft angebrochen. Treu und fest sind wir in den verflossenen Jahren gestanden zur Fahne der Demokratie, werden auch in diesem Jahre unsere Pflicht voll und ganz erfüllen. Zwar sind wir noch immer eine kleine Zahl von den Tausenden unserer Berufsgenossen und manchmal mochte es den minder mit Ausdauer und Energie gestählten Mitgliedern be- dünken, daß alle Mühe, alle Anstrengung, alle Opfer vergeben« gebracht seien, daß die große Masse der Maurer und Zimmerer entweder noch nicht reif oder noch nicht bedrückt genug sei, um Theil zu nehmen an unserm Streben, Theil zu nehmen an dem allgemeinen Kampfe zur Verbesserung der«genen Lage. Doch dies ist nicht so. Wir sind doch vorwärts gekommen, nicht nur daß wir alle Stürme der letzten vier Jahre glücklich überdauert, und bislang allen berechtigten Anforderungen der Mitglieder nach- kommen konnten, nein, wir haben auch bereits einen, wenn auch noch nicht großen Fond angesammelt, und vergrößert sich die Mit- gliedschaft trotz Anfeindungen unserer Gegner in zufriedenstellender Weise. Zeigen sich aber trotz des bi« jetzt zufriedenstellenden Re- sultate« die Mitglieder nicht saumselig, sondern agitiren wir mit vereinter Kraft immer weiter und weiter, auf daß auch nicht einer von unfern Berufsgenossen in der Gewerkschaft fehle. Beherzige sich ei» Jeder die hier niedergeschriebenen Thatsachen sowie Mah- nung, denn gerade die jetzige Zeit zeigt uns wieder, mit welcher Verachtung man un« entgegentritt. Erscheine darum ein Jeder in unfern Versammlungen, welche regelmäßig jeden Dienstag Abend in der deutschen Halle stattfinden, um den Betrachtungen über Verbesserung unserer Lage beizuwohnen. Auch rst an diesen Abenden einem jedem Maurer und Zimmerer Gelegenheit geboten, der Krankenkasse beizutreten. Die Krankenkasse ist in verschiedene wöchentliche Unterstützungen eingetheilt, welche ich hier bekannt geben will: Bei einem Steuerbeitrag von wöchentl. oder monatl.: e Pf. 24 Pf. 10„ 4 Ngr. 12„ 5„ 15„ SV... Eine Unterstützung von wöchentlich oder täglich: 1 Thlr. 5 Rgr. 1'/»..?'/-„ 2„ 10„ Vit„ 12'/.„ 13„?>/-„ 3„ 15 Noch will ich erwähnen, daß diese Krankenkasse die weitgehendste ist, welche unter den Maurern und Zimmerern bi« jetzt besteht, indem nie einer der Unterstützung verlustig wird, welcher sich von hier nach irgendwelcher beliebigen Stadt oder Dorf begiebt, uur bloS dann, wenn der Steuerbeitrag sich nicht in Richtigkeit bc- findet, erlischt das UnterstützungSrecht. Auch sind wir bereits in allen Städten Deutschlands verbunden, so daß die Steuern sowie Unterstützungen, ohne vom ftischen wieder einzutreten, abgegeben oder entgegengenommen werden kann. Berufsgenossen solcher Städte in Sachsen, welche noch nicht betheiligt sind und Anschluß an erwähnte GewerkSgeuoffenschaft wünschen, werden ersacht, sich mit Unterzeichnetem brieflich in Verbindung zu setzen. Städte außer Sachsen werden nach dem Borort Braun- schweig(Adresse H. Rieke, Schöppenstevterstr. 50) verwiesen. Mit sozialdemokratischem Gruß Ernst Knof, Maurer, Palmstr. 55, 3, b. Linder. Correjpondenzen. /oipztg. Die Reuwahl für den 13. sächsischen Wahlkreis ist auf Sonnabend, den 28. Februar angefetzt. Leipzig. Wir erhalten folgende Zuschrift: „An die Redaktion des„Volksstaat"! Sowohl Sie als die„Franks. Zeitung" haben ans den Be- richten nationalliberalcr Blätter über den Pleißengaffen-Krawall- Prozeß angebliche Aeußerungen des Herrn Staatsanwalt Frfch er wiedergegeben und an dieselben Ihre Bemerkungen geknüpft. Ich kana Ihne» nun al« Bertheidiaer einiger>ugesch»ldtgwr »erfichera, daß Herr Sta,t»auwalt Fischer nicht n»r nicht da», »a« ihm in jenen Berichte» nachgesagt wird» geäußert, sondern daß er da« direkte Gegeatheil von de« gesagt hat. Er hat a«f da« Entschiedenste hervorgehoben, daß die von de« Polizei- lentenant Snobloch aaSgtsprochene Meinung,„daß durch die in den sozialdemokratischen Volksversammlungen gehörten aufreize»- den Reden da« Volk zu solchen Ausschreitungen veranlaßt werde," al« jeder Begründung entbehrend zurückgewiesen «erde» müsse. An einer anderen Stelle seine» Bortrage« hat Herr Staats- anmalt Fischer auseinandergesetzt, daß hier nicht der Ort sei, uach dem Ursprünge der betrübenden Erscheinung zu forsche», daß der Geist, der unsere Bevölkerung und zwar uicht nur der niederen Klassen beherrsche, keia guter sei.— Andere Aeußerungen über unsere sozialen Zustände find uicht gethan worden. Im Interesse der Wahrheit ersuche ich Sie ergebenst, vor- stehende Berichtigung, zu«elcher ich mich übrigen« von Hcrra Staatsanwalt Fischer habe ermächtigen lassen, in Ihrem nächsten Blatte abzudrucken. Mit bestem Gruße Ihr ergebener Leipzig, 13. Febr. 74. RechtSanw. Freytag." Leipzig.(AuS dem 13. Wahlkreis.) Die Versammlungen, welche bisher unser Candidat Bracke abgehalten hat, waren alle vom besten Erfolg begleitet und e« herrscht großer Eiser unter den Arbeitern. Das Arbeiterfest zu Großzschocher am letzten Sonntag bewies glänzend, daß durch die Ablehnung Jacoby's dessen Wähler durchaus nicht„überdrüssig" geworden sind, sondern mit frischem Muth an die Arbeit gehen. DaS Gleiche zeigten die Versammlungen zu Taucha, zu Lindenau und zu Stötteritz, wo Bracke rm stets dichtgefüllten Lokal sein Programm entwickelte und mit sympathischem Beifall begrüßt wurde. Wie sehr die Agitation Bracke'« gewirkt hat, beweist am Besten der Umstand, daß bereits das„Leipziger Tageblatt" �seinen Schmutz nach ihm zu werfen beginnt. Herr Hüttner, der armselige Held der Scheere, der den politischen Theil seine« Blattes au« verschiedenen andern Blättern zusammenraubt und damit seine geistige Armuth doku- mentirt, behauptet, die Redeu Bracke«— von denen er noch gar keine gehört hat— bestünden au«„gewöhnlichen Schlagwörtern". Lassen wir ihm sein Vergnügen; mit journalistischen Abcschützen geben wir uns nicht viel Mühe, namentlich wenn sie so alberne Bemerkungen machen, auf die man nicht mit der Feder, sond wa höchstens mit spanischen Röhrchen antworten könnte, wenn man e« der Mühe für wertb hielte. Hüttner schreit, daß Bracke in allen drei braunschweigisqen Wahlkreisen„gründlich"(!) durchgefallen sei. Wirklich, Herr Hüttner? Sie haben nichts von den 16,000 Stimmen gehört, die Bracke erhalten hat? Sie artiger Schelm! Sie haben wohl einen schlechten Witz machen und den allerdings „gründlich durchgefallenen" Professor Birnbaum ein wenig trösten wollen? Wohl bekomm'S ihm; wir wollen Ihnen Ihre Dumm- heften verzeihen! Merkt«, 16. Februar. So ein bischen Reichstag ist doch gar wunderschön, das heißt von ferne gesehen, denn in der Nähe schwindet dieser Körperschaft, wie jedem in der Einbildung be- stehenden Gotte, aller Nimbu«. Schon seit zehn Tagen weilen die deutschen Reichsboten beieinander, sind aber in dieser Zeit wenig bemüht gewesen, durch besondere Aufmerksamkeit während der Verhandlungen die Würde de«„Hause«" nach außenhin zu wahren. Doch die» hat seinen guten Grund. Ein Blick hinter die Coulissen erklärt alle«. Da sind die Sitzungen der Fraktionen, die parlamentarischen Bereinigungen, soll h-ißeu Kneipereien, und die gemüthlichen Abende bei Bismarck, welche zusammen Zeit und Gelegenheit genug bieten, um sich über daS zn einigen, wa« den Ja Liberalismus selig und die preußische Regierung absolut„stark" macht. Der wichtigste Beschluß, welchen der Reichstag bis jetzt faßte, bezieht sich auf die Forderung der Diäten für die ReichStazSmit- glieder. Wiederum wurde dieser Antrag von der Fortschrittspartei gestellt, doch von mehr Stimmen angenommen, als je vorher (229 gegen 79). Seiten« der Sozialdemokraten sprach Geib für die Diäten. Daß er während dieser Rede nicht nach Petroleum duftete, schien manche Abgeordnete stutzig zu machen. Witzblätter oder solche, die es sein sollen, machen sich trotzdem das„Petroleum" zn eigen und bekunden damit, daß sie dem üblen Gerüche sehr ge- wogen sind. Heute war der Reichstag auffällig stark besucht, wahrscheinlich weil die 15 Elsäffer erschienen sind. Diese Herren, meistens Geist- liche, haben die äußerste Rechte im Hause besetzt und bei ihrem Eintritt an'S Präsidium einen Antrag gelangen lassen, in welckstm sie fordern, daß die annektirten Elsäffer und Lothringer darüber abstimmen sollen, ob sie annektirt sein wollen oder nicht. Ohne Zweifel wird der Antrag unter„Heiterkeit" abgelehnt. Ich sage Heiterkeit, denn den Nationalliberalen scheinten ihre meisten Hand- lungen al« Komödie, also lustig, vorzukommen. Außer den Elsässern nahm heute der Militärgesetzentwurf alle Aufmerksamkeit in Anspruch. WaS dieser Entwurf will, ist bald gesagt: den au«- gesprrchenen Mftitärstaat und zwar in Permanenz. Wie die ein- zelnen Fraktionen sich zu diesem Entwurf stellen, war annähernd aus der Debatte zu ersehen. Leider kam keiner von unfern Freunden zum Wort, da der Schluß der ersten Lesung und Ueber- Weisung an eine Commision beliebt wurde. Zum Wort gemeldet hatten sich Motteler u- d Most, bereit, mit schwerem Geschütz di« Säulen de« fraglichen Gesetzentwurfes anzugreifen. Die Berathung leitete der Kriegsminister v. Kameke ein, versichernd, daß da« Militär auch zur Wahrung der„bürgerlichen Interessen" diene. Die Fortschrittspartei ließ durch Richter-Hagen in einstündiger Rede erklären, daß sie zu dem eisernen FriedenSbestand von 402,000 Mann sich ablehnend verhalten müßte, auch forderte sie eine kürzere Dienstzeit(2 Jahre). Der große Schweiger Moltke hielt eine Rede für die Borlage. Er sprach eine halb« Stunde lang und z oar so, al» ob er sich in einer eonservativen Bolköv rsammlung defände. DaS sonderbarste in seiner Red« war die scheinbar naive Behauptung, er wüßte nicht, wa« wir mit einem eroberten Stücke Rußland oder Frankreich machen sollten, gerade als ob das Annektiren nicht von jedem Unteroffizier gepredigt würde. Der conservative Graf Bethusy-Huc ritt den voll Moltke in die Arena geführten Schimmel, genannt„Bertheidignng des Va erlaudeS nach innen und außen", weiter. Derselbe steht im Militärsystem einen untrennbaren Theil de« Rechtsstaat» und hält dasselbe für die Borbedingung de» freien Staat« überhamft — kein Wunder, denn die Eonservativen gehören zu denen, welche die Regierungsvorlagen verschlucken, bevor sie auch nur vom Reich«- tag ein wenig am Bratspieß der Kritik geröstet worden find.— Hasenclever sprach sehr zahm, trotzdem hörte ihn daS„Hau«" nicht ruhig an, sondern heiterkeitete nach gewohnter Weise. Hasen clever will kein Feind de« Reiche» sein und stimmt für einjährige Hinfiziit, welch« f chon früher wn der Fortschrittspartei gefordert wvrde. Mr sind der Meinnng, daß eS bester ist, im Reichstage die faulen Flecken de« heutigen Staat« mehr bei ihrem Namen zu nennen und— na, e« wird daran hoffentlich bald die Reihe Wwmen.— Laster sprach heute nur eine knappe Stunde lang, wa« ungefähr 3000 Meter auSwacht. Er blieb fast ohue Beifall, woraus fich ergiebt, daß die Ja-Liberalen selbst seine irittsche Sauce für tlberflitfsig hielten. Sie find jetzt schon so weit, daß pe den Mililtistaat ohne irgend einen Zierrath, nackt und blo«, guiheißeu. Wer die« bisher noch bezweifelt hat, der ist ficherlich durch ihre knechtfelige Haltung während der heutigen Rede Moltke's völlig geheilt worden.„Ja und Amen", da« ist jetzt noch alle«, «a« sie fich vorbehalten. Mit einer Rede de« Professor Gneist, welcher weiter la«i«rte, schloß die Diskussion der ersten Lesung und somit sei'S erlaubt, auch hier sür heule zu schließen, mit dem Versprechen, in einigen Tagen weitere Mittheilungen zu machen. Nerki«. In der am 12. Febr. hier stattgehabten geschlostenen Mitgliederversammlung, auf deren Tagesordnung vorzüglich die Rachwahl im hiesigen 4. Wahlbezirk stand, wurde, nachdem hervor- gehoben war, daß ein selbstständiges Vorgehen für uns nicht rathsam nach den bisherigen Erfolgen, und daß diese Nachwahl, da sich nur die ForischrittSpartei und der Allgemeine deutsche Arbeiterverein gegenüberständen, als eine Stichwahl zwischen Bour- geoifie- und Arbeiter- Candidaten zu betrachten sei,(welchen letzteren wir doch immerhin, gehöre er auch einer anderen Fraction an, unterstützen müßten), folgender Beschluß fast einstimmig gefaßt: Die heulige Versammlung geht zur Tagesordnung über indem sie erklärt, die Partei als solche tritt bei der Nachwahl nicht in den Wahlkampf und überläßt es den hiesigen Parteimitgliedern, für Hasenclever zu stimmen oder sich der Abstimmung zu enthalten. Mit sozialdemokratischem Gruß Franz Ascher, Schriftführer. Luckeuwatd«, 10. Februar.(Wahlbericht.) Die Reichstags- wählen sind vorüber und halten auch wir es für unsere Pflicht, den Parteigenvfien ein Bild über die Agitation und den Wahl- kämpf in hiesiger Gegend zu geben. Die beiden Kreise, welche hicrselbst bei der RcichStagSwahl einen Kandidaten zu wählen haben, bestehen außer Luckenwalde fast ausschließlich auS landwnihschastlicher Bevölkerung und ist «uch in Folge deficn immer der conservative Rittergutsbesitzer von Watzdorf als Sieger aus der Urne hervorgegangen. Wir bildeten ein AgitationScomitö, welche« das Feld sondiren sollte, dasielbe richtete sein Augenmerk zuerst auf Kloster Ziuna und Jüterbog! sowie die umliegende Gegend, woselbst auch bald Volks- Versammlungen stattfanden, zu welchen die Berliner Parteigenoffen bereitwilligst die Referate übernahmen. In beiden Städten wurden auch Parteimitgliedschaften gegründet, in ersterer jedoch sofort der Vertrauensmann hinweggemaßregelt und wollte sich nun auch Niemand wieder dazu hergeben, diesen Posten zu übernehmen; sovann ging eS nach Dahme, woselbst am ersten Pfingstfciertage durch Parteigenosse Ed. Bernstein aus Berlin eine Mitgliedschaft gegründet wurde. Dieselbe hat bis jetzt recht sonderbare Schick- sale durchzumachen gehabt, denn eS ist jetzt dort der fünfte Ver- trauenSmann, drei davon wurden hinweggemaßregelt, während sich der vierte durch seine Unmoralität in Dahme selbst unmöglich «achte. Von dort ging eS nach Treuenbrietzen, worüber Bern- stein schon früher berichtet hat. Soweit waren wir, als die Wahl mit Rltsenschritteu heranrückte, jetzt drehte sich die Frage zuerst um die Kandidatur, denn eS war höchst nolhwendig, daß der aufzustellende Kandidat den WahlkiciS selbst bereise und nir- gend« wollte sich Jemand finden, bis wir unsere Blicke von außen nach innen richteten und Parteigenosse W. Ehrhardt von hier fich bereit erklärte den Kampf aufzunehmen. Nun ging eS frisch an« Werk und wurden im Ganzen unter thätiger Mithülfe der Berliner Parteigenossen für die ReichStagSwahlen 21 Volks- resp. Wähler Versammlungen im Kreise abgehalten, welche meisten- theils vom besten Geiste beseelt waren, jedoch hat auch wohl kaum ein Bezirk mehr über polizeilichen„Ordnungssinn" zu klagen, als der unsere, denn in Grüna, Dorf Zinna, Felzentreu, Wolmsdors und Gänikendors schrieb der Wwth bald nach der polizeilichen Anmeldung da« Lokal ab, in beiden erstgenannten Orten bekamen wir zum Glück noch Privat Lokale, nur mußten wir die Anmcl- dung noch einmal bei dem 2 Stunden von hier entfernten Rent- amt machen, in den andern abgesagten Orten fanden Privat-Be- sprechungen statt. Wa« Luckenwalve speziell betrifft, so machten on« hier die Bourgeois den Boden äußerst locker und brauchten wir nur den Saamen hineinzustreuen. Dieselben beriefen nämlich zu Mittwoch, den 17. Dezember, Abends 8 Uhr eiue allgemeine Wählervcrsammlung ein, um die Aufstellung eine« Kandidaten zu bewirken, die Arbeiter waren massenhaft am Platze und zum Ent- setzen der Herren kam da« Bureau in unser« Hände. Jetzt war guter Rath theuer, der BourgeoiS-Aandidat war bei einer Ab- stimmung glänzend durchgefallen, da unser Ehrhardt schon in Vor- schlag gebracht war und so wurde ein Antrag:„Die beiden vor- geschtagenen Kandidaten sollten in einer zwischen Weihnachten und Reujahr einzuberufenden Wahlversammlung ihr Programm er- läutern", angenommen. Nun glaubten die Herren Bourgeois, sie hätten uns aus dem Sattel gehoben, jedoch weit gefehlt. Die projeciirte Versammlung fand am Montag, den 2S. Dezember, Abend« 8 Uhr statt und eine Stunde vorher war schon kein Plätzchen wehr zu finden. Kops an Kops standen die Arbeiter da, hin und wieder untermischt mit einem feisten Bourgeoisgesicht. Der Kampf begann, da« Bureau kam selbstverständlich in unsere Hände, zun st kam der nationalliberale OberregierungSrath v. Die- derichs, da derselbe noch selbigen Tage« abreisen wollte, zum Wort. Derselbe gab daS Versprechen, er werde fest und treu zur deuticheu Politik de« Fürsten Bismarck halten, er sei auch recht sparsam, werde jedoch für die Mehrforderung beim Militäretat stmmen, denn er könne sich nicht verhehlen, daß Deutschland ringsum von Feinden umlagert sei, und sei e« daher nothwendig, eine immer schlagfertige Armee zur Berfügurg zu haben. DaS war im Wesentlichen Alles, wa« der gute Mann sagte; jetzt kam unser Ehrhardt an die Reihe, derselbe erläuterte in ruhiger, klarer und jedermann verständlicher Weise unser Programm, welche« auch von den Arbeitern mit der größten Begeisterung aufgenommen wurde, und war, wie die Wahl beweist, dies« Begeisterung keines- weg« eine vorübergehende, e« wurden hier im Ganzen abgegeben 1,338 Stimmen, davon erhielt E, Hardt 1016, v. Diederich« 465 und v. Watzdorf 53. In Sladt Kenlitz wurden 3 Versammlungen abgehalten, in der ersten sprach Ehrhardt, in der zweiten Bernstein, Baumaun und Heinsih au« Berlin, welche auch eine Mitgliedstaft gründeten und in der dritten wieder Ehrhardt. Treuenbrietzen hatte vier Versammlungen und sprachen donselbst Dreßler, Ehrhardt, Bern- stein, Bauwann und Heirsch; in Dahme konnte nur ein« Ber- sammlung abgehalten werden, daselbst sprachen Milke auS Berlin und Ehrhardt; in Zinna und Jüterbogk konnten, da fämmtliche Gastwirth« ihr« Lokale verweigerw», kein« Versammlungen' statt- finde»; trotzdem erhielte» wir in Jüterbog! durch die rastlose Thätigkeit der dortigen Parteigenossen 80 Stimmen, in Zinna 68 und Diederich« 73, v. Watzdorf keine. Auch die Agitation auf dem Lande war theilweise vom besten Erfolg begleitet, so erhielten wir z. B. in Nußdorf 36 und die Gegenkandidaten 24 Stimmen. Ja Luckenwalde haben die Arbeiter voll und ganz ihre Schuldig- keit gethan. Die Wahlkosten betragen in runder Summe 80 Thlr. und sind dieselben nur von hiesigen Arbeitern aufgebracht worden. Hätten wir mehr Geld und agitatorische Kräfte zur Verfügung gehabt, so wäre das Resultat jedenfalls ander« ausgefallen, so mußten wir uns jedoch nach unseren Mitteln riibten und blieben somit folgende Städte gänzlich liegen: Baruth, Belzig, Nimnhk, Brück, Sarmund und Werder, demnach tülfeu wir uns bis zur nächsten Wahl weder Ruhe noch Rast gönnen. Es gilt vorbe nannte Orte zu organisiren und in den Städten wo Mitglied fchaften bestehen, dieselben zu befestigen, damit in 3 Jahren auch unser KreiS einen Sozialdemokraten in den Reichstag schickt. Jetzt auch noch was über die Stichwahl zwiseben v. Diederichs und v. Watzdorf. Am Sonnabend, den 17. Januar beschlossen die Parteigenossin, sich der Abstimmung zu enthalten; am Mitt- woch, den 21. Januar beriefen die Liberalen eine Versammlung ein, um für ihren Candidaten Propaganda zu machen und zeichneten sich die Herren Mastbürger in derselben, da die Arbeiter sich an unfern Beschluß haltend nicht erschienen waren, durch die ihnen eigene Rohheit aus; indem ein He»r, als man unfern Parteigenossen Max Busse, welcher den Herren ihre politische Schönfärberei vorhielt, drei Mal niedergebrüllt hatte, diesen mit den Worten empfing:„Jüngcken, hätt' ick mein Federmesser bei mir» Dir so enen Ritz durch die Gurgel." Wir beriefen auf Montag, den 26. Januar Abends eine Volksversammlung ein, mit der Tage«- ordnung:„Was ist Liberalismus, was ist SozialiSmns und wie verhalten wir uns bei der Stichwahl. Die Ausführungen der drei Referenten Ehrhardt, Busse und Dreßler wurden von der nahezu 2000 Köpfe zählenden Versammlung mit Beifall aufgenommen und zeigte sich auch die Erkenntniß bei der Wahl im schönsten Lichte, denn es wurden im Ganzen nur etwas über 600 Stimmen abgegeben. Welchen Einfluß die Wahlbewegung aus die hiesige Parteibe- wegung gehabt hat erhellt daraus. Vor der Wahl zählte unsere Mitgliedschaft einige 40 Mann, während dieselbe jetzt auf 150 ge- stiegen ist; auch sind viele Abonnenten sür daS Parteiorgan gewonnen. Nun, wir werden Alles thun, den gewonnenen Boden zu behaupten und immer neuen Boden dazu zu erobern. Es gilt der Erlösung der Menschheit. Es gilt der Arbeitersache. Hleutttugen. In Nr. 14 deS„Volksstaat" befinden sich unter „ReichStagSwahlen II" einige Punkte, welche die hiesigen Mitglieder der Partei veranlassen, ihre Handlungsweise in Beireff der Reichs- tagswahlen darzulegen, um die Parteigenossen anderwärts nicht in dem Glauben zu bestärken, als seien sie in dem Wahltampfe nur gleichgültige Zuschauer geblieben. Die Arbeiter beginnen wohl Heller zu werden, sangen an, über ihre Lage nachzudenken, doch ist der Boden sehr schwierig zu bearbeiten. Als die einzige Mitglied- schaft im ganzen Wahlbeznk, ausgerüstet mit sehr spärlichen Mitteln und schwachen agitatarischen Kräften, also ohne die Bedingungen zu besitzen, eine Agitation entfalten zu können, wie sie, besonders bei einem erstmaligen Austreten bei einer solchen Wahl, noth- wendig gewesen wäre, glaubten wir der Partei am meisten nützen zu können, wenn wir durch unsere Beiträge die Centralkasse unter- stützten und— dem dringenden Verlangen der Parteigenossen des 5. und 10. Wahlkreises entsprechend— in jenen Bezirken durch unsere Mitwirkung ein günstigeres Wahlresultat mit erzielen helfen. Dies den auswärtigen Parteigenossen zur Ausklärung über unser Verhalten bei den ReichStagSwahlen. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Vertrauensmann. W-vH«» Bern» der Sattler und Berufsgenosseu. VtlHll Sonnabend, den 21. Februar, Abend« halb 8 Uhr, h«t Tariu», Prinzen str. 72.— T.-O.: Bottrag de« Herrn Beck. Berein»- aogelegenhnten.__ Henke, Bettrauensmann. Gewerkschaft der Manufakturarbeiter. Fond zur Wahl Brackels. -■$' � W Bou Arbeitern der Schettler- u. Nmschild'schen Eigarrenf. hier Thlr. 1 S, v. E ffi. K. in G. 5 Thlr., A. Kretschmar Dortmund 1 Thlr., Soz-dem. Arb.-Part. Hannover Thlr. 7 12, v. Arbeitern d. Ritter'schen Cigarrenf. hier Thlr. 2 22, Soz.-dem. Arb.-P. Esslingen 2 Thlr., durch Bulenschdn in Altona 2 Thlr. Im vollen Bewußtsein der Solidarität unserer Interessen übersenden die Parteigniossen von Lichtenstein- Calln berg, meistens arme Weber, einen Beitrag von 3 Thlr. zur Wahl Brackes.„Glück auf zum Sieg!" Im Austrag W. Reinhold. Müller Grimma 10 Gr., Holzarbzew. hier Thlr. 1 10, Forster Pattetgenoffen Thlr. 1 20, beim Kränzchen der Drechsler hier d. Sch. 2 Thlr., d. Paul v. Schft. 5 Gr. Kond für pol. Gemaßregelte. B. T. T. in Bremen 10 Gr. Brieflasten der Redaction. Nach Kaiserslautern! Wird besorgt. K. G. Bielefeld: Ihre Ansichten find die unsttgm; aber wir müssen jetzt alle Aus- merksamkeit auf dt« Neuwahl richten. Da» Andere ist bt» dahin neben- sächlich. R. B. in Zwickau: Daß wir ans die zwei Zeilen de«„Wochen- blatte«" mit einem ganzen Artilel antworteten, ist unsere« Erachten« diese» krähwinkeliche Blättchen denn doch nicht Werth. Wir werden e» bei einer besseren Gelegenheit über den Bock spannen. Mitgliedschaft d. Maus.- Fabr.-»ud Handarb.-Gew. in Braunschweig: Wir haben ihre Beschwerdeschttft an den Ausficht«rath der Gewerlschaft abgesandt. M. E. u. B. bei Otzerote: Die Klassensteuer ist nach wie vor bestehen geblieben. Bei einem Einkommen von 1001 Thlr. beginnt die clasfificitte Ein- kommensteuer. Leute, die unter 140 Thlr. jädrlich Einkommen haben, fiud frei. S« ist da« die frühere Klassensteuerstuse 1 s. Ueber die zweite Frage find wir selbst nicht genau insormirt, glauben aber, daß in aller erster Reihe in Preußen Eommunalfteuern zu zahlen find. Zur Notiz nach Lörrach: Wenn ihr wegen vcrmutheter Unthätigkeit in den Wahlartikelu angegriffen wurdet, seid ihr selbst schuld, denn Ihr habt trotz mehrmaliger Aufforderung, die an alle Patteigenossen gerichtet wurde, nicht« von Eurer Thätigkeit hören lassen. An» demselben Grunde find die Gießener Patteigenoflen mit Recht angegriffen worden, die, wie fich nachträglich herausstellte, für Liebknecht 150 Stimmen zusammen- gebracht. Dir�öersasser der Wahtartikel. der Expedition. Schrb Gohlis Ab. Jan. Gr. 5 5. H. Mh Lich- tenst.-Eallnberg Schr. Thlr. 14 4. Scke Bremen Schr. 2 Thlr. Spdlr Laufigk Schr. Thlr. 1 20. PpotS Zombar- Ungern Ab. 17 Gr. Lmdtt Gotha Schr. Gr. 12 1. Mrtn Berlin Schr. 5 Gr. B«ch Osnabrück Ab. 1. Qu. 15 Gr. Cmn Spandau Schr. 3 Thlr., Ann. 6 Gr. Arb.- Partei Hannover Ann. 28 Gr. Arb.-Partei Altona Ann. 5 Gr. Lrz Luckenwalde Schr. Thlr. 6 24 5. Flckstein Aken Schr Thlr. 4 6. Bz Kausbeuern Schr. Thlr. 12 6. Hrdg Marchewtcn Schr. Thlr. 115. Blnch Altenburg Schr. 1 Thlr. Hbr Neu-Ulm Schr. Gr. 28 7. Lnk Dresden Schr. IS Gr. Eppst hier Schr. Gr. 20 5. Arb.'Bild.-Berein Proßuitz Ab. Thlr. 1 8. Brbm Gotha Ab. Dec. 5 Thlr. Thl Wien Schr. Thlr. 1 20. Zckl New. Jork Schr. Gr. 8 8. Htzmnn Altona Schr. 3 Thlr. Au« Barmen erhielten wir eine Bestellung auf Schttsten, da aber Name und Adresse de« Besteller« fehlt, kann selbe nicht effettuitt werden. F. Bsche Osnabrück: Sie haben für Ab. noch 10 Gr. zu be- zahlen Kreuzbandsdg. wöchentlich 1 mal kostet für Deutschland 25 Gr. Postabonnemciitjst stets da« billigste. ©erlitt Sonntag, den 22. Febr., Oeffentliche Mitgliederve» sammlung Frankfutterstr. 77.— Bottrag de« Rtich«tag»adge»rontte» I. M» t t e l e r. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Bettrauen««. Gewerkschaft der Holzarbeiter. <1«-».»»»» Sonnabend, den 21. Febr., Abend« 8 Uhr, Lersammlung bei H. Dcrosche, Köpnikerstr. 145 a.— Bortrag von Herrn Mit au. Berschiedene«. D. B. Breslau den 22. Febr., Abend« von 6 Uhr ab: Gesellige Znsammeukunst mit Damen im Saale des Hotel«„Zur Nova", Grünebaumbrücke, 1 Treppe link«. Eine recht zahlreiche Betheiligung von Mitgliedern und Gästen er- wattet Der Borstaud. Arbeiterverein. Donnerstag, den 19.,-Februar, Abends halb 9 Uhr: Mit- gliederversammlung im Biertunnel. SlKsthlisr Sonnabend, dm 21. Februar. Abend« halb!> Uhr: � woijNS Wählervcrsammlung in der Oberschenke.— Tagesordnung: Die Rtich«tag«wahl. Referent: Reichstagscandidat Wilh. Bracke aus Braünfchweig. Sozialdemokratische Arbeiterpartei., Montag, den 23. Febr., Abends präc. halb 10 Uhr: j Geschloffeue Mitgliederversammlung bei Herrn Hansch, Schauenburgerstr. 14.—.T.-O.: Abrechnung. Ber schiedenes.— Karten find vorzuzeigen. Ersuche die Conirolmre am Platze>n sein. Praast. Metallarbeitergewerkslbast. !£/|lUUUUvl Montag, den 23. Februar, Abend» 8 Uhr: Versammlung der Mitglieder bei Herrn Kellermann, Kreuzstraße Nr. 10. Tagesordnung: Bortrag und Distusfion.— Neue Mitglieder werden aufgenommen.______ Der Bevollmächtigte. IVimm«nfrnf!, "i? Die Mitglieder des sozial- demokratischen Arb.-Bereln« ih wie Freunde und Gesinnungsgenossen, welche künftigen Sonntag fich bei 2 Austragung der Wahlaufrufe und Stimmzettel im 13. Wahlkreis be- � thätigen wollen, werden ersucht fich Freitag den 20. Februar Abends 9 Uhr. im Bereinslokal bei Jabtn, Turnerstraße Nr. 3(Saal) zahlreichst nu- r zufinoen/ Das Somit«. 5 .. Der Arbcilcrbildungsverein -vll-ll}»!) feiert Sonnabend, den 21. Februar tu den Räume» der„Tonhalle" sein' 13 13. Stiftungsfest, bestehmd w Jahresbericht vom Borfitzenden, Festrede vom Reichstag»-- abgeordnetcn«. Geib au« Hammrg. Lokal- u. Jnstruiiicutalkonzcrt n. Ball. Freunde und Gönner de« Berein» find zu zahlreicher Theilnabme j freundlichst eingeladen. Der Borstand.[3c* Markranstädt ÄÄf; s'"- 3 Kroße FMsmrsammlung. Tagesordnung: Die Ablehnung Dr. Johann Jacody's und die Reu- vi wähl zum Reichstage. Resermten: ReichMagSkandtdat W. Brack« jim.lt> aus Brannschweig und W. Blas an« Leipzig. Gewerkschaft der Stnhlarbeiter. )!öttlllttie8 Sonnabend, d. 2l. Febr., Abend« 8 Uhr, Bersamm-» lmig bei Herr» Schwarze.— T.-O.: Wichtige Angelegenheitm. Ber- schiedenes u. Fragekasten. Der Bertrauensmann. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Suzia wdUßUUlft Sonntag, den 22. Febr, Nachm ttagS 2 Uhr: cheschfossene Witgliederoersammtung in der Brasserie-Bogelgesang, Schessleutstaden.— T.-O.: Regelung von I Pattei-Angelegenheitcn.— Vorzeigung der Karten. Lindorser wird aufgefordert zu seiner Benheibigung zu ersheinen. _ Im Auftrage der Mitgliedschaft: Adam Jung. An die Parteigenossen für Rheinland und Wellptjasen! Da« unterzeichntte Eomits macht hiermit bekannt, daß am 29. Febr. � Morgen« 11 Ubr im Lokale de« Herrn Fttedr. Bick(-ormal« Julius 1« Hartlopf) eine Delegirten-Eonteren, sämmtlicher Mitgliedschaften Rhein« i land« und Westphalen« stattfinden wird, zur Rechnungsablage und weiteren Organifirnng der Agitation, weßhalb wir alle Milgltedschafien dringend ersuchen, ihre Delegitten dafür zu wählen. In demsclben Lokale findet Nachmittag« 5 Uhr eine groß« Lolk»- Versammlung mit der Tagesordnung: Di« Forderungen und die Ziel» der sozialdemokratischen Ardeiterpartei statt. Um recht zablreichen Besuch bittet Da» Agitattonscomits sür Rheinland und Westphahleu. Eöln, den 16. Februar 1874. Pas Kuttager von Huirin Anton Kischer jun. Krimmaischestraße Nr. 24 Ecke der Nittersiraße empfiehlt seine«ich««uswasl von Filz- und Setdenhülen unv r bei reeller Bedienung die dilligsten Preise. sDon. Bekanntmachung! Berichtigung. In der„Politischen Ueberficht" der Nr. 19 muß es S. 1, Sp. 2 in der Mitte des ersten Absatzes Mtlliönchen heißen, fiait Mtllmrdchcn. Wir erlauben un» unsern geehrten Äeschäftsfreunten hiermit ergedenst I anzuzeigen, daß die Generaloersammlung am 1. Februar a. o. Friedrich 1* Wilhelm Fritsch als Borfitzenden, Fürchtegott Seioel als Kasfirer, August p Wilh. Döhn als Letttebsdirettor, Salomo Tröger und Moritz Bogel al«, Revisoren erwählt hat und daß der Betrieb» direftor wie zeuver gilttg ftlr? die(Betioffeitsdiftsl iMcfmrt. ÄvtüacktunaSvoN: die Genossenschaft zeichnet. Hochachtungsvoll: Mülsen St. Riila«, am 9. Februar 1874. � Der Berwalwnz«rath der Konsum- Genoffenschaft Mülsen St. Ritla».' «■»., Hill. Dich«, Betttedtdireftor. Arbeits-Hosen. � k d Aecht Engligch Lederhos«» ä Stück 1 Thlr. 16 Sgr. „ Cflrd-H.08«n ä Stück l Thlr. 15 Sgr. „ Starke Stoff- Hosen ä Stück 2 Thlr. 15 Sgr. „ Milit&r- Drillhosen ä Stück l Thlr. „ Baumwollene feste Arbeitshosen ä Stück 27'/» Sgr. empfiehlt (J. JN] Louis Guttmann No. 24 Grimmaische Strasse No. 24. Leipzig: Betont». Redattenr: M. Pretßer.(Redaftton und Ex-'! veditton Zeitzerstr. 44.) Druck imd«erlag der Äenoffens»aN«b>ichdrucker»t ift J