tdh hs- ?lr. vttz kd. ch. »». W. n« »>- Erscheint in Leipzig Mittwoch, Fr«itag,So!>nlag. Bestellungen nehmen an all« Posiaüstalten u. Buchhand- mngen des In- u.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Bereinigten Staaten: ' F.A.Sorge, Bor 101 llobokeu, N. J. Wm. Lueders, 409 Mayatr. Chicago, JI1. Peter Haß, 8. W. Corner Third and (oatcs str. Philadelphia. Der VMsltaal Abonnementspreis: Für Preußen incl. Stempel- steuer 21'/, Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. Monat»-Abonnement» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2ten u. Ott» Monat nnd auf den ll ten Monat besonders an- genommen, imKgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den 1 tei» Monat 4 ö'/i Sgr. angenommen. �OrgandersozialdemokrattschenArveiterparteiunÄderinternationalenGetverksgenossenschasten. eu: 1. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Lereiu«- und Lolkaversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Ar gelegenhetteu betreffend, werden mit 1 Sgr., Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Privat- und Vergnügung». l*r. 28. Sonntag» 8» Würz. im. »« Abonnements aus den„Bolksstaat" str den Monat Mär; zu ö�s Silbergroschen werden bei allcn deutsche� Postanstalten, für Leipzig pro Monat zu ü Rgr. bei der Expedition, Zeitzcrstraße 44, und bei dem Eol- porteur Müller; für die Umgegend von Leipzig bei den Filial- expeditionen: für Volkmarsdorf, Reudnitz, Neuschöneseld n. bei O. Stclzcr, Reudnitz, Kapcllengassc I I, 2 Tr., für Plagwitz nnd Lindenau ic. bei Frau Hohe, Roßmarkt Nr. ö, in Lindenau, für Connewitz xc. bei Tcubert, Bornaische Straße 197, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst pltgegengenommen. Für Berlin wird auf den„Polkestaat" nwnatlich für b Sgr. frei in's Haus abonnirt, bei Trautmai. n, Engclnfer üb, 4 Tr.; Görgee, Weberstr. 32; Rub cnvw, Brnnnenstr. 34 imLaden; Mehner, Elisabethkirchslr. 1; Vogel, Prinzenstr. 61. Parreigenosse»! ermüdet nicht, auch fernerhin allerorts nach Kräften zur Wcitcrverbrcitniig des Parteiorgans beizutragen. Die Kedaktion und Erpedition des„Kolksstaat�. Das Reichs-Militärgrsetz. . ES ist wahrhaft komisch, wie sich die Nativnalliberalen und vvrtschrittSmänner im Reichstag anstellen gegenüber dem tz 1 deS MilnärgefetzeS:„Die FriedenSpräfenzstärke deS HeerS an Unter- vlfizicren und Mannschaften beträgt bis zum Erlaß einer an- berweitigen gesetzlichen Bestimmung 401,659 Mann." Dieser Paragraph, so schreien sie, ist unannehmbar, er vernichtet das Budgelrccht deS Reichstags, er verwandelt die Bewilligung des MililäretatS in eine bloße Posse! Ganz richtig, meine Herren! Und eben weil dem so ist, dieil der Artikel unannehmbar ist, werden Sie ihn in der Havpt- zache annehmen. Warum auch soviel Federlesens machen, weil man Ihnen zumuthet, den Kniefall noch einmal zu machen, den Sie schon so oft mit so viel Grazie ausgeführt? ' Die Grundsuppe des ganzen Jammers ist die preußische Armee- Reorganisation. Sie brachte t ea famosen Kor flikt. Während der nun einmal wieder den famosen„Kompromiß" machen, bei dem die. Regierung ihren ganzen Willen erhält und Sie froh sein können, wenn es ohne Fußtritte abgeht. Überlassen Sie das Budgetrecht den im Materialismus versumpften Engländern, den v rkrmmenen Franzosen, den zurückgebliebenen Oesterreichern und Italienern, halten Sie sich nicht an„ftemde Vorbilder", thun Sie „ein echt deutsches Wert!" Wenn Sic aber platterdings ein Budgctrecht haben wollen, dann giebt'S nur Ein Mittel: Wählen Sie das nächste Mal nur Sozialdemokraten! Politische Nebersicht« — Herr von Bismarck hat sich im Reichstage nun auch über die Anncction von Elsaß Lothringen vernehmen lassen, wie denn der Mann trotz seiner„Nerven" ziemlich redselig geworden zu sein scheint. Tie Elsässer Abgeordneten hatten den ganz vernünftigen Ai trag gestellt, daß endlich doch einmal die Diktatur und der Belagerungszustand in den„neuen Reichslanden" aufhören möge. Nationalliberale Preßreptilien behaupteten zwar, der Belagerungs- zustand und die Dibatur cxiftirten gar nicht; indessen fand es der „Geniale" doch angezeigt, den Elfässern ein wenig näher auf den Leib zu rücken.„Bleiben Sie doch zweihundert Jahre bei uns und Sie werden sehen, wie schön es ist!" rief er aus. Hier wäre das betannte„Gelächter" am Platze gewesen, denn wir glauben nicht, daß jemals in einem Parlamente etwas Ungeheuer- licheres gesagt worden ist. Die guten Elsaß Lothringer! Nur zweihundert Jährchen! Und waS mag wohl in 200 Jahren aus dem„deutschen Reiche" geworden sein. Mit Mühe werden unsere Nachkommen in 200 Jahren die Nomen„Bismarck" und„deut- scheS Reich" in der Rumpelkammer der Geschichte finden können, wenn irgend ein Bücherwurm nach denselben verlangt. In zwei- hundert Jahren werden die Papierblätter, auf denen heilige Kriege, glorreiche Schlachten, schöne Cavalleriegescchte, genial« Staatsmänner und„Culturkämpfcr" gepriesen sind, längst zum Einwickeln von Käse oder Aurft verbraucht sein; in zweihundert Jahren wird das Wort Johann Jacoby's völlig erfüllt sein, daß die Gründung des kleinsten Arbeitervereins für den Kulturhistoriker von unendlich größerem Interesse sei, als der Schlachttag von Sadowa. Bismarck mag die nächsten zweihundert Jahre ungeschoren lassen.„Wir Konflikiszeit führte die liberale Opposition Manteuffels haben das Elsaß nicht erobern wölken, sondern erobern «««.*. ctn—. /äi.______: j.i...... i*.:.____-i j.~ i �**14 k;*«ä.. i � k N. mnzip aus:„Der Starke weicht muthig zurück." Nach dem «iinischen Krieg steigerte sich der Muth im Zurückweichen bedeutend. «ls aber 1866 Bismarck siegreich von Sadowa zurückkam und für sein bisheriges commentwidriges Geldausgeben gar noch In- ««Mnität beantragte, da kannte das Zurückweichen keine Grenzen "ehr. Der Militäretat wurde sofort bewilligt, und was in reußen einmal bewilligt ist, das ist nach der preußischen Ver- iassuvg für immer bewilligt, denn„die bestehenden(einmal be- billigten) Steuern werden sorterhoben!" Kam der norddeutsche Reichstag, deb die Bundesverfassung ffsrielh. Man sprach viel von Budgetrecht, man' erklärte die Re- DerungSvorlage für unannehmbar wegen mangelhafter Finanz- 'ontrolle, man wand sich hin, man wand sich her, und schließlich man in den sauren Apfel und übertrug dre preußischen Ver- WvngSbcstimmungcn über den Militäretat in allen wesentlichen Mvklen aus den norddeutschen Bund. Damit brachte man die vriedenspräsenz der Armee schon von 200,000 auf 300.000 Mann. i Nun kam der glorreiche Krieg von 1870 und damit daS «deutsche Reich." Abermals ein konstituirer.der(!) Reichstag und »ue neue ReichSverfaffung. Abermals hochgemuthe Rede», zahl- Wc Vorbehalte von wegen des Budgetrechts. Und was beschlossen Herren? , Rcichsverfassung§ 60:„Die Friedens-Präsenzstärke des deut- '.�kn HecrcS wird bis zum 3l. Dezember 1871 auf ein Prozent 'er Bevölkerung von 1867 normirt und wird pro rat» derselben don den einzelnen Bundesstaaten gestellt. Für die spätere Zeit ßird die FriedenS-Präscnzstärkc deS Heeres im Wege der Reichsgesetzgebung festgestellt." . Ein Prozent der Bevölkerung von 1867 gibt 401.000 Manu. Dieser Präsenzstand ist später durch ReichStagSbeschluß bis zum Dezember 1874 verlängert worden. tz 62:„Zur Bestreitung deS Aufwandes für daS gesammte putsche Heer und die zu demselben gehörigen Einrichtungen sind zum Si. Dezember 1871 dem Kaiser jährlich soviel mal �6 Tsflr., als die Kopfzahl der Frieder. Sstärke des HcercS nach 60 beträgt, zur Verfügung zu stellen. N«ch dem 31. De- 'Aber 1871 müssen diese Beträge von den einzelnen Maaten deS Bundes zur Reichstasse fortgezahlt werden. Ur Berechnung derselben wird die im Art. 60 interi- ?tstisch festgestellte Friedens- Präsenzstärke so lange 'stgehalten, di« sie durch»in Reichsgesetz abgeäv- '«N ist." 1 DaS war der dritte Kniesall unsrer Nationalen»or dem unan- Eßbaren Militäretat. Und wenn jetzt Bismarck kommt und ver �flt, daS angenehme Provisorium solle in ein noch angenehmeres �ßnilivum verwandelt werden, da schreien die Herren über Setzung des dreimal hintereinander von ihnen selbst geopferte» ,j. Meine Herren Nationalen! Machen Sie„praktische Politik!" �ltgen Sie„den Zeitverhältnissen Rechnung!" Werfen Sie die i �erreichbaren Ideale" über Bord und wirlhschaftcn Sie tapfer „aus dem Boden des Gegebenen!" Sie haben nicht nur A "ugt, Sie haben schon B und C gesagt, sagen Sie auch unver- D! Hier hilft kein Zippeln und Zappeln, hier müssen Sie müssen, und Sie tragen mit die Schuld daran!" So rief Bismarck den Elsässeru zu. Köstlich! Also weil die Franzosen Elsaß und Loihringen nickt gutwillig hergegeben haben, mußte(!!!) man eS erobern und die Etsässer sind mit daran Schuld. Strouß- berg mag sich fteuen. Weil die Rnmänier die Millionen, die er ihnen abzuschwindeln trachtete, nicht gutwillig herausbezahlten, mußte er(nach BiSmarck'scher Logik und Moral) sie darum be- trügen und bestehlen und die bösen Rumänier tragen mit die Schuld an diesem Betrug. Oder: Wenn ein Vagabund einem Schuhmacher ein Paar Stiefeln stiehlt, so ist der Schubmacher mit Schuld daran, denn der garstige Schuhmacher hat die Stiefeln nicht gutwillig hergegeben. Der Vagabund hat die Stiefeln zwar nicht stehlen wolle», hat sie aber steblen müssen. Schinder- Hannes, Rinaldo Rinaldini und Genossen sind demnach lauter Opfer des Eigensinns der Menschheit gewesen. Und Stieber im Köluischekr Krmmunistenpioz-ß? Er hat die Protokolle fälschen müssen, weil die Angeklagt-n nicht gutwillig zugaben, was Stieber behauptete; sonach sind die Angeklagten mit schuldig an der Protokollsälschung. Doch genug mit dieser BiSmarck'schen„Moral" uud„Logik". Rauschender Beifall ist den Worten deS Reichs- kanzlers gefolgt. Es wäre nur interessant zu untersuchen, wie weit es ein Bismarck im Parlamente des DenkervolkS mit seiner „Genialität" eigcnckich treiben kann. Uns scheinen schon alle Grenzen überschritten zu sein. — Wie S um den..Rechtssinn" der Bourgeoisie und die ..Unparteilichkeit" der heutigen Bourgeois- Schwurgerichte steht, ist in diesen Tagen wieder einmal mit wünschenSwerthester Deutlich kcit veranschaulicht worden. In der„Frankfurter Zeitung" vom 1. d. lesen wir: „AuS Bayern, 27. Febr. Als Nachspiel zu dem Hochver rachSprozesse Bebel-Liebknecht hat die SchwurgerichtSverhandlung gegen den Redacteur der sozialdemokratischen„Hoser Zeitung", Lienig, besondere« Interesse. Genanntes Blatt hatte— wie so viele andere Organe— eine Kritik des Votums der sächsischen Geschworeneu gebracht; es sah sich hierdurch daS sächsische Justiz Ministerium veranlaßt, Strafantrag gegen Lienig zu stellen. In Folge diese« StrasantrageS wurde Lienig vor das oberftänkifche Schwurgericht verwiesen, vor dem er sich gleichzeitig auch wegen einer Anklage wegen Gotteslästerung zu verantworten hatte. Lienig hatte nämlich in der von ihm redigirten Zeitung einen Artikel mit der Ueberscknst„HerrgottSmacher" aufgenommen, den er der im Februar 1872 in Passau im Selbstverläge des Verfassers erschic neuen Broschüre„Fastcnpredigten für Menschen und Ultramon tane" von L. R. Zimmermann entlehnt hat. Durch Wahlspruch der Geschworenen wurde nun Lienig der beiden Reate schuldig er- kann! und zu einer zweimonatlichen Gesangnißstrafe sowie zur Bezahlung der erwachsenen Kosten v c r u r t h e i l t. Es ist dies Urlheil der Geschworenen um so interessanter, als die Zimmer- mann'sche Broschüre vor Jahren in Bayern erschienen und unbean- stänket verbreitet worden ist; allerdings glaubte vor mehreren Monaten das Nürubergcr AppellationSgericht den Redacteur des „Sozialdemokratischen Wochenblatts" ebenfalls wegen des Abdrucks des Artikels:„HenzottSmackcr" vor das Schwurgericht verweisen zu müssen; der mittelftänkische Schwurgerichtshof erkannte jedoch damals auf Freisprechung. Damals nahm die Staatsanwaltschaft in Nürnberg auch Veranlassung, an die StaatSanwalischaft in Pasiau zu schreiben, ob dort keine Untersuchung wegen der Bro- schüre eingeleitet worden sei und ob nicht wenigstens jetzt Anlaß genommen werden wolle, die Einleitung einer solchen zu beantragen. Die Staatsanwaltschaft in Passau verweigerte beide Ansinnen; die oberfränkischcn Geschworenen erkannten dagegen auf Schuldig!!! V Der„Wahrspruch" der oberftänkischen Bourgeois Geschwornen ist deS„Wahrspruchs" der Leipziger Bourgeois- Geschwornen würdig. Wie diese, in Klassenvorurtheilen befangen, vor zwei Jahren über politische Gegner ein Urtheil gefällt haben, das von allen unab- hängigen Juristen Deutschlands für ein juristisch nicht begründete« erklärt worden ist, so haben die oberfränklschen Bourgeois- Ge- schworenen jetzt den Sozialdemokraten Lienig wegen Handlungen verurtheilt, in denen selbst ein königlich bayrischer Staatsanwalt nichts Strafbares zu entdecken vermochte. Natürlich sind die ober- fränkischen Geschwornen gute„Liberale". Bourgeoisliberalismus heißt eben: Liberalismus für die Bourgeoisie, das heißt unbe- schränkte Freiheit der ökonomischen Ausbeutung— und Knebelung des Proletariats, damit es der Bourgeoisie nicht die„Freiheit" der ökonomischen Ausbeutung beschränken kann. Der Arbeiter, welcher sich das Fell nicht über die Ohren ziehen lassen will, greift in die„Rechte" der Bourgeoisie ein, ist ein Feind des„Libera- lismus"; dieser„Liberalismus" sitzt aber auf den Bänken der Abgeordn»tcnhäuser und Reichstage, wie auf den Geschwornen- bänken, und führt dort den Klassenkampf gegen die verhaßte Sozialdemokratie, indem er ihr Ketten schmiedet,— hier, indem er sie ins Gefängniß oder auf die Festung schickt, lind da wirft man uns vor, wir„predigten den Klassenkampf"! Wir pre- digen nicht den Klassenkampf, wir konstatiren blos seine Exi- stenz. Wir konstatiren blos, daß die Bourgeoisie, und in ihrem Dienste der heutige Staat, systematisch und unerbittlich den Klassen- kämpf gegen das Proletariat führen; und wir„predigen" dem angegriffenen Proletariat einfach die Pflicht der Verthei- diguug in diesem Klassenkamps— eine Pflcht, deren Erfüllung der Selbsterhaltungstrieb gebieterisch fordert. — Zweitausend zweihundert neue Sekondeliente- nantSstellen sollen durch daS neue Militärgesetz geschaffen werden.„Du stolzes Deutschland, freue dich!" Und mit dir mögen sich freuen jene biaven Bürger, die für ihre braven Söhne keine Vc? Wendung sindSn. ültinia spes milesl(Wenn man überall nicht ankommen kann, wird man Soldat.) Alle die braven Inn- gen„aus guter Familie", die dreimal durch'S Examen gefallen oder sonst keine Epst-nz gefunden, finden nun Unterkommen. Zu. Sekondelieutenants sind sie alle gut genug. Und es ist doch eine anständige Existenz; wer das nicht glauben will, fällt dem Reichs- strasgesetzbuch anheim. Die Arbeiter aber, die Kleinbürger, haben's Maul dazu zu halten und zu bezahlen. Nicht wahr, Herr Mottle? Gewerksgenossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Hießen, 27. �iebr. Wie zur Zeil mttgelheilt, war hitiselbst eine partielle Arbeitseinstellung erfolgt, welche am 20. d. günstig für uns endigte. Es war wieder einmal eine Zeit, in welcher sich der Nutzen einer guten Organisation dem Gleichgültizsten zeigte. Wären wir nur lokal vereinigt gewesen, dann hätten wir in dieser Zeit den Kampf nicht aufnehmen können. Wir hätten, selbst mit dem tiefsten Groll im Herzen, unS doch fügen müssen. Jetzt aber, gestützt auf eine starke und hülsibercite Reserve, konn- tcn wir unsere Ehre und unser Recht insoweit zur Geltung brin- gen, daß wir unsere Kraft mit der unserer Gegner maßen und wenigstens einen günstigen AuSgang in Aussicht hatten, der ja auch erfolgt ist; trotzdem es jetzt noch Schneider giebt, die sich dazu hergeben, die Reihen ihrer eigenen Feinde auszufüllen uud so, gedankenlos die Interessen ihrer eigenen Klasse mit untergraben helfen. Fragen wir uns nun» wie kann so etwaS noch vorkom- men, so liegt die betrübende Antwort m der grenzenlosen Gleich- gültigkcit unserer Collegen. Wie wäre eS sonst möglich, daß z. B. Gießen die einzige Stadt im Großhcrzogthum Hessen und anderen angrenzenden Pro- vinzen ist, in der eine Gewerkschaft deS„Allg. deutschen Schneider- vereinS" besteht. In den verschiedenen großen Städten in unserer Nähe, wie Cassel, Frankfurt, Darmstadt, Mainz, Wiesbaden u. a. m. scheint sich kein Mensch die Mühe zu nehmen, unsere Organisation nur zu prüfen. ES sind doch viele Fachcollegen, die den Namen unserer Organisation auS dem Parteiorgan kennen. Viele der selben sind sogar Parteigenossen, nnd doch geschieht gar nichts, um einen Anschluß zu bewirken. Oder glaubt mau vielleicht, eS hätte mehr für sich, wenn man sich lokal verbindet. Wer ein wenig über die Sache nachdenkt, wird das Richtige leicht herausfinden. Wollt Ihr vielleicht«arten, bis Ihr, durch noch mehr traurige Erfahrungen gewitzigt, den rechten Weg findet? Collegen, laßt eS Euch sagen: ES darf nur ein Zusammen- halten, eine Vereinigung unter unS sein, die dann erst befriedigend ist, wenn kein Mann mehr fehlt, tretet ein in unseren Bund, schaffet mit unS an dem Werke der Erlösung von dem eisernen Joche deS Kapitals. Es sind viele tüchtige Collegen unter Euch. darum zeigt, durch Anschluß an uns, daß Ihr praktische Ersah- rung befitzt, daß Ihr begreift, daß unS nur durch unS selbst ge- Holsen werden kann. Knüpfet Verbindungen mit unserer Vorort» Verwaltung an, dieselbe wird zu jeder Zeit bereit sein, jede ge wünschte Auskunft zu ertheilen. Alle für Einen und Einer für Alle! fei und bleibe unser Wahlspruch. Und nun, Ihr GewerkSgenossen� wie kommt eS, daß Ihr in Angelegenheit unserer Krankenkasse zum Theil so saumselig seid? ES muß Euer eifriges Bestreben fein, daß diese so nützliche Ein- richtung so bald wie möglich geschaffen wird. Darum rührt Euch.—- Und Ihr, Collegen, die Ihr uns in dem Kampfe so freudig mit Rath und That geholfen, die Ihr daS Eure zum Sieze bei- getragen, tfchmt unser Aller besten Dank und die Versicherung, daß wir bei Gelegenheit auch Euch in vorkommenden Fällen hel fen werden. Abrechnung werden wir nächstens veröffentliche». Mit collegialifchem Gruß der Borstand. Uarmen, SS. Februar. Wir sind hier auf dem besten Wege zu verhungern. Ja einer Stadt von über 75.000 Einwohner sind 300 ansässige Schneider; davon sind höchstens S0, die em selbst- ständiges Geschäft haben; also existiren 2S0 sogenannte Stück- meister, dazu kommen noch 150— 200 ledige Gesellen: daS macht in Summa 400—450 Arbeiter, die sollen für die Meister arbeiten, daß da« nicht geht, muß Jeder einsehen. Dadurch sind wir ge- zwungen, in den Magazinen zu arbeiten, und wer dahin kommt, na— der ist besorgt und aufgehoben. Da bekommt nämlich der Stückmeister für einen feinen Rock 25 Gr., für einen pikfeineu 1 Thlr. und für e neu extrapikfeinen 1 Thlr. 10 Gr.(Dies sind die gewöhnlichen Handelsausdrücke.) Für eine Hose 8, 12 und 14 Gr.; für eine Weste 7, 10 und 12 Gr. Ich frage nun, ob ein Familienvater bei solchem Verdienst sich und seine Familie ernähren kann, denn sein Verdienst ist nicht mehr wie wöchentlich 5 Thlr.; und er braucht hier, wo alles so theuer ist, mindestens 7—8 Thlr. Die hiesigen Stückmeister sind Schlauberger, sie gehen schnell auf die Herberge und holen sich erliche Gesellen, geben ihnen für jedes Stück die Hälfte von Dem was sie bekommen und haben dabei ein gutes Leben; denn was liegt ihnen daran, wenn die Gesellen maffenhaft an der Schwindsucht sterben? Was die Maaß- geschäfte anbelangt, so gehen diese von Jahr zu Jahr mehr zu Gründe. Die verheiratheten Arbeiter, welche für die letztere Art von Geschäften arbeiten, sind die bcdauernswerthesten Menschen; sie haben nur im Frühjahr 3 Monate und im Herbst 2 Monate zu arbeiten. So sind die diesigen Zustände. Und trotzdem und alledem, wenn man die Leute auffordert, sie sollen in den Allge- meinen deutschen Schneiderverein eintreten, lachen sie einen auS; besonders Diejenigen, welche für die Händler arbeiten, haben schon etliche Male versucht, unfern Verein ganz und gar zu vernichten; eS ist ihnen aber nicht gelungen. Unser Verein zählt zwar nur 30 Mitglieder, aber er steht kräftig da. Darum CollSgen allerorts, wir rufen Euch zu: meidet Barmen und Elberfeld. Mit Gruß und Handschlag Im Namen mehlerer College»: F. v. R. Allgemeiner Töpferverei« für Deutschland, Oesireich und die Schweiz. Dresden. Laut Bericht des Tarifs, welcher die Forderungen enthält, die der Fachverein von Hamburg an seine Arbeitgeber gestellt, hat der Vorort dieselben als gereo t anerkannt und sind anze ach die bei Nicht-Bewilligung eintretenden Eventualitäten als BereinSsache zu betrackten, was wir hierdurch den geehrten vereinen mittheilen, und bitten wir um ihre Unterstützung, wenn wir den Kampf aufnehmen müßten. Gleichzeitig ersuchen wir dringend bis auf Weiteres allen Zuzug von Hamburg fern zu halten. Der Vorort Dresden. F. Schmeißer, Vorsitzender. Correjpondenzen» Leipzig, 5. März. Das R-sultat der dritten RcichStagSwahl im 13. sächsischen Wahlkreise ist gestern amtlich festgestellt worden. Es sind 5670 Stimmen auf Bracke, 7336 auf Heine ge- fallen. Letzterer ist sonach mit einer Majorität von 2160 St. gewählt. Leipzig. 13. Stiftungsfest des ArbeiterbildungSver- eins am 21. Febr. in der Tonhalle(Schluß der F-strede Geib's) „Die Arbeiterbewegung hat in den letzten zehn Jahren trübe Erfahrungen zu machen gehabt, nicht nur nach außen, sondern auch in ihrem eigenen Innern, indem sie bis auf den heutigen Tag noch nicht vollständig zur Einheit siegreich vorzudringen vermochte. Hoffentlich wird sich dies bald ändern, da die Feinde der Arbeiter- bewegung selbst unermüdlich zur Klärung dieser Bewegung bei- tragen und dadurch den Boden gemeinschaftlicher Aktion für die verschiedenen Arbeitcrfraktionen wider Willen bereiten. Die Herr- schcnde Gesellschaststlasse glaubte erst die Bewegung unter den Ar- beitern todtschweigcn zu können, jetzt, da sie das Nutzlose dieser Taktik einsieht, sucht sie dieselbe todt zu Hetzen. Jetzt ist eS aus mit aller Nachsicht; mit aller Entschiedenheit und mit allen schlechten Mitteln wird nunmehr gegen die Sozialdemokratie gekämpft. Die Verleumdungen, wie sie vor zehn Jahren vereinzelt gehört wurden, sind nicht nur dieselben geblieben, nein, sie sind weit schlimmer als zu jener Zeit, indem das böse Gewissen, welches die herrschende Klasse heute noch mehr als vor zehr. Jahren beschleicht, zu immer neuen bösen Entschlüsse» und Handlungen führen muß. Die Arbeiterbewegung ist aber trotz aller Hemmnisse und Krankheitserscheinungen gewachsen und sie steht heute— die ReichStagS- wahlen beweisen dies— mächtiger da als jemals vorher. Es wird nun von den Männern der herrschenden Klasse gesagt, die Grundsätze der Sozialdemokratie seien ein Gift, geeignet, da» ganze Volk in seinem innern Kern zu zersetzen, aufzulösen und zu demo- ralisiren. Gegen diesen Angriff, der mir noch gestern im Reichs- tag begegnet ist, gibt es keine andere Erwiderung, als die der Verachtung, wissen wir doch, daß die einfachen Wahrheiten, die in unfern Grundsätzen enthalten sind, dem einfachsten Manne auS dem Volke einleuchten. Diese einfachen Wahrheiten kennt man auch sehr wohl in den herrschenden Gesellschaftskreisen, allein man schweigt sie todt, man muß sie todtschweigcn, weil ihre Anerkennung eine andere Taktik, die der Verständigung mit den Arbeitern, der Herr- schenden Klasse vorschreiben würde. Aber der Geist der Versöh- oung ist dort oben nicht zu finden, der Geist der Versöhnung, der, zur rechten Zeit geltend gemacht, noch gute Früchte tragen könnte, er ist heute leider nur an wenigen und obendrein nicht maß- gebenden Stellen bemerkbar. Die Arbeiter haben dem gegenüber um so mehr die Pflicht, mit Ruhe, Entschiedenheit und Klarheit ihre Bewegung zu fördern. WaS würde auch ein andere» Verhalten ihrerseits nützen? ES ist Thatsache, daß das ruhige, klare Vorwärtsschreiten viel mehr An- klang findet und Einfluß auf die Masse ausübt, als wenn auf extremen Wegen vorgegangen würde. Daß e« nicht immer in gewohnter Ruhe und gewohnter Stille vor sich gehe» kann, das ist erklärlicki, da wir un« ja inmitten eine« Kampfgetümmels be finden, dessen Eigcnthümlich'eit von Manchem nicht sofort verstan- den wird. Kommen wir nun zu einem andern Punkte. Die Bestrebungen der Sozialdemokratie, die mit den BildungSbcstrebungen stets Hand in Hand gehen, die die Voraussetzung zur Verwirklichung der Bildung, als eine der ersten Forderungen erheben, sind auch die Ihrigen. Die Bildung ist stets da in Frage gestellt, wo die ma- tericllen Voibedingungen zur Ausbildung mangeln. Diese mate- riellen Vorbedingungen zu erreichen, ist ja Zweck der Arbeiter- bewegung. Letztere will weit mehr als die Besserstellung deS Einzelnen, sie will für den Arbeiter den vollen Arbeitsertrag und dadurch die Hebung de« gefammten Arbeiterstandes. Dazu ge- hört in erster Linie die Umwandlung der heutigen Produktion«- weise. Die Verwirklichung dieser Forderung wird dazu führen, die großen Mittel, welche schon heute der Gesamwtheit zur Ver- fügung stehen, Allen zu Nutze zu machen, sie wird bewahrheiten daß die Ideale, die der Menschheit vorschweben, nicht einzelnen Köpfen eingeprägt bleiben, sondern Aller Eigenthum«erden können Aber auch ohne eine große Masse von Wissen haben die Arbeiter eS stkon jetzt verstanden, die Ideale, welche die herrschende Gesell- schaftsklasse in ftüherer Zeit prahlerisch ihr eigen nannte, ihrerseits wieder aufzunehmen, aufs neue zu schützen und der Verwirklichung näher zu bringen. Es ist allerdings eine schwere Arbeit und Mühe, allein es ist eine Mühe, die sich mehr al« lohnt, die erhebend ist, und deshalb alle Diejenigen, welche in der Arbeit stehen, durch sich selbst befriedigt. Die heutige Gesellschaft höhnt und spottet zwar über unsere Bestrebungen, sie will von unfern idealen Zielen nichts wissen, allein das Geberden dieser Gesellfchaft erinnert leb- hast an jenen spartanischen Knaben, welcher lächelnd einen Fuchs unter seinem Kleide trug, der ihm den Leib zerfetzte. Ganz so ist eS mit der heutigen Gesellschaft, soweit sie hier in Betracht kommt; sie lächelt, und sie sucht durch dieses Lächeln kund zu thun, daß sie an deu Untergang, der ihr bevorsteht, nicht glaube, während ihr doch dieser Untergang von den Männern der Wissen- schaff schon klgr und deutlich nachgewiesen' ist. Letztere Bemerkung zeigt unS, welche großen Dienste die Wissei-schafl der Arbeiter bewegung leistet, wie sie ihr als mächtige Handhabe dient. Trotz- dem gibt es noch Ansichten unter den Arbeitern, die darauf gerichtet sind, sie, die Arbeiter selbst, würden daS Alles allein fertig bringen und könnten die Wissenschaft entbehren. Diese Anschauungen sin- den sich zum Glück nur vereinzelt. Sie sind so ziemlich überwunden uud zwar in der Erkenniniß, daß nur der felbsibewußte und wissende Mann jemals sein Ziel zu erreichen vermag. Verstehen wir dies jedoch nicht einseitig. Das Wort:„Sein Schicksal schafft sich selbst der Mann," wird unter den heutigen Verhältnissen, auf den Einzelnen angewandt, sich niemals erfüllen können, eS wird sich aber bewahrheiten, sobald alle jene Tbeile der Gesellschaft, welche ein gemeinsames Interesse, gemeinsame Joeale und Ziele haben, sich zusammenthun, denn dann werden sie als Ganzes in einheitlicher Aktion sehr wohl sich selbst ihr Schicksal zu schaffen vermögen. Die Vorbedingungen eines gedeihlichen gesellschaftlichen und staatlichen Zusammengehens verwandter Strebungen sind von der Wissenschast so klar gekennzeichnet, daß darüber nur bei entschiedenen Feinden des Forischrit:S ein Zweifel sein kann, oder bei Denen, die in Belhörung ihre Augen verbinden und nicht in die Ferne zu sehen vermögen. Die Entgegnung, die speziell uns so oft gemacht wird, daß unsre Be- strcbungen doch niemals zu einem befriedigenden Abschluß kommen könnten, ist durchaus nicht stichhaltig, denn wenn wir die Hände in deu Schoß legen, so würde es erst recht nicht besser werden. Die kurze Zeit, in welcher die Arbeiterbewegung ihr Haupt er- hoben, beweift aber hinreichend genug, daß es schon jetzt etwas zur Besserstellung der Arbeiter gekommen ist. Ich rede nicht nur von der Erkenntniß der Arbeiter bezüglich ihrer Klasscnlage, sondern auch von ihrer materiellen Stellung innerhalb der Gesellschaft. Ohne gemeinsames Handeln würde der Arbciterstand heutigen TageS tiefer stehen als er steht, er würde noch die alten Glaubens- sätze von der Demuth um jeden Preis in sich tragen und ver- fckilösse seinen Blick der Zukunft. Mit einem Worte, die Vor- ludingung seines SiegcS über die herrschende Klasse würde eine weit geringere sein! Hieraus geht hervor, daß die Arbeiter, welche bewußt in der Bewegung der Gegenwart stehen, zunächst das, was für sie zn er- reichen ist, anzunehmen, dabei aber die Prinzipien ihrer Partei, der Sozialdemokratie, nicht zu verleugnen und die endliche Befteiung des ArbeiterstandeS unablässig anzustreben haben. In diesem Sinne wurde stets von uns gewirkt. Der Erfolg blieb nicht aus, hat doch innerhalb der letzten zehn Jahre sich so manche Lebenshaltung einzelner Familien sowohl, wie ganzer Arbeitergruppen gehoben. Wir haben dadurch den Beweis geliefert, daß unsere Bewegung durchaus keine utopistische, sondern bemüht ist, daS, was die Ge- legenheit Günstiges bietet, am Schopf zu ergreifen und für die Arbeiter inSgesammt auszunutzen. DaS ist eine Taktik, welche auch in Zukunft bei unfern Bestrebungen beobachtet werden muß; und wir werden umsomchr Anerkennung finden, als wir ja heute schon zum Theil Besserung für den Arbeiterstand erreicht haben, denn zeder aufwärtsringende Arbeiter wird balo ein Freund uuscrer Grundsätze sein, wenn er sieht, daß ein großer Theil seiner zu unS stehenden Mitgenossen sich schon heute wesentlich gegen früher aufgeschwungen hat. Dieser Ausschwung ist hauptsächlich darin zu suchen, daß der Einzeln- sich selbstbewußt, kräftig und unabhängig fühlt, und zwar lediglich, weil er weiß, daß ein- große Anzahl von Freunden, daß Tausende, ja daß Millionen hinter ihm stehen, die gleicher Gesinnung sind, wie er, die ihm in der Roth beistehen, die sich mit ihm in allen Lebenslagen verbrüdern. Dieses Gefühl der Verbrüderung ist es, welches unS mit innigster Ueberzeugung auch den endlichen Sieg der Arbeiterbestrebungen erwarten läßt. Sie, geehrte Anwesende, haben innerhalb de« BilbungSvereinS, indem Sie zugleich die Bildung neben der sozialen Bewegung zu fördern suchen, eine doppelte Aufgabe. Sie können getrost das eine beachten, ohne der andern zu schaden. Fördern Sie fteudigen Muthe« die Arbeitersache, führen Sie ihr immer mehr und mehr zu, Sie bergen hierfür die Elemente in sich, wie Ihnen auch die Kräfte nicht mangeln werden, nm die Aufgaben, die in dem Wort „Bildung" vorgezeichnet sind, möglichst zu verwirklichen. Dabei erinnere ich Sie an eins, obwohl ich es für selbstverständlich halte, nämlich daß der ältere Theil der Mitglieder eines Vereins, wie der Ihrige, vor allem dazu berufen ist, nicht noch an seiner ele- mcntaren Ausbildung zu arbeiten, also hier und da seine Schul- bildung auszupuffen, sondern mit ManneSmuth, voll und ganz in das Leben einzutreten, als politifcher Theil deS Volkes sich zu fühlen und daher, wo es gilt, auch in die Wahlschlacht zu gehen. So handelnd, lhun die älteren Glieder JhreS Vereins bestimmt mehr für eine neue Generation, als wenn sie, im alten Schlen- drian befangen, sich einseitig an jener Bildung, welche wohl deu Schulmeister, nicht aber den Politcker befriedigt, genügen ließen. Alle gereistere» Kräfte Ihre« verein« bitte ich, solche« Haube» M sich zur Borschrift zu machen. Wenn Sie sich dadurch auch»»« Ihren jüngeren Genossen unterscheiden, so ist diese Scheidung d«« nur äußerlich, den» geistig treten Sie tatsächlich der Juze» � näher, indem Sie derselben eine wohlthuende Fernsicht in die Z> u fünft erschließen. Die jüngeren Genossen, welche naturgemäß e> längeres Leben vor sich haben, mögen suchen, möglichst alle Lücke ihrer Bildung auszufüllen, zumal sie dann um so erfolgreicher i 1 Zukunft wirken können. Sie werden, weil Erziehung und Erfes rung sie gewitzigt, die Kraft und da« Geschick besitzen, die Frllch 4 zu pflücken, welche die heutige Generation zur Reife zu bring- bestrebt ist. Doch vielleicht haben sie noch mehr zu thun, al« s � pflücken. Gute Früchte zu erzielen, verursacht viele Mühe, erford» viel Licht und Sonnenschein. E« ist deshalb umfomehr der jiisjP geren Generation anzuempfehlen, sich fähig zu machen, um, we«� nach Jahrzehnten die Frücht- noch nicht herangereift sein sollt«» sie dann zu rascher Reife bringen zu können. Wenn diese« g> schieht, wenn die heutig- Jugend das Bündniß zwischen Wissel schaft und Arbeit in sich zu verkörpern vermag, dann werden v»!* au« dem Dunkel und der Moderluft, worin wir unS heute b � finden, baldigst herauskommen. Im Durchbohren de« Schackt� der alten Gesellschaftsordnung wird un« voranleuchten das Li» der Wissenschaft, und emsig und unermüdlich arbeitend,«erden w rasch alle Hemmnisse bcscitlgen können, werden wir bald den Beh welcher einer knechtlosen Organisation der Arbeit entgegenste* durchgraben haben, um auf der andern Seite da? freie schö« Blüthenfeld zu sehen, wo eine verjüngte bessere Menschheit(i$M' tummeln und daS daS Glück Aller begründen kann!" � ReichStagSwahlfondj S. 9. f. hier Gr. 18 5._ Das Hldir Fond f. pol. Gemaßregelte. B. G. Barmen Tblr. 1 2X eine gebl ichft .Ans Vrieskastcn. �s, der Redaction. F. in Uln: Bcief folgt. Abonnent in Drekde»'®'?' Der Krach im Schulze- Delitzich'schen B�rsamß- und Soarverein ist i«®1* „BollSstaat" ziemlich auäfüinlich behandelt wordcu. Der Nummer ealhns sinnen wir un« augenblickuch nicht. E. B. in LeiSnig: Die Adresse ttliihe Manufaktur- Fabrik- und Handarbeitergewerkschaft ist: Julius Mottelstvor in Crimmitschau. Ihr Schreiben haben wir dahin gesandt. Da« Bck zeichniß der Polizei zu überliefern haben Sie nicht nöthig. �j.. der Expedition. Arbeiterpartei Freiberg Ann. 10 Gr. Stmkr dst.j. Ab. Thlr. 1 16. Tht Wie» Schr. 6 Gr. H. Dtzr Zwickau Ab. 1. O L 15 Thlr. St. dier Ann. 3 Gr. Kr« München Schr. Tblr. 2 12! � Eppst hier Schr. Gr. 2 5. Wahlcomits de« 12. Wahllr. Ann. 23 Whlcmt. d. 13. Wdlkr. Ann. Tytr. 1 7. Ärb.-B. Gohlis Ann. 19 glwni Thrbch Ronnsdors Sckr. Thlr. 1 11 8. Arb.-Ber. Schwab.- Hall Aulsesti Gr 2 5. Brzl hier Ab. März 6 Gr. Stepper u. Boarichteroer. Ha*-- bnrg Ann 7 Gr._____ üj&avf i« Sonnabend, den 14. März, Abends 8 Uhr,„König»hijft>Kvl "Otl Iii» Grnfswalbersltajze 8- uwg f4ol Die Ctr Äa m Grosses allgemeines Arbeiter-Fest zur Feier unserer Wahlsiege. Bestehend in: Eoncert. Gesang und"Kass. Die Festrede hält der ReichSlagsabgeordnete Ä. Geib., BillelS i 2 Gr. 5 Pf. sind in allen Bcrsammlnnge« und bei mWid Oranienstr. 151 in der Druckerei zu haben.-don Wir bitten, nach Kräften für den Bertrieb der Billet» thätig zu seist� besonders für einen zahlreichen Damenkrci« Sorge zu tragen. h;,,, ____________ A- Htinsch-�A (£crliÄ Sozialdemokralischc Arbeiterpartei. chm »ert len au ob Kesirltsverlammtuiiizeu. Montag, den 9. März, Abend« 8 Uhr, Budwitz Lokal, Admiralstraße 11. Eingang vom Hof: Bortrag de« Herrn Berustrin.— Diskussion.— Berschiedene». Dienstag, den 10. März, Abend« 8 Uhr,. Cafs Hausmann, Elisabcthstraße 17, Eingaug vom Hof: Sans Bortrog.— DiSkusston.— Berschiedene«. Ftst Neue Mitglieder werden aufgenommen. Unei Die Parteigenossen haben vollzählig zu erscheinen. Da» Agitation«- Comitö-s� Billet» zum Nrbeiterfest in allen Bersammlungen. j Montag, den 9. M��Ave.w«"a?b 9 Uhr: � Hanptvcrsammlllng d-st im Btertunncl(Restauration des Herrn Knntzsch). Bon 8 di« halb 9 Uhr, Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtu der Steuern. Das Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand�»' Stepper und Vorrichter. S«i 1(1' c Mon-ag, den 9.' März, Abend« halb 9 Uhr: Otsfentliche Bersammlnng im Eberhahn« Lokal, ZenghanSmarkt 31. T.-O.: 1) Da« ungerechte Borgehc« der Fabrikanten gegen die heiter. 2) Inwiefern bringen die Strike« Nntzen? I. A.: C. Köhler- .«Sin l>r.d sin sini »ist ilv*» Sonntag, den 8. März, Nachmittag 3 Uhr' HimUIijUlU Große Volksversammlung L im Bernan'schen Saal.— Tagesordnung: D e Vorkommnisse bei letzten Reichstagswahl. Gründung eine» Arbeiterverein«. Ref.: ZV. Metallarbeitergewerkschast. kl Montag, den 9. März: Sitzung bei Fröhlich, Nicol�j straße 33, im Hof 1 Treppe.— T-O.: Sozialer Bortrag. Zahlreiche« Erscheinen ist nothwendig._____ D. Allgemeiner deutscher �Schncidervcreiu. � 1 ttipjig Gersammlung. Dienstag, den 10. März, Abend» 8 Ubr, Gewandgäßchen 4 I. Den College» Leipzig« diene zur Nachricht, daß unsere Kcankenlä i» Kraft getrete», sie werden deswegen ersucht, sich zahlreich einzusiatk Ausnahme neuer Mitglieder. D. Leipzig ArbeiterbildungSvereiu. � Sonntag, den 8. März, Abend» 7 Uhr: Gesellige Zusammenkunst mit Damen. Deklamatorische Borträgt finden statt. Mitglieder und Gäste sind hierzu freundlichst eingeladen. D. 8j Arbeits-Hosen. Aeckt Englisch Lederhosen k Stück 1 Thlr. 15 Sgr. „ Cord-Hosen k Stück 1 Thlr. 15 Sgr. , Starke Stoflf- Hosen ä Stück 2 Thlr. 15 Sgr. r Militir- Drillhosen ä Stück 1 Thlr. „ Baumwollene feste Arbeitshosen k Stück 27'/- 8 empfiehlt Louis Luftmann No. 24 Grimmnische Strasse No. Le'pztg: Berantw. Redaltenr: M. Pretßer.(Redaktton». Expe» Zelss erstr. Ol.) Druck und Berkag der>?»ii--fieirschaft«buchsrncker«>.