Erschkiut in Leipzig bei Mittwoch, Freitag, Sonntag. V5- h Bestellungen nehmen an alle " Postanstalten u. Buchhand- 5?' lungen des In- U.Auslandes. Z' Filial-Expeditionen für die 0 Vereinigten Staaten: \d> F. A. Sorge, r!> Lvr 101 HodoKen, N. J. Wm. Lueders, ii* 409 Maystr. Chicago, J1I. n, Peter Haß, 8. W. Corner Third and *' coates str. Philadelphia. wr l sei Der Dalbftiuit Abonnemenispreis: Für Preußen incl. Stempel- steuer 21'/, Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten IK Sgr. pro Quartal. ZXonat,-Abonnement, werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2 ten u. 3 ten Monat und auf den 2 ten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat ü 5>/, Sgr. angenommen. �OrgandersozlaldemokrattschenArbeiterMrteiMddermternatlonalenGewerksgeuossenschaften. Inserate, die Abhaltung v»n Partei-, Vereins- und Bollsversammlungeu, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei- Ar gelegenheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und Vergnügung«. Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. t Fr. 29 Mittwoch 11, März. 1874. cd« Lv - w Sep st-> chö Das Reichs-Militärgesetz. ii. H ■i Daß die Nationalen dumm sind— trotz aller Gescheitheits- flkaskerchenS— das wissen wir längst und das wissen sie selber. Daß sie aber so dumm sind wie Moltke sie dafür hält, daö hätte» �toir doch nicht geglaubt. Der große Schweiger hat im Reichstage 'sine ganze Stunde gesprochen und ist doch der große Schweiger geblieben: er hat nämlich seinen Zuhörern so ziemlich Alles vcr- �wiegen, was er selbst glaubt. Nur in zwei Dingen hat er seine �Ansicht rund ausgesprochen: erstens darin, daß der fatale tz 1 absolut nothwendig sei, uud zweitens in dem famosen Satz:„Was lböPsr einem halben Jahre mit den Waffen errungen, das müssen st stdiir ein halbes Jahrhundert mit den Waffen schützen, damit es e»uns nicht wieder entrissen wird. Wir haben feit unseren glück s- deichen Kriegen an Achtung überall, an Liebe nirgends ge utelswonnen." � Habemus confitentem reum. Hier haben wir den Schub .>igen zum Gefiändniß gebracht. Als Preußen, nach Sedan, mit � �seinen AnnexionSforderuugen herausrückte, hieß es: die neue Grenze izl'st einzig durch die strategische Nothwendigkeit bedingt, wir neh z Även nur daS, waS wir absolut brauchen, um uuS zu decken 9«wneihalb dieser neuen Grenze und nach Vollendung unserer Bo � ÄMestiguvgen können wir dann jedem Angriffe ruhig entgegensehen Und so ist eS, rein strategisch gesprochen, in der Thät. J Die befestigte Rheinlinie mit ihren drei großen Kernplätzen hbhgAvln, Koblenz, Mainz, hatte nur zwei Fehler: erstens wurde sie umgangen durch Slraßburg, und zweitens fehlte ihr eine vorge- Mobene Linie fester Punkte, die der ganzen Stellung Tiefe gab !Die Annexion von Elsaß- Lothringen half beiden Fehlern ab. �traßburg und Metz bilden jetzt die erste Linie, Köln, Koblenz, Mainz die zweite; Alles Festungen erster Ordnung, mit weit vor- f'chobenen Forts und fähig, der modernen gezogenen Artillerie iderstand zu leisten; dabei liegen sie in solchen Entfernungen n einander, wie sie den kolossalen Heeren der Gegenwart zu � ier Bewegung am dienlichsten sind und in einem der Berthei- .. �igung äußerst günstigen Terrain. So lange die Neutralität Bel- �ziers respeltirt wird, kann ein französischer Angriff leicht auf den chmalen Strich Landes zwischen Metz und den Bogescn beschränkt Inden; man kann sich, wenn man will, gleich Anfangs hinter en Rhein ziehen und die Franzosen zwingen, sich vor der ersten Hauptschlacht durch Truppensendungen gegen Metz, Straßburg, oblenz und Mainz zu schwächen. Es ist eine Stellung, der in of: pti} Europa an Stärke keine zweite gleichkommt; das vcnctianische TestungSviereck war ein Kindelspielzeug, verglichen mit dieser fast Uneinnehmbaren Position. , Und gerade die Eroberung dieser fast uneinnehmbaren Stel- m �ng zwingt Teutschland, nach Moltke, das Errungene ein halbes — Jahrhundert lang mit den Waffen zu vertheidigen! Die stärkste Stellung vertheidigt nicht sich selbst, sie will venheidigt sein; zum «eriheidigen gehören Soldaten; je stärker also die Stellungen, '«sto mehr Soldaten sind nölhig, und so weiter im ewigen lasier Jasten Zirkel. Dazu kommt noch, daß der wiedergewonnene„ver- >a?r Ivrene Bruderstamm" in Elsaß- Lothringen von der Mama Ger- znp.?uuia nun einmal platterdings nichts wissen will, und daß die — Üu'0'"1 unler 0�en �UlstLnden gezwungen sind, bei der nächsten i�Uegenheit die Befreiung der Elsässer und Lothringer aus der Sttmanischen Umarmung zu versuchen. Die starke Stellung wird *l'o dadurch aufgewogen, daß Deutschland die Franzosen gezwun- . gStu hat, Jedem, der-S angreifen will, zur Seite zu stehen. Mit "sderen Worten, die starke Stellung enthält in sich den Keim �'ner europäischen Koalition gegen das deutsche Reich ünd an dieser Thatsache ändern alle Dreikaiser- und Zweikaiser ler. Uhr | gißten und Toaste absolut nichts, wie das Niemand besser weiß Moltke und Bismarck; und wie Moltke das auch in diskreter — r-Wieise zum Ausdruck bringt, in dem melancholischen Satze:„Wir JMen seit unseren glücklichen Kriegen an Achtung überall, an Liebe 'c irgend» gewonnen!" gl Soweit die Moltke'sche Wahrheit. Kommen wir jetzt aus -— �>e Moltke'sche Dichtung. Wir gehen nicht ein aus daS sentimentale Geseufze, womit der cße Stratege sein Leidwesen darüber zu erkennen giebt, daß das iilitär leider nun einmal zum Besten de« Volk« solche kolossale vmmen»erzehren muß, und wo er sich gewissermaßen als preu scher Ciucinn-atuS hinstellt, der nicht« fehnlicher wünscht, als vom �eneral-Feldmarschall zum KappeSbaner befördert zu werden. Noch Weniger auf die schon dagewesene Theorie, daß von wegen der Alechten Erziehung der Nation durch den Schulmeister, jeder Deutsche drer Jahre lang auf die hohe Schule geschickt werden *iisse, wo der Unteroffizier Professor ist. Wir sprechen hier nicht Rationalen, wie die« der arme Moltke zu lhun nöthig hatte. <«ir gehen gleich über z» den riesenhaften militärischen Bären, die p � nnter allgemeiner Heiterkeit des großen GeneralstabcS— e>ven erstaunten Zuhörern aufband. . E« handelt sich wieder darum, die großen deutschen Rüstungen �»rch die angeblich nech größeren der Franzosen zu rechtfertigen. 7>d da enthüllt Moltke dem Reichstage, daß die französische Re l'irung schon heute berechtigt ist, für die aktive Armee 1,200,000 Sjd für die Territorialarmee über 1 Million Männer zu den ?«ffkn zu lcrufen. Um diese„auch nur theilwcise" eiustellen zu •'Niteu, hätten die Franzosen ihre CadreS vermehrt. Sie hätten i'ht 152 Infanterie-Regimenter(gegen 116 vor dem Kriege) 9 0. 1"e Jäg er bataillone, 14 neue Ko vallerie- Regimen ter, 323 Bat- — Ai», statt früher 164. Und„diese Augmentationen sind noch ,--»tMrcht geschlossen". Die Friedentpräsenzstärke beträgt 48,000 Mann mehr als 1871, sie ist auf 471,170 Mann festgestellt. Statt der 8 Armeekorps, mit denen die Franzosen un« zu Anfang des Krie- geS entgegentraten, stellt Frankreich künftig 18 und ein neunzehntes für Algier; die Nationalversammlung zwingt der Regierung ge- radezu Gelder für Rüstungen auf, die Kommunen schenken Exer- cierplätze und OssizierkasinoS, bauen aus tigenen Mitteln Kasernen, beweisen einen fast gewaltsamen Patriotismus, wie er in Deutsch- land nur zu wünschen wäre— kurz Alles bereitet sich vor auf den großen Revanchekrieg. Wenn nun die französische Regierung Alles das gethan hätte, waS ihr Moltke zu Gute hält, so hätte sie nichts weiter gethan als ihre Schuldigkeit. Nach solchen Niederlagen wie die von 1370, ist es die erste Pflicht der Regierung, die Wehrkraft der Nation soweit zu entwickeln, daß man gegen die Wiederholung solcher Unfälle geschützt ist. Den Preußen war 1806 ganz dasselbe passtrt; ihre ganze altfränkische Armee wurde kostenfrei und kriegsgefaugen nach Frankreich befördert; nach dem Kriege bot die preußische Re- gierung Alles auf, um da« ganze Volk wehrhaft zu machen; die Leute wurden nur 6 Monate lang eingeübt, und trotz Moltke'S Abschen vor den Milizen haben wir Blücher'S Zeugniß, daß diese „Landwehr-PatteljohnS", wie er sich ausdrückte, nach den ersten Gefechten ebenso gut waren, wie die Linierbataillone. Handelte die französische Regierung ebenso, setzte sie alle Kräfte daran, in fünf biS sechs Jahren eine Wehrhaftmachung der ganzen Nation durchzuführen— sie thät nur ihre Schuldigkeit. Aber im Gegen- theil. Mit Ausnahme der Neubildungen von Bataillonen, Schwa- dronen und Batterien, die bis jeyt nur die Höhe der deutschen Linien-Organisation erreichen, besteht alles Andre nur auf dem Papier, und Frankreich ist militärisch schwächer denn je. „Man hat, sagt Moltke, in Frankreich alle unsere militärischen Einrichtungen getreulich kopirt... man hat vor Allem die all- gemeine Wehrpflicht eingeführt, und dabei eine zwanzigjährige Ver- pflichtung zu Grunde gelegt, während wir nur e'ne zwölfjährige haben."— Und wenn dem in Wirklichkeit so wäre, worauf redu- cirt sich der Unterschied der 20 und der 12 Jahre? Wo ist der Deutsche, der nach 12 Jahren seiner Landwehrverpflichtung wirklich entlassen wäre?" Heißt es nicht überall: die 12 Jahre gelten erst dann, wenn wir Leute genug haben, bis dahin müßt ihr 14, 15, 16 Jahre in der Landwehr bleiben? Und wofür haben wir denn den verschollenen Landsturm wieder ausgegraben, als um jeden Deutschen, der einmal zweierlei Tuch getragen, bis an sein selige» Ende dienstpflichtig zu erhalten? Aber nun hat eS mit der allgemeinen Wehrpflicht in Frank- reich noch eine ganz besondere Bewandtniß. In Frankreich fehlen eben die preußischen halbfeudalen Oflprvvinzcn, die die eigentliche Grundlage des preußischen Staats und des neuen deutschen Reichs bilden; Provinzen, aus denen man Rekruten zieht, die unbedingt gehorchen und auch nachher, als Landwehlleute, nicht viel klüger werden. Schon die Ausdehnung der allgemeinen Dienstpflicht aus die Westprovinzen zeigte 1849, daß EineS sich nicht schickt für Alle; ihre jetzt erfolgte Ausdehnung auf ganz Deutschland wird längstens nach Verlauf von Moltke'S beliebten zwölf Jahren— wenn daS Kiämchcn überhaupt so lange vorhält— die waffen- geübtcn Leute schaffen, die die Moltke'S und Bismarcks außer Brot setzen.— Also in Frankreich existirt nicht einmal die Grund läge, auf der die allgemeine Dienstpflicht der Rcaction gehorsame Soldaten schaffen kann. In Frankreich war der preußische Unter osfizier schon vor der großen Revolution ein überwundener Stand- punkt. Der Kriegsminister Saint-Germain führte 1736 die preu ßischen Stockprügcl ein; die geprügelten Soldaten erschossen sich, und die Stockprügel mußten noch im selben Jahre abgeschafft weiden. Man führe die allgemeine Dienstpflicht wirklich in Frank- reich ein, man bilde die Masse der Bevölkerung in der Waffe auS, und wo blieben da Thiers und Mac Mahon? Aber Thiers und Mac Mahon— wenn auch wahrhaftig keine Genies— sind auch nicht solche Schuljungen— wie Moltke sie darstellt. Auf dem Papiere habe» sie die allgemeine Dienstpflicht hergestellt, allerdings; in Wirklichkeit haben sie mit der größten Hartnäckigkeit auf der fünfjährigen Dienstzeit unter der Fahne bestanden. Nun weiß Jeder, daß sch»n mit der preußischen dreijährigen Dienstzeit die allgemeine Wehrpflicht vollständig unvereinbar ist: entweder erhält man dabei für Deutschland eine Friedenspräsenz von mindesten« 600,000 Mann, oder man muß Leute sich frei- losen lassen, wie die» geschieht. Welche Friedenspräsenz würde nun eine fünfjährige Dienstzeit bei allgemeiner Wehrpflicht in Frankreich ergeben? Beinahe eine Million; aber selbst Moltke bringt eS nicht fertig, den Franzosen die Hälfte anzudichten. An demselben Tage, wo Moltke seinen Zuhörern so erstaunlich anponirte, veröffentlichte die„Kölnische Zeitung" eine„militärische Mittheilung" über die ftanzösischc Armee. Diese militärischen Mittheilungen kommen der«Köln. Ztg." au« sehr guter offiziöser Quelle zu, und wird der betreffende militärische„Sauhirt" für den so ausgezeichnet zur Unzeit geschossenen Bock einen ganz de- ondern Denkzettel erhalten haben. Der Mann sagt nämlich wirklich die Wahrheit. Er erklärt, die neuesten offiziellen ftan- ösischen Zahlenangaben bewiesen,„daß Frankreich die sich in seinem neuen Wehrgesetz gestellte militärische Aufgabe auch bei der äußersten Krastanflrengung schwerlich zu erfüllen im Stande sein dürste." Nach ihm ist„der diesjährige Stand der Armee zu 442,014 Mann normirt worden." Davon gehen zunächst ab die republikanische Garde- Gensdarmerie mit 27.500 Mann;„thatsächlich stellt sich die eigentliche HecreSstärke indeß nach den für die einzelnen Waffen- gattungen aufgeführten EtatSzisfern nur auf 389,965 Mann.' Hiervon sind abzuziehen„die geworbenen Truppen(das Fremden- Regiment, die eingeborenen algierifchen Truppen thcile), die Ver- waltungs-Truppeukörper und die CadreS an Unteroffizieren und Capitulanten, welche inSgcsammt nach den früheren authentischen französischen Angaben zu 120,000 Mann normirt wurden. Den wirklichen Effectivbestand derselben jedoch nur zu 80,000 Mann angenommen, verbleibt in Bezug auf die Rekrutirung nur noch ein thatsäcblicher Armeebestand von 309,000 Mann, welcher stch auS fünf Jahrgängen des ersten und einem deS zweiten (Reserve) Kontingents zusammenstellt. Der eine Jahrgang dieses zweiten Kontingents umfaßt 30,000 Mann und würde sich danach der Dieustjahrgang des ersten Kontingent« wie die JahreS- Rekruten- Einstellung für dasselbe zu je 55,800 Mann berechnen. Dazu tteten dann die 30,000 Mann des zweiten KoniingentS, so daß die höchstgegrisfene JahreS- rekrutirung der französischen Armee sich doch immer nur auf 99,714 Mann bemessen würde." Also: die Franzosen stellen jährlich etwa 60,000 Mann zu fünfjähriger Dienstzeit ein, macht in 20 Jahren 1,200,000 Mann, und wenn wir die Abgänge, wie sie sich bei der preußischen Land- wehr thatsächlich herausgestellt, abrechnen, höchstens 800,000 Mann. Ferner 30,000 Manu zu einjähriger Dienstzeit— waS nach Moltke untaugliche Milizen sind— macht in 20 Jahren 600,000 Mann. nach Abzug der Abgänge höchstens 400,000 Mann. Wenn also die Franzosen den von Moltke so gerühmten Patriotismus zwanzig Jahre lang ungestört getrieben haben werden, so werden sie dann endlich den Deutschen, statt der Moltke'schen 2,200.000 Mann, höchstens 800,000 geübte Soldaten und 400,000 Milizen cnt- gegcnstellen können, während Moltke schon jetzt reichlich anderthalb Millionen vollständig geübter deutscher Soldaten mobil machen kann. Danach bcmesse man die Heiterkeit, die Moltke'S— im Reichstag angestaunte— Rede im großen Generalstab zu Wege gebracht hat. Man muß eS Moltke lassen: so lange er mit einfältigen Geg- nern zu thun hatte wie Benedek und LouiS Napoleon, so lange bat er sich einer durchaus ehrlichen Kriegführung befleißigt. Er hat die von Napoleon I. entdeckten strategischen Regeln pünktlich, peinlich und gewissenhaft befolgt. Kein Feind konnte ihm vor- weifen, daß er sich je der Ueberraschung, des Hinterhalts oder sonst einer vulgären Kriegslist bedient habe. Man konnte dem- gemäß daran Zweifel auswerfen, ob Moltke wirklich ein Genie sei. Dieser Zweifel ist gefallen, seit Moltke ebenbürtige Gegner zu be- kämpfen hat— die Genies im Reichstage. Ihnen gegenüber hat er bewiesen, daß er seine Gegner auch übertölpeln kann wenn e« sein muß. Kein Zweifel mehr: Moltke ist ein Genie. Was indeß Moltke von den französischen Rüstungen wohl wirklich halten mag? Auch dafür haben wir einige Anzeichen.— Moltke und Bismarck verhehlten sich nicht, daß, grade wie die Siege von 1866 in der französischen offiziellen Welt den Ruf nach Revanche für Sadowa mit Nothwendigkeit hervorgerufen, so die Erfolge von 1870 mit ebenderselben Nothwendigkeit dem offiziellen Rußland„Revanche für Sedan" aufzwingen würden. Preußen, bisher der gehorsame Knecht Rußland«, hatte sich plötzlich als erste Militärmacht Europas entpuppt; eine so gewaltige Verschiebung der europäischen Lage zu Ungunsten Rußlands kam einer Nieder- läge der rusfifchen Politik gleich; der Ruf nach Revanche erscholl laut genug in Rußland. Man fand in Berlin, daß unter diesen Umständen es besser sei, die Sache so bald und so rasch wie möglich abzumachen und den Russen keine Zeit zu Rüstungen zu lassen. Was damals preußischerseit« geschah, um den Krieg gegen Rußland vorzubereiten, darüber vielleicht ein andere« Mal; genug, man war im Sommer 1872 so ziemlich fertig, namentlich mit dem Feldzugsplan, der diesmal keinen„Stoß in's Herz" beabsichtigte. Da kam Kaiser Alexander von Rußland ungeladen zur Kaiservisite nach Berlin und legte„an maßgebender Stelle" gewisse Aktenstücke v»r, die d«S Plänchen zu Nichte machten. Die, zunächst gegen die Türkei gerichtete erneuerte heilige Allianz verdrängte für den Augenblick den febließlich doch unvermeidlichen russischen Krieg. In diesem Plänchen war natürlich auch der Fall vorgeschn, daß Frankreich sich mit Rußland gegen Preußen verbünden sollte. In diesem Fall wollte man gegen Frankreich in der Defensive bleiben. Und wie viel Mann hielt man damals für hinreichend, alle Angriffe Frankreichs abzuschlagen? Eine Armee»en zweihuudertfünfzigtausend Mann! Politische Uebersicht. — DaS preußische StaatSministerium, das heißt Herr v. Bis- marck, hat schon wieder ein Ausnahmegesetz fertig gebracht. Dasselbe hat den Zweck, die widerspenstigen„Diener der Kirche", gegen welche zur Zeit der große„Kulturkampf" geführt wird, durch den GeuSdarmen„Zaruck" zum Lande hinaus zu spedire», d. h. sie ihrer Aufenthaltsfreiheit vollständig zu berauben. Nicht wo sie selbst wolle», sondern wo Bismarck will, müssen solche„staatS- gefährlichen" Priester künftighin sich aufhalten. Der„Geist" de« altpreußijchen König« Friedrich Wilhelm I.— wenn er solchen gehabt hat— der 1723 den Philosophen Wolf„bei Strafe de» Stranges" au« Preußen ausweisen ließ, scheint in diesem Gesetze zu spuken, welches also lautet: „tz 1. Kirchendiener, welche durch gerichtliches Urtheil au« ihrem Amte entlassen worden sind, können ihrer StaatSange- Hörigkeit durch einen Beschluß der Centralbehörde ihre« Heimath»- staateS verlustig erklärt werden. So lange ein solcher Beschluß nicht ergangen ist, kann ihnen durch Verfügung der LandeSpolizei- behörde der Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Orten versagt oder angewiesen werden. § 2. Die Vorschriften deS tz 1 Uber den Verlust der Staats- �schon so erstaunliche Proben ihrer„GestnuungStUchtigkcit" abgelegt angehörigkeit und die Beschränkung des Aufenthalts finden ferner auf diejenigen Kirchendiener Anwendung, welche wegen Vornahme von Amtshandlungen in einem Amte, da« den Vorschriften der StaatSgcsetze zuwider ihnen Ubertrage», oder von ihnen über uommen ist, rechtskräftig zu Strafe verurtheilt sind. Die Lande* Polizeibehörde ist schon nach Eröffnung der gerichtlichen Unter- suchung befugt, dem angeschuldigten Kirchendiener bis zur recht« kräftigen Beendigung der Untersuchung den Aufenthalt in bestimmten Bezirken zu versagen oder anzuweisen. Z 3. Kirchendiener, welche nach den Vorschriften diese« Gesetzes ihrer Staatsangehörigkeit verlustig erklärt worden find, können ohne Genehmigung des Bundesraths in keinem anderen Buu- deSstaate die Staatsangehörigkeit erwerben. Auch darf denselben ohne eine gleiche Genehmigung der Anfenthalt in einem anderen Bundesstaate nicht gestattet werden, wenn ihnen in ihrem früheren Heimathsstaate der Aufenthalt versagt wird." Es versteht sich, daß es nur der Einschaltung oder Vertauschung weniger Worte bedarf, um die Spitze dieses monströsen Gesetzes gegen die Sozialdemokratie oder irgend eine andere, momentan »nbequeme Partei zu richten. Der fr-anzöflschen Nationalversammlung, die zu Anfang der 90 er Jahre ähnliche Gesetze gegen den Clerus erließ, wird dies in allen Schulgeschichtsbüchern zum größten Verbrechen angerechnet. Und Frankreich war damals in einem Kampf auf Leben und Tod mit dem monarchischen Europa bc- griffen, und der Clerus, gegen den sich diese Ausnahmegesetze rich- teteu, war notorisch im Einverständniß mit dem Ausland. Für die französische Nationalversammlung läßt sich also das Gebot der Nothwehr anführen. Wo ist aber der Feind, der die preußische Regierung jetzt bedroht? Sie hat soeben erst einen Krieg sieg- reich beendigt, und auf einige Jahre hinaus hat sie sich keines Kriegs zu gewärtigen, wenn sie nicht selbst ihn vom Zaune brechen will. Hätte die französische Nationalversammlung blos mit den rebellischen Pfaffen zu thun gehabt, sie hätte is nicht der Mühe Werth gefunden, ihnen auch nur das einfachst- Polizeigesctz zu widmen; die Revolution konnte sich zu keinem Culturkampf mit dem Psafsenthum herablaffen. Mit dem„Neuen Reich" des Herrn von Bismarck ist es anders. Mitten im Frieden, gewaffnet bis an die Zähne, an Ehreu und an Siegen reich, zittert es vor einer Hand voll Schwarzröcke, und bekennt vor ganz Europa, daß es in seinem„Culturkampf" nicht siegen kann ohne die Polizei und den Gensdarm. Nun— der Culturkampf ist auch darnach. Wie wir schon früher sagten:„Zaruck" contra Zurück! hätten, daß wir uns über nichts mehr wundern können. Die Tobten freilich sind stumm und können«icht protestiren gegen die Schmach und die Infamie, die an ihnen begingen werden soll; die Gebeine der Böning, Tiedemann, Heilig, ElsenhanS, Biedenfeld und wie sie alle heißen, sind vermodert und sie können sich nicht mehr sträuben, wenn ihnen Gewalt angethan wird von den politischen Knechten jenes ManneS, dessen militärische Knechte ihnen mit Pulver und Blei klar machen mußten, wie man auf preußische Manier den„Ludergeruch der Reoolution (nach dem StaatsweisheitS-Lexikon Friedrich Wilhelm« IV.) ver- treibt. Aber wir können es dem Volke sagen, welch elende Farce jene Herren mit dem Andenken so achlungswerther Tobten in Scene setzen wollen, und nicht weniger al« jene 19 Helden, lebten sie heute noch, wird da« arbeitende Volk den nationalliberalen Gauklern seine Verachtung entgegenbringen. Das mögen sich die Betreffenden hinter die Ohren schreiben! Gewerksqenossenschaftliches- — Zu Lößnitz im Erzgebirge ist unsere Parteimitgliedschaft aufgelöst worden, bevor sie nur erst eine Versammlung abhalten konnte. Em Beweis, daß es auch außer den Leipziger Polizei Helden in Sachsen noch Staatsretier giebt, welche naiv genug sind, zu glauben, daß mit bureaukratischen Federstrichen die Arbelterbe- wegung gestaut werden könne. Lassen wir die Leute in ihrem Glauben. Bekämen wir das Heft in die Hand, so würden wir uns sofort furchtbar an denselben rächen, indem wir sie in die — Tertia schicken und ihnen dort etwas Kulturgeschichte einpauken lassen würden. —„Elsaß-Lothringen mag sich als eine Republik be trachten, die sich selbst regiert!" So sagte Hr. V.Bismarck vor JahrcSftist im Deutschen Reichstage. Diese„Selbstregierung" hat nur den kleinen Haken, daß sie von preußischen Präsekten be- sorgt wird, und mit der„Republik" wäre so ziemlich das erreicht, was jener berühmte Hesse 1843 erstrebte, der die„Republik mit dem Großherzog" proklamirte. Wenn nun iu einer der letzten ReichStagSützuugen Herr von Bismarck und Herr von Puttkammer, als die elsäj fischen Abgeordneten die Abschaffung der Diktatur in den„neuen Reichslanden" beantragt hatten,! wie Sirenen flöteten und gar nicht hoch genug zu irheben wußten, wie wohl sich die Elsaß' Lothringer unter der preußischen Pickelhaube befänden, so haben wir nur dagegen zu melden, daß unser Parteigenosse Alois Lindorfer in Straßburg aus dem Elsaß polizeilich ausge- wiesen worden ist und zwar lediglich weil er„politisch thätig" gewesen, das heißt, weil er eine Wahlrede zu Gunsten Bebels ge- halten hat.(Siehe den Correspondenztheil d. Bl.) Das geht denn doch über Sachsen. In der„Republik, die sich selbst regiert", ist also jede politische Thätigkeit verpönt; nur die„Sauhirten" und sonstigen Agenten Bismarcks sind befugt, ihre volkSverdum- wende und den Rassenhaß aufstachelnde„Thätigkeit" ungestört und ungenirt auszuüben. Damit ist allerdings bewiesen, daß Elsaß- Lothringen das Schmerzenskind des„genialen Staatsmannes" ist, das er mit der Aengstlichkeit einer Gluckhenne vor jedem demo- kratischen oder gar sozialistischen Anhauche zu bewahren sucht. Sonst wäre ja wohl das neueste Buch von Gustav Rasch,„Die Preußen in Elsaß-Lothringen" nicht mit solch affenartiger Geschwin- digkeit konsiszirt worden. Und wenn der Barziner Schnapsbrenner fein Schmerzeuskind dennoch eine„Republik" nennt, so wollen wir das dem Manne verzeihen, der gesagt hat, daß die Pariser Commune nur ein Kampf um die preußische Städteordnung sei, wenngleich wir erwarten, daß jeder einigermaßen sich seiner Auf- gäbe bewußte Lehrer den Schüler repetiren läßt, der sich zu einer ähnlichen Geschichtsauffassung verirrt. Indessen, der„größte Staatsmann Preußens" hat bis jetzt aus ökonomischem oder volkSwirthschaftlichem Gebiete so wenig gc- leistet, daß wir freundschaftlichst seine Aufmerksamkeit dahin lenken möchten. Das Ausweisen, mag sich der„Geniale" überlegen, thut auf die Dauer doch nicht gut. Es werden immer neue So- ziäldemokraten geboren und der Börsenschwindel, die„KcachS", der Militärdruck und die ganze herrschende Produktionsweise treiben dem Sozialismus stets neue Anhänger in die Arme. Es ist Da- naidenarbeit, die von der preußischen Polizei verrichtet wird. Wer kann da helfen? Der MalthuS vielleicht? Oder der Kirchmann, welcher lehrt, daß jedes Ehepaar nicht uiehr als zwei Kinder erzeugen darf, wenn die Gesellschaft gedeihen soll? Aber diese zwei könnten auch Sozialdemokraten werden? Da bleibt denn nichts Anderes übrig, als ein Ausnahmegesetz gegen die Sozial- demokraten im Mutterleibe zu schaffen und den getreuen Unterthaneu von Staatswegen zu verbieten, Kinder zu zeugen, die für die sozialdemokratischen Ideen empfänglich sind. Versuch'« der„Geniale" einmal mit diesem Mittelchen! Falle der Versuch aus wie er wolle—, seine Lakaien im Reichstage und seine Reptilien in der Presse erklären ihn, sobald er mit den: Vor- schlag hervortritt, für den größten Nationalökonomen alle' — Die„Frankfurter Zeitung" berichtet über den bereits er- wähnten ZirfaS'schen Prozeß: „Mainz, LS. Febr. Gestern lag dem Bezirksgerichte aber malS eine Majestätsbcleidigung zur Aburtheilung vor, welcher sich der Sozialdemokrat Zirfas in einer Volksversammlung in Nacken- heim gelegentlich der Reichstagswahlen schuldig gemacht haben sollte. Von 18 vorgeladenen Zeugen waren nur vier belastend, 2 GcnSdarmcn, 1 Polizeidiener und 1 Dammwärter, welche aller dings übereinstimmend und präc S aussagten, der Angeklagte habe in seinem Vortrage die Worte gebraucht: Der Kaiser Wilhem sei der größte Tyrann seines Jahrhunderts! Die anderen 14 Zeugen, worunter der Bürgermeister von Nackenheim und der Vorsitzende jener Volksversammlung, haben die von dem einen der Gensdarmen zur Anzeige gebrachte Aeußerung nicht gehört; nur Einer konnte sich erinnern, daß das Wort„Tyrann" gefallen sei, aber nicht in Verbindung mit Kaiser Wilhelm, sondern mit dem früheren Kaiser der Franzosen, Napoleon dem Dritten, von welchem der Ange klagte auch gesprochen habe. Der Angeklagte selbst leugnet aufS Entschievenste, von der Person deS Kaisers überhaupt gesprochen zu haben; indeß sieht sich der Gerichtshof veranlaßt, auf die über aus präcisen und übereinstimmenden Aussagen der uniformirten Belastungszeugen hin den Angeklagtea zu verurtheilen, bestimmt aber in Anbetracht, daß derselbe noch keine Strafe zu verbüßen hatte und daß von ihm anzunehmen sei, daß er die inkciminirte Aeußerung nicht mit Vorbedacht, sondern in der bei Wahlagita tioneu natürlichen Auftegung gethan Habe, das nieverste Strafmaß, welches der§ 95 vorsieht, und verurtheilt demgemäß den Ange klagten zu zwei Monaten Gefängniß und in die Kosten. Sicherem Vernehmen nach wird Zirfas Rekurs ergreifen." — Verschiedene Herren„Fortschrittler" haben aus Furcht vor dem Wauwau„Reichsfeindlichkeit" und um die„höfische Sitte", welche in Folge der Bismarck'schen Biersoireen im Re'chstagc für gewisse Parteien obligatorisch geworden, nicht zu verletzen, gegen die Aufhebung der Diktatur in Elsaß-Lothringen gestimmt. Herr Löwe-Calbe, der Mecklenburger Wiggers und Andere gehören zu diesen zartbesaiteten Seelen. Der Rest der Fortschrittspartei wird den genannten Herren auch nicht die Augen auskratzen; haben sie doch nur gethan, was die Anderen, fast ohne Ausnahme, gern gethan hätten, wenn— je nun, wenn mit dem„demokratischen" Mäntelchen, so zersetzt und durchlöchert eS ist, nicht noch dieser und jener Esel zu bauernfängern wäre. Zeiten. Und eS wird geglaubt im Reiche. der der„Genialität". Das sind die Wim- — Al« im Mai 1372 nationalliberale Geschichtsfälscher eine Gedenkfeier des Hambacher Festes(27. Mai 1832) veran- stalteten, da wurde prophezeit, die Nationalliberalen würden ihre Gesinnungslosigkeit noch so weit treiben, daß sie, die Speichel- lecker deS Kaiser-Königs Wilhelm, auch noch dahin gelangen würden, eine Todtenfeier aus den Gräbern der Standrecht«- Opfer von Rastatt zu begehen, jener Männer, welche von prcu- ßischen Söldlingen unter Führung des jetzigen Kaisers Wilhelm in den Festungsgräben von Rastatt erschossen worden sind. Diese Prophezeihung hat sich erfüllt, denn eine Clique national- liberaler„Größen", darunter der Ochsenhändler und Reichstags- abgeordnete Roder, siud übereingekommen, daß den 19 Opfer» preußischer„Civilisation", welche die auch damals schon„wunder- thätrge" Zündnadel erproben mußten", ein Denkmal gesetzt werden solle. Wir würden uns über dies Gebahren nationalliberaler Verehrer des Heldeugreises wundern, wenn dieselben nicht — Die Commission für das Preßgesetz im Reichstage hat den § 20 gestrichen; ebenso hat die Commission für das Contraktbruch' gesey den§ 153a, welcher von der strafrechtlichen Ahndung des Contraktbruches(Gefängniß bis zu 6 Monaten) handelt, verworfen. Was dazu wohl der direkte oder indirekte Vater dieser beiden Prachtexemplare preußisch-deutscher Gesetzmacherei, Herr von Bis marck, sagen mag?— Wir behalten uns vor, in nächster Nummer ausführlich über die letzten Vorkommnisse im Reichstage zu be richten._ Jusere Partei-, BerwaltungS-«Ad Orgauisatiosö- Angelestenheitc«. An die Parteigenossen! Als neuer Ort ist in die Parteiorganisation eingereiht worden: Gablenz b. Chemnitz, Vertrauensmann G. Bshnert. Als neue Vertrauensmänner wurden angemeldet und von uns bestätigt: Altona: C.Huhlmann. Crefeld: Jos. Buchbender. Deu- ben: Fr. R. Huhle. KönigSau: Heinrich Rosemund. Straß- bürg i. Elsaß: Adam Jung. ;}!} Parteigenossen! Die Arbeiterbewegung macht merkliche Fort- schritte und mit ihr, als Sauerteig derselben, unsere Partei. Schon zählen wir nicht weniger al« 212 Mitgliedschaften, außerdem sind mehrere Mitgliedschaften in der Bildung begriffen. So befticdigend diese Fortschritte siud, so sehr müssen sie auch er- muntern, müssen sie jeden einzelnen unter Euch ermahne», stet« voll und ganz seine Pflicht zu erfüllen, damit in der Agitation noch mehr als bisher geleistet werden kann. Vor allem wollt Ihr durch pünktliche Beitragzahlung den Ausschuß in den Stand setzen, sofort da helfen zu können, wo eS noth thut. DaS Nützliche solchen Verhaltens springt in die Augen; eS befähigt uus, nicht nur manche Kräftezersplitterung zu vermeiden, sondern überhaupt allezeit die Macht der Partei-Orga- nisation zu bethätigen. In Erkenntniß dieser Wahrheit machen wir auf tz 7 der Partei- Geschäftsordnung aufmerksam. Diejenigen Orte, welche ihr zufolge bis Mitte März die Beiträge für Monat Februar nicht eingesandt haben, werden im„BolkSstaat"(Restantenliste) genannt werden. Hoffentlich bemühen sich alle Vertrauens- männer, daß ihre Orte von dieser Maßregel nicht betroffen werden. Hamburg, 3. März 1374. Mit Gruß und Handschlag! Der Ausschuß. I. A.: Der Kassirer: H. Benneke, kl. Schäferkamp 34. Der Secretair: A. Geib, Rödingsmarkt 12. Gewerkschaft der Schuhmacher. Hotba.(Abrechnung.) Kassenbestaad vom Monat Jana: Thlr. 254 24 7. Eingegangene Beiträge: Eisenach Thlr. 1 3 i Koburg Thlr. 1 27, Leipzig Thlr. 4 16, Gotha Thlr. 1 14 i Offenbach Thlr. S 23 2, Augsburg Thlr. 2 5, Erfurt Thlr. 5 9! Frankfurt a. M. Thlr. 1 22, Strikeunterstützung von Konstal zurück Thlr. 25. Summa der Einnahme mit Kassenbestas Thlr. 304 25 2. Ausgabe: Abonnement„BolkSstaat" Thlr.— 6! Strikeunterstützung Konstanz Thlr. 12, Gehalt und Verlag dö Borsitzenden Thlr. 12 23 2, Porto des KafsirerS Thlr.— l Summa Thlr. 25 3 9. Bilanz-Einnahme mit Kassa Thlr. 304 2Si Ausgabe Thlr. 25 3 9. Bleibt Kassenbcstand Thlr. 279 21> E« werden von jetzt ab auch diejenigen Mitgliedschaften, d? trotzdem sie Geld an die Hauptkasse gesanvt, sich doch der Abreb nungSformulare nicht bedient, als Restanten mit aufgeführt. Fi November und Dezember sind noch schuldig: Stuttgart, Schwei» furt, Landshut? Helmstedt b. Braunschw., Gießen, Mannheim u« Pforzheim. Noch mehr rückständig sind: Chemnitz, Limbach le Chemnitz, Freiberg und Amberg; letzterer Ort kennzeichnet st besonders durch Gleichgültigkeit, mit Ausnahme des Bevollmäis tigten, desgl. Schweinfurt. Von den größeren Mitgliedschaft» sind bis jetzt ihren Verpflichtungen für Januar nachgekomme» Augsburg, Erfurt, Frankfurt a. M., Gotha und Leipzig. In Dresden ist Beo. Hermann Töllner, am See Nr. 6, 4 T daselbst wird auch die Reiseunterstntzung gezahlt. In Deuben i Bev. Karl Schmiede, bei Herrn Burger, am Heinzberg. Mit Gruß Für die Verwaltung: W. Bock.! chotha. Die Augsburger Collezen warnen vor Zuzug, da est Differenz zwischen den Arbeitgebern der Gewerkschaft zu befürchten iji In Würzburg ist der Berkehr und unentgeltlich- Arbeitsna« weis ver Gewerkschaft im Kaffee Bollmuih, Karmeliter-Gast Bevollmächtigter ist I. Burger, Stockfischzasse Nr. 3. Der Strike in Constanz ist zu Ende und zwar ohne de Uebermuth der Arbeitgeber zu brechen. Ohne daß eS deu Geweii schasiS-Mitgliedern in den Sinn gekommen ist, zu striken, wurde von den Meistern sämmtliche Mitglieder entlassen und reisten di-' selben sofort ab. Sie haben treu gehalten, waS sie versprach!» Daß der Sieg nicht auf unsre Seite siel, liegt eben noch an dt» Mangel der Organisation, daß noch Tausende unsrer Brüd unter solch entwürdigenden Bedingungen bereit sind, die Sie! einzunehmen, die soeben standhafte College» im Bewußtsein ihü guten Rechts verließen. Also nicht einmal das Recht der V< eiuigung, waS uns gesetzlich garantirt ist, wollen jene Unmensch unS gönnen und wollen es durch Maßreglung zu nichte mache Ihr Gleichgültigen allerorts, wollt Ihr noch immer nicht ei sehen, daß solcher Willkür nur vereint entgegengewirkt werden ka> und werdet Ihr nicht roth vor Scham, wenn Ihr Derartiges üb Eure Collegen ergehen seht? Ist bei Euch das Gefühl der Brüd! lichkeit ganz erstickt? Wenn nicht, so tretet ein in die Geweikscha damit nicht auch Ihr früher oder später unter Kuratel der Arbei geber gestillt werdet. Da die Werkstellen der Meister noch lau nicht besetzt sind, ersuchen wir noch den Zuzug von Nichtmitgliede fernzuhalten, hingegen prinzipienfeste, organisationstreue Colleg nach Constanz zu senden, um zum Trotz jener Paschas die se erschütterte Gewerkschaft hochzuhalten. Unterstützungsgelder ging ein von der Verwaltung: 47 fl. 15 kr., Frankfurt: a. M. 4 30 kr.» Mannheim: 5 fl., Gießen: 1 fl. 3 kr., Nürnberg: 10 Brannschweig: 12 fl. 50 kr., Eßlingen: 6 fl., Winterthur: 9 13 kr.., St.-Gallen: 9 fl. 43 kr., Celnitz: 3 fl. 30 kr., Dresde fl. 45 kr., Lausanne 9 fl. 15 kr., Summa: 127 fl. 31 Ausgabe: 82 fl. 46 kr. 43 fl. 45 kr. an die Hauptkasse zuril bleibt Kassa: 1 fl. Der B-vollmächtigte I. Stadelhofer, Rosenga 430, sagt im Namen der Mitglieder sämmtliche» Gebern sei» auftlchtigen Dank. Etwaige Unregelmäßigkeiten wolle man de» selben melden. Kollegen, welche organisaiorisch wirken könnö ersuchen wir, sich uns zur Verfügung zu stellen, da einige günstii Orte für die Gewerkschaft gewonnen werden köunen. Bei Gel' endungen an den Hauplkassirer wolle man auf dem Coupon ds Postanweisung genau vermerken, wie viel von dem Eingesandt� GcwerkschaftS-, wie viel zur Krankenkassen- und wie viel Unio» steuer ist. Wenn Mitgliedschaften Obiges nicht beachten, habt n d d v h d l fy if le dl S' C m T »i if toi de d- la> Bi M g-i jus du bei die lar Be toe ger gär Ku erst Si mel der uns duk sau Gr- grö glai duk an kam Off Dir bckr Bai Spl Wu etw z-u tyrc isol her teile Th< Ges Ra: ie sich vorkommende Fehler selbst zuzuschreiben. Mit Gruß Für die Verwaltung: W. Bock., Leipzig. Nachdem wir schon einmal berichtet haben, d» unsere Collcgen in Lindenau-Plagwitz sich zu einem Verein zusai mengethan hatten, können wir heute mit Freuden weiter berichtö daß dieselben von nun an unS angehören, indem sie in die werkschaft mit eingetreten sind. Unablässig sind dieselben rüh» und thätig gewesen, immer mehr neue Mitglieder zu gewinn» aber mit dieser Thätigkeit ist auch immer mehr die Frage an herangetreten: welchen Nutzen und Vortheil habt ihr, euch alle! zu organisiren? Oder ist eö nicht besser und praktischer euch Gewerkschaft anzuschließen. Um darüber einen festen endgültig Beschluß zu fassen, hatten dieselben kürzlich eine Versammln einberaum: und unS benachrichtigt anwefen» zu sein. Ich der einzige Leipziger Gast, war und werde in Folge dessen zweite Mal zum Sündenbock für diese Missethat von den Her» Arbeitgebern gestempelt werden; jedoch von diesem„Verbreche! einmal später. Da unsre College» schon Kennntniß hatten von unsrer Org» ation, waren nur noch einige Paragraphen besonders zu erklär nöthig. Auch in Betreff der Krankenkasse wurde noch Verschiede« besprochen und erläutert und unsre College» werden sich schv und sicher in unsre Organisation hineinleben, indem wir u immer gegenseitig Besuche abstatten und ihnen Hülfteich zur S« rehen werden. Uebcrhaupt herrscht unter diesen Collegeu ein rej Geist und der feste Wille, mit Energie an der Besserung, Föc» rung und Hebung unsrer Lage, unseres Gewerks thätig zu se' Sie nahmen sich vor, immer mehr Ortschaften heranzuziehen u» Bft daß Frc die auf ver er jedi Kr, die das St vu> tl-i gar zu Noi vot Unj b-ii sav St Di schc zu gewinnen, hoffentlich werden die College» aus der Umgegck 9flJ von' Leipzig sich nach und nach in unsre Organisation eiureih und einsehen lernen, daß Einigkeit stark macht, und dasselbe th« waS ihre Herren Arbeitgeber gethan, die sich schon längst u»! diesen Zuruf zusammengeschaart habe». A. Schäfer. Freund RaSpc in Essen wird gebeten, mir doch den B« vor Weihnachten oder Correspondenzkarte vor 14 Tagen zu antworten, indem uns an den betreffenden Adressen sehr viel leg:» ist. D. O Berein teer Sattler nute BerufscoUegrn. Uerki«, 24. Februar. Der Vorstand beschließt wie soll In Folge des im vorigen Monat vom Central- Kassirer Win eingebrachten Antrags betreffs Erhebung einer Extrasteuer Gr. pro Monat auf die Dauer von 3 Monaten zur Kräftig« die Si Au tau fchi pa fchi bw feil vn H- «n 8-l der Kasse, sieht sich der Borstand genöthigt, den Mitgliedfchafl !'Ä «itzutheilen, daß Berlin. Zwickau. Leipzig, Mainz, Stuttgart und die hiermit als neu anzumeldende Mitgliedschaft Magdeburg für den Antrag Wirths gestimmt haben. Offenbach gegen den Antrag; von sammtlichen andern Mitgliedschaften fehlt jeder Bescheid, mit- hin angenommen wird, dieselben sind gegen den Antrag. Wie die Vertrauensmänner aus den letztzugesandten Kaffenbericht ersehen werden, ist eS deshalb bedenklich, in dieser Angelegenheit länger zu zögern, und hat der Vorstand unter obigem Datum den Be- schluß gefaßt, daß die Reiseunterstützung nicht mehr als 15 Gr. betragen darf, also auf die Hälfte reduzirt wird. Grund hiervon ist, daß in Folge der eingetretenen Krist«, durch welche die Col- legen theilweise gezwungen sind abzureisen, die Mitgliedschaften derart geschwächt sind, daß sie nicht im Stand-, thatkräftig durch- greifen zu können. Und wenn nicht alle Mitgliedschaften diese Steuer zahlen, nützt es nichts. Es wird dieser Beschluß sofort aufgehoben, sobald die Betheiligung am Verein eine regere ist. TS wird durch die letzt angeführte Thatsache Niemandem ein Vor- wurs gemalt, und hofft der Vorstand hiermit, im Sinne eines jeden Collegen gehandelt zu haben. Diejenigen Vertrauensmänner, welche die Extrasteuer bereits eingesandt haben, können dieselbe bei der nächsten Abrechnung abziehen. Mit Gruß und Handschlag Paul Straßer, Vorsitzender, Marienstraße 7, Hof 2 Tr. rechts. Berein der deutschen Steinmetzen. Aufauf an die Steinmetzen Deutschlands. Nerttn. Collegen! Die Mitglieder des gut organisirten deutschen Steinmetzen- Vereins halten am 13., 19., 20. u. 21. März, laut§ 13 des Vereins- Statuts zu Berlin, ihre zweite General- Versammlung ab, auf der sämmtliche zum Verein gehörenden Mitgliedschaften durch Delegirte vertreten sein werden, um mit gemeinsamer Kraft die Mittel und Wege zu berathen, welche �in- zuschlagen sind, um die Organisation stärker zu befestigen, und durch entschloffeneS einiges Vorgehen den Kampf gegen die Aus- beutung zu einem siegreichen Ende zu führen. Euch Collegen, die Ihr noch außerhalb des Vereins steht, rufen die Collegen aus 41 Mitgliedschaften, die in allen Gauen Deutsch- lands existiren, zu:„Nehmt Theil an der Organisation unseres Berufes, nehmt Theil an den Kamps gegen das Ausbeuterthum, welches sich seit bereits vielen Jahren mehr denn jemals in unser gewinnbringendes Geschäft eingeschlichen hat und uns Arbeiter gänzlich in Ketten schmieden will." Collegen, nicht können wir mehr sagen, daß nnser Beruf des Kunstfleißes und des Glanzes, dessen er sich Jahrhunderte lang erfreute, noch auf derselben Stufe steht. Seit den erfolgreichen Siegen der Jahre 1366 und 1370/71 hat daS Großkapital immer mehr und mehr an Ausdehnung gewonnen, die Kleinmeister sind bereits gänzlick in die Arme des Proletariats geworfen und auch unser Beruf ist in fabrik-, ja selbst in die maschinenmäßige Pro- duktion hineingetrieben worden, der Glanz existirt nicht mehr, saubere, gute Arbeiter haben heute keinen Werth mehr. Das Großkapital hat sich in den Steinmetz-Beruf eingefressen, immer größer sich entfaltet, Bauspekulanten sowie kleinere Arbeitgeber glauben aber immer noch erhebliche Gewinne von unserer Pro- duktion davon zu tragen, und so entstehet dann an jedem Bau, an jeder Fatzadc, selbst an den kleineren Arbeiten ein Concurrenz- kämpf, der durch die billiger und iuimer billiger eingereichten Offerten damit endet, daß der betreffende Baumeister oder Bau- Direktor ihre Arbeiten um Tausende von Thalern billiger gefertigt bekommen, als sie von technischer Seite ans von vornherein in den Baugeldern verzeichnet waren. Wer trägt nun den Schaden dieser Spekulation, dieser dem Arbeiterstande Verderben bringenden Wuchersucht? Glaube es Keiner, daß der Unternehmer davon etwas trägt, nein, er wälzt ihn herab auf die Schultern der Er- zeu,er dieses WertheS, seiner Gesellen, diese werden ausgebeutet und thrannisirt, sie schlachten sich, wenn sie nicht einig sind, wenn sie isolirt dastehen, für Leute hin, wo man nicht einmal weiß, wo sie her und von welchem Stande sie sind, denn wahrlich, vas Prä- dikat Meister besitzen nur noch wenige, und diese sind es in der That nicht mehr wie früher; heute haben wir eS schon mit Attien- Gesellschaften zu thun, wo jeder Wucherer, jeder Gründer ersten Ranges sich betheiligt. � Einsehend, daß wir als Steinmetzen für unsere kurze Lebens- zeit, für unfern täglichen Fleiß derart entschädigt werden müßten, daß wir ein unserm Berufe gemäß menschenwürdiges Dasein mit Frau und Kindern zu führen im Stande sein, wir uns selbst für die oft langen und wiederholten Lungenkcankheiten und für die auf dem Fuße folgende bittere Roth zu schützen, dies Collegen, veranlaßt- uns, den Berein ins Leben zu rufen. Lebensfähig stehet er nach seinem lV«jährigen Bestehen da, verbunden mit seinen jedem Mitglied zur Wohlthat gereichenden Institutionen, als Kranken-, Begräbniß-, Wauder- Unterst-tzungskaffe u. s. w. Collegen, uns, die wir Mitglieder deS Vereins sind, und Ihr, die Ihr außerhalb deffelben steht, macht uns nicht die gleiche Roth, das gleiche Elend zu Brüdern? Seht Ihr nicht, wo wir als Steinmetzen dem gewinnbringendsten Berufe angehören, daß wir »ur mit einem sehr kargen Lohn abgespeist werden, während eine kleine Anzahl Menschen, die die inneren Leiden unseres Berufes gar nicht kennen, die Früchte unserer Arbeit verprassen oder sie zu enormen Kapitalien aufhäufen? Traurig ist es, daß es immer noch Steinmetzen giebt, die in ihrer Klaffen- Unkenntniß immer »och au gegenseitige Harmonie, an Liebe der Arbeitgeber glauben. Diese Täuschung ist eine bittere, sie ist schon längst, nicht durch «US Arbeiter, sondern durch die Gegner, die da glauben, der Ar- beiter sei ihr Sclave, verscheucht worden. Doch auch die Gegner haben sich provinzialmäßig organisirt. Gleich nach dem Leipziger Congreß unsererseits im Januar 1373 sandten diese Herren Agitatoren in die Welt, um jeden einzelnen Steinhauerei- Besitzer zum Anschluß an ihren Bund zu bewege». Die Folge ihrer Verbindung war, daß sechs unserer Mitglied- schasten, mitsammen nahe 700 Mitglieder, aus das Straßcnpftaster geworfen wurden, und warum? Weil die Collegen dem Verlangen dieser Herren, aus unserm Verein auszuscheiden, nicht nachkamen. Sie glaubten die Vereinigung unserseits würde durch diesen Maffen- Ausschluß den Todesstoß bekommen, sie haben sich aber sehr gc- täuscht, der VereiH ist seit dem Congreß von 13 auf 41 Mitglied- schasten gewachsen, ein Zeichen deS Elends, welches in unseren Hütten wohnL Ja noch mehr, die Arbeitgeber dieser 6 Mitglied- schasten verfertigten Listen, woraus Bor- und Zuname, der Ge- burtSort u. s. w. jedes Mitgliedes verzeichnet war und ließen die- selben ganz Deutschland pasfiren, auf diese Weise wurden die Diitglieder verfolgt und geächtet, nirgends eine bleibende Stätte, ««schuldig wie die Sonne am Himmel, nur dem Drängen ihres Herzens folgend, um auf vereinte friedliebende Weise die Roth und das Elend aus der Familie etwaS�zu verscheuchen. Und so gedenkt man auch jeden Einzelnen, der ßch der despotischen Gewalt de, Poliers oder der üblen Laune seines Arbeitgebers nicht fügen will, auf längere Zeit zu maßregeln. Sie haben aber auch gesehen, was Einigkeit vermag, von den wenigen Mitgliedern wurden circa 6000 Thlr. für die Gemaßregclten aufgebracht; es waren schöne Erfolge für unS.ß Dies sind die Heldenthaten dieser Herren Steinhauerei-Besitzer, dies sind die Ziele ihrer Organisation, Ihr seht, was Ihr von ihnen zu erwarten habt, es kann Euch die Wahl nicht mehr schwer fallen. Schlagt daher, die Ihr noch fern steht von der Organisation Eurer Brüder, in die Euch abermals dargereichte Hand und schließt Euch uns an. Tretet städteweise zusammen und wählt einen unter Euch, den Ihr als Delegirten, mit Mandgj versehen, zur General- Versammlung nach Berlin sendet, wo die Männer unserer Arbeit aus allen Gauen Deutschlands zusammen kommen, und auf gesetzlichem und legalen Wege die Ketten der Sclaverei vollends zu zersprengen suchen, um dadurch ein menschenwürdigeres Dasein zu erlangen. Der Weg, den Ihr zu gehen habt, ist Euch von uns schon geebnet, zeigt, daß Ihr auch als Steinmetzen vom Klassenbewußtsein ergriffene Männer seid, die bereit sind, für ihre Ehre und ihr gutes Recht in die Schranken zu treten, mit einer dem Arbeiter- stände und der großen Sache gebührenden Würde. Mit collcgialischem Gruß und Handschlag Für den Ausschuß des Vereins der deutschen Steinmetzen: A. Zabel, Vorsitzender, Weinbergsweg Nr. 4. Bemerkung. Diejenigen Städte, welche vermöge ihrer ge- ringen Mitgliedeizahl sich des Kostenpunktes wegen zu schwach fühlen, einen Delegirten nach Berlin zu senden, ersuchen wir, mit dem nächst gelegenen Orte, oder mit einer schon bestehenden Mit- gliedschaft des Vereins sich zu verbinden resp. Denen das Mandat sowie statistische Mittheilungen über die örtlichen Verhältnisse, z. B. Höhe des Verdienstes, Länge der Arbeitszeit, Lebensbedürfniß- preise, zu übergeben, Und müßten die Anmeldungen aller De- legirten zur General-Versammlung, sowie Briefe und Anfragen bis spätestens den 12. März an obige Adresse eingesandt werden. Der Empfang der Delegirten findet den 17. März in der Garten- straße 13 und 14 bei Brettschneider statt, daselbst tagt auch die General-Versammlung. Jedoch werden die Delegirten auf den Bahnhöfen selbigen Tages durch die Comitä-Mitglieder, welche als Erkennungszeichen eine rothe Schleife am Rocke tragen, empfangen, und haben sich die Herren ebenfalls mit einer solchen zu versehen. Der Obige. Lakzöurg. Fachcollegen! Wir geben euch bekannt, daß der Fach-Verein der Holz-Arbeiter in Salzburg seit vorigem Jahre im Oktober die Arbeitsvermittlung in die Hand genommen hat und am 1. März dieses Jahres den Beschloß gefaßt hat, zur Er- leichterung der durchreisenden Fachkollegen, eine freie dreinächtige Schlafstelle einzurichten. Die Vermittlung findet an Wochentagen von 7 bis 9 Uhr Abends und an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 11 Uhr Vormittags und von 6 bis 7 Uhr Abends im Ver- einS-Lokale unentgeltlich statt. Das Vereins-Lokal befindet sich Getreidegasse Nr. 33, Stockhammer'S Gasthau« in Salzburg. Salzburg, am 3. März 1874. Robert Nawrat, Alois Teibenreif, Schriftführer. Sektions-Obmann. Correjpondenzen. -Leipzig, 23. Februar. Herr Dr. EraS, unser» älteren Leipziger Gesinnungsgenossen jedenfalls noch erinnerlich, veröffeNt- lichte kürzlich in der„Börsenzeitung" einen Artikel über die„So- zialdemokratie in den Kleinstaaten", den wir auszugsweise in der Deutschen Allgemeinen Zeitung" fanden und unbeachtet gelassen haben würden, suchte Herr EraS nicht durch allerlei unrichtige Darstellungen über seine Erlebnisse in Leipzig das Zeilenhonorar als„Schriftsteller" künstlich zu erhöhen. Herr EraS erzählt in em Artikel mancherlei über sein erstes Zusammentreffen mit Liebknecht 1365 und fährt dann also fort: „Eines Tages äußerte Liebknecht den Wunsch, durch mich in den Gewerblichen(Arbeiter?) Bildungsverein eingeführt zu werden, der damals die GenossenschaflSsache warm vertrat und vom Rathe der Stadt eine namhafte jährliche Geldunterstützung empfing. Vorsitzender des Vercir S war ein sehr begabter junger Drechler- meister Namens Bebel. Ich hielt mich als Vortragender im Ver- ein zur Gewährung des Liebknecht'schen Wunsches nicht für befugt und schlug vor, er möge den Vorsitzenden darum angehen. Wir besuchten Herrn Bebel m der Peterstraße, und Liebknecht trug sein Anliegen vor, auf welches Bebel nur widerstrebend einging. Lieb- knecht verließ uns daraus und Bebel'« erstes Wort war:„Wissen Sie, Doktor, ich halte doch für sehr bedenklich, einen Manu wie diesen Liebknecht, der am„Sozialdemokraten" mitgearbeitet hat, in unfern Verein zu bringen. Wer steht nnS denn dafür, daß er nicht Unheil anstiftet?" Ich theilte diese Bedenken nicht und meinte:„Ihre Leute stehen zu fest um durch die Anwesenheit dieses Einen, der sich noch dazu, wie er eben gesagt hat, ganz passiv verhalten will, in ihren Ansichten erschüttert zu werden". Leider hat sich der politische Scharssinn Bebel's bei dieser Gelegenheit besser bewährt als der meinige." Des Weiteren führt Herr Dr. EraS aus, daß, als später Bebel mit ihm in Chemnitz in einer Versammlung gegen die „Lassalleaner" aufgetreten sei, er schon bei dieser Gelegenheit erfahren, daß im Leipziger Verein ein anderer Wind wehe. Sein großdeutscher Gegner Prof. Eckhardt aus Karlsruhe sei erschienen und habe dem„ehemaligen Sekretär deS Herrn Carl Marx" die Wege geebnet. Äuf Grund genauer Erkundigungen müssen wir die Schil- derungen des Herrn Dr. Eras für Ausgeburten seiner Phantasie erklären. Bei dem ersten Zusammentreffen Liebknecht'S mit Bebel in des letzteren Werkstätte ist von Vorträgen halten überhaupt nicht die Rede gewesen, am allerwenigsten ist eS Bebel eingefallen, die ihm in den Mund gelegten Aeußerungen über Liebknecht zu machen. Bebel hat im Gegentheil daS bei einer späteren Gelegen- heit gemachte Anerbieten Liebknecht'S bereitwillig angenommen, auch hatte Liebknecht aus seine Veranlassung bereits Anfang September 65 mehrere Volksversammlungen in den Jndustriebezirken Sachsens abgehalten, und zwar geschah beides, ehe der großdeutsch« Professor Eckhardt, der erst Ende Oktober 1365 im Leipziger Bildungs- verein sprach, Liebknecht„die Wege ebnen konnte". Ferner war die Chemnitzer Volksversammlung, auf der Dr. EraS von Bebel ver- nommen haben will, daß im Leipziger Verein in Folge der Thätiz- keit von Eckhardt bereits„ein anderer Wind wehe", schon Ende September, also ebenfalls Wochenlang vor dem Austreten Eck- hardt'S. Diese einfachen Daten beweisen, wie es Herr EraS mit der Wahrheit nimmt. Dagegen wollen wir eine andere Episode, die sich bei dem ersten Zusammentreffen Liebknecht'S mit Bebel zutrug, erwähnen, an die sich Herr Dr. Eras allerdings schwerlich gern erinnern dürste. Die Drei sprachen von dem Militärkonftikt m Preußen, EraS erwähnte einen der Abgeordneten, auf den er große Stücke hielt, worauf Liebknecht mit der drastischen Be- merkung herausplatzte:„Ach was, der Kerl ist nicht ehrlich, die Leute mit den fetten Bäuchen sind alle der Bestechung zugänglich." EraS, der trotz seiner Jugendlichkeit damals schon ein respektable» Bäuchelchen hatte, wurde etwas»erlegen, Bebel aber klopfte ihn lachend darauf, indem er bemerkte: Na, Doktor, das träfe ja auch Sie." Herr Dr. EraS, der damals mit Begeisterung für die Ar- beiter eintrat und Bebel gegenüber später die Chemnitzer Bonr- geoisie auf« stärkste verurtheilte, ist heute Handelskammersekretär und grimmiger Feind der Arbeiter. DaS Urtheil Liebknechts über die fetten Bäuche ist an ihm zur Wahrheit geworden. Erfurt, I.März.(An die Partei- und GewerkSgenof- sen in Thüringen!) Da Ihr nun die Wahlagitation, welche Eure Thätigkeit prinzipiell und materiell in Anspruch genommen hat, hinter euch habt, fühlen wir uns veranlaßt, Euch auf eine Verpflichtung aufmerksam zu machen, welche Ihr auf der Lande»- Versammlung zu Pößneck übernommen habt, und welcher außer Münchenbernsdorf noch keine Mitgliedschaft nachgekommen ist, s» lange das Thüringer AgitationScomit6 in Erfurt seinen Sitz hat. Deßhalb richten wir an Euch die Bitte, mit uns gemeinsam in den Kampf für die wahren Menschenrechte einzutreten, indem Ihr un» mit Geldmitteln zur Agitation unterstützt. Auf Wunsch einiger Mitgliedschaften findet die nächste Lande»- Versammlung zu Ostern und zwar in Gotha statt, und bitten wir daher sämmtliche Gewcrks- und Parteimitgliedschaften, sich zahl- reich durch Delegirte vertreten zu lassen; womöglich muß jeder Ort einen Vertreter schicken. Sollte dies jedoch nicht möglich fein, so haben die Mitgliedschaften Mandate mit Angabe der Zahl der Mitglieder an das AgitationScomit6 einzusenden, ebenso bitten wir, Anträge, welche zur Erledigung kommen sollen, uns baldigst mit- zuthcilen. Die vorläufige Tagesordnung ist: I. Rechenschaftsbericht. H. Die Agitation. III. Arbeilerstatistik. IV, Wahl des Agitationscomitös und des Ortes der näch- sten Landesversammlung. V. Anträge. Die letzten Reichstagswahlen haben wohl zur Genüge bewiesen, wie nothwendig eS ist, für die Zukunft in Thüringen eine rege Agitation zu entfalten. Drum versäumt nicht, Euch an der ge- meinsanien, aller Parteigenossen Interesse umfassenden Arbeit zu betheiligen! Für daS Thüringer AgitationScomit6: Joh. Rudolph, Gotthardtstr. 29. Gelder wolle man senden an den Cassirer E. Fritz, Neue Gasse 5. Sonneöerg. Am 6. Februar d. I. hielt Herr Dr. Lindwurm eine Volksversammlung hier ab, wobei auch unser Programm zur Sprache kam und über jeden einzelnen Punkt von der liberalen Partei verhandelt wurde. Hierbei machte u. A. ein hiesiger Be- amter die Aeußerung, er hätte bisher unsere Versammlungen des- halb nicht besuchen mögen, weil er geglaubt habe, er würde in einen ungebildeten Zirkcl eintreten. So kam auch die Grund- und Bodenfrage zur Besprechung, wobei die Worte Bebels in „Unsere Ziele" so gedeutet wurden, als ob unsere Partei nur theilen wollte. Dadurch sahen wir uns veranlaßt, da wir am 10. d. M. die Gelegenheit hatten, Herrn W. Ufert als Referenten zu bekommen, ebenfalls eine Volksversammlung abzuhalten. Die liberale Partei war stark vertreten. Leider kam der Vorsitz nicht in unsere Hände, sondern es wurde Herr Rechtsanwalt Ortloff zum Borsitzenden gewählt. Herr Ufert referirte nun über die Grund- und Bodenfrage, und erklärte, auf welche Weise es möglich sei, die Ideen aus Be- bels„Unsere Ziele" zu verwirklichen, so auch über Punkt 3 un- seres Programms, welchen er vollständig erklärte. Herr Walther betrachtete den Punkt 3 als ob durch Annahme dieses Punkte« der Besitz der Eltern für die Kinder verloren ginge oder alles Erb- recht hierdurch aufgehoben sei. Herr Ufert referirte hierauf weiter über Punkt 2. Nach Be- endigung dieser Erläuterung ergriff Herr KreiSgerichtSrat Wehner das Wort und hob hervor, daß wir noch sehr viele Begünstig»»- gen in unseren Gesetzen hätten. Herr Ufert verlangte nun von diesem die Begünstigungen angeführt zu sehe». Derselbe meinte aber, das würde sich zu sehr in die Länge ziehen, und unterließ dies. Es wurde nun auch hierüber die Debatte geschlossen. Hierauf kam Herr Ufert wieder auf Punkt 3 gu sprechen. Nachdem derselbe seine Rede beendet, ergriff Herr Kaufmann Walther das Wort und erklärte, da er der Entstellung des Pro- gramms angeklagt worden sei, daß er in der Versammlung vom 6. d. M. nicht das Eisenacher Programm und den Stuttgarter Congreß untereinandergeworfen, sondern jedes einzeln auseinander- gelegt habe und dem Herrn Referent hierüber falsch berichtet wor- den sei. Herr Walther las nun mehrere Punkte aus Bebels„Unsere Ziele" vor, und Herr Geometer Hauck aus Marx'„Capital". Herr Walther wollte nun Genugthuung wegen der Behauptung, daß er das Prograuim entstellt habe� Ufert bemerkte ihm, daß dies vielleicht etwas unrichtig aufgefaßt sei; nicht Entstellung des Programm«, sondern Entstellung unserer Bestrebungen solle eS heißen. Herr Dr. Dittmar wollte nun erläutert haben, welcher Unterschied zwischen Programm und Bestrebungen sei. Herr Ufert bemerkte hierauf, daß die Erläuterung dieses Unterschiedes ein förmliches Haartrenuen sein würde. Herr Dr. Dittmar stand nun von seiner Forderung ab und machte mit Herrn Ufert gemein- same Sache. Staßfurt. Bekanntlich giebt es nichts Widerspruchvolleres, als Entscheidungen preußischer Polizei- Behörden. WaS an dem einen Orte ungeahndet geschehen darf, wird in dem andern von der Polizei streng bestraft. Es ist kaum dem ehrsamsten Spieß- bürger möglich, einer Polizeistrafe zu entgehen, wenn er seinen Wohnort wechselt. Um in„gesetzlichen Bahnen" zu bleiben, müßte ein Jeder sämmtliche Polizei-, RegierungS- und sonstige hun- derterlei Verordnungen auswendig kennen, denn sonst kommen im- mer Gelegenheiten vor, daß man unwillkührlich Gesetze der heiligen Hermandad verletzt. So ist es auch in einem Theile Preußens von der Polizei wohl gestattet, Bücher zum Einkaufspreise oder mit einem geringen Mehrpreise zu allgemeinen Zwecken, also nicht gewerbsmäßig, wieder zu verkaufen, und liegt uns eine hierauf bezügliche Appellationsgerichts- Entscheidung vor, die wir zu Nutz und Frommen unserer preußischen Parteigenossen, damit fie wissen, woran sie der Polizei gegenüber sind, mittheilen. Es heißt daselbst: „In Uatersuchungssachen wider den Barbier Wilhelm Fischer zu Staßfurt hat aus das von dem Angeklagten eingelegte Rechts mittel des Rekurses die Rekurs-Abtheilung de« Königl. Appella- tionS- Gerichts zu Halberstadt, in der öffentlichen Sitzurg vcm L. Januar 1374 für Recht erkannt: daß da« Erkeuntniß des Polizeirichters de« Aönigl. Kreis» gerichtS zu Quedlinburg vom 13. November 1374, wodurch der Angeklagte, Barbier Wilhelm Fischer au« Staßfurt, wegen Leitheilung einer Druckschrift an einem öffentlichen Orte ohne polizeiliche Erlaubniß zu einer Geldstrafe von zehn Thaleru, im Unvermögensfalle aber zu einer Woche Hast und in die Kosten deS Verfahrens»erurtheilt ist, aufzuheben und in der Sache selbst der Angeklagte von Strafe und Kosten ftei zu sprechen. Bon Recht« Wegen. Gründe: Bon dem Polizei- Richter des Kmsgericht» zu Quedlinburg ist in dem Erkenntnisse vom 13. November 1373 auf Grund deS GtpälldniffeS de» Angeklagten als thatsächlich festgestellt avge- nommen: daß der Angeklagte am 19. September 1873 zu Quedlinburg an einem öffentlichen Orte, im öffentlichen Lokale de« Nestau- ratenrs Schncemelcher bei einer stattgehabten Volktvcrsamm- lnng eine Denkschrift, betitel: Socialdemokratische Lieder und Gedichte von Friedrich Polling, Arbeiter. Prei« 1 Sgr. Ter Ueberschuß soll zur Agitation verwandt werden. Vierte Auslage. Im Selbstverlage deS VerfafferS. Dessau, im August 1869. vertheilt hat, ohne daß er dazu die Erlaubniß der Orts- Pvlizei-Behörde erlangt hat und ohne daß er den Erlaubniß- schein, in welchem sein Name ausgedrückt sein muß, bei sich geführt hat, und in Anwendung der KZ 10 und 41 de» PretzgesetzeS vom 12. Mai 1351 der Angeklagte wegen dieser Hadd- lung zu einer Gelt strafe von 10 Thalern, evcnt. zu einer Wocke Hast und in die Kosten verurtheilt. Gegen dieses Erkenntniß hat aber der Angeklagte rechtzeitig ohne Anführung neuer bescheinigter Thatumstände daS Recht«- mittel de» Rekurses eingelegt, welche« auch für begründet zu er- achten ist. Denn der von dem Polizcirichter zur Anwendung ge- brachte Z 10 de« PreßgcsctzeS vom 12. Mai 1351 ist durch die ZZ 43 und 148 Nr. 5 der Gewerbeordum g vom 21. Juni 1869 dahin abgeändert, daß nur da« gewerbsmäßige Ausrufen, Verkaufen, Vertheilcn oder Anschlagen von Druck- schriftcn an öffentlichen Orten ohne Erlaubniß der Orts- Polizeibehörde mit Strafe bedroht ist. ES ist dicS auch in der Ministerial- Instruction zur Ausführung der Gewerbe- ordnung vom 4. September 1869(Ministerialblatt f. d. Ver- «altung, 1869, S. 202, und Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg, 1869, S. 233) sub Nr. 10 ausgeführt. Der Pol-zeirichter hat demnach ein Gesetz unrichtig angewendet, wethalb nach Artikel 107 und 102 de« Gesetzes vom 3. Mai 1852 daS Urtheil erster Instanz an einer Unrichtigkeit leidet und auszuheben war. Da nun gar nicht behauptet ist, auch nach den bisherigen Verhandlungen nicht angenommen werden kann, daß der Angeklagte gewerbsmäßig am 19. Sep- tcmbcr 1873 die erwähnte Druckschrift verihcilt habe, das nicht gewerbsmäßige Veriheilen einer Druckschrift aber nach Z 43 und 148 Nr. 5 der Gewerbeordnung nicht strafbar ist, so mußte der Angeklagte von der gegen ihn in erster Instanz erkannten Strafe, sowie r äch Z 173 der Verordnui g vcm 3. Januar 1L49 auch von Kosten freigesprochen werden. Urkundlich ausgefertigt unter Gerichtssiegel und Unterschrift. Hatberstadt, den 8. Januar 1874. Königliche» AppellationSgericht, Abtheilung zur Entscheidung der Rekurse in UebertretungSsachen. (K 8.)■?." ordneter" ausspielen kann und wie leicht werden sich brave Spießbürger durch diesen Titel ködern lassen! Da« ist des Pudels Kern bei der Heine'scheu Kandidatur. Eine Niederlage bei der Wahl wäre zugleich das TodeSunheil für daS Kanalbauunternehmen gewesen. Oder sollte eS wirklich Leute gebe«, die bornirt genug wären, zu glauben, daß Herr Heine, der brave Mann, wirklich nur„für deS Volkes Wohl", wie er so rührend zu sagen verstand, in den Reichstag gehen wolle? Die Armen! Für den Mann hieß e«: „Keine Wahl, keinen Kanal!" Und er ist sehr pfiffig ge- wescn. Bei der ersten Wahl ließ er sitb von den conscrvativen „Reichsfeinden" Friesen auf Rötha und Hohenthal in Kuaut- Hain wacker unterstützen und Herr von Friesen soll schon beim ersten Mal 800 Thlr." abgefeuert haben. Bei der dritten Wahl mußte Heine die Stimmen der Nationalliberalen haben und plap- perle deßhalb so etwas wie von Schulze-Delitzsch und„Fortschritt". Nun zogen sich Friesen und Hohenthal zurück, aber die Stimmen der Nationalliberalen waren gesichert. Hört man die Heine'sche Clique, so hat Heine sein ganzes Leben nnr für das„Wohl der Arbeiter" gearbeitet. In ter That: „Ich würde Sie Alle gern zu Beefsteaks einladen!" rief Heire den Arbeitern zu Kleinzschocher zu. Simson hat zwar tausend Philister mit einem EsetSkiNvbacken erschlagen, aber das war über 1000 Jahre vor Christi Geburt. Deshalb braucht sich Herr Heine nicht einzubilden, mit solchen albernen Phrasen die Arbeiter ködern zu können. ES wurde uns erzählt, daß die Arbeiter, welche beim Kanalbau die ausgegrabene Erde wegführen, die Karre mit 3 Pfennigen be- zahlt bekamen. Eines TagcS versprach Heine einem solchen Karrensührer einige GlaS Bier extia, wenn er so viele Fuhren verrichtete, als ihm nur möglich wäre. Ter arme Mann quälte sich furchtbar und brachte wirklich die Anzahl der Fuhren ziemlich weit über die gewöbnliche Höhe. Er«hielt sein Bier und— am rächsten Tage ward der Preis für die Fuhr Erde herabgesetzt, denn„wenn die Leute nur wollen, dann können sie ja mehr leisten." So hat man uns erzählt, und He>r Heine muß ja wohl wissen, ob die Sache wahr ist oder nicht. Das sind wohl Heine'sche „Beefsteaks". Andere Praxis übten die Heine'schen„Agitatoren". Während man in Naunhof jedem Stimmzettel für Heine, der ausgetheilt wurde, gleich eine Cigarrc beilegte, meinte Herr Ahl ig. der Gemeindevorstand von Plagwiy, die Arbeiter müßten Heine wählen, weil er ihren„Br od gegeben" hätte. Der Heine gibt die Beefsteaks, der Uhlig da« Brod, die Naunhof«; die Cigarren dazu. Das Andere besorgte Herr Engler*), der verblühte Schulmeister von Plagwitz, welcher hoch und theuer versicherte, daß Heine ein VolkSfreund sei, und der Narrcnrath Sparig besorgte das Schimpfen über Bracke und Crmmure, deren„Greuel" er selbst mit angesehen haben will. Um den Letzteren bangt uns ordentlich; der Mensch glaubt, e« sei alle Tage Carncval. Herr Uhlig krönte das Gebäude, indem er unfern Parteigenossen Quenzcl, der Wähler in Plagwitz ist, durch die Polizei aus dem Wahllokale treiben ließ mit den Worten:„Schmeißen Sie diesen Menschen da hinaus!" Herr Uhlig ist einst„Volksbildner", d. h. Lehrer gewesen. War seine Bildung der Grund, daß er es nicht mehr ist, oder etwas Anderes? Zu Knaulhain hat Bracke nach d:m offiziellen Resultat acht Stimmen«halten. Unsere Gisiniungsgenosien daselbst waren nicht wenig erstaunt; wußten sie doch, daß Bracke weit mehr Stimmen gewiß waren. E< wurden Unterschrif;en von Wählern Bracke'« gesammelt und es haben sich bereits elf unterschrieben, die Bracke gewählt haben. Die Sache wird weiter vnsolgt und constatirt werden, ob hier ein Actrug vorliegt oder nicht. Es wird vielfach gesagt, daß noch mehrere Arbeiter Bracke gewählt hätten, aber au» Furcht vor Maßregelung ihre Unterschrift nicht Fond für pol. Gemaßregelte. Gesammelt im Arteiterbilduugsverein zu Leipzig Thlr. 3 S 8, . 5 Gr. v. L. Geno sseus chastsb uchdrnckerei. Antheilscheine bez. AutheilqmNuugen erhielten ferner: Zu Leipzig: . S. Thlr. 1, in Altena: I. A. E. Gnthr durch Unver. 6 Thlr. Ofurtäftitvrt sozialdemokratische Arbeiterpartei. ?iUty9UUiy Samstag, den 14. März, Abend, 8 Uhr:«er» sammlung in der Schätzenhalle. I. A.: G. Stollierg. Mlchrtttft Sozialdemokratischer Arbeiterverein. HIIUUII Donnerstag, den 12. März. Abend» 9 Uhr: Bersammlung im Schuhmacher-Amthau,.— Da» Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist dringend niilhig._ D. B. Berlin Sonnabend, den 14. März, Abend« 8 Uhr, König, höhe, Greis, walderstraße 8: GrsßeS allgemeines Arbeiter-Fest. Entrö 2'/» Gr. Da, Fest- Eomiis. Kein Parteigenosse darf fehlen. Aufstellung großartiger Transparents. i («■ttttfittrft Gewerkschaft der Holzarbeiter. « UlUtil JJ Mittwoch, den 11. März, Abend, 9 Uhr: Oessmtliche Versammlung bei Eckhardt, Schoppenstehl 22.— Tage, ordnung: Die Lohnbestrebung der Segelmacher, Bäcker und Eoersührer. Res: Aorck. Der Beoollm. ftothttet Sonntag, den 15. Miiri, Nachmittag halb 5 Uhr: Gemeinschaftliche Sitzung der Wahlcomitee's des 12. u 13. Wahlkreise, im Arbeiterbildungsverein.— Tagesordnung:. 1) Rechnungsablage. 2) Revisoren- Wahl.______ iIXttit't*»* Donneistag, den 12. d. M., Abends 3 Uhr: Itn�llJ Fersamml. der Heweriischaftsvorstande bei Zeidler, gr. Windmühlenstraße 7. Da, Erscheinen Aller ist nolhwendig. D. B. «je Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Freitag, den 13. März, Abends 8 Uhr: Leipzig...... Oeffentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Soz.-pol. Wochenbericht. Referent Rauscher. Der Reichsiag und die Debatte über das Jwpfgesetz. Referent Hadlich. Gäste willkommen. Der Vorstand. Mittwoch, den 11. März, Abend« 8 Uhr: Borstaudssißung bei Winkler, kl. Windmühlenfiraße 19.— DaS Erscheinen sämmtlicher Vorstandtmitglieder sowie der Revisoren wird erwartet. __ W. Fink, Borfitzender. die Sff sor tro all de, lib siil d« «a; Si Pfeifenspitzen in allen Sorten empfiehlt zur geneigten Al nähme und bittet alle Partei» genossen bei Bedarf um freundliche Berückfichtigung Ruhla. Johann Rudel.* }ui lich lln che sei Iie Mrleimitgtiedschaften und Hesinnungsgenosseu«>» der Provinz Brandenburg � werde» zu einer Besprechung den 15. März Abend» bei Earriu», Prinzen« � Straße 72, eingeladen.— Die Ortschaften, welche keinen Leiegirtea senden, ersuche um einen schristlichen Bericht unter meiner Adresse. Am Tage vorher, 14. März, findet avser Arbeiterfest statt, wozu selbstver« die ständlich eiugeladeu wird.— Parteigenossen, hoch unsere Organisatiook Li Berlin. A. Heinsch, Vertrauen««., L.nbenstr. 11. j alt Der deutsche Arteitcrvernn zu Lausanne fühlt fich veranlaßt, alle» Si Arbeiter»«?, neu vor einem jzemeinen Schwindler nnd Belritger, Julia,! wie Schleifer, Schreiner, au, Rindsheim, Baden, z« warnen, indem er die sfe Speise-Assoziation, sowie verschiedene andere Kassen, um eine bcträgliche Summe betrogen hat. Der Borstaad. Straßburg, 23. Februar.(Ausweisung wegen Mangels an hergeben wollten. Eine Versammlung, in welcher die Sache bc- BiSmarckbegeisterung.) Am 27. Februar ftüh wurde ich von eiu-n sprechen werden sollte, kam durch die Wortbrüchigkeit deS WirtheS Wächter der preußischen Volksbeglückung au« meiner Wohnung nicht zu Stande. Wenn nün hier ein Betrug vorliegt, so dürfen abgeholt und in dieser mir so schmeichelhaften Begleitung zu einem wir wohl mit vollem Rechte schließen: Scheut man sich in | Anfrage an Herrn Zostplj Dittrich im Bodenbach a. d. Elbe. Ist der recomandirte Brief von mir angekommen? Bitte umgehend um Antwort. Kalk b. Eöln. Gerhard Blum, Hauptstraße 52. jener Institute, die die Einheit Deutschland« verbürgen, nämlich zur Polizei geführt, wo mir angekündigt wurde, daß ich Elsaß- Lothringen binne» 48 Stunden z« verlassen habe.— Aus meine Frage, wa» für Motive dieser weisen, im Interesse de« Staates und der Menschheit erlassenen Verordnung zu Grunde läge, erhielt ich die gewiß sehr bescheidene Antwort:„Wegen Ihrer politi- scheu Thätigkeit! Mein Ersuchen, die Gründe genauer und schriftlich zu Präzisiren, wurde kurzweg verweigert(Ach ich hätte poch so gerne ein lheureS Andenke», ein Albumbtatt der preußischen Polizei von hier mitgenommen!). Gründe hatte auch freilich außer StaatSrettung überhaupt— daS Obelpräsidium für diese Handlung nicht, denn ich habe bisher außer einer Rede während der Wahl- bcwegung nur gewerbliche Vorträge in den Mitglieder Versamm- lungc» gehalten, welche nicht einmal von dem amtlichen Organ, per„Straßburger Zeitung" als gefährlich bettachtet worden sind; aber«an hat i» nnr einen, der einmal unangenehm werden könnte'wahr, Herr Engler?!' gewittert,(für einen preußischen Oberpräfidenten Grund genug, einem Individuum gegenübe, da« sich Mangel an Begeisterung Knauthain vor solchen Dingen nicht, so scheut man sich auch an andern Orten nicht. Und wie viele Stimmen mögen uns dann überhaupt auf diesem Wege verloren ge- gaugen sein? Der Sonnabend, der 23. Februar, der für den Arbeiter zugleich Wahl- und Lohntag war, hat unS viele Stimmen ent- zogen. Die Arbeiter hatten nicht Zeit, ihre Staatsbürgerpflicht zu«füllen. Dieser Termin hat hauptsächlich unftre Niederlage verschuldet. Verlieren wir darüber kein Wort weit«, wir wissen, daß Jedermann sich au« dieser Thatsache klar werden kann, was der Begriff„Wahlrecht" im heutigen Staate für die Arbeiterklasse bedeutet. Und— wa« nun?(Schluß folgt.) *) Der weiß«st recht,«a, zut schmeck,! Bei de» Frühstücken in der Villa Gehre ging', sein« Zeit in dieser Beziehung hoch her, nicht (Anm. de, Setzer,). Zur ZZeachtung! bei <«> de, wa ka, gti »u Le »« Die Inhaber der Wahlford- Sammellisten Nr. 297, 1302, 1304, 1305, 1307, 1338, 1399 und 1400«erden dringend gebeten, dieselben, gleichviel ob Beiträge daraus gezeichnet find oder nicht, bi, Sonn-bend, den 14. d. M., an die Expedition de,„Bollsstaat" oder au mich gH ge, lange» zu lassen. Carl Hofmann, Peter, fleinweg Nr. 50, Dolge n. To. Aufforderung! Briefkasten ........ d« Redaktion. Z. K. in Hamburg: Erhalten. Wird benutzt. Dank! für dli soliden Prinzipien de« geniale» Staatsmannes zu Schulden A. I. in Slberseld: Nicht verwendbar. H. I. in Hamburg: Wird Ve äbl Die Znbaber der Sammellisten Nr. 954, 956— 960, 1064—1067 ö« und 1077 wollen dieselben mit den gezeichnete» Beträgen freundlichst a« iir, mich einliesern. _ Leipzig, den 3. März 1874. W. Fink, Exp. d.„B." s3a n,C Die Parteigenosseu von Lörrach, Tonstanz, Ulm, Raveusburg, Li Giengen, Tettnang werden ersucht, au Unterzeichnete» umgehend l(l] die Adressen der Vertrauensmänner einsenden zu wollen.* Theodor Burckhardt, Zylograph, Hasenbergfir. 18 III. Stuttgart komme« ließ,) und da ich ja auch— o weh— Ausläuder bin, verwendet. Dank! T. L. in Fluntern: Besorgt. St. hat„des König« kurzen Prozeß mit mir gemacht. Morgen mit dem Frühesten Rock" anziehen müssen. G. R. in Berlin: Erhalten. Me,rcre Abon- werde ich da«„neue ReichSlanp" vnlassen; ich bin vor der Hand"'nteu a« Bodensee:»nonhme Zuschristeo hadeo in solchen Angelegen- _ L-.. s-r-. r- ✓.« 7.____„.._*; t. all U oa;*• Tirrn ss.itr• ITtiftrlifan sirrsK ohne Arbeit und Deutschland ,st- gerettet! Allen Genossen»on �ta ke.n« W.r.h B. in Hamourg: Den-"�chchte. eme, -w Z-qlich--i.b°w.hl-.. imiigst,« Dank W WjMUu! »VJ I« W"«""'S1, A 5»-»lo'n'nM ,»«(»»«" »ach Zllrrch. Mlt sozialdemottattschem Gruß liefern, davon«riunern wir un, nicht in dem betreffendeu Erkenntniß Aloi« Lindorfer.-«wa, gelesen zu haben. I. D. in Siegburg: Sihaltem Erscheint -------- demnächst. Torrekinr folgt. Besten D«ik und Grußl Z»»ritte,«.M»z.g. i»&i«iiet S Ä5LB (Fortsetzung.) iAbonu. 8 Thlr. A. Trtmnn. Berlin Schrst 8 Thlr., A»on». Feoruar *?..7 r lv. J if, geoommci� zu haben. �Wle jen« Ä gz«h!,. Äbon. 1. O. 16 Gr. PI. hie. Ab. März 6 Gr. Kl,. Magde. Bekanntmachung! Hiermit zur Kenutniß aller Gewerkschaft,-Genossen, welche in Bre» merhafen, Geeste» münde, Geestcndors oder Lehe.»gereist komme,«le und Reiseunterstützung empfangen wollen, daß ich Mittag, von 12 bi, 1?i Uhr und Abend, von 6 Uhr an(ausgenommen Montag, Abend,) z, fjs treffen bin. Johann Sältz,»x Bev. der Metallarbeiter- Gewerk, genossenschaft zu Bremerhasen, � wohnhaft zu Geestendorf, Elhornstraße 110. s2aj| I» einige» Tagen erscheint: Kapital und Kröeit. Ein populärer Luszng au,:„Da« Kapital" von Karl Marx, von Johann Most. Prei, 5 Ngr., in Partien billiger. ßi> «h b >d Kl. »d Zu beziehe» durch hie Expeditionen aller Parteiblätter nud durch all. st, Buchhandlnnge«. �.... ii« fränkische Fürst«nst de» Rhein und die Donau verband, so sucht Herr Heine Saale und Elbe durch einea Aanal zu verbinden. Der Unterschied ist dabei nur der, daß der große Karl da« Geld hatte, um ein solche« Unternehmen ausführen zu können, während e« d« große Heine uicht hat. Und daher die ReichstagScandidatur. De»» wer wollte die Winke mit dem Zaunpfahl nicht verstehen, die ei» bezahlter oder unbezahlter Kanalschwärm« im„Leipziger-• w- i.>..„ ,f Ä'?.r"i"™- föXB SÄÄ ilÄSiÄK a«S3 reutabelste Unternehmen der Welt hruzustellm. Ab«<4 fehlt am�ranksurt a. M.: Ihre Annoncen kamen leid« für die Nr. 28 z» spät. Beste» und deßhalb muß d«„Unternehmer" m den Reichstag. Bartholdi Mtttweida; Da, Expl. B.-St. wird a» Frz. gesandt. Dort, im Verein mit geübten andern Gründ«n, wird sich'« schon----- bürg Schrst. 10 Gr. Achst. hi« Ab. März 6 Gr. G. H«N. Bartenhau, Schtst. 10 Gr. Hchhm. Großenhain Schrst. Thlr. 2. 19. 6. B. Brauu- schweig Schrst. Thlr. 1. 10. Bchh«. hi« Schrst. Gr. 8. 2. Arb.-BUd.» B«ein hi« Au»». 10 Gr. Th. Hdlch. hi« Schrst. Thlr. 1. 20. H. Smnn. Altona Abou. 4. Q. Thlr. 12. 14. H. Schltr. Ehicago Abo». 4. Q. Thlr. 49. 29. 1. I. Wldur. Ronueburg Schrst. 18 Gr. Holz arbestergewerkschast Hamburg Anou. 6 Gr. T. Heukel Berlin: Die Au machen und eine« TagS werde» wir schon die marktschreierischen Reichstagswahlfond. Gesammelt in d« Schriftgießerei R. und K. h.« Thlr. 1 5. Dr. Projekte lesen welche verkünden, daß sich eine Aktiengesellschaft* �« 1 ihlr. G.sa-�'bei d« Ie> Znsam�.nkun st de, söz..d7m' eonstltutrt hat, welche den Kanalba» zwischen Saale und Elbe Arbeiterverein, in Leipzig Thlr. 16 6.«. I. Prrdt hi« 1 Thlr. B. tetteibt. Und wie hübsch wird e« sich dann»»«nehmen, wenn Schp, hier Liste 353 Thlr. 1 18. Au« d« Werlstclle d« Glas«ze. untn diesen Prospekten Herr Heine sich als„ReichStagSabge--nossenschast Thlr. 2 20. Liste Nr. 955. sS-s Wir machen alle Parteigenossen auf die Jederman»»«lläudlkcht� Schrift a»sm«ksam und empfehlen einem Jeden dertu Anschaffung. Die Expedition der„Chemnitzer Freie Presse". L Arbeits-Hosen, if Aecht Englisch Ledarhasen a Stick 1 Thlr. 11 Sgr. , Cord-Hosen k Stick 1 Thlr. 15 Sgr. , Starke Stoff- Ho«e» k Stick 2 Thlr. 11 Sgr. „ Militär- Drillhese» k Stick 1 Thlr. s Baumwollene feste Arbeitshosen k Stück 27 Vt Sgr. empfiehlt 0*, (4| fl 'et Louis Guttmann [J-iifl No. 24 Grimmaische Strasse N«. Ke, Le'pzlg: Verantw. Redakteur: M. Preißer.(Redastiou m Expedttt�ß,, Zeitz«ftt. 44.) Druck und verloq d« Genossenschastsbochdruck««!. �