Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonnlag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In- u.Au-landes. Fiüal-Expcditioncn für die Bereinigten Staaten: F. A> Sorge, k<,l 101 Uobokso, 0. Wnr. Lueders, 409 dlaxetr. Line.igo� 011. Peter Haß, 8.>V.(lorvor Iltirä avä voatvs str. I'diluilelpdi». Abonnementsprns: Für Preußen incl. Stempel- steuer21>/z Sgr., für die übrigen Deutfchen Staaten 1ö Sgr. pro Quartal. Monat«-Abonnement« werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den Üten u. ltten Monat und auf den 3 ten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den 1 ten Monat k S'/o Sgr. angenommen. OrgllndersozialdemokrattschenArbeUerpaMMdderwternattonalenGetverksgenossenschasten. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Bernn«. und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Ar gelegenheiten bctrefiend, werden Mit 1 Sgr.,— Privat- und Bergnügungs- Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaUene Petit-Zeile berechnet. Nr. 41. 10. Hpril'. 1874. Der Festtage halber ist die Mittwochs-Num- mcr ausgefallen, was bekannt ju geben wir Vergessen hatten. Redaktion und C-kpedition des„Poiksllaat". ril, rrN nt m *»'■ üf' he« 2* and ichh S Jen' s aul [SJ 24. tq pfi' alt- n is ttt- Die Neider des Zuchthauses. i. Seitdem der soziale ColumbuS, Herr Bernstein von der Ber- feer„Boikszeitung" glücklich„entdeckt" hat, daß die Berliner Eteintiäger es bis zu einem Tagclohn von 5 Tblrn. bringen können, ist bei den. Oetonomeu der BourgeoiSpresie eine neue �era angebrochen. Sobald sich Jemand unterfängt, von der Noch- kage der arbeitenden Klaffen zu reden, berufen diese Herrchen sich ans das Ei des sozialen Cvlumbus.„Was", rufen sie,„diese fcbermuthigen Aibeiter, diese Schlemmer, die zum Frühstück Reh- Ziemer speisen und Champagner aus Weißbiergläscrn trinken, wollen (8 noch bester haben? Das fehlte gerade. Her mit dem Con- traktbruchgesetz, damit die Berliner Tischlei gesellen nicht wieder die Arbeit verlasten können, weil sie nicht aus Kosten ihres Arbeit geberS zur Aibeit gefahren werden". So ungefähr reihen die Gegner ihre praktischen Argumente snsammen, wähnend daraus eine Schlinge zu knoten, welche den Sozialismus ndrosteln soll. Mit Ammenmärchen, die ihren Ursprung der Bierbank verdanken, wollen sie der bedeutendsten Frage bnserer Zeit zu Leibe gehen. Indessen hat eine Menge jener traurigen Gesellen, die mit schlechten Witzen die ökonomischen Fragen gelöst zu haben sich ein- dildeten, denn doch nach und nach erkanut, daß Possenreißer zwar die Lachmuskeln eines blasirtcn Publikums erregen können, daß aber die Entwicklung der Dinge sich darum verflucht wenig kümmert und da wie dort in drohenden Erscheinungen an die Obei fläche tritt. Witze und Gelächb.r verstummen dann vor dem surchtbareu Ernst der Thalsachen. Dies finden wir vorzugsweise bei dem sozialdemagogischen Muckerthum. Dieses, mit dem Gebetbuch unterm Arm und wit fi ommen.Jügen auf dcn Oppem�ianu uacht öfsimtlich.w-fc*» Hexen ianz der Bourgeoisie theilnehmen. Es muß herabsteigen aus den Palästen in die Hülten des Proletariats, um die Heuchelei, sein Pilnzip, wirksam zu betreiben. ES muß mit der einen Hand »wohnhäilg" erscheinen, während cS mit der andern ausdeutet uvd mit Schrift und Wort verdummt. Aber dies Muckerthum Muß des Volkes Roth ftheu und der Champagneischaum vermag die„häßlichen Bilder" oft nicht mehr hinwegzuzauberni Und das wachi, daß die Herren oft gar wunderliche Sprünge riskiren und PurzelbSnoie schlagen, ja es verwirrt sie manchmal so sehr, daß sie -- die Wahrheit sagen. In einer Reihe von Muckerblättern lesen wir„Vorschlage zur Abhilft", welche dem in Beilin erscheireuden„deutschen Reichs- piegel" ursprünglich entnommen sind. Die„s)iatioual-D)ekonomen", saus deren Hirn diese Vorschläge gleich gewappnet entsprungen, wie Minerva aus dem Kopfe Jupiters, sind zwar der Meinung, daß die criminelle Bestrafung des ContrattbrucheS, wie ihn die Gewerbe- »rdnungS-Novelle verlangt, nicht geeignet sei, die bestehenden Miß- stände zu heben, treiben aber die„Genialiiät" so weit, daß sie Heilung der gesellschaftlichen Schaden nur finden 1) In der Beseiiigung der falschen Humanitätsprinzipien, lvelchc es dahin gibrachl haben, daß der arbeitsscheue Vaga dund und der Sträfling in den Arbeitshäusern und Htrasanstalten eine Existenz führt, welche oft von dem rechtliche« Arveiter beneidet wird; 2) In der Beschränkung der Freiheit deS wuchernden Kapitals; 3) In der Jnteressengemeinsamkeit zwischen den Arbeitern ünd dem produktiv arbeitenden Kapital. Die„Herren Verfaffer", deren„Text" wir hier zum Besten äsbeu, sind einmal fromme Männer, dann reichstreue Männer, bas tischen wir aus der politischen Färbung der Blätter, welche »bigc Vorschläge zur Geltung dringen; zum andern sind sie An- ksäriger der Bourgeoisie- Oekonomie(„produktiv arbeitendes Kapital!") »nd drittens sind sie„freisinnig" im modernen Sinne des Wortes s"salschc HumauitätSprinzipicn!"). Aus alledem ergiebt sich, daß ste unter den„arbeitsscheuen Sträflingen und Vagabunden" nicht k>wa gefänglich eingezogenen Gründer oder Baukerotteure verstanden haben, welche sich mittelst goldener Schlüffelchen be- kanntlich ihre Haft oft sehr leicht zu wachen verstehen. Denn ge- fangene Gründer oder Bankerotteure sind allerdings„oft" bester vran als der„fteie Arbeiter" und somit enthiette Nr. 1 der »Borschläge" nichts Auffallendes. U Nein, die Herren Verfaffer meinen jene unglücklichen Opfer �er heutigen GeftllschaftSorgauisation, welche durch die Verhältuiffe gedrängt und gezwungen sich hinreißen laffen, Verbrechen zu ver- jjben und welche dann die heutige Gesellschaft hinter Schloß und Siegel steckt, sieb„gerettet" wähnend, während sie e» nicht wagt vnd uicht versteht, die Wurzeln de« b.ebels auszurotten, so daß viese immer neue und immer häßlichere Schößlinge treiben. Der Auswurf der Menschheit— um einen beliebten Ausdruck der Gegner zu gebrauchen— ist cS, den der rechtliche Arbeiter— ach wie hübsch!— beneidet, beneidet um den Zu- stand, in welchem sich der„Auswurf der Menstheit" zur Strafe �findet I Welch em surcktbareS Wort haben die„Herren Verfaffer" da ?dbeacbtet dem Zauu ihrer Zähne entschlüpfen laffen! Die wüsteste Schilderung der Proletarrernoth, die je ein sozialdemo- kratisches Gehirn ausgedacht, verhält sich zu diesem Bilde wie vaS schwache Herdfeuer zu den vulkanischen Flammen des Vesuv.' Der rechtliche Arbeiter beneidet den Vagabunden im Ge- fängniß! Kommt doch her, ihr Bernstein. RobolSki, Biederuiann und EraS, kommt her und reißt eure Witze von dem Champagner in Weißbiergläscrn, von dem Rebziemer beim Frühstück und von den droschkenfahrenben Tischlergcscller! Kommt doch her und wischt dies häßliche Bild hinweg! Ihr wollt nicht? Ja, die„Herren Verfaffer" haben Euch einen schlimmen Streich gespielt. Wie oft habt ihr Euch darüber moquirt, daß die Sozial- demokratie für den„rechtlichen Arbeiter" eine menschenwürdige Existenz verlangt? Wie oft habt ihr euch eingebildet, die For- d-runz der menschenwürdigen Existenz sei mit den einfachen höhnischen Worten:„Champagner und Rehziemer!" abgethan? Und doch— der„rechtliche Arbeiter" muß nach dem Zeugniß aus dem Munde von Euren GesinnungS- Kumpauen sogar r.vch Diejenigen beneiden, welche keine menschenwürdige Existenz haben. Oder seid Ihr der Meinung, daß das Zuchthaus etwas„Menschen- würdige«" sei? Warum mußten eure Kumpane aber auch gerade vom„recht- lichen Arbeiter" sprechen. Damit ist freilich gerade der Arbeiter gemeint, von welchem ihr gewöhnlich redet, der Arbeiter, welcher sich nicht an staatsgefährlichen, hochverrälherischen Verbindungen betheiligt, welcher ruhig zur Fabrik-Schlachtbank und ruhig nach Hause geht, dcr sich ruhig um den größten Theil seines Arbeits- ertrags prellen läßt und für den die Fabrikschelle ist, was für den Pfaffen die Kirchenglocke, d. h. das Zeichen zum„Dienste des Herrn". Und gerade dieses nach eurer Aussage so glückliche„Glied der Gesellschaft", das noch nicht angeftcssen ist vom sozialdemo- tcatischen„Gift", dem ihr so oft sagt, daß es sich inmitten des „Wohlstandes" und der„Bildung" befände, gerade dieses„Glied der Gesellschaft" ist es, welches den Zuchihäusler und Sträfling um seine Existenz beneiden muß! Pfui ühec diese„Gliederung" der Gesellschaft und über ihre Vertheidiger!' Politische Uebersichu — Fürst Bismarck ist offenbar sehr krank, und nicht blos an den Beinen. Es gibt eine gewisse Krankheit, den Aerzten sehr wohl bekannt und weit schwieriger zu heilen als Gicht und Nerven- zucken— die sich im unmäßigen Gebrauch des Wörtchens ich, nebst dessen Zubehör: mir, mich, mein rc. äußert. Schon früher ließen sich bei zahlreichen Gelegenheiten Symptome am Fürsten Bismarck erkennen, welche sehr bedenklich auf diese Krankheit hin- deuteten. Jetzt scheint dieselbe aber zu vollem Ausbruch gekom- men zu sein. Natürlich haben die Freunde des Fürsten ein In- tereff- daran, die Sache geheim zu halten. Es sehtt aber nirgends an eniants terribles, die Alles ausplaudern, und das eukant terridlv in diesem Falle war„unser" Braun, der mißlungene Zeilungsrcdacteur, aber desto gelungenere ReichStagSklown. Der- selbe bringt nämlich in dem ihm zur angenehmen Beförderung inS Jenseits überlieferten„Onkel Spener" vom 28. März einep„Von Bismarcks Krankenbett" überschriebcnen Artikel, in welchem erzählt wird, was Bismarck zwei Reichstagöabgeordneten, die ihn am Tage vorher besuchten, zu sagen geruht hat. ES war nicht viel, allein die Oualttät ersetzt die Qaantilät, und in den paar Dutzend Zeilen, welche der Bericht einnimmt, kommt das Wörtchen ich nebst Zubehör nicht weniger als 2ö, sechsundzwanzig mal vor, ver- schiedentliche„wir",„man" ic., die blos Variationen des Wört- ckens ich sind, gar nicht zu rechnen. Und mit welch kräftiger Sauce!„Herren, welche ausdrücklich auf meinen Namen gewählt sind"(haben die Frechheit, sich den Luxus von GewiffeuSskrupeln in der Militärfrage zu erlauben).„Ich kann mir diese Lage der Dinge nicht gefallen lassen.''„Ich kann meinen europäischen Ruf nicht opfern."„Entweder mein Rücktritt, oder Auslösung deS Reichstags." Und so weiter. Wahrhaftig, der Mann ist sehr, sehr krank, und seine Leibärzte mögen sich vorsehen. Doch— einem kranken Mann muß man den Willen thun; der Reichstag wird seine GewisscnSskrupel all acta legen(zu den übrigen— es ist schon ein respektables Häuslein) und dem zürnenden Stallmeister („Achill" wird sich in dcr Verkleidung schwerlich erkennen!) den Beweis liefern, daß da« von Ihm„in dsn Sattel gehobene D««tschland" auch„reiten" kann. Wohin? werden die Propheten de« Reptilienfonds sagen. Oder nicht. Aber da fällt uns ein Wenn„Er" der Stallmeister, und Deutschland der Reiter ist, wer, Ihr göttlichen„Sauhirten" ist dann das Pferd? Deutsch- land kann doch unmöglich auf seinem eigenen Rücken reiten. Im Ganzen pflegt zwar die Sprache des Pferdestalls nickt dunkel zu sein, in diesem Falle aber ist sie es entschieden. Jndeß Dunkel- heit gehört zur„Genialität", und das„Genie" soll ja, wie mehr- fach auseinandergesetzt worden, eine Krankheit sein. Und da waren wir wieder glücklich bei der Krankheit des Stallmeisters Bismarck angelangt. — Den Parlamentarismus durch den Parlamen- tarismuS todt machen war bekanntlich einer der Cardinalpunkte deS Programms, mit welchem Fürst Bismarck vor 13'/- Jahren an die Spitze des preußischen Ministeriums trat. Und keinen hat der„geniale Staatsmann" so gut durchgeführt. DaS zeigt sich jetzt in vollster Glorie am neuen Militärgesetz. Die Majorität deS Reichstags hat sich unzweideutig gegen dasselbe erklärt; die Kommission, vor welche es gebracht wurde, hat den entscheidenden Paragraphen 1 einstimmig abgelehnt. Und doch ist es zweifellos, daß der Gesetzesentwurf in seinen wesentlichen Grundzügen vom Reichstag wird angenommen werden. Der König von Preußen hat, allen konstitutionellen Traditionen zuwider, das Gewicht seine« persönlichen Willens zu Gunsten des Entwurfs in die Wagschale geworfen; den kranken Fürst Bismarck hat man von seinem „SchmerzenSlager" eine donnernde Philippika�) an die rebellischen ReichStäzler loepauken lassen; die ganze Rcptilienpresse speit Feuer und Flammen über die Enormität des Verbrechens, das neue Reich wehrlos machen zu wollen; das Schreckbild des„ConfliktS" und der Auflösung deS Reichstag« wird in den schrecklichsten Um- rissen an die Wand gemalt— und siehe da! anstatt sich ob solcher Behandlung zu erzürnen, und, gestählt durch da« Bewußtsein er- füllter Pflicht, für die Würde der Volksvertretung und das In- tereffe des Volks bis auf's Aeußerste zu kämpfen, beschäftigt die Majorität des Reichstags sich nur noch mit dem einen Gedanken: wie sie dem angebotenen Kampf ausweichen, und, was sie für Recht hält, in möglichst anständiger Form preisgeben kann. Bloß um die Form der Unterweisung handelt eS sich noch. Die Unter- werfung ist beschlossene Sache. Und das verlangt, daß man Respekt vor ihm habe! Und daS sieht hochmüthig auf die„verkommenen" Franzosen herab, die daS freche Wort eines Königs: der Staat bin ich! schon vor nahezu hundert Jahren mit einer Revolution beantworteten, welche die Grundlagen der Monarchie so radikal zerbröckelt hat, daß auf französischem Boden keine dauernde Mo- narchie mehr zu errichten ist! — Anfrage an Hrn. Schulze in Mainz. In Rr. 77 der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" schreiben Sie„vom Mittelryein" u. A.:„Wäre dies anders(d. h.„gäben sich weitaus vre meisten — deutschen— Redaktionen die Mühe, die sozialdemokratischen Hauptblätter selbst zu lesen") so würde daS deutsche Publikum u. A. erfahren, daß der„Volksstaat" mit eiserner Stirn seinen Lesern mittheilt, die einzige Folge der BiSmarck'schen Ableugnung eines TheilS der von Lamarmora mitgetheilten Dinge fei gewesen, daß die Wahrheit des Bestrittenen' bewiesen worden; ein Versuch thalsächlicher Widerlegung sei überhaupt gar nicht gemacht. Bc- sonders aber würde eS erfahren, daß alle solche Einzelheiten harmlos sind verglichen put dem Geiste giftigen, verachtungsvollen Hasses gegen das deutsche Reich und die bürgerliche Gesellschaft der aus jeder Zeile, namentlich deS„Volksstaat" athmet." Nach- dem wir Hrn. Schulze für da« Compliment(der Ausdruck ist hoffentlich nicht so anstößig, wie„Denunziation"?) also nachdem wir Hr». Schulze für das Compliment gedankt, möchten wir ihn bitten, uns doch gefälligst mittheilen zu wollen 1) wo wir gesagt haben�daß„die Wahrheit des Bestrittnen (der Lamarmora'schen Anklagen) bewiesen worden sei" und 2) wo und wann ein Versuch thatsächlicher Widerlegung(der Lamarmora'schen Anklagen) gemacht worden ist. Wir wissen von keinem solchen Versuch, sind aber als gewissen- hafte Journalisten erdötig, pater peccavi zu sagen, wenn un« Herr Schulze des Jrrthums überführt. Offenbar ist dieses neuste— Compliment des Hrn. Schulze von Mainz durch nachstehenden Passus unserer„politischen Ueber- sidjt" vom 22. März veranlaßt worden:„Außer der bekannten Ableugnung des Fürsten Bismarck ist kein Versuch der Widerlegung deS Lamarmora'schen BuchS in die Oeffentlichkeit gedrungen. Man hat die Aechtheit der Lamarmora'schen Aktenstücke be- stritten, und daS Resultat war: der Beweis der Aechtheit. Statt widerlegt zu sein, hat seit der bekannten Ableugnung des Fürsten Bismarck die Lamarmora'sche Schrift daher an histo- rischer Glaubwürdigkeit nur gewonnen." So schrieben wir vor 3 Wochen, und wir wiederholen es heute, bereit, jedes Wort gegen Jeden zu vertreten. Wir haben gesagt: der Beweis für die(be- ftrittene) Aechtheit der(in Frage kommenden) Lamarmora'schen Aktenstücke sei erbracht worden. Und das ist eine Thatsache. Aus dem Beweis der Aechtheit der Aktenstücke macht Herr Schulze einen Beweis für die„Wahrheit des Bestrittenen", das heißt für die Wahrheit des Inhalts dcr Aktenstücke— ein Taschenspielerkunststiickchen, das einer Fälschung so ähnlich ist wie ein Ei dem andern. Wir gestehen übrigens gern, daß wir auch an die Richtigkeit des Inhalts der Aktenstücke glauben;„Be- weife" dafür aber haben wir noch nicht, weil wir gleich Mal- linckrodt und Herrn Schulze„nicht dabei gewesen sind." Wir meinen„Beweise" im streng juristischen Sinn, deren cS aber bei- läufig nicht bedarf, um ein schwurgerichtliches oder auch historisches Urtheil zu fällen. An dem Pranger der Weltgeschichte steht ewige Zeiten so mancher„große Mann", gegen den daS BelastungS- Material weit weniger wuchtig ist. Und— wer weiß, waS die Zukunft noch bringt? Also Antwort aus unsere zwei Fragen, Herr Schulze von Mainz! Und noch eins, Herr Schulze! Wir sind richtlichen Klage zu 30 Thalern Geldstrafe weil das Gericht in dem Ausdruck„gewerbsmäßiger Denunziant" eine„Beleidigung" Ihrer werthen Persönlichkeit entdeckte. Sie glauben sich wohl damit weißgewaschen zu haben? Wir, Herr Schulze, denken von Ihnen noch ganz genau so wie vorher und werden unsere Ansicht nicht ändern, wenn Sie uns noch zehnmal verklagen. Ihr oben erwähnt«; Artikel im Biedermann scheu Blatte beweist ja nur wieder, daß wir erkannt haben, waS Sie sind. Zu Paris ist gegen einen Revolver-Journalisten wegen verschiedener Betrügereien ein Criminalprozeß verhandelt worden. ') So heißen ursprünglich die berühmten Reden des Athener» De- mosthenes gegen den anncxionslustigen König Philipp von Macedonien in Folge Ihrer ge» verurlheilt worden, Dieser Biedermann— Hugelmann ist sein Name— war schon unter Bonaparte Polizeispitzel und„Sauhirt" in einer Person. In der Verhandlung spielte sich nachstehendes Zwiegespräch ab: „Präs.: Vielleicht gibt folgender Brief Aufschluß über Ihre Geldverhältnisse, und erklärt, wie eS kommt, daß Sie, der Sie mit 80 FrS. in London angekommen waren, so große Ausgaben machten. Dieser Brief ist vom damaligen preußischen Botschafter in London, Grafen Bernstorfs. Er schrieb im Dezember 1870:„Der Graf v. Bernstorff erwartet Herrn Hugelmann morgen Nachmittag gegen 1 Uhr bei sich, wenn derselbe es nicht vorzieht, des Abends zu ihm zu kommen."— Hugelmann: Ich hatte zwei Artikel über Frie densbedingungen veröffentlicht, die annehmbar gewesen wären. Diese Artikel hatten dem Grafen gefallen, der mir vorschlug, mit der Kaiserin davon zu sprechen. Ich antwortete, daß ich dieselbe nicht besuche, daß er sich aber an Herrn Duvernois wenden könne. Unsere Beziehungen dauerten in ehrenvollster Weise fort; ich schwöre es.— Präs.: Diese Beziehungen warfen aber einen höchst schmachvollen Verdacht auf Sie. Zugleich machten Sie ganz übertriebene Ausgaben, machten großen Aufwand, und doch waren Sie, ich wiederhole eS» nur mit 80 Frs. in London an- gekommen." Mit diesem Lump, der als gemeiner Schwindler von den „entsittlichten" Franzosen soeben zu 5 jährigem Gefängniß verur- thellt worden ist, entblödete sich also der preußische Gesandte in London Ende 1870 nicht, diplomatische Verhandlungen zu pflegen! Abgesehen von dem Schlaglicht, das dieser Umstand auf die Mo- ralität der„deutschen" Politik wirft, liefert er auch einen neuen Beweis für die so hartnäckig abgeleugnete Thatsache, daß die preußische Regierung auch nach dem schmachvollen Ende des Bo- naparte diesen und seine saubere Familie als die rechtmäßige Dynastie Frankreichs anerkannte. Das war die praktische Auslegung des KönigSworts, daß wir 1870 mit der kaiserlichen Re- gierung, nicht aber mit dem französischen Volk Krieg führten. — Für fün fzehn Groschen! Die„Allgemeinen Anzeigen" zur Gartenlaube enthalten folgendes Inserat: «Gegen Einsendung von 15 Sgr., sowie durch jede Buchhandlung zu bezicheu: Fürst Bismarck. Der Mann von Welt in seinem Um- gang in Gesellschaft und in seinen Maximen. Ein Hand- buch und Leitfaden für Jedermann durch die Geheimnisse der Lebensklugheit, ein Rathgeber über vaS Verhalten tu jeder Lage des gesellschaftlichen und bürgerlichen Lebens. Aus den Mittheilungcn der feineren Gesellschaftskreise, Diplomaten, Abgeordneten k. gesammelt durch Robert Brunschwig. Max Fellmer's Verlag in Gotha. Die Preffe sagt: Möchte doch Jeder, Jeder dies Werk sich aneignen, denn eS ist ein sicherer Führer, ein Bismarck zu werden, für Jeden in seinem Kreise." DaS ist sicherlich die erhabenste Leistung des„Denkervolks". Für einen halben Thaler die ganze„Genialität", die täglich in Hunderten von Leitartikeln besungen und gepriesen wird— wir gratuliren! Der alte HarSdörffer mit seinem Nürnberger Trichter und BrockhauS mit feiner Eselsbrücke sind die reinsten Stümper gegen diesen„Robert von Brunschwig", der für 15 Sgr. aus jecem deutschen Michel einen„genialen Staatsmann" macht. Eins hat er übrigens vergessen, er hat übersehen, den Ge- nialitätS- Aspiranten zu empfehlen, daß sie sich auch einige Tage in Pferdeställen aushalten. Denn nur dort können sie die Inspiration für jene„gcftiizelten Worte" erlangen, welche zur„Genialität" unerläßlich sind. Und nun mache sich ein jeder„gebildete Hausknecht" an das Werk, für fünfzehn Groschen ein BiSuiarck zu werde»! — Brave Jungens. Die englischen Trades Uuionisten haben von Zeit zu Z-it eine Unterredung mit diesem oder jenem Minister— Grund genug für die deutschen Aeffchen derselben, auch einmal einem Minister die Aufwartung zu machen, um das „Ereigniß" dann brühheiß an die große Glocke der Oeffentlichkeit zu hängen, damit die Welt doch erfährt, daß die Hirsch- Duncker- scheu Gewerkvereine noch am Leben sind. Die englischen Trades- Uuionisten, mögen ihre Fehler nun sein welche sie wollen, ver- kehren mit den englischen Ministern als Macht mit der Macht, ebenbürtig, mit steifem englischen Rückgrath. Die deutschen Ge- werkvereinler von der Couleur Max Husch— nun, sie wissen, wie eS um ihre Macht bestellt ist und daß die Minister es wissen; und waS das Rückgrath betrifft, je nun, Rückgrathsverkrümmung ist ja seit etlichen Jahrhunderten die deutsche Nationalkraukheit und von den Musterschülern des Musterkaäbleins Max darf mau deshalb nicht das steife englische Rückgrath verlangen. Ländlich sittlich. Das„Ereigniß" fand vorige Woche statt und der Bericht darüber lautet: „Berlin, 1. April. Am Dienstag Vormittag empfing der Handelsmiuister Dr. Achenbach die aus den Herreu Avdreack, Landgraf, Janson und Rabe bestehende Dcputatton deS Central- raths der deutschen Gewerkvereine, welche eine Audienz beim Herrn Minister nachgesucht hatte, um in Betreff der von einzelnen Ver- waltungsbehörden gegen die Kranken- rc. Unterstützungskassen in letzter Zeit beobachteten Haltung der Regierung Aufklärung zu er- bitten. Die Streitfrage dreht sich bekanntlich um cen§ 141 der Reichsgewerbeorduuna, den die Gewcrkvereine so interpreiiren, daß ihre Kassen mit den staatlich genehmigten, sog. ZwangSkaffen gleichberechtigt seien, während sowohl der Minister wie verschiedene Unterbehörden anderer Ansicht waren. Der Sprecher der Depu- tation, Herr Andreack, führte nun dem Herrn Minister aus, daß es unmöglich richtig sein könne, den§ 141 der deutschen Reichs- gewerbeordnung jetzt so zu interpmiren, wie es geschehen sei, nachdem man den Kassen der Gewerkvereire fünf volle Jahre Zeil gelassen habe zu ihrer Entwicklung. Die Kassen seien für die Ge- werkvereine gcwiffermaßdn Existenzbedingung und das wirksamste Mittel, den Ausschreitungen der Sozialdemokratie ent- gegeuzuwirken. Dem fügte Herr Landgraf noch hinzu, daß eS ein einfaches Mittel zur Klarstellung deS SinneS im§ 141 gäbe, wenn man nämlich die gesetzgebenden Faktoren fragen würde, ob sie mit jenen Bestinimungen wuktich nur staatlich genehmigte oder auch freie Kassen gemeint haben. Der Minister erwidert- der Deputation, daß er persönlich wenigstens vorläufig nichts in der Sache thun könne,, da er nach beiden Seiten hin Rechnung zu tragen und Gerechtigkeit zu üben habe. Vor allen Dingen müßte erst mehr Klärung in die streitige Angelegenheit gebracht und außerdem abgewartet«erden, nach welcher Seite die richterlichen Entscheidungen ausfielen. Auf jeden Fall könnten die Auftrag- geber der Deputation darauf rechnen, daß er(der Minister) volle Unparteilichkeit und Gerechtigkeit walten lassen werde. Wie wir hören, wird die Angelegenheit auch noch im Reichstage in Form einer Interpellation zur Sprache gebracht werden." Dies der Bericht. In demselben hat nur eine einzige Stelle näheres Interesse für uns, die, worin eS heißt, daß die Kassen der Gewerkvereine„das wirksamste Mittel seien, den AuSschrei tungen der Sozialdemokratie entgegenzuwirken". DaS ist charak teristssch für die Musterschüler deS MufterknäbleiuS. Statt stolz, steifen Rückgraths vor dem Minister zu stehen, wie ihre englischen Borbilder eS thuen, suchen sie seine Gunst dadurch zu erkaufen, daß sie ihm ihre sozialdemokratischen Mitarbeiter in optima korma denunziren und sich selbst als eine Art freiwillige Polizei gegen dieselben empfehlen. Wir geben dieses Benehmen der Verurthei- lung jedes anständigen ManneS preis. Man sieht, die Lehren der„BolkSzeitung" sind nicht auf stei- nigen Boden gefallen, und Ehren-Bernstein darf sich feines Er- folgs freuen. ApropoS, dieser Bernstein feierte vor einigen Tagen sein 25jährigcS Jubiläum als Redakteur des Duncker'schen Blat- teS, der ehemaligen„llrwählerzeitung". Fünf und zwanzig Jahre lang unter dem Deckmantel demokratischer Prinzipien die feigste Gesinnungslosigkeit, die beschränkteste Philisterei gepredigt; fünf und zwanzig Jahre lang die Freiheit im Munde geführt, um sie im entscheidenden Moment zu verrathen, die Willkühr im Kleinen bekämpft, um sich im Großen vor ihr zu beugen und sie zu ver- herrlichen; fünf und zwanzig Jahre lang unter dem Phrasenschleim schillernder Halbbildung jedes ernste folgerichtige Denken erstickt — pfäsfischer Philosoph, philosophelnder Pfaffe:— auf wissenschaftlichem Gebiete— denn er spielt auch den Mann der Wissen- schast, weil er einige, zum Theil allerdings verdienstvolle, natur- wissenschaftliche Populärschriftea geliefert hat— auf Wissenschaft lickem Gebiete ein Eunuch, auf politischem ein Achselträger, auf sozialem ein Ignorant und Denunziant, auf jedem ein Consustons- rath: das ist Herr Bernstein, dessen Jubiläum von zahlreichen, sogar in Demokratie machenden Zeitungen als„ein Ehrentag der d-utschen Journalistik" ausposaunt ruprden ist. Doch warum nicht? Herr Bernstein ist ein würdiges Früchtchen unserer Journalistik, und die Herren Andreack und Cousorten sind würdige Früchtchen der Bernstein'schen Journalistik. In der Bibel aber heißt es: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!" — Unter den englischen Gcwerkvereiulern ist in Folge deS Eintritts der Herren Mac Donald, HugheS und neuerdings auch des Herrn Burt(des zweiten der zwei einzigen in'S Parla- ment gelangten„Arbeiterkandidaten") in die königliche Commifsion em ernsthafter Streit ausgebrochen. Der vom Shesfielder Congreß gewählte„parlaulentarische Ausschuß" der Gewerkvereine hat in einer außerordentlichen Sitzung am 20. März nicht nur seinen frühereu Beschluß gegen die königliche Commifsion einstimmig aufrecht erhalten, sondern auch Herrn Mac Donald, den bis- herigcn Präsidenten des Ausschusses, zur Niederlegung seines Postens als Borsitzender gezwungen. Die Debatten waren sehr erregt, und obgleich nicht außer Acht zu lassen ist, daß„liberale" Bourgeois- einflüsse sich dabei geltend gemacht haben— in der Sitzung vom 17. März, welche den ersten Beschluß gegen die königliche Com- misston faßte, war z. B. Herr Mundella, der bekannte„arbeiter- freundlichc" Fabrikant anwesend— so kann doch auf der anderen Seite nicht geleugnet werden; daß das Vorgehen des„parlamentarischen Ausschusses" den Beifall der politisch entwickelten englischen Arbeiter haben wird. — Der Apfel der Zwietracht, welchen das englische Tory- Ministerium unter die Trades-Unionisten(Gewerkvereinler). geworfen hat, wirkt mit einem Erfolg, welcher den„arbeiterfreundlichen" Urhebern des fatalen Geschmacks zur höchsten Befriedigung ge- reichen muß. Es ist bekannt, daß auße. Macdonald auch noch Bart in die„königliche Commission" eingetreten ist. In Folge dessen steht die Sache so, daß die offizielle Gcjammt-Vertretuug der englischen Trades-Unions, der auf dem Sheffislder Congreß gewählte„parlamentarische Ausschuß"(Parliamentary Committee) den Eintritt in die königliche Coinmission ziemlich unverblümt als Verrath an der Arbeitersache gebrandmarkt hat; daß aber die beiden Vertreter der Trades-Unionisten im Parlament es für zweck- mäßig befunden haben, diesen Verraih an der Arbeitersachc zu be- gehen. Die Herreu Burt und Macdonalv sind aber nicht blos die einzigen Vertreter der Arveiter(freilich nur der trades- unionistischen) im Parlament, waS ihnen bedeutenden Einfluß ver- leiht, sondern sie gehören auch zu den beliebtesten Führeru des am besten organisirten Zweiges der englischen Arbeiterklasse der Kohlen- arbeiter. Es fällt deshalb auch den betreffenden Herreu nicht ein, vor dem„parlamentarischen Ausschuß" und du R.dakt on des „Beeliive",' der dessen Organ ist, zu Kreuze zu kriechen. Im Gegentheil— sie haben den Handschuh mit Eifer aufgenommen: Herr Burt holte sich ei» Vertrauensvotum feiner Wähler, und Herr Macdonald berief den Rath der„Nationalen Assoziation der Bergarbeiter"(des Einen der zwei Haupigewerkvereine der eng- lisch-n Bergleute) zusammen, und bewirkte, daß derselbe in einer einstimmig gefaßten Resolution nicht nur den Eintritt in die königliche Kommission billigte, sondern auch an Herrn G. Porter, den Redakteur veS„Beebive" die Aufforderung richtete, den gegen Macdonald geschleuderten Vorwurf deS Verraths öffentlich zurück- zuziehen. Hiernach läßt sich kaum absehen, wie ein Bruch noch vermieden werden soll. Herr Potter und' die übrigen Helden des „Beeliivv� können die Anklage des VerraihS schon deshalb nicht widerrufen, weil sie durch ihr Verhältnis zu den liberalen Bour- gesis(Gladstone, Bright, Morleh:c.) gezwungen sind, jede Au- Näherung der Arbeiter an die TorieS zu verhindern. So sehr wir damit übereinstimmen, daß die Handlungsweise der Herren Macdonäld und Burt„ein Verrath an der Arbeitersache" ist, so wenig können wir doch die Motive der Ankläger gutheißen, die nur deshalb zürnen, weil der Eintritt der Genannten in die könig- liche Kommission eS den Herren vom„Beeluvv" wesentlich erschwert, die englischen Gewirkvercinler nach wie vor zum Schwanz und Stimmvieh der liberalen Bourgeoisie herabzuwürdigen. Weder noch, heißt die richtige Losung. Weder WhigS noch TorieS.— Weder Stimmvieh der Conservativen»och der Liberalen. Aber auch: Weder Macdonald u. Co. noch Potter u. Co. Allgemeiner deutscher Schiffszimmerer-Berci». Kambnrg. Mitte Fevruar wnroe von der Mitgliedschaft Brahe eine Lohnforderung von 1 Thlr. 5 Gr. pro Tag und Mann gestellt, die Forderanz wurde aber Seitens der Werst' Inhaber entschieden zurückgewiesen. Hierauf wurde zum 1. März der Strike beim Vorort angemeldet und von diesem auch acceptixt. Inzwischen hatten Verhandlungen statt wegen Zahlung eines Lohnes von iLihlr. 2'/- Gr., aber auch dieses Angebot verwarse« die Werftinhaber. Nunmehr gingen die Schiffszimmerer auf ihre erste Forderung zurück und beschlossen in einer Versammlung unter allen Umständen an derselben festzuhalten. Der Strike währt schon vier Wochen. Die Werftinhader von Brahe-ElSfleth babe» sich verpflichtet, bei 600 Thlr. Strafe keinen Sinkenden in Arbeit !zu nehmen. ES strike» jetzt in Brahe 150, in Elsfleth 160 und auf der Lühs a. d. Elbe 8 Mann, zusammen also 318 Manu.! Nach mlserm Statut siud wir verpflichtet, den strilendeu Collegeu nach Kräften beizustehen, wir machen deshalb bekannt, daß stall der bisherigen 6 Gr. von nun an t> Gr. pro Woche und Mit» glied zu zahlen sind. Es muß Alles aufgeboten werden, dea Brüdern am Weferftcand im Kampfe gegen die Kapitalmacht zum Siege zu verhelfen. Aus diesem Grunde haben wir auch aus Sonntag den 12. April eine bereits im Organ augezeigte Ver» sammlunz einberufen, zu der sich alle Mitglieder voa hier und Umgegend zahlreick- einfinden mögen. Als weitere Bedingung des Sieges gilt die strenge Abhaltung allen Zuzuges nach Brahe, Elsfleth und Lühe. G. Rümpel. — Für die Harmonieapostel. Der Prozeß gegen Hrn. Halliday und feine Mitangeklagten wegen angeblicher„unerlaubter Berleitung von conttaktlich gebundenen Arbeitern zum Contrakt- bruch" hat eine unerwartete Wendung genommen. Die Ge- fchworcnen konnten sich Uber die Schuldfrage nicht einigen— in England erheischt bekanntlich das Gesetz Einftimnngkeit des Wahr- spruchs der Jury—, und die Angeklagten mußten nach zwei- tägiger Verhandlung unverrichicter Sache entlassen werden.„Hier- auf, so schreibt einer der Mitarbeiter deS„Bechive", erfolgte eine eigenthümliche Szene. Der Rath der Krone(unserem StaatSan- walt annähernd ähnlich) erklärte, er könne zwar nicht in eine förmliche Freisprechung willigen, sei aber bereit die Anklage zurück- zuziehen, wenn Herr Halliday sich verpflichten wolle, daß nichts unternommen werde, was die Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit zu stören geeignet sei". DieS wurde natürlich von Mr. Nopwood, dem Anwalt der Angeklagten zurückgewiesen: Zersetbl erklärte, Herr Halliday sei unschuldig und werde keines der ihn gesetzlich zustehenden Rechte aufgeben; aber er habe sich weder i« die Angelegenheiten von irgend Jemand, der itt einem Contrakt- verhältniß stehe, eingemischt, noch werde er eS in Zukunft thuu DaS war weit genug gegangen— indeß doch nicht weit genuz für die Ankläger. Der Prozeß ist somit einfach vertagt, obgleiis der Richter die Hoffnung ausdrückte, es werde nicht uöthig sein, weitere Schritte zu thun. Der„ Planet, vstvr Examina"(ei« liberales Bourgeoisblatt) sagt in einem Leitartikel:„Wir sind entschieden der Meinung, daß die Angeklagten zu einer Frei- sprechung berechtigt waren". Aber sie sind nicht freigesproche« worden. Die Anklage schwebt über ihren Köpfen, und kann jede» Moment niederfallen, je nachdem e» den Arbeitgebern beliebt oder nicht. Mr. Pope, der Rath für die Krone, weigerte sich, mit der Anklage fortzufahren, und dennoch benutzte er die Anklage, aü welche hin er keinen zweiten Prozeß einleiten wollte, als ein Mittel für seine Clienten Bedingungen und Versprechen von Herrn Halliday zu erpressen. Es ist in der That ein sonderbarer Stanv der Dinge". So der englische Haruroniegläubige, dessen Glaubt nun allerdings ins Wanken zu kommen beginnt und sehr nöthiz hat, durch den neuesten Leitartikel deS von deS Zweifels Blässe noch nicht angekränkelten deutschen Harwoniestudiosns Max Hirsch gestärkt zu werfen.„Ein sonderbarer Stand der Dinge!" Nichts weniger als sonderbar; sonderbar ist blos, daß es, zumal in Eng- land, noch uuschuldsoolle Gemüther gibt, die das Natürlichste von der Welt„sonderbar" finden können. Die Gesetze sind der AuS- fluß der Interessen der Machthaber; die besitzenden Klassen sind die Machthaber er�o sind die Gesetze Wassen, Instrumente zur Wahrung der Interessen der besitzenden Klassen. Und da die Interessen der besitzenden Klassen sich natürlich denen der nichtbe-, sitzenden feindlich gegenüberstehen, so r-chten die Gesetz: natürlich ihre Spitze gegen dw Nichtbesitzenven. Und da nun Hr. Halliday mag er den besitzenden Klassen noch so freundliche Kaßhändcheu zu-i werfen, doch als Vertreter der nichtbchitzenden Klassen gilt, fo| konnte er natürlich von einer Jury von Besitzenden und nach de» Gesetzen der besitzende» Kllssen nicht freigesprochen werden. Alles sehr, sehr natürlich, wenn man die Dinge nimmt, wie sie sind,! aber sehr„sonderbar", wenn man durch eine Harmoniebrille siehl.� Gewertsgenossenschaftliches. Gcwerksgeuosseilschaft der Maurer». Zimmerer. ,zu Maunschwetg. Allen Mitgliedschaften, besonders deren B- � vollmächtigten und Kassirern zur gefälligen Notiz. Der Haupt kassirec wöhnr nickt mehr Kupsertwete Nr. 8, sondern jetzt Kaffee- twete Nr. S�tnd heißt Karl Bock; alle Gelder sind nunmehr an isjj� Letzteren zu adressiren. Auch ist in AugSburg eine neue Mitglied- fchaft gegründet. Zum Bevollmächtigten wurde I. Galliläer, zuw idi» Kafsirer I. Engster und zum Cont�olleur Raphael Former ge-L,} wählt. Alle Zuschriften sind zu richten an Gastwirth Stemmer, Ls mittlerer Lech c. 363 Augsburg. Mit Gruß Für die Verwaltung: H. Rieke, Vors., Schöppenstedterstr. 50. sur m 2 kehr bog- litte in d ihrer zahl! und «an »ndr «mg stellt bena Turi Frar r klare aber pünk Bdri Wir indel Fön lich irugc i V°d! jchaf! Ichvn aller: Hau gehe! bor behö «ctei he Ar.ki ficht «im besp> «nsi, Ver: derb »us «elr hma fort 53efi liu( bet, bite Verband der Klempner(Spengler) nud verwandten Berufs- genossen. mq Kamönrg. Den Mitgliedern diene hiermit zur allgemeine» chas Kenntniß, daß in Hannover in der Fabrik von Bernstorf uick.de» Eichwede von sämmtlichen daselbst beschäftigten Collegen die Arbeit che eingestellt wurde. Der ohnehin schon nicht glänzende Lohn sollttilli, noch um ein Bedeutendes vermindert werden. Vor Zuzug wird ilch, dringend gewarnt. Ilto Ferner machen wir die Collegen darauf aufmerksam, daß amt>% in Kopenhagen ein Strike nahe bevorsteht, wegen Einführung velM Zehnstundenarbeit. Lasse sich Niemand von schlauen Agenten kö-tog, dern, wie es hier vor Kurzem vorgekommen ist! i�er Schließlich erinnern wir noch an die nahe bevorstehende Ge-st-r neralversammlung am st., 10. und 11. Mai in Berlin. Es wäre Sief wünschenSwerth, daß alle Mitgliedschaften daselbst vertreten war:»- ber Mitgliedschaften, welche nicht im Stande sind, einen Delegirte» selbstständig sch'.cken zu können, müssen mindestens ein Manda-«ie einsenden, damit sie von einem Berliner Collegen vertreten werde»! W. Anträge sind vis zum 15. April an Unterzeichneten einzusenden. M Neue Mitgliedschaften haben sich gebildet in Ingolstadt, Be»- Jit C. Schliers; Bielefeld, Bev. G. Schmid, Eanton IV. Nr. 173! bo» Elberfeld, Bev. R. Schaffner, Wirmhof 14.«v Der Beitritt mehrerer anderer Orte steht in nächster Zeit L Aussicht. Mit collegialifchem Gruß j�o Der VerwaltungSraih. ety W. Metzger, Geschäftsführer. Allgemeiner Böttcher(Küster-) Berein..fi L Aerlin, 4. April. Hiermit den Mitgliedern zur K-nMUlld«e daß Herr Seehaus, Bernauerstr. 30, 3 Tr., au Stelle de« H jss Hinze als Schriftführer gewählt wurde. Alle Briefe, die Wi das Kassenwesen betreffen, sind an denselben zu senden.«« Im Auftrage des Ausschusses:, LZ.$•®raiätt' selb GewertSgeoossenschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Haud- " arbeiter. Lritimikschau. Behufs Veranstaltung geordneter Abschlllste �ur Generalversammlung, Aufstellung der verschiedenen Chargirten m Tabellen, Bekanntgabe sicherer Addressen für den Fremdenver kehr und die Wanderunterstützung, sowie zum Versenden der Frage- bogen, ist es unerläßlich nothwendig, daß die Mitglieder und Char- Wirten aller Orte unS binnen spätesten« 14 Tagen von heute an, m den Besitz genaner Mittheilungen über Namen und Wohnungen ihrer Vertrauensleute, Beitragsammler, Controleure, Wandergeld- Zahlung, Fremdenverkehre, sowie auch ins Besondere Abrechnungen cke'«""k®t'Cet bis Ende März 1874 zusenden. Gelder addressirt �«an an L. Mehlhorn,„Bürger- und Bauernfreund« hier, alle andren Briefschaften rc. an den unterzeichneten Geschäftsführer. Materialien, die nicht gebraucht werden, retournire man uns umgehend franco, da wir anderweitig Bedarf haben. Der Druck neuer Statuten rc. ist jetzt fertig und werden be stellte Lieferungen schleunigst erfolgen. Im Fall eines Versehens benachrichtige man unS per Postkarte. Krankenkasien- Angelegenheiten sind direkt an H. Thierfelder, Turnhallcnstraße, bei Gentfch hier zu advressiren. Beschwerden in Gewer kschastSangelegenheiten an Gustav Rother, Frankfurierstraße 517 Es muß mit bevorstehender Generalversammlung endlich eine klare Unterlage zum Weiterarbeiten gewonnen werden; dieß ist aber nur möglich, wenn man unS nach Kräften unterstützt mit pünktlichen Abrechnungen, Geldsendungen laut Statut und sonstigen Berichten, die zur geordneten Geschäftsleitung unerläßlich sind. Wir weisen anderswie jede weitere Verantwortung von unS, können indeß bei tüchtigem Zusammenwirken aller Betheiligten, den b-sten Fortgang unsrer besonders lebensfähigen Gewerkschaft in sichre Aussicht stellen. Die VorortSverwaltung beabsichtigt, wenn mög lich an einem Ort und Tag mit dem deutschen Weberbund unsce Generalversammlung abzuhalten. Schritte zur Vereinbarung sind eingeleitet. Also GewerkSgenossen, helft uns glatten Tisch und sichren Boden schaffen, daß wir endlich mit Mitteln, wie sie unsre Brauche schaffen kann, wenn sie sich orgauisirt und wie wir sie zum Theil schon in Reserve haben, aus dem Traumleben herauskommen. Wir allein vermögen es nickt zu ändern, die bereits Organistrten muffen Hand am Werk behalten und mit Eifer und Pünktlichkeit voran zeheu. Gruß und Kampfgemeinschaft! F. A. Kolditz, 2. Vorsitzender d. V.-B., Confumrestauration Crimmitschau. und rsd kärj tipt. met ihn r ii rakt hu» !NUj teils sein. (eü sin» frei- •de« oder der aus ittel erru and rubr thiz läffe lrjch chti •ng voll ins sinh zat vre tbe clich ?ay, s- den ille« ud cht. rsea ihr- lcker rhrt bell beit und! mn »it den ;ull all ht oes che Be rpt- f-e- all! ied' g-' ner, Korrespondenzen Leipzig. Die Leipziger Kreitdirection, an deren Spitze ein Bannerträger der Reaction in Sachsen, ein Herr von BurgS- borf steht, hat folgenden staatsretterischen ll'as an die Polizei- behörden ihres Bezirks erlassen: „In jüngster Zeit sind innerhalb des Bezirks der unterzeich- Veten königlichen KreiSdirection wiederholt öffentliche Bersamm- bangen anberaumt und abgehalten worden, welche zufolge ihrer Ankündigung oder>m Verlaufe der Verhandlungen selbst die Ad- stcht haben erkennen lassen, die Thätigkeit der Pariser Com- gell viune, sowie revolutionäre Bestrebungen überhaupt zu dem Zwecke iatl besprechen und zu verherrlichen, um zu Gesetzübertretungen und unsittlichen Handlungen geneigt zu machen. „Da derartige Versammlungen nach§ 5 des Gesetzes, das Vereins- urd Versammlungsrecht betr., vom 22. November 1850 derbsten sind, so hätte, soweit die vorangegebene Absicht bereits »us der nach ß 2 des nur angezogenen Gesetzes erforderlichen An und ureldung erkennbar war, die Abhaltung der betreffenden Bersamm- lung überhaupt nicht geduldet werden sollen. Insoweit aber diese Absicht sich erst im Laufe der Verhandlungen kundgab, wären so- fort die in tzK 3, 9 und 10 des G-setzeS vom 22. November 1850 enthaltenen Vorschriften in Anwendung zu bringen, nach Befinden also zu polizeilicher Auflösung der Versammlung,'event. iu Räumung des Versammlungslokals durch die bewaffnete Wacht iv verschreiten gewesen. „Nachdem die unte- zeichnete königliche KreiSdirection an meh �ren, der jüngsten Vergangenheit angehörigen Vorgängen die Wahrnehmung zu machen gehabt, daß in den vorstehend bezeich- �ten Fällen die Bestimmungen von§£; 5, 8, 9, 10 deS Gesetzes bv« 22. November 1850 theils überhaupt nicht, theilS wenigstens �cht mit der zu wünschenden Gleichmäßigkeit zur Durchführung Klangt sind, findet sie sich veranlaßt, deren strenge Handhabung ben Polizeibehörden des hiesigen Regierungsbezirks noch besonders Suschärfen." |., Es ist eine unerwieseue dreiste Behauptung der Leipziger KreiS plection, wenn sie die stattgehabten Versammlungen ohne Weitere« rfs'Ns solche bezeichnet,„welche zu Gesetzesübertretungen und uusitt- suchen Handlungen geneigt zu machen" suchten. Das fehlte noch, nes � eßpiijei CDU einer Oberbehörde extra zum Versammlung- Uli® �bieten und Versammlungausiösen angehalten werde, nackdem ben!>e diesen Dingen bisher bereits daS Menschenmögliche geleistet. »Ute llnsittlicke Handlungen sind bisher noch in keiner sozialdemokrati- »rt Ichen Versammlung begangen oder angepriesen oder dazu geneigt Jtk�mcht worden: wohl aber geschieht in jeder das gerade Gegen- in« jd-il; die Ilnsittlichkeit und Corruption wird an den Pranger ge ver stellt. Es scheint darnach, daß die königliche KreiSdirection ihre � ,�e>,en Begriffe von Sittlichkeit hat, waS.unS nicht weiter wun- � pt. Wir kennen uverschiedene Beamte, die mit besonderm Eifer - Verfolgung der Sozialdemokratie obliege», deren Sitltichkeits- >ari ittühl derart nduzirt ist, daß sie trotz legitimem Weib und Kind cen' p„Liebe Lust" in den Armen einer Maltresse feiern, in Häusern cteu Gesuche wo kein sittlicher Mann sich blicken läßt, und p ihrem thierischen Gelüst so wenig die Zügel anzulegen ver- ?en pgß auf der Straße keine anständige Dame vor ihren • Jphen und zudringlichen Blicken sicher ist. AlleS daS aber hält rv d ��reffenden nicht ab, vor den Augen der Welt als Muster ' Sitte und treue Wächter von Tugend und Moral zu glänzen. »o ist'z; d,-Leipzig, 4. April.(Zum Kapitel der sächsischen Rechtspflege.) �eige Woche ist, wie wir schon gemeldet, Parteigenosse Uhle in fcWtonitz, früher verantwortlicher Redacteur der„Chemn. freien Jpffe«, wegen„Majestätsbeleidigung" zu 6 Monaten Gefängniß ü�vrthcilt worden. Nach Meldung der„Eh. fr. Presse" befinden rj unter den vier Schöffen, welche den Gerichtshof mit bildeten, «iß' Fabrikant Eberhardt, der sich durck verschiedene Artikel deS -rrll m��ttS der„Ch. fr. Pr.", der„Raketen", seinerzeit beleidigt acht Mt, geklagt und auch die Verurtheilung des Blattes herbei- luhrr hatte, und der Bankier Kunath, welcher voriges Jahr - teurde, als er Plakate, die zu einer Arbeiterversammluug strs," �ä�nhändig abriß und dafür in der„Ch. fr. Pr." eine C Zurechtweisung in Empfang nehmen mußte. Beide Herren waren also persönliche Feinde des angeklagten Blattes, und eS ist wohl kein Zweifel, daß von dem Ersten wenig- stens der Staatsanwalt und die richterlichen Beamten dies wußten. Gleichwohl wurden sie zu Richtern über ein Blatt ernannt, dessen persönliche Feinde sie sind. Als kürzlich Vahlteich im Reichstag bei Gelgenheit des Antrags zur Reklamirung unserer Hubertus- burger Gefangenen die Aeußerung that die Sozialdemokratie hege gegen die Unabhängigkeit der Richter und Gerichte großen Zweifel, war man über diese Aeußerung sehr aufgebracht. Ein Vorfall, wie der hier geschilderte zu Chemnitz, ist jedenfalls nicht geeignet, den Glauben an die Parteilostzkeit der Richter zu stärken. Thatsache ist, daß in den Kreisen des arbeitenden Volks der Glaube an die Unparteilichkeit der Gerichte aufs allertiefste erschüttert ist. Sollte der Herr Justizminister oder sein Alterego, der Hr. General- staatSanwalt Dr. Schwarze einmal das Gelüst empfinden, sich von der Wahrheit unserer Behauptung zu überzeugen, dann rathen wir ihnen, sich incognito unter die Arbeiter zu begeben, da werden sie ihr blaues Wunder hören. -Leipzig, 6. April. Hinter geschlossenen Thüren im Schützen- Hause sprach am Sonnabend Herr Dr. Stephani, der Reichstags- abgeordnete für Leipzig, vor einer von der„Gemeinnützigen Ge- sellschaft" eiuberuienen„Wählerversammlunz" über das neue Mili- tärgesetz. Herr Stephani befürwortete natürlich aufs Eifrigste dies Gesetz und die Vermeidung eines Conflikts mit der Regierung. Die Kleinigkeit von 16 oder mehr Millionen, welche die Erhöhung der Präsenzziffer kosten wird, bewilligt Herr Dr. Stephani natürlich mit leichtem Herzen, denn sie kommen ja aus dem— Volkssäckel und das ist gut. Die Rede war eben so servil als langweilig und bewies, daß Herr Stephani nur Interessen der preußischen Regierung, nicht der Wähler kennt und demgemäß handelt. Daß die Clique, vor welcher er hinter geschlossenen Thüren sprach, ihn beklatschte, hat Llichts zu bedeuten. Die Bourgeoisie muß ein stehendes Heer haben, wenn auch nur zur eventuellen Niederschießung der Arbeiter. In der Versammlung fand indessen folgendes Zwiegespräch statt: Dr. Brockhaus:„Herr Professor, Sie haben doch eine hübsche Resolution in der Tasche?« Professor Dr. Biedermann:„Natürlich!" Die biedermännische Resolution wurde angenommen. Sie lautet: „Die am 4. April im TchützenhauS zu Leipzig versammelten Reichstagswähler dieser Stadl sprechen gegen ihre« Abgeordneten die verlrauensvolle Erwartung aus, daß eS einer Verständigung der liberalen Parteien im Reichstag mit dem Bundesrath in der Militärfrage gelingen werte, die schadenfrohen Hoffnungen innerer und äußerer Reichsfeinde auf eine Schwächung vcs Reichs nach außen und einen Conflict im Innern zu Schanden zu machen." Die Resolution wurde natürlich mit patriotischem Gebrüll begrüßt und die Versammlung der Leipziger Spieß- und Mast- bürger aller Arten fand es in der Ordnung, daß die Volksver- tretung sich eines ihrer letzten und wichtigsten Rechic begeben will. Am Freitag Abend wird eine Volksversammlung im Gosenthal stattfinden. Dort wird die Haltung Stephani« im Reichstage und außerhalb desselben beleuchtet und gebührend gewürdigt, sowie die biedermännische Resolution kritisirt werden und wir fordern deß- halb die Wähler Leipzigs auf, dort zahlreich zu erscheinen, damit sie ihren Abgeordneten auch von der anderen Seite kennen lernen und ihnen recht klar wird, was dieser famose„Volksvertreter" unter„Volkswohl« eigentlich versteht. Maldheim, 30. März. In Erwägung, daß die Zeit der allgeoieinen GeschäflskrisiS sich nicht zur Gründung einer„Arbeiter- zeitung" eignet, daß wir die Parteikasse und vielleicht doch das Parteiorgan schwächen würden; in Erwägung f rncr, daß e», solches Blatt ein todtgebornes Kind sein würde, und auf den Rath erfahrener Parteigenossen, lassen wir zwar unser ZeitungSproject nicht fallen, vertagen jedoch seine Verwirklichung auf einen günstigeren Zeitpunkt. Wir fordern die Gesinnungsgenossen unseres Wahlkreises auf, diesem Beschlüsse beizutreten. ! Für die Literar-Commission: Adolph Lepp. Aiekeseld. In der hiesigen Damastfabrik'von Brune u. Lippelt droht ein Strike auszubrechen,(Differenz liegt in dem Aufbäumen, Sckieren und Spulen). Die Arbeiter haben fämmtlich gekündigt. Der Werkführer, ein Chemnitzer, sucht alle Hebel in Bewegung zu setzen, um aus Sachsen Weber zu bekommen. Die Arbeiter und Parteigenossen werden ersucht, dies Vorhaben zu vereiteln und den gänzlichen Zuzug von hier fern zu halten. Sämmtliche arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Mit sozialdemokratischem Gruß H. Heitbrinck. Mielefetd. In der hiesigen Werkzeugmaschirenfabrik von Gilvemeister u. Comp, haben sämmtliche Arbeiter die Arbeit ein- gestellr, weil die Arbeitszeit von 10 auf 11 Stunden erhöht werden >viUe; viele Arbeiter sind schon abgereist. Sämmtliche zureisenden Metallarbeiter werden ersucht, sich dieses zur Notiz zu nehmen. Den hier Zureisenden zur Notiz, daß sich ein ArbeitSnachweisungS- bnreau beim Wirth Carl Werninger, Nothfortenstraße, befindet. Mit sozialvemokraiischem Gruß H. Heitbrinck. Slberfeld, 25. März.(Offener Brief an Herrn Heinrich Dürhold, Redakteur des Bergisch-Märkischen General-AnzeigerS.) Herr Redakteur! Sie haben sich veranlaßt gefühlt, in Ihrem Blatt einen Leitartikel unter dem Titel:„Der 18. März und die Sozial- dsmokraiie" vom Stapel zu lassen, in welchem sie der Pareser Commune den Vorwuif der„Dummheit" und des„Verbrechens" machen. Aber nicht allein die Pariser Commune suchen Sie in jenem Artikel in ein gehässiges Licht zu stellen, sondern auch die Sozialdemokratie behandeln Sie in denunziatorrscher Weise. Doch lassen wir Sie selbst sprechen. Sie sagen zunächst über die Pariser Commune Folgendes:„Die Feier der Commune seitens der Sozialdemokratie ist ein Ereigniß, das zum Nachdenken auffordert. ES soll die Erinnerung an jene Tage das Gefühl der Mitglieder deS vierten Standes echeben und sie stärken für die folgenden Tage des Kampfes. Ich will nicht untersuchen, ob die Forderungen des vierten Standes berechtigt sind, auch nicht, ob ein Arbeiterstaat nach den Grundsätzen der Sozialdemokratie denkbar ist, ich will sogar annehmen, alle diese Forderungen des vierten Standes sind berechtig!, und der Arbeiterstaat, wenn er geschaffen ist nach den Grundsätzen der Sozialdemokratie� wird weiter bestehen und die Menschheit glücklich machen;— aber selbst wenn ich die« Alles annehmen will, so muß ich dennoch sagen, ein Kampf, wie ihn die Commune für die Verwirklichung dieser Idee geführt hat, ist entweder eine Dummheit oder ein Verbrechen, und aus denselben Ursachen ist die Feier der Commune ebenfalls ein Unrecht."— Also die Pariser Commune hat nach Ihrer Auffassung ein„Ver- brechen" oder eine„Dummheit" begangen, daß sie den Kampf» welcher ihr von Seiten der Versailler Blut-Bande dadurch auf- gedrungen wurde, daß man die Pariser Bevölkerung zu entwaffnen suchte, aufgenommen hat. Nun geht zwar, ich weiß.°S, Ihre Meinung dahin, die Pariser hätten sich lieber sollen entwaffnen lassen,. als unter solch ungünstigen Verhältnissen einen Kampf um'« Sein oder Nichtsein aufzunehmen. Und weil nun die Pariser Commune dennoch trotz der ungünstigen Verhältnisse den Kampf gewagt hat, ist das in Ihren Augen eine„Dummheit« oder ein„Verbrechen". Eine schöne Logik, Herr Dürhold! Konnten die Pariser von dem Augenblick an. als man von Seiten der Nationalversammlung de« berüchtigten Thiers zum Chef der Executive ernannt hatte, noch darüber in Zweifel sein, daß man in Versailles die Absicht hegte. die Republik zu verrathen? Nein, Herr Dürhold, keinen Augenblick konnte bei der Pariser Bevölkerung von diesem Moment an noch ein Zweifel darüber obwalten, daß eS beschlossene Sache war, die Republik zu verrathen und über Nacht in Blut zu ersticken. An der Spitze der Armee und der Nationalzarde standen Kommandanten, die mehr oder weniger der Republik feindlich gesinut waren, war eS da, Herr Dürhold, von der Commune eine„Dummheit" oder ein„Ber- brechen", daß dieselbe um jeden Preis die Republik erhalten wollte? War es eine„Dummheit"? oder ein„Verbrechen"? von der Com- mune, daß dieselbe Folgendes verlangte: 1) Die vollständige Autonomie(Selbstverwaltung) der Gemeinde; 2) das Recht der Nationalgarde, alle ihre Offiziere zu wählen; 3) die Rücknahme des absurden Dufaure'schen Gesetzes Uber die Wechselverfallfristen; 4) die gesetzliche Bestimmung, daß Paris fortan keine militärische Garnison haben solle. Enthalten diese vier Punkte eine„Dummheit" oder ein„Ver- brechen"? Antwort, Herr Dürhold! Oder sind„Dummheit" und „Verbrechen" nicht auf der andern Seite massenhaft zu finden, Herr Dürhold? Und wie fromm klingt eS nicht, wenn Sie sagen, daß die Feier der Commune ein„Unrecht" ist. Doch es kommt noch besser; Ihre Denunziation wird immer stärker. Hören wir Sie weiter an, Herr Dürhold! Sie sagen, nachdem festgestellt, daß in Frankreich auf die Revolution von 1843 die Deportationen, in Preußen das Ministerium Manteuffel und auf die Tage der Com mune die Satory- Schlächtereien und das jetzige Regime in Frank reich folgten, Folgendes:„Wer also in den ersten hundert Jahren der Herbeiführung anderer Zustände auf dem Wege der Gewalt das Wort redet, der begeht eine Dummheit oder ein Verbrechen. Sage man nicht: Das thut ja Niemand! Unsere Agitatoren reizen nicht zu Gewaltthaten aus! Gewiß thun sie das, denn die Empfeh- lung der Feier dieser Gewaltthaten ist eine Aufreizung.> DaS Volk ist nicht im Stande, den philosophischen Auseinandersetzungen der Führer zu folgen, wenn sie sich um Begriffe herumstreiten." Sie sind ein wahrer Prachtkerl, Herr Dürhold! Fürwahr, Freund Stieber und Oberstaatsanwalt Tessendorff zu Berlin könnten Sie gute Dienste leisten, Ihre verzwickte materielle Lage würde dann eine weit bessere werden. Haben Sie schon vom Reptilien- fondS gehört, Herr Dürhold? Doch wir müssen Sie, um de» Lesern des„Volksstaat" zu zeigen, mit welcher Sorte von Zeitungsschreibern wir eS zu thun haben, weiter denunziren lassen. Sie fahren in einem ächt staats- anwaltlichen Tone fort:„Oder wenn der Reichstagsabgeordnete Most, den die Mitglieder der Essenacher Partei eingeladen haben, am Samstag hier in Barmen in der Volksversammlung zu Ehreu der Commune die Festrede zu halten, in seinem Proletarierlieder- buch schreibt: „Heil uns, der Zunder ist gehäuft, Der Weltbrand loht zum Himmel, DaS Schlachtschwert saust, die Kugel pfeift, Rings wildes KriezSgetümmel," u. s. w. ich sage, wenn so etwas geredet oder gcschriebea wird, so nimmt das Volk daS wörtlich; es ereignet sich irgend ein Vorkommniß, oaS einen Funken in den aufgehäuften Zündstoff wirft, und der blutige Tanz beginnt. DaS Militär rückt ein, der Kampf entbrennt und Ströme von Blut fließen." Sie haben, Herr Dür- hold, eine verdammt schleckte Meinung von dem Begriffsvermögen ves Volkes; die Vorträge, welch- Sie„philosophische Auseinander setzungen" und„aufreizende" Reden nennen, sind bis jetzt so ziem lich vom Volk verstanden worden, das beweisen ja klar und deutlich die Reichstagswahlen. Die Stimmen, welche die Sozialdemokratie bei der letzten Wahl auf sich vereinigt, sind Ihnen ja bekannt, Herr Dürhold. Die Agiation wird schon zehn Jahre in Deutschland betrieben und es sind noch keine Ströme von Blut geflossen. Ich weiß nicht, wie viele Most'sche Liederbücher schon in die Welt gegangen sind, und noch sind keine Soldaten nölhig gewesen, um einen Aufstand zu unterdrücken. Das Volk, Herr Dürhold, rückt täglich der Erkenntuiß näher, daß nur die Sozialdemokratie seine rechte Lehrmeistecin ist. Auch wird die moderne Gesellschaft keine hundert Jahre mehr, wie es Ihre Ansicht ist, existiren. Der Aktien-, der Börsen- und GründungSschwindel, die stetige lieber Produktion und die immer drückendere Militärlast bringen die moderne Gesellschaft mit Riesenschritten der Auflösung näher. Kein„Culturkampf", keine Zündnadel, keine gezogenen Kanonen, keine Macht der Erde kann unsere heutige moderne bürgerliche Gesellschaft vor dem Untergänge retten. Andern Blödsinn, Herr Dürhold, den Sie in Ihrem Leitartikel zu Tage gefördert, will ich Ihnen schenken in de? Hoffnung, daß Sie ein anderes Mal etwas vorsichtiger zu Werke gehen. Rich. Schmelzer. Kamburg.(Zur Beachtung für Cigarrenarbeiter.) Wir haben. 13 Mann, Sonnabend, den 4. April, bei dem HauSarbeiter Ernst, wohnhaft Hopfenstraße 19, St. Pauli, die Arbeit eingestellt, weil derselbe einem unserer Collegen, Namens Köhler, mit der Bemer kung, daß er ihm die gesammien Arbeiter ausrüttele, aus der Ar beit entließ. Der Hausarbeiter Ernst ist bereits bekannt, indem derselbe zu wiederholten Malen derartige Experimente versucht hat. Wir machen nun alle Collegen darauf aufmerksam und er suchen dieselben, nicht nur den Zuzug fernzuhalten, sondern diesem Vorfall auch die weiteste Verbreitung zu verschaffen, indem da« Mittelding, genannt Hausarbeiter, jetzt mit allen Kräften bestrebt sein wird, den Aroeitern Concurrenz zu schaffen. Mit collegialischem Gruß Sämmtliche Arbeiter genannter Fabrik. Duisburg, 13. März.(Nationalliberalismus und Bourgeois Humanität.) Die Wahlen sind vorüber und der Reichstag in seiner vollen Thätigkeit, Gesetze auf Gesetze schaffend und das meistens gegen daS Proletariat. Der Kreis Duisburg hat die Ehre, durch den nationalliberalen altkatholischen Professor v. Schufte aus Bonn vertreten zu sein. DaS hier kein Sozialdemokrat durch- gekommen ist, hat wohl seinen Grund in der bedauerlichen Zer- splitterung der beiden sozialdemokratischen Fraktionen. Währens der Wahl erschienen von natronalliberaler Seite Flugblätter über Flugblätter gegen die Sozialdemokraten, die, wie gewöhnlich, als Reichsfeinde und Theiler verschrieen wurden. Nur sie, die National- liberalen wollten den Volkswohlstand heben, das stehende Heer wäre nöthig, den auswärtigen Feind» wenn es ihm ja einfallen sollte, sich nach dem überaus glücklichen Deutschland zu sehnen, zu- rüchuwiist«; und wi« die Phrase» alle heißen. Ob aber das stehende Heer nicht eher für den sogenannten inneren Feind, da« täglich zunehmende Proletariat gerichtet ist, möchte ich doch wohl nicht ganz bezweifeln. Warum sonst würde denn die national- liberale Duisburger„Rhein- und Ruhrzeitung" so viele Artikel bringen, um der Regierung plausibel zu machen, wie nothwendig für Duisburg ein Staatsanwalt wäre, um das, in Folge„hoher Löhne llbermüthig gewordene" arbeitende Volk, wie sie sich aus- drückt, durch sofortige Verurtheilung und Einsperrung zur Raison zu bringen. DaS alle diese Maßregelungen nur ganz allein gegen da« eigene Volk gemünzt sind, geht schon daraus hervor, daß jetzt 4 Polizisten angestellt sind, wo sonst genug an einem war. Und das im Kreis des Nationalliberalismus. Wie nun die nationallibcrale Bourgeoisie Duisburg« dem Volk dankbar für die Wahl ist und wie sie überhaupt den Volkswohlstand heben will, zeigt sie am besten an einem Vertrag, den untenverzeichnete Walzwerksbesitzer abgeschlossen haben. Die Ver- einigung nachbenannter Werke hat den Zweck, durch Uebereinkunft, betreffend die Art und Weise bei Annahme von Arbeitern dazu beizutragen, möglichst normale Verhältnisse in der Arbeiter-Bc- völkerung von Duisburg herzustellen, zum Besten der Leute. Dem ständigen Wandern derselben soll vorgebeugt werden, um sie da- durch seßhaft, solide und der Ordnung zugängig zu machen. Wer lacht da?) Sie verpflichten sich, unter keinen Umständen von einander Arbeiter für sich oder Andere zu holen, noch von einem unter zeichneten Werke Entlassene anzunehmen, wenn diese nicht mindestens in Jahresfrist von dort ordnungsmäßig entlassen sind. Arbeiter, welche wegen eines Vergehens gegen die Subordination und Dis- ciplin von einem der Werke entlassen sind, dürfen unter keiner Bedingung wieder in Arbeit gestellt werven. Sollte doch ein Ar- beiter das Unglück haben, auf einem dieser Werke ohne Abkehr- schein Arbeit zu bekommen, so ist derselbe auf Anzeige hiervon so- fort in Htägige Kündigung zu setzen oder der Besitzer verfällt in eine Strafe von 500 Thlr. Um das Gesagte ausführen zu können, müssen allmonatlich die betheiligten Werke eine Liste cir- kuliren lassen, woraus ersichtlich ist, welche Arbeiter ein- und aus- getreten sind. Wer sich also hier nicht alles gefallen lassen will, erhält auf einem andern Werke keine Arbeit mehr, er muß also, um nicht zu verhungern,� mit seiner Familie aus Duisburg aus- wandern. DaS mögen sich die auswärts Arbeitenden merken und nicht nach Duisburg kommen, sondern es in allen Walzwerken be- kannt machen, damit der Zuzug ferngehalten wird. Der eigentliche Zweck dieser Vereinigung ist aber, die Löhne herunter zu drücken. Einige Werke haben sofort die Löhne um IS Procent heruntergesetzt, llnte, schrieben ist der in Rede stehende Vertrag von nachbenannten Firmen: 1) Franz Richerovx'S Söhne, 2) LanghanS, Küpper u. Eo., 3) Walzwerk der Aktien-Gesellschaft für Eisen-Industrie und Brückenbau(Joh. Casp. Harkort), 4) Aktien- Berein„Duisburger Hütte". Kritisiren will ich diesen Bertrag weiter nickt, denn eS geht doch wohl zu deutlich aus demselben hervor, waS aus dem Arbeiter gemacht werden soll. DaS aber haben die Arbeiter davon, daß sie den BourgeoiS-Candidaten Schulte gewählt haben. Wann wird die arbeitende Klasse einmal zur Einsicht kommen? Wann wird sie einsehen, daß sie vom Bourgeois nichts zu hoffen hat als Unterdrückung, Verfolgung und Verachtung. Die Nimmer- satten werden nie und nimmer etwas zum Wdhl des Voltes thun. Ihr« Habgier nach Reichthum überschreitet jede menschliche Ber- uunft. Nach dieser Lektion werden die Arbeiter wohl klüger ge- worden sein und künftig keinem Bourgeois und Arbeiterfeind zum Siege über den Arbeitervertreter verhelfen. Zägerndorf, 15. März. Der Nothstand in österreichisch Schlesien. Roch immer steigert sich die Roth und das Elend der Manufakiurarbeiter Schlesien«, und es ist gar nicht abzusehen, wie lauge noch der Hunger in den Eingeweiden dieser armen Ar- beiter wülhen wird. In Jägerndorf sieht man auf allen Straßen und Gassen Proletarierweiber beisammen stehen, und wenn man noch Ohren hat, die Töne der Nothleidendeu hören zu können, so wird eS Einem gar unheimlich zu Muthe. Da flüstern sich die abgehärmten und oft der dürftigsten Kleidung entblößten Gestalten ihren Kummer und ihre Sorgen zu, da hört man stets als Schluß- reftain die Worte:„Wenn es nicht bald anders wird, weiß ich nicht, was ich beginnen soll."- Es wird zwar seit einigen Wochen wieder stärker gearbeitet in den Fabriken, jedoch der Arbeitslosen werden nicht weniger— es ist, als ob sie aus der Erde herauswüchsen. Die Löhne sind so schlecht, daß der Arbeiter, wenn er auch noch so fleißig ist, nicht einmal seine allernothwendigsten Bedürfnisse befticdigen kann. Die Aussicht auf Erhöhung der Löhne ist durch vaS Massenangebot von Arbeiterhänden in weite Ferne gestellt. Ich will nur einen Fall von so vielen Fällen, die sich hier täglich ereignen, anführen. Vor ungefähr 14 Tagen wurden a» einem Sonntag mehrere Arbeiter in einem benachbarten Dorfe beim Betteln von den Sicherheitsorganen aufgegriffen und an die hiesige BezirkShauptmannschast abgeliefert. Bei dem Verhöre, das man mit rhnen vornahm, stellte eS sich heraus, daß eS Arbeiter auS der Fabrik des Herrn Göbel waren, welcher erst kürzlich wegen femer„großen Verdienste" um die Industrie mit einem Orden decorirt wurde. Die Behörde erkundigte sich um die Verdienste dieser Arbeiter, und siehe da, dieselben beliesen sich auf 1 fl., 1 fl. SV kr., 2 fl. bis höchstens 2 fl. 80 kr., was natürlich der löblichen Behörde sehr unwahrscheinlich vorkam und erst dann Glauben fand, alS mau sich durch die Krankenbücher, ru denen der Lohn eingetragen wird, von der Wahrheit dessen überzeugt hatte. Arbeiter Oesterreichs und Deutschlands! Ihr seht, wie traurig eS um die Manufakturarbeiter Schlesiens steht. Jeder Zuzug von Arbeitern macht unsere Lage trauriger, elender und unerträglicher. Wir bitten Euch daher im eigenen Interesse und im Interesse unserer hungernden Familien, jeden Zuzug vou Arbeitern wo möglich so lange fernzuhalten, bis sich unsere Lage nur einiger- maßen gebessert hat. Ferner bitten wir um Mittheilung von vacanten Arbeitsplätzen. Arbeiter! Begreift die heutige GeschästSkrisiS, lernt aus ihr die weiteren nothwendigen Ergebnisse für die Zukunft, und Ihr müßt vou selbst zu der Ueberzeugung gelangen, daß eS an der Zeit ist, die Arbeit zu organisiren und sie von der heutigen Ausbeutung zu befteien. Ebenso ist eS dringend nothwendig, öffentlich in den Arbeiterblättern und Versammlungen alle die" drückenden Uebel- stände zu besprechen, sowie auch dahin zu wirken, daß ein Eon- greß sämmtlicher Manufakturarbeiter Oesterreichs baldigst einbe- rufen wird, denn jede Lauheit und Verzögerung bringt uns immer tiefer und tiefer ins Elend und macht es uns später noch schwieriger, für unsere Interessen etwaS zu thun. Darum auf zum kräftigen Handeln! Tretet ein, Einer für Alle und Alle für Emen! und es muß und wird besser werden. Ge- denkt der Worte Lassalle'S: „Ein Purpursaum färbt roth und blutig den äußersten Horizont, da« neue Licht verkündend, Nebel und Wolken raffen sich auf, ballen sich zusammen und werfen sich dem Morgenroth entgegen, seine Strahlen momentan verhüllend— aber keine Macht der Erde vermag das langsame und majestätische Aufsteigen der Sonne selbst zu hindern, die eine Stunde später, aller Welt sichtbar, hell leuchtend und erwärmend am Fimamente steht." Im Auftrage vieler Arbeiter: Hugo Schmidt. ZsserseSetz(Serbien), 17. März. DaS Fürstenthum Serbien strebt auch, sich vollkommen zu einem„Kultmstaat" empor zu heben und deswegen hat eS begonnen, jene Männer zu verfolgen, die ganz gescheidt sind, um die UnHaltbarkeit der heutigen gesell- schastlichen Zustände zu begreisen und die genug Courage haben, um dies der heutigen„Ordnung" ins Angesicht zu sagen. Der Staat, die Gesellschaft, die Familie u. s. w. ist auch in Serbien gerettet durch die Gefangnahme zweier„Umstürzler".— Der Fall, den ich Ihnen berichten will, ist folgender: Im Monat November 1873 ist in Serbien, in der Stadt Krapujewac, eine „.Javoost"(„Oefier.tlichkeit") gegründet. Der serbischen Regierung mißfiel selbstverständlich dieses Unternehmen uud sie trachtete mit der ganzen Kraft, diese Zeitung zu unterdrücken wie sie vor 2 Jahren den„Rnänik"(„Arbeiter") unterdrückt hat. Freilich, daß diese Unterdrückungen nicht direkt geschehen.... Anlaß gaben einige politische Artikel in der„cknviiost". Man verhaftete nicht nur den Redakteur, sondern auch den Verfasser der erwähnten Artikel, den charaktervollen Jvetozar Markoviv, welchem die serbische und ungarische Polizei schon seit 2— 3 Jahren keine Ruhe giebt. — DaS Gericht gestattete dem Redakteur sich aus der Freiheit zu; vertheid igen, dem I. Maikovis aber hat man dieses Recht nichts zugestanden, obwohl für ihn einige Kcapujewacer Bürger die nöthige Kaution geben wollten.— Dies geschah im Anfange Januar und jetzt ist bereits auch das Urtheil gefällt. Der Rc- dakleur, Demeter Jtojkoviv ist zu 9 und der Verfasser der in criminirten Artikel zu 18 Monaten schwerem Kerker verurtheilt. DaS ist die serbische Justiz! Daß aber die Leser d. Bl. noch besseren Begriff über die Gerechtigkeit in Serbien bekommen, will ich noch dieses anführen: Mehrere Abgeordnete klagten den ftüheren Finanzminister an, daß er 17,000 Dukaten auö der Staatskasse gestohlen hat und verlangten, daß ihn die National-Bersammlung dem Criminalgerichte ausliefere; aber die Versammlung erklärre den Finanzmiuister für unschuldig, obwohl die Dieberei ganz äugen- scheinlich war.— ES lebe die Gerechtigkeit!... Erlauben Sie mir zuletzt noch einige Worte. Dieses Urtheil ist für Jvetozar Markoviv ein TodeSurtheil, denn sc ne Gesundheit ist so angegriffen, daß man ihn vor einigen Tagen, bevor das Urtheil gefällt war, nach dem ärztlichem Vorschlage auS der Vor- Untersuchung freilassen mußte, daß er sich in der Freiheit curire. Ebenso sagte der Arzt, wenn man ihn.noch weiter in Haft hält, so ist sicher, daß er sterben wird. Aber das will eben die serbische Regierung, denn auf diesem Wege wird sie sich von einem Feinde(in Deutschland möchte man sagen: Reichsfeind) befteien. Aber solches Verfahren wird ihr nichts helfen, wie das so viele Beispiele in ganz Europa bezeugen, denn solche Verfolgungen stärken nur unsere Partei. Beweis: der Leipziger Hoch- verrathSprozeß ic. In solchen Fällen zeigen uns die Verfolgten, wie man die Prinzipien vor Jedermann vertreten muß.— Und Jvetozar Marko vi 6, der verdienteste unter den serbischen Sozialisten, ist Einer von Jenen, die der ganzen Welt gezeigt haben, wie man die Idee der Emancipation der Arbeit vertreten und vertheidigen muß. L. R. Sozial- demokratischer Arbeiterverein. Montag, den 13. April d. I.: Qeffentliche Bersamm« lung in Hansch' Tlublokal, Schaueubmgerstr. 14.— Tages-Ordnung: Vortrag über Zentralisation und Föderalismus. Referent: Hr. Becker. Der Borstand. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Donnerstag, den 9. April, Abend« halb 9 Ubr: Aus- fchußfitzung bei Zeidler. tu F Sonnabend, den 11. April: Versammlung. Die Mitglieder werden ersucht, wegen Abschluß der Kassenbücher ihre! z Beiträge an diesem Tage zu entrichten. Sonnadend, den 18. April: General-Versammlung Meitag, den 10. April, Abend« 8 Uhr: Bolts-Versammlung im Gosenthal. Tagesordnung: 1. DaS neue Militärgesetz und der Abgeordnete, Vicebürg ermeister Dr. Stephan,. Referent: W. Blos. 2. Discnffioa über das Preß- nnd Con>rakibuchgesetz. Abfassung eine« Proteste«. Zahlreiche Betheiligung Seiten» der Arbeiter und Kleinbürger Letp- zig» ist bei der Wichtigkeil der Tagesordnung geboten. � Der sozialdemokratische Ardeiterverein. Die Freitag«- Versammlung des sozialdem. ArbeiteroeretuS fällt für diesen Tag au«. Der Lorstand. c »»» Die hiesige Gewerkschaft der Holmrbeiter fordert Herr» Hermann Hetz, gebürtig au« der Schweiz, auf, seinen Ber- pflichtungen nachzukommen.____ I. A.: Josef Gräber. Allgkmeiner Böttcher-(ÄüPer-) Berein. Hiermit den Mitgliedschaften zur Nachricht, daß unsere tteilvrulver�idmmllinx am 1.. 2. eoeni. 3. Pfingsifeienag zu Hamburg stattfindet. RäbereS brieflich. Im Austrage de» Ausschusse«: _ F. Gragert. Lstckirersiehilse, welcher selbstsiandig aus Wagenarbeit schassen kann, findet gegen hohe« Lohn dauemde Beschäftigung bei W ü ch n e r, Lackirer, Würzourg. 2t Gesucht nnter sehr günstigen Bedingungen ein Lehrling für mem Geschäft an gleich oder später. H. R. Kaht, Schneidermeister. Bremerhaven, Miitelstraße. Briefkasten der Redaktion. C. in Berlin: Liebknecht bat nach dem 17. April, wo er HuberluSburg verläßt, noch eine Gcfängnißstrafe von 3 Wochen in Leipzig zu verbüßen, wird also vor Mitte Mai nicht frei. Nach RonSdorf: Wir besitzen leider nur Ein vollständige« Exemplr. R. v. G. iu Sternberg: Wir werden Jbnen brieflich anlwoilen, nachdem wir uns in der Sache mit dem Ausschuß verständigt. L. Mblhrn in Crimmitschau: Wegen der Besch werdeschrift folgt Brief. der Expedition: Hdlch h. Schr. 1. 20. Hslg h. 2. O. 16 gr. Bull Eweiler Schr. 1 thlr. Rchlr h. Ann. 12 gr. Gbger Nberg Schr. 14 gr. 3. Shorn Eßlingen Ab. 10. 20. 8. Rvk Luze 2. O. X tblr. 4 gr. Schr. 27 gr. A. D. A.-B. Hbg Ann. 1 thlr. 13 gr. A..P. das. Ann. 3 thlr. 21 gr. Rtbng h. Schr. 5 gr. Schwger Wien 2. Q. 2 ihlr. Dtzr Zwickau 1. Q. 15 thlr. Rdtk Kberg 2. Q. 5 thlr. Schir Mainz 4. Q. 14. 8. 5. Sch.-Gcw. Ldshut Ann. 4 gr. Hhn Pwitz Schr. 4 gr. Mfchk Pnitz 2. Q. 1. 24. Hsmn Agram 2. Q. 1 thlr. 4 gr. A. AB. Flirchen 2. Q. 3. 12. Gggbger Graz 2. Q. 1. 21. G. u. Co. Wien 2. Q. 16 gr. Mg h. 2. O. 16 gr. Rltmnner n. C. Mchen Schr. 3. 22. 8. Lpp Wde>m Schr. 16 gr. 3., Ann. 8 gr. Nrt b. Schr. 5 gr. Mllr h. 1. Q. 15 thlr. Schstr h. 2. Q. 12 gr 5. Wbs Forst Schr. 7 gr. Thmr hier 2. Q. 16 gr. Wltr h. 2. Q. 17 gr. S. Met.-AG. h. Ann. 1 thlr. 6 gr. Mllr Grimma Schr. 17 gr. 5. S.-d. AB. h. Ann. 1 thlr. 3 gr. Mrtn h. Ann. 4 gr. Hrn Efeld April 24 gr. Fzl Ausfig 2. Q. 1. 18. Hllrgl Trieft 2. Q. 1 thlr. 4 gr. Gthmnn Drsd Ann. 8 gr. Fschr Mpeim 2. O. 25 gr. Bchhm h. Schr. 1. 25. 5. Mchl Hstein 1. Q. u. Schr. 22. 4. 5. Brtrm Pheim 2. Q. 13. 7. 7. M.- u. H.-B. Meerane Ann. 3 gr. I. Krschnr Pest Schr. 10 thlr. I. Mnnr Pforzheim 2. Q. 2 thlr. 5 gr. Buchr, Colp. h., Ab. Mär; 1 thlr. 6. N. Bz h. 2. Q. 17 gr. 5. Allg. D. Schneiderver. h. Ann. 19 gr. L. Wtt h. Schr. 23 gr. Pltzr h. 2. Qu. 17 gr. 5. Krgnfs h. 2. Q. 17 gr. 5. Lwcsf London 2. Q. 2 thlr. 10 gr. Brnnmr Göppingen Schr. 4 thlr. Trst Kl..Zschocher Schr. 5 gr. B. Forste: Ihre Berechnung stimmt. B. Göppingen: Wir haben keinen Brief v. 1. Febr. Kht Bremerhafen: Ann. kostet 1 thlr. 6 gr. Böttcher-(K..)Ver. Berlin Ann. 3 gr. Gleichzeiug halte mich den geehneo Parteigenossen, sowie den&t< werkschafiSmitgliedern bestens empfohlen.(3cs D. O. Stellegesuch. Em semer Parieistellung halber gemaßrezelter Spinnmcifter sucht. gestützt auf gute Zeugnisse seiner bereits löjäörigen Tyätigkeit, in diese« Branche Stellung; am liebsten bei Parteifteunden oder von Arbeiter« gegründeten Genossenschastsspinuereien. Auch wird jede andere geeignet« Stelle, bii einigermaßen auskömmlichem Gehalt angenommen und Wirde« die Parteigenossen ersucht, ihm zur Erlangung irgend einer Stelle naö Kräften behilflich zu fein. Mittheilungen hierüber werden an die Expo dition des„Bolksstaat" erbeten. «-Ist auf fstre, rndi: »om »ge ene: diese ffi dies I* i Herr Schneidermeister 2B. Zicgevhora, wohnhaft Petersfiraße 40 Uli wird aufgefordert, seinen Berdinolichkeiten nachzulommea. L. Mergner, l»ng »üss «nie schlü leihe Viaf dene Zulai «nun l«ng »dop zu i bloß d>eni Dia, Arbeits>Bx)i8e>n. Aecht Englisch Lederhoseu a Stück 1 Thlr. 16 Sgr. „ Cord-Hosen a Stück 1 Thlr. 15 Sgr. „ Starke Stoff- Hosen ä Stück 2 Thlr. 15 Sgr. „ Militär-Drillhosen a Stück 1 Thlr. 3 Baumwollene feste Arheitshoaen ä Stück 27', Sgr, ompflehlt Louis Gutimann J- jN] flo. 24 Orinnn irische Strasse in Leipzig No. 31 Folgende neue Werke aus meinem Berlage empfehle ich den Partei genossen besten«. Die beibemerktm Preise geilen nur für Ärbelterverei« und nur bei direciem Bezüge gegen baar oder Postvorschuß. Im Bu4 Handel find die Preise etwa« höher. Ein Complot gegen die Internationale Arbeiterassoeiation. Off deller Bericht über das Treiben Baknnin's und der Allmnz der g-dli lige „letzt sagt »7. Mal Vesi, ftc, iu 3 deutl -ntgl Und «iato zialistischen Demokratie. An« dem Französischen übersetzt von S. K o k o s kss Einzeln 12'/z, bei Partien 10 Gr. I an■ Meine 3'/-jährigc Leipziger Polizeicampagne. Bon A. Hepner. � Seine höchst interessanten Kämpfe mit dem Leipziger Polizeidirect»' Dr. Rüder, behandelt Hepner vonallgemeinen Gefichtsxnnlten, auf Grn«d Und Gcnoflcnschastsbuchdruckerei. Antheilscheiue bez. Antheilquitlungen erhielten ferner: In Eßlingen F. S. Thlr. 2. A. M. 1, W. M. 1. W. L. 1, G. H. I, W. D. 1. W. M. 1. F. K. 1, G. St. 1, Arb-Ber. 1, M. M. 2, W. W. 2._ Food f. pol. Gemaßregeltr. Mllr Grimma 8 Gr., Krbr Piltsfield(Nordamerika) 5 Thlr., Fräul. v. Krgnst hier 1 Thlr., Wllcke 2 Thlr. 16 Gr. Gewerkschaft der Holzarbeiter. /»»II»«»«» Donnerstag, den 9. April, Abend« halb 9 Uhr: Oessent- liche Versammlung im ehemaligen Schahmacher- Amthanse, Gr. Bergstr Tagesordnung: Protest gegen da« sogenannte Contractbrnchgesetz und gegen die Einführung von Gefindebüchern.___ Der Bev. v&ittrittt Sozial-demokratische Arbeiterpartei. Cjvl-llU Sonntag, 12. April, Bormittag 10 Uhr: läge der Actenstückc. Einieln 6 Gr., bei Parüen 5 Gr. 2 Geschichte der Arbeiter-Agitation Ferdinand Lassalle'S. Bon Ber«' sozio Becker. der Was über die Lassalle'schen Agitation bis jetzt existirt, ist Sußck dürftig. Bernhard Becker, dessen Beruf zu dieser Arbeit unbestreitb� � liefert den Parteigenossen ein Werk, da« eine Menge bisher nie o», öffentlichter Documeute enthält und äußerst aufklärend für die 1 wegung wirken wird. �ur Dasselbe erscheint in 5 bis 6 Lieferungen.1 4 Bogen gr. OcW*00 Preis jeder Lsg. einzeln 6 Gr., in Partien 5 Gr. ding Die erste Lieferung erscheint vor Mitte diese« Mcnal«. ruhh Am Webstuhl der Zeit. Sozialpoliüfchcr Roman von A. Otto- Walst-f Und Eomplot in 15 Lieferungen oder in 3 Bänden. Der Roman ist einzig iu seiner Art. Im Gewandt einer trefflib' � � und spannenden Erzählung behandelt der Berfasser den sozialpolitisch'. Kamps der Jetztzeit nach allen Richtungen. Wie vortresslich WalstOs, 9» Feder zu schildern und zu„packen" versteht, ist bekannt. Der Roman kann alle» Parteigenossen ernstlich empfohlen werd» llrbe auch al« Agitation« mittel in vielen Kreisen ist er nicht zu uoterschähf hild Preis der Lieferung 2 Gr., bei Partien V/s Gr.; Preis comp' tern« einzeln 25 Gr., bei Partien 20 Gr. Bei dieser Gelegenheit empfehle ich den Parteigeuoffni auch übrigen Berlagsartikel. Berzeichniffe über dieselben stehen in jeder zahl gratis und ftanco zu Gebote. r Braunschweig, 1. April 1874. W. Bracke jr.' Zßgr Obige Schriften können zu gleichem Preise auch bezogen p-.»»Up den durch die Expedition de«„Bolksstaat." Geschloffenc Mitgliederversammlunq. An die Schriften-Filialen. Tagesordnung: Kassenbericht; Wahl eine« Agitation«. Comite's; in- uere Angelegenteiten. Kein Parteigenosse darf fehlen. A. H insch, Bertranensm. tfTfiitt Den Parteigenossen bringe ich hiermit zur Kenntniß, daß 4Z-IUH von jetzt ab in meiner Wirthichaft folgende Zeitungen ans- liegen:„Bolksstaat",„Süddeuische BolkSstimme",„Tagwacht",„Gleich- heil,„Arbeiterzeitung au» New-Aork. und die„Frankfurter Zeitung". Zugleich empfehle ich nebst gutem Kölner unv Altcnburger Bier mein gutes Mittag- und Abendessen zu mäßigen Preisen. Carl Breuer, Eigelstetn Nr. 25. IM. MonatS- sowie Quartal- Abonnement» auf den„Bolksstaat" weiden hier entgengenemmcn. Alle Schriften, für welche nicht augenblickliche Verwendung ist, j .~" 15. Ao ist»! t Jitil �an «nn ach sonder« 4. nnd 5. Lies, vom Hochverraths-Prozeß, find bis an nn« zu remittiren. Was bis dorthin nicht zurück ist, muß be.. uud sofort bezahlt werden. Bon den auf Lager behaltenen Schrift«»"�» ein Berzeichntß einzusenden.?"ei Leipzig, 1. April 1874.., [3c] Die Expedition des Bolksstaat.. 5»!-- Leipzig: v«auts- Redakteur: R.Pr»iHer.(Rtdaktton n. Sxd« Zefterstr*4.) Sraii und Bcrtaq der Äenoffellfchaftabmbtrrtckevai H