Erscheint in Leipzig —. Rittwo ch,Freitag,Sonnrag. S.oestellüngen nehmen an alle H. �ostanstalten u. Buchhand- »ngendes In- U.Auslandes. __ silial-Expeditionen für di« Bereinigten Staaten: F> A. Sorge, 101 HodoKsn, N. J. Wm. Lueders, 109 Maystr. Chicago, JH. Peter Haß, W. Corner Thlrd and Wates str. Philadelphia. Abonnementsprei»: Für Preußen incl. Stempel- steucr 21>/, Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. ZNenat,- Abonnement» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2ten u. 2ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch aus den I ten Monat. ii 5'/» Sgr. angenommen. dkgandersozialdemokratischenArbetterParteiundderinternattomlenGetverksgenossenschasten. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Lereins- und Polksverfammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- An gelegmheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und Vergnügung»- Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespallene Petit-Zeile berechnet. WittWoch, 15. Aprit. 1874. Der Klaffcnkamps. tBor zwanzig Jahren, als unsere Bourgeoisie noch um die derbefteiheit kämpfte, ließ sie durch ihre bezahlten Apostel ver- iigen:„Haben wir nur erst die freie Corcurrenz, Freihandel �'f allen Gebieten, so hat Elend und Roth ein Ende und die Ovuth wird nur noch ein Wiärchen der vergangenen Zeit sein." "sonst verwies man auf das Beispiel Englands, wo Gewerbe- arte �eit und freie Concurreuz seit Jahrhunderten bestand und den- au»� das greulichste Elend herrschte, eine uvübersteigliche Kluft ritt. �>en Armuih und Reichthum gähnte. Die bezahlten Apostel � idigten das bezahlte Evangelium ruhig weiter, big ihre Brod- ften daS ersehnte und für sie allerdings paradiesische Ziel er- »»< l4t hatten. Daß man abscheulich geschwindelt hatte, wird heute " den offenherzigeren jener bezahlten Apostel, wenigstens in- ff kict, zugegeben. Einen ähnlichen schamlosen Schwindel treibt '■ sitnv>artlg eine ähnliche Sorte von BourgeoiSapostcln, welche den � Aitern vorreden, die soziale Frage sei nur ein Mißverständniß; fiel � gutorganisirte Gewerkschaften und EinigungSämter(gewerk- < Schiedsgerichte) werde sie auS der Welt geschafft, und die !." momentan durch Mißverständnisse getrübte Harmonie zwischen �">ial und Arbeit zum Heil der Kapitalisten und Arbeiter zur iiufi ssung gebracht." Auch dieses Evangelium wird durch einen "ck auf England als Lügengewebe hingestellt. In England haben ""Gewerkschaften, die an Stärke und geordneter Verwaltung 1 Höchste leisten und Alles, was in andern Ländern auf diesem ibiete vorhanden ist, weit hinter sich lassen. In England habM " Schiedsgerichte und den ehrlichen Willen der gewerkschaftlichen Leiter, ihre Differenzen mit den Arbeitgebern schiedsgerichtlich zu «ibten. Und dennoch wüthet der Klassenkampf in Eng- "b heftiger als in irgend einem andern Land der Welt. "°hdem wird nach wie vor von„Harmonie zwischen Kapital und liest" und der Allheilkraft der Schiedsgerichte und Einigung»- "ier weitergeschwindelt. Hier ein eklatantes Beispiel dieser„Harmonie". Die englische »ndarbeitergewerkschaft", die jetzt an 100,000 Mitglieder hat, __!"ns-rii Lesern bekannt; eine gemäßigtere, um nicht zu sagen �re Organisation läßt sich nickt denken. Das Kind der zwin- eine°ston Roth, suchte die G- werkschaft auf jede Weise sich die uch- Apathie der besitzenden Klassen zu erwerben. Die Führer "bten an die„Harmonie zwischen Kapital und Arbeit". Einige )sfi- �anthropische Adlige, Bourgeois und Pfaffen warfen den ver- !»-"fclt um eine halbwegs menschliche Existenz ringenden Land- >ky. �ven auch ein paar gnädige Almosenpfennige hin. Das machte l Gewerkschaft natürlich nicht fett. Und nun, nach kurzem Ge- ""kel, haben die besitzenden Klassen: Grundherre», Pfaffen und S J'fier, den VcrtilgungSkrieg gegen die Labourer'S Union(Land- a �itergewerkschaft) eröffnet. Man lese nur folgenden Nothschrei selben, den wir unverkürzt mittheilen: „h...An die arbeitenden Klassen Großbritanniens und Irlands. �der! Zweitansendfünfhundert Mitglieder müssen jetzt aus un- ferst>r Kasse erhalten werden, und es ist wahrsc�rinlich, daß, ehe rar, sex Auftuf Euch zukommt, die Zahl noch beträchtlich vermehrt " wird. Dies ist ein großer und schwerer Kampf für persön- " und politische Freiheit. Die Landaristokratic, die Farmer und mv. Geistlichkeit haben sich entschlossen, die Landarbeiter- Union lwerkschafl) auszurotten. In mehreren Grafschaften sind Be- �ffe wie der folgende gegen unS angenommen worden und be- ster � durch die Entlassung der unserer Union angehörigen Arbeiter �Ausführung gelangt:„Ely, den 19. März 1374. In einer i'«» Mordentlichen Versammlung deS VerwallungSauSschusseS der �werassoziation von Ely, welche heute in Lamm-Hotel abgehalten K gelangte nachstehender Beschluß zur einstimmigen Annahme: »efliPien Abend ist den Arbeitern anzukündigen, daß, sollte morgen geo.rStrifc auf dem Gut irgend eineS der zu dieser Assoziation zlccVchörenden Farmers ausbrechen, ein jedes Mitglied der Land- l"i!er-Union am nächsten Zahltag entlassen, und während der eta«>zen Dauer des Strikes nicht wieder in Arbeit genommen wird. '*a' 1 Sekretär hat Weisung erhalten» diesen Beschluß allen nicht der Versammlung anwesenden Mitgliedern unserer Farmer- Jtf.räiation mitzutheilen. I. Luddington, Ehren-Sekretär." .Die Distrikte, in welchen die Aussperrung der Arbeiter Haupt- —|'ich stattgefunden hat, sind die Grafschaften: Cambridgeshire, sortshire, Suffolk, Essex, Lincolushire, Hamptonshirc und Nor- - Ungefähr ein Viertel der jetzt außer Arbeit Befindlichen 0�ten Slrike, die übrigen drei Viertel sind ausgesperrt Die *»ner von Suffolk, Bedfordshire, Hamptonshirc und Cambridge- , die 13 Shillings(1 Shilling— 10 Gr.) erhielten, forder- �'5 Schilling, ohne jegliche„Perquistten"(Bier:c.). Wegen Ungünstigen Wetters verloren sie viele Arbeitstage. In Essex Mngen viele Arbeiter nicht mehr als 11 und 12 Sh. wöchent- c sie haben wiederholt höhern Lohn verlangt, aber stets um- Ihr Alle kennt die Tyrannei und Macht der Landherreu „ Jjlt, daß wir Euch darüber nicht zu belehren brauchen. Wir � ijj'ti nur das Eine erwähnen, daß die Arbeiter in den meisten r'u durch die CottageS u. s. w. in der absoluten Gewalt, der Men" sind, wodurch die Schwierigkeiten noch verwickelter und ajjf ijKt werden. Arbeitsbrüder! Gewer kschastSgenossen!— denn ufll laiche wenden wir unS an Euch— es bedarf eines einheit- ,vei> X geschlossenen Vorgehens, um ein für alle mal dem Recht der »"sklaven aus Vereinigung und Befreiung zum Sieg zu ver- X Wir haben, so weit es in unfern Kräften lag, uns Mittel 7�» blafft und sind haushälterisch mit ihnen umgegangen; allein F hat unS in ruiuirender Ausdehnung zur gerichtlichen Ver- igung unserer Rechte gezwungen, und Ihr Alle kennt die Gerechtigkeit der„großen Unbezahlten"�) und vorurtheilSvollen Geschworenen. Die fortwährenden Aussperrungen und daS uns aufgezwungene Hin- und Herwandern und Auswandern verhindern uns einen genügenden FondS aufzusammeln, und wir sind darum einer Krise, wie der gegenwärtigen, nicht gewachsen. Wir bitten darum unsere AlbeitSbrüder und Gewerkschaftsgenossen, Sammlungen für uns zu veranstalten. Alle Beiträge sind an den Sccretär zu schicken, im Namen des Kassirers I. E. M. Vincent ESq. Leamington und werten im„Lmdom-ers, Union Chronicle" (Chronik der Landarbeiter- Gewerkschaf!) quitt irt wero-n. Unsere Union zählt gegenwärtig an 100,000 Mitglieder. Für das Comitö: Joseph Arch(sprich Dschosef Ayrtsch) Präsident, Henry Taylor (sprich Tähler) Secretär." Dieses Aktenstück bedarf keines Commentars. Gegen die Land- arbeiter- Union ist von Seiten der Arbeitgeber und deren bezahlter Agenten, der Pfaffen, ein Kampf auf Leben und Tod begonnen worden, und die Landarbeiter- Gewerkschaft sieht schon jetzt ihre Fonds erschöpft und muß die übrigen Gewerkschaften um Hülse angehn.(Forts, folgt.) *) Die Justiz aus dem Land wird in Großbritannien von„nnbe- zahlltn" Magistraten geübt, die au» der Klasse der Besitzenden, namentlich der Landslord»(Grundherren) genommen sind, und natürlich in ihrem Klasseninteresse„Recht" sprechen. Diese skandalöse Institution wird von Professor Gneist und andern Leuten diese» Schlag» als ein Bollwerk englischer Freiheit gevriesen und zur Verpflanzung ans deutschen Boden empfohlen. Wie schön, wenn Herr Stetger von Schweta oder Herr Borsig in Berlin über ihre Lohnsklaven auch in optima forma(in bester Form) zu Gericht sitzen könnten! Politische Ueberstcht. — Das Militärgesetz, dieser böse Geist, der so heftig an den Säulen des„herrlichen Reiches" gerüttelt und beinahe einen Lärm in der politischen Kinderstube verursacht hat, ist von den national- liberalen ServiliiätSpriestern glücklich beschworen worden. Mit dem nackten§ 1, der die Präsenzstärke des ReichshcereS auf 400,000 Manu festsetzen soll, getraut stch- �udeß d-e Regierung doch nicht vor das Plenum des Reichstages zu treten, denn auch der„Gott" der parlamentarischen Schlachten kann„seine Launen" haben, wie dies Bismarck von dem„Kriegsgott" gesagt hat. Die Feststellung der Präsenzstktrke soll also incki„auf ewig", wie bei jedem Friedensschlüsse gesagt zu werden pflegt, sondern nur auf sieben Jahre festgestellt werden. Die Regierung verzichtet auf die„Ewigkeit", deharrt aber daraus, daß die Offiziere von den Communalsteucrn befreit bleiben. Die Nationalliberalen haben dem selbstverständlich ihre Zustimmung gegeben. Die Form ist also gefunden, innerhalb welcher sich sowohl die preußische Regie. Ning befriedigt suhlt, alö auch die Nationallibcralen ihre politische '„Ehre" geschützt glauben. Für sieben Jahre verzichten die Na- > tionalliberalen in die militärischen Angclegerheiten irgend eiwas j drein zu reden. Für sieben Jahre soll die Regierung befugt sein, ! aus Militärischem Gebiete ohne Verantwortlichkeit und Rechenschaft � zu schalten und zu walten, wie sie will. Wer darin eine Rettung ider„parlamentarischen Ehre" deS lstationalliberalismuS erblicken will, der mag eS lhun; wir e» blicken in dem Compromiß, zu wel- chem sich die Nationalliberalen herbeigelassen, nur Servilität, Unfähigkeit und Klasseninteressen. Ja: Compromiß! Compromiß! schallt eS durch jene„heiligen Hallen" am Dönhosisplatze und schmunzelnd spitzt daS Junkerthum der Moltke und Kamecke, welche den Bau des preußischen Milita- rismuS errichtet, die Ohren. Was für den ägyptischen König Pharao die sieben fetten Kühe, sind für diese„Helden" die sieben Jahre der festen Präsenzstärke des ReichSheereS und sie brauchen keinen Joseph, der ihnen dies erst deutet. „Der Reichsregierung muß(!) bewilligt werden, was sie fordert, denn was sie fordert, hat sie auch nöthig", so schritt daS Bremische Reptil, die„Weserzeitung", den schwankende» Reichsboten in die Ohren. Arme„Vertreter des Volks"! Weß Organ die„Weserzeitung" ist, der gehe nach Hause und lasse sich nie wieder im Reichstage blicken, denn nach der„Weser- zeitung" ist Nichts unnöthiger, als ein Reichstag. Und erst Herr Biedermann in semer„Deutschen Allgemeinen"! In Nr. 81 druckt er die«Nationalliberale Correspondenz" ab, worin es heißt: „DaS Budget-Recht hat in dem jungen parlamentarischen Leben des Reiches höchstens theoretisch, niemals aber praktisch be- standen"! Also geht nach Hause, ihr„Volksvertreter"; was wollt ihr denn iu Berlin, wenn ihr nur zu bewilligen habt, was die Regierung immer von Euch verlangt. Da lasse man doch die Re- gicrung allein machen; dadurch erspart man viel Zeit und Geld und es bleibt doch beim Alten. Wir sind zwar überzeugt, daß die„Weserzeitung" und Herr Biedermann, welche den nackten Absolutismus predigen und der preußischen Regierung heute eine Machtvollkommenheit zugc- messen haben möchten, wie sie einst Sultan Soliman und Timm zu Gebote stand, auch morgen bei paffender Gelegenheit wieder den „Rechtsstaat" in den Mund nehmen, ja dem guten deutschen Volke glauben machen können, das deutsche Volk besäße überhaupt die freiesten Staatsiustitutionen von der Welt. Wir sind deßhalb der Meinung, daß cS sich bei dem eingegangenen Compromiß gar nicht um die parlamentarische„Ehre" des NationalliberaliSmuS gehandelt hat und zwar aus dem einfachen Grunde, weil diese schon vorher nicht mehr vorhanden war. Was vor sieben Jahren Herr von Forckenbeck, der jetzige Präsident deS Reichstags, als„Vernichtung des Budget- rechtS" bezeichnete, ist heute einfach die„erste Bedingung der Existenz des Reiches". So ändern sich die Zeiten! Damals (1867)' meinte Herr von Forckenbeck zu dem preußischen Landtage, als ein Antrag der Regierung auf dauernde Feststellung der Prä- senzstärke vorlag: „Meine Herren! Sorgen Sie dafür, daß einst nicht die Nach- welt sage: In demselben Augenblicke, wo durch die einmüthige, treue und energische Anstrengung des preußischen Volkes solche Er- folge errungen sind, wo wir dieser Anstrengung des Volkes in seiner Armee und in allen seinen Schichten eS lediglich und allein zu danken haben, daß wir hier über die Geschicke deS Norddeutschen Bundes beschließen, in diesem Augenblick ist von den Vertretern deS Voltes dem Volke mehr an freiheiilichen Rech- ten genommen worden, als für die Erreichung des Norddeutschen Bundes uothwendig." Wir sind heute in derselben Lage und wir wollen hören, ob Herr von Forckenbeck wiederum der„Nachwelt" gedenkt. Wir glauben nicht. Auch die Mitglieder des Reichstags haben es „lediglich und allein" den Anstrengungen des Volkes zu danken, daß sie nicht in Paris, sondern in Berlin tagen. Die Nachwelt freilich wird von dieser„großen Zeit" nicht viel mehr zu sagen haben, als daß dieses Volk nur die Kastanien aus dem Feuer holte, damit ihm nachher desto besser die Haut über die Ohren gezogen werden konnte. — Das„Plebiszit" unserer BiSmärcker ist so kläglich auS- gefallen, wie nur irgend möglich; fast nirgends haben die Herren sich an die Oeffentlichkeit gewagt, und doch sind 9 Zehntel Zei- tungen gefüllt mit langen Berichten und Leitartikeln über diese „Kundgebungen deS souveränen Volks", Die Corruption und Abhängigkeit unserer Journalistik sowie das Mißverhältniß zwischen den verschiedenen BolkSklassen und deren Vertretung in der Presse sind wohl niemals so drastisch zu Tage getreten. Die ungeheuerc Majorität deS Volks ist gegen eine Erhöhung der jetzt schon un- erschwinglichen Militärlasten: bloß eine„kleine aber mächtige Partei", die sich um die Person deS preußischen Königs schaart, daS Häuflein der ganz oder halb mediatistrten Fürsten und Adligen, und der uationalliberat« Bedisnteu-ChoruS find für die dem Reichstag ge- machten Vorlagen.— So ist es in Wirklichkeit! Uno in dem „Spiegel" der Presse: ganz Deutschland ist einmülhig für die preußischen Regierungsvorlagen; abgesehen von einigen reichsfeind- lichen Ausnahmen brennt das deutsche Volt vor Begierde, die Geld- und Vlutsteuer zu vermehren! Wir hoffen, daß unseren Rcichstagsabgeordneten Gelegenheit geboten werden wird, diese Plebiszitsarce und die schmähliche Rolle, welche die deutsche Presse dabei gespielt hat, gebührend an den Pranger zu stellen. Als Curiosität sei hier erwähnt, daß Professor Biedermann in seiner„Deutscheu Allgemeinen Zeitung" vom 9. d. die groteske Kühnheit hat— Danton für das BiSmarck'sche Militärgesetz ins Feld zu führen. Danton„habe dem Baterland die Partei- disierenzen geopfert". Ganz recht, Freund Biedermann.� Aber haben Sie, der Sie doch Professor der Geschichte sind, nicht ge- lernt, daß das Vaterland DantonS, die Freiheit, die Revo- lution war? Haben Sie nicht gelernt, daß Danton hauptsächlich deshalb definitiv mit der Monarchie brach, weil Ludwig der Sechzehnte sich eine königliche Armee schaffen wollte, die gegen daS Volk verwandt werden konnte? Haben Sie nicht gelernt, daß der 10. August, der(freilich mit Unrecht) wesentlich für Dan- ton's Werk ausgegeben wird und jedenfalls seinen Wünschen ent- sprach, hauptsächlich durch jenes Bestreben Ludwig'S des Sechzehnten und seines Hofs, eine königliche Armee zu schaffen, herbeigeführt wurde? Lieber Herr Professor; reden Sie Ihren Studenten und Lesern vor was Sie Lust haben, tauchen Sie bis über die Ohren in den Sumps der Reichstreue und Loyalität, aber lassen Sie die Männer der Revolution auö dem Spiel. Und auch vom Volk lassen Sie die Finger!. Wir dächten die nationalliberalc Partei wäre reich genug an Servilität, um die Kosten ihrer Niedertracht allein zu bestreiten! — Der Reichstag hat nicht genug an den Ausnahmegesetzen, welche die Regierungen gegen die Arbeiter beantragen; ein Theil seiner Mitglieder sucht in fanatischem Eifer die Regierungen noch zu überbieten. Allen voran glänzen die sächsischen Conservativen und einige nationalliberale Abgeordnete, welche beantragen, die seinerzeit durch die Nordd. Gewerbeordnung beseitigten Arbeits- bücher wieder einzuführen. Als Antragsteller fungircn unter Andern der Abgeordnete von Nostiz-Wallwrtz, sächsischer Mi- nister des Innern, der Abg. Dr. Schwarze, sächsischer General- staatSanwalt; beide Herren sind wegen ihres Eifers in Verfolgung und Unterdrückung der Arbeiterbestrebungen be— rühmt; ihnen schließen sich als gleichgestimmte Seelen an die sächsischen Abge- ordneten: Gutsbesitzer Günther, Hosrath Ackermann, Guts- besitzer Pfeifer, Advokat Koch:c. Schon die soziale Stellung dieser Herren läßt schließen, was daS Volk von ihnen zu erwarten hat. Aber wir dielten sie doch für ein Bischen klüger; wir dach- ten, die letzten Wahlen würden ihnen gezeigt haben, daß weder die Polizeimaßrcgeln des Ministers des Innern, noch die Hoch- verraths- und Prcßprozesse, deren eifrigster Beförderer der General- staatsanwalt ist, die Sozialdemokratie zu tödten im Stande sind. Die Haltung der Herren beweist» daß weder das Sprüchwort: „Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit" bei ihnen Beachtung gefunden, noch der Ausspruch Oxenstierna's: „Du ahnst nicht, mein Sohn, mit wie wenig Verstand die Well regiert wird," durch sie Widerlegung findet. Uns kann es nur recht sein, wenn Regicrungs- wie Volksvertreter Sachsens die Rolle, ihre eigenen Todtengräbcr zu sein, fteiwillig übernehmen und unk die Siege für die nächsten Wahlen mit nicht beabsichtigter Gefällig- feit erleichtern. — In der Sitzung des wiedereröffneten Reichstags vom g. April wurde der Antrag von BernardS und Windthorst, eine Rednerliste einzuführen, damit nicht der Präsident sich nach seinem Belieben die Redner auswählen könne, abgelehnt. Es bleibt also beim Alten. VahlteichS Verlangen, die Redezeit zu bestimmen, wurde ebenfalls unbeachtet gelaffen. — Am 6. April trat der JahreScongreß der englischen Ge- nossenschaftSvereine in Halifax zusammen. Vorläufig ent- nehmen wir der„Englischen Korrespondenz" folgenden Bericht: „Ungefähr 200 Delcgirte traten unter dem Präsidium T. Bras- sey's zusammen. Aus der Eröffnungsrede des Letztern entnehmen wir, daß die Zahl der Vereine in England und Wales äugen- blicklich 746 ist, mit 300, SS7 Mitgliedern, von denen 60,000 im Jahre 1872 eingetreten waren; 32,000 schieden auS. Ende 1372 betrug das eingelegte Kapital 2,784,000 L., während 10,176,000 L. für Waaren bezahlt und 11,379,000 L. eingenommen wurden. Der Netto-Profit im Ganzen betrug 807,748 L. Der Präsident gab in seiner langen Rede einige beachtenSwecthe Winke. Sozia- lismuS, sagte er, ist der Protest der Arbeit gegen die ungleiche Vertheilung des Gewinnes auS der Production, allein das System absoluter Gleichheit ist gegen die Gesetze der Natur. Da nun keine Gleichheit zu erreichen ist, so muß wenigstens Gerechtigkeit herrschen. Es wäre nicht gut, wenn das Capital auf Kosten der Arbeit begünstigt wird, so wie die arbeitenden Klaffen wenig Vortheil davon haben würden, wenn sie dazu beitrügen, den Trieb, der zur Kapitalsvermchrung führt, zu vernichten. In England ist der Gewinn, den das Kapital trägt, ohnedies schon kleiner als in anderen Ländern, daher man außerhalb Großbritanniens englisches Geld mit Erfolg heran zu locken weiß. Vor Allem warnte Braff.y die Genossenfchastsvereine vor Unternehmungen in großem Maß- stabe; die Controlle wird zu schwierig und geräth darum in die Hände Weniger. Ein abschreckendes Beispiel bietet die Ouseborn Maschinen- Fabrik, die großartigste Genossenschaft in England und hier ist eS— in der That ein seltsamer Fall— sogar zu einem Strike gekommeu. Wenn das Geschäft ein solches ist, daß cS nicht in bescheidenem Maße geführt werden kann, so soll man nach Braffey daö System der Subcontracte wie bei dem Eisenbahnbau anwenden. Als besonders wünschenSwerth bezeichnete Redner ferner die Herstellung eines guten Kochheerdes für die Arbeiterklaffen in großen Städten und die Einrichtung von Arbeiter Restaurants iu großem Maßstabe.— In der Nachmittags- Sitzung verlas der Sekretär Neale einen Bericht über Ernennung eines Centralbureau's vor und am Abend hielt Hodgson Pratt einen Vortrag, wie durch Cooperation der Fortschritt im sozialen Leben und im Unterricht des Volkes am besten besörrert werden kann.— Es mag hier noch erwähnt werden, daß Goldwin Smith vorgestern einen Vortrag über daffelbe Thema wie Braffey hielt. Wie gewöhnlich, wenn der geistvolle, aber boshafte�ffrofessor geredet hat, erhebt sich gegen ihn ein kleiner Sturm von Seiten der patriotischen Philister. Dies Mal hat er den Zorn des National-Oekonomen der„Times" durch die Behauptung erregt, daß alle Kleinhändler zu Grunde gehen müffen, weck der Detail-Handel nur unter drei Bedingungen, die alle schlecht sind, erhalten werden kann, erstens, wegen der Verschwendung menschlicher Kraft, da jeder Klein- Händler die Hälfte seiner Zeit verschwendet; zweitens wegen des ungehörigen Profits, denn ohne'diefen kann kein Mensch vom Kleinhandel leben und drittens endlich, wegen des Credit-Systems. Also auch auf diesem Wege, meint Goldwin Smith, kommen wir zum Prinzip der Genoffen- schaft, während die„Times" aus den angeführten Gründen den Schluß zieht, daß nur die Zahl der Kleinhändler sich vermindern muß, diese selbst aber nicht zu verschwinden brauchen." — Von den 360 italienischen Arbeitervereinen haben 280 den Arbeitercongreß in Rom beschickt. Bekanntlich sind bei den italienischen Arbeitervereinen zwei Richtungen vertteten, die so- zialistische und die bürgerlich-demokratische oder mazzinistische. Mazzini verwarf den Klassenkampf und glaubte sein- Zwecke durch Verschwörungen zu erreichen. Da in Italien eine Menge von Arbeitern von dieser zopstgen Anschauung sich emanzipirt haben und die offene Organisarion für unendlich wirksamer erachten, als die geheime Verschwörung, so mögen, wenn auf dem Congresse dieser Gegenstand zur Debatte gekommen ist, die gegenseitigen An- schauungen eingehend klargelegt worden sein. Ueber den Verlaus des CongreffeS berichtet die„Frankfurter Zeitung": „In Rom hat der große dreizehnte Arbeitercongreß stattge- funden, der drei Tage dauerte. Ueber 280 Arbeiteraffoziationen waren dabei vertreten. Es wurden eine Reihe von wichtigen Fragen berathen. Die Polizei aber, die sich überall einfindet, wo man über das Wohl der arbeitenden Klaffen beräth, nahm sich auch diesmal wieder heraus, nicht nur die Redner zu unterbrechen, sondern auch die Diskussion über einige Themata, über welche Akademien und Schulen ungehindert verhandeln dürfen, willkürlich zu verhindern. Und sollte man glauben, welches diese Themata waren? Erstens:„Ueber die Natur und die ökonomische Wirkung der Arbeitseinstellung"; zweitens:„über das Verhältniß des Lohns in Bem� auf die Produktion"; drittens:„über die Assoziation deS Kapitals und der Arbeit"; viertens:„über die in das Civil- gesetz einzuführenden Reformen in Betreff der Erbschaften, in Bemg auf den Wohlstand der B-völkerung"; fünftens:„über das Steuersystem". Der Vicepräsident Alessandro FortiS, welcher die Verhandlungen leitete, protcstirte energisch gegen daS Verbot der freien Diskussion, gegen diese schreiende Verletzung der Freibeit d?S Wortes und deS allgemeinen Rechtes. Seme Worte fanden ein lebhaftes Echo bei den Delegirten und dem zahlreichen Publikum, welches der Sitzung beiwohnte." Wenn Herr Bismarck von Cavour gelernt hat, so lernt Herr Vittorio Emanuele jetzt von Bismarck. Jeder will die Arbeiter- bewegung mit der Polizei aus der Welt schaffen; somit scheint ver Eine aus der Geschichte fo wenig gelernt zu haben, wie der Andere. Ueber die Gründung von Lokalblätter». DaS Bestreben, Partei-Lokalblätter zu gründen, daS neuerdings wieder an verschiedenen Orten auftaucht, veranlaßt uns, einmal rückhaltSloS über diesen Punkt unsere Meinung auszusprechen. Bekanntlich bestehen innerhalb der Partei zwei Strömungen, von denen die eine die Lokalblätter als schädlich und die Centrali- sation' der Partei untergrabend bekämpft, während die andere in der Gründung derselben einen Fortschritt erblickt, indem durch die- selben die Macht der Partei fester begründet und eine unauS- gesetzte Einwirkung auf Kreise möglich werde, wo das Central- Parteiorgan gar nicht oder nur sehr schwer Zutritt erlange. Wir sind kein Gegner der Lokalblätter an und für sich; wir halten gut redigirte und gut verwaltete Lokalblätter in Bezirken, wo eine Garantie für ihre Lebensfähigkeit vorhanden ist, für sehr angebracht, weil sie namentlich durch ihre Wirksamkeit in örtlichen Angelegenheiten der Partei einen großen Anhang und eine starke Stütze verschaffen können, wobei wir aber voraussetzen, daß jedes Lokalblatt— was bisher keineswegs überall und in vollem Maße geschehen ist und was zum guten Theil Veranlassung zur Oppo- sttion gegen sie gegeben hat— nach Kräften für die Ausdehnung der Parteiorganisation und gewissenhafte Pflichterfüllung gegen die Partewerwaltung eintritt. Wir sind ferner der Ansicht, daß je mehr sich die Partei aus- dehnt, um so weniger ein einziges Organ für dieselbe genügt. Man verweist hierbei als gegentheiligeS Beispiel auf den Allge- meinen deutfchen Arbeiterverein; aber daS Beispiel dürfte kaum zutreffen. Denn thatsächlich macht sich im Allg. d. Arbeiterverein an den verschiedensten Orten das lebhafte Bedürfniß nach Lokal- Parteiorganen geltend, und wir glauben nicht, daß die Bemühun- gen der strammen CentralisationSanhänger in dem Verein aus die Länge daS Bedürfniß werden unterdrücken können. Uebermäßige Centralisation führt entweder zur Unterdrückung oder zur Explo- fron der Kräfte; eine lebensfähige und intelligente Partei läßt sich auf die Dauer nicht von einigen Wenigen leiten. Tüchtige Kräfte heranzuziehen, wie tüchtigen Kräften Spiel- räum zur Entfaltung zu geben, dazu ist eine gute Partei-Lokal- presse jedenfalls ein vortreffliches Mittel. Aber es muß dabei mit Vorsicht und Umsicht verfahren werden, und daS ist'S, was sowohl manches der bereits gegründeten Organe vermissen ließ und waS namentlich nicht vorhanden zu fein scheint bei den Projekten, die neuerdings aufgetaucht sind. Die erste Bedingung für die Existenz eines Lokalblattes ist die Möglichkeit, in verhältnißmäßig kurzer Zeit einen genügenden Abonnentenstand erhalten zu können, damit seine Existenz gesichert ist. Dazu gehört eine tüchtige Parteiorganisation und eine für unsere Bestrebungen empfängliche und dichte Bevölkerung. Die Partei muß das Blatt gründen, aber nicht das Blatt erst die Partei. Statt dessen treten Orte mit einem Blattprojekt hervor, an denen die Partei bisher kaum 25 steuernde Mitglieder und höchstens 10—20 Parteiorganabonn enien zählte. An solchen Orten ein Lokalblatt gründen zu wollen, ist einfach Unklug und beweist, daß man auch nicht die geringste Ahnung von den enormen Kosten und Schwierigkeiten hat, welche die Gründung eines Organs verursacht. Thaisache ist, daß die Mehrzahl unserer Lokalblätter noch heute nur durch größte Umsicht und Opferwilligkeit erbalten werden kann, obgleich sie schon seit Jahren existiren, einen Boden sich ge schaffen haben und meist genügende Revactions- und VeiwaltungS kräfle besitzen. Thatsache ist serner, daß einige derselben mehr als einmal dem Untergange nahe gebrachi und nur durch die außer- ordentlichsten Anstrengungen außerhalb ihres Wirkungskreises stehen- der Parteigenossen wie der Parteileitung erhallen werden tonnten. Thatsache ist endlich, daß einige bestehen, von denen man heute noch nicht sagen kann, ob sie die Kruse überwinden und trotz aller Mühen, aller Sorgen und Anstrengungen nicht dennoch zu Grunde gehen. Von den Opfern an Geld, Zeit und Menschenkcaft, welche unsere Parteipresse seit ihrem Bestehen absorbirte und täglich noch erheischt, haben die allerwenigsten unserer Parteigenossen einen Begriff, denn in Wirklichkeit sind-s stets nur kleine Kreise, welche diese Opfer zu bringen haben. Deshalb erklären wir es für leicht- sinnig, wenn man ohne klare Einsicht in die Verhältnisse und ohne genügende Mittel, geistige wie materielle, mit der Gründung neuer Lokalblätter vorgehen will. Man sorge dafür, daß der Leserkreis des HauptparreiorganS wie der bestehenden Lokalblätter möglichst erweitert und die Existenz aller damit�über jeden Zweifel gestellt wird. Die Partei- Lokalpresse ist derart' über die Parteibezirke ver- theilt, daß bei einiger Organisation sie daS Bedürfniß auf geraume Zeit decken kann. Mau organisire sichere und mit Mitteln ge nügend ausgestaltete Filialen, sorge für Correspondenten, die alle Lokalnachrichten berichten, Annoncen sammeln und beides täglich linsenden, waS durch die Eisenbahnverbindungen leicht geschehen kann. Neben der Unmöglichkeit, in der erforderlich kurzen Zeit einen genügenden Leserkreis zu gewinnen und die nöthigen materiellen Mittel aufzubringen, ist ts noch ein anderer Umstand, der die Gründung von neuen Lokalblättern, vorläufig wenigstens, entschieden widerräth. DaS ist der offenbare Mangel an passenden re- dactionellen und VerwaltungSkrästen. Wir sprechen auf Grund von Erfahrungen. Wer einen halbwegS vernünftigen Brief oder eine leidliche Correspondenz schreiben kann, ist deshalb noch nicht fähig zum Rsdacteur, wie vielfach geglaubt wird. Die Oberfläch- lrchkeit, die von unfrer Seite so gern den Redacleuren bürger- licher Blätter vorgeworfen wird, und meist mit vollem Recht, dürfen wir in unfern eigenen Reihen sich nicht breit machen lassen. Unsere Blätter sind keineswegs alle mit genügenden Redactions- kräften versehen, neue Blätter würden den Mangel nur vergrößern. Fast mehr noch wie die RedactionSkräfte fehlen tüchtige Verwal- tungskräfte, und doch ist eine tüchtige Verwaltung um kein Haar weniger wichtig wie eine tüchtige Redaction. Eine ungeschickte Verwaltung richtet bei der besten Redaction jedes Blatt zu Grunve. Beispiele fehlen nicht. Da heißt es also, vorsichtig sein und nicht im Eiser sofort ein Blatr gründen wollen, weil die Wahl unS ein paar Taufend Stimmen eingetragen, während alle anderen Bedingungen fehlen. Die Partei hat alle Ursache, mit ihren Kräften und Mitteln haushälterisch zu verfahren, sie nicht muthwillig in spekulativen Unternehmungen zu vergeuden. Ist erst ein solches Unternehmen ohne die Bedingungen einer gewissen Existenz begonnen, dann wird es Ehreastich? für die Gründer, es auch um jeoen Preis zu halten, es werden die unsäglichsten Opfer gebracht, in- und auswärtige Hülfe in Anspruch genommen und schließlich muß man einseheu, daß dennoch die Kräfte nicht reichen. DaS Unternehmen geht zu Grunde und schädigt die Bewegung am Orte und seiner Umge bung mehr als eS ihr nützte. Zwei bereits zu Grunde gegangene Parteiorgane sind hierfür eine Lehre. Darum Vorsicht; suchen wir die bestehenden Organe sicherzustellen, ehe neue ins Leben gerufen werden., Zsteruatiouale Arbeiter-Assoziatio«.*) k'öävration Regional Luisse. An alle Sectionen und an alle Arbeitervereine in Europa! Bürger! Die kürzliche Bildung einer gewissen Gruppe zu Genf, Wik sich„Allgemeine Bereinigung der Arbeiterverbindungen"(Li? universelle des corporations ouvrierea) nennt, hat zu Angid und llrtheilen geführt, welche vollständig umichtig sind, fowiit die Haltung der Genfer Arbeitervereine gegenüber der„Alh meinen Liga" bekeffen. Unsere Pflicht legt uns auf, uns in di-! Sache ein- für allemal gegen jene Sectionen und Arbeiterverst düngen, zu welchen wir bis jetzt in freundschaftlichen Beziehuiz gestanden, auszusprechen, um vollständig die falschen Angah und Ammenmärchen zu beseitigen, die mehr oder weniger zis deutig bezüglich unserer Haltung verbreitet worden sind, denn* wollen keine zweifelhafte Stellung einnehmen. Demgemäß erklären wir, daß alle unsere Sectionen der dung dieser„Allgemeinen Liga" vollständig fremd geblieben si« daß keine irgend welchen Theil daran oder irgend welchen Becke damit gehabt hat. Wir können sogar versichern, daß bis jetzt n keine Arbeiterverbindung außerhalb der Internationalen Arbei» assoziation dieser„Liga" sich angeschlossen hat, waS auch fürt übrige Schweiz gilt. Genf, 4. April. Mit brüderlichem Gruß Im Namen des Cloniitd fedöral Regional Luisse. Der Vorsitzende: Monin. Der Selretär: Postleb. Der correspondirende Sekretär: Soubeyrand. Unser Sitzungslokal ist im Cafä Scheidling, Place Grenul Alle sozialistischen Blätter werden gebeten,'diese Erklärung � zudrücken. •) Diese Erklärung ist uns in französischer Sprache zugegavi' Red. d.„B." Gewerksflenossenschaftliches« Allgemeiner deutscher Schiffszimmerer- Verein. Kamvurg. Zur Beachtung. Den Mitglieder deS Allgeai-is deutschen Schiffszimmerervereins zeige ich hiermit an, daß u-s ..--- M Memeler Collegen durch ihre Organisation schon etwas Ersceulst ohne Arbeitsniederlegung erlangt haben. Sie erhalten einen T» lohn von 1 Thlr. 15 Gr. Dieses ist auch für unsere Me®* Collegen erforderlich, da sie ihre sämmtlichen Lebensbedürfnisse* Mielhen sehr theuer bezahlen müssen. Von Seiten der Arbeitgeber war dies aber nicht der Grck daß sie sich schon nach drei Tagen nachgiebig zeigten, sondern* sie sich gedrängt sahen, ihre einmal angenommenen Arbeite»! verfertigen, und dann die Furcht, daß die Memeler Schifsszi«? leute Mitglieder des Allgemeinen deutschen Schiffszimmeierver� und, und daß derselbe eS vermag, kraft seiner trefflichen£" Usation die Wuth der ausbeutenden Arbeitzeber abzuwehren. � mögen sich aber die Herren Arbeitgeber merken, daß es nicht u» Aufgabe ist, wenn man unS mit Füßen tritt, bloß abzuweh> sondern wir Mitglieder des Allgemeinen deutschen Schiffszimme Vereins haben unS als Hauptaufgabe gestellt und werden mit Kraft daran zu arbeiten wiss n, daS sozialdemokratische Pri zur Geltung zu bringen, welches die Lohnarbeit verwirft, i deshalb ist es Pflicht für diejenigen Schiffszimmererleute, die> nicht zu unS gehören, daß sie herantreten und für die Rechte> pflichten des Vereins einstehen. G. Rümpel Iusere Parket-, BerwaltunssS-»«d OrgauijatiouS- Angelegenheitea. An die Parteigenossen! Nachgenannte Vertrauensmänner sind neu vorgeschlagen und von unS bestätigt worden: Breslau: Carl Just; Cöln: Joh. MoSkopp; Fürth: Dr. F. Beckendahl; Luckenwalde: Wilhelm Lorenz; Ronsdorf: Jsaac Jörgens; Wilkau: Christian Teichmann. Hamburg, 12. April 1374. Mit Gruß! Der Ausschuß. I. A.: H. Benneke, kl. Schäserkamp 34. A. Geib, Rödingsmarkt 12. Gewerkschaft der Schuhmacher. Leipsig. An die Collegen in der Schweiz! Al« wir einigen Jahren den Aufruf zur Gründung einer Gewerkschaft alle Länder und Gaue hinaussandten, da waren unsere Colll in Zürich di- einzigen Nichtdeutschen, die die Nothwendigkeit e' allgemeinen festen Organisation befürworteten, sie waren die � zigen, die mit uns in den Ruf einstimmten: Arbeiter aller La> vereinigt Euch! Sie waren es, die weder Grenze noch N»l kannten und die sich sagten: die Lage der Arbeiter, deren Ü und Bestrebungen sind überall gleich, sind ein und dieselbe»! gilt mit vereinten Kräften Roth und Uebelstände, die Mängel Schäden zu beseitigen und auszurotten, eS gilt mit vereinten 8 tcn der üppig wuchernden und speculirenden Kapitalmacht, die arbeitende Volk ausbeutet und unterjocht, einen Damm entge- zusetzen, es gilt eine feste Organisation zu schaffen, um r> Macht ebenbürtig entgegentreten zu können, es gilt eine körper und geistige', Besserstellung in unserm Geschäft herbeizuschaffen. hallte eS aus der freien Schweiz von unseren College» zurück wir waren erfreut über das bereitwillige Entgegenkommen, den regen Geist, über den festen Willen und die richtige Ä» sung der Beveumng des allgemeinen und großen Vorhabens. � als sich bei Ausspruch des Krieges die Verlegung des nothwendig machte, da konnten wir ohne Besorzniß Die Bett tung in ihre Hände legen, da im Verkehr und in der Besorz der Geschäfte stets die größte Pünktlichkeit und Gewissenhaft!! geherrscht hatte, so daß die Mitgliedschaft Zürich für unS mustergiltig dastand. Leiber sollte diese Freude nicht lange dauern, denn w- Wochen nach der begeisterten Ansprache der Züricher, in w' sie die Mitglieder anfeuerten und anspornten, unablässig für!" oreitung und Befestigung der Organisation und unsrer M bungen überhaupt thaug zu sein, führten sie daS unerhörte& spiel auf, in einigen unstichhaltigen und kür freie schweizer Art- unwüevigen Erklärungen nicht nur als VerwaltungSrath, so« auch als Mitgliedschaft überhaupt, nicht mehr mit unS gemcü für Menschenrecht uud Menschenwürde zu wirken. Unerhölt, begreiflich für unS. Wie ein Blitzstrahl au« heiterem Himmel uns diese Nachricht. Die Männer, die wir für felsenfest und erschüttert hielten, wichen muthloS zurück. Männer, die sich kurzer Zeit so glühend ausgesprochen, Männer, die wir als 3$ und Vorbild stet« betrachtet hatten, die noch vor Kurzem nid gerufen: haltet fest und hoch daS internationale Bauuer! sie 1 ten nur noch für sich in der Schweiz, abseits der großen Arb< bewegung, thätig sein. Wie würdet Ihr wohl, Collegen i" Schweiz, geurtheilt haben, wenn wir uns solcher Handlung� schuldig gemacht hätten? Hättet Ihr unS nicht als indisft geistig unreif und beschränkt erklärt, und da« mit Recht?& *v» V"ir>v �..�<..«7* in Euch nicht bald der Gedanke einer ungerechten Handlung' d die Ihr an uns und an der Arbeiterbewegung überhaupt sj gen habt, indem Ihr unS so kalt und gefühllos Eure Abtrü>? �TTVr* aA CC.tJU rC,.�u CU..J4V.»„..ih v keit erklärtet? Wie war eS Euch möglich, Euch Brüder und* Hl tlPtltlCit f /iv» mav« 0* legen zu nennen, die weder Grenze noch Nation kennen? muthloses Zurückweichen war auch Gegenstand der Bespr� auf unsrer letzten Generalversammlung, und eS wurde eutsch? vcrurtheilt und gemißbilligt. ES war Jedem unbegreiflich Ihr mit einer so wichtigen und theueren Sache so leichtes � habt treiben können. i Collegen in der Schweiz, die Ihr mit uns den richtigen Weg eingeschlagen hattet', Ihr seid der BereinSspielerei verfallen und beweist dadurch,. daß Ihr die Tragweite der sozialen Bewegung nicht kennt, Ihr habt durch Euren Austritt die Parole der Ar- Seiter: Einer für Alle und Alle für Einen! mit Füßen getreten. Ihr wollt nicht mit uns vereint die einstmals von Euch selbst an erkannten Uebelstände beseitigen. Anstatt zu sehen und zu hören wie Tausende von Arbeitern sich zusammenschaaren und geistig erwachen, zeigt Ihr das beschä wende Gegentheil. Laßt Euch nicht die Vorwürfe geistiger Ver- kommenheit machen, sondern tretet heraus auf den Kampfplatz, wenn Ihr Mänaer und nicht muthloS sein wollt. Heraus auS Euren Schlupfwinkeln und betretet das offene Feld und helft durch Euer Eingreifen den Sieg rasch und sibnell erringen, dann könnt Ihr mit Stolz und Freude sagen: wir thun unsere Pflicht und Schuldigkeit mit Bewußtsein und Ueberzeugung, um unser gefallenes und verfallenes Geschäft auf einen achtungs- und ehrenwerthen Standpunkt zu bringen. So lange Ihr das nicht thut, werden wir nicht aufhören, mit Fingern auf Euch zu zeigen und Jeder College soll erfahren, welch frevelhaftes Spiel Ihr einstmals mit uns getrieben habt. Wir wollen hoffen, Ihr werdet dies vermeiden und werdet so schnell als möglich Euren verlaffenen Platz wieder einnehmen und unsere Losung soll von Neuem sein: Mit vereinten Kräften vorwärts! A. Schäfer. Correspondenzen» Leipzig, 10. April. Bekanntlich hatten die„Leipziger Nach- richten" behauptet, daß bei der NeichstagSwahl am 10. Januar in Kleinzschocher der Wahlvorsteher gesagt habe, er habe nicht ordnungsgemäß um 6 Uhr schließen können,„weil sonst die Sozialdemokraten ihn todtgeschlagen hätten". Der Wahlvorsteher erklärte dies für unwahr, worauf die Redaktion erklärte, dem „Bericktcrstatter" die Verantwortlichkeit überlassen zu müssen. Kürzlich nun, nach circa einem Vierteljahre, erktärten die„Leipziger Nachrichten", daß die ganze Geschichte aus der Luft gegriffen sei. So wird frisch in die Welt hinein gelogen und man getraut sich dann nicht zuzugeben, daß man gelogen.„Verschämt" soll die Sache Hintennach abgemacht werden. Für uns wäre nur intereffant zu erfahren, ob die Redaktion oder der„Berichterstatter" oder ob sie alle Beide gewußt haben, daß ihre Behauptung eine Lüge war. Denn daß dies erst so spät eingestanden wird, ändert an der Sache gar nichts. Leipzig, 10. April. Zu Neureudnitz in der Tonhalle fand am 5. Januar dieses Jahres eine Volksversammlung statt, wo BloS die gesetzgeberische Thätigkeit des Reichstag« kritistrte und Hadlich praktische Beispiele dazu vorführte. Es wurde die Wahl Johann Jacoby's empfohlen. Der Pol zei-Expedient Heimburger, welcher die Versammlung überwachte, berichtete hlcrauf an die Staatsanwaltschaft, daß Blos gesagt hätte:„Die ganze heutige Gesellschaft, sowie sämmtliche Einrichtungen des deutigen Staats beruhen auf der Verdummung des Volkes"; sowie daß Hadlich das Militär als„Spitzbuben in Waffen" bezeichnet habc. Die Staatsanwaltschaft hat hierauf auf Grund des§131 des Strafgesetzbuches?lnklage erhoben. Blos konnte bei der Vorunter- suchung selbstverständlich durchaus nicht zugeben, daß er einen solch blödsinnigen, noch dazu ganz dem Stile des Strafgesetzbuchs an- gepaßten Ausspruch gethan haben solle.„Einrichtungen deö Staats" sind auch Post, Eisenbahnen:c., von welchen Niemand behaupten wollen wird, daß sie auf der Volksverdummung beruhten. Daß der Herr Heimburger BloS solche Dinge zumuthet, wird durch Stellung zahlreicher Entlastungszeugen zweckentsprechend be- leuchtet werden. Ebenso hat Hadlich nach seiner zu Protokoll ge- gebenen Aussage nur den Ausspruch Moltke'S:„Volk in Waffen ist so viel als Spitzbuben in Waffen", den Moltke in der Com- Mission für das Mllitärstrafgesctzbuck, gethan hat, citirt und nicht entfernt daran gedacht, selbst das Militär Spitzbuben in Waffen zu nennen. Wir hoffen, daß dieser Prozeß sich so interessant ent- wickeln wird, daß künftighin die Polizei es sich doch bedeutend überlegen dürfte, bis sie wieder Leute zum„Ueberwachen" in politische Versammlungen schickt, die wie Herr Heimburger nicht einmal die Bildung oder Befähigung zu einer für die mittleren Schulklassen genügenden Wiedergabe, geschweige denn Benrthellnng einer politischen Rede besitzen. Dresden, 1. April 1874.(Abrechnung über die beim Landeswahlausschuß zu Dresden eingegangenen und verausgabten Gelder vom 4. September 1373 bis 15. März 1874. A. Einnahmen: Ertrag von Partei-, Volksversammlungen und zwei Arbeitersesten Thlr. 142 8 6, durch Garibaldi Thlr. 2, durch die Fabrik von Lange u. Jödicke Thlr.— 21 5, durch Meißner Thlr. 3 17 5, durch F. u. U Thlr.— 12, durch Schiffner Thlr.— 5, durch Ruppmann Thlr. 1, durch Pfitzner Thlr. 1, durch Trieb Thlr.— 5, durch Engelmann Thlr. 12 5, dur» Ritte,'s Fabrik Thlr.— 16 5, durch Petzold Thlr. 6 13 5, durch Kobitzsch Thlr.— 15, durch Köhler Thlr.— 10, durch Weitzmann für Inserate von der Partei zurückerhalten Thlr. 9 16, durch IIa- bekannt Thlr.— 20, durch Ungenannt Thlr.— 5, durch Hütter Thlr.— 10, durch Klopfleisch Thlr.— 21 6, durch G. Sckirmer Thlr.— 7 5, durch Matthe« Thlr. 5 21 3, durch Cerani Thlr. 3 25 8, durch Schmieder aus der Tischlerwerkstatt von Bock Thlr. 2 7 5, durch Biedermann Thlr. 15 14, durch Venediger Thlr. 3 14 5, durch Hartmann Thlr. 5 9, durch Koch bei einer Kindtaufe gesammelt Thlr.— 15, durch Barth el Thlr.— 18 1, durch G. Wcißenscls und Ernst Weißenfels Thlr. 7 13 7, durch Gäbler Thlr. 4 5 5, durch Weitzmann Thlr.— 23 5, durch Liste Nr. 1177 Thlr.— 3, durch Triebs Thlr.— 25. durch I. I. Thlr.— 10, durch Zeidler Thlr. 1 15, durch Lottenburger Thlr. 24 2, durch Liste lltr. 1386 Thlr.— 29, durch Liste Nr. 1389 und 1390 Thlr. 4, durch Hermann Eichhorn Thlr. 2 28, durch Krause Thlr.— 10, durch Franz Eichhorn Thlr. 6 14 5, durch Grube Thlr.— 7 5, durch Kuhnert Thlr.— 20, durch die Näh Maschinenfabrik„Vulkan" Thlr. 1, durch Angermann Thlr.— 7 5, durch Rumpelt Thlr. 4 14 5, durch Schmiedel in Räcknitz Tblr. 1» durch N. N. zur Verwendur g im Liebknecht'schen Wahlkreis Thlr. 50, durch Lotze von Dresdner Buchdruckern theils durch Aufruf von Chemnitz, theils durch WahlfondSlisten und Vereinsversammlungen Thlr. 18 11, durch Leuteritz Thlr. 10 13 6, durch Eger Thlr.— 25, für„Volksboten" und„Volksstaat"(Agitationsnummern) in BolkS- versamml. am 9. Jan. 1874 Thlr.— 16 9, durch ReinSperg Thlr.— 13 5, durch O. S. Thlr. 100, durch Däbritz Thlr. 1 10, durch Otto Hofmann Thlr.— 22, durch I. Auer Thlr. 20 18 6, durch Schwenker Thlr. 6 27, durch Herbig Thlr. 1, durch K. S. Thlr.— 5, durch Hehn Thlr.— 15, durch Thomas(Former) Geißler(Schuhmacher) Thlr. 1 10, durch S. Thlr. 1, durch Mg Thlr.-T- 10, durch Th. Thlr.— 5, durch K. Thlr.— 10, durch H. Thlr. 1, durch M. W. C. Thlr.— 21, durch Zimmer von der Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer Thlr. 10, von der Gewerkschaft der Maurer Thlr. 4 18, durch T. Thlr. 1, durch B. St. Thlr. 1, durch Schmiedel Thlr.— 18, durch Julius Jenlsch Thlr.— 10, durch M. S. Thlr.— 20, durch E. Thlr.— 7 5, durch Frohberg Thlr. 2 2 9, durch Rietzsch Thlr. 1, durch R. Thlr.— 5, durch den Arbeiter-Bildungsverein Thlr. 26 23, durch Hofmann in Hainichen Thlr. 1 9, durch Wenzel in Reuwelfchhuse Thlr. 1 25, durch für„Freiheit" aus Strießen Thlr.— 7 5, durch Eduard Schellenberg in Werdau i. S. Thlr. 10, durch Hofmann in Zwickau Thlr. 13, durch Emil Spiegler in Bruchsal in Baden Thlr. 2, durch S. in Fischbach Thlr. 1, durch Bernstein in Berlin Thlr. 26 20, durch van der Seeden in Berlin Thlr. 5, durch Kretzschmar in Oberlößnitz Thlr.— 10. Summa Thlr. 607 1 5. B. Ausgaben: Für Kassabuch und Papier Thlr.— 9 5, für Druckkosten Thlr. 170 16 5, für Depeschen Thlr. 3 5, für Briefporto Thlr.— 17, für CouvertS Thlr.— 5, für 2 Expl. des„Dresdener Anzeigers" Thlr.— 4, für Papier zu Wahlauf- rufen, Flugblättern und Stimmzetteln Thlr. 47 29, für Mehl zu Kleister Thlr.— 1, für Kosten der Volksvers ammlungen in Loschwitz und Odeum Thlr. 6 4, für Inserate in„Dresdner Nachrichten" und „Anzeiger" Thlr. 17 24, für polizeiliche Erlaubniß zum Arbeiter- este Thlr. I 21, für Verschiedenes am 10. Jan. 1874 Thlr. 9, Ar Entschädigung versäumter Zeit am Wahltage Thlr. 7 20, für Fracht nach Stolberg(an Hofmann) Thlr.— 29 5, für Bracke's Wahl(an Hadlich) Thlr. 9, für Auer für Agitat. Thlr. 45 29 5, ür Biedermann Thlr. 1, für Wahl in Freiberg für Agitation und Porto Thlr. 50'14 5, für Petrich f. Agit, Thlr. 14, für Kayser ) Agit. Thlr. 14, für Klemp f. Agit. Thlr. 4 23, für Walster Ar Agitation und Verläge Thlr. 42 1, für Oesterreich für Agit. Thlr. 25 2, für A. B. Wolf f. Agit. Thlr. 24 2, s. r Hermann f. Agit. Thlr.— 10, für Gäbler Thlr. 8 5, für GerstendergerS Reise nach Berlin Thlr. 3 22 5, für Fertigstellung der Wahlkreis-Listen Thlr. 7, für llhle in Chemnitz Thlr. 5, für Klopfleisch Thlr.— 3, 'ür Eckstein Thlr. 12, nach Waldheim Thlr. 2 15, an Lottenburger . Agit. Thlr. 8, an Rübestock f. Agit. Thlr. 1 10, au Petzold f. Agit. Thlr. 6, an Pehlan Thlr. 1, an Schütte Thlr.— 15, an die Gewerksch. der Schuhmacher f. Agit. Thlr. 3, an den 6. Wahl- kreis f. Agit. Thlr. 29 26, an Leibnitz Thlr.— 10, au Schambacher Thlr. 1 10, an Pietschmann in Königsbrück Thlr. 5 12 5, an Bcrger Thlr. 2, an Witta Thlr.— 10, Gratification für Rad- dreher der Druckmaschine Thlr.— 5, für Stimmzettelbrechen Thlr.— 10, für Wahizettel-AuStragen an Engelmann Thlr. � 20, für Anschlagen von Plakaten Thlr. 9, für Stimmzettel-Anstragen Thlr. 1 15, an Dienstmann für Agit. Thlr.— 5, für Inserate im„Volksboten" Thlr. 23 19 5, Vorschuß an den„Volksboten" Thlr. 65 23 2, an Schauer für versäumte Zeit Thlr. 1. Summa Thlr. 696 8 2. Bilanz: Ausgabe Thlr. 696 8 2, Einnahme Thlr. 607 1 5, bleibt Defizit Thlr. 89 6 7. Vom Dresdner„Bolksboten" Hauptzweck: Mitglied- oder Gewerkschaften fest zu begründen, er- reicht ist. Für die' Auflösung des bisherigen Verbandscomite'S erhoben sich von 13 anwesenden nur 2 Delegirte. Auch wurde das VerbandScomite, in Ermangelung eines Partei- organs in Thüringen, dessen Begründung sich nach den bisherigen Erfahrungen als unausführbar erweist, beauftragt, versuchsweise vierteljährlich ein Flugblatt zu versenden. Als Agitatoren wurden von der Versammlung die Parteigenossen: Bock, Giffeh, Ufert, KrauthauS, Wolf und Reichelt bezeichnet. Interpellationen an das ehemalige AgitationScomit6 in Weimar wegen der einseitigen Verwendung des UeberschusseS, welchen das im Sommer in Weimar abgehaltene soz. Thüringer Arbeiterfest ergab, für die Wahlagitation im Weimarischen Wahlkreise, wäh- rend anfangs auch Mitgliedschaften anderer Kreise Beihilfe zur Wahlagitation in Aussicht gestellt worden zu sein schien, wegen des Verfahrens bei der mit dem Arbeiterfeste verbundenen Lotterie und wegen unterbliebener Veröffentlichung des Rechenschaftsbericht» erledigte sich nach der Auskunft der Betreffenden damit, daß die Versammlung weder ein Mißtrauen Aber die Kaffenführung selbst zu hegen Ursache, noch gegen die Verwendung des UeberschusseS besonders für den Weimarischen Wahlkreis etwas einzuwenden fand, dagegen das formelle Verhalten des damaligen AgitationS- comitä'S, auch in seiner Beziehung zum Arbeiter-Festcomits, als nicht ganz correct bezeichnete. Noch wurde der schon auf der vorjährigen Landesversammlung in Pößneck gefaßte Beschluß eine Statistik der Thüringer Arbeiter- Verhältnisse aufzustellen, in Erinnerung gebracht und dem gewählten Vorort Gotha zur Ausführung überwiesen. A. Winckler. ßobnrg. Wie anderswo beabsichtigten die nationalliberaleu ReichSrückjchrittler auch hier einen liberalen OrtS- und Landes- oerein zu gründen. Es ist zu bedauern, daß diese Herren erst jetzt mit dieser Gründung zu Tage treten; vor der Wahl hätten noch viele Arbeiter, die gegen uns stimmten, Gelegenheit gehabt, sich von dem Humbug zu überzeugen, den die Nationalliberalen in ihren Vereinigungen mit dem Volkswohle treiben. Willkommen sind uns die politischen„Gründer" aber auch jetzt, und jemehr u gründen, desto eher kommt der„Krach". Staßsurt, 3. April. Der Ausschuß sagt in seiner heutigen Veröffentlichung der neu gebildeten Mitgliedschaften Hochstedt an- tatt Köchstedt. Außerdem sei mitgetheilt, daß Unterzeichneter in dem am 27. v. M. statigefundenen Termine wegen Bertheilnng resp. Inhalt des Polling'scken Liedes„Deutscher Arbeiter-Marsch", nach einer schwunghaften Anklage des Staatsanwalts zu Oaedlin- bürg, worin natürlich„Pariser Commune",„Communismus", „Anarchie" u. s. w. die Hauptphrasen waren, und nachdem Be- nannter 6 Monate Gefängniß, mit Ausschluß der Geldabmachung, beantragt, zu 3 Monaten Gefängniß vecurtheilt. Der R.'chtsan- wall will Einspruch erheben. W. Fischer. Jorst II.» L. Am 9. März hatten wir hier eine öffemliche Ver- .ainmlung anberaumt, in welcher der ReichStagSabgeordnete Most über:„Die Lage deS Arbeiterstandes und wie ist dieselbe zu ver- bessern" spreche» sollte; trotzdem uns nun Herr Metzncr auS cvr,?..____'___ f... U. 4 1t* l.-»44» Yit.-icjf.t.ff-v»• retour zu zahlender Vorschuß vo'u Thlr. 65 28 2. Bleibt Defiziii Berlin zweimal benachrichtigt hatte, daß Most zugesagt habe, war Thlr. 23 3 5. Schriftsetzer Heinrich Lotzi, Kassirer. derselbe nicht erschienen. Die Versammlung war to stark besucht, daß viele wieder umkehren mußten. Partergeuosse Woleschack über- Weichenöach, 6. April. Unsere Wahlerfolge auf dem Lande, sowie der prahlende nationalliberale Siegesjubel veranlaßte die Conservativcn aus ihrer Passivität herauszutreten und in Grün- dung von reichstreuen gemäßigten Vereinen zu machen, damit zum nahm daö Referat, doch war trotz seiner vortrefflichen Ausfüh- rungen die Versammlung bei keiner rechten Ruhe zu erhalten, und erst als von uns die Versicherung gegeben wurde, daß im Laufe der nächsten Woche wenn möglich noch eine Versammlung statt- Wohle der schon sehr glücklichen Menschheit auch fernerhin Thron � �e. legte sich der Unwille. Wir erhielten dann'die Zu- und Altar ge,rch-rt s-r vor der s° thatrzen Umsturzem der So- �ß Vahlteich zum 13 März kommen würde. Da die zraldemokraten. Für Sicherung des Kapitals-c. sorgen die National-'r,?:,', in holden Pofithtstrenr. zialdemokraten. Für Sicherung des Kapitals rc. sorgen liberalen vorzugsweise, in allen andern Fragen, die Freiheit und Volkswohl betr., gehen sie mit den Conservativen, obwohl sie deren„Reichstreue" nicht recht trauen wollen, da Letztere bei Fest- lichkciten der höchsten Deutschen nicht offen genug ihre Anhänglichkeit durch Schmausereien k. beweisen wollen. Diese gegenseitigen Complimente dünken uns als Kinderspiel, da wir wohl wissen, waS wir von beiden Parteien zu erwarten haben. Wir gehen in gewohnter Art vorwärts, vermochten indeß bis daher einem Be- dürfniß der Ruhe nach so gewaltiger Anstrengung nicht zu wider- stehen und halten die Erörterung der Frage:„wie die gewonnenen Stimmen für unsere Sache fernerhin zu erhalten sein werden", für das nothwendigste Thema einer baldigen BezirkSconferenz. Wohl dürfte sofort mit Gründung von Parteimitgliedschaften zu antworten sein, allein die polizeiliche Fürsorge, welcher sich die Parteimitglieder auch hier zu Lande erfreuen, dürfte ängstliche Landbewohner zum Nichtwiederkommen veranlassen, zudem ist noch die Frage in Erwägung zu ziehen, auf wie lange man den Parteige- noffen gnädigst gestatten wird, der Partei anzug?hören, da auch hierorts vom Gerichtsamt von den Parteigenossen die Beachtung der§§ 18 und 19 des Vereinsgesetzes vom Februar d. I. ab verlangt wurde, in Folge dessen dieselben an die königl. Kreis direktion Zwickau appellirten und deren Entscheidung noch erwarten. Der Vertrauensmann. chotha, 9. April. Die an den beiden Oster-Feiertagen, 5. und 6. April tagende Landesversammlung der Thüringer Par- teigenossen, an welcher 22 Delegirte die Parteimitgliedschaften und verschiedene GewerkSgenossenschaften der Orte Apolva, Arn- stadt, Berka a. d. Ilm, Coburg, Eisenach, Erfurt, Gotha, Mei- ninzeu, Mühlhausen, Münchenbernsdors, Neustadt a. d. Orla, Sömmerda, Straußfurt, Weida und Weimar mit ca. 1836 Mit- gliedern vertraten, beschäftigte sich, nachdem sie den RechenschaftS- bericht über die bisherige Thätigkeit des Agitationscomitä'S und dessen Uebersiedlung von Weimar nach Erfurt entgegengenommen, zunächst mit der Frage: ob, nach den bisherigen, keineswegs voll- genügenden Erfahrungen das ADationscomitö zu erhalten sei. Nach längeren Verhandlungen über die Wichtigkeit einer die Thü- ringer Mitglied- und Gewerkschaften zusammenfassenden Ccntrali- sation, die Ursachen der bisher nicht zuftiedenstellenden Wirksamkeit deS Comitä'S, sowie der lauen Theilnahme für dasselbe seitens der Mitgliedschaften, die Art seiner Organisation, endlich über die Nothwendigkcit von Agitationsmittelpunkten für die einzelnen Wahlkreise, einigte man sich über folgende Grundzüge:„Die Landesversammlung wählt jedesmal den Vorort eines Verbands- und AgitationScomitä'S zur Zusammenfassung der Partei- und Gewerkschaftsbestrebungen in Thüringen. Gleichzeitig übernimmt die Mitgliedschaft jedes Hauptortes eines Wahlkreises die spezielle Agitation in letzterem, sammelt freiwillige Beiträge für seine Wirk- samkeit und führt den auf 1 Sgr. vierteljährlich für jedes Mit glied festgesetzten Beitrag für das Verbandscomits an dieses ab. Letzteres hat die Aufgabe: jährlich eine Lanvesversammlung zu be- rufen, die Statistik der Arbeiterverhältnisse Thüringens auszu- nehmen, in rechtlichen Fragen den einzelnen Mitglied- und Ge- werkschaftcn möglichst Auskunft zu geben und die Agitation nach seinem Ermessen und den ihm zu Gebote stehenden Mitteln in der Thlr. 1, durch Nunchert Thlr. 2 27 4, durch Peschel Thlr. 1 22 5, Art zu betreiben, daß zunächst die entlegeneren und mehr vernach durch Hausse Thlr.— 11, durch I. Klemp Thlr. 3 10, durch'lässigten Orte vorzugsweise berücksichtigt werden,� bis dort der Zeit zu kurz war, um die Versammlung in beiden Lokalblättern bekannt zu machen, ging Unterzeichneter zum Bürgermeister, um Erlaubniß einzuholen, die Plakate anzuschlagen, was jedoch vom Bürgermeister verboten wurde. Es blieb uns nun noch ein Lokal- blatt, aber trotz dieser mangelhaften Bekanntmachung war der Saal gedrängt voll. Tagesordnung war:„Die religiöse Frage und die Sozialdemokratie." Vahlteich erläuterte zunächst, wie die Religion entstanden und wie sie sich bis auf den heutigen Tag fortgepflanzt habe; beim Sozialismus angelangt, verglich er die frühere Sklaverei und Leibeigenschast mit der jetzigen Lohnsklaverei. Die Versammlung gab durch stürmischen Beifall ihre Ueberein- stimmung mit dem Redner zu erkennen. Nach einer kurzen Pause kritistrte Referent auch noch den Contractbruch-Gesetzentwurf und führte dabei auS, daß, wenn dieser Entwurf Gesetz werden sollte, der Arbeiter dabei am schlechtesten wegkommen werde, indem der Arbeitgeber eine Geldstrafe zahle, der Arbeiter aber in Haft ge- nomine» würde, weil er die Geldstrafe nicht bezahlen könne. ES wurde deshalb beschlossen, eine Zuschrift an den Reichstag zu rich- ten, welche die Beseitigung des Contractbrnch- Gesetzentwurfs ver- langt. Besagte Petition ist denn auch mit nahezu tausend Unter- schriften an den Reichstag abgesandt worden. Mit dem Stand unserer Partei können wir zufrieden sein; unsere Mitgliedschaft ist seit einem Jahre von 20 auf 120 Mit- glieder gestiegen und die VolkSstaatabonnenten von 7 auf 36, und hoffen wir, da wir jetzt zwei tüchtig- Lokalägitatoren besitzen, bald über bessere Fortschritte berichten zu können. Mit Gruß Robert Wobusa. Pöcking(Oberbayern). Wie man mit Arbeitern um- springt. Der verheirathete Tischlergeselle Wimann war als Ak- kordant mit noch drei Gehilfen beim Tischlermeister Michael Hauber daselbst in Arbeit, und sollte jeder derselben per Tag zwei Gulden erhalten. Seit 10 Tagen erhielten dieselben aber keine Bezahlung mehr, und als am verflossenen Charfreitag Wimann und seine Collegen Gelb verlangten, wurden sie von Hauber, welcher sich im Hause völlig verbarrikadirt hatte, mit Abschnitten traklirt, so daß ein Gehilfe nicht unerhebliä, am Kopf- verletzt wurde. Klag- ist deshalb bereits erhoben und wird die Verhandlung am 15. dsS. beim dortigen Starnberger Gerichte stattfinden. Die Gehilfen sind nun vorerst ohne Geld und Arbeit und werden auch andere Collegen auf das Benehmen des Hauber aufmerksam gemacht, da- mit es ihnen nicht ebenso ergehe, wie den obigen vier Tischler- gesellen... Augsburg.(Berichtigung.) In der Abrechnung de« Formerstrik-S in Nr. 38 muß eS heißen: von BolkmarSdorf(bei Leipzig) durch Lowg. Frz. Beyer 33 fl. 30 kr.(statt Parstendorfer), Augsburg von der Maschinenfabrik durch Wenzel 53 fl. 30 kr. (statt 35 fl. 30), Gießerei Klaas 33 fl.(statt 41 fl.) Hssen, 3. April. Die Folgen der Kcsse sind auch bei unS eingetreten. Die Geschäfte gehen schlecht, auf de» Kohlenzechen fortwährende Lohnabzüge, Ärbeitereatlassunzen und bei verschie- denen Gruben Reduktion der Arbeit aus vier Tage, um bei ver- mindertem Vorrath die Kohlen zum alten Preise von 9—10 Gr. pro Centuer abzusetzen. Vor drei Monaten konnte ein Arbeiter noch nicht mal welche bekommen, oder er mußte gleich einen ganzen Wagen nehmen, und die Arbeiter sind doch meistentheils nicht in der Lage, dieses zu können. Doch da hat Herr Krupp abgeholfen. Er verkaufte seinen Arbeitern Kohlen für den niederen Preis von nur 7 Gr. pro Centner, doch das dauerte nicht lange. Als Krupp sah, daß viele Leute die billigere Kohle kauften, die wohl nicht Fabrikarbeiter waren, da wurde der Ccntner auf 9 Gr. gesetzt, wenn nun mal einem Arbeiter 1 Pfennig fehlte, dann wurde die Covsumkarte einbehalten. Nur bei Krupp geht eS jetzt flott, besonders in den Kanonen- Werkstätten. Krupp sucht in allen hiesigen und auswärtigen Zei- tnngen Schlosser und Dreher, aber man sagt nicht, welchen Lohn eS giebt und wie alt die Arbeiter seiu müssen. Die Folge war, daß aus allen Gauen Deutschlands, aus Elfaß-Lothringen, Holland, Belgien, Schweiz, Oestreich und Ungarn Arbeiter eintrafen, und daß das Angebot die Nachfrage bedeutend überstieg. Viele Arbeiter wurden zurückgewiesen, weil sie über 40 Jahre alt waren. Die Akkordsätze, die an sich nicht hoch standen, wurden herabgesetzt und bei den spanischen Kanonen ein Gesammtabzug von 30 Thaler gemacht, ja es gibt Arbeit, bei der nicht einmal der Schichtlohn »erdient wird. Aeußert dann ein Arbeiter seine Unzuftiedenheit hierüber, dann wird ihm einfach mit Entlassung gedroht, da man ja Arbeitskräfte hinreichend zur Perfügung hat. Aber so ist es, erst sucht man Arbeiter bei guten Akkordsätzen, und dann, wenn die Arbeiter an Ort und Stelle sind, sind sie jedem Zufall und der Willkür der BctriebSbeamten preisgegeben. ES ist daher noth- wendig, daß der Zuzug nach hier ferngehalten wird, wovon die arbeiterfreundlichen Blätter gefälligst Notiz nehmen wollen. Am 31. März wurden 15 Arbeiter entlassen, am 2. April 7 und so wird es weiter gehen. Zum Kapitel der Lohnreduktionen sei noch folgende Anzeige bekannt gegeben, die in den Essener Blättern stand: »Im Luufe deS gestrigen Nachmittags wurde uns,(einer Section von 15 Mann der 4. mech. Werkstätte), mitgetheilt, daß die ohnehin schon schlecht gestellten Accordsätze der preuß. Feldgeschütze noch einen Abzug von 20 Prz. zu erleiden hätten, in Folge dessen wir uns genöihigt sahen, die Arbeit niederzulegen. Zugleich wurde uns vom Herrn Werkführer Vetter eröffnet, daß wir noch vier- zehn Tage nach den neuen Sätzen zu arbeiten hätten, widrigen- falls wir von der Fabrik entlassen würden. Wir zogen daher das Letztere vor, um nicht unser Ehrgefühl und unsere Knochen der Fabrik ganz zu opfern. In Folge dessen wurde bei sämmtlichen PortierS Anzeige gemacht, daß wir die Fabrik nicht wieder betreten dürsten, um uns dadurch den Weg zu den höheren Vorgesetzten abzuschneiden. Essen, 31. März 1874. Im Auftrage: H. Fuhrmann." Speyer a. Hlh., 25. März.(Zwei Maßregelungen, verbunden mit Polizeiwillkür) hatten letzte Woche zwei unserer Parteigenossen zu erfahren. Der eine, von einer Versammlung zurückgekehrt, wurde von Seiten seines Meisters ausgeschlossen und des andern Morgens nicht allein mit den lieblichen Worten: sozialdemokratischer Blut- Hund rc. traktirt, sondern der saubere Patron ging auch aus Thätlichkeiten über und endete die Sache natürlich mit Entlassung des betr. Arbeiters. Die liebe Polizei hatte daraus nichts Eckigeres zu Ihun, als bei den andern Meistern der betr. Branche herum- zulausen zu dem Zwecke, daß besagter Arbeiter keine Beschäftigung erhalten solle. Derselbe war dann genöihigt, abzureisen. Den andern, der im Begriffe war, seine Habseligkeiten zusammenzupacken, um von hier fortzuziehen, ließ man auf das Polizeibureau citiren, woselbst ihm der Herr PolizeikommissariuS eröffnete, daß seine Frau nickst nöthig habe, mit einem so verruchten Sozialdemokraten, der den Umsturz predige und die Pariser Counnune seiern wolle, mit fortzuziehen. Das Protestiren dagegen half gerade so viel, daß sogleich zwei dienstbare Geister abkommandirt wurden, die — nölhigenfalls mit Gewalt— denselben daran zu hindern hatten, daß er dasjenige anrühre, was vom Herrn CommissariuS als der Frau gehörig bestimmt wurde. Der eine der beiden Polizeibeamten machte denn auch seinem Herrn und Meister alle Ehre, indem er sich wie ein von der Kette Losgelassener geberdete und unter fort- währendem Schimpfen und Toben u. A. die nicht sehr schmeichel- haften Worte: Lumpen, Schlingel:c. zu Tage förderte. Der Zweck der ganzen Geschichte kann nur der sein, die Leute deßhalb zu chikaniren, damit sie vom Prinzip ablassen sollen, oder aber die hiesigen Sozialisten moralisch todt zu machen. A. Grabler. Wie», 9. April. Um dem Streit, welcher unter den öfter- reichischen Arbeitern ausgebrochen war, ein Ende zu machen, hatte sich in Graz ein Comilü gebildet, welches für die Osterfeiertage einen allgemeinen österreichischen Arbciter-Delegirtentag nach Baden einberuft n hatte. Es wurden zu diesem BeHufe von Seite des ComitöS Einladungen erlassen an alle Orte, wo sich nur Partei- genossen überhaupt befanden. Das Comilä erhielt in Folge dessen gegen 100 Zustimmungen� welche alle erklärten, den Dclegirtentag beschicken zu wollen, selbstverständlich auch von Seite der»Volks- stimmler". Als alle Vorbereitungen bereits getroffen waren, kam vie Polizei und verbot den Delegirtentag, doch konnte diese nickt verhindern, daß die aus den Provinzen bereits sich auf der Reise befindlichen Telcgirten trotzdem nach Baden kamen uad auch die Wiener, welche den Wiener Journalen, seitdem Oberwinder die- selben unsicber macht, noch weniger Glauben schenken, begaben sich nach Baden, wo sie dann auch wirklich die offizielle Bestätigung von dem Verbot erhielten. Was soll nun geschehen? war die allgemeine Frage, welche sich jeder zu beantworten suchte. DaS mühselig zusammengelegte Gejd der Arbeiter sollte wieder umsonst hinausgeworfen sein; darüber war sich nun jeder klar, daß dies nicht ginge, ohne wenigstens im vertrauten Kreise irgend etwas gesprochen zu haben. Und man einigte sich daher auch bald, einen AuSflug zu veranstalten, in das benachbarte Ungarn, und in ge- selligem Beisammensein daS Nothwendigste zu besprechen. ES fuhren auch sämmllcche in Baden anwesenden Delegirten mit dem nächsten Zug weiter nach Wiener-Neustadt und von da ging eS zu Fuß nach Neudörfel(Ungarn). Nur die Herren von der .Volksstimme" waren nicht dazu zu bewegen, denn das Neustadt scheint ihnen gleich einem zu viel Licht ausstrahlenden Ort, welche» diese Herren nicht vertragen können. Als nun alle so ziemlich aus Baden fort waren, sendeten die„Volksstimmler" ihren General- Redner Metall nach Neustadt, dieser mußte von da aus nach Baden telegraphiren:„daß sich die Delegirten nach Neudörfel begeben haben, um einen Congreß abzuhalten". Wer aus diesem Manöver nicht eine beabsichtigte Denunziation wahrnimmt, dem bleiben auf immer die Augen verschlossen. Natürlich hatten sie aber ihren beabsichtigten Zweck nicht erreicht, da die österreichische Polizei auf k. k. ungarischem Boden nichts zu schaffen hat und die ungarisch- Polizei vielleicht keine staatsgesährliche Aktion darin erblickte, wenn Arbeiter zusammenkommen, um über ihre engsten Interessen etwas zu besprechen. Als nun die Delegirten so ziem- lich in Neudörfel beisammen waren, erschien plötzlich Herr Metall und forderte die Versammlung auf, sich auf legalem Boden nach' Wien zu begeben und im Verein»Volksftimme" ihre Angelegen- heiten zu besrrechen. Dieses wurde natürlich mit einem Hohnge- lächter von Seite der Anwesenden beantwortet. Da man in Er- fahrung brachte, daß nach d« Abfahrt auS Baden noch einige Delegirte aus den Provinzen angekommen waren, welche von Seite der»Volksstimmler" zurückgehalten wurden, wurden 3 Genossen nach Baden abgesendet, um die Antwort aus die Erklärung des General- Commissärs entgegenzubringen. Dort wurden unsere Delegirten beinahe mißhandelt, ein allgemeines Geschrei ertönte und unsere Genossen konnten nicht sprechen, dies veranlaßte auch einen noch aus der Provinz dort anwesenden Delegirten mit unsereyi Genossen weiterzuziehen. Dieser Bericht wurde zur Kennt- niß genommen und dann in vertraulicher Besprechung die Partei als konstituirt erklärt, mit dem Namen:»Sozialdemokratische Arbeiterpartei Oesterreichs". Ferner wurde das Programm be- fprochen, daS vom 9. Wiener Arbeitertage verworfen und das Wiener-Neustädter, welches dem Eisenacher nahekommt, als Grund- läge genommen, außerdem wurden die»Gleichheit" in deutscher Sprache und die„Delmclczc Listy" in slavischer Sprache als Parteiorgane proklamirt, nebenbei wurde auch über Organisation gesprochen. Zum Schlüsse theile ich noch die Städte mit, welche durch Delegirte vertreten waren: Wien, Wiener-Neustadt, SchnibbS, Kolin, Prag, St. Steyer, Kindberg, Tabor, Gleggnitz, Villach, Brosnitz, Linz, HaSlau, Außig, Klagenfurt, Brevalien, Baden, Graz, Hannichen, Nicder-Lichtenwalde, Brüssau, Neutitschau, Göhr- kau, Preßburg, Mähr.-Schönberg, Brünn, Veslau, Johannesthal, Fürstenfeld, Andritz, Aichicht, Mürzzuschlag, Hamsels, Neustadtl, Schwechat, Bruck a. d. NeuS, Steyr, Pilsen, Judenburg, Wels, Pest, Massersdorf, Zwittau, Oberlautensdorf. Es waren daher gegen 50 Städte durch 74 Delegirte vertteten. Jedenfalls ein glänzender Wahrheitsbeweis gegenüber den gehässigen Verleum- düngen Oberwinders in den liberalen Zeitungen. Welche Wuth sich dieses Mannes bemächtigt hat, sein Häuflein immer mehr zu- sammenschmelzen zu sehen, beweist uns folgende von Unwahrheit und Denunziation strotzende Notiz, welche aus seiner Hand die Runde in den liberalen Blättern Wiens macht: „Wien, 3. April.(Orig.-Corr.)(Ein Arbeiter- Congreß.) Vertrauensmänner(?) von Arbeitern aus fast allen Ländern Oester- reichS waren gestern in der öffentlichen Versammlung deS Vereins „Volksstimme" erschienen, um sich über die Angelegenheiten, welche auf dem behördlich untersagten Arbeiter-Delegirtentaz in Baden zur Verhandlung kommen sollten, auszusprechen. Bei Beginn der Sitzung wurde von dem Vorsitzenden eine Erklärung verlesen, in welcher Delegirte(?) aus Oesterreich(?), Niederösterreich(?), Salz- burg(?), Tirol(?), Böhmen(?), Mähren(?) und Schlesiens?) Ver- Währung einlegen gegen d e Abmachungen, welche seitens der Secesstonisten(Parteigenossen des„Vaterland"?!) in Neudörfel, also auf ungarischem Boden, stattgefunden haben. Hierauf wurde über den Antrag debattirt, stimme" dieselbe Organisation erhalten soll, wie der deutsche Verein in Wien. Drei secessionistische Redner sprachen dagegen. Doch erfolgte die Annahme mit allen gegen zwei Stimmen. Die Bemerkung,.daß die»slavische Arbeiterpartei" zu den Secessionisten übergegangen und daß eine föderalistische Organisation in Neu- dörfel beschlossen worven sei, wurde mit allgemeiner Heiterkeit auf- genommen. Die Wiener Arbeiterschaft hat gegenüber den ge- heimbündlerischen Secessionisten eine streng gesetzliche Haltung genommen. Sie hat Vertreter nach Neudörfel geschickt, um die dort Versammelten auf den legalen Boden zu verweisen. Sie hat sie eingeladen, nach Wien zu einer öffentlichen Vereinsversammlung zu kommen und dort ihre Wünsche vorzutragen. Ja diesen Tagen noch wird ein Aufruf an die österreichischen Arbeiter erlassen werden, welcher über die jüngsten Vorgänge genau referiren wird." Ich enthalte mich jeder Kritik über die angeführte Nottz und überlasse es den Parteigenossen, sich selbst ein Urlheil zu bilden, ob solche Leute noch auf den Namen Sozialdemokrat Anspruch zu machen haben. der Expedit ion. Schrir hier Ab. 2. Ct. 16 Gr. Grnr Sonneberg Schr. Thlr. 1 6. Stmbrgr Sonneberg Schr. 2 Thlr. Mllr Colp. hier A b. 19 Thlr. Eppst hier Schr. 2 Gr. Nrt hier Schr. 5 Gr. P. Stff S alonik Ab. 2. Q. Thlr. 1 20. M hier Ab. 1. Q. 16 Gr. Sprngr Gautsch Ab. 2. Q. 16 Gr. Dhl Scheibbs Ab. 2. Q. Thlr. 1 4. Hdlch hier Ab. 2. Q. Thlr. 4 20. S. Brnhdt Hirschberg Schr. Thlr. 2 20. Bchhm hier Schr. Thlr. 13 7. Schmnn Limbach Ann. 12 Gr. Schltz Graz Ab. 2. Q. 17 Gr. Ldwg hier Schr. Gr. 24 5. Endrs Greiz Schr, 3 Thlr. 6 Pf. Metallarbeitergew. Berlin Ann. 10 Gr._ Fond f. pol. Gemaßregclte. Frl. v. Krgff hier 3 Thlr. P. Stss Salonik Gr. 22 5. Slzmnu Lütschena 22 Gr. I. G. Br hier 1 Thlr. ftfllrflPtt Die Gesinnungsgenossen von Aachen, Burtscheid, Esch- Uli UJ Iii weiter werden zu einer Besprechung auf Sonntag, den IS. April, Nachmittag« 3 Uhr, im Lokale de« Herrn Nellescn(Ecke deS Rehnplatze» und der Rudolphstraße eingeladen. Aachen, 12. April 74. Mit foz.-dem. Gruß: I. Marx. Berlin Gewerkschaft der Manufakturarbeiter. Sonnabend, d. 13. April, Abends 8 Uhr: Versammlung bei Miiwes, Weberstraße 24/a. Bortrag des Herrn Metzner über die Gewerbegesetznovelle. In dieser Versammlung darf keiner fehlen und Jeder hat für etnm guten Besuch zu wirken. C. Fiker. Berlin Metallarbeiter- Gewerksgenossenschaft. Alle Sonnabend, Abends 8 Uhr:„Geselliger Berkehr" bei Macke, Auguststraße Nr. 80. Die Mitglieder find ersucht, sich zahlreicher als bisher einmfinden und ihre Beiträge zu entrichten; sowie neue Mitglieder zuzuführen. Der „Volkistaat" liegt aus._ Havenith, Bevollmächtigter. rt NW Alle Restanten des„Bolksstaat""sowie III Ulf II hl II..vi. der Schriften fordere ich hiermit zum letztenmale auf, mich innerhalb 8 Tagen zu bezahlen, widrigenfalls ihre Namen im„Volksstaat" veröffentlicht werden. ____ Th. Kalb, Judengasse 156. Donnerstag, den 16. April, Abends halb 9 Uhr: �/|IUIIIUI|) Außerordentliche Gcncraldcrsammlnog des Kranken- und Sterbe«Unterfliitzungsvereins der Hamburger Schuhmacher, Große Rosenstr. 37 bei Hübner. Tagesordnung: Der Gerson'sche Antrag in der Bürgerschaft, in Be- treff einer städtischen Krankenkasse.__ Der Vorstand. Q,.! H«» rr Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Freitag, den 17. April, Abends 8 Uhr: Oeffentliche Bersammluug im Gosenthas. Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht. Ref.: Nauert.— Diskussion._____ D. B. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, d. 18. April, Abend« halb 9 Uhr: General- . Versammlung, Windmühlenstr. 7.— Rechnungsablage der Gewerkschaft«- wonach der Verein„Volks- und Krankenkasse. Anträge. Die Mitglieder haben nach s 26 der Statuten Alle zu erscheinen. Der Bevollm. Der Sohn eine« Parteigenossen von hier oder »vlllffl'll'lll?' auswärts, welcher Lust hat, das Schuhmacherhand- werk zu erlernen, kann unter sehr günstigen Bedingungen bei I. Frank, Breiteweg 70 in die Lehre' treten._[2a] Vom 1. April ist meine Wohnung Haag Nr. 2 beim Restaurateur Schul;. Jüterbogk, den 10. April 1874. R. G r u n e r t.[3a .Arbeite- Hoiss». 15 Sgr. Erklärung. In Nr. 17 des„Volksstaat-Erzähler" haben wir eine Rede von Alexander Jonas aus der New-Borker»Arbeiter- Zeitung" zum Abdruck gebracht. Ein Berliner Correspondent der„Königs- berger Hartung'schen Zeitung" nimmt hierauf Bezug und schreibt: „Der„Bolksstaat" bringt in seiner Beilage„VolkSstaat Er- zähler" aus der„New-Vorter Arbeiterzeitung", die als„unser Parteiorgan" bezeichnet wird, eine von Begeisterung glühende Rede des Herrai Alexander Jonas. Dieses ist der bekannte Berliner Buchhändler, einstmals Hauptagitator für Joh. Jacoby; er war hier Direktor einer Schulze-Delitzsch'schen Volksbank, bestahl diese um viele tausend Thaler, verschwand mit einer Conkubine nach Amerika, um nun in New-�oik Führer der Sozialdemokraten zu werden, und sich öffentlich über die Bornirtheit und bodenlose Ignoranz zu beklagen, wenn man Sozialismus mit der Phrase „Nun ja, allgemeine Tbeilung!" abzuthun meine." Sollte die„Hartung'sche" bezüglich der Persönlichkeit des Herrn Jonas Recht haben, so werden wir gern ein Versehen unsrer- seits constatiren; können indeß nicht umhin, die Art und Weise, wie der Berliner Correspondent Kapital aus der Sache zu schlagen versucht, als bodenlos albern zu bezeichnen. Wenn Jemand sagen wollte, Herr RöSler-Mühlseld sei nach Königsberg gegangen, „um" dort der Preßlakai BiSmarck'S zu werden, so hätte das schon eher einen Sinn; wer aber behauptet, Jonas sei nach Amerika ge flüchtet,„um" Führer der Sozialdemokratie zu werden, der be- weist, daß er zu jener Sorte von Skriblern gehört, welche das Verleumden der Sozialdemokratie in Folge der Inspiration des Reptilienfonds zu ihrem Gewerbe erhoben haben*). Wir weiden uns in dieser Sache von unseren New-Zsorker Freunden Auskunft erbitten und dann wiederum auf dieselbe zu- vNfsknmni-n Englisch Lederhosen ä Stück 1 Thlr. „ Cord-Hosen ä Stück 1 Thlr. 15 Sgr. „ Starke Stoff- Hosen a Stück 2 Thlr. 15 Sgr.. „ Militär- Drillhosen ä Stück 1 Thlr. , Baumwollene feste Arbeitshosen ä Stück 27'- Sgr. empfiehlt Louis Guttmann J-jN] No. 24 Grimmaische Strasse in Leipzig No. 24. rückkommen. Leipzig. Die Redaktion des„Bolksstaat". ') Nachträglich finden wir oben citirtm Artikel al« Original- C-rrefpondeuz gletchlautmd in verschiedenen Blättern. Er geht also vom Preßbureau au«. Schön Dank, Herr Aegidi! Briefkasten der Redaktion. A. H. in Glogau: Artikel erhalten. Brief an Dich schon vor 14 Tagen nach Glogau abgegangen. Nach Hamburg: Der Artikel über die Volksversammlung leider für diese Nummer zu spät. 4. Lübeck in Flunkern: Die eingesandten Schriftstücke sind nach Hamburg abgegangen. Brief folgt.„Ein Freund der sozialen Reform": Sie -irren sich wenn Sie glauben, daß da«„Buch aller Bücher", die Bibel des Ehrlstenthum«, auch als Bibel de» Sozialismus zu verwenden fei, sowie Ihrem Rathschlag, uns mit den„Organen der Regierung ja nicht zu verfeinden", keine Bedeutung beigemessen werden kann. Emilie M. in Dresden: Wir ersuchen Sie dringend, uns mit Ihren Folianten zu verschonen, da wir weder Traumdeuter find, noch für Bisionen und „Winke Gottes" Berständniß befitzen. B. in Dresden: Durch das Zusakiimenwlrken verschiedener Umstände mußte diesmal die Fortsetzung des Artikel«„Zum Prozeß Bazaine" noch- mal? ausfallen. Dieselbe wird in nächster Nummer erscheinen. Folgende neue Werke aus meinem Berlage empfehle ich den Partei- genossen besten«. Die beibemerkten Preise gelten nur für Arbeitervereine und nur bei directem Bezüge gegen baar oder Postvorschuß. Im Buch« Handel find die Preise etwa« höher. Ei» Eomplot gegen die Internationale Arbeiterassociation. Ossi- cieller Bericht üder das Treiben Bakunin's und der Allianz der so- zialistischen Demokratie. Aus dem Französischen übersetzt von S. K o k o s k y. Einzeln 12'/-, bei Partien 10 Gr. Meine lt'/zjiihrigc Leipziger Polizeicampagne. Bon A. Hepner. Seine böchst interessanten Kämpfe mit dem Leipziger Polizeidirector Dr. Rüder, behandelt Hepner vonallgemeinen Gesichtspunkten, aus Grund« läge der Actenstücke. Ein-eln 6 Gr., bei Partien 5 Gr. Geschichte der Arbeiter-Agitation Ferdinand Laffalle'S. Bon Beruh. Becker. Was über die Laffalle'schen Agitation bis jetzt existirt, ist äußerst dürftig. Bernhard Becker, dessen Beruf zu dieser Arbeit unbestreitbar, liefert den Parteigenossen ein Werk, das eine Menge bisher nie ver« öffentlichter Documente enthält und äußerst aufklärend für die Be- wegung wirken wird. Dasselbe erscheint in 5 bis 6 Lieferungen ä 4 Bogen gr. Octav. Preis jeder Lfg. einzeln 6 Gr., in Partien 5 Gr. Die erste Lieferung erscheint vor Mitte dieses Monats. Am Webstuhl der Zeit. Sozialpolitischer Roman von A. Otto-Walster Eomplot>in 15 Lieserungen oder in 3 Bänden. Der Roman ist einzig in seiner Art. Im Gewände einer trefflichen und spannenden Erzählung behandelt der Verfasser den sozialpolitischen Kampf der Jetztzeit nach allen Richtungen. Wie vortrefflich Walster's Feder zu schildern und zu„packen" versteht, ist bekannt. Der Roman kann allen Parteigevossen ernstlich empfohlen werden; auch al« Agitationt mittel in vielen Kreisen ist er nicht zu unterschätzen. Preis der Lieserung 2 Gr., bei Partien 1'/, Gr.; Preis complet: einzeln 25 Gr., bei Partien 20 Gr. Bei dieser Gelegenheit empfehle ich den Parteigenossen auch meine übrigen LerlagSartikel. Verzeichnisse über dieselben stehen in jeder«n- zahl gratis und sranco zu Gebote. «raunschweig, 1. April 1874. W. Bracke jr.[3c Obige Schriften können zu gleichem Preise auch bezogen wer- den durch die Expedition de«„Bolksstaat." Durch die Expedition de«„Bolksstaat" ist zu beziehen: Dr. Jshanu Zacoby, Las Ziel der Ärbeiterdeweglmg. _ Preis pro Stück 2 Ngr._ Soeben ist erschienen und durch die Unterzeichnete zu beziehen: Allerhand Proletarier. Eine Hausgeschichte von A. Otto-Walster. (Separataddrnck aus dem„Bolksstaat"-Erzähler.) Preis drosch. 5 Sgr., gebunden 7'/, Sgr. Expevitio» de«„Bolksstaat." Leipzig: Berantw. Redakteur: M-Preißer.(Redattiou u. vxpeditte» Zewerstr. 44.) Krück and»erlag der««wsseuschaftsbuchdruckerri.