Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- langen des In- U.Auslandes. Filial-Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. Ä. Sorge, vor 101 IlodoKsn, X. J. Wm. Lueders, 409 Maystr. Chicago, Jll. Peter Haß, 8. W. Corner Third and eoates str. Philadelphia. Abonnementsprei»: Für Preußen incl. Stempel- steuer 21>/, Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. Monat,-Abonnement, werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2ten u. Zten Monat und auf den Zten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den I ten Monat ä ö'/j Sgr. angenommen. OrgandersozialdemokrattschenArbeiterparteiunÄderinternationalenGelverksgenossenschasten. Inserate» die Abhalwng von Partei«, Berein«- und BolkSverfammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Ar gelegenheiten betreffend, werden mit I Sgr.,— Privat« und Vergnügung«. Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit«Zeile berechnet. I?r. 44. Irettaß, 17. Aprit. 1874. Ter Älaffcnkamps. (Forts, u. Schluß.) Ob der Aufruf den erwarteten Erfolg haben wird? Ter Mo- «ent kann nicht ungünstiger sein. Das Vorgehen gegen die Land- arbeiter ist nämlich kein vereinzeltes; eS ist nur Theil eines com- binirten PlanS; nur eine Episode in dem Feldzug, welchen die englische Bourgeoisie(mit ihrem Zubehör von Landlords, Pfaffen und FaimerS) zur Unterjochung des englischen Proletariats unter- i»ommen Hat. Ein paar Jahre lang, bis in den verflossenen Winter hinein, mußten die Arbeitgeber sich in ihrem eigenen Ju- tereffe, weil EtrikeS die Profite zu sehr schmälerten, viel von den Arbeitern gefallen lassen; mit der einbrechenden Geschäftkkrise hat sich das Blatt aber gewendet. Die Verminderung in den Pro- fiten und im Absatz war eine Calomität, die nach dem Bourgeois- katcchismus in Gestalt verminderter Löhne auf die Arbeiter abgc- wälzt werden mußte. Die Geschästsprosperität für den Arbeit- geber, die Geschäftstalamiiät für den Arbeiter, ist bekanntlich eines der heiligsten Gebote des BourgeoiSkatechismuS. Die Aus- ficht aus einen Strike schreckte die Herren Bourgeois nicht mehr, wußten sie doch, daß sie selber dabei n chts versäumten, während anderseits die Arbeiter mit jeder Minute deS StrikeS ihre Lage sich verschlimmern sehen mußten. Beraihungen fanden statt und der Arbeitgeberbund wurde geboren. Er sollte bloS defensiver , Natur sein, daS Kapital gegen die Uebergriffe der Arbeiter ver- theidigen. Deutsche Harmoniegimpel ließen sich damit fangen. Die englischen Arbeiter fühlten sofort die Klauen im Sammtpsötchen, richtiger in der Löwentatze. Sie wisien, daß der Löwe ein reißen- bcs Thier ist, und daß das HarmonieparadicS, in welchem er ruhig neben dem fleißigen Pferde weidet, nur in jungen und alten Kinds- köpfen existirt. Sie kenneu ihre Pappenheimer. Sie wissen, daß jede selbststäntige Regung der Arbeiter ein„Uebergriff" ist in den Augen der Herren Arbeitgeber, und sie begriffen sofort, daß cS auf die Zerstörung ihrer Gewerkschaften gemünzt war. Der Fabri- kantenbund trat schnell in die Aktion ein. Nicht öffentlich, nicht unter eigener Firma. Allein an der gleichmäßig auf den verschie densten Feldern und in den verschiedensten Distrikten entfalteten Thätigkeit merkte man, daß die Fäden in einem Mittelpunkt zu- famu.c�liefen, und dieser Mittelpunkt war der Arbeitgeberbund. Die Verfolgung Hallidah's, die systematische Campagne gegen die Kohlenarbeiter, und nun die ebenso systematische Campagne gegen die Landarbciter-Union! Kein Zweifel, es ist Methode in diesem Vorgehen der Kapitalisten. Und wer sind die Angreifer? Nicht einmal die Organe der englischen Bourgeoisie erkühnen sich, die Schuld auf die Arbeiter zu wälzen. Was insbesondere die Land- arbeiter- Union betrifft, so hat sie im Gegentheil sogar eine fast Polizeiwidrige Zahmheit bewiesen. Aber— sie will die Land- sklaven zu Menschen machen, sie will, wenn auch in bescheidenster, jast dcmüthiger Form der Aussaugungswuth des Kapitals gewisse Grenzen setzen— und das ist ein Verbrechen, das mit dem Tod der Union bestrast werden muß. Gelänge es, daS ländliche Pro- letariat in einer festen Organisation zu vereinigen, dann wäre daS Zusammenwirken des Ackerbau- und Jndustrieproletariats nur noch eine Frage der Zeit, und am Tage, wo dieser Bruderbund von Stadt und Land geschlossen wird, läutet das Sterbeglöcklein der Vourgeoisie. Darüber sind die Herren Bourgeois sich klar. Erjfo: Vernichtung der Landarbeiter-Union um jeden Preis! Und unter den Gewerkschaften des Jndustrieproletariats sind die verhaßtesten, ein richtiger Dorn im Auge der Bourgeoisie: die Gewerkschaften der Kohlenarbciter, zwei große UnionS mit je über 100,000 Mitgliedern und mehrere kleinere, aber ebenso gut orga- niflrte. In den letzten drei Jahren der„beispiellosen Prosperität" haben die Kohlenarbeiter den Kapitalisten wiederholt heftige Kopf- schmerzen verursacht, ihnen in glücklichen Kämpfen einen Theil der den Arbeitern geraubten Beute wieder abgejagt. Dafür müssen sie sezüchtigt werden. Der Moment der Revanche ist gekommen. Wie schon gn anderer Stelle erwähnt ward, sind unsinnige Lohn reduktionen angezeigt worden, die zwischen dem 1. April und 1. Mai in Kraft treten sollten. Das Erbieten der Arbeiter, die Sache schiedsrichterlich schlichten zu lassen, hat bei den Herren Fa- brikauten keinen Anklang gesunde». Sie wollen nicht bloS nie- brige Löhne, sie wollen auch gefügige LohnfNaven. WaS nutzt eS, wenn die Arbeiter sich für den Augenblick fügen und ihre Genossen- kchast bleibt bestcheu? Im ersten günstigen Zeitpunkt erheben sie fich wieder mit den alten„Ansprüchen", begehen sie wieder die alten„Uebergriffe". Die Organisation muß gebrochen werden. Und ist die mälbtigste der englischen Arbeiterorganisa- tivren(man kann die verschiedenen Unions der Kohlenarbeiter als tine Organisation betrachten) gebrochen, so hofft man dicjübrigen leicht «»fzurollen. Eine nach der andern! lautet die Losung der Herren Kapitalisten. Was auch der Ausgang de« Kampf« sein möge, es Einer Person, in der Person des Arbeiters vereinigt sind, daS heißt, wenn alle Arbeitsinstrumente(Maschinen, das Land» Berg- werke zc.) der Arbeiterklasse gehören. Mit Einem Wort, die Har- movie zwischen Kapital und Arbeit ist entweder ein schmählicher Humbug, oder sie heißt Abschaffung deS Lohnsystems, Äb- schaffung der Kapitarikenktaffe. Politische Uebersicht. — Wenn diese Nummer deS„Volksstaat" den Lesern zu Ge- ficht kommt, hat die entscheitende Abstimmung über das Militär- gcsetz aller Wahrscheii.lichkeit nach bereits stattgefunden�). DaS Re- fultat ist kaum zweiftlhaft; die Bismarck'fchen Speichellecker haben mit ihrem„Plebiszit" zwar ein jämmerliches Fiasko gemacht, aber daS ändert an der Sache nichts. Das Gros der nationalliberalen Partei war von vornherein entschlossen, die Sache des Volks zu vcrralhen, und geht's nicht mit Anstand, nun so muß es ohne Anstand zehn. Die Annahme des Gesetzes bedeutet die ossizielle Todeserklärung des ConstitutionalismuS und Parlamentarismus. Daß es ohne Budgetrecht keinen Coustitutionalismus giebt, das haben die Herren Nationalliberalen selbst in früheren Zeiten un- zählige Mal gesagt; und daß gerade sie, die Mustervermter deS ConstitutionalismuS sich dazu bequemen mußten, die Todtengräber des ConstitutionalismuS zu werden, ist eine ergötzliche Ironie der Weltgeschichte. In keinem anderen Land ist Aehnliches vorge- kommen. Sogar der sogenannte dritte Napol-on wagte eS nicht, dem Bedientenkorps seine« gesetzgebenden Körpers mit einem solchen Gesetz auf den Leib zu rücken. Und ein englischer Minister, der dem Parlament ernstlich den Verzicht auf das Budgetrecht zu- zumuthen sich untersinge, würde durch einstimmigen Beschluß des Hauses— denn in einem wirklich konstitutionellen Staat herrscht über diesen Punkt keine Meinungsverschiedenheit unter den verschiedenen Parteien— auf die Anklagebank geschickt worden sein oder— ins Irrenhaus. Nun, wir Sozialdemokraten haben es nicht zu bedauern, wenn die Maske fällt. Lieber den Absolu- tismus ohne als mit Feigenblatt. Der Schein trügt, sagt schon das Sprichwort; und der Scheinkonstituiionalismus, den Fürst Bismarck seiner Militär- und Polizeimonarchie umzulegen für gut befunden, hat manchen ehrlichen Mann betrogen. DaS Militär- gesetz reißt diese Hülle herunter und statt des täuschenden Schein- konstitutionaliemus steht vor Aller Augen der nackte AbsolutiS- muS in seiner ganzen abschreckenden Häßlichkeit. Jetzt kann Nie- wand mehr getäuscht werden. Wer die Wahiheit nicht sieht, will sie nicht sehn. Sache der Wähler aber ist es, das Votum ihrer Mandatempfänger genau zu kontroliren, und von Denen, welche die Interessen ihrer Mandatare verrathen haben, Rechenschast zu fordern: Recbenschaft jetzt, Rechenschast bei den nächsten Wahlen. Vor Allem ist es nöthig, die Liste Derer zu veröffentlichen, die für und die gegen daS Gesitz gestimmt haben, so wie auch Derer, die sich der Abstimmung enthalten.. Bei Letzteren ist zu ermitteln, ob sie wirklich aus genügenden Gründen bei der entscheidenden Abstimmung gifehlt, oder ob sie, wie daS von Vielen vorauszu- setzen, bloö zu feig gewesen sind, Farbe zu bekennen. Das Votum über daS Militärgesctz soll uns eine schneidige Waffe sein gegen die Feinde des Volks.— st Klassenkampf, Klassenkawps in de« Worte« weitester «nd schlimmster Bedeutung, Klassenkampf, nicht willkürlich an ben Haaren herbeigezogen von„hungrigen Sozialdcmagogeu", wie Herr Bernstein und Map Hirsch sich das vorstellen, sondern be Sonnen von ordnungsbegeisterten Kapitalisten, und von ihnen nicht begonnen zum Zeitvertreib, au« reiner Laune, sondern unter bem Druck der zwingenden ökonomischen Nothwendigkeit. Die wvderne kapitalistische Produktionsweise beruht aus dem Klassen- Segensatz, und Klassengegensatz ist Kamps, Klaffenkampf. Die -Harmonie", von welcher die Schleppträger deS Kapitals faseln, 'st Unterwerfung der Arbeit unter da« Kapital, freiwillige Knechtschaft der Arbeiter. Wirkliche Harmonie zwischen Ka- dstal und Arbeit ist erst möglich, wenn Arbeit und Kapital in — Der ReichStagShanSwurst der„Spener'schen Zeitung" schil dert den Moment der„glücklichen Wendung" in der Militärgesetz krise wie folgt: „Als ich eintrat, fiel mein Blick zueist aus Herrn v. Forcken- beck, den Präsidenden des Reichstags und Herrn».Bennigsen, den Präsidenten des Abgeordnetenhauses. Ihre Gesichter strahlten vor Vergnügen, und ich wußte sofort: Die Krisis ist überwunden, die Militärfrage ist auf dem Wege deS Com promisseS gelöst, der Kaiser hat einen neuen Beweis feiner br währten Mäßigung und hohen Weisheit gegeben, der Fürst Reichskanzler bleibt und der Reichstag wird nicht aufgelöst" Nachdem der HanSwurst die Comprvmiß- Becksprünge seiner Kum pane geschildert und die höchste Charakterlosigkeit als„Patriotin muS" vorgeführt hat, schäkert er weiter:„Damit war der Com prrmiß vollendet. Die Nachricht von demselben gelangte am Abend an die Abgeordneten. Alle reichStreucn Parteien waren glücklich, eine KrisiS vermieden zu sehen. ES war uns Allen ein Stein von dem Herzen. Wir hoffen, daß sich aus der Majorität, welche für den Compromiß stimmt, eine große Partei bildet, welche, unbeschadet sonstiger Meinung«- Differenzen, in allen Fragen der großen Politik fest der Reichsregierung zur Seite steht. Ein Ge winn, der nicht hoch genug zu schätzen wäre!" Die„vor Vergnügen strahlenden Gesichter" des Reichs tag?- und des Landtags- Präsidenten beweisen mehr, als tausend Leitartikel beweisen können. Die Herrchen haben alle Ursache, vor Vergnügen zu„strahlen". Denn kam der„Comprvmiß" nicht zu Stande, so waren die Faden zerrissen, an denen diese Marionetten gelenkt werden und mit diesen„Fäden" wäre so manche hübsche „Beziehung" dahin gewesen. Daß die Regierung mit sieben Jahren Lahmlegung des Reichstages zufrieden ist und die Selbfientmannung dieses De- battirclubs nur auf sieben Jahre, nickt gleich auf„ewig" ver- langt, nennt die„Cpener'sche Zeitung" eine„bewährte Mäßigung!" Nun gut, wenn„unser Braun" von irgend welchem Knüppelträger einmal sünfurdzwanzig von hinten ausgezählt bekommen sollte, '') Ist uuterbefftu geschehin�und�a« Septennat, d. h. die Feststellung der Präsenzstärke rrn 401,000 Mann aus sieden Jahre, bewilligt worden. dann darf er sich nicht über„Prügel" beklagen. Prügeln heißt in der Sprache„unseres Braun" einfach: sanft streicheln! — Bekanntlich haben die„genialen Staatsmänner" in Preußen ihre Preßlakaicn, die sich und ihre Patrone gegenseitig mit Koth bewerfen müssen. Bismarck und Manteusfel sind seit jeher erbitterte Feinde und die„Sauhirten" des SchnapSbrennerS geben jenen de« Höflings und geschlagenen„Siegers" von Bapaumc an göttlicher Grobheit und Bosheit durchaus nichts nach. So„ent* hüllt" in einer unbewachten Stunde die biSmärckifche„National- Zeitung", daß in Preußen drei Domherren existiren, die aus den kirchlichen Fonds jährlich Tausende beziehen. Diese mittel- alterlichen Glückspilze sind der Herr von Manteusfel, preußischer Feldmarschall, der Herr von Eulcnburg*), preußischer Minister des Innern und der Herr von Witz leben, Oberpräsident a. D. Wenn wir nun die genannten Herrn auch nicht gerade für Faul- lenzer halten, so sind doch die drei Domherrnstellen Faullenzer- Posten, eine recht hübsche Illustration zu den„musterstaallichen" Reklamen in gut preußischen Blättern. Die Herren„Cultur- kämpfer" brauchen also den Mund nicht so voll zu nehmen von den Faullenzerposten in den Klöstern der Pfaffen; zupfen sie sich gefälligst an der Nase ManteuffelS und EulenburgS! — Es ist bekannt, wie das deutsche„Volk", daS heißt die besitzende Klasse, die Männer der Kunst und Wissenschaft lohnt. Der hungernde Ludwig Fenerbach hat unlängst ein beredtes Zengniß in dieser Sacke abgegeben. Die besitzende Klasse, die Bourgeoisie, schützt nur die Apostel der Klassenherrschaft, nur die Verfechter ihrer eignen Heuchelei, nur ihre bestellten Fälscher der öffentlichen Meinung vor materieller Roth. So hat sie ihren Schulze-Delitzsch dotirt und sich ihren Freiligrath gekauft. Jene Männer, welche im Gesammtinteresse gewirkt und gelitten, überläßt sie der Arbeiterklasse; jene Stirnen, welche die Sorge und der Kampf um das Maffenglück gefurcht, glättet nur das Zu- jauchzen des Proletariats. So lesen wir im Organ der Stein- drucker und Lithographen, im„Senefelder Bund", der in Nürnberg erscheint: „Hochgeehrtes Comits des deutschen Senefelder-Bundes! Durch die äußerste Roth gezwungen, wagt es die Wiitwe de« SohneS des Erfinders der Lithographie, ein hochgeehrtes ComitO um Unterstützung anzuflehen. Bor zwei Jahren verlor ich durch den Tod meine jüngste Tochter, welche meine ganze Stütze war, ihr folgte voriges Jahr meine ältere verheirathete Tochter und ich hätte verhungern müssen, wenn sich nicht der Magistrat der Stadt München meiner erbarmt uud mich unterstützt hätte. Allein leider ist nun auch mein Sohn, der einzige lebende Enkel deö Erfinders der Lithographie, seit einem halben Jahre an der Lungensucht be- denklich erkrankt, gänzlich unfähig, sich etwas zu verdienen, so daß ich von meiner Unterstützung ihn erhalten, Arzneien herbeischaffen, alles was eine solche langwierige Krankheit erfordert, von meiner Unterstützung bestreiten soll. Daß dies nur dadurch möglich war, daß ich Alles verkaufte, was ich hatte, ist gewiß begreiflich. Nun aber bin ich von Allem entblößt, ich habe gar Nichts mehr, keinen Kreuzer zum HauSzinS und wenn mein Sohn stirbt, weiß ich nicht, wie ihn begraben lassen. In dieser meiner äußersten Noch bitte ich um Hilfe und Rettung. Sollte mir selbe verweigert werden, muß ich ganz verzweifeln. Nun hoffe ich, daß ein verehrtes Comitö des deutschen Senefelder-BundeS nicht zu- geben wird, daß der Enkel des Erfinders der Lithographie so elend zu Grunde gehen muß. Der Magistrat der Stadt München wird gewiß die Wahrheit meiner Worte bestätigen. ßDie tiefgebeugte Schwiegertochter de« Erfinder? gl. der Lithographie Ludovika Senefeloer, sEinlaß Nr. 2 II, beim Bäcker. München, den 1. April 1874." Der brave Münchener Magistrat, der die Frau so wacker unter- stützt, daß sie„keinen Kreuzer zum HauSzinS" hat! DaS Comitö des Senefelder Bundes hat beschlossen, der Roth der armen Frau abzuhelfen, so viel in seinen Kräften steht. Während die Schwiegertochter SenefelderS mit seinem Enkel„ganz verzweifeln" will, wenn ihr die Arbeiter nicht helfen, hat sich der König Ludwig von Bayern einen Schlitten für 700,000 Gulden zugelegt. Freilich—„der gute Gott lebt noch", wird unsere Freundin„Concordia" die arme Frau Senefelder trösten! f— In Versailles setzen die Kriegsgerichte ihre Thätiakeie fort; man sucht sich stet« neue Opfer au« den Commune-Gefau- g-nen und versteigt sich dabei zur Lächerlichkeit; so hat mau neulich den gefallenen DeleScluze der Vorsicht wegen zum Tode verurtheilt. Ferner erschien dieser Tage vor dem S. KnegSgerrcht von Versailles der Journalist Odilo« Delimal, während der Be- lagerung Mitarbeiter deS von Felix Pyat herausgegebenen„Combat" und zur Zeit deS Aufstandes Redakteur eines eigenen Organ», welches sich„La Commune" nannte. Die Haltung des letzteren Blattes war eine relativ gemäßigte: eS machte gegen verschiedene Akte der Commune-Regierung Opposition, so daß nach Bewälti- gung des Ausstandes nicht nur keine Verfolgungen gegen Delrmat -) Iii dem jüngst wider Bios ergangenen Srkennlniß wegen„Be- leidignng" dieses Herrn von Eulcnburg ist bestimmt, daß dem Herrn Eulenburg auf Kosten de« Beklagten eine Abschrift de« SrkennMifie» zu- zustellen sei. Wir dächten. der Herr Minister, reiche alte Junggesell und Domherr Eulenburg thäte am Besten, die Ausgaben für seine Spässe selbst zu bestreiten, sintemalen er mehr Geld und Zeit dazu hat, al« ein Redaktiur de«„Volksstaat". eingeleitet worden, sondern daß ein Polizeikommiffar keinen Anstand nahm, ihm einen Passierschein auszustellen, mit welchem er Paris verlassen konnte. Jetzt, nach Ablauf von drei Jahren, wurde Delimal plötzlich der Prozeß gemacht und das Kriegsgericht ver- urtheilte ihn zur Deportation nach einem befestigten Platze.— Es bestätigt sich, daß aus Neucaledonien Rochcfort entkommen ist und mit ihm die CommunardS Paschal Grousset, der Minister deS Aeußeren der Commune, Jourde, der Finanzminister der Commune, der durch seine musterhafte Verwaltung sogar den Gegnern Hochachtung abzwang und wahrscheinlich auch Billioray, den die Zeitungen als„Balliere" bezeichnen. Der verlumpte Broglie, welcher jetzt al« Vice-Mac Mahon Frankreich„regiert", d. h. anS den StaatSgeldern feine riesigen Schulden, wie einst Bonaparte, zu decke» sucht, soll über die Flucht Rocheforts tödtlich erschrocken sein. In der Aufregung hat er sofort eine Criminal- Untersuchung gegen das Beamtenpersonal in Neu-Caledonien an- geordnet. Wir verdenken e» dem Manne nicht; für Leute seines Gelichters ist die scharfe Feder RochefortS allerdings etwas Schreckliche». — Parteigenosse Auer» welcher in Dresden eine ihm in Berlin zuerkannte Haft-Strafe verbüßte, ist nach Ablauf derselben auS Dresden ausgewiesen worden. Auer hat gegen diesen Polizeiukas bei der KreiSdirection Beschwerde erhoben, deren Erfolg freilich vorauszusehen ist, wenn man weiß, was in Sachsen die Herren„Ausweiser" schon geleistet haben. Zum Prozeß Bazaine. in. In Folge von Dispositionen und Befehlen, die, wie wir wissen, aus grundfalschen Voraussetzungen beruhten, griff das 3. preußische Corps(AlveuSleben II.) an, was es für SeitendetachementS oder für die Arrieregarde der großen Rheinarmee hielt. Als man durch die von bedeutender Uebermacht erhaltenen Prügel seinen Jrrthum erkannte, einen Jrrthum, tief wie Moltke's Schädelfurchen und hochgewölbt wie die Friderico-carlistische Stirn(auf den Bildern der Schaufenster), da wurde eiligst nach allen Enden um Hülfe gesandt. Marscherschöpfte Truppen langten nach und nach an vom 10., S. und 8. Corps; ein numerisches Gleichgewicht war aber nicht herzustellen. Daß die Deutschen an jenem Tage nicht eine zerschmetternde Niederlage erlitten, dafür haben sie sich weder bei Moltke, noch bei Stichle, am allerwenigsten bei Alvensleben II. zu bedanken. Ihr Glück war der hohenzollernsche seul officier: Bazaine. Mau rechne zu den deutschen Irrungen noch den Haupt- schnitzer, die ganze Bazaine'sche Armee überhaupt nur 120,000 Mann stark angenommen zu haben, während sie 170,000 Mann zählt, und man wird sich eine noch klarere Vorstellung von dem damals möglichen„Stabskrach" machen. S31 Offiziere, 14,239 Mann war am 16. der Verlust der Deutschen— der ganz zwecklose Verlust. Die französische Armee bei Metz festzuhalten, daran hatte man ja noch gar nicht gedacht, und hätte man es ge- wollt, man war unfähig, es zu vollbringen. 15,000 Deutsche waren geschlachtet und nur eine Kanone genommen. Eine Eni- scheidung für den nächsten Tag zu erzwingen, selbst dazu fehlten die Kräfte. v. Schell citirt eine in der Nacht vom 16, auf den 17. abgesandte Meldung des Generals von Göben an Steinmetz, worin eS heißt:„Es stellte sich heraus, daß die Situation sehr kritisch war."(Sehr ist von Göben unterstrichen.)...„Ein furchtbarer Kampf entspann sich, trotz der Ueberlegenheit deS Feindes glänzend bestanden. Aber die Situation war sehr bedenklich, wenn der Feind kräftig zur Offensive Uberging."(Sehr wieder von Göben hervorgehoben.)...„Wahrscheinlich werden allerdings die Franzosen die Nacht zur Bewirkung des Abzugs be- nutzen." Einige Seiten vorher hat aber Schell mit seinem uns schon bekannten Prophetengeiste ganz stramm gesagt:„Gefesselt an der Stelle, wo man sie gefunden, sah die französische Armee ihre Absicht, nach Westen abzumarschiren, vereitelt: ein Resultat, dessen ganze Schwere erst die nachfolgenden Tage erkennen ließen." Genöthigt, sich mit der Grammatik halbwegs leidlich abzufin- den, sind diese Schreibeosfiziere mit der Folgerichtigkeit gräulich zerfallen, v. Göben sagt, die Franzosen waren nicht gefessellt und hätten die Deutschen fesseln können; v. Schell sagt, die Fran- zosen waren gefesselt! Ihrer Herr zu werden, allerdings un tre» petit peu de mathömatiqne suffit, genügt„ein ganz klein wenig Matheniatik". Abends waren die Deutschen zu erschöpft, um sich am nächsten Tage weiter zu schlagen, wenn sie nicht mußten. Bazaine, da er nicht am Abende des 16. den eiligsten Abmarsch angetreten, mußte am 17. in der Offensive kämpfen, und konnte es auch; er wollte nicht, und seine Corps- und DivisionScommandeure ließen ihn ge- währen. Sklavengestndel, noch heute im Dienst! Nicht nur hatten an jenem Tage die Deutschen ihre moderne Lieblingsidee aufgeben müssen, einen französischen Flügel zu„um- fassen", isie konnten schließlich auch ihre Infanterie nicht mehr zu Offensivstößen vorbringen. Hören wir den offiziösen von der Goltz: „Der Tag neigte sich darüber zum Abende. Die letzten ent- scheidenden Augenblicke kamen; was man noch thun wollte, mußte jetzt geschehen. Klar ist'S, daß zu einer weithin durchgeführten Offensive und einer Verfolgung des hierbei über den Haufen ge- worfenen Gegners die Kräfte fehlten. Diese Ueberzeugung hatte man auch damals an Ort und Stelle gewonnen, denn das Bild der Schlachten sprach zu deutlich." Man war bis ans Theatercoups reduzirt. Es wurde finster und„der moralische Eindruck galt jetzt weit mehr als gesteigerte materielle Wirkung«, für die eS übrigen« den Deutscken an Mu- nition und ihrer Artillerie an Pferden fehlte. Der Cavallerie wurde daher von dem neuen Bühnenhusaren Friedrich Karl be- fohlen, ohne Gasbeleuchtung irgendwo gen Rezonville einzuhauen, der Artillerie, im Dunkeln ohne Distancekenntniß gen Rezonville zu feuern und einiger Infanterie, ohne Abendessen gen Rezonville anzukriechen. Rezonville blieb in den Händen der Franzosen. „Völlig erschöpft bivouakirten die deutschen Truppen dort, wo sie zuletzt gestanden hatten." v. d. Goltz sagt weiter(S. 101):„Es galt, die heute unter so schwerem Gefechte errungenen Resultate sicher zu stellen. Die direkte Straße Metz-Verdun war der feindlichen Armee gesperrt, der Kampf gegen große, numerische Ueberlegenheit glücklich und im letzten Augenblicke noch in der Offensive beendet worden." Dies, wie dem aufmerksamen Leser einleuchten muß, sind militär-schnod- drige Redensarten a posteriori. Auch fährt er, sich selbst wider- sprechend, gleich fort:„Noch lag die eine große Frage nahe, was der nächste Morgen bringen werde. Noch war die Krisis,' in der man stand, nicht überwunden, mußte sich die Lage für die feind liche Armee auch, nachdem sie einmal bei Mctz festgehalten war, bald so ungünstig gestalten, daß sie der endlichen Niederlage nicht entgehen konnte. Es ließ sich augenblicklich nicht übersehen, wie- viel an einzelnen Brigaden oder Divisionen der Feind bisher in- takt erhalten habe. Die Erneuerung des Kampfes am 17. war möglich, dann aber durfte man nur auf die Unterstützung deS ganzen 9. Armeecorps rechnen. Ob diejenigen Streitkräfte, welche man in der Nacht noch herbeibeordern konnte, für die Entschei- dung rechtzeitig auf dem Schlachtfelde eintreffen würden, blieb in- dessen zweifelhaft." Für den einfachen,„ungebildeten",„rohen" Arbeiter brauchten wir kein Wort zu verlieren, um den in diesen Zeilen enthaltenen dick-epaulettirten Blödsinn und Schwindel nachzuweisen. Aber der MilitärhakimS selbst wegen und wegen ihrer dickköpfigen„gebil- deten" Nachsinger müssen wir im Fluge feststellen, daß man„die KrisiS, in der man stand", sich selbst geschaffen hatte, daß die Franzosen durchaus nicht von den Deutschen, sondern von Bazaine „festgehalten waren", und daß die„endliche Niederlage" damals vorausgesehen, wieder ein Gedanke„von hinten" ist. Goltz zittert, zappelt, zetert und zerrt die Ereignisse auf gut berlinisch in eine geschichtliche Fratze— auf höhern Befehl. Wie sollte denn„die KrisiS überwunden werden"? Wiederum im Widerspruche mit sich selbst sagt v. d. Goltz in einem Athem mit Obigem: „Der Zustand der Truppen, die am 16. gefochteu hatten, er- heischte gebieterisch Schonung. „Die wirklichen Ziffern der Verluste, welche diese Truppen ge- habt, war jetzt natürlich auch nicht annähernd zu ermitteln. Allein der Augenschein lehrte, daß sie das Maß des Erwarteten weit über- schreiten würden. Solche Verluste aber üben ihre Wirkung auf jede Armee. Alle CadreS waren numerisch bedeutend geschmolzen, viele Bataillone, EsccldronS und Batterieen fast ohne Offiziere. „Bei der Ausdehnung des Schlachtfeldes, dessen einer Theil bergiges Waldterrain war, hatten die taktischen Verbände sich ge- löst. Die Nacht verging ohne Zweifel mit dem Sammeln und Rangiren der Truppen. „Die Ermattung von Menschen und Thieren nach zehn- bis elfstündigem Kampfe war aufs Aeußerste gestiegen. Kein Truppen theil hatte am 16. abkochen können. Auf dem Plateau machte sich der Mangel an Wasser fühlbar. „Auch Munition fehlte bei der Infanterie und Artillerie schon während des Gefechtes, doch hatte der Oberbefehlshaber sofort direkte Befehle an den Commandeur der Artillerie ertheilt, damit die Complettirung in der Nacht erfolgen konnte. „Bedeutende Leistungen durften ohne Zweifel für den nächsten Morgen von den erschöpften Mannschaften nicht gefordert werden. „Auch daß dem heutigen Tage eine Abspannung folgen müsse, wie sie sich nach Momenten solcher Erregung stets einstellt, war selbstverständlich." Moltke hatte von diesem Zustande keine Ahnung, als er„die Auffassung des großen Hauptquartiers" am 16. Abends 8', Uhr in seinem Schreiben an die zweite Armee wie folgt schildert: „Nach diesseitiger Ansicht beruht die Entscheidung deS Feldzugs darin, die von Metz weichende Hauptmacht des Feindes nördlich zurückzuwerfen. Je mehr daS 3. Armeecorps heute vor sich hat, um so größer wird dir Erfolg morgen sein, wo daS 10., 3., 8., 7. Corps und auch das 12. gegen dieselben Kräfte verfügbar sind." Der Allwissende, die vermeintliche Oieintessenz von Alexander, Cäsar, Hannibal, Eugen, Attila, DschingiS Khan, Friedrich, Na- poleon, Wellington, Jomini und Klausewitz— er wußte zu Pont ä Mousson, 5 Meilen vom Schlachtfelde, trotz Feldtelegraphie und „Uhlan" nicht, daß nicht nur das 3. Corps im Feuer gewesen, sondern daß mit ihm das 10., die Hälfte des 9. und Theile des 3. ganz mürbe geschlagen worden waren. Diese Truppen waren für den folgenden Tag kampfunfähig. Fast sollte man meinen, daß ihm das Hauptquartier der zweiten Armee, aus Scham über die Nutzlosigkeit des Gemetzels ganz unvollständige Berichte ge- saudt hatte. Wenn Moltke glaubte, der Feldzug würde durch„Zurückwerfen der Hauptmacht nach Norden entschieden", so hatte er seine lächer- lichen Ansichte» über die Kriegslust und Kriegstüchtigkeit deS Iromme du pave mit Bismarck und jedem gewöhnlichen„Preußen" gemein. MacmaHon war noch nicht abgefangen, die Bazaine'sche Armee sollte nur dorthin abgeschoben werden, wo später Faidherbe seine gefahrdrohenden Sprünge machte— und damit war für Moltke bereits der Feldzug entschieden! Es wäre nicht zu glauben, wenn er selbst es nicht erzählte— schwarz auf weiß. Ist es möglich, daß das Hauptquartier der zweiten Armee solche„Auf- sassungen" veröffentlichen ließ, um Moltke und den Allerhöchsten Kriegsherrn zu verspotten?! „Die beschleunigte Erreichung der Maas erscheint von unter- geordnetem, die Wegnahme von Toul aber von hohem Werthe", ist eine andere„Auffassung" Moltke's an demselben Abende. Man wollte wohl die kronpriuzliche dritte Armee erst einen Hauptschlag machen lassen und das unruhige Drängeln des„rothen" Prinzen wurde unbequem! Je länger und genauer man sich den Mottle betrachtet, desto mehr schrumpft er zusammen. Ihm konnten nur Strategen wie Bcnedek, wie MacmaHon, wie der Porzellanräuber Palikao, wie Bazaine und Jarras auf die Beine helfen. Die Deutschen wären herzlich ftoh gewesen, wenn sie hätten an- nehmen dürfen, daß das Gros Bazaine's am 17. über Conflans und Brey nordwestlich zurückgewichen war. Die sicherste Bestäti- gung unserer Behauptung findet man in den Lanzenschwenkungen des von Friedrich Karl vorgesandten armen literarischen Uhlanen v. d. Goltz. „Ein ernsteres Anfassen deS Feindes(am 17.) hätte für die Aufklärung größere Resultate ergeben, allein in jenem Augenblicke wurde noch Alles vermieden, was den frühzeitigen Ausbruch des Kampfes hätte herbeiführen können." Dieser preußische„Augenblick" dauerte den ganzen 17. hindurch. „Die Schlacht hätte nun(etwa 2 Uhr Nachmittags) mit ftischen Kräften erneuert werden können. Diese Ansicht wurde auch im großen Hauptquartier erörtert, doch vertraten Prinz Friedrich Karl und einige anwesende kommandirende Generale eine entgegengesetzte Anschauung. „Die heute herangekommenen Truppen(Garde, 7., 8., 12. Corps) hatten einen anstrengenden Marsch hinter sich. Ein wei- tereS Vorgehen bis an den Feind war nöthig. Erst spät am Nachmittage konnte daher der ernste Kanipf beginnen und derselbe endete dann möglitberweise wohl mit einem Siege, doch nur mit einer halben Entscheidung. Der Abend hätte die Akiion vorzeitig beendet und eine Verfolgung unzweifelhaft ausgeschlossen. Dem glaubte das Obercommando der zweiten Armee sich nicht aussetzen zu sollen, vielmehr die Dinge, nachdem sie einmal so weit gekom- men, nunmehr mit einem Schlage zu Ende führen zu müssen." So zu lesen S. 116. Auf Seite 114 war aber bereits zugegeben, „daß man eS für einen Fehler hielt, wenn Bazaine bei Metz ver- blieb," daß„normale und richtige Entschlüsse deS Gegners immer die richtigste Basis sind, auf welche die eigenen Maßnahmen be- gründet werden können. Prinz Friedrich Karl war daher der Ueberzeugung, daß.... der größere Theil der feindlichen Armee sich schon seit dem Einbruch der Dunkelheit am IS. August im Abzüge nach Westen befinde oder er sich in direkt nördlicher Ricb- tung rückwärts verlegt habe, um von dort über Brich abzumar- schiren. Möglich blieb eS bei der zweiten Annahme, daß er jetzt bereits in der Ausführung dieser letzten Bewegung über Brich be- griffen sei." Also welche„Dinge" wollte der„rothe" Prinz a« IS. einem Schlage zu Ende führen"? Doch nnr„Dinge", die er selbst als nicht mehr vorhanden betrachtete. Gestrenger»der gcneigts Leser, wie gefällt Dir diese Kriegskunst? Correipondenzen. Leipzig, 11. April. Ja allen nattonalliberalen und sonstig» „Sauhirten"blättern wird ein kolossaler Lärm geschlagen über eine» angeblichen Conflckt, der im Reichstage zwischen der Reichsregie- rung und der Majorität des Reichstags auszubrechen drohe. Ma» kann sich verwundert fragen, wie das möglich fei, da ja die Ma- jorität deS Reichstags, regierungsfreundlich, wie sie ist, mit da Reichsregierung bisher stets durch Dick und Dünn gewatet fei. Und gar erstaunen muß man, wenn man hört, daß die Militär- vorläge den Anlaß zu dem Conflikt abgeben soll. Man vergegenwärtige sich nur die Sachlage. Bis zur Stundt sind alle gesetzgebenden Körper in Deutschland wie im Ausland besetzt durch die besitzenden Klassen, und alle Gesetze, die in Kraß treten, sind mehr oder minder die Hüter des Interesses der be- sitzenden Klassen. Das ist sehr natürlich. Da es aber uatur- gemäß neben den besitzenden auch nichtbesitzende Klassen geben muß so ist es ebenso sehr natürlich, wenn die nichtbesitzenden Klasse» darnach streben, daß ihr Interesse zur Geltung gelange. Diese« Widerstreit der Interessen nnn hat in der menschlichen Gesellsckafi schon zu wiederholten Malen zu Zusammenstößen gar gewaltige« Art geführt, immer aber sind bisher die Nichtbesitzenden unter- legen. Was Wunder also, wenn die Besitzenden riesige Bollwerk« aufführen, um allen hereinbrechenden Katastrophen gewachsen z» sein. Und ein solches Bollwerk ist das stehende Heer. Nu» komint da der bekannte Bismarck und verlangt vom ReicM' tage, daß er seine Genehmigung zur Vermehrung des stehende» HeereS geben solle. Das Verlangen Bismarcks, ausgedrückt i» einer Gesetzesoorlage, wird vom Reichstage einer Commission zu« Borberathung überwiesen, und diese will, vielleicht zu Bismarcks lebhaftestem Erstaunen, von den geforderten 30,000 Soldaten, ui» die das stehende Heer vermehrt werden soll, einige Tausende ad- handeln. Kann man nun diesen Widerstand der ReichStägl« gegen die Vermehrung deS stehenden Heeres als bittern Ernst nehmen? In Etwas ja. Getreu seinem Grundsatz, dem Fürsten- haus Hohenzollern die unumschränkte Herrschast über Deutschland zu verschaffen und zu sichern, hat Bismarck seit einer Reihe vo»! Jahren eine Anzahl Kriege angezettelt, die auch stets die Macht- stcllung der Hohenzollern erweiterten. Aber nicht immer in diese» AnnectionSzügen hatte sich Bismarck der Zustimmung der Herr- schenden Klassen zu erfreuen, denn der ackerbautreibende Adlig« wie der industrietreibende Bourgeois, sie Beide müssen Friede» haben, um der Arbeit neue Schätze zu entreißen. So war eS i>»> Jahre 1866, als es galt, Oestreichs Machtstellung in Deutschland zu brechen. Damals erhoben die besitzenden Klassen ein heillosed Geschrei über den freventlichen Bruderkrieg, der da auszubrechen drohe. Adressen, Petitionen, Resolutionen, Deputationen, alW Mögliche wurde gethan, um den Krieg zu hintertreiben, war ma» doch nicht sicher, ob Bismarck siegte. Aber kaum waren die erste« Schlachten siegreich geschlagen, da, welch verändertes Bild! Ver- gcsscn waren die geschlagenen Brüder und Bismarck war der Held des TageS. Jetzt waren sich die besitzenden Klassen im Klare», daß Bismarck ihr Mann sei. Wer den äußeren Feind so zu- sammenzuhauen versteht, der wird den inneren Feind gewiß nicht schonen. Unter dem Jubel der besitzenden Klassen und einem Theile del verblendeten Volks toste darauf der Krieg gegen den„Erbfeind", vorüber, der als neue Errungenschaft den Hohenzollern den deutsche»� Kaisertitel einbrachte. Der„ewige Friede" war nun hereinge- brod)en. Friede nach außen, Ruhe im Innern. Da tritt plötzlich Bismarck mit der Mehrfordcrung vo» 30,000 Mann für das stehende Heer heraus. Die ReichStäzlet stutzen und wollen nicht recht daran, ihr Ja zu sagen; sie witter» Kneg und wollen Friede haben. Aber Bismarck kennt sei««, Pappenheimer, und wir auch. Das End' vom L«ed' wird sei«) Bismarck bekommt die 30,000 Soldaten. Bisinarck ist ja de« Mann, der Alles kann; Heil ihm, er wird Alles zum Beste» führen. Im Gegensatz zu der besitzenden hat die nichtbesttzende, di« Arbeiterklasse, ein eminentes Interesse an der gänzlichen Beseitigunj der stehenden Heere, wie aus dem Vorhcrgesagten zur Genüg« hervorgehen dürfte. Aber schwach, wie die Arbeiterklasse gegen- wärtig in Deutschland noch ist, kann sie ihr Veto gegen di« Existenz der stehenden Heere nur durch Proteste einlegen. Zu diesem Zwecke fand denn auch Freitag, den 10. d. M eine von nahezu 1000 Arbeiten, besuchte Versammlung im Gosen- thale statt, die nach einem allgemein beifällig aufgenommenen R»' ferate des Parteigenossen Bl os mit allen gegen eine Stimme di« folgende Resolution annahm:„Die heutige Volksversammlung erklärt, daß daS Gebahren der nationalliberalen Partei bezüglich des dem Reichstag vorgelegten neuen Militärgesetzes ein volW- feindliches, daS Volksinteresse im höchste« Grade schädigendes ist und protestirt namentlich gegen den, hinter verschlossenen Thüre»! in der hiesigen SchützenhauSversammlung gefaßten und von Herr»' Dr. Stephani, dem Vertreter der Stadt Leipzig, unterstützte» Beschluß, daß eine weitere Erhöhung der schon zur Unerträglichkeit gestiegenen FriedcnSpräsenzstärke deS Heeres noch mehr erhöht un» auf alle Zeit festgestellt werde«. Als zweiter Punkt stand au! der Tagesordnung derselben Versammlung:„Diskussion über daS zu erlassende Contrattbruchgesetz". Hier hatten es Ramm un» Hadlich übernommen, die anwesenden Arbeiter auf die Schädlich' keit dieses Gesetzes aufmerksam zu machen. Und in der Thst wird mit dem Gesetz nichts weniger als eine weitere Fesselung de« Arbeiterklasse beabsichtigt. Das staatliche Riemenzeug an de« ökonomischen Zwangsjacke, in welcher die arbeitende Menschheit schmachtet, soll wiederum, wie ehedem, bis zum Ersticken sestg«! zogen werden. Constatirt wurde, daß die Agitation für Erl»! deS ContraktbruchgefetzeS zum großen Theile von dem Kleing«' Werbestand ausginge. Und so ist es auch. DaS Großkapital b«' darf der Zwangsbestimmungen zur Exploitation der Arbeiterklasl« nicht; eS findet die Arbeitskraft in genügendem Angebot auf de«» Markte vor, und wahrlich, eS versteht sich auf deren Verwerthu# Anders steht eS mit dem Kleinkapital. Auf die Handarbeit be- schränkt, ist es unfähig mit dem mit allen Hilfsmitteln der Wissen- schaft produzirenden Großkapital zu konkurriren und fällt natur- Semäß diesem zum Opfer. Anstatt dieses einzusehen, machen die ileinkapitalisten die Arbeiter für ihren Untergang verantwortlich und schreien in ihrer Todesangst um polizeiliche Hilfe. Selbst- verständlich leisten die A>beiter Widerstand, und diesen Wider- stand dokumentirten die im Gosenthal versammelten Arbeiter durch Annahme der schon in Nr. 39 des„Bolköstaat" bekannt gegebenen Resolution. DaS Bureau wurde lMh beauftragt, dem Reichs- tage die Resolution in geeigneter Weise zur Kenntniß zu bringe». Der dritte Punkt der Tagesordnung, da« projektirte Preßgesetz, zu welchem wiederum Bios daS Referat übernommen hatte, gab allen folgenden Rednern Anlaß, die Arbeiter eindringlich zur Unterstützung der Arbeiterpresse zu ennahne». Zum Schluß wurde noch bekannt gegeben, daß die nächste Sitzung des sozial- demokratischen Arbeitervereins am Freitag wiederum im Gosenthal abgehalten werden würde, und wurde zu zahlreicher Betheiligung aufgefordert. Nerkin, 11. April. Der Reichstag beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung wiederum mit Wahlprüfungen, die meist kein weitergehendes Interesse boten. Nur um die Wahl des Abge- ordneten Georgi entspann sich eine lebhafte Debatte. Es ist gegen dieselbe ein Protest eingelaufen, welcher sich darauf stützt, daß die Wahlzettel mit dem Namen Georgi an mehreren Ölten de« 22. sächsischen Wahlkreises so eingerichtet gewesen seien, daß der Druck durchgeschienen habe und so eine Kontrole der einzelnen ndt Wähler möglich gemacht und in der That auch ausgeübt worden rat sei. Die Abtheilung beantragte trotzdem, die Wahl für gültig zu casl erklären, da selbst nach Abzug aller hierdurch etwa beeinflußten bc Stimmen noch eine Majorität für Georgi bleibe. Gegen diesen :ut' Antrag erklärte sich sehr energisch der Abgeordnete Hasselmann. mß. Er verlangt vielmehr Beanstandung der Wahl und Einleitung ffea einer Untersuchung. Es handle sich hier— führte er des Weiteren es« aus— um drei der ärmsten Webcrdistrikte, deren Bewohner viel- ,ast fach aus Furcht vor Entlassung aus der Arbeit ihre Stimmen an iget Georgi hätten geben müssen, rben weil die Wahl durch jene Wahl- ter- Zettel kontrolirbar gewesen sei. Diese Beeinflussung sei schlimmer, erb als jede andere und bedürfe um so mehr der Untersuchung, als z»' die Fabrikanten vielfach in der Weise terroristisch vorgegangen in» seien, daß sie ihre Arbeiter geradezu zur Wahl kommandirt und chS> dann ihre Abstimmung kontrolirt hätten. Abgeordneter Löwe de» sprach darauf für Giltigkeit der Wahl und erlaubte sich die dreiste i» Behauptung, daß von Seiten der sozialdemokratischen Partei ein zw viel stärkerer Terrorismus ausgeübt sei, als von ihren Gegnern. rlfl Natürlich fand er damit den Beifall der Majorität, welche jedem ui» gegen demokratische Parteien gerichteten Angriffe, mag er noch so ab' unsinnig sein, zujauchst. Jedem Unbefangenen muß-eS natürlich zlel sofort einleuchten, daß eS ein anderes Ding ist, wenn eine politische c# Partei innerhalb ihrer Mitglieder strenge DiSciplin hält, was die tew Sozialisten zum größten Aerger der Liberalen allerdings besser ani� verstehen, wie jede andere Partei, und ein anderes Ding, wenn oo» abhänaigc Wähler durch unerlaubte Mittel gezwungen werden, cht'! ihrer ehrlichen Ueberzeugung Gewalt anzuthun. Natürlick behielt esc» Herr Löwe trotzdem mit seinem überaus lächerlichen Borwurf em Recht und die Wahl des Abgeordnete Georgi wurde für gültig lim erklärt.— Gegen die Wahl des Abgeordneten Koch im dritten de»! braunschweigischen Wahlkreise, war ein Protest von dem„sozial- isj demokratischen Wahlcomitö in Braunschweig" eingelaufen. Natür- an« lich betra�tete das hohe Haus diesen Protest für„unerheblich" und ose» erklärte die Wahl für gültig. Bemerkenswerth war nur, daß der heOi Abgeordnete Braun dem genannten Comitv die Befugniß zu einem ifl« Protest bestritt, weil dasselbe aus Leuten gebildet werde, welche »a» nicht zu den Wählern des Abgeordneten Koch gehörten. Der alte ste» Windthorst, obgleich ein Ultramontaner, wies diesen Versuch eines liberalen Abgeordneten, die BolkStechte wieder um ein Stückchen zu schmälern, treffend zurück, indem er ausführte, daß Jedermann im Volke daS Recht habe, gegen Wahlunregelmäßigkeiten Zu protestiren, weil Jedermann ein Interesse habe, daß im Reichs je» reib 5«'.,....... m tage nur rechtmäßig gewählte Männer säßen, die ja nicht einen i bestimmten Wahlkreis vertreten sollten, sondern das ganze Volt. drf Damit war Herr Braun abgeführt und die Sache erledigt. Die ad'-----—"''- he» ig«' nächste Sitzung findet am Montag statt; auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Militärgesetzes. — 13. April. In der heutigen Sitzung des Reichstags begann die zweite Lesung, d. h. die Spezialdebatte des Militär- vo» gesetzes.§ 1 desselben lautet in der Borlage der Reichsregie- zler rung:„Die Friedenspräsenzstärke des Heeres an Unteroffizieren ter» und Mannschaften beträgt bis zum Erlaß einer anderweitigen ge- eine schlichen Bestimmung 401659 Mann. Die Einjährig-Freiwilligen ein' kommen auf die Friedenspräsenzstärke nicht in Anrechnung." Hier- dee Zu beantragen a) die Abgg. Hasenclever, Hasselmann, Reimer ste»' den Antrag zu fassen, wie folgt:„Die FriedenSpräsenzslärke der BolkSwehr an Unteroffizieren und Mannschaften dreier Jahrgänge die beträgt bis zum Erlaß einer anderweitigen gesetzlichen Bestimmung unj� während der Dauer von zwei Monaten deS JahreS nicht unter lüge 640,000 Mann, während der Dauer von zehn Monaten nicht zeit«; über 18,000 Mann. Militärische und Leibesübungen der beur- die laubten Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, sowie der jungen Leute von vollendetem 14. bis 20. Lebensjahre werden durch ein M Gesetz geregelt," d) der Abg. AuSfeld, unterstützt von 34 Mit- sen' gliedern der Fortschrittspartei:„Die FriedcnSpräsenzstärke deS R»' Heeres wird für jedes Jahr durch das Etatsgesetz festgestellt. Für die das Jahr 1375 beträgt die FriedenSpräsenzslärke deS Heeres an UNS klnteroffizieren und Mannschaften 401,659 Mann. Die Einjährig zlich Freiwilligen kommen auf die Friedenspräsenzstärke nicht in An >tW Rechnung. Diese Feststellung wird dem Militär-AuSgabeetat für ist 1875 zu Grunde gelegt," v) der Abg. v. Mallinckrodt, unter- Ire» stützt vom Centrum:„Die Friedenspräsenzstärke des Heeres an erc» Unteroffizieren und Mannschaften wird nach den jedesmaligen Ber- zte» Hältnissen deS Reichs durch daS jährliche Etatsgesetz festgesetzt," skest ü) der Abg. v. Bennigsen, unterstützt von der nationalliberalen un»' Fraktion und einzelnen Fortschrittlern:„Die FriedcnSpräsenzstärke au' des Heeres an Unteroffizieren und Mannschaften beträgt für die di» Zeit vom 1. Januar 1875 bis zum 31. Dezember 1881 und 401,659 Mann. Die Einjährig-Freiwilligen kommen auf die lich' Präsenzstärke nicht in Anrechnung." Pjch Der letzte Antrag ist der berufene Compromißvorschlag, welchem de« die Regierung zugestimmt hat. dse Abg. Miquel eröffnete als Referent der Militärcommission chett die Debatte mit einem ausführlichen Bericht über jdie Verhand- stge'., Jungen der(Kommission in Bezug auf§ 1, die natürlich durch die rlaS Wachenschaften hinter den Coulissen, aus denen der Compromiß nge' hervorging, zu einem bloßen Gaukelspiel geworden sind. Die Be- be'I Mrwortung deS CompromisseS selbst übernahm dann der Abg. v. lab' Bennigsen, der von jeher Vorkämpfer des Nationalliberalismus vei»! gewesen ist, wenn es sich um die Vertbeidigung einer besonders Phrase, und wo ihm, wie'S freilich fast immer der Fall ist, die Begriffe fehlen, stellen sich Verdächtigungen zur rechten Zeit ein. So wars auch heute. Mit einer Virtuosität, um welche ihn die BiSmarck'schen Soldschreiber beneiden können, bezichtigte er die Anhänger deS wichtigsten VolkSrechtS, Reichsfeinde zu sein, welche die Fundamente des Staats untergraben und ihn seinen äußeren Feinden gegenüber wehrlos machen wollten. Natürlich malte er auch da« Schreckgespenst de« UltramontaniSmus mit möglichst dicken Farben an die Wand. Den Gipfel der Lächerlichkeit aber erstieg er mit der Behauptung, seit 1843 habe nie eine so freiwillige und ursprüngliche Bewegung Deutschland durchzogen, wie die gegen- wältigen Demonstrationen für da« Militärgesetz. Ist daS bewußte Lüge oder Unzurechnungsfähigkeit? Seine eigene Partei schwieg verlegen zu diesem Uebermaß von— Dreistigkeit, während von allen andern Seiten deS Hauses sich vernichtendes Hohngelächter über den Redner ergoß. Alle« in Allem war er viel zu plump, um irgendwelchen Eindruck zu machen. Kriegsminister v. Kamele verlas darauf eine Erklärung, in welcher die Regierung ihre Zu- stimmung zu dem Amendement Bennigsen kundgab— in der sicheren Erwartung, nach sieben Jahren würden sich die„Ansichten so weit geklärt" haben, um die gesetzliche Fixirung der Friedens- Präsenzstärke dann für immer festzusetzen. BemerkenSwerlh ist, daß sich in dieser Sache der BundeSrath schon zur zweiten Lesung schlüssig machen konnte, eine Art deS Geschäftsganges, welche Hr. Delbrück beim Preßgesetz für eine völlige Unmöglichkeit erklärte. Abg. Peter Reich er. sperge r vertrat dann den ultramontanen Antrag. Die Wahl dieses Redners war insofern eine sehr ge- schickte, als er von jeher in der Frage des Budgetrechts der Volks- Vertretung mit der Linken gegangen ist, waS man von Vielen seiner Parteigenossen bekanntlich nicht sagen kann. Er sprach sehr lange und soweit er sich auf Begründung der constitutionellen Rechte des Reichstags beschränkte, mit vielem Geschick. Die Debatte wurde darauf bis morgen Vormittag 11 Uhr vertagt. In der furchtbaren Niederlage, welche der deutsche Parla- mentarismns durch den Compromiß in der Militärfrage erlitten hat, sind ein letzter, schwacher Lichtschein die Vorgänge in der Fortschrittspartei. �Diejenigen Mitglieder derselben, welche noch auf politische Selbständigkeit und Unabhängigkeit Anspruch erheben können, haben sich dann doch trotz der offiziösen Verdäch- tigungen, mit welchen sie jetzt schon bombardirt werden, zu diesem Akt der Selbsterniedrigung nicht entschließen können und die Partei hat sich gespalten. Ausgeschieden sind acht Mitglieder: Berger, Löwe, Baumgarten, Groß, Heine, Kreutz, Schmidt(Stettin), Z nn, von denen die sechs Letzgenannten den Compromißantrag unter- schrieben haben. In der Fraktion gebliebe», ohne den Fraktio�s- antrag(Ausseid) zu unterzeichnen, sind: Spielberg, Knapp, Lo- rentzen und Rohland. Wegen Krankheit sind abwesend: Donath, Föckerer und Kirchmann. Den Volksrcchten treu geblieben ist der Rest von vierunddreißig Mitgliedern der Partei. Dieselben sind: AuSfeld, Allnoch, Banks, Bernhard!, Dickert, Duncker, Eberty, Erhard, Eysoldt, Francke, Frankenburger, Hänel, Hagen, die bei- den Hausmann, Herz, Hoffmann, v. Hoverbeck, Kisker, Klöppel, Klotz, Minckwitz, Müller(Görlitz), Oehmichen, ParistuS, Eugen Richter, die beiden Sauckeu, Schutze(Delitzsch), Schwarz, Träger, Wiggers, Ziegler, Zimmermann. — 14. April. In der heutigen Sitzung des Reichstags wurde die Debatte des§ 1 des Militärgesetzes fortgeführt. Abg. Graf Bcthusy-Huc eiöffnete die Diskussion mit der Versicherung, daß er mit seinem früheren Amendement auf eine gesetzlich fixirte Prä- senstärke von 334,000 Mann die Regierungsvorlage keineswegs habe abschwächen wollen. Es hat's ihm auch Niemand zugetraut. Er ist der Ansicht, daß der Z 1 der Regierung weder ein Recht deS Reichstag» schmälere, noch auch die materielle Leistungsfähig- keit des Volkes überbürde; indeß wird er, gewohnt, den.sStrom der Geschichte an der Stirnlocke zu ergreifen", sich diesmal mit dem Compromisse begnügen. In wenigen, schlagenden Sätzen deckte der nächstfolgende Redner, der Abg. Eugen Richter, den ganzen Widersinn der Ausführun- gen des oberschlesischen Grafen auf und entwarf dann in wahrhaft glänzender Rede, um derentwillen der Fortschrittspartei viele Sün den vergeben sein sollen, ein erschöpfendes Bild von der politischen Lage. Er führte aus, daß eine sachliche Behandlung der Militär frage nicht durch die Anhänger des Budgetrechts, sondern durch die Regierung und ihre Freunde zur Unmöglichkeit gemacht wor- den sei. Als dieselbe erkannt habe, daß die Majorität des Reichs- tags, wenn auch nur eine kleine Majorität, nicht willens fei, ohne Weiteres aus daS wichtigste Volksrechte zu verzichten, habe sie die ganze offiziöse Meute losgelassen, um mit allen erlaubten und un erlaubten Mitteln die öffentliche Meinung zu bearbeiten. Sie habe nicht an die Einsicht patriotischer und politisch gereifter Männer appellirt, sondern an die Leidenschast und den Unverstand der Massen. In Gegenden, in welchen der Ultramontanismus beson- ders kräftig wuchere, sei der Menge vorgespiegelt worden, wenn die Regierung das Militärgesetz nicht unverkürzt bewilligt erhalte, werde sie den Kampf gegen Rom aufgeben. In den"westlichen Provinzen sei von den Offiziösen gelogen worden, die Ablehnung des§ 1 sei ein Appell an die Franzosen, ins Land zu fallen. (Die Freiconseroativen v. Kardorff und Fürst LtchnowSkh rufen: Sehr richtig!) So gefährlich fei also dies verwerfliche Treiben gewesen, daß es selbst erleuchtete Mitglieder des Reichstags zu blenden vermocht habe.(Große Heiterkeit.) Man habe sich selbst nicht gescheut, die Person des Staatsoberhaupts in die Debatten zusammenwürfelter Volkshaufen zu ziehen; wohin es führe, die Monarchie zum Spielball eines PlebiScitS zu machen, habe das Beispiel Frankreichs gezeigt. Hr. v. Bennigsen habe gestern sich auf daS Beispiel des altrömischen Staats berusen, welcher in Zeiten äußerer Gefahr die unumschränkte Staatsgewalt, die Diktatur in die Hand eines einzelnen Mannes gelegt habe. Nun, er glaube nicht, daß es zum Heile des deutschen Reich« sei, die Wege eines Staates zu wandeln, dessen Grundlage die Sklaverei und dessen Todesursache der CäsariSmuS gewesen sei.(Lebhafte Zustimmung.) Der Absolutismus sei gewiß eine sehr unvollkommene StaatSform, aber doch noch viel ehrlicher und viel gesunder, als der Schein- konstitutionaliSmu». Niemals sei bis jetzt innerhalb der libe- ralen Parteien ein Zweifel darüber gewesen, daß das Budgetrecht der Volksvertretung die unerläßliche Voraussetzung eines konstitu- tionellen Staates fei; wenn jetzt die Nationalliberalen ihn und seine Freunde verdächtigten, weil sie mit jden„Schwarzen" zu- sammengingen, so falle diese Verdächtigung auf die National- liberalen selbst zurück, denn nur sie hätten durch das Preisgeben ihrer langjährigen Ueberzeugungen diesen Zustand verschul- det. Den Minoritätsparteien aber gereiche eS zur Ehre, an dem gesetzlichen Boden festzuhalten, welcher allein die Gesundheit des Staatswesens verbürge. Das Compromiß sei nichts, als ein Miß- trauenSvotum für die Einsicht und Redlichkeit des Volks; keine Regierung aber und kein Staat könne auf die Dauer bestehen, ohne felsenfestes Vertrauen auf das Volk. Der konservative Ab- uoZ'!chlechtcn Sache handelt. Er ist ein Meister der hochtrabenden! geordnete von Maltzan-Gültz sprach darauf sehr matt ftir das Compromiß. Abgeordneter Hasenclever vertheidizte daö von ihm und seinen engeren Parteigenossen gestellte Amendement. Er hob hervor, daß der Zeitraum von sieben Jahren in dem Com- promißantrage augenscheinlich mit Rücksicht auf daS Septennat Mac Mahons gewählt sei, dem die Compromißler damit voraus- sichtlich den größten Gefallen gethan hätten. Einen wesentlichen Unterschied zwischen der Regierungsvorlage und dem Compromiß könne er zudem gar nicht anerkennen. Wen» die Regierung ein- mal sieben Jahre eine Friedenspräsenzstärke von 401,000 Mann gehabt habe, dann werde ihr nachher der Reichstag, und wenn lauter Richters in ihm säßen, auch nicht einen Mann»bzwacken. WennS nicht anders ginge, würde sie ihren Willen dann auf dem Wege des Staatsstreichs durchsetzen und die Fortschrittler würden die letzten sein, sie daran zu hindern. Dafür sei die Haltung dieser Partei seit 1863 eine sichere Bürgschaft. Wenn in der That der Erwerb zweier Provinzen, wie Gras Moltk« gesagt habe, mit einer 50 jährigen Kriegsbereitschaft, also mit der vollkommeueu Lahmlegung deS Handels und der Industrie bezahlt werden müßte, dann sei dieser Preis viel zu hoch. Die stehenden Heere seien der Fluch der Nationen; sie würden verschwinden, ob früher, ob später, ob aus friedlichem Wege oder durch gewaltsame Umwälzung, sei eine offene Frage, aber streben müsse jede demokratische Partei unaufhörlich nach ihrer Beseitigung und deshalb habe er seinen Antrag auf Errichtung einer BolkSwehr eingebracht. Generalmajor v. VoigtS-Rhectz bekämpfte darauf vom Regierungsstandpunkte aus die Amendements Ausfeld und Mallinckrodt. Bemerkenswerth war, daß er mit einer Offenheit, welche schwerlich den Intentionen seiner Auftraggeber entsprach, dik�Nothwendigkeit der Präsenzziffer von 401,000 Mann damit motivirte, daß ein neuer Krieg mit Frankreich unausbleiblich sei. Der nationalliberale Abgeordnete von Treitschke gab seinem Schmerz darüber lebhasten Ausdruck, daß die Re- gierung nicht ihre ursprüngliche Forderung durchgesetzt habe, aber das sei ihm ein Trost, daß Reichensperger und Richter dem Compromiß so heftig widerstrebten und darum werde er gern für dasselbe stimmen. Im Uebrigcn erging sich der Redner in so heftigen Jnvectiven gegen Richter, daß ihm der Präsident einen Ordnungsruf ertheilci: mußte. Damit war der erste und interessantere Theil der Sitzung erledigt. Ein Schlußantrag wurde abgelehnt und der Abgeordnete v. Mallinckrodt erhielt das Wort. Derselbe plaidirte mit vielem Geschick für zweijährige Dienstzeit und wies Mitgliedern fast all« Parteien des Hauses nach, daß sie selbst diese Forderung in frü- Heren Jahren nicht nur für möglich, sondern auch für nothwend g erklärt hatten. Er wußte seinem Bortrage so viele Malicen ein zuflechten, daß nicht weniger wie vier Mitglieder des BundesratdS auf seine Rede antworteten. Sie blieben, ohne sachliche Gründe anzuführen, bei der alten Behauptung stehen, daß über diese Frage zu urtheilen nur Militärs kompetent seien und daß diese einstimmig dreijährige Dienstzeit für nothwendig erklärten. Abg. Löwe hielc dann eine lange, verworrene Rede, in welcher er vergebens die Schmach des Abfalls von den Ueberzeugungen seines ganzen Lebens mit einer überflüssigen Polemik gegen Treitschke zu verhüllen suchte. Graf Moltke bekannte, mit schwerem Herzen für das Compromiß zu stimmen; in kurzen Schlagsätzeu wie„daS Schwert Deutschlands in der Scheide sichert den europäischen Frieden",„die Abrüstung ist der Krieg" befürwortete er trotzdem seine Annahme, welche die Sicherheit de» Reiches verbürge und die Würde(!) des Hauses wahre. Endlich versuchte Abg. LaSker die gestrigen Plumpheiten unv Taktlosigkeiten seines Freundes Bennigsen durch maßvollere Aussührungen zu Gunsten deS CompromisseS vergessen zu machen, was ihm nicht gelang. Nach einer Unzahl persönlicher Bemerkungen kam es dann zur Abstimmung. Das Amendement Hasencleve- wurde abgelehnt gegen die Stimmen der drei Antragsteller. Das Amendement Mallinckrodt mit 256 gegen 114 Stimmen, die Abgg. Vahlteich und Sonnemann stimmten mit Ja, Geib m c Nein, Most und Motteler enthielten sich der Abstimmung; das Amendement AuSfeld erhielt nur die 34 Stimmen der Unte- zeichner von der Fortschrittspartei. Schließlich wurde K 1 in der Fassung deS CompromißantrageS v. Bennigsen mit 224 gegen 146 Stimmen angenommen. Die Sitzung hatte sieben Stunden gewährt. Morgen um 12 Uhr Fortsetzung der Debatte. Mühkhausen. Kürzlich sprach hier Parteigenosse W. Bo.t aus Gotha vor einer stark besuchten Versammlung über 1) Dw Arbeiterbewegung und 2) Die sozialdemokratische Arbeiterparte: unter großem Beifall. DaS Resultat der Versammlung war die Gründung einer Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiter- parte!, in welche sich selbigen Abend noch 36 Mann einzeichneten. In der bald darauf stattgehabten Parteiversammlung schrieben siw noch weitere 18 Mann ein, so daß wir jetzt 54 Mann stark sind. Zum Vertrauensmann wurde Unterzeichneter ernannt. Thüringen ist für die sozialdemokratischen Grundsätze ohne allen Zweis« ein sehr empfänglicher Strich Landes, leider fehlt es uns an Red- nern, die deren Verbreitung mit Eiser und Geschick betreiben könnten. H. Pölitz, Vertrauensmann. Uöstneck. Am 22. März feierten wir den im Volksleben denkwürdigen Tag des 13. März. Um 11 Uhr traf Reichelt aus Apolda mit den Parteigenossen auS MünchenbernSdors, die die rothe Fahne mithatten, ein und wurden dieselben am Bahnhof vom Festcomi'.ö herzlich willkommen geheißen. Zu einem Auszuge hatten wir die Erlaubniß erhalten. Alles war auf den Beineu. denn eine rothe Fahne hatte man in einem Auszuge noch nicht gesehen. Die Gegner waren ob unserer Kühnheit, mit einer rothcn Fahne einen Umzug zu halten, nicht wenig erschrocken, das beweist das„Tageblatt", die„Dorszeitung" und daS„Rudolstädter Wochenblatt", in welchen Blättern die durch Angst und Grimm getriebenen Gegner wunderliche Ammenmärchen zum Besten geben. Wir sind diesen Herren für ihre Bemühungen großen Dank schut dig, indem sie dadurch auch die Arbeiter in andern Städten auf unsere Bestrebungen aufmerksam gemacht haben. Abends halb 8 Uhr begann das Arbeitersest im Hotel„zum Ritter". Herr Reichelt hielt einen Vortrag über die Arbeiter- bewegung und erntete großen Beifall. Alsdann sprach Hr. Richter, welcher sich im Allgemeinen über die elenden Zustände in hiesigen Fabriken aussprach, wodurch er sich die Fabrikanten auf den Hals gehetzt hat. Bei sehr starkem Besuch endete das Fest in zufrieden- stellendster Weise. w � R. Straßburger. Kannover, 12. April.(Klempner-Strike.) Der Strcke dauert unverändert fort; von Seiten deS Fabrikanten wurden Gerüchte verbreitet, welche dahin lauten, daß die Lieferung wieder zurückgehe, waS aber nicht der Fall ist, indem in genannter Fabrck 25 College» gesucht werden. Wir ersuchen deshalb sämmtliche Collegen, den Zuzug fernzuhalten; wir bitten ferner, uns in un- serm Kampfe thatkrästig zu unterstützen. Die Unterstützungen sind zu senden an C. Martens, Hallerstraße. Kamöurg, 10. April. Als eine kleine Anzahl hiesiger Geld- aristokraten, Prozentjuristen und FondSspeculanten am Sonnabend vor Ostern mit SicbenmeileNstiefeln zu einer unterthanenverstän digen Ovation für den Militärgesetzentwurf der Regierung schritten, ahnten dieselben kaum, wie sehr sie durch dieses Vorgehen für d.e Sozialtxmokraten Propaganda machten. Nachdem die Börse m ihrer politischen Kannegießerei sich als«Volk" geberdet hatte, welches es für nicht„zeitgemäß und Überaus gefahrbringend" hält, sein Budgctrecht zu wahren, blieb nichts anderes übrig, als daß das wirkliche Volk Hamburgs gegen die mordspatriotischen Börsen- männcr Stellung nahm. Dies geschah vorgestern Abend in Sage- biel'S Saal, dem größten Versammlungslokale in Hamburg. Die Versammlung wurde auf Anregung unserer Parteigenossen von dem hiesigen Bevollmächtigten des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, Herrn Vater, einberufen und geleitet. Auf der Tagesordnung standen: Da» Militär- und das Contractbruchgefetz im Reichstage. AlS Referenten waren bestellt die ReichStagSmitglieder Gcib, Hafiel- manu, Vahlteich und Reimer, wovon Vahltcich jedoch am Er- icheinen verhindert war. Zuerst erhielt Geib das Wort über das Militärgefetz Derselbe kritifirte in einstllndiger Rede die Militär gcsetzvorlage, durch welche man wieder völlig in die alten, abso� lutistischen Zustände zu gelangen suche und der gegenüber das Volk entschieden Protist erheben müsse. Redner schlug der Versammlung folgende Resolution zur Annahme vor: «Die heute in Sazebiel'S Etablissement tagende, von mehr als 7000 Personen besuchte Volksversammlung erklärt, daß sie die stehenden Heere neben der verderblichen Macht deS Kapitalismus als Haupthinderniß einer friedlichen und freiheitlichen Entwickelung der Völker betrachtet.— Durchdrungen von der Richtigkeit dieser Erklärung vcruriheilt dieselbe Volksversammlung daS jüngst erfolgte Vorgehen einer Cligue von Hamburger Börsenleuten, darauf ge- richtet, die jetzigen militärischen Zustände Deutschlands nicht nur zu verewigen, sondern auch im steiheitsfeindlichen Sinne zu kräf- eigen.— Schließlich beaustragt die Versammlung ihr Bureau, von dieser Resolution dem Präsidium des Reichstages Kenntniß zu geben." Nach Geib sprach Hasselmann. Derselbe verbreitete sich gleich falls über den Militärgesetzentwurf und geißelte besonders den >asagerischen Reichstag sowie die Geldmänner der Hamburger Börse. Alsdann wurde über die von Geib vorgeschlagene Resolution ab- gestimmt und dieselbe unter lauten Beifallsrufen von der impo- 1 auten Versammlung angenommen. Zum zweiten Gegenstand der Tagesordnung, der schon einmal n einer hiesigen Volksversammlung erörtert worden war, nahm Reimer das Wort, um in scharfer Weise gegen das den Arbeitern geltende Ausnahmegesetz vorzugehen. Nachdem auch noch Hassel- mann über diesen Gegenstand eine kurze Rede gehalten hatte, ge- langte folgende Resolution zur Annahme: «Die heutige, von mehr als 7000 Personen besuchte Massen- Versammlung demonstrirt einmüthiz gegen das dem Reichstage vorliegende Contractbruchgesetz und erklärt, entgegen den am Sonnabend ausgesprochenen Sympathien der hiesigen Börsenclique, an der neulich in Lütge'S Salon beschlossenen Resolution entschieden festhalten zu wollen." Seit Zähren war dies die erste hiesige Versammlung, in welcher beide Arbeitersractioncn friedlich zusammenwirkten, zugleich auch war es eine der großartigsten Versammlungen, welche seit Iahren hier stattgesunden. Hoffentlich wirkt der Geist, welcher in dieser Versammlung herrschte, weiter als mächtiger Impuls für das fer- nere Zusammengehen der sozialdemokratischen Arbeiter Deutschlands. München, 8. April.(Die Landesversammlung in Nürnberg.) Ja den ersten Tagen dieser Woche fand die nach Nürnberg einbe- rusene Landesversammlung der bayerischen Sozialdemokratie statt. Derselben ging eine Volksversammlung voraus, welche von mehreren tausend Männern besucht war und die volle Einmüthigkeit, die klare Erkenntniß der politischen Verhältnisse, wie sie jetzt überall im Arbeiterstande Platz zu greifen beginnen, zum erfreulichen Aus druck brachte. Herr Max Kaiser aus Breslau beleuchtete in vov trefflicher Rede und unter allgemeinem Beifall die Thätigteit des deutschen Reichstags. Ihm folgte eine Anzahl Redner, welche das Eontraktbruchgesetz, wie es dem Reichstage vorliegt und wie es möglicherweise zur Annahme gelangen kann, in gedrängter Kürze behandelten. Schließlich gab die Volksversammlung ihren Anschau- uugeu in folgender Resolution den entsprechenden Ausdruck: «Die Versammlung erklärt sich mit aller Entschiedenheit gegen die im Gesetzentwurf, betr. einige Aenderungen der Gewerbe- ordnung, vorgeschlagenen Beschränkungen des KoalitionSrechteS, indem sie die kriminelle Bestrafung des sogenannten Kontraktbruch cS als ausschließlich gegen die Arbeiter gerichtet und mit dem Geiste einer gerechten Gesetzgebung unvereinbar zurückweist. Die Versammlung erklärt sich ferner gegen die vom Bundesrath vor- geschlagenen Gewerbegerichte, weil durch dieselben, schon allein mit Rücksicht auf die Wahl der Beisitzer durch die Gemeindever zreter, daS Interesse der Arbeitsherren bevorzugt, die Gleichbe rechtigung der Arbeiter mit den Arbeitgebern vor dem Gesetz ver letzt, überhaupt dem Zweck, unparteiische Richter zu schaffen, in keiner Weise genügt wird. Ebenso wenig entspricht eS der Ge rechtigkeit und den berechtigten Interessen des Arbeiterstandes, wenn, wie bisher-, die Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber durch die Gemeindebehörden entschieden werden. Die Versammlung hält vielmehr dafür, daß nur durch eine gänzliche Umgestaltung der heutigen gesellschaftlichen und staatlichen Zustände ein Ausgleich geschaffen werden kann, und erklärt eS des- valb für Pflicht eines jeden Arbeiters, der sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der gewerkschaftlichen Organisation beizutreten. Schließlich protestirt die Versammlung gegen die in Petitionen von Fabrikanten und selbstständigen Gewerbetreibenden geforderte Einführung von Arbeitsbüchern als einen Versuch, den überwundenen Standpunkt zünftlerischer Gesetzmacherei wieder zu beleben, und be auftragt ihr Bureau, vorstehende Beschlüsse dem deutschen Reichs tage zur Kenntnißnahme zu übermitteln." Auf den Nachmittag war eine geschlossene Mitgliederversamm lung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei eiuberufen, in welcher die Abgesandten zur Landesversammlung in die Berathungen über die Schöpfung und Erhaltung einer gemeinsamen und planmäßigen Agitation über ganz Bayern eintraten. Fast alle Orte, in denen die Arbeiterbewegung bereit« breiteren Boden gewonnen hat, waren durch Delegirte vertreten, nur Regensburg und LandShut hatten auf die Abfendung eine« Vertreters verzichtet, jedoch sich schriftlich mit den Beschlüssen der LandeSversammlung im vornhinein ein- verstanden erklärt. Nachdem man sich im Beginn der Be- sprechungen davon überzeugt hatte, daß eine gemeinschaftliche und geregelte Agitation nirgends auf Widerspruch'stieße, ging man zu- v achst an die Wahl eines BorortS als Sitz des zur Leitung der Landes agitationsgefchäftc beauftragten CentralagitationScomits. Nürnberg, als der Ort, an welchem sich bei den jüngstvergangenen ReichStagSwahlcn die Arbeiterpartei am stärksten und am besten rrgauisirt gezeigt hatte, und da« zugleich durch feine geographische Lage bevorzugt erschien, wurde unter allseitiger Zustimmung dazu auSersehcv. Bei der Beschlußfassung über die Beschaffung der Geldmittel zu einer großartigen Landesagitation einigte man sich dahin, daß jeder Ort gehalten fein sollte, für jedes seiner Parteimitglieder monatlich 2 kr. an die CentralagitationSkasse abzuliefern. Wie diese Gelder an den einzelnen Orten herbeigeschafft werden sollen, wurde deren eigenem Ermessen überlassen. AlS Grundlage für die planmäßige Regelung der Agitation wurde alSdann die WahlkreiSeintheilung angenommen und dabei festgesetzt, daß im allgemeinen je vier Wahlkreise zu einem Agitationsbezirke zusam- mengesetzt und von einem Lokalagitationscomits bearbeitet werden sollten. Diesen hauptsächlichsten Bestimmungen schloffen sich Be- rathungen über die Zahl der verwendbaren agitatorischen Kräfte, über die Führung der Agitation und über die Aufgabe des Cen- tralagitationScomitckS, sowie die der lokalen Agitationskörper an; dieselben ergaben alle ein durchaus bcfticdigendes Resultat, so daß voraussichtlich die Frucht der Nürnberger LandeSversammlung ein jugendkräftiges Aufblühen der Sozialdemokratie in ganz Bayern sein wird. Dazu thue jeder Ort und jeder Gesinnungsgenosse seine Schuldigkeit! �Zeitgeist.) Warkirch, Nachdem nach der Wahl zum Reichstage eine unerwartete Waffenruhe eingetreten war und unser Häuflein sich vermindern zu wollen schien, so war eS Pflicht, die Arbeiter aus ihrer Trägheit durch Abhalten von Versammlungen zu rütteln. Das Auftreten unserer Zwingherrn und Schlotjunker war höchst einschüchternd auf die Arbeiter, und da sich unter Letztern einer hinter dem andern zu verstecken suchte, so waren wir deßhalb nicht im Stande, Versammlungen einzuberufen, indem hier eine jede Einberufung nach ftanzöstschem Gesetz von sieben in der Gemeinde Ansässigen unterzeichnet sein muß und wir mit aller Mühe nur drei dazu bereitwillig fanden.* Parteigenosse Jung aus Straßburg kam das erste Mal hier her in der Hoffnung, eine Versammlung abzuhalten, welche aber nicht auS dem angegebenen Grunde abgehalten werden konnte. Doch verstand es derselbe, ein Häuflein feststehender Mitglieder derart anzufeuern, daß es sich Jeder zur Schande anrechnen würde, sein Handgelöbniß, welches er von einem Jeden forderte, zu brechen. So waren wir im Strnde, die nothwendigen Formen der An- Meldung nach Angabe und Einleitung unsres Besuche: S zu erfüllen und wurde eine Versammlung auf den ersten Osterfeiertag beschlossen und in'S Auge gefaßt. Die Versammlung wurde genehmigt. Der Zorn und die Wuth der Fabrikanten und Aristokraten kannte nun keine Grenzen, daß man dem„Auswurf der Menschheit" daS Recht einräumte, sich zu versammeln. Aber Arbeiter allerwärtS, höret und staunet, was nun geschah. Am Montag Abend vor Ostern fand man dahier in einem Stalle uuter der Krippe eine gefüllte Flasche Petroleum mit einem brennenden in dieselbe gehenden Docht und eine zweite gefüllte oben auf der Krippe. Au Eiftigen fehlte eö nicht, welche dieses schändliche Machwerk auf Rechnung der Sozialisten schrieben, besonders auf ein tüchtiges Mitglied, das ganz in der Nähe wohnte. Den biedern und feststehenden Ver- trauenSmann Forwalv beschimpfte man und warf ihm nur die Worte hin:„DaS ist Pariser DingS." Trotz diesem Petroleumgeruch fand doch am ersten Ostertage die Versammlung statt, in welcher Parteigenosse Jung auS Straßburg die ganze Tagesordnung mei- sterhaft erledigte. Dieselbe war:„1) Die Sozialdemokratie und ihre Bestrebungen; 2) Stellung derselben zu allen Parteien; 3) Partei- angelegenheiten." Herr Jung machte den Arbeitern den Standpunkt in der faß- lichsten Weise klar und legte das ganze Gewicht auf die gemein- same Organisation der Arbeiter ohne Unterschiep der Nationalität, beleuchtete die ganze Schaar der Nationalfanatiker und ihrer Be- strebungen, sowie ihr Verhalten den Arbeitern gegenüber, indem er als Grundzug ihres Nationalfanatismus nur das Befriedigen ihrer eigenen Bedürfnisse hinstellte und den einzelnen Arbeiter, welcher als„Spitzel" sich gebrauchen ließe, nur einigermaßen menschlich behandeln würden. Auch die Petrol-Affaire geißelte er ohne Rücksicht. Forderte zum allgemeinen Beitreten zur Partei auf und betonte hauptsächlich, daß, je allgemeiner die Arbeiter- Verbrüderung sei, desto zaghafter und hinfälliger würden die heute noch vergötterten und allgemein gefürchteten Kapitalhelden erscheinen. Zum Schluß erläuterte er die Novelle zur Gewerbeordnung und wurde nach Verlesung eines Protestes dieselbe einstimmig ange- nommen. Im Ganzen wurde dem Redner der allgemeinste Beifall zu Theil, nicht allein in der Versammlung, sondern auch außerhalb. Ww alle wissen und sind überzeugt, daß diese erste Versammlung die EiSrinde zum schmelzen gebracht hat. Jung gab unS das Versprechen, unS öfters zu besuchen, wogegen wir daS Gegenver sprechen geben mußten, treu und fest zur Sache zu stehen und selbst unter den mißlichsten Lagen nicht davon zu lassen. Kientzel, Schriftführer. Tvunabend, den 18. April, Abends 8 Uhr: Geucralver- wlHIJIl sammlung der Gewerlschaft der Holzarbeiter im ober« Tluh- Lokal.— Tagesordnung: 1) Kassenbericht. 2) Bericht der Landesversammlung. 3) Innere BereiuSangelegenheÜen. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen und werden. auf s 26 de« Krankenkassen-Statuts aufmerlsam gemacht. Der Borstand.* j fftrtlltftä Arbeiterverein.? xa/lkljHw Montag, 20. April, Abend« 8 Uhr: Versammlung im l Biertunnel. Die besprochene Angelegenheit betreffend, zur Nachricht:! Freitag, d. 17. ds«., Gosenthal. (trttttlmieit Sozialdemokratischer Arbeiterverein Montag, den 20. April, Abend« halb 3 Uhr, findet in Hansch's Clublokal eine Geschlossene Versammlung statt. Legitimation durch Karte. Tagesordnung: Innere Vereinsaugelegeuheit. XB. Es ist dringend nothwendiz, daß jedes Mitglied erscheint. D. L. KloittrfkKrtrf««»'* Sonnabend,'den 18. April, Abend« Punkt � 8 Uhr: Volksversammlung in Lange'« Re-,� stauration.— T.-O.: Da« neue Militärgesetz. Da« Contraktbruchgesetz. � Es ladet hiezu zu recht zahlreichem Besuch ein Das Comits. Gleichzeitig diene allen am Sonntage nicht anwesenden Vereinsmit« 1 gliedern zur Nachricht, daß vom 18. April an, unsere Beretnsfitzungen jeden Sonnabend, Abend« Punkt 8 Uhr stattfinden werden. Der Borst.««. illtit Tischler und Pianoforte- Arbeiter. Donnerstaa. den Iii. Arms Agenda s>„sd c, arn. 1 I W Donnerstag, den 16. April, Abends halb 3 Uhr:«ll- � gemeine Versammlung im„Bellevue"(früher Leipziger Saal), Kreuzstr.* T.-O.: Da« Eontraktbruchgesetz. Die Holzarbeitergewerkschast. «rbcitrrtildungSverein. Sonntag: 1—3 Uhr Zeichnen. Montag: Gesang, Turnen, Stenographie, Rechnen. Dienstag: Deutsche, englische und franzöfiche Sprache; Schönschreiben. Mittwoch: Diskussion oder Bor- trag. Donnerstag: Gesang, Stenographie, Turnen, franz. Sprache. izw Freitag: Buchführung, engl. Sprache, Wechselkunde. Sonnabend:� Bortrag oder Diskussion. Arbcitcrbildungsvcreinl ,» -viiUUUU Deutsche Sektion der Internationalen Arbeiterassoziation 81 Blue Post Tavern, Newmann Street Oxford Street W. C. r Versammlungsabende Mittwoch und Samstag. � Jeden Dienstag englischer Sprachunterricht. Der Sekretär:>ri mlbj Leo Frankel, 13 Slortimer Street W.(®c Ei 9lCtU'-fj0rf 1 der Internationalen Arbeiterassoziation jffly (Allgemeiner deutscher Arbeiterverein) zu New-Aork bies versammelt sich jeden Sonntag Abend 8 Uhr im 10. Ward Hotel Ische eorner(Ecke) of Broorne& Porsyth Str. . Vereinigte Tischler. itn vl-vlU'£/Uii Jeden Dienstag, Abends 8 Uhr, Versammlung injilei Briefkasten der Redaktion. R. W. in Neustadt-Wien: Besten Dank! Die Sache wird geordnet werden. Nach Gumbinnen: Das Uebersandtc ist sehr willkommen und wird zweckentsprechend verwendet werden. R. in Hau- nover: Wir können anonyme Zuschriften nicht berücksichtigen. F. S. in Cosel: E. wird demnächst abgethan; bisher fehlte Raum und Zeit. der Expedition, v. PH. M. Mannheim Ab. März Thlr. 11 7 5, für Druck Thlr. 4 15. E. Bpp London Ihr Ab. ist bi« auf 10 Gr. für 2. Q. begl. Q. u. H. Plagwitz Ab. 1. Q. Thlr. 1 5. Wls Chemnitz Schr. Gr. 3 5. Zrkl Crimmitschau Ab. 1. Q. Thlr. 21 28 5, Schr. Gr. 7 5. Fchverem der Holzarb. Graz Ab. 2. Q. Thlr. 1 4. Krschmr Dortmund Sehr. Thlr. 1 18. Jpp München Schr. Thlr. 1 17. Sng« Mainz Schr. 10 Gr. Sbr Frankfurt a. M. Schr. 15 Gr. I. Endr« Augsburg Schr. Thlr. 32 3. Ab. 2. Q."Thlr. 11 13. Wßmr Constan; Schr. 14 Gr. Ptsch Wigstadt Schr. Thlr. 2 8. Arb.-Bild.-Bereiu Wel« Ab. 2. Q. Thlr. 1 4. H. F. W. Schltz Hamburg Ab. 1. O. Thlr. 48 28 7._ Fond f. pol. Gcmaßregclte. Altenburger Parteigenossen 5 Gr.__ Anzeigen 2c« Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Sam«tag, d. 18. April, Abend« 8 Uhr: Berfa mm � lung in der Schützenhalle. I. A.: G. Stolkberg. Sonnabend, den 18. April, Abend« 8 Uhr:«eneral- Versammlung der Gewerkschaft der Holzarbeiter bei Hrn. Giitel, Andreasstr. 26. Tageiordnung: Protest gegen da» Contraktbrnchgesetz und viertel jährliche Abrechnung. Die Parteigenossen müssen alle am Platzt sein und werden auf g 26 unsere« Statut» aufmerksam gemacht._ G. Lemke, Bev. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonntag, d. 13. April, Nachmiitag« 3 Uhr: General- Versammlung im Tretnitzer- Hause, Ritterplatz 8. Tagesordnung: 1) Bortrag. 2) Abrechnung de» verstosseoe» Quar- tal». 3) Neuwahl de« Borstaude». 4) Verschiedene«. Die Mitglieder werden auf§ 26 de« Statut« aufmerksam gemacht. H. Nebel, Bev. CmerljatJCn®e'n: Geburtstage« F. flassalle«, verbunden mit Festrede und Ball, findet Sonntag, den'13. April im Saale de« Gastwirth'« Suliug statt, und e« werden dazu die Partei- sowie Gewerksgenossen mit ihren Familien freundlichst eingeladen.— Entrs für Herren 10 Gr., Damen frei. Geestendort, 13. Aprii. Aug. Kaht, Bertrm. Da» Comits. Teutonea, Asserably Booms, 158—160 Avenue. tor Arbeitsnachweisungsbureau bei John Frank 143, Elridge Street,(ml Gewerksgenoffenschast der Manufaktur- Arbeiter, ein- viüwlUJi-ß Sonnabend, den 18. April, Abends 8 Uhr: Ver-),. sammlung im Saale de« Heren Schwarze.— Referent: Baumann.?° au« Berlin. I�S Zutritt für Jederman frei. F. St n ck e n b r u ck. onutag, den 13. April, Vormittag« 10 Uhr: Slfl-r'1 C�nniinu gemciue öffentliche Holzarbeiterversammlung(Ritter straßc 7) im Palm-Salon.„ T.-O.: Vortrag vom Gewerksgenossen Herrn A. Richter aus Berlt wozu die Berliner Gewerksgenossen eingeladen werden. I. A.: P. G. >'B. Abgang von Berlin, um 8 Uhr vom Hamburger- und u 3� Uhr vom Lebrterbahnhof. Arbeiterverein. Thonberg b. Leipzig den 3 Uhr: Versammlung im Gasthos zum Thonberg Montag, den 20. April, AbendH� Sonnabend, den 18. April, Abends halb 9 Uhr: Sitzung des Fcstlver Comits's bei Emil Weber, Mariengaffe. Das Erscheinen aller Mitglieder ist noihwendig. flinj »ns Sonntag, den 19. Aprii 1874, Vormittags 9 Uhr: Generalversammlung sämmtlicher Böttcher Berlins Tagesordnung: Vorberathung zur Generalversammlung des Central-Vereins. Aufnahme neuer Mitglieder.— Verschiedenes. Der Vorstand. Losen. Pv> Mteir der« Aecht Englisch Lederhosen ä Stück 1 Thlr. 15 Sgr. „ Cord-Hosen a Stück 1 Thlr. 15 Sgr, „ Starke Stoff- Hosen a Stück 2 Thlr. 15 Sgl-. „ Militär-Drillhosen ä Stück 1 Thlr. „ Baumwollene feste Arbeitshosen ä Stück 27' s Sgr. empfiehlt Louis Guttmann> n lind ät tax i«£ J. jN] No. 24 Grini maische Strasse in Leipzig No.-»»jige Vom 1. April ist meine Wohnung Haag Nr. 2 beim Restzuratem�� Schulz."vd dl Jüterbogs, den 10. April 1874. R. G r u n e r t. jZb Durch die Erpedition de«„Volksstaat" ist zu beziehen: Dr. Johann Jacoby, d*»« C» �er i>nd Das Ziel der Ärbeiterbeweguug� Preis pro Stück 2 Skgr. Soebeu ist erschienen und durch die Unterzeichnete zu beziehe«: -s Allerhand Proletarier. Eine Hausgeschichte von A. Otto-Walster. (Separat« bdruck au» de«„Belksstaat"-Erzähler.) Preis Mch. ü®|t., gebunden 7'/a Sgr. v �tc JN $1, Expediti»«»es JBolfIfUat" j�{ Diejenigcu Filialexpeditioncn. welche das Adonnement Wp 1. Quartal noch nicht, oder nur zum Theil berichtigt habefi-Nd werden ersucht, bis Ende dieses Monats, wegen des Rechnungö� abschluffcs ihren Verpflichtungen nachzukommen. Atz Die Expedition des„VolkSstaat."' Leipzig:«erautw. Redaktem: M-Preißer.(Redaktton u. Sppedtst�fff Zeisterstr. 44) Druck und Ncrlag der Geuofieulchattsbuchdruckeret. thfl s 'du i»u