Erschrmi i» Inpxiz Mlrwsch, Freirag, Sonnlag. Bestellungen nehmen an alle Pestanstalten u. Buchhandlungen des In- U.Auslandes. Kilial-Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. Ä. Sorge, Lox 101 HodoKsn, K. J. Wm. Lueders, 409 Maystr. Chicago, J11. P-ter Haß, 8. W. Cornor Third and «oates(tr. Philadelphia. OrgandersozialdemokratischenArbeiterMrteiWdderlnternationalenGmerksgenossenschasten. Inserate, dt««bhalwug»«» Partei«, verein»« und Volksversammlungen, sowie die Anzeigen mit ■ ttch, cvlch die eia- zunz cho» ■i\� eiakr leirf' der» a«it nne» : Sp aal jedrl (• m. Zbr» Nr. 49, wer- . Qtf »iri Abonnements aus den„Volksstaat t. sßr die Monale Mai und Juni zu 10» z Sgr. werden bei ''ich! Q�en dculschen Postanstaltcn, für Leipzig pro Monat zu | 19 ii Ngr. bei der Expedition, Zcitzcrftr. 44, und bei Cvlp. Müller, � siir die Umgegend von Leipzig bei den Filial- Expeditionen: für �WitmarSdorf, Reudnitz, Neuschönefeld ic. bei O. Stclzer, A.ll Reudnitz, Kapeljcrigasse 11, L Tr., für Plagwitz und Lin- � � �»nau rc. bei Frau Hohe, Plagwitz, Zschocher'sche Str. 86, für — Connewitz ic. bei Tcubert, Bornaische Straße 19, für aleinzfckiochtr und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst, —'für Thonberg bei Horn, Hauptstr. Nr. 95, für Stötteritz �ei Gnsl. Voigt, Schulweg s, für Gohlis rc. beiO.Peukert, hauptstr. 19. Für Berlin wird auf den„Volkestaat" monatlich für 8 Cgr. frei in'o Hans abonnirt, bei Trautmann, Engelufcr 8b, 4 Tr.; Görges, Wcbcrftr. 3L; Rub cnvw, Brunnenstr. 34 ivt Laden; Mctzner, Elijabcthkirchftr. 1; Bogel, Prinzeistr. 61. Der AdonnementSbctrag ist bei Bestellung zu enrrichlcn Lei Nachbestellung ist au die Post I�Egr. Bestellgebühr außer UM AbonnementSbrirag zu rulrichleu.i Abonnemenfsprei«: Für Preußen incl. Stempel steucr LI'/, Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 1V Sgr. pro Quartal. Monat»-Abonnement» werden bei allen Deutsche» Postanstalten aus den L ten u. Lten Monat und auf de» 2ten Monat besonders an« genommen, im Kgr. Sachse» u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch aus den l ten Monat ü b>/, Sgr. angenommen, Zilial- Expeditionen und sonstige Partei« Ar gelegwheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat« mrd Vergnügung»- 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Mittwoch, Zg. April. 1874. ee nn� April An die Abonnenten in Sachsen. ilhr:. Lerweirerung der Annahme de» Abonnement» für Mai Sei- Mti einer Postexredition, wellen sich die Belrestenden ai-f da» Circular chsio» 16. März 1872 Nr. IT 2463 A berufen, v-onach Monaivabonne- dai»„Vvlkestaal">m Königreich Sachfen und Herzogthum wachsen-Altendurg zuläisig find. iouj Die Expedition des„VolkSstaaP'. ldne» Auf önNi nluist eche»' r M' stin» m �tide des Abgeordnrtcn Julius Mottet er über das Militärgesttz in der ReichStagssitzungs vom 20. April. gj Meine Herren!—(Ruf: Tribüne�— Ich spreche auf lNrnnk »? Gesdäfieottnung von meinem Platze auS. Ich habe die' �wabrnehuiung gemacht, daß man in dufem Haufe ganz wohl ver- standen weiden kann, wenn die Henen Abgeordneten ein Jnter- sste daran nehmen, den Redner zu hören. Ich werde demgemäß beinlhl fein, so verständlich als möglich vom Platze auS zu sprechen, l>tnn die Herren in diesem Haufe auch um em Stück mir eut- Bstst ri kommen wollen.— Es ist uns bei der eisten und zweiten Lesung dieses Gesetzes i'üt gelungen, zrm Worte zu gelangen: de, noch hatten wir ein �tseniliches Jnteusie daran. Sie wissen, meine Hm-n, daß die taialfcinickiatifche Arbeiterpartei, die hier in diesem Hause geg u- in b«stst>tig dvich vier Abgevidnete vertreten ist, die soziale, polrusche zz p lud religiöse Frage nicht trennt. Eine Vorlage nun, wie die ��-pger wäriige, bietet unsere Paitei die best? Gelege» heit, ihre «iui djötze zu veitheidigen uvd zu rechlsertigen; eS giebi keine durch- Klagenderen B�weiSmltiel, die Rickiligkerr unserer Austastung der - stnirt, ndarkeit der drei Fragen zu erhärien ui d deren uaiürlicben inullS övsou n euhong darzulegen, alS die in der Vorlage des Mtlilär- chril�iisetzes enihalteuen. ES ist von ver schieder en Rednern dieses HavseS darauf hinge- >uff>�>estn worden, daß die politischen, wirthschostlichen und finanziellen �'büisuistc bei duser GescheSvorlage in erster Linie in Bei, acht Hiner'. Tabei sird die sozenanuten politischen Bedilrsn'ßsragen Hß weit erschöpfender von allen Seiten behandelt wolden, als ii�'e wirihsckasthchen, die nach unserer Austastung die entschieden »e lil�chiigeren sind. Ich will wich nicht dam t hschäsligen, abwehrend st.__ �llhs, mieten geger über jenen Einwendungen, die gewacht wurden Hjenigev er tgegen, die vom pvlltischen Standpunkte aus sich gegen loz Mditärgesetz wandten. Die sozialdemokratische ArbeUerpaitei tttsch�stsrinr sich ja auch der Ehre, eine der bestgehaßten Parteien im vanse zu st in; ihre Angehörigen werden nach dem politischen l�iantpunktc, den sie iinmhmen, von gewisser Seite eingeie ht in zu akl�ie der Reichsseinde, Feinde des Baterlande« und Feinde leud�i« Staates ganz»«besondere. M*t� Run, meine Herren, ich glaube berechtigt zu seiu, daraus zu- �ckzciowmeu, daß es doch wohl der Mühe lohnte, zu erwägen, Hhalb eine Parier sich in so schroffer Stellung gegenüber diesen »«stitutionen blfiudet. WeShalb sind wir Feinde de« Vaterlandes, H der Austastung der größeren Zahl der Vertreter diese« Hause«, Hum der Gestllschast, warum des Staates Gegner? Sind wir � aus bloßer Lust zum Opponircu, oder haben wir berechtigte stünde, gegen die erwähnirn Organisation n uvS zu kehnn?! wirthschastlichen, wie»cm politischen Staudpunkt auS haben »lt sie. Ich darf wohl weiter fragen: find denn die genannten ?istilutionen so angelegt, daß wir unS darin wohl und zustleden . jlfltn könnten?— Wenn wir speciell von anderer Seite von un« Gegnern deS Reiches sprechen hören, so ist die« so allgemein flibev, daß, wer» man das Wort hört, mau selbst als Sozial .�ihivkat, wenn man nicht lächeln wüßte, darüber«rschricken könnte. sind Gegner det Reiche«, rrsoser» da« Reich d-st nimte Ein- -Hei»' Hungen repiästntut, unier denen wir uns gedrückt südlen» unter �>«v wir leiten; wir sind aber nicht Gegner deS Re'cheS als ,'es sticken, als eines nationalen, alS eine« staailicken Ganzen, Nein wir seid Gegner jener Eemichiungen im Reich, die uns »leisten beschnei er, die n»S am gewaltigsten drücken. Nun. i"eHemn,«ine jo che Institution ist obenan de» Militarismus, � Mrluarrtwn«, sage ich, gegen de» urcht blo« dre vorgeschrit- �2 teueren liberalen Parteien seit deoi letzten Jahrzehnt gekämpft haben, der Militarismus, gegen den sogar ein Theil derjenigen Partei, die den tonangebenden Kern dieses Hause« bildet, gekämpft und bei der ersten L-sung sogar durch ihre Redner sehr lebhaft de- wonstrirt hat. Wir sind Gegner des Militarismus vorherrschend au« ökonomischen Gründen, wir trennen ja die großen Eingangs erwähnten Fragen deshalb nicht, weil wir unS sagen, in einer wohlorganistrten Gesellschaft muß AlleS sich winhschaftlich wohl fühlen, muß auch eine gesunde Pol'vk getrieben werden, in einer wohlorganistrten Gesellschaft muß Jeder nach seiner Fazzon selig werden können. Meine Herren, die wirthschastliche Frage ist eutschieden die wichtigste und ich weine daher auch nicht u> terlasten zu können, bei dieser Gelegenheit daran zu erinnern, daß die Schwierigkeiten der Lösung des in der Mituärgesktzvorlage gegebenen Problem«, rie nun du>ch das Compromiß erfolgt ist, von vor über einem Jahrzehnte her datiren, in welchem man von ganz gleichen wirih schasilichen Grui dsätz-n ausgehend, seitens der preußischen Fort- schittispartei und der liberalen Parteien gekämpft und operirt hat. Vom Jahre 1862 auswänS datrrt der preußische Militärkon st'kl, und, meine Herren, es ,st uns derselbe überkommen mit so mancher alS wohlthätig gerühmten Institution des pieußrscken Staates, Sie haben ihn durch die Annahme dieses CompromisseS auf sieben Jahre nur ve,tagt; aufgeschoben aber, weine Herren, ist nicht auf- gehoben! Ich wünschte als Sozialist, daß es in dieser Session schon gelungen wäre, besonders aus wirthschastlichen Giünben, den Knoten zu Ichen, denn wir sind bei weitem nicht so de- struktionstustig, wie man eS unS unleischieben möchte, und ich be- dame, daß besonders in der Presse nickt Leidenschaftslosigkeit genug beobachtet wird, daß ganz besonders in dem Verkehr anderer Parteien mit der unsriaen ganz dastelbe wallet, so daß wir häufig verhindeit sind, die Ehrl ckkeit unseier Absichten genügend darru- legen. Inmitten jeder Partei giebt eS extreme Köpfe, voran- stürmende, die sich wenig laivm ILmmern, was aus den hinter ihnen Kommenden wiid; Niemandem auS unserer Partei wird eS iideß einfallen, allen Paueigenosten einen Borwurs daraus zu wachen, wenn ein einzelner vorgesedritüner Führer falsche An- -Ordnungen gelrosstn hat; aber ebenso erachte» wir es sür recht und in diesem Hause möchten wir eS für recht erachtet wisten, nicht verantwortlich gemacht zu werden für Thoihe.ten, die aller- dingS gclegenlttch unier unserer Firma so ganz im Allgemeinen g> macht werden. Unsere B wegung ist noch so je»g, daß man überhaupt noch nicht die volle attarheit Aller v rlangen kann. Meine Herren, ich sagte vorhin, der preußische Militärkonflikt ist in das Reich hinllbergelommen und ist dmch das Compromiß nickt gelöst woiden. Wir, vom sozialistischen Standpunkte aus, bedauern das auf daS AUerlcbhasieste, denn die wirthschastlichen Vethällnist-, unter denen w>r gegenwärtig leben und von denen, w.e der Herr Abgeordnete Jörg gesagt hat, man sagen könnte, der Ruin der Geieseüschasl habe schon angefangen, sind in der That so lahmend, daß das Volk nicht in der Lage ist, neue Lasten zu tragen an Gut- und an Vlutsteuer. Meine Herren, der Herr Abgeoitnele Tr. Braun hat, als eS sich um eine Geschäfts- orduungS-Instruktioo Handetie, unS zugerufen, wir möch'en auf dem Plane sein, man deabstchligte aus unsere Ohren eine Hypothek zu legen. Ich erwidere daraus, daS teuische Votk muß auf dem Plane sein bee diese, Ges tzesvortage, denn man beabsichtigt, ihm eine Hypolhek aus sein Fleisch, auf seui Blut, auf seinen Geldbeutel, ja aus seine tünsligen Generationen zu legen. Und wenn ich darum wiederhole, die wirlhschaslt'che Seite dieser Frage ist sür uns die alle wichtigst?, so will ich Sie doch nicht damit ei müden, die MiUiouen herunterzulesen, die ein Kotb und andere Statistiker arfsühren als die gewatiig großen Ausgaben sür die stehenden Heere; ich will mch auch ferner nicht damit desasten, Ihnen auseinanderzusey.n, daß wer ausrichtige Gegner des vor- liegenden Gesetzes und weshalb wir neben den wliihschastüchen auch auS politischen Giünden sür oie Volksbewaffnung sind. Meme Herren, der H.rr Abgevidnete Gras MoLke ha: seiner Zeit in der eist-n Äsung gegen die Milizen sich aus die Autorität Washing ton's beruseu. Dem entgegen könnte ich mich auch aus eine Arno- rilät berufen, die sich sür die Rützlichk.tt und Errichtung von Land- und VollSwehreu autspricht: eS ist Radetz'h, und so haben wir eine gieße Menge von Auioriläleu, dre alle die Möglichkeit auS- gesprochen haben, daß die Iistitution der VotkSwehr ganz wohl die Ii stitution der st.hendeu Heere ablösen könne ohne Gesähr- dung wohlorganistrter Staaten. Meine Herren, Millionen von Thalern find in Folge des letzten Krieges in deutsche Hände gekommen. Vom Tesche der Regierung lst un< gesagt worden, daß diese Millionen nur zu milllärtschen Zwecken verwendet werden sollen. Von anderer Seite wird»n« in Aussicht gestellt, daß man einem Defizit entgegen- maischire in Teurfchlai.b, wenn bei der hohen FriedenSpräsenz die Ausgaben m hr und wehr gesteigert weiden. Wenn der Herr Abgeortnele G'af Molike aber bei der Generaldiskusston g'sagt hat, daß ein jeder Staat das Recht habe, zu bestehen, das erste Bedürsniß eines Staate« sei, zu exstliren und sein Dasein nach außen gesichert zu sehen, dann ermnein wir vom sozialist'schen Standpunkt: auS au ein noch viel wicktigeres Recht im Jntereste der Faktoren, die d n Staat bilden, wir verlangen für die Jndt- v'duen, für den einzelnen Menschen, für den S aatSbürger daS Reckt zu bestehen nach innen wie nach außen, und deshalb erheben wir, wenn auch in driiter Lesung erst, unsere Stiwme, um Ihnen zuzurusen: do« Volk brarchl Frieden, dos Vo k brauchl B>oi; allein, die gewoltige Bewaffnung, in der sich Teutschland befindet, deute» uichr auf Frredeu hm» trotz der viel verhelßeudeu Worte der Thronrede. Im Gegentheil! Verschiedenes, wa« der Herr General von VoigtS-Rhetz gesagt hat, deutet auf etwa» ganz Anderes hin! Ich will mich nicht damit befassen, in Konjettural- Politik zu machen, sondern nur daran erinnern, daß wir in Deutsch- land daS traurige Bsid der Maffenverarmung vor Augen haben und daß wir es nicht unterlassen dürfen, in einer so hohen Ver- sammlunz, wie diese, davon zu sprechen. Wir haben unS wohl vorzuhalten, ob das Volk in der Lage ist, die hohen Steuern, die für die Institution, die Sie hier schaffen wollen, unfehlbar erwachsen müssen, tragen zu können.— Wenn ich nun aber einen Blick in die Einzelnheiten de« Ge- setzeS hineinwerfe, so bestätigt sich zu meiner Genugthuung Eine», was unS immer bestritten wurde, nämlich, daß ver heutige Staat em Ktafsenstaat, daß die heutige Gesetzgebung ihrer Natur nack eine Klastengesetzzebung ist. Ich verweise nur aus§ 20. in dem dies klar ausgesprochen wird, und so, wie die Dinge heute liegen, hat vollends der Mültärstaat Uber Ihren sogenannten Rechtsstaat gesiegt, und ich wünschte Ihnen, obwohl ich die Möglichkeit be- zweifle, daß alle die Voraussetzungen, die Sie daran knüpfen, sich m allseitigem Interesse erfüllen möchten. WeShalb wir nun aber das Wohl der A> beiterklassen nicht auS dem Milltärstrat hervorgehen gesehen haben, dafür, meine Herren, könnte>ch Ihnen mit vielen Zahlen dienen; indeß, ich w'll nur daran ermnern, daß in Deutschland der jäyiliche Bedarf an Finanzen bei dr Qrote von 250 Millionen Thalern sich so vertherlt, daß auf den Hof 13, für daS Militär 85 und für die Schuldenve'zmsung.52 Millionen bezahlt werden—(nach Kolb) —, ganz abgesehen von den übrigen Opfern. Run aber, meine Herren, bei dieser Vorlage und namentlich bei dem Z 20 hatten die liberalen Parteien Gelegenheit, so manches gegebene Wort einzulösen; denn ich kenne manchen Herrn Collegen, der bei der Wahtazitation ganz besonders in den armen Wc berkreisen SachftnS und des VoigtlandeS versprochen hat, m ihrem Interesse zu wirken. Der 20 tautet: Aus ein beS zwei Jahre können zurückgestellt, und fall« sie nicht nach ihrer LooSnummer zu den Ueberzähligen ihre« Jahrganges gehören, für da» nächste Jahr vorgemerkt werten: 1. die einzigen Ernährer hülsioser Familien, erwerbSun- fähiger Eitern, Großeltern oder Geschwister. Nun, meine Herren Liberalen, warum haben See nicht die vollständige Freigabe in diesem Falle beschlosten!? Der H.-rr General von VoigtS-Rhey hat doch in der zweiten L-sung, wenn >ch mich nicht täusch-, gesagt: eS dürfe zur Erhaltung des Vater- landes wever an Menschen noch an Mitteln gespart werden, und bei de, großen Masse von Leuten, die nach der deutschen Heere«- Verfassung ausgehoben werden— es muß ja in Folge dessen noch gelost werden, wert man nicht Alle einstellen kann—, kommt eS doch wahrtlch nicht in Betracht, ob hundert oder tausend Mann, die einzigen Ernährer hülslvser Familien, Großeltern und Ge- schwister, mehr ausgelöst weiden oder nicht; im Gegentheil eS ist von höchster W>chtl»ke.t für Sie, die Sie für die Erhiltung der heutigen Zustände ja alle erdenktichen Mittel einsetzen wollen, im Au�e zu behalten, daß dadurch, daß die einzigen Ernährer hüls- loser Familien u. s. w. weggenommen werden, neue Lasten den Gemeinden zugewiesen weiden, die heute schon gewattig überbürdet sind; und es ist erue ftststehmde Thrtsache, daß die Mehrung der Aimenhäuser und damit zusammenhängend die Mehrung der Zucht- Häuser ganz gewaltig vorwäitS schreitet. Hier wäre eS am P atze gewesen, zu sagen: die einzigen Ernährer hülftoser Famtleen sind vom Mtlitärdrenst befreit.— Soviel sür die ganz Armen, denn eS kann ja nach Ihrer Vorlage der Fall vorkommen, daß eia Er- nährer einer hütslvscn Familie, dep, um ein Exempel zu nehmen, drel oder vier Gssstapnäae sich in den ostindischen Gewässern unter deutscher Zlamee auf dem reckten Moselufer, zu einer Zeit, als nur sehr geringe K'äfte der CernirungSarmee ihm die Teen? nung seiner Armee von der Festung, namentlich in südlicher Rich- tung verlegen konnten. Wohl nicht mit eiserner Energie und allen Mitteln den Dnrckbruch gewollt, gab Marschall Bazaine den An- griff auf, noch ehe er ihn begonnen hatte,„weil ein ausbreckendes Unwetter den Bewegungen seiner Truppen im durchnäßt:» Boden hinderlich erschien"". „Em Nachmittags gehaltener Kriegsrath sprach stch für Ver- bleiben in der Festung aus. So wurde die günstige Zeit für einen Durchbruch unbenutzt gelaffeu und der deutsche» CeruirungS- mmee Zeit gegeben, sich immer fester in ihren Positionen ein- zubauen." Vom 31. August auf�den 1. September konnten die Deutschen den 140,000 Franzosen,' die Bazaine mindestens ins Gefecht führen konnte, nicht mehr als 93,000 Mann entgegenstellen. Es ist nur Ironie, wenn v. d. Goltz die Schlacht von Norfeville „den großen Ausfall",«den in großartigen Dimenflonen unter nommenen Versuch" nennt, denn er sagt S. 230:„Allein der Angriff gestaltete sich in der Thai nur zu einem wenig entschlossenen Avancrren in das deutsche Artillerieseuer hinein. Nur an einzelnen Punkten kams zum Jnfanteriegefeckt----- „Sauver 50,000 liornrnea seulernent, o'eut 6t6 se rnduager rencadrernent de 300,000." Nur 50,000 Mann durchgcbracht und man hatte die Kadre»*) für 300,000. So sagt der Garde- general Detigvy in seiner Brochschüre S. 3l. Schon am 13. September konnte Friedrich Karl an Moltke berichten: „Die feindliche Armeeleitung in Metz hat, die Bergeblichkeit offensiver Versuche und die Unmöglichkeit weiteren OperirenS im f.eien Felde deim Mangel an kräftigen Pferden einsehend, den Beschluß gefaßt, die Ereignisse abzuwarten, Metz a!S die stärkste Festung Frankreichs zu halten, und die Armee du Rlrin für spätere Eoexituatitäten in Frankreich zu erhalten". Zu dieser„im Haupt- quartier Corny herrschenden Ueberzeugung" konnte man doch nur durch Bazaine'jche Schufterei gekommen sein. Und darum cal- culirt man: Gambetta ist ein verrückter Strolch, aber Bazaine ist eui ehrenweriher Mann. So etwa am 30. September„glaubte Prinz Friedrich Karl ferner, daß Marschall Bazaine als Großoffister des Kaisers, für die im Süden Frarkreichs herifckenden rxiremen Parteien un- möglich Symparhieen hegen, er daher auch keine vorherifchende Neigung besitzen könne grade dorthin durchzubrechen." Dre Ba zaine'jck: veirätherifche Coirefpondenz mit dem deutschen Haupt- quartier ist hiermit doch wohl klar ge-mg nachgewiesen. Der Bis- ueärckifche Ob rudl in Molike und Unt-ruhlan Firedrick Karl hatten den xcrnave galtirnbanque(Rabio) Bazaine zum„Schwatzen" ge- ») Den Stamm, den Kern(mililärifch). bracht, und nun beginnt der W:ise von Brrzin die lappigen U;6«' tölpelunren, wobei er ihm zur Erregung und Bernhignaz de« rochen Fetzen hinhält. Nrch der Schlacht von Sedan hielt stch Bazaine nicht läng« für den Vizekaiser, sondern für den Krisec selbst. Wie die Septemberregierung für Bismarck, den bobsreau avanturier par excelleuce(patenrilteu Krautjunker) nur bointnsa du pavö(ge- meine K-rtS) war, so war sie es auch für Bazrrne, den ganz ge� meinen roturier avanturier(nnadelizem Abenteurer.) Die zwei schönen Seelen hatte i ein'beqnemes niedriges BecühcunzZseld ge- snnden. An der Loire wird es den Deuishen sogar für rez rläce Kampfe unheimlich; v. d. Tann wird ans Orleans gevocfen und zwar von einer„feindlichen Armee, die nnS beim Beginn de» Krieges nicht entgegengetreten war"(stehe deS preußischen Kö riz» Armeebefehl vom 23. Olrober 1370 ans Versailles); die Wals« und Dörfer zwischen Versailles und dieser Stadt füllen stch mit Freischärlern(huh!)— FcairctircnrS, man ist nahe daran, die nach Moltke'S gedrucktem Drfürhalten dumme Belagerung vo» Pari» aufgeben zu müssen. Auf der Bühne erscheinen: Regnier, Bayer, Boarbaki und die weinende Eugenia de Chipplehnrst. Der von Bismarck gehänselte B rzaine übecgiebt endlich die große Feldarmee und die Festung. Ju der C-rnirunzsarmee vor Mstj uatte man dieS Eceizniß bereits„disco tut". Die deutsche« Truppen standen aus dem Sprunge und stürzten, ohne sich ihre» Glücks recht freuen zu können, in Purforcemarschen gen Pari», die Oise und die Loire. Die Afterrepräsentanten der deutschen Kultur, die deutsche« Preßkcüppel, stellen nun den Bazaine als unschuldiges Opfer d» französischen Nrtionaleitelkeit hin und den Herzog von Anmale als Intriganten, als Feigling, als Ehrgeizigen, als Neider un» Dummkopf. Darüber wollen wir mit den Patentoerdummer» gründlicher sprechen, wenn uns die vollständigen Ä-chiv: über die preußischen Kriegsgerichte 1306/1807 zur Einsiht überlassen werden, denn von Vergleichen lebt ber Witz. Bodäufiz bemerken wir, daß die fl gelschnäuzigen Standgerichtspräsidenten von Bade« (1849) her unS bekamt sind. Die Generale Rioiere und Pourcet o wie der Herzog von Anmale, besonders der Letztgenannte, haben tüchtig gearbeitet, um vollkommene Herren des Gegenstände» zu werden. Sie haben bewiesm, daß Geriebenheit nicht anS- schiießtich in den Berliner Hosen mit de» breiten dunkelrothe« Streifen sitzt. Sie haben in dem dickbändigen Pcoceß, dessen vollen stenozraehrschen Bericht ich täglich empfangen habe, da» erst- bedeutende französische Gegenstück zum sogenannten„großen" Generalstabswerke getrefe-t. lüde irae.(Daher kommt der Zorn.) Dre Berliner Kerlchen glaubten, für diesen Krieg eme An Er« zählungSmonopol zu haben. DaS Monopol eines StylS, der ebenso eintönig, wid die Musik der Berliner Sandjungen— diese» Monopol wird ihnen unbestritten verbleiben. Weiter nichts! Mit d m ersten Preßlakaien der Berliner Regierung,„der Provinzialkorrespondenz", da sie der„reine Bismarck" ist, müsse» wir uns des Naheren beschäftigen. In einem langen, natürlich nach Inhalt und Styl ganz gewöhnlichen Schreibartikel sagt dieser „Bismarck". Gambetta, der kurz zuvor die Kciegsführung Bazainc'S in de« Himmel gehoben, habe das Verrathg schrei gegen Bazaine erfunden, und die Gambetta'sche Anklage habe der französischen Nrtional- schwäch: gefallen. Der Pcoc ß gegen Bazaine wird als schamlo» bezeichnet und daS Resultat als lächerlich. Die Gewährsmänner sind die Bazaive'scke Generalkreatnr Boyer und der Prinz Friedrich Karl mit fernem Bielen bekannten„Charakter und Gewohnheiten". Der Ersi der des berüchtigten Emser Telegramms, der mit»ei« wenig mehr Licht" begossene Held des Lamarmora'schea Buchs zögert auch nicht, da» v. d. Goltz'schs Werk für die Behauptung anzu« rufen, daß die französische Rhein Armee nach dem 18. August un« rettbar verloren war. Er tröst t stch damit, daß die Berhandlunze« den deutschen Mrlitärs nichts NeueS gebracht, uns schließt mit de« mächtigen Ausruf, daß Deutschland durch den Pcoceß nichts ver" loren, Frankreich aber gewiß'nichts gewonnen habe. Trotz Waffe»' rock und metallnem Kürassterhelm doch elwaS hysterisch! Die Geschichte wird sich ebenso wenig an das Unheil Bismarck'» über Gambetta als au das Gambetta'S über Bismarck kehren, daran werden sogar solche hohenzollern'sche Schreibsklaven und Redemeier wie Sybel, Mommsen, Tceitschke, E'erty et id gentH ornne(und dies ganze Geschlecht) und auch der Helbenjchautt Carlyle gar nichts ändern. In der Gegenwart berichtet du T-le- graphie mit elektrischer Unparteilichkeit, wenn der pommecschc Christ Bismarck mit seinem Bucher nach B.uzm und der GuScogaer Jude Gambetta mit seinem Sputter nach Nizza reist. Angemessener als den Gambetta offiziös von Versailles und Berlin zu bekothen, wäre es schon längst gewesen, w:an der Schwärm der Berliner Generalstabskameradin sich au die un« parteirsche Besprechung oder Widerlegung der Broich ire deS Ge« nerals Deligny, deS BnchS: Metz, Carnpagne et Negociatiou» vom Obersten dÄndkau, der Artikel deS Ooe-stlieuteuant Villenois? und der hintcrlaffeneu Anfzeichnunzeu deS Jngenieurhauptmann» Rossel gemacht hätte. Jedoch weder diese Schriften noch Ga«' betta'S Anklage haben den Bazaine vor Geeicht geführt. Es ist bekannt, daß stets eine Militärtommission die Ueberzabe von f.sti« Llätzen und die Kapitulation von Truppenkörpern zu untersuche» hat.— Diese Kommission ist es, welche die Stellung Bazaine'» vor ein Kriegsgericht beantragte. Ueber dieses Verhättniß sagt der Bismarck-Artikel kein Wort. Den vor sieben Generalen öffentlich geführten Pcoceß al» schamlos zu bezeichnen, ist um so biSmärckischer, als man i« Deutschland bisher noch nie gewagt hat, das Publikum bei solche» Verhandlungen als Zeugen zuzulassen. Daß der AuSganz lächer' lich, geben wir zu, aber er ist nicht lächerlicher, als daS Resultat der gegen die preußischen KapitularS geführten Processe. Anöf der Ulmer Mack wurde zu Tode verurthnlt, er warde tont oomw« cbe� vous(ganz wie bei unS) begnadigt und war sogar Ist? wieder in voller Generaluniform am österreichischen Hofe. Es ist nicht ganz sicher, daß Bazaine sich solcher deuffch gefühtvollea B-' Handlung zu erfreuen haben wird. Düpont, unter den Bourbone» wieder General und Kriegsminister, war für die Kapitulation vo» Barzlen vor ein napoleonisches Kriegsgericht gestellt, aber steig«' sprocken worden. Wir sind mit dem„Charakter und den Gewohnheiten" de» Prinzen Fr edrich Karl nicht näher bekannt, und da er„unaafl gefordert", wie ihm oifisiöS nachgerühmt wiro, wo es stch ni» Tod und Leben eines A«Vera und um seine eigne Beiläßlichkeit handelt, dunkle Briefe schreibt, deren Inhalt, so weit überhaupt zu entziffern, mit den von ibm doch nothwendiger Wesse gutg«' heißenen Auslassungen seines Generalstabs im Wrderspruch ftevt brauchen wir unsre Unk.imtriiß seines„Cb rraklerS und seiner&!' wohnheiten" nicht gerade zu bedauern. Wir dürfen dem BrS«� diesen Gurar ten gönnen. i Unsre Leser wissen schon, daß v. d. Goltz druckt(S. 390-— 39�), er könne nicht bestimmt sagen, ob die Armee du Rbm ausbrecht kon vde ».) Verl Anl k-it von Ten aus erfa Ler Lbe «ich Erd zain tont ebeii Lber «Isar dem nicht hat dem an fran Hof linei klär. Kur nem den »aei raur that die la9 Vor 187 Arch '«es. d»n &)t Um ruhi Teu hat Was stab tooi toav Uber ffrai inte detr in k toeri w konnte oder nicht, und ob sie, wann ausgebrochen, verloren war »es«der nicht. BiSmailk's Pief.knechte itbersitzen dies dahin, daß >». d. Goltz bchauplet, sie wäre jedenfalls nach dem 18. August zer verloren gewesen. Ist das verdruckt oder verlogen? Auck ist die vie Airflage gegen Bazaine nicht nur auf seine venrätherische Thatig- rar keit nach dem 18� August, sondern auf die Weise seines Handelns ge- vom Abende des 12. August an gegründet, was unser Slavo- ge- Tcutone wieder'— wie er denkt klüglich— verschweigen laßt. »ei Die„deutschen Militärs" haben während der Cernirung, wie ge- aus v. Schrü'S und v. d. Goltz's Buch deutlich zu entnehmen, ice erfahren, daß Bazaine ein Esel und Strolch. Für sie konnte der lud Bersailler Proceß kaum eigentlich militärische Neuigkeiten bringen. oeS Aber„ohne interessante Aust.ärungen" sind die Verhandlungen izk nicht abgelaufen. Zuvörderst ist für das lesende Publikum der o« Erde unwiderleglich festgestellt worden, daß Metz und die Ba- nit zaine'sche Armee nicht durch die Waffen der Deutschen genommen die wurden, sondern durch ganz plumpe politische Jntrizue, wie sie w» eben einem Bazaine und seinen soulouquischen Generalen gegen- ier, Über zureichte. Dann wurde aber auch, was doch nicht uninter- cst. essant ist, dargethan, daß fast die ganze Correspondenz zwischen >ßt dem Bazaine'schen und dem Friedrich Karl'schen Hauptquartier fctz nicht ohne Bazaine's Zuthun weggestiebert worden ist. Ja JarraS he» re« ci», hat sagar noch als Gefangener zu Frankfurt wichtige, ihm offiziell vom preußischen Hauptquartier vor Metz zugekommene Briefschaften an die Preußen ausgeliefert. DieS hat am 1. December der französische GeneralstabScapitän Jung vor dem Bersailler Gerichts- he« hos erklärt und unsers WlsienS hat weder JarraS nock die Ber- v» liner bis heute widetsprochen. Das nennt Bismarck„keine Auf- tile Kärungen" und die allverächtlichste urs fallend] Irominea(vie md Kunst, jemand zu täuschen) der„Prooinzialkorrespondenz", daS ■er» nennt er seine Aufklärungen. Der stenographische Beucht über vie ben Bersailler Proceß ist nicht arm an interessanten, durchaus >en,«neuen" Miltheilungcn. Da sie dem deutschen Publikum auf ge oir, räume Zeit nicht zugänglich,— die Bourgeorspresse an die powers dt»! de, verluderi und die Pariser deutschen Correspondenten an reit hie Bourgeoispresse, so kann Bismarck's Organ bequem für den ate, � Tag— bismarcken. Neu und spaßhaft ist die vom General ves �onneau du Martrah erzählte Gcscbichte, wie er im Frühjahr i-iS- ib7l, aus der Gefangenschast zurückgekehrt, daS in Metz versteckte he» Archiv der Armee du Rlim auf einem mit einem Esel bespannten sie» Alagen aus der Mitte der deutsche« Soldaten herausgeholt hat. daS i Der Regierongscomuussär General Pcurcet sagt in seinem -u" �esum6 gegen Bazaine, Cojfinieres de Noideck, der Gouverneur cn.) hon Metz bä'te am 14., nach der Schlacht von Borny, ohne Er«.bazaine's Wissen, den Preußen auf ihr Ersuchen einen 24stün- de» higen Waffer.stillstand gewährt. Sie verlangten ihn unter dem seS Borwande, ihre Todten begraben zü können, vnd benützten ihn, lvm an die Brücken der ob ren Mosel zu gelangen, ohne beun- ,det �uhigt zu werden. Ein alter Barbareuwitz, den sich der Gallo sse» i Teutone von dem Teutono Slaven vorspielen läßt! Und Bazaine ■tich ihat den Cojfinieres in seiner Stellung gelassen! Bon diesem (.str Waffenstillstände sagt weder Mollke in vem„größeren" General- ssabswerke ein Wort, noch Schcll und Goltz in ihren„kleineren". de»! Deutschland hat durch den Prozeß Bazaine noch mehr ge- «N, Tonnen vnd FrankreiS, noch mehr verloren. So hätte Bis- ral' h>arck drucken sollen. Er war dieses Mal zu bescheiden. Das Biehr sollen sich die Berliner von dem kaum christl'chen Baron über vollkommenen Finanzblnmenthal-Bleichröder discontiren lassen. clo» ine» eich n". „eis 1"* azu« uif ae» ve« oef Ten- (Äewertsgenossenjchastliches- Gewerkschaft der Schuhmacher. Hotha. Die Mitglr-der der Geweischafi Mant.heims haben Hammer von Lohr a. M. von der Gewerkschaft auSgest-ßen, ....k---' wl-«»-.-- JJ--- a|ÄJ| (Iben, wc ......._______________..........College» in Lohr auf- werksam. In Augsburg ist Bevollm. I. ManneS b. Steinacker, Bachtrinergaffe B. 16(1. W. Bock. Correspondenzen. cck'S re». und arui\ Leipzig, 27. April. Der Strike der Schuhmacher ist aus- aut» �«brechen und sind alle auswärtigen College» ersucht, jeden Zuzug 'Av"ach hier fernzuhalten. jtifl Briese, Uotei stützungen ic. sind zu senden an den Verk.hr der ladt Schuhmacher bei Schreiber, Münzzasse 3. Aerkin, 14. April. Der Reichstag beendete heute die zweite «ab uffung des Kirchcndienergesetzes. Nach den üblichen Debatten de» ldurden die Paragraphen in folgender Faffnng angenommen:„Z 2. um Tic Vorschriften des tz 1 finden auch auf diejenigen Personen Ge« Anwendung, welche wegen Vornahme von Amtshandlungen in ioir» tiliem jkirchenamte, daS den Vorschriften der StaatSgesetze zuwider ,ois?'ihien übertragen oder von ihnen übernommen ist, rechtskräftig zu laut Strafe vervrthcilt worden sind. Z 3. In der Verfügung(ZZ 1,2) »a«' wv die Gründe der angeordneten Maßregel anzugeben. B-Hauptet z iß''........ M>WW fit« che« .ne'S sagt alS , i« che» cher« ultai Aach i ist Bf one» vo» h» Betroffene, daß er die ihm zur Last gelegten Handlungen nicht -tgangen habe oder daß dieselben den im ß 1 bezeichneten That- Mand nicht enthalten, so steht ihm binnen acht Tagen nach Zu- Wüung der Verfügung die Berufung auf richterliches Gehör offen. Anständig ist in denjenigen Bundesstaaten, in welchen ein a»s indischen Mitgliedern zusammengesetzter besonderer Gerichlshof wr kirchliche Angelegenheiten besteht, dieser Gerichtshof; in den �rigen Bundesstaaten das böchste Gericht für Straffachen. Das Bericht entscheidet, ob der Berufende eine der im§ 1 bezeichneten Handlungen begangen hat. Wird festgestellt, daß keine Handlung Erliegt, auf Grund deren dieses Gesetz die angefochiene Verfügung fe zulässig erklärt, so ist die letztere durch anordnende Behörde um» Jnszuheben. Die Berufung muß von dem Berufenden in gericht- .31? N oder notariell beglaubigter Form unterzeichnet und dem zu- * Madigen Gerichte eingereicht werden. Für das Versahren kommen �ie bei dem zuständigen Gerichte geltenden Borsch, if en in An- Endung. Erforderliche Abänderungen oder Ergänzungen derselben Werden bis zur gesetzlichen Regelung durch das Gericht festgesetzt. eigt«®ie für den Forlgang deS VerfadrenS gesetzt, ch vorgeschriebenen Listen können nach Ermessen deS Gerichts abgekürzt weiden. Die ' dtk verufung hält die Vollst, cckung der angefochtenen Verfügung nur raiiß'TOn auf, wenn die letztere den Verlust der Staatsangehörigkeit >»»> �>d die Ausweisung aus dem Bundesgebiete ausgesprochen hat. chkeii fciestm Falle kann dem Berusenden bis zur richterlichen Ent- »aupi«heidung der Aufenthalt in bestimmten Bezi.ken oder O>ten ver- utgf M oder angewiesen werden.§ 3. Personen, welche nach den stevi'>0lschrjfIen dieses Gesetzes ihrer Staatsangeböii�keit in einem &'■' Bundesstaat ve> lustig erklärt sind, verlieren dieselbe auch in jedem mal» �dern Bundesstaate und können eine neue SiaatSangetöngk it in ipivcm Bundesstaate ohne Genehmigung des BundesratbS eiwer- 39l>.°tn.§ 4. Personen, welche wegen Vornahme van Amtehand- -echt»«nugen m einem Kircheuamte, daS den Staatsgesetzen zuwider ihnen übertragen od-r von ihnen übernommen ist, zur Uitersuchnng ge- 'zoaen werden, kann nack E-öffnung de' gerichtlichen Untcrsuchnna durch Verfügung der Landespolizeibehäcoe bis zur rechlskrästigen Beendiaunq des Verfahrens»er Ausenlhait in bestimmten Bezirken oder Orten versagt werden." Für diese Paragraphen flimmte die„reickSfceundliche" Mrjo ritäl biit Einschluß der Forlschrittspartei; nur einige Mitglieder derselben, wie Banks, Richter und einige Andere entfernten sich vor der Abstimmung. Es folgte die dritte Lesung des Preßgesetzes. Ju der Ge- neralvebatte entwickelte Abg. Sonnemann in sehr eingehender Weise, daß dieAendeiungen, welche der Bundesrath an den Beschlüssen der zweiten Lesung verlange, daS Gesetz für jede freisinnige Partei unannehmbar machen müßten. Namentlich sei eS ein viel zu theurer Preis für die Befreiung der preußischen Presse von Caution und Stempel, wenn man dafür den Zeugnißzwang des Re- dacteurS und die nur wenig gemilderte polizeiliche Beschlag- nähme durch ein Reichsgesetz in ganz Deutschland einführen sollte In ähnlichem Sinne sprach Abg. Träger von der Fortschritts rartei. Abg. Marquardsen hat dagegen die Wünsche des Bundesraths in Form von Amendements eingebracht und Abg. Lasker be>ürworlet dieselben lebhaft. Abg. v. Haverbeck macht die Zustimmung der Forts hrittspartei zu diesen Amendements da- von abhängig, daß der Bundesrath erklä e, ohne dieselben das Gesetz nicht annehmen zn können. Natürlich that ihm Hr. Del- brück den Gefalle«, das zu erklären. Nach Schluß der Generalvcbatte erklärte Abg. Most zur Ge schästSorbnuug. daß er sich seit mehreren Tagen fast zu jeder De- batte zum Worte gemeldet habe, ohne es je zu bekommen. Es schienen also geheime Abmachungen zu existiren, welche den Wortlaut der Geschäfisordnunz illusorisch mache, die verordne, daß der Piäsident dem Mitgliede das Wort geben müsse, das sich zuerst melde. Der Vicepräudent Abg. Hänel entzieht hierauf dem Abg. Most daS Wo, t. Die einzeln n Paragraphen werden darauf bis A 24 alle nach Wunsch des Bundesraths angenommen. Die wei- lere Berathung wird auf morgen vertagt. Arfurt. Vor Kurzem hielren wir die erste Volksversammlung naäz der Wahlagitation ab mit der Tagesordnung: 1) Das Ge- bahren der rationalliberalen Abgeordneten gegenüber der Oppositionspartei im deutschen Reichstage; 2) Die Grund- und Booeu frage, Referent war Wilhelm Ufert aus Weimar. Da für besagten Abend eS unmöglich war, ewen g'ößeren Saal zu erhalleu, meiste dieselbe im Parteilokale, Gasthaus„zum deutschen Kasser", abge halten werden. Nachdem daS Bureau sich konstituirt hatte, ahielt ver Referent daS Wort über den ersten Punkt der Tagesordnung. Deiselbe beleuchtete in anderlhalbstündiger klarer R-ve die Thätig- keit der jrtzc tagenden Voiksverlretung, indem er die verschiedenen Gcsetzeiitoüife, beziehungsweise Debatten der Reihe nach' durch nahm,� daS arrogante Bei hallen der gegnerischen, unse er Vertre- lung feindlich gesinnten Abgeordneten in einer Allen verständlichen Sprache tr fflich nachwies und besonders auch den gewahnheits mäßigen Lachern den gebührenden Platz einräumte. Bei rer Äe- trachtang deS � MilttäigesetzeS verweilte der Redner längere Zeit; daS ganze jetzige System einer nach allen Seilen sich ei streckenden Krit.k un, er werfend, stellte er dem gegenüber die Civdliste des den l scheu Kaisers, welche, den Tag zu 12 Stuuden gerechnet, in der Sekunde 7 Sgr. 10 Pf. betrage, und ging dann zu der Ar beiterbewegung im Allgemeinen über. Maa werfe, sagte Redrer, den Sozialdemvk atea vor, sie s:ien Reichsseinde; mau sollte jedoch lieber die Verhälttrsse so äntern, daß der Arbeiter als Mensch leben könne, was durch Aufhebung der kapitalistischen Produklions weise, die den weitaus größten Theil der Menschheit ir Nolh und Elend werfe- zu erreichen sei, geschehe das, wir Sozialdemokraten würden die besten Patrioten von der Welt sein. Nachdem noch einige Parteigenossen in gleichem Sinne gesprochen, mußte wegen vorgerückier Zeit die Versammlung geschlossen werden, ohne daß der zweite Punkt der Tagesordnung erledigt weiden konnte. War auch die Veifammlung wegen der Kleinheit des Lokals eire schwach besuchte zu nennen, so war doch der Gesst, welcher die Anwesenden beherrschte, ein guter zu nennen, welcher denn auch durch österen Beifall zum AuSvruck gelangle. Die Eikenittniß, daß die A- bester selbst an der Verbesserung ihrer Lage ohne Rück ficht auf andere Parteien arbeiten müssen, greift immer mehr um sich und hier und da werden schon Stimmen laut, die das Ver- ballen bei den letzten Wahlen gegenüber der Arbeiterpartei be- dauern. AIS Commentar lasse ick noch folgende amtliche Bekannt- machung, die im„Allgemeinen Anzeiger" steht und die deutlich zeigt, wie der Bürger sich zur Freiheit stellt, folgen:„Am Sonn- tag, den 22. d. M. wird zur Feier des Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers und Königs b i günstiger Witterung zw scheu halb 12 und 1 Uhr eine Paradeaufstellung der Truppen aus dem Anger stattfinden. Wäarend dieser Ausstellung dürfen Fuhrwecke den Anger nicht passtren und auf demselben nicht aufgestellt werden. Fußgänger dürfen sich nur auf den Bürzersteizea ausstellen und bewegen." Dazu sei bemerkt, daß fast sämmtliche mit der Bahn Reisende, den Anger passtren müssen. Wahrhaftig, die Deutschen sind große Patrioten, grrroße Patrioten I Hermann Götze, Schriftsührer. Wagdevurg. 9. April. Die auswärtigen Parteigenossen haben gewiß schon lange r.ichtS mehr von uuS vernommen und vielleicht geglaubt, daß in Magdeburg die Bewegung schon längst eir.ge schlafen sei. Wohl lag eine Zeitlang die Bewegung darnieder, ab r Ichon seit mehreren Monaten sind wir wieder äußerst thätig und bemüht, daS nachzuholen, was durch unabänderliche Hindernisse stüher unterbleiben mußte. Schon vor den Wahlen sammelien wir uuS wieder und gingen mit VolkSversammlu-igen vor. Waren diese auch schwach besucht, so haben wir doch über 1200 Stimmen auf unfern Candidaten Th. Mehner vereinigt, und haben wir die beste Hoffnung, daß bis zur nächsten Wahl ganz andere R-fultate erzielt werden. Der ausgestreute Samen hat auch sein- Flüchte getragen, und haben wir decen schon manche gepstückt. So wurde die Vorstadt Sudenburg in Angriff genommen und in einer im vor. Monate staltgehabten VolkSoersammlung ließen sich 31 Mann in die Parteiliste einzeichnen; bis jetzt ist dce Zahl dort bereits bis über 40 gestiegen. Doch auch in Magdeburg haben wir einen guten FortsÄritt gewacht. Wir beriefen am 23. v. M. eine Volksversammlung i der Ceuttalhalle ein, zu der unser Parteigenosse und RachStagS abgeordneter Geib aus Hamburg als Referent erschien. Kurz vorher brachte die„Magdeburger Ztg." in einem ibrer NssdiSlagidkrichte eine Schilderung über die sozialistischen Reichs- tazSabgeordneten in einer Färbung, die gewiß manchem ihrer spieß bürgerttchen L-ser die Gänsehaut überlausen machte. Gewlß glaubte so mancher angehende Spießbürger, eS kommt nun balv der Tag, wo er o-itsaniult seinen Cumpa� cn in einer mächtigen Pfanne in der höchst pikanten P-t:oleunisauce von den„wüsten Ges. Heu", den Sozialdemokraten, geschmort, und diese sich die besten Bissen auS den seiften Bäuchen chrer Schlachtopfer zum Verspeisen heraus- schneiden würden. WrS Wunder also, daß vn A' end--?s 23. Märx die Mecsschen zur C-ntralhalle wallfahrteten, um sich von der „guten Lunge und der geläufigen Zunge" eines jener„Raufbolde" ihr Schicksal verkünden zu lassen Halb 9 Uhc nahm die Ver- sammluna ihren Anfang und w ,rd- Klees als erster, Haberman« als zweiter Vorsitzender, und H ldebrandt als Schriftsührer ge- wählt. Nach einer kurzen Ansprache deS ersten Vorsitzende, wurde Geib zur Tagesordnung:„Die Wahlsiege der Sozialdemokratie und die Parteien im Reichstage" daS Wort erth. ilt. Es kann nicht meine Aufgabe sein, auf die anderihalbstündige, oft vo» stürmischem Beifall unterbrochene Rede GeibS näher einzugehe». Redner wies schlagend nach, wie die Sozialdemokratie von Jahr zu J�hr sich immer weiter verbreitet, die Gegner immer mehr de» Boden unter ihren Füßen wanken fühlen, jedoch oft zu den ver- tehrtesten Mitteln greisen, um der Gefahr, von den Sozialdemo- krateu übeiflügelt zu werden, auszuweichen. Redner unterzog die verschiedenen Parteien einer herben aber verdienten Kritik, und stritt den Führern dieser Parteien das Recht ab, sich als wahre Vertieter deS Volks zu geriren. Er führte aus, daß von alle» Parteien nur die Sozialdemokratie, trotzvem sie heute noch i» zwei Lager gespalten sei, ihre Prinzipien verwirklichen könne; daß wir keineswegs die Absicht hegten, die Befreiung deS Menschen- geschlechts auf blutigem Wege herbeizuführen, wir seien gern bereit, die Hand z»r Versöhnung zu bieten, sobald die besitzende Klasse sich bei eil findet, ernst und ehrlich mit uns zu wirken, um die darbende Menschheit aus ihrer unwürdigen Lage zu erlösen und sie zu Wohlstand und Glück zu führen. Wolle sie daS nicht, so wiro die sozialcemokcatische Arbeiterpartei, unbekümmert um die deatige Gesellschaft, ihr begonnenes Emanzipationswert vollenden. Red ler schließt mit einem Gceichniß, daS ein andermal seineu Platz im„Bolksstaat" einnehmen soll und verläßt unter rauschen- dem Beifall die Tribüne. Nach Geib sprachen noch Vehr ans Braunschweiz, Hendrik, Habermann, Klees und Wicmer. Letzterer zahlte in derber Münze der„Magdeburger Zeitung" für ihre nach dem ReptilienfondS bus> enden ReichstagSberichtc aus. Nachdem Klees mit kräftigen Worten zum Eintritt in die Partei und zum Abonnement auf den„Volksftaat" aufgefordert, nahm Geib zum Schlüsse nochmals das Wort und forderte die Änwcsenoen in ernster Weise auf, als Männer für ihre Ueber- zeugung einzustehen und nickt wider besseres Wissen nur Emzelnen alle Arbeit U'�d Mühe zu überlassen. Unter stürmiscken Hochs auf die Sozialdemokratie und unter Gesang von Proletarierlieder» wurde die sehr zahlreich besuchte Versammlung geschlossen, und traten viele Arbeiter unsrer Partei bei. Die Begeisterung, die in der Versammlung herrschte, wird wohl den Gegnern unsrer Sache bewiesen haben, daß in Magdeburg die Jaee der Sozialdemokratie fortlebt und immer mehr wackere Streiter unter ihre Fahne sammelt. Jor aber, P irteigenossen, arberict rüstig weiter, jeder Partei- genösse, der gewonnen wird, ist ein Nrget zum sarge der heutige» Gesellschaft.' Die„Magd. Ztg.", die sonst über jede Versamm- lung berichtete, schwieg diesmal über unsre Versammlung wie daS Grab. Ware die Versammlung von 100 oder 200 Manu besucht gewesen, so hätte sie«ewiß der Welt verkündet, der Sozialismus lüge in den letzlcn Zügen. Nur der„Magd. Corr.", ein kon- s-'vativeS Organ, brachte einen wahrheitsgetreuen Bericht, dafür wird ein andermal wieder tüchtig gelogen, nicht wahr,„liebe Tante"? PH. W. ZLagbeöurg, 15. April. Zu einer Versammlung cher selbst- ständige» Handwerker, vre gest:rn in LindnerS Salon stattfand, begab sich auch ein Häuschen von ungefähr 50 Sozialdemokraten, war doch diese Versammlung eine öffentliche. Der Einberufer that sofort in stiller Ahnung, daß es nach Petroleum rieche, kund, daß nur selbstständige Handwerker stimmen und sprechen dürsten. Wrr gaben uns damct zufrieden und sahen den Dingen entgegen, oie da kommen sollten. Ich will den Lesern des„Bolksstaat" den Kohl nicht auftischen, den- der Vortragende Brandis auS Berlin nebst andern Meistern hervorbrachte. Nur das sei erwähnt, daß außer Cor.trakleu, Contrslbüchern tc. dem Hrn. Brandis der Ausruf entschlüpfte:„Er habe alle Achtung vor ver Hohen Gelehrsamkeit der ReichStagSabgeordneten, aber es wäre besser, wenn jene neben ihren wissenichastlichen Kenntnissen auch die prak>ischen Er- fahrungen besäßen, die er inne hätte, und es tonnte gar nicht schaden, wenn tm R-ichSiage 10—15 Abgeordnete säßen, die nebst wissenschaftlicher Kenntniß seine(veS Brandis) praktische Ersah- rur gen in sth vereinigten; wen» alle Stände im Reichstage ver- treten wären, gehört auch er Handwerkerstand hinein. Außer einer langen Petition an den Reichstag wurde den konservativen Abg. Ackermann und Günther eine Dankadresse für ihre Anträge votirt. Brandis und Genossen stimmten zu unserm Ergötzen ein ganz ge- waltiges Lamento darüber an, daß die Fortschrrttter und Liberale» sich gar nicht um ihre Petitionen kümmerten; trotzvem, daß sie alle diesen Parteien angehörten, müßten sie ihre Mißbilligung über dre Abgeordneten ihrer Parteien ausdrücken, und sei daS Vorgehen der Herren Ackermann und Günther ein lobenswerthes. Also werden wir das Schauspiel eil-cken, daß bei den näcksteo Wahlen der Mittelstand sich ins Gefecht stürzt oder bei den Eon- servativen sich anzuklammern sucht, um dem Tode des Ertrinken« in unserer mdustriellen Fluth nicht noch früher al« er es ahnt, zu versallen. W. Köchstedt. 11. April. Auch hier sind eine Anzahl Arbetter der Partei beigetreten und hatten diese die Absicht, am Sonntag, den 12. dss., eine Volksversammlung abzuhalten, in der Wiemer auS Magdeburg über das Contrakibruchgesetz referiren sollte. Jedoch der Mensch denkt und der Zuckerfavrikaut H-nrnch Stlberschlag lenkt. Der Gasthof„zum schwarzen Adler", m dem die Versamm- lung stalifinden sollte, gehört einer Wittwe, deren Sohn in der Fabrik jenes Silberjchlag als Maschinenschlosser arbeitet. Der pfisfige Silberschlag düstelte mit seinem klügelnden Verstände au», eaß der Gasthof nicht soviel einbringt, um Mutter und Sohn ernähren zu können, und sim. Vollgefühl seiner schlotjunkerltcheu Würde begiebt er sich an den Sckraubstock seines feilenden Arbei- terS und verkündet demselben:„Entweder darf keine Versammlung mehr der Ihnen stattfinden, oder Sie sind meiner Arbeit quitt." Dce'Wittwe, die der 4—5 Thlr., die ihr Sohn wöchentlich ver- dient, bedarf, konnte nicht anders, als uns daS Lokal verweigern, da es in Kockstect keine andere Arbeit für ihn gab und sie ihn in der Wttlhs'ch rft ebenfalls dringend bedarf. Müssen ja doch von Kockstedt auS vi le Arbeiter stunbenweite Wege wache», um ihr Brod zu verdienen. Während polnische Arveiter herangezogen werde», und diese b-lliger arbeiten, müssen Familienväter aas den Bergweiken oder Ziegeleien in der llargegeiiv arbeiten und können nur einmal in der Woche auf wenige Stunden einkehren. Das >st auch ein Stück Famtlieuglück, das die gottlosen Sozialoemo- kcalen zerstören wollen.. r~ ic Doch nun zurück zu unserm Silberschlaz; daß dieser und auch Golo aus seinen Arbeitern herauszuschlagea versteht, wollen wir gern zugeben, sintemalen er ja ein reicher Mann ge- worden ist. Doch iirt er sich g»waltig, wenn er e wa sich in der Hoffnung wiegt, mit den Soziatdlwokraken habe er ebenfalls Glück. Haben wir doch schon wieder ein ai dereS Lokal, und schlägt man unS auch daS eires schönen Tages zu, so wisien wir doch, daß weder geschlagenes noch gemünztes Silber den Sozialismus mehr ausrotten kann. PH. SB. Kannover. Warnung an sämmtliche Schuhmacher Tculsch- lands. Da hier in aller nächster Zeit ein großer Strike auszu brechen droht, werden alle College» gebeten, deu Zuzug von hier fernzuhalten. Alle Ar fragen und Zuschriften sind zu richten an H. Knoche, Braunschweiger Straße Nr. S, Hth. 2 Tr. Worms, 20. April.(Ein Kulivertrag in Teutschland.) wischen der in Worms unter der Firma„Wormatia" bestehenden esellschaft für Lederfabrikation. in gegenwärtiger Urkunde vertreten durch ihren Direktor Herrn Ernst HernSheim, einestheilS, und Matin Pfeil, aus Hochheim gebürtig, anderniheils, wurde heute folgender Dienstvertrag verabredet und abgeschlossen.'„Martin Pfeil verpflichtet sich, während vier nacheinander folgenden Jahren, beginnend am 21. Juli 1K71 und endigend am 21. Juli 1875 in deu Diensten der Lederfabrrk„Mormatia" zu verbleiben m d allda «amentlich als Reinmacher zu arberten und meisterhafte Arbeit zu liefern.— Jedoch soll Mariin Pfeil verpflichtet sein, auch jede sonstige Arbeit, zu welcher er von seinen Borgesetzten beordert werden könnte, nach besten Kräften ohne Widerrede zu verrichten. Die„Wormatia" wird dem Marlin Pfeil derjenigen Lohn bezahlen, welcher jeweilig für die von ihm geleistete Arbeit an andere geübte Arbeiter in ihrer Fabrik bezablt wird. Hierauf be- zügliche B-sümmurg-n blechen lediglich dem Ermeffen der Direktion der„Wormatia" vorbehalten. Martin Pflil hat olle Anordnungen seiner Vorgesetzten genau zu befolgen, und jede Arbeit mit allem Fleiß ur d Pilnkilichkeit zu versehen, namentlich auw die in der Fabrik„Wormatia" festge- setzten Arbeitsstunden aufs Genaueste einzuhalten und während derselben unausgesetzt für die Fabrik z» arbeiten.— Bor Ablauf der festgesetzten Zeit von vier Jahren darf Martin Pfeil unter keinen Umständen, auch selbst wenn die Direktion der„Wormatia" aus irgend welchem Grunde ihn aus ihren Diensten entlasten sollte, rn einer andern hiesigen oder auswärtigen Lackleder fadrik in Arbeit treten. Sollte Martiti Pfeil einer den also eingegangenen Verbindlich- leiten zuwiderhandeln, so verpflichtet er sich der„Wormatia" eine Conventionalstrafe von dreihundert Gulden sofort in baar, ohne daß irgend eine Ernrede zulässig wäre zu bezahlen. Zur befferen Siche stellung gedachter Conventionalstrafe drpovirte Martin Pfeil sofort in Händen der„Wormatia" einen von ihm unterzeichneten und nach Sicht zahlbaren Solo- Wechsel von dreihundert Gulden, welchen vor Ablauf von je zwei Jahren zu erneuern er sich aus- drücklich verpflichtet und soll die„Wormatia" berechtigt sein, von fraglichem Wechsel sofort Gebrauch zu machen, wenn die Strafe vorfallen wird. Der Fabrrk„Wormatia" st.ht dos Recht zu, den Marlin Pfeil jederzeit auS ihren Diei sten zu entlaffen, in welchem Falle dieselbe verbunden ist, demselben fünf Gulden als Enl- fchädigung zu zahlen. Gegenwärtiger Akt wurde in zwei Exemplaren abgefaßt, nach Vorlesung unterzeichnet urd jedem der Beiheiligten ein gleich- lautentes Exemplar zugestellt. Worms, den 21. Juli 1871. Unterz.: Ernst Gernsheim und Marlin Pfeil. Martrn Pfeil soll, während er in der„Wormatia in Diensten steht, wöchentlich mrnd.stenS sieben Gulden verdienen. Unterz.: Ernst Gernkhcim und Martin Pfeil." Dreihundert Gulden Grit strafe für den Arbeiter, der den Ver- trag bricht, fünf Gulden für den Fabrikanten;„Brodlosmachui g deS KvliS, wenn er innerhalb dieser vier Jahre, auch wenn er widerrechtlich sortgejagt ist, irgend einen andern Pest n in seiner der größte Theil, so doch ein guter Theil von den Arbeitern und! zwar in Gegenwart der Herren v. König von zwei servilen Schul meistern, die stark in Dressur machen, aus die gemeinste Weise be- schimpft wurden, z. B.:„Haut sie ab, die faulen Aeste! Speit auf sie! Zum Thor hinaus mit ihnen! Die wollen nur theilen!" Die verkommenen Schulmeister fpekulirten aber dabei mit Blicken auf den Geldbentel der Herren v. König, die unschwer errathen ließen, daß sie deffen Inhalt gern getheilt hätten. Die Folge dieser Philippika war, daß unmittelbar nach der Wahl vier Ar- bester, wovon der eine bereits fünfzehn Jahre in der Fabrik be- schäftigt war, und ein anderer, der Familienvater von sieben Kindern ist. sammt seinen zwei Söhnen, wovon der eine 15, der andere 17 Jahre alt ist, ihre Entlastung erhielten. Ein Arbeiter, hoch in den vierziger Jahren, der 18 Jahre in der Fabrik beschäf- tigt ist und der daS eine Auge ganz eingebüßt hat, während das andere in sehr leidendem Zustande ist, wird neben Kündigung deS Logi« fortwährend mit Entlastung bedroht; den Zaghaften und Aengstlichen wird beständig gedroht, die Fabrik würde geschlosten weiden, und wem Etwas nicht recht sei, der könne gehen, es wären bei der jetzigen Geschäftsstockung so schon Leute zuviel, ja man vernahm sogar Aeußerungen, wie: Diese HundSkerle müssen einmal ordentlich gezüchtigt werden! Also, weil diese Arbeiter, trotz aller Chikanen in ihrer Ueber- zeugungstreue nicht gewankt und nur gethan, was Pflicht und Recht jedes freien Menscheu ist, dafür müsten sie gezüchtigt werden? Er- innert daS nicht an die Sklaverei? Und dies.s Alles kaum cioige Wochen nach dem Jubelftste der 2000. Maschine, wo den Arbeitern gesagt, und von denselben auch treuherzig geglaubt wurde:„Ar> bester, wir wollen zusammenhalten in guten und schlimmen Tagen" u. dgl. m., und wo feile Zeitungsschreiber in die Welt hinaus posaunten:„In Zell gibt eS wirklich keine soziale Frage!" Arso wirklich keine soziale Frage bei uns? WaS haben nun diese Gemaßregelten, die man in ungerechtfertigtster und unbarm- herzigster Werse auf die Straße gesetzt, von allen diesen schönen und humanen Einrichtungen? Nun, wir werden die Consequenzen unserer UeberzeugungStreue zu ertragen wissen, mögen aber auch dafür alle Diejenigen, die sich bei der besprochenen Gelegenheit so gründlich blamrrt haben, auch die Folgen ihrer unsterbhchen Blamage tragen. Conrad Deppisch, Fabrikarbeiter. Augsburg, 12. April. Auf gestern Abend halten wir eine Bolki Versammlung einberufen, behuss Protest gegen die Vorlage der Gewerbeordnungsnovelle an ten deutschen Reichstag. Dre Versammlung fand in den Sälen deS Gasthofs„zu den drei Königen" statt und war mastenhaft besucht; nach Schätzung deS WirtheS waren gegen 1300 Personen anwesend. Tauscher alS Referent machte eS den anwesencen Arbeitern in leicht faßlicher Weise begrerflich, in welchem Maße die Coalitionssrerheit durch Annahme dieser Vorlage beschränkt würde, und waS man den Arberlern bei Gelegenheit der Reichslagswahl alles versprochen habe, jetzt aber nichlS ErligereS zu thun habe, als Ausnahmegesetze gegen dre Arbeiter zu fabriziren. Die Resolution, wie sie von den Nürnberger Arbestern in dieser Angelegenheit angenommen wurde, gelangte hierauf zur Abstimmung, nachdem noch einige Redner daS Wort ergriffen harten und wurde einstimmig ange- nommen. DaS Bureau wurde beauftragt, dieselbe sofort an das Präsidium des RerchStags einzusenden. S. Solinge«, 13. Aprrl. Ja eurer am 12. d. von beiden sozral- demvkratrzchen Fraklronen abgehaltene Volksversammlung, w-lche sehr zahlreich besucht war, und in der Schuhmacher aus Köln ern- gehend über das Militär-, Preß und Contraktbruchgesetz referirte, wurden einstimmig folgende Resolutionen angenommen:„1) Da die Kriege das höchste Elend über die Menschen bringen, sind sie alS kulturfeindlich zu v rurtheilen, insbesondere gilt dreS von den Angriffe- und Eroderungskliegen. DaS stehende Heer aber ist eine priv. Südbahn behufs Preisermäßigung für Bereiusmitglieder auf d r Reife von und nack ihren Kondirionsorte'."„Petition um strenge Durchführung der Bolkeschulgesetze und Anftrebunz der Ermäßigung besichurgSweise Aufhebung deS Schulgeldes."„Zu- st mmung zur Errichtung von Arbeitcrkammern."„Abhaltung der Arbeitertage alle 2 Jahre. Nächster Arbeitertag im Jahre 1876 in Dornbirn, Vorort Innsbruck." 2J P In I Die Parteigenossen der nachbenannten Orte werden hierdurch aufgefordert, unverzüglich dafür Sorge zu tragen daß folgende Annoueenschuldett baldigst bezahlt werden: An Annoncevbcträge für März schulden: Altona: Arb.-Vcr. 4 Gr.; Augsburg: Arb.-Part. 21 Gr., Arb.-Ber. 3 Gr.; Berlin: Holzarb.-Gew. 15 Gr., Arb. Partei 4 Thlr. 6 Gr., Sattlerverein 9 Gr., Böltcherverein 16 Gr.; Agit.- Com. 10 Gr., Steinmetz-Gew. 14 Gr., Milke4Gc.; Bremen: Arb. Part. 1 Thlr.; Bremerhaven: Mct.-Ge«. 16Gr.; Breslau: Berein Geselligkeit 12 Gr.; Cöln: Arb.-Part. 24 Gr., Buddclmeyer 8 Gr., Holzarb.-Gew. 9 Gr.; Crimmitschau: Manus. Fabr.-u. Handarb.- Gew. 12 Gr.; Chemnitz: Met.- Gew. 5 Gr.; Elberfeld: Arb.-Part. 1u Gr.; Frankfurt a. M.: Klempn.-Ber. 7 Gr.; Gotha: Holzarb.-Gew. 3 Gr.; Hamburg: Arb.-Part. 28 Gr.; Stepper u. Borrichter 6 Gr., Holzarb. Gew. 13 Gr.; Halle a. S.: Schneide, verein 16 Gr.; Haanover: Arb.-Part. 5 Gr., Metall.- Gew. 6 Gr.; Kalk b. Cöln: Blum 4 Gr.; Kleinzschocher: Arb.-Ber. 5 Gr.; London: Arb.-B.-Ber. 7 Gr.; Lackenwalde: Arbeiter- Partei 12 Gr., Pcodutriogenossenschafl 6 G.; Lausane: Arberter- Verein 5 Groschen; Magdeburg: Arbeiter- Partei 8 Gr; Niederhaßlau: Arbeiter- Partei 8 Gr.; Neundorf: Arb. Part. 8 Gr.; Nowawes: Manus u. Handarb.-Gew. 6 Gr.; Plauen: Arb.-Parrei 10 Gr.; Pößneck: Arb. Partei 12 Gr.; Ruhla: Rudel 10 Gr.; Rochlry: Lehmann 1 Thlr. 14 Gr., Regensburg: Schuhm.-Gew. 5 Gr.; Stuttgart: Burckharvt 4 Gr.; Spandau: Metall.-Gew. 5 Gr., Arb.-Partci 7 Gr., Straßburg: Arb.-Part. 8 Gr.; Staßfurt: Arb.-Part. 3 Gr. Da es Pflicht der Vertrauensmänner, Verernsvorstände und Bevollmächtigten, wie jeveS einzelnen Parteigenossen ist, für richtige baldigste Zahlung der Ännoncen-Belräze zu sorgen, wird die Be- richtigung obiger Ausstände baldigst erwartet. Von den Parteigenossen jener Orte, welche schon seit Monate» vergebens gemahnt werden, erwarten wir, daß sie mit Entschieden- HerMne Säumigen zur Zahlung veranlassen. "Nrivatannoncen werden nur aufgenommen» wenn der Betrag hresür in Briefmarken berlre�t, oder bei größere» Annoncen Postvorschuß erhoben werden kann. Die Expedition des„Yolksstaat". l4b fi>' all 6! für C, O. fei C. Kl füi bei Ho Briefkasten Branche annimmt— TaS ist der Inhalt dieses Vertrags und WaS sagen die Hissischen Grrchie? Als vor kurzer Zeit der H.rr Reiche ragsal�. cor dnete und Fabrikant Hrhl einen Proceß wegen einrS ähnlichen Vertrags ar strengie, wurde derselbe rn zwei Instanzen sür nichtig e-t äri. Ter Ger'chishof rahm an. daß ein derartiger Vertrag überhaupt n cht rech Sgückig sein könne; das hessische Cussaiiensgerrcht aber erklärte den Vertrag für gültig; eS wernie, der Mann halte ja nicht röihig gehabt, denselben zu schließen. Garz richtig, Ihr Herren Rchier; es hat ja durchaus N emand nöihig zu ver hungern; wer es dennoch thut, ist ein Mersch, welcher nicht Werth ist, in„solchen" Culrursiaateu zu leben. Wee- halb schloß der Mar n nvn den Vertrag ab? Er hatte vielleicht Weib und Kind zu HauS, welche richis zu essen hati.n; er wußte den Vertrag abschleißen.— DaS ger.irt diese wessen Herrn natürlich nicht!! Zell a/W.(bei Würzburg), den 12. April. Fabrikanten- hümanitat und Grrßmuih. W nn ich mich erst jetzt dazu entschließe, einen Bei- oder vielmehr Nachtrag der pikanten Ereignisse bezüglich der Reichstagswablen zu. bringen, so schicke ich, da Quelle der Kriege, dasselbe>st deshalb in eine VorkSwehr umzu- wandeln, welche lediglich gegen ungerechte Angriffe zur Vertheidn gung dient. 2) Tie v.lle Freiheil der Meinungen ist der oberste Grundsatz wahrer Ctvrlrsatron. Die Presse ist deshalb von allen gewerblichen, politischen und strasrrchllichen Banden zu befreien. 3) Tie Versammlung erklart sich serner gegen daS Contraktbruch- gefetz, die Gewerbegerichte, weil durch letztere mit Rücksicht auf die Wahl der Beisitzer durch die Gemeindevertretungen, daS Jrrteresse der Arbeitsherren bevorzugt wird. Ed. Müller, Schriftführer. KeddernsieiW, 21. April. Am vergangenen Sonntag tagte hier>ur Saale deS Herrn Westerfeld ein« von htestgen Parteigenossen einberufe, e Arbeiterversammlung und waren als Referenten dre Herren Oppificius und Ellner aus Krankfurt a. M. erschienen. Wenn die Versammlung auch keine so große war— sie war von ca. 130 Arbeitern besucht—, so kann ich Ihnen doch mettheilen, daß dre im Saale Anwesenden ganz besonders von einem unserer Sache günstigen Grifte beserlt waren; dafür zeugte der donnernde Bessall, wcmrt Herr Opp ficruS zum Dank für seinen wirklich s.hr gediegenen Vortrag über daS Contraclbruchgcsetz belohnt wurde der Redaktion. F. in Klagenfart: Brief folgt. R. K. in Breslau: Wird besorgt. der Eppevition. 3£. Reichenbrg Schr. 15 Thlr. Hrsch Paris Ab. 2. Qu. Tdlr. 2 7 5. Soz.-dem Ärb.- Ver hier Tblr. 2 27. I. PctS Basarhelh Ab. 2. Qu. Gr 25 5. I. Mtlr Eolo Heer Ab. 1 Qn. Th,r. 13. Th. Lisi Gra« Ad 2. Q». 27 Ge.»ich h er Ab 1. Qu. Tblr. 1 20. Ftschr Kl.in-Zschocher Av. 1. Qu. Thlr. 2 6 5 All jun. Wumar A»n. 12 Gr. Froch Döliü Ab. Mai u Zuni 11 Gr. Segel- Kirr» der R. hier Ann. 5 Gr. Bckbm hier-Achr. Tdlr. 13 8 A. Tetmnn Berlin Ab. April Tdlr 43 21 5. Arb.- oilt-B r. Leipjrg Aua. 26 Gr. G. Lnl Duscen Schr. Thlr. 1 16 5. Hermnn hrer Ao. 6 Gr. - Fond f. pol. Gemaßregelie. B. Soz.-dem. Arberlerverein Leip.rg 5 Thtr. Anzeigen zc. Iii Gewerkschaft der Manufakturarbeit-r. Sonnabend, ten 2. Mai, Abeaos 8 Upr: Bersammlnug bei Mvwes.— Vortrag und Verschied neS. Ta« Erscheinen Aller ist Ebr-n fache£, Richer. Primnstyweig Sonnrag, den 3 Mai 1874, Stistilu S-F.st der Gewerkschaft d-r Maurer und Z mmcrer verbunden mit Eoncert, Tellamarionen, Felleedc, lvon W oracke jr.) und Ball bei Herr» Wagendrrdt(vorm. B hnstcdr's Garten.) Das Eavccrt wird ansg, führt von der Gl!n'emrnn'schen Kapelle. Anfang 4 Uor.— Entrö 3 Gr. Alle Gewerlschases- Itirt-il eder und Freunde der Arbeitersacke»»« Nah und Fern ladet sreundtichst ein__ Da« Fest-Eomitö. Frankfurt a. M. ich persönlich dabei belheiligl bin, die Bemerkung voraus, daß Zum Schluß seiueS Vortrags empfahl genannter Parteigenosse die weder Haß noch Neid, noch andere niedere Motive mich dazu be-iim„Votkestaat" mitgecherlte Resolution gegen daS Contrakldruch- wegen, FolgendrS eir er unabtängigen, von keinem Reptilienfond, gefetz zur Annahme, welche denn auch einstimmig accepiirt und oder Eeldfack'beeinflußien Puffe zu übergeben, jonderu nur einzig noch am selben Tage an den Reichstag abgesandt wurde. Nach und allein das Mugefühl für mei- e in keineswegs beneidensweelher Herrn OpprficruS reserrrte Herr Ellner über das Milnärgef tz und Lage befindlichen Mudrüder und um den schowlofen Lügen uud unterwarf solches einer scharfen Kritik. Er sprach mrt vieler gemeinen Verdäckligungkn unserer liberalen Schandpressc, deren Wärme und bcftiedigte allseitig dmch seine klaren Ausführungen. SpfN�l-r» Fachuerem. Samstag, den 2. Mut, Arerrd« halb 9 Uhr: Hauptversammlung im Verernslocale, Ii. Es venheimecgaffe 26. Tagesr-rornrng: 1) ErgänzUnaswahl titc den Knfirer.— 2) Anträge über die Drl'girten.Waol.— 3) Wenige VeremSangelegenheuen. DaS Erjrzernen aller Mi gleeoer est uothwenbig. Der Bevoll-näcktigte. 8 61 im fr bei itn >01 Nie S. n, siu ich »» toe bl. eil la »ul ganzes Sü eben ausschließlich eitweder in Spekulation ans deu Geldsack oder im Bekämpfen der Arbeiter besteht, die nackte Wahr- heit entgegen zu halten. Vielen wird noch in Erinnerung sein, wie vor ungefähr sechs Monaten einige humane Einrichtungen, resp. Fabrikordnungen der Herren von König in Kloster Oberzell(SchneUprrstenfabnk) von der liberalen Presse in die Welt hinausposaunt wmden, gespickt mit Lobhudeleien aller Art. Ich werde vielleicht später auf diese zum Theil sehr hübschen Einrichlungen, die sich besonder» auf dem Papier sehr human gestalten, zu sprechen kommen; vorläufig be- schränke ich mich nur auf die Berichtigung ganz unwahrer und «nrerbürgter Thatsachen, die die Würzburger„Bahr. Volkszeitung" m Nr. 65 vom 17. v. M. ihren Lesern auftischt. Da steht wört- lich zu lesen:„ES geht uns die verbürgte M'tiheilung zu. daß an dem Gerüchte, als habe auch die Fabrik König und Bauer in Oberzell ihre Ar berter größter iheilS entlasten müsseu, kein wahres Wort ist. Auch nicht ein Mann wurre von den Herren von König entlassen. Es ist die« rm so erfreulicher, als man im Pu- blikum verbleitet hatte, eS mangle der Fabuk au Bsschäftiguug." Nun, wenn die Herreu v. König mit Hülse ihur Arbeiter bereits Millior äre geworden, ja sogar wegen ihrer„weltbekannten Huma- nität" in den Adelstand erheben wurden, so ch eS gewiß nickt erwahnentwerth, wenn sie bei einer kleinen vorüber g.henden Ge- schästssivckung keine Arbeiier entlassen. Nun rft e« aber Thaisache, und rwar wahre und gut verbürgte Thatsache, daß am Vorabend Das Resultat der Versammlung waren 17 neue Ernzeichnungen in die Partei, so daß wir jeyt 54 Paiteimiigliedcr zählen, waS immerhin eine ganz anständige Zahl für einen Ort wie Heddern- heim ist. Wir wellen hoffen und wünschen, daß wir nicht auf dieser Zahl stehen bleiben, fondern mehr und mehr erstarken. Die Leute sind hier im Allgemeinen sehr empsängl ch für die sozial- demokratischen Ideen, nur macht sich der Mangel an Rednerkräften hier in Heddernheim mitunter schr suhlbar, doch wird sich daS auch mit der Z u machen. Mu sozialdemokratischem Gruß und Handschlag A. Sprenger, Schriftführer. Wer»«, 20. April. Der am Ostermontag d. I. Hierselbst abgehaltene dritte Arbeitertag der ArbeiterbildungSvereine von Tirol und Vorarlberg hat unter anderem folgende Beschlüsse gefaßt: „Prob uctev Genossenschaften, mit deren Gründung und Leitung Innsbruck beauftragt winde, nachdem dieser Verein im Laufe des Jahres die vorbeteuer-den Schulte vorger ommen hat und bereits über ein Capital zu dieftm Zw-cke zu versügen hat; die anderen Vereine sagien ihre moralische und maierulle Uaterstützung zu." „Ernreichung einer Petition an die betreffende Behörde, dre Straf- hauSarbeU in einer Wesse zu reg ln, dag der durch dieselbe auf daS Kleingewerbe ausgeübte Druck nach TbunlittikeU paralysiet werde."„Ei. sührung eines CeniraistatuiS für sämmtliwe Ver- eine von Tn ol und Vorarlberg und Arn ahme des vom Vereine JnoSbruck diesfalls vorgelegte Statut« neniwurs Mit Vorbehalt Der Fachverrin der Maurer m München ersucht lümmtlicke Gewertschasten, Fach- und andere Vereine der Maurer vd t Mitalredsrtastea, ihre Ädrefsc möglichst bald an die Expedinou td „Zeitgeise" in München, Tbeereckgasse 4, ern�useuden. Münckeu, rm Aprrl 1874. I A.: Böxler. Em tüchtiger K.rbmacher aus Großgeschlagen findet dei guten Loh» dauernde Beschädigung. Auch wird unter Umständen Reisevergütung zugesiiert. Lechner& Schärft Korbmacher in Augsburg, Sterugaste. � Arbeits-Hosen. Aecht Englioch Lederhosen ä Stück 1 Thlr. 15 Sgr. , Cord-Hosen k Stück 1 Thlr. 15 Sgr. , Starke Stoff- Hosen k Stück 2 Thlr. 15 Sgr. B Militär-Drillhosen ä Stück 1 Thlr. , Baumwollene feste Arbeitshosen ä Stück 27'/, Sgr. empäeblt »t Äe läti ftit kei J.JN] Louis Guttmann No. 24 GrimmaiHche Strasse in Leipzig N«. 24. Natt; Ans die New-Dorker„Arieiter-Zeitung" nimmt die Unter, eichneW Bestellungen emgegen Der Zweite Jahcgrng begann am 7. Fedc l874i mit 4. April das zweite Quartal.— Die„Arbeuer- Zeimna" erfchei»! beS Wahltages in einer liberalen Versammlung, wenn auch nicht etwaiger Modlflcuuugeu."„PeUtroa au die Dirrcuon der k. k. wöchentlich einmal. Preis pro Quartal 1 Thlr. 6 Gr. Zadlreichen Aufträgen steht entgegen Leipzig, 2 t. Aprrl 1874. l2ai Die«rpeditiou be»„volkSst.at.- >>-! 5» *8. »b. *"1 te L'tpztg: Vecamw. Redakteur: M-Preißer.(Red-ttio- a. ExpOttt«� Äscherst-. 44.) Druck uud«erurg»er«�»gnrfchasiSduchHrockeret. »n Der (an