Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstallcn u. Buchhand- langen des In- u.Auslandes. Filial-Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. Ä. Sorge, Hvr 101 Hoboken, N. J. Wm. Lueders, 409 Maystr. Chicago, Jll. Heter Haß, S. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Abonnementspreis: Für Preußen incl. Stempel« steuer 21'/, Sgr., für die übrigen Deutschen Staate» 16 Sgr. pro Quartal. Monats-Abonnement» werden bei allen Deutsche» Postanstallen auf den 2te» u. 3ten Monat und auf de» ll ten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat ä ö'/a Sgr. angenommen. OrgandersozialdemokrattschenArbeiterMrteiMdderinternattonalenGetverks.qenossenschllsten. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Bereiuö- und BolkSversammluugen, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei- Ar gelegenheiten betrestend, werde» mit 1 Sgr.,— Privat- und BergnügungS« Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Sli'. 56 Jreitag, 15. Mai. 1874. Wie die sozialdemskratische Bewegung„gemacht" wird. In einer der letzten Nummern der.Concordia", Organ des Fabrikantenbunds, findet sich unter der Ueberschrift:„Noch Einiges über die soziale Frage in Schleswig-Holstein", ein Aufsatz, den wir unseren Lesern vollständig miltheilen müssen. Derselbe (er ist gezeichnet P. Chr. H. Schleswig-Holstein, Milte April) lautet wie folgt: „Wir haben uns früher, kurz nach den Wahlen, bereits über die soziale Bewegung in unserer Provinz und einige ihrer trei- bcnden Ursachen ausgesprochen.(S. Ztr. 2, S und 7 rer„Eon cordia.") Wir bedauerten damals den Mangel einer, sei es nun amtlichen oder privatlichcn, auf genauen statistischen Daten be ruhenden Darstellung unserer wirthsch astlichen Verhältnisse, die uns gestatten würte, in das volle Detail der Frage einzudringen Gegenwärtig liegt uns nun ein Werk vor, das geeignet ist, jenem Vedürfniß— wenn auch bei Weitem nicht abzuhelfen— so doch in mancher Hinsicht entgegenzukommen: es ist der dieser Tage er schienene zwerte Jahresbericht des schleswig-holsteinischen landwirlhschaftlichen GencralvereinS pro 1873, erstattet an das Präsidium des K. LandeSökonomiecollcgiumS in Berlin chvm Vereinspräsidenten Bokelmann und dem Gene, alsecretär Hach.) Nicht allein aber deßhalb ist diese Arbeit für uns werthvoll, wert sie die Grundlage für weitere statistische Untersuchungen zu geben im Stande ist, sondern namentlich auch deshalb, weil darin Fach- Männer, Leute der Praxis, an der Hand greifbarer Zahlen und Thaisachen ein Urtheil gegenüber einer hohen Staatsbehörde fällen, bas wohl besondere Bearbtung verdient. Wir glauben daher, es wird den Lesern willkommen sein, wenn wir aus dem Abschnitt »Besitz- und Arbeiterverhältnisse" Etliches hier wiedergeben; und Iwar mögen vorerst ein paar allgemeinere Betrachtungen daraus Platz finden. Bezüglich des Wahlresultats am 10. Januar erinner» wir daran, daß von 135, 000 abgegebenen Stimmen 44,800 auf sozial dernoki atische Candrdaten fielen. An diesen letzteren participrrt Holstein(5 Wahlkreise) mit 39,672, Schleswig(4 Wahlkreise) mit 5175 Sliumcn. Ter Bericht constatnt zunätst die starke Zu- nähme des sozialdemokratischen Anhangs seit 1870; wenn nicht inzwischen Umstände eintreten, welche der Masse der Bevölkerung «ne andere Richtung geben, so würden bei den nächsten Wahlen sämmlliche hotstelnischS Wahlkreise der Sozialdemokratie zm fallen. Auch sei bemerkensweilh, daß sie in dieser Provinz den gleichen fruchibaren Boden in ländlichen wie in städtischen Wahl- Weisen gesunden habe. Wo liegt nun die Schuld? Es fei Un- � sinutriß der Sache, meint der Bericht, wenn die politischen Par- i teicn einander gegenseitig dafür verantwortlich machten; die Eni- Wicklung der Sozialdemokratie ist nach ihm vielmehr eine ganz selbstverständliche und der Naiur der Dinge entsprechende Erscheinung, die nur Diejenigen Wunder nehmen kann, welche in fMrihschaftlichen Angelegenheiten einer einseitigen Anschauung folge» i T-iese Behauptung wird in folgender Weise begründet. „«Die Lage der Arbeiter ist eine unerfreuliche; ihr Verdienst ist vieler Orten unzureichend und überall mehr �ber weniger precär; ihre Zukunft ist trübe, wert sie keine Aussicht haben, aus der Abhängigkeit vom Arbeitgeber sich zur well ständigkeit herauszuarbeiten. In vielen Fällen ist die Armen- �ssc und das Arbeitshaus ihre letzte Zuflucht, nachdem ihre Kräfte �schöpft sind. So lange diese Klassen gesetzlich der vollen Frei' stit entbehrten(in Hörigkeit, Leibeigenschaft standen), blieb ihnen "ichts übrig, als in stumpfer Resignation zu ertragen, was unab- '»endbar schien. Damals war für die Arbeiter auf dem Lande !»w sv weniger eine Verbesserung ihrer Lage zu erreichen, weil in »in Städten»och ein Mittelstand existirtc und die Handwerker, � Zünfte und Innungen verernigt, sich von dem einfachen Arbeiter Wesentlich unterschieden. Nachdem der Masse auf dem Lande am �»de peg vorigen Jahrhunderts die Freiheit zugestanden war, *»esand sie sich vor der Hand nicht in der Lage, von dieser Freiheit i»r Verbesserung ihres Looses Gebrauch zu machen; theils wegen jwö niedrigen Bildunpsstandes, theils aber, weil diejenigen Rechte, »>e>che gemeinsames Werken in größeren Vereinigungen allein �glich machen, Freiheit der Presse und der Vereine, damals der ltaljon, noch vorenthalten wurden. DaS allgemein hervortretende streben, durch guten Volksschulunterricht den unteren Schichten Bevölkerung eine bessere Ausbildung zu geben, hatte den Erfolg, Arbeiter in den Stand zu setzen, über ihre Lage natzudenken Gewährung freier Bewegung auf dem Gebiete deS öffentlichen Asiens gab ihnen die Waffen in die Hand, um den Kampf gegen ■Wenigen Klassen zu beginnen, von welchen sie sich bedrückt glauben. �stv-schen hat das Ueberwuchern der Großindustrie den 7»itlelstand mehr und mehr vernichtet und Tausende -»d selbständigen Unternehmern auf das Niveau ein- I�er Handarbeiter zurückversetzt. Die Gewerbeffeiheit hat Unterschied zwischen den Gehilfen und Gesellen in den Hand- ..stken und Arbeiten ausgetilgt und dadurch ein wichtiges Mittel- zwischen Denen, die aus bloße Arbeit angewiesen sind, und besitzenden aufgehoben.— Es mag zugegeben werden, daß 1 1 politischen und gewerblichen Freiheiten nicht vorenthalten werden �»«ten. Es muß aber dahingestellt bleiben, ob die Ueberstürzung »» G'...-------- .«c besteht, daß man die alten übcrkouimenen Formen zerstört !,? Gesetzgebung so nothwendig war; ob nicht gerade durch sie ?.Kegenwärlige unerfreuliche Zustand Herbeigeführt ist, welcher »ln bkürbt»0» N!0N die alten übcrkouimenen Formen zerstört „„Daß gerade in SchleSwig-Holstein die Sozialdemokratie so rasch festen Fuß gefaßt hat, kann nicht überraschen. Es fehlte in dieser Provinz an geistigen Dispositionen oder Interessen, welche vie Gemüther so stark bewegen, daß sie ein Gegengewicht gegen die sozialistische Lehre abgeben könnten. Um die Kirche küm- mern sich die arbeilenden Klassen sehr wenig; die Kirche ist keine hervorragende Macht in dieser Provinz; fast nur in den besitzenden Klassen hat sie noch Boden.»») Aber auch das Vaterland ist den unteren Kreisen kein Gegenstand der Liebe und Verehrung. Die politische Lage der(früheren) Herzogthümer hat es mit sich gebracht, daß unsere Geschichte nicht einen stetigen Gang genommen, sondern uns hin- und hergeworsen hat. „„Auch die Vorstellung von der Macht und Stetigkeit des Staates, von dem Respect, der ihm gebührt, ist in unfern Arbeiter- kreisen verloren gegangen, da sie einen wiederholten Wechsel ge- sehen und erlebt haben, der ihnen mehr aus Willkür als auf Ver nunft und Recht zu beruhen scheint. Die Opposition gegen die Regierung fand einen fruchtbaren Boden; auch die Presse der besitzenden Klassen predigte Opposition von verschiedenem und wechselndem Standpunkte aus und ihnen schloß sich die Masse an, bis sie auf den Gedanken kam, die Opposition fortan für eigene Rechnung weiter zu führen. »»Zu jenen Umständen, welche der neuen Partei den Boden bereitet h'ben, kommt nun noch des Weiteren: DaS aus früherer Zeit herübergenommene patriarchalische Verhältniß zwischen Gutsherrn und Arbeitern findet sich nur noch selten und nur, wo der Guthherr eine besonders achtbare Persönlichkeit ist, mag es noch in einzelnen Fällen vorgekommen sein, daß die Ar- beiter vor der Wahl gefragt haben, für wen der Gutsherr stimmen wolle. Aber im Ganzen ist das Gefühl der Anhänglichkeit er- loschen und geht daS Bestreben dahin, daS Verhältniß zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ganz zu einem RechtSverhältniß zu gestalten. Die schleswig-holsteinischen Arbeiter haben ein starkes Gefühl für Unabhängigkeit. Die dünne und leider abnehmende Bevölkerung auf dem platten Lande fühlt ihre Bedeutung und ist davon durchdrungen, daß in ihr ein wesentlicher Factor für die Betreibung der Landwirlhschaft liegt, welcher, wenn er die rechten Mittel ergreist, die Bedingungen, die ihm zusagen, stellen kann. Diese Auffassung wird genährt durch die leichte Communication mit Amerika. Alljährlich wandern viele kräftige Leute aus und die Zurückgebliebenen haben in den Vereinigten Staaten zahlreiche Verbindungen, von denen sie aufgefordert werden, dem Beispiele zu folgen, Die bei uns entstehenden Lücken werden durch Zuzug aus Schweden, Dänemark, sowie aus deutschen Provinzen(Schle- sien, Ostpreußen:c.) ausgefüllt. Daß diese Elemente nicht zu den ruhigeren und fügsameren gehören, versteht sich von selbst. Ins- besondere viele Führer der Bewegung, namentlich Handwerker, sind nicht aus unserer Provinz gebürtig."" Der Bericht erörtert alsdann nrch einen und den anderen lokalen Einfluß, namentlich den im Charakter Artona'S, des Haupt- quaitiers der Bewegung liegenden und sucht endlich auch noch das auffallend schnelle Wachsthum derselben zu erklären. In dieser Hinsicht weist er namentlich auf die, hauptsächlich wohl durch die Milliarden herbeigeführte Uebcrschwemmung mit Anlage suchen- den Kapitalien und neuen Unternehmungen hin, in Folge deren zahlreiche Arbeitskräfte abforbirt wurden und die Arbeiter in die Lage kamen, die AibeitsbedingungeN dictiren zu können rc. Ebenso sei die Sozialdemokratie auch durch den Eindruck, den die mannig fachen in der Gründerperiode hervorgetretenen Auswüchse und Schwindeleien auf die unteren Klassen machten, wesentlich gefördert worden." So weit der Concordia- Artikel, dessen Verfasser noch„eine Reihe mehr spezieller Angaben" folgen lassen will. Die Bedeutung der angeführten Thatsaäien wird durch die kleinbürgeiliche Auf- fassung, welche im„Jahresbericht" herrscht, nicht abgeschwächt; und sie fallen um so schwerer ins Gewicht, je widerwilliger dieses Zeugniß zu Gunsten unsrer Bewegung abgegeben wird.— Apropos, vielleicht ist die Redaktion der„Concordia" so gut, ihren fleißigen Mitarbeiter, Herrn Schulzr von Mainz, um seine Meinung über diesen Artikel zu ersuchen. Einen Collegen kann man doch nicht dem Staatsanwalt— empfehlen, wie den verfchmten „Volksstaat". ') Die„Concordia" macht hier ein Fragezeichen; jedoch mit Unrecht. Die Kirche ist im Klasicnfiaat nichts anderes als ein Mittel zur Srhal- tung und Beststigung der Klassenherrschaft, und folglich haben auch nur die besitzenden Klassen ein Interesse an de» Bestanv der Kirche. Mehr oder weniger ist dieselbe Erscheinung überall zu beobachien; am ausge- prägtesten>n England, wo lhatsächlich kein Arbeiter in die Kirche geht, und die Religion erst bei einem Einkommen von über 150 Pf. Sterling ansängt. stimmung zu begegnen. Zunächst muß die„drakonische Geschäfts- ordnung", die„unbeschränkte Machtvollkommenheit deS Präsiden- ten", die„Intoleranz des hohen HauseS" herhalten, welche alle den Sozialdemokraten das Wort planmäßig abgeschnitten haben sollen. Aber damit nicht genug, werden die Wähler belehrt, daß sozialdemokratische Abgeordnete überhaupt nicht mit gewöhnlichem parlamentarischen Maßstabe gemessen werden dürfen.„Sobald wir uns aus den parlamentarischen Boden stellen," sagen sie in ihren Blättern, sind wir verloren; unsere Aufgabe ist nicht, zu Parlamentiren, sondern agitircn." Mit anderen Worten:„In sachgemäßer Weise an den gesetzgeberischen Aufgaben der Volks- Vertretung mitzuarbeiten, sind wir nickt im Stande; unsere Absicht kann überhaupt nicht sein, der verfassungsmäßigen Pflicht eines ReichStagsabgeordncten zu genügen, sondern lediglich Skandal zu provoziren und die bestehende Ordnung nach Kräften zu unter- graben." Ob die sozialdemokratischen Wähler mit diesem Stand- punkte und, von demselben aus geurtheilt, mit ihren Abgeordneten zufrieden sind, ist ihre Sache. Für uns ist nur von Interesse, diesen Standpunkt zu konstatiren und zu fragen, wie sich derselbe mit der gelegemlich von den Sozialdemokraten kolportirten Be- hauptung verträgt, daß sie sich mit ihren Bestrebungen stets in dem Rahmen der Gesetze halten würden." Die Reptilienpresse mag sich beruhigen: nicht gegen die sozial- demokratischen Abgeordneten richtet sich daS Gefühl der Enttäu- schung, welches viele der sozialdemokratischen Wähler ergriffen hat, sondern gegen den Reichstag. Sie hatten crwartet, im Reichs- tag herrsche parlamentarischer Anstand, herrsche Freiheit der Meinungsäußerung. Sie sind eines andern belehrt worden; sie haben gefunden, daß seitens des Präsidiums wie der Majorität die Redefreiheit systematisch unterdrückt, die Minorität auf eme in den Annale» parlamentarischer Körper scharten beispiellose Art mundtodt gemacht wird. Und die Folge ist: der Rest von Ach- tung, den sie noch für den Reichstag gehabt, ist verschwunden. Wenn die Reptilienpresse mit diesem Resultat zufrieden ist, so ist das ihre Sache. Unsere Abgeordneten haben ihre Schuldigkeit gethau. Soweit man sie zum Worte kommen ließ, haben sie ihren Standpunkt zum Mindesten ebenso gut vertreten, als die Redner der Majorität den der Majorität. Daß sie nicht öfter zum Wort kamen, und nicht Gelegenheit hatten, die Parteiprinzipien nach allen Richtungen zu entwickeln, dafür sind unsere Abgeordneten nicht verantwortlich. Den parlamentarischen Kampf fürchte» wir nicht. In all unseren VolkSve,sall>mlungen ist auch den Gegnern vollkommene Redefteiheit garantirt; die Gegner haben aber bis jetzt nicht ven Muth gehabt, uns auf diesem Gebiet, wo die Waffen gleich sind, entgegenzutreten, weil sie wissen, daß jeder unserer so viel verlästerten„Agitatoren" im Stand ist, sie parlamentarisch zu widerlegen. Und weil sie wissen, daß ihnen im Reichstag dasselbe passiren würde, darum verweigern sie unseren Vertretern im Reichstag die Redefreiheit, welche wir in all ui seien Volksversammlungen den Gegnern gewähren. Es versteht sich, daß wir unsere Taktck im Reichstag nach der Taktik der Gegner einrichten werden; ob uns dies„aus dem Rahmen der Gesetze" herausdrängen wild oder nicht, das ist eine Frage, die der Reptili-enpresse keine Kopfschmerzen zu verursacken braucht. Wozu haben wir denn Staatsanwälte? Einstweilen mögen die Denunzianten sich mit Geduld wappnen, denn wir verspüren nicht die mindeste Lust, ihnen den Gefallen zu thun und unseren Kops in die Schlinge der Hock verratySparagraphen zu stecken. Abwarten und Waschzettel schreiben! Die„Hessischen Bolksblättcr" h,°hne dem Volksleben Zeit zu gönnen, neuere, angemessenere schaffen.- Politijche Uebersicht. — Die sozialdemokratischen Wähler und der Reichs- tag. Die Reptilienpresse schreibt: „Unter den Wählern der Sozialdemokraten hat der Verlaus der Reichstagssession eine große Ernüchterung erzeugt. Sie waren leichtgläubig und naiv genug gewesen, von ihren Erkorenen zu erwarten, daß sie dem Reichstag: in demselben Grade, wie lyren Volksrersammlungen imponiren würden. Es scheint aber, daß der gesunde Instinkt der Wählerschaft inzwischen sehr wohl herausgefühlt hat, daß das Gesammtergebniß der sozialdemokrati- scheu Thätigkeit in der Reichsvertretung nicht einen E-folg, son- der» eine Niederlage bedeute. Die Führer befinden sick in einiger Verlegenheit, wie der durch diese Erkcnntniß verursachten Miß- — Kanon enfutterzüchtung. berichten: „Reinheim, 3. Mai. Bei der letzten Musterung der Militär- Pflichtigen in Dieburg wurde von einem der dortigen RekruttrungS- Commission aggregirlen preußischen Offizier den Ovenwäldern eine Regeneration durch preußisch: Husaren in Aussicht gestellt. Be- sazter rief nämlich, als mehrere junge Leute a»S veischiedenen Gemeinden deS Odenwaldes wegen fehlenden Körpermaßes zurück- gestellt werden mußten, den anwesenden Bürgermeistern höhnisch zu:„Wir werden Euch'mal einige EskadronS von unfern Husaren in'S Quartier legen, damit wir militärtaug- lichere Jungens von Euch kriegen!" Diese, die Ortsoor- stände wie die Gemeinden verletzende, öffentliche Aeußerung, welche . abermals zeigt, was daS Junkerthum sich Alles dem Volke gegen- r über glaubt ungestraft erlauben zu dürfen und welche gerechte Er- bitterung hervoiries, wird zur Popularität der neuen Zustände nicht gerade beizutiagen geeignet fem." Das Junkerthum darf und wird sich noch viel mehr erlauben als daS und wird das so lange treiben, bis endlich der alte Krug der deutschen SckafSgeduld in Scherben bricht. Daß diese Sckasö- geduld aber noch keine AuSstcht auf ihr seliges Ende hat, beweist wiederum die Haltung der„anwesenden Bürgermeister", von denen nur erzählt werden kann, daß sie in echt deutsch-michelhafter Demuth die steche Verhöhnung von Seiten des Jurkers ertrugen und eine Faust in der Tatche machten. In der nordamerikaniscken Union oder auck in England hätte man solch stechen Buiscken, der Volk und Heer als ein großes Gestüt zur Züchtung von Kanonen- futicr auffaßt, getheert und gesedeit, oder ,hm fünsundzwanzig auf den Sitz der adeligen Ehre ausgezählt. Die hessischen Bürger- weister aber rächen sich durch den lendenlahmen Artikel in den „Volksblätteri" und der Junker lacht sich in's Fäustchen über den „gelungenen Witz". Und wer bürgt dafür, daß er nicht einen bloßen Witz gemacht hat? Von den bekannten„Strafbayern" im „he ligen Kliege" bis zur Rekrutenzüchtung durch preußische Hu- sareu ist nur ein Schritt. — Wer ist„verkommen"? Gelegentlich einer Ausstellung in der Buchhändlerbörse zu Leipzig meint daS„Leipziger Tageblatt": „Der deutsche Kunstverlag kann sich intensiv, wenn auch nicht extensiv neben dem sranzösischen dreist sehen lasten. Seine Preise find dabei bedeutend niedriger, als die des französischen. Die Weltstadt an der Seine hat freilich ein ganz anderes für die Kunst Opfer bringendes Publikum, als irgend eine Stadt deutscher Zunge. Dort zahlen die reichen und vor- nehmen Leute mehr für Bücher, als sich Jemand bei uns träumen läßt. Ganz davon zu geschweigen, daß es in feinen Familien unerhört ist, gute Novitäten aus der Leihbibliothek zu lesen, statt selbst zu kaufen und im Salon aufliegen zu lassen. Mit einem solchen Publikum, das für kostbare Werke Geld aus- gibt und gern ausgibt, läßt sich natürlich besser arbeiten, lassen sich Kunstwerke von solchen enormen Herstellungskosten er- zielen, wie deren der Pariser Verlag in Menge aufweist, Deutsch- lands Kunstverleger nur vereinzelt herausgeben." DaS„Tageblatt" stellt hier der deutschen Bourgeoisie ein Ar- muthszeugniß aus, wie es deren unversöhnlichste Feinde nicht beschämender beibringen können. Trotz der„bedeutend niedrigeren Preise" der Kunstwerke im deutschen Verlag macht sich bei den „reichen und vornehmen Leuten" des DcnkervolkS die Käsekrämer- gesinnung in solchem Maße breit, daß die Kunst dabei zu kurz kommt. Bevor solch ein deuischer Bourgeois 50 Thaler für solch ein Kunstwerk ausgibt, steckt er sie lieber in eine gesunkene Acne in Hoffnung auf baldiges Steigen, oder kauft seiner Maitresse eine neue Schleppe dafür. Die„verkommenen" Franzosen können somit, nach der Ausführung des„Tageblattes", als Muster für die deutsche Bourgeoisie dienen, die zwar, wenn man die„kunst- historischen" Fälschungen und Entstellungen deutscher Professoren und Literaten liest,„für Kunst und Wissenschaft ungemein viel gethan hat" und überhaupt„sehr kunstsinnig" ist, nach dem unfrei- willigen Geständniß des„Tageblattes" aber zu geizig und zu bornirt ist, um einen Theil ihres„Entbehrungslobnes" der Kunst und Wissenschaft zuzuwenden. Ist auch der Artikel des„Tage blatte«" nur der GeschäftSkalamität eines Kunsthändlers ent- sprungen, so gibt er doch den Franzosen eine„Revanche", so glänzend, wie sie niemals mit Chassepot und Mitrailleuse erstritten werden kann. �sind.— In Warwickshire haben die Grubenarbeiter aus Mac- donalds Borschlag ein Schiedsgericht beantragt; ob die Besitzer es acceptiren werden, ist noch nicht entschieden.— Im Dean Forest haben sich„mehrere Tausend Grubenarbeiter" gegen Annahme deS angekündigten reduzirten Lohnsatz-s erklärt. Ebenso die Arbeiter in der Nähe von Durham, und stehen in beiden Kohlenbezirken StrikeS bevor. Nur in Rorthumberland und in West-'T)ork fhire ist es zu einer gütlichen Verständigung gekommen;"dort, indem die Grubenbesitzer sich statt der geforderten Reduction von 20 pCt. mit einer von 10 pEt. begnügten; hier, indem man sich vorläufig, in Erwartung einer definitiven Verständigung, über eine Lohnreduction von 12'/- pCt. einigte. Die Aussperrung der Landarbeiter dauert fort. Ein Gerücht, die Landlords(Grundeigenthümer) seien auf dem Punkt, die Partei der Arbeiter gegen die Farmer zu ergreifen, ist zu albern, um einer Widerlegung zu bedürfen. — Der„Dresdner VvlkSbote" schreibt: „Die Polizei, und namentlich die sächsische Polizei arbeitet gegenwärtig in einer Weise, die fast absichtlich darauf angelegt zu sein scheint, dem Volke die Segnungen des Nationalliberalidmus. und diese sind Freizügigkeit unv Beibehaltung polizeilicher AuS- Weisungsrechte, deut'ches Jndigenat(Staats- oder Rsichsbüraer- thum) mit Heimathlosigkeit, in seiner ganzen Anschaulichkeit vor die Augen zu legen. Das ehemals aus Sicheihertsgründen der Polizei zugedachte Recht, gemeine Verbrecher aus gewissen Bezirken oder Orlen ausweisen zu dürfen, wird jetzt auf alle bestraite Personen ausgedehnt, selbst wenn dieselben an Ort und Stelle eine Strafe, und wäi's nur eine leichte Geldstrafe, die sie außerhalb der Stadt und außerhalb des Landes verwirkt haben, erlitten Wir sind nun sehr begierig, zu erfahren, ob die königliche Polizei- direktion zu Dresden diese unter stillschareigender Billigung der Nationalliberalen geübte Praxis als allgemein gerechte und noth- wendige betrachtet und, so gut wie auf Auer und Daschner(An- derer zu geschweigen), auch aur die Reoacteure der„Dresdner Presse", Dr. Döhn und Herrn Neumann, anwendet." (Wenn der Verfasser obiger Notiz und wenn wir, die Nedaction des„Volksstaat", auch nur entfernt an die Möglichkeit glaubten, daß den Herren Döhn und Neumann von der Polizei mit dem- selben Maße könne gemessen werden, wie den„bestraften" Sozialdemokraten, so würde selbstverständlich die Veiöffentlichung im „Volksboten" und der Abdruck im„Volksstaat" unterblüben sein.) — Der Klassenkampf in England. Ja Mountain Ash, Südwales, hatte vorige Woche eine Delegirtenversamm- lung der Grubenarbeiter statt; vertreten waren dem„Beebive" zufolge vierzig bis fanfzig Tausend Arbeiter; man protestirte energisch gegen jede Lohnreduction, erklärte jedoch Bereitwilligkeit, die Lohnfrage einem Schiedsgericht vorzulegen. Da die Gruben- besitzer jener Distrikie sich bereits gegen eine schiedsrichterliche Lösung ausgesprochen haben, so scheint, wenn sie nicht im letzten Moment noch einlenken, ein allgemeiner Strike, der über hundert- tausend Kohlen- und Eisenbahnarbeiter umfassen würde, in Süd- Wales unvermeidlich.— In Südstasfordshire ist ein Veisuch zur friedlich-n Beendigung deS doitigen StrrkeS gemacht worrer, zedoch ohne Er folg. Ein Agent des Lord Dudley, der in jenem Bezirk Gruben befitzt, rief nämlich ein Meeting von Gruben besitzern zusammen, mit der Tagesordnung, über eine schiedSrichter- liche Lösung zu bcrathen."„Sei eS nun in Folge eines Mißver- ständnisseS, schreibt der„Beehive", oder sei cS auS Abneigung dagegen, mit den Arbeitern zu unterhandeln, hatten sich aber die Grubenbesitzer deS Cannock Chase-Distrikts(wo der Strike hauptsächlich ist) nicht eingesunden, und unter diesen Umständen hielt man es für unklug(unwlse), Beschlüsse zu fassen, welche die uichtanwesenden Besitzer gebunden hätten." DaS Meeting wurde vertagt. Der„Beehive" meint zwar, die Stimmung desselben sei im Ganzen einem gütlichen Vergleich günstig gewesen, allein dem ist entgegenzuhalten, daß es durch nichts gehmtelt war, seiner „günstigen Stimmung", falls eine solche vorhanden war, durch eine Resolution Ausdruck zu geben, welche die übrigen Gruben- besitzer keineswegs„gebunden", wohl aber einen moralischen Druck auf sie ausgeübt hätte.— In Sommersetshire wurde Herr Rupert Kettle, einer der Hauptanwälte des schiedSrickerlichen Verfahrens und selbst Erfinder eincS„Systems" von Schiedsgerichten, von den Arbeitern eingeladen, die Rolle des Schieds- rlchlers zwischen ihnen und den Grubenbesitzern zu übernehmen, die eine Lohnreduction von 10 pCt. angekündigt hatten. Die Besitzer erklärten, sich dem Spruche des Herrn Keitle fügen zu wollen, und kündigten gleichzeitig, ohne Zweifel, um ihren ver- söhnlichen Geist zu bekunden, eine weitere Lohnreduction von 15 pCt., also zusammen von 25 Prozent an. Herr Kettle ließ sich nicht abschrecken, er ging tapfer ans We:k und entschied für eine Lohnreduction von— 23'/, Prozent! Die Herren Grubenbesitzer sind darob scelenvergnügt, und schwärmen für daS Kcttle'sche Schiedsgericht; nickt so die Arbeiter, unter denen, wie der„Beehive" meldet,„unzweiftlhaft große Aufregung herrscht". Sie glaubten anfangs, es müsse ein Jrrthum obwalten und telegraphirien an Hrn. Rupert Kettle, ob daS denn möglich fei. Es war nicht bloS möglich, sondern auch wahr, und sollten sich auch— waS wir keineswegs für gewiß halten, obgleich der„Beehive" es bestimmt in Aussicht stellt— die Sommersetshircr Arbeiter für den Augen- blick dem Spruch unterwerfen, so steht doch so viel fest, daß sie für ihr Lebenlang von dem Glauben an die Schiedsgerichte im Allgemeinen, und die Rupert Kettle'schen im Besonderen kurirt Na Di «n we, erb — Ja Spanien hat Serrano die Carlisten bei Bilbao ge- schlagen und sich den zu einem neuen Staatsstreich nöthigen Nimbus erworben. Er will, sobald die Feinde vollständig besiegt sind, d. h. sobald die Macht ganz in seiner Hand ist,„das Land über die künftige Regierungsform frei abstimmen lassen."„Frei abstimmen" ließ auch Bonaparte nach dem 2. Dezember. Und daß überhaupt abgestimmt werden soll, beweist, daß Serrano die Republik, welcbe doch gesetzlich besteht, nicht als definitive Staatsform anerkennt. Natürlich hat daS den„edlen" Republikaner Castelar nicht abgehalten, Serrano zu seinen Siegen, die der Nagel zum Sarg der Republik sind, zu grgtuliren! So sind diese„Edlen"! ver kass nac schl der diel — Parteigenosse August Bebel wird am 14. Mai die Feste Köniastein verlassen, da an diesem Tage die zweiundzwanzigmonat- liche Haft, welche ihm wegen„Vorbereitung zum Hochverrath" zuerkannt worden, zu Ende ist. Es bleiben ihm sodann noch neun Monate Gesängniß wegen„Majestätsbcleidigung" zu ver- büßen, vor deren Antritt ihm indessen ein Urlaub von 6 Wochen ertheilt worden ist. Die neun Monate werden, infolge der be- kannten Bestimmung, in Zwickau abgemacht weiden. Am 14. Mai st auch die dreiwöchentliche Haft Liebknechts auf dem Leipziger Bezirksgericht zu Ende. ort cou ein we, wie Ob — Die Parteigenossen Henning aus R-mSdorf und Schumacher aus Ehrenfels, welche die Staatsanwaltschaft hatte ver- haften lassen, sind vom Zuchtpolizeige,icht zu Elberfeld von der Anklage auf„Aufreizung" freigesprochen worden. Der Staats- anwalt hat dagegen Berufung eingelegt. Lok sinl W- cou St — Die Verfolgungen gegen die Sozialdemokratie mehren sich jetzt besonders in Preußen, wo seit Tessendorfs Jmportation nach Berlin die Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter- vereinS viel zu erdulden haben. Hurlemann, Grotikau, Kapell u. A. befinden sich in Haft. Auch der Vorsitzende des Steinmetzenvereins, A. Zabel, ist zu drei Monaten Gesängniß verurthellt worden. Die Neider des Zuchthauses. ii. Wir haben kürzlich an dieser Stelle daS Eingefiändniß der Bourgeoisie, daß der„rechtliche Arbeiter" of.mals den Zuchthaus strafltng beneiden müsse, unseren Zwecken entsprechend beleuchtet. „Ein Fabrikbesitzer im Reußischen" thut unS dm Gefallen, in der„Concordia" eine ziemlich detaillirte Beschreibung deS in du- striellen Zuchthauslebens, geschöpft aus seiner eigenen An- schauung, zu geben.' Der Mann betreibt die mechanische We- berei— in welcher Stadt, sagt er leider nicht— und nennt „seine Aibeiter", mit nur zu sehr zutreffender Bezeichnung,„mecha- nische Weber". Allerdings sinkt der Mensch am Dampfwebstuhl zum Mechanismus herab, und zwar zum Mechanismus, der einen ardern Mechanisu.uS bedienen muß. Der MechanismüS von Fleisch und Betn�muß, wie wir sehen werden, täglich zwölf Stunden gleiches Tempo einhalten mit dem Mechanismus von Metall. Menschliche Muskeln urd Sehnen müssen täglich zwölf Stunden um die Wette aibeiten mit eisernen Schwung, äeern und stählernen Hebclarmcn. Und in dem furchtbaren G-iöse der Dampfwebstühle, welches Scherr, wie unfern Lesern bekannt, so crareifend geschildert hat, wo jeder Gedanke, der sich außerhalb dieses schauerlichen Einerlei flüchten will, im Lärm erstirbt, ist die Aibeit„ohne jegliche Krastansirengung", wie unser Fabrikant schreibt: „Die Weberei besieht in einem großen Saale für 200— 220 Kraftstühle mit sogenannten Shed-Dächern; sie ist hoch, hell und lustig und von Staub oder verbrauchter Atmosphäre ist nichts zu spüren; im Sommer angenehm kühl, weil mit steinernem Fuß- boden, während, sobald es kühler wird, durch Dampfrohre jeder beliebige Wärmegrad gegeben wird. Die regelmäßige Arbeitszeit ist von 6—12 und 1— 7 Uhr;, in der Zeit, wo die Tage kürzer werden und doch die Gasbeleuchtung noch nicht anzuzünden lohnt, sowie in etwas stillerer Geschäftszeit wird die Arbeitszeit früh und Abends wohl auch um 1—2 Stunden abgekürzt. Zum Mittag geht Alles auf eine Stunde nach Hause. Zum Frühstück und zur Vesper wird zwar die Maschine nicht angehalten, doch ist eS jedem Arbeiter nachgelassen, sein Brod an seinem Platze zu verzehren uns nach eigenem Gutdünken seine Stühle ganz oder theilweise stehen zu lassen. Jeder Arbeiter hat zwei Stühle zu versorgen; die Arbeit ist obtte jegliche Krastansirengung und besteht hauptsächlich im Anknüpsen der gerissenen Kelrenfäden und Ueber- wachung des geregelten Gangs der Arbeit." Ein gcmüihticheS Dasem, im Winter auf einem steinernen Fußboden, der durch Röhren jedenfalls nur kärpliä, erwärmt werden kann. �Jn den wirklichen Zuchthäusern sud hölzerne Fußböden. Aber kalte Füße, täglich 12 Stunden, kann man ja „ohne jegliche Kraftaiistrengung" haben. Unser Mustermann fährt sort: „Das Verdienst des Arbeiters schwankt je nach der Geschick lichkeit desselben von 4—5 Thlr. pro Woche; sehr gewandte Ar- beiter bringen es auch auf 6 Thlr. und darüber und uur unge- schickte Leute bleiben wohl auch unter 4 Thlr. pro Woche. Außer diesem Verdienste habe ich, um die Leute an'S Sparen zu gewöhnen, eine Fabrikfparkassc eingeführt, in welcke jeder Arbeiter am Schluß des Monats anstatt einer Lohnzulage 10 Prz. oder 3 Gr. auf jeden verdienten Thaler gutgeschrieben erhält. Sobald ca. 10 Thlr. angespart sind, kann von dtesen Spargeldern zu Hauszins und Extraausgaben erhoben werden. Mancher ordentliche Arbeiter hatte sich am Schluß de« letzten JahrcS 40 Thlr. und mchr aufgespart, die sonst unbeachtet mit verauS- gabt worden wären.— Ja Krankheitsfällen erhalten die Weber den nöthigsten Unterhalt aus der Aibeiterkrankeuhilsskasse, in welche ich die monatlichen Beiträge für alle Arbeiter bezahle." Mc k-it bei ver deS vor bie Mc Der brave Mann scheint wirklich den Hunqerlohn vstt 4 bis 5 Thalern, der in Ausnahmefällen auf 6 Thaler steigen kann, für etwas Außerordentliches zu halten! Bier bis fünf Thaler pr» Woche ist einfach für eine nur etwas zahlreich: Familie zum Leb» zu wenig, zum Sterben zu viel. DaS mag der Herr„Acbeitzeber' nur an sich selbst versuchen und er wird finden, daß wir Recht haben. Abc: er wird den Versuch nicht machen. Und wer hat denn die Herren Fabrikpascha's berufen, die Arbeiter„an'S Spare» zu gewöhnen"? Welche Brutalität und Anmaßung liegt darin, wenn der Fabrikbesitzer, nachdem er sich die Arbettskräfte„anze- kauft" und sich mit jedem Besitzer der Arbeitskraft in den Ertraz der Arbeit*)„getheilt", also sich unbezahlte, fremde Arbeit anze- eignet hat, auch noch über die Verwendung deS Lohnes, d. h. deS kärglichen Restes,»elcher dem Arbeiter von dem Ertrag seiner Arbeiter noch geblieben, zu bestimmen sich erfreckt! Derartige„Fabriksparkassen", welche die Herren Arbeitgeber „verwalten", haben nur den Zweck, einmal die Arbeiter fester in ihr Joch zu schmieden, und zum Andern, den Herren Fabrikant» ein jederzeit erhebbareS baares Kapital an die Hand zu geben. Der Arbeiter, welcher sich etwa einer Fabrikordnung, einer Lohn- reduzirunz, oder auch langer der zwangsweisen Sparerei nicht fügen will, wird seiner zwangsweise gesparten G-lder verlustig, wenn er aus der Arbeit tritt und die„Arbeitergroschen" fließen j in die weite Tasche deS„sparenden" Fabritanten. Knirschend muß sich der Arme fügen, oder seine auf dem steinernen Fußboden ia Winter schwer erworbenen Spargroschen verlieren. Und wer sagt uns denn, weffen„Extraausgaben" der Herr Fabrikant meint? Seine eignen oder die der Arbetter? Und wer kann ihn hindern, wenn er die gewaltsam„gesparten" Summ» der Fabrikspatkasse für seine eignen„Extraausgaben verwendet? Aber die Herzensergießung des„Fabrikbesitzers aus Reußen" hat auch ihren„galanten" Theil, der sich dadurch auszeichnet, daß' fttt wer gütige Fabrtkherr gleich mir der Thür- ins Hau? purzelt.! me| Er predigt: „Da das wöchentliche Verdienst von 4—5 Thlr. für ei» Frauenzimmer eigentlich zu hoch ist und die jungen Mädchen! dadurch nur zu Putz und Uebermuth verleitet werden, so hatty ich mir vorgesetzt, bloß Männer, namenttich Familienväter, zu beschäftigen. Nachdem ich aber im vorigcn Sommer die Erfahruoz machen mußte, daß die Männer den Einflüssen fremder Ägi- tatoren mehr zugänglich sind und zu StrtkeS sich leichter aufreizen lassen, habe ich mich doch enlsäilteßen müssen, auch Frau» und Mädchen mit einzustellen. ES tr.fft sich nun wohl mitituter,! daß Vater, Frau und eine oder zwei Töchter an de» Stühlen arbeiten, wodurch das Vetdienst einer solchen Familie schc reichlich werden kann.— Sonntage unv Feiertage sind von dtt ?lrbeit ganz frei. Dagegen bietet eine kleine Fa'brikbtbliothel sür 1 Pf. Lesegeld pro Woebe eine Auswahl von nützlicher und be- lehrender oder erbauender Lectüre." Wir wissen nicht, ob der Herr„Fabrikbesitzer im Reußischen auch Töchter, oder wie er sie nennt, Frauenzimmer hat. M wünschten dies, um ihm hier sagen zu können, daß dann sei« „Frauenzimmer" nicht über 2 oder höchstens 3 Thlr. die Woche ihn kosten dürfen, sonst sind sie, nach seiner eignen Defiititioa, übermüthig und putzsüchtig. Und wenn er 4 Thlr. wöchentlich für eine seiner Töchter verwendet, so ist ep es selbst, der sie z» Putz und Uebermuth verleitet, d. h. er ist, nach seiner Definitioih ein Rabenvater, der seine Töchter und„Frauenzimmer" geistig und körperlich ruinirt. Wie grausam die heutige Industrie das Weib, daS Mädchen zwingt, dem Gatten, dem Vater Concurrenz zu machen und seinen Lohn zum Sinken zu bringen, gesteht der Herr Fabrikbefttzek und Rabenvater so recht naiv ein. Damit kein Strtke ge- macht, also damit kein höherer Lohn verlangt wird, hat er Frauen und Mädchen miteingestellt. Klarer kann der Zw ck der heutigen Frauen- unv Kinderarbeit nicbt dargetegt werden- We n nun, wie der Fabriksbesitzer sagt,„Vater, Frau und ei« oder zwei Töchter an den Stühlen arbeiten", so wi d dadurch?! wie er selbst indirekt zugesteht, die Aibeitskraft des Vaters ent-i werthet. Mutter und Töchter drücken den Lohn deö Gatten und VaterS herab. Der brave Fabrikoesitzer in> Reußischen aber nennt diesen infamsten Fluch, welcher der moderne» Jndustue anhaftet,„reichliches Verdunst". Daß Sonn- und Feiertage frei sind, glaubt unser reußisch� als Baron extra bemerken zu müssen; er rühmt sich, dag„?eine' Re! Arbeiter sich nicht auch an Sonn- und Feiertagen abrackern inuift» Bl> und gesteht noch ein, daß er„seinen" Arbeitern mittelst cinck gep „Bibliothek", die wahrscheinlich frommen Trakcätch n Schund u»�»us „christliche EtbanungSbiicher" zum Vertreiben des Hungers eitb geg hält, wöchentlich 1 Pfennig abnimmt. Sd Soweit die Schilderung eines industriellen Zuchthauses. Ä«'«t Johannes Scherr in seiner Beschreibung der Züricher Dam?! webanstalt übergangen, hat der„Fabrikbesitzer im Reußischen" g'' tteulich nachgeholt. Der Reußc schließt:„Würden die Leute durch die sozialde«»' kratischen Umtriebe nicht so systematisch zur Unzufriedenheit fa»*1 bettet, sie hätten alle Ursache, zufrieden zu sein." Rachdem der„Fabrikbesitzer aus Reußen" selbst gezeigt Uch daß seine Arbeiter alle Ursache haben, nicht zufrieden zu sei� dor schiebt er die Schuld an deren Unzufriedenheit ans die Sozial- lvet demokraten. Gemach, werthcster„Rabenvater!" Die Unzufriede« lan heit besorgen Sie selbst, besser, als wir je könnten; Sie si»- Vet der rührige Agitator, der diese Unzufriedenheit hervorgebrach'' hj� selbst gewesen.. f« Es ist ja Sitte bei dem industriellen Muckerthum, die Heuchen nat und Verdrehung in der Art zu treiben, daß man absichtlich Persone" dex mit den Verhältnissen und umgekehrt verwechselt.»ur Wir vermissen nur einige fromme Phrasen im Munde ve> gelo „Fabrikbesitzers im Reußischen", die ja sonstwer„Concordia" � geläufig sind. Aber in der Hauptsache sind wir am Ziel: Dss Hat reußische Fabrikbesitzer hat durch die Schilderung seiner F� torn den Beweis für die Richtigkeit deS Ausspruches eines Bourgeois Inj Oekonomen erbracht, den B-wecs, daß der„rechtliche AtbetW/ Gel ftmalS in einer Lage sich befindet, in welcher er dea Zuchtha"� Oer! sträfling beneiden muß! Und daS ist unS genug! �ef •) In diesem Fall läßt sich wohl von einem„Ertraz der Arbeit"� � Ein;elnen reden, da ja das Gante in den Rahmen der beutcgeu 4' �' duktwnswetse fällt, während selbstverständlich in einer kommunist»� Gesellschaft beim„Ertrag der Arbeit" nur die gesammte, die gejellfch««>a> liche Arbeit m's Auge gefaßt werden dürfte.______£fet A«sruf zum Gewcrkschastskougretz. � Gewervgenossen!__ �...... Aach � biet ScI der sich ma Mi kun bur wu am wir be, -rg' kett gar hal best bvt glci Bt. wie g-h Daß der Unionskongreß in Magdeburg stattfindet, ist � �i bereits bekannt; Eure Pflicht ist es nunmehr, Euch durch£" große Zahl Delegirter vertreten zu lassep. bar Die Vorversammlung beginnt sm Sonnabend den 23. Mai, Nachmittags 4 Uhr, in der Tonhalle auf dem großen Werder. Die Delegirten werden gebeten, den Tag ihrer Aukanft baldigst «m Unterzeichneten mitzutheilen, damit für Quartiere gesorgt werden kann. Das EmpfangScomit6 ist auf den Bahnhöfen an rochen Schleifen erkenntlich. Magdeburg, 9. Mai 1874. Mit Gruß und Handschlag W. Klees, Neue Weg 14. Gewerksqenossenschaftliches» Verein der Sattler nnd verwandten Berufsgenossen. jSerlin, 10. Mai. In der letzten geschlosienen Mitglieder- Versammlung, die sehr zahlreich besucht war, wurde unser Vereins- kassirer W. Wirths als Vertreter des Vereins zum Unionscongreß nach Magdeburg gewählt. Zugleich wurde aus Antrag Auers be- schlössen, die Generalversammlung vorläufig bis auf Weiteres zu vertagen und es dem Vorstande anheimzugeben, ob und wann für dieses Jahr die Generalversammlung stattfinden soll. Mit Gruß und Handschlag P. Strasser, Vorfitzender, Marienstr. Nr. 7. Gewerksgenossenschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Hand arbciter. ßhemnih, 10. Mai. Anschließend an den Aufruf deS Vor- orts in Nr. S4 dieses Blattes, erlaubt sich unterzeichnetes Lokal comit6, nochmals alle Corporationen zu recht zahlreicher Theilnahme einzuladen, alle ankommenden Delegirten resp. GewerkSgenossen werden uns herzlich willkommen sein, und werden wir suchen, den- selben den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. An- Meldungen von Delegirten sind zu richten nicht an Fr. I. Wendler, wie in Nr. S4 d. Bl. zu lesen, sondern an Richard Eyfert, Obere Hainstraße Nr. 7, 1 Treppe. Die ankommenden Delegirten werden durch Mitglieder deS Lokalcomil�'S auf dem Bahnhof in Empfang genommen, dieselben sind an grünen Schleifen kenntlich und werden sich dieselben im Warte alon dritter Klasse aushalten. DaS Sitzungslokal des Lokal- comttö's befindet sich Sonnabend, den 23. Mai, Nachmittags in Strellers Restauration, Färberfiraße Nr. 10. DaS Lokalcomitö zu Chemnitz. Roberi Streller, Vors. Richardt Eifert, Schriftf. Was' mxi' r Correjpondenzen» Leip'.ig. Am Sonntag, den 10. Mai, referirte Ramm in Markrae stedt vor zahlreich besuchter Versammlung über die Thätig- keit des Reichstags mit gutem Erfolg. In Lindenau hielt Hadlich bei dem leider nur schwach besuchten Stistungfest des Gemeinde Vereins anstatt der Festrede, welche nach dem neuesten Beschluß des betnffeuden GcrichtSamts erst dem Amtmann im Manusenpt vorgelegt werden soll, eine kurze Ansprache, wobei er betonte, daß die Frauen nicht versäumen möchten, das ernste Streben der Männer durck ihre Theilnahme zu unterstützen. Htiesu, 10. Mai. Die sozialdemokratische Bewegung gewinnt hier ragtäglich mehr Raum und hat den Gegnern schon solchen Schrect eingejagt, daß das hiesige Gerichtsamt die Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiterpartei schon aufgelöst hat, ehe- sie sich nur constituirt hatte. Darauf schickte der Herr Gericktsamt- mann eine Liste in den Fabriken umher, damit die„aufgelösten" Mitglieder schriftlich ihr Einverständniß mit der„Auflösung" bc künden sollten. Diese kuriose Zumuthung, welche zeigt, welcher bureaukratischen So: derbarketten man in Sachsen noch sähig ist, wurde natürlich mit Hohn zurückgewiesen, wogegen daö GericktS- amt seibstvei ständlich auch gar nichts machen kann. Heute hatten wir eine Volksversammlung in den Saal deö Schützenhauses ein- bAufen, die gut besucht war. Nachdem das Bureau gewählt, ergriff Parteigenosse BioS aus Leipzig daS Wort, um die Thäng- keit des Reichstages einer allerdings für polizeiliche Ohren nicht ganz angenehmen K'itik zu unterziehen. Derselbe hatte etwa eiue halbe Stunde gesprochen, als ein Individuum, das sich vorher als„Pclizeibeamter" eingeführt halte, plötzlich aufsprang und dem Nedner das Wort entziehen wollte, weil er„aufgereizt" habe. Blos soiderte den„Beamten", welcher auf der Polizei sonst als gewöhnliches Schreiberlein fungirt und Expedient genannt wird, aus, ihm doch den Paragraphen deS Sirafgesetzbuches zu nennen, gegen welchen er verstoßen habe. Das Schreiberlein, welches vom Strafgesetzbuch so viel ve> stehen mochte wie ein Nachtwächter vom Lautensch tagen, sah sich in einer Klemme, aus welcher es sich nur befreien konnte, indem es, wie Alexander, den gordischen Knoten durchhieb, d. h. die Versammlung für aufgelöst erklärte uud zu- gleich sich eilig aus dem Staube machte, so eilig, daß es sogar sein Vier im Siichc ließ. Daß dieS aus Uebcrfluß an Conragemangel, wie vielfach verlautete, geschah, können wir nicht behaupten. Un- geheure Heiterkeit seitens der versammelten Arbeiter folgte natür stch dieser StaatSretterei, welche würdig ist, in der Stadtchronrk von Schilba als„kulturhistorisches Ereigniß" eingetragen zu werden. Hinter dem flüchtigen Staatsretter her erklang das be- kannte Arbeiterlied und in eiue aufgelegte Liste für einen neuen verein zeichneten sich 48 Mann ein, ein Beweis, wie sehr die hiesigen Arbeiter das Bedürfniß nach Vereinigung fühlen. Und Ne werden sich vereinigen, trotz der Polizei und aller ihrer Machi- Nationen, das wag sich jener hießge Bourgeois gesagt sein lassen, der in protzenhaftem Dünkel geäußert hat, ein Arveiterverein dürfe »um keinen PreiS" zu Stande kommen. Der Mann soll sich übel getäuscht haben. Apolda. Wie alljährlich, so fand auch dieses Jahr im Mo- Nat März in hiesiger Stadt die Militärkontrole statt. Dieselbe wurde von dem Lieutenant v. Buttlar vom 5. Thüringischen Infanterie- Regiment abgehalten, und wir können nicht umhin, daS Gebühren dieses Junkers an die Oeffentlichkett zu ziehen, weläes berselbe— wahrscheinlich in der Absicht, etwas angehängt zu be- •vtnmen— an diesem Tage den hier versammelten Militärs zum Vesten gab. Der Herr Lieutenant redete den Militärs ins Ge- b>iss-n von wegen der verhaßten Sozialdemokratie. Kurze Zett boiher hatte in Allstedt eine Volksversammlung stattgefunden, in Welcher die Prinzipien der Sozialdemokratie klargelegt worden b>a,en und das Geschick hatte es g-wollt, daß unser arbeitssam- Lieutenant Buttlar auch dort comroliren mußte, und hatte er bei bieser Gelegenheit das Ungeheuerlichste über diese Versammlung, von ttinen Gelreuen«fahren. Gefahr für Kaiser und Reich witternd, kam er nun hierher und begann seine Rede, indem er die Sozial- Demokraten als bleichaucsehende, kranke, schwache, mit unstetem Vlick faullenzende, mit dem Erbfeind verbundene, gegen Kaiser "ud Reich wühlende, mit krankem Gehirn versehene Umstürzler �vtite, und sein Bedauern dahin aussprach, daß es sogar unter den Reservisten und Landwehrleuten Sozialdemokraten gebe»nd diese darüber nicht einmal zu bestrafen wären. Er empfehle deS- halb den Beschluß des Allstedter KciezeroereinS, der da lautet: „Um den Hetzereien und Wühlereien der Sozialdemokraten ein Ende zu machen, müssen sämmtliche Kriegervereine von Znt zu Zeit patriotische Versammlungen abhalten". Fürchterlich! Und man würde das„Grußeln" nicht los, wenn man nicht wüßte, daß auch bei dem Lieutenant Buttlar, wie bei vielen andern, das Gegentheil von Gescheidheit vorherrschend wäre. Wenn der Lieutenant das bleiche Aussehen herausgreift, so wundert uns das sehr wenig, indem derselbe wahrscheinlich noch nicht in der Verlegenheit war, von der Arbeit und von Nahrungssorgen bleich zu werden, und seine Nahrung auf alle Fälle ein: solche sein wird, welche eher einen kupferrothen als bleichen Anstrich gewährt. Das Faul- lenzen stellt er als Ursache des Bleichwerdens hin, wovon auch gleichzeitig der„unstete Blick" herkäme. Ja, ja, Herr Lieutenant, Sie sind ein G:nie! und wissen es noch gar nicht! Kaiser und Reich kann stolz sein auf solch germanischen Nachwuchs! Denn das Sie darüber, ob Faullenzer oder nicht, ein so gesundes Ur- theil abgeben können, beweist, daß Sie die Faullenzerei gründlich studirt zu haben scheinen und es vielleicht schon bis zum Ehren- mitgliede des„Faullenzerklubs" gebracht haben, und deshalb Ihr „gesundes Hirn". Wir sind Ihnen sehr dankbar dafür und ob- gleich bleich aussehend, haben wir eine kräftige, schwielige Hand, mit welcher wir Ihnen jetzt schon im Geiste die Wange streicheln! Zu wünschen wäre es, wenn Sie von Zeit zu Zeit bei pa- triotlschen Festen hierher kämen und„losgingen". Sie würden auch hier Gesinnungsgenossen finden, unter andern den 1. Bor- sitzenden des Kriegexvereins, Konditor Hahn, der ja schon Un- glaubliches gegen die Sozialdemokraten geleistet hat; und Ihre „Licutenantsrede" mit der„Konditorrede" vermischt, könnte allent- halbe» als Radikal-Brechmittel empfohlen werden. Wie viele Reservisten gab es doch, welchen Ihre Ausführungen zum Ekel waren, weil der größte Theil von diesen begriffen hat, daß die bestehenden Verdältnisse ungesunde sind und daß sie als gebundenes Werkzeug und Maschine sich den„knlturstaatlichen" Gesetzen fügen müssen! Ob nur diese Ermahnung hierher gehört, riefen gar Viele, wir müssen doch wissen, wo uns der Schuh"drückt und Aehnliwes mehr. Euck Allsiedlsr Parteigenossen empfehlen wir dieses Offizierchen zur Berücksichtigung; wo er uns angreift, soll er aufmalschiren, der Name Buttlar muß in eines Jeden Tagebuch stehen. Mit sozialdemokratischem Gruß C. A. Reichclt. Wudokstadt. Die Gewerkschaften und die Gewerk- «ereine. Entgegnung auf den in Nr. 93 deS„Wochenblatt" mit der Ueberschrift:„Die Sozialdemokratie und die Gewerk- vereine" erschienenen Artikel. Genannter Artikel beginnt wie folgt: „Das Organ der Lassalleaner betonte jüngst die E scheinung. daß die Mitglieder der Gewerkoereine, wie sie in den letzten Jahren überall nach englischem Vorbilde entstanden sind, nur als Rekruten für die Gewerkoereine zu betrachten seien."(Nach des Berfassels Ansicht sind die Mitglieder der Gewerkoereine Rekruten für die Gewerkvereine! Führwadr ein schönes Cvmpliment! Doch der Verfasser spricht ja vom Organ der Lassalleaner und meint demnach •cn Allgemeinen demschen Arbeiterverein und vielleicht auch die Gewerkschaften.) Weiler heißt es:„In der Tyat sind in der jüngsten Zeit mehlfach Ereignisse vorgekommen, denen zufolge man annehmen könnte, daß jener Ausspruch wahr sei. Es ist mehr wie in einem Sozialoereine zu Tage getreten, daß sich soz alistische Elemente eingedrängt hatten, die durch geschickte Manipulationen die Oberhand gewannen und deu ganzen Verein in das sozialistische Lager, wenn nicht schon hinübergezogen haben, so doch sicher noch hinüberziehen werden." Nichts ist sicherer als dieses, nämlich, daß die Gewerkoereine nach uud nach zu den Gewerkschaften übertreten, und ich verdenke es denselben durchaus nicht, wenn sie sich nicht länger am Narrenseil herumführen lassen. Die Gewerkvereinler haben gegenüber den Gewerkschaften sehr hohe Beiiräze zuzahlen und verhältnißmäßig geringen Nutzen und fast keinen Schutz. Folgende Abrechnung wird dies am schlagendsten beweisen: Osft- ziellcr Bericht des Geueralraths der Porzellan- und verwandten Arbeit. r in Nr. 30 des„Sprechsaal"(Jahrg. 73). Nach diesem Bericht beträgt zum Beispiel gegenüber einer Ouartaleinnahme von 194 Thlr. 14 Gr. 5 Pf. die Ausgabe für die gleiche Zeitdauer 125 Thlr. 18 Gr. 9 Pf. und zwar nur an Gehalt für Beamte, Agitations-, Verbands- und einige andere Steuern. Wo bleiben da die Groschen der Arbeiter, wenn schon zwei Oritcheile aller Einnahmen verausgabt werden, ohne dem eigentlichen Zwecke des Gewerkvereins gedient zu haben? Wenn allein der Gehalt des Sccreiärs 46 Thlr., der des Schatzmeisters 16 Thlr., Entschädi- für Generalrathssitzunzen 10 Thlr. 5 Gr., Vertretung in Rechtssache 8 Thlr., Restbettrag zur Agitation, Porto, guug einer,,.,,,________, u � Bureaubedarf und wie die schönen Sächelchen alle heifien, in Summa 126 Thlr. 18 Gr. 9 Pf. ausmachen. Was bleibt dann für die Arbeiter? doch wohl daS leere Nachsehen.— Da war wohl Grund genug für daS Organ„Sprechsaal" und Anhänger voihanden, dem Dr. Max Hirsch Valet zu sagen. Die es selbe Organ, der„Spicchsaal", schreibt wöitlich über jene Heldentbaten, wie die Arbeiter um ihr sauer erworbenes Geld kommen.„Oder wäre ein solches Verfahren, durch welches der arme Arbeiter um feine sauer verdienten Groschen geprellt wird, etwa moralischer Natur, oder nicht viel treffender als moderne Bauernfängerei zu bezeichnen, welche vor die Schranken des Richters gehört? Pfui über Alle, die unter der gleißuerischen Larve ehrlicher Mänuer, oder, was noch mehr sagen will, unter der von Volksbcglückern solchen Unfug treiben." Man steht also, daß den Gewerkoereinlern die Augen aufgegangen sind. DaS ist aber noch nicht Alles, die neueste Zeit hat deS Interessanten noch mehr zu Tage gefördert, was geeignet sein dürfte, die Arbeiter aufzutlären, wozu die Ge- werkvereine eigentlich dienen. Wir lesen:„Berlin, d. 1. April 1874. Am Dienstag Vormittag empfing der Handelsuiiiiister Dr. Achenbach die auS den Herren Andreak, Landgraf, Janson und Rabe bestehende Deputation des Centralrarhs der deutschen Gewerkoereine, welche eine Sludienz beim Herrn Minister nachgesucht halte, um in Betreff der von einzelnen Verwaltungsbehörden gegen die Kranken- und Uuterstützungskassen in letzter Zeit beobachtete Hal- tung der Regierung Aufklärung za erbitten." An sich ist das zwar nichts unreckteS, aber der Sprecher der Deputatisn, Herr Andreak, sagte unter Anderm:„Die Kassen seien für die Gewerkvereine gewissermaßen Existenzbedingungen und das wnksamste Mtttel, der Sozialdemokratie entgegenzuwirken." Die Kassen der Gewerkoereine zur Bekämpfung der Sozialdemokratie! die Gewerkoereine als freiwillige Polizei empfohlen! Wenn sich Führer der Gewerkoereine die Gunst der Regierenden zu erkaufen streben, dann hat man nicht nöthiz, sich über den Abfall deS ganzen Vereins zu beklagen. Die Arbeiter besitzen eben Ehrgefühl! Herr Verfasser! Solche Beleidigung können sich ehrenwerthe Leute nicht gefallen lassen! Ihr übriges Geschreibe will ich bis dahin, wo es heißt:„Die Gewerkoereine verfolgen ausschließlich wirthschaftliche Ziele und halten sich von der Politik ganz fern", unberückfichitzt lassen, Sie meinen, Herr Verfasser, die Gewerkoereine treiben keine Politik! Die Gewerkschaften aber erst recht keine. Daß aber erstere Politik treiben, wenn sie zur Bekämpfung der Sozialdemokratie bereit sind, ist wohl glänzend erwiesen, und zwar eine des Arbeiters unwür- digc Politik! Ihr Groll richtet sich nicht allein gegen die Mit- glieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins und der sozial- demokratische» Arbeiterpartei, sondern speziell gegen deren Gewerk- schaften, weil in diese die G-w-rko-reinler eingetreten sind. Und wenn Sie dann weiter von einer stillen(müßte heißen lichtscheues Thatizkeit sprechen, die dem Ehrgeiz keine Nahrung bietet, so be° weisen Sie damit nnr, daß Sie mit Jqrem Latein zu Ende sind. Alle diejenigen Agitatoren, welche für Verbreitung der Gewerk- schaften thätig sind, kennen Ehrgeiz nur dem Namen nach, desto- mehr aber Mannerstolz vor Königsthronen! ES sind dies zumeist Leute, welche selbst in sehr gevrickten Verhältnissen leben, welche die bittere Roth deS Arbeiterstandes aus eigner Erfahrung kennen, und von Solchen dürfen Sie wohl Ehrgefühl, aber keinen Ehrgeiz erwarten. Das jene Führer aber der von Ihnen vertheidigteu Gewerkoereine eine ganz gehörige Portion Ehrgeiz besitze», dafür bürgt die oben erwähnte Thatsache. Im Anschluß an dieses theile ich den Parteigenossen mit, daß ich mit vieler Mühe endlich eine Mitgliedschaft, bestehend auS 7 Mann, zuwege gebracht habe, und hoffe ich mit Gewißheit, bessere Erfolge zu erzielen. Wenn mau bedenkt, daß hier zwei Hirsch-Dunckersche Gewerkoereine existiren und zwei Wurstpapier- fabrikanten thätig sind— liberale Schreihälse nicht gerechnet— und ich allein, ohne Beihülfe der wenigen hier vertretenen Gessn- nungsgenossen, wirken muß, so ist es begreiflich, wenn meinerseits noch nicht mehr geschehen konnte. Vor Verlauf von 3—4 Mo- naten kann hier keine Volksoersamminnz gehalten werden. Ich könnte dann sicher darauf rechnen, daß die hiesigen Fabrikanten schon wegen des schlechten Geschäftsgangs die Arbeiter entlassen würden. Den Pößnecker Parteigenossen zur Notiz, daß wir hierdurch unseren Anschluß an die dortige Mitgliedschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Haudarbeiter- Gewerkschaft erklären, bis wir selbst stark genug sind, die Verwaltung zu führen. Gelder werden vor Ende dieses Monats eingesandt. Nchmt Euch der Mitgliedschaft an, da ich meine Haft in Bälde antrete. Mit sozialdemokratischem Gruß M. Schulze. Weuitingen. Sonntag, den 12. April, fand hier eine Volks- Versammlung statt mit der Tagesordnung:„Das Contraktbruch- gesetz und die Gewerbeschiedszerichts-Vorlage im deutschen Reichs- tag." Als R s-rent war Karl Hillmann aus Stuttgart erschienen und war die Versammlung über Erwarten gut besucht. Redner behandelte in einem gediegenen Vortrage eingehend die wichtizsieu Paragraphen der Gesetzesvorlaze und zeigte unter Hinweis auf die Bestimmungen der Gew rbeordnunz von 1869, was die deutsche Reziciurg unter freiheitlichen Einrichtungen und Gesetzen besonder? für die Arbeiter verstehe. Redner prophzeitzte, daß die Majorität des Reichstags auch dieses Gesetz in seinen Hauptpunkten an- - ehmea werde. Sodann ging Reoner auf die N.'thwendigkeit der Organisation der Arbeiter üver und forderte schließlich zum Pro- teste gegen solche Gesetze ans, welcher von der Versammlung auch einstimmig angenommen wurde. Bei dieser Versammlung haben wir hier auch wieder ersabren, von welchem Interesse für den A'beiterstand ein eigenes Blatt ist. Sosuchte der hiesige Anzeige- blatichenredacteur die Versammlung unmöglich zu machen, indem er die Ausnahme einer Annonce mit kurzen Worten zurückwies. Wir empfehlen daher den Genossen Württemberg», für die Aus- dreitung der Albeiterorgane kräftigst zu wirken und besonders nebe« dem„Volksstaat" auch für die„Süss. Voltszeituag", als dem alleinigen O-gan der Arbeiter Württembergs zu agiliren uud überall, wo es einigermaßen möglich erscheint, Filialexpcditionen zu errichren oder d ch zahlreich auf der Post zu abonniren uno so deren Leser- k-eis zu erweitern suchen, damit dem Bestreben der größten Zahl unserer Lokalblättchea, die Arbeiter mundtodt zu machen, entschiedeu und erfolgreich Emhalt gethan werden kann. Mit sozialdemokratischem Gruß der Vertrauensmann Walz. ZSärFurg, 6. Mai. Eine hübsche Probe militärischer Bil- düng lieferte uns kürzlich eine Abtheilnng Unterofsiziere des hier gacnisonirenden 2. Trainbataillons. Genannte Herren beehrte» einige Mal unser Parteilokal(Cafv Vollmnth) mit ihrer Anwesen- yeit und ergingen sich da in Zoten und Spottliedern der gemeinsten Art. Am 2. Mai hatten wir daS Vergnügen, diese Vaterlands- vertheidiger wieder bei uns zu sehen; doch an diesem Abend er- reichten ihre Militärtugeadea den höchsten Grad. Veranlassung war die gewiß unschulsige Büste von Ferdinand Laffalle. Emer dieser Wüihriche konnte seine Kriegerluft nicht anders an deu Tag legen, als baß er mit blankem Sasel eine Mütze, welche auf dem Kopfe genannter Büste angebracht ist, mit außergewöhnlicher Fecht- knnst zur Belustigung seiner allerliebsten Herrn Collegen herunter zu hauen versuchte; von einen der anwesenden Parteigenossen auf- meiksam gemacht, daß solches Gebahrcn sich nicht gezieme, und besonders da benannte Büste Eigenlhum einer Gesellschaft sei und nicht Spielzeug für Unteroffiziere— da mit einem Male platzten die Helden mit einer Heftigkeit los, daß man wirklich glaubte, man sei unter einer Heerde fanatischer Wilden. Was wollen diese lumpigen Sozialdemokraten? schrie der Säbelhelv, hinaus mit ihnen, und daß eS schnell geht, zum Fenster hinaus! wir streite» für Gott, König und Vaterland, Civil ist das fünfte Rad am Wagen, wenn solche Lumpenhunde richtige. Arbeiter wären, dann hätten sie auch genug zum Leben und hätten nicht nöthig, Sozial- oemokraten zu sein! Blut! Blut! Blur! u. s. w.� Die anwesenden Parteimitglieder blieben jedoch ruhig auf ihren Plätzen und harrteu festen Blicks der Dinge, die da kommen sollten. Nun war die Sachlage eine andere, die Sozialdemokraten flogen nicht ohne Weiteres zum Fenster hinaus, und einer dieser gewaltigen Henu hatte denn doch- noch so viel Anstand, sciue Marskollegen aufzu- fordern, da» Lokal zu verlassen, was denn auch mir Zurücklassung von einigen Säbelhieben auf Tisch und Bänke geschah.— Gewitz auch ein Zeichen von so vielen im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte, welch' ungeheure Fortschritte die militärisch: Bildung bereits gemacht bat. M. Weckesser. Iferfee. Es dürste nicht uninteressant sein, Einiges aus dem Krauie'schen Fabriketablissement in Piers« an die Oeffemlichkeit zu bringen. Es besteht uam ich seit einigen Jahren das Mißverhält- niß, daß durch schlechtes Material der Lohn für einen Weber auf drei Stühlen im Durchschnitt in 12 Arbeitstagen 8 bis 12 st., und auf 2 Stühlen 6 bis 10 st. beträgt; es kommt jedoch aller- dingS vor, daß einzelne Begünstigte mehr verdienen, um mit den- selben Propaganda für Zuzug machen zu können. Ja Bezug auf dft Fabrikordnung wäre unter Auderm besonders hervorzuheben, daß jedem Arbeiter eine zweiwöchentliche Probezeit gegönnt ist, daß aber nach Ablauf derselben er verpflichtet ist, 12 Wochen zu ar- betten und danu eine Aufküadignngssrist von 4 Wochen einzu- halten, während e» dem Fairikpascha freisteht, denselben jederzeit wegen fehlerhaster Arbeit zu entlasten, und wie leicht ist ein solcher Vorwand zu finden? Z V dieser Fabrikordnung bestimmt, daß die Arbeitszeit durch Anschlagzettel bekannt gemachr wird, während doch in jeder Fabrik in AugSburg und Umgebung die Arbeitszeit von Morgens 6 Uhr bis AbendS 7 Uhr festgesetzt ist. Ungehorsam gegen Borgesetzte soll stets bestraft werden. Schließlich ist die höchst menschenfreundliche Bestimmung getroffen, daß der Arbeiter wegen Widersrenstigkeit(und was ist bei diesen modernen Sklaven- Haltern und ihren Trabanten nicht alles Widerspenstigkeit?) ent- lassen werden kann und derselbe obendrein in einem solchen Falle eine Einbuße in Bezug aus seinen ILtägigen Lohn sowohl als aus seinen Ktägigen erstwöchentlichen Rückstand erleidet.— Ein alter griechischer Sklavenhalter antwortete aus die Frage, warum er seinen Sklaven auf einen Gruß danke:„Ich will nicht unhöflicher sein als meine Sklaven," woran sich Herr Kraus ein Beispiel nehmen kann, indem derselbe bei einem Gruß seiner Arbeiter ver- ächtlich auf die Seite sieht. "Aforzheim, 21. April. Das waren drei„lebendige" Tage für die Arbeiterbewegung am hiesigen Platze.— Samstag sollte Arbeiterversawmlung sein und Herr Kayser, der auf der Durchreise hier war, in derselben referiren; Tagesordnung war: 1) das Eon- traktbruch-, das Militär- und das Preßgesetz; 2) die Auflösung der Versammlung vom 14. d. Mts.— Aber der Einberuser denkt und— daS Bezirksamt lenkt. Freitag wurden die Plakate af- fichirt und kurz darauf erhielt der Vertrauensmann der sozial- demokratischen Arbeiterpartei als Einberufer nachfolgende«, als Muster im Periodenbau zu betrachtendes Schriftstück: „Großherzogliches Bezirksamt. Pforzheim, den 17. April 1L74. Abhaltungen von Versammlungen betr. Dem Ver- trauenSmann der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Gold- arbeiter Friedrich Petri dahier, wird eröffnet, daß die Ab- Haltung der auf Samstag den 18. April, Abend« halb 8 Uhr in die Renz'sche GlaShallc einberufene Arbeitervcr- fammlung, da nach den Vorkommnissen vom Abend des 14. l. M. Grund zur Annahme vorliegt, daß diese Ver- sammlung zu Ordnungswidrigkeiten und GesetzeSüber- tretungen führen werde, auf Grund des§ 11 des Vereins- gesetzes verboten wird. Lewald. An den Goldarbeiter Friedrich Petri hier." Wir legten sofort Beschwerde ein und ein mit dem Vertrauens- manu.aufgenommenes kurzes Protokoll und eine lange Eingabe deS Bezirksamtes kamen gleichzeitig in Karlsruhe an. Der Ver- trauenSmann hatte einen Bevollmächtigten zum Ministerium ent- fandt. ES half aber nichts, das Verbot wurde in zweiter Instanz bestätigt und bleibt uns jetzt nur noch der Appell an den Ver- waltungSgerichtshof Übrig, der auch erfolgen wird. Aber die Ver- sammlung war unmöglich gemacht. Die Leute strömten zwar herbei(da« Verbot war vielen noch nicht bekannt), aber 6 bis 8 Polizisten„verhinderten die Eröffnung", an die übrigen« gar Niewand mehr dachte. Am selben Abend fand jedoch die all- wöchentliche Parteiversawmlung statt. Zufällig waren diesmal so viel Gäste anwesend, daß das nur kleine Lokal zum Erdrücken voll war und wohl 180 Personen fassen mußte. Herr Kaiser gab eine sozialpolitische Wochenrundschau, die mit dem größten Beifall aufgenommen wurde. Nachdem noch mehrere Redner ge- sprachen und zum Beitritt in die Partei aufforderten, meldeten sich 23 neue Kämpfer für unsere gemeinsame Sache.— Die Ver sammlung schloß, aber im geselligen Vereine blieben alle noch bei- sammen und die begeisterte Stimmung drückte sich im Absingen von Arbeiterliedern aus. An freiwilligen Beiträgen gingen an diesem Abende über neun Gulden ein. Sonntag fand ein allgemeiner Ausflug nach dem benachbarten Dorfe Birkcufeld(Württemberg) statt. Von hier waren ca. 100 Personen ausgezogen und auch in Brötzingen(zwischen hier und Birken fetd) schloffen sich uns Viele an. Die Birkenfelder Gold- schmiede waren fast alle anwesend, der ziemlich große Saal über- füllt. Ter Birkenfelder Gesangverein eröffnete den Reigen mit einem recht präcis vorgetragenen Liede. Hierauf nahm Herr Löben- berg daS Wort, um in ü ästiger Rede den 1. und 2. Abschnitt des Eisenacher Programms zu erläutern. Stürmischer Beifall lohnte seinem gelungenen Vortrag. Ale>ma!S intonirte der Gesangverein eine Piere, diesmal das gewiß passende„Brüder reicht die Hand zum Bunde". Tarnach übernahm Herr Kaiser die Er- läuterung US 3. Abschnittes dcsstlben Programms, was ihm in einstündiger Rede auch vollkommen gelang und wurde ihm eben- falls rauschender Beifall zu Theil, von dem auch schon seine Rede oft unterbrochen worden war. Es wechselte nun das Wort mit dem Liede und die wackeren Sänger von Birkenfeld erwarten sich den größten Tank und die Anerkennung aller Anwesenden.— Eine Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Partei wurde ge- gründet. Montag früh prangten bereits neue Plakate an den Straßen ecken und luden wieder zur Versammlung in dasselbe Lokal, wie Samstag, ein. Noch war der Kleister nicht trocken geworden, wurde uns schon wieder ein Verbot milgeiheilt. DaS hinderte je- doch nicht, daß um 12 Uhr abermals neue Plakate erschienen, durch welche die Metallarbeitergewerkichaft zu einer Versammlung einlud. Hierauf kam nachstehender Bescheid: „Die Abhaltung der öffentlichen Versammlung betreffend. Beschluß. Dem Bevollmächtigten(???) de« Vertrauens- manne« der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Redakteur Löwenberg hrer, wird eröffnet, daß die Abhaltung der auf heute, Montag, den 2v. d. M. AbendS 5 Uhr in der Rcnz'schen GlaShalle einberuser en Arbeiterversammlung, da nach den Vorkommnissen vom Abend de« 14. d. M. Grund zur Arv ahme vorliegt, daß diese Versammlung zu Ordnungswidrigkeiten und Gesetzesübertretungen führen werde, auf Grund de«§ 11 deS Vereinsgesetze« verboten wird. Die von der Metallarbeitergrweikschaft einberufene Arbeiter- verfammlung ist gestattet. Pforzheim, den 20. April 1874. GroßherzoglicheS Bezirksamt. IooS. An den Bcvoll- mächtigten(???) de« Vertrauensmannes der sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei, Herrn Redakteur Löwenberg hier. Also endlich!— Die Versammlung fand statt, von ungefähr 500 Personen besucht. Der Bevollmächtigte der Metallarbeiter, Herr Lenz, eröffneie dieselbe; zum Vorsttzer ben wurde Herr Löben- berg, zum E christsührer Herr Karl Fix gewählt. Ucber den ersten Punkt der Tagesordnung:„Die Thätigkeit des deutschen Reicks- tage«" referirte Herr Kaiser. Er gab ein NarcS Bild über dieselbe, nameutlich auch über das Contraktbruch-, das Militär- und das Preßgesetz. Sehr oft unterbrach ihn lauter Beifall. Schließlich beantragte er Annahme nackstehender Resolution, die einstimmig erfolgte.— Der Herr Referent hatte sich die Neigung der Zuhörer im Sturm erobert durch seinen klaren und überzeugenden Vortrag und die scharfe, aber verständige Kritik der bestehenden Verhält- niffe. Die angenommene Resolution lautet: „Die Versammlung erklärt daS Militärgesetz für ver- derblich und steht in der Annahme des K 1 auf 7 Jahre einen siebenjährigen Absolutismus, weiter erklärt die Ver- sammlung da« Contraktbruchgesetz als ein Ausnahmegesetz gegen die Arbeiterklasse, nur zu dem Zwecke geschaffen� die Arbeiter zu verhindern, bessere Lohn- und Arbeit«; Übe- dingungen zu erreichen. In der Einführung von Arbeits- büchern sieht die Versammlung Conduitlisten für den Ar- beiterstand. DaS Bureau wird beauftraft, die Resolution dem deutschen Reichstag zu übermitteln." Zum zweiten Punkte:„Gewerkschaftliches" sprach Herr Leh- mann, der sich über die Organisation der einzelnen Gcwerke ver- breitet und nach einem kurzen Berickt über den Metallarbeiter Congreß zur Theilnahme an den bestehenden Vereinen und zur Neugründung im Bcdürfnißfalle auffordert. Unter lebhaftestem Beifall verläßt Redner die Tribüne.— Da sich Niemand mehr zum Worte meldet, schließt der Vorsitzende die Versammlung, welche, trotz zahlreich anwesender Polizei, ganz ordnungsmäßig vor sich gegangen war. Ursprünglich wollte Herr Kaiser uns schon am Sonntag ver- lassen, daher nur am Samstag sprechen. Das Verbot der Be- Hörde brachte un« also drei gut besuchte Versammlungen, 23 Mit- gliedcr hier und eine neue Mitgliedschaft in Birkenfeld ein, worüber wir hier dankend quittiren. E« wurden auch zweckmäßige Beschlüsse behufs Förderung des GewerkschastSwesen« gefaßt, von denen eine heilsame Eutwickelung «nserer lokalen Bewegung zu erwarten steht. („Genossenschafter.") Hmünd.(Unliebsam verspätet.) Am 28. April referirte Herr Max Kayser über„die Gesetzgebung des jetzigen Reichstags" in einer ziemlich gut besuchten Volksversammlung. Redner beleuchtete und kritisirte in scharfen Worten die Thätigkeit des Reichstags. Besonders scharf tadelte derselbe, daß die Vertreter des Volkes, statt die Rechte desselben zu wahren und zu schützen, eins nach dem andern preisgeben, so hauptsächlich beim Miliiärgesetz, bei welchem sich der Reichstag für die ganze Dauer seines Bestehens, ja sogar für die ganze dritte Legislaturperiode und noch ein Jahr in die vierte hinein mundtodt machte und auf diese Weise das Volk des Rechtes beraubte, bei der Berathung und Feststellung des Budgets mitzusprechen. Wie ferner daS Preßgesetz speziell für Süddeutich- land und namentlich für Württemberg eine bedeutende Verschlech terung enthalte, indem es geeignet sei, jede halbwegs freie Regung zu unterdrücken. Das Contraklbruchgesetz betreffend, bemerkte der Redner, daß wir zwar vorläufig damit verschont seien, doch auf- geschoben sei nicht aufgehoben und eS wahrscheinlich in die in nächster Saison zu berathende Strafprozeßordnung aufgenommen werden wird, da es dort bei dem außerortenilichen Umfang eines solchen Gesetzbuches leichter der Aufmerksamkeit der Allgemeinheit entgehen könnte, wie überhaupt zu erwarten sei, daß sich noch manche Verschlechterung gegen ftüher daselbst einschleichen dürste, weshalb es geboten erscheine, den Gesetzmachern etwas scharf aus die Finger zu sehen. Da« Kirchei diener- oder besser Rausschmeiße- gesetz betreffend, bemerkte der Redner, daß wir uns in der Zeit der schlimmsten Reaktion und inmitten der gesährlichsten Ausnahme- gesetzgebung befänden. Dem klaren und allgemeinverständlichen Vortrag folgte die Versammlung mit großer Aufmerksamkeit und sind wir zu den besten Hoffnungen berechtigt. Am 29. April fand auch in dem 1 Stunde von hier entfernten Waldstetien, mit ob ger Tagesordnung, eine gut besuchte Volks- Versammlung statt, in wclcher ebenfalls Herr Max Kayser in klarer und schwungvoller Rede referiite, und wurde dieselbe mit allseitiger Befriedigung aufgenommen. Zum Schlüsse theilen wir noch die freudige Nachricht mit, daß wir in nächster Zeit mit der Gründung einer Parteimitgliedschaft an diesem Playe vorgehen können.— 3-— Kalkcnau. Im nördlichen Böhmen wird eS mit jedem Tage interessanter; die Behörden sind so aufmerksam gegen uns Arbeiter, daß unmöglich einen, ein Unglück passiren kann. Merkwürdige Beamte— russische Zustände— mit einem Worte, Paschawirth schast. Jeder beliebige Bezirkshauptmann dreht und richtet daS Vereins- und Versammlungsrecht nach seinem Belieben oder sistirt es, je nachdem eS in seinen Kram paßt. So ein Prachtexemplar ist der Tetschner Bezirkehauplmann; derselbe gab ver flcssene Ostern ein gar meilwürdiges Stück Regierungskunst zum Besten. Genosse Ich. Pilz berief auf besagte Ostern eine Volksversammlung e n mit folgender Tagesordnung:„Zweck und Nutzen der Vereine, die Presse und Arbeiter angelegenherten." Letzteren Punkt fand nun unser Regent so schön und ei haben, daß er in ganz Nordtöbmen Allarm schlug; in drei Bczirkehauptmannsckaften, Tetschen, B. Lcipa und Ruuiburg wurde eS publizirt, in mar chen Ortschaften aus- getrommelt, Polizeidiener rennen von Haus zu HauS uub melden das— Verbot; alles ist in Aufregung, nur Falkenau sammt dem Einberuser wissen ncch nichts. Da— in letzier Stunde kommt die telegraphische Meldung, daß die Versammlung wegen des letzten Punktes verboten sei, und in der Angst war derselbe derart ver- stümmelt worden, daß-S jetzt„alle gemeinen Arbeiterangelegen- Helten" hieß, doch zur festgesetzten Stunde erschien ein k. k. Com- mrssair in Uniform, die Genedaimerie von Kamnitz, Haida und Steinschönau war requirirt, der Tetschner Posten war(ob aus k. k. Dummheit oder Angst kann nicht bestimmt werden) anstatt nach Falkenau nach Falkentorf delegirt und harrte bei dem dor- tigen Bürgermeister den ganzen Tag der Dinge, die kommen sollten. Gemeinde-Repräsentanten mußten den ganzen Tag und die lliacht auf den Beinen sein und es herrschte in Folge dessen eine Sicher- heit, daß ein„Haase" sich unter die Leute wagen konnte. Dieses Verbot war der größte Willkürakt und eS beweist, daß man daS Versammlungsrecht gar nicht kennt, wie könnte eS sonst bei gesunder Vernunft möglich sein, dusen ProgrammSpunkt nach§ 2 de« Versammlungsgesetzes zu verbieten.§ 2 deS Versammlungsgesetzes sagt, daß jede Versammlung 3 Tage vor der Abhaltung der poli- tischen Behörde angezeigt werden muß, der Einberuser aber hatte die Anzeige volle 8 Tage zuvor erstattet. Doch jedes Schlechte hat sein GuteS. Die k. k. Behörde hatte publizirt und die Leute waren auch zahlreich erschienen; so kam es denn, als man bei einem Glas Bier beisammen war, daß Jemand eine Rittergeschichte a»S der„neusten" Zeit erzähltr und alles seinen Ausführungen lauschte, während die h. Hermandad bis über die Ki öchel im Sckmutze heruwstolffrte. Wir haben durch diesen Vorfall in den umlie genlen Orten Boden gewonnen, welcher bei planmäßiger Bear- beitung gute Früchte zu tragen verspricht.— Ten Arbeiter» aber dürste es klar geworden fem, daß selbst nuter dem Schutze eines direkt gewählten Reichs, alhs die Gesetze von den Beamten nack Belieben gehandhabt werden köimen. Faul, bis zum Ekel faul, wie die moderne Gesellschaft ist auch der moderne Staat. Es muß Alles aufgeboten werden, die Grui dsätzc der Sozialdemok'atic in immer weitere Kreise zu tragen; die Hmdermssc, die unS bei diesem Bestreben in den Weg gelegt werden, sind der beste Beweis, daß P wir auf richtiger Fährte sind.— Vorläufig ist der„Staat" Tetschen gerettet, der„Haase" spitzt seine Löffel wieder und hat sich in des Wäldes düstren Grund zurückgezogen. Den Genossen, welche von Nah und Fern erschienen waren, unfern Dank undi Gruß. R. W. Cr Mittii Briefkasten der Redaction Jhrl w Budapest: Besten Dank. Dr. L. in Schw.: Wir werden die Broschüre von Temmler demnächst besprechen, wobei da» Uebersandte verwendet wird. R. Wls Cb-mnitz: Wegen des Himmelfahrt»- tage« gelangte da« Blatt einen Tag früher zur Versendung; die Anträgt zum Congreß kamen daher für diese Stummer zu spät. der Expedition. K. Bttnr Lockwitz: Monatsabonnement« werden aus alle Parteiblätter bei den sächs. Postanstalten angenommen. H. Thieme Grimma: für Ann. 4 Gr. H. Dk-nmi(Söttcherver.) Hamburg: Ann. kostet 12 Gr. � A. Wrnr Schedewitz Schr. Thlr. 2 5 5. Srmnn Effe» Schr. Tblr. 2 15. Mllr hier: Ann. 4 Gr. Ntschnn Connewitz Ann. 5 Gr. Mnngr Coblenz Schr. Tblr 2 23 6. C. Strk Reutl-naen Schr. 3 Tblr. I. Kffsck Lübeck Schr. 3 Thlr. Rchbm hier Ann. Thlr. 2 15. M. Mannheim 2 Qu. Thlr. 7 14 8. E. Lpprt B. ob. Landshut Schr. Thlr. 5 6 2. Strtzg Sondershausen Sckr. 24 Gr. Bdr Mohrungen Schr. Gr. 10 3. Gew. der Holzarb. Gotda Ana. Iii Gr. Gndt hier Ann. 4 Gr. Frhlch Mainz Schr. Gr. 15 5. Befiel Posta liinge Filial Be Box 409 S.W coat Or Hi Anzeigen zc. 1t nullit VIT Sozialdemokratische Arbeiterpartei. ZtllgBUVlg Samstag, den 16. Mai, Abends 8 Uhr: Set' sammlung in der Schützenhalle._ I.A.: G. Stollberg. Die h&prlttt Agitation«. Cemit«. <,11111» Freitag, Abend« halb 9 Uhr bei Wach Münzstr. 5. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Sonntag, den 16. Mai, Vormittag« 10 Uhr: Berlin.................................. Allgemeine öffentliche Parteiversammlun-, Brnnnenstraße 140 bei Grätz— Tagesordnung: 1) Vortrag de« Herr» 1)r. Stamm:„Die Erlösung der darbenden Menschheit; 2) Vortrag de» Herrn Auer:„Die Ausgabe de« Staats". Diese Versammlung wird durch Plakate angezeigt.— Parteigenossen! Keiner darf fehlen.__ Da« Agitation«. Comite. [ Ii «inen «Nglisc ."Si 6. M M§ Äun Circa 30 Parteigenossen ersuche Freitag Abend« Müuzstraße 5 zu er« scheinen. Eine kleine Arbeit muß erledigt werden._ Heinsch. Gohlis Arbeiterverein. Sonnabend, den 16. Mai, in der Oberschenke erstes VcrrinSscst, bestehend in Gesangs- und anderen Vorträgen und Tanz. Anfang halb 8 Uhr.— Die Mitglieder des Vereins, sowie Mitglieder befreundeter Vereine legitimiren sich durch die Vereinskarte. Gäste durch Mitglieder eingeführt willkommen. >'v. Die Most'schen Liederbücher mitbringen. D. V. Leipzig SrbeiterbilduugSvcrcm. Sonnrag: 1—3 Uhr Zeichnen. Montag: Gesaug Turnen, Stenographie, Rechnen. Dienstag: Deutsche, englische uad sranzöfiche Sprache; Schönschreiben. Mittwoch: Diskusfion oder Bor« trag. Donnerstag: Gesang, Stenographie, Türmen, franz. Sprach«. Freitag: Buchführung, engl. Sprache, Wechselkunde. Sonnabend: Bortrag oder Diskusfion. sw.s iliitrü trvrf %en Mßt 10 I das 3 ferner schafft uad; als V setzun ®e(ch vavn sfoßCI »VN , Gewerkschaft der Holzarbeiter. ipszz Sonnabend, d. 16. Mai, Versammlung Windmühle«« firaße 7. Sozialer Wochenbericht v. E. Beyer.— Berathung betress» Eniswädigunu der Krankenbesucher in außergewöhnlichen Fällen. j Thonben u. Umgehend halb 9 Uhr, Versammlung bei Günther. Arbeiter-Berein. Montag, d. 18. Mai, Abend« Der Vorstand. Sozialdemokranscher Arbeiterverein. Freitag, den 15. Mai, Abends 8 Ubr ,m„Goscnthal". Tagesordnung: Soziatpol'lijcher Wochenbertebt; Referent Fr. Na uert. Beurtheilung der Broswüre:„An die sächsischen Arbeiter", Res. Blo«. Ein einfach möblirte» Stübchen zu vermictben Schletterstraße Nr. 10 4. 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Ein Complot gegen die Internationale Arbeiterassocintion.(Offi� cieller Bericht über da« Treiben Bakunin's«no der Allianz de« sozialistischen Demokralie). Aus dem Franzöfijchen übersetzt vo« S. Kokoskv. Preis Ll/Gr.; für Arbeiiervereine Ist'/, Gr., 6 Sick- S Thlr. In Kurzem erscheint: Sack. Eduard. Unsere Schulen im Dienste gegen die Freiheit- Preis 10 Gr.; sür Arbeitervereine 6 Gr., 6 Stück 1 Thlr. Die Werke find durch alle Buchhandlungen zu bezieben; die ermäßige tcn Preise sür Lrdeiterveremc trenn mlesseu nur ein dcl direciem Bezug« fcfid hn «ate: ay »her S* i »if �«ird Np. gegen baar oder Postvorschuß z die Empjäoger haben das Porto zu trage«- Braunschweig, 29. April 1874. W. Bracke jr.[2« ?0r». Vd Leipzig:«erautw. Redaktuir: M. Preißer.(Redaktio-.- u- Expr»:.� Zeitznsh. 4<) Zrnck mti P.tlcj der«cnosftuschnstxvsqdrnckerei ?-isi l. dj j?- fct: fSi III