I > I Erscheint in Leipzig Müaöoch, Freitag, Strantltg. Bestellungen nehmen an alle Vostanstalten u. Buchhand- langen des In- u.Auslandcs. Filial-Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. Ä. Sorge, Box 101 Hoboken, X. J. Wm. Lucders, 409 Jlaj-str. Chicago, Jll. Peter Haß, S. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Abonnementspreis: Für Preußen inel. Stempel« steuer Ll'/z Sgr./für die übrigen Deutschen Staaten 16 Sgr. pro Quartal. Monats-Abonnement« werden bei allen Deutschen Postanstalten aus den liten u. 3 ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den 1 ten Monat ä ö'/s Sgr. angenommen. nlih i F D.l Nr. 63. Mtwoch, 3. Juni. 1874. ift. Wolle» wir eine Gewerkschasts-Union oder nicht? (Schluß.) Oewerkschasts- Organ. . Wollen wir also den Gewerkschaften eine größere innere Festig- «t und Stabilität verschaffen, wollen wir, daß nicht nur die Minorität, sondern möglichst alle Mitglieder in gleicher Weise für GewerkschaftS- Bewegung und für den Bestand der Gewerk- weMaften sich ereifern, so müffen wir Sorge tragen, daß alle Mit- � Glieder dnrch richtige Erkenntniß und innere Ueberzeugung zum ' Unverbrüchlichen Festhalten an der felbstgeschaffenen Organisation fangen. Dies ist das einzige, aber auch unfehlbare Mittel, die Mitglieder mit unwiderstehlicher Gewalt an die Gewerkschaften zu tsseln. � Was ist denn bis jetzt in dieser Beziehung gethan worden? le Mitgliederversammlungen und die zeitweiligen, oft kaum j-mt allen Gewerkschafts- Beamten, geschweige denn von allen Mitgliedern gelesenen Erlasse der Verwaltunzen im„VolkSstaat" waren ja bis jetzt selbst das einzige geistige Band, wodurch Tau- Mde von Mitgliedern nothdürftig zusammengehalten wurden. .ruft)arf man sich da über die Zerfahrenheit einzelner Gewerkschaften len f äen' Lauheit und Trägheit der Mitglieder tadeln? 'd Deshalb muß vor allen Dingen Sorge getragen werden, daß "n ej8n{8 Drgan ein festes Band um alle Mitglieder ge- chlungen wird. Ueber den Nutzen und die Nothwendigkeit eines Die Ein wöchentlich einmal erscheinendes Gewerkschaftsorgan wird zum Preise von 3 Sgr. pro Quartal herzustellen sein, sofern das- selbe nur gleich in einer Auslage von 6000 bis 7000 Exemplaren erscheinen kann. Dieser Preis ist ein so geringer, daß jede Ge- werkschaft das Blatt obligatorisch einführen kann und den Betrag durch eine unwesentliche Erhöhung der Beiträge aus der Kasse zahlt, resp. von den Mitgliedschaften zahlen läßt. Die Erhöhung der Mitglieder- Beiträge braucht übrigens nicht gerade überall 3 Sgr. pro Quartal zu betragen, indem bei einzelnen Gewerk- schaften die Hauptkaffe, wenn nicht die Kosten ganz tragen, doch einen Theil der letzteren übernehmen kann. So z. B. würde für die Gewerkschaften, deren Mitglieder jetzt pro Quartal 13 Sgr. steuern, durch die obligatorische Einführung des Organes doch nur eine Erhöhung der Beiträge um 1 Sgr. pro Quartal nothwendig werden, die übrigen 2 Sgr. können dann von dem verbleibenden Ueberschusse, abzüglich des an die Haupt- kaffc zu sendenden halben oder dritten Theils der Beiträge, zuge- schössen werden. Die Hauptkasse erhält dann nach wie vor einen den Verhältniffen entsprechenden Theil, der andere Theil fließt in die Orts-Reservekaffe, auö welcher außer den Lokal- Ausgaben für Annoncen, Porto oc., daS Abonnement auf das Organ bestritten wird. Es erhält dann jedes Mitglied ein Exemplar des Gewerk- schaftsorganes. Der Bevollmächtigte oder wer sonst von der Mit- gliedschaft damit beauftragt ist, hat dann für so viele vollberech- tigte Mitglieder, als am Orte sind, den Abonnementsbetrag mit 3 Sgr. pro Exemplar einzubezahlen, die Blätter von der Post �Wchen brauchen wir kein Wort weiter zu verlieren. Wer auch abzuholen und den Mitgliedern zuzustellen, die dieselben entweder stTVur einigermaßen Verständniß für die Bewegung hat, muß sich � ©uiagen, daß dies' geradezu eine Lebensfrage für die Gewerkschaften ff1- Als Beweis für die Nichtigkeit dieser Behauptung brauchen rMspsir ja nur auf die Gewerkschaftsverbände zu verweisen, die in Wichtiger Erkenntniß der Nothwendigkeit eines eigenen Organes ein ��HcheS begründet haben. Wer wagt es zu behaupten, daß der �Buchdruckerverband ohne sein Organ seine jetzige Organisation wchud seine bisherigen Erfolge aufzuweisen im Stande wäre? Wer will bestreiten, daß der Cigarrenarbeiter Verein durch den in den Versammlungen in Empfang nehmen, oder aus der Woh- nung des Betreffenden abholen können. Auch kann jedes Mit- glied gegen eine Extra-Zahlung von 1', Sgr. Bestellgeld, die im Boraus entrichtet werden müssen, sich daS Blatt durch den Brief- träger zustellen lassen. Sollten nun auch wirklich die Hauptkassen der Gewerkschaften an der seitherigen Einnahme eine Einbuße erleiden, so kann dies doch durchaus nicht ins Gewicht fallen den Vortheilen gegenüber, die den Gewerkschaften durch ein Organ, welches jedes Mitglied »Botschafter" groß geworden und mehrmals vor Verfall bewahrt! allwöchentlich erhält, erwachsen. Wir sind fest davon überzeugt, �-U�tiakei�b' abgesehen von der Opferwilligkeit und GesinnuvgS- 1 in kurzer Zeit schon wird der Ausfall durch die Vermehrung und Kräftigung der Mitgliedschaft mehr als ausgeglichen werden. Nehmen wir an, eine Gewerkschaft hätte 1200 Mitglieder und es müßten für das Organ pro Mitglied 1'/- Sgr. zugeschossen wer- chtigkeit, die den Mitgliedern anerzogen ist? Und wer will widersprechen, wenn wir behaupten, daß der Ijjerband der. Hirsch-Tuncker'schen Gewerkvereine trotz aller Pro-�„,__ T,,_______ '• ection unserer Gegner längst die Schwindsucht hätte, wenn nicht � den, die Hauptkaffe würde damit im ersten Quartal eine Einbuße �r obligatorisch eingeführte„Gewerkverein" das Kindlein vor. von 60 Thlrn. erleiden, so wird eine Vermehrung der Mitglieder- wem frühen Tode bewahrt hätte?-zahl um 25 Prozent genügen, den Ausfall zu decken. Eine Stei- grck �llen also unsere Gewerkschaften groß und mächtig werden,-gerung der Einnahme, die der Steigerung der Mitgliederzahl um so� müssen dieselben ein eignes Organ haben, und zwar wenn ir- 25 Prozent gleichkommt, steht aber allein schon durch die Kräs- t, sind möglich jede Gewerkschaft ihr eigenes Organ. > Unser Ideal einer guten, zweckmäßigen GewerkschaftSorganisa- ist: Jedes Gewerk oder die verwandten Gewerke selbständig �Vössniflrt zu einer Gewerkschaft und alle Gewerkschaften vereinigt ' 1 einer Gewerkschafts-Union. Desgleichen: Jede Gewerkschaft ihr äenes Fachorgan, und über allen als geistiges Band das Centrab S<*V 11« i«v» QYfc i«. I.. W......■........ w'.....*,..<.. 1. r... tigung und Aneiferung des seitherigen Mitgliederbestandes mit Sicherheit zu erwarten. Aber nicht allein in Hinsicht auf die Steigerung der Mit- gliederzahl und Kräftigung der Mitgliedschaften, sondern auch in Bezug auf die Ausbreitung der Gewerkschaften über eine größere Anzahl Orte erwarten wir von einem Gewerkschaftsorganc das r,an der Union. Aber, wird man einwenden, wir haben ja den j Beste. Daß aber gerade durch eine Vermehrung der zur Organi- 4>olksstaat" und andere Blätter, die die GewerlschaftSangelegcn-! sation einer Gewerkschaft zählenden Orte den Mitgliedern ein noch iten behandeln. Hierauf nur zwei Worte. Mit dem„Behau-' größerer Vortheil erwächst, als aus der Vermehrung der Mit- ," allein ist nichts geholfen: Die GcwerkschaftSorgane müssen! gliederzahl, wird wohl Niemand bestreiten wollen; denn eine Ge- �,---.-oit ujvyt. jutuiauu iuuut.i, wtuu tuit essch und Blut der Gewerkschaften sein. Ferner verlangen wir! werkschaft, deren Organisation sich über 40 Orte erstreckt, bietet >13�- obligatorisches Gewerkschaftsorgan, als welches der„Volks-, den Mitgliedern den doppelten Nutzen einer Organisation gegen- eben so wenig als andere Blätter eingeführt werden kann, s über�die nur 20 Orte umfaßt. �un spreche man uns auch nicht etwa von den großen' 'plern, die dadurch den Mitgliedern verursacht würden. Ohne t � �an.n unb lvird nichts Großes erreicht werden, und dann, l*»:""e"1 solches Ziel, wie die Gewerkschaften es erstreben, gar ft Mffec Werth? Wem die Opfer, die ein solches Organ al« üu toiit'Cie' zu groß wären, wahrlich, der stände noch hinter den loriWr Gewerkvereinlern zurück, und das wird doch k 1 i i Niemand sich nachsagen lassen wollen. S« wissen wir, daß schon jetzt, wo die meisten unserer m- werkschaften noch um die kümmerlichste Existenz kämpfen, es an» Wohl möglich sein wird, daß jede Gewerkschaft ein eignes r® e°an begründet, aber daS schließt nicht auS, daß vorläufig alle , rkschaftxn zusammen ein Organ haben können und zur obli- �chen Einführung sich verpflichten. Geschieht dies, und es Ehrensache jedes Mitgliedes, das die Gewerkschafts-Bewegung jk- r �afür einzutreten, daß dies geschieht, dann kann auch -"tf ftenpunkt keine so große Rolle spielen, dann werden die JJWr gar so groß nicht sein, und jedenfalls noch weit hinter jjn Zurückbleiben, welche die Mitglieder der Hirsch?Duncker'schen __>werkvereine bringen müssen.*) 2)ie Mitglieder der Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereine müssen de« * Sgr.— Pf. pro Woche für Unterstützung bei Arbeitseinstellung und Berwaltnngsunkosten, wofür sie indest nicht wie die Mitglieder unserer Gewerkschaften pro Meile 1 Sgr. 6 Pf. Reisegeld und in Tvdessällen IL Thlr. Be- erdtgungSgeld erhalten; „—„ pro Woche für 3 Thlr. Krankenunterstützung; „ 9„ pro Woche für 30 Thlr. Beerdigungsgeld; » 6„ pro Woche für da« obligatorisch eingeführte Organ; 4 Sgr. 3 Pf. pro Woche oder sofern wir den Betrag für da« Organ », wu rechnen 3 Sgr. 9» Pf. pro Woche, wofür dieselben entschieden tab? h � haben, als die Höchstbesteuerten unserer Mitglieder, welche Man denke nur an die zu errichtenden Arbeitsvermittelungs- Bureaus und an die Verhinderung des Zuzugs bei Arbeits- Einstellungen. Kann und darf allen diesen Voriheilen gegenüber eine kaum nennenSwerthe Erhöhung der Beiträge, die durch Begründung eines GewerkschaftS-OrgancS diese oder jene Gewerkschaft sich würde auferlegen müssen, ins Gewicht fallen? Nein! und abermals nein. Die Vortheile sind zu bedeutend, um freiwillig darauf zu verzichten; aber diese Vortheile können wir nur erlangen, wenn wir unS vereinigen, denn die einzelnen Gewerkschaften in ihrer isolirt-n Stellung sind nicht in der Lage, alles das aus eigener Kraft zu erreichen, waS zur Förderung und Kräftigung der Organisation wünschenswerth und nothwendig ist. So wären wir denn schließlich wieder bei der Hauptfrage, die unS beschäftigt, angelangt, denn die Frage: wollen wir ein Central- GewerkschaftS-Organ? ist gleichbeichbedeutend mit der Frage: Wollen wir eine Gcwcrkschafts- Union oder nicht? Und nun erwarten wir die allseitig zustimmende Antwort: Gewiß wollen wir sie. Jeder GewerkSgenosse muß sie wollen. Kein Opfer darf zu groß fein, jetzt wo es gilt für unsere Gewerkschaften eine feste Basis zu schaffen, derselben einen Aufschwung zu geben, der uns die Zukunft sichert. Jetzt ist nicht die Zeit, durch 1 Sgr. pro Woche in die Gewerkschaftskasse; 2_„______ ,, ,,___ in die Krankenkasse; kleinliche Sparsamkeit die Bewegung lahm zu legen, um einige Thaler mehr in den Kassen anzusammeln, jetzt heißt eS, die Reihen schließen, marsch- und schlagfertig sein, der Coalition der Arbeits- Herren gegenüber, jeden Augenblick klar zum Gefecht. Wohlan denn, Gewerks- und Parteigenossen! Jetzt gilt es, Stellung zu nehmen. Wer nicht für uns ist, gut! der ist gegen uns. Wir spekuliren nicht aus eine Allianz mit den Gegnern unserer Partei, eben so wenig rechnen wir aus die halben Freunde. Aber wir stützen unS auf die thatkräftige Unterstützung der ganzen Freunde, und zählen auf den Beitritt der Parteigewerkschaften in erster, auf den Anschluß der Bereine, die den VolkSstaat als Organ proklamirt haben, in zweiter Linie. Wohlan! Jetzt wird eS sich zeigen, wem es mit der Einigung Ernst ist, oder wer eine Vereinigung nur zum Schein will. Die Gewerkschafts-Union soll und wird zu Stande kom« men, gleichviel wer für, oder wer dagegen ist, jedenfalls aber wird sie begründet werden von ganzen Freunden. Die General- Versammlungen der verschiedenen Gewerkschaften stehen in nächster Zeit bevor. Wem es ernstlich um die Bereini- gung zu thun ist, der gebe den Delegirten die Parole: Beitritt zur Union, Anschluß um jeden Preis. Sa. 3 Sgr. pro Woche für Untersttzg. bei Arbeitseinstellg. u. Verwaltg.; für L7 Thlr. Beerdigungsgeld; für 1 Sgr. 6 Pf. pro Meile Reisegeld; > für 3 Thlr. Krankenunterstützung pro Woche. Rechnen wir selbst den vollen Betrag für das zu gründende Organ mit 3 Pf. pro Woche Hinzu, so würden selbst die Höchstbesteuertcn unserer Mitglieder immer noch mindestens 1 Sgr. pro Woche weniger bezahlen als die Mitglieder der Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereine zahlen müssen; ganz abgesehen von dem Reisegeld pro Meile 1 Sgr. 6 Pf., welches die Mitglieder der Hirsch'schen Gewerkvereine nicht erhalten, und von 6 Pf. bis 1 Sgr. Extrasteuer pro Quartal, welche dieselben noch besonders zu entrichten haben. Der Cougretz der nordamerikanischen Föderation der Internationalen Arbeiter-Affoziation in Philadelphia vom 11.— 13. April 1874. Der- große Finanzkrach in Amerika, im Spätherbst des vorigen JahreS, verursachte eine allgemeine und andauernde KrisiS, welche in Folge der heutigen Produktionsweise mit Nothwendigkeit ein- treten mußte. Tausende von Arbeitern kamen dadurch außer Be- schäftigung und die Waare„Arbeitskraft" fiel so rapid im Preise, wie eS die amerikanische Bourgeoisie erhofft, um zu ihrer ferneren Ausbeutung die gehörige Referve-Armee(„Angebot von Händen") zur steten Verfügung zu haben. Lohnreduktionen traten allenthalben ein und die arme Bourgeoisie erklärte sich dem Arbeiter gegenüber für bankerott und verweigerte ihm, mit Bezugnahme auf die KrisiS, die Auszahlung feines schwer erarbeiteten Wochenlohnes. Eisen-- bahncompagnien und andere Industrielle vorenthielten Monate lang die fälligen Löhne oder zahlten nur theilweise aus. Dieser Zustand brachte die Arbeiter Nordamerikas endlich zur Besinnung; ihre Klassenlage in der heutigen Gesellschaft fängt an ihnen jetzt bewußt zu werden. Arbeiter-Parleien, wie in New- Pork, Chicago, Newark und Gewerkschaftsverbände mit theilweise noch unklaren Programmen gruppiren sich in den industriellsten Distrikten. Bei Ausbruch dieser KrisiS stellten eS sich die Sektionen der Internationalen zu New-?)ork, Philadelphia, Chicago und in andern Orten zur Ausgabe, die durch die Bourgeoisie plötzlich aufs Pflaster geworfenen Arbeiter zu organisiren, um sie vor augenblicklicher Roth durch Erringung gerechter Forderungen zu schützen und um gewaltthätige Demonstrationen zu verhindern. Der Föderalrath veröffentlichte dieserhalb in der„Arbeiter- Zeitung" einen bezüg- liehen Aufruf, auf Grund dessen die Agitation begann. Diese beabsichtigte Organisation sollte den hiesigen eigenthüm- lichen Verhältnissen gemäß, eine Ward-Organisation werden, d. h. die Arbeiter sollten sich in den industriellen Städten in Distrikts- Vereine organisiren und diese sich in einen Ward-Centralkörper vereinigen; die Ward-Centralisation in einem allgemeinen Ward- Centralkörper, zu welchem jede Ward-Centralisation 3 Delegirte schickt. Die Bewegung kam in Fluß; die Arbeiter betheiligten sich allgemein und berechtigte' dieses Vorgehen zu den besten Hoffnungen. In New-9)orck bildeten sich ungefähr 23 Ward-Centralisationen, ebenso in Philadelphia, Newark; in Chicago ging man ähnlich vor und eine großartige Massen-Demonstration der dortigen Ar- beiter errang eine theilweise Bewilligung von Unterstützungsgcldern. In New-'Zjork, woselbst die Agitation am regsten war, scheiterte die Bewegung und zwar einerseits an dem Unverstand der Ar- beiter, die durch augenblickliche Demonstration das zu erringen ver- meinten, was nur durch feste, einheitliche Organisation und durch klare Agitation gewonnen werden kann; andrerseits suchten gewerbS- mäßige Politiker sich in die Organisation einzudrängen, um die Bewegung für ihre Parteizwecke auszubeuten. Die Bewegung endigte mit der Niederknüppelung der Arbeiter auf dem TompkinS- Square, woselbst sich die amerikanische BourgeoiS-Polizei ihre ersten Lorbeeren pflückte, im Kampf gegen das jetzt auftretende ameri- kanische Proletariat. Eine Niederlage war es für die Arbeiter insofern, als sie sich durch plötzlich aufgetauchte schwätzende Führer dazu nasführen ließen. Auch in den Sektionen der Internationalen machten sich unklare Elemente breit, welche das sozialistische Prinzip noch gar nicht klar erfaßt hatten und bewußt oder unbewußt zu Handlungen Anlaß gaben, die den älteren Mitgliedern, welche Jahre lang in der Be- wegung gestanden und erprobte, im Prinzip feste und klare Partei- genossen sind, eS zur Pflicht machten, diesem Treiben gegenüber mehr passiv zu bleiben. ES kam zwischen den Sektionen zu New-Yorck zü Reibereien, welche den Föderalrath veranlassen mußten, einige Sektionen zu New-Aork bis zum nächsten Congreß zu suspendiren. Sogar der Forderalrath wurde beeinflußt und durch den Austritt mehrerer seiner Mitglieder beschlußunfähig. Der Generalrath der Jnter- nationalen zu New-Zork sah sich darum genöthigt, den Föderalrath der nordamerikanischen Föderation aufzulösen und dessen Amt intermistisch zu verwalten. So war der Sachverhalt bis zum außerordentlichen Congreß, den der Generalrath, auf Zustimmung der Sektionen des Landes,! politischen Privilegien gebrauchen zur Vertheidigunz und Verlan- genehmer Weise. Auch in Wien sind etliche der ehreawerthi�<- zur Klarlegung der Streitpunkte und zur Festigung der Föderation,! gerunz ihrer ökonomischen Monopole und für die Versklavung der Herren,'--- 4 . MW DW....., ihrem gleich ehkenwerthen„reingefallen'! loyal nach Philadelphia zum 11.— 13. April ausschrieb.� Zur anbe- Arbeit._ �Die Wiener„Presse", ein Blatt, welches früher für die Segnunzee rung räumten Zeit kamen zusammen die Delegaten der Sektionen der nordamerikanischen Föderation zu Philadelphia in der Kensrng- ton-Hall. Mitglied Haß-Philadelphia eröffnete den Congreß. Sorge, Vertreter des Generalraths der Internationalen, legte in seiner An- spräche an den Congreß die Vorkommniffe innerhalb der Föde- ration dar, führte die Gründe an, die die Einberufung eines außerordentlichen Congreffes nothwendig machten und übergab die Tagesordnung für den Congreß. Darauf wurde ein Mandat- PrüfungS-Comits, aus 5 Delegaten bestehend, ernannt, welches nach Prüfung der Mandate nach den vorliegenden RechnungsauS- weisen folgenden Bericht erstattete: „In Ordnung mit der Föderation sind alle Sektionen, ausze- nommen 6 und 8, die suspendirten Sektionen zu New-Ä)ork; Sektion 2(New-Nork) hat weder Bericht gegeben noch Zahlung ge- leistet; Sektion 2(Chicago) nicht in den Listen, Sektion Williams- bürg Delegat nicht zulässig, weil außerhalb der Internationalen Assoziation. Vertreten waren auf dem Congreß 23 Sektionen, und zwar aus den Städten New-Aork(6 Sektionen), Hoboken, Wil- liamsburgv Philadelphia, Stapleton, Baltimore, PittSburz, Ein- cinati, St. Louis, San-FranciSco(2 Sektionen), Chicago(2 Sekt.), Paterson, New-Orleans." Die Zulaffung der Delegaten der suspendirten Sektionen wurde vom Congreß beanstandet bis zur Erledigung der Tagesordnung über„Innere Angelegenheiten". Schon gleich in der Abend-Debatte kamen die Streitfragen zur Erörterung und wurden alle Angriffe zurückgewiesen. Es zeigte sich hierbei, wie die Gegner gar keine Kenntniß von Die Eroberung der politischen Macht ist daher die wichtigste Pflicht der Arbeiterklasse geworden, und fügen wir hinzu: ohne die Corruption der herrschenden politischen Parteien nachzuahmen." Sorge, als Sekretär des Generalraths, legte dem Congreß die ihm zugekommenen Notizen und Papiere(Bruchstücke) des letzten Genfer Conzresses der Internationalen zur Durchsicht vor und beweist hiermit, daß es dem Generalrath nicht möglich war, aus diesem unvollkommenen Material Beschlüsse oder sonstige Bestim- mungen des internationalen Conzresses festzustellen. Der Congreß nimmt darüber folgende Resolutionen an: In Erwägung, daß dem Generalrath die ausgefertigten Be- schlüffe des im September 1873 zu Genf abgehaltenen Conzresses nicht im offiziellen Texte mitgetheilt sind, daß das dem Generalrath zugesandte Congreßmaterial sich in einem Zustande der absolutesten Verwirrung befindet und von nicht am Congreß Anwesenden nicht zu entziffern ist; daß ferner die Abhaltung eines jährlichen allgemeinen Conzresses unthunlich ist; so beschließt der Congreß der N.A.F.�), daß wir die Beschlüsse des Haager allgemeinen Conzresses als bindend anerkennen bis zum nächsten allgemeinen Congreß; hohen Persönlichkeit in Berlin das Ansinnen an uns gerichtet ihnen Quelle, Datum, Gewährsmann unserer Florentiner Papier zu bezeichnen. Man ging so weit, uns förmlich Fragebogen vor zulegen, strengste Verschwiegenheit zuzusichern, da es nur„an ! Rechtfertigung einer unschuldig bezichtigten Persönlichkeit abgesehen' daß wir für die Einberufung des allgemeinen Conzresses zum sei, endlich unS für diese Verschwiegenheit eine„Cautibn" anzv September 1875 sind.___! bieten, deren Ziffer, beiläufig bemerkt, ziemlich hoch gegriffen mal des Reptilicnfonds Verständniß besessen haben soll, neuerdinz« Webl aber dem Herrn der göttlichen Sauhirten durch Beröffentlichunj leben von Aktenstücken über das letzte Conzil(wodurch der fataÄdie, Conflikt mit Arnim herbeigeführt ward) einige Uaannehmlichkeiim verursacht hat, bringt in einer der letzten Nummern folgend«■- redaktionelle Note: löito; „Daß unsere diplomatischen Enthüllungen, die wir als Beitra« Kin zur Geschichte des vaticanischen Concils in unserem Blatte voäi Mun; 2. April geliefert haben, uns eine Anzahl mehr oder wenig« 1 indiscreter Zumuthungen und Anfragen zuziehen würden, hatie« Kind wir wohl vorausgesehen und mit Resignation erwartet. Nu* gibt haben derartige Interpellationen aber in den letzten Tagen eine f* lich) acute Form angenommen, daß wir uns genöthigt sehen, mit einiges Aben Worten der Abwehr vor die Oeffentlichkeit zu treten. Gest „Mehrere dem Adelsstande ungehörige Personen sind i« unter unseren Bureaus erschienen und haben im Auftrage einet Bolls "...........|'ta'"fc" Jahr digur den Verh tizun entzii tur r In Erwägung, daß Enzland uns die besten Garantien für die und ein kleines Familienvermögen repräfentirt. Der Redaction der„Presse" blieb auf Zumuthungen, die i> solcher(!) Form an sie herantraten, nur Eine Antwort, nämlich dit daß es für ihre Ehrenhaftigkeit und Loyalität ihren Freunden unk gestel richtige Zusammensetzung und die Sicherheit des Conzresses bietet, so beantragt der N. A. Congreß, daß der nächste allgemeine Eon- greß in England stattfindet. In Erwägung, daß der seitherige Generalrath es ablehnt, sein der durchaus nothwendigen Partei-DiSciplin hatten. Der Congreß Amt ohne besondere Autorisation der nächstbetheilizten Föderation bewies in diesen anderthalb Tag lang veihandelten Fragen, daß weiter zu führen und daher diesen Congreß aufgefordert hat, zur die Internationale kein derartiger Verbanv ist, in dem wirren Neuwahl dcS Generalraths zu schreiten; Köpfen Spielraum für ihre persönlichen Ansichten und etwaigerp beschließt der N. A. Congreß, diesem Verlangen zu entsprechen! doch än maßgebender Stelle in" Berlin in die Lage gesejf Meinungen gegeben werden kann. Die Mehrheit der Delegaten und schreitet zur Neuwahl des Generalraths mit dem Sitz zu! werde, sich zu erklären, ob die gedachten Persönlichkeiten, die wi> stimmte für Festhalten an der Urabstimmung der Föderation, wegen New-?) ork und ersucht alle Schwester-Föverationen, diesen dura auf Erfordern näher zu bezeichnen bereit sind, wirklich irgend«� Oft; f fit t* v» e» Ss rtÄ CTi rt fi ft V. O�r OC r» V.»»r Xä />v» Vs V« rV IT m-. Cj- M«■* S« /% A<*"£« v* /l v»«Üma D<• A-r w* a» ,»•. aCi 1 1-»...... C. C. Z 1. L �* l 1..'.. o.....<"..'.„«I Mitarbeitern gegenüber schlechterdings keinen Preis gäbe. Di erwähnten Thatfächen aber bringen wir aus zwei Gründen zu allgemeinen Kenntniß: einmal, damit man uns nicht fürder wi unnützen Schritten dieser Art behellige, zweitens aber, damit ma> Abschaffung des New-Norcker Lokal-Comitäs, an dem Orte, wo der die Umstände gebotenen Beschlüssen ihre Zustimmung zu geben. Föderalrath seinen Sitz hat. Es war dieses hauptsächlich der Hierauf wurde zur Wahl des Generalraths geschritten Zankapfel in der Streitfrage." Durch namentliche Abstimmung Bei der Neuwahl deS FöderalrarhS wurde als Sitz desselben kam folgender Beschluß zur Annahme: „Der Congreß hält an der Abstimmung der Föderation fest, bezüglich der Abschaffung des Lokalcomitäs in der Stadt, wo der Föderalrath tagt und ist die Suspension der Sektionen zu New- Hork, die das Lokalcomite fortbestehen ließen, gerechtfertigt und be- jtätigt. Dieselben bleiben suspendirt, bis sie das Unrecht ihrer Handlungsweise eingesehen und diejenigen Mitglieder ausgeschlossen haben, welche sich gegen die Partei-DiSciplin vergangen haben." Somit war die Streitfrage durch den Congreß endlich ent- schieden, und konnten die eigentlichen Arbeiten nunmehr vorge- nommen werden. Um praktisch und schneller zu arbeiten, da die Geschäfte bei der knapp zugemessenen Zeit sich sehr häuften, löste der Congreß sich „große"„Presse" ist wohl nur deshalb so tugendhaft geblieben, wn Philadelphia und Baltimore vorgeschlagen. Die Delegaten beider Orte lehnten definitiv ab, und wurde nach Debatte darüber von einer Nominirung des Föderalraths abgesehen, und die Funktionen desselben dem neu ernannten Generalrath übertragen, mit der Bestimmung, daß, wenn der Sitz desselben auf dem"iiächsten Internationalen Congreß verlegt wird, der Generalrath den ameri- kanischen Föderalrath bis zum nächsten Föderations- Congreß reprä- sentirt. Weiter wurde noch eine neueBehörde geschassen, nämlich eine Controlcommission ernannt, mit dem Sitz in Baltimore. Die!Blamage erspart Arbeiterzeitung von New?)srk wurde zum Organ der N. A. Fö-! dcration erklärt. Erst in später Abendstunde konnten die Geschäfte— Der„militärische Geist". des Conzresses zur völligen Erledigung kommen. In den Schluß i Blättern: ermächtigt waren, die Ehrenhaftigkeit eines unabhängig� großen Wiener Blattes in Versuchung zu führen." Vleii vorkc Gem oblieg 3 Verh ein 1 ihnet Leute und habe: So die„Presse". Von der„Ehrenhaftigkeit der unabhängiges großen Wiener Blätter" hätte sie besser geschwiegen. Daß dii „unabhängigen" Wiener Blätter„Ehrenhaftigkeit" besitzen, wolle) wir gern glauben; schade nur, daß wir kein einziges kennen. Di ihr ein„kleines Familienvermögen" angeboten ward. Hätte! die Gesandten des Fürsten Bismarck ein bischen mehr Mensches' kenntniß und ein bischen weniger Knauserei an den Tag gelegt, so hätten sie sich und ihrem„genialen" Herrn diese kolossalt bnde der i Wir lesen in balirischtt reden der Delegaten sprach sich allgemein die Ansicht aus, daß die„Das Münchener Militärbezirksgericht verhandelte dieser Tag �ter in einzelne Comites auf, jedem Comite eine Aufgabe zur Ausar- Verhandlungen und Arbeiten, unter so schwierigen Verhältnissen gegen den Sec.-Lieutenant Frhrn. v. Horix vom 13. Jnf.-Ri! beitung überweisend. begonnen, dennoch zufriedenstellend zu Ende geführt wurden, und i wegen Ueberschreitung der Dienstgewalt. Im Monat Febr. d. 3 Nach 3 stündiger�Comit�-Berathung trat der Congreß wieder habe gerade dieser Congreß wesentlich zur Kräftigung und zuni widerfuhr dem Soldaten Gemeinwieser, als Frhr. v. Horix beil festeren Zusammenschließen der N. A. Föderation der Jnternatio- Exerzieren„Rrcht Euch!" kommandirte, die Ungeschicklichkeit, seine nalen beigetragen. Der Congreß hatte seine Aufgabe richtig gewürdigt, indem er sich frei zu machen wußte von allen die Organisation störenden Blick nicht nach rechts zu wenden, und die Folge dieser.Untii lassung war, daß er von dem tommandirenden Offiziere iprhr> v. Horix einen Schlag inS Gesicht bekam. Frhr. v. � zusammen und die Commissionen erstatteten ihre Berichte. Bei Durchberathung des von einer Commission neu redigirten Föderalstatuts sind soigeude veränderte Punkte hervorzuheben: Alle 2 Jahre tritt ein Congreß der Sektionen der Föderation zusammen.� lEleme-Uein, denn die internationalen Arbeitergruppen müssen die!welcher vom Bataillonskömmando als ein ruhiger besonnene Der Föderalrath besteht aus 7 Mitgliedern, 5 Mitglieder Parteidisziplin streng handhaben, wenn sie das internationale l Mann(!) geschildert wird, hatte schon früher einmal einen S» bilden ein Quorum(beschlußfähige Anzahl).!Prinzip unverfälscht znr Geltung dringen wollen.!dateu mit dem flachen Säbel über den Kopf geschlagen(!! Die Controlcommission nimmt alle Beschwerden der Sektionen m v..rj �.,v i allein die deshalb eingeleitete Untersuchung wurde wieder eing«�'"' gegen den Föderalrath entgegen und überweist�sie, wenn Schlichtung) Abkürzung snr Nor�-Amenkani'che Foderanon. fstellt(!!!). Der könizl. Staatsanwalt betonte bei Begründu« der Sache nicht erfolgt an den Föderations-Congreß. per Anklage, daß, wenn man vom Soldaten unbedingten Gebo> Ueber die politische Stellung der Partei zu Landesangelegen- 11 sam fordere, es auch Pflicht der Vorgesetzten sei/ die MannseM Herten wurde folgendes festgestellt: 45yuil|UlC! inständig und würdig zu behandeln. Der Vertheidiger, Herr er ei der e ruft Kleri nicht dersel tirte m eii Jmui treier Wach, selbe Die brau, erd, mei dber abso! g Und fleger von In Erwägung, daß die Emanzipation der arbeitenden Klasse�— Anläßlich der in voriger Nummer erwähnten Putbusiade�Pailler, welcher in der Handlung des Frhrn. v. Horix keine Uebelsfl�ai ihr selbst erobert werden muß, beschließt der Congreß, wird uns geschrieben: schreitung der Dienstgewalt, sondern streng genommen nur ei��d CT�, I„C. m. iXX. Ci- W„» H 4-1»»»» Vs.iv* k*1m/**>4* av« I O- e r.__ ev LI? x Y1 o W C„„ rCC, v»« W jC. C*. L.____. 1 rc. C______ I evu!_____ �__<..„1 aL. � X A L» 1„„.fl.X- CO.'f.-.r- 1_____ � UIvKC Daß er jede Gemeinschaft der Föderation mit den bürgerlichen„Fürst Putbus, der seine Ehre demnächst durch ein Ehren-! Beleidigung erblickte," bezeichnete die fragliche Beohrfeigung Parteien verwirft, ob. sie sich Republikaner, Liberal-Reformer, Un- f gericht wird herstellen lassen— ein sinnreiches AuSkunstsmittel, einen„lobenSwerthen Diensteifer". Die Schuldfrage, abhängige, Patrons of Jndustry�/, Grangers(Patrons of Hus- � p�g Ehren-Lasker in eigener Person großmüthig angerathen Hai! im konkreten Falle eine vorsätzliche und rechtswidrige Handla«' aVn<»v 1 rtvtftmio tmtticr trin.tPTT iff V�i'knPV f, �,,5 Oßßwt/iAdvf Sav e»tr»<»Ä Vxrtr» th-m!s Tie scheint zu glauben, daß die schlesischen sichtigt wird, untersagt(!) werden soll. �".....' � 'thti leti' nzei tung so viel zutraut. inzl Weber so ein halb Jahrhundert von der„Hoffnung auf Hülfe" )unz leben können. Und hört die Hoffnung auf, nun— dann fangen atah die„blauen Bohnen" an.— eil« enl itr« — Der französischen Nationalversammlung liegt ein Gesetz- entwurf, eingebracht von Joubert, über die Beschränkung der Kinderarbeit in den Fabriken vor und sind dessen Hauptbestim vo« Nungen folgende: rig«! Um zur Fabrikarbeit verwendet werden zu dürfen, muß ein itiiS Kind das 12. Lebensjahr zurückgelegt haben. Die Verwaltung Na« gibt jedoch einige, näher auszuführende Ausnahmen zu. Hinsicht- le st lieb der Nachtarbeit, als welche jede Arbeit zwischen neun Uhr lizeil Abends und' fünf Uhr Morgens zu betrachten ist, verbietet das ! �setz die Zulassung von Knaben unter sechzehn und Mädchen > st unter einundzwanzig Jahren, d. h. in letzterem Falle bis zu ihrer inel Volljährigkeit. Die tägliche Arbeitszeit für Kinder unter fünfzehn chtet Jahren, wenn sie nicht ein Zeugniß über vorschriftsmäßige Erle- pieri digung der Elementarschule vorzuweisen haben, ist auf sechs Stun- vor den festgesetzt. Ferner sind Kinder.unter sechzehn Jahren zur „ao Verhütung von Unfällen von gewissen genau spezifizirten Beschäf- hen' tigungen in den Werkstätten ausgeschlossen; sie sollen nicht mit lnzN entzündbaren, ätzenden oder giftigen Stoffen, wie sie bei der Poli- wat tur und sonstigen Bearbeitung von Metallen, insbesondere des Aleis, bei der Vergoldung, Versilberung und Verquecksilberung .e i>j vorkommen, Hantiren dürfen. Der Maire(Bürgermeister) jeder s die Gemeinde hat die Oberaussicht über die in den Fabriken an- umgestellten Kinder, deren Ein- und Austritt zu kontroliren ihm Di« obliegt. Montag vor 14 Tagen kam der Gesetzentwurf zur endgültigen Verhandlung. Der Pariser„Rappel" berichtet darüber: lv« änU che»' elegt -ssal- „Der erste Redner am Montage war H. Ducarre aus Lyon, holt eines großen sozialen ConfliktS zu gedenken, der die Aufmerk- siu Mann, der die Mitglieder der Rechten zu nehmen weiß und'........... thneu gern schmeichelt. Er gehört, wie Pelletan sagt, zu den ust ma« stseö wl> dwi« Leuten, die bei den Konservativen vermöge ihrer Scheinheiligkeit ige» und ihres doppelzüngigen Wesens ein gewisses Ansehen erlangt haben. Er kennt den Werth hochtrabender Worte; darum macht siger tt einen Versuch, das Gesetz in seinem Interesse zu gestalten, unter di«der einftußreichen Firma der„Ehrfurcht vor der Familie". Er oll« ttlft die berüchtigten„Rechte des Vaters" zu Hülfe, mit denen der Dil Klerikalismus tetl obligatorischen Unterricht bekämpft, und mit benen Ducarre den Schutz des Gesetzes beschränken will, der sich uicht auf solche Kinder unter 10 Jahren ausdehnen soll, die in derselben Fabrik arbeiten als ihr Vater. Man sieht, der Depu- Diese Zusatzbestimmung wird als selbstverständlich abgelehnt. Besonders heftigen Widerspruch fand einer der wichtigsten Punkte des Gesetzes, betr. die Einsetzung von Fabrikinspectoren, welche die Durchführung der getroffenen Bestimmungen überwachen sollen. Bei der jetzigen Lag- der Finanzen, meinte Giraud, sei der Augenblick schlecht gewählt, die Zahl der Beamten noch zu vermehren. Die Jnspectoren würden die Freiheit(!) der Industrie beeinträchtigen, ihr Erscheinen in den Fabriken würde manche Un- zuträglichkeiten herbeiführen. Die Arbeiter würden aufsässig ge- macht; das Ansehen des Prinzipals litte dadurch, daß er wie ein Verdächtiger in Gegenwart der Arbeiter überwacht werde. Man solle die regelmäßige Polizei allein damit beauftragen, in den Fa- briken etwaige Ucbertretungen des Gesetzes festzustellen; nöthigen- falls könne die Regierung auch ihre BergwerkS-Jngenieure die dürfte das Organ des Fürsten Bismarck wohl in nicht allzuspäter Zeit Gelegenheit haben, zu zeigen, ob es dem deutschen Landpro- letariat gegenüber ebenso gerecht sein wird, wie dem englischen. Gerechtigkeit ist leider eine Eigenschaft, die meist uur pur distaircs (in die Ferne) bethätigt wird. Für alle Fälle legen wir den Ar- tikel zu den Akten. — Die englische Maschinenbauergewerkschaft(Lanal- gamated Engineers' Society) hielt vorige Woche eine Conferenz zur Besprechung der kritischen Lage der Eisenindustrie ab. Der Vorsitzende, Mr. Newton(sprich: Njuhten) gab bei dieser Gelegen- heit folgende interessante Daten über das WachSthum dieser Ge- sellschaft. Nach dem großen Lockout von 1SS2, der ihr beinahe den Untergang brachte, zählte sie— am 1. Jan. 1853— 9737 Mitglieder; 12 Monate später schon 10,757; am 1. Jan. 1857 13,405; am 1. Jan. 1864 23,815, und am 1. Jan. 1874 rr-.a ,• �-.... 142,382.' Die in der Kasse befindlichen Fonds der Gewerkschaft "7™'l 33».\88M mT. 3anu« 1874 mentS anzustelleir, angenommen wurde. Annahme fand ferner°rcimaryunverlvierzigrau;eno �yarer. ein Artikel, der den Fabrikanten straflos hält, wenn er beweist, über das Alter des in Arbeit genommenen Kindes getäuscht worden zu sein. Dagegen jwurde angenommen das absolute Verbot der Nachtarbeit für Mädchen unter 21 Jahren. Das ganze Gesetz kam zu Stande am 19. Mai. — Ueber den Strike und Lockout der englischen Land- — Der am Pfingstmontag in Worms abgehaltene mittel- rheinische Arbeitertaz ist trefflich verlaufen. Weiterer Bericht folgt. Der zweite Congreß des schweizerischen Arbeiter- bundS fand am Pfingstsonntag und-Montag zu Winterthur statt. Für heute sei nur erwähnt, daß der Ausschluß des deutschen ArbeiterbildungSvereins in Zürich mit 57 gegen 9 Stimmen folgenden Leitartikel: „Seit mehreren Wochen hatten wir an anderer Stelle wieder- — Ueber den zu Pfingsten in Chemnitz stattgehabten samkeit der Nationalökonomen, ja aller denkenven Kreise in England Congreß der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter ist uns bis von Tag zu Tag mehr in Anspruch nimmt: es ist der im Osten zur Stunde leider kein ausführli-ber Bericht zugegangen. Wir sind Englands ausgebrochen- und mit erstaunlicher Zähigkeit beiderseits! daher gezwungen, in gedrängter Kürze das zu bringen, was unser kni-t.i?kiibrte Knmvk-chHcken den„nv v?n tri.'�Varreioraan. der..Crimmitschauer Büraer- und Bauernfreund" fortgeführte Kampf zwischen den Pächtern und den ländlichen Tage-! Parteiorgan, der„Crimmitschauer Bürger- und Bauernfreund löhnern. �über den Congreß enthält: Der Congreß tagte vom 24.— 26. Mai. Der Ursprung des ConfliktS, wenigstens der letzte materielle Am 24. Bormittags 10 Uhr begann die Versammlung im Saale Anstoß zu demselben, ist in der Begründung einer Art von Strike-! der Stadt Mannheim. Es waren 29 Mandate aus verschiedenen Verbandes der ländlichen Arbeiter, der„Union", zu erblicken, ausj Gegenden Deutschlands vertreten. L. M-hlhorn(Crimmitschau) deren erste Lebensregungeu hin die Pächter sofort zu einer ana- wurde als 1., Schuster(Berlin) als 2. Vorsitzender, Kirchner logen(gleichartigen) Verbindung mit dem Endzwecke sich konstituirt(Braunschwyig) als 1. und Eifert(Chemnitz) als 2. Schriftführer gewählt. Wir hatten Gelegenheit, den Verhandlungen in den öffentlichen Sitzungen beizuwohnen und können konstatiren, daß alle Vertreter, welche hier waren, sich dessen bewußt gewesen sind, hatten, die„Union" auszurotten, und die bedingungslose Fort- .___ H. WW.______....D. dauer der bisherigen Arbeitslöhne und sonstigen Arbeitsverhältnisse nne von Lyon arbeitet im Dienste der„heiligsten Ideen", aber er zu erzwingen. Mit einem allgemeinen Arbeitsschluß haben die---------,,.,,,„-- findet sich darin nicht ganz„heimisch". Er behandelt sie mit einem Pächter die Feindseligkeiten begonnen, und seit mehr denn zwei! was sie hier zu leisten hatten. Alle Gegenstände der Berhand- großen Aufwände von Lungenkraft; er predigt die Achtung vors Monaten stehen nun A-beitgeber und Arbeitnehmer einander gegen- lungen und Debatten, welche sich über Unterstüyungskasse, Kranken- her Vaterwürde mit so kreischender Stimme, als ob er Verkäufer über, jede Partei von der Ueberzeugung durchdrungen, daß un- lasse sowie Stcrbekasse entwickelten, wurden von sämmtlichen Red- �-4,, 03..w*______<1�_____ r. s,_"______ n- V, �„..v., v,/ivv» hr»» Referenten. rc einem Bazar wäre und ausrief:„Die ganze Bude für 15 Sous! Immer heran, meine Herren!" Er bedauert, daß die Kinder so selten das Handwerk des Vaters lernen; dem müsse man entgegen isch- TÄ I D----------------- -W«eten; der Gesetzentwurf aber würde das Ding noch schlimmer � mMDM beii Joubert bekämpft den Antrag des Lyoner Industriellen; der-! die DOn �en industriellen Trades Unions in splendider Weise unter- eine selbe würde die hauptsächlichsten Wirkungen des Gesetzes aufheben, stützt zu werden scheinen, pochen auf ihre Unentbehrlichkeit und auf lntS�ie väterliche Autorität habe ihre Grenzen und führe zu Miß- ihre geschlossene Organisation; die Pächter, relativ glücklicher als erschütterliche Ausdauer sie dock endlich zum Ziele führen werde. Die Argumente, die jede der kämpfenden Parteien für ihren Anspruch ins Feld führt, sind im Wesentlichen die nämlichen, die man bei jedem der jetzt leider so häusig gewordenen Conflikte zwischen Kapital und Arbeit zu vernehmen pstegt. Die Feldarbeiter, ' uern, von denen im Lause der Verhandlungen, ohne die Referenten, 470 Mal das Wort ergriffen wurde, streng nach prinzipieller, sowie nach sachlicher Seite erwogen und danach Beschluß gefaßt. Wir können uns getrost der Hoffnung hingeben, daß diese Ver- Handlungen ihre Wirkung nicht verfehlen und genannter Gewerk- schaft segenSreicke Folgen bringen werde. Als Vorort wurden wiederum für UnterstützungSkasse und Krankenkasse Crimmitschau, für die Sterbekassc Meerane gewählt. lrhri brauchen. Gerade die Sorglosigkeit und selbst Habgier der Eltern! Fabrikherren und Industrielle, die mit ihren geschäftlichen Berech- ix,,,..™ 4!artet-. ÄeiWlUtÄUils- NAd OrllKMittttonö- jod toetde zur größten Gefahr für die Kinder. Mit Hülse dieses nungen in einen viel engeren Kreis von Chancen gebannt sind, v � � Amendements würden dieselben in der schreiendsten Weise aus'! betrachten die unausbleibliche Roth der Strikenden als einen mäch- Enmerenensciira. 09 Aebeutet� werden können. Die Anwesenheit des Vaters in der tigen Bundesgenossen und trösten sich üderdem mit der Hoffnung, j(j! Fabrik sei kein Schutz für das Kind gegenüber dem Prinzipal, der absoluter Herr in seinen Arbeitsräumen sei. ,pai> Malartre, ein Industrieller, wie Ducarre, verlangt Vertagung ieho« Verweisung der Vorlage an den Staatsralh. ischiisf Ihm tritt der Berichterstatter Tallon mit Entschiedenheit ent- Wiegen; das Gesetz sei schon durch die Hände des Staatsraths l-ych �gangen und brauche daher an diesen nicht zurückgeschickt zu werden. Die Frage sei übrigens seit 1841 gründlich studirt als worden; schon habe man in England, Deutschland, Rußland und (1 Schweden die Kinderarbeit beschränkt; darum verlange die Ange- cW? Kgenheit eine rasche Lösung. drei' Die Zurückverweisung an den StaatSrach wird hierauf ab- ! Zelehnt. pils! Leurent ist für das Amendement Ducarre's bezüglich der •jichd Kinderarbeit beim Vater; aber wenn man dasselbe auch aus die ,5 Dich! Arbeit des KindeS in einer Fabrik, in welcher der Vater arbeitet, .�ausdehnen wolle, dann würde das ganze Gesetz werthloS. wi«»',. Nachdem hierauf Joubert erklärt, daß die Arbeit deS Kindes j.eH«. beim Vater nicht ins Spiel komme, da das Zimmer, in welchem - Familienvater arbeite, keine Fabrik sei, wird daö Amendement gpif Ducarre abgelehnt. zM»! Jedenfalls kann man an den beiden Industriellen Ducarre i ff Und Malartre sehen, wie sich die Herren mit aller Kraft dagegen ufff! Lehren, der so billigen Kinderarbeit allmälig beraubt und in .jab'hrer Ausbeutung derselben immer mehr beschränkt zu werden. nffltf- Ein ähnlicher Versuch Pernolet's, das Gesetz zu verschlimmern, v-t Wird auf Antrag des Berichterstatters gleichfalls vereitelt. Ein Amendement deS früheren ArbeitsministcrS de la Bouillerie, 1 bas niedrigste Aller der in Fabriken beschäftigten Kinder von 10 gieff Uns 12 Jahre festzusetzen, wird der Kommission überwiesen. Dasselbe geschieht mit einem Amendement Roussel's, wonach ag"Us niedrigste Alter 13 Jahre sein soll. uf tls Ein neues Amendement von Malartre will, daß die 12stün- Zitd«! bige Arbeit von Kindern, die daS zehnte Lebensjahr erreicht haben, tzl besonders in der Spitzen-Jndustrie und Seidenweberei erlaubt 0 �rde, falls sie eine öffentliche oder Fabrikschule besuchen. Auch seri° wit diesem Amendement fällt der edle Ausbeuter durch. Pernolet schlägt hierauf ein Amendement vor, wonach minder- lahrigen Mädchen Nachtarbeit in den Manufakturen erlaubt werden zgeff H wo ihre Eltern arbeiten. Dasselbe wird auf Antrag Joubert's hnffif �«ichsalls abgelehnt. Bamberger will, daß für die israelitischen Kinder der Ruhetag e yff uuf den Sonnabend verlegt werden solle, cheit«', wogegen Graf v. Melun einwendet, daß man Ausnahmefälle eruff S'cht festsetzen könne, ohne den schwersten Mißbräuchen Thür und «i.!"bhor zu öffnen. Die Zufatzbestimmung wird abgelehnt. Feray findet die Bestimmung des Art. 9 übertrieben, wonach durch die der modernen Landwirthschaft zur Verfügung stehenden mechanischen Hülfsinittel auch ohne ihre bisherigen Arbeiter ferrig werden zu können. Sie behaupten,„daß Menschen zum Aufbin- den und Aufsetzen deS Getreides bald ebenso überflüssig sein werden, als es schon heute die Sichel und die Sense ist." Unter solchen Umständen ist es erklärlich, wenn unbefangene Beobachter das Ende des Streites noch als in weiter Ferne lie- gend erachten, nicht minder begreiflich ist es aber, daß diese Be- obachter auch mit täglich zunehmender Besorgnß die Consequenzen ins Auge fassen, die aus der längeren Dauer einer so unnatür- lichen Situation nothwcndigerweise hervorgehen müssen. Immer wieder haben die Volkszählunzen in England die Thatsache er- geben, daß die Zahl der ländlichen Grundbesitzer, der Pächter und der ländlichen Arbeiter in einem stetigen, außer Verhältniß zu der Gestaltung der anderen Klassen stehenden Rückgange begriffen ist. Schon bei der Zählung im Jahre 1861 hatte sich ergeben, daß Angelesimheite«. An die Parteigenossen! Als Verrrauensmänner sind vorgeschlagen und bestätigt worden: Chemnitz: I. Vahltcich; Düsseldorf: Wilh. Wentker. Für den P arte i- UnterstützungSfond gingen seit dem 19. April d. I. hier ein: Waldenburg i. Sachsen durch A. Ziegler 1 Thlr. 14 Gr. 6 Pf.; Pirna durch A. Bley 5 Gr.; Hamburg durch Paulsen 4 Thlr. 7 Gr.; Darmstadt durch Feuchtmann, Liste 91, 98, 99: 3 Thlr. 28 Gr. 10 Pf.; Gießen, Liste 1324: 1 Thlr. 21 Gr. 6 Pf.; Cöln von Rittinghausen 8 Thlr.; Luckenwalde durck Lorenz 1 Thlr.; Lech- Hausen durch Hetzinger 2 Thlr. 15 Gr.; Lörrach durch Schwöble, Liste 186, 138, 189, 190: 3 Thlr. 13 Gr.; Cöln vom Partei- balle 13 Thlr. 23 Gr. 6 Pf.; von Kann in Frechem 1 Thlr., von Kühn 1 Thlr. 3 Gr. 3 Pf., kleine Beiträge 2 Thlr. 11 Gr. 6 Pf.; Spandau durch Camin 2 Thlr. 20 Gr.; Stade, Kränzchen ............ �________ o_____ �____ � � � des Ärbeiter-BildungS-Vereins, freiwillige Beiträge 2 Thlr. 11 Gr. in England und Wales unter' einer Sesammtbevölkerung von! Kleinzschocher 1 Thlr.; Hamburg durch Schultz auf Liste 2: 9 Thlr. 20,066,224 Köpfen nur 15,131 männlicke und 15,635 weibliche>26 Gr., serner durch denselben 5 Thlr.; Kleinzschocher durch selbstständige Grundbesitzer sich befanden. Unter ihnen standen Hofmann 5 Thlr. 6 Gr.; Hamburg von SeegenSperg 1 Thlr.; 226,957 Pächter und Viehzüchter und 22,788 Pächterinnen, unter! Meerane, Liste 670 durch Petermann 10 Gr. 6 Pf.; Schweinau welchen die Pächtersfrauen nicht verstanden sind, welche besonders durch Lorenz 1 Thlr.; Staßfurt, Liste 855 durch Niehof 2 Thlr. mit 163,765 aufgeführt werden. Ferner gab es 914,301 laud- H Gr.; Walbheim durch Wegener 2 Gr. 6 Pf.; Reutlingen, uste wirthschaftliche Tagelöhner und ungefähr 135,000 Schäfer und>599 durch ZirbS 2 Thlr. 8 Gr. 6 Ps.; Hainichen durch Hosemann Knechte, sowie ca. 90,000 Arbeiterinnen und Mägde. Und im 1 Thlr 7 Gr.; Schmölln, �Liste 470 durch Martin 18 Gr; Fürth April 1871 zählte man nur noch 22,964 selbstständige Grund- eigenthümer(14,191 männlichen und 8773 weiblichen Geschlechts) und 225,569 Pächter, während die Bevölkerung sich um mehr als Millionen vermehrt hatte. Die entspreckenden Kategorien der landwirthschaftlichen Arbeiter aber hatten sich auf 764,574 und 260,000 vermindert. Will man auch annehmen, daß die Verminderung der länd- lichen Arbeiter durch eine entsprechende Vermehrung der landwirth- schaftlichen Maschinen ersetzt wurde, so steht dieselbe doch auch mit der sortwährenden Zunahme der Latifundien(großen Landgüter) in durch G. Löwenstein 21 Thlr. 20 Gr.; Frankfurt a. M. durch Grimm 22 Gr.; Saarbrücken(St. Johann) durch Zimmermann 5 Thlr.; Schönebeck durch Hanke 15 Gr.; Erfurt, Liste 1301 durch R. Wolf 1 Thlr. 6 Gr.; Lübeck, Liste 204: durch Glöde 3 Thlr. 12 Gr. 9 Pf.; Bayreuth durch C. Wendel 1 Thlr. 16 Gr.; Kamenz durch Mendt 28 Gr. 3 Pf.; Luckenwalde durch Lorenz 1 Thlr.; Langenbielau durch A. Kühn 2 Thlr. Ueber die in Berlin eingegangenen Gelder wird nachträglich besonders quittirt werden. Parteigenossen! Wir fordern Euch dringend auf, bei allen einem unleugbaren kausalen(ursächlichen) Zusammenhange, und Festlichkeiten und in allen Versammlungen der Jnhastirten und indem der gegenwärtige Conflikl dazu beiträgl, die Arbeitsverhält- nisse in der Landwirthschaft noch zu verschlimmern, ist es in der That, wie die„Times" mahnend bemerkt,„nicht so ganz unmög- anderweitig Gemaßregelten zu gedenken. Der UnterstützungS- fond ist erschöpft. Neue Mittel müssen ihm zugeführt werden, damit der Ausschuß mindestens den unabweisbarsten Anforderungen u# tlff, �en Kindern unter 15 Jahren nicht gestattet sein soll, mehr als d l Stunden täglich zu arbeiten, wenn sie nicht nachweisen können, $«, jsS sie den ersten Elementarunterricht genossen haben. Er fragt: c eff"Wie sollen sich diese Kinder ihren Lebensunterhalt, verdienen?" d e1" e, Tallon besteht auf der Nothwendigkeit, den Unterricht der fe jS. Kinder durchzusetzen. '>,. Obgleich auch noch Leurent den Art. 9 bekämpft, wird derselbe i« doch aufrecht erhalten. Pernoler schlägt eine Zusatzbestimmmung vor, wonach den d.es- ea [ich, daß der Strike und Lockout in der Vernichtung der seitens der Gemaßregelten genügen kann alten Laae des landwirthschaftlichen Lebens in diesem Wie wir schon früher angedeutet haben, findet der dies- Lande enden kann." jährige Parteikongreß vom 18.— 21. Juli zu Coburg statt. Einen Vortheil für das Land könnte eine so gewaltsam her- beigeführte Umwälzung wichtiger wirthschaftlicher Lebensbedingungen unmöglich in sich bergen, und eS ist begreiflich, daß alle wohl- meinenden Männer Großbritanniens eifrig daraus bedacht sind, die anscheinend noch in so weitem Felde befindliche Lösung deS ConfliktS zu beschleunigen. In London wird zu diesem Zwecke in den nächsten Tagen eine aus Vertretern beider Parteien, Paria- mentSmitgliedern und anderen sachkundigen und angesehenen Man- nern bestehende Versammlung abgehalten werden, und es wäre nicht nur um des vorliegenden Falles willen, sondern als gün- stiges Präzedenz für alle analogen Zwischenfälle dringend zu wün- scken, daß es diesen Bestrebungen gelingen möge, durck ein aus; Recht und Billigkeit gegründetes Abkommen einer bedenklichen; KrisiS im landwirthschaftlichen Leben Englands ein Ziel zu setzen."! Do die„Norddeutsche allg. Zeitung". Da in einigen Theilen Die Tagesordnung deS Congresses werden wir binnen 8 Tagen zu Eurer Kenntniß bringen. Anträge zum Congreß wolle man dem mitunterzeichneten A. Geib zusenden. Wir erinnern daran, daß nur solche Orte auf dem Kongreß vertreten sein können/welche mit ihren Parteisteuern nicht imRückstande sind. Die Steuern für Mai müssen spätestens bis zum 15. Juni eingesandt sein. DieS allen Mitgliedern zur Be- achtung! Sämmtliche Gelder sind an den mitunterzeickneten Partei- kafsirer H. Benneke zu schicken. Mit Gruß! Hamburg, 30. Mai 1374. Der Ausschuß I. A.: H. Benneke, kl. Schäferkamp 36. A. Geib, RödingSmarkt 12. I ; Studien„preußischer Richterlogik" ab. Sch-il stand vor den ™ v-s ttl U 1 1 i U lüj tS-o> Schränken, angeklagt nach den§z 185 und 20 des Reichsstraf- ...(vewcrkjchast der Schuhmacher. gesetzbuches wegen Beamtenbeleigigung. In einer Parteiveriamm- � Ootha. Die jum 24., 25., 26. und 27. Mar nach Eis-nachi.�g am 30. März d. I. wurdet. A. die Frage besprochen, ob elnberufene Generalversamm.ung war von 20 Delegrrten besucht.. Militärpersonen an den qemüthlichen Abenden der Partei Theil Schlanger aus Osfenback war nicht emgetroffen. hat vielmehr, ��men dürfen? Nach der Klageschrift erklärte der als Agitator wre wir vermuthev, da» Werte gezucht. Die Deligrrten vertraten Angeklagte:„Soldaten dürfen überhaupt in 44 Städte, welche zu unsrer Gewerklchaft Zahlen und eine Mit-{e{ne politischen Versammlungen kommen. Unsere qemüthlichen glrederzahl. von 2000 repraientiren. In der Kranken- und Be- Abende werden ebenso von der verehrlichen'bochlöblichen Polizei gräbmßkaffe find 088 Mitglieder, und wurde nach dem Benchr Uerwacht wie unser- wöchentlichen Zusammenkünfte, wenn Sol- des Unterz-lchneten der Stand der Gewerklchafts- wie Krankenkasse p�en dasind, dann mag sie die Polizei denunziren, wir sind keine als zufriedenstellend bezeichnet. Die große Zahl der eingegangenen Anträge gab Veranlassung zu hitzigen Debatten, die aber alle darauf hinausliefen, die besten Mittel und Wege zu finden, um die Gewerkschafts- und Krankenkasse stark und mächtig zu machen. Die 4 Tage langen Verhandlungen bewiesen, wie ernst es den Delegirten war, etwas Gutes zu schaffen, und wir glauben ohne Uebertreibung sagen zu können, daß dies gelungen ist. Ist auch unsre Organisation nicht frei von Mängeln, so waltet doch bei uns demokratisches Recht und müssen Mängel stets Besserungen weichen, wenn die Majorität dies beschließt. Im Uebrigen ver- weisen wir auf das demnächst erscheinende Protokoll. Nachdem sämmtliche Delegirte sich mit Ehrenwort verpflichteten, unermüdlich für die Interessen der Gewerkschaft thätig zu sein, schieden wir, beseelt von diesem Gedanken, von einander. Also auf, an die Arbeit. Auf, Collegen Deutschlands, die ihr in kleineren Organisa- tionen, Fachvereinen u. s. w. vereinigt seid und dasselbe Ziel erstrebt, tretet der Gewerkschaft bei. Auf ihr Tausende, die ihr vergeblich einer Besserung entgegen harret, tretet der Gewerkschaft bei, um durch vereintes Schaffen und Wirken jene von uns allen erwünschte Selbstständigkeit zu erlangen. Da die Verwaltung wieder nach Gotha verlegt ist, wird eine rege Agitation ins Werk gesetzt werden und bitten wir, Verbindungen mit Städten und Orten, wo die Schuhmacherei betrieben wird, anzuknüpfen. 5000 Mitglieder ist das Ziel, nach welchen wir streben und welches wir erreichen müsse». Also nochmals Collegen an die Arbeit. W. Bock. Leipzig. Collegen allerorts! Der Strike der hiesigen Schuh- machergehilfen dauert immer noch fort; trotzdem derselbe keine großen Dimensionen mehr hat, sehen wir uns doch genöthigt, fest auSzuhalten, um diejenigen Arbeitgeber, welche bis dato hartnäckig waren, zu nöthigen, unsere Forderung zu bewilligen. Deshalb bitten wir unsere Collegen allerorts, Leipzig unbedingt zu meiden. Unterstützt uns, wenn eS Euch noch möglich ist; wir werden es nie vergessen, was Ihr an uns gethan habt und werden es reich- lich zu vergelten suchen. Alle Briefe und Gelder wolle man senden an Hrn. Schreiber, Münzgasse 3, Berkehr der Schuhmacher. Im Auftrage des Strikecomitä's �. Moritz Hörtzsch, Vorsitzender. Corresponoenzen. Magdeburg, 27. Mai. Auf der am 26. v. M. stattgehabten Delegirtenconferenz von Mitgliedern der sozialdemokratischen Ar- beiterpartei wurde das bis dahjn bestandene Central-AgitationS- comitö für den Regierungsbezirk Magdeburg und das Herzogthum Anhalt aufgelöst und beschlossen, für die Wahlkreise Calbe-Aschers- leben-Halberstadt u. f. w., sowie für die Anhaltischen Wahlkreise ein AgitationScomitv in Staßfurt zu wählen, für die Wahlkreise Magdeburg, Wanzleben, Jerichow I. und U. u. s. w. ein solches in Magdeburg zu ernennen; jedoch sollen beide Comite's sich in ihrer Thätigkeit ergänzen, und wurde Unterzeichneter beauftragt, für das hiesige Comitö, alle Zuschriften betreffs der Agitation ent- gegen zu nehmen; alle zu diesem Zwecke aufgebrachten Gelder sind jedoch an den Parteigenossen Wille, Prälatenstr. 9 zu senden resp. abzugeben. Wilhelm Klees, Neueweg 14. Königsberg i. im Mai. Situationsbericht. In Nr. 52 des„Volksstaat" wurde bereits geschildert, welch liebevoller und väterlicher Fürsorge die hiesigen Parteigenossen bei ihren Be- strebungen, die Arbeiter zu organisiren, von Seiten der hiesigen Behörden sich zu erfreuen haben. Nach Monate langem Warten erhielt der bisherige Vertrauensmann der Partei und provisorische Bevollmächtigte für die Metallarbeitergewerkschaft, A. Schwarz, anterm 6. Mai folgenden drastischen Bescheid: „Ihre Eingabe vom 23. März d. I. wegen Genehmigung einer Krankenkasse haben wir an den hiesigen Magistrat zur veitern Prüfung und Verfügung abgegeben, dessen Bescheid Sie abzuwarten haben. Königl. Regierung Abtheilung des Innern." Fast gleichzeitig traf auch der noch originellere Bescheid deö Magistrats folgenden-Inhalts ein: „Auf Ihr von der Königl. Regierung unS abgegebenes Gesuch im die Genehmigung zur Errichtung einer Filiale d er Chemnitzer Netallarbeiter-GewerkSgenossenschaft benachrichtigen wir Sie unter Rückgabe der eingereichten Statuten, daß wir die Gründung einer -olchen Filiale hier nicht befürworten können. Magistrat Königl. Haupt- und Residenzstadt. Czepansky." Als wenn es uns jemals auch nur im Traum eingefallen wäre, ?u verlangen, der löbliche Magistrat solle unsere Genossenschaften efürworten. Durch die Vereinigung der Metallarbeiter auf dem äongreß in Hannover ist für uns diese Angelegenheit in ein adereS Stadium getreten, und wir werden jetzt entschieden mit er Begründung der Mitgliedschaft vorgehen. Etwas mehr Glück ; aben wir mit Gründung der lokalen Coalitions- und Unter- - ützungikasse für die vereinigten Arbeiter Königsbergs gehabt. ls provisorischer Bevollmächtigter resp. erster Vorsitzender wurde arteigenossc Scheil gewählt, und als Schriftführer fungirte pro- > sorisch A. Radtke, Statuten sowie Mitgliederliste wurden Pflicht- !.maß dem Kgl. Polizei-Präsidium eingereicht. Dieses Vorgehen ranlaßte jedoch den hiesigen sehr diensteiftigen und um das taatswohl sehr besorgten Criminal-Jnspektor Hirsck zu einer -.ntlichcn Vernehmung der beiden genannten Parteigenossen, wobei i Elfterem eröffnete, daß, da wir zu dieser Begründung die Ge- . hmigung der Staatsregierung noch nicht erhalten, jedenfalls der matsprokurator hier einschreiten würde. Scheil hatte jedoch in > c konstituirenden Versammlung der Kassenmitglieder ausdrücklich tannt gemacht:„daß, bevor die Genehmigung der Staatsbehörde cht eingelaufen sei, noch keine Beiträge für die Kasse erhoben rden sollten" und alsdann dieselbe auf unbestimmte Zeit, vertagt. m ist von Seiten der Regierung der Bescheid erfolgt, daß die sse den Bestimmungen des Z 2 des Gesetzes vom 11. März . 50 unterliege, und Statut sowie Mitgliederverzeichniß dem l. Polizei-Präsidium einzureichen seien. Der strebsame Gesell- ftSretter hat sich voraussichtlich eine überflüssige Arbeit auf- Irdet. Am 21. spielte sich vor dem hiesigen Stadtgericht auch ein Denunzianten, das überlassen wir den Polizeispitzeln." Auf Grund dieser Ausführung ist Scheil angeklagt, den Criminal-Jnspektor Hirsck öffentlich beleidigt zu haben, da derselbe am gedachten Abend (wie dies sehr oft geschieht) die Versammlung in Begleitung des Schutzmanns Hochleitner überwachte. In seiner Vertheidigung protestirte Scheil zuerst gegen die gehässige Form, in welcher die Klage abgefaßt war. Der Begriff, was ein Polizeispitzel und wer darunter zu verstehen sei, wurde von ihm klar dargestellt. Der Ankläger oder Strafantragsteller Hirsch(kein Inspektor) würfe ja das ganze offizielle und aktive Institut der Königl. Polizei mit jenen verächtlichen Creaturen(den Polizeispitzeln) in einen Topf zusammen. Nach Scheils Vertheidigung ergriff weder der Staats- anwalt noch der Ankläger mehr das Wort. Nach einhalbstündiger Berathung wurde von Seiten des Präsidenten in einer unendlich langen Motivirung, in welcher konstatirt wurde, daß der An- geklagte als gebildeter Mann wissen mußte, daß er durch diese seine Aeußcrung den Criminal-Jnspektor Hirsch beleidigte, das Urtheil auf 30 Thlr. Geldstrafe event. 14 Tage Gesängniß fest- gesetzt.— Schrumm! Selbstverständlich wird der Angeklagte appelliren. Nicht uninteressant ist der sachlich gehaltene Bericht, den die „Königsberger Hartung'sche Zeitung" über die Verhandlungen bringt. Es heißt da:„Am 21. d. M. hatte derselbe(Scheil) sich auf die Anklage zu verantworten, er war auch im Termine erschienen. Zunächst wies Angeklagter seine Benennung als sozial- demokratischer Agitator, wie solcke die Anklage gebraucht, zurück, indem er ausführte, daß er dieselbe nicht verdiene, da er schon seit längerer Zeit in einer hiesigen Maschinenfabrik arbeite. Die Ver- theidigung, die Angeklagter sehr gewandt führte, ging, indem er zugab, so geredet zu haben, wie es die Anklage anführt, dahin, daß er damit unmöglich die Polizeibeamten habe beleidigen können; wenn er von Polizeispitzeln geredet, das sei eine allgemein übliche Benennung für solche Subjecte, welche keine Polizeibeamte sind, sich jedoch von der Polizei als Spione und zu untergeordneten Polizeidiensten gebrauchen lassen. Es gibt ein Sprichwort:„Der Rock, der mir nicht paßt, den ziehe ich nicht an", dieses wäre von den Polizeibeamten zu beherzigen gewesen. Daß seine Aeußeruug Beifall und Gelächter erregte, bestreitet Angeklagter, daS erfolgte wegen einer späteren Aeußerung, die ein Anderer in der Versamm- lung that. Herr Polizeiinspektor Hirsch, der mit einem Criminal- beamten regelmäßig die sozialdemokratischen Versammlungen über- wacht, deponirte als Zeuge, daß die Beamten in solchen wie auf Kohlen sitzen, da man jede Gelegenheit wahrnimmt, ihnen zu nahe zu treten; so sei es auch in jener Versammlung der Fall gewesen Als Angeklagter die Aeußerung gethan, hätten sich unter Gelächter die Blicke der Versammelten auf ihn gerichtet. Herr Staatsanwalt Hoppe sagt, wenn sich der Angeklagte nicht bewußt ist, Agitator zu sein, so verzichtet er darauf, denselben eines Besseren zu be- lehren; wenn Angeklagter aber, wie er selbst zugegeben hat, in kurzer Zeit in Breslau, Cassel, München und Westfalen überall in sozialdemokratischen Vereinen thätig gewesen ist, so dürfte die Bezeichnung Agitator wohl verdient sein. Zur Sache hielt Herr Hoppe die Anklage anstecht, denn aus dem Zusammenhang der Rede geht die Absicht hervor, die Polizeibeamten zu beleidigen. In Anbetracht der Schwere der Beleidigung in öffentlicher Ver- sammlung, sowie des Umstandest daß es den Polizeibeamten sehr schwer wird, einer großen Zahl von Menschen gegenüber, die allerlei zusammenreden, ihre amtlichen Funktionen zu üben, wurde auf 14Lägige Gefängnißstrase zu erkennen beantragt. Angeklagter antwortet, daß er zu der Kategorie der Agitatoren aus den von der Staatsanwaltschaft angeführten Gründen nicht gehöre; die heutigen Verhältnisse zwingen die Arbeiter, ihren Wohnort öfter zu wechseln. Er hofft, daß seine Ausführungen, die er ucl rem gemacht, beim Gerichtshofe Eingang finden, und erwartet von der Gerechtigkeit und Unparteilichkeit der preußischen Richter seine Freisprechung. Der Gerichtshof, welcher aus dem Zusammenhange der Rede des Angeklagten feststellte, daß kein anderer als die jene Versammlung überwachenden Polizeibeamten mit dem incriminirten Ausvruck gemeint sein sollte, erkannte, in Rücksicht darauf, daß der Angeklagte als gebildeter Mann sich wohl bewußt ist, was eine Beleidigung zu bedeuten hat, er nichts vestoweniger solche übte und dadurch die Beamten dem Hohne und Gelächter der Versammlung preisgab, auf 30 Thlr. event. 14 Tage Gesängniß und sprach den Beleidigten das Recht der Publikation des Urtheils durch die„Hartung'sche Zeitung" zu." Am ersten Pfingstfeiertag unternahmen eine Anzahl hiesiger Parteigenossen mit ihren Familien einen AuSflug nach dem eine halbe Meile entfernten Dörfchen Schönfließ, welches nur 2 Gast- Häuser besitzt. Durch den Straßenanzeiger war die Einladung zum Spaziergang erfolgt und auch zur Kenntniß der Wohllöbl. Behörde des Dörfchens gelangt. Darob war nun großes Entsetzen. Das Gasthaus, in welchem die bösen Sozialdemokraten eingekehrt waren, wurde scharf bewacht, doch ließ man sie unbehelligt. Nach- dem man sich den größten Theil deö Nachmittags amüstrt, unter- nahmen eine Anzahl derselben einen kleinen Spaziergang nach dem andern Gasthaus, welches am obern Ende des Dorfes sich befindet. Hier trafen dieselben eine Anzahl ländlicher Arbeiter; man unter- hielt sich. Als jedoch einige Parteigenossen den Landleuten ihre Liederbücher als Geschenke anboten, sprang wie ein Tieger der Retter der Gesellschaft in Gestalt des Ortspolizeibeamten aus dem Nebenzimmer hervor und wollte dies verbieten, als man ihn ob dieses Ansinnens auslachte, begnügte er sich vorläufig mit der Be- schlagnahme und dem Notiren der„Volksaufwiegler". Da die- selben aber darüber durchaus keine Reue zeigten, noch viel weniger daran dachten, den Ort zu verlassen, so erließ der Beamte kraft seines Amtes an den armen Wirth den Befehl,„den Königsberger sozialistischen Wühlern weder Speise noch Trank zu verabreichen." Das Singen eines Liedes war schon vorher verboten worden. Nun waren die Sozialisten dem Hungertode preisgegeben und mußten das Feld räumen. In ihr erstes Gasthaus zurückgekehrt folgten ihnen fast auf den Fersen die GesellschaftSretter, welche sich ansehnlich durch Hinzuziehung vom Schulzen und Gensdarmen k. verstärkt hatten. Hier wurde gegen den Rest der Gesellschaft, welcher sich noch vorfand, und gegen den Wirth durch das obige Verbot in ebenso terroristischer Weise vorgegangen.� Als einige Mitglieder gegen der würdige Schulze Hempel, er würde die ganze Gesellschaft? in das Spritzenhaus einsperren lassen, die da in's Dorf komme,!Miü um aufrübrerische Plakate unter die Leute zu vertheilen. Diese» vermeintlichen Plakate wurden ihm als Geschenk angeboten, aber�lj als sei es lebendiges Feuer, so wehrte er sieb vor der Annahme.!� Gegen diesen GesellschaftSretter wollen die zumeist Terrorisirteu der�j� Gesellschaft auch noch aus Dankbarkeit einen Prozeß anstrengen.— B Wie undankbar die Menschen doch oft sind. Lo Briefkasten- der Redaktion. An Berschiedeni- L. kann vorläufig keine weiteren! Einladungen annehmen. C. dahier: Moritz Richter ist Cigarrenmacher � und aus Obcrenschütz bei Dobeln. I. G. in Cassel: Die Erfüllung Ihres Wunsches steht nicht bei uns; wenden Sie fie sich an deu Aus«! S. 1 schuß. Vielleicht kann Auer kommen. Der Einsender der Waldenburg« eo: Correspondenz wird um Angabe seiner Adresse gebeten, da uns dieselbe� abhanden gekommen ist. 1)1 der Expedition. R. Lsr Wittgensdorf Schr. Thlr. 1. 7. Schlz Lindenau, Schr. 10 Gr. Mhlhrn Crimmitschau Ann. 18 Gr. W. Frz Wald Schr. Gr. 13. 3. Arbeiterverein Gera Ann. 9 Gr. Arbeiterverein Thonberg! Ann. 6 Gr. Bchhm hier Schr. Gr. 3. 1. I. Mllr hier Schr. Thlr. 2. 3. � Chste Berlin Ab. April Mai 1 Thlr. A. Bhm Gersdorf Ab. Juni � Gr. 9. 5, Soz.-dem. Arb.-Partei Hamburg Ann. Thlr. 1. 26. ditt» Aj Erlangen Ann. 7 Gr. P. Stss Salonik Ab. f. N.-J. Arb.- Zeitung Thlr. 1. 10. Metallarbeitergewerkschaft Berlin Ann. 7 Gr. G. Grgs Berlin: die Annonce vom Dezember ist bezahlt. Klempnerverein Ham- bürg: die 16 Gr. Annoncen sind am 21. April eingegangen, die Mahnung �) ist irrthümlich. ißt Anzeigen:c.»üen Arbeiter-Partei. Ei Ng Augsburg Schützen halle. Samstag, d. 6. Juni: Parteidersammlung in der Fr. Huttenbacher, Bertr. ! Altona »ls Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Donnerstag, d. 4. Juni, Abends 9 Uhr: Versammlung im SchuhmacheramthauS gr. Bergstraße 139. Da wichtige Angelegenheiten zu besprechen find wird um vollzählige? und pünktliches Erscheinen ersucht. Der Vorstand. XL. Den Parteigenossen hiermit zur Nachricht, daß am Sonntag, den 7. Juni, die Gewerkschaft der Holzarbeiter in Eimsbüttel schwarzen.■ Bären ein Sommervergnügen veranstaltet, wozu Sämmtliche eingeladen t"' sind.________ D. O. paus U ni lti tt; Wlsvki« MetallarbeitergeweriSgenossenschaft. •CJvvllI» Sonnabend, d. 6. Juni c, Abends halb 9 Uhr: Monats- Versammlung bei Macke, Auguststraße Nr. 80. Kassen, und Revifions-Bericht. Bericht des Delegirten über die Generalversammlung. Der Bevollm. Coburg Arbeiterverein. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß sich unser Vereinslokal von heute den 1. Juni ab, im„Gasthof zum halbe« � � Der Borstand._ P Mond", Steinthor befindet. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Freitag, den 5. Juni, Abends halb 9 Uhr bei Jabin, Turnerstr. 3.— T.-O.: Soz.-pol. Wochenbericht, Ref. Wähler. Di?» kussion über den 2. Punkt des Eisenacher Programms. Gäste willkommen.__ Der Borstand. tt« Leipzig«. Umgegend fiST.',"''"ÄÄ Arbeitervereine des 13. Wahlkreises werden ersucht, sich Sonnabend, den 6. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale des Arbeiterbildungsvereins behuf? II -racl 'arti ewa: Besprechung über Einberufung einer Dclegirten-Conferenz des 13. Wahl--- � kreises pünktlich einzufinden. Der Vorstand. I. A.: Fr. Nauert. � Gewerkschaft der Holzarbeiter. Mittwoch, den 3. Juni, Abends halb 9 Uhr: fiyung bei Zeidler. Sonnabend, Gewerkschaftsversammlung. Bortrag. Leipzig Ausschuß- Kassel. Unseren Freund und Parteigenossen Minner zu keinem 27. Geburtstagsfeste ein donnerndes dreimaliges Hoch, daß das Vereins- lokal auf dem Morställer Platz in feinen Grundsesten erzittert. _ Die Mitglieder der sozialdem. Arbeiterpartei.* ilttle -er 5 Sa !t 1 ftnn ildu er 9 tn( lelt, tt( «3 t Sonntag, den 7. Juni, Abends von 3 Uhr ab: Stiftungs-Festball des Fachvereins der Tischler CölnS im alten Kuhberg(an der Schnurgasse)— Entrö: 7'> Sgr., Damen �' ,'s Kassenpreis erhöht. l"ß Karten sind zu haben im Vcreinslokale und von den Mitgliedern. i.' Alle Tischlergcsellen sowie Freunde und Parteigenossen sind hierdurch tJ'De höflichst eingeladen. Der Vorstand.' ptlr perr« Montag, den 8. Juni, Abends 8 Uhr: Generalversammlung. rsh f Tagesordnung: Neuwahl des Borstandes.»3 g Um pünktliches Erscheinen bittet Der Borstand. Ichit!' Mehrere Mille seine Cigarren können bei den billigen Preis von 7'»—8 Thlr. gegen baar noch ab- gegeben werden bei Carl Ranisch in Waldhelm. s2as' rch : 3 Nil itt zz ft-il Wet !ttio Achtung! Parteigenossen und Genossenschaften, welche in Cigarren-, Ranch-«- Schnupftabak, Liquere, Seifen- und Lichten, Haaröle, Pomaden, Wichst Streichhölzer, Mehle, Käse u. s. w. arbeiten, ersucht um ihre werthe Adresse, wenn möglich mit Preisverzeichniß. Nur preiswürdige Maaren kann ich gebrauchen. Coburg. Herm. Uhlig, Materialist, Steinweg 24. Genossenschaftsbuchdruckerei Nürnberg (Eingetr. Genossenschaft.) Samstag, den 6. Juni, Abends 8 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung im älerli". Tagesordnung: Rechnungsablage und Geschäftsbericht. Vortrag über das Wesen der Genossenschaft. Auftiahme neuer Mitglieder. Sämmtliche Mitglieder, sowie alle Freunde und Genossen werden � aufgefordert, z ahlreich und pünktlich zu erscheinen. Zugleich wird ersuch» die ausgefertigten Antheilfcheiue beim Genoffenschaftskassirer Joh. FaaZ sV. abzuholen; außerdem wird die Generalversammlung anderweitig darüber � w verfügen. k Für den Aussichtsrath: Für den Vorstand: C. Grillenberger, Stephan Burckhardt, Borsitzender._ Geschäftsführer.__[iE Ken ( - S Abl Pit s m che ! d- rOi »ttt xial Arbeitshosen. Accht Englische Lcderhoftn a Stück 1 Thlr. 15 Sgr., Leder-Westen ä Stück 1 Thlr., „ Cordhosen ä Stück 1 Thlr. 10 Sgr., „ Starke Stoffhosen ä Stück 2 Thlr. 15 Sgr., „ Drellhosen ä Stück 1 Thlr., Baumwollene feste Arbeitshosen st Stück 27'/, Sgr. °id empfiehlt sJ. IN.) Coittfi Guttmaml Leipnss, Grimma'sche Straße Nr. 24. M !-s V ...... WWWW WW I Leipzig: Verantw. Redakteur: M.Pr«ißer.(Redaktion n.Sxpcklioa dieses unzesctzliche Verfahren der OrtSbehörde protestirten, erklärte! Zei-?irsir. 44.) Druck und«w-ag der Smoff-nschaftSbuchdruckec«. s '«au > be