! Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle m: Postanstaltcn u. Buchhand- � lungen des In- u.Auslandes. Filial-Expeditionen für die [ÜÜ3 Vereinigten Staaten: F. Ä. Sorge, Lvr 10� llodokeu,!?. J. Wm. Lueders, 409 Maystr. Chicago, Jil. Peter Haß, S. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Der VolliMmk Abonnementsprns: 10 Sgr. pro Quartal. Monat,-Kdonnement» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den Lten u. Z ten Monat und auf den 3 ten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den 1 ten Monat ä ö'/s Sgr. angenommen, OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternatlonalenGewerksgenossenschasten. Ire» >ngv INN. geo« y ul lehÄ rothi irtigl Besil SC. Lo» >n di mstif uß. Inserate� die Abhaltung von Partei-, Verein»- und Rl-lkSvtrsmnmlnngen, sowie die Filial-Expeditionen und sonstig« Partei- Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und Vergnügung«. Anzeigw mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Rr. 75 Mittwoch, 1. Juki. 1874. nlu»! beitl" Herr« [e ie ich f [2« i eich� .oc«l ara« fo®li i bd d.' ilufl Sc Mit ichtd SB. st. olaf ichd lveo f. bi . § bi' et--« u-ä1' Stt' hast oo tf >. 1 )utl zlS d-' nich« ass- ab- Kit' dli< Äbonmmtlttö' Einladung. Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Quartal und fordern «vir deßhalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Der Preis beträgt 16 Sgr.(56 Kr. rh.) pro Quartal, •Vs Sgr.(18 1- Kr.rh.) pro Monat für ganz Deutschland. Alle deutsche Postanftaltcn nehmen Aboni-emenlS entgegen Denjmigen Abonnenten,»velche das Blatt per Kreuzband beziehen, wird dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender �cise berechnet: für Deutschland 1 Thlr. S Ngr.(2 fl. 3 kr. rh.); für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scaudmavien und Ztalien 1 Thlr!v Ngr.(ö Frcs.): für Frankreich, die Niederlande, Portugal, Großbritannien, Rumänien und die Türkei 1 Thlr. 20 Ngr.(6'« Frs.); für Spanien und für Amerika 2 Thlr. Für Leipzig und Umgegend ist der AbonnemenrSpreiS (out Bringerlohn) auf 17'- Ngr. pro Quartal und K Ngr. ero Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition dieses Blattes, Zcitzerslraße 44, und bei Eolporteur Müller; für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: für ?»lkmarsdorf. Reudnijz, Ncuschönefeld, jc.:c. bei Frau Friedrich, Anger Nr. 5, für Plagwitz und Lin»taau jc. bei grau Hohe, Plagwitz, Zschochcr'sche Straße 26, für Connewitz sc. bei Teubcrt, Bornaische Straße 19, für Kleinzschocher und Umgegend bei- Fleischer, Nr. 87 daselbst. für Thonberg bei Horn, Huuptstr. Nr. 9S, für Stötteritz bei Gust.Boigt, Schulweg 2, für Gohlis:c. beiO. Peukert, Hauptftr. 19. Für Berlin wird aus den.Bollsstaat" monatlich für 8 Sgr. frei in's Haus abonnirt, bei Trautmann, Engeluscr 6lb, 4 U t l il V IV f Wpv C/-X im Laden; Mehner, Elisabethkirchstr. 1; Bogel, Prinzeiistr.61; Krause, Zionskirchplatz 2, 3 Tr. vernünftiger Leiwng etwas daraus zu machen. Wie es ausgefallen ist, ist allgemein bekannt; ich will nicht Aeußerungen repetiren, wie sie als unparlamentarisch in der Generalversammlung gefallen sind, aber traurig ist eS, wenn überhaupt Veranlassung zu so harten Ausdrücken vorliegt.— Die„Chemnitzer Maschinenfabrik"(Mün- nich) hat es verstanden, lange Zeit auf Stelzen zu laufen und auf dem CourSzcttel die solidesten Sachen zu überragen. Ein rechtes Vertrauen habe ich hier nie gehabt, ließ man einen Zweifel irgend welcher Art durchblicken, so hieß es, er sei unbegründet, und als vor einigen Wochen Reklame durch Annoncen gemacht wurde und sogar eine mit Gottlieb Vehrend unterzeichnet war, da war Alles sicher.— ES liegt nicht in meiner Absicht, eine Kritik zu üben über die innere und äußere Ordnung dieser Fabrik, ebenso wenig will ich untersuchen, ob der Direktor mehr Techniker als Kauf- mann ist, ich Halle ihn für einen großen Macher und die nächste Zeit wird lehren, was und wie er es gemacht hat.(Wir glauben, daß das schon ziemlich klar liegt.) Ich bin im Prinzip für Eon- zeniration des Kapitals zu Jndustriezwecken, aber ich verdamme die rasfinirte Art und Weise, mit der Einzelne das Vermögen Anderer an sich ziehen und die Lüderlichkeit, mit der das Eigen- thum Anderer stellenweise verwaltet wird. Alles Beschönigen und Verheimlichen nutzt nichtS, die Auswüchse an dem ursprünglich ge- sunden Stamme(?!) müssen ohne Schonung abgeschnitten werden, wenn Chemnitz wieder zu Ehren kommen und der Ruf der guten Unternehmungen nicht mit untergraben werden soll!" So urtheilt der Bourgeoisjournalist über Chemnitz. Schwindel, Betrug, miserable Geschäftsführung: daS ist daS Zeugniß, welches er der Chemnitzer Bourgeoisie ausstellt. Es ist wahr, er greift nur einen einzelnen Fall heraus, aber er betrachtet denselben offenbar als charakteristisch für die Chemnitzer Bourgeoisie überhaupt; sonst könnte er nicht sagen, eS handle sich darum, daß„Chemnitz wieder zu Ehren komme". Was hat ein einzelner Fall, der auch vereinzelt dasteht, mit der Ehre oder Unehre einer Stadt zu thun? Der Correspvndent des„Dresdener Börsen- und HandelSblattS" beiläufig hat das„Leipziger Tageblatt" den Brief abgedruckt,........... a-reuicoen arg syciare natürlich ohne daß Herr Hüttner die Tragweite der darin ver auf den Markt wirft.„Arbeitskräfte zu verpachten"! So zwwat Pappenheimer zu gut, um den uü!! �.�eine Chemnitzer der �taat d.e G.sangcnen, den„freien" Arbeitern Concurreni ,u eine Ausnahme von der Regel zu halten) Und Jedermann sollte doch wissen, wie übel d.e Wc&r Vu£ 19. Jahrhundert». Als sogar die selbstfabrizirten ProstitutionS- annoncen weder„schöne Abonnentinnen" noch„galante L-ser" ein- brachten und selbst die Berliner„LouiS" gleichgiltig blieben, ließ „unser Braun» m se.mr Verzweiflung einen Artikel erscheinen. der die Berliner Stadtverordneten aufs Gröblichst- beleidigte be- züglich des Antrags auf Errichtung von Rieselfeldern Proleffor Gneist behauptete, ein solcher Artikel„sei ein- Schande für die deutsche Presse überhaupt». Wir b-vau-rn. dem Herrn Professor Gneist sagen zu müssen, daß für die wirklich ehren- hafte Presse, die mit dem Reptilienfond sowohl als dem Preß- burcau nichts zu thun hat, sein Ausspruch keine Geltung haben kann, da zedes nur halbwegs anständige Blatt die Solidarität mit der„Spenerschen Zeitung" aufs entschiedenste ablehnen muß wie-S zum Theil auch schon geschehen ist. Mögen die R-ptili-n- brüder die Schande der„Spenerschen Zeitung" tragen Helieu— btc ehrenhafte deutsche Presse hat keinen Theil daran! Ein Blatt, dessen Chefredacteur nicht einmal der sonst doch nicht scrupulöse Verein„Berliner Presse" aufnehmen wollte und ihn nur deshalb einschmuggeln ließ, weil er behauptete, er sei für die Haltung seines Blattes„nicht verantwortlich", mag zwar wohl daran thun, sich den Professor Birnbaum als Eig-nthümer zu bestelleu, aber seine (des Blattes nämlich)„Ehre" mag er sich bei der Verwaltung des Reptilienfonds bescheinigen lassen! —„StaatShülfe". Wie der Staat von heute der Bour- geoisie behülflich ist, die Löhne der Arbeiter herabzudrücken, zeigt nachstehende Annonce, die wir im„Nürnberger Anzeiger« finden- „Bekalintmachung. In der hiesigen Strafanstalt für Männer sind Arbeitskräfte von Gefangenen zu verpachten, welche sich zur Fabrikation von Bürsten, Kurzwaaren aller Art, zur Weberei u. f. w. eignen. Reflektanten wollen sich an den unterzeichneten Direktor wenden. Ensisheim im Elsaß, den 16. Juni 1874 Der Direktor Thi-m.« Hier zÄgt sich recht der Charakter der mo- dernen Produktionsweise, die an dem Arbeiter weiter nichts fiebt als seine Arbeitskraft und den lebendigen Menschen als' eine Ausnahme von der Regel zu halten. „Das Schlimmste, bemerkt die„Chemnitzer Freie Presse" zu Der A'oonnementsbetrag ist bei Bestellung zu entrichten� diesem Gcständniß einer Bourgeoisfeele, das Schlimmste bei der � ganzen Wirthschaft verschweigt natürlich der Börscn-Correspondeut, Abonnements bei der Sxprdilion» sowohl einzelne wie von daß unter der selbst in seinen Augen unverantwortlichen Filialen, welche nicht rechtzeitig erneuert worden» werden dom Handlungsweise der Chemnitzer Unternehmer die Chemnitzer Ar- 1. Juli an nicht mehr cffeltuirt. beiter am allermeisten zu leiden baden. Dieselben müssen die Ilie tiedaktion und Ekvedition des„vollisstaat�.„kleinen" Gründerprofite von 100,000 Thlrn. wieder h-rauS- ______ schinden, müssen durch ihre saure Arbeit die hohe Dividende, welche den„auf Stelzen gehenden" Geslbäften einen„soliden" Anstrich gibt, ermöglichen, müssen die„rasfinirte Art und Weise", in welcher Bekanntmachung. Mit Beginn des 3. Quartals.— 1. Juli 1874- werden i hiesige Fabrilvirektoren selbst nach Meinung eines dieser Gesell Bestellungen' aus den„Boilsstaat" für Leipzig und Hlmgegend schastsklasse Nah-stehenden das Eigenihum KnUxvc direkt bei Unterzeichneter oder durch die Colporkeure sicher am allerbtiterste» selbst empfinden, und«enn schließlich der »i schwindelhafte Bau zuzammenstürzt und eine Gesellschaft bankrot- nur gegen Borausvezahlung, ttrt, deren Gründer, Direktoren sc. sc. sich in Gestali von Pro- gleichviel ob Quartals- oder Monatsabonnement, angenommen. Visionen, Dividende-Antheil und wie man daS sonst nennt, ge- Die Filialexpeditionen sowohl als Diejenigen, welche per Kreuz-. Mittel„gerettet" haben, dann werden die Arbeiter brodlvs öand oder Couvert beziehen und nach Verfluß von L Tagen nach die Straße gesetzt, und müssen hungernd in der Welt herum- dem Ersten jeden MonaiS die Abonnementsbeträge nicht eingesandt �ustn, bis sie wieder eine Stellung finden, wo der frühere Lauf haben, erhalten keine weiteren Zusendungen. Dinge von Neuem vor sich geht. Tie Restanten, nawentlrib von Leipzig und Umgegend, werden> �Und eine solche Wirlhsckast nennt man gesellschaftliche und so- »sucht, baldigst ihren Verpflichtungen nachzukommen. Leipzig, den 12. Juni. 1874. Die Expedition des„Volksstaat." ziale„Qrdnung"? Angesichts solcher aller Moral ins Gesicht sckilagendcn Zustände, in welche unsere Bourgeoisie luS über die ' Ohren versunken ist, bestreitet man der Sozialdemokratie das Recht, auf eine gänzliche Umgestaltung der Produktionsweise zu dringen! — Da spricht derselbe Mensch, der die verrotteten Verhältnisse schildert, noch von einem„Läuterungsprozeß", der sich vollziehen sollte, und von einem„ursprünglich gesunv;n Stammes Tie Mitzwirthschajt der Bonrgesisie von einem Bourgeois beleuchtet.)..................., Aus Chemnitz, dem sächsischen Manchester, brachte das na- Worin soll denn der„Läuterungsprozeß" bestehen, wenn nicht in tionalliberale„Dresdener Börsen- und Handelsblatt" vor der gänzlichen Beseitigung der Clique, welche sich der� Industrie Kurzem folgenden Bericht: bemächtigt hat und diestlbe als melkende Kuh benutzt, sie dabel�zu „Ihre hiesigen Correspvndenten sind jetzt in einer üblen Lage; das Geschäft ist ruhig, neue Unternehmungen entstehen nicht und das, was sonst vorkommt, ist so unerquicklicher Natur, daß man ra c.t... �«Mi,...».iffi-»a Grunde richtend?— Worin besteht denn ferner der„ursprünglich gesunde Stamm bei unfern heutigen Aktiengesellschaften?" Unterschrieben. Der„ursprünglich gesunde Stamm" ist em «s lieber mit Stillscbweigen übergehen möchte. Aber was hilft eS,> ursprünglich fauler Stamm, und unsere Chemnitzer Genossin hat d« LäuterunzSproicß muß sick vollziehen, und je schneller er sich! ganz Recht, die Charakteristik deS Chemnitzer �Skandals �aus die -»>' V* tn vollzieht, desto' besser.' Es nützt nichts, die Sache mit Glacö- handschuhen anzugreifen, es ist vielmehr nöthig, wo es gilt, ge- lade durchzugehen. GlücklicherwUse ist anzun-hnlen, daß der er- v-ähnte Prozeß sick> bereits vollzogen hat; sollte ja hier noch ein zweites und drittes Unternehmen in eine schiefe Lage kommen, so kann dieselbe für die Aklionäre nichl sehr gefährlich werden. WaS die Eisengießerei-Aktiengesellschaft betrifft, so sind die Chemnitzer klug genug gewesen, keine Aktien zu nehmen. Wäre daS Etabliffe- went, welches ca. 100,900 Thlr. werih ist, mit 150.000 Thlr. aufgelegt werden, so lag Sinn darin, und wäre dasselbe unter guter Leitung existenzberechtigt gewesen, so aber dcklarirte sich von vornherein die Absicht der Unternehmer, viel Geld zu machen, und das Publikum hielt sich zurück. Die Umwandlung C. F. Schellen gesammte Bourgeoisproduktion auszudehnen. WaS von Chemnitz gesagt ist, gilt von jeder anderen Industriestadt, denn eS gilt im Wesentlichen von der kapitalistischen Großproduktion. Und sollte irgend ein weitab vom„sächsischen Manchester" lebender Bourgeois gleißnerisch die Nase rümpfen: Gott sei Dank, hierzulande sind wir nicht so schlimm, wie meine ungerathenen Chemnitzer College»! dem rufen wir in aller Gemüthlichkeit zu: fabula de te! Zupft Euch an der eigenen Nase! Politische Uebersicht. —„Unser" Braun verfällt aus schnurrige Geschichten, um ...... �_____________________„_____ der an der galoppirenden Schwindsucht leidenden„Spenerschen derg in„Maschinenbauverein" galt seiner Zeit als recht billig ge- Zeitung« wieder neues Leben einzuhauchen. Aber ist der Repti- wacht, denn wenn auch 100,000 Thaler für die Gründer abze-stienfonv knauserig oder will das Privatvermögen deS Pros-ssor (allen sind,—(blos hunderttausend Thaler für die Gründer? �Birnbaum nicht reichen— es geht nicht. Umsonst war der Ber- DaS ist billig; wenn die Arbeiter wöchentlich einen halben Thaler> such, die RezimcntScommandeure zu Abonnentensammlern Zur Zulage verlangt hätten, das wäre eine„unverschämte Forderung"„Onkel Spener" heranzubilden, und der mit raffinirtefter Spetu- gewesen) so war das Objekt in Anbetracht des vorhandenen Areals, Uation gratis errichtete„stille Ort" für übergeschnappte poeten er- der Gebäude und Maschinen dennoch nicht übertheuert und unter weckte keine„Bedürfnisse" bei den nüchternen Jünglingen des zutage daran sind; wer sich nur im Geringsten mit der Arbeiter- bewegung befaßt hat. der weiß, daß die Weberei eine äußerst lümmerlicbe Existenz für den Arbeiter mit sich bringt. Die Re- gierung der„Reichslande" gibt der Bourgeoisie die Mittel an die Hand, diese Existenz noch mehr zu verkümmern. — Der„Diensteid". Man schreibt aus Fulda: „Fulda, 19. Juni. Heute Vormittag stand der verantwortliche Redacteur der„Fuldaer Zeitung", Caplau Joseph Pauly dahier, wiederum vor den Schranken der hiestzen Kreisgerichtskammer, bekanntlich angeklagt der Beleidigung des Polizeiwachtmeisterö Darenne durch den Satz in Nr. 53 der genannten Zeitung:„Jeden- falls dürfte eS zweifelhaft erscheinen, ob der Polizeiwachtmcister Darenne seiner Instruktion gemäß gehandelt habe, wenn er eine schwache Frau» die ein Bouquet überreicht hatte, vom Wagen weg� in die Volksmenge schleuderte." Der Angeklagte trat durch sechs glaubwürdige Entlastungszeugen den Wahrheitsbeweis an und mußte, trotzdem der Schutzmann Franz eidlich erhärtete, daß der Polizeiwachtmeister die betreffende Frau nicht angerührt hätte, bei den entgegenstehenden eidlichen Aussagen der sechs anderen Zeugen steigesprochen werden." Will Herr Generalstaatsanwalt Schwarze vielleicht so freund- lich sein und sich dies notiren, damit er die Sache zur Hand hat, wenn bei der Revision des Reichsstrafgesetzbuchs in der nächsten Reichstagssession die bekannte«Unfehlbarkeit" des Diensteides zur Sprache kommt? — Hr. Tessendorf, der strebsame Biedermann, hat noch mit keinem der betrügerischen Gründer ein Hühnchen gepflückt, wie etliche Zeitungen in sanguinischem Köhlerglauben angekündigt hat- ten. Bei dem Geschäft ist kein rolher Rock und auch kein Orden zu verdienen. Beweis: Ehren-Wazcner, der bis auf den Heu- ligen Tag in Amt und Würden ist, anstatt im Zuchthaus. Hr. Wagener bekleidet allerdings nicht mehr die Stelle des vor- tragenden Raths im Ministerium— diese Canzesston an die öffentliche Meinung hat man für nöthig gehalten— bezieht aber noch seinen vollen Gehalt und zwar als aktiver Beamter. Sein Gehalt wird aus dem Reptilienfonds bezahlt, und er arbeitet mit ungeschwächten Kräften an dem„Ausbau" deö Reichs der Gottesfurcht und frommen Sitte, zu dem ja er eigentlich den Plan gemacht hat. An solchem Wild sich versuchen, das könnte ewigen Ruhm bringen, selbst wenn der Versuch mißlänge. In rnagnis voluisse Bat est— in großen Dingen genügt schon der Wille. Warum beißen Sie nicht an, tapfrer und tuzendritterlicher Herr Tessendorf? — AuS Bielefeld wird geschrieben: „In dem Berichte der hiesigen Handelskammer hat auch eine ausführliche Berücksichtigung die Beschäftigung von Frauen und jugendlichen Arbeitern in den Fabriken gefunden. Unser Bezirk besitzt von sämmtlichen in Deutschland auf Flachs, Werg, Hanf und Jute laufenden Spindeln allein den siebenten Theil und den achten von allen für Leinen-, Drell- und Jute-Gewebe aufgestellten mechanischen Webstühlen; eS wird daher derselbe auch von der ge- sammten deutschen FlachS- und Leinen-Jndustrie als natürlicher Vorort und Pertreter der Gesammtimereffen angesehen, und wurde iücrtlll SUUll|�*|V VlJtlV| V***M*llVVMf V v*»k VW.» v V»»»—"g"'»,-------.y-----"---/- 0"~" V■-» W' nete« Industriezweigen betheiligten Firmen Deutschlands und sich nicht entwickeln und Armuth und Elend sind die unauSbleib Oesterreichs m seinen Eingliedern und ist der Vorstand desselben! iichen Folgen." '' �,„,11................. i � r.L....... V.„ W /»v� Vs.»». I SlTit*»»MltflO' von der Sandelskammer veranlaßt worden, in der vorliegenden Wir müssen steilich hinzufügen, daß das Jubiläum .*- f,,• r; r f r......�f X. er__ OY,,C Ss-,Ä 1'stD rt r* /> v /4a» rt � r\Uf Si>v»l» eines Re- Fraac einiges statistische Material zu verschaffen. Ans daS im! Monarchen wohl nicht der passende Zeitpunkt zu solchen erlassene Circular an alle betreffenden Etablissements| flexi onen ist, indem ja Bismarcks Unternehmungen auch alle au Februar c. �>.1 sind bis jetzt von 86 derselben eingehende Beantwortungen einge laufen, die sich über die meisten D-tailS der Frage verbreiten die Vergrößerung einer monarchischen HauSmacht hinauslaufen, und überdies ist dem Könige von Holland daS Verdienst einer„Re Die 86 Etablissements, welcke die Fragebogen beantworten, reprä- gierung des Friedens und der Freiheit" absolut nicht zuzuschreiben, fenttreu 270 274 Spindeln und 3405 mechanische Webstühle. Die Die Arbeiterklasse verspürt in Holland wenig von dieser„Frei Ir, r. r.?.5__ rc4.*.Ci:sT*u**~4-At ti«i So%« ttnS hpif" itrtV* �or mtrh tfir h<>r!(5S«*1 Gesammtzahl der in diesen Etablissements bei der Spinnerei und heit" und der Klassenkampf wird ihr den Gem Weberei beschäftigten Arbeiter beträgt 21,697, von denen 12,006 illusorisch gemacht haben. Aber daS„Journal weiblichen Geschlechts sind, und befinden sich uuter diesen 1914 scheint noch nicht von der Corruptron des Reptilrenfonds verheiratete Frauen und Wittwen, 8728 Mädchen über 16 Jahre, fressen zu sein; also heraus mit einem 1464 Mädchen von 14—16 Jahren. Kinder von 12— 14 Jahren j großer Schatzmeister! wurden inSgesammt 921 beschäftigt. Darnach ergibt sich, daß die Spinnerei und Weberei vorzugsweise auf die Leistungen der weib- Genuß des„Friedens" des EconomisteS ______ M! ange- kleincn Familienvermögen — Civilisation der Barbarei und Barbare, i de Ci Men Hand'' angewiesen ist und die' erwachsenen Arbesterinnen mehe I vi l is ati o n. In einem Vortrage, den er vor seiner Abreise nach als 55 Prozent der gesammten Arbeiterzahl ausmachen. Die j Europa zu New-York hiett, erzählte Rochefort:„Als nach unserer Durchschnittszahl der effektiven Arbeitsstunden pro Woche schwankt! glücklich bewerkstelligten Flucht der Dampfer, auf dem wir fuhren, in den verschiedenen Landestheilen zwischen 66,73(Braunschweig) bei den Sandwich-Jnseln anhielt, schickte der König derselben, '___, /"v mrv i-i.< ✓' n.'. eT\____ jr. f jf.: ito.. r.f W � v.... ort und 72,79(Sachsen). In Westphalen ist 67,90, also 11,33 Stunde �pro Tag. die Durchschnittszahl! der offenbar mit französischen Revolutionären bekannt werden Sonntags ruht in wollte, einen seiner Adjutanten zn uns mit einer Einladung für nr\.j.■.*...- rv fl'• v:..1 � CV � v CNflt**!!««(1! � t v» u vt Vn irk /> U rrt s rt fämmtlichen Spinnereien und Webereien"der Betrieb"vollständig.! den Abend. Mein Freund Olivier Pain und ich nahmen die In ausländischen, namentlich aber in den böhmischen Spinnereien sonderbare Einladung an, denkend, uns auf Kosten dieses bar tägliche Arbeitszeit, in einzelnen! barischen Königs, der unzweifelhaft unseren RepublikanismuS durch Dabei haben diese auä> noch nie- seine orientalischen Ideen vom absoluten Fürstenrecht und König- —•" o....«'thum von Gottesgnaden in Erstaunen versetzen würde, vorzüglich Wie groß war aber unser Erstaunen, und, besteht notorisch eine längere sogar 14—15 Stunden. drigere Lohnsätze als Deutschland. In dem Bezirke der Hau delskammer zu Bielefeld werden in 3 Flachsspinnereien und mecha- unterhalten zu können. ... nrrv.r.*.....;x o r> rvn /? v,.1 v« RQQ ti4\ mun nischen Webereien mit 38,096 Spindeln und 688 mechanischen! ich muß sagen, unsere Demüthigung, als wir von den Lippen dieses Webstühlen zusammen 3119 Arbeiter beschäftigt, uämlich 1303 j Königs hörten, daß jene Wilden, die vor 30 Jahren den Capitam Männer, 264 verheirathete Frauen und Wittwen, 1050 Mädchen! Cook' mit Pfeilen erschossen hatten, heute ein auS allgemeinem über 15 Jahre, 204 Mädchen von 14—16 Jahre, 203 Kinder Stimmrecht hervorgegangenes Parlament haben, welches alle 2 Jahre ' rr»- w. � tYi. r....________ Vt.irx W__ Ii Wl- V. nA ttt von 12—14 Jahren,— im Ganzen 1518 weibliche Personen, neu gewählt wird, damit die Vertreter deö Volks in beständiger In der Wäschefabrikation sind hier'in Bielefeld gegen 2200 und! Uebereinstimmung mit der öffentlichen Meinung sind; daß diese in Herford etwa 400 Nähmaschinen in Thätigkeit, an denen 2500 �Wilden sich des unentgeltlichen und obligatorischen schul bis 3000 Arbeiterinnen sitzen. Der größte Theil jedoch in der eigenen Wohnung arbeiten und nur inder nicht lesen 800— 900 in! und schreiben können, mit Geld- und Gesängnißstrafen derselben soll Unterrichts erfreuen; daß Väter, deren ge'melnschaftlichen Nähsälen, so"daß demnach die Gesammtzahl der!belegt werden; daß daS Königthum erblich ist und der in den verschiedenen Zweigen unserer Leinenindustrie fabrikmäßig� König keine andere Macht hat, als die von dem nationalen ssar beschäftigten Personen weiblichen Geschlechts auf reichlich 2400 an zunehmen ist." Wir kommen auf diese Verhältnisse demnächst zu sprechen. —„Humanität". In Brüssel finden sich europäischen Militärstaaten zusammen, um die Kriege« zu befördern und„das LooS der Kriegsgefangenen zu er leichtern". Der„Frankfurter Beobachter" kennzeichnet längeren Artikel diese alberne Heuchelei, welche darauf lament angenommenen Gesetze zu sanktioniren und in Vollzug zu setzen; daß die Gemeindebeamten sämmtlich von den Bürgern ge wählt werden, und daß endlich sich in dem ganzen �Land 20 öf fentliche Schulen befinden und nur 1 Kirche. So sind alle jene die Vertreter der! Bürgschaften der Freiheit, die wir civilisirten Europäer von unseren „Humanität im Regierungen vergeblich fordern, ins Leben getreten bei den Wilden der Südsec-Jnfeln. Und diese Wilden nennen wir Cambalen, in einem! wir, die wir von der Krankheit der Autokratie(Despotismus) berechnet zerfressen sind. Wir vermessen uns, ihnen Missionäre zuzuschicken, ist. dem Massenmord ein„humanes" Mäntelchen umzuhängen, uui und sie könnten unS politische Führer schicken. Der König ''"..'. rv-w r* j__ w.* x cv„r.r.. t..11. t �..... 1/, 4„Ml? die Dummen zu täuschen. Genanntes Blatt schreibt: Sandwich-Jnseln hatte kaum lU Stunde mit uns gesprochen, der als „Ein wahrer Wettkampf ist unter den Staaten entstanden, sich ich es für nothwendig hielt, ihn zu unterbrechen:„Ihr Vertrauen, den ausschließlichen Besitz der„vervollkommnetsten" MorduiaschinenjSire(die französische Anrede an Könige), kann sehr schlimme zu sichern Und gerade dabei kam die größte Heuckelei vor, die Folgen für Sie haben; hüten Sie sich nach Versailles zu kommen � � a-n cw\.„fx____ v w__ �..i:___ cm«:________ moTaam(c�tp mirrr.pvt nhrrp auf dem Felde der„Humanität" wovl möglich ist. Ein Mensch, der ein Genie für die Kunst der Vervollkommnung der Kriegs Waffen hatte, wollte die Welt mit einem neuen Fortschritt auf diesem schöne» Gebiete beglücken. Er erfand die explodirbaren Entrüstung unter den erschreckten Völkern, die Presse zweier Welt theile empörte sich, die Armeen geriethen in Aufregung und die Regierungen mischten sich hinein. Die explodirbare Kugel wurde verdamm!, und der Erfinder, welcher bereits ein Dreyse, ein Chasse- pot oder Krupp geworden zu sein glaubte, verkroch sich mit seinem unverkäuflichen Patent schamerfüllt in einen Winkel der Erde. Aber welche Fliege hatte die empfindsame öffentliche Meinung, die Armeen und die Regierungen gestochen? Die explodirbare Flinten- kugel, die nur einen Menschen auf einmal tödtet, wurde mit dem Anathem belegt; die Shrapnels, die Granaten, welche ganze Reihen von Soldaten niederreißen und durch Explosion sich m Tausende mörderischer Bleistücke verwandeln, sind hochgeehrt in das„Kriegs- recht" aufgenommen! Die explodirbare Flintenkugel tödtet den von ihr getroffenen Menschen sofort und erlöst ihn von seinen Leiden; die Granate und Kanonenkugel reißt einen Menschen in zwei Stücke und verschafft uns, wie der letzte Krieg mehr als ein- mal gezeigt hat, den schauderhaften Anblick eines lebenden, bluten- den, halben Menschen, dessen abgetrennte Körpertheile weit von ihm hinweggeschleudert sind. Und die entsetzlichen Leiden der Ver wundetcn, welche tagelang in irgend einem Winkel des Schlacht- feldes verborgen bleiben, ehe der Tod sie erlöst oder die Tragbahre der Krankenträger sie erreicht— würde nicht ver Tod durch eine explodirbare Flintenkugel eine wahre Wohlthat für sie gewesen sein? Aber die„Humanität" empört sich gegen das kleinere Ex- PlostonSgeschoß und findet sich wohlgemuth mit den Shrapnels und anderen„Nothwengigkeiten deS Krieges" ab, mögen sie auch und derartigen Meinungen AuSvruck zu geben. Sie würden ohne Gnade und Barmherzigkeit eingesperrt, von jedem unserer Kriegs- gerichte zur Verbannung in einen festen Ort verurtheilt werden. Die Freiheit der wilden Sandwich-Jnsulaner ist Hochverrath bei In demselben Vortrag"machte Rochefort über die September- republik und die Commune verschiedentliche sehr interessante Mit theilungen, auf die wir zurückkommen werden. Ueber den soeben abgehaltenen Jahreskongreß der eng- tischen Landarbeiter-Union bringt die„Frankfurter Zeitung" nach dem Bericht der„TimeS", also deS HauptorganS der Bour- geoisie, folgende Einzelheiten, die, weil sie sich in der„TimeS" befinden, ein doppeltes Gewicht haben. „Im Ganzen waren über 70 Delegirte auS allen Theilen Eng- lands versammelt und fast alle sind selbst Feldarbeiter gewesen. Sehr bemerkenswerth an den Arbeitern ist der gesunde Sinn, der sich unter Anderem auch in dem Widerwillen gegen lange Reden und Deklamationen ausspricht. Die Behauptung, daß die Führer der Union, als„Agitatoren" ans Kosten der ungebildeten Arbeiter leben, wird durch folgende Ziffern als schmähliche Verleumdung bloSgelegt. Arch, der Vorsitzende des Executiv-ComitsS, erhält wöchentlich 3 Lstr., der Generalsekretär Taylor 2 Lstr., sein Stellvertreter 2 Lstr. 2 Sh., drei Delegirte jeder 25 Sh., 18 Dele- girte 20 Sh., Jeder und Einer 16 Sh. Und unter diesen könnten die Mersten sich leicht durch eine andere Beschäftigung ein größeres Einkommen verschaffen. Ein Herr Colbeck, Delegirter für Lin- colnshire, erklärte, daß er, ehe er dies Amt übernahm 30 Sh. in der Woche hatte und soviel auch jetzt verlangen müßte, worauf ihm einer ver Delegirten unter der Heiterkeit der Versammlung den Raih gab, zu striken. Im Ganzen hat die Union 39 bezahlte dirte Statut definift, kennen zu lernen. Darnach soll dieselbe streben: 1) die allgemeine Lage der auf den Farmen und sonst be- schäfligten Arbeiter im ganzen Königreich zu verbessern, und zwar durch Erhöhung der Löhne und durch Verminderung der Arbeits- stunden, durch Beschützung der Interessen der Mitglieder und ihrer Vertreter vor Gericht, durch Hilfe bei Ein- und AuSwande- rung; 2) die Bildung von Zweig- und DistriklS-UnionS und deren Zusammenwirken zu befördern; 3) zur Verhinderung von Differenzen oder zur Erleichterung einer freundschaftlichen Beile- gung derselben soll daS National-Executiv-Comitö berechtigt sein, Spezial-Comitös zu veranstalten, welche zu gleichen Theilen von Arbeitern und Arbeitgebern besetzt, die Art der Verständigung vorschreiben können. Die Zeit für Schiedsgerichte schien jedoch den Meisten nicht gekommen, dagegen stimmten darin Alle überein, daß kein Strike unternommen werden dürfe ohne Genehmigung des Executiv-Comitös. Das Alter der Vereinsmitglieder wurde von 15 bis 55 Jahren festgesetzt, das Eintrittsgeld auf 6 d., der wöchentliche Beitrag auf 2V« d. bestimmt. Knaben von 15 bis 17 Jahren zahlen die Hälfte. Die Majorität beschloß, den Ein zu ni, wo tritt der Frauen in die Union fürs Erste nicht zuzulassen, obgleich dies in manchen Gegenden bereits geschehen ist und einige Dele girte sehr lebhaft für Zulassung derselben sprachen. Die jedem ausgeschlossenen Arbeiter gewährte Unterstützung beträgt 9 Sh. per Woche. Der nächste Congreß findet in Birmingham statt." bef zu der aus fast mit hör Re> bes, — Der Kohlengräberstrike in Ohio. Die„Arbeiter . wol zeitung", unser Newyorker Parteiorgan, schildert unS, wie weit die j Brutalität der amerikanischen Bourgeois geht. Sie schreibt: „Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, wie in letzter Zeit, besonders seit dem 13. Januar, die Kämpfe der amerikani-i scheu Arbeiter mit ihren Arbeitgebern nicht nur erbitterter und! hartnäckiger, sondern auch brutaler und blutiger werden.— Nicht durch ruhige sachliche Prüfung vermittelst Schiedsgerichten, wie eS die großen Gewerkoereine der MinerS(Kohlenzräber), Maschinisten � und Schmiede, Küfer, Cigarrenmacher und andere anstreben, wer- den die Streitpunkte zwischen beiden Parteien entschieden, sondern, viel öfters durch Polizeiknüttel, Messer und Pistolen.— Die AuS- Coi anz beuter und deren Werkzeuge sind eS, welche diese„Gründe" immer zuerst und vorherrschend anwenden und die um ihren Arbeitslohn und um ihr Recht kämpfenden Arbeiter stnd die— Opfer der Gewaltthat. Die bürgerliche Presse stellt die Thatsachen stets aus� den Kopf und stempelt die Opfer zu den Uebelthätern und die Behörden handeln im gleichen Sinne. So verhält eS sich in allen 10) U) und besonders in dem Falle, dessen wirklichen Sachverhalt wir heute unfern Lesern mirtheilen.— Seit Anfang April sind die Kohlenzräber in den Gruben deS StraitSville- und Hoking-ThaleS in Ohio, welche der MinerS- Union angehören, im Ausstand. Die Contraktoren wollten einige Abänderungen bei der Abrechnung für! die gewonnenen Kohlen einführen, wodurch die Arbeiter eine Ein- büße am Arbeitslohn erlitten hätten. Die Ausbeuter stellten einige Leute an die Arbeit, welche keine MinerS sind, bewaffneten sie mit•' Revolvern und beauftragten sie, auf Jedermann zu schießen,. der fle betäftigen tnttrh?! flaute �itrh?rt ITtitottf.* männern Kuklux würde! Diese Leute wurden von den Union-. genannt. Man ließ sie ungestört; doch eines. TageS ereignete sich folgendes: Zwei Union-Männcr, Shepperd' u* und Knox, welche sich den Gruben genähert hatten, wurden von. i den Kuklux mit Pistolenschüssen angefallen und Shepperd schwer.� -----«„w«. her Telegraph, dag re: die alten Mmers einen Aufruhr angefangen haben und vom� Gouverneur Allen Truppen verlangt worden seien. Die Unter- uchung zeigte, daß die Kuklux die Angreifer gewesen und zwei von ,,. ihnen wurden den Gerichten überwiesen.— Zwei Wochen später� begegneten zwei Arbeiter der beiden Parteien sich in den Straße»�" des Dorfes Nelsonville. Der Kuklux zog ein Pistol und s-doß defl� Union-Mann nieder. Der tödtlich Verwundete feuerte nun seiner-?�' eitS auch den Revolver ab und traf feinen Mörder!— logen die Blätter,„die Union-Männer ermorden friedliche ameri-,�.' kanischc Bürger auf der Straße« u. f. w.— Wiederum wurde« Soldaten verlangt, um, wie die Contraktoren prahlten, die Kohle«.. mit den Spitzen der Bajonette zu graben! Aber GouvemeurfW Allen sandte statt statt der Soldaten den Staatsmineninspektor Roy, Versammlung beider Parteien berief, um die gegen- welcher eine Zehnfach schauderhafter sein. Welche Heuchelei auf der einen, welche Agenten. Im Laufe deö JahreS hat die Union 5,200 Lstr. für SYc AVH fAV»Slt„� Sv rt v« v. Vs rt v. v•• x � I 11 1 CW> />-•~ pi**_........ Verblendung auf der andern Seite!" Für die„großen Herren", fügen wir hinzu, ist der Krieg hu feitigen Klagen zu hören und einen friedlichen Ausgleich herbei- >eitS zuführen. Wer nicht tam, das waren die Herren Ausbeuter' die- selben erklärten;„sie werden die„Union" niemals anerkennen'" er Die Contraktoren haben sich selbst vereinigt und stbwere Geld-! strafen für den ausgesetzt, welcher einen Union-Mann beschäftige«! würde.— Dies ist der gegenwärtige Stand der Angelegenheit: für eine Lösung ist vorderhand noch keine Aussicht!" — AuS Salzburg in Oesterreich wird uns geschrieben:' „Laut UkaS des Statthalters sind hier am 20. Juni fämmt- liche Arbeitervereine, als da waren: ArbeiterbildungSverein, Fach- AuS- und Einwanderung verausgabt, und ungefähr 25,000 Men scheu, darunter 7— 8000 Mitglieder der Union haben davon man genug. Es ist noch kein Fürst, kein Prinz, kein Feldmar-� Nutzen gezogen. Für Stritende und durch den Arbeiterausschluß schall und kein General in einem Kriege erfroren oder verhungert �Betroffene wurden 7,476 Pfund verausgabt. obpv rtTfi rttafAnnpripr„in�UlN(lN" JCOtbCN, I Wa%..mWAt„A(«Afv„*. oder als Gefangener„inhuman" behandelt worden. Wilhelms höhe weiß davon etwas zu erzählen. Aber dem„gemeinen" Sol- daten, der seinen lebendigen Leib den tödtlichen Kugeln bieten nxuß, der der Kälte, dem Hunger, dem Unwetter und sonstigen Strw pazen ausgesetzt ist, bleibt freilich nicht wenig zu wünschen übrig Und die Vertreter des Militarismus wollen uns glauben machen, daß sie diesen Wünschen gerecht zu werden gesonnen oder im Stande sind? Eitel Spiegelfechterei! Das Gesawmtein kommen der Zweig- und Distriktvereine betrug 21,129 Pfund und die Verwaltung der Centralleitung kostete 9,305 Pfund. Für die in den östlichen Grafschaften Ausgeschlossenen sind bereits 14,259 Pfund verausgabt worden. Der Vorsitzende des ersten Tages— derselbe wechselte jeden Tag— G. Dixon, befürwortete den Plan, durch die Union für Erweiterung des Stimmrechts, das Recht der Selbstverwaltung in Stadt und Land, die Abschaffung der StaalS- kirche und der Jagdgesetze, Erwerbung von Land und andere po- Macht die Kriege unmöglich, wenn ihr„human" seiliilitische Fragen zu agrtiren. Eine Resolution sprach sich für Fort- wollt! Alles Andere ist Dummheit oder Raffinement! Da unsere„nationalen" Blätter so viel von der„Bcwun- setzung deS Kampfes in den östlichen Grasschaften auS, doch erklärte man sich geneigt, den Streit einem aus Arbeitnehmern und Ar beitgebern zusammengesetzten Comitö, wenn nöthig selbst einem derung" und„Achtung" reden, welche sich Deutschland durch die Schiedsgericht zur Schlichtung zu übergeben. Als niedrigster BiSmarcksche Politik nach außen erworben habe, so wollen wir Wochenlohn für Bedsord- und Cambridgeshire, Suffolk und Essex heute eine ausländische Stimme sprechen lassen. Ein holländi-lwerden 15 Sh. empfohlen, falls jenes Comits nicht zu Stande sches Blatt, das„Journal des Econvmistes", schreibt anläßlich! kommt. Einige Sorge empfand man wegen des Geldes, da bis- des 25jährigen Jubiläums des Königs von Holland: cher durch Umlage auf die Mitglieder nur 3000 Pfund, zusammen- „Protestauten und Katholiken, Bauern und Kaufleute, Reiche! gekommen sind. Auf die Unterstützung des Publikums könne man unb_Ärme, alle haben das Bedürfniß gefühlt, um zu einander,� nicht bauen, trotzdem fand der Antrag, jedem Mitgliede 3 d. zu Europa und zu Deutschland zu sagen, daß sie glück- lich sind, unter einer Regierung deS Frieden« und der Frei- heit leben zu können und daß sie durchaus keine Lust haben, im Deutschen Reiche auszugehen, welches den Eindruck eines Raubvogels auf sie macht, der friedlichen, harmlosen Geschöpfen auflauert. Da haben wir wieder ein Beispiel für die Dienste, welche die Politik des Herrn von Bismarck und jener wöchentlich aufzulegen, Angesichts der enormen Anstrengungen, welche die Arbeiter schon gemacht haben, nicht die Majorität. ES sollen wieder Aufrufe an die Gewerkoereine und das Publikum erlassen werden. Es wurden die Regeln für eine Kranken-UnterstützungS- lasse festgesetzt, welche in Verbindung mit der Union gebracht werden soll, doch blieb eS zweifelhaft, ob die Arbeiter im Stande sein werden, genug einzuzahlen, um im Alter davon zu leben. verein der Holzarbeiter, Fachverein der Eisen- und'Metallarbeiter, 1'' —--—- Berei Fachverein der Kleidermacher und der Fachverein der Müller und„ Bäcker aufgelöst worden. Motivirt ist die Auflösung sämmt-� licher Vereine damit, daß im ArbeiterbildungSverein und im Fach- n � verein der Holzarbeiter widerrechtlich Politik getrieben worden sei.' Also weil nach obrigkeitlicher Anschauung in zwei Vereinen Politik�" getrieben worden sei, müssen gleich sechs Vereine aufgelöst werden.", Glaubt etwa der Herr Landesregierende, Graf Thurm, nun au» die sociale Frage„aufgelöst" zu haben? Er täuscht sich! Fester � als zuvor steht daS Proletariat zusammen, um gegen die kultur- i*' fciBbhche Clique der Bourgeoisie und Bureaukratie anzukämpfen, welche glaubt, mit Gewalt eine berechtigte Bewegung unterdrücken u' zu könne». Ihr kommt zu spät Tyrannen! Oder wähnt Ihr,' � mit einem Federstrich die sociale Frage zu bannen! Kurzsichtige,�' eitle Thoren! Unsre Organisationen habt Ihr aufgelöst, aber vi- socialdcmokratische Partei lebt jnoch; sie ist allgegenwärtig. Di-„? Idee des arbeitenden Volkes hat ihren Sitz aufgeschlagen in unsren-j.j Köpfen und Herzen, und erst uns müßt Ihr beseitigen, wollt Jbr �, anders die Idee, die Partei beseitigen. Hoch das Proletariat!" — Der allgemeine deutsche Arbeiterverein ist laut BerfüauNS deS Berliner Polizeipräsidiums für Berlin vorläufig aufgelöst. �ra, '-tm i" v 3«nere Partei-, Berwaltuagö- Orqaaisatiaas- Aageiegeuheite«. An die Parteigenossen! Zum Congreß sind ferner folgende Anträge gestellt worden:(le■ Die Chemnitzer Mitglieder beantragen, den nächsten Partei- k" congreß in Chemnitz abzuhalten. W. Liebknecht in Laubegast beantragt: In den„BolkSstaat" i't. IN-! werden Geschäftsannoncen irgend welcher Art, mit Ausnahme der am\ Ankündigung von Parteis ch�iften, nicht aufgenommen; 'vi-1 eventuell beantragt derselbe: Ibe> Ueber dem Annoncenteil des«Volksstaat" haben die Worte be- 1 Zu stehen: Für den Inhalt der nachstehenden Annoncen über- 1 nimmt die Rcdacticxi des«VolkSstaat" keinerlei Verantwortung. -ts-> Die Breslauer Mitglieder beantragen: Der Congreß ind Ueolls beschließen 1) Die Quittirung der Parteisteuern geschieht durch Marken, gleichwie bei der Internationalen Arbeiterasioziation: die Farben der Marken sind dreimonatlich verschieden. Sobald die Parteikarten verbraucht sind, werden die Marken auf das Parteiprogramm geklebt. 2) Der Parteisekretär wird alljährlich auf dem Congreß gewählt. Die Harburger Mitglieder beantragen: Der Congreß wolle beschließen, in Norddeutschland eine regere Agitation inS Leben Zu rufen. Die Parteigenossen in Cöln beantragen einstimmig, daß der Bericht der Commission zur Prüfung deS Parteiprogramms auf dem diesjährigen Congrestc nicht zur Berathung und Beschluß- fassung gestellt, sondern den Parteigenosien aller Orte gedruckt witgetheilt werde, damit solche dieselben eingehend prüfen und dann ihre Delegirtcn zu dem Congresse des JahreS 1ö7S mit ge- hörig besprochenen und motivirten Anträgen in Bezug aus die Revision versehen können. Die Mainzer Mitglieder beantragen: Der Congreß wolle beschließen, den Parteivorort nach Süddeutschland zu verlegen. Nürnberger Parteigenossen beantragen: Der Congreß ter- lwolle beschließen: pie 1) der Beschluß des vorjährigen ParteicongresieS, wonach der Vorort der Partei alle zwei Jahre wechseln muß, wird außer Kraft gesetzt(Aenderung deS§ 16 der Organisation). 2) Der Vorort der Partei wird für daS neue Geschäftsjahr in Hamburg belassen. Die Waldenburger Parteigenossen beantragen: Der Kongreß möge beschließen: Für die Privat- und VergnügungS- anzeigen im„VolkSstaat" ist eine Preisermäßigung einzuführen, so daß die Petitzeile höchstens mit IVz Gr. berechnet wird. W. Bracke in Braunschw.eig beantragt folgende Aenderung us- � Parteiprogramms(siehe Congreßprotokoll von 1873): ». Punkt II, 5 des Programms als einen besonderen Abschnitt unter IV aufzuführen. b. Den Eingang bei III wie folgt zu fassen:„Bei der Agi- tation für diese Grundsätze ist zunächst auf folgende einzelne Punkte Gewicht zu legen: An Stelle von III, 10 zu setzen: de- md >on ile- :in, >oa lUj o :in, ing rde der bis an- eich ele- >em sh. 5t«; im-! and :icht -s stea zer- ern mer oh«; der auf, dies lleaL"• An njtt PO) Die Nothwendigkeit einer umfassenden gewerkschaftlichen Or- yie ganisation zur Wahrung der Arbeiterinteressen innerhalb der a(J i heutigen Produktionsweise. Die Aufklärung über die Bewegungsgesetze der modernen Gesell- sgr schast und deren Ziel: Beseitigung deS Privatbesitzes an jin« Allem, was jetzt Kapital heißt und hierdurch Beseitigung der nigi Lohnarbeit. jJJBPä) Die internationale Zusammengehörigkeit des Proletariats." � Dr. Aug. Theod. Stamm in Berlin beantragt: Punkt I. io�pnd II. des Parteiprogramms sammt den Ausführungen bleiben in>:s!?ie sie sind, Punkt III. mit den Ausführungen 1— 8 bleiben eben- 'rtlfall«, wie sie sind, dann wird hinzugefügt: con bV. Wir verlangen die Beseitigung des arbeitslosen Erwerbs, ohne eigenes Verdienst lediglich die Resultate der Arbeit An- taj] derer aussaugt und genießt und die Begründung jeglichen Erwerbs oom�s entsprechende Arbeit durch folgende diesem Zweck entsprechende Kcforuuu! von,. 1) Erwägung, daß die Sklaverei des Alterthums, die äter Leibeigenschaft des Mittelalters und die Sklaverei der Neger auf pAv�ten Grundbesitz fundirt waren, daß also der private reo �undbesitz in der Vergangenheit dem arbeitslosen Erwerb und ner- � Volksausbeutung als Hauptstütze diente, in fernerer Erwägung, �z0aß noch heute�) die Hauptquote des arbeitslosen Erwerbs aus leri-. 1 privaten Grundbesitz fließt, verlangen wir die gänzliche Be- cde» �gung des privaten Grundbesitzes. hl«. hauptsächlich auf privaten Grundbesitz dargeliehenen Privat- leur�p�olien, deren der VolkSstaat als Gesammtgrundbesitzer nicht iov, feuernd bedarf, werden dann als Grundbesitzhypotheken keine Zinsen len-W1 erzielen können und somit wird auch diese Quote deS ar- .�i, peitslofen Erwerbs in Fortfall kommen. die- i; 2) Die ExpropriatronSentschädigungen für den Privatgrund- Lefitz werden nach dem vorhandenen Ertrage und nach dem durch elv' Arbeit des Besitzers geschaffenen Werlhe geregelt. Derjenige i'q«'Rehrwerth, der ohne alle Arbeit der Grundbesitzer, durch die sich jb? Lehrende Bevölkerung und deren ArbcitSgeschicklichkeit und Ersin- pungsgeist entsteht, darf bei der Expropriation in keiner Weise den PPtivatgrundbesitzern zu Gute gerechnet werden. Viele derselben PJWien sroh sein, wenn man sie wegen deS volksmörderischen, un- mt- Mcksschwangeren Boden- und Baustellenwuchcrs, den sie schon ach' Bu tt �a�cn< nicht nachträglich zur Rechenschaft zieht. Nur der it«, �lammlheit dürfen die durch die wachsende Bevölkerung und mit Arbeitsgeschicklichkcit sich unabhängig von dir Arbeit deS mt- � �atbesitzerS mehrenden Bodenwerthe zu Gute kommen, sie allein ach- � Rren rechtmäßiger Eigenthüm«. fei. Nachdem der Grund und Boden gemeinsames Volksbesitz- littf t, f geworden ist, darf derselbe nie wieder verkauft, sondern nur veu-& t Jahre und kürzere Fristen für Acker- und Gartenbau und md) Ru' 100 Jahre und kürzere Fristen für Häuserbau verliehen, d. h. .st«"pachtet werden. im-[. 4) Die Nutznießung der mineralischen Schätze, der Petroleum-, fall, II t � und Heilquellen darf ebenfalls nur verpachtet werden, ck« h" bcn Entdeckern neuer derartiger Schätze besondere Beloh Zhr,■ 8en vorbehalten bleiben. stae, i, � Alle für die Nutznießung des Erdbodens, seiner Gewässer-c. vie Elenossenschaften und Privaten eingehenden Pachtgelder dürfen Die r? 1,1,1 �uteresse der Volksmillionen verwendet werden. Eine Ir«v � centralisirte Leitung ist bei der Verpachtungsvcrwaltung, Ihr k« der Verwendung der Pachtgelder möglichst zu vermeiden, "ar Mißbräuchen vorzubeugen. . 6) Der VolkSstaat hat im Wege der Expropriation und durch ?lNortisationSfristen sich den Besitz und die Leitung deS gesammten uNg. J�usportwesens zu sichern. Die vermöge des Transportwesens .Zlelten Ueberschüsse sind für dessen Vervollkommung und Erwei- �"ung und niemals anders als-im Interesse des Allgemeinwohls « verwenden. K') Ter VolkSstaat übernimmt die Oberleitung des gesammten ledjtwesenS vermittelst einer mit dem ausschließlichen Monopol �gestatteten Hauptbank und ihrer je nach Bedürfniß über das . vd zu verbreitenden Filialen. Die Ueberschußerträge der Banken f�ien als Ersatz für S'.erern und Abgaben. .«gl. Aug. Theod. Stamm: Die Erlösung der darbenden Mensch- "• 2. Auflage.. Zürich 1873. Schabeliz'sche Buchhandlung. 8) Der VolkSstaat vervollkommnet die Erbschaftssteuern. 9) Der VolkSstaat anerkennt die internationale Zusammen- geHörigkeit der Menschen und sucht dieselbe durch internationale Gerichte und Schiedsgerichte auf jede gerechte Weise zu fördern. Wie der Einzelne im Volksstaat nie das Gesammtwohl aus den Augen verlieren darf, so ist daS Thätigkeilsziel der Volksstaaten und ihrer Bündnisse unter einander die Förderung des Mensch- heitwohlS,— Brod, Bildung, Glück für Alle! Vom Parteigenossen Silvanus wird beantragt, dem Programm einen neuen Theil IV. anzuhängen, lautend: „Es ist mit allen gesetzlichen Mitteln dahin zu streben, daß auf möglichst friedlichem Wege die Reformation der Gesellschaft eingeleitet wird durch Aufhebung des Erbrechts und Einsetzung rein demokratischer Behörden zur Contro- lirung der Durchführung dieses Gesetzes und zur planvollen Regelung der ökonomischen UebergangSzustände." In der Commission zur Prüfung des Parteiprogramms cir- culiren folgende Vorschläge, beantragt vom CommissionSmitglied August Geib: In Theil II. des Programms die Punkte 5 und 6 also zu fassen: II., 5. Die politische und ökonomische Befreiung der Arbeiterklasse ist nur möglich, wenn letztere gemeinsam und ein- heitlich den Kampf führt; die socialdemokratische Arbeiterpartei erkennt daher die Nothwendigkeit ihrer einheitlichen Organ i- sation und ist bestrebt, es jedem Einzelnen innerhalb der letzte- ren zu ermöglichen, seinen Einfluß für das Wohl der Gesammt- heit geltend zu machen. II, 6. Die Befreiung der Arbeit ist weder eine lokale, noch eine nationale, sondern eine sociale Aufgabe, welche alle Kulturländer umfaßt und jedem Mitdliede der social-demokratischen Arbeiterpartei gebietet, unablässig als Förderer der inter- nationalen Arbeiterinteressen thätig zu sein. In Theil III. des Programms den jetzigen Punkt 4(Volks- wehr) als Punkt 6, dagegen den jetzigen Punkt S als 4 und 6 als S einzureihen, ferner den jetzigen Punkt 8 hinter Punkt 9 zu setzen und dann, mit Streichung des jetzigen Punktes 10, folgende Punkte anzufügen: 10. Begünstigung gewerkschaftlicher Organisationen zur Wah- rung der Arbeiterinteressen innerhalb der heutigen(kapitalistischen) ProductionSweise. 11. Staatliche und gewerkschaftliche Förderung von Productiv- genossenschaften unter demokratischen Garantien(siehe II., 3 u. 4). 12. Anstrebung eines ökonomischen U-bergangSzustandes durch Beschränkung deS Erbrechts an alle Arbeitsinstrumente und dem- gemäß allmählige Umwandlung des Grund und Bodens in Ge- meineigenthum. Ferner beantragt Geib auf Anregung einzelner CommifsionS- Mitglieder noch folgende Aenderungen des Programms: II, 3. Die ökonomische Abhängigkeit deS Arbeiters vom Kapitalisten bildet die Ursache der Knechtschaft in jeder Form; die sozialdemokratische Arbeiterpartei erstrebt deshalb, unter Ab- fchaffung der kapitalistischen Produktionsweise(Lohnsystem), auf Grund genossenschaftlicher Arbeit die sozialistische Organisation der Gesellschaft. III, 1, hinter daS Wort„Vertretungskörper" zu setzen: „pnd zwar auf Grund deS Ein-WahlkreiSsystemS". III, 9(event. später 8): Abschaffung aller indirekten Steuern und Einführung einer einzigen direkten progressiven Einkommensteuer für Staat und Gemeinde, sowie Einfüh- rung der progressiven Erbschaftssteuer. Mit Hinweis auf die Restantenliste in Nr. 72 ersuchen wir dringend, die restanten wie laufenden Partcibeiträge, sowie die Beträge für vorjährige Congreßprotokolle und für Material, umgehend an den mitunterzeichneten H. Benneke einzusenden, Wegen Fertigstellung der Abrechnung für den Congreß müssen die Beiträge für Juni spätestens vis zum 9. tzuki an den Parteikassirer entrichtet werden. Hierbei machen wir darauf aufmerksam, daß ein Ort, der mit- seinen Parteisteuern im Rückstände ist, auf dem Congreß nicht vertreten werden kann. Hamburg, 27. Juni 1874. Mit Gruß! Der Ausschuß I. A.: H. Benneke, kl. Schäferkamp 36. August Geib, RödingSmarkt 12. »s ler- at' straße 127; vom 18. Juli an erst wohne icb Milhlenza ie Nr. 23 am Altmarkt. Herrn. Bruch, Bevoilm. Gewerkschaft der Schuhmacher. Leipzig. Nachdem auf letzter Generalversammlung Leipzig als Ort des Aufsichtsraths für dieses Jahr wiedergewählt ist, bringen wir allen Genossen zur Kenntniß, daß die Mitglieder Kirsten, Hörtzsch, Pauler, Müller und Zucht in den Aufsichtsrath gewählt worden sind. ES sind daher alle Zuschriften für den Auf- sichtSrath zu richten an Julius Kirsten, Körnerstr. Nr. ISu, II. GewerktZenossenschaftttcheso Gewerksgenosscnschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Hand- ardeitcr. Crimmitschau, 23. Juni.(Krankenkasse.) Die am 7. Juni gewählte Vorortsverwaltung hat sich am 20. Juni constituirt und Carl Pampel als 1. Vorsitzenden und Anton Pötzsch als 1. Cafsirer gewählt. Der Aufsichtsrath konnte sich nicht constituiren, weil Verschiedene ablehnten und in Folge dessen 2 Nachwahlen nöthig sind. Aus gewissen Gründen nennen wir die übrigen Namen nicht. Ferner wollen wir erwähnen, daß die an die Mit- gliedschasten versandten Scheine und Marken a Stück mit 1 Pf. berechnet werden. Sendungen an die Mitgliedschaften werden von jetzt ab nur Sonntags besorgt. Carl Pampel 1. Vors. Auenstraße 719. Anton Pötzsch, 1. Cassirer. Turnhallenstr. 3030. RB. Da eS uns wegen Mangel an Zeit nicht möglich gewor- den, einen Auszug aus den verschiedenen Statutenänderungen zu machen, so wollen wir wenigstens die hervorragendsten Punkte kurz andeuten: 1) Der Cassabestand-Vortrag(stehe Abrechnungs- scdema) muß jedesmal wieder mit verrechnet werden. 2) Das Einschreibegeld beträgt für NichtgewerkschaftSmitgliedcr 10 Ngr. 3) In Fällen, wo vom Arbeitgeber der Haftpflicht genügt werden muß, zahlt die Kasse nichts. Die Vertrauensleute haben die Ab- rechnungen jedesmal auf ein Kalendervierteljahr und zwar mit dem letzten Tag des 3. Monats auszufertigen und bis zum 15. deö nächsten Monats also jetzt bis zum 15. Juli unbedingt einzu- senden. Bestellungen auf Protokolle der Generalversammlung wolle man auch schleunigst bewirken(ü l'/z— 2 Gr., damit wir die Stärke der Auflage bemessen können. Pösneck Belege, Ranis Abrechnun- gen senden. Die Vorortsverwaltung. MctallarbeitergewerkSgenossenschaft. Kannover. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß sich die Controlltommission constituirt hat und wurde Adolph Petsch zum ersten Vorsitzenden, wohnhaft Bockstraße 13, 2 Tr., und Ernst Urban, zum zweiten Vorsitzenden, wohnhaft Linden vor Hannover, Behnserstraße Nr. 3, gewählt. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Kök«. Bis zum 15. Juli ist meine Wohnung noch Severm- Correspondenzeno Leipzig, 21. Juni. Wie unsere sogenannten„Reichsfreunde" es verstehen, den kleinen Mann zur Bezahlung seiner eigenen An- gelegenheiten mit heranzuziehen, haben wir schon hinlänglich er- fahren.'Ueberall sind sie dieselben, und jemehr sie das Heft in Händen haben, um so toller wirthschaften sie darauf loS. Daß unser von dem löblichen„Organ für Schweinsknöchel und Sauer- kraut" in die Schule genommene Leipzig durchaus keine Ausnahme von der Regel macht, versteht sich von selbst; ja man wird wohl leicht im„Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" keinen Ort finden, von dem es übertroffen werden möchte. Wir übergehen heute die gerühmte Finanzwirthschaft, wie sie hier getrieben wird, und begnügen uns nur für diesmal, unferm Leser ein Bild zu entwerfen, woraus er erkennen soll, wie unsre Bourgeoisie heraus- gebracht hat, für sich zu sorgen. Schon seit Jahren ist man hier damit umgegangen, für Knaben und Mädchen sogenannte Standes- schulen zu errichten. Wohl waren schon zwei Gymnasien und eine Realschule sowie mehrere höhere Privatschulen vorhanden; allein die elfteren erfordern eine zu große geistige Anstrengung, welche mit wenigen ehrenwerthen Ausnahmen von unfern Reichen möglichst gern vermieden wird, und die letzten verlangen ein so Hohes Schul- geld, daß es ja weit angenehmer ist, die Hälfte davon für Cham- pagner und andere Lustbarkeiten auszugeben als für die eignen Kinder. Dafür können Andere sorgen! Run, die Sache war einmal angeregt, und so mußte denn auch weiter darin vorge- gangen werden. Der Rath nahm sich diese Angelegenheit �bald zu Herzen, und die Stadtverordneten hatten nichts dawider, um ihre alten Freunde nicht vor den Kopf zu stoßen. Die Anstalt sollte sich ja selbst decken, d. h. so viel Schulgeld erheben, als zu ihrer Erhaltung nöthig fein würde. Dies war nun wieder einmal so eine Phrase, wodurch daS Publikum sich täuschen ließ und die wahre Gestalt jener Volksfreunde nicht erkannte. Kurz, die Sache wurde angenommen und zunächst mit dem Plan zur Errichtung einer höheren Töchterschule vorgerückt. Die Kinder einer Frei- schule, deren Klassen nicht mehr hell und geräumig genug sein sollten, wurden an die äußersten Grenzen der Stadt gewiesen, ob- gleich den entfernt Wohnenden der weite Weg bei Sturm unv Wetter recht sauer werden mußte, und das kaum verlassene Lokal nahm die Töchter der Vornehmern auf, weil es so recht hübsch in der Mitte der Stadt gelegen war. Das Schulgeld deckte bei weitem die Ausgaben nicht; der Gemeindesäckel mußte fort und fort geschüttelt werden, da die Lehrer besser besoldet wurden als an der Bürgerschule und da auch Freistellen für besser situirte Be- amte eingerichtet wurden und die ganze Ausstattung der Anstalt eine reichere war. War die Anstalt einmal da, so mußte sie auch erhalten werden. Es sind ja genug kleine Bürger da, auf welche bei der Theilung des Defizits doch nur ein kleiner Theil kommt. Richtig, das Lokal ist zu klein und es muß, natürlich auf Kosten der Gemeinde, eine neue Schule gebaut werden, zu welcher nur der Platz, nach Angabe des Herrn Stadtverordneten Dr. Kühn, auf 120,000 Thaler kommen dürfte, und derselbe Herr war es auch, der Ehrgefühl genug besaß, die Errichtung einer solchen Standes- schule mit voller Entrüstung als eine Ungerechtigkeit gegen die Gemeinde zu bezeichnen. Wird die prachtvolle neue Schule fertig sein, so fordert jedes Kind dieser Gefallschaft von der Gemeinde eine Zuläge von 20 bis 30 Thlr., wozu auch der arme Arbeiter sein Theil beizutragen genöthigt ist. Und das nennt man Gerech- tigkeit in unsrer frommen Zeit! In keinem Ort Deutschlands würde die Bourgeoisie so schamlos gewesen sein, solche Forderungen an die Commune zu stellen; sie würde überall so viel Gerechtig- keitSgefühl gehabt haben, um einzusehen, daß auch dieS ein Stückchen gemeiner CommuniSmus ist. Wie weit überhaupt der Gerechtig- kcitssinn heute noch geht, werden wir nächstens weiter auS- führen, wenn wir auf die Bestrafung der Kinder kommen und sehen müssen, daß die Armen Stockhiebe erhalten, wo die Besser- situirten frei ausgehen. Dresden, 25. Juni. Ueber die Eröffnung des 4. deutschen BuchdruckertageS, der seine Thätigkeit am 21. begann, schreibr der„Dresdner ÄolkSbote" u. A.: In dem festlich geschmückten Saale deö Schillerschlößchens wurde die Feier am Sonntag, den 21. d. M. Nachmittag mit einem meisterhaft vorgetragenen„Festgesang an die Künstler" eröffnet, worauf die Begrüßung der Festgäste Seitens des Vorstands vom hiesigen Buchdruckerverband, Herrn Wiener, in einer kurzen Ansprache erfolgte, in welcher derselbe den Fest- gästen und besonders den Delegirten ein herzliches Willkommen zurief und besonders betonte, wie erst kürzlich dem deutschen Buch- druckerverbande eine große Gefahr gedroht, derselbe jedoch auch diese KrisiS glücklich überwunden habe und fester als je dastehe. Mit dem Wunsche eines guten Gedeihens der Verhandlungen endete der Redner mit einem Hoch auf die Delegirten. Nach die- fem Vortrag hielt der Präsident deS deutschen Buchdruckerverbands. Herr Rich. Härtel aus Leipzig, die Festrede. Derselbe verglich den Buchdiucker-Verband mit einer großen Pyramide, dessen Fundament(die Arbeiter), auS den breitesten Grundlagen gebild«, die Spitze(die Emporgekommenen) trügen, und daß es gelte, die einzelnen Gruppen dieses Fundaments, welche theils durch Herab- fallen nicht ganz hinaufgekommener Größen, theils durch selbst- süchtige Zwecke geschaffen worden seien, zu einem festei: Ganzeu wieder zu einigen und zu verschmelzen, ohne welches Fundamer.r die Spitze nicht bestehen könne. Mit einem dreimaligen Hoch auf den deutschen Buchdruckerverband schloß Herr Härtel seine Rede. Schon am Eingange derselben wurden von ihm die eingelaufenen BeglückwünschungStelegramme verlesen und von der Versammlung- beifällig ausgenommen. Den Schluß der Feier bildete daS„Bun deslied" von Mozart:„Brüder, reicht die Hand zum Bunde", worauf sich die Delegirten der deutschen Gauverbände(wohl ca. 30) zur Durchberathung der Geschäftsordnung in den oberen Saal verfügten und konnte man schon hier hören, wie die Geister auf- einander platzten und daß die deutschen Buchdrucker wissen, was sie wollen. Rufen darum auch wir ihnen ein:„Gott grüß' die Kunst!" zu, mit dem Wunsche eines guten Gedeihens der Verhandlungen des 4. deutschen Buchdruckertages." Berlin, 26. Juni. In den meisten hiesigen Zeitungen jam- mert seit einigen Tagen ein Theil der hiesigen Buchdruckereibe- sitzer, unterstützt von den betreffenden Redaktionen, über die„Ge- waltthatigkeit» und„Unverschämtheit" der Berliner Ver- bandSsetzer und schreit nach Setzern, nach recht vielen gefügigen Setzern. Ursache dieser Klagelieder ist die am Donnerstag, den 13. Juni stattgehabte Arbeitseinstellung beim Buchdruckereibesitzer Gensch, die dadurch herbeigeführt wurde, daß derselbe(als Schmutz- Concurrent in Berlin genuxfam bekannt) den betreffenden Setzern gegenüber seinen Verpflichtungen nach wiederholtem Auffordern nicht nachkam. Viele der Leser des„VolksstaatS" werden sich erinnern, daß vor etwa einem Jahre die Buchdruckereibesitzer eine Aussperrung der Setzer in Scene setzten, die sich über ganz Deutschland er- streckte. Das Resultat dieser Aussperrung war, daß Prinzipale und Gehilfen sich über einen Tarif einigten, der für ganz Deutsch- land gelten sollte, und, um allen Streit zu vermeiden, Schiedsgerichte ins Leben riefen, deren Aussprüchen sich Jeder zu fügen hätte. Ob diesen vereinbarten Tarif die„armen, gutmllthigen« Prin- zipale oder die„gewaltthätigen, unverschämten" Setzer während seines Bestehens verletzt und ihr Wort gebrochen haben, werden wir weiter unten klarlegen. Borausschicken müssen wir, daß dieser vereinbarte Tarif nicht nur nicht von den meisten Prinzipalen verletzt, sondern überhaupt in dem größten Theile Deutschlands noch gar nicht eingeführt ist. Hier in Berlin hätte man jedenfalls auch recht lange warten können, wenn die Einführung des Tarifs den Prinzipalen über- lasten wäre. So aber nahmen die Setzer die Einführung selbst in die Hand und gelang es denselben auch, nach Beseitigung mancher Schwierigkeiten, den Tarif in den meisten Druckereien zur Anerkennung zu bringen. Da der Tarif für den ZeitungSsatz keine speziellen Bestimmungen getroffen hatte, so einigte sich der Zeitungs-Verleger- und Druckerverein mit dem Verein Berliner Buchdrucker und Schristgießer über Abmachungen, die unter dem Titel: Noimativbestimmungen für den ZeitungSsatz gedruckt und in den ZeitungSdruckereien als zu Recht bestehend eingeführt wurden. ZeitungSdrucker Gensch ist Mitunterzeichner dieser Nor- mativbestiwmungen. Der Gehilfen- Verein hat stets an dem Tarif festgehalten, er hat das SchiedSamt(für Berlin wurde in Folge Einführung des Tarifs bis zur Jnkrasttretung der Schiedsämter in ganz Deutsch- land ein provisorische« SchiedSamt gewählt, daS zu gleichen Theilen aus Prinzipalen und Gehilfen bestand), über besten Nutzen die Meinung seiner Mitglieder eine gethciltc war und ist, respektirt, er hat seine Mitglieder angehalten, den Aussprüchen deS SchiedSamteS nachzu- kommen, kurz und gut, er hat Alles gelhan, um mit den Prin- zipalen in Frieden zu leben. Nahmen sich nun die Prinzipale ein Beispiel daran? O ja, nur umgekehrt. Sie mußten alle Augen- blicke wegen Zahlungsverweigerung verklagt werden, sie entließen diejenigen Setzer, die es gewagt hatten, sie durch das Schiedsamt an ihre Pflichten erinnern zu lasten, einzelne weigerten sich unter dem Beifall ihrer Kollegen den Aussprüchen des SchiedSamtS nachzukommen und der Prinzipalverein vertagte endlich, als ihm daffelbe gar nicht wehr passen wollte, daS SchiedSamt einseitig aus unbestimmte Zeit, ohne auch nur dem Gehilfen-Berein davon Mittheilung zu machen. Auf welcher Seite liegt nun die Ge- waltthat, die Unverschämtheit, ihr säubern Herren? Nun kommen wir zu dem„neuesten Gewaltact" des Verbandes, dem Conflikt mit dem Buchdruckereibcfitzer Gensch, als Drucker der„Tribüne". Dieselbe erscheint seit dem 1. Juni täglich. Die Setzer waren zur Herstellung derselben mit 3 Thlr. 20 Sgr.(dem Minimum des Arbeitslohns in Werkdruckereien) bei 10siündiger Arbeitszeit engagirt. Herr Gensch hatte durch dieses Engagement 1) eine Abmachung zwischen dem Verleger- und Druckelverein, dem sie noch heute angehört, und dem Buchdrucker- und Schriftgießerei- hilfen-Vc>ein, die darin bestand, daß Zeitungen nur dann m Tagclohn hergestellt werden dürfen, wenn eine llwöchentliche Akkord- arbeit vorhergegangen ist und der sich daraus ergebende Durch- schnittSverdienst als Wochenlohn gezahlt wird, 2) die Normativ- bestimmugen, deren erster Absatz unter allgemeine Bestimmungen dahin lautet, daß„die Arbeitszeit in einer Zeitung durch den Termin ihres Erscheinens bedingt wird und in jedem Ge- schäfte besonders festzusetzen ist, verletzt. Herr Gensch und seine Gesinnungsgenossen können dies,«ie es nicht anders zu erwarten ist, nicht einsehen; der betreffende H:rr glaubte schon alles Mögliche gelhan zu haben, als er nach vielen Unterhandlungen den Setzern 10 Sgr. wöchentlich zu- legte und die Arbeitszeit um 2 Stunden verkürzte. Damit konnten sich die betreffenden Setzer nicht zufrieden geben, sie wandten sich vielmehr an ihren Verein, der in Folge dessen auch beschloß, daß die Setzer der Gensch'schen Buchdruckerei an den Abmachungen der beiden genannten Vereine festzuhalten haben. Um diesen Beschluß auszuführen, boten die betriffenden Setzer und der Beamte(Sccretär) des GehilfcnvereinS 8 Tage lang alle Ueberrcdungiküuste auf, um Herrn Gensch zu einem Einlenken zu bewegen. Alles vergeblich; er erklärte: Ich gebe nicht eher nach, bis sie mich durch Arbeitseinstellung dazu zwingen; ich kann mich meinen Kollegen gegenüber nicht blamiren. Nun endlich riß die Geduld des Vereins. Er beschloß am Mittwoch den 17. Juni, die Gensch'slbe Druckerei so lange für Vereinsmitglieder zu schließen, bis Herr Gensch dem Verlangen des Vereins nachkommt. In Folge dessen forderten die betreffenden Setzer am andern Tage ihren Prinzipal auf, ihnen nun endlich definitiven Bescheid zu geben.(Vorher hatte er allerlei Ausflüchte gemacht, z. B. er werde ans Schredsamt gehen; dasselbe epistirte durch den Beschluß der Prinzipale aber nicht.) Derselbe erbat sich bis 2 Uhr Mittag Bedenkzeit, welche ihm auch bereitwillig gewährt wurde mit dem Bemerken, daß eine Deputation zur festgesetzten Zeit seine Ent- schlicßung einholen werde. Diese Bedenkzeit des Herrn Gensch war aber nur ein elendes Manöver, darauf berechnet, die Setzer hinzuhalte», denn er hatte schon Tags zuvor bei dem neu ge- gründeten Buchdruckerverein(Prinzipale und NichtverbandSmitglieder) um Hilfe gebettelt, die ihm auch zugesagt war. Gleich nach der Entfernung der betreffenden Setzer rückten denn auch 12— 15 Prinzipale uiit ihren Lehrlingen in die Gensch'sche Ossiziu und okku- pirten die verlassenen Plätze. Zur festgesetzten Stunde erschien vor dem Druckereilokal die erwähnte Deputation und erstaunte nicht wenig, das Haus mit Schutzleuten besetzt zu sehen und sich durch diese bewaffneten Reihen durchdrängen zu müssen, um ihren Prinzipal sprechen zu können. Im Druckereilokal angelangt, traten ihnen einige von den helfenden Prinzipalen entgegen, erklärten ihnen, sie hätten nichts mehr hier zu suchen, Herr Gensch brauche sie nicht mehr. Als die Setzer erklärten, ihren Prinzipal sprechen zu wollen, wurden sogar einige der Herren thätlich, schimpften in der gemeinsten Weise auf den Verband und seine Mitglieder und ist es nur der Besonnenheit der Setzer zu danken, daß es nicht zu einer allgemeinen Rauferei gekommen ist. Herr Gensch, der inzwischen hinzukam, empfing sie mit den Worten:«Gehen sie nur, m,t uns ist es auS". Als nun die Setzer ihre Sachen zusammen- packen wollten, wurden sie gestoßen und ihnen gesagt, man würde die Sachen auf den Hos werfen, da könnte sich ja jeder das ihm Gehörige heraussuchen, als aber die Setzer endlich Ernst machten und nicht gewillt waren, von der Straße sich ihre Sachen aufzu- lesen und nöthigenfalls andere Maßregeln ergreifen wollten, ge- statteten die„gutmüthigen" Prinzipale endlich, daß sie in Frieden abziehen konnten. Dies ist der Hergang des letzten Conflikts und wird jeder daruaö ersehen, daß die Mittheilungen der Berliner Zeitungen» die meiflcntheilS von Buchdruckereibesitzern ausgehen, vollständig erlogen sind. Die edlen Schreiber wissen, daß uns diese Sorte von Blättern nicht zur Verfügung steht, denn wir haben keinen Milliardentopf, und deshalb wagen sie es uns zu beschimpfen und zu beschmutzen. Aber nur immer weiter, wir wollen sehen, wer da siegt: Schreit nur auS Angst, daß ihr den Verband gesprengt habt, ihr wißt ja, daß wir darüber lächeln und nöthigenfalls Lebenszeichen von uns geben, die wie Keulen- schlüge auf euch herniederfallen. Soweit unser Corrcspondent. Wir lassen nun einen gegnerischen Bericht folgen, der dem„Leipziger Tageblatt" auS Berlin zugegangen ist und den es in feiner arbeiterfeindlichen Tendenz mit folgender Einleitung versieht:„Als drastischer Beweis, wie unumschränkt der Allgemeine Buchdruckcr-Verband seine Mitglieder be- herrscht, wird unS heute Folgendes auS Berlin gemeldet": In der Gensch'schen Buchdruckerei daselbst, wo vier Zeitungen gedruckt werden, erhielten die Setzer wöchentlich 9—12 Thlr. je nach Leistung und Fähigkeit, und sie waren auch damit zufrieden, denn sie brach- ten es durch Ueberarbeiten wöchentlich auf 12—13 Thlr. Schon vor längerer Zeit beschloß der Berliner Verbandverein, daß keine Zeitung im gewissen Gelde besetzt und daß bei Zeitungen kein im gewissen Gelde stehender Setzer, sogar kein Lehrling, beschäftigt werden dürfe. Auf Grund dieses Beschlusses flellte der Vereins- vorstand dem Herrn Gensch die Forderung, die Berechnung ein- zuführen. Herr Gensch glaubte dazu nicht verpflichtet zu sein, da der Tarif davon Nichts enthält, und wies die Forderung als einen Eingriff in sein Recht ab. Die Setzer erklärten dem Vorstand selbst, daß sie mit ihrer Stellung zufrieden seien; das half aber alles nichts, sondern der Vorstand befahl die Einstellung der Arbeit bei Strafe des Ausschlusses auS dem Verband. Leider haben sich die Setzer und auch die Maschinenmeister aus Furcht gefügt. Der Vereinsvorstand hat aber noch einen Schritt weiter gethan. Er hat fämmtliche Druckereien, deren Prinzipale Herrn Gensch ge- Holsen haben, in Blokadezustand erklärt, und es sind davon 16 Druckereien, die mehr als 100 Setzer beschäftigen, betroffen. Dem Vernehmen nach wollen sich die Prinzipale wegen diese» schranken- losen Terroriömus an die Staatsbehörde wenden." Daß der Verband der Buchdruckergehilfen den Prinzipalen ein Dorn im Auge, ist leicht erklärlich. Ja, wenn dieser verdammte Verband nicht wäre, dann brauchte man keine den Verhältnissen entsprechenden Löhne zu zahlen, dann könnte man beliebig die Arbeitszeit diktiren, dann könnte man kurz und bündig mit den Arbeitern machen was man wollte; so aber— nein, das ist un- erhört! Staatshilfe her gegen diesen„schrankenlosen Terrorismus". Und daS Tageblatt? Nun, das scheint nicht zu wissen, daß der „Beweis, wie unumschränkt der allgemeine Buchdruckerverband seine Mitglieder beherrscht", weiter nichts beweist, als daß die Mit glieder sich selbst beherrschen. Kohenflein-KrusttHat, 22. Juni. Das Stiftungsfest, welches der hiesige Arbeiterbildungsverein gestern feierte, gestaltete sich in seinem ganzen Verlaufe zu einem wahren Volksfeste. Die„Eh. Fr. Presse" schreibt hierüber: „Das freundliche, sonst so stille Städtchen Ernstthal, sowie daS daran grenzende Hohenstein waren gestern der Schauplatz eines regen, ftöhlichen Treibens. Nicht nur vom Bahnhofe bei Ankunft jedes Zuges, sondern auch von allen Richtungen her kamen Züge von Proletariern. Der dortige ArbeiterbildungSverein feierte näm- lich sein Stiftungsfest, zu welchem Bebel eingeladen und erschienen war. AuS allen umliegenden Städten und Dörfern waren De- putationen erschienen. DaS Fest wurde durch Musikstücke einge- leitet, worauf Massengesang und die Begrüßungsrede durch den Vorsitzenden des Vereins, Genosse Bohne, folgte. Derselbe hieß besonders den Vertreter des Wahlkreises im ReickSrage, Herrn Bebel,„willkommen". LlSdann folgten wiederum Musikstücke und Massengesang. Genosse Liebknecht sollte die Festrede halten, war aber leider daran verhindert, weshalb Genosse Kayser statt des- selben die Festrede hielt und erfreute sich dieselbe einer äußerst beifälligen Aufnahme. Nun ergriff Genosse Bebel das Wort, mit donnerndem Beifall begrüßt. Bebel dankte den Anwesenben dafür, daß dieselben ihm ihr Vertrauen bewahrt hätten, besonders für jene Wahl, als ihm nach dem sog. MajestätSbelcidigungsprozeß daS Mandat aberkannt wurde. Damals mag man sich der Mei- nung Hingezeben haben, daß die Wähler, nachdem er(Bebel) zu zwei Jahren Festungshaft verurtheilt und ihm daS Mandat ab- erkannt wurde, ihn nicht mehr wiederwählen würden. Bebel kam nun auf die Verfolgungen zu sprechen und hob hervor, wie ein große Idee sich nie todtschlagen lasse. Zum Schluß betonte Bebel, wie er wieder frei, den Gefängnißmauern entschlüpft, seine volle Kraft für die Arbeitersache sowohl im Reichstage, wie außerhalb desselben einsetzen werde. Rauschender minutenlanger Beifall folgte auf diese Rede. Nach dem Spielen einiger Musikstücke begann der Ball, welcher die Festtheilnehmer bis zum beginnenden Morgen zusammenhielt. Das Fest hat alle Theilnehmer mit Begeisterung beseelt und sie von neuem dazu gestählt, trotz aller Drangsale und Verfolgungeu der Arbeitersache zum Siege zu verhelfen." Briefkasten der Redaktion. Soz.-demokr. Wochenbi» Nürnberg, Genossenschafter Pforzheim, Südd. Volksstimme, Südd. Boltszeit., Gleichheit, Tagewacht und Felleisen ersuchen wir von jetzt an 1 Exrmpl. für B. nach Zw. zu senden. der Expedition. H. Fnmnn Duisburg Ab. 2. Qu. 7 Thlr. FchS Stadt. Ilm Ab. 3. Qu. 25 Gr., Schr. Gr. 27 5. I. Mnnr Pforzheim Ab. 3. Qu. 2 Thlr. Gnthr Großenhain Schr. Thlr. 19 5. Frisch Gautsch Ab. 3. Qu. 16 Gr. Zpp Altenburg Schr. 14 Gr. Bchhm hier Schr. Gr. 11 5. Manuf.- Arb.- Verein Gera Ann. 3 Gr. I. Lchta Mitterbad Schr. Thlr. 1 7, Ab. 3. Qu. Thlr. 1 18. Krs Berlin Ab. Juni Thlr. 7 4. K. Nclj Syrmien Ab. 3. Qu. 27 Gr. Kppf Graz Schr. 3 Gr. K. Nclj Preßburg: Die an St. gesandten Schriften be- trugen Gr. 24 8. Die beiden Brochuren konnten wir nicht mitsenden, weil sie vergriffen sind. Direkte Sendung wird billiger sei«. Ast. Lrra Werkschetz: Wie kommt es, daß Seiten« Brk. Thlc dort von Nr. 71 an die Annahme des Kreuzbande» verweigert wird?«. Fetzsch Hannover: Die Annoncen der Metall.«Gew. kosten 12 Gr. Zpke Breslau: Die übrigen„Vollstaate" senden Sie frco. zurück, worauf wir Ihnen de» Betrag hiefür gutschreiben� Fond f. Pol. Gcmaßrcgclte. sozialdemokratischen Arbeiterverein Leipzig d. E. Thlr. 1 10. GcnoffcnschastSbuchdruckcrci. Antheilscheine bez. Autheilquittungen erhielten ferner: In Franksurt I. G. 2 Thlr. in Erfurt F. R. Thlr. 2 15. {trHrtLktSSVet Die hiesigen Mitglieder der sozialdemokratisches Arbeiterpartei versammeln sich Samstag, den Juli, Abend« halb 9 Uhr in der Schützenhalle. T.-O.: 1) Entrichtung der Beiträge. 2) Wahl eine« Delegirten zum Parteicongresse. 3) Sozialpol. Rundschau. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist da« Erscheinen Aller Mit- glieder nolhwendig._ I. A.: I. E n d e r«._ Berlin Bekanntmachung. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Sonntag, den 5. Juli, Vorm. 10 Uhr: Geschlossene Mitglieder' Versammlung im„Königstädtischen Easino", gr. Fraukfurterstr. 77. Bericht des Hrn. Milte über da« Resultat der Kommission für Aem derung dc« Programm«.— Wahl der Delegirten zum Parteicongreß.— Verschiedene«. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist e« Pflicht eine« jeden Par- teigenossen zu erscheinen. Gleichzeitig ersuche, die Steuern zu berichtigen, da nur diejenigen aus dem Tongreß vertreten werden, welche ihren Pflich' ten nachgekommen find. A. Heiusch, B-rtrauensm. s3b Für hier abonnirt man auf den„Bolksstaat" monatl. für 7>/z Ngr. frei in Haus bei Trautmann, Engelufer 1d IV»; Parteigenossen, agitirt unermüdlich für die Verbreitung der„Partei-, Orgaue"._ Manusakturarbeitergewerkschaft. iS/vlll(Krankenkasse) Sonnabend, den 4. Juli, Abend« 8 Uhr Versammlung aus Bellevue. D. B. � ftrttitftitrit Abonnements auf den„BolkSstaat" nehmen entgegen: Colporteur Schultz und Schützt (Schultz wohnt Platz beim grünen Sood-Hof 34, Saal 2), femer Trau' mann, Dragonerstall unter 25; Geib, RödingSmarkt 12. Preis pro Quartal in'« Hau» geliefert 1 Mrk. 12 Schill „„ Monat„ ,, ,,„ 10„ Parteigenossen! Seid thätig für die Verbreitung de« Eentral-Part« organ«!_ ftrtttlllltrrt«vis für die Töpfer Deutschlands. Wir machen darauf aufmerksam, daß unser� Arbeits F be, «> «: fü bei He üfttauj au|mm|uui, vup»»»," v*1� nackweis« Bureau sich in Hamburg, große Roscnstr. Nr. 37, bei Herr» Hübner, befindet; wir ersuchen alle Töpfer, die sich auf�der Reise vn finden, diese« zu berücksichtigen und nur von unserem Bureau sich � Arbeit stellen zu lassen._ Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Donnerstag, den 2 Juli, Abend« 3 Uhr, im Saale Leipzig Eldorado. 1) Die Nachtheile des stehenden Heerwesens und die Einführung Bolkswehr. Ref. Nauert. 2) Soz.-pol. Wochenbericht. Ref. Künzel. Gäste willkommen. Der Borstand. Agitation«-Somitö Freitag, den 3. Juli: Sitzung im Bereinslokale.__ J Q«»*»-»«« Der Tischlerverkehr befindet sich jetzt bei A. Roth' Neukirchhof Nr 10. Leipzig befindet sich jetzt bei A. Der"„BolkSstaat" liegt daselbst au«.__ Ä- (tnf Sonntag, den 5. Juli, Nachmittag« 4 Uhr: Versammlung im Garten der Restauration zur„gu"( Quelle" in Naunhof. Tagesordnung: Die Arbeiterbewegung. Gr� tung eine« Arbeitervereins.— Referenten Nauert und Hadlich Leipzig..___ IV) Wenn die Agitationscomitö's zu Frohburg bestehen, ersuche ich um deren Adressen. Leipzig, 29. Juni 74�_ l)öti ber lach Sieh an satii Vom 1. Juli d. I. an habe ich meine Bnchhandluttg nach Apolda. Steinweg,»erlegt.— Filialen bestehen in: W-i«�' Schloßgaffe 13(W. Ufert). Rudolstadt: Mangelgasse(M Schumi'' �>i C. Ketl-l- 'ber Soeben erschien: den Leipziger Hochverrathsprozeß '»9. ü°h< N 12.(Schluß-) Lieferung. Oic„ungehaltenen" Reden culhaltend. ptg, 72 Seite». Preis 2>/z Groschen. ai-ii yAF" Vorstcheude Preise verstehen sich gegen baar oder dtit Vorschuß.— Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Expedition des„B olksstaat��ich Leipzig: Becantw. Redaktenr: M. Preiger.(Redaktion a._ Zet-erstr if) 5m