Erscheint in Leipzig Mitiwoch,Freitag,Sonntag. ästet cacht Bestellungen nehmen an alle Pvstanstalten u. Buchhand- lungen des Jn-u.Auslandcs. Filial-Expeditionen für die Fchz Vereinigten Staaten: heim F. A. Sorge, Box 101 Hoboken, X. J. hier Wm. Lueders, !chtn 409 Maystr. Chicago, Jll. Ab. Heter Haß, 8. Vf. Corner Third and coates str. Philadelphia. Der Unlbltiuit Absnnementspreis: 16 Sgr. pro Quartal. ZNonats- Abonnement, werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2 im u. 3ten Monat und auf den 3 ten Monat besonders an- genommen, imKgr. Sachse« u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat k ö1/« Sgr. angenommen. iden, Lrra :. 71 -ver: Die dn> OrgandersozialdemokrattschenArbetterparteiundderinternattonalenGeuierkslscnossenschasten. Zuserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins, und»»lksverfemmlungen, sowie die Anzeigen mit Zilial- Expeditionen und sonstige Partei- Au gelegmheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und Bergnügung»- i Sgr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Rr. 76 IlreitaK» 3 Juli, 1874. ikfurt cheh !N 4. zirten Mt- edeo Aew Par tigen, Mich- J36, II. fät 0 IV. artet» 1 UM chiitzt, Trau» iartei» cbeitt� Herr« ise b«' sich" de de« ag W id. and. >th- Abonnements- Einladung. Mt dem 1. Juli beginnt ein neues Quartal und fordern wir deßhalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Der Preis beträgt 16 Sgr.(56 Kr. rh.) pro Quartal, *V» Sgr.(18 1 2 Kr.rh.) pro Monat für ganz Deutschland. Alle deutsche Postanstalten nehmen Abonnements entgegen Denjenigen Abonnenten, welche daS Blatt per Kreuzband beziehe«, wird dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender Weise berechnet: für Deutschland 1 Thlr. 5 Ngr.(2 sl. 3 kr. rh.); für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavien und Italien 1 Thlr 10 Ngr.(5 Frcs.); für Frankreich, die Niederlande, Portugal, Großbritannien, Rumänien und die Türkei 1 Thlr. 20 Ngr.(61/* Frs.); für Spanien und für Amerika 2 Thlr. Für Leipzig und Umgegend ist der Abonnementsprcis (mit Bringerlohn) aus 17�- Ngr. pro Quartal und 6 Ngr. dro Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition dieses Blattes, Zeitzerstraße 44, und bei Colporteur Müller; ?ür die Umgegend von Leipzig bei den Filialcxpeditionen: für AolkmarSdorf, Reudnitz, Neufchönefeld,:c.:c. bei Frau Friedrich, Anger Nr. 5, für Plagwitz und 8in Kttau jc. bei Frau Hohe, Plagwitz, Zschochcr'schc Straße 26, für Connewitz je. bei Teubcrt, öornaische Straße 19, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst, für Thonberg bei Horn. Hauptstr. Nr. 95, für Stötteritz bei Gust.Boigt, Schulweg 2, für Gohlis je. bei O. Penk ert, Hauptstr. 19. Für Berlin wird auf den..Bolksstaat" monatlich für 8 Sgr. strei in's Haus abonnirt, bei Trautmann, Engeluscr 6b, 4 Treppen;— R u b e n o w, Brunnenstraße 34 ün Laden; Mctzncr, Elisabethkirchstr. 1; Bogel, Prinzenstr.61; Krause, Zionskirchplatz 2, 3 Tr. Der Abonnementsbetrag ist bei Bestellung zu entrichten- Abonnements bei der Expedition, sowohl einzelne wie von Filialen, welche nicht rechtzeitig erneuert worden, werden vom l> Juli au nicht mehr effcktuirt. Die Redaktion und Expedition des..Dolksftaat". Bekanntmachung. Beginn des 3. Quartals— 1. Juli 1874— werden 'Jtii«' �üellungen auf den �BolkSstaat" für Leipzig und Amgegend ch ae«°>rest hei Unterzeichneter oder durch die Colporteure Lji.\ nur gegen Vorausbezahlung, gleichviel ob Quartals- oder Monatsabonnement, angenommen. Filialexpeditionen sowohl als Diejenigen, welche per Kreuz- and oder Couvert beziehen und nach Vcrfluß von 3 Tagen nach zu t:'' R5?1 jeden Monats die Abonnementsbeträge nicht eingesandt >. fb erhalten keine weiteren Zusendungen. — f Die Restanten, namenrlick von Leipzig und Umgegend, werden qeidl««'"St, baldigst ihren Verpflichtungen nachzukommen. Leipzig, den 12. Juni 1874. Die Expedition des„Voltsstaat." nnj«;: Zur Kritik des Bracke'schen Antrages betreffs � Aenderung des Parteiprogramms. � Ter Bracke'sche Vorschlag besteht genau genommen nicht auS PrÜstt sondern aus vier Stücken: I) Punkt II. 5 deS Programm? mndt« � IV. an das Ende zu stellen. II) Punkt III. 10 des Pro- ert, Gramms ganz fallen zu lassen. III. An Stelle des fortgelassenen ßrejP Punktes in. zy drei neue Sätze als III. 10, 11, 12 anfzunehmeu. ) Die Ueberschrift von 1U. zu ändern. Hierauf ist zu bemerken ...-46. 1.: Der Vorschlag ist so logisch, daß man ihn nur zu �vren braucht, um ihm zuzustimmen. Da» Programm ist hier in lad. at- bisher mangelhast, denn man kann doch nicht die That- ,'-y, daß die Partei sich eine so und so beschaffene Organisation ' tüs einen Grundsatz bezeichnen, für den das Mitglied mit Mzer Kraft einzutreten sich verpflichtet. Daß eine solche Organi- , f,!)0" nothwendiz ist, wäre allenfalls ein aufzustellender Grund- tz; aber die Ausstellung desselben ist LnxuS, seitdem die Organi» i.t'0" epiftirt und als Organisation der socialdemokratischen Pattei � mr jedes Mitglied dieser Partei sich geltend macht. W � Dabei des bisherigen Programms trifft übrigens auch « bunkt II. 6, Derselbe enthält auch durchaus keinen Grund- fi-h,'0I,tein einen historischen Bericht über daS, was factisch be- .»i. Ich beantrage demgemäß auch diesen Punkt auS II. fortzu- sie» und ihn mit dem bisherigen ll. S in lV. zu verschmelzen. Ad 11.; Die Weglassung dieses Punktes ist wünsckenSwerth d.Le» der ökonomischen Unreife deS Laffallischen Planes und wegen �»ßbranches, dem eine schlaue cäsarosocialistische Regierung dem Versuch seiner Durchführung treiben könnte. Beide ■»ck w �nb C0n Bracke mit überzeugender Klarheit entwickelt. >'l Recht zu geben ist ihm dagegen in seiner Behauptung, jeder .at' greifbare Vorschlag, so oder so sei es zu machen, charakterisire eine Sektirerei, die einer kindischen Entwicklungsstufe des Soda- liSmus angehöre und in der Gegenwart nur zu traurigen Kata- klysmen oder zu hinterlistiger Ausbeutung socialistischer Bestrebun- gen durch die herrschende Gewalt führen könne. Gegen diese Behauptung ist anzuführen: 1. Zum Behuf der Agitation ist ein greifbarer Vorschlag fast unentbehrlich. 2. Jede Agitation ohne greifbaren Vorschlag läuft hinaus auf ein Ver- trösten auf eine unbestimmte Zukunft, der man in blinder Erwar- tung entgegenzuharren hätte— ein Zustand, der auf jede Partei dcmoralisirend wirken muß. 3. Jede Agitanon ohne greifbaren Borschlag muß zur Entstehung revolutionärer Leidenschaften bei- tragen und so dem Hauptprinzipe der Internationale, keine AuS- brüche deS VolkSzornS zu veranlassen, entgegenwirken. 4. Jede derartige Agitation muß die Verfolgung der regierenden Gewalten auf uns in höherm Grade herabziehen als eine solche unS treffen wird, wenn wir bestimmte Forderungen an den bestehenden Staat richten. 5) Der Grund, daß wir keine concrete Gesetzesvorschläge zu machen hätten, müßte logischer Weise auch die Punkte IN. 1— 9 deS bisherigen Programms in Wegfall bringen. 6) Der Grund, daß der heutige Staat unfern positiven Forderungen doch nicht gerecht werden kann, beweist nicht gegen sondern für die Aufstel- tung dieser Forderungen. ES giebt kein besseres Mittel einen Staat zu kennzeichnen, als wenn man für seine Leistungsfähigkeit Un- mögliches von ihm verlangt und gleichzeitig dafir sorgt, vaß die Nothwendigkeit dieses zunächst Unmöglichen immer allseitiger und lebhafter empfunden wird. 7. Der Grund, jeder Versuch die Lö- sung der sozialen Frage auf einem beschränkten Gebiet mittelbar — wie eö nach dem Lassalle'schen Borschlage geschehen wäre— oder unmittelbar in Angriff zu nehmen, müßte, falls überhaupt ehrlich unternommen, scheitern, weil er nicht die Gesammtmacht der heutigen Civilisation hinter sich habe, ist hinfällig, sobald daS fragliche Gebiet sich in erforderlichem Maße in einen isolirten Staat— in der ökonomischen Bedemung deS Termjnus— verwandeln läßt. Dazu wäre nur die polüische Einheit und Selb- ständigkeit des fraglichen Gebiets erforderlich. 3) Der Grund, ein solcher Versuch, von einer Staatsregierung unternommen, also eben auf einem politisch einheitlichen und selbständigen Gebiete, müsse in Arglist ausarten, wird hinfällig, sobald die ftagliche Staatsregiernng eine wahrhaft demokratisch- ist, wie sie dies sein muß, wenn wir von ihr einen etwaigen Versuch ftaglicher Art einmal wirklich erlangen. 9. Der etwaige Einwand, das Vor- gehen in der eben angedeuteten Weise entspräche nicht dem Prindp 'bei Jnternationalität, wäre ganz nichtig, denn a) würde alles, was bei einem Volke errungen würde, auch den andern Völkern für die Zukunft nutzbar werden(Man erinnere sich an die Geschichte der bürgerlichen Revolutionen), b) würde das unthätige Abwarten des Zeitpunktes, wo in der ganzen civi- lisirten Welt das Kapital nach völliger Erdrückung deS Kleinbür- gerthums wie eine überreife Frucht von selbst auf die Erde fällt, eine große Thorheit sein, o) weil das Kleinbürgerthum in vielen Theilen der Welt so langsam hinschwindet, daß in anderen Ge- genden die Ueberreise des Kapitals eintteten muß, wenn dort noch eine vergleichsweise primitive Gestaltung der Gesellschaft stattfin- det, d) weil die moralische Danerbarkeit und Aktionsfähigkeit des ArbeiterstandeS bei einer sehr lange wahrenden Kapitalistenhcrr- schast bedenklich leiden muß. Es ist nicht richtig, daß mit dem Druck der Gegendruck gränzenlos zunimmt, e) weil die Gründe ftir die These, nach dem„Entwicklungsgesetz der modernen Gesell- schast" müsse daS Kartenhaus der Kapitalherrschaft schließlich von selbst zusammenbrechen, sämmtlich ans der Hegelschen Philosophie entlehnt find und nicht auS der Beobachtung der wirklichen Welt. 10. Früher oder später muß doch ein positiver Vorschlag ge macht werden, weil daS Denken der Welt sich— soweit menschliche Dinge in Frage kommen— eben doch nur durch Menschen- gehirne vollzieht. Alle Gefahren eines solchen Vorschlags sind nicht in minderem Maße wie heute vorhanden, wenn derselbe in Mitten einer weltumgestaltcnden Revolution auftaucht.'Tritt er dagegen heute schon in's Leben, so haben wir den Vortheil, bei Zeiten eine Partei tüchtiger Männer zu bilden, die auf alle Fälle wissen, was sie wollen, und sehr viel dazu beittagen können, die Wirrnisse einer plötzlichen und mannigfaltigen Programmbildung für den drängenden Moment zu vermeiden. Daß eine der- artige Verwirrung mit den auS ihr entspringenden Gehässigkeiten und Fanatismen im höchsten Grade cultnrfeindlich wirken muß, liegt aus der Hand. Hält man ihren Eintritt nicht für wahr- scheinlich, so ihnt man von zweien Dingen einS: entweder ver- ttant man auf die„Intelligenzen" der Pattei, welche in der Roth schon aushelfen würden— dann stnd unsere demokratischen Ge berden eine Far�e;»der man hofft, daß irgend eine immanente Vernunft der Dinge im rechten Augenblicke schon daS Richttge lehren werde— dann sind mir schlecht maSkirte VorsehungSgläu- bige— quod Di benigni avertant! Ad III. Die Aufnahme dieser drei Punkte ist entschieden zu rückzuweisen, denn a) in einen Zusammenhang mit den bisherigen Punttcn Hl. 1—9 sind sie unmöglich zu bttngen, da sie ganz andersartigen Inhalt haben als diese neue Sätze: Rathschläge für Agitatoren neben Forderungen an die Gesetzgeber; d) eine beson- dere Abtheilung läßt sich aber aus ihnen auch nicht machen, denn was als Grundlehre des Sozialismus von jedem Parteimanne anerkannt werden soll, gehört in II. und ist daselbst in den Punk- ten 1— 4 recht befriedigend ausgedrückt; was aber sonst zu denken und zu sagen ist, läßt sich unmöglich bindend für älle Fälle aufstellen; c) unter die Grundlehren deS Abschnittes II. lassen sich die drei neuen Sätze aber ebenfalls nicht aufnehmen, denn der erste enthält die Empfehlung einer praktischen Protemporemaßregel, über deren Werth oder Unwerth man unbeschadet seiner Pattei- treue sehr verschiedener Meinung sein kann;(daß die ftagliche Organisation faktisch als Parteiinstitut besteht, wäre füglich in den neu hinzuzufügenden Abschnitt IV. aufzunehmen) der zweite und.dritte Satz aber enthalttn entweder allgemeine Einsichten, die selbstverständlich schon in den Sätzen U. 1—2 enthalten sind, oder— anders gebeutet— spezielle Marx'sche Theorien, deren Gültigkeit ganz unerörtert bleiben mag, gegen deren Erhebung zum Parteidogma ich mir jedoch hiemit als Parteimitglied schönstens zu protestiren erlaube. Ad IV. Die vorgeschlagene neue Ueberschrift würde nur auf die Sätze III. 10— 12 des vorgeschlagenen neuen Programms passen. Nach dem eben Bemerkten wäre sie also jedenfalls zu verwerfen. SilvanuS. Politische Uebersichr< — Menschenhandel. Unsere Leser werden sich vielleicht noch erinnern, daß ein bekannter Leipziger Arzt vor nicht allzu- langer Zeit sich dahin ausgesprochen hat, daß die sogenannten „unsittlichen Häuser" ein Segen für die Menschheit seien. Der Mann wird sich freuen, wenn er in der„Hamburger Volkszeitung" liest, daß amerikanische Schwindler und Gauner eifrigst bemüht sind, diesem„Segen" eine möglichste Ausdehnung zu verschaffen und die genannten Häuser mit Mädchen aus den„besseren" Stän- den zu bevölkern. Es heißt in genanntem Blatte: „Seit geraumer Zeit schon wird zwischen Deutschland und Nordamerika ein Menschenhandel gettieben, welcher den Abscheu aller Menschenfteunde in hohem Grade erregen muß— und den aufzudecken und zur möglichst allgemeinen warnenden Kenntniß zu bringen, die gesammte deutsche Presse als eine wichtige Psticht er- achten sollte. Von Bremen und Hamburg aus werden nämlich durch Annoncen in den gelefensten deutschen Zeitungen junge Mädchen als Gouvernanten und Erzieherinnen, Gesellschafterin- neu:c. zu engagiren gesucht und, wenn sie jung und hübsch sind, auch gegen außerordentlich günstige Bedingungen nach Amerika hin angeworben. Als Bestimmungsort wird gewöhnlich ein Landsitz in der Nähe Newyorks oder irgend einer andern großen und be- kannten nordamerikanischen Stadt angegeben. So ist nun schon so manches gebildete und schöne junge Mädchen mit Reisegeld reich ausgestattet, voll der besten Hoffnungen, dorthin abgereist— um einem offenbaren gräßlichen Verderben in die Arme zu laufen. Am ersten Bestimmungsorte, Newyork nämlich, wurde die junge Dame bereits erwartet, von einer Abgesandten ihres neuen Dienst- Herrn liebevoll in Empfang genommen und vorläufig in einem Gasthaus untergebracht. Doch von deck Augenblick, da sich die Pfotte des vermeintlichen Gasthauses hinter ihr schloß, war die BedauernSwerthe einem entsetzlichen Schicksal geweiht. Wenn auch erst nach und nach, doch nur zu bald ward sie dann inne, wo und in wessen Gewalt sie sich befand, und weder die Ausbrüche der furchtbarsten Verzweiflung, noch die inständigsten Bitten um Erbarmen konnten sie jetzt mehr vor dem Schicksal retten, das ihr bevorstand. Ganz macht- und willenlos in die Hände der grau- samsten und habgierigsten Unholde gegeben, von der Außenwelt durchaus abgeschnitten, ward die Aermste durch Gewaltmittel jeder Art dem Willen ihrer Peiniger nur zu bald gefügig gemacht— ward ein Werkzeug des scheußlichsten Erwerbs. Eine nähere Er- klärung ist wolfl kaum nothwendiz. Jene Menschen, welche in den genannten Hafenstädten so vortheilhafte Engagements junger Damen abschließen— sind die Agenten übelberüchtigter öffentlicher Häuser in Newyork. Alle Eltern und Vormünder, sowie die ein- zeln dastehenden jungen Mädchen seien daher dringend gemahnt, wenn ihnen ein solches, meistens doch als außerordentlicher Glücks- fall angesehenes Angebot entgegentreten sollte, die Nothwendigkeit niemals außer Augen zu lassen, daß sie entweder durch deutsche Bekannte dort oder durch die deutsche Gesandtschaft stets vorher die Erkundigung einziehen lassen, ob die Person, welche sie zu engagiren wünscht, auch wirklich existire und ob eS überhaupt der- jenige sei, als welcher er vom Unterhändler bezeichnet wird. Der Anhalt, welchen die Legitimationspapiere deS Unterhändlers bieten, dürfte nicht immer ausreichend sein. Auch sei noch darauf hin- gewiesen, daß irgend ein Contrakt oder Abkommen, gleichviel welcher Art, welches hier für Amerika geschlossen wird, sür beide Theile dort nur dann bindende Kraft hat, wenn eS unter der Autorität der amerikanischen Gesandtschaft geschlossen worden ist.« Ganz gut; aber warum haben die Herren Bourgeois, die hier so laut jammern und so sittlich enttüstet thun, kein Herz für die vielen Tausende von Arbeiterinnen, die durch die bittere Roth täglich der schmachvollsten Prostitution in die Arme getrieben werden, weil sie nicht verhungern wollen? Dem Treiben der ame- rikanischen Agenten wäre leicht daS Handwerk zu legen, wenn nicht die Polizei— fich so viel mit den Sozialdemokraten und ihren „destructiven Tendenzen" zu beschäftigen hätte, daß sie da» unsitt- lichc Treiben amerikanischer Agenten nicht genügend überwachen kann. Die Opfer der amerikanischen Agenten betragen übrigens an Zahl nicht den hundettsten Theil der Opfer, die der einheimi- schen Prostitution zum Opfer fallen. Aber wie man an gewissen Orten das Wahlrecht nach Ochsen und Eseln systematisirt hat, so legt die Bourgeoisie auch an die Prostitution den Maßstab deS„Stan- des" und Besitze?. Der in- und ausländische Menschenhandel bleibt gleich schwach- voll. Aber die Bertheidiger der heutigen Gesellschaft haben sich nicht zu entrüsten über die Folgen der von ihnen anstecht erhal- tenen Gesellschaftsorganisation, über die Produkte der von ihnen ausgeübten Klassenherrschaft.»Nationalreichthum" auf der Vorder-, Massenarmuth und Prostitution auf der Kehrseite, ist die Signa- tur der Medaille unsrer Zeit! — Die privilegirte„Ehre". Zu Ingolstadt in Bayern hat das OffizierSkafino Bankerott gemacht, weil sich die Herren Söhne des Mars ihre Speiseräume gar zu luxuriös eingerichtet und gar zu viel silberne Tischgeräthe angeschafft hatten. Das Defizit im Betrage von 21,000 fl. ist, wie man versichert, vom Kriegsministerium sofort gedeckt worden. Bayern ist zwar ein„constitutioneller Staat", ein„Rechtsstaat", werden unsere Schwärmer für stehende Heere und das moderne Prätorianer- thum sagen, aber— die„militärische Ehre"! Ja, diese theure »militärische Ehre", die keinen Anstand nimmt, ihre Löcher von den„bürgerlichen Canaillen", den Steuerzahlern, wieder flicken zu lassen! Merkwürdig: dieselben Herrchen in Uniform, die eS für unverträglich mit ihrer„Ehre" halten würden, wenn sie so ein »schnautziger Ardeiter" berührte, haben doch gar nichts ddhegen einzuwenden, wenn ihre Schulde» mit denselben Werlhen getilgt werden, die dieselben Arbeiter geschaffen! Ist das vielleicht das höhere„Ehrgefühl" nach Plötz und Roon? — Nachdem verschiedene Waschfrauen und Betrunkene wegen„Majestätsbeleidigung" verurtheilt worden, ist man endlich so weit gekommen, adelige„Damen" zu Münster wegen„Ma- jestätsbeleidigung" anzuklagen, die sie in einer Adresse an den Bischof von Münster verübt haben sollen. Die Männer können sich gratuliren, daß das„zarte Geschlecht" wenigstens einen Theil der vielen MajestätSbeleidigungSprozesse, dieser schönen Zugabc des »herrlichen Reiches", auf sich zu nehmen bereit ist. Welch inter- essanter Zukunft gehen da alle strebsamen Staatsanwälte entgegen! Eine hübsche Dame auf der Anklagebank— das macht doch mehr Spaß als so ein„struppiger" Sozialdemokrat! — Einen ihrer eifrigsten Leser und Abonnenten hat die sozialdemokr. Presse in dem sächs. Justizminister, Hrn. Abelen, ge Wonnen. Daher auch die Menge vonProzessen, welche auf Veranlassung deS sächsischen Justizministeriums gegen dieselbe angestrengt worden sind. So hat Herr Abelen kürzlich entdeckt, daß sowohl der Staatsanwalt Roßtäuscher in Dresden durch den„Volksboten", als auch die Leipziger Staatsanwälte durch den„Voltsstaat" be- leidigt worden seien, und hat gegen beide Strafanträze stellen lassen, welche glücklich auch Verurtheilungen erzielt haben. Der früheren Strafanträge deS Justizministeriums gar nicht zu gedenken. Wenn Herr Abelen so fortfährt, werden wir wohl noch Genero- sität mit Generosität vergelten und ihm ein Freiexemplar des „Volksstaat" übermitteln müssen. — DaS neue Preßgesetz setzt bekanntlich keine Cautionen fest. In Preußen verlautet, daß die Behörden allen den Zeitungen, gegen welche zur Zeit gerichtliche Untersuchungen schweben, die Caution nicht zurückgeben wollen. Bekanntlich wurde ja auch s. Z. die Caution der„Demokratischen Zeitung" in Berlin, als dieses Blatt einging, nicht herausgegeben, sondern zurückbehalten und die Jnserrions- kosten für die Steckbriese gegen den in die Schweiz geflüchteten Redakteur des Blattes bestritten. In Hessen-Darmstadt hat das Ministerium beschlossen, die Cautionen ohne alle Clauseln heraus- zugeben. Die Cautionen sind ein Mittelchen zur Erdrosselung der Preßsreiheit, von dem sich die Reaktion allerdings schwer trennen mag. — Uebersetzerkunststückchen(S. Nr. 72 des„V."). Hr. Biedermann sucht seine Uebersetzerehre dadurch zu retten, daß er ausführt, in einer andern Stelle des betr. Artikels der„In- dependance belge" sei auch von„einem reaktionären Eifer der sächsischen Regierung" die Rede, folglich habe„uu vent de rö- action particulariste" nicht:„ein Wind partikularistischer Re- action", sondern nur:„ein reactionär partikularistischer Wind" heißen können. Nach derselben Logik wäre Herr Biedermann ein rabiater Eommunist, weil er in einer andern Stelle sich für den extremsten Communismus ausgesprochen. Er wünscht wohl, daß wir diese andere Stelle abdrucken? Der Spaß kann ihm gemacht werden. Im übrigen sind und bleiben wir der Ansicht, daß Jedermann, der„reactionären Wind" bloS außerhalb Preußens bemerkt und die übrigen deutschen Regierungen für re- actionärer hält als die preußische, entweder fürs Irrenhaus reif ist oder für den Reptilienfonds. — Die französische Regierung hat eine Anklage auf Schaden- ersatz für die Vendomesäule gegen den Maler Courbet erhoben. Felix Pyat erläßt deshalb in der„Times" eine Er- klärung, worin er sagt, daß Courbet die Niederwerfung der Ben- domesäule nicht veranlaßt habe. Als der bezügliche Beschluß ge- saßt worden, habe Courbet der Commune noch gar uicht ange- hört. Courbet sei mit der Ausführung des Beschlusses beauftragt worden, damit er das künstlerische Interesse wahre!— Das Ur- theil ist zur Zeit noch nicht gesprochen. Bekanntlich wurde Courbet auf Antrag deS wahnsinnigen Obersten Gaveau vom Versailler Kriegsgericht wegen Betheiligung am Umsturz der Vendomesäule zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. — Wir erhielten folgende Zuschrift: „Zu Sauhirts Culturideal. Mit großem Interesse lasen wir den Artikel in ihrem schätzbaren Organe vom 10. Juni, „Sauhirts Culturideal" betitelt, in welchem der in Aussicht ge- nommene internationale Congreß, der den 27. Juli in Brüssel statt- finden wird, allerdings nicht vortheilhaft beleuchtet wurde. Wer die Oeffentlichkeit und Preßfreiheit liebt» dem können auch geg- nerische Ansichten nicht unwillkommen sein, da man ja darauf antworten kann, und weil eS nur möglich wird, der Wahrheit durch kritische Beleuchtungen näher zu kommen. Vor Allem möchten wir auf den Artikel der„A. Allg. Ztg." vom 12. Juni: „Die Universal-Allianz" aufmerksam gemacht haben, welcher direkt von dem Executiv-Comitö in London ausgeht, und neben den be- züglichen Absichten, das LooS der Kriegsgefangenen zu mildern, ein weit umfassenderes Programm entfaltet, welches vom Stand- Punkt des„Volksstaat" alle Aufmerksamkeit verdient. Es handelte sich nämlich in erster Instanz hauptsächlich darum, einen Verein zu gründen, welcher weit über einseitige An- und Absichten hinaus- reicht, die eine universelle humanistische Bedeutung beanspruchen könnten in Mitte sehr verworrener Zustände. In dieser Absicht arbeitete ein Comitd schon seit Jahren ausschließlich in England auf ganz fteiem Boden, und ohne alle Unterstützung oder An- lehnung an gouvernementale Gewalten. Allein es handelt sich darum, den Continent in Mitleidenschaft zu ziehen. Wer nun mit den Regierungsverhältnissen hier bekannt ist, dem können auch die Schwierigkeiten, Vereine zu gründen, nicht unbekannt sein, und man wird zugeben müssen, daß-ine sehr hohe Protection dazu ge- hört, um eine universelle Völterverbindunz bezwecken zu können. Wie schon frühere Veröffentlichungen in verschiedenen Blättern be- künden, fehlte es nicht an Einladungen und Anfragen bei ver- schiedenen Cabinetten, welche leider alle ohne Erfolg geblieben waren, bis sich der friedliebende und hochherzige Kaiser Alexander entschlossen hatte, das Protectoral zu übernehmen. Allerdings erscheint eS auffallend und wenig schmeichelhaft für die übrigen Regierungen, vom Zaren aller Reußen an humanen Bestrebungen übertroffen worden zu sein, und man wird eS auch nicht befrem- dend finden dürfen, wenn der„Ultraliberalismus" mit einigem Mißtrauen auf diese Protection sieht. Allein nach allen Regeln der gesunden Vernunft, muß man das Gute da neymen, wo man es findet, ohne durch unmotivirtes Mißtrauen ein Werk stören zu wollen, welches sicherlich weit über die Machtsphären mächtiger Persönlichkeiten in seinen Zielen hinüberreichen wird. Schon der Umstand, daß sich England und Amerika an dem Werke hervor- ragend bethciligten, dürfte alle Zweifel beseitigen, welche vom Standpunkte des„Volksstaat" erhoben werden können, da man kaum begreifen möchte, in Beziehung auf Freiheiten und Volks- rechte weiter gehen zu können, als diese beiden Reiche. Wenn mit geeigneter Anspielung bemerkt wird, des„Sauhirts Culturideal" würde herrlich erfüllt, müssen wir dieser treffenden Bezeichnung geradezu mit Bestimmtheit entgegentreten, weil Jedermann weiß, und dermalen in vielen Blättern herauslesen kann, daß gerade von dort her dem Zustandekommen des Vereins die größten Schwierigkeiten in den Weg gelegt worden waren, bis der All- mächtige in St. Petersburg ein Zeichen der Theilnahme gegeben hatte, welches man nicht zu mißachten traut. Wie bekannt, haben alle Regierungen seitdem ihre Bereitwilligkeit erklärt, Delegine zu dem Congresse nach Brüssel den 27. Juli zu entsenden, und es fragt sich somit nur noch, in welchem Verhältnisse die freien VereinS-Organe zu den gouvernementalen stehen werden, um den Erfolg großartiger völkerrechtlicher Beschlüsse zu ermöglichen und zu sichern. Für die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit deS Vereins als solchem bürgen die Namen der hohen Protectoren in England, Frankreich und Amerika, sowie des Executiv-Eomites, welche schon längst bevor der Kaiser Alexander von Rußland seine Protection zugesagt hatte, veröffentlicht wurden, und in letzter Zeit im„Moniteur-Universell" und„Standard" bekannt gegeben worden sind. Starnberg, den 14. Juni 1874. E. Baron von Linden, Mitglied des Executiv-Comites." Dies die Zuschrift. An dem von uns ausgesprochenen Urtheil vermag dieselbe nichts zu ändern. Daß unter den Gründern und Mitgliedern der„Universalallianz" sich Männer mit den humansten Absichten befinden, stellen wir nicht in Abrede; gewiß aber ist zweierlei: Erstens, daß den„hohen Protektoren" der„Universal- allianz, keine humane Absichten zuzutrauen sind. WaS insbesondere den Czar Alexander betrifft, so verdient diese Person daS in obiger Zuschrift ihr gespendete Lob durchaus nicht— wer so handelt, wie der jetzige russische Kaiser an Polen gehandelt hat, ist ein blutgieriger Despot; und wenn dieser blutgierige Despot humane Culturzwecke zu verfolgen vorgiebt, so stempelt er sich damit»bendrein zum verächtlichen Heuchler. Abgesehen von den „hohen Protektoren" ist zweitens gewiß, daß eine Humanität, welche die Mitverung der Uebel des Kriegs zum Zweck hat, be- denklich an Halbheit leidet. Sie steht auf gleicher Stufe mit der Humanität des Dr. Guillotin, der durch Beseitigung der physischen Schmerzen bei Hinrichtungen die Sache der Menschheit und Mensch- lichkeit wesentlich zu fördern vermeinte.„Meine Maschine, sagte er selbstzufrieden in der französischen Nationalversammlung, schneidet Ihnen den Kopf ab, ohne daß Sie es merken." Die„Maschine" des Dr. Guillotin hat Wort gehalten; wir glauben jedoch nicht, daß der Verfasser obiger Zuschrift die Erfindung der Guillotine für einen Triumph der Humanität erklären wird. Die Todes- strafe ist eben gleich dem Krieg eine Verhöhnung der Humanität, schlägt gleich dem Krieg allen Forderungen der Humanität ins Gesicht, ist gleich dem Krieg die brutalste Negation der Humanität. Die Humanität hat sich prinzipiell gegen diese Negation der Humanität zuwenden: nicht aber soll sie ihr Augen- merk darauf richten, die Brutalität der Negation zu mildern und die Negation selbst ruhig fortbestehen zu lassen. Durch solches Verfahren wird nicht nur nichts genutzt, fondern im Gegentheil positiv geschadet. Das geschminkte, in feine Formen sich hüllende Verbrechen ist gefährlicher als das ungeschminkte in seiner ganzen Rohheit sich zeigende Verbrechen, weil eS nicht so abschreckend wirkt, die Meinung der Menschen besticht und korrumpirt. Je bestialischer die Staaten den Einzelmord(Todesstrafe) und den Massenmord(Krieg) betreiben, desto besser! denn desto schneller werden die Völker zur Erkenntniß kommen; desto ftüher und kräftiger wird die Reaktion der Humanität eintreten! — lieber die Behandlung des Parteigenossen ZirfaS im Gefängniß zu Mainz berichtet die„Südd. Bolksstimme" noch fol- gendes Nähere: „Wir geben heute der Oeffentlichkeit, nach authentischem Be- richte, die bereits in voriger Nummer in flüchtigen Umrissen ent- worfene Leidensgeschichte unseres Parteigenossen ZirfaS, welcher im hiesigen Gefängniß(früher CorrektionShauS) wegen MajestätS- beleid ig ung eine zweimonatliche Gefängnißstrafe zu verbüßen hat. Parteigenosse ZirfaS steht als politischer Gefangener unrer der strengsten Hausordnung des hiesigen Gefängnisses, welche für gemeine Verbrecher bestimmt ist und in Anwendung gebracht wird. Die gewöhnliche Gefängnißkost, unter welcher Brod und Wasser Hervorragendes leisten, theilt er mit allen Sträflingen; ebenso die Scklafstelle mit 22—25 Mitgefangenen. Alle Vorstellungen bei der Verwaltung, ihm eine halbwegs menschenwürdige BeHand- lung angedeihen zu lassen, blieben nicht allein erfolglos, sondern eS wurde ihm auch noch mit strenger Strafe bei Wieder- holung von Beschwerden gedroht. Seinen Spaziergang, täglich 3mal a 20 Minuten, muß er gezwungen in dem Ge- sängnißhofe mit den übrigen Sträflingen machen. Von der sonntäglichen allgemeinen Kirchenparade und dem öffentlichen Kirchgang bat Zirfas sich verschont zu sehen, allein statt dessen wurde ihm das Tragen einer Kette an Händen und Füßen für mehrere Tage in Aussicht gestellt, wenn er nicht sofort Gehör- sam leiste. ZirfaS gehorchte. Aufgestellt mit den übrigen Ge- fangenen zur Kirchenparade in Reih und Glied im Hose, hielt er nicht die gewünschte stramme militärische Stellung inne, d. h. die Absätze seiner Schuhe lagen nicht wider einander, es ward ihm dafür ein Rüffel öffentlich vor allen Gefangenen zu Theil, wie ihn sich ein Rekrut von dem gröbsten Unteroffizier aus dem Exerzier- platz nicht anders denken kann. Nach dem Gottesdienst wurde Zirfas wieder vorgeführt, bei welcher Gelegenheit ihm u. A. er- öffnet wurde, daß, wenn er wieder drohe, bei der Staats- behörde gegen solche Behandlung Beschwerde zu führen, der Herr Verwalter ihn sofort krumm schließen lassen werde. ZirfaS ist auf diese Weise jede Gelegenheit genommen, sich schriftlich oder mündlich an die Staatsbehörde zu wenden, wiS vielleicht erst möglich sein wird, wenn er seine Strafe längst ver- büßt hat; eS müßte denn geschehen, daß der Zufall den Herrn Staatsprokurator oder den Herrn Polizeirath in die Anstalt führt. „Was es mit der Reinlichkeit für eine Bewandtniß hat, ob Zirfaß nicht vom Ungeziefer gepeinigt wird, darüber können wir nichts Bestimmtes angeben, aber die Annahme liegt sehr nahe, daß er auch von diesem Uebel(für einen Gefangenen daS schwerste Leiden) heimgesucht wird. Man bedenke nur 22— 25 Mitgefangene in einer Zelle! Die Luft, die noch durch ein gewisses Gefäß, dessen sich alle bedienen müssen, verpestet wird, und man wird eS sehr begreiflich finden, daß es für einen Menschen, der halbwegs ge- wöhnt ist, menschlich zu fühlen, eine Tortur ist, unter solchen Umständen leben zu müssen. Eine solche Behandlung steht im schreienden Widerspruch mit den geringsten Forderungen an Mensch- lichkeit und Bildung. Für den gemeinen Verbrecher verlangt der Mensch, vom Standpunkte der Humanität, eine menschliche Be- Handlung, wie viel mehr darf man sie für einen Menschen forder», der nichts verbrochen hat, als daß er den Muth hatte, feine poli- tische Meinung auszusprechen. „Auch wisseu wir nicht, ob eS nach der Gefängnißordnung zu- lässig ist, daß ein Gefangener sich selbst beköstigen kann, aber wir wollen zu Gunsten der Hessischen Regierung annehmen, daß sie eS „im Zeitalter der Humanität und Civilisation" keinem Gefangenen verwehren wird, sich für sein eigenes Geld eine Nahrung anzu- schaffen, welche seiner Gesundheit zuträglich ist. „Wir Sozialisten haben schon Vieles erlebt, aber vorliegender Fall ist uns etwas zu stark. Wir finden es eher noch begreiflich, wenn ein Beamter im staatSretterischen Uebereifer glaubt, für die Sozialdemokraten gebe es kein Gesetz und„Recht" und in Folge dessen ihre Versammlungen aufgelöst und ihre Vereine sistirt wer-' den, daß man aber das Recht habe, einem Manne, der nichts weiter verbrochen hat, als daß er seinem Unwillen über bestehende Zustände Ausdruck gegeben hat, in dieser Weise zu behandeln, das ist uns neu. „Wir richten auS diesem Grunde an den Herrn Gefängniß- Verwalter die Frage: 1) Mit welchem Recht kann man Zirfas zum Kirchengehen unter Androhung von Ketten strafe zwingen? 2) warum verweigert man ZirfaS sein unbestreitbares Recht, sich beschwerdeführend an die zuständige Behörde zu wenden? Wir fordern im Namen des mißachteten Rechtes von der einschlägigen Behörde strenge und schleunige Untersuchung dieser Vorgäuge." — Am 2. Juli hat Bebel die ihm vor jetzt 2 Jahren vom Leipziger Bezirksgericht wegen sogenannter Majestätsbeleidigung zu- erkannte neunmonatliche Gefängnißstrafe im Landcszefängniß zu Zwickau angetteten. Die moralische Selbstbesieckuag der Gesellschaft. Es wird und muß eine Zeit kommen, wo man die Vernage- lung eines menschlichen Gehirnes als ein größeres Unglück ansehen wird als die Vernagelung einer Kanone; dann wird man sich aber auch um die Seelen deS menschlichen Nachwuchses mehr kümmern als um die Seele der Geschützrohre und ein Krupp in Essen wird alSdann nicht mehr als einer der vorzüglichsten Seelenkundizen gelten. Man wird alsdann auch weniger von dem Geiste sprechen, von welchem ein Truppenkörper beseelt ist und wenn man jetzt der Ausbildung des soldatischen Geistes volle Aufmerksamkeit und Sorgfalt widmet, wird man dann an die Kultivirung des nicht uniformirten Geistes denken, obschon die Träger desselben auch mit einem nicht„probemäßigen" Arbeitskittel uniformirt sind. Dieß ist die Zeit, wo die Arbeiterbloufe als ehrenvollste und schönste Uniform gelten wird. Eine jede Zeit hat ihren Aberglauben! sagt man und bis zur Zeit hatte man hierin nicht Unrecht, aber es fragt sich nur, ob jede Zeit ihren Aberglauben in der That haben muß. So lange nicht Wissen, aber Glauben als Fundament diesseitiger und jenseitiger Glückseligkeit gilt, so fehlt dieser Zeit zum Theil das„Wissen", noch weit mehr krankt dieselbe aber am„aber Glauben". Der Aberglaube beruht auf einer Durchttänkung deS Gehirne» mit geistigen Unrathstoffen aller Art. Die DeSinfection von diesen miasmatischen Stoffen bietet außerordentliche Schwierigkeiten, Car- bolsäure ist bei weitem nicht ausreichend. Abergläubische Gehirne sind die fruchtbarsten Brutstätten für Mordspatriotismus, kuror teutouieus, Kulturkampffanatismus jc. jc„ durch welche epidemisch grassirenden Seuchen beständig die Gesundheit der Gesellschaft be- droht wird. Wollte man sich des Verbrechens schuldig machen einem Men- schen Aberglauben einzuimpfen, so dürste man ihm nur bereits in der zartesten Jugend, starke die Sinne bethörende und die Phantasie erhitzende„geistige" Getränke und Speisen tagtäglich und zwär obligatorisch verabreichen. Die andauernde Anfül- lung des kindlichen und deshalb außerordentlich eindrucksfähigen Gehirns mit Mährchen aller Art, welche man, wohlgemerkt nicht als Mährchcn vorsetzt, sondern als die sublimsten Wahrheiten ver- schleißt, würde den ganzen Gehirnmechanismus arg beschädigen und die und jene Schraube für lange Zeit oder für die Dauer locker machen, daS oder jene? Rad auf Zeit oder für die ganze Lebenszeit einrosten lassen. Soll ein derartiger Frevel an der Menschheit begangen werden, so muß mit der Gehirnvernagelunz schon sehr frühzeitig begonnen werdsn; unter allen Umständen darf dieß nicht lange nach jener Zeit geschehen, wo der junge Nachwuchs körperlich selbstständig geworden ist und auf seinen eignen leiblichen Füßen stehen gelernt hat. Es ist aber gar nicht so leicht jene durch die angeborene Ehrlichkeit und Auftichtigkeit und durch die aufklärende Belehrung der Sinnesorgane drohende geistige Selbst- ständigkeit zu himertteiben. Die„Engelmacherinnen", zu denen bekanntlich die Kinder schon in der zartesten Jugend von jenen verzweifelten oder verkommenen Eltern, welche die Natur der heutigen Gesellschaft zu Rabenvätern und Rabenmüttern machte, gethan werden, damit die Aermsten recht bald zu„lieben Engeln" werden, jene Engelmacherinnen pflegen ihren Pflegbefohlenen gewöhnlich schlechte und unzu- reichende Nahrung zu geben und ihnen zugleich ein„beruhigen- deS" Träukchen einzufüllen. Will man gegen die kindlichen Ge- Hirne„engelmacherisch" zu Werke gehen, so ist eS nothwendig, dem Kinde tagtäglich unzureichende und schlechte geistige Nahrung zu geben und ihm bei jeder Gelegenheit ein, den gesunden Men- schenverstand erwürgendes, hirnzerrüttendes Ammenmährchenttänkche« einzufüllen; je glaubensstärker dieses Tränkchen desto besser; am besten wird dasselbe durch das Ohr einfiltrirt, weil das Ohr der leichtgläubigste Sinn ist. Im Uebrigen würde man das Kind nebenbei in einigen mechanischen Fertigkeiten abrichten können- Schreiben und Lesen sind an sich rein mechanische Fertigkeiten, aber niemals schon an sich ein hoch anzuschlagender Grad von Bildung, sie sind Mittel zum Zweck, Mittel zum Zweck weiterer geistiger Ausbildung. Etwas mechanisch nachmalen nach einer Vorschrift, -»off usB US( ianl er 8 V es E >rcst Heu, >T i>rnl U hur)iinmei'ge]t:uen oas!U>ori gestattet weiden durste. Da es uns nicht im entferntesten einfiel, Hrn. Wörlitzer in seinem Wirken hinderlich zu sein, so ließen wir alles ruhig geschehen, unS über die Klugheit des Herrn aus BreS- lau freuend. Unfern Freunden in Braunschweig aber, welche an der Spitze der Gewerkschaft der Maurer- und Zimmergesellen stehen, empfehle ick, Magdeburg bei Gelegenheit zu besuchen. Von Magdeburg ging ich nach Quedlinburg, wo ich in einer schwach besuchten Volksversammlung sprach; in Halberstadt war es nicht möglich, ein Lokal aufzufinden, und so mußte die beabsichtigte Ver- sammlung unterbleiben. Bon Quedlinburg ging ich zu Fuß durch den Harz nach Nordhausen, um per Bahn nach Mannheim zu gelangen. In Mannheim angekommen, wurde ich mit der Nach richt überrascht, daß der Arbeitertag vertagt und ich also zu{ruh angelangt sei. Bon Mannheim aus wurden Versammlungen für Heitelberg und Kaiserslautern arrangirt; Neustadt an der Hardt mußte ausfallen, da infolge des dort abgehaltenen Schützenfestes Lokale nicht zu haben waren. Die Versammlungen in den oben bezeichneten Städten waren gut besucht, überhaupt ist der Stand unserer Bewegung in hiesiger Gegend ein bedeutend besserer wie vor einem Jahre; der noch vor kurzer Zeit mit den Mitgliedern des Allg. deutschen Arbeitervereins in Mannheim mit so großer Erbitterung geführte Kampf ist erloschen. Bon großem Nutzen für unsere Partei würde es sein, wenn es gelänge, für Kaiserslautern einen passenden Redner zu finden. Die dortige Bevölkerung ist unfern Grundsätzen sehr zugethan und fehlt eS nur an agitatori- schen und organisatorischen Kräften, um die Stimmung der Be- völkerung zu benutzen. Einen recht kläglichen Eindruck macht die seinerzeit in dieser Gegend so wächtige Bolkspartei; dieselbe ist vollständig aufgelöst und die Einzelnen schließen sich, je nachdem sie der besitzenden oder nichtbesitzenden Klasse angehören, der natio- nalliberalen Partei oder der Sozialdemokratie an. Recht bezeich- nend für die Verhältnisse in Kaiserslautern ist es auch, daß dort ein Katholikenverein besteht, der nahezu 700 Mitglieder zählen soll. Hier in Mainz hat die Bewegung infolge verschiedener Um- stände etwas gelitten, doch ist Hoffnung vorhanden, daß die alten Parteigenossen in Mainz sich jetzt wieder ihrer Pflicht erinnern und die Agitation kräftig in die Hand nehmen werden. Eine im Gartenfelde gestern Abend abgehaltene Volksversammlung war sehr zahlreich besucht, und ergab die zum Besten der politisch Gemäß- regelten veranstaltete Sammlung ein sehr schönes Resultat. Die Stimmung, die ich aus der ganzen Linie angetroffen, ist eine aus- gezeichnete; nirgends herrscht auch nur die geringste Furcht oder Muthlosigkeit und ich habe die feste Ueberzeugung gewonnen, daß kein Tessendorf gegen den ernsten Willen dieser Männer etwas auszurichten vermag. Die Herren Staatsanwälte mögen es mir aufs Wort glauben, fürchten thun wir sie nicht, und die Hetzjagd, die allerorts gegen die Sozialdemokratie veranstaltet ist, macht uns nicht müde, denn wir sind das Hetzen schon gewohnt und im Uebrigen— eS ist noch lange nicht aller Tage Abend, Herr Tessendorf! I. Auer. iweyr ileigt und sowohl die„Südd. Volkszeitung" c��uül; der !„Volksstaal" immer mehr Leser findet.— r, Vertrauensmann. Lausanne. Der Sttike der hiesigen Zimmerleute ist siegreich i beendet. Göppingen, 22. Juni. Die Idee der Sozialdemokratie faßt hier immer tiefere Wurzeln. Nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Lande begreifen die arbeitenden Leute immer mehr die Nothwendigkeit der Organisation. Unserseits ist aber auch feit dem letzten Parteicongreß mehr Thätigkeit entfaltet worden, als dies früher der Fall war, daher auch die häufigen Angriffe von Seiten unsreS SpießbürgcrblättchenS, das auf den Titel Intelligenz- blatt Anspruch macht. Schon die mißglückte Sedanfeier und die damit zusammenhängende Polemik siel diesen Leutchen schwer in den Magen, noch mehr aber bekamen unsere Nationalliberalen das Gruseln, als unser ReichStagScandidat Th. Burkhardt in hiesiger Stadt 99 Stimmen und in Gmünd 38 St. mehr als Staats- rath Dr. v. Sarwcy bekam. 27VV Stimmen für einen Sozial- demokraten und dies von fast nur zwei oder vier Oberämtern, das verscheuchte ihnen jeden guten Humor. Aber auch manche von unfern Gegnern dachten dadurch mehr über Sozialismus nach, so namentlich auch der Ausschuß des hiesigen Handels- und Gewerbe- vereinS, der den Dr. Schönberg, Professor der Nationalökonomie in Tübingen, hierher berief, welcher am 14. Febr. d. I.»über Sozialismus" einen Vortrag hielt, von dem aber unsere Gegner gar nicht erbaut waren, denn mit wenig Ausnahmen konnten wir im Allgemeinen mit seinen Ausführungen zuftieden sein, umsomehr, als es meines Wissens der erste Professor der Tübinger Univer- sität ist, der uns die Existenzberechtigung zuerkannt hat. Noch weniger aber gefiel der Mehrzahl des Handelsvereins daS laute und deutliche Vorlesen des Artikels auS der Agitationsnummer deS »VolkSfiaat":»Was wir wollen", und eS war wirklich possirlick mit anzusehen, wie sie auf ihren Sitzen hin und her rückten, weil sie ohne Zweifel keine Anerkennung unserer Bestrebungen, sondern die bekannten Fabeln von Mord und Brandstiftung, von Weiber- und allen möglichen und unmöglichen Gemeinschaften zu hören hofften. Sehr verblüfft ging die Mehrzahl von dannen, besonders die Häupter der Nationalliberalen, weshalb auch ihr Organ kein Wort über diesen Vortrag berichtete. Am 14. März hielt R. C. Wolf aus Chemnitz Hierselbst einen Vortrag über die Stellung der verschiedenen politffchen Parteien und über den Nutzen der Ge- werkSgenossenschaften. Diese Volksversammlung, vom hiesigen Arbeiterverein ins Gasthaus zum»Rad" einberufen, war ordent- lich besucht, und außer den Arbeitern im engern Sinne des WorrS waren auch mehrere Fabrikanten und Kleinhandwerker gekommen. Mehrere Arbeiter traten als Mitglieder sowohl dem Arbeiterver- ein als auch der neu zu errichtenden Mitgliedschaft der Metall- arbeiter bei, welch letztere zwar über die Zahl 20 kaum hinaus- gekommen ist, aber doch diesmal lebenssähig zu werden scheint; daS Lokal der Gewerkschaft ist im„Rad". Der Vortrag WolfS, welcher sehr gut gehalten war, wurde nicht nur sehr beifällig auf- genommen, sondern auch im zweiten Lokalblatte»Hohenstaufen" reproduzirt, was seine Wirkung auf den Leserkreis nicht verfehlte. Am 12. April halten wir wieder eine Volksversammlung, in der Vertrauensmann G. Bronnemayer über das Contraktbruchgesetz und über die hiesige höhere Mädchenschule referirte. Dies- An- gelegenheit wurde in der„©übb. Volkszeitung" näher besprochen und kann ich deshalb kurz darüber hinweggehen. Am 2. Mai machte uns M. Kayser einen Besuch, nachdem wir ihn schon am 26. April in dem Marktflecken Wäschenbeuren, Oberamt Welzheim, gehört h Ästen, wo die Göppinger und Gmünder Parteigenossen sich ein Rendezvous im„Hirjck" gegeben hatten. Auf Wunsch hatte Kayser dort wie hier über die Thätigkeit des Reichstags re- ferirt und an beiden Orten war der Same auf ein gutes Feld gefallen. In Wäschenbeuren hatte Th. Burkhardt bei der Reichs- tagSwahl zwei Drittel, Staatsrath Dr. v. Sarvey nur ein Drittel der abgegebenen Stimmen erhalten. Obwohl der flaue Geschäftsgang uns viele Mitglieder von hier vertteibt, so können wir doch mit Beftiedigung konstatiren, daß nicht nur das arbeitende Volk immer mehr mit uns sympathisirt, sondern daß auch die Zahl der hiesigen Parteimitglieder immer Briefkasten der Redaktion. W. M. B. Ihre weiteren Berichte sollen uns sehr willkommen sein. Gruß! G. in Fürth: Kam für die FreilagSnummer zu spät. S. in F.: Dktnkbar für den Wink. G. R. Köpnick: Ist ge eignet; schicken Sie Fortsetzung. Die Bücherschau gehört in den„Volks staat" selbst und wird hoffentlich bald ständige Rubrik sein, wobei wir auch auf Ihre Mitwirkung rechnen. B. in M.: Dank für die Warnung. Trotz der Empfehlung war ich auf meiner Hut. Werde scharf überwachen der Expedition. Kalb Frankfurt: Die Ann. kostet 3 Gr. Topferv. Hamburg: Die Ann. kosten 12 Gr. Giffey Eiseuach: Die Festann kstn. Thlr. 1 4. Tischlerliedertafel Hamburg: Die Ann. k. 11 Gr. Kfmnn Wiesbaden: Die Broschüre„Zum Prozeß Bazaine" ist vollständig ver- griffen. I. Schpp Aachen u. R. Jchtgr in Pegau: Ihre Offerten kamen zu spät, ist bereits erledigt.— A. Brbm Gotha Ab. 2. Quartal 6 Thlr. S. F. Kofel Ab. 3. Qu. 1 Thlr. 10 Gr. Arbeiter-Bildungs- Berein Cilli Ab. 3. Qu. 1 Thlr. 16 Gr., Schr. 3 Thlr. 17 Groschen. R. i. M. Ab. 3. Qu. Thlr. 15 6. Brnhrdt Frankenberg Schrft. Gr. 2 8. Kgl Neustädtel Ann. 24 Gr. Hlg Aachen Schr. Thlr. 3 14 5. O. P. Gohlis Ab. 2. Qu. Thlr. 5 9. Arb.-Verein Connewitz Annon. 8 Gr. Arbeiter-Partei Geithain Ann. 14 Gr. Ldwg hier Ab. 2. Qu. Gr. 7 5. Bind hier Ann. 4 Gr. I. Mllr. hier Ab. 1. Qu. T. 13 5 5. Bhlmnn Aachen Abon. 3. Qu. 2 Thlr. Hrtmnn Mainz Ab. 2. Qu. Thlr. 7 4 5. Angrm hier Ab. Jnli 6 Gr. Arb.- Bild.- Per. Leipzig Ann. Thlr. 1 12. Urb Forst Schr. Thlr. 2 11. Schstr Dresden Schr. 22 Gr. Slbrhrn Eßlingen Ab. Juni Thlr. 7 15, Schr. Thlr. 1 15. Prt Ab. Juli Thlr. 2 7. Krs München Ab. 2. Qu. Thlr. 35 8 5. Gldstrn hier Ab. 2. Qu. Gr. 17 5. Frnz Wien Ab. 3. Qu. Thlr. 3:2, Schr. Thlr. 3 28. Fachver. d. Eisen- u. Metallarb. Graz Ab. 3. Qu. Gr. 25 5. Aisstdt hier Ab. 3. Qu. Gr. 23 5. E. Knzl hier Ab. 1. u. 2. Qu. Thlr. 1 5. G. Hnrchs Cöln Ab. 2, Qu. 35 Thlr. Arbeiter- Verein Lindenau Ann. 5 Gr. Wndlr hier Ab. Juli Gr. 5 5. Stndrf hier Ab. 3. Qu. Gr. 17 5. Frdch Dölitz Ab. Juli Gr. 5 5. I. Wtwkfr Wien Ab. 3 Qu. Thlr. 2 25. Sie schulden noch 15 Gr. Ox. Dresden Ab. Juli 12 Gr. Genossenschafsbuchdruckerei. Antheilscheine bez. Antheilquittungen erhielten ferner: In Hamburg Th. Y. 2 Thlr, in Mügeln A. S. 1 Thlr., in Leipzig H. S. 2 Thlr., in Pfersee Jos. St. 15 Gr. Fond f. pol.«emaßregelte. B. R. in M. 24 Gr. 4 Pf., Schlz Livdeuau 5 Gr., Bndrf das. Gr. 5 Pf. Berlin MetallarbeitergewerkSgenoffenschaft. Sonnabend, den 4. Juli c.. Abend«'/zü Uhr: Monats- Versammlung, Auguststraße Nr. 80 bei Macke. Kaffen- und Revisionsbericht.— Die kapitalistische Production. Die Mitglieder find ersucht, bei ihren Collegen für den Anschluß an die Genossenschaft zu agitiren und zahlreich zu erscheinen. Der Bevollmächtigte. Berlin Bekanntmachung. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Sonntag, den 5. Juli, Vorm. 10 Uhr: Geschlossene Mitglieder- Versammlung im„Königstädtischen Casino", gr. Frankfurterstr. 77. Bericht des Hrn. Milke über da« Resultat der Kommission für Aen- derung des Programm«.— Wahl der Delegirten;nm Parteicongreß.— Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist eS Pflicht eines jeden Par- teigenossen zu erscheinen. Gleichzeitig ersuche, die Steuern zu berichtigen, da nur diejenigen auf dem Congreß vertreten werden, welche ihren Pflich- ten nachgekommen sind._ A. Heinsch, Bertrauensm.[3c Berlin Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 4. Juli, Abend« VzS Uhr. AndreaSflr. Nr. 26.— Bortrag de« Herrn Richter über den Arbeiter und seine Lage. Collegen seid auf dem Posten! Sonnabend, den 11. Juli: Generalversammlung. _ Die Mitglieder werden auf ß 21 aufmerksam gemacht. Barilien Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Volksfest aus Sanssouci am 5. Juli 1874. Von 4 Uhr ab Concert des Barmer Orchester-Ver- eins, Theatervorstellung und Ball. Entrs zum Concert und Theater-Borstellung 5 Sgr. Da« Fest-Comitö. XL. Auswärtige Parteigenossen sind besten« eingeladen. Verband der Klempner und verw. Berufsgenossen. Sonnabend, den 4. Juli, Abends'/zst Uhr: Ge- schlossene Mitgliederversammlung bei Herrn Eckardt, Schoppenstehl 22. T.-O.: 1) Abrechnung. 2) Innere BereinSanaelegenbeiten. Montag, dm 6. Juli, Abends halb 9 Uhr: Oeffeutliche Versamm- luug in TütgeS kl. Saal, Balentinskamp Nr. 41. L. Stoffel, Bevollmächtigter. glieder an einem Orte, so ist ihnen zu empfehlen, fich� gemeinschas die Vollmacht- Enmplare von untenstehender Adresse zu verschreiben. Hamburg, A. Juni 1874. Der Aussichtsrath: I. A.: Rud. Praast, Vorsitzender. 2bj Aug. Geib, Rödingsmarkt 12. 1 Berichtigung. Die im„Volksstaat" Nr. 74 angeführte Extrasto der Metallarveitergewerkschast Leipzig« und Umgegend beträgt nicht 2 i sondern nur 2 Pf. Der Bevollmächtigte ist zu beziehen: . Thlr.-. 2. ...—. 1. .».—. 6. Bon der Erpedition des„Volksstaat pedel, A., Unsere Ziele. 4. Auflage... —— ReichStagSredm der 2. Session....... Becker, B., Der alte und neue Jesuitismus..... -- Briese deutscher Bcttelpatrioten. In 5 Lief, k.. -- Reaktion in Deutschland gegen die Revolution v. 1843. -- Mißbrauch der Natioualitätenlehre...... -- National-ökonomische Raketen........ -- Geschichte der Arbeiterbewegung Ferdinand Lassalle'S. 5— 6 Lief, ä............. Becker, I. PH., Wie und Wann?........ -- Geschichte der süddeutschen Mai-Revolution... -- Borbote. S�.[-Pol. Monatschrift.(6 Jahrgänge, 1866-1371)............. 3 Bracke, 335., Der Lassalle'sche Vorschlag.......—, per Braunschweiger Ausschuß der sozial-demokratischm Ar- beiterpartei in Lötzen und vor Gericht 1871...—, Die»ritte Niederlage des französischen Proletariats...—, Die parlamentarische Thätigkeit de« dmtschen Reichstag» und der Landtage und die Sozialdemokratie... Dietzgen, National- Oekonomische»......... —— Die bürgerliche Gesellschaft........ -- Da» Wesen der menschlichen Kopfarbeit.... Engel», F., Zur Wohnungsfrage. 1. Heft: Wie Proudhon die Wohnungsfrage löst.. 2.„ Wie die Bourgeoisie die Wohnungsfrage löst. 3.„ Nachtrag über Proudhon u. die Wohnungsfrage - Die Bakunisten an der Arbeit....... Erinnerung an die letztm Maitage 1371(Gedicht)... «eneralabstimmungitifte de« deutsch. Reichstag» v. 1867—73 Haftpstichtgesetz vom 7. Juni 1871........ Hepner, Ad., Meine 3>/, jährige Leipziger Polizeicampagne Herr Böhmert und seine Fälschungen der Wissen schaff, begangen in seinem Buche:„Der Sozialismus und die Arbeiterfrage"........... Hillmann, Die intern. Arbeiter-Assoziatien(1864—71), ihre Geschichte, Programm und Thätigkeit..... -- Praktische Emanzipationswinke....... Hirsch, Die angeblichen sozialen Theorien und die wirklichm Bestrebungen de« Herrn Bakunin...... Satabi), Joh., Da« Ziel der Arbeiterbewegung.... Znaugural- Adresse der Juternationalen Arbeiter-Assoziation v. 28. Spt. 1864........... «in Kamplot gegen die Intern. Arb.-Assoziation. Au« dem Französischen übersetzt von Kokoskp..... Krasser» vr. F., Anti-Syllabu«(Gedicht) 7. 22. 10. 6. M: Bes Pos lun Sil B( 40 CO 0: 8. ff 1. 1. 2.- 2. l."ff-n äffet 12. ,—. Üech -- Ceterarn censeo(Gedicht)........—.—.' lifff, 3. 8. Jassalle, F.. Ueber Bersaffungswesen -- An die Arbeiter Berlin» --- Offene« Antwortschreiben........ -- Fichte'« Philosophie.......'... -- Fichte'« polit. Bermächtniß �. -- Arbeiterlesebuch........... -- Arbeiterprogramm.......... --- Die Wissenschaft und die Arbeiter..... -- Criminalprozeß, LI. Instanz....... -- Der italienische Krieg und die Aufgabe Preußen» -- Franz von Sickingen..........—.12, -- System der erworbenen Rechte....... 5.—. -- Die Feste, die Presse ,c..........—.2, --- Julian Schmidt............—.12, -- Bastiat Schulze............—.6, -- Erwiderung auf eine Recenfion der Krmzzeitung über da» Buch„Herr Bastiat- Schulze"......—. 1. -- Indirekte Steuern Marmor«, Etwas mehr Licht pol. Ereignisse de» Jahres 5eipiiger Hochoerrathsproieß. In Liebknecht, W., Zu Schutz und Trutz.......—.2. -- Wissen ist Macht— Macht ist Wissen 2.-"baa .■>« ünft s tun 1. 3. 2.■ 2.-" I 2.»rthe 3.- iant chuf ' wch La Schulze"......—. 1.«"> .........—. 4. �ha t, Enthüllungen über die ka 1866....... 1. S.-Zn i 12 Lieserungen 4...—. 2. i-rks j)as ? Doch ien tte :ach( lNd uch ttUf«- l(4«CUIIIU»».,,—■ Lommel, Jesu« von Nazareth..........—. 3.'' War», Da« Kapital. 2. Ausl.......... 3.—-ff.. —— Der XVIL. Brumaire de» Loui» Bonaparte...—. 15.-T:!'2 Most, Liederbuch. geb. 4 Gr., ungeb.—. 3.-�nft — Kapital und Arbeit............ ,5.-"tedig Sozialdemokratischer Arbeiterverein. �UUlUUlg Montag, den 6. Juli, Abends'/.ß Uhr: Ocffeatliche Versammlung bei Hansch(großer Saal), Schauenburgerstr. 14. T.-O.: Die soziale Frage und die Bildung. Res. Praast. Rud. Jacoby, Borstand. Allgemeine Versammlung sämmtlicher Kürlchnergeljütfen Leipzigs und Umgegend Sonntag, den 5. Juli 1874, Vormittag» 10 Uhr m Leipzig, Roßplatz 9, Restauration von Richter im Triauon. Tagesordnung: Lohureduction.— Einführung der Arbeitsbücher betreffend. Referent H. Ramm. >L. Collegen! wacht auf au« Eurem Schlaf, die Zeit ist noch günstig. F. O e r t e l t. Genossenschastsbuchdruckerei zu Leipzig. Hiermit geben wir allen Genvssenschaft«mitgliedern bekannt, daß die diesjährige ordentliche GteneralverniumlimK Montag, de» 20. Juli, Morgens um 8 Uhr, im Saale de« Kurgarten« zu Coburg stattfindet. T.-O.: 1) JabreSbericht und Richtigfprechung der JabreSrechuung. 2) Feststellung der Dividende und Beschluß über die Ber- Wendung von Ueberschüffen. 3) Feststellung de? Verwaltung«- Etat«. 4) Berathung über die Reorganisation der Genoffenschast, auf Grund des deutschen GcnossenschaftSgesetzcS vom 4. Jnli 1868, die unbeschränkte Haftpflicht betreffend. 5) Wahl de« Borstande». 6) Bestimmung über den Sitz de» AusfichtSrathe». Die Mitglieder werden ausgefordert, entweder persönlich oder durch Stellvertretung an der Generalversammlung Theil zu nehmen. Laut§ 18 de» Statut« find jedoch nnr solche Mitglieder zur Abstimmung zc. be- rechtigt, welche mit ihren Beittägen zn den Genossenschastsantheilen nicht länger al« drei Monate im Rückstände sind. Mitglieder, welche sich auf der Generalversammlung vertreten lassen wollen, Haien sich an den Aufsichtsrath behufs Uebermittelung eine» ab- gestempelten Vollmacht- Exemplars zu wenden. Wohnen mehrere Mit Protokoll de« Stuttgarter Kongresse« — de» Dresdener Kongresse»......... — des Schweizer Arbeiter-Congreffe» zu Ölten... -- Holzarbeiter congreß zu Nürnberg 1873.... -- des Baseler Tongreffe«.......... Kathzeber für»»enierbtreibende.(Auch in 8 Lieferungen) Keich, Dr., Medizinische Abhandlungen....... Revidirte Landgemeindeordnung für Sachsen..... Pittinghaulen, Sozial-demokratische Abhandlungen, 5 Hefte (1.-4. Heft k 3 Ngr., 5. Heft 6 Ngr.) Rockel, Sachsens Erhebung und da« Zuchtbaus zu Waldheim Sack, Unsere Schulen im Dienste gegen die Freiheft... Schauer, A., Festrede, gehalten am Gründungsfest der Metall- arbeuerschast zu Dresden, den 3. September 1872. Scheu» H., Wiener Hochverrathsprozeß 1370..... Scholl, Dem Andenken FcuerbachS......... Serno-Sotowiewitlch, Unsere russischen Angelegenheiten, über- setzt von S. L. Borkheim........ Spesialkarte vo, Sachsen........... Stamm, Sozialistisches Wahlprogramm....... Statuten der Jmernationalen Arbeiter-Assoziation... Pohlteich, Der Parteikampf zwischen den Sozialisten Deutsch. lands.......... Pozet, Verfälschung der Lebensmittel........ Volksstaatkalender pro 1874.......... Walker, Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman. In Lief, k Allerhand Proletarier............. Wohnungsfrage. Ein soziale Skizze........ Zimmermann, L. R., Pfaffenpeftsche. 2 Bde.. ä...._, 18.-"ff S >'B. Vom 1. Juli 1874 an werden Schriften nur g�-Piel baar oder Postvorschnß. abgegeben. U l»h, ot Inserate für die Mittwochsnummer müssen Montags, für die Freitag jj-fts uummer Mittwoch«, für die Sonntazsnnmmer Irettags Mifwi? � in unseren Händen sein, wenn fie bestimmte Aufnahm- fin�pui sollen. Inserate bitten wir an uns zu adrefsiren. � Die Expedition des„Volksstaat". � Leipzig:«erautw. Redakteur: 31. Preißer.(Redaktion«.«xpeMV' Zeff-.erstr. ff-f) Krnck und H-riog der O»n»Anschaft»bnchdrucker«t. kls� das