Erscheint in Leipzig M'.ttwoch�Freilag, Sonntag. � Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- — J lungen des In- uÄuslandes. aste« Filial-Expeditionen für die ü« Bereinigten Staaten: gtch F. Ä. Sorge, � vor 101 llodokev, dl. J. Wm. Lueders, 2-} 409 Maystr. Chicago, JH. H B P°ter Haß, S. W. Corner Third and � coates str. Philadelphia 0 6. Abonnementspreis: 16 Sgr. pro Quartal. ZNonats- Ad onnement» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den Lten u. 3ten Monat und aus den 3ten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat & ö'/i Sgr. angenommen. y coates str. Philadelphia,' ä ö'/i Sgr. angenommen. �rgandersozialdemokrattschenArbeiterMrteiunddermternattonalenGetverksgenossenschasten 6.' Inserate» die Abhaltung von Partei«, Perews« und Rolisserfemmlnugen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstißt Partei- Bi gelezmheiten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und Bergnügungs« 7.- Anzeigen mit 2 Sgr. die dreigespaltene Petit«Zeile berechnet. ölr. 77. Homttag, 5. Juki. 1874. 8.- Z«m Congreß. Tie Delegirten, welche den diesjährigen Congreß besuchen, erden gebeten, mindestens 8 Tage vor demselben ihre Anmel- uug nach hier gelangen zu lasten, damit eS uns möglich ist, die °chizen Quartiere zu beschaffen. DaS Bureau des ComiteS befindet sich im Gasthof zum Hat- en Mond am Steinthor. Da die erste Sitzung des Congrestes '® 7 Uhr AbendS ihren Anfang nimmt, wird eS nolhwendig sein, aß die Herrn Delegirten mit den von Norden und Süden kom- Mnfctn Zügen spätestens Mittags 12 Uhr eintreffen, da die Abend- luge erst nach 7 Uhr ankommen. , Das Empfangs- Comits� wird, wie schon bekannt, am Platze tin. Coburg, 1. Juli 1874. Mit Gruß und Handschlag Für das Comits: Carl Rüzer, Bezirk 1 Nr. 75. 1.- 1.> 2.- 2, r Tie Parteipresse. Bereits in Nr. 43 d. I. ist die Parteipresse Gegenstand einer Mündlichen Erörterung von offenbar sachkundiger Seite gewesen. Benn wir nochmals auf dasselbe Thema zurückkommen, so ge- AteHi dies, weil jener Artikel, der die Nützlichkeit aber auch die Schwierigkeit der Gründung neuer Parteiblätter darlegt und mit fecht vor leichtfertigen Unternehmungen warnt, zu Mißverständ- ülen Anlaß gegeben zu haben scheint. Namentlich beruht der An- üg der Hamburger Mitglieder in Nr. 71 d. I., wonach die tünbung lokaler Parteiorgane fortan von einer Genehmigung is jeweiligen Ausschusses abhängig gemacht werden soll, auf einer unseres ErachtenS) irrigen Auffassung der Verhältnisse. Um die Central- und Lokalpresse unserer Partei richtig zu be- �heilen, muß man einen Blick darauf werfen, wie sie ent- tanben ist. Zuerst hatte jede Fraction ihr einziges Organ. Dann chuf sich per Allg. T>. Arb.-Verein neben dem„Socialdemokrat" 'och em spccielles Organ für Unterhaltung und Propaganda, den btt: über wieder einging. Ferner existirten ennge' ge 'crkschaftliche Fachblätter, die zugleich den Parteiinteresscn dienten. 0 m-n e �ukalblatt entstand nicht in unserer Fraction, sondern > Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Verein. Es war der einmal ochentlich erscheinende„Proletarier", der seinen weit überwiegen- urde. Auch dieses Blatt, der„Bürger- und Bauern ?'-"Rpk' �'n bem kritischen Momente, als in Leipzig das ganz i b». �tions- und ExpeditionS-Personal des„VolkSstaat" verhafte � � in ber Partei recht nützlich gewesen. DaS Blatt wurde mit l. gezeichneten, aber noch nicht eingezahlten Aktienkapital von >.[-5' biet über 1000 Thlrn., einem Credit von einigen tausend � k>«""b einem Anfang von 630. Abonnenten riSkirt. Es ��rteeine eigene kleine Druckerei eingerichtet. Durch rege »o ben unternehmenden Sinn und die Aufopferung der i-"L« Parteigenossen, namentlich auch durch die dort vorhan- . �chnischen und juristischen, sowie redactionellen Kräfte glückte £v»lcht nur Blatt und Druckerei über große Schwierigkeiten hin- .--"» and zu einer gesicherten Existenz zu bringen, sondern auch i. einen„Ableger" zu gewinnen. Die Chemnitzer nämlich, '•"'jup ben guten Erfolg ermuthigt, gründeten die„Neue freie .im unb bie Crimuiltschauer gaben für die Chemnitzer Druckerei " Dheil ihres Schristmaterials her. DaS Chemnitzer Blatt '-"«eh �ange auf einer Handpresse gedruckt. Auch dieses Unter ll-"ter en �at' sbbiel wir wissen, jetzt eine gesicherte Existenz, trotz di.��bsen Verfolgungen, die e« erlitten hat und bie nur be- .. haben, welch hohen Werth eS für die dortigen Arbeiter f.-yjW. Gleichzeitig stellte die Druckerei in Crimmitschau noch .'. V>ge socialdemokratische Wochenblätter für auswärtige Orte her, �'L4"3!onest3" und das„Falkensteiner SonntagSbtatt", die eben- der Partei wesentlich gedient haben; endlich wurden auch die j' bbatscirkulare des deutschen WebcrbundS dort gedruckt. cqt" bipl die Reihe an Braunschweig und Dresden. Das lW'- ma8 wir über die Leiden und Leistungen des„Braunschweiger ffeund" und der damit verbundenen Druckerei und Verlags ob long berichten könnten, ist für Diejenigen, die feit drei yen den„VolkSstaat" gelesen haben, überflüssig; eS genügt ?' einen Blick auf das Braunschweiger VerlagSverzeichniß zu tellkl» U' �wie die Zahl der Strafen und der bei der letzten Wahl � jw�iiunschweig für die Sozialdemokratie erlangten drei imposan- btt�äten zu kennen, um sich sagen zu müssen, daß an keinem u. 5 Deutschlands der Kampf zäher unv der Erfolg größer war, � m Braunschweig, sowie daß ein großer Theit de« Erfolgs i�wcn Opfern zuzuschreiben ist, die für unsere dortige Presse bacht worden sind. Auch der„VolkSftcund" steht fest. ben Dresdner„VolkSbote" betrifft, so hat dieses Organ £sp Regung und Aufklärung deS Proletariats in seinem lokalen ig Gebiete gleichfalls wacker gearbeitet, wovon auch hier schöne �Minoritäten beredtes Zeugniß ablegen. Wenn in Dresden mehr Schwierigkeiten eintraten als bei den andern bisher erwähn- ten Tagblättern, so mag dies, neben anderen Gründen, wohl hauptsächlich daher kommen, daß der„Bolksbote" keine eigene Druckerei hatte. Man wird uns einwenden:„Aber der Drucke- reibesitzer, der das Blatt herstellt, liefert uns Satz und Druck bei- nahe zu den Selbstkosten, so daß wir sie unS in einer eigenen Druckerei auch nicht hätten billiger beschaffen können." Wir ant- Worten: Warum thut daS ein Druckereibesitzer? Aus Edelmuth? Nein, sondern weil er weiß, daß ein Blatt von selbst zahlreiche Nebenarbeiten inS Geschäft bringt, die viel eintragen. Wenn Ihr das Blatt in einer eigenen Druckerei herstelltet, so hattet Ihr diesen Profit. In Crimmitschau trugen, ohne daß höhere Preise angesetzt wurden, als in andern Druckereien, dennoch die Neben- arbeiten manchen Tag und manche Woche so viel ein, daß die ganzen Herstellungskosten der betreffenden Nummern des„Bürger- und Bauernfreund" davon bestritten werden konnten. Die Her- stellungSkosten betrugen also in solchen Fällen— gar nichts, waS jedenfalls billiger war, als bei Hrn. Gärtner in Dresden. Da ist natürlich ein Defizit dann eher zu decken, als wo sich der Druckereibesitzcr für das Blatt bezahlen läßt und den Profit der Nebenarbeiten in seine Tasche steckt. Wir nehmen ihm dieS persönlich nicht übel, aber wir ziehen den Schluß für die Partei aus der Sache, daß zur Begründung eines Lokalblattes unbedingt eine eigene Druckerei gehört. d H. Politische Uebersicht< — Das„Völkerrecht". Zu dem Congresse in Brüssel, wo ein„internationales Kriegsrecht" von den Vertretern der euro- päischen Militärstaaten festgestellt werden soll, hat Rußland be- reilS eine Vorlage eingebracht. In dieser Borlage werden folgende Vorschläge für Repressalien im Kriege gemacht: „Art. 63. Repressalien sind nur in den äußersten Fällen und unter thunlichster Beachtung der Gebote der Menschlichkeit zulässig, wenn unwiderleglich bewiesen wird, daß die Gesetze und Gebräuche deS Krieges durch den Feind verletzt worden sind und er zu völkerrechtswidrigen Mitteln gegriffen hat. „Art. 69. Die Wahl der Mittel und die Ausdehnung der Repressalien muß im Verhältniß stehen zu dem Grade der durch den Feind begangenen Rechtsverletzung. Uedermäßig strenge Re- Pressalien sind den Satzungen des Völkerrechtes entgegen. „Art. 70. Repressalien sind nur zulässig mit Ermächtigung des Obercommandanten, der auch den Grad ihrer Strenge und ihre Dauer festzusetzen haben wird." DaS sind also die Anschauungen, welche in dem großen Knu- tenreicb als„Völkerrecht" bettachtet werden und demzufolge von der deutsch-preußischen Macht gehorsamst acceptirt werden müssen, wenn'S der„Erbsreund" befiehlt. Man beurtheile hiernach daS wahnsinnige Geschrei der Bourgeoispresse, welche die Erschießung der Geiseln zu Paris während des Falle« der Commune als eine „Verletzung des Völkerrechts" und als„Meuchelmord" bezeichnete. Selbst wenn die Commune offiziell die Erschießung der Geiseln dettetirt hätte, was sie nicht gethan hat, so hätte sie dem oben aufgestellten„Völkerrecht" nicht zuwidergehandelt, denn es war in der That„unwiderleglich bewiesen", daß„die Gesetze und Gebräuche des Krieges" durch die Verfailler verletzt worden waren, daß letztere zu„völkerrechtswidrigen Mitteln" gegriffen hatten. Am dritten April 1871 wurde der gefangene General der Com- mune, Duval, mit zwei Bataillonskommandanten der National- garde, aus persönlichen und mündlichen Befehl deS Generals Vinoy erschossen. Vinoy und Gallisot ließen gleich im Anfang des Kampfes gegen die Commune viele Hunderte von gefangenen Nationalgarden erschießen. Am 3. April drohte die Commune mit Repressalien, ohne solche zu nehmen und am 8. April erhielt Thiers zwei Briefe aus Paris, von dem als Geisel inhaftirten Erzbischof Darboy, und dem Pfarrer Dcguerry, worin er ge- beten ward, doch die Erschießunzen der Gefangenen verbieten zu lassen. In seiner Antwort vom 14. April leugnete Thiers es frech ab, daß die Verfailler gefangene Nationalgarden erschossen hätten, und„die Erschießungen gefangener Nationalgarten dauerten fort", bemerkt lakonisch ein Blatt auS jenen Tagen. Die Commune wäre also, hätte sie sich auf daS„Völkerrecht" stützen wollen, nach dem Zeugniß der heutigen kriegerischen Mächte vollständig befugt gewesen, die Repressalien auszuführen, welche sie angedroht hatte. Aber die Verttetcr des arbeitenden Volkes im Stadthause zu Paris dachten menschlicher, als der Ordnung* pöbel zu Versailles. Und deshalb habe» sie auch solch überschwäizg- lich viele Verläumdungcn über sich ergehen lassen müssen, als die Reaktion triumphirt hatte. Aber für Thiers war der todte Erz- bifchof von Paris viel brauchbarer als der lebendige, und dieser Priester hat wohl nicht geahnt, daß er seinen eigentlichen Henker anflehte, als er an Thiers schrieb» er möge doch da« Erschießen gefangener CommunardS einstellen lassen, weil sonst möglicherweise an ihm(dem Erzbischof) dafür Revanche genommen werden könnte! —«Zeichen der Zeit" nennen die Herren Bourgeois so gerne jede Keilerei. Zur Illustration schreibt die„Süddeussche BolkSzeitung" in Stuttgart: „Polizeiwillkür ist zwar für die Socialdemokraten nichts Neues. Auch, daS nicht, daß sie gcmaßregelt, verleumdet und mit Lumpen, Landstreichern und Tagedieben in eine Kategorie gestellt werden, aber was hier von Seiten der Polizei geschehen, ist doch noch nicht dagewesen. DaS Mitglied der sccialdemottatischen Arbeiter- Partei, der Schuhmacher Ioh. Fr. Hauck, hatte eine Versammlung einberufen, in welcher Schröder aus Stuttgart über die Prin- cipien der Socialdemokratie referirte. Die anwesenden Bour- geoiS aber störten durch Schreien, Lärmen und Toben die Versammlung, so daß dieselbe geschlossen werden mußte. Die Einberufer und der Referent entgingen nur mit Mühe gröb- licher Mißhandlung. Hauck wurde so von allen Seiten beschimpft und thätlich bedroht, daß er die Stadt ver- lassen mußte. Derselbe ist ein fleißiger, unbescholtener Arbeiter, wie gern alle seine Bekannten und sein Meister bezeugen. Der Polizei-Amtmann aber schrieb ihm Folgendes in's Wanderbuch: „Ioh. Fr. Hauck, seit dem 2. April d. I. hier in Arbeit. Bieberach, den 6. Juni 1374. Hat sich während seines ganzen Hierseins mit focialdemokratischen Um- trieben befaßt und hierdurch beim hiesigen Publicum mehrfach große Sensation hervorgerufen. Stadtpolizeiamt, Lindenmaier." Diese ächten Schwabenstreiche im Geburtsorte Wielands dürf- ten die Krähwinkelei genügend zeigen, deren die schwäbische Bour- geoisie und die ihr ergebene Polizei gegen socialdemokratische Arbeiter fähig ist und in den„Fliegenden Blättern" geeignete Ber- Wendung finden könnte. Die Bieberacher begreisen wohl nicht, daß Wieland in seinen„Abderiten" seine braven„Mitbürger" ge- treulich abgebildet hat. Haben Sie das Buch schon gelesen, Herr Lindenmaier? Wenn nicht, so ist eS Ihnen bestens empfohlen; Sie finden Ihr getreuliches Portrait darin! — Nach Mittheilnngen, die wir aus Dresden erhalten, steht die Sache des„Volksbote" durchaus nicht ungünstig, und ist ge- gründete Aussicht vorhanden, daß das Blatt dauernd der Partei erhalten oder richtiger wiedergewonnen werde. Zur Erhalwng deS Blattes hat sich ein ZeituogSverein gegründet und sagt derselbe in seiner AbonnemcntS-Einladung:„Die Verhältnisse haben uns lei- der gezwungen, von dem täglichen Erscheinen Abstand zu nehmen. Wir hoffen, daß die Opferwilligkeit der Arbeiter in Beiträgen zum fteiwilligpn Preßfonds und Erwerbung der Mitgliedschaft zum ZeitungSverein uns bald in den Stand setzen wird, das Blatt wieder täglich erscheinen zu lassen.— Wir gingen von der Mei- nung an», daß, ehe kein Arbeiterblatt, besser ein solches ist, wcl- cheS dreimal wöchentlich erscheint. Aber ein Arbeiterblatt muß in Dresden existiren. Also, Arbeiter! auf den Posten, sorgt durch freiwillige Beiträge und durch zahlreiche Abonnements, daß daS Arbeiterblatt„Dresdner Volksbote« wieder täglich erscheinen kann, unsere Fahne wieder täglich weht. DaS Blatt erscheint Mittwochs, Freitag's und Sonntag'S und tostet vierteljährlich 16 Sgr." — Vom 1. Juli d. I. an erscheint in Dresden unter dem Titel die„Debatte» ein Blatt, welches der Bismarck'fchen Rep- tilienpresse das Compliment macht, die Fabel von„der Allianz der Schwarzen und Rothen" zu glauben; und sich sogar die Aufgabe gestellt hat, diese Fabel zu verwirklichen. Die„De- batte" will ein Organ„aller Reichsfeinde" fein: der„Ultramon- tanen",„Partikularisten"� und„Sozialisten"— ein monströse Donquixoterie, die an der harten Realität der Abonnentenlosigkeit kläglich Schissbruch erleiden wird. Mit Nachdruck protestirt der „Volksbote" gegen die Zusammenkoppelung der Sozialisten mit den reaktionären und Reichsfeinden.„Es liegt uns heute, so schreibt unser Dresdner Parteiorgan, unterm 29. Juni, die Pro- benummer der„Debatte" vor. Dieselbe hat das Programm auf- gestellt, für alle ReichSfeinde zu kämpfen. Clericale, Particularisten und Socialisten. Wegen Raummangel können wir heute nicht eingehend eine solche Zusammengehörigkeit kritisiren, versprechen dies aber in einer nächsten Nummern zu thun, und zwar im Leit- artikel. Für heute protestiren wir einfach, daß der SocialiSmuS in irgend welcher Verbindung mit obengenannten Parteien stehe. Clericale und Partikularisten sind uns gegenüber in Verbindung mit den liberalen Parteien eine reactionäre Partei. Der Kampf, welchen diese Parteien untereinander führen, dreht sich einfach darum, welche von ihnen die politische Macht hat, welche von ihnen die arbeitende Bevölkerung beherrscht. Die Arbeiter haben keine Hilfe von da zu er- warten. Lassen wir die Particularisten ans Ruder kommen, so wird' die Arbeiterpartei ebenso schlimm behandelt, wie von den Liberalen. Gerade so ist eS mit den Clericalen. Die Particularisten schwär- men für die heutige wirthschaftliche Organisation, gerade so, wie die Nationalliberalen. Die Clericalen wollen das vlte Zunftsystem wieder einführen, waS unmöglich ist. Hauptsächlich halten die beiden Parteien eS für ihre Aufgabe, mit den Arbeitern zu coquet- tiren, um dieselben für ihre Zwecke(particularistischen und cleri- kalen) zu benutzen. Doch damit kein Mißbrauch der Arbeiter ae- schieht, darüber werden wir wachen." Z»nere P«rtet-, BerwaltvAg«-«»d Oraanisati»«s- Attgelegesheite«. An die Parteigenossen! Im Interesse der Partei ersuchen wir Euch, für Eure Vertte- tung auf dem Congreß(18. bis 21. Juli zu Coburg) nach Kräften Sorge zu ttagen. Sind die DelegationSkosten für eine Mitglied- J0 tilgen sich mehrere Mitgliedschaften zur gemein- schaftllchen Entsendung eines Vertreter» vereinigen. Die zu Delegirten erwählten Parteigenossen haben von ihrer Wahl sowohl dem Ausschuß(A. Geib), wie dem Coburger Ver- ttaucnSmann Carl Krämer, Coburg, Bezirk VII, Nr. 31, Anzeige zu machen. Das Congreßlokal ist der Kurgarten zu Coburg. 2) Die Delcgirten wollen ihre Reise so einrichten, daß sie am Nachmittage des 18. Juli in Coburg eintreffen. Am 18. Juli, Abends 7 Uhr, beginnt der Congreß. Das EmpsangScomit6 zu Coburg wird auf dem Bahn-- Hofe im Wartesaal 3. Klasse an rothen Schleifen zu erkennen sein. Congreßanträge, welche nun noch gestellt werden sollten, kommen laut§ 7 der Organisation im„VoHSstaat" nicht zum Abdruck. Seit unserer Publikation in Nr. 75 d. Bl. sind uoch folgende Anträge eingesandt worden: Die Parteigenossen zu Forst: Der Congreß möge be schließen, eine rege Agitation in der Niedcrlausitz vornehmen zu lassen. Die Dresdener Parteigenossen beantragen: 1) Die Aenderung de« Parteiprogramms ist bis zum nächsten Congreß zu vertagen, dann aber bestimmt vorzunehmen. Die Bewilligung des Ausschusses ist zur Begründung von Lokalblättern nicht erforderlich, wohl aber über letztere eine Controle seitens des Ausschusses zulässig. Blätter, welche von der Parteitendenz abweichen, sind durch die Parteiorgane nrcht mehr zu empfehlen. Die Hamburger Mitglieder beantragen ferner, der Con- greß wolle beschließen: 1) Das Budget der beiden Parteiorgane„Volksstaat" und „Sozialdemokrat. Wochenblatt" wird alljährlich auf dem Parteicongreß festgestellt. Ueber die Verwaltung des„VolkS' fiaat" ist vollständig getrennt vom Schriftcnvertricb Buch zu führen, so zwar, daß eine Bermengung der Ausgaben und Einnahmen des„Volksstaat" mit denen des Schriften- Vertriebs unmöglich ist. Falls die Expedition des„Sozial- demokr. Wochenblatts" sich gleichfalls mit Schriftenvertrieb befaßt, gilt für dieselbe diese Bestimmung auch. 2) Der Preis aller von der Expedition des„Volksstaat" ver- triebenen Schriften wird vom Ausschuß festgesetzt, ohne dessen ausdrückliche ertheilte und für jede Schrift besonders einzu- holende Genehmigung der Vertrieb nicht gestattet ist. Dem entsprechend ist auch der PreiScourant der bis jetzt ange- kündigten Schriften einer Revision, bezw. Preisherabsetzung zu unterziehen. 3) Behufs Unterstützung der gemaßregelten, resp. inhastirten Parteigenossen gelten folgende Bestimmungen: a) Anspruch auf Unterstützung aus Parteimitteln haben überhaupt nicht 1) Personen, die der Parteiorganisation nicht angehören; 2) Personen, selbst wenn sie der Partei- organisation angehören, sobald dieselben die Strafen im Privatverkehr, WirthshauSagitation oder sonstwie unachtsamer Weise sich zugezogen haben. d) Einmalige Unterstützungen bestimmt der Ausschuß nach freiem Ermessen. v) Dauernde Unterstützungen werden nur auf Grund eines vom Ausschuß festzusetzenden Unterstützungsreglements gewährt.' Dieses Reglement muß alle Parteigenossen einander gleichstellen.' Ein Unterschied darf nur gemacht werden zwischen Ledigen und Verheiratheten(zwischen letzteren nur hinsichtlich der Zahl der Kinder unter 12 Jahren), ferner mit Rücksicht auf den Wohnsitz. Theodor �orck in Hamburg beantragt, der Congreß möge beschließen: Für daS Annoncenwesen deS„Volksstaat" gelten folgende Be- stimmungen: a) Die Aufnahme von Reklame-Annoncen ist nicht gestattet ebenso wenig Rabattgewährung und GratiSaufnahme von Annoncen. Von letzterer Bestimmung sind ausgenommen: die allmonatlich einmalige Anzeige der von der„Volksstaat"- Expedition zu beziehenden Schriften, und solche Annoncen, zu deren Gratisaufnahme der Ausschuß spezielle Genehmi- gung ertheilt. d) Geschäfts-, Vergnügung?- und sonstige Privat-Annoncen werden mit 2>/z Sgr. pro Zeile berechnet. c) Versammlungsannoncen, desgl. Annoncen der„VolkSstaat"- Filialen, sowie alle Parteiangelegenheitcn betreffende An- nonc-n, soweit solche nicht unter d) zu rubrizireu sind, wer- !Material, umgehend an den mitunterzeichneten lH. Benneke einzusenden. Wegen Fertigstellung der Abrechnung für den Con- greß müssen die Beiträge für Juni spätestens vis zum 9. Juki an den Parteikassirer entrichtet werden. Hamburg, 1. Juli 1874. Mit Gruß! Der Ausschuß I. A.: H. Benneke, kl. Schäferkamp 36. August Geib, RödingSmarkt 12. den mit 1' 4 Sgr. pro Zeile bezeichnet. Den Parteiannoncen gleich gerechnet wird der Abdruck aller Abrecknungen, Protokolle und Statuten, die für die Leser deS„Volksstaat" nur ein partielles Interesse haben. Die München«? Parteigenossen beantragen, den Partei- sekretär auf dem Congreß zu wählen(Aenderung des§ 10 der Organisation). Die �Parteigenossen zu Crimmitschau beantragen, der Congreß wolle beschließen: 1) daß bei ReichStagöwahlen ein Candidat unserer Partei nur in einem Bezirke, wo entschiedene Aussicht, ihn durchzu- bringen, vorhanden ist, aufgestellt werden darf, nicht in mehreren derartigen Bezirken; 2) daß das Wahlcomitä sich vor der Aufstellung eines Candi- daten stetS im Voraus dessen bedingungsloser Zusage� der Annahme einer eventuell auf ihn fallenden Wahl versichert haben muß. Die Parteigenossen zu Marburg beantragen: 1) Die Redaction des„VolkSstaat" ist zu bestimmen, Fremd- " Wörter soviel als thunlich zu vermeiden oder nur unter Bei- füqung der Bedeulung derselben in deutscher Sprache zu gebrauchen. 2) Der Congreß wöge über Mittel berathen, um für die Zu- kunst die Annoncenschulden im„Volksstaat" nicht so lange wie bisher restiren zu lassen. 3) Alle von der GenossenschaftSbuchdruckerei für die Partei herauszugebenden Broschüren sind in gleichem Format her- zustellen.,., 4) Alle Parteimitglieder haben sich alS konfeffionSloS zu betrachten und demgemäß aus der Landeskirche auszuscheiden. Die Magdeburger Mitglieder beantragen: der Congreß möge eine Commission, resp. eine geeignete Persönlichkeit beauf tragen, in kürzester Zeit ein Reisehandbuch für Deutschland her- zustellen und dasselbe der Buchhandlung deS„VolkSstaat" in Verlag zu geben. Inhalt des Buches: Partei- und Gewerkschafts- LerkehrSlokale, Adressen billiger(tendenzloser) Herbergen und Gast- Häuser, geschichtlicher Ucberblick über die Arbeiterbewegung. Mülsen St. Mckas ist in Nr. 72 irrigerweise als restant bezeichnet worden, waS wir hiermit berichtigen. Als Vertrauensmänner bestätigen wir: Mülsen St. Micheln: Gustav Freitag; Oberhausen: Friedr. Garbe; Waldenburg in S.: I. H-ring; Lörrach: Joh. Georg Bühler. Markirch: Joseph Forwaldt; Plauen: C. A. Wolf. Zum Schluß ersuchen wir all- Vertrauensmänner dringend, die"restanten wie laufenden Parteibeiträge, sowie die Beträge für vorjährige Congrcßprotokolle und für Gewerksgenossenschaftliches Allgemeiner deutscher Schneidervercin. Nürnberg, im Juni. Collegen! Da bisher vom Borort noch nichts Definitives bestimmt worden ist, wo die diesjährige Gene- ralversammlung abgehalten werden soll, so sehen wir uns veranlaßt, in Bezug auf den Ort noch auf Einiges aufmerksam zu machen. Vom Ausschuß wurde Braunschweiz als Ort der Ge- neralversammlung vorgeschlagen. Wir können uns mit diesem Vorschlag durchaus nicht einverstanden erklären, da Braunschweig für die meisten Mitgliedschaften zu entlegen ist, insbesondere für Süddeutschland. Es ist Aller Wunsch, daß womöglich alle Mit- gliedschaften durch einen Delegirten vertreten sind, bei einer der- artigen Entfernung ist es aber den meisten Mitgliedschaften, be- sonders den kleineren, vollständig unmöglich, einen Delegirten zu senden. Wo sollen die Gelder herkommen? Ist es denn da nicht viel praktischer, einen Ort zu bestimmen, der so ziemlich in der Mitte Deutschlands liegt? AuS diesen Gründen hat die Control- commission Halle a,S. vorgeschlagen. ES tritt dann ferner noch der Umstand dazu, daß die Verl?andSstatuten-Commission, wenn irgend möglich, zugleich die erste Generalversammlung einzuberufen gedenkt. Hierzu wäre nun, wie leicht begreiflich, Halle der ge- eignetste Ort. Deshalb hatten wir auch den Vorschlag gemacht, die Generalversammlung erst Anfang oder Mitte September ab- zuhalten, wobei auch der Grund mit maßgebend war, weswegen hin, daß es ja nickt die Absickt und der Zweck zewefen, d» Drucker und Setzer den Text mitzutheilen. Wie reimt sick das zusammen. Hohe Gerichte haben ihre eigene Logik, die zwar nicht deutlit wohl aher neudeutsck sein mag. - Briefkasten der Redaktion. Th. Fl. Nowawes: Ja dem Bericht au« Kopenhaz> in Nr. 71, S. 1, SP. 3, finden Sie die gewünschte Adresse. I. 2B.* Hamburg: Traf für die Sonntagsnummer zu fvät ein. der Expedition. P. Grtnr Spandau: Die Ann. kam zur Anfnaht zu spät. W. Kl« Magdeburg: Ann. kam zu spät, bitten die BekaB machung betr. der Einsendung von Inseraten genau zu beachten. Hs hier Ab. Juli 22 Gr. Zllr hier Ab. Thlr. 1 21. Zzr hier Ab. 3. h 25 Gr. Krse Harburg Ab. 2. Q. ö Tblr. Nbtz Herboru Schr. Th 1 6. Sfrt bier Ab. Thlr. 22 17 5, Schr. 27 Thlr. 2 Pf. Qun, Pla witz Ab. 2. Q. Gr. 1« 5. Frln bier Ab. 3. Q. Gr. 17 5. Rmm b Ann. 6 Gr. Hh Plagwitz Ab. 1 Thlr. Altmun Maastricht Ab. 3. 1 Thlr. 1 5. Krmr Wiesbaden Ab. Juni Thlri 4 27, Schr. 1 Th Gssey Eisenach Anncn. Thlr. 1 6. Wdmnn Lack. Ab. 3. Q. Thlr. 1 Brkhld Oelsnitz Schr. Tblr. 2 15. Schlsngr Oberschlema Schr. 12 9 Kn; Essen Schr. Thlr. 2 13. Ttz Berlin Thlr. 1 24 5. Klempnei das. Ann. 1 Thlr. Wckssr Würzburg Ann. Thlr. 1 7, Schr. Thlr. 4 l' Brqnr hier Ab. 3. Q. Gr. 17 5. Mck Coblenz Ab. 3. Q. 23' Mllr hier Ab. 42 Thlr. Khm sSutritsch 2. Q. 1 Thlr. Lst bier 2 Q. Thlr. 7 15. Gttmnn bier Ab. 3. Q. Gr. 17 5. Zckschwrdt HÜ Schr. 1 Thlr. Hdlch hier Ab. 3. Q. 3 Thlr., Schr. 13 Gr. E. Hcht f. d. Fachver. der Holzarb. Graz Ab. 3. Q. Thlr. 1 21. Th. Gggbr das. Ab. Thlr. 1 21. Arbeiter- Bild.-Ber. Gloggnitz Ab. 3. Q. Th 1 21. Dllr Eoblenz Schr. Thlr. 3 6. H. Etzr Zwickau Ab. 2. O.! Thlr. Ist Breslau Schr. 4 Thlr. Bmbgr Berlin Schr. Tblr. 1 A. Trtmnn das. Schr. 10 Thlr Sf Gera. H. Uhrg Oederan: Z? Offerte haben wir fortgeschickt. M. Rdstck Dresden; Auf die Stund der Andacht nehmen wir gerne Bestellung entgegen. Preis der Lief. 2 Ä AUS tu, Fond f. pol. Gemaßrcgelte. Gn. hier 5 Gr. pfli 1 In Stade GenossenschastSbuchdruckerei. Antheilscheine bez. Antheilquittungen erhielten ferner der Ausschuß dieselbe bereits im August einberufen will, nämlick! W. 2 Thlr._ weil da das Gesckäft bereits wieder besser geht, mitbin die Mit �lnin ber Slempncr und verwandten B.'rufsgenossen, glieder eher den statutengemäßen dritten Theil der Delegirtenkosteu■ o....... 7______|________ o____ �........ �...............-r— i Montag, den Lten Juli, Abends 8 Uhr: OcffentliiI aus freiwilligen Beiträgen aufzubringen im�Stande sind." Collegen,! Genkralurrsammlulig im„Cafs Seifert", Dresdnirstr. 85. p« iL* m,h wJh„iAf(A,r T..O.: B°rtrag de« Herrn M-lle.- Berich, ebenes u, ,. w. Die Mitglieder werden ersucht, wegen Abrechnung, die Beiträge I entrichten, und aus unser BerbandS-Ocgan zu adonniren. D. B. überlegt es Euch genau, und die Entscheidung wird nicht schwer fallen. Mit sozialdemokratischem Gruß «-MO.«TÄlVtrti*„SrÄ'STW sam zu machen: Vor Pfingsten arbeitete hier bel Firma Ramv Oeffentlichc Parlcivcrsammluugen: und Sohn ein Schneider Friedrich Emil Andreaö, bei Chemnitz 1) Prinzenstr. 72 bei Carius, loberer Saal.) gebürtig; derselbe entfernte sick eines Abends auf Nimmerwieder sehen, wobei er sich folgende Gegenstände aneignete, resp. mitgehen hieß: ein neues Jaquet, zwei neue Hosen dem Geschäft ge- hörig, von einem Nebencollegen einen Winterüberzieher. eine große und eine kleine Zuschneidescheere, vom AuSlauser einige Paar Socken und sonstige Kleinigkeiten, von einem andern Collegen enl- lehnte er sich noch 1 Gulden#5 Kr. Wir ersucken alle Collegen, auf diesen Burschen im Betretungsfalle ein scharfes Auge zu haben und uns umgehend Mittheilung zu machen. Derselbe ist groß, blonder Schnurbart, etwas gebeugte Haltung. Bemerkt muß nock werden, daß derselbe, bevor er in daS oben genannte Geschäft eintrat, bei dem CircuS(Kunstreiter) Lorenz Wulf als Schneider engagirt war. Bort« Die Revotution von 1789 mit seinen Lehren für da« Boll. des Herrn Alex Richter. 2) Gr. Frankfurterstr. 77 im Königstädtischen Casino. Die sozialen und politischen Ereignisse der letzten Zeit. Vortrag d Herrn Holzwart. ES werden kleine Placate ausgegeben. Die Versammlungen in der Landwebrstraße finden am 6. u. 13. I ausnahmsweise nicht statt. Parteigenossen erscheint zahlreich! __ Das Agitations-Comitö. Im Auftrage der Ramp'schen Werkstelle: I. Baumann. Gewerkschaft der Schuhmacher. Wiesladen, 29. Juni. Wir erwähnten schon in mehreren Nummern des„Lolksstaat" den Strike der hiesigen Collegen. Wir sehen uns deshalb veranlaßt, kurz zu berichten, welche For- derungen wir stellten. Wir verlangen bei Arbeiten, welche nicht per Stück bezahlt werden, bei zwölsstündiger Arbeitszeit 1 Gulden 18 Kr. und das wollen die Herren Arbeitgeber nicht mal bewil- ligen. Wir wollen eS einem Jeden überlassen zu bcurtheilen, ob diese Forderung„unverschämt" genannt werden kann, wie sie die Arbeitgeber in den hiesigen Blättern bezeichnet haben. Darum Collegen ist eS Eure Pflicht, uns zu unterstützen, damit wir bei diesen billigen Forderunzen nicht unterliegen aiüffen. Wir bitten nochmals, den Zuzug strengstens fernzuhalten. Alle Gelder wolle man senden an Ludwig Elz, per Avresse: Herrn Friedrich Petermann, Metzzergaffe 37. Mit Brudergruß Das Comite. Correiponvenzen« I-ranstfurt a. M., 30. Juni. In der gestrigen Parteiver- sammlung wurde folgender Antrag einstimmig angenommen: Der Delegirte von Frankfurt a. M. wird beauftragt, aus dem Con- greß der socialdemokratischen Arbeiterpartei nach Kräften mitzuwirken bei Allem, was eine Einigung der deutschen Socialdemo- kratie herbeizuführen vermag. Ftönigslcrg i.?r., 24. Juni. Montag den 15. dS. fanden hier 2 Volksversammlungen statt, die erste von Herbig, die zweite von Arnoldt'/i Stunde später einberufen. Beide verfielen dem beaufsichtigenden Beamten. In ersterer hatte Herbig einen Rück- blick auf frühere Polizeichikanen geworfen und begann eben Schcil; als er der unterdrückten Partei Erwähnung lhat, wurde die Auflö- sunz ausgesprochen. Die zweite Versammlung fand im Nebensaal desselben Hauses statt. Tagesordnung war„das Versammlungsgesetz", dessen § 5, Auflösungen betreffend, verlesen ward. Anioldt brachte eine Resolution in Vorschlag, welche die Auflösung der Volksvcrsamm- lung 8 Tage vorher als ungesetzlich darstellte. Er war noch nicht fertig, als die Versammlung ausgelöst wurde. Die Gesetzeswidrigkeit der auflösenden Polizeibeamten hat sogar der Hartung'schen Zeitung einen tadelnden Artikel entlockt. Die Fortschrittler rührten sich jedoch nicht im Geringsten bisher, was uns indeß nur gelegen sein kann; wir werden dieS Verhalten zu gelegener Zeit rügen. Wegen Uebertrctung deS Preßgesetzes(Z 9) war Parteigenosse Radlke angeklagt.(Weil bei einem Plakat die Tagesordnung nicht angegeben.) Der Ankläger beantragte, in Anbetracht, daß die Ver- sammlungen zu socialdemokratischen also aufreizenden Zwecken stattgcsunden, die höchste Strafe(6 Wochen Haft) unter Ausschluß einer Geldstrafe. Der Untersuchnngsrickter trat jedoch den AuS- sührungen deS Angeklagten bei und sprack ihn frei. In einem anderen Falle hat das OberappellationSgerickt die Nichtigkeitsbeschwerde Radtke'S zurückgewiesen und ausgeführt, daß daS Uebergebcn deS ManuscnpteS an den Drucker und Setzer zum Zwecke der Mitthcilung bereits eine Verbreitung ist im Sinne des ß 95 des Strafgesetzbuchs. Eine Seite vorher steht ausgeführt, daß eine Absicht zum Thatbestande einer Beleidigung nicht nothwendig ist auf den Passus in der Nichtigkeitsbeschwerde Berlin S) Allgem. Böttcher-(Küper)-Verein. Jeden Dienstag, Abend« 8 Uhr: Versammlung. Land bergerstraße Nr. 15, wozu ergebenst einladet Der Bevollmüchtizte.! _>Ii. Der Arbeitsnachweis befindet sich Landsbergerstraße Nr. 15 Sonntag, den 12. Juli a. c.. Nachm. 3 Ib Großenhain Großes Volksfest im Schützenhause, verbunden mit Concert und Ball, Festrede, deklal»' torischcn Vorträgen, Gesang und Volksbelustigung. Parteigenossen von Nah und Fern sind freundlichst eingeladen. _ Das Festcomitö- >'B. Sonnabend, d. 11. Juli, Abends 8 Uhr: ParteiversammlB jm Schützenbause Der VertraueuSmann- Gelenau Sonntag, den 12. Juli, von Nachmittags 3 Uhr P Allgemeines Arbeitcrfcft verbunden mit Festrede, Soncert und Ball, im Gastdos„Zur Katz wozu alle Partei- und GesinnungSgeuossen von Nah und Fern freundli eingeladen sind. Entrö: Concert 2>- Ngr. Ball 5 Ngr. __ Das F e st- C o m i t ö den 1 Metallarbeiter-Gewerksgenoffenschafl für Leipzig und Umgegend. Jeden Montag Abends 8 Ubr: Versammlung, Nicolaistraße 13 Fröhlich, Hof 1 Tr. Tagesordnung: Socialer Wochenbericht. Gewed schafiliches. Allgem. deutscher Schneidervercin. Dienstag, den 7. Juli, Abends 8 Ubr: Vcrsammlt» Gewandgäßchen 4, erste Etage.— T.-O.: Soziale Rundschau.— Al schiedencS. Mit dieser Sitzung schließt die Quartalsabrechnung und sind die P glieder dringend ersackt, volltäblig am Platze zu sein. Der Beo Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Freitag. den 10. Juli, Abends 8 Uhr, im„Triano> de« Restaurateurs H. Richter, Roßplatz Nr. 9, Ecke der Sternwarl« straße: Geschlossene Mitglirbervrrsammluug. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. CS wird erwartet, daß alle Mitglieder pflichtgemäß erscheinen. � >'B. Bon nun an finden die regelmäßiacn Veremssitzunzen jeb Donnerstag, Abends 8 Uhr im Saale des Eldorado stau. Der Vorstand. An Hrn. Nß. Wiemer in Magdeburg! Sind meine beiden Postkdrten nicht angekommen? Bitte um schtti Autwort. R. Ludwig-Leipzig. Ate Zlnion Organ für die deutschen Zholzarbeiter. erscheint in Hamburg seit dem 1. Januar und auch im nächsten Quat« lli monatlich zwei Pia!. Später taut Beschluß des Magdeburger GewerkschaslS-Congresi wöchentlich ein Mal als Organ der deutschen Grwertsgenoffenschaslen- ai Alle Pofianstalten nehmen Abonnements zum Preise von 4 Si s. pro Quartal entgegen. Hamborg. Verlag und Redaktion der„Union."(l Soeben erschien: Leipjiger Hochverrathsprojeß l2.(Schluß-) Lieferung. Die„ungchallcnen" Reden enthallend. _ 72 Seiten. Preis 2> z Groschen. 8�° Vorftekrude Preise verstehen sich gegen haar oder Vorschuß.— Wledervcrkäufer erhalten Rabatt. Expedition des„VolkSstaat Leipzig:«evavt». Redakteur: M. Preißer.(Redettior». Bxv:-� Zei'ierstr 44) Srwt snk V-rctts in Hilisff.mschaftthachdimStrel. G de lor