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Juki. 1874. Das Eigenthum und die Gesellschaft. Mit der Ausbreitung der sozialistischen Idee, daß eine völlige iedergcburt, eine radikale Neugestaltung der menschlichen Gesell- chast nothwendig ist, um das Privilegium des Lebensgenusses einer einen Minorität zu entreißen und der Gesammtheit ein menschen- würdiges Dasein zu gewährleisten, nimmt nicht nur die Zahl • Derjenigen ab, welche in thörichtem Wahn unsere heutigen gesell- Ichastlichen Einrichtungen gerecht und dauerbar finden, sondern eS Fingern sich auch Jene, die das Ziel ihres StrebenS gleich dem «rebsc nicht vor, sondern hinter sich gesetzt haben, die unsähig Iwd, der historischen Entwickelung zu folgen und sich an die„gute Zeit" anklammern. Der Sozialismus, welcher diese beiden — r�tungett mit gleicher Energie und mit gleicher Unerbittlichkeit bekämpfen muß, hat wenig danach zu fragen, wer besser sei— die aaissühere oder die heutige Gesellschaft. Er überläßt das Mittelalter �wit seiner raubritterlichen Herrlichkeit den Poeten, den Pfaffen lw' ind den Muckern, und über die moderne Gesellschaft hinweg geht !ln Weg an der Hand einer unwiderstehlichen Entwicklung zu itdrfM,V?tUm Gesellschaft. aiifl r bissen, daß, solange wir nur die mittelalterlichen Zustände derdammen, unS die Zustimmung der Bourgeoisie, der herrschen Nn Klassen von heute, sicher ist. So wenig eS unS um diese iiich Entwicklungsstufe zu gelangen, erst die mittelalterlichen Produktions- __ �°bmen sprengen mußte. Sie revolutionirte das ganze Gebiet der "beit. Neue Ideen, Erfindungen, Maschinen und Verkehrsmittel tet'""�ten endlich die alte, schon oft gestickte Zwangsjacke, mit welcher � Zunftwesen die� �Produktion einengte, an allen Nätben Üatzen, und die entfesselte Produktion schwoll zur unendlich auS- rhnbaren Industrie an. Werkstätten wuchsen zu Fabriken, die r« theilung der Arbeit wurde ein Grundprinzip der bürgerlichen ili, Großproduktion, die Bourgeoisie eroberte im Sturmschritt den Weltmarkt. b 3, So wurde theoretisch und praktisch mit dem Mittelalter ge- �krochen. Die Produktionsinstrumente konzenlrirten sich in dem ns�esitz einer an Zahl geringen Minderheit; der marktmäßige Kauf Verkauf vim Arbeitskraft wurde ein treibendes Element. Die tassenarmuth trat in stets grelleren Gegensatz zu dem sogenannten ationalreichthum, der für die ungeheure Mehrzahl der Nation Nade soviel zu bedeuten hat, wie der Nibelungenhort am Grunde tS Rheins. Daß eine solch mächtige Revolution, eine solch weitgreifende gestaltung in den Eigenthumsverhältnissen auch den herrschen- sn Anschauungen ganz andere Gesichtspunkte gab, ist selbstver- landlich. Die„Heiligkeit des Eigenthums" sank zur Phrase herab, 'ftm sich hauptsächlich die Diebe zu bedienen pflegten, und zwar wollt 8l'�ten Diebe mit dem meisten Erfolge. Während die mittel- tterUche Ausbeutung auf Grund von„Brief und Siegel" geschah, urde die moderne eine reine Brutalität des Besitzes. Die Ritter nd Pfaffen, die adeligen und geistlichen Herren, welche dem leib- Bauern fein Eigenthum durch Zehnten, Gülten, Zinsen und ädere„Abgaben" wegstahlen, die ihn harte Frohndienste verrichten ftsen und ihm dafür seine Frauen und Töchter schändeten, konnten ! warz auf weiß vorzeigen, daß sie zu ihren Diebstählen und �.fflhandthaten„berechtigt" seien. Die moderne Ausbeutung, die n J�fbsche Knechtschaft, kann weder Brief noch Siegel aufweisen, g',t,rfc die EigenthumSverletzung, auf welcher die heutige Produktion sticht, hat deshalb im Lohusystem eine Form gewählt, welche [jS nsse allerdings außerhalb des Bereiches der„Ungesetzlichkeit" sich stndet; denn wenn auch schon in den„zehn Geboten" geschrieben 3t:«Du sollst nicht stehlen", so steht heute doch in keinem an. �sgesetzbuch:„Du sollst dir keine Arbeit eines Andern an- >i i®ntn» ohne ihm dafür ein Aequivalent(einen wirklichen Gleichwerth) ctz cMen", oder:„Genießen soll nur, wer arbeitet", abgesehen davon, solche Verordnungen unter den herrschenden Eigenthumsver- t ft Fussen einfach unsinnig wären. t!vr! großen französischen Revolution zu Ende des .jJ�Sjen Jahrhunderts vernehmen wir daher den Ruf:«Eigen- 1? ist Diebstahl!" ein viel mißdeutetes Wort, dessen Urheber- ! später fälschlich Proudhon zugeschrieben worden ist. In ith Ittlf1 ,na�en Fassung leicht mißbrauchbar, kam dies Wort den �schenden Klassen gelegen, um dem ängstlichen Spießbürger, dem k" dem bloßen Worte„Sozialismus" die Haut schauert, Hn Hab und Gut bange zu machen und ihn zum krampf- >»ftl sh Anklammern ürdj Und merk- an das Bestehende zu treiben. 'g: die Bourgeoisie führte stets die„Heiligkeit des Eigen- �MWWWWWWWWWWWWI �chS" aus den Lippen, während sie mit den Händen an dieser Eckigkeit" sündigte. DaS Proletariat, das die„Heiligkeit des y(h sss�niS" verlacht, hat dasselbe nie angetastet in den kur- � Tagen, da es die politische Macht in Händen hatte. Man J* sogar, daß einst ein gewisser Rothschild eiligst auS Paris Po?!i'i> nachdem die Pariser Arbeiter proklamirt hatten, daß alle gehängt werden sollten. it- k kapitalistische Entwicklung selbst hat das Ihrige dazu bei- — � die„Heiligkeit des EigcnlhumS" zu vernichten. Und ist eb, �sjkuschwindel, der die heutige Gesellschaft mit einem aift/�igen Golddurst angesteckt, der dem ftecksten Betrug, der iu losesten Prellerei und AuSbeuterci Thür und Thor geöffnet, ifW � dazu angethan, dem Privateigenthum den verlorenen 'Anschein wieder zu verleihen? Findet sich wohl Einer unter «ivn dumm genug wäre, offen und ehrlich zu erklären, daß nnen eitu8 glücklichen Börsenspielers oder eines geschickten -i-' I-ellenwucherers„rechtmäßiges" Eigenthum seien, dessen„Heilig- keit" man respektiren müsse? Doch wohl nicht. Aber die Gesetze wollen dieS, und deren Vollstrecker sind genöthigt, dieses „Eigenthum" als„rechtmäßig" zu betrachten und zu beschützen. Wollte ein Betrogener sein Eigenthum mit Gewalt dem glücklichen Schwindler wieder entreißen, so würde er dem Staatsanwalt verfallen. Die moderne Produktionsweise, die auf Eigenthumsverletzung beruht, drückt auch der Gesetzgebung ihren Stempel auf. Die kleinen EigenthumSvergehen werden bestraft, die großen gehen in den allermeisten Fällen ftei auS. Die Gesellschaft wird niemals von Verbrechen ftei sein, so lange das Privateigcnthum herrscht, und zwar, wie wir eS hier verstanden haben wollen, das Privateigenthum im engeren, nicht im weitesten Sinne des Wortes, das Privateigenthum, welches einer Klasse die gesammte Produktion in die Hand gibt und damit die arbeitenden Klassen dienstbar macht, also das Privateigenthum an Grund und Boden, Arbeitsinstrumenten ic. DaS Privateigenthum ist in letzter Linie der Urquell fast aller Verbrechen, die in unserer Ge- sellschaft vorkommen. Den Diebstahl provozirt es ganz direkt. So lange es Privateigenthum gibt, wird eS auch Diebe geben. Eines verschwindet erst mit dem andern, die Wirkung erst mit der Ursache. Das blödsinnige Geschrei unwissender oder böswilliger Gegner, daß wir„theilen" oder gar„den Diebstahl sanktioniren" wollten, richtet sich von selbst. Weil wir der Ursache des UebelS auf den Grund gehen und dabei entdecken, daß der Untergrund unserer ganzen Gesellschaft verfault und vermodert ist, schilt man uns „Freunde des Verbrechens". Weil wir den Ursprung des heutigen Verbrecherthums aufgefunden haben und nicht nur die Blüthen des Unkrauts, sondern auch vor Allem seine Wurzeln beseitigen wollen, sagt man, wir wollten„das Verbrechen sanktioniren". So wenig wir Freunde des Mittelalters sind, können wir doch auS der mittelalterlichen Gesetzgebung Einzelnes anführen, welches be- weist, daß man im Mittelalter nicht so ganz leichten HerzenS bei der Gesetzgebung über die Eigenthumsverbrechen hinauskam, wie heute. ES blieb beim Versuch, aber der Versuch ist hinreichend interessant, um der heutigen Anschauung über das Verbrecherthum gegenübergestellt zu werden. Um 1530, also in der RcformationSzeit, ließ Kaiser Karl V. eine Ueberarbeitung deS bambergischen StraftechlS vornehmen, um eine Strafprozeßordnung für das deutsche Reich zu gewinnen. DaS OpuS, welches da entstand, hieß die„Carolina" und wurde auf den Reichstagen zu RegenSburg(1530) und zu Augsburg(1532) endgültig festgestellt. Diese„Carolina", welche unter dem Namen der„peinlichen HalSgerichtSordnung" weltbcrüchtigt geworden ist durch ihre scheußlichen Bestimmungen bezüglich des Inquirirens, Folterns und der Todesstrafe, und die namentlich bei den vielen Hexenprozessen zu kannibalischen Scenen geführt hat, enthält fol- gende Bestimmungen über Raub und Diebstahl: „Item jeder boShafftiger überwundener rauber soll mit dem schwerdt, oder wie an jedem ort in diesen fällen mit guter ge- wohnheit herkommen ist, doch am leben gestraft werden." Und weiter: „So jemand durch recht Hungers not, die er, sein weib oder kinder leiden, etwas von essenden Dingen zu stehlen geursacht wurde, soll das Vergehen als un str äfft ich angesehen werden." So die„peinliche HalSgerichtSordnung". Heute freilich würde eine derartige Gesetzesbestimmung nichts weiter bezwecken, als daß sich ein Industrieritterthum organisirte, um mit„unsträfflich" ge- stohlenem Brod Geschäfte zu machen. DaS Mittelalter strafte also den Broddieb nicht und der Bestohlene hatte den Schaden. An und für sich blieb die Hand- lung nach allgemeinen Grundsätzen immerhin verdammungS- würdig; aber die„peinliche HalSgerichtSordnung" hielt dem Brotdiebe seinen Hunger zu Gute. In unserer Zeit wird der Brotdieb bestraft und zwar streng bestraft. Diese Strenge ändert an der Sache gerade so wenig, wie die Nachsicht des Mittelalters. Die Broddiebstähle hören nicht auf, fondern mehren sich mit der Vermehrung der Massenarmuth. Die Statistik überhaupt ergibt, daß die Verbrechen und Ver gehen, die alljährlich passiren, zu der jeweiligen Bevölkerungszahl in einem bestimmten Verhältniß stehen. Damit ist der Beweis geliefert, daß unsere GesellschastSorganisation alljährlich eine An zahl Opfer fordert, sie zum Verbrechen zwingt und aus der Ge sellschaft ausstößt. Und die Gesellschaftsorganisation verfährt dabei so ungerecht, daß sie sich nur die kleinen Verbrecher zu Opfern erwählt. Selten, daß sie sich an das Kaliber der Stroußberge wagt! Unter solchen Umständen wird die Straflosigkeit sowie die Strafbarkeit des Diebstahls und anderer Verbrechen, die im Privateigenthum ihren Ursprung haben, eine Besserung nicht hev beiführen können. Die Straflosigkeit würde den Diebstahl nur zum„ehrbaren Geschäft" machen, indeß ihn die Strasbarkeit zum „schimpflichen Geschäft" macht. Was bleibt da zu thuu? Da bleibt Nichts übrig, als das Privateigenthum abzuschaffen und kein anderes Eigenthum mehr zu dulden, als Gemein- oder Gesammteigenthum. Schurken und Narren werden nun wieder rufen:„Seht, sie wollen daS Eigenthum abschaffen!" Wie man das macht, wenn man„das Eigenthuw abschafft", das sagen Jene freilich nicht.— Eigenthum, sagen wir, wird eS geben, so lange es Menschen gibt. Das Eigenthum kann Niemand abschaffen. Aber die EigenthumS- Verhältnisse lassen sich dahin ändern, daß die vorhandenen Werthe und Güter zu Nutz und Frommen der Gesammtheit verwendet werden, von welcher sie auch erzeugt werden müssen. Die So- zialisten wollen Grund und Boden nicht„theilen", wie gelehrte und ungelehrte Esel behaupten, sondern sie wollen ihn gerade im Gegentheil aus seiner jetzigen Zersplitterung retten, ihn zu Ge- sammteigenthum machen; sie wollen dahin wirken, daß die Produktionsinstrumente ebenfalls Eigenthum der Gefammt- heit werden, welche so organisirte Gesammtheit dann jedem Ein- zelnen eine menschenwürdige Existenz sichern kann und zwar vor allem durch sein Recht auf Arbeit, die Quelle aller Werthe. StroußbergS und andere Diebe werden sich aus einer solchen Gesellschaft, wo eS kein Privateigenthum zu stehlen geben und die Gesammtheit ihr Eigenthum zu schützen wissen wird, eiligst hinausflüchten. Ja, ihr Herren Bourgeois, wer den Diebstahl beseitigen will, muß das Privateigenthum abschaffen! Die soziale Entwicklung wird nicht fragen, ob ihr den Dieb- stahl bestraft habt und ob das Mittelalter ihn nicht bestraft hat. Sie geht vorwärts, langsam und sicher, aber doch so rasch, daß ihr sie nicht begreift. Das Leibeigenthum des Mittelalters ist verschwunden, trotz- dem Ritter und Pfaffen seine Abschaffung tausendmal für„un- möglich" erklärt haben, und zwar schließlich nach mißlungenen Revolutionen auf ganz ftiedlichem Wege. Auf seinen Trümmern habt ihr die industrielle Gesellschaft errichtet. Heute erklärt ihr die Abschaffung des LohnfystemS und des Privateigenthums für„unmöglich", weil ihr unfähig seid, aus der Geschichte etwas zu lernen. Euer Privateigeuthum und euer Lohnsystem sind gerade so„heilig" wie das Leibeigenthum. Sie werden denselben Weg wandeln, den die Leibeigenschast gewandelt, und aus ihren Trüm- mern errichtet daS arbeitende Volk endlich die Gesellschaft ohne Diebstahl, die kommunistische Gesellschaft! Politische Uebersicht< — Zu den schon von uns veröffentlichten Briefen deS unglück- lichen Soldaten Naubereit schreibt der Jnsterburger„Bürger- und Bauernfteund" weiter: „Also wie sind wir zu den beiden veröffentlichten Briefen ge- kommen?— Den an die Mutter des Unglücklichen gerichteten Brief erhielten wir von der Mutter selbst, mit der Erlaubniß, Abschrift davon zu nehmen und denselben zu veröffentlichen, gleich- zeitig aber erhielten wir einen zweiten von dem Königl. General- Auditoriat zu Berlin an dieselbe gerichteten Brief, durchweichen ihr der Brief ihre« SohneS übermittelt wurde und in welchem gleichzeitig gesagt war, daß ihr der an die Redaktion des Bürger- und Bauernfreund gerichtete Brief nicht mit ausgehändigt werden könnte, weil er eben nicht an ihre Adresse gerichtet sei. Wir wußten also, daß für uns ein Brief bei der genannten Behörde vorhanden sei. Welche Mühe aber hatte eS der Mutter gekostet, zu ihrem Briese, dem ihr rechtlich zustehenden Eigenthum, zu kommen! Von dem Regiment war sie zur Brigade, von der Brigade zur Division, von der Division an das Generalkommando und von diesem endlich an daS KriczSministerium gegangen, und nachdem ihr vorher gesagt war, sie könne den Brief nicht erhalten, weil er Dinge enthalte, die manche Vorgesetzte ihres SohneS in ein böses Licht stellten, wurde er ihr nach der schließlichen Drohung, sie werde sich unmittelbar an den König wenden, ausgehändigt. Wo ist das Recht hergeholt zu dieser Vorenthaltung? Der Brief, der an uns gerichtet war, kam aufgebrochen in unsere Hände und da wir bisher nicht von einem Rechte der Militärbehörde gewußt haben, das Briefgeheimniß in solchen Fällen, wie der vorliegende einer ist, verletzen, ja sogar Briefe unter- schlagen zu können, werden wir behaupten, daß hier beides ge- schehen ist, daß also von einer militärischen Behörde, sei es nun welche es wolle, daS Briefgeheimniß verletzt und ein Brief unter- schlagen ist. Wir werden daS so lange behaupten, bis uns der Gegenbeweis geführt ist und natürlich auch nicht anstehen, unsere Leser damit bekannt zu machen, daß Militärbehörden in ähnlichen Fällen thatsächlich daS Recht haben, da» Briefgeheimniß zu ver- letzen und Briefe zu unterschlagen. Denn bei Gott und in-- ist nichts unmöglich. Zum Schlüsse fei noch erwähnt, daß in der an uns gerichteten Zuschrift des General-AuditoriatS die von dem verstorbenen Ser- geanten gemachten Angaben als„theils unwahr, theilS nicht richtig dargestellt" bezeichnet sind und überlassen wir unfern Lesern, sich dazu den nöthigen VerS zu machen. Wir wollen nur die Wahr- heit sagen.— Auch alle übrigen Gedanken überlassen wir unfern Lesern! Thaffachen sprechen am besten für sich selber." Daß es Personen im deutschen Reiche gibt, welche im Interesse deS„öffentlichen Wohls" und zum„Heile der Gesellschaft"„befugt" sind, Briefe zu öffnen oder solche, wie der KunstauSdruck lautet, zu stiebern, ist für Jeden, der die Geschichte der Sozialdemo- kratie kennt, kein Geheimniß. Der vorliegende Fall hat übrigens das für sich, daß er für uns den Inhalt der Brief- bestätigt. Wenn das Gencral-Auditoriat schon ohne daß nur Jemand danach fragt, den Inhalt der Briefe als„unwahr" hinzustellen sich be-■ müßigt fühlte, da muß— etwas dahinter stecken. — Zum Kapitel der„Bourgeoishumanität". Das „Frankfurter Commuualblatt«, Beiblatt des„Frankfurter„Beob- achter« vom 28. Juni enthält Folgendes: „Die WaisenfütterungS-Colonie in Binsheim. Be- kanntlick erfteut sich daS Frankfurter Waisenhaus einer so glän- jenben Finanzlage, wie kaum ein anderes ähnliches Institut in Europa; sein Vermögen beläuft sich auf Millionen; seine Beamten sind glänzend bezahlt und es konnte noch jüngst zu Zwecken des Theaterbaues der Stadt die Offerts eines Darlehens von einer Million Gulden zu dem sehr billigen Zinsfüße von vier Prozent machen. Ob es dagegen den bekanntlich auf Dörfern und armen Landstädtchen der Umgegend untergebrachten Waisenkindern so gut geht, wie dieser Reichthum des Instituts wohl voraussetzen ließe, das ist eine sehr bestrittene Frage; namentlich kommen au? der Bensheimer Waisen- Colonie von Zeit zu Zeit empörende Be- schwerden. Wir veröffentlichen in dem Nachstehenden einen sehr traurigen Fall dieser Art, bei welchem es ganz besonders auffallen muß, daß drei Kinder bei einem Gensdarmen in Pflege gegeben sind, während man doch— wenn nun einmal da« System der AuSquartierung der Waisenkinder auf Dörfer ic. beibehalten werden soll— bei dem ungeheuren Reichthum des Instituts mindestens darauf Bedacht nehmen sollte,'die Pflegeeltern nur aus den ge- bildeten Klaffen(Lehrern zc.) auszusuchen. Möchten doch unsere städtischen Behörden, vermöge deS Oberaufsichtsrechts über das Waisenhaus, einmal dieser Sache sich annehmen, da eS geradezu eine Schande für Frankfurt ist, wenn Dinge, wie sie in der fol- genden Beschwerde angeführt sind, bei der Pflege der Waisenkinder passtren können: Unterzeichneter Anton Millot, hiesiger Stadtbürger, seit einer Reihe von Iahren auf der Main-Weser-Bahn als Schreiber be- schäftigt, erlaubt sich Folgendes wahrheitsgetreu zur Oeffentlichkeit zu bringen. Meine Frau starb mir im Jahre 1873 den 19. August hier im Senckenbergischen Stift in Folge des Magenkrebses im Alter von 3S Iahren, hinterließ mir 4 Kinder, das älteste meiner Kinder, ein Mädchen, dient hier, die drei anderen Kinder, ein Mädchen von IIV2 Jahren, eines von 4 und einen Knaben von S Jahren nahm mir das Waisenhaus auf einen Bericht, welchen ich einreichte, in die Pflege auf, weil ich nicht im Stande war, die Kinder ohne Frau groß zu ziehen und zu ernähren.(Der Mann bezieht täglich ganze 24 Silbergroschen Gehalt und ist gichtleidend. Red. d. Beob.) Dieselben kamen in die Pflege bei einem dienstthuenden Gensdarmen, Namens Hohmeyer in BenSheim an der Bergstraße, der verheirathet ist und keine Kinder mit seiner Frau hat, beinahe ein Jahr ist eS, daß dieselben in der Pflege sind. In der ersten Zeit besuchte ich meine Kinder, die mir theuer und lieb sind, alle Monate; bis vor einigen Monaten erfuhr ich durch Zufall von dem jüngsten Kinde, das ich etwas über ein viertel Jahr in die Pflege gethan hatte bei den andern zwei, daß es sehr geschlagen werde von seinen Pflege- eltern und die andern zwei bekämen auch so schreckliche Schläge und nicht genug zu essen, ja sogar von Leuten der Nachbarschaft wurde ich bedauert, daß es die armen Kinder so schlecht bekämen. Ich untersuchte am Körper das jüngste meiner Kinder und fand mehrere Merkmale von Narben, welche von einer übermäßigen tyrannischen Züchtigung herrührten, nicht allein das jüngste der Kinder wurde so mißhandelt, sondern auch die andern zwei, denselben wurde unter Drohung des AufhängenS und TodtschlagenS verboten, ihrem Vater etwas davon zu sagen. Ich bekam die Kinder allein auf einem Spaziergang zu sprechen und wurde mir dies von denselben mitgetheilt, ja sogar theilten sie mir auch mit, daß sie manchmal nicht einmal satt zu essen hätten. Als die Pflegeeltern sahen, daß das jüngste Kind sich so herzlich freute und die zwei andern auch, wenn ich kam, waren dieselben ärgerlich darüber, indem sie nichts Gutes ahnten und wahrscheinlich dachten, die Kinder sagen doch alles ihrem Vater. Nun waren gerade vor einiger Zeit die Herren des Pflegamtes vom Waisenhaus in Bensheim, um wegen der Kinder nachzusehen, über welche die Pflegeeltern Beschwerde geführt. ES wurde gesagt, ich käme zu oft, nämlich alle vier Wochen, um die Kinder zu besuchen, eS wäre zu störend:c..... und ich bekam von den Herren die Weisung, meine Kinder künf- tighin höchstens alle viertel Jahr einmal zu besuchen�). Nicht einmal Briefe darf mein ältestes Kind mir schreiben, die von ihrem find- lichen Herzen kommen» sondern eS muß schreiben, was die Pflege- eltern dictiren. ES ist bereits ein viertel Jahr, daß ich meine Kinder nicht gesehen habe, und erbat ich mir durck die Fürsprache deS Herrn Oberlehrers deS Waisenhauses einen Brief von meinen Kindern, welcher mir dann auch unter der Adreffe de» Herrn Oberlehrers zukam und den ich als Zeichen der Wahrheit als Beleg vorlege.(Er enthält die Bitte deS Kindes an seinen Bater, eS doch mit Briefschreiben zu verschonen! Red. d. Beob.) Dieser Brief ist nicht aus dem Herzen meines Kindes geschrieben, sondern offenbar ihm von den Pstegeeltern mit Zwang dictirt worden; meine Kinder haben mich stets lieb gehabt und würden sich niemals unterstanden haben, ihrem leiblichen Vater zu sagen, er solle sie verschonen mit Briefschreibcn. Die Oeffentlichkeit soll eS wiffen, wie es die armen Waisenkinder haben und in welchem Sinne die Kinder erzogen werden. Diese Notizen beruhen auf Wahrheit und bin ich bereit, die erforderlichen Zeugen zu stellen. A. Millot." Wiederlegt ist die Darlegung des Hrn. Millot bis heute nicht worden.— TqeilunzScZmmuniSmuS oder dem System der gleichen Verthei- lunz aller Güter unter die Menschen, soreche ich hier nicht, da diese Form einer w'ii frühem Stufe der Gestttunz angehört, gegenwärtig aber von keinem einzigen komuanistischea Systeme adop- tirt wird. „Die Sache praktisch betrachtet, scheint aiso so Viel gewiß, daß, wenn überhaupt eine völlig veränderte Organisation der gesellschaftlichen und Verkehrsverhältnisse früher oder später nothwendig werden sollte(eine Möglichkeit, die ich wenigstens nicht unbedingt leugnen möchte), dieses uns zunächst wohl nur zur Gestaltung der Dinge im Sinne des Sozialismus führen dürfte, d. h. zu einer rationelleren Regelung der Arbeits- nnd Erwerbsverhältnisse, jedoch mit Beibehaltung des Grundverhält- niffes selbst, der direkten Beziehung zwischen der Produktion nnd Consumtion des Einzelnen, und daß eS dann erst wieder einer weiteren, vielleicht sehr langen Bildungszeit bedürfen möchte, be vor es der Gesellschaft möglich werden könnte, auch diese Schranke niederzureißen und die letzten Consequenzen des Frei- heitSgedankens, wie der CommuniSmuS sie aufstellt zu verwirklichen." Unter der Ueberschrift deSMufsatzeS, in dem sich obige Stelle befindet, steht:„Von Karl Biedermann". Und Sie haben doch wohl keinen Doppelgänger, Hr. Professor Karl Biedermann? Bundesversammlung vor, durch weitgehende Bestimmungen der zu Ausbeutung der Kcäfte von Kindern vorzubeugen und dadum 4(K deren physische und geistige Entwickelung möstichst zu fördern niß Nach längerer DiScusston wurde mit allen gegen 2 Stimmen bische schloffen, das absolute Verbot der Fabrikarbeit vo>(Sl indern bis zum zurückgelegten vierzehnten Jahre auS-«nt V\AV>v»nv-> � O" v» k 1 v»-»'Tf r rt r st* c......'u-i-'. r._i... 1 i Herr Professor Biedermann schreibt in seiner„Deutschen Allgemeinen Zeitung" vom 5. d.:„Der sozialdemokratische„Volks- staat" droht dem Redakteur der„Deutschen Allgemeinen Zeitung", Professor Biedermann(Julius Cäsar und Karl Biedermann schreiben in der 3. Person von sich), mit einer Enthüllung darüber, daß letzterer sich einmal„für den extremsten CommuniSmuS ausgesprochen" habe! Nur heraus damit! Mit Enthüllungen drohen, aber sie dann schuldig bleiben, also verdächtigen ohne zu beweisen, das ist keine Kunst, das ist aber auch nicht ehrenhaft." Ganz recht, Herr Professor Biedermann, und Ihrem tapferen: heraus damit! soll sofort enssprochen werden. Im„Album fürs Erzgebirge"(Von Mitgliedern des Schrift- stellervereinS. Leipzig. BrockhauS und AvenariuS. 1847) be- findet sich ein Aufsatz:„Zur Charakteristik des Sozialismus und CommuniSmuS nach ihren unterscheidenden Momenten", in dem sich folgende Stelle befindet: «Im jetzigen Verkehr ist eS oftmals der blinde Zufall oder gar die rohe Gewalt und verjährtes Unrecht, was die Ver- theiluuz der Arbeiten und der Genüsse regiert, was dem Einen die schwere Arbeit, dem Andern den leichten Genuß zuwirft, den Einen zum Herrn der Arbeitskraft von hundert Andern, Diese dagegen zu Dienern und Sklaven Jenes macht. Im jetzigen Verkehr zieht oftmals der mühelose Besitz den besten Theil des GewinnsteS an sich, während die mühevolle Arbeit nur einen kärglichen Lohn davonträgt; wird oft die luftige Kunst, die einem eitlen Sinnenrausche fröhnt, mit Tausenden belohnt, während die schwielige Hand des Arbeiters, die das Nothwendigste für die Gesellschaft bereitet, ihm selbst kaum die nothdürstigste Existenz zu schasiei: im Stande ist. „Von dem allerrohesten CommuniSmuS, dem sogenannten — In Nr. 78 deS„Volksstaat" haben wir gezeigt, wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" das von ihr so oft behauptete „Bündniß" zwischen Ultramontanismus und Sozialdemokratie für eine Fabel erklärt und so sich selbst dementirt hat. In der neuesten Nummer des letzteren Blattes lesen wir nun wieder: „Im Hinblick auf die mehrfach gemachten Wahrnehmungen einer Verbindung der klerikalen Agitation mit den so- zialdemokratischen Bewegungen verdient Beachtung, daß neuerdings in der Rheinprovinz, namentlich in Aachen und an- deren Orten, Geistliche sich direkt bei Versammlungen zur Orga- nisirung von StrikeS betheiligt und ausdrücklich dazu aufgefordert haben." Somit dementirt sich das Leibblatt Bismarcks zum zweiten Mal selbst. Also die„Verbindung" soll doch existiren, nachdem die Unmöglichkeit ihrer Existenz von denselben Leuten, die ihre Existenz jetzt wieder behaupten, erst vor wenigen Tagen nachge- wiesen worden ist. DaS heißt denn doch auf ein starkes Stück Dummheit bei den Lesern vertrauen, welches Vertrauen wir uns nur daraus erklären können, daß sich bei den Lesern der„Nordd. Allgem. Ztg." sehr viele adelige Krautjunker und noch im tiefsten Mittelalter steckende„Stützen des Thrones" befinden. zudehnen und die Kinder als solche bis zum zurückgelegten 15 Jahre zu betrachten. Der Schulbesuch der Fabrikkinder soll Vors wo! — Civilisatorisches. Man schreibt uns aus Frankfurt a. M.: „Wie überall, so zeigt sich auch auf dem Gebiete der Statistik daß die Angelegenheiten des Volkes im Gegensatz zu denen der bevorzugten Stände vernachlässigt werden. Für eine umfassende, insbesondere die Verhältnisse der Arbeiter hineinziehende gewerb- liche und landwirthschastliche Statistik sind kaum Anfänge gemacht. Ueberall bleibt, was die übergroße Mehrheit der Gesellschaft an- geht, im Rückstand. So ist es nicht zu verwundern, daß in der Statistik des Unterrichts die Volksschulen, und die Anstalten zur Heranbildung der Volksschullehrer, die Seminare, das Aschenbrödel sind. In Preußen z. B. werden im„Centralblatt für die gesammte Unterrichtsverwaltung" jedes Jahr Uebersichtcn über die Zahl und den Besuch der Gymnasien und Realschulen veröffentlicht, für die Seminare geschieht nicht einmal das. Sic bleiben unbeachtet. Freilich wäre eine Statistik der Seminare nur möglich, wenn regelmäßige Nachweise über das Volksschulwesen be kannt gegeben würden. Für das preußische Volksschulwesen ist der letzte Nachweis schon 1367 erschienen, und der umsaßt die Ver hältnissc der Jahre 1362 bis 1864. Wie sich die Volksschule seit 13 Jahren gestaltet hat, darüber hat man also die Welt völlig im Dunkeln gelassen! Daß die Herren Regierenden gute Gründe zum Schweigen haben, zeigt so manche Notiz, die auf nichtofficiel lern Wege zur Oeffentlichkeit hinausvringt. So möge denn im Anschluß an Petermann's„Mittheilungen wichtiger neueren For- schungen auf dem Gebiet der Geographie"(1874, Band 20, Heft S), der„Volksstaat" heute einmal ein Wörtchen über die Zahl der Lehrerseminare drucken. Die Bevölkerung deS deutschen Reiches beträgt 41,060,695 Seelen. Als Zahl der schulpflichtigen Kinder nimmt man 16 Procent der Gesammtbevölkerunz an, das sind 6,569,711 schulpflichtige Kinder. Petermann rechnet nun 60, sage sechzig! Kinder auf einen Lehrer und kommt schon hierbei zu einem Bedarf von 109,495 Lehrern. Den jährlichen Abgang von Lehrern pflegt man auf 5 Procent festzusetzen, eS würden also zum Ersatz der invalide werdenden Kräfte jährlich 5474 Lehrer auS den Bildungsanstalten hervorgehen müssen. Die höchste Zahl von Seminaristen, die jährlich eine Anstalt bilden kann, beträgt 30. Die Aahl der nach Pctermanns Berechnung vorhandenen Anstalten müßte demnach 132 betragen. Es sind jedoch, selbst wenn man die erst in der Einrichtung begriffenen Seminare hinzurechnet im deutschen Reiche nur 162 vorhanden, die noch nicht einmal jährlich je 30 Zöglinge liefern. Preußen würde nach diesem Maßstade gemessen, 145 Lehrerbildungsanstalten haben müssen, hat aber bis jetzt nur einige wenige über 100, Bayern müßte 23 Se minare besitzen, ihre Zahl beträgt aber nur 11. Am Schluß seiner Berechnung meint Petermann, daß der jetzt so viel besprochene Lehrermangel, abgesehen von anderen Ursachen, die er gern anerkenne, sich doch auch auf einen Mangel an Sc- minaren zurückführen lasse.— Warum aber so wenige Lehrerbil- dungsanstalten errichtet werden, darüber schweigt der berühmte Geograph. Er verräth nicht, daß die Kasernen Raum und Geld verbrauchen, die für die Seminare und Volksschulen nicht vorhan- den sind. Das„Reich der Kasernen und Schulen" ist in Wirk- lichkeit ein Reich, in dem die Pferde- und Rekrutenzucht eiftig, die Erziehung zum Menschen nur nebenbei betrieben werden darf." — In der Schweiz ist man jetzt eifrig an der Arbeit, Ma- terial für die Ausführung des FabrikartikclS der neuen Bundesverfassung zu sammeln. So hat in Bern eine von der Regierung berufene Versammlung von Aerzten, Fabrikanten und Arbeitern stattgefunden, um ein Gutachten über die zweck- entsprechendste Fabrikgesetzgebung abzugeben; der Rcgicrungspräsi- dent Bodenheimer präsidirte. Da Aussicht darauf vorhanden ist, daß die von dieser Versammlung gefaßten Beschlüsse im Wesent- lichen vom BundeSrathe genehmigt werden, so theilen wir dieselben hier vollstäudia mit.s Die Beschlüsse handelten zunächst von der Kinderarbeit. Es wurde constatirt, daß Kinder von sie- ben Jahren cn In den Fabriken beschäftigt würden. Der Ein- fluß, welcher durch die Fabrikarbeit aus die Kinder in körperlicher, moralischer und mtelleclueller Beziehung ausgeübt wird, wurde von den Aerzten und CommiffionSmitgliedern übereinstimmend als ein ungünstiger bezeichnet. Die Commission schlug deshalb der mittags vor der Arbeit erfolgen, um so eine geistig geweckk« tige nnd empfänglichere Schülerschaft zu erhalten. Di- Arbeitszeit f®«m die Fabrikkindcr soll an Schultagen 4, an den übrigen Tagen t! gro Stunden dauern.) die Die Arbeitszeit der Erwachsenen führte gleichfalls st To einer erschöpfenden Debatte. Hier führte man aus, daß der Stari Bo das Recht und die Pflicht habe, auch die Maximal-Arbeit� Do zeit der Erwachsenen in den Fabriken zu normiren. Der Stall! wer habe schon mit Rücksicht auf die LandeSverthcidigung ein Jntereß' Bei daran, ein gesundes und kräftiges Geschlecht heranzuziehen; diesst der sei in Fabrikgegenden unmöglich, wenn die Arbeiter zu 12- bö Lob 14stündiger Arbeit angehalten werden. Zudem sei in einzeln» Ges Cantons durch gesetzliche Vorschriften die Arbeitszeit bereitfiLeil auf 11 Stunden normirt, so daß es ein entscheidender RüÄ mm schritt wäre, wenn ein eidgenössisches Fabrikgesetz sich wieder all!! Kri den Standpunct der Manchesterschule stellen würde. Bei der Abstimmung wurde beschlossen, daß die Maximalarbeit» zeit von Arbeitern im Alter von 15 bis 13 Jahren 10 Stull« ber! den betragen soll, diejenige der Erwachsenen 11 Stunden. Frau» sollen in Bezug aus ArbeitSdauer gleichgehalten werden wie dil sen Männer, mit Ausnahme von Hausfrauen, welche eine Stunde inst vor der gewöhnlichen Mittagszeit sich aus dem ArbeitSlocale ent' nui fernen dürfen. Wöchnerinnen sind während sechs Wochen nais Jo! ihrer Niederkunft von der Fabrikarbeit ausgeschlossen. Am Sonn> sess abend soll eine Stunde früher Feierabend sein; Ueberzeitarbeit scc wäre nur in dringenden Fällen zu gestatten. i wä, Auch der Schutz gegen Gesundheit oder Sicherheit gefährden� die den Gewerbebetrieb wurde in den Kreis der Berathung gezogen Re Hier wurde vor allen Dingen die Einsetzung eines unparteiische»,! �0 von den Fabrikanten vollständig unabhängigen Fabrikinspec« gefl torats gefordert. Man war im klebrigen darin einverstanden,! �lr! daß der Gesetzgeber sein Hauptaugenmerk auf die gesunde unk»fl solide Einrichtung der Fabrikräume, gehörige Ventilation, Heizeiw©e richtung, Versetzung der Dampfmaschinen außerhalb der Fabrikräumh der Verbot der Reinigung der Maschinen während ihrer Thätigkeit wir u. f. w. richtrn und besondere Vorschriften über gesundheitSschä» lra� liche Fabrikationszweige erlassen müsse.! soci Bei der Haftpflicht auS Gesundheit oder Sicherheit gefähPjBo dendem Gewerbebetrieb wurde der Grundsatz aufgestellt, daß b»! Wt. Unglücksfällen, welche Folgen einer mangelhaften FabrikeumchtunZ' Mi und fehlerhafter Maschinen sind und demnach durch Fahrlässigkeit@e oder Unterlassung der Fabrikbesitzer entstehen, diese zur Hastpflichi R angehalten werden sollen. Bei Unglücksfällen, welche durch Nicht' nur beachtung der Vorschriften seitens der Arbeiter selbst entstehen, W �nfl der Fabrikant von einer Haftpflicht entbunden sein. Die ganzk den Verhandlung war ernst und belebt und überall machte sich däk ijr Bestreben geltend, ein allseitig befriedigendes Werk zu erzielen,'der — Die Rache der Bourgeoisie. Die„Times", das lei'!chi tende Bourgeois- Blatt in England, schildert die Qualen, welch! �nc die Deportirten in Neu-Caledonien auszustehen haben. Man ver'hpr muthet, daß die betr. Artikel von dem entflohenen Pasch«Z� Grousset herrühren. Es heißt darin: „Der Sträfling, mit Tagesanbruch auf, verbringt seine T«iwW in den Regierungsw ersten, unter der sengenden Sonne mit de» Mit schwersten aller Arbeiten beschäftigt. Sein Lohn ist Null, oder'en gering, daß er nicht einmal sich Tabak dafür kaufen kann; sei®! der Nahrung ist schmutzig und knapp. Nachts schläft er mit neu® pi! zehn gleich ihm Unglücklich« auf einem Feldbette. Nicht einest� Augenblick des Alleinseins, des SclbstbetrachtenS, der Ruh� Sonntags muß er sich waschen und, gleichviel welchen Glauben! er ist, in die katholische Kirche gehen. Er darf monatlich ein» nch Brief schreiben und empfangen, aber beide werden geöffnet. 3! nach dem Urtheile seines Aufsehers gehört der Sträfling zu einü ä0!' von vier Kategorien, von denen die erste nicht existirt, die zweit! sehr limitirt(beschränkt) ist; diese besteht auS Sträflingen, die dal Bagno�) verlassen und dem Gouverneur und den andern Beamt». als Sclaven dienen dürfen; die dritte Kategorie ist die zahlreich� lbei die vierte die schwierigste. ES befinden sich gegenwärtig etwa 7005 j!e8 Sträflinge in Neu-Caledonien. Abgesehen davon, daß Jeder all»!'vg Launen und Grausamkeiten ausgesetzt ist, die nur in das W Hirn seines Wärters kommen, darf er von Rechtswegen mit d» � Zelle und der Knute bestraft werden. Die Zelle ist ein engel Ar! Kerkerloch, in welchem er in Ketten und nahezu ohne NahrunZ leben muß; soll ihm ein Geständniß erpreßt werden, dann wisi(u die Daumenschraube in Anwendung gebracht und viele Stcä'' p' linge auf der Halbinsel DucoS haben in Folge dieser Tortur ein» � oder beide Daumen verloren. Soll die Katze in AnwendunZ gebracht werden, dann"wird das ganze Bagno durch Tromwst'l schlag versammelt und der Berurtheilte ganz nackt an eine>! m Pfahl gebunden, um 10, 15 oder 20 furchtbare Hiebe mit de® lp starken ledernen Tortur-Instrumente zu erhalten. Schon bei® vierten oder fünften Schlage strömt das Blut. Die Qual entsetzlich und übermenschlicher Kraft bedarf eS, um nicht aufj»' p1 schreien. Fünfzehn Hiebe haben mchrwöchentliche Arbeitsunfähig' keit zur Folge und nie hat noch ein Sträfling vierzig Hiebe üb-r � lebt. Das ZIrtheil lautet gewöhnlich aus fünfzig Hiebe, aber d» � doi unl we; anwesende Chirurg unterbricht die Exekution, der Geschlagene wi» i?11 in'S Hospital geführt, wiederhergestellt und dann weiter geprügelt!£.n oft hat eine solche Execution fünfmal unterbrochen werden müsse»« le aber trotz dieser philanthropischen(menschenfreundlichen— 0 Hohn!' M Unterbrechungen stirbt manches Opfer an den Schlägen." Der Bfl pi — j..— u— äj.----- W®'«'ss richt enthält noch weitere Schauerlichkeiten und schließt: a.. haben gezeigt, wie 4000 Menschen, deren einziger Fehler dari5( u besteht, daß sie besiegt worden sind, zu den Antipoden(Gege® � füßlern) tranSportirt worden sind, um in Unthätigkeit und* wegzuschmachten oder mit Sträflingen zusammengethan zu werde® Wir wollen nur ein Wort noch hinzufügen. Seit drei Iah»" L klagt die Welt die Soldaten der Commune an: man wirft ihn»?! die Ermordung von 64 Geiseln vor, die Niederbrennung vcrschü' dener Gebäude; ein wahnsinniger Pöbel hat eS in der Stu»�' der Niederlage und Verzweiflung gethan. Die Welt hat ein R-#'>' diese �raurigen Handlungen zu rächen(?). Aber bevor man Ijj fe 1 ohne Mitleid verdammt, wolle man aus die Bersailler Kamn>!"' hinsehen und dann Abrechnung halten. Man wird finden � tt Niedermetzlunz von 30,000 Männern, Weibern und Kindern, B' � legale Ermordung von 100 Kriegsgefangenen an den Post» � Re *) Eigemlich das Bad; Strafanstalt in KriegShäfen, namentlich» SQe Toulon; hier: die RcgierungSwecften mit den dazu gehörigen Gefänznisst® d-i zu Satory, 6000 Familien auferlegtes Exil, und Verbannung vsn unlf 4000 Menschen, die auf der caledonischen Sphinx(hier: geheim- zeni nißvollen Insel) grasen müssen, und das Bagno endlich al? politi- � be- scheS Argument anerkannt. Mag die Welt dann die Bilanz v o»(Schlußrechnuuz) ziehen und erklären, auf welcher Seite die Opfer auS- und auf welcher die Henker sind." 15, So spricht ein Organ der Bourgeoisie selbst sich auS. Wir Fori wollen den Artikel, der in seinem Schlüsse mannigfach zu berich- kcea-tigen wäre, unversehrt lassen; wir sammeln mit der Auszeich- siii»ung dieser Scheußlichkeiten nur einen neuen Schnitt auf das in i große Kerbholz des Proletariats, damit eS sich dieselben merke für > die Zukunft und erinnern an die Worte des Meuchelmörders z> Gallifct, der den Pariser Arbeitern zurief:„Wir(v. h. die stall Bourgeoisie) handeln ohne Waffenstillstand und ohne Mitleich!" itS- Das Wort wird von den französischen Arbeitern nicht vergeffen staÄ werden! Bezüglich des letzten Satzes der„Times" nur eine kurze reß! Bemerkung. Mag die„Bilanz" ausfallen wie sie will, die„Welt" ieset! der„Times" wird sich dadurch nicht abschrecken lassen, den„Henkern" bü Lobhymnen zu singen, sobald das Interesse der bedrohten Bourgeois- lue« Gesellschaft„neue Opfer" nothwendig macht. Mit dem blutigen ceitf Leichnam der Commune vor Augen, kann man sich dem SozialiS- iüch wus gegenüber ohne Gefahr den Luxus einiger philanthrophischer -q Krokodilsthränen gestatten.— eitr— Ueber den Most'schen Prozeß vor dem Kammergericht tuiX berichten die Berliner Zeitungen: rue«„Berlin, den 4. Juli. Die zweite Abtheilung des Criminal- die senatS des Kammergerichts verhandelte heute in der AppellationS- rM instanz eine Anklage wegen Vergehens gegen die öffentliche Ord- enü uung gegen den Redacteur und Reichstagsabgeordneten Johann naih Joseph Most. Derselbe hatte während der jüngsten Reichstags- fession mehrfach Reden in den öffentlichen Versammlungen der ebeis sccialdemokratischen Arbeiterpartei gebalten, von denen die gegen- i wärtige Anklage zwei herausgegriffen, deren eine am 23. März, zem! die andere am 23. April c. gehalten wurde. In der ersteren geil; Rede wendet sich der Angeklagte, nachdem er die Thaten der Pariser hem GommunardS verherrlicht und eine baldige Revanche in Aussicht �ec« gestellt hat, znr socialen Frage im Allgemeinen und sagt:„Die ve», Arbeiterbewegung wurzelt tief in den heutigen Verhältnissen und un�»streckt sich bereits über die ganze cultivirte Welt. Sie flößt den jeia'� Gegnern mit jedem Jahre mehr Furcht ein, und diese haben cS in iM der Hand, sie haben die Wahlreform oder Revolution. Warten gkeil wir ruhig ab, aber legen wir nicht die Hände in den Schooß; bäb"] trage Jeder zur Aufflärung des Proletariats bei, daß das Volk �cialpolitileb reif werde und daß in dem Momente, wo für das ähls Bhik die Gelegenheit gekommen sein wird, seine Geschicke selbst zu bfli testen, diese Bewegung eine siegreiche sei."— In Betreff des unj; Militärgesetzes äußert sich Redner absprechend und weist auf die zkeil Gefährlichkeit deS Drillsystems für die Charakterentkbickelung hin, lich> sagt aber schließlich:„In Betreff der allgemeinen Wehrpflicht ist ich>< nur zu bemerken, daß Zeiten kommen können, wo das Volk damit soß Zufrieden sein kann, wenn eS durch die Regierung gelernt hat, mit anzt, t>en Waffen umzugehen."— Der Staatsanwalt erhob wegen die- pok' ser Aeußerungen die Anklage aus§ 130 des St.-G.-B., während ,! der Angeklagte sich zu seiner Vmheidigung auf die Rede- und i-Lehrfreiheit berief und behauptete, daß der Bortrag ein rein ge- lei> schichtlicher gewesen sei. Ter erste Richter erachtete diese AuSführ- elch! ungen jedocki in diesem Falle nicht für zutreffend; jeder GeschichtS- ver- Vortrag müsse, um als solcher betrachtet werden zu können, in den chal Grenzen der Objektivität, der Doctrinairen(!) bleiben. Trete der � Geschichtsvortrag aus diesen Grenzen heraus, stütze er sich auS- gazS lchueßlich auf die einseitigen Quellen einer Partei und werde er mit der Erregtbeit gehalten, welche der Angeklagte im Audienz- r fli termine und offenbar auch in jener durchgängig aus Anhängern eil»! der Commune bestehenden Arbeiterversammlung an den Tag ge- (ttn legt, so werde ein solcher Vortrag zu einem Parteivortrag, ver- ine03- Bourgeoisie, welch letztere der Angeklagte noch ganz expreß �«unsere Gegner" nenne. Damit habe er sich auf den exclusiven dit �landpunct eines Agitators der sccialdemokratischen deutschen „gel Arbeiterpartei, nicht aus den eines Geschichtslehrers gestellt, welch -uns �hterer nicht von Rache gegenüber„unseren Gegnern" sprechen «ick umrde. Der erste Richter erachtete alle erwähnten Aeußerungen trüP Absolut aufreizender Natur und vcrurtheilte den Angeklagten aus iue4» 130 des St.-G.-B., weil er in einer den öffentlichen Frieden mn)?esährdenden Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung(die Ar- mä' M», Besitzlosen und Besitzenden) zu Gewaltthätigkeiten gegen nti wanyxr öffentlich aufgereizt, in Rücksicht auf seine zahlreichen oei» politischen Vorstrafen zu einem Jahr 6 Monat Gefängniß.— beis"jU der am 13. April gehaltenen Rede hatte der Angeklagte die iß Äußerung gethan:„Von seinem Standpunkt sei daS stehende lfzu' Heer eine nichtswürdige Institution, wodurch der Absolutismus iW Jpr allen Umständen aufrecht erhalten würde." Die in diesen ibek' Korten von der Anklage erblickte Beleidigung der preußischen xel AsUiee resp. der zu ihr gehörigen Militärpersonen konnte der erste -virk Achter nicht als vorliegend eracbten, weil der Angriff auf eine gelt« �ssstitution noch keineswegs identisch sei mit einem Angriff auf die ssiu ttser Institution dienenden Personen. Gegen letztere Sentenz ho? Msllirte die Staatsanwaltschaft, worauf die Oberstaatsanwalt- W'{tysst(St.»A. Grofchuff) im heutigen Audienztcrmine ausführte, � jenen Worten mit Recht eine Beleidigung gefunden werden arW�pffe, zumal der Dolus(strafbare Absicht) des Angekl. für einen Angriff gei�"1 die Träger jener Institution zweifellos anzunehmen sei. Es käme u-rding- in Frage, ob die Beleidigung sich auch auf Diejenigen, heil, eiche dem Heere unfreiwillig angehören, erstreckte: unbedenklich sei hre« üe aber zu bejahen in Bezug aus all- freiwillig dem Heere Ange- »ru» �Mben, also Offiziere, Freiwillige und Kapitulanten.— Es chi�. chtfertige sich sonach eine Erhöhung der ersterkannten Strafe auf rnti vkahre Gefängniß.— Der Angeklagte halte ebenfalls und zwar -cht- seiner Berurtheilung aus der ersteren Rede appellirt und si- ssoessprechung beantragt, indem er sich, wie sein Veriheidiger, Re- l-rendar Dr. Arndt, noch des näheren entwickelte, hauptsächlich auf � er' � � und Lehrfreiheit stützt- und nachzuweisen versuchte, daß dii? oben nur geschichtliche und thatsächliche Facta vorgetragen und stes, � sich daraus wahrscheinlich ergebenden Consequenzen gezogen ?abe._ Der GerichtShnf erkannte hierauf in Bezug auf die eistere !& B,'n prinzipieller Uebereinstimmung mit dem ersten Richter, in sse»- ozug auf die zweite dagegen der Deduction der Oberstaatsanwalt- mu im schaft gemäß, daß die Aeußerunz deS Angeklagten eine Beleidigung der dem Heere freiwillig angehörenden Mitglieder enthalte und erhöhte die ersterkannte Strafe auf 1 Jahr 7 Monat Gefängniß. Gleichzeitig wurde auf Publikation des Erkenntnisses im„Staats anzeigen" erkannt." An demselben Tage wie Most stand auch Majunke, Re- dacteur der ultramontanen„Germania" vor dem Kammergericht. Ueber beide Prozesse und daS Treiben der kulturkämpferischen Staatsanwälte schreibt man der„Frankfurter Zeitung" aus Ber- lin<1. d. 5. Juli: „Der Telegraph wird Ihnen bereits die neuesten Thaten des hiesigen Kammergerichts im„Culturkampfc" gemeldet haben; über Most und Majunke, über den Rothen und Schwarzen, waltete gestern unbarmherzig feine strafende Hand. Beide Verhandlungen werden dem Culturhistoriker einen dankbaren Stoff zur Charakteri- stik dieser Zeit geben. Die von der„Germania" über daS Ver- fahren gegen ihren Cheftcdactenr mitgetheilten Thatfachen sind so horribler Natur, daß man sie nur unter dem Vorbehalte einer amtlichen Berichtigung wiedergeben kann. Denn daß dem An- geklagten daS Recht der Vertheidigung entzogen, daß auf fein Ge- such um Vorführung aus dem Gefängnisse am Plötzensee erst so spät eine abschlägliche Antwort erfolgt sei, daß ihm dadurch die Berufung und Instruction eines juridischen Rechtsbeistandes unmög- lich gemacht wurde, und daß endlich eine dieserhalb erhobene Re- klamation in der öffentlichen Verhandlung gar nickt erwähnt wor- den sei, ist doch selbst im— Rechtsstaate Preußen unglaublich. ES fei bei dieser Gelegenheit berichtigend erwähnt, daß die„Ger- mania" selbst die Nachrichten der liberalen Presse von der unwür- digen Behandlung des Herrn Majunke in dem gedachten Gefäng- nisse dementirt; sie rühmt vielmehr, daß ihm jede billige Erleich- terung gewährt werde, und da sie in dieser Frage ohne Zweifel «ompetent ist, so wird wohl bei Kolportirung jener Nachricht irgend ein geflnnungStüchtiger Reporter seine frommen Wünsche als That- sachen genommen haben. Es wäre nicht daS erstemal. Uebrigens hatte auch die unabhängige, liberale Presse nachträglich noch den richtigen Standpunkt gefunden und sah diesmal in Herrn Ma- junke nicht den Gegner, sondern den College». Namentlich die „B. A. C." enthielt einen schneidigen Artikel gegen die landesübliche Behandlung der Preßgefangenen, und das sei um so bereitwilliger anerkannt, je mebr sich diese lithographirte Correspondeuz der nationallibernlen Partei durch Anstand und Würde vor ihrer Spezialkollegin hervorthut.— Noch bedenklicher freilich, als das Urlheil gegen Majunke, ist daS gegen Most. Während dem Ultra- montanen ein aus den mannigfaltigsten Blüthen, worunter Maje- stätSbeleidigungen, komponirtes Bouquet von Anklagen nur ein Jahr Gefängniß eintrug, erhielt der Socialist für feine theoretische Bewunverung der Commune und seine möglicherweise ja„staats- gefährliche", aber unzählige Male schon von den loyalsten Staats- bürgern ausgesprochene Ansicht, daß, wolle man einer gewaltsamen Revolution vorbeugen, man bei Zeiten auf eine Reform unserer wirlhschaftlicken Verhältnisse bedacht sein müßte— selbst Hr. Bamberger wünschte ja mit der Gewerbeordnungsnovelle eine„Re- form",— anderthalb Jahre Gefängniß, und nebenbei erhielt er wegen einer scharfen Kritik des stehenden HeereS einen Monat extra. Unsere Liberalen, welche in der bewußten oder unbewußten Täuschung sckwelgen, daß der SocialiSmus ein gefahrloses Anhängsel des UltramontaniSmuS sei, sollten sich diese Auffassung des Kam- mergerichtS hinter das Ohr schreiben, aber damit ist freilich das Letztere nickt exkulpirt(entlastet). Wenngleich eS sich vor der juridischen Monstrosität des hiesigen Stadtgerichts hütet, Moffs Vortrag nur deshalb für strafbar zu erklären, weil er vor focialistifchen Arbei- tern gehalten fei, so nimmt sich doch das, was eS über den man- gelnden DcctrinariSmuS(!) in dem Vortrage, über die einseitige Benutzung von Parteiquellen u. f. w. sagt, in der Begründung eines richterlichen UrtheilS mehr als eigenthümlich aus. DaS Urtheil erinnert nur allzu lebhaft an das Wort eines unserer höchstgestellten und verdienstvollsten Staatsbeamten, des Geheim- rathS Engel, der eS gelegentlich einer völlig gleichartigen Anklage- fache aussprach,„daß in allen, einen fachwissenschaftlichen Ursprung habenden Prozessen der Schwerpunkt ebenso in das Gutachten der Sachverständigen gelegt werden sollte, wie dies der Fall ist, wenn es sich um den Rechtsspruch in medicinischen, technischen, kommer- ziellen Angelegenheiten handelt." In dem vorliegenden Falle würde sich wohl kaum ein Professor der Volkswirthschast an einer deutschen Universität gefunden haben, welcher die Most'sche Alter- native von volkswirthschaftlicher Reform oder Revolution für falsch oder gar staatsgefährlich hielte und die Annahme, daß die Herren Bamberger, Braun und Gen. je als fachwissenschaftliche Autori- täten in nationalökonomischen Dingen citirt werden könnten, ist ja von vornherein ausgeschlossen, wenn man nicht wissentlich preußi- sche Gerichte beleidigen will.— Schließlich noch ein Wort über cie Agitation unserer Staatsanwälte gegen die Sozialdemokratie. Einer dieser Herren beantragte gestern gleichfalls vorm Kammer- gericht gegen zwei fccialdemokratische Redner Strafverschärfungen, weil der eine ein„Agitator" und der andere noch so jung sei, daß die härtere Strafe ihm um so fühlbarer sein würde! Das Kammergericht lehnte die Anträge ab, aber da die Staatsanwälte Beamte ckes Staates sind, so hätte der Justizminister wirklich allen Anlaß, denselben fühlbar zu machen, daß daS Ansehen und die Würde deS Staates durch solches Vorgehen nicht befestigt und ge- hoben wird." So weit der Correspondent der„Frankfurter Zeitung." Wir hoffen, demnächst daS Erkenntniß deS Kammergerichts nebst den Motiven, zugleich mit dem erstinstanzlichen Erkenntniß deS Stadtgerichts mittheilen zu können, nnd werden dann diesen ungeheuerlichen Prozeß zusammenfassend besprechen. Most bleibt jetzt nur noch der Rekurs an das Obertribunal übrig. Ob er denselben ergriffen hat, oder ergreifen will, ist uns im Augenblick, wo wir dieS schreiben, noch unbekannt. — Man schreibt uns: Im„VolkSstaat" Nr. 73 war die Mei- nuug ausgesprochen, Präventivhaft könne nur dann über Jeman- den verhängt werden, wenn der Betreffende fluchtvervächtig sei. Stadt- und Kammergericht haben aber bei Most andere Gründe herausgesteckt. Erst war der Grund„weil der Angeklagte kein Preuße ist und keinen festen Wohnsitz hat." Nachdem Most beide Einwände zu Nichte gemacht hatte, hieß es„weil nach dem Vor- leben deS Angeklagten derselbe zweifellos feine freie Zeit zur Ver- übung neuer Vergehen benützen würde'" Und dabei bliebs.— Man schreibt unS aus Wien: „Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens— aber der Frechheit sollte man doch ein wenig auf die Finger klopfen und daS Prototyp der Frechheit ist das hiesige sogenannte demo- kratische(??!) Organ„Wiener Tazblatt." Warum dieses saubre Blatt sich„demokratisch" zu nennen beliebt unv wo cigenlrck bei ihm der Demokratismus steckt— das wissen die Götter. That- fache ist, daß eS in dem reinsten„Liberalismus" macht und daß l die Preußen- und BiSmarck-Anbetung von ihm in einem solchen Grad getrieben wird, wie sogar von keinem seiner hiesigen Cslle-» gen, welche doch bekanntermaßen meistens zu dem Berliner Preß- bureau in den besten Beziehungen stehen. Nun, dieses Geschäft muß jedenfalls recht profitabel sein; interessanter und charakteristi- scher ist aber daS Verhalten dieses BlatteS gegenüber der social- demokratischen Partei überhaupt und der hiesigen insbesondere. Nur Derjenige, der in den legten Monaten daS„Tageblatt" ziem- lich aufmerksam gelesen hat, kann einen Begriff haben von dem Gemisch von Confusion, Niederträchtigkeit und Frechheit, welche? dieses Blatt der sozialen Frage und der sozialdemokratischen Partei gegenüber entwickelt.(Ob das nicht im Namen liegt? Illomvu est omeu. Red. d. V.) Um diese meine Behauptung zu begrün- deo, will ich nur einige Beispiele aus dem Gedächtniß vorbringen und ein jeder Leser deS Blattes wird mir das bestätigen müssen. AlS in allen deutschen Zeitungen von den sozialdemokratischen Wahlen zum Reichstag die Rede war, leitartikelte auch daS Wiener „Tagblatt" darüber und forderte das gesammte Bürgerthum auf, sich der drohenden Gefahr deS Sozialismus gegenüber, ebenso fest zu organisiren, wie es die Arbeiter gegen das Bllrgcrthum thun. Einige Zeit darauf brachte das„W. T." wieder einen langen Artikel über die angeblich demonstrative Zurückhaltung der sozialisti- cken Reichstagsabgeordneten in Berlin bei Berathung der Civil- ehegesetze, wodurch bewiesen sei,„daß die Sozialisten überhaupt gegen die Ehe und Familie sind".„Und da auch nach Darwin keine Gesellschaft ohne Ehe und Familie existiren kann,(fährt daS Tgbl. fort) so ist der TocialiSmuS nicht nur Polizei- und gesetz- widrig(was schon zu bekannt und alt ist), sondern auch natur- widrig." Die Gegenwart wie die Zukunft wird wohl diese ver- dienstvolle Entdeckung des„W. T." nach ihrem Werthe zu schätzen wissen.— Kurz darauf erscheint in einem Abendlatte desselben Or- ganS(bezeichnend ist, daß das grade einen Tag vor Beginn deS Prozesses Oberwinder-Scheu war) eine Correspondenz aus Wiener- Neustadt, welche den Platz eines Leitartikels einnimmt und in welcher von einer„jungen, ausstrebenden Arbeiterpartei" die Rede ist,„der die Zukunft gehört;" das„energische Aufttreten" dieser Partei wird satbungsooll gelobt und die Parteistreitigkeiten und Zwiste innerhalb derselben werden als ganz natürlich und erklär- lich, als zur Säuberung der Partei'von unlauteren Elementen nothwendige Prozesse, gefunden. Gleich darauf kommen aber zum Schlüsse einige Sätze, die von den niedrigsten Verläumdungen und Anschwärzungen der Person von Scheu strotzen. DaS Familien- und Privatleben des Letzleren wird im schwärzesten Lichte darge- stellt und zuletzt kommen noch Russinen zum Borschein, die an der ganzen heutigen Parteispaltung die Hauptschuld tragen sollen. Bei Berichterstattung über die Verhandlungen im Prozesse der „Gleichheit" zeichnete sich daS„W. T." besonders durch seine frechsten Verdrehungen der zu Gunsten der Angeklagten auSge- fallenen Beweisaufnahme aus.— Wochen und Monate vergehen und anläßlich des famosen Wucherprozesses Raffelsberger(beiläufig eines Prozesses, welcher so drastisch die tiefe Corruption des Familienlebens und das Wucherthum der Bourgeoisgesellschaft illu- strirt, wie es kein noch so reichS- oder gesellschaftsfeindliches Ge- Hirn ausdenken könnte) ist im„W. T." ein Feuilleton zu lesen, in welchem in der ernstesten Weise daS Wucherthum als dela Grundübel der heutigen Gesellsckaft, dem— Eigenthum(!) entspringend, dargestellt wird. Freilich platzt der konfuse Herr Pflüger (dieser Name steht unter dem Feuilleton) zum Schlüsse noch mit einigen Phrasen über die Nothwendigkeit und Wichtigkeit des Kampfes des Staates gegen die Kirche u. f. w. heraus, die nur zu gut beweisen, wie toll eS im Gehirn der Wiener Demokraten bei Behandlung einer jeden mehr oder weniger ernsten Frage der Zeit aussehen muß.— Neulich aber bei Verhaftung des Partei- genossen Scheu in Prag war eS grade wieder dieses„W. T." welches in einem Leitartikel über diesen Fall das ebenso lächerliche wie freche Gerücht von einer angeblich entdeckten Verschwörung der socialdemokratischen Partei in die Welt hinausposaunte. Das edle Organ erzählt von einer geheimen Zusammenkunst bei Neustadt, von der drohenden Gefahr deS BakuniSmuS,(der selbstverständlich nur in der erhitzten Phantasie deS dickschädligen Leitartikel- schreibers spukt) abermals von Russen und empfiehlt schließlich die gesammte Arbeiterpartei der wohlthätigen Hand der Polizei. Wie sich daS„W. T." dnrch diesen Artikel erbärmlich blamirte, beweisen schon die nun aufgeklärten Gründe der Verhaftung Scheu'S. Und das ist das neueste Helbenstückchen des„W. T.� Leider fehlt eS in unfrem Parteiorgane„Gleichheit" an Raum und erscheint dasselbe zu selten, um darin solchen flegelhaften Ausschreitungen der hiesigen(bekanntlich in ganz Europa der corrupteften) ton- angebenden Presse gebührend entgegentreten zu können.— Daß der politische Verein„Volks stimme" den Beschluß faßte, in näch- ster Zeit eine neue Zeitschrist erscheinen zu lassen, wird Ihnen wohl bekannt sein. Seit gestern figurirt in allen Zeilungs-Ver- schleißlokalen eine Tafel, die anzeigt, daß demnächst„Die Zeit" Organ für Politik und Sozialwissenschast, herausgegeben von Heinrich Oberwinder, erscheinen wird. Wie auS dem zu schließen, wird es ein Wochenblatt sein und vom 7. Juli zu erscheinen an- fangen. Was wohl dieser unbestimmte Titel:„die Zeit" und diese noch unbestimmtere Bezeichnung:„für Sozialwissen- schaft" bedeuten soll? Will daS Blatt sich mehr mit Wissenschaft als mit Praxis beschäftigen? Wir wollen sehen! Aber— qui proficit in artibus et deficit in rnoribus, plus deficit quam proficit. Zu deutsch: Wer mehr zunimmt in Wissenschaft als in Sitten, der verliert mehr als er gewinnt.(Und wer auch in der Wissenschaft nicht zunimmt, der gewinnt gar nichts.) Georg Wagner. Nachschrift. Der obige Brief blieb durch Versehen 8 Tag- lang liegen. Ich bin soeben, den 7. Juli, in den Besitz der er- sten Nummer des Oberwinderischen BlatteS gelangt. Ueber Ten- denz, Inhalt und Programm desselben ein anderes Mal." — Wir lesen in Frankfurter Blättern: „Der von der Strafkammer wegen Beleidigung des deutschen Kaisers und des Königs von Sachsen zu 4 Monate Gefängn-ß verurtheilte Metallarbeiter Wilheim Jacobi aus Frankfürt a. M. stand heute wieder vor demselben Gericht, diesmal wegen Belei- digung des Fürsten Bismarck. In dem bei einer Versammlung des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" am 27. April d. I. gehaltenen Vortrag, durch welchen Jacobi sich eine V-rurtheilung zuzog, hatte er u. A. geäußert:„Die Genialität des Fürsten Bis- marck fange bei den Reiter stiefeln an und höre bei den Hunden auf." Diese Aeußerunz blieb bei der damaligen Anklage außer Betracht, weil ein Strafantrag deS Reichskanzlers nicht vorlag. Dieser ist nun nachträglich erfolgt. Jacobi verwahrt sich gegen jede beleidigende Absicht und will jene Aeußerunz nur als ein Zitat aus verschiedenen Witzblättern wiedergegeben haben. Die Strqskammer fand speziell in dem aus die Hunde bezüglichen Pcs- suS eine beleidigende Berspottung deS Reichskanzlers und erkannte qe.'.en Jacobi aus 10 Tage Gefänguiß als Zusatz zu der noch in i schweizer„Volkssreund" z. B. kann wohl als Lokalblatt für Hil-' Sommerfeld, 29, Juni. Es wird wohl das erste Mal sein, Verbüßung begriffenen viermonatlichen Gefängnißstrafe. desHeim und Wolfenbüttel dienen, aber schon schwerer für Halber� daß Sommerfelv als korrespondirender Ort im„Volksstaat" oer- stadt und vollends gar nicht für Magdeburg. In Stettin und zeichnet ist. Das ist sicher keine schmeichelhafte Empfehlung Sommerfeld hieß, wie aus alten Chroniken herausgedüftelt weroen kann, einstmals Sumpffeld, und man könnte versucht sein, eS trotz der bedeutenden Industrie auch heute noch Sumpffeld zu benamsen, � Am 30. Juni wurde Parteigenosse Habermann von dem! Königsberg könnten Lokalblätter erscheinen, allein das Bedürfniß KreiSgericht zu Vtagdeburg wegen Majestäisbeleidigung zu drei, der Danziqer Arbeiter nach einem solchen würde dadurch wohl Monaten Gcfängniß verurtheilt.— Parteigenosse Gisfey ist gegen i schwerlich befriedigt. Leipzig könnte ein Lokalblatt haben, das dem Erlegung einer Kaution von 100 Thlr. vorläufig auS der Haft!„VolkSstaat" die städtischen Angelegenheiten und einige Hundert so schlaff und theilnahmloS ist die Bevölkerung allen politischen entlassen.— Die Parteigenossen Henning aus Ronsdorf und Abonnenten abnähme, um dafür in Leipzig und im 13. Wahlbezik und allgemeinen Fragen gegenüber. Dennoch scheint die Bour- Schumacher auS Ehrenfels sind nun auch in zweiter Instanz ebensoviele Tausende zu gewinnen; ob aber damit auch das Bedürfniß gcoisie zu ahnen, daß sich die besitzlos-, Klasse, die Arbeiter, zur von der Anklage auf„Aufreizung" freigesprochen worden. Be- von Halle und seinem Mansfeldec Hinterlande gedeckt würde, muß.Gegenwehr setzen wird, deshalb nimmt sie die gegenwärtige ge- schon bczweifeli werden. Ebenso könnten im Rheinlande Dutzende schäftSstockendc Zeit noch wahr zur Ausbeutung der Arbeiter und von Arbeiterblättern existiren und Außerordentliches wirken, ohne Arbeiterinnen. Man hat hier sogar noch Fabriken, in welchen! daß eins derselben d»S andere überflüssig machte. früh vor 5 Uhr Betstunde gehalten wird; da erhalten die Arbeiter Nachdem wir so gesehen haben, welche Umstände für die Be� jeden Morgen den Segen des Herrn. So gesegnet geht'S dann urtheilung der Aussichten eines Lokalblattes maßgebend sind und hinein bis AbendS 9 Uhr in die mit stinkender Atmosphäre dick welche nicht, kommen wir zu den Vorarbeiten, die zur Grün- angefüllten Fabriksräume, wo die jüngern Arbeiter und Arbei lanntlich hatte der Staatsanwalt gegen das freisprechende Erkennt- niß der ersten Instanz Berufung eingelegt. Die Partripreffe. in. Wer einen Acker bestellen will, der muß zuerst den Boden untersuchen, ob derselbe auch geeignet ist, die gewünschte Frucht hervorzubringen. Ebenso darf man kerne Zeitung gründen, wenn nicht die BevölkcrungSschicht, in welcher diesetbe Wurzel fassen kann, in der nöthigen Stärke vorhanden ist. Natürlich giebt es in die- ser Hinsicht keine absolute Gewißheit, man kann sich bisweilen in der Beurtheilung seiner Umgebung täuschen; allein wenn man vor- sichtig und solid zu Werke gehen will, so fehlt es an Anhaltspunkten nicht, aus denen man den voraussichtlichen Erfolg eines neuen Parteiblattes beurtheilen kann. Versuchen wir cS, einige solcher Anhaltspunkte festzustellen. Selbstverständlich wird man kein Parteiblatt da gründen, wo noch gar kein anderes Blatt erscheint oder verbreitet ist. Die dung eines solchen Blattes gehören. Zuuere Parket-, Kerwaklasgg- nnö Orgomfatiaus- Augelcgeuheiteu. An die Parteigenossen! Der Partei hat sich neu angeschlossen: Ulm, Vertrauensmann Ludwig R-iSbach. Den Vertrauensmännern zur Nachricht, daß eine neue Bei trags-Restantenliste sofort nach dem Congreß veröffentlicht werden wird. Wir ersuchen daher dringend, umgehend die Gelder für Juni(etwa 60 Orte auch für Mai und April) an den mitunterzeichneten H. Benneke einzusenden. Außerdem fordern Parteien, die wir bekämpfen, sind unsere Vorgänger; das Volk wir zur sofortigen Zahlung der in nachstehender Restan- muß durch ihre Schule hindurchgegangen sein, auf ihrem Niveau stehen, bevor es sie durchschauen und den Gegensatz zwischen ihren und seinen Interessen begreifen lernen kann. Je mehr Zeitungen in einer Gegend gelesen werden und je mehr die dort'vertretene Presse nach links hinneigt, desto günstiger ist also das Terrain für uns. Beispielsweise wäre eS nicht rathsam, da ein soziatdemo- kratisches Blatt zu gründen, wo nicht schon seit längerer Zeit min- destenS ein, der Fortschrittspartei oder der bürgerlichen Demokratie dienendes Blatt verbreitet ist. Viele von uns, die vor zehn oder tenliste verzeichneten Beträge aus. Für Ausnahme-Material restiren: Äibcrach 1 thlr. 15 gr., Chemnitz 4 thlr. 11 gr., Constanz 10 gr., Eickendorf 10 gr., Eisenach 10 gr., Eßlingen 10 gr., Frankenberg 10 gr., Gablenz 10 gr., Gera 10 gr., Gößnitz 24 gr., Grimma 16 gr., Grünheim 15 gr., Halle a. d. S. 16 gr., Harz- bürg 10 gr., Heilbronn 1 thlr. 6 gr., HildcSheim 15 gr., Königs- brück 10 gr., Lobberich 15 gr., Lößnitz 10 gr., Lugau 10 gr., Marburg 10 gr., Markersdorf 20 gr., München 3 thlr. 5 gr fünfzehn Jahren die politische Kost der letzteren Art genossen haben, M.-Gladbach 21 gr., Neundorf 1 thlr., Rochlitz 10 gr., Saalfeld können aus Erfahrung sagen, wie der Reiz der Neuheit dieselbe 16 gr-, Schedewitz 10 gr., Stöningen 16 gr., Schoppersdorf schmackhaft macht; die Arbeiter müssen also diese Nahrung bereits 24 gr., Schw.-Gmünd 10 gr, Seesen 26 gr., Straßburg 4� thlr. kennen, um sich von ihr ab- und einer besseren zuzuwenden. Wir sprechen hier natürlich von der Mehrheit(aus die ja ein Blatt angewiesen ist!) und nicht von Ausnahmen. Aber die allgemeine Wahrscheinlichkeit, daß ein in unserem Sinne gehaltenes Organ an einem gegebenen Orte Beifall und gr. Leser finden könnte, darf noch nicht verleiten, ohne Weiteres ein solches zu gründen. Man muß bestimmte Aussichten, eine Basis haben, auf die sich eine gewisse Zuversicht begründen läßt, und diese Basis sind zunächst die Parteigenossen des betreffenden Ortes und seiner näheren Umgebung. Wie stark sind wir? Wie viel beitragzahlende Mitglieder haben wir in der Partei und in den Gewerkschaften am Platze? Wie groß sind unsere gewöhnlichen Mitgliederver- sammlungen, wie groß die von uns einberufenen Volksoersamm- lungen? Wie viel Stimmen hatten wir bei den letzten, wie viel bei den vorletzten Wahlen zum Reichstag? Wie viele mögen unter diesen unfern Wählern sein, die regelmäßig ihre Zeitung lesen? Wie viel Abonnenten des„Volksstaat" und anderer Parteiblätter haben wir? DaS sind Fragen, die man sich zu beantworten hat. Die letzte derselben giebt freilich an sich noch keinen sicheren Maß- stab. Jeder Parteigenosse soll den„BolkSstart" halten, aber diese Forderung unserer Organisation wird bekanntlich nirgends erfüllt. Der„Volksstaat" hat noch nicht 10,000 Abonnenten und doch hatten wir im Januar d. I. eine Viertelmillion Stimmen, ohne die Minorennen und unsere Freunde in den Kasernen, die nicht wählen dürfen. In Crimmitschau wurden vor der Grün- dung des„Bürger- und Bauernfreund" etwa 150 Exemplare des „Volksstaat" gelesen, doch muß dabei berücksichtigt werden, daß der letztere sehr viele Nachrichten von dort brachte, namentlich spezielle Arbeiterangelegenheiten, und mithin gegenüber der Fabrikanlensippe als eine Art von Lokalblatt wirkte. Wo ein solches Verhäliniß zum„Volksstaat" wegen der größeren Entfernung nicht existiren kann, dürfte unter Umständen auch eine geringere Verbreitung deS CentralorganS noch nicht als schlechtes Zeichen gelten; aber immerhin sollte bereits ein Absatz von 50 bis 100 Parteibtättern vorhanden sein. Beiläufig sei erwähnt, daß sich in Crimmitschau die Abon nentenzahl des„Volksstaat" nach der Gründung deS„Bürger- und) Bauernfrcund" noch immer auf mehr als 80 bclief. Die Befürchtung, das Hauplblatt könnte durch die Concurrenz der Lokalblätter gefährdet werden, erwies sich somit als nicht begründet. ES kann sein, daß der„Volksstaat" tausend Abonnenten mehr hätte, wenn die andern Organe mit ihren 20,000 Abonnenten nicht existirten, allein sollen wir deshalb bedauern, daß sie existiren? Der„VolkSstaat" wird, sobald die Kräfte, die ihm durch daS Gc fängniß so lange entzogen waren, wieder ganz in seinem Dienste stehen, schon wieder Fortschritte machen. Ebenso irrthümlich ist die in Nr. 43 ausgesprochene Meinung, daß„die Lokalpresse derart über die Parteibezirke vertheilt ist, daß sie bei einiger Organisation das Bedürfniß auf geraume Zeit decken kann",— wonach also bei Vermehrung der Lokalpresse schon eine gegenseitige Concurrenz derselben zu besorgen wäre. So weit sind wir leider noch lange nicht! Die Lokalblätter decken gewöhn- lich nur daS Bedürfniß der Stadt, in der sie erscheinen, und der Städte und Dörfer im Umkreis einiger Meilen. So deckt daS Crimmitschauer Blatt vortrefflich daS Bedürfniß der Arbeiter von Meerane, die eS in 4 bis 500 Exemplaren lesen, aber schon nicht mehr das Bedürfniß von Glauchau, wo eS vielleicht nur in 6 oder 12(?) Exemplarengelesen wird. Wenn sich hieran durch„einige Or- ganisation" etwas ändern ließe, so darf man überzeugt sein, daß weder die Glauchauer noch die Crimmitschauer, die beide schon Proben genug von ihrem Organisationstalent abgelegt haben, eS daran hätten fehlen lassen. Die beste Organisation kann nicht machen, daß ein Blatt die Interessen mehrerer großen und ver fchiedenartigen Arbeitermittelpunktc gleichzeitig und gleich gut ver treten kann.' Eine Lokalflage, eine GemcinderathSsitzung wird für die Leser der einen Stadt von brennendem Interesse sein und das halbe Blatt ausfüllen müssen, während die Arbeiter der andern Stadt sie langweilig und, aus Unkenntniß der Sache und Per- fönen, um die es sich handelt, total unverständlich finden. Die Stadt, in der daS Blatt erscheint, wird immer gegen die andere etwas bevorzugt sein, und die Nachbarn werden sich dieS aus Liebe zu der gemeinsamen Sache auch geru gefallen lassen, wenn sie kein Blatt gründen können, ohne da« bestehende Blatt zu schädigen; aber wo dies nicht der Fall, da treten die eigenen Interessen wieder hervor, zumal wenn die Entfernung so groß ist, daß mit dem Hin- und Herschicken ganze Tage verloren gehen. Der Braun- 10 gr., Stuttgart 20 gr., Treuenbrietzen 16 gr., Unter-Weißig 10 gr., Weinheim 16 gr., Wildenfels 11 gr. Für ßongreß-jkfrotoüoiTe von 1878 schulden noch: Auerbach 9 gr., Berka 15 gr., Bischofswerda 9 gr., Brackwede Broitzeu 6 gr., Chemnitz 7 thlr. 15 gr., Constanz 1 thlr. 9 gr., Crefeld 1 thlr., Dessau 9 gr., Drüben 15 gr., Dülken 9 gr., Elberfeld 15 gr., Erfurt 2 thlr. 9 gr., Essen 9 gr., Frankenberg 21 gr., Frankfurl a. M. 21 gr., Freiberg i. S. 1 thlr., Gera 1 thlr., Gesau 15 gr., Geyer 9 gr., Giengen 15 gr., Gießen 12 gr., Gotha 12 gr., Griesheim 6 gr., Groß-Mühlingen 9 gr., Hänichen 9 gr., Halberstadt 15 gr., Harzgerode 15 gr., Heddernheim 9 gr., Herbede 9 gr., HerSfeld 9 gr., HildcSheim 1 thlr., Hof 1 thlr. 3 gr., Holzminden 9 gr., Hornhausen 15 gr., Langenbielan 1 thlr., Lobberich 9 gr., Magdeburg 1 thlr., Mar- bürg 1 thlr., Mühlhausen i. Th. 9 gr., München 2 thlr., M.- Gladbach 9 gr., Netzschkau 15 gr., Neustadt a. O. 9 gr., Oederan 5 gr., Offenbach 15 gr., Penig 15 gr., Quedlinburg 6 gr., Reichenbach 15 gr., Saalseld 15 gr., Solingen 1 thlr.» St. Egidien 3 gr., St. Tönis 9 gr., Stollberg 15 gr., Treuenbrietzen 9 Gr., Viersen 15 gr., Weida 15 gr., Wiesbaden 12 gr., Wildenfels 15 gr., Witten 15 gr. Etwa unverkauft gebliebene Congreß-Protokolle sind an A. Geib frankirt zurückzusenden. Hamburg, 10. Juli 1874. Der Ausschuß I. A.: H. Benneke, kl. Schäferkamp 36. August Geib, RödingSmarkt 12. i terinnen von den Aufsehern mit Rippenstößen und Flüchen wie die Rekruten traktirt werden, während sich die Söhnchen de« Besitzers mit Spazierenreilen und andern dergleichen Vergnügungen- beschäftigen. Die Clerikalen erfleuen sich auch der reichlichsten Ernte ihrer Agitation, denn wenn man hier am Sonntag Morgens bei der Kirche vorüber geht, da steht man die Armen in die Kirche rennen, als ob sie daselbst Brod erbitten wollten, was sie auch nothwendig brauchen. Es darf nicht Wunder nehmen, daß die gesammte Arbeiter» schast so in der Dummheit stickt, es fehlt eben an dem Gegendruck sozialisiischer Agitation. Ich möchte doch jeden Agitator unserer Partei ersuchen, bei einer etwaigen Reise durch die hiesige Gegend Sommerfeld nicht liegen zu lassen. Namentlich nothwendig ist das Lesen uusres Parteiorgans, deS„Volksstaat", eS werden dann die Bibel und andere religiöse Dinge schwinden und Aufllärunz an Stelle des Aberglaubens in die Köpfe der Arbeiter einziehen. Aber auch wir wollen unsre Schuldigkeit thun. Unser Streben geht jetzt dahin, eine Mitgliedschaft zu gründen, die freilich wohl nicht eher zu Staude kommen wird, als nicht ein Agitator vor- gearbeitet hat.__ G. Jansen. Briefkasten der Redaktien. W. Nobis in Zschorlaud: Schicken Sie uns die Nr 150 de«„Erzgebirgischen Volkssreund." A. Kn. in Luze: Besten Dank für Ihre Berichte. Die Spalten des„Volksstaat" stehen Ihnen jederzeit offen. Gruß!— Mehrere Correspondenzen mußten wegen Mangel an Raum zurückgestellt werden. F. Mumme in Biaunschweig: Zu spät ein- getroffen. der Expedition. Fr. N. Hildesheim Ab. Juli 12 Gr. Schndr« Bchh. Mannheim Ab. 3. Qu. Thlr. 8 17 5. A. Thl Wien Ab. Z. Qu. Thlr. 1 13, Schr. 13 Gr. W. Gbnw. Berlin Schr. Thlr. 1 26 2. H. F. W. Schl; Hamburg Ab. 2. Qu. 50 Thlr. Knrk Luce Schr. Thlr. 2 8. I. Sltz Geestendors Ab. 3. Qu. 7 Gr., Schr. 4 Gr., Ab. Newyorler Arb.-Zlg. Thlr. 1 5. A. Brtßr Schwetz Schr. 10 Gr. C. Bndr Wien Ab. 3. Qu. 4 Thlr. Fschr Müllheim Schr. Gr. 24 8. S. Rchnbrg Schr. 10 Thlr. Lße Thalheim Schr. Thlr. 4 8. Schmdt Möckern Ab. 3. Qu. 16 Gr. P. Stassa Salonik Ab. 3. Qu. Thlr. 1 5. Newyorler Arbeiterzeitung Thlr. 1 5., Porto 14 Gr. Rch hier Ab. 2. Qu. Thlr 2 7 5.! DtlmschPeucha Ab.16(Gr. Bchhm hier Schr.Gr. 20 3. I. Sndres Augsburg 1 Ab. 2.>Qu. Thlr. 20 23 5, 3. Qu. Thlr. 32 15, Schr. 26 Thlr. Arv.- Partei das. Ann. 2 Thlr., Arbeiterverein 11 Gr., Metallarbeiter 14 Gr. Krschnr Pest Schr. 5 Thlr. Arbeiterverein Agram Ab. 3. Qu. 2 Thlr., Ann. 25 Gr. Kn Mühlhansen Schr. 4 Gr. Wrbk Ober- Bojanowitz � Ab. 3. Qu. Thlr. 1 18. Klempner- Verein Hamburg Ann. 5 Gr. in Str. 79 irrthümlich um 5 Gr. gemahnt. Hrpfr Fürth: Die Annonce kostet 2mal 12 Gr. Mst München: Die 2. Lieferung von der Broch. „Dritte Niederlage" ist bis jetzt noch nicht erschienen. Mctallarbcitcrgewcrksgenossenschaft HZerlin, 9. Juli. Auf die Anfrage au« Braunschweig vom 2. Juli muß ich erklären, daß die Vertagung deS Casseler Cor. gresseS jedenfalls nicht durch den zu Hannover gewählten Ausschuß, sondern einseitig durch Hrn. Bäthkc erfolgt ist. Wie ich annehmen muß, hat betr. der Vertagung noch gar keine Zusammenkunft resp. gar kein Beschluß stattgehabt, sonst hätte Herr Bälhke mich als den an Stelle des inhastirten Herrn Slauk eingetretenen zweiten Vorsitzenden(s.„Volksstaat" vom 24. Juni) benachrichtigen müssen. Herr Bäthke hat ganz im Gegentheil einen Brief vom 16. v. M., in welchem ich ihn um eine Besprechung in Betreff des„Neuen MetallarbciterverbandcS" ersuchte, noch gar nicht beantwortet. DieS als Beitrag zur Sacke der Einigung. Spezieller Bericht erfolgt Anfang nächster Woche nack Braunschweig. Mit genossenschaftlichem Gruß I. Heiland jr., Berlin C, Kurze Str. 19. Gewerkschaft der Schuhmacher. Gotha. Die Unionsstatuten sind in den Händen der Bevoll- mächtigten und ersuchen wir auf Grund dessen die Urabstimmung darüber, ob Beitritt zur Union oder nicht vorzunehmen.. Wer für den Beitritt ist, wolle mit„Ja", wer gegen den Beitritt, mit „Nein" stimmen und innerhalb 10 Tagen das Resultat an Unter- zeichneten einsenden. Die 2 Pf. pro Mitglied an die Central- Verwaltung der Union werden wir von den eingesandten Beiträgen aus der Hauptkasse bestreiten, wohingegen die Mitglieder, welche verpflichtet sind, die Union zu halten, den Preis derselben selbst aufzubringen haben. Auf welche Art die Mitgliedschaften dieS bewerkstelligen wollen, bleibt denselben überlassen. Auch ersuchen wir diejenigen Mitgliedschaften, welche unter den angegebenen Bedin- gungcn nicht für Beitritt sind, ihre Wünsche unS mitzutheilen. Wie auch immer die Urabstimmung ausfallen möge, ersuchen wir die Bevollmächtigten schon jetzt, auf 1 Exemplar der„Union" bei der Post zu abonniren, und zwar aus der Ortskasse. Die„Union" erscheint in Hamburg. Die Protokolle unsrer Generalversammlung sind gleichfall« versandt und bitten wir, wo dieselben nicht au«- reichen, nachzubestellen. Auch werden wir die Protokolle an solche Orte nachschicken, die vorläufig nur einige Exemplare erhielten. Der Preis ist l'/i Gr. Da cS mehrmilS vorgekommen, daß unsre Kassirer Reisegeld an Holz- und Metallarbeiter, ohne Cou pon« in Empfang zu nehmen, ausgezahlt haben, machen wir darauf aufmerksam, daß ohue CouponS unter keinen Umständen Reisegeld an Holz- und Metallarbeiter gezahlt werden darf.— Die ärztliche Untersuchung bei der Krankenkasse ist ausgehoben, hingegen der Vorstand verpflichtet, strenge Controlle bei der Aus- nähme zuführen. In Heidelberg hat sich eine Mitgliedschaft gebildet, Bevoll- mächtigter ist I. Kleppner bei Mayer, Plöckstraße 95; Kassirer V. Walter, Ober, fauler Pelz 3. Mit Gruß Für die Verwaltung: W. Bock. Die hiesigen Mitglieder der sozial- demokratischen Arbeiterpartei versammeln sich Samstag, den 1«. Juli Abend« halb 9 Uhr in der Schützenhalle. Tagesordnung: Parteiangelegenheiien und sozial-politische Rundschan. Da« Erscheinen Aller ist nothwendig. Fried. Huttenlacher, Vertrauensmann. 'irert Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Donnerstag, d. 16. Juli, Abend« 8 Uhr, im Saale de» Eldorado.— T.-O.: 1) Vortrag über Trennung der Kirche vom Staate und der Schule von der Kirche. 2) Soz.-Pol. Wochenbericht, Referent Dümmler.— Gäste willkommen. Der Vorstand. Weue Stunden der Andacht. ptaiinen in Ueimform. Die Zcitgebreclien, blosgelegt durch strikte Schlußfolgerungen au« den überlieferten Au- schaunngen und Einrichtungen in religiöser, politischer, ethischer und j socialer Beziehung. Satire von JoIi. Phil. Becker, Deutsche Verlagshalle, Prö-I'Eveque, 35. Genf» 1874. Genanntes Buch erscheint in Monatsheften a 2 Gr.— 7 kr. rh. Dasselbe wird binnen Jahresfrist vollständig«. 12—14 Hefte groß. Die Ablieferung geschieht in Zrankozusenduagen nach vorausgegangener Zahlung de« AbonnementSbetrag«. Selbstverständlich kann die Borauszahlung für jede sonst beliebigt Anzahl von Liesenmgen gemacht werden. Vereine und freiwillige Abonnentensammler erhalten auf je 10 Exem- plare ein elftes frei. Auch die Expedition de«„Volksstaat", sowie alle Filial« Expeditionen nehmen Bestellungen an. DaS 1. Heft(Lieserung) erscheint im Juli. Die Vertrauensmänner der Partei werden ersucht, sich für die B erbreitung dieser empsehlenswerthen Schrift zu verwenden._ Anzeige. Es wird hierdurch zur Kenntniß gebracht, daß der Kassirer der Gesellschaft der vereinigten Slraßenarbeiter Hamburg'« von 1873, Herr Petersen, von der Gesellschaft zurückgetreten ist. An dessen Stelle ist Herr Martins vom Verstand al« provisorischer Kassirer ernannt, welcher von heute au die Beiträge entgegen nimmt. Hamburg, dm 21. Juni 1873._ Der Vorstand. Mit Nr. 22 vom 4. Juli c. begann ein neue« Abonnement aus dir � „Newy orker-Arbeiter zeitung" 3 Dieselbe erscheint wöchentlich. Preis pro Quartal 1 Thlr. 5 Gr.; Prä» � uumerandozahlung. Die bisherigen Abonnenten, welche binnen 8 Tagen nicht ihre Be stellangen erneuert, erhalten kein Expl. mehr zugesandt. Bestellungen nimmt entgegen Leipzig, 10. Juli 1874. Die Expedition deS„Voltsstaat." Offerte. Geübte Anstreicher und 2 leistungsfähige Zimmermaler können bei gutem Lohn dauernde Beschäftigung erhalten. H. R. Meißner, 2bs Maler in Fürth bei Nürnberg. Leipzig:«eranuo. rieaartcm!: At. Pretßer.(«edattiou n.«lkpeditu« Zeiyerstr. 44.) ävnö und««ieg der««u�sfluschafttbuchdruckeret.